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Wie ein Gedicht - deutz-chor

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II


„Symphonie der Tausend“<br />

Gustav Mahler:<br />

Symphonie Nr. 8, Es-Dur<br />

Dirigent: H<strong>ein</strong>z Walter Florin<br />

Sinfonieorchester Wuppertal<br />

Deutz-Chor Köln, Philharmonischer Chor Köln,<br />

Gürzenich-Chor Köln, Kölner Dom<strong>chor</strong>,<br />

Collegium Cantandi Bonn<br />

Sylvia Greenberg (Sopran), Janice Dixon (Sopran),<br />

Lisa Tjalve (Sopran), Brigitte Pinter (Alt),<br />

Susanna Frank (Alt), César Gutiérrez (Tenor),<br />

Johannes Beck (Bariton), Wilfried Staber (Bass)<br />

Einführung: Winfried Fechner<br />

Medienpartner: Kölnische Rundschau<br />

III


Wenn das Universum zu singen beginnt<br />

Die Vorstellung, dass der Kosmos in<br />

höherer Harmonie mit sich selber liebliche<br />

Töne und Gesänge anstimme, hat die Menschen<br />

von jeher gefesselt. Für die Hörer in<br />

der Kölner Philharmonie wird diese Musik<br />

der Sphären nun Wirklichkeit: „Denken Sie<br />

sich, daß das Universum zu tönen und zu<br />

klingen beginnt. Es sind nicht mehr menschliche<br />

Stimmen, sondern Planeten und Sonnen,<br />

welche kreisen.“ Als Gustav Mahler diese<br />

Sätze im August 1906 an den Dirigenten<br />

Willem Mengelberg sandte, hatte er soeben<br />

die Skizzen zu <strong>ein</strong>em Werk zu Papier<br />

gebracht, das er fortan unerschütterlich<br />

das „Größte“ nannte, was er geschaffen<br />

habe. Knapp <strong>ein</strong> Jahr darauf, im Frühsommer<br />

1907, lag die Partitur s<strong>ein</strong>er Achten<br />

Symphonie vollendet vor.<br />

Ein Ausnahmewerk, ohne Zweifel. Schon<br />

äußerlich fällt diese Symphonie aus dem<br />

Rahmen: Statt der gewohnten vier oder<br />

mehr „Sätze“ gibt es hier zwei ausgedehnte<br />

„Teile“, deren zweiter mit knapp <strong>ein</strong>er<br />

Stunde Dauer auch noch fast dreimal so<br />

lang ist wie der erste. Noch auf- und augenfälliger:<br />

Das Aufgebot von acht Solisten,<br />

zwei großen gemischten Chören und<br />

<strong>ein</strong>em Kinder<strong>chor</strong> sowie <strong>ein</strong>em Orchesterapparat<br />

von weit mehr als <strong>ein</strong>hundert<br />

Spielern, das alles in den Schatten stellt,<br />

was auf dem Gebiet der Symphonik bis<br />

dahin gewagt worden war. Diese gigantische<br />

Besetzung trug dem Werk alsbald<br />

den ebenso volltönenden wie fragwürdigen<br />

B<strong>ein</strong>amen „Symphonie der Tausend“<br />

<strong>ein</strong> – <strong>ein</strong>e ursprünglich werbend gem<strong>ein</strong>te<br />

Bezeichnung, die Mahler aber niemals<br />

gebilligt hat.<br />

Denn wichtiger als die bloß äußerliche<br />

Sensation <strong>ein</strong>es Chor- und Orchesterapparats,<br />

der bei den ersten Münchener<br />

Aufführungen unter Mahlers Leitung im<br />

IV<br />

September 1910 wohl tatsächlich bis zu tausend<br />

Mitwirkende umfasste, war dem Komponisten<br />

etwas grundlegend anderes: Die<br />

ins Gigantische gewachsene Besetzung bildet<br />

nur den Widersch<strong>ein</strong> <strong>ein</strong>es geistigen und<br />

programmatischen Anspruchs, den man als<br />

„allumfassend“ bezeichnen kann. Nichts Geringeres<br />

nämlich als <strong>ein</strong> Gleichnis der Welt in<br />

Tönen, <strong>ein</strong> klingendes Sinnbild des Universums<br />

suchte Mahler in s<strong>ein</strong>er Musik<br />

zu entwerfen. „Die Symphonie muß s<strong>ein</strong><br />

wie die Welt. Sie muß alles umfassen“,<br />

sagte er im Jahr der Fertigstellung zu Jean<br />

Sibelius.<br />

Um diesen Anspruch musikalisch <strong>ein</strong>zulösen,<br />

bietet die Achte Symphonie <strong>ein</strong>e<br />

ungekannte Vielfalt an Formen und musikalischen<br />

Charakteren auf. Als wollte Mahler<br />

die Musik des Abendlandes zu <strong>ein</strong>er<br />

großangelegten Synthese führen, schließt<br />

s<strong>ein</strong>e Symphonie barocke Fugentechniken<br />

ebenso <strong>ein</strong> wie den weihevollen Tonfall von<br />

Choral und Hymne; sie bedient sich – namentlich<br />

im zweiten Teil – <strong>ein</strong>er von Wagner<br />

be<strong>ein</strong>flussten Sprache mit gleicher Souveränität,<br />

wie sie mitunter zum schlichten<br />

Liedstil zurückfindet. Überdies greift Mahler<br />

gezielt auf die Tradition zurück: So bezieht<br />

er nach dem Vorbild von Beethovens<br />

Neunter Symphonie die menschliche Stimme<br />

konsequent in den symphonischen Rahmen<br />

<strong>ein</strong>, und indem er den <strong>chor</strong>ischen und<br />

solistischen Anteil auf das gesamte Werk<br />

ausdehnt, schafft er den neuartigen Typus<br />

<strong>ein</strong>er Vokalsymphonie, die „von Anfang bis<br />

zu Ende durchgesungen wird“ (Mahler).<br />

Zwei Texte schienen ihm dabei zum Ausdruck<br />

s<strong>ein</strong>es umfassenden Anliegens zu<br />

taugen: Für den ersten Teil der um 809<br />

nach Christus entstandene Hymnus „Veni<br />

creator spiritus“, der heute vorwiegend<br />

als Lobpreis des biblischen Pfingstwunders


verstanden wird und als Dichtung des späteren<br />

Mainzer Erzbischofs Hrabanus Maurus<br />

gilt. Für den zweiten Teil hingegen die<br />

Schlussszene aus Johann Wolfgang von<br />

Goethes „Faust II“, <strong>ein</strong>em Gipfelwerk der<br />

Weltliteratur, das die Komponisten seit s<strong>ein</strong>em<br />

Ersch<strong>ein</strong>en in Atem hält, aber immer<br />

wieder auch als unvertonbar angesehen<br />

wurde. Diese Zusammenstellung der beiden<br />

Textvorlagen, die obendr<strong>ein</strong> in zwei<br />

verschiedenen Sprachen verfasst sind, hat<br />

viel Befremden hervorgerufen: Trennt die<br />

beiden Texte doch <strong>ein</strong>e Zeitspanne von<br />

über tausend Jahren! Für Mahler aber<br />

stand der weltanschauliche Gehalt der<br />

Dichtungen weit über allen historischen<br />

Unterschieden: Mit sicherem Gespür erkannte<br />

er in beiden Texten Leitgedanken,<br />

die s<strong>ein</strong>em Werk <strong>ein</strong>en inneren Zusammenhalt<br />

geben.<br />

Es sind dies die Ideen von Liebe und Gnade,<br />

von Erleuchtung und Erlösung im Jenseits<br />

sowie die Verherrlichung Gottes als<br />

Schöpfer, in der auch der Gedanke des<br />

eigenen Schöpfertums mitklingt. Durch<br />

die Verbindung der beiden Texte entfaltet<br />

Mahlers Konzeption <strong>ein</strong>en universalen<br />

Liebesbegriff, der sowohl Strömungen<br />

sinnlich-irdischer Liebe, des Eros, wie auch<br />

den religiösen Gedanken von Caritas und<br />

Agápe in sich ver<strong>ein</strong>t.<br />

Dem Gedanken der Caritas ist der Liebesbegriff<br />

des Hymnus verhaftet. S<strong>ein</strong>e Exposition<br />

erfolgt an <strong>ein</strong>er Zentralstelle des<br />

ersten Teils, der gewaltigen Invokation:<br />

„Accende lumen sensibus / Infunde amorem<br />

cordibus!“ („Entzünde <strong>ein</strong> Licht unseren<br />

Sinnen / Ströme die Liebe in unsere<br />

Herzen“). Nach <strong>ein</strong>er Überlieferung Anton<br />

Weberns erläuterte Mahler diese Passage<br />

bei der Generalprobe (am 11. September<br />

1910) mit den Worten: „...da geht die<br />

V<br />

Brücke hinüber zum Schluß des ›Faust‹.<br />

Diese Stelle ist der Angelpunkt des ganzen<br />

Werkes.“ Tatsächlich fungiert das „Accende“-Thema<br />

in ständig variierter Gestalt<br />

während des zweiten Teils als Leitthema<br />

der erlösenden Liebe. Und dieses Liebesthema<br />

wird ausdrücklich auch mit Goethes<br />

Gedanken <strong>ein</strong>er allenthalben in der Natur<br />

wirksamen Liebesgewalt („Eros“) verbunden.<br />

Die Liebe ist sowohl Formkraft der<br />

Natur wie auch – in höherer Form – <strong>ein</strong>e<br />

zur Wahrheit führende Macht, die über<br />

die menschliche Liebe hinausweist auf die<br />

R<strong>ein</strong>heit der göttlichen. Was die ekstatisch<br />

erflehte Liebe des Hymnus – das „Infunde<br />

amorem cordibus“ – dem Leitsatz der<br />

Caritas schuldet, erweitert sich in der Bindung<br />

an den universal wirkenden Eros der<br />

Goethe’schen Dichtung ins Allgem<strong>ein</strong>e.<br />

Die Achte Symphonie sprengt damit den<br />

Rahmen <strong>ein</strong>er bloßen Symphonie – sie<br />

wird zur Feier und zur Botschaft <strong>ein</strong>er universalen<br />

Weltanschauung. Mahler selbst<br />

bemühte den Vergleich mit dem Credo und<br />

der katholischen Messe, um zu verdeutlichen,<br />

in welchem Ausmaß persönliche,<br />

literarische und philosophische Überzeugungen<br />

in s<strong>ein</strong>em Werk ihren Ausdruck<br />

und Niederschlag gefunden haben. Und<br />

als <strong>ein</strong> Hörer der triumphalen Uraufführung<br />

schrieb, in Mahler verkörpere sich<br />

offenkundig der „heiligste künstlerische<br />

Wille unserer Zeit“, erhielt er die schöne<br />

Gewähr, dass die himmelstürmende Botschaft<br />

s<strong>ein</strong>es Werkes angekommen war.<br />

Der Autor dieser Zeilen war k<strong>ein</strong> Geringerer<br />

als Thomas Mann.<br />

Christian Wildhagen<br />

Dr. Christian Wildhagen ist Musikwissenschaftler,<br />

hat über Gustav Mahler promoviert und ist Mitarbeiter<br />

des Feuilleton/Musikredaktion bei der „Frankfurter<br />

Allgem<strong>ein</strong>en Zeitung“.


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FLORIN<br />

Spätsommer 2006: H<strong>ein</strong>z Walter Florin,<br />

Dirigent, Komponist und Klaviervirtuose,<br />

besuchte das „Komponierhäuschen“<br />

in Maiernigg/Wörthersee, in dem<br />

Gustav Mahler s<strong>ein</strong>e 8. Symphonie<br />

komponiert hatte. Nicht nur der genius<br />

loci war es, der ihn veranlasste, sich<br />

der Herausforderung der 8. Symphonie<br />

von Gustav Mahler zu stellen. S<strong>ein</strong>e<br />

Sympathie für Gustav Mahler, <strong>ein</strong>e<br />

subtile Kenntnis des Werkes und der<br />

musikalischen Sprache des Komponisten<br />

sowie <strong>ein</strong> eigener Interpretationsansatz<br />

sind die Voraussetzungen für das<br />

Gelingen. Wichtig auch für Florin, der<br />

sich nur der musikalischen Konstruktion<br />

verpflichtet fühlt: die Transparenz der<br />

Instrumentation, Herausarbeitung der<br />

verschiedenen Charakteristika und der<br />

dynamische Kontrast des Werks.<br />

VII<br />

Das Außergewöhnliche und Charakteristische<br />

dieser Symphonie und nicht nur in<br />

dieser Symphonie, sondern im gesamten<br />

Werk Mahlers, ist die herausgehobene<br />

Stellung des Chores. Mahler stellte<br />

nicht nur hohe Ansprüche an die<br />

Qualität des Chores, sondern verlieh im<br />

auch <strong>ein</strong>e besondere kompositorische<br />

Aufmerksamkeit. Und so gab es vor<br />

der „Achten“ k<strong>ein</strong>e Symphonie, die von<br />

Anfang bis Ende durchgesungen wurde.<br />

H<strong>ein</strong>z Walter Florin, der auch sehr viel<br />

mit Chören zusammenarbeitet, wird<br />

also darauf s<strong>ein</strong> besonderes Augenmerk<br />

richten.


VIII


SINFONIEORCHESTER WUPPERTAL<br />

Das Sinfonieorchester Wuppertal ist mit<br />

s<strong>ein</strong>en 88 Musikerinnen und Musikern als<br />

A-Orchester klassifiziert. Seit 2004/05<br />

wird es von Generalmusikdirektor<br />

Toshiyuki Kamioka geleitet und hat sich<br />

in dieser Zeit musikalisch und technisch<br />

enorm entwickelt.<br />

Das Sinfonieorchester Wuppertal kann<br />

auf <strong>ein</strong> fast 150-jähriges Bestehen<br />

zurückblicken, wenn man die Gründung<br />

der Elberfelder Kapelle im 19. Jahrhundert<br />

als dessen Ursprung betrachtet. Schon<br />

früh gaben große Künstler wie Clara<br />

Schumann, Johannes Brahms und Max<br />

Bruch dem Orchester die Ehre. Viele<br />

große Dirigenten begannen in Wuppertal<br />

ihre musikalische Laufbahn – darunter<br />

Erich Kleiber, Otto Klemperer und Hans<br />

Weisbach.<br />

IX<br />

Regelmäßig spielen die Wuppertaler<br />

im In- und Ausland. Sie gastierten unter<br />

anderem in Paris, Breslau, Turin, Rom<br />

und Mailand. 2007 fand <strong>ein</strong> gefeierter<br />

Auftritt gem<strong>ein</strong>sam mit dem Weltklasse-<br />

Saxophonisten Branford Marsalis beim<br />

Ravello-Festival statt. Außerdem führte <strong>ein</strong>e<br />

äußerst erfolgreiche Tournee nach Japan<br />

– mit ausverkauften Konzerten in Tsukuba,<br />

Tokio und Yokohama. Musikalisches<br />

Neuland betrat man mit Aufnahmen von<br />

Filmmusik aus der Werkstatt von Hans<br />

Zimmer: Im August 2007 wurde Musik<br />

für den Hollywood-Animationsfilm „Der<br />

kl<strong>ein</strong>e Dodo“ <strong>ein</strong>gespielt.


Mahlers Achte – Der Text I<br />

Hymne „Veni, creator spiritus“ (Hrabanus Maurus von Mainz – 776-856)<br />

Veni, creator spiritus, Komm, Schöpfer Geist,<br />

Mentes tuorum visita. Nimm Wohnung in den Herzen der D<strong>ein</strong>en!<br />

Imple superna gratia. Fülle Gnade von oben<br />

Quae tu creasti pectora. In die Seelen D<strong>ein</strong>er Geschöpfe<br />

Qui diceris Paraclitus, Tröster heißt du,<br />

Altissimi donum Dei Geschenk des höchsten Gottes,<br />

Fons vivus, ignis, caritas Lebendiger Quell, Feuer und Liebe,<br />

Et spiritalis unctio. Geistliche Salbung.<br />

Infirma nostri corporis Drum stärke mit göttlicher Kraft<br />

Virtute firmans perpeti, Unseren schwachen Leib!<br />

Accende lumen sensibus, Mach hell unsere Sinne,<br />

Infunde amorem cordibus. Gieße unseren Herzen Liebe <strong>ein</strong>!<br />

Hostem repellas longius Den F<strong>ein</strong>d vertreibe weit von uns<br />

Pacemque dones protinus und gib uns immerwährenden Frieden!<br />

Ductore sic te praevio Führe uns auf unserem Weg,<br />

Vitemus omne pessimus. Damit wir nicht in Gefahr geraten!<br />

Tu septiformis munere Du bist die siebenfache Gabe des Vaters,<br />

Digitus paternae dexterae Der Finger an s<strong>ein</strong>er Hand,<br />

(Tu rite promissum Patris (S<strong>ein</strong>e Verheißung,<br />

Sermone ditans guttura.)* Du machst die Zungen beredt.)*<br />

Per te sciamus da Patrem Offenbare uns<br />

Noscamus (atque)* Filium, Den Vater und den Sohn!<br />

(Te utriusque)* spiritum Alle Zeit lass uns (an dich)* glauben,<br />

Credamus omni tempore. Den Geist, der von beiden ausgeht!<br />

Da gaudiorum praemia, Schenk uns die Freuden des Himmels,<br />

Da gratiarum munera. Schenk uns d<strong>ein</strong>e Gnadengaben!<br />

Dissolve litis vincula, Schlichte, wo Streit herrscht,<br />

Adstringe pacis foedera. Und stifte Frieden!<br />

Gloria Patri Domino, Ehre sei Gott dem Vater<br />

Natoque, qui a mortuis Und s<strong>ein</strong>em auferstandenen Sohn<br />

Surrexit, ac Paraclito Und dem Tröster Geist<br />

In saeculorum saecula. In alle Ewigkeit!<br />

* von Mahler ausgelassen<br />

X


Chor und Echo<br />

Waldung, sie schwankt heran,<br />

Felsen, sie lasten dran,<br />

Wurzeln, sie klammern an,<br />

Stamm dicht an Stamm hinan.<br />

Woge nach Woge spritzt,<br />

Höhle, die tiefste, schützt.<br />

Löwen, sie schleichen stumm,<br />

Freundlich um uns herum,<br />

Ehren geweihten Ort,<br />

Heiligen Liebeshort.<br />

Pater ecstaticus<br />

Ewiger Wonnebrand<br />

Glühendes Liebeband,<br />

Siedender Schmerz der Brust,<br />

Schäumende Gotteslust!<br />

Pfeile, durchdringet mich,<br />

Lanzen, bezwinget mich,<br />

Keulen, zerschmettert mich,<br />

Blitze, durchwettert mich!<br />

Daß ja das Nichtige<br />

Alles verflüchtige,<br />

Glänze der Dauerstern,<br />

Ewiger Liebe Kern!<br />

Pater profundus<br />

<strong>Wie</strong> Felsenabgrund mir zu Füßen<br />

Auf tiefem Abgrund lastend ruht,<br />

<strong>Wie</strong> tausend Bäche strahlend fließen<br />

Zum grausen Sturz des Schaums der Flut<br />

<strong>Wie</strong> strack, mit eig‘nem kräft‘gen Triebe,<br />

Der Stamm sich in die Lüfte trägt;<br />

So ist es die allmächt‘ge Liebe,<br />

Die alles bildet, alles hegt.<br />

Ist um mich her <strong>ein</strong> wildes Brausen,<br />

Als wogte Wald und Felsengrund,<br />

Und doch stürzt, liebevoll im Sausen,<br />

Die Wasserfülle sich zum Schlund,<br />

Berufen gleich das Tal zu wässern:<br />

Der Blitz, der flammend niederschlug,<br />

Die Atmosphäre zu verbessern,<br />

Mahlers Achte – Der Text II<br />

Schlussszene aus „Faust“ – Zweiter Teil – Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)<br />

XI<br />

Die Gift und Dunst im Busen trug,<br />

Sind Liebesboten, sie verkünden,<br />

Was ewig schaffend uns umwallt.<br />

M<strong>ein</strong> Inn‘res mög‘ es auch entzünden,<br />

Wo sich der Geist, verworren, kalt,<br />

Verquält in stumpfer Sinne Schranken,<br />

Scharf angeschloss‘nem Kettenschmerz.<br />

O Gott! beschwichtige die Gedanken,<br />

Erleuchte m<strong>ein</strong> bedürftig Herz!<br />

(Die nachfolgenden zwei Chöre werden<br />

gleichzeitig gesungen)<br />

Engel<br />

Gerettet ist das edle Glied<br />

Der Geisterwelt vom Bösen:<br />

Wer immer strebend sich bemüht,<br />

Den können wir erlösen;<br />

Und hat an ihm die Liebe gar<br />

Von oben teilgenommen,<br />

Begegnet ihm die sel‘ge Schar<br />

Mit herzlichem Willkommen.<br />

Chor seliger Knaben<br />

Hände verschlinget euch<br />

Freudig zum Ringver<strong>ein</strong>,<br />

Regt euch und singet<br />

Heil‘ge Gefühle dr<strong>ein</strong>!<br />

Göttlich belehret,<br />

Dürft ihr vertrauen;<br />

Den ihr verehret,<br />

Werdet ihr schauen.<br />

Die jüngeren Engel<br />

Jene Rosen, aus den Händen<br />

Liebend-heiliger Büßerinnen,<br />

Halten uns den Sieg gewinnen<br />

Und das hohe Werk vollenden,<br />

Diesen Seelenschatz erbeuten.<br />

Böse wichen, als wir streuten,<br />

Teufel flohen, als wir trafen.<br />

Statt gewohnter Höllenstrafen<br />

Fühlten Liebesqual die Geister,


Selbst der alte Satans-Meister<br />

War von spitzer P<strong>ein</strong> durchdrungen.<br />

Jauchzet auf! Es ist gelungen.<br />

Die vollendeten Engel<br />

(Chor mit Altsolo)<br />

Uns bieibt <strong>ein</strong> Erdenrest<br />

Zu tragen p<strong>ein</strong>lich,<br />

Und wär‘ er von Asbest<br />

Er ist nicht r<strong>ein</strong>lich.<br />

Wenn starke Geisteskraft<br />

Die Elemente<br />

An sich herangerafft,<br />

K<strong>ein</strong> Engel trennte<br />

Ge<strong>ein</strong>te Zwienatur<br />

Der innigen beiden;<br />

Die ewige Liebe nur<br />

Vermag‘s zu scheiden.<br />

Die Jüngeren Engel<br />

Ich spür‘ soeben,<br />

Nebelnd um Felsenhöh‘,<br />

Ein Geisterleben.<br />

Regend sich in der Näh‘<br />

Seliger Knaben,<br />

Seh‘ ich bewegte Schar<br />

Los von der Erde Druck,<br />

Im Kreis gesellt,<br />

Die sich erlaben<br />

Am neuen Lenz und Schmuck<br />

Der obern Welt.<br />

Sei er zum Anbeginn,<br />

Steigendem Vollgewinn<br />

Diesen gesellt!<br />

Die seligen Knaben<br />

Freudig empfangen wir<br />

Diesen im Puppenstand;<br />

Also erlangen wir<br />

Englisches Unterpfand.<br />

Löset die Flocken los,<br />

Die ihn umgeben!<br />

Schon ist er schön und groß<br />

Von heiligem Leben.<br />

XII<br />

Doctor Marianus<br />

Hier ist die Aussicht frei,<br />

Der Geist erhoben.<br />

Dort ziehen Frauen vorbei,<br />

Schwebend nach oben,<br />

Die Herrliche mitteninn<br />

Im Sternenkranze,<br />

Die Himmelskönigin,<br />

Ich seh‘s am Glanze,<br />

Höchste Herrscherin der Welt!<br />

Lasse mich im blauen,<br />

Ausgespannten Himmelszelt<br />

D<strong>ein</strong> Geheimnis schauen!<br />

Bill‘ge, was des Mannes Brust<br />

Ernst und zart beweget<br />

Und mit heil‘ger Liebeslust<br />

Dir entgegen träget!<br />

Unbezwinglich unser Mut,<br />

Wenn du hehr gebietest;<br />

Plötzlich mildert sich die Glut,<br />

Wenn du uns befriedest.<br />

Doctor Marianus und Chor<br />

Jungfrau, r<strong>ein</strong> im schönsten Sinn,<br />

Mutter, Ehren würdig,<br />

Uns erwählte Königin,<br />

Göttern ebenbürtig.<br />

Chor<br />

Dir, der Unberührbaren,<br />

Ist es nicht benommen,<br />

Daß die leicht Verführbaren<br />

Traulich zu dir kommen.<br />

In die Schwachheit hingerafft,<br />

Sind sie schwer zu retten;<br />

Wer zerreißt aus eig‘ner Kraft<br />

Der Gelüste Ketten?<br />

<strong>Wie</strong> entgleitet schnell der Fuß<br />

Schiefem, glattem Boden!<br />

Chor der Büsserinnen<br />

Du schwebst zu Höhen<br />

Der ewigen Reiche,<br />

Vernimmt das Flehen,<br />

Du Gnadenreiche!<br />

Du Ohnegleiche!


Magna Peccatrix<br />

Bei der Liebe, die den Füßen<br />

D<strong>ein</strong>es gottverklärten Sohnes<br />

Tränen ließ zum Balsam fließen,<br />

Trotz des Pharisäer-Hohnes:<br />

Beim Gefäße, das so reichlich<br />

Tropfte Wohlgeruch hernieder:<br />

Bei den Locken, die so weichlich<br />

Trockneten die heil‘gen Glieder.<br />

Mulier Samaritana<br />

Bei dem Bronn, zu dem schon weiland<br />

Abram ließ die Herde führen:<br />

Bei dem Eimer, der dem Heiland<br />

Kühl die Lippe durft‘ berühren:<br />

Bei der r<strong>ein</strong>en, reichen Quelle,<br />

Die nun dorther sich ergießet,<br />

Überflüssig, ewig helle,<br />

Rings durch alle Welten fließet.<br />

Maria Aegyptica<br />

Bei dem hochgeweihten Orte,<br />

Wo den Herrn man niederließ:<br />

Bei dem Arm, der von der Pforte,<br />

Warnend mich zurücke stieß,<br />

Bei der vierzigjähr‘gen Buße,<br />

Der ich treu in Wüsten blieb:<br />

Bei dem sel‘gen Scheidegruße,<br />

Den im Sand ich niederschrieb.<br />

Zu Drei<br />

Die du großen Sünderinnen<br />

D<strong>ein</strong>e Nähe nicht verweigerst,<br />

Und <strong>ein</strong> büßendes Gewinnen<br />

In die Ewigkeiten steigerst:<br />

Gönn‘ auch dieser guten Seele,<br />

Die sich <strong>ein</strong>mal nur vergessen,<br />

Die nicht ahnte, daß sie fehle<br />

D<strong>ein</strong> Verzeihen angemessen!<br />

Una Poenitentium<br />

Neige, neige,<br />

Du Ohnegleiche,<br />

Du Strahlenreiche,<br />

D<strong>ein</strong> Antlitz gnadig m<strong>ein</strong>em Glück!<br />

Der früh Geliebte,<br />

Nicht mehr Getrübte,<br />

XIII<br />

Er kommt zurück.<br />

Selige Knaben<br />

Er überwächst uns schon<br />

An mächt‘gen Gliedern,<br />

Wird treuer Pflege Lohn<br />

Reichlich erwidern.<br />

Wir wurden früh entfernt<br />

Von Lebechören;<br />

Doch dieser hat gelernt,<br />

Er wird uns lehren.<br />

Una Poenitentium<br />

Vom edlen Geister<strong>chor</strong> umgeben,<br />

Wird sich der Neue kaum gewahr,<br />

Er ahnet kaum das frische Leben,<br />

So gleicht er schon der heil‘gen Schar<br />

Sieh, wie er jedem Erdenbande<br />

Der alten Hülle sich entrafft,<br />

Und aus ätherischem Gewande,<br />

Hervortritt erste Jugendkraft!<br />

Vergönne mir, ihn zu belehren,<br />

Noch blendet ihn der neue Tag!<br />

Mater gloriosa<br />

Komm! Hebe dich zu höhern Sphären!<br />

Wenn er dich ahnet, folgt er nach.<br />

Doctor Marianus<br />

Blicket auf zum Retterblick,<br />

Alle reuig Zarten,<br />

Euch zu sel‘gem Glück<br />

Dankend umzuarten!<br />

Werde jeder bess‘re Sinn<br />

Dir zum Dienst erbötig;<br />

Jungfrau, Mutter, Königin,<br />

Göttin, bleibe gnädig!<br />

Chorus mysticus<br />

Alles Vergängliche<br />

Ist nur <strong>ein</strong> Gleichnis;<br />

Das Unzulängliche,<br />

Hier wird‘s Ereignis;<br />

Das Unbeschreibliche,<br />

Hier ist‘s getan;<br />

Das Ewig-Weibliche<br />

Zieht uns hinan.


XIV


DEUTZ-CHOR<br />

KÖLN<br />

Der DEUTZ-CHOR KÖLN hat sich über<br />

viele Jahre anspruchsvollen Musizierens<br />

hinweg <strong>ein</strong>en Namen gemacht hat. Der<br />

Chor unter der Künstlerischen Leitung von<br />

H<strong>ein</strong>z Walter Florin hat bei s<strong>ein</strong>en großen<br />

Auftritten in Köln und bei vielen Chorreisen<br />

rund um die Welt Aufsehen erregende<br />

Kirchenkonzerte und große Opernabende<br />

gesungen, bei unterschiedlichen Konzertveranstaltungen<br />

<strong>ein</strong> begeistertes Publikum<br />

gefunden und in der Zusammenarbeit<br />

mit internationalen Künstlern (Felicitas<br />

Weather, René Kollo) und Orchestern<br />

(2008 in China mit dem Beijing Symphony<br />

Orchestra) große Aufmerksamkeit erregt.<br />

Eine konstante Erweiterung des musikalischen<br />

Repertoires stellten immer neue Anforderungen<br />

an die Sänger. So beherrscht<br />

der Chor inzwischen die gesamte Bandbreite<br />

der Literatur für Männerchöre und<br />

ist ebenso zu großen Ensembleleistungen<br />

(mit Orchestern, anderen Chören und<br />

Solisten) befähigt.<br />

PHILHARMONISCHER<br />

CHOR KÖLN<br />

Der Philharmonische Chor Köln wurde im<br />

Jahre 1947 von Philipp Röhl als freier und<br />

unabhängiger Konzert<strong>chor</strong> gegründet.<br />

Philipp Röhl hat sich wie k<strong>ein</strong> anderer um<br />

das Kölner Chorleben verdient gemacht.<br />

Unter Philipp Röhls Leitung gewann<br />

der Chor nicht nur nationale Anerkennung;<br />

er wurde zu <strong>ein</strong>em europäischen<br />

Spitzen<strong>chor</strong>.<br />

Seit 1990 hat Horst M<strong>ein</strong>ardus als Nachfolger<br />

von Philipp Röhl das Repertoire<br />

beachtlich erweitert. Gezielt stellt er s<strong>ein</strong><br />

Wirken in die Tradition <strong>ein</strong>es großen<br />

Konzert<strong>chor</strong>es. Für ihn gilt es, das eigenständige<br />

Profil des Philharmonischen Chores<br />

Köln zu bewahren und weiterzuentwickeln.<br />

Konzertreisen und die Mitwirkung<br />

bei bedeutenden internationalen Musikfestspielen<br />

führten den Philharmonischen<br />

Chor Köln in zahlreiche Städte Europas<br />

und des Nahen Ostens, wie z.B. in den<br />

letzten Jahren nach Dublin, Abu Dhabi<br />

und Kairo.<br />

Musikalisch gut gerüstet nehmen jetzt die Im Laufe s<strong>ein</strong>er Chorgeschichte hat der<br />

120 Sänger des Chores die Herausforde- Philharmonische Chor Köln mit vielen<br />

rung an, diese Konzerte zu veranstalten. So bedeutenden Orchestern und Dirigen-<br />

ist die Aufführung der 8. Symphonie von Gusten zusammengearbeitet (z.B. Gürzetav<br />

Mahler <strong>ein</strong> absoluter Höhepunkt in der nich Orchester / Kölner Philharmo-<br />

Geschichte des Chores.<br />

niker unter Marek Janowski, Andrew<br />

Davis und James Conlon, Israel Chamber<br />

Orchestra, Thessaloniki-Staats-<br />

Orchester).<br />

XV


DER<br />

GÜRZENICH-CHOR<br />

Der Gürzenich-Chor wurde im Jahr 1827<br />

als Chor der Concertgesellschaft zu Cöln<br />

gegründet und ist somit der älteste Konzert<strong>chor</strong><br />

der Metropole am Rh<strong>ein</strong>. Durch<br />

das Engagement s<strong>ein</strong>er Mitglieder und die<br />

enge Verbundenheit mit dem Gürzenich-<br />

Orchester, das ebenfalls aus der Concertgesellschaft<br />

hervorgegangen ist, kann der<br />

Chor mit Stolz auf <strong>ein</strong>e lange Tradition im<br />

musikalischen Leben der Stadt Köln zurückblicken.<br />

Künstlerischer Leiter des Chores ist seit<br />

1994 Michael Reif, der 1995 mit „Trionfi“<br />

von Carl Orff s<strong>ein</strong> Debüt in der Philharmonie<br />

gab und mit dem Chor regelmäßig<br />

eigene Konzerte veranstaltet. Einladungen<br />

in andere deutsche Musikmetropolen sowie<br />

Konzertreisen ins europäische Ausland<br />

und die USA machten den Chor über die<br />

Stadtgrenzen hinaus bekannt. Musikalische<br />

Höhepunkte der Chorarbeit: die gefeierten<br />

Kölner Erstaufführungen des Liverpool Oratorio<br />

von Paul McCartney im November<br />

2000 und der 3. Sinfonie „Kaddish“ von<br />

Leonard Bernst<strong>ein</strong> im Sommer 2002 unter<br />

Michael Reif anlässlich des 175jährigen<br />

Chor-Jubiläums.<br />

XVI<br />

DER<br />

KÖLNER DOMCHOR<br />

Der Kölner Dom<strong>chor</strong> ist der <strong>ein</strong>zige Knaben<strong>chor</strong><br />

in Köln und der älteste der 4 Chöre<br />

am Kölner Dom. Im Jahre 1863 wieder<br />

gegründet setzt er die jahrhundertealte<br />

Tradition des Chorgesanges am Kölner<br />

Dom fort.<br />

Regelmäßig singt der Kölner Dom<strong>chor</strong> in<br />

den Gottesdiensten der weltweit bekannten<br />

Kathedrale sowie in Konzerten im Dom<br />

und außerhalb. Das Repertoire des Chores,<br />

er wird von Prof. Eberhard Metternich<br />

geleitet, berücksichtigt zunehmend die<br />

Musik für <strong>ein</strong>en Knaben<strong>chor</strong> aus Renaissance<br />

und Barock, ohne dabei die Musik<br />

des 20. Jahrhunderts aus dem Blickwinkel<br />

zu verlieren. All<strong>ein</strong> oder gem<strong>ein</strong>sam mit<br />

dem Mädchen<strong>chor</strong> am Kölner Dom arbeitet<br />

er mit den wichtigsten musikalischen<br />

Einrichtungen in Köln zusammen: Philharmonie,<br />

Oper, Westdeutscher Rundfunk,<br />

Chöre und Orchester der Region.<br />

Konzertreisen führten den Kölner Dom<strong>chor</strong><br />

bisher ins europäische Ausland sowie in<br />

die USA und nach Mexiko. Im September<br />

2007 führte ihn <strong>ein</strong>e Konzertreise nach<br />

Toronto, Montréal und New York.


DAS<br />

COLLEGIUM CANTANDI<br />

Das Collegium Cantandi wurde 1980 von<br />

Peter Jurgilewitsch, Organist an St. Adelheid,<br />

Pützchen (Bonn-Beuel) als Jugend<strong>chor</strong><br />

der Pfarrgem<strong>ein</strong>de gegründet. Damals<br />

gehörten dem Collegium Cantandi<br />

sieben junge, engagierte Sängerinnen und<br />

Sänger an. In den Folgejahren konnte der<br />

Chor weitere Mitstreiter für s<strong>ein</strong> geistliches<br />

und weltliches a-capella-Repertoire gewinnen.<br />

Im Jahre 1998 übernahm das der aus<br />

Bonn gebürtigen Pianist, Komponist und<br />

Arrangeur H<strong>ein</strong>z Walter Florin als neuen<br />

Chorleiter das Collegium Cantandi.<br />

Beim Collegium Cantandi gehen zurzeit<br />

29 aktive Sängerinnen und Sänger ihrem<br />

Hobby, dem Chorgesang, nach. In den<br />

zwei bis drei Konzerten pro Jahr beweisen<br />

sie allerdings <strong>ein</strong> mittlerweile <strong>ein</strong>e<br />

hohe Professionalität. Und dies dank <strong>ein</strong>er<br />

effizienten Probenarbeit.<br />

Zum umfangreichen Repertoire gehört die<br />

sakrale Musik - so Werke der Renaissance-<br />

und Barockzeit, Motetten, Oratorien und<br />

Messen sowie Gospels.<br />

XVII<br />

SYLVIA GREENBERG<br />

Nach ihrer Ausbildung als Cellistin gab<br />

die israelische Sopranistin ihr Debüt in<br />

<strong>ein</strong>em Konzert unter Zubin Mehta. Große<br />

Rollen sollten bald folgen: die Zerbinetta<br />

in „Ariadne auf Naxos“ und die Königin<br />

der Nacht“ in „Die Zauberflöte“.<br />

Diese Koloraturpartie wurde zu Sylvia<br />

Greenbergs Markenzeichen. So<br />

gastierte sie als sternentflammte Königin<br />

erfolgreich in Glyndebourne, Hamburg,<br />

München, Stuttgart, in Köln, <strong>Wie</strong>n, Paris<br />

und Frankfurt.<br />

Sylvia Greenberg ist auf dem<br />

Konzertpodium ebenso gefragt wie auf<br />

der Opernbühne. Auch hier <strong>ein</strong> Debüt der<br />

Sonderklasse: Haydns „Die Schöpfung“<br />

mit dem Chicago Symphony Orchestra<br />

unter Sir Georg Solti und – wieder<br />

unter Zubin Mehta - mit dem New York<br />

Philharmonic Orchestra in Carl Orffs<br />

„Carmina Burana“.<br />

In Salzburg dann Gustav Mahlers<br />

„Achte“ mit den <strong>Wie</strong>ner Philharmonikern<br />

unter Lorin Maazel. Auch sonst hat Sylvia<br />

Greenberg mit durchweg prominenten<br />

Dirigenten gearbeitet: Abbado, Muti,<br />

Nagano, Chailly u. a..


XVIII<br />

<strong>Wie</strong> <strong>ein</strong><br />

<strong>Gedicht</strong><br />

Lucia Peraza Rios, 27 Jahre,<br />

SSchauspielerin<br />

und<br />

Gaffelfreundin<br />

Gaffel. Bes Besonders Kölsch.<br />

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JANICE DIXON<br />

Die in New York City geborene Sängerin<br />

hat an der berühmten Aaron Copland<br />

School of Music studiert. Bald schon trat<br />

sie als Solistin in der Carnegie Hall auf.<br />

Engagements in Europa und vor allem in<br />

Deutschland sollten folgen. In Mannheim<br />

gab sie Ihr Debüt als Tatjana in Tschaikowskis<br />

„Eugen Onegin“, war höchst<br />

erfolgreich.<br />

Janice Dixon blieb dem Theater künstlerisch<br />

bis heute eng verbunden. Und so<br />

feierte die Sopranistin <strong>ein</strong>en großen Bühnenerfolg<br />

nach dem anderen. „Die Jessy<br />

Norman der Rh<strong>ein</strong>-Neckar-Region“ nannte<br />

<strong>ein</strong> Fachblatt Janice Dixon. Damit nicht<br />

genug: Als Konzertsängerin arbeitete die<br />

Sopranistin mit bedeutenden Orchestern<br />

zusammen. In zahlreichen Fernseh- und<br />

Hörfunk-Produktionen brillierte sie mit<br />

ihrem herrlichen, samtigen Sopran und<br />

begeisterte das Publikum.<br />

Mit dem DEUTZ-CHOR KÖLN hat<br />

Janice Dixon bereits in vielen Konzerten<br />

erfolgreich zusammengearbeitet.<br />

XIX<br />

BRIGITTE PINTER<br />

Die österreichische Sopranistin wurde<br />

2005 von Riccardo Muti für Hindemiths<br />

„Sancta Susanna“ an die Mailänder Scala<br />

engagiert und danach umgehend nach<br />

Ravenna, New York und <strong>Wie</strong>n verpflichtet.<br />

Entdeckt aber hat eigentlich Claudio<br />

Abbado die junge Sängerin. Sie studierte<br />

an der renommierten Juilliard School<br />

in New York. Zurück in <strong>Wie</strong>n nahm ihre<br />

erfolgreiche internationale Karriere ihren<br />

Anfang.<br />

Die emotionale Ausdruckskraft und ihre<br />

Bühnenpräsenz sind bestechend. Sie<br />

versteht es ihr Stimme vom schwebenden<br />

Pianissimo bis zum durchschlagenden<br />

Fortissimo <strong>ein</strong>zusetzen. K<strong>ein</strong> Wunder<br />

also, dass Brigitte Pinter bei allen großen<br />

Dirigenten: Maazel, Muti, Abbado,<br />

Welser-Möst, Harnoncourt, Inbal und<br />

Salonen gefragt ist.<br />

Be<strong>ein</strong>druckend auch das Repertoire der<br />

Künstlerin: es reicht von Beethoven über<br />

Mozart, von Wagner über Strauss bis<br />

Mahler und Schönberg. Und dies auf fast<br />

allen großen Bühnen und Konzertpodien<br />

der Welt.


SUSANNA FRANK<br />

Die Mezzo-Sopranistin, geboren in<br />

Würzburg, hat vor ihrer Gesangkarriere<br />

<strong>ein</strong> Pharmaziestudium absolviert. Ihre<br />

private Gesangsausbildung bekam sie<br />

in Basel und Frankfurt/Main. Ihr folgten<br />

Meisterkurse u. a. bei Irwin Gage, bei<br />

Brigitte Fassbaender und Hilde Zadek.<br />

Mehrfach preisgekrönt folgten Konzerte<br />

und Liederabende sowie Uraufführungen<br />

in Deutschland, Österreich, Italien und<br />

Polen - zum Beispiel mit den Dresdner<br />

Kapellsolisten unter Helmut Branny und<br />

dem Leipziger Barockorchester unter<br />

Philipp Amelung.<br />

In der Kölner Philharmonie sang die<br />

Mezzo-Sopranistin die Altpartie der<br />

„Matthäus-Passion“ von Johann Sebastian<br />

Bach. Sie gab Liederabende beim Festival<br />

„Musiksommer Eppan“, wurde 2005 für<br />

die Titelpartie der Oper „Dido und Äneas“<br />

von Henry Purcell in Bonn und Paris<br />

verpflichtet. Und 2006 das Debüt an der<br />

Frankfurter Oper in der Rolle der „Savitri“<br />

(Gustav Holst).<br />

XX<br />

LISA TJALVE<br />

Die dänische Sopranistin schloss ihr Gesangstudium<br />

im Jahre 2000 an der Hochschule<br />

für Musik Köln bei Hans Sotin und<br />

Klesie Kelly-Moog mit Auszeichnung ab.<br />

Ihr Konzertexamen absolvierte sie 2003<br />

am Musikkonservatorium in Kopenhagen.<br />

Es folgten Meisterkurse bei Ingrid Bjoner,<br />

Diane Montague, William Mateuzi, Tom<br />

Krause und Edda Moser und Neil Semer.<br />

Als Freelance-Sängerin konzertierte die<br />

Künstlerin europaweit mit ihren Lieblingswerken.<br />

Carmina Burana (Orff), Stabat<br />

Mater (Pergolesi) und „Die Schöpfung“<br />

(Haydn). Häufig war und ist Lisa Tjalve<br />

auch an vielen großen Bühnen in Opern<br />

und Operetten zu hören. So sang sie bei<br />

den Salzburger Opernfestspielen, an der<br />

Markgräflichen Oper in Bayreuth, in der<br />

Zeitgenössischen Oper in Berlin und der Philharmonie<br />

Köln. Sie arbeitete mit Claudio<br />

Abbado, Marcus Creed, Helmut Froschauer<br />

und trat mit dem Jerusalem Symphony<br />

Orchestra, dem WDR Sinfonierorchester,<br />

dem Orchester der Komischen Oper<br />

Berlin und den Berliner Philharmonikern.


CÉSAR AUGUSTO<br />

GUTIÈRREZ<br />

Der kolumbianische Tenor begann s<strong>ein</strong>e<br />

Karriere neben ersten Opernauftritten vor<br />

allem mit Liederabenden und Konzerten<br />

im Heimatland. Seit 1991 ist er weltweit<br />

unterwegs. S<strong>ein</strong>e Ausbildung (Gesang, Lied<br />

und Oratorium sowie musikdramatische<br />

Darstellung) absolvierte er in Kolumbien,<br />

dann in <strong>Wie</strong>n.<br />

Bald war er in großen Rollen auf nahezu<br />

allen großen Opernbühnen Europas zu<br />

hören. So sang er unter vielen anderen<br />

den Macduff in Verdis „Macbeth“, den<br />

Ernesto in Donizettis „Don Pasquale“, den<br />

Almaviva in Rossinis „Barbiere di Siviglia“.<br />

Und weiter: Tebaldo in Bellinis „I Capuleti<br />

e i Montecchi“, Rodrigo in Rossinis<br />

„Otello“, am Landestheater Vorarlberg<br />

Don Ottavio in Mozarts „Don Giovanni“,<br />

in Athen Rodolfo in Puccinis „La Bohème“<br />

und Alfredo in Verdis „La Traviata“.<br />

Weitere Engagements führten ihn nach<br />

Montevideo, Malaga, Malmö und 2008<br />

nach Halle (als Sänger in Richard Strauss’<br />

„Rosenkavalier“ und als Pollione in Bellinis<br />

„Norma“).<br />

XXI<br />

JOHANNES BECK<br />

Musik liegt dem Österreicher im Blut.<br />

Schon früh entdeckte er s<strong>ein</strong>e Liebe zum<br />

Gesang, studierte an der Musikhochschule<br />

Graz und erhielt s<strong>ein</strong> Diplom mit<br />

Auszeichnung. S<strong>ein</strong>e Ausbildung setzte<br />

der Bariton Johannes Beck in den USA,<br />

an der Baylor University in Waco und an<br />

der Juilliard School in New York fort.<br />

S<strong>ein</strong> erstes Engagement trat Beck 1994<br />

als Mitglied des Opernstudios Zürich an.<br />

Von 1995 bis 1997 war er Mitglied des<br />

Opernstudios der Bayrischen Staatsoper<br />

in München. Hier sang er den Grafen in<br />

Mozarts „Hochzeit des Figaro“ und den<br />

Malatesta in Donizettis „Don Pasquale“.<br />

Im Ensemble des Staatstheaters am Gärtnerplatz<br />

in München zählten zu s<strong>ein</strong>en<br />

wichtigsten Partien unter anderem Zar<br />

Peter, Wildschütz-Graf, Papageno, der<br />

Nardo in „Die Gärtnerin aus Liebe“, der<br />

Marcel in „La Bohème“. Gastengagements<br />

führten Beck nach <strong>Wie</strong>n und Leipzig.<br />

Außerdem trat er bei den Festspielen<br />

in Edinburgh und in Mörbisch auf. Seit<br />

2008 gehört Johannes Beck zum Ensemble<br />

der Oper Köln.


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WINFRIED STABER<br />

Der Bassist ist seit der Spielzeit 2007/2008<br />

an der Oper in Köln zuhause. Mit großen<br />

Rollen: der Eremit im „Freischütz“, als Rocco<br />

im „Fidelio“ und als Timur in „Turandot“<br />

hat er auf sich aufmerksam gemacht. In diesem<br />

Jahr wird er u. a. den Sarastro in „Die<br />

Zauberflöte“ und den Basilio in „Il barbiere<br />

die Siviglia“ singen.<br />

Geboren wurde Wilfried Staber in Österreich.<br />

Nach dem Studium (Elektrotechnik<br />

und Sprachwissenschaft) begann er 1998<br />

an der Musikhochschule Graz s<strong>ein</strong> Gesangsstudium<br />

– und hatte s<strong>ein</strong>e Berufung<br />

gefunden.<br />

Staber belegte Meisterklassen, absolvierte<br />

erfolgreich Stipendien und gewann internationale<br />

Wettbewerbe. Bald führten ihn Gastengagements<br />

nach Regensburg, Kapstadt,<br />

Kaiserslautern und Mannheim. Am Theater<br />

der Stadt Heidelberg war der Bassist drei<br />

Jahre Ensemblemitglied und glänzte in<br />

Rollen wie dem Wassermann in „Rusalka“,<br />

dem Landgrafen im „Tannhäuser“, dem<br />

Bartolo in „Le nozze di Figaro“ und dem<br />

Fürsten Gremin in „Eugen Onegin“.<br />

XXIII<br />

WINFRIED FECHNER<br />

Dieser Mann hat Lust auf Musik. S<strong>ein</strong>e<br />

besondere Liebe gehört der Operette<br />

und der leichten Muse...“, heißt es in <strong>ein</strong>er<br />

Würdigung.<br />

Seit 2006 ist Winfried Fechner Manager<br />

des WDR Rundfunkorchesters, nachdem<br />

er bis dahin als Redakteur der WDR 5-<br />

Sendung „Kulturszene West“ sowie des<br />

WDR 5-Kulturmagazins „Scala“ auf sich<br />

aufmerksam gemacht hat. Ursprünglich<br />

hat Fechner Pädagogik und Kirchenmusik<br />

studiert, hat <strong>ein</strong>ige Jahre im Schuldienst<br />

gearbeitet, studierte dann wieder. Diesmal<br />

Orgel, Dirigieren, historischen Tanz<br />

und Schauspiel.<br />

Danach war er Opern- und Theaterdramaturg,<br />

persönlicher Referent des<br />

Gelsenkirchener Generalmusikdirektors.<br />

Kurzum <strong>ein</strong> Multitalent - gemäß s<strong>ein</strong>em Lebensmotto<br />

„All I want is everything“.<br />

S<strong>ein</strong>e Freude an der Musik gibt Winfried<br />

Fechner gern und professionell weiter - sowohl<br />

programmatisch als auch als Moderator<br />

von Sendungen und Events.


DANK AN DIE SPONSOREN<br />

Die Aufführung dieses großartigen Werkes<br />

von Gustav Mahler wäre nicht möglich geworden, ohne die<br />

Hilfe kunstsinniger und großzügiger Sponsoren.<br />

So dürfen wir an dieser Stelle der Kölnischen Rundschau,<br />

den Firmen Unicepta, Same-Deutz-Fahr, Henkelhausen,<br />

IML Group, der Gaffel-Brauerei Köln und der DEUTZ AG<br />

ganz herzlich danken.<br />

Impressum:<br />

Herausgeber: DEUTZ-CHOR KÖLN<br />

Redaktion: Günter Nawe<br />

Layout und Grafik: R<strong>ein</strong>hold Schaefer<br />

XXIV

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