2P - Der Monat

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2P - Der Monat

FEBRUAR 06

TITELTHEMA: Asyl-Tourismus löst Flüchtlingsstrom ab

WIRTSCHAFT: Arbeitslosigkeit wird auch uns künftig begleiten

KULTUR: Guggamusig – Blech, nichts als Blech


INHALT | EDITORIAL

Asyl-Ansuchen werden

zum Asyl-Shopping

Das Flüchtlings- und Asylwesen hat sich

PANORAMA 4

TITELTHEMA

Asyl-Tourismus löst Flüchtlingsstrom ab 6

WIRTSCHAFT

Arbeitslosigkeit wird auch uns

künftig begleiten 10

KOPF DES MONATS

Tanja Berger, Prinzessin Vaduzer Fasnacht 12

GESELLSCHAFT

Künftige Weinbauern üben im

fürstlichen Weinberg 14

PRO UND KONTRA

Arbeitslosenquote –

Berechnen nach EU-Modell? 16

BRAUCHTUM

Valentinstag am 14. Februar 18

KULTUR

Guggamusig – Blech, nichts als Blech 20

BILDUNG

SOKRATES beflügelt Projekt-Ideen 22

ZEITGESCHEHEN

Olympisches Glück in Innsbruck 1976 24

MONATS-TIPPS 26

RÄTSEL-SPASS 28

SCHLUSSPUNKT 30

innerhalb kurzer Zeit radikal verändert

Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht.

Zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni 2003 hat die

UNO bekannt gegeben, dass weltweit

12 Millionen Menschen als

Flüchtlinge gezählt werden. In der

Zwischenzeit hat sich das Problem

in einzelnen Regionen der Welt etwas entschärft,

in anderen dagegen wieder verschärft. Millionen

Flüchtlinge kämpfen um das Überleben. Millionen

hoffen auf ein besseres Leben und

machen sich auf, um in den wohlhabenderen

Teilen der Welt etwas

am ungleich verteilten Wohlstand

teilzuhaben. Das Flüchtlings- und

Asylwesen für Liechtenstein hat

sich innerhalb kurzer Zeit radikal

verändert. Anstelle der Flüchtlinge,

die Schutz vor dem Krieg

suchten, kommen vor allem

Menschen, die nach Arbeit su-

Günther Meier

chen. Liechtensteins Asylpolitik

Redaktion «Der Monat»

steht auf dem Prüfstand. Die Titelgeschichte

über das Asyl-Shopping will aufzeigen,

wie Menschen in unser Land kommen. Probleme

werden aufgezeigt, aber keine Lösungsansätze. Die

Revision des Flüchtlingsgesetzes steht bevor, weil es

nicht mehr genügt unter den veränderten Umständen.

Damit ist es aber nicht getan. Liechtenstein

muss sich entscheiden, wie es mit Menschen umgeht,

die keine Flüchtlinge, aber auf der Flucht sind. |

Foto: Marco Nescher

IMPRESSUM: 1. Jahrgang, Nr. 3, Februar 2006

HERAUSGEBER: Alpenland Verlag AG, Feldkircher Strasse 13, FL-9494 Schaan

Tel. +423 239 50 30, Fax +423 239 50 31, office@alpenlandverlag.li

REDAKTION: Günther Meier, Tel. +423 380 09 30, Fax +423 380 09 31, redaktion@dermonat.li

ANZEIGEN: Wolfgang Altheide, Tel. +423 239 50 23, Fax +423 239 50 51

annoncen@dermonat.li

GESTALTUNG: Andy Crestani, Gutenberg AG

SATZ UND DRUCK: Gutenberg AG, Feldkircher Strasse 13, FL-9494 Schaan

Tel. +423 239 50 50, Fax +423 239 50 51, office@gutenberg.li, www.gutenberg.li

ERSCHEINUNGSWEISE: monatlich in alle Haushalte Liechtensteins

TITELBILD: Grüne Grenze Österreich–Liechtenstein (Foto: Marco Nescher)

FEBRUAR 2006

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5

PANORAMA

Handy-Nummern mehrheitlich

über CH-Vorwahl

Der Aufbruch ins Kommunikationszeitalter,

der Liechtenstein zu einem Zentrum für die globale

Telekommunikation machen sollte, erwies sich

als Sprung ins kalte Wasser. Die Folgen der mangelnden

Erreichbarkeit über die Vorwahl 00423

sind bis heute spürbar. Die Handy-Benützer trauen

offenbar heute noch dem FL-System

wenig zu. Mitte 2005 waren

ungefähr 25600 Handy-Abonnemente

in Liechtenstein registriert.

Davon 11800 mit der FL-

Vorwahl und 13800 mit der

CH-Vorwahl. Das heisst, 54%

hatten 0041 als Vorwahl und nur

46% die eigene Landeskennzahl.

Vorsicht oder Stillstand

bei den Steuereinnahmen?

Wenn die Prognosen der Regierung stimmen, nimmt der Staat

2006 exakt 555 Millionen Franken an Steuern ein. Die einzelnen

Steuerarten entwickeln sich demnach sehr unterschiedlich. Aus der

Vermögens- und Erwerbssteuer wird ein leichter Rückgang erwartet,

während bei der Kapital- und Ertragssteuer mit einer satten Zunahme

um 10% gerechnet wird. Auch die Besondere Gesellschaftssteuer

soll mehr Ertrag abwerfen. Gesamthaft aber erwartet die Regierung

keinen Franken mehr – Vorsicht bei der Budgetierung oder tatsächlicher

Stillstand bei den Steuereinnahmen?

Bauernregeln für Februar

Maria Lichtmess – 2. Februar

Ist’s an Lichtmess hell und rein, wird ein langer Winter sein.

Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.

Hieronymus – 8. Februar

Die Sonne heut’ vom Himmel lacht, kommt der Lenz mit Frost bei Nacht.

Petrus-Feier – 22. Februar

Ist es zu St.Petri eisig kalt, übt die Kälte noch 40 Tage lang Gewalt.

Fotos: Marco Nescher

Honorarkonsule verstärken

diplomatische Präsenz

Nicht weniger als 34 Konsuln – Berufskonsuln

und Honorarkonsuln – sind in unserem Land akkreditiert.

Nun sollen auch Konsuln im Ausland die

diplomatische Präsenz Liechtensteins verstärken.

Die Regierung plant, im Jahre 2006 die ersten beiden

Honorarkonsuln zu ernennen.Vorgesehen sind

die Standorte Deutschland und USA. Nach einem

Grundsatzbeschluss der Regierung sollen weitere

konsularische Aussenstellen besetzt werden, allerdings

nur in Ländern, in denen bereits eine diplomatische

Vertretung Liechtensteins besteht: Das

wären noch die Schweiz und Österreich, Belgien

und der Vatikan. Damit hält sich das Konsularwesen

in engen Grenzen. Ganz anders als umgekehrt,

da gibt es Konsuln in Liechtenstein nicht nur für die

Nachbarländer, sondern auch für Senegal, Tschad,

Russland oder Korea.

Hunde oder Hundebesitzer

an die Leine?

Das Hundegesetz soll überarbeitet werden.

Ziel der Änderung sind Bestimmungen, künftigen

Übergriffen durch Hunde vorzubeugen und auf

eine Verbesserung der Hundehaltung hinzuwirken.

Es soll umschrieben werden, welche Hunde als gefährlich

gelten, für die es eine Bewilligungspflicht

geben soll. Obligatorisch werden die elektronische

Identifikation mit Mikrochip und eine Haftpflichtversicherung.

Bei der Schaffung des Hundegesetzes

wurde die Umsetzung der Bestimmungen angezweifelt.

Ob das mit der Revision besser wird?


Klimarappen bringt fast

eine halbe Million Franken

Der Klimarappen, den die Schweiz erhebt, wird auch an den

liechtensteinischen Benzinsäulen erhoben. Die Erträge darf Liechtenstein

selbst verwalten. Aus der Abgabe auf Benzin- und Diesel von 1,5

Rappen pro Liter fliessen Liechtenstein jährlich rund 450000 Franken

zu. «Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, mit diesen Mitteln Projekte

zur Reduktion des Ausstosses von Treibstoffgasen zu finanzieren»,

heisst es in einer Pressemitteilung. Wofür konkret, ist noch nicht klar.

1000 000 Kilometer

mit staatlichen Fahrzeugen

Im Durchschnitt trifft es fast auf jeden Einwohner

ein Auto. Auch der Staat ist im Besitz eines

stattlichen Fuhrparks. Die Staatsflotte umfasste

derzeit 72 Fahrzeuge, wovon Polizei und Bauamt

für den Strassendienst einen grossen Teil ausmachen.

Gesamthaft legen diese Fahrzeuge pro Jahr

rund 1 Million Kilometer zurück. Das Budget für

den Fahrzeugpark von 388000 Fr.

reichte 2005 nicht mehr aus, der

Landtag bewilligte einen Nachtragskredit

von 60000 Fr. Mehrkosten

fielen nicht nur durch

Reparaturen und Treibstoff, sondern

auch durch Unfallschäden

an, die nicht durch die Unfallversicherung

abgedeckt sind.

Neue Leistungsvereinbarung

mit dem KMU Kompetenzzentrum

Das KMU Zentrum an der Hochschule Liechtenstein versteht

sich als Drehscheibe für verschiedene Dienstleistungen für Klein- und

Mittelunternehmen in Liechtenstein, die Region Rheintal und Vorarlberg.

Das Leistungsprogramm umfasst Coaching für KMU-Unternehmer,

die Bereitstellung von Netzwerken für die Zusammenarbeit

zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sowie die Durchführung der

Hochschullehrgänge KMU-Management und KMU-Marketing. Auch

der Businessplan-Wettbewerb, der im Herbst startet, wird vom KMU

Zentrum durchgeführt. Für das Jahr 2006 plant die Regierung den Abschluss

einer neuen Leistungsvereinbarung mit dem KMU Zentrum.

FEBRUAR 2006

Foto: Sven Beham

Landtagseröffnung

Thronrede Erbprinz Alois

Der Landtag tritt in diesem Jahr erstmals

am Donnerstag, 16. Februar, zusammen. Traditionsgemäss

hält der Fürst oder sein Stellvertreter

bei der Eröffnungssitzung seine Thronrede.

An der Eröffnungssitzung des Landtags

2005 sprach Erbprinz Alois mit seiner ersten

Thronrede zu den Abgeordneten. Die Tradition

seines Vaters und seines Grossvaters fortsetzend,

zeigte der Erbprinz Handlungsbedarf in verschiedenen

Bereichen auf und scheute sich

nicht, klar Position zu beziehen. Neben seinen

Äusserungen zum «Schutz des menschlichen Lebens»,

die vereinzelt Kritik in der Öffentlichkeit

hervorriefen, regte der Erbprinz die Schaffung

eines neuen Steuersystems, die langfristige Absicherung

der Alters- und Gesundheitsvorsorge

sowie die Reform des Bildungswesens an.

Ausserdem äusserte er seine Hoffnung,

dass die «grosse Koalition» helfen sollte, diese

grundlegenden Reformen in einer breiten Mehrheit

anzugehen. Der Erbprinz ersuchte die Abgeordneten,

ihre Entscheidungen nicht danach zu

fällen, «ob es Ihrer Partei bei der nächsten Wahl

mehr Stimmen bringt».

Nach dem ersten Jahr «grosser Koalition»

zeichneten sich weder grosse Reformentwürfe

noch ein starker Wille zur Zusammenarbeit der

Koalitionspartner ab. Das Abstimmungsverhalten

im Landtag deutete oft auf wechselnde Koalitionen

hin.


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7

Von Günther Meier

TITELTHEMA

Asyl-Tourismus löst

Flüchtlingsstrom ab

Liechtenstein ist nach den Regeln des UN-Flüchtlingskommis-

sariats kein Asylland. Weil Flugplatz und Hafen fehlen, bleibt

der Landweg über die Nachbarländer, die damit zuständig

sind. Trotzdem kommen Menschen, die um Asyl bitten.

Problemlos gelangte der Russe

über die grüne Grenze und zum Polizeigebäude in

Vaduz, wo er um Asyl bat. Seine Ortskenntnisse

waren verblüffend. Bevor er sein Glück mit einem

Asylantrag in Liechtenstein versuchte, hatte er die

Wegleitung im Internet genau studiert. Detailgenau

wies ihn eine Landkarte von Feldkirch zum Zollamt

Tisis-Schaanwald. Kurz vor der Landesgrenze verliess

er das Postauto und folgte einem Schleichweg

über den Maurer Berg, der im Internet nicht nur

speziell gekennzeichnet ist, sondern so auffällig

blinkt, dass ihn niemand verfehlen kann. Nach der

kurzen Umgehung des Zollamtes im Wald gelangte

der Russe wieder auf die Strasse, wartete die auf der

Website angegebene Nummer des Postautos ab –

und stand kurze Zeit später vor dem Ausländerund

Passamt.

Seit Thomas Gstöhl, Abteilungsleiter

für Asyl und Flüchtlinge, diese Webseite

kennt, wundert er sich nicht mehr über die Detailkenntnisse

der Asylsuchenden. Eine Reihe von in-

formativ gestalteten Seiten im

Web, die per Google problemlos

in jedem Internet-Café abgerufen

werden können, weist den

Asyl-Weg von Russland nach

Liechtenstein. Nachdem sich die

Kriegslage im ehemaligen Jugoslawien

beruhigte, keine eigentlichen

Flüchtlinge oder Vertriebene

aufgenommen werden müssen, bilden wirtschaftliche

Überlegungen die Beweggründe für die

meisten Asylsuchenden. Der überwiegende Teil der

Antragsteller stammt in den letzten Jahren aus der

ehemaligen Sowjetunion, aus Russland, Kasachstan,

Kirgistan, der Ukraine. Es sind keine Flüchtlinge

im klassischen Sinne. «Migranten» nennt sie

Thomas Gstöhl, die eine bessere Zukunft wollen.

Als Wirtschaftsflüchtlinge werden diese Menschen

auch bezeichnet, die im reichen Europa auf Arbeit

und Verdienst hoffen und sich ein Leben ohne wirtschaftliche

Not einrichten wollen.

Frauenspezifische Fluchtgründe

wie Zwangsprostitution

Wirtschaftliche Not begründet

keine Asylgewährung. Asyl erhalten nur Flüchtlinge,

deren Status die Liechtensteinische Flüchtlingshilfe

in Anlehnung an die Genfer Flüchtlingskonvention

folgendermassen umschreibt: «Flüchtlinge

sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse,

Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer

bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer po-


litischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen

ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen

Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte

Nachteile gelten namentlich eine Gefährdung des

Leibes, des Lebens oder der Frei-

Weil wirtschaftliche Not kein heit sowie Massnahmen, die ei-

Asyl begründet, müssen die nen unerträglichen psychischen

Druck bewirken». Das UNHCR

«Wirtschaftsflüchtlinge» eine wünscht eine Ergänzung durch

Geschichte zurechtlegen frauenspezifische Fluchtgründe,

wie Zwangsprostitution oder Gefahr

von Verstümmelungen aus ethnischen oder religiösen

Gründen. Weil wirtschaftliche Not keine

Asylgewährung begründet, müssen

sich die «Wirtschaftsflüchtlinge»

eine Geschichte von Gefahr

und Unterdrückung, von

Verfolgung und Gefährdung zurechtlegen,

die sie den Asylbehörden

möglichst glaubhaft vortragen,

um den Asyl-Status zu

erhalten. Aus der Übersetzung

russischer Webseiten weiss Thomas

Gstöhl, dass solche Ge-

Asylsuchende werden im Flüchtlingsheim

in Vaduz untergebracht

und vom Verein «Flüchtlingshilfe

Liechtenstein» betreut.

schichten gekauft werden können.

Abgewiesene Asylbewerber

weisen zudem in Chat-Rooms

auf mögliche Schwachstellen solcher

Geschichten hin, die ihnen

bei ihren Asylanträgen zum Verhängnis

wurden. Ein Asylbewerber

muss schon schwerwiegende

Gründe glaubhaft machen können,

warum er ausgerechnet in Liechtenstein um

Asyl ansucht und nicht in Österreich, dessen Staatsgebiet

er vorher betreten hat. Können die liechtensteinischen

Asylbehörden nachweisen, dass sich der

Asylsuchende vorher in einem anderen Land aufgehalten

hat, so wird er aufgrund der bestehenden

Rücknahmevereinbarungen zurück geschafft – zumindest

nach Deutschland, Österreich und in die

Schweiz. Im Unterschied zu den Kriegsflüchtlingen

aus Bosnien und Kosovo, denen Liechtenstein vorübergehend

Schutz gewährte, tragen die heutigen

Asylsuchenden meist keine Papiere auf sich. Entsprechende

Hinweise, Pass oder andere Identitäts-

Fotos: Marco Nescher

Kein Mensch ist illegal

Es gibt illegale Handlungen, aber keine illegale

Menschen. Im Vordergrund steht der Mensch, der Asyl sucht. In

Freiheit, Sicherheit und Würde leben zu können, ist ein Menschenrecht.

Wer dies nicht kann, ist zur Flucht aus seiner Heimat gezwungen

und muss über kürzere oder längere Zeit in der Fremde leben.

Verein Flüchtlingshilfe Liechtenstein

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TITELTHEMA

Viele Asylsuchende überwinden

Grenzen mit der Hoffnung

auf ein besseres Leben.

ausweise auf keinen Fall nach

Liechtenstein mitzunehmen, ansonsten

die sofortige Rückschaffung

drohe, finden sich auf den

Internetseiten. Die Befragung

und Identifikation der nach Asyl

suchenden Menschen gestaltet

sich damit aufgrund der fehlenden

Papiere als sehr zeitraubend

und schwierig. Noch schwieriger

schätzt Thomas Gstöhl die Befragung

von Schwarzafrikanern ein,

die zunehmend auch in unserem

Land um Asyl ersuchen. Im vergangenen

Jahr stammte rund ein

Fünftel der 52 Asylsuchenden aus

Afrika, vor allem aus Somalia. Auch diese Menschen,

die auf dem Weg zum wirtschaftlichen Glück

in Europa meist in ein paar anderen Ländern schon

Asylanträge gestellt hatten, verfügen über keine

Asyl-Tourismus in Europa

Die verbesserte Zusammenarbeit der EU-Asylbehörden,

verbunden mit einem entsprechenden Datenaustausch,

führt vermehrt dazu, dass abgewiesene Asylbewerber versuchen, in

Liechtenstein Asyl zu erlangen. Liechtenstein hat keinen Zugang

zum EURODAC-System der EU und deshalb keine Möglichkeit, über

eine direkte Daten- oder Fingerabdruckabfrage zu prüfen, ob der

Gesuchsteller bereits ein Asylverfahren durchlaufen hat.

Rechenschaftsbericht der Regierung 2004

Identifikationspapiere – geflohen ohne Ausweise

oder in der Hoffnung auf Asylgewährung vor dem

Grenzübertritt vernichtet. Auch Zuwanderer aus

Somalia sind nach Auskunft der Asylbehörden gut

unterrichtet, mit welcher Geschichte man am ehesten

zum Ziel kommt. Weil die Gegend um die

Hauptstadt zu den gefährlichen Kriegs- und Krisenregionen

zählt, stammen alle Gesuchsteller aus

Mogadischu. An den Asylbehörden, die jeden Fall

genau abklären müssen, liegt nun die schwierige

Aufgabe, einen anderslautenden Nachweis zu erbringen.

«Es ist wie ein Räuber- und Gendarmenspiel»,

umschreibt Thomas Gstöhl das Asylverfahren.

Die asylsuchenden Menschen müssen ihre

wahre Identität und ihre Herkunft verschweigen,

um in einem westeuropäischen Land überhaupt

eine geringe Chance auf Asylgewährung zu haben.


In Liechtenstein kommt noch

hinzu, dass sie die Einreise – ob

aus der Schweiz oder aus Österreich

– verheimlichen müssen,

ansonsten sie sofort in das Erstasylland

abgeschoben werden.

Oft führt die Befrager ein Fetzchen

Papier, das sich als Quittung

herausstellt, auf eine neue Fährte,

oft verrät der Einnäher eines

Kleidungsstücks das Aufenthaltsland,

aus dem die Reise nach

Liechtenstein angetreten wurde.

Vor Ort, etwa in Somalia, darf nicht nachgefragt

werden, weil die dortigen Behörden sonst Kenntnis

erhielten vom Aufenthaltsort des Asylsuchenden,

was im Fall einer tatsächlichen Verfolgung zu

schwerwiegenden Folgen führen könnte.

Die grosse Flüchtlingswelle, die

mit dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien ganz

Europa überrollte, ist vorbei. Nur noch einzelne

Asylsuchende trafen im letzten Jahr aus Bosnien

und Herzegowina oder Serbien und Montenegro in

Liechtenstein ein. Die Befürchtungen, die Osterweiterung

der EU führe zu einer starken Zunahme

der Asylgesuche in Europa, haben sich nicht bewahrheitet.

Ganz im Gegenteil,

Die asylsuchenden nach Angaben des UNHCR sind

Menschen müssen ihre in der ersten Jahreshälfte 2005

insgesamt 17 Prozent weniger

wahre Identität und ihre Asylanträge als im Vorjahreszeit-

Herkunft verschweigen raum in den EU-Staaten registriert

worden. In Liechtenstein

stellten 2003 noch 102 Personen ein Asylgesuch,

2004 waren es 74 Personen. Diese Zahl hat sich 2005

auf 52 Asylanträge reduziert, womit die gesamteuropäische

Tendenz für einen Rückgang auch in

Liechtenstein bemerkbar wurde. Als Gründe werden

die fortschreitende Harmonisierung der Asylgesetze

sowie der Abbau bestimmter Sozialleistun-

Foto: Marco Nescher

Anschluss an Schengen/Dublin

Die Schweizer haben im Juni 2005 dem Beitritt

zu Schengen/Dublin zugestimmt. Liechtenstein hat mit der EU, der

Schweiz, Österreich und weiteren Partnern einige Gespräche auf Expertenebene

im Hinblick auf eine mögliche Teilnahme an «Schengen»

und «Dublin» geführt. Mit der Aufnahme von Verhandlungen

kann bald gerechnet werden. Ziel ist eine auch in zeitlicher Hinsicht

parallele Assoziierung wie die Schweiz, die für 2008 vorgesehen ist.

Bericht der Regierung 22. November 2005

gen angeführt. Aufgrund der Rückübernahme-

Abkommen und der verstärkten Zusammenarbeit

im Asylbereich ist auch das «Asyl-Shopping» zurückgegangen.

Antragsteller, die in verschiedenen

Ländern um Asyl nachsuchen, müssen mit dem

engeren Informationsaustausch damit rechnen, als

«Asyl-Touristen» erkannt zu werden.

Auf der Suche nach Arbeit

Die veränderten Umstände im

Asyl- und Flüchtlingsbereich führten zur Erkenntnis,

dass das geltende Flüchtlingsgesetz aus dem

Jahre 1998 nicht mehr ganz den heutigen Anforderungen

entspricht. Das Flüchtlingsgesetz geht noch,

wie die Bezeichnung ausdrückt, vom klassischen

Flüchtling aus, der wegen Kriegswirren aus seinem

Heimat- oder Wohnsitzland flieht und die feste

Absicht hat, nach dem Ende der kriegerischen

Auseinandersetzungen zurückzukehren. Die Veränderung,

wonach die Asylgesuche heute praktisch

ausnahmslos von Menschen gestellt werden, die auf

der Suche nach Arbeit sind, soll in der beabsichtigten

Revision des Flüchtlingsgesetzes berücksichtigt

werden. Sogar das UNHCR macht die Unterscheidung

zwischen Flüchtlingen und Migranten: «Ein

Migrant verlässt seine Heimat üblicherweise freiwillig,

um seine Lebensbedingungen zu verbessern». |

FEBRUAR 2006


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Von Günther Meier

WIRTSCHAFT

Arbeitslosigkeit wird auch

uns künftig begleiten

Die Wirtschaftsprognosen für 2006 tönen optimistisch. Die Konjunkturfor-

scher prognostizieren für Liechtenstein ein höheres Wachstum. Weiter wach-

sen wird auch die Arbeitslosenzahl. Arbeitslosigkeit gehört künftig zur unan-

genehmen Begleiterscheinung unserer Wirtschaft.

Liechtensteins Wirtschaft hat ein

Zwischentief überwunden und befindet sich wieder

auf dem Wachstumspfad. Respektable Zuwachsraten

prognostiziert die Konjunkturforschungsstelle

Liechtenstein (KOFL) für 2006. Das reale Wachstum

des Bruttoinlandprodukts (BIP) schätzt die

KOFL für das abgelaufene Jahr

Mit der Freizügigkeit des

auf 3,7 Prozent. Für das eben

Personenverkehrs ist die Zahl begonnene Wirtschaftsjahr wird

eine Wachstumsprognose von

der Arbeitslosen angestiegen

5,9 Prozent herausgegeben. Auch

die Situation auf dem Arbeitsmarkt schätzt die

KOFL gesamthaft als positiv ein: Nach einer 2005

nur leichten Zunahme der Gesamtbeschäftigung

lautet die Prognose für 2006 auf 2,1 Prozent.

Kürzere oder längere Zeit

ohne Arbeit

Das Gesamtbild der liechtensteinischen

Wirtschaft sieht positiv aus. Im Vergleich

zu den meisten anderen Ländern in Europa liegen

die Wachstumsraten höher und tönen die Konjunkturprognosen

optimistischer. Das

Gesamtbild versperrt aber die

Sicht auf wichtige Details, beispielsweise

auf dem Arbeitsmarkt,

der durch eine paradoxe

Situation geprägt wird. Die Gesamtbeschäftigung

verzeichnete

zwar in den letzten Jahren regelmässig

mehr oder weniger hohe

Zuwachsraten, doch gleichzeitig

stieg auch die Zahl der Arbeitslo-

Fotos: Marco Nescher

sen an. Ende 1990 wurden erst 29 Ganzarbeitslose in

Liechtenstein gezählt, Ende 2005 dürfte die Zahl der

Menschen ohne Arbeit nahe bei 800 liegen. Die damaligen

Zeiten werden wohl kaum wieder kommen,

so wie damals wird es wahrscheinlich nie mehr werden.

Wir müssen uns auch in Liechtenstein an das

Phänomen der Arbeitslosigkeit gewöhnen, wonach

ein Teil der arbeitsfähigen und arbeitswilligen Bevölkerung

für kürzere oder vielfach längere Zeit ohne

Arbeit ist. Eine Arbeitslosenquote von bis zu 3 Prozent

wurde in der Vergangenheit von der Volkswirtschaftslehre

als normal betrachtet, weil das Angebot

an Arbeitskräften aus Gründen der Auswahl das Arbeitsplatzangebot

übersteigen sollte. Diese Situation

besteht in Liechtenstein, rein zahlenmässig betrachtet,

noch lange nicht. Die Zahl der Arbeitsplätze erreicht

mit ungefähr 30000 fast die Einwohnerzahl,

was international wohl zu den Besonderheiten gehört.

Ungeachtet dieses erfreulichen Faktums stieg

die Arbeitslosenquote in den letzten Jahren kontinuierlich

an und nimmt trotz Anstrengungen des Staates

zur Vermittlung der Arbeitslosen nicht ab.


Über die wirklichen Hintergründe

der in den vergangenen zehn Jahren hartnäckig

gestiegenen Arbeitslosigkeit werden wenige Worte

verloren. Einige Versuche von Erklärungen wirken

eher hilflos. So hat beispielsweise die Regierung in einem

Bericht über die Lage an der Arbeitslosenfront

den Satz geschrieben: «Es ist in der heutigen Situation

wahrscheinlich weniger von struktureller als

von konjunktureller Arbeitslosigkeit auszugehen».

Die unbestimmte Form, die mit «wahrscheinlich»

ausgedrückt wurde, war denn auch im März 2004

der geeignete Anlass für Kritik an der Regierung

durch die Opposition. Aber auch andernorts macht

man sich wenig Gedanken über die eigentlichen Ursachen

der zunehmenden Arbeitslosigkeit der einheimischen

Bevölkerung. So gab der Liechtensteinische

Arbeitnehmerverband im jüngsten Bericht über

die Auswirkungen des EWR-Beitritts die Stellungnahme

ab, die Zahl der Arbeitsplätze sei «im Zuge

der EWR-Personenfreizügigkeit rapide angestiegen».

Arbeitskräfte aus EWR-Raum

Dass der Zuwachs an Arbeitsplätzen

auf die Personenfreizügigkeit zurückgeführt werden

kann, mag richtig sein. Auf jeden Fall richtig,

aber unerwähnt bleibt, dass mit der Freizügigkeit des

Personenverkehrs die Zahl der Arbeitslosen angestiegen

ist. Mit dem EWR-Beitritt erhielt die liechtenstei-

Die Reserven der Arbeitslosenversicherung

reichen noch

ein paar Jahre.

nische Wirtschaft die Möglichkeit,

die Arbeitskräfte aus dem gesamten

EU-Raum zu rekrutieren.

Gleichzeitig wurde die Regierung

ihrer Möglichkeit beraubt, mit der

Zulassung von Grenzgängern den Arbeitsmarkt und

die Arbeitslosenquote zu steuern. Grenzgänger aus

dem EWR-Raum benötigen keine Bewilligung mehr,

sondern müssen vom Arbeitgeber nur noch angemeldet

werden. Seit die Schweiz die Personenfreizügigkeit

mit der EU bilateral geregelt hat, können

liechtensteinische Unternehmen ihre Arbeitskräfte

sowohl in Vorarlberg als auch in der Schweiz ansiedeln.

Die Kurve der Zupendler aus Österreich,

Deutschland und der Schweiz steigt seit dem EWR-

Beitritt nach oben, und auch die Arbeitslosenquote

zeigt in die gleiche Richtung. Die Gründe der liechtensteinischen

Arbeitgeber, im Ausland nach Arbeitskräften

zu suchen, sind vielfältig: Bessere Qualifikation,

mehr Flexibilität, geringere Ansprüche.

Der LANV blickt deshalb wenig

zuversichtlich in die Zukunft, befürchtet eine «Gefährdung

des sozialen Friedens durch zunehmende

Ungerechtigkeiten» und «eine schleichende Demontage

sozialpartnerschaftlicher Errungenschaften».

Ebenfalls düstere Prognosen verbreitet die Regierung.

Nach Angaben von Wirtschaftsminister

Klaus Tschütscher schloss die Arbeitslosenkasse

2004 mit einem Minus von 7 Mio. Fr. ab, und mit

einem ähnlichen Defizit müsse 2005 gerechnet werden.

Die Finanzierung der Arbeitslosenversicherung

ist, wenn es so weiter geht, nur noch für die

nächsten 5 bis 7 Jahre gesichert. |

FEBRUAR 2006


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KOPF DES MONATS

Tanja Berger – Prinzessin

der Vaduzer Fasnacht

Als Prinzessin Tanja I. wird sie

am Vaduzer Kinderumzug auf dem Madagaskar-

Wagen stehen, zusammen mit Prinz Alex I. Das

Prinzenpaar hat am 11.11. den goldenen Schlüssel

der Residenz vom Bürgermeister

übernommen und regiert nach

den närrischen Regeln bis zum

Aschermittwoch. Die Vaduzer

Fasnachtsprinzessin freut sich

schon auf die Vaduzer Kinderfasnacht, auf den farbenprächtigen

Umzug und auf den Kindermaskenball

mit den vielen kleinen «Fasnachtsbutzi».

Tanja Berger, wie

sie im bürgerlichen Leben heisst,

liebt die Fasnacht. Schon als kleines

Mädchen, das verkleidet als

Schni-schna-schnappi-Krokodil

am Vaduzer Kinderumzug mitmachte,

schwärmte sie von der

Fasnachtsprinzessin, die auf dem

Wagen stand und die Kinder mit

Das Prinzenpaar

Süssigkeiten beglückte. Was sie

der Vaduzer Fasnacht.

damals nur zu träumen wagte, ist

dieses Jahr schon zum zweiten

Mal Wirklichkeit. Tanja Berger gibt als Prinzessin

Tanja I. der Vaduzer Fasnacht den entscheidenden

Glamour. Den Weg vom kleinen Krokodil

zur Fasnachtsprinzessin bereiteten

auch Tanja’s Verwandte vor,

die als «Törmleguger» den fasnächtlichen

Sound in die Stube

brachten. Ebenso Vater Georges

Berger, seit einiger Zeit schon

Präsident der Vaduzer Fasnachtsgesellschaft.

Das Leben einer Fasnachtsprinzessin

ist zwar schön,

wie Tanja Berger aus letztjähriger

Erfahrung weiss, aber auch anstrengend.

Nach dem Vaduzer

Kinderumzug und der Kinderfas-

FEBRUAR 2006

Foto: Brigitt Risch

Die Gymnasiastin Tanja Berger gibt als Prinzessin Tanja I.

der Vaduzer Fasnacht den entscheidenden Glamour

nacht kommt der Schaaner Umzug am Fasnachtssonntag,

anschliessend die Triesenberger Fasnacht.

Dazwischen sind von der Prinzessin Verpflichtungen

zu erfüllen bei verschiedenen Fasnachtsbällen,

wo die Narren den Auftritt ihrer Hoheit erwarten.

Einsatz im Europäischen

Freiwilligendienst

Dieses Jahr steht Prinzessin Tanja

I. unter besonderem Druck. Als Gymnasiastin steht

sie kurz vor der Matura. Ein paar Prüfungen sind

schon absolviert, jetzt folgt die Fasnacht, dann

kommt das Finale für die Matura. Ihr Studienziel

heisst Tourismus an der Universität Lugano. Tourismus

reizt, weil sie die Welt kennenlernen möchte.

Vorerst macht sie das über Brieffreundschaften.

Über das Internet gelangte sie an Adressen von

Brieffreunden und Brieffreundinnen, mit denen sie

eifrig korrespondiert. Ihre handgeschriebenen

Briefe schickt sie

in alle Erdteile, und erhält von

dort Informationen, wie junge

Leute in Brasilien oder auf Kuba

leben. Vor dem Studium absolviert

sie noch ein Jahr im Europäischen

Freiwilligendienst, am

liebsten würde sie nach Spanien,

Irland oder Griechenland gehen.

Freiwillige Arbeit liegt Tanja Ber-

Tanja Berger

ger – auch wenn sie nicht als Prin-

Prinzessin Vaduzer Fasnacht zessin Tanja I. residieren kann. |

Foto: Marco Nescher


PUBLIREPORTAGE

Fit mit «Switchingtraining»

10 Jahre Fitness-Haus in Schaan

Fast zeitgleich mit dem 10-jährigen Jubiläum zügelte das Fitness-

Haus ins Schaaner Industriegebiet, im alten Riet 22. Das neue Gebäude

für sich ist schon bemerkenswert, denn es wurde im alten Fabrikstil

mit grossen Fenstern und einem Klinkermauerwerk als Fassade

erbaut. Wenn man die neuen Trainingsräume im 3. und 4. Obergeschoss

betritt, fühlt man sich nicht abgestossen von den vielen Trainingsgeräten.

Im Gegenteil, alles ist grosszügig und freundlich gestaltet.

Jeder Fitnessbegeisterte findet ein reichhaltiges Angebot.

Angefangen vom normalen Fitnesstraining mit Kraft- und Ausdauergeräten

ist nun neu in der Region das so genannte «Switchingtraining»

eingeführt worden. Dies ist ein Zirkeltraining mit speziell für

diesen Zweck konzipierten Geräten, das entweder in der Gruppe mit

Trainerbegleitung oder auch von Einzelnen absolviert werden kann.

Im Obergeschoss wurden zwei grosszügige Trainingsräume für

Gruppentrainings geschaffen. Wer dazu mehr wissen will, findet auf

www.fitnesshaus.li ausreichend Auskunft. Ein neues Solarium sowie

ein schöner Saunabereich runden das Angebot ab. Somit bleiben keine

Wünsche offen. Und gerade jetzt ist die richtige Zeit gegen den

«Winterspeck».

Neues Team

Ab 1. Januar hat das Fitness-Haus beim Personal Zuwachs und

Änderungen erhalten. Der langjährige Mitarbeiter Roman Senti ist

als Teilhaber von Robert Beck in den Betrieb eingestiegen. Zusammen

mit den drei Angestellten Ronny Büchel, Tamara Ospelt und

Tanya Scherrer bilden sie das Fitness-Haus-Team. Man merkt allen

an, dass ihnen die Arbeit im Studio Freude bereitet. Versuchen auch

Sie Spass am Training zu finden.

Ein Besuch im neuen Studio lohnt sich. Wer noch Zeit hat, wartet

damit bis zum 11.und 12. Februar 2006: Am «Tag der offenen Tür»

kann man von tollen Angeboten profitieren!

Das Fitnesshaus-Team: Tamara

Ospelt, Robert Beck, Roman Senti,

Ronny Büchel und Tanya Scherrer

Fitness Haus Anstalt, Im alten Riet 22, FL-9494 Schaan

Tel. +423 230 20 60, Fax +423 230 20 61, fit@fitnesshaus.li, www.fitnesshaus.li


14

15

Von Günther Meier

GESELLSCHAFT

Künftige Weinbauern üben

im fürstlichen Weinberg

Einen edlen Tropfen wussten schon unsere Vorfahren zu schätzen. Auch ohne

eigenen Weinberg ist es heute möglich, ein paar Flaschen Eigenbau im Kel-

ler zu haben. Möglich macht’s die Fürstliche Hofkellerei mit einem speziellen

Weinmacher-Seminar.

«Der Wein ist geschaffen, dass er

die Menschen soll fröhlich machen». So steht es

vielleicht ermunternd an der Wand einer Kneipe

oder einleitend in einer Weinkarte. Der Spruch

stammt aber aus dem Alten Testament. Das Buch

Sirach, geschrieben etwa 100 bis 200 Jahre vor

Christus, weiss um die Vorzüge des Rebensaftes, der

auch in den Psalmen vorkommt: «Der Wein erfreue

des Menschen Herz».

Die Erlebniskellerei der Hofkellerei

des Fürsten von Liechtenstein erfreut nicht nur

der Menschen Herz mit dem Weinangebot, sondern

gibt auch vertiefte Einblicke in die faszinierende Welt

des Weinbaus. In einem Weinmacher-Seminar lernen

die Teilnehmer, verteilt in vier Kursblöcken über

das Weinjahr, die Grundbegriffe von der Rebe bis zur

Flasche kennen. Die Teilnehmer erhalten ein Stück

Rebberg im Herawingert zugeteilt und bewirtschaften

diesen Sektor mit etwa 500 Rebstöcken ein ganzes

Jahr. Daraus resultiert ein spezieller Eigenbau,

den die Teilnehmer stolz im eigenen Weinkeller präsentieren

oder mit Freunden geniessen können.

Trend zu anspruchsvollen

roten Tropfen

Die Weinkunde in der Hofkellerei

folgt der traditionellen Theorie des Weinbaus, ist

aber eingebettet in die praktische, saisonale Arbeit

der Weinbauern im Rebberg und im Keller. Die

künftigen Winzer werden von Kellermeister Geri

Büchel in den Weinbau eingeführt, in die Geheimnisse

von Rebenschnitt und Pflanzenschutz eingeweiht

und fachmännisch betreut bei der Pflege der

Rebstöcke und Trauben bis zur Weinlese. Die Teilnehmer

entscheiden sich nach der Einführung

in das Seminar für eine bestimmte Weinsorte,

die dann in intensiver Bewirtschaftung zu einem

hervorragenden Tropfen gepflegt

wird. Weisswein, Rosé oder Rot- Bevor die Teilnehmer des

wein stehen zur Auswahl. Im Weinseminars ihren Eigenbau

Trend der Seminarteilnehmer

liegen weniger die fruchtigen

geniessen können, ist Arbeit

Weissen als die schwereren, im im Weinberg angesagt

Barrique ausgebauten Roten. So

steht auf der selbst entworfenen Etikette des Seminars

2004: «Vaduzer Herawingert Cru. Pinot noir

Barrique». Ein anspruchsvoller Wein.

Vaduzer Wein, so sangen die

Winzer beim ersten Vaduzer Winzerfest 1925, sei

ein Göttersaft. Das war nicht einfach nur eine

Hymne an ein edles Getränk. Dahinter steckte das

Bewusstsein um die Kraft und

Herrlichkeit des Weins, wie es

in der antiken Mythologie zum

Ausdruck kommt. Auch «Göttersaft»

war nicht einfach eine schöne

Formulierung. Der Wein hat

schliesslich einen Gott, wobei der

Weingott in zwei Versionen daherkommt:

Entweder als Bacchus

auf lateinisch oder Dionysos

auf griechisch. Dionysos tritt

bildlich in Erscheinung mit Efeu

auf dem Kopf, mit Zepter und

mit einem Trinkgefäss mit grossen

Henkeln. Im Unterschied


Die Weinbauern lernen den

Weinbau vom Rebenschnitt

bis zur Kelterung.

zum griechischen Dionysos erscheint

der römische Bacchus auf

Gemälden als feucht-fröhlicher

Kumpan, der sich zu zechenden

Wirtshausrunden dazu setzt. Der

Phantasie der Künstler waren

keine Grenzen gesetzt, wenn sie

die göttliche Gabe Wein in Gemälden darstellten.

Das «Bacchanal» von Tizian (1490–1576) beispielsweise

zeigt einen weinführenden Fluss, aus dem die

Feiernden nur zu schöpfen brauchen.

Vor den Erfolg haben die Götter

aber auch den Schweiss gesetzt. Bevor die Teilnehmer

des Weinseminars ihren Eigenbau geniessen

können, ist Arbeit im Weinberg angesagt, werden die

Reben geschnitten und richtig gezogen, wird über

Pflanzenschutz und integrierter Produktion gebüffelt.

Parallel zur Wachstums- und Reifekontrolle stehen

Degustationen an, lernen die

Teilnehmer die typischen Merkmale

der verschiedenen Traubenund

Weinsorten kennen. Während

noch zu jenen Zeiten, als

Liechtenstein die Souveränität

zugestanden erhielt, die fürstlichen

Beamten bei ihren Inspektionsreisen

den unsorgfältigen

Umgang der Untertanen mit den

Rebstöcken kritisierten, werden

in der Hofkellerei heute die neuesten

Methoden der Bewirtschaftung

angewendet. Aber auch damals

schon wurde der Vaduzer

Foto: Close Up AG

Wein von den geniesserischen Gaumen der Wiener

Beamten gelobt. «Der dasige Wein», schrieb Landvogt

Josef Schuppler 1815 in seiner Landbeschreibung,

«ist ringsherum der vorzüglichste».

Wein kennen- und geniessen

lernen

In diesen traditionell vom Boden und Klima begünstigten

Reblagen arbeiten die Teilnehmer in

«ihrem» Weinberg, der für die Kunst des Weinmachens

separat bewirtschaftet wird. Auch die Kelterung

des Rebensaftes aus den 500 Rebstöcken erfolgt

gesondert.Von den ersten Rebschnitten bis zur

weihevollen Öffnung der ersten Flasche Eigenbau

wandern die Teilnehmer in vier Abschnitten durch

ein Weinjahr, das in jedem Monat spezielle Arbeiten

bereithält. |

Weinbau-Seminar

Das Weinbau-Seminar in der Hofkellerei findet in

vier Blöcken statt, die sich über das Weinjahr verteilen. Die Teilnehmer

erhalten je 12 Flaschen des selbst gepflegten und gekelterten

Weins. Informationen: www.hofkellerei.li oder bei Kellermeister Geri

Büchel über Telefon +423 232 10 18

FEBRUAR 2006

Foto: Media Republic AG


16

17

PRO UND KONTRA

Arbeitslosenquote – berechnen

nach EU-Modell?

Die Frage nach der Berechnung

der Arbeitslosenquote hat Carsten-Henning Schlag,

Leiter der Konjunkturforschungsstelle Liechtenstein,

aufgeworfen. In einem umfangreichen «Working

Paper» stellte er die Unterschiede zwischen

Liechtenstein und den Nachbarländern bei der

Messung der Erwerbs- und Arbeitslosigkeit dar.

Dem KOFL-Papier sind nachstehende Argumente

für eine Änderung des liechtensteinischen Berechnungssystems

entnommen. Das

PRO

Amt für Volkswirtschaft publiziert

eine Arbeitslosenquote, bei

der die Erwerbstätigen nach dem

Inlands- bzw. Arbeitsortkonzept

erfasst sind, d.h. die Zupendler,

die im Ausland wohnen, aber in

Liechtenstein arbeiten, werden

bei der Berechnung der Arbeitslosenquote

berücksichtigt. International

üblich ist jedoch eine

Dr. Carsten-Henning Schlag Abgrenzung der Erwerbstätigen

Konjunkturforschungsstelle nach dem Inländer- bzw. Wohn-

Liechtenstein

sitzkonzept. Während für die

meisten Volkswirtschaften der

Unterschied zwischen den Erwerbstätigen nach

dem Inlands- bzw. Inländerkonzept nicht sehr bedeutsam

ist, ist die Diskrepanz im Falle Liechtensteins

wegen der hohen Zahl an Zupendlern gross.

In Liechtenstein übersteigt die

Zahl der Zupendler jene der Wegpendler um ein

Vielfaches: Im Jahr 2003 pendelten 13240 Personen,

die im Ausland wohnen,

nach Liechtenstein. Hingegen

waren nur 1182 Liechtensteiner

im Ausland beschäftigt. Die Erwerbstätigen

nach dem Inlandsbzw.

Inländerkonzept unterscheiden sich also deutlich.

Dies hat beträchtliche Rückwirkungen auf die

Arbeitslosenquote. Durch die Orientierung am Inlandskonzept

wird ein Verhältnis der Einwohner,

Foto: Hochschule Liechtenstein

die einen Job suchen, zu den durch die heimische

Wirtschaft bereitgestellten Arbeitsplätzen hergestellt.

Dieses Verhältnis betrug 2,4% im Dezember

2004. Die Zahl der Erwerbspersonen gemäss dem

Inlandsprinzip lag bei 29780 Personen. Stellt man

dagegen auf das Inländerkonzept ab, d.h. man berücksichtigt

die Wegpendler und vernachlässigt die

Zupendler bei den Erwerbspersonen, so sind 4%

der berufstätigen Liechtensteiner im Dezember

2004 ohne Job gewesen.

Zusätzliche Erhebungen

notwendig

Liechtenstein publiziert zurzeit

eine Arbeitslosenquote, die international nicht vergleichbar

ist. Ein erster Schritt hin zur internationalen

Vergleichbarkeit der Arbeitslosenquote wäre die

Anwendung des Inländerkonzepts. Das Amt für

Volkswirtschaft würde damit regelmässig zwei Arbeitslosenquoten

für Liechtenstein publizieren,

eine nach dem Inlandskonzept wie bisher und eine

nach dem Inländerkonzept.

Eine vollständige internationale

Vergleichbarkeit ist jedoch nur auf der Grundlage

von Erwerbslosenquoten gemäss den Richtlinien

der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO)

möglich. Neben dem Übergang zum Inländerkonzept

müssten hierfür zusätzlich eine Vielzahl von

statistischen Abgrenzungen angepasst werden, um

die Erwerbspersonen in Liechtenstein gemäss dem

Konzept der ILO zu ermitteln. |

Liechtenstein publiziert zurzeit eine Arbeitslosenquote,

die international nicht vergleichbar ist


Die jetzige Berechnung kann den Vorgaben gerecht werden,

die Arbeitslosigkeit im Zeitablauf darzustellen

Für die Berechnung der Arbeitslosenquote

gibt es unterschiedliche Modelle, die international

teilweise erheblich unterschiedlich abgegrenzt

sind. Liechtenstein errechnet die Arbeitslosenquote

nach dem Inlandsprinzip. Aufgrund der

speziellen Situation als regionaler Arbeitsplatz mit

einer grossen Zahl an Zupendlern aus den Nachbarländern

ergibt sich daraus ein relevanter Unterschied

zum Inlandskonzept. Bei anderen Ländern

würde dies nicht ins Gewicht fallen, da die Grenzgängerzahl

nirgends diesen hohen Anteil erreicht.

Das Inlandskonzept umfasst alle

Erwerbspersonen, die im Inland wohnen und arbeiten,

zuzüglich denjenigen Personen, die im Ausland

wohnen und als Zupendler in Liechtenstein

arbeiten. Das Inländermodell umfasst dagegen alle

Erwerbspersonen, die im Inland wohnen und arbeiten,

zuzüglich der Wegpendler.

Messbare Darstellung

Ziel bei der Berechnung der Arbeitslosenquote

ist es, die Arbeitslosigkeit messbar

darzustellen. Und zwar die Situation in einem bestimmten

Land sowie die Entwicklung im Zeitablauf.

Möglich sollte auch der Vergleich mit anderen

Ländern sein. Die Berechnung erfolgt, indem die

Zahl der registrierten Arbeitslosen mit der Gesamtzahl

der Arbeitsplätze in Relation gesetzt wird.

Für Liechtenstein zeigen sich nun

verschiedene Probleme: Bei den registrierten Arbeitslosen

sind die Grenzgänger nicht enthalten, bei

der Arbeitsplatzzahl aber werden die Zupendler

miteingerechnet. Die Arbeitslosenquote wird anhand

der registrierten Ganzarbeitslosen und der

Erwerbspersonen ermittelt. Dieses Inlandskonzept

ist nicht falsch, aber für einen internationalen

Vergleich kaum geeignet.

Lässt man die Grenzgänger

nun weg, so erscheint eine

internationale Vergleichbarkeit

eher gegeben. Doch wird dabei

KONTRA

ignoriert, dass es Grenzgänger

gibt: auf sie entfallen fast 48% der

Arbeitsplätze. Diese Sondersituation

macht einen internationalen

Vergleich fast unmöglich. Damit

spreche ich mich nicht grundsätzlich

gegen eine Berechnung

nach Inländerkonzept aus. Wenn

aber, soll sie auch so erfolgen wie

in anderen Ländern, vor allem in

den EU-Ländern. Dies findet bis-

Dr. Hubert Büchel

her aber nicht statt, unter ande-

Amt für Volkswirtschaft

rem weil dafür wichtige Daten

fehlen: In der EU werden die Beschäftigten ab 1, bei

uns ab 6 Wochenstunden statistisch erfasst (gemäss

Volkszählung 2000 sind dies etwa 600 Personen).

Dies mitberücksichtigt, würde die ausgewiesene

Quote nach Inländerkonzept niedriger ausfallen als

in bisherigen Berechnungen. Sie würde noch weiter

reduziert, wenn wie in anderen Ländern alle Arbeitslosen,

die sich in Arbeitsmarktmassnahmen

befinden (Weiterbildung, Umschulung, Praktika

usw.) nicht als Arbeitslose gerechnet würden.

Die jetzige Berechnung in Liechtenstein

kann den Vorgaben gerecht werden, die Arbeitslosigkeit

im Inland und im Zeitablauf darzustellen.

Wenn eine Umstellung mit dem Ziel der besseren

internationalen Vergleichbarkeit erfolgen soll, dann

sollte so gerechnet werden wie in den Vergleichsländern.

Dies ist derzeit aber nicht möglich. |

Foto: Marco Nescher

FEBRUAR 2006


18

BRAUCHTUM

Valentinstag am 14. Februar

Der heilige Valentin schenkte noch keine Blumen

Die Blumengeschäfte bieten Der Valentinstag ist zum Tag

phantasievolle Blumensträusse der Blumen geworden. Aber wer

zum Valentinstag an.

nicht gerne Blumen schenkt,

kann aus einer Vielzahl anderer

Geschenke auswählen, die speziell für den «Tag der

Liebenden» hergestellt wurden. Über den wahren

Hintergrund des Valentinstags macht man sich

zunehmend weniger Gedanken. Dabei kann das

Brauchtum durchaus zu Hoffnungen verleiten, wie

das früher einmal war: Da waren viele Mädchen

überzeugt, dass derjenige Bursche, der ihnen am

14. Februar als erster über den Weg läuft, der Zukünftige

sein werde. Andere legten sich mit Herzklopfen

ins Bett, in der Hoffnung, der Auserwählte

werde ihnen im Traum erscheinen.

Das heutige Brauchtum am Valentinstag leitet

sich kaum vom heiligen Valentin ab, denn dieser galt

im Mittelalter noch als Schutzpatron gegen die «Fallsucht»,

heute als Epilepsie bezeichnet,

damals auch als «Valentins-Krankheit»

bekannt. Auf der

Suche nach einem Heiligen, der

den Namen Valentin trägt, stösst

man auf einen Bischof Valentin,

der Anfang des 5. Jahrhunderts in

FEBRUAR 2006

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Rätien lebte und zuerst in Südtirol

beigesetzt wurde, bevor man

seine Überreste nach Passau übersiedelte.

Schon zwei Jahrhunderte

vorher gab es einen Bischof in

Terni, der nach der Überlieferung

im Jahre 269 in Rom den Märtyrertod

erleiden musste. Vielleicht

stammt das Brauchtum am Valentinstag

aus der damaligen Zeit,

denn im heidnischen Rom wurde

am 14. Februar das Fest des Hirtengottes

Lupercus gefeiert. Die

Namen der jungen Männer wurden

auf Zetteln in eine Kiste gelegt,

die Mädchen konnten einen Zettel ziehen – und

waren für ein Jahr mit dem Glücklichen verbunden.

Die Engländer kürten später diesen Tag zum «Tag

der Liebenden», die Amerikaner machten einen «Tag

der Freundschaft» daraus. In unseren Breitengraden

spielte der Valentinstag keine grosse Rolle, weder in

der Kirche noch in der Gesellschaft, bis nach dem

Zweiten Weltkrieg die Valentins-Welle aus Amerika

auch auf Europa überschwappte.

Waren es anfänglich nur zaghafte Aufforderungen,

am Valentinstag der Liebsten einen Blumenstrauss

zu schenken, so sind heute der Phantasie

der Blumenläden und Geschenk-Boutiquen

keine Grenzen mehr gesetzt. Ursula Bachmann, Blumen

Ospelt AG Schaan, freut sich bei der Auswahl

mit den Kunden, die ein besonderes Blumengeschenk

machen wollen. Weniger erfreut ist sie, wenn

die Lieferanten auf den Valentinstag die Preise erhöhen.

Obwohl Blumen am 14.

Februar zur Tradition gehören,

scheuen viele Männer die Blumenläden.

Aber auch dafür ist

vorgesorgt, wie Ursula Bachmann

beruhigt: «Die Blumengeschäfte

haben Hauslieferdienste». GM

Foto: Agenturbild


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20

21

Von Kornelia Pfeiffer

KULTUR

Guggamusig –

Blech, nichts als Blech

Die wilde Katzenmusik reisst selbst stille Wasser mit. Bis Fasnachtsdienstag

23.59 Uhr gehört die schwäbisch-alemannische Fasnacht den Guggenmusi-

kern, die Songs von Robbie Williams, Tina Turner, Nena gekonnt «falsch» ins

Blech blasen.

So sind sie eben die Alemannen:

sparsam, fleissig, religiös, dickschädelig – und jeder

für sich. Doch ein Mal im Jahr scheinen sie von

der Alemannischen Internationale zu träumen. Der

wilde Rhythmus der Guggenmusik, knapp neben

der Melodie gespielt, erfasst das alemannische Temperament.

Enkel, Mütter, Grossväter tanzen, hüpfen,

schunkeln, schwitzen, singen, lachen, brüllen.

Das ist in der Fasnacht in der Ost- und Innerschweiz

so, im Elsass, Schwaben, Baden, Vorarlberg

und Liechtenstein.

Guggamusig auf’m Handy? Nein,

das habe sie noch nicht, sagt Corinna Hemmerle.

Seit 13 Jahren zieht sie mit den «Röfischrenzern

Schaan» Fasnacht für Fasnacht fröhlich durch die

Strassen, Beizen und Fasnachtsbälle. In diesem

Jahr mit pinkfarbenem Herz auf der Wange und

roten, blauen, gelben, neongrünen Herzen auf

dem Hut und dem pompösen Kostüm. Die «Fürstliche

Guggamusig Röfischrenzer» ist seit 11.11. als

Herzensbrecher unterwegs – bis sie sich am Fasnachtsdienstag

um Mitternacht schweren Herzens

mit Ravels «Bolero» von der fünften Jahreszeit verabschiedet.

Pfannendeckel und Hupe

«Gugga sind Fasnachtsfanatiker,

die mit Spass Musik machen, um die Menschen im

Rhythmus mitzureissen und den Alltag vergessen

zu lassen», beschreibt Corinna Hemmerle. Neun

Guggenmusiken gibt es in Liechtenstein.

Die «Röfischrenzer»

waren die ersten und sind die

einzig fürstlichen. Erbprinzessin

Sophie ist Ehrenmitglied. Wenn

die Guggenmusik im Hof von

Schloss Vaduz spielt, schwingen

ihre vier Kinder die Rasseln zu

«Let’s dance» oder Robbie Williams

«Stupid» sachte mit. Mit

Pfannendeckeln, Hupen, alten

Trompeten und Posaunen tuteten

und klopften 1969 die ersten

Liechtensteiner Gugger beim

Schaaner Fasnachtsumzug den

Takt. 1976 wurden aus der

«Schaaner Guggenmusik» die

«Röfischrenzer»: «Röfi» ist das


Dialektwort für Rüfe oder Mure, «schrenzen» heisst

so viel wie einen Ton unsanft kraftvoll in die Länge

ziehen. Die Pioniere improvisierten noch. Heute

nimmt jede Guggenmusik ihre eigenen CDs auf:

Solider Guggensound zur Musicalmelodie «Aquarius»,

die perfekte Intonation von «Lady marmalade»,

ein kraftvoll melancholisches «California

dreaming» oder Eigenkompositionen.

Ohrwürmer, Schlager, Rock, Pop,

Märsche, Songs aus Musicals, Dixie werden intoniert,

mal nah am Original, mal «sauschnell», immer

schräg. Die einen spielen

Rock, Pop, Märsche, musikalisch perfekt, andere sche-

Musicalsongs, Dixie – mal ren sich nicht um Noten und blasen

einfach mit Spass ins Blech,

nah am Original, mal trommeln oder pfeifen. Bei inter-

«sauschnell», immer schräg nationalen Guggertreffen in Salzburg,

Verona, Prag oder Schwäbisch

Gmünd tobt dann der Wettbewerb. Sogar bis

Grossbritannien ist die Guggenwelle schon geschwappt.

«Gugge 2000», die erste Guggenmusik

Englands, heizte beim «Gugg am Bodensee 2005»

dem Publikum so ein, dass sie kaum mehr von der

Bühne kamen. Für den Sommer 2006 ist ein Festi-

Gugger scheren sich nicht um

Noten, sondern blasen einfach

mit Spass ins Blech.

val auf der britischen Insel geplant.

Ursprungsort der Guggenmusik-Begeisterung

war Basel.

1906 erscheint das Wort «Guggenmusik»

zum ersten Mal im

«Verzeichnis der Fasnachtszüge».

Eine Fasnachts-Innovation. Ob

die ersten Guggenmusikanten in

Papiertüten geblasen haben, ist

nicht bekannt. Eine «Gugge» ist in Basel und Südbaden

eine Papiertüte. Heute gehören zur Basler

Fasnacht Trommel und Piccolo, historische Bilder

aber zeigen Fasnachtsumzüge mit Pauken, Streichern

und Bläsern.1908 wird in der Zeitung berichtet,

am Morgenstreich «lässt eine Blechmusik ihre

zum Himmel schreienden Weisen erschallen» Noch

1953 hörte ein Fasnachtsreporter nur «Blech, nichts

als Blech, sogar verbogenes.»

Fotos: Marco Nescher

Die Nacht der Nächte

Umzüge mit Lärm, Verkleidung

und Masken gibt es weltweit. Dahinter steckt seit

der Antike der Glaube, der Dämon würde vor seiner

eigenen Larve fliehen. In der Narrenhochburg

Schaan ist ein närrischer Umzug mit Katzenmusik

1908 belegt, klassische Fasnachtsumzüge finden

aber erst seit 1952 statt, an der Schweizer Guggenmusiken

teilnahmen. Wenn am 25. Februar 2006

rund 1000 Gugger beim Schaaner Monsterkonzert

aufeinandertreffen, feiert die Liechtensteiner Fasnacht

eine ohrenbetäubende Nacht der Fasnachtsnächte.

Mittendrin Corinna Hemmerle mit ihrer

Trompete. |

FEBRUAR 2006


22

23

Von Günther Meier

BILDUNG

SOKRATES beflügelt Projekt-

Ideen Liechtensteins

Das EU-Bildungsprogramm SOKRATES, bei dem Liechtenstein aktiv mitmachte,

läuft Ende 2006 aus. Zahlreiche Schulprojekte wurden durchgeführt, Studen-

ten schnupperten im Austausch an anderen Universitäten. Das neue Programm

ab 2007 steht bereits in den Startlöchern.

Liechtenstein hat die Chance zur

Teilnahme an den EU-Bildungsprogrammen wahrgenommen.

Das Programm SOKRATES, dessen

zweite Phase noch bis Ende 2006 läuft, reicht mit

den verschiedenen Unterprogram-

Kein anderer EWR-Staat men in alle Bereiche des Bildungs-

hat so viele SOKRATES- wesens hinein. Lernen wurde damit

in Liechtenstein um eine

Aktivitäten durchgeführt europäische Dimension erweitert.

wie Liechtenstein Wenn ab 2007 die dritte Generation

von EU-Bildungsprogrammen

startet, wird Liechtenstein wieder dabei sein.

Dann heisst das übergreifende Thema LLL – Life-

Long-Learning – Lebenslanges Lernen. Zur Umsetzung

des SOKRATES-Programms, das die Förderung

der allgemeinen Bildung

Liechtensteinische Schüler zum Ziele hat, wurde eine Natio-

studieren in EWR-Ländern. nale Agentur eingerichtet, die in-

Aus aller Welt kommen

zwischen beim Schulamt einquar-

Studenten nach Liechtenstein. tiert ist. Kurz vor Ende des zweiten

Foto: Hochschule Liechtenstein

SOKRATES-Programms wird eine positive Bilanz

über die Teilnahme Liechtensteins gezogen. Für

Schüler, Studenten und Lehrpersonen wirkten sich

nach einem Bericht die europaweiten Austauschund

Kontaktmöglichkeiten äusserst bereichernd aus:

«Andere Länder kennen lernen, Erfahrungen im

Umgang mit anderen Kulturen sammeln, Probleme

und Problemlösungsstrategien anderer Länder erfahren,

die eigene Fremdsprachkompetenz verbessern,

fachliche und methodisch-didaktische Anregungen

für den Unterricht erhalten, bleibende

Freundschaften schliessen».

Fünf Schulprojekte laufen

In einem Rückblick wird von einem

«verhaltenen Start» für die Teilnahme an den

EU-Bildungsprogrammen gesprochen. Dann aber

nutzte Liechtenstein die vielen und vielfältigen

Möglichkeiten. Kein anderer EWR-Staat habe eine

derart grosse Anzahl von Aktivitäten durchgeführt

wie Liechtenstein, wird mit Stolz berichtet. Im Bereich

des Unterprogramms COMENIUS, das die

Schulbildung in den Mittelpunkt stellt, laufen nach

Angaben von Helmut Konrad derzeit fünf Schulprojekte.

Für den SOKRATES-Verantwortlichen ist

dies «äusserst beachtlich», wenn die Grösse Liechtensteins

berücksichtigt wird.

Die Vorbereitungen für die dritte

SOKRATES-Bildungsprogrammgeneration laufen

bereits. Geplant ist die Zusammenführung der

Schulbildungs- und der Berufsbildungsprogramme

unter einer neuen Organisationsstruktur und unter

einem gemeinsamen Ziel: Lebenslanges Lernen. |

FEBRUAR 2006


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24

ZEITGESCHEHEN

Olympisches Glück in Innsbruck 1976

Hanni Wenzel holt erste Olympia-Medaille für Liechtenstein

Skimuseum Liechtenstein: «Grossartige Hanni Wenzel»,

1976 holte Hanni Wenzel

tönte es während der Olympiade

die erste Olympia-Medaille. 1976 aus den Zeitungen. Liech-

In Turin 2006 ist ihre Tochter tenstein war an diesem 11. Feb-

Tina am Start.

ruar Zeuge, wie die 19-jährige

Planknerin einen Keim in die Geschichte

des Sports pflanzte, aus dem Jahre später

ein Spross entsprang. Als erste Athletin eroberte

Hanni Wenzel die hart umkämpfte Olympia-Bronzemedaille

für Liechtenstein. Obwohl sie damals

nicht in ihrer Bestform brillierte und ihr «das Pech

buchstäblich an den Schuhen zu kleben schien», so

der damalige Volksblatt-Redakteur, erzielte Hanni

Wenzel ein Resultat, das Geschichte schrieb.

«Einen Glücksfall von vier Hundertstel» nennt

die Slalom-Weltmeisterin von 1974 ihren Erfolg.

«Die Stimmung an der Olympiade

war genau so faszinierend

wie spannend, und mit anderen

Sportlern ein paar Worte zu

wechseln war grossartig», beschreibt

Hanni Weirather-Wenzel

heute das Gefühl. Selbst heute

FEBRUAR 2006

POWERED BY

kreisen die Gedanken oft um

das «kulturelle Vermächtnis der

Griechen». Damals wünschte sie

sich, dass der Austragungsort der

Winterolympiade 1976 ferner der

Heimat stattfinden würde. Die

XII. Olympischen Winterspiele

waren zuerst Denver zugesprochen

worden. Deren Bürger erhoben

sich wegen der Kosten

und der befürchteten Umweltzerstörung

und verzichteten in

der Volksabstimmung. Das IOC

handelte rasch, und die Tiroler

Landeshauptstadt wurde für

Olympia fit gemacht. Und da, auf

der Axamer Lizum, war das

Glück ihr hold. Sie setzte im zweiten Lauf auf

Angriff und sicherte sich den Podestplatz, der sie

zur Liechtensteiner Bronze-Hanni machte! An der

Schlusszeremonie am 15. Februar feierten 37 Nationen

und 1123 Athleten mit einem weinenden und

einem lachenden Auge, wissend, dass man sie daheim

bereits ungeduldig erwartete.

Wie die Mutter so die Tochter

Die Strahlung der Sonne und ein gerundetes

Becken brachten die «Fiamma Olimpica Torino

2006» vor Monaten erneut zum Lodern und vor den

Ruinen des Heratempels in Olympia starteten die

Fackelläufer. Diesmal brennt die Fackel für Hannis

Tochter Tina. Sie wird am 15. Februar, exakt 30 Jahre

nach ihrer Mutter, in Torino am Start sein. In 30 Jahren

änderte sich viel im Skisport,

vor allem härter ist er geworden.

Trotzdem ist Hanni Tinas bestes

Vorbild, zu dem sie hochschaut.

Tina weiss genau, was sie will. Der

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Foto: Marco Nescher

Apfel fällt eben nicht weit vom

Stamm. Stefanie Bereiter


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Wer aber möchte heute schon in einer Burg wohnen? Die bessere Alternative

ist eine komfortable Wohnung an ruhiger Lage mit Blick

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vereinigt diese Vorstellungen in idealer Weise. Drei Mehrfamilienhäuser

bieten Wohnungen im gehobenen Standard in jeder

Grösse und für alle individuellen Bedürfnisse an: Vom jungen 2 1 /2-

Zimmer-Studio bis zur grosszügigen 5 1 /2-Zimmer-Familienwohnung,

dazwischen 3 1 /2- und 4 1 /2-Zimmer-Wohnungen in verschiedenen

Raumgrössen.

Möblierte Musterwohnung zum Anschauen

Die meiste Zeit ihres Lebens verbringen die meisten Menschen

in den eigenen vier Wänden. Eine schöne Wohnung mit einem zeitgemässen

und praktischen Ausbaustandard steigert deshalb die Lebensqualität.

Besondere Bedeutung kommt der Ausrichtung der

Wohnung auf die Sonnenseite zu, wie das bei der Überbauung im

«Oberen Mühleholz» der Fall ist. Die Wohnräume können vom natürlichen

Sonnenlicht durchflutet werden. Der Blick durch die grosszügige

Fensterfront und von den Balkonen fällt unwillkürlich auf das

weite Panorama der gegenüberliegenden Bergwelt.

Die Vorzüge der Wohnungen lassen sich nicht nur beschreiben,

sie können in einer modern-behaglich eingerichteten Musterwohnung

auch erfahren und erfühlt werden. Mit einem persönlichen Augenschein

wird die Beschreibung zum Erlebnis. Das Verweilen in einer

Polstergruppe, die auf Echtholzparkett steht, lässt die Wohn- und

Lebensqualität ebenso erfahren wie das Hantieren in der offenen Küche,

die trotz High-Tech-Einrichtung behagliche Wärme ausstrahlt.

Wohnungstypen

2 1 /2-Zimmer mit 79 m2 3 1 /2-Zimmer mit 79 m2 3 1 /2-Zimmer mit 114 m2 4 1 /2-Zimmer mit 123 m2 5 1 /2-Zimmer mit 123 m2 Informationen: Peter Schaad, Confida Treuhand- und Revisions AG, FL-9490 Vaduz

Tel. +423 235 84 26 oder peter.schaad@confida.li, www.confida.li


26

MONATS-TIPPS

27 Theater Karussell

spielt Molièrs Tartuffe

Foto: Ernst Hasler

Langlauf-Elite sprintet

im Maurer Bretscha

Die Fans des Nordischen Skisports

kommen in den Genuss einer

besonderen Sportveranstaltung.

Im Dorfteil «Bretscha» in

Mauren findet der First Advisory

City Sprint mit Athleten aus den

vorderen Platzierungen der FIS-

Weltcup-Rangliste statt. Veranstalter

des Langlauf-Sprintrennens ist

der Verein «Internationaler Sport

in Liechtenstein», der mit diesem

Grossereignis die erste Veranstaltung

durchführt. Unter Flutlicht findet

ein Damen- und ein Herrenrennen

statt. Während bei den Herren

16 Starter den Sprint bestreiten,

setzt sich das Starterfeld bei den

Damen aus acht Athletinnen zusammen.

Das Rennen ist attraktiv

für die Zuschauer aufgebaut. Nach

einem Prolog kämpfen die Athleten

in Vierergruppen, wobei jeweils die

zwei Besten eine Runde weiter

kommen. Am Start auch Liechtensteins

Weltcup-Star Markus Hasler.

Donnerstag, 2. Februar 06

First Advisory City Sprint

«Bretscha» in Mauren

18.30 Uhr

FEBRUAR 2006

Die Amateurbühne Theater

Karussell präsentiert sich in ihrer

fünften Produktion mit dem Klassiker

«Tartuffe» von Molière. Inszeniert

wird das Stück, das von Laien-Schauspielern

gespielt wird,

von Ingo Ospelt. Das Bühnenbild

gestaltete der Künstler Werner

Marxer. Das Stück handelt vom

erfolgreichen Bürger Orgon, der in

einem plötzlichen Zustand der

Sinnleere seinen Trost in der Spiritualität

sucht. Mit Unbehagen

betrachtet Orgon das Treiben der

anderen Familienmitglieder, die einen

mondänen Lebensstil pflegen,

rauschende Feste feiern und eine

Auseinandersetzung über religiöse

oder politische Fragen verweigern.

In dieser Zerrissenheit trifft er auf

Tartuffe, einen mittellosen, aber

frommen Mann. Das Schicksal

nimmt seinen Lauf, doch eine Katastrophe

scheint unausweichlich

zu sein.

Premiere:

Samstag, 4. Februar 06

TaKino Schaan

20.00 Uhr

Foto: Agenturbild

Schnuppern in der

weiten Welt der Kunst

Wer möchte nicht gern

Künstler sein? Wer möchte nicht

sein Kunsttalent unter dem Scheffel

hervorholen? Wer möchte nicht

einmal den Spuren berühmter

Künstler folgen? Die Kunstschule

macht’s möglich. Sie bietet einen

Seniorenkurs für künftige «Künstler»

an. Der Kurs richtet sich an

Menschen ab 55 Jahren, die gerne

mal in die Kunstschule Liechtenstein

reinschnuppern möchten.

Inhaltlich geht es in erster Linie um

das spielerische Ausprobieren und

Kennenlernen verschiedener Gestaltungsmöglichkeiten

und Techniken

wie Malen, Drucken, plastisches

Arbeiten mit Ton usw. Und

jene, die Interesse und Freude am

Weitermachen haben, bleiben im

Seniorenkurs oder wechseln in einen

der anderen Kurse für Erwachsene

– sofern im gewünschten

Kurs noch Plätze frei sind.

Kursbeginn:

Montag, 6. Februar 06

Kunstschule Liechtenstein

20.00 Uhr

www.kunstschule.li

Foto: Kunstschule Liechtenstein


Foto: Reto Conzett

Die Menschen

an ihrem Typ erkennen

Gibt es Liebe auf den ersten

Blick? Ist der erste Eindruck entscheidend?

Diese Fragen lassen

sich nicht so einfach beantworten.

Keine einfachen Antworten gibt es

auch auf die Frage, warum der

eine Menschen sofort sympathisch

erscheint, während einem anderen

Vorbehalte entgegen gebracht

werden.

Hilfe bietet ein Kurs über

Menschenkenntnis, der interessante

Hintergrund-Informationen

über die bessere Einschätzung

von Menschen gibt. Die Teilnehmer

lernen die vier Grundtypen

des Menschen kennen. Mit praktischen

Übungen wird die Einordnung

der einzelnen Menschentypen

gelernt, werden Stärken und

Schwächen der vier menschlichen

Typen herausgearbeitet. Über diese

Übungen kommt man auch zur

Selbstanalyse.

Kursbeginn:

Mittwoch, 8. Februar 06

Erwachsenenbildung

Vereinshaus Vaduz

18.30 Uhr

Foto: Marco Nescher

Pokern lernen

wie echte Profis

Kartenspiele erfreuen sich

seit Jahrhunderten grosser Beliebtheit.

Möchten Sie auch am Stammtisch

die besseren Karten ausspielen?

Möchten Sie mit einem

Pokerface ihre Gegner irritieren?

Das können Sie alles machen, aber

vorher müssen Sie die Grundbegriffe

des Kartenspielens lernen.

Nachhilfe gibt der Kurs «Einführung

in Kartenspiele». Am Anfang

des Kurses steht das Kennenlernen

der Bridgekarten, die für eine

Vielzahl von Spielen verwendet werden,

wie etwa Poker, Rommé oder

Canasta. Dann werden die deutschen

und französischen Jass-

Karten kennen gelernt. Nach einer

Einführung in die Grundbegriffe

der verschiedenen Kartenspiele

geht es zum Ernstfall, zum Spiel.

Ziel des Kurses ist es, dass die Teilnehmer

Freude am Kartenspielen

finden – und später vielleicht pokern

wie echte Profis.

Donnerstag, 23. Februar 06

Erwachsenenbildung

Zentrum Resch

19.30 Uhr

Foto: Brigitt Risch

Schaaner Fasnacht –

verrockt aber guat

Die Liechtensteiner Fasnacht gehört weit gehend

den Schaanern. Auch dieses Jahr wird wieder

in der Narren-Metropole eine Anzahl von Veranstaltungen

organisiert, die ihren Höhepunkt am

Fasnachtssonntag mit dem traditionellen Fasnachtsumzug

finden. Das Motto der Schaaner Fasnacht

2006 lautet «Verrockt aber guat». Nach dem

närrischen Auftakt am 11.11. folgt der Zunftabend –

oder Presseball – am 10. Februar, der aber nur für

geladene Gäste zugänglich ist. Für das Publikum

bietet die Schaaner Fasnacht auch dieses Jahr zwei

Höhepunkte, das Monsterkonzert und den Fasnachtsumzug.

Am Monsterkonzert nehmen wieder zahlreiche

Gugga-Musiken aus Liechtenstein, der Schweiz

und Österreich teil. Auf zwei Bühnen am Lindenplatz

und beim Rathaus reissen die Gugger das Publikum

mit ihren närrischen Rhythmen mit. Am Tag

darauf, am Fasnachtssonntag, findet der grosse

Umzug statt. Etwa 2000 Mitwirkende geben sich als

Fasnachtsnarren zu erkennen. Zwischen 30 und 40

Wagen und Fussgruppen bieten den Zuschauern

ein abwechslungsreiches närrisches Programm.

Für die Geräuschkulisse sorgen 16 Gugga-Musiken.

Monsterkonzert:

Samstag, 25. Februar 06, 19.00 Uhr

Fasnachtsumzug:

Sonntag, 26. Februar 06, 14.00 Uhr


28

RÄTSEL-SPASS

Schwedenrätsel Februar 2006

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30

SCHLUSSPUNKT

Fritz Kaiser –

Vaduz, 6. September 2015

Meine Tochter Gloria hat darauf bestanden, dass ich

nach Vaduz komme, um sie von ihrem Sommerkurs abzuholen. «Papa,

es ist so toll hier. Du musst Dir das unbedingt ansehen.» Der Intercity

Zug bringt mich direkt ins Fürstentum und ich geniesse die Fahrt.

Gloria sieht toll aus. Der Sommer

hat ihr gut getan. Leider sehe ich Aus dem Tagebuch eines Liechtenstein-Besuchers im

sie nicht mehr so oft, seit sie ihre Jahre 2015: Liechtenstein bringt die richtigen Leute zusammen

Nachdiplomstudien in Boston

und in Peking macht. Dazu noch der 6-wöchige Private Wealth Management

Sommerkurs in Liechtenstein. «Papa, hier sind meine neuen

Freunde: Dies ist Zhing Hua aus Shanghai, Brad Peterson

aus Omaha, Anja Bengtqvist aus Stockholm

und Peter Stilling-Whyte aus London.». Gloria ist

ganz euphorisch. «Das waren so aufregende Wochen

hier». Anja – sonst Professorin für «Fair Tax Competition»

in Stockholm – erzählt mir, dass sich heute

Akademiker aus aller Welt um die Sommerlehrtätigkeit

in Liechtenstein reissen. Die Liechtensteiner haben

vor zehn Jahren begonnen, die richtigen Schritte

zu setzen. Der junge Fürst hat mit der Regierung

Fritz Kaiser

das Land auf eine Vision eingeschworen und die Un-

Kaiser Ritter Partner Holding ternehmer haben Liechtenstein neu positioniert.Am

Vaduz

Beispiel Finanzplatz – weg von der Steueroase, hin

zum «Wissens-Zentrum». Mutige Infrastruktur-Programme, Technologie-Offensiven

und vor allem die beispielgebende neue Steuer-Gesetzgebung

haben dieses neue Liechtenstein ermöglicht.

Brad aus Omaha meinte: «Liechtenstein is small,

safe and green. And very manageable». Er vertritt Berkshire Hathaway

in Triesen. Interessant, dass auch Warren Buffet Liechtenstein als

Standort für seine Versicherungsgeschäfte wählte. Wie auch die reichen

Chinesen, die Liechtenstein nun als Drehscheibe für ihre Europa-

Investments nutzen. Vielleicht sollte ich mit meinen Beratern meine

Vermögensplanung mit den Profis in Liechtenstein mal überprüfen.

Die grosse Überraschung in Vaduz ist für mich aber Peter Stilling-

Whyte, Nanotechnologie-Experte. Gloria eröffnet mir doch glatt, dass

sie sich mit ihm verlobt hat. Ich bin sprachlos – vor Erstaunen, aber

auch vor Glück. Wie immer die Liechtensteiner es geschafft haben,

vom Schwarzgeld-Paradies zum Private Wealth Management Kompetenz

Zentrum der Welt zu werden, ein Teil ihrer Strategie wurde mir

nun klar: Liechtenstein bringt die richtigen Leute zusammen. |

FEBRUAR 2006

Foto: Roland Korner


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