FEBRUAR 08 - Der Monat

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FEBRUAR 08 - Der Monat

FEBRUAR 08

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LANDWIRTSCHAFT: Geht’s den Kleinbauern an den Kragen?

GESUNDHEIT: Traditionelle Chinesische Medizin

ZEITGESCHEHEN: Seidenraupenzucht in Liechtenstein


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INHALT | EDITORIAL

Es geht um die Natur

und ihre Ressourcen

Etliche Nebenerwerbsbauern werden ihre Stalltüre

für immer zuschlagen. Ist das der Sinn der Sache?

PANORAMA 4

LANDWIRTSCHAFT

Geht’s den Kleinbauern an den Kragen? 6

MEDIZIN

Wie geht das? Traditionelle Chinesische

Medizin 10

INTEGRATION

Konventionen sprengen auf hohem Niveau 12

KOPF DES MONATS

Astrid Meier – Fasten ist mehr als hungern 14

UMWELT

Verantwortung für die Arbeitswege

übernehmen 16

BRAUCHTUM

Ruassla am Schmutzigen Donnerstag 18

WIRTSCHAFT

From Good to Great – Das Beispiel Google 20

KULTUR

Die Energie vom Föhn sollte man

nutzen können 22

ZEITGESCHEHEN

Vor 150 Jahren

Seidenraupenzucht in Liechtenstein 24

JUGEND

Bist du ein Checker? Jugendliche

pflegen ihre eigene Sprache 25

MARKT 26

KUNSTDENKMÄLER

Schmuckstück für Fotografen

Die Kapelle St. Mamertus in Triesen 27

RÄTSEL-SPASS 28

AUTO

Er könnte, wenn man wollte

Der neue Freelander 2 setzt neue Massstäbe 29

SCHLUSSPUNKT 30

Grosse Umwälzungen hat die Landwirtschaft hinter

sich, neue Herausforderungen stehen bevor. Die

Vernehmlassung für das neue Landwirtschaftsgesetz

ist abgeschlossen, wahrscheinlich

noch in diesem Jahr

wird sich der Landtag mit dem

neuen Landwirtschaftsgesetz befassen.

Professioneller soll die Landwirtschaft nach

diesem Vorschlag werden. Die Kleinbauern, die oft

an steilen Hängen arbeiten, fürchten um ihre Exis -

tenz. Etliche Nebenerwerbsbauern

werden ihre Stalltüre für immer

zuschlagen. Ist das der Sinn

der Sache? Wäre es nicht besser,

wenn möglichst viele zur Erhaltung

unserer Landschaft beitragen

würden? Um die Nutzung

der Natur und ihrer Kräfte geht

es auch bei der Energie. Hans

Frommelt, der viele Jahre als

Energiefachmann bei den LKW

Günther Meier

arbeitete, setzt auf Windenergie

Redaktion «Der Monat»

als erneuerbare Energiequelle der

Zukunft. Die Kraft des Föhns sollte man in Strom

umsetzen können, ist oft zu hören. Wer weiss, möglicherweise

gehört der Föhn in einigen Jahren nicht

mehr zu den «Nöten» Liechtensteins, sondern zu

den gern begrüssten Energiespendern.

IMPRESSUM: 3. Jahrgang, Nr. 26, Februar 2008

HERAUSGEBER: Alpenland Verlag AG, Feld kircher Strasse 13, FL-9494 Schaan,

Tel. +423 239 50 30, Fax +423 239 50 31, office@alpenlandverlag.li

REDAKTION: Günther Meier, Tel. +423 380 09 30, Fax +423 380 09 31, redaktion@dermonat.li

ANZEIGEN: Tel. +423 239 50 23, Fax +423 239 50 51, annoncen@dermonat.li

GESTALTUNG: Barbara Schmed, Gutenberg AG

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FEBRUAR 2008

Anstalt

3


4

5

PANORAMA

Soll man die Kirchen

dem Erzbistum schenken?

Zehn Jahre nach Errichtung des Erzbistums

Vaduz wird immer noch von Trennung oder von

Entflechtung von Staat und Kirche geredet. Wie das

in der Theorie gemacht werden könnte, weiss man.

Doch schon in der praktischen Umsetzung wirft die

Entflechtung von Staat und Kirche die Frage auf,

wem künftig die Kirchen in unserem

Liechtenstein gehören sollen:

Den Gemeinden oder dem

Erzbistum? Für viele eine heikle

Frage, die nicht so einfach zu beantworten

ist. Nicht so für Fürst

Hans-Adam II. Im Neujahrsinterview

mit Radio Liechtenstein

sagte der Fürst: «Die Frage ist

einfach, was die Gemeinden sonst

mit den Kirchen machen. Wenn die Gemeinden

die Kirchen für irgendwelche kulturellen Zwe cke

verwenden wollen, wie Theateraufführungen oder

Konzerte, dann ist es halt ein Konzerthaus. Aber da

verstehe ich natürlich, dass zumindest die katholische

Kirche dies dann nicht gerne unbedingt für

ihre Zwecke benützt, sondern sich mit Hilfe ihrer

Gemeinde lieber etwas sucht, wie dies heute bei uns

die Mohammedaner oder andere machen müssen.»

Foto: Günther Meier

Die Zahlen des Jahres 2008

Die Landwirtschaft könnte ohne staatliche Beiträge – siehe Titel -

thema in dieser Ausgabe – nicht überleben. Die Unterstützungs -

beiträge für die Landwirtschaft belaufen sich für das Jahr 2008 auf

knapp 15 Millionen Franken.

■ 6,0 Millionen Franken gehen an die Bauern zur Verbesserung

des Einkommens

■ 5,3 Millionen Franken machen die Abgeltungen für ökologische

Leistungen aus

■ 1,6 Millionen Franken erfordert die Berg- und Alplandwirtschaft

■ 1,5 Millionen Franken werden zur Preis- und Absatzsicherung

entrichtet

Das Investitionsbudget 2008 enthält ferner knapp 1,8 Millionen

Franken für die Förderung des landwirtschaftlichen Bauwesens, für

Meliorationen und Drainagen sowie für Darlehen an Junglandwirte.

Foto: IPG Gutenberg Est.

Müssen die Schneekanonen

höher hinauf?

Wenn die Klimaerwärmung anhält, kommen

schwere Zeiten auf Wintersportgebiete unterhalb

von 1500 m ü. M. zu. Diese Skigebiete haben in den

letzten Jahren in die Aufrüstung mit Schneekanonen

inves tiert. Nach einer Expertenstudie, bei der CIPRA

erhältlich, ist die natürliche Schneesicherheit heute

schon nicht mehr überall bei den Talstationen der

Skilifte gegeben, die auf etwa 1200 m Meereshöhe

liegen. Steigt die Durchschnittstemperatur der Erde

weiter an, so werden in 20 bis 30 Jahren die Skige -

biete in den mittleren Lagen, bei etwa 1500 m Höhe,

in Schwierigkeiten kommen.

Den Unterländern

ist nicht alles Wurscht!

Die Gampriner und Schellenberger machen es

vor. Ihnen ist nicht alles «Wurscht», vor allem nicht,

dass bei Vereinsanlässen immer nur Wurst auf den

Tisch kommt. Die Gesundheitskommissionen der

beiden Gemeinden haben eine neue Broschüre herausgegeben,

die unter dem Titel «Alles Wurscht?»

zum Nachdenken über gesunde und bekömmliche

Nahrung anregen soll. Künftig wird es also in Gamprin

und Schellenberg gesunde Alternativen zu

Wurst und Brot geben, wenn Musik- oder Gesangverein,

Feuerwehr oder Sportverein zu Veranstaltungen

einladen. Den anderen Gemeinden wird es

wohl kaum «Wurscht» sein, dass sich Gamprin und

Schellenberg zu kulinarischen Hochburgen emporschwingen.

Deshalb ist damit zu rechnen, dass in

absehbarer Zukunft auch in anderen Gemeinden

etwas Abwechslung in die Vereinstöpfe kommt. Der

kulinarische Wettbewerb ist entfacht.

FEBRUAR 2008


Kriminalpsychologe

im Einsatz für eine Bank

Der österreichische Kriminalpsychologe Thomas Müller sei im

Einsatz für die LGT Bank Schweiz, berichtete die Sonntags-Zeitung.

Den Beizug des österreichischen Psychopathenjägers habe die Bank

mit den bekannt gewordenen Amokläufen in den letzten Jahren

begründet. Wie die Sonntags-Zeitung weiter berichtete, müssen sich

alle Angestellten mit dem Kriminalpsychologen treffen, die mit

sensib len Daten zu tun hätten. Der Sprecher der LGT Bank in Liechtenstein

gab Entwarnung: Die Gespräche würden losgelöst von den

Personalbewertungsprozessen geführt.

ThyssenKrupp Presta

baut TecCenter in Eschen

Meldungen von Auslagerungen in Billiglohnländer machen in

unserer Region beinahe wöchentlich die Runde. Den umgekehrten

Weg beschreitet die ThyssenKrupp Presta, die derzeit in Eschen ein so

genanntes TecCenter baut. In das neue Technologie-Center, das im

Herbst 2008 bezugsbereit sein soll, werden rund 6 Millionen Franken

investiert. Zu den Aufgaben des TecCenters gehören die Entwicklung

gebauter Nockenwellen und der Bau von Prototypen für Ventiltriebskomponenten

für die Autoindustrie. Die Presta Camshafts Gruppe

gehört zu den Weltmarktführern bei gebauten Nockenwellen, die

praktisch alle Auto-Hersteller rund um den Globus bedient.

Gemeinde Triesen plant

ein Fest der Kulturen

Integration von Ausländern gehört zu den

aktuellsten Themen in Liechtenstein. Das Thema

Integration steht auch im Mittelpunkt einer Veranstaltung

der Gemeinde Triesen. Ein «Fest der Kulturen»

soll am Samstag, 27. September 2008 über die

Bühne gehen. Ort des multikulturellen Geschehens

wird das Spoerry-Fabrikareal

sein, mit der Arena im Innenhof

und dem Kulturzentrum«Gasometer».

Ziel der Veranstaltung ist

es laut Vorsteher Günter Mahl,

Begegnungen von Menschen unterschiedlicher

Herkunft zu fördern

und die Besucher die Vielfalt

des kulturellen Austauschs als

Bereicherung erfahren zu lassen.

Foto: IPG Gutenberg Est.

Foto: Günther Meier

1 Million Ziegelsteine für

das Landtagsgebäude

Das neue Landtagsgebäude in Vaduz findet

Beachtung, erregt Aufmerksamkeit und ist zuweilen

auch Gegenstand emotionaler Äusserungen.

War es zuerst das markante Dach-Bauwerk

des «Hohen Hauses», das die Gemüter beschäftigte,

so sind es derzeit die Ziegelsteine, die

den dominierenden Baustoff für das Gebäude,

die Hangbebauung und für den «Peter-Kaiser-

Platz» bilden. «Sein prägnanter Körper markiert

in schlicht gehaltenem Selbstbewusstsein»,

offenbarte der Münchner Architekt Hansjörg

Göritz die Philosophie des Zelt-Dachs, das am

15. Februar 2008 eröffnet wird, «die Bedeutung

des bürgerlichen Plenums als Landesparlament

eines prosperierenden Berglandes und eines

Fürstentums in zeitloser Elementarform.» Diese

elementare Zeitlosigkeit offenbart sich auch bei

den Ziegeln, die in Massen zum Einsatz gekommen

sind.

Für das Landtagszelt, die anderen Gebäude

und den Platz sind rund 1 Mio. Ziegelsteine vermauert

worden, ungefähr 30 Stück für jeden Ein -

wohner. Das kann sich nur ein Kleinstaat wie

Liechtenstein leisten. Doch damit nicht genug,

die Ziegelsteine wurden von der Ziegelei speziell

angefertigt, weil in der gewünschten Farbe kein

Standardprodukt im Sortiment aufzutreiben war.

Inzwischen scheint auch die Ziegelfabrik etwas

Gefallen am farbigen Stein gefunden zu haben,

denn künftig wird der «Landtags-Stein» als eigenständige

Linie im Angebot aufscheinen. Zum

Glück für Liechtenstein – wenn einmal einer

unter den hunderttausenden Ziegeln in Brüche

gehen sollte, kann er im Katalog bestellt werden.


6

7

Von Günther Meier

LANDWIRTSCHAFT

Geht’s den Kleinbauern

an den Kragen?

«Für die Agrarpolitik ist die Steigerung der Wett -

bewerbsfähigkeit sowie die Sicherstellung von vergleichbaren

Rahmenbedingungen mit der Schweiz

ein zentrales Anliegen.» So steht es im Vernehmlassungsbericht

der Regierung zu

Landwirtschaftsbetriebe einem neuen Landwirtschafts -

gesetz, das wahrscheinlich noch

müssen in Zukunft pro-

dieses Jahr dem Landtag zur

fessionell und wirtschaftlich Beschlussfassung zugeleitet wird.

Der Staat soll sich weiter aus der

geführt werden, um staatliche

aktiven Marktinterventionspoli-

Zuschüsse zu erhalten tik zurückziehen, lautet die Botschaft,

und sich auf die Bereitstellung

von guten Rahmenbedingungen für eine

nachhaltige Landwirtschaft beschränken. Der

Schlüssel einer erfolgreichen Agrarpolitik liege

darin, gibt sich die Regierung überzeugt, eine

Balance zu finden zwischen einer effizienten

Agrarproduktion und der Bereitstellung von Pflege-

und Umweltleistungen im öffentlichen Inter -

esse. Schon im Landwirtschaftlichen Leitbild 2004

war fest gelegt worden, dass der

Staat in Zukunft eine «unternehmeri-sche

und marktkonforme

Landwirtschaft» fördere. Die

daraus abgeleitete Botschaft, die

mit dem neuen Landwirtschafts -

gesetz umgesetzt werden soll,

lautet: Landwirtschaftsbetriebe

müssen professionell und wirtschaftlich

geführt werden. Zugleich

sind die Bauern angehalten,

ihre Produktion nach den

Bedürfnissen des Marktes auszurichten

und wenn möglich die

spezielle Nachfrage nach tierge-

Liechtensteins Landwirtschaft soll zur Steigerung der Wett -

bewerbsfähigkeit noch professioneller werden. Für das neue

Landwirtschaftsgesetz ist die Vernehmlassung abgelaufen. Die

Kleinbauern fürchten um ihre Existenz.

rechten, ökologischen und regionalen

Produkten zu decken. Die

Rede ist auch von einer gut strukturierten,

existenzfähigen Landwirtschaft,

die es zu unterstützen

gelte, sowie von einer «dyna -

mischen Entwicklung von unternehmerischen

Betrieben», wo -

runter man sich sehr viel

vorstellen kann, wenn man der

Fantasie freien Lauf lässt.

Die kleinen Nebenerwerbs -

betriebe im Visier

Ein Blick in die Schweiz, die in Sachen Wettbewerbsfähigkeit

und Sicherstellung von Rahmen -

bedingungen das entscheidende Vorbild ist, verdeutlicht

was damit gemeint sein könnte. Die

schweizerische Landwirtschaft sei noch geprägt von

unrentablen und ineffizienten Strukturen: Zu viele

und zu kleine Betriebe, zu kleine Ställe und zu


viele Traktoren! Der liechtensteinische Vernehmlassungsbericht

wird nicht so deutlich, sondern

deutet einen sich abzeichnenden und notwendigen

Strukturwandel an, was nichts anderes heisst als

eine Reduktion der bäuerlichen Betriebe.

Klein- und Nebenerwerbsbauern

wehren sich

Im Visier hat die neue Landwirtschaftspolitik

die Nebenerwerbsbetriebe, die wohl

vom Segen staatlicher Landwirtschaftsförderung

profitieren, aber nicht zu den erwünschten, effizient

organisierten und marktwirtschaftlich orientierten

Unternehmen zählen. Wie viele Betriebe unter

die Kategorie Nebenerwerb fallen, steht im Vernehmlassungsbericht

nicht drin, aber Landwirtschaftsminister

Hugo Quaderer führte im November-Landtag

aus, dass «ein beachtlicher Teil

der Landwirtschaftsbetriebe von Bewirtschaftern

geführt wird, die einer vollen Erwerbstätigkeit

ausserhalb der Landwirtschaft nachgehen.» Aufschluss

über den tatsächlichen Bestand könnte die

Interpellation der Freien Liste zur Problematik

«Landwirtschaft und Naturschutz» geben, die in

Die Landwirtschaft steht im

Wettbewerb, soll aber auch

Natur- und Landschaftsschutz -

aufgaben wahrnehmen.

der letzten Landtagssitzung 2007

eingereicht wurde und unter

anderem nachfragt, wie viele

Landwirtschaftsbetriebe staatliche

Beiträge über das Abgeltungsgesetz

erhalten. Wie der

Stand der finanziellen Dinge in

der Landwirtschaft ist, erläuterte

ein Bericht der Regierung im

Jahre 2006 zur Agrarpolitik, der

von der FBP-Fraktion angefordert

worden war: «Viele Landwirte

wirtschafteten gut und erzielten hohe bis

sehr hohe Arbeitsverdienste. Hingegen gibt es auch

Betriebe, die ohne staatliche Beiträge nicht mehr

existieren könnten. So erzielten die 30 Betriebe mit

dem schlechtesten Resultat einen Arbeitsverdienst

von durchschnittlich nur 5000 Fr. pro Jahr, haben

aber Direktzahlungen in der Höhe von 57 000 Fr.

erhalten.» Diesen Bezügerkreis hat der Entwurf für

ein neues Landwirtschaftsgesetz im Visier. Einerseits

soll der Bezügerkreis klar definiert werden,

anderseits will man die Eintrittslimiten für die Förderung

durch den Staat erhöhen. Bisher mussten

900 Arbeitskraftstunden nachgewiesen werden, um

in den Genuss staatlicher Zahlungen zu gelangen.

Der Vernehmlassungsbericht geht von einer Erhöhung

auf 1500 Arbeitskraftstunden aus, was Landwirtschaftsminister

Hugo Quaderer nur als eine Art

Versuchsballon wertete: Die Einführung einer Mindestlimite

von 1500 Arbeitskraftstunden sei noch

keineswegs fixiert, sondern mit dieser Zahl sei «einzig

die nötige Diskussion lanciert» worden. Unterhalb

der Limite von 1500 Arbeitskraftstunden liegen

derzeit 16 landwirtschaftliche Betriebe, womit

verständlich ist, dass sich die Klein- oder Neben -

Fotos: Marco Nescher

FEBRUAR 2008


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LANDWIRTSCHAFT

erwerbsbauern gegen die Vorlage wehren. Es kursieren

Schreiben von besorgten Kleinbauern, die

ihrer Enttäuschung freien Lauf lassen. Da wird die

herrschende «Agro-Diktatur» angeprangert, die

keine Rücksicht auf die kleinen Betriebe nehme. Es

wird prophezeit, dass eine Reihe von Betrieben eingehen

werde – und viele ungelöste Fragen würden

Unsicherheit und Misstrauen nach sich ziehen.

Wo bleibt die typisch «liechtensteinische»

Lösung?

Die Regierungsvorlage rechnet damit, dass in den

nächsten Jahren noch manche Stalltüre für immer

zugeschlagen wird. Wie ein roter Faden zieht sich

der Begriff «Strukturwandel» durch den Regierungsbericht,

immer wieder ist auch die Rede von

«notwendigen Betriebsentwicklungen», was nichts

anderes bedeutet, als dass kleine Bauernbetriebe

keinen Platz mehr haben: «Das Landwirtschaftsgesetz

strebt eine moderate Beschleunigung des

Strukturwandels an, ohne dass ein harter Verdrängungskampf

der kleineren Betriebe eintritt.»

Obwohl als Ziel genannt wird, den Strukturwandel

so einzuleiten, dass kleinstrukturierte Bauernbetriebe

auch in Zukunft existieren können,

sucht man nach der sonst immer präsenten «typisch

liechtensteinischen» Lösung. Die staatlichen

FEBRUAR 2008

Ziel der Agrarpolitik

«Ziel der Agrarpolitik und dieses

Gesetzes ist es, unter Berücksichtigung auf eine

gute landwirtschaftliche Praxis eine wirtschaft lich

gesunde, leistungsfähige, bäuerliche Landwirtschaft

in einem funktionsfähigen ländlichen

Raum zu schaffen, wobei die Landwirtschaft für

eine nachhaltige Nahrungsmittelproduktion verantwortlich

ist und zur Krisenvorsorge beiträgt.»

(Aus dem Zweckartikel des neuen Landwirtschaftsgesetzes)

Mittel sollen dort eingesetzt werden, lautet die

Botschaft des neuen Landwirtschaftsgesetzes, «wo

eine möglichst hohe Wirkungseffizienz erzielt werden

kann.» Im Landwirtschaftlichen Leitbild 2004

gehörte noch die «Pflege und Erhaltung der Kulturlandschaft»

zu den obersten Zielen, die nun

anderen Zielen untergeordnet werden: Hoher

Markterlös, hohe Wertschöpfung, kostengüns tige

Marktleistungen, hohe Wirkungseffizienz – alles

Begriffe, die überall dort Verwendung finden, wo es

um Gewinnmaximierung geht. Bei unserer Landwirtschaft,

das sollte nicht vergessen werden, geht

es aber auch um die Erhaltung der Natur. |


PUBLIREPORTAGE

Centrum Bank

Ihr Partner in Vermögensfragen

Der Name der Bank spiegelt die Philosophie wider: Im Cent -

rum stehen unsere Kunden. Die Centrum Bank, gegründet 1993,

führt als moderne Privatbank eine Tradition weiter. Diese begann

1925, als Ludwig Marxer in Vaduz mit einer Rechtsanwaltskanzlei

den Grundstein legte. Bis heute ist die Marxer Familienstiftung

Mehrheitsbesitzerin der Centrum Bank.

Als Partnerin Vermögensfragen bündeln wir Spezialwissen in einer

Hand. Unsere Privatbank ist Teil eines Kompetenzzentrums: Dazu

gehören Marxer & Partner als die grösste Rechtsanwaltskanzlei

Liechtensteins, die Confida Treuhand- und Revisions-AG, in der

Unternehmens- und Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Immo -

bilienfachleute bereit stehen. Mit internationalem Wissen und

Können. Jedes der drei Unternehmen kann zusätzlich auf ein internationales

Netzwerk zurückgreifen. Damit sind wir wie geschaffen

für die Verwaltung von Vermögen reicher Familien im Sinne eines

Family Office.

Das Vertrauen von Mensch zu Mensch ist im Private Banking durch

nichts zu ersetzen. Privatkunden und wohlhabende Familien hatten

noch nie so viele Möglichkeiten für Ihr Vermögen. Das Interesse am

Kunden als Mensch, Transparenz bei Produkten und Kosten, Unabhängigkeit

bei der Wahl der für jeden Kunden ganz individuell passenden

Anlagestrategie, das macht den Unterschied. Vermögensverwaltung

und Anlageberatung für anspruchsvolle private und

institutionelle Anleger sowie Intermediäre – national wie international

– zählen zum Kerngeschäft der Privatbank im Herzen von Vaduz.

Vermögen über Generationen zu entwickeln, sorgsam zu sichern

und grenzüberschreitend in den verschiedensten Ländern weiter -

zuentwickeln ist eine unserer Stärken. Eine zweite sind die tiefen

Wurzeln im Finanzplatz Liechtenstein.

Ihr Stefan Laternser

Dieter Musielak, Chief Investment

Officer, Stefan Laternser, CEO,

Matthias Trösch, Leiter Operations &

Services

Centrum Bank AG

Kirchstrasse 3

Postfach 1168

FL-9490 Vaduz


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Von Marco Ospelt

MEDIZIN

Wie geht das? Traditionelle

Chinesische Medizin

Im Jahr 2006 habe ich meine

Grundversorger-Praxis aufgegeben, meinen Praxisstandort

an die Dröschistrasse 9 in Triesen verlegt

und arbeite seit September jenen Jahres ausschliesslich

nach den Methoden der Traditionellen Chinesischen

Medizin. In der Praxis arbeite ich mit guten

technischen, kommunikativen Hilfsmitteln, aber

allein. Das heisst, ich bediene selbst das Telefon und

vergebe Termine. Nach der Behandlung räume ich

auch selber auf und bereite das Zimmer für den

nächsten Patienten vor.

Warum chinesische Medizin?

Wenn sich ein Patient anmeldet,

reserviere ich für die erste Behandlung eine Stunde.

Die Befragung des Patienten nach seinen Beschwerden

und Lebensumständen, die Erhebung der

Befunde durch Betrachtung, in typischer Weise

zum Beispiel der Zunge, die durch Farbe und

Form ihres Körpers und ihres Belags, und durch

Betastung der Pulse, welche durch ihre Qualität

Rückschlüsse auf energetische Veränderungen im

Körper erlauben, ergibt sich die «chinesische»

Dia g nose. Diese schafft Klarheit darüber, welche

energetischen Entgleisungen vorliegen und welche

Akupunkturpunkte das Gleichgewicht wieder herstellen.

Die Zahl der Nadeln schwankt zwischen

zwei bis maximal 12. Das Stechen der Nadeln

schmerzt eigentlich nicht; wohl aber entsteht ein

so genanntes «Da-Qi-Gefühl». Das ist ein ziehendes

Gefühl am Akupunkturpunkt, welches dadurch

hervorgerufen wird, dass die Leitbahn (der Meri -

dian) durch die Nadel energetisch stimuliert wird.

Die Nadeln liegen dann während etwa 30 bis 40

Minuten, sodass der Patient für diese erste Behandlung

mit 1 bis 2 Stunden rechnen muss. Die nächs -

Die europäische Schulmedizin und die Traditionelle Chinesische Medizin haben

grosse Unterscheidungsmerkmale. Marco Ospelt hat als praktizierender Arzt

nach europäischem Muster und als Anwender der Traditionellen Chinesischen

Medizin den Einblick in beide Gebiete.

ten Behandlungen dauern dann jeweils eine Stunde.

Im Anschluss an diese Behandlung überlege

ich mir aufgrund der erhobenen Befunde und der

Wirkung der Akupunktur, welche pflanzlichen

Substanzen den Heilungsprozess

unterstützen und die Konstitu - Die chinesischen Ärzte ver-

tion des Patienten stärken könnstehen

den Menschen als

ten. Diese Substanzen werden als

Tee aufgelöst oder auch in Tablet- ein energetisches Gefüge,

tenform gepresst eingenommen.

Unsere moderne, naturwissen-

eingebettet in die universale

schaftlich begründete Medizin Rhythmik von Yin und Yang

ist eine somatische, d.h. auf den

Körper bezogene Wissenschaft. Die Gegenstände,

mit denen sie es zu tun hat und in die sie den Menschen

einteilt, sind etwas Gegenständliches, Stoff -

liches, Materielles. Die gedanklichen Voraussetzungen

dazu schuf Isaac Newton im 17. Jahrhundert

mit seinem überzeugenden, umfassenden, mechanistischen

Weltbild. Daraus entwickelte sich ein

sehr funktionstüchtiges, mechanisches Modell des

Körpers. Kranksein ist mit morphologischen, messbaren

Veränderungen verknüpft und wird als

Fehlfunktion von physikalisch-chemischen und

bio logischen Mechanismen angesehen, die korrigiert

werden müssen. Diese Medizin eignet sich vor

allem für Krankheiten, die sich als körperliche

Veränderungen manifestieren, für fortgeschrittene,

ernste, oft lebensgefährliche Krankheiten.

Häufig sind aber Krankheiten

und Beschwerden nicht mit messbaren Strukturveränderungen

verbunden. Oder der Grund einer Fehlfunktion

ist nicht immer so gut bekannt, dass eine

rationale Behandlung möglich wäre. Lassen sie mich

das dokumentieren am Beispiel eines Gesprächs

zwischen einem Grundversorger (Dr. Kissling, Her-


Die «chinesische» Diagnose

schafft Klarheit darüber, welche

energetischen Entgleisungen

vorliegen und welche Akupunkturpunkte

das Gleichgewicht

wieder herstellen.

ausgeber des Schweizerischen

Fachblatts für Allgemeinmedi -

ziner und Grundversorger) und

einem Vertreter des Regionalen

Ärztlichen Dienstes RAD der Invalidenversicherung

des Kantons

Zürich. Dr. Kissling fragt: «Bei

diesen Menschen, die den Anforderungen

der modernen Berufswelt

nicht mehr genügen, können

wir Hausärzte meistens keine

spezifisch messbare und mit Zahlen dokumentierbaren

Befunde zu den Fragen auf dem IV-Bericht

beschreiben. Vielmehr liegt der Invalidität eine Vielzahl

von ineinander übergreifenden persönlichen

und kontextuellen Gründen zugrunde. Wie siehst

Du dieses Problem als RAD-Arzt?» Und der Befragte

antwortet: «Etwas überspitzt gesagt sind deshalb

diese Krankheiten, die sich nicht durch klare Befunde

dokumentieren lassen, keine Krankheiten.»

Was steckt dahinter?

Die pathogenetische Herangehensweise

der Schulmedizin (die sich ausschliesslich

mit der Entstehung und Behandlung von

Krankheiten beschäftigt) gleicht im Bild der von

Antonovsky begründeten Salutogenese dem Versuch,

Menschen mit hohem Aufwand aus einem

reissenden Fluss zu retten, ohne sich Gedanken da -

rüber zu machen, wie sie da hineingeraten sind und

warum sie nicht besser schwimmen können. Die

Salutogenese hingegen (die eher danach fragt, wie

es Menschen gelingt, trotz aller Hindernisse relativ

gesund zu bleiben) sieht den Fluss als den Strom des

Lebens: Niemand geht sicher am Ufer entlang. Die

Frage ist vielmehr: Wie wird man, wo immer man

Foto: Marco Nescher

sich in dem Fluss befindet, ein guter Schwimmer?

Dieser Frage kommt die Traditionelle Chinesische

Medizin sehr nahe. Denn sie ist eine funktionale

Wissenschaft. Das bedeutet, dass bei ihr lebendige

Abläufe, Lebensfunktionen, aktuelles biologisches

oder psychisches Geschehen im Mittelpunkt der

Aufmerksamkeit stehen. Die chinesischen Ärzte

verstehen den Menschen als ein energetisches

Gefüge, eingebettet in die universale Rhythmik von

Yin und Yang. Gesundheit bedeutet das harmonische

Fliessen des energetischen Potentials, welches

die Chinesen Qi (zu übersetzen etwa als «Lebensenergie»)

nennen. Deshalb kann eine Behandlung

nach den Prinzipien der traditionellen chinesischen

Medizin sehr gut ergänzend zur Schulmedizin und

in vielen Fällen auch alleine eingesetzt werden.

Denn beide Medizin-Systeme haben ihre spezifischen

Vorzüge und Grenzen. |

Zur Person

Dr. Marco Ospelt hatte bis 2006 eine medizinische

Grundversorger-Praxis in Triesen. Seither arbeitet er ausschliesslich

nach den Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin.

FEBRUAR 2008


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Von Günther Meier

INTEGRATION

Konventionen sprengen

auf hohem Niveau

Als ein Gast in unverwechselbarem Dialekt eine

«Lady» bestellte, zuckte Sandra Lorber zusammen.

«Wenn der Kerl eine Dame sucht», schoss es der

Kellnerin durch den Kopf, «dann sollte er sich

anderswo melden.» Inzwischen weiss sie, dass die

Bestellung des Mannes einem kleinen Bier im Offenausschank

galt. Auch über andere Besonderheiten

der liechtensteinischen Gastronomie kennt sie

sich bestens aus. Die Absolvierung des Wirtefachkurses

und die mit Erfolg bestandene Wirteprüfung

lassen daran keine Zweifel. Situa-

Die Deutschen Sandra Lorber tionen wie in Vaduz erlebte Sandra

Lorber am ersten Arbeitstag

und Stephan Forsil bringen auch an anderen Orten, denn

internationales Flair in die nach ihrer Ausbildung in der

deutschen Gastronomie zog es sie

Gastro-Szene Liechtensteins nach Portugal, in die Schweiz

und nach Österreich. Geprägt

durch die Gastro-Grundkenntnisse in Deutschland,

die in anderen Ländern erweitert wurden, bringt sie

internationales Flair in die Gastro-Szene. Liechtensteins

Gastronomie ist durch ihre Zuwanderung um

einen Farbtupfer strahlender geworden.

Die deutsche Gastronomie wirft im Ausland keine hohen Wel-

len. Bei Sandra Lorber und Stephan Forsil im Vaduzer «Luce»

verbinden sich Fachkenntnisse mit herzlicher Gastlichkeit. Ein

sympathischer Integrationsgewinn für unser Land.

Mit deutscher Gründlichkeit

neue Elemente ausloten

Der Geschäftsführerin im «Luce» steht Küchenchef

Stephan Forsil zur Seite, auch er ein erfreulicher

«Wandergewinn» für Liechtenstein und seine Gas -

tronomie. Die teilweise unkonventionellen Kreationen,

die der Jungkoch auf die Teller zaubert,

zeichnete der Gastro-Führer Gault-Millau im vergangenen

Jahr mit 13 Punkten aus. Die kulinarischen

Tester befanden, dass Stephan Forsil mit

seiner kreativen und mediterranen Kochkunst

Konventionen sprengen wolle. Er selbst, der nach

seiner Kochlehre in Deutschland

an verschiedenen bekannten Orten

bei hoch dekorierten Köchen

das Handwerk verfeinerte, gibt

sich bescheidener: Zwar ist für

ihn diese Auszeichnung eine Verpflichtung,

auf diesem speziellen

Weg weiterzugehen, aber an ers -

ter Stelle steht für ihn die Zufriedenheit der Gäste,

die Gefallen finden an den mutigen Kreationen,

welche die traditionelle Küche mit neuen Elementen

erweitert. Während Stephan Forsil kreativ, aber

mit deutscher Gründlichkeit die Möglichkeiten der

internationalen, mediteran angehauchten Küche

auslotet, geht Sandra Lorber im Service mit zurückhaltender

Herzlichkeit auf die kulinarischen Wünsche

der Gäste ein – jeder in seinem Bereich mit

meisterlichem Können.

Arbeitsplatz in Liechtenstein,

Wohnsitz in der Schweiz

Sandra Lorber und Stephan Forsil begegneten einander

im Vaduzer Restaurant «Residence». Wie sie

dorthin gelangten, gehört zu den Launen des persönlichen

Schicksals. Gleichzeitig illustriert ihr

beruflicher Werdegang in Liechtenstein die besondere

Ausprägung der liechtensteinischen Ausländerund

Integrationspolitik. Auf der Suche nach einem

inte ressanten Arbeitsplatz in einem renommierten

Hotel nahm die Hotelfachfrau Sandra Lorber eine

Stelle im Vaduzer «Sonnenhof» an. Das strenge Ausländergesetz

stellte die Kurzaufenthalterin schon

nach einem Jahr wieder über die Grenze. Die

Schweiz mit bilateralen EU-Verträgen und einem

Mangel an gelernten Fachkräften in der Gastro no -

mie nahm sie mit offenen Armen auf. Liechtenstein


und damit verbundene persönliche Gründe zogen

sie nach Ablauf der gesetzlichen Frist wieder nach

Vaduz, diesmal ins «Residence». Aber Liechtenstein

ist für Sandra Lorber nur Arbeitsort, den Wohnsitz

musste sie in der benachbarten Schweiz nehmen.

Stephan Forsil, den ein Berufskollege in unser Land

lockte, hatte mehr Glück. Schon bei seiner ersten Bewerbung

im Rahmen der EWR-Auslosung erhielt er

die Aufenthaltsbewilligung, nachdem er vorher den

Wohnsitz ebenfalls in die Schweiz verlegen musste.

Gastronomie auf hohem Niveau

Die typisch deutsche Gastronomie

haben Sandra Lorber und Stephan Forsil nicht

nach Liechtenstein gebracht. Aber die positiven

Eigenschaften, die den Deutschen nachgesagt werden,

dringen trotz ihres internationalen Erfahrungsschatzes

in ihre Gastronomie-Vorstellungen

ein. Kompetenz in der Küche und im Service ist

für sie ein Muss. «Mir ist sofort das sehr hohe Ni-

Bauchgefühle

Integration hat auch etwas mit Gefühl zu tun. Mit

Bauchgefühl. Wir wollen das Thema Integration von Ausländern von

der Gefühlsseite her betrachten. Diesmal mit den beiden Deutschen

Sandra Lorber und Stephan Forsil in unserer Serie.

Ein gutes Gespann – Sandra

Lorber mit zurückhaltender

Herzlichkeit, Stephan Forsil

mit mutigen Kreationen.

veau der Gastronomie in Liechtenstein

aufgefallen», erinnert

sich Sandra Lorber an die ersten

Erfahrungen. Entsprechend anspruchsvoll

sind auch die Gäste,

die regelmässig in Liechtenstein

oder in der weiteren Umgebung

eine Gastronomie auf hohem

Niveau geniessen. Die Gäste haben Vergleiche und

erwarten Service wie Küche nach diesen Ansprüchen.

Im «Luce» sollen die Gäste auf ihre Rechnung

kommen, lautet die ungeschriebene Hausregel.

Stephan Forsil kocht aus Leidenschaft, versucht tatsächlich

immer wieder Konventionen zu sprengen,

was den gehobenen Ansprüchen der Gäste entgegenkommt.

Hohe Kochkunst mit frischen Produkten,

und das zu vernünftigen Preisen!

Foto: Günther Meier

Integration vorerst noch eine

Einbahnstrasse

Von der deutschen Mentalität der Sorgfalt, der

Arbeitsmoral und der Flexibilität können die Liechtensteinerinnen

und Liechtensteiner im «Luce» profitieren.

Die offizielle Integration in Liechtenstein

ist aber vorerst noch eine Einbahnstrasse. Liechtenstein

schätzt die beiden Deutschen als Arbeitskräfte

und jetzt auch als Unternehmer. Eine Wohnsitznahme

aber bleibt verwehrt, ausser das Glück ist auch

Sandra Lorber so hold bei der EWR-Auslosung wie

Stephan Forsil. Neben diesen behördlichen Restriktionen

aber gibt es die persönliche Integration, die

beiden geglückt ist. Sie fühlen sich als Gastgeber in

Liechtenstein wohl, wundern sich inzwischen nicht

mehr darüber, dass die meisten Leute einfach «Du»

sagen und schätzen es, wenn die Gäste nicht nur

über Essen und Trinken reden wollen. |

FEBRUAR 2008


14

KOPF DES MONATS

Astrid Meier –

Fasten ist mehr als hungern

Die Fastenzeit nach der stürmischen Fasnacht

ist für viele willkommener Anlass zum kurzfristigen

Umdenken. Die einen schwören dem Alkohol für

einige Wochen ab, andere versuchen mit Fasten

oder Diät auch noch die von

den Festtagen übrig gebliebenen

Speckröllchen zu beseitigen.

Be weggründe gibt es viele. Auch

die Möglichkeiten, in unserem

Schlaraffenland den einen oder anderen Verzicht

zu üben, scheinen fast endlos zu sein. Wer nicht nur

sein Gewissen beruhigen will, sondern die Weichen

seiner Ernährung in Richtung Gesundheit stellen

möchte, sollte sich von Fachleuten

beraten lassen. Dass ein gesunder

Geist nur in einem gesunden

Körper wirken kann und

nur ein gesunder Körper einen

gesunden Geist walten lässt, ist

in unseren Breitengraden zum

Allgemeingut geworden. Aber,

so weiss die diplomierte Ernäh-

Astrid Meier-Guldimann rungsberaterin Astrid Meier-

Dipl. Ernährungsberaterin SHS Guldimann aus Erfahrung, das

Wissen über gesunde Ernährung

ist nicht sehr weit verbreitet. Allerdings ist es heute

nicht einfach, aus dem riesigen Nahrungsmittel -

angebot, das teilweise mit grossem Aufwand beworben

wird, die richtige Auswahl zu treffen. Zudem

haben sich die Essensgewohnheiten in unserer

Gesellschaft stark verändert, was dem einzelnen

Körper nicht immer zum Vorteil gereicht.

Leistungsfähigkeit mit bewusster

Ernährung

«Wir leben nicht, um zu essen, sondern wir

essen, um zu leben», zitiert Astrid Meier den Philosophen

Sokrates. Eine nicht den Bedürfnissen des

Körpers angepasste Ernährung kann längerfristig

zu Reaktionen des Organismus und letztlich zu

Krankheiten führen. «Mit einer bewussten Ernährung

hingegen kann man die körperliche und geis -

tige Leistungsfähigkeit massgeblich beeinflussen,

FEBRUAR 2008

Foto: Günther Meier

Gesunde Ernährung heisst nicht Verzicht, sondern

umfasst eine vernünftige und ausgewogene Ernährung

sich bis ins hohe Alter vital halten und so das Leben

gesund und aktiv geniessen», ist die Ernährungsberaterin

überzeugt. Mit einer kurzfristigen Fastenkur

ist es freilich nicht getan, auch die in unübersehbarer

Anzahl angebotenen Diäten halten in der Regel

nicht, was sie versprechen. Wer also nicht nur kurzfristig

schnell an Gewicht verlieren will, sondern

seinen Körper mit ausgewogener Ernährung gesund

und leistungsfähig erhalten möchte, vertraut

sich der Ernährungsberatung an.

Körperliches Wohlbefinden und seelisches

Gleichgewicht

Astrid Meier, die über ihren Beruf als Drogis -

tin und ihre Tätigkeit im Reformhaus zur Ernährungsberatung

kam, bietet individuelle Ernährungsanalysen

an, die auf die persönliche Situation

abgestimmt ist: Leistungssportler brauchen eine

andere Ernährung als Büroangestellte, Kinder müssen

anders ernährt werden als ältere Menschen,

was für Untergewichtige richtig ist, kann für Über -

gewichtige zu einem Problem werden. Die Ernährungsberaterin

legt deshalb nach ihrer Analyse

einen Plan fest, der auf Wünsche und Bedürfnisse

der Ratsuchenden eingeht, in erster Linie aber eine

gesunde Ernährung zum Inhalt hat. Macht also Fas -

ten während der Fastenzeit keinen Sinn? «Fasten

kann durchaus Sinn machen», ist Astrid Meier

überzeugt, «es muss aber nicht unbedingt körper -

liches Fasten allein sein, der Geist und die Seele

brauchen ebenfalls Pflege.» Damit schliesst sich

der Kreis, wonach Gesundheit Körper und Geist

umfasst – und richtige Ernährung nicht nur auf das

körperliche Wohlbefinden zielt. |


Frauen-Businesstag 2008

PUBLIREPORTAGE

Businesstag am 25. Februar

Doris Leuthard als Hauptreferentin

Am 25. Februar 2008 feiert der «Businesstag» Premiere.

Die Schweizer Bundesrätin Doris Leuthard ist Hauptreferentin

dieser neuen Wirtschaftstagung für Frauen.

Das neue Wirtschaftsforum für Frauen im Rheintal orientiert

sich an den spezifischen Bedürfnissen von Frauen im Wirtschafts -

leben. Das Programm soll von der Studentin, über die Managerin

und Unternehmerin bis hin zur wirtschaftsinteressierten Frau interessante

Gespräche und spannende Kontakte bieten, sagen die Veranstalter

Skunk AG und Boja 19.

Informationen zur Tagung sind im Internet unter www.businesstag.li

erhältlich.

Hochkarätige Referentinnen

Hauptreferentin des Wirtschaftsforums ist Doris Leuthard,

Chefin des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements. Von 1999

bis 2006 war die Rechtsanwältin Nationalrätin, von 2004 bis 2006

Parteipräsidentin der CVP. Doris Leuthard ist seit dem 1. August

2006 Mitglied des Schweizer Bundesrats, und eine Frau, die das

Schweizer Wirtschaftsleben prägt. Ihr Thema am Businesstag lautet

«Zauberquoten statt Quotenzauber – Die Frauen auf dem Weg in

die Chefetagen» und wird mit Spannung erwartet.

Ebenfalls einen Auftritt am Businesstag am 25. Februar in

Vaduz hat die Zukunftsforscherin Susanne Westphal, die für das

Horx-Institut den «Megatrend Frau» untersucht hat und zum

Vortragstitel «Die Zukunft ist weiblich – warum Megatrends vor

allem Frauen neue Chancen eröffnen» spricht.

Auch die aus den Medien bekannte Schweizer Politologin

Regula Stämpfli, welche vor wenigen Tagen ihr neuestes Buch «Die

Macht des richtigen Friseurs» veröffentlicht hat und die Liechten -

steinerin Aurelia Frick, die für eine internationale Headhunting-

Firma in Zürich tätig ist, haben ihre Teilnahme zugesagt. Professo rin

Silvia Simon stellt zudem ihre Untersuchung über die Rahmen -

bedingungen für Frauen auf dem liechtensteinischen Arbeitsmarkt

vor.

Bundesrätin Doris Leuthard ist

Hauptreferentin am Frauen-Businesstag

2008.

Regierungsrätin Rita Kieber-Beck

eröffnet das erste Wirtschaftsforum

für Frauen.

Tickets

Unter www.businesstag.li sind

Tickets und detaillierte Informationen

erhältlich. Das Wirtschaftsforum

findet am 25. Februar um

16 Uhr im Vaduzer Saal statt.


16

17

Von Georg Sele

UMWELT

Verantwortung für die

Arbeitswege wahrnehmen

Die Inficon AG in Balzers (ehemals

Balzers Instruments) mit etwa 225 Mitarbeitern

entwickelt und produziert hochwertige Messgeräte

für Vakuumanwendungen

und Gase sowie weitere Vakuum-

Die Basis von erfolgreichem komponenten. Sie ist ein Teil der

Mobilitätsmanagement

Inficon Holding, einem börsenkotierten

Unternehmen mit 850

sind Anreize für den Fuss- Mitarbeitenden in 12 Ländern

und 2006 einem Jahresumsatz

und Radverkehr

von 212 Millionen US-Dollar.

Für ihr betriebliches Mobilitätsmanagement

wurde die Inficon AG mehrfach ausgezeichnet,

zuletzt 2006 mit einem Binding Preis.

Der Weg zur Arbeit in Liechtenstein wird von etwa 75% der Berufstätigen

mit motorisiertem Individualverkehr (vor allem allein im Auto) zurückgelegt.

Bei der Inficon AG in Balzers sind es nur etwa 50%. Warum diese Sonder -

stellung?

Wie es dazu kam

Die Inficon AG ist seit 1994 nach

ISO 9001 und seit 1998 auch nach ISO 14001 zertifiziert.

Obwohl nach Norm nicht verlangt, wurden

aus Gründen der Ehrlichkeit und Verantwortung

die Arbeitswege bei der Analyse mit berücksichtigt.

Es zeigte sich bei einem Anteil des motorisierten

Individualverkehrs (MIV) von etwa 65%, dass die

Arbeitswege etwa 50% des gesamten Energieverbrauchs

verursachen. Die Reduktion dieses Energieverbrauchs

wurde als eines der Umweltziele

definiert und festgelegt, dass längerfristig nur 40%

der Mitarbeitenden per MIV zur Arbeit kommen

sollen. So wurde von einer Arbeitsgruppe ein kluges

betriebliches Mobilitätsmanagement entwickelt

und – getragen von der Geschäftsleitung – realisiert

sowie weiterentwickelt. Dies alles, ohne die Mitarbeiterzufriedenheit

zu gefährden. Der Zwischen -

erfolg kann sich sehen lassen. Gemäss Umfrage liegt

der MIV-Anteil heute bei 46%. Die Zählungen über

die letzten zwei Jahre ergeben im Jahresdurchschnitt:

13% Fuss-/Radverkehr (10% Radverkehr,

3% Fussverkehr), 37% kollektiver Verkehr (30%

ÖV, 7% Fahrgemeinschaft), 50% motorisierter

Individualverkehr (44% Auto, 6% Motorrad). Pa -

rallel zum Aufbau der Belegschaft gegen 300 Mitarbeitende

muss der MIV-Anteil auf die geplanten

40% reduziert werden; dann reichen die Parkplätze.

Neue Mitarbeiter wählen zwischen einer

Club-Mitgliedschaft oder einem Parkplatz; etwa die

Hälfte wird Top- oder Plus-Mitglied im Inficon

Mobilitäts-Club.

Erfolgsfaktoren

Die Basis von erfolgreichem betrieblichem

Mobilitätsmanagement sind Anreize

für den Fuss- und Radverkehr, Fahrgemeinschaften

und die Benützung des öffentlichen Verkehrs bei

gleichzeitig einschränkenden Massnahmen für den

motorisierten Individualverkehr (speziell Parkplatzbewirtschaftung).

Wichtige Elemente sind:

Inficon Mobilitäts-Club: Mitarbeitende verpflichten

sich als Top-Mitglieder höchstens 12 Mal pro


Jahr allein im Auto zur Arbeit zu kommen, Plus-

Mitglieder 52 Mal, Basic-Mitglieder 96 Mal. Dafür

erhalten sie am Ende des Jahres einen Mobilitätsbeitrag

ausbezahlt: Top 500, Plus 380, Basic 100

Franken. Für den Nahbereich gilt eine Reduktion

von 100 Franken. Finanzielle Anreize sind für den

Erfolg von betrieblichem Mobilitätsmanagement

wichtig. Sie sind dann hoch genug, wenn der Unterschied

von «Selten-MIV» zu «Immer-MIV» im

Bereich von 1000 Franken liegt. Ein Beispiel: Ein

Top-Mitglied erhält 500 Franken; ein Parkplatz bei

«ohne Auto zumutbar» kostet 720 Franken; der

Unterschied beträgt 1250 Franken pro Jahr. Clubmitglieder

können kostenlos Mitglied von Mobi lity

CarSharing Schweiz werden und an Arbeitstagen

(z.B. zum Einkaufen, für Arztbesuch) kostenlos ein

Mobility-Auto verwenden; eines steht beim Eingang

der Inficon. Radverkehr: Als fortschrittlicher

Zur Person

Dr. Georg Sele war bis zu seiner Pensionierung

Mitglied der Geschäftsleitung der Inficon AG. Heute ist er nur noch

verantwortlich für das betriebliche Mobilitätsmanagement.

Fotos: Inficon

Als fortschrittlicher Arbeitgeber

stellt Inficon eingangsnahe, überdachte

Radabstellanlagen bereit;

zudem Umkleideräume mit

Schränken, Duschen, Duschtüchern,

Haarföhn.

Arbeitgeber stellt Inficon eingangsnahe,

überdachte Radabstellanlagen

bereit; zudem Umkleideräume

mit Schränken,

Duschen, Duschtüchern, Haarföhn.

Dies ist nicht nur für Rad

Fahrende mit mehr als drei Kilometer

Arbeitsweg unabdingbar,

sondern dient auch den Mittagsjoggern.

Nur Gewinner

Der Arbeitgeber hat kleinere

Kos ten, da er weniger Parkplätze zur Verfügung

stellen muss. Zudem legt ein guter Teil der Belegschaft

die Arbeitswege stressfrei und auf gesundheitsfördernde

Art zurück. Viele Arbeitnehmer

haben dank kos tengünstiger Arbeitswege erheblich

mehr Geld zur Verfügung. Zudem fühlen sie sich

fitter und gesünder. Die Emissionen aus dem motorisierten

Verkehr sinken – Mensch, Umwelt, Klima

werden weniger belastet. Ebenso sinken Landverbrauch

und Kosten für Verkehrsinfrastrukturen.

Wünsche an die Behörden

Etwa 70% der Inficon-Mitarbeitenden

wohnen in der Schweiz. Die Weiterentwicklung

wird gefördert durch den Ausbau der Eisenbahn

Sargans-St. Gallen mit Pendler-Regionalverkehr

zwischen Buchs-Sargans. Zudem 30-Minuten-

Takt der Busse Buchs-Sargans zu den Hauptverkehrszeiten

am Morgen, Mittag und Abend. Und

schlanke LBA-Verbindungen von Trübbach nach

Balzers. Als wesentliches Element des Radwegnetzes

fehlt eine Fuss-/Radwegbrücke über den Rhein im

Bereich Weite-Halös (zwischen Triesen-Balzers). |

FEBRUAR 2008


BRAUCHTUM

18 Ruassla am Schmotziga Donnschtig

Am Fasnachtsbeginn werden die Gesichter schwarz

Früher verwendete man Speck- Fröhlich-derb geht es oft am

schwarten oder alte Korkzapfen, Schmutzigen Donnerstag zu. An

um das Gesicht der anderen diesem Donnerstag vor dem Fas-

fasnächtlich zu dekorieren. nachtssonntag steuert die Fasnacht

auf ihren Höhepunkt zu.

Ein alter Brauch will es, dass an diesem Tag die Leute

besonders ausgelassen sind und einander die Gesichter

einfärben oder schwärzen. Das Brauchtum ist

nicht mehr an allen Orten gleich, aber ursprünglich

wurde zuerst der Schmutzige Donnerstag gefeiert,

auf den der Russige Freitag folgte. Heute werden die

beiden Tage oft vermischt, was bedeutet, dass viele

schon am Donnerstag mit dem «Ruassla» beginnen.

Der Schmutzige Donnerstag oder «dr Schmotzig

Donnschtig» hat seinen Namen vom früheren

Brauch, an diesem Tag vor der Fastenzeit nochmals

Fleisch essen zu dürfen. «Schmotz» heisst im Dialekt

Fett oder Schmalz. Die Sache mit dem Fleisch war

früher nicht so einfach wie heute, wo Kühlschränke

und Tiefkühler, Metzgereien und Supermärkte

tagtäglich zur Verfügung stehen. Der Freitag war

früher ein Fasttag, an dem kein

Fleisch gegessen werden durfte.

Am Samstag und Sonntag konnte

nicht geschlachtet werden, weil

am einen Tag das Judentum und

am anderen Tag das Christentum

derartige Arbeiten verbot.

FEBRUAR 2008

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Schlachten am Montag und

Dienstag vor dem Aschermittwoch

machte keinen Sinn mehr,

weil dann die fleischlose Fastenzeit

begann. Also nahm man

den Donnerstag vor dem Fasten,

um noch einmal ausgiebig

«Schmotz» zu essen, natürlich bei

fröhlicher bis ausgelassener Stimmung.

Erhalten geblieben ist der

Brauch, dass am «Schmotziga

Donnschtig» die Fasnacht so richtig

beginnt und sich die Kinder

die Gesichter einfärben oder

schwärzen. An vielen Orten wird

nur am Donnerstag «gruasslet», an anderen Orten

nur am «Ruassiga Fritig», wieder an anderen Orten

an beiden Tagen. Die «Ruassler» verwendeten früher

Speckschwarten oder Tücher, die mit dem Russ von

Pfannenböden oder aus dem Holzherd geschwärzt

waren. Weil sowohl die Speckschwarten als auch

die russgeschwärzten Pfannenböden verschwanden,

verlegten sich die «Ruassler» auf Korkzapfen, die mit

dem Feuerzeug kurz angebrannt werden. Der Russ

des Korks eignet sich gut für einen schwarzen Tupfer

auf der Nase oder eine Zeichnung auf der Wange

oder Stirn.

Unter Schulkindern herrschte früher der Wettbewerb,

dass jener als Meister seines Fachs galt, der

möglichst viele «ruassla» konnte, selbst aber weitgehend

unversehrt von Russspuren blieb. Weil das in

der Praxis meistens nur von den Stärkeren verwirklicht

werden konnte, waren vor allem die Mädchen

die Opfer. Listige junge Frauenzimmer machten aus

dieser Not eine Tugend und schwärzten sich selbst

ein. Damit blieben sie in der Regel vom gröberen

«Ruassla» verschont, weil nur

Bleichgesichter als Opfer ausserkoren

wurden – und zudem hat-

Foto: Photo Malu

ten sie das Gesicht nicht einfach

verschmiert, sondern konnten

vor dem Spiegel selbst ein paar

kecke Schwarztupfer auftragen. |


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20

21

Von Stefan Güldenberg

WIRTSCHAFT

From Good to Great

Das Beispiel Google

Der Reichtum unserer westlichen

Gesellschaft basiert historisch betrachtet zu einem

Gutteil auf unserer Fähigkeit zum effizienten Management

der manuellen Arbeit und der damit verbundenen

Produktivitätssteigerung. Unser grösstes

Problem heute ist, dass viele Manager dieselben,

in der Vergangenheit erfolgreichen Managementprinzipien

nach wie vor konsequent praktizieren,

unsere Arbeitsplätze sich aber

in der Zwischenzeit fundamental

Bei Google gibt’s keine

gewandelt haben. Sie haben

Anwesenheitskontrolle. Was mehrheitlich nichts mehr mit

manueller Arbeit im klassischen

allein zählt ist, dass die

Sinne zu tun. Es handelt sich viel-

gemeinsam vereinbarten mehr um geistige Arbeit, um

Wissensarbeitsplätze, die ganz

Ziele erreicht werden

neue Anforderungen und Herausforderungen

an Führungskräfte

stellen. Dies führt dazu, dass viele dieser

hochqualifizierten Wissensarbeiter heute frustriert

und demotiviert sind. Experten schätzen, dass im

Schnitt mehr als 80% des Personals von Unternehmen

nur noch Dienst nach Vorschrift machen.

Viele befinden sich in einem Zustand der inneren

Kündigung.

Nicht so beim attraktivsten Arbeitgeber

der Welt, dem amerikanischen Internetunternehmen

Google. Dieses bekommt geschätzte

1300 Bewerbungen pro Tag zugesendet, und das

ohne eine konkrete Stellenausschreibung. In Zeiten

eines härter werdenden Wettbewerbs um qualifizierte

Arbeitskräfte, oft auch als «War for Talents»

bezeichnet, ein unschätzbarer Wettbewerbsvorteil.

Waren es früher namhafte Industrieunternehmen

oder Unternehmensberatungen, so kann sich heute

Google die besten und motiviertesten Arbeitskräfte

Unser grösstes Problem ist, dass viele Manager in der Vergangenheit erfolg -

reiche Managementprinzipien nach wie vor praktizieren, unsere Arbeitsplätze

sich aber in der Zwischenzeit fundamental gewandelt haben. Google macht es

vor, wie es geht.

als erstes aussuchen, die anderen Unternehmen

müssen sich hinten anstellen. Was macht Google

besser als andere? Dies durfte ich kürzlich bei einem

Besuch des Züricher Büros selbst erleben. Dabei

sind mir drei Managementprinzipien besonders

eindrücklich in Erinnerung geblieben:

1. Wissensarbeiter haben bei Google einen hohen

Stellenwert, sie sind wichtiger als alles andere!

Google hat verstanden, dass Wissensarbeiter gefordert

und gefördert werden wollen. Sie sind anders

motiviert als der klassische Industriearbeiter unserer

Vätergeneration und sie müssen auch dementsprechend

anders geführt werden. Wissensarbeiter

brauchen Freiraum, viel Freiraum. Sie wollen sich

nicht mehr einer klassischen Unternehmenshie -

r archie unterordnen. Bei Google kann jeder selbst

bestimmen, wann er zur Arbeit kommt und wann

er wieder geht. Wissensarbeiter wissen selbst am

besten, wann und wie sie produktiv arbeiten können,

sei es in der Früh, am Nachmittag oder eben in

der Nacht. Es gibt keine Notwendigkeit einer Anwesenheitskontrolle.

Was allein zählt ist, dass die gemeinsam

vereinbarten Ziele erreicht werden. Dabei

wird zwischen inhaltlichen und fachlichen Zielen

unterschieden. Was für die Arbeitzeit gilt, gilt auch

für den Arbeitsplatz. Bei Google können die Mitarbeiter

diesen selbst gestalten. Und wenn sie glauben,

ein Pool-Billiard oder ein Swimming Pool

trägt zur Steigerung der Arbeitsproduktivität bei,

gibt es keinen Grund, diesen Wunsch abzulehnen.

2. Ablenkung ist der grösste Feind der Produktivität,

die Fokussierung der Aufmerksamkeit die

grösste Herausforderung moderner Unternehmens

führung!


Wissensarbeiter sind anders

motiviert als der klassische

Industriearbeiter und müssen

auch dementsprechend

anders geführt werden.

Wieviel Mitarbeiter wissen eigentlich

heute genau, was das Unternehmen,

bei dem sie arbeiten,

von ihnen erwartet? «Google does

search» – kürzer und präziser

kann man den Zweck der eigenen

Existenz wohl nicht ausdrücken.

Nach Ansicht von Google ist es

das Beste, sich auf eine Sache zu

konzentrieren und diese wirklich, wirklich gut zu

machen. Zu diesem Zweck leistet man sich seit

kurzem auch einen sogenannten «Chief Internet

Evangelist» und dieser ist niemand geringerer als

der Vater des Internets: Vint Cerf. Was es heisst,

Wissensarbeiter für eine Sache zu motivieren, kann

sich jeder selbst in seinen Videobotschaften am

Internet ansehen.

3. Zeit ist der grösste ökonomische Engpass in

unserer heutigen Zeit, nicht Geld!

«Schnell ist besser als langsam»: Ein weiterer Leitspruch

in der Google-Welt, der ganz an den Vater

der Produktivitätsbewegung Frederick W. Taylor

und sein Konzept des wissenschaftlichen Managements

erinnert. Allerdings geht es heute nicht

mehr um die möglichst effiziente Aufteilung der

Arbeit, sondern um produktive Wissensteilung und

gemeinsame Wissensentwicklung, nicht um hohe

Stückzahlen, sondern um die beste Lösung. Unternehmen,

die heute in der Lage sind, schneller zu

lernen als ihre Konkurrenz, werden die wahren

Gewinner in einer globalisierten Welt sein, nicht

die, die durch ihre schiere Grösse glauben, sich dadurch

für immer unentbehrlich gemacht zu haben.

Schlag nach bei den Dinosauriern. Diesen hat ihre

Grösse auch herzlich wenig geholfen: Sie sind aus-

Fotos: IPG Gutenberg Est.

gestorben, weil sie sich nicht schnell genug an das

sich verändernde Umfeld anpassen konnten. Bei

Google heisst Zeitmanagement, tue alles, damit sich

die Mitarbeiter im Hause wohl fühlen und nehme

ihnen die zeitlichen Belastungen des Alltags soweit

wie möglich ab. Und schliesslich kostet es nicht die

Welt, tatsächlich für ein «Free Lunch» zu sorgen,

dass nach Überzeugung meines Gesprächspartners

nicht nur das beste, sondern auch das gesündeste in

ganz Zürich ist. Es gäbe noch viele weitere bemerkenswerte

Punkte zu berichten, z.B. das stimulierende

Arbeitsklima und die Tatsache, dass kaum

einer den Wechsel von seinem früheren Arbeitgeber

(übrigens überdurchschnittlich häufig namhafte

Unternehmen und Elite-Universitäten) zu Google

bereut hat. Was Google überzeugend zeigt, ist die

Konsequenz, mit der man die Idee einer lernenden

Organisation in der Praxis umgesetzt hat. Und so

heisst der letzte Grundsatz der Google-Philosophie

auch ganz einfach: «Great just isn’t good enough.»|

Zur Person

Prof. Dr. Stefan Güldenberg ist Inhaber des Lehrstuhls

für Internationales Management am Institut für Entrepreneurship

der Hochschule Liechtenstein.

FEBRUAR 2008


22

23

Von Hans Frommelt

KULTUR

«Die Energie vom Föhn

sollte man nutzen können»

«Die Energie vom Föhn sollte

man nutzen können». Dieses Argument wird bei

Diskussionen über die Stromversorgungsproblematik

immer wieder erwähnt. Der Föhn ist zu

turbulent, zu bockig. Die Wind-

Stromproduktion aus erneuergeschwindigkeit sei zu hoch,

man müsse bei so hohen Windbaren

Energien wäre auch geschwindigkeiten die Maschi-

aus finanzieller Sicht ein nen abstellen. Windräder machen

einen Saulärm, ist ein

Gewinn für unsere Region

weiteres negatives Argument gegen

die Windenergienutzung. Ein

Haupt- problem bei der Windenergienutzung in

den Alpen sei auch die Vereisung der Rotorblätter.

Solche Negativkritiken und weitere hört man seit

Jahrzehnten. Andererseits hört und liesst man ständig,

dass die Windenergienutzung unerschöpflich,

sauber, wirtschaftlich und zukunftsorientiert ist.

Die Windenergie schafft Arbeits-

Windräder arbeiten heute ohne plätze bei Planung, Herstellung,

grossen Lärm. Moderne Anlagen Errichtung und Betrieb. Die

sind kaum mehr hörbar. Windenergie verringert die Stromim-

portabhängigkeit. Windenergie

kann Atomkraftwerke

ersetzen. Bei einer richtigen

Standortwahl kann eine einzelne,

grössere Windkraftanlagen leicht

den Strombedarf von 1000 Haushalten

decken. Die Windenergie -

nutzung ist extrem nachhaltig

und produziert 40- bis 80mal

mehr Energie, als für die Herstellung,

Transport, Montage und

einen Rückbau benötigt wird.

Eine Kennzahl, die keine andere

Stromproduktionsanlage bieten

Foto: IPG Gutenberg Est.

Wind haben wir genug, vor allem wenn der Föhn bläst. Aber einfangen lässt

sich der Wind nur mit speziellen Anlagen, die heute noch mit Skepsis auf -

genommen werden. Die Zukunft liegt jedoch bei erneuerbaren Energien.

kann. Windenergieanlagen sind zudem sehr umweltfreundlich,

emittieren keine klimabelastenden

Schadstoffe wie CO2, produzieren praktisch keine

Abfälle und Sondermüll wie andere Stromproduktionsanlagen.

Somit erstaunt es nicht, dass auf

dem Meer und entlang von Meeresküsten, aber

auch auf flachen Landflächen tausende von Windenergienutzungsanlagen

aufgestellt wurden und

noch werden. Die Vorteile der Windenergienutzung

sind längstens erkannt. Moderne, zeitgemäss konzipierte

Windenergieanlagen erzeugen kaum noch

eine Geräuschbelastung.

Windenergieanlagen gehören

bald zum Landschaftsbild

Windenergieanlagen verändern

das Landschaftsbild. Für Erholungsuchende kann

das schlanke und recht dominante Bauwerk das

Naturerlebnis vielleicht etwas einschränken. Allerdings

kann dieses Thema relativiert werden. An die

Hochspannungsmasten entlang des Rheins hat sich

die Bevölkerung längstens gewöhnt, an welchen

auch Antennen für die Mobilkommunikation

montiert sind. Da stellt sich die Frage, ob sich

die Bevölkerung auch an die Windenergienutzung

gewöhnen wird. Für viele gehören Windenergie -

anlagen bereits zu einem Erscheinungsbild, das zu

einer bewohnten Landschaft gehört, so wie die

Strassen, Autobahnen, Brücken, Häuser, Kühltürme

von Atom- und Kohlekraftwerken, Kamine

von Verbrennungsanlagen, Hochspannungsleitungen,

Industrie- und Gewerbebauten oder Stauseedämme

aus Beton.

Bis vor kurzem galt die Region

Süddeutschland als windarm und folglich wurde

kaum über die Windenergienutzung diskutiert.


Typische Föhnstimmung

über dem Rheintal.

Die neuen Erkenntnisse über die

Windenergienutzung abseits von

Meeresküsten zeigen neue Fakten.

In rund 100 Meter Höhe lässt

sich mit den ständig besseren

Rotoren der Windkraftanlagen

ein Vielfaches an Energie einfangen

als noch vor wenigen Jahren mit kleineren

Anlagen. Interessant in dieser Beziehung ist die

Windenergienutzungsstudie des Eidgenössischen

Bundesamtes für Energie. Modelliert wurden die

mittleren jährlichen Windgeschwindigkeiten 70

Meter über Grund. Über die Grate unserer Berge

weht im Jahresdurchschnitt sehr viel Wind. Liechtenstein

könnte weitgehend mit elektrischer Energie

versorgt werden und zudem ohne CO2-Belastung.

Geräusche sind künftig kaum

mehr wahrnehmbar

Liechtenstein hat sich die ver -

gangenen 80 Jahre sehr stark verändert. Bei der

vermehrten Windenergienutzung geht es auch um

die Frage: Wie wird sich Liechtenstein in den

nächsten 80 Jahren verändern? Die fossilen Energien

neigen sich dem Ende zu. Bis in 80 Jahren

werden womöglich Treibstoffe aus Pflanzen, die

auf unseren Feldern wachsen, unsere Fahrzeuge, ob

öffentliche Verkehrsmittel oder Warentransporter,

bewegen. Viele neue Ideen werden aufgegriffen

um das CO2 und andere klimaschädigende Stoffe

zu reduzieren. Bis in 80 Jahren wird die Solarener -

giegewinnung auf allen Dächern Liechtensteins

vielleicht das Normalste sein. So wie man sich an

die Hochspannungsmasten gewöhnt hat, wird man

sich an die Windräder gewöhnen. Ein Geräusch

Foto: Marco Nescher

wird kaum noch wahrnehmbar sein. Was sich im

Grossen auf europäischer Ebene abspielen wird,

lässt sich auch auf kleinräumige Verhältnisse übertragen.

Die Zukunft der dezentralen

Stromversorgung

Die derzeitigen Klimaschutzdiskussionen

haben eine neue Politik bei der Stromversorgung,

von der zentralen zur dezentralen

Stromversorgung, eingeläutet. Oder anders ausgedrückt,

die Stromproduktion aus fossilen, aber

auch atomaren Brennstoffen wird durch Produk -

tionsanlagen ersetzt, die erneuerbare Energien nutzen.

Diese neue Dynamik im Zusammenhang mit

dem Klimaschutz hat eine nicht unwesentliche

wirtschaftliche Komponente. Eine Stromproduk -

tion ausschliesslich aus erneuerbaren Energien

wäre auch aus finanzieller Sicht ein Gewinn für

unsere Region. Es geht da um Pachtzahlungen für

die Nutzung der Standorte, höhere Wassernutzungszinsen

bei Wasserkraftwerken, Folgeaufträge

für Ingenieurbüros, Industrie- und Handwerks -

betriebe, aber auch um steuerliche Abgaben an die

Gemeinden. Zweifellos muss bei einer vermehrten

Windenergienutzung auch der Landschaftsschutz

miteinbezogen werden. Doch sollte man ein Ja oder

Nein zur Windenergienutzung nicht ausschliesslich

auf diese Thematik fokussieren. |

FEBRUAR 2008


ZEITGESCHEHEN

24 Vor 150 Jahren

Seidenraupenzucht in Liechtenstein

Im 19. Jahrhundert wurden ver- Nach dem Sparkassen-Skandal

schiedene Versuche mit Seiden- 1928, als es Liechtenstein wirtraupenzucht

in Liechtenstein schaftlich schlecht ging, erhielt

unternommen, aber ohne Erfolg. die Regierung zahlreiche Vorschläge,

wie die Leute zu einfachen

und guten Verdienstmöglichkeiten kommen

könnten. Einer der Vorschläge betraf die Seidenraupenzucht,

weil Seide ein gefragtes Produkt sei, wie

damals auch in den Zeitungen ausgeführt wurde:

«Wenn man bedenkt, dass Deutschland jährlich

für über 360 Millionen Mark und die Schweiz für

über 100 Millionen Franken Rohseide einführen, so

kann man sich ein Bild davon machen, welche Zukunft

die Seidenraupenzucht hat.»

Die Idee einer Seidenraupenzucht wurde

nicht aufgenommen. Wahrscheinlich weil es früher

schon Versuche mit der Zucht von Seidenraupen

gab, die aber alle scheiterten. Die Seide kommt aus

China. Schon im 3. Jahrtausend vor Christus haben

die Chinesen die Seidenfäden der Seidenraupe

benützt, um feine Stoffe herzustellen. Die Chinesen

waren sich offenbar bewusst, welch wertvollen

Rohstoff sie mit der Seide hatten.

Deshalb war es bei Todesstrafe

verboten, Raupen oder Eier ausser

Landes zu bringen. Erst zwei

Mönchen gelang es 555 Jahre

nach Christi Geburt, ein paar Eier

an den kaiserlichen Hof nach

FEBRUAR 2008

keramik werkstatt schaedler

www.schaedler-keramik.com

Konstantinopel zu schmuggeln.

Von dort breitete sich die Seidenraupenzucht

über ganz Europa

aus. Der Schaaner Frächter

Andreas Hilti versuchte es 1858,

also vor 150 Jahren. Seine Pferde-

Frächterei war unter grossen

wirtschaftlichen Druck gekommen,

nachdem im Rheintal eine

Eisenbahnlinie gebaut worden

war. Als initiativer Unternehmer

setzte Andreas Hilti auf die

Seidenraupenzucht als neue Erwerbsquelle,

doch konnte er

trotz grosser Hartnäckigkeit keine Erfolge verbuchen.

Verschiedene andere Leute, die einen neuen

Erwerbszweig suchten, müssen damals versucht

haben, Seidenraupen zu züchten. Darauf weisen die

Maulbeerbäume hin, die noch Jahrzehnte später in

unserer Landschaft zu sehen waren, so in Vaduz und

Schaan, in Mauren, Balzers und beim Dorfeingang

von Triesenberg. Die «Saatschule» in Schaan versuchte

mit Erfolg das Heranziehen von Maulbeerbäumen,

die dann im Windschutzgürtel am Scheidgraben

Oberland-Unterland gepflanzt wurden.

Für die Nahrungsmittel der Seidenraupen war

also gesorgt, doch die Raupen als anspruchsvolle

Tierchen rückten die Seidenfäden nur bei entsprechender

Pflege heraus: Mehrmals rund um die Uhr

mussten die Raupen mit frischen Blättern des

Maulbeerbaumes gefüttert werden. Zudem brauchten

die Seidenspinner Wärme, die damals in den

Häusern nur in den Wohnzimmern vorhanden war.

Alle diese Faktoren führten dazu, dass die Züchter

nach kurzer Zeit ihr Vorhaben wieder aufgaben. Als

1928 der Vorschlag für den Aufbau einer Seiden -

raupenzucht unterbreitet wurde,

hätte man gleich mit der Aufzucht

der Seidenraupen beginnen

können. Damals gab es noch

zahlreiche Maulbeerbäume in

unserem Land, von denen sich

die Seidenraupen ernähren. |

Foto: Marco Nescher


JUGEND

Bist du ein Checker? Jugendliche

pflegen ihre eigene Sprache

Wenn das Korallenriff zum Kopfgärtner rennt, um

sich aufzupimpen, ist es ein Vollpfosten. Alles gecheckt?

Also wenn ein Pickelgesicht zum Coiffeur

geht, um sich zu verschönern, ist es ein Vollidiot. Die

Jugend hat ihre eigene Sprache, die aus allerlei Entlehnungen

zusammengesetzt ist, aus dem unmittelbaren

Umfeld, aus dem Englischen, zunehmend

auch aus den Sprachen von Einwanderern. Kein

Wunder, dass das Krampfadergeschwader, also die

älteren Leute, nichts mehr verstehen. Die Jugendsprache

ist auch dynamisch, was gewitzten Verlegern

gar nicht ungelegen kommt, denn so können sie

jährlich ein neues Lexikon der Jugendsprache herausgeben.

Verschiedene Lexika-Verlage wie Langenscheidt

oder Pons geben solche Büchlein heraus –

und wollen auf dem neuesten Stand sein. So fordert

Langenscheidt die Jugendlichen zur Suche nach

unbekannten Wörtern auf, die von Jugendlichen

verwendet werden: «Fällt dir noch ein besonders

angesagtes Wort ein, das du in diesem Buch nicht gefunden

hast?» Dann sofort einschicken, zusammen

mit einem Beispielsatz – es winkt als Preis ein iPod

nano. Die Sprache der Jugend ist aber nicht nur

kurzlebig, sondern auch regional geprägt. Deutsche

Jugendliche entlehnen ihren Sprachschatz zunehmend

aus dem Türkischen oder Arabischen, in der

Schweiz zeigt der Trend mehr in Richtung Dialekt.

Abgrenzung, Selbstdefinition

Warum die Jugend ihre eigene

Sprache formt und immer wieder neu definiert, versuchten

Sprachforscher zu ergründen. Die Hauptmotivation

scheint der Drang nach Abgrenzung und

die Suche nach Selbstdefinition zu sein. Die Jugendsprache

wird meistens nur unter Gleichaltrigen verwendet.

Mit den modernen Kommunikationsmitteln

können Jugendliche ihre Sprache rascher als

früher verbreiten. Über SMS und Chat-Rooms findet

ein schneller Austausch statt, der keine geografischen

Grenzen kennt. Dass Sprachforscher, Lehrer

und Eltern fast verzweifeln, wenn sie die Jugendsprache

hören, liegt auf der Hand. Aber nicht nur die

Sprachverluderung dröhnt vielen in den Ohren.

Foto: IPG Gutenberg Est.

Das Kopfschütteln hat noch einen Wenn Jugendliche reden, versteht

anderen Grund: Man versteht die das «Krampfadergeschwader»

Jungen einfach nicht mehr. «Nur

oft nur noch Bahnhof.

ein bisschen rumpimmeln, sei

kein Karottenrambo». Da macht man grosse Augen,

wenn man das hört. Aber Entwarnung: Als Karottenrambo

wird ein Schwächling bezeichnet, rumpimmeln

bedeutet faulenzen. Als Softwürfel wird

eine sensible Person benannt, die Disco heisst Fummelbunker.

Ein Einlauf ist nichts anderes als Ärger,

ein kleiner Hund ein Teppichporsche. Alles klar?

Nein, alles clisso! Am farbigsten scheint die Jugendsprache

in den Städten Deutschlands zu sein. So

wird vieles übernommen oder – wie die Jugendlichen

sagen – sozialistisch umgelagert, was auch stehlen

bedeutet. Nicht alle Wörter, die in den Jugendsprache-Lexikas

aufscheinen, befinden sich im

Umlauf. Viele verschwinden nach kurzer Zeit, andere

halten sich länger, einige haben es sogar in die

Umgangssprache geschafft, wie etwa «steck es dir an

den Hut». Über die Auswirkungen der Jugendsprache

auf unsere Kultur sind sich nicht alle einig. Während

die einen über die Sprachverluderung schimpfen,

machen andere darauf aufmerksam, dass in die

deutsche Sprache immer schon Fremdes eingeflossen

sei – aus dem Lateinischen, Französischen und

Englischen. Also Entwarnung: Wer die Jugend nicht

versteht, ist noch lange kein Vollpfosten. |

FEBRUAR 2008

25


26

MARKT

Frech und bunt

in den Sommer

Farben, Farben, Farben – das

ist das Thema des Modesommers

08 bei Jones. Frech, bunt ist auch

die Frühjahrsmode, die am 14.

März an einer frech-bunten Modeschau

in der Hofkellerei präsentiert

wird. Hochwertige, aber tragbare

Mode zu erschwinglichen Preisen

– mal City, mal Casual, mal Party.

Jones Store

Beatrice Frei-Kaiser

Städtle 36, Vaduz

Edle Schmuckstücke

nach Massanfertigung

Wer möchte edle Schmuckstücke,

die nach dem eigenen

Geschmack angefertigt werden? In

Gold, Silber oder anderen edlen

Materialien? Trauringe nach den

Ideen des Brautpaares? Jutta Hämmerle

fertigt den Schmuck nach

den individuellen Wünschen an.

Auch Änderungen an Schmuckstücken

werden gerne gemacht.

Goldschmied-Atelier

Hämmerli

Herrengasse 30, Vaduz

FEBRUAR 2008

Sonnige Geschenke

aus der Sonnenblume

Das Atelier Sonnenblume im

Heilpädagogischen Zentrum in

Schaan stellt Deko- und Gebrauchsgegenstände

her, die im

eigenen Laden verkauft werden.

Das Angebot richtet sich nach den

Jahreszeiten. Verwendet werden

Materialien wie Holz, Papier, Ton,

Textilien und Peddigrohr. Wer ein

Geschenk aus einem sonnigen Angebot

sucht, der liegt hier richtig,

denn alle Gegenstände sind mit

viel Geduld, Ausdauer und Liebe

hergestellt. Da gibt es Holzspiel -

sachen, Kindermöbel, Kleiderbügel,

Körbe, Schalen und Figuren

aus Ton, Bilder und Glückwunschkarten.

Auch Strassenschilder, die

beispielsweise «Achtung Kinder»

anzeigen, werden aus Holz gefertigt.

Wer ganz spezielle Wünsche

hat, kann Gebrauchs- und Deko-

Gegenstände auch nach seinen

Wünschen anfertigen lassen.

Atelier Sonnenblume

Heilpädagogisches Zentrum

Bildgasse 1, Schaan

www.

Unentbehrlich

für Manager

Wer in der Geschäftswelt Erfolge

verbuchen will, braucht auch unterwegs

Zugang zu Daten, E-Mails

und Internet. Mit dem HSDPA

geht es so schnell wie im Büro. Das

HTC S710 ist das kompakteste

Smartphone mit Schiebetastatur,

das die neue Windows Mobile®

6.0 Standard-Plattform nutzt.

Telecom Liechtenstein

Telecom Shop

Austrasse 77, Vaduz

Roberts Radio

Revival Collection

Roberts Radios, vor 75 Jahren

erstmals gebaut, sind schon

Legende. Bei Elrowa kann die

Revival Collection bestaunt und

natürlich gekauft werden. Ob poppig-farbig,

in Leder oder in einer

exklusiven Crystal-Edition mit Swarovski-Steinchen

– kein Wunsch

bleibt mehr offen für das besondere

Radio-Vergnügen.

Elrowa Radio TV Anstalt

Anton Felder

Gapetschstr. 50, Schaan


KUNSTDENKMÄLER

Schmuckstück für Fotografen

Kapelle St. Mamertus

Wer erstmals auf dem Aussichtspunkt

bei der Kapelle St. Mamertus

steht, weiss nicht, ob er die

herrliche Aussicht ins Rheintal

geniessen oder die wunderschöne

Kapelle bewundern soll. Auf

Briefmarken wurde das schmu -

cke Bauwerk verewigt, viele

Künstler haben ihre Pinsel vor

dem Schmuckstück geschwungen,

unzählige Fotografen bannten

schon das fotogene Kirchlein

auf ihre Filme. Die Kapelle

St. Mamerten, wie die Triesner

sagen, gilt als der älteste Kirchenbau

in Triesen. Ob das kleine

Kirchlein auf dem Geländeplateau

in der Nähe der Strasse hinauf nach Triesenberg

tatsächlich die erste Triesner Pfarrkirche war, konnte

noch nicht ganz geklärt werden. Die Kapelle mit

dem markanten Turm hütet ihr kleines Geheimnis

und lässt die Forscher weiter spekulieren.

Ausgegrabene Grundrisse erlaubten

den Archäologen die Festlegung, dass ein erstes

Bauwerk im 9./10. Jahrhundert erstellt worden ist,

das aber noch keinen Turm besass. In schriftlichen

Quellen stiessen die Historiker auf einen Eintrag im

Sulzisch-Hohenemsischen Urbar aus dem Jahre

1415, der als erster urkundlicher Beweis für die

Kapelle St. Mamertus gilt. Nach diesem Zeitpunkt

scheint die Kapelle immer wieder in Schriftstücken

auf: So wurde 1639 auf den schlechten baulichen

Zustand des Kirchleins und die Einsturzgefahr des

Turmes aufmerksam gemacht und 1721 die For -

derung nach einer Instandstellung erhoben. Eine

etwas frühere Anordnung, die Kapelle abzubrechen,

Das Buch zum Thema

Die Kunstdenkmäler des Fürs -

ten tums Liechtenstein. Cornelia Hermann:

Das Oberland. Gesellschaft für Schweizerische

Kunst geschichte. 2007

Foto: Marco Nescher

ist zum Glück nicht ausgeführt Die Kapelle St. Mamertus in

worden. Den Erhalt des Bauwerks Triesen gehört zu den schönsten

sicherte wohl das Gutachten des kleinen Kirchen in Liechtenstein.

Fürstlichen Oberingenieurs Gabriel

Heiner im Jahre 1912, denn in der Folge kam es

zu mehreren Renovationen, letztmals 2004/2005.

Das kleine Geländeplateau, auf dem die Kapelle

St. Mamertus thront, gehört zu den geschichtsträchtigen

Orten unseres Landes. Mauerreste, Gräber,

aber auch Pfeilspitzen, Eisenmesser, Hufeisenfragmente

und Steigbügel lassen auf eine frühe Besiedlung

schliessen. Ihre wechselvolle Geschichte hat die

Kapelle aber bisher noch nicht preisgegeben, und

auch die ausgegrabenen Überreste in ihrer Nähe

gaben bislang keine abschliessende Auskunft. An

den Wänden der Kapelle sind einige Malereien erhalten

geblieben, die Szenen aus dem Leben Christi

zeigen. Frühere Vermutungen, die Wandmalereien

könnten im 15. Jahrhundert entstanden sein, konnten

bei Restaurationsarbeiten 2006 etwas korrigiert

werden, als man bei einem Gemälde auf die Jahrzahl

1395 stiess. Das sich in der Kapelle befindliche Vesperbild

mit Maria und dem toten Jesus, das auf die

zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts datiert wurde, ist

eine Kopie. Das Original ist gut geschützt im Liechtensteinischen

Landesmuseum ausgestellt. |

FEBRUAR 2008

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28

RÄTSEL-SPASS

NEUES RÄTSEL: Wo befindet sich dieses Fenster

in Liechtenstein?

� Schloss Vaduz

� Schloss Gutenberg, Balzers

� Rathaus Vaduz

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Februar 08» an folgende Mail-Adresse und gewinnen Sie

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Einsendeschluss ist der 22. Februar 08. Gewinner werden

im Internet unter www.dermonat.li veröffentlicht!

FEBRUAR 2008

Auflösung Sudoku Januar 08

3 5 2 9 1 7 6 4 8

4 6 9 8 3 5 2 7 1

7 8 1 2 4 6 9 3 5

8 2 4 5 7 9 1 6 3

9 7 6

1 2 3 5 8 4

5 1 3 4 6 8 7 9 2

1 9 7 3 5 4 8 2 6

6 4 5 7 8 2 3 1 9

2 3 8 6 9 1 4 5 7

5 7 6 3 2 9 8 4 1

4 8 9 1 6 7 5 3 2

3 1 2 4 5 8 9 6 7

1 3 4 9 8 5 2 7 6

2 9 7 6 3 4 1 5 8

6 5 8 2 7 1 3 9 4

7 6 3 5 1 2 4 8 9

8 4 1 7 9 3 6 2 5

9 2 5 8 4 6 7 1 3

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im Wert von CHF 100.–


Er könnte, wenn man wollte

Der neue Freelander 2 setzt neue Massstäbe

Ausserordentliche Leistung

auf der Strasse kombiniert sich

mühelos mit der klasseführenden

Geländetauglichkeit eines

echten Land Rovers. So lautet die

Werbung für den Freelander 2,

der laut Werk neue Massstäbe in

der kompakten 4x4-Premiumklasse

setzt. Land Rover hatte

über Jahre die Nase vorn, wenn es

um geländetaugliche Fahrzeuge

ging, die auch auf der normalen

Strasse eine gute Figur machten.

Doch die Konkurrenz schlief

nicht. Toyota, Nissan, Hyundai,

Mercedes oder BMW – alle schnitten sich ein Stück

vom SUV-Kuchen ab. Jetzt hält Land Rover mit

dem Freelander 2, der sich äusserlich nur dezent

vom Vorgänger unterscheidet, aktiv dagegen. Das

Beste am neuen Freelander sei seine Geländegängigkeit,

die in der SUV-Mittelklasse tatsächlich

Neues biete, schwärmen Autotester. Obwohl man

weiss, dass die wenigsten Käufer wirklich im Gelände

kurven. Wichtig ist das Gefühl, man könnte,

wenn man wollte! Wer im Freelander 2 sitzt, muss

sich nicht überrascht vorkommen, wenn einmal ein

Schuh hoch Schnee auf der Strasse liegt oder der

Weg ins Gebirge keine Ähnlichkeit mehr mit einer

neu geteerten Autobahn hat. Dafür sorgen schon

die kurzen Überhänge und der Rampenwinkel von

34 Grad. ESP, Schlupfregelung und Kraftverteilung

werden den verschiedenen Bodenbelägen angepasst,

so dass sich der Freelander souverän über

Steigungen und Hindernisse bewegt.

Auch auf der Strasse macht der Freelander 2

eine gute Figur. Ein kraftvoller Sound begleitet die

317 Nm maximales Drehmo-

ment, die beim 6-Zylinder mit

3,2 Liter Hubraum für 233 PS

sorgen. Dem bulligen Motor

mangelt es nicht an Leistungsund

Drehfreude, so dass das

Fahrzeug den Spurt von Null auf

Den Preis für dieses Inserat

erfahren Sie unter

Telefon 239 50 23

AUTO

100 in knapp 9 Sekunden schafft. Auf Wunsch ist der Freelander 2

Gelobt werden die agilen Hand- auch mit einem Licht zu haben,

lingeigenschaften auf der Strasse das um die Kurven gucken kann.

und im Gelände. Über eine der

vier verschiedenen Einstellungen optimiert das einzigartige

Terrain-Response-System das Fahrverhalten

und den Komfort. Die Traktion durch die elektronischen

Systeme und Traktionshilfen werden

ebenfalls damit maximiert. Bergabfahrkontrolle

und Bremskraft-Entriegelungssteuerung sorgen

automatisch für die richtige Bremskraft, um die Geschwindigkeit

auf Gefällestrecken zu kontrollieren.

Auf den Schutz der Insassen legte Land Rover

besonderen Wert, denn man weiss ja nie, ob nicht

jemand mit dem eleganten Wagen ins Gelände oder

sonst an die Grenzen geht. Ein elektronischer

Bremsassistent weist bei einer Notbremsung den

Bremszylinder an, den Hydraulikdruck zu erhöhen,

was den Bremsweg verringert. Die dynamische Stabilitätskontrolle

hilft dem Fahrer, unter rutschigen

Bedingungen die Kontrolle zu behalten, denn dieses

System greift ein, wenn das

Fahrzeug auf Lenkbewegungen

nicht korrekt reagiert. Sicher

können sich Fahrer und Fahr gäs -

te zudem fühlen, weil sie wissen,

dass nicht weniger als 7 Airbag-

Module eingebaut wurden. |

FEBRUAR 2008

Foto: Werkbild Landrover

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30

SCHLUSSPUNKT

Noldi Matt

Leichtere Kredite für KMU

Der Businessplan-Wettbewerb der Hochschule

Liechtenstein ist angelaufen. Eine ausgezeichnete Idee, denn damit

wird ein Funke angefacht für die Förderung des Unternehmertums in

unserem Land und in der angrenzenden Region. Dem Sieger winken

hohe Investitionsgelder des Landes

und einer Investorengruppe, Banken kommt eine Verantwortung zu, die sich auch

die eine gute Startchance für ein

neues Unternehmen bilden.Doch über die Bereitstellung von Risikokapital erstreckt

nicht jeder innovative Unternehmer

steht zuoberst auf dem Businessplan-Treppchen, was in der Regel

bedeutet, dass eine Start-up-Finanzierung mit fremden Mitteln notwendig

wird. Keine einfache Sache, denn die Banken verlangen nach

Sicherheiten, die nicht jeder Jungunternehmer

vorweisen kann. «Wir finanzieren Start-ups in der

Regel nicht, da sie ja noch keinen Leistungsausweis

vorlegen können und damit ein hohes Finanzierungsrisiko

darstellen», sagte kürzlich ein Banker.

Ich wählte bewusst den Ausspruch eines schweizerischen

Bankers, aus zwei Gründen: Erstens sind kleinere

Unterschiede bei der Kreditgewährung durch

die Banken vorhanden, so dass nicht alle über einen

Leisten geschlagen werden können und zweitens

kann damit ausgedrückt werden, dass die Situation

Noldi Matt

in unserem Land gar nicht so unähnlich wie in der

Präsident der Wirtschafts- Schweiz ist. Was nützt der schönste Businessplan,

kammer Liechtenstein

wenn nachher die Finanzierung der unternehmerischen

Idee scheitert? Wenn wir weiterhin eine erfolgreiche

Volkswirtschaft sein wollen, dann brauchen wir neue Unternehmer,

die ein gewisses Risiko auf sich nehmen. Wenn aber niemand

bereit ist, dieses Risiko mitzutragen?

Es gibt nicht nur den Finanzplatz Liechtenstein, sondern

auch den Werkplatz, der sehr diversifiziert ist und ebenfalls zum

«Wirtschaftswunder Liechtenstein» beigetragen hat. In diesem Umfeld

kommt den Banken eine volkswirtschaftliche Verantwortung zu, die

sich auch über ein gewisses Mass an Bereitstellung von Risikokapital erstreckt.

Die liechtensteinischen Banken machten im Jahre 2006 gesamthaft

Reingewinne von über 600 Mio. Franken. Wenn nur ein halbes

Prozent in einen Risikofonds gelegt würde, der zur Finanzierung von

Jungunternehmen verwendet wird, dann wäre schon einiges getan. Dabei

meine ich nicht, dass Geschenke gemacht werden sollten, sondern

dass normale Kredite vergeben werden. Vor allem für jene Jungunternehmer,

die kein Grundstück als Sicherheit anbieten können, aber dennoch

eine zündende, zukunftsgerichtete Geschäftsidee haben. |

FEBRUAR 2008

Foto: Wirtschaftskammer Liechtenstein


VON DER IDEE BIS ZUR UMSETZUNG

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