Gottesdienst an Heilig Abend

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Gottesdienst an Heilig Abend

jugonet - Jugendgottesdienste im Internet - ein Projekt des Evang. Landesjugendpfarramts i.W.

„...die ihn aber aufnahmen“

Gottesdienst an Heilig Abend

Zielgruppe: für junge Leute (und jung gebliebene),

gedacht als Abendschluß an Heilig Abend (22 Uhr oder später)

Bibelstellen: Jes 9,1-6

Stichworte: Weihnachten, Finsternis und Licht, Angst und Geborgenheit

Inhalt: Bildbetrachtung zu einem Bild von Editg Lennartz-Finger (Anlage)

Verfasser: Thomas Burk, Herrengasse 4, 74538 Rosengarten – Riede,

Email: FamilieBurk@t-online.de

Vorausgesetzt:

� Meditationsdia: „...die ihn aber aufnahmen“ von Edith

Lennartz-Finger; erhältlich über Bergmoser und Höller,

Aachen;

(evtl. Bilddatei ausdrucken und über Overhead zeigen

� Weihnachtskrippe; wenn s nur ein Bild aus Transparentpapier

ist, vorher nicht durch Kerze anleuchten; Kerze aber

bereitstellen

� Instrumentalsolist (Querflöte, Trompete, Tenorhorn oder

ähnliches)

� zu Beginn dunkle Kirche, sehr spärlich mit einzelnen Kerzen

am Boden beleuchtet – oder Notbeleuchtung

Das Motiv Licht durchbricht die Dunkelheit´ läßt sich auch mit einem anderen Dia darstellen,

evtl. auch, indem man während oder am Ende der Meditation von der Krippe aus das Licht

an alle weitergibt. Dann müßten alle Gäste Kerzen am Eingang erhalten. Vorsicht mit dem

Luftzug in der Kirche und tropfenden Kerzen!

Gottesdienstverlauf

Lichter ganz löschen; Solist steht im Chor oder an einem etwas verdeckten Bereich;

Beleuchtung für Notenblatt ZB.: kleine Kerzen mit Weihnachtsbaumhalter am Notenständer

anbringen

Vorspiel: die Nacht ist vorgedrungen

während des Vorspiels: Kerzen anzünden (nicht an Krippe!); zuerst an Seitenbereichen,

zuletzt am Hauptaltar

Lesung: Jesaja 9, 1-6


Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen

im finstern Lande, scheint es hell.

Du weckst lauten Jubel, du machst groß die Freude. Vor dir wird man sich freuen, wie man

sich freut in der Ernte, wie man fröhlich ist, wenn man Beute austeilt.

Denn du hast ihr drückendes Joch, die Jochstange auf ihrer Schulter und den Stecken ihres

Treibers zerbrochen wie am Tage Midians.

Denn jeder Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird

verbrannt und vom Feuer verzehrt.

Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner

Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst;

auf daß seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und

in seinem Königreich, daß er's stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an

bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des HERRN Zebaoth.

EG 26: Ehre sei Gott in der Höhe als Kanon, nicht zu schnell singen; ausklingen lassen

Gebet:

Ehre sei Gott in der Höhe

geheiligt werde sein Name auf Erden

Gott sei gelobt.

Ich lobe dich Gott

für das Licht

mit dem du die Nacht

meiner Seele erhellst.

Ich lobe dich Gott

für Maria

die sich schenkt

die mich birgt

die mich läßt

Ich lobe dich Gott

für Christus Jesus

der sich gibt

der mich liebt

der mich leitet

Ich lobe dich Gott

für alle Liebenden

ein Licht

die Finsternis dieser Welt erhellt

Gott sei gelobt

geheiligt werde sein Name

auf Erden wie im Himmel. Amen.

In der Stille bringen wir unsere Gedanken vor Gott, dunkle und helle, traurige und frohe, und

auch die Menschen, an die wir denken

Stille

EG 23, 1-4: Gelobet seist du, Jesu Christ


Dia

Meditationsstück I

Die Fassade eines Hauses - sieht aus wie Bruch und Zerriß; Vorsicht, Einsturzgefahr! geht es

durch den Kopf. Balken - krumm und schief, einfach morsch; Wände - am Durchbrechen; die

Tür fällt aus dem Rahmen; Bretter halten notdürftig zusammen, was zu zerbrechen droht. Ein

Haus auf Abriß. Armselig und trostlos.

Und doch: wenn wir davor stehen, dann weißt es nicht ab: geheimnisvoll zieht es an und

warm sieht es aus; die offene Tür ist wie eine Einladung: komm, tritt ein.

Zerfallen, wie es ist, scheint es trotzdem bewohnt zu sein. Licht dringt aus schiefen Fenstern

heraus. Woher es kommen mag? Gibt es Leben in solchen Gemäuer? Verbergen sich

Menschen dahinter, die Wärme suchten und sich wohnlich einrichten hinter einer zerfallenen

Fassade? Wärme und Geborgenheit in einem bergenden, umhüllenden Licht? Da sieht

selbst die Fassade nicht mehr kalt und abschreckend aus. Und doch ist das Licht in den

Fenstern nur ein Abglanz - Ausläufer einer hell strahlenden Quelle. Unscheinbar steht sie im

Treppenhaus, kaum zu sehen, hinter der Tür. Eine kleine Krippe aus Holz - sie erfüllt das

Haus mit hellem Licht. Überall dort, wohin man es strahlen läßt, dringt seine Wärme durch. In

alle Zimmer hinein, deren Türen geöffnet sind, strömt die Helle, welche die Zerrissenheit, die

Hoffnungslosigkeit der Fassade durchbricht. Sogar das Kreuz scheint überstrahlt, das wie ein

Wächter am Eingang steht. Nur dort, wo die Türen verschlossen sind, bleibt es dunkel und

die Fassade kalt und abweisend. Licht im Verlassenen. Ist es am Ende das Licht, das dieses

Haus zusammenhält, das es ausfüllt und ihm im Innern unsichtbaren Halt gibt?

Meditationsmusik Solo

Meditationsstück II

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im

finstern Lande, scheint es hell. Menschen im Gefüge eines Weltenhauses. Menschen, die

miteinander leben und miteinander den Tag, Jahre, die Zeit durchschreiten. Menschen der

Völker, Menschen eines Volkes, die sich betrügen und belügen; Menschen, die miteinander

einen Weg gehen und doch das eigene suchen; Menschen, die sich lieben und doch

aneinander versagen; Menschen, die einander zu verstehen versuchen und doch keine

gemeinsame Sprache finden; Menschen, die nach Glück und Sinn suchen und doch sich

selber belügen. Es ist unser eigenes Leben, das oft aussieht wie eine Baracke. Eine

Fassade, die wir mühsam aufrecht erhalten und doch wissen wir zugleich um all die

unerfüllten Träume, die ungestillte Sehnsucht, um die Suche nach Sinn und nach einem

Leben, das nicht zu zerfallen droht. Heute scheint das Licht im Dunkel unserer inneren

Finsternis. Gott selber hält uns im Innern und wärmt, wo vorher nur das Ächzen der

überlasteten und verletzten Seele zu vernehmen war. Das Licht Gottes ist da.

Stille

(Kerze an der Krippe anzünden)

Meditationsstück III


Denn uns ist ein Kind geboren, die Krippe steht da und mit ihr Gott selber. Das Licht in der

Welt und in uns ist entfacht. In alle Risse und Brüche hinein will es strahlen. Mit Wärme und

Geborgenheit will Gott heute und jeden Tag ausfüllen, wo uns Grenzen unserer

Möglichkeiten und Grenzen des Lebens erkalten lassen. Machen wir die Türen unserer Seele

weit auf. Lassen wir Gott herein mit dem Kind, in dem er uns ganz nah werde will, in aller

unserer Not. Heilige Nacht - Gott erleuchtet uns.

Taizelied laudate omnes gentes EG 181.6

Gebet in Abschnitten

Vater im Himmel, Jesus ist geboren, es ist hell geworden in unserer Welt. Wir freuen uns und

sind darüber fröhlich. Du willst, daß alle Menschen auf Erden von deinem Licht erfahren und

seine Wärme erleben. Überall soll der Gesang erklingen:

laudate omnes gentes

Du stellst dich an unsere Seite, daß wir über unsere eigene Schwäche und über unser

eigenes Versagen hinaus mithelfen können, daß es auch für die Menschen um uns her hell

wird in ihrem Leben. Du schenkst uns den Blick für den Mitmenschen mit seiner Not und

Angst, du schenkst uns die Wärme, die wir anderen weitergeben. Dafür danken wir und

singen:

laudate omnes gentes

Wir bitten dich, laß es hell werden bei den Einsamen und Traurigen, wie wir nicht erreichen

können, laß es hell werden bei den Kranken und Sterbenden, die wir in ihrer Not nur

begleiten können; laß es hell werden, wo Krieg, Haß und Hunger noch immer Dunkelheit

über Menschen bringen. (aktuelle Ergänzungen...) Daß auch sie einstimmen können in dein

Lob:

laudate omnes gentes

Barmherziger Gott, laß uns Menschen dein Licht hell werden als Zeichen für den Tag, an

dem wir ewig Weihnachten feiern werden: wenn du einst unverhüllt in unserer Mitte sein

wirst. Amen.

Vater unser

56, 1-4 Weil Gott in tiefster Nacht erschienen

Abk.

406, 1-3 O du fröhliche (je nach Ortssitte...) oder Kanon iubilate deo EG 181.7

Segen

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