Ja h re sb e rich t 2 0 0 7 - Börse Stuttgart

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Ja h re sb e rich t 2 0 0 7 - Börse Stuttgart

Jahresbericht 2007


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JAHRESBERICHT 2007

Handelsvolumen um rund 44 Prozent gesteigert

Die Börse Stuttgart behauptet auch 2007

ihre Position als beliebtester Handelsplatz der

Privatanleger und bleibt führend in Europa

bei verbrieften Derivaten.


Jahresbericht 2007 der Börse Stuttgart

I N H A LT

Geleitwort: Ernst Pfister MdL

Wirtschaftsminister des Landes Baden-Württemberg

Vorwort: Hans-Joachim Strüder,

Vorsitzender des Börsenrats

Baden-Württembergische Wertpapierbörse

Börse Stuttgart mit zweitem Rekordjahr in Folge

Jahresverlauf 2007

Dr. Rolf Deml und Oliver Hans

Geschäftsführer Baden-Württembergische

Wertpapierbörse

Börsendienstleistung aus einem Guss

Dr. Christoph Mura

Geschäftsführer Börse Stuttgart Holding GmbH

Vorzüge des hybriden Marktmodells im Handel

mit verbrieften Derivaten

Ralph Danielski

Geschäftsführer Börse Stuttgart Holding GmbH

Impulsgeber für den Finanzplatz Stuttgart

Thomas Munz

Vorstand Vereinigung Baden-Württembergische

Wertpapierbörse e.V.

Börsenaufsichtsbehörde überwacht Börse

und Handel

Dr. Hubert Pfadt, Ministerialrat

und Hans von Haeften, Regierungsdirektor

Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg

Ein erfolgreicher Finanzplatz braucht eine

starke Landesbörsenaufsicht

Thomas Munz

Lückenlose Kontrolle des Handels gibt

dem Anleger Sicherheit

Andreas Freudenmann

Leiter Handelsüberwachungsstelle

Baden-Württembergische Wertpapierbörse

An der Spitze des Marktes durch konstant

hohe Handelsqualität

Dr. Rolf Deml

Transparenz, Dienstleistungs- und Preisqualität

als höchste Priorität

Oliver Hans

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Gremien

• Baden-Württembergische Wertpapierbörse

Börse Stuttgart AG

• Vereinigung Baden-Württembergische

Wertpapierbörse e.V.

Impressum

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JAHRESBERICHT 2007


Ernst Pfister MdL

4

JAHRESBERICHT 2007

Börse Stuttgart erfolgreichste Privatanlegerbörse

Deutschlands

G E L E I T W O R T

Wirtschaftsminister des Landes

Baden-Württemberg

Das Jahr 2007 stand erneut unter dem Zeichen starken Markt- und

Börsenwachstums. Getragen von einer vom Anleger hoch geschätzten Preis-

und Dienstleistungsqualität und eben diesem guten Marktumfeld hat

die Börse Stuttgart ihr Handelsvolumen 2007 um 44 Prozent auf 184,8 Mil-

liarden Euro gesteigert. Erstmals konnte unsere Börse insgesamt ein höheres

Handelsergebnis einfahren als der Parketthandel in Frankfurt.

Mit der Einführung des elektronischen Handels an der Baden-Württem-

bergischen Wertpapierbörse wurde die Basis für weiteres Wachstum

gelegt: Verbriefte Derivate, Anleihen, Fonds, Inlands- sowie Auslandsaktien

und Genussscheine werden an der Stuttgarter Börse heute elektro-

nisch gehandelt, ohne dass der Anleger auf den gewohnten Service der

Marktexperten (QLP) verzichten muss - dies macht unsere Börse einzigartig

in der Börsenlandschaft Deutschlands. Durch den Einsatz der Elektronik

konnte aber auch die Geschwindigkeit der Orderausführung nochmals

deutlich gesteigert werden. Neben der Preisqualität, der Ausführungswahr-

scheinlichkeit, der Liquidität und dem Anlegerschutz ist sie eine wichtige

Größe für die Qualität des Handelsplatzes.

Außerdem wurden mit der Einführung des elektronischen Handels neue

Strukturen notwendig. Mit der Abkehr von der Skontroführerbörse sind die

Euwax AG und die Baader Wertpapierhandelsbank AG heute als Dienstleister für die Börse tätig und

übernehmen nun vor allem die Liquiditätsspende und die Plausibilitätsprüfung hinsichtlich der Preise.

Die einheitliche Ausrichtung des Handelsplatzes gewann mit diesen Veränderungen an Bedeutung.

Anfang 2008 wurde folgerichtig die Börse Stuttgart Holding GmbH eingerichtet, die zukünftig die

operativen Geschicke lenken wird. In ihr bündeln die Euwax AG und die Börse Stuttgart AG ihre

Kräfte. Das senkt Kosten, schafft Synergien und optimiert somit die bereits enge Zusammenarbeit

zwischen Markt- und Börsenexperten. Die Anleger profitieren von diesem kundenfreundlichen

Dienstleistungsangebot aus einer Hand.

Mit diesen Veränderungen hat die Börse Stuttgart erneut gezeigt, dass sie flexibel und innovativ auf

neue Rahmenbedingungen und die Anforderungen der Zeit reagiert. Mit der neuen Struktur ist sie

bestens gerüstet für zukünftige Herausforderungen.

Ernst Pfister


Bester Rundumservice aus einer Hand

V O R W O R T

Als innovativer, serviceorientierter und effizienter Handelsplatz hat sich

die Börse Stuttgart über die deutschen Landesgrenzen hinaus einen

Namen gemacht, indem sie zahlreiche Standards für das Börsengeschäft

gesetzt hat. Bei Privatanlegern ist Stuttgart damit zum beliebtesten

Handelsplatz geworden und stellt mit Euwax europaweit den führenden

Marktplatz für Zertifikate und Hebelprodukte. Stets am Puls der Zeit zu

sein bringt das Vertrauen aller Handelsteilnehmer und dieses ist wie-

derum die Basis für nachhaltiges Wachstum. Deswegen wird sich die

Börse Stuttgart auch nicht zurücklehnen, sondern kontinuierlich daran

arbeiten, im Sinne des Anlegers weiterhin innovativ zu agieren und den

Wettbewerbern immer eine Nasenlänge voraus zu sein.

Zum Jahresabschluss 2007 haben die Geschäftszahlen den Beleg dafür

geliefert, dass am Stuttgarter Handelsplatz ein überlegenes Struktur-

und Marktmodell praktiziert wird: Es war nicht nur das erfolgreichs-

te Umsatzjahr bislang, sondern auch das zweite Rekordjahr in Folge.

Gemessen am Umsatz hat sich die Börse Stuttgart mittlerweile zur größ-

ten deutschen Parkettbörse entwickelt. Nicht nur bei Optionsscheinen

und Zertifikaten, sondern erstmals auch im Anleihenhandel lag unsere

Börse Stuttgart beim Umsatz vor allen anderen Börsen in Deutschland.

Die Strategie des besten Services ging somit voll auf.

Was ist der Grund für den Erfolg unserer Börse? Am Börsenplatz Stuttgart wird ein Rundumservice

angeboten, der auf den Privatanleger ausgerichtet ist und fairste Preise sowie qualitativ hochwertige

Dienstleistungen aus einer Hand bietet. Das Stuttgarter Marktmodell verbindet die Vorzüge

von ausgereifter Technik und menschlicher Expertise. Unterstützt wird dies durch ein elektronisches

Handelssystem, das für eine schnelle, flexible und kosteneffiziente Orderausführung sorgt.

Die Strategie „ein Quality-Liquidity-Provider pro Anlageklasse“ steht dafür, dass die Besten im

Markt höchste Qualität im Handel garantieren.

Die Transparenzanforderungen der im November 2007 eingeführten EU-Richtlinie MiFID bezüglich

Preis, Kosten, Umfang, Auftragsart, Ausführungswahrscheinlichkeit und Ausführungsgeschwindigkeit

sind schon seit Jahren Standard am Börsenplatz. Zudem ist auf die Überwachungs-,

Regulierungs- und Kontrollinstanzen jederzeit Verlass, da deren Unabhängigkeit über die öffentlich-rechtliche

Trägerschaft durch die Baden-Württembergische Wertpapierbörse GmbH gewährleistet

ist.

In den vergangenen Jahren hat sich die Börse Stuttgart mehr und mehr als verlässlicher Partner

sowohl von privaten als auch institutionellen Anlegern etabliert. Diesem Anspruch täglich aufs Neue

gerecht zu werden und weiterhin Meilensteine zu setzen, das ist und bleibt unsere oberste Priorität.

Hans-Joachim Strüder

Hans-Joachim Strüder

Vorsitzender des Börsenrats

Baden-Württembergische Wertpapierbörse

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JAHRESBERICHT 2007


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JAHRESBERICHT 2007

Umsatzplus in nahezu allen Wertpapiergattungen

Umsätze Börse Stuttgart 2007

Umsatz

Jan. - Dez. 2007

in Millionen Euro

Veränderung

gegenüber

Jan. - Dez. 2006

in %

Umsatz

Jan. - Dez. 2006

in Millionen Euro

Veränderung

gegenüber

Jan. - Dez. 2005

in %

Aktien gesamt 15.078,5 -4,57 15.800,3 +15,26

Inlandsaktien 11.007,5 -6,51 11.773,5 +9,46

Auslandsaktien 4.071,0 +1,10 4.026,8 +36,41

Verbriefte Derivate gesamt 136.837,9 +49,18 91.727,3 +107,66

Hebelprodukte 76.487,2 +53,10 49.958,4 +129,31

Optionsscheine 26.619,3 +54,18 17.264,7 +114,76

Knock-out-Produkte 49.425,2 +52,89 32.328,2 +138,86

Exotische Produkte 442,6 +21,12 365,4 +71,92

Anlageprodukte 60.350,7 +44,49 41.769,0 +86,59

- davon Anlagezertifikate 59.519,9 +45,69 40.855,2 +89,07

Discount-Zertifikate 17.250,9 +56,17 11.046,0 +56,82

Sprint- und Outperformance-Zertifikate gesamt 1.189,3 -4,48 1.245,0 +79,17

Outperformance-Zertifikate 466,7 N.A. N.A. N.A.

Sprint-Zertifikate 722,6 N.A. N.A. N.A.

Bonus- und Teilschutz-Zertifikate gesamt 22.631,1 +73,08 13.075,5 +147,00

Bonus-Zertifikate 20.801,8 N.A. N.A. N.A.

Teilschutz-Zertifikate 1.829,4 N.A. N.A. N.A.

Index- und Partizipations-Zertifikate 13.498,2 +11,23 12.134,9 +97,38

100% Kapitalgarantie 962,7 +23,45 779,9 +126,08

Themen-, Strategie- und Basket-Zertifikate 1.387,5 +2,77 1.350,0 +48,87

Sonstige Zertifikate 1.719,9 +40,55 1.223,7 +4,08

Express-Zertifikate 880,4 N.A. N.A. N.A.

- davon Aktienanleihen 830,8 -9,08 913,8 +17,64

Anleihen gesamt 29.692,7 +56,43 18.981,8 -18,84

Bundesanleihen 9.292,3 +95,29 4.758,1 -15,32

Euro-Staatsanleihen 193,6 +21,39 159,5 -7,87

Länder Jumbos 715,1 -2,68 734,7 +52,07

Jumbopfandbriefe 2.304,4 +18,74 1.940,7 +0,54

Corporate Bonds 3.934,1 +24,79 3.152,6 +3,22

Emerging Market Bonds 247,0 -7,43 266,8 -27,96

Wandelanleihen 25,3 -3,40 26,2 +15,39

Sonstige Anleihen 12.980,9 +63,42 7.943,2 -32,31

Genussscheine 310,5 -15,78 368,6 -41,38

Fonds 2.409,0 +133,71 1.030,8 +78,82

Funds in Market-Maker-Qualität (I-FX) 1.205,4 N.A. N.A. N.A.

Gesamt 184.762,8 +44,35 127.998,4 +54,9


Börse Stuttgart mit zweitem Rekordjahr in Folge

J a h r e s v e r l a u f 2 0 0 7

Mit einem Jahresumsatz von 184,8 Milliarden Euro ist es der Börse Stuttgart im Jahr 2007

gelungen, erneut einen Umsatzrekord aufzustellen. Nach nur neun Handelsmonaten übertraf

der Stuttgarter Handelsplatz mit über 138,6 Milliarden Euro bereits den Rekordumsatz

des Jahres 2006 (128,0 Milliarden Euro). Im Vergleich zum Vorjahr steigerte die Börse ihr

Handelsvolumen somit um rund 44 Prozent. Mit diesem Ergebnis behauptet die Stuttgarter

Börse ihre Position als beliebteste Privatanlegerbörse und als führender Handelsplatz für

verbriefte Derivate in Europa.

Ein Umsatzplus verzeichnete die Börse

Stuttgart im Jahr 2007 in nahezu allen

Wertpapiergattungen. Mit einem durchschnittlichen

Marktanteil von über 45 Prozent

gemessen am Umsatzvolumen ist die Börse

Stuttgart zur größten deutschen Parkettbörse

geworden. 2007 konnten viele Privatanleger

insbesondere von Kursanstiegen der ersten

sechs Monate profitieren. Ende Juni 2007

befanden sich die deutschen Auswahlindizes

auf Höchstständen. So war der umsatzstärkste

Monat des Jahres 2007 der Juni, in

dem die Handelsvolumina der Börse Stuttgart

mit 18,4 Milliarden Euro die Ergebnisse des

Vorjahresmonats (9,9 Milliarden Euro) um

85 Prozent übertrafen. Zu Beginn des zweiten

Halbjahrs versetzte anschließend die

Subprime-Krise die Kapitalmärkte in Unruhe

und führte zu einer großen Volatilität am

Markt.

Erneuter Umsatzspitzenreiter an der Börse

Stuttgart im Jahr 2007 war der Handel mit

verbrieften Derivaten. Die Börse Stuttgart bietet

in diesem Bereich dem Privatanleger mit

Dr. Rolf Deml und Oliver Hans

Geschäftsführer

Baden-Württembergische Wertpapierbörse

ihrem Spezialsegment Euwax, der führenden

europäischen Handelsplattform für verbriefte

Derivate, eine sehr hohe Servicequalität und

ein breites Produktspektrum. Die Umsätze

im Handel mit verbrieften Derivaten legten

mit 136,8 Milliarden Euro um mehr als

49 Prozent im Vergleich zum Jahr 2006

(91,7 Milliarden Euro) zu. Dabei stieg das

Handelsvolumen der Hebelprodukte um 53

Prozent auf 76,4 Milliarden Euro (Vorjahr:

49,9 Milliarden Euro). Hier verbuchten die

Knock-out-Produkte mit 49,4 Milliarden Euro

(plus 53 Prozent) den Löwenanteil (Vorjahr:

32,3 Milliarden Euro).

Die Anlageprodukte legten mit einem

Handelsvolumen von 60,3 Milliarden Euro

im Vergleich zum Vorjahresergebnis um

44 Prozent zu. Die Bonus- und Teilschutz-

Zertifikate konnten mit 22,6 Milliarden Euro

gegenüber 2006 den stärksten Zuwachs von

73 Prozent bei den Anlageprodukten ausweisen.

Besonderer Beliebtheit erfreuten

sich mit 17,2 Milliarden auch die Discount-

Zertifikate. Sie verbuchten im Vergleich zum

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JAHRESBERICHT 2007


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JAHRESBERICHT 2007

Vorjahr (11,0 Milliarden Euro) einen Zuwachs

von 56 Prozent.

Die Börse Stuttgart konnte 2007 den Marktanteil

im börslichen Handel mit verbrieften

Derivaten mit durchschnittlich 72 Prozent auf

dem Niveau des Vorjahres halten. Der Handel

mit Hebelprodukten kam auf einen Anteil von

86 Prozent. Anlageprodukte erreichten einen

Wert von 59 Prozent.

Marktführerschaft im Anleihenhandel

Im Bereich der Anleihen registrierte die Börse

mit einem Handelsvolumen von 29,7 Milliarden

Euro ein beträchtliches Umsatzplus von

56 Prozent. Dieser Zuwachs ist auf verstärkte

Handelsaktivitäten der Privatanleger zurückzuführen,

für die an der Börse Stuttgart das

Handelssegment Bond-X und die Initiative

Bondbox initiiert wurden. Doch auch der

Handel der institutionellen und semi-institutionellen

Anleger mit Anleihen am

Handelssegment Bond-XXL legte stark zu.

Durch ihre attraktiven Dienstleistungen im

Anleihenhandel erreichte die Börse Stuttgart

2007 gemessen nach Umsatz erstmals die

Marktführerschaft unter den deutschen

Parkettbörsen.

Günstiger als an jeder anderen Börse:

Stuttgarts Fondshandel

Die deutlichste Steigerung im Jahr 2007

verbuchte der Fondshandel. Mit einem

Umsatzvolumen von 2,4 Milliarden Euro legte

dieser um 133 Prozent zu und konnte sich im

Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppeln.

Nur in Stuttgart sind die Transaktionskosten

für den Anleger beim börslichen Fondshandel

auf 14,38 Euro begrenzt. Damit kauft

der Anleger ab einem Anlagebetrag von

15.000 Euro günstiger als an jeder anderen

Börse. Mit diesen Transaktionskosten

in Kombination mit der hohen Preis- und

Servicequalität durch sehr enge Spreads und

dem Market Maker im Fondshandel bietet

Stuttgart die besten Handelskonditionen für

Privatanleger. Im Handel mit Aktien gab es

gegenüber dem Vorjahr dagegen ein leichtes

Minus von knapp 5 Prozent auf 15 Milliarden

Euro. Dieser Rückgang war zu einem großen

Teil auf die Finanzmarktkrise und das

gesunkene Vertrauen der Anleger in viele

Aktienwerte zurückzuführen. Das Segment

der Auslandsaktien bewegte sich allerdings

mit 4,0 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau.

Der Handel mit Inlandsaktien verzeichnete einen

geringen Rückgang beim Umsatz auf 11,0 Milliarden

Euro (Vorjahr: 11,7 Milliarden Euro).


Entwicklungen 2007: Anleihenhandel und verbriefte Derivate

Umsatz Anleihenhandel an der Börse Stuttgart

Werte in absoluten Zahlen

3.500.000

3.200.000

2.900.000

2.600.000

2.300.000

2.000.000

1.700.000

1.400.000

1.100.000

Umsatz verbriefte Derivate an der Börse Stuttgart

Werte in absoluten Zahlen

14.000.000

13.000.000

12.000.000

11.000.000

10.000.000

9.000.000

8.000.000

7.000.000

6.000.000

Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Gesamtumsatz 2007: 29.692.668 Milliarden Euro

Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Gesamtumsatz 2007: 136.837.862 Milliarden Euro

Marktanteil Börse Stuttgart 2007 nach Umsatz im Anleihenhandel

an allen deutschen Börsen, inklusive Xetra ®

45%

40%

35%

30%

25%

20%

15%

10%

5%

Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Marktanteil Börse Stuttgart 2007 nach Umsatz börslicher

Handel mit verbrieften Derivaten

80%

70%

60%

50%

40%

30%

20%

10%

5%

Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Nach eigenen Berechnungen auf Basis der Orderbuchstatistiken der deutschen Börsen

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JAHRESBERICHT 2007

Börsendienstleistung aus einem Guss

Wettbewerb wird am Börsenplatz Stuttgart nicht als lästiges Übel aufgefasst, sondern als

Chance gesehen, sich ständig zu verbessern. Denn wer sich von den Konkurrenten abheben

will, der muss sich viel einfallen lassen. Aus diesem Grund vereinen alle Mitarbeiter an der

Stuttgarter Börse ihre Kräfte, um tagtäglich dem Ruf als Marktführer und Innovationstreiber

aufs Neue gerecht zu werden. Hierbei ist die Kundenorientierung das A und O.

Kleine wie große Leser auf der ganzen

Welt erfreuen sich an den Geschichten

von René Goscinny und Albert Uderzo. Die

Faszination liegt darin, dass sich ein kleines

gallisches Dorf nicht von der vermeintlichen

Übermacht Roms bezwingen lässt.

Diese Kernbotschaft vermittelt stets aufs

Neue: Schiere Größe allein ist kein Garant

für Erfolg. Oft werden wir an der Börse

Stuttgart daher mit den eher widerspenstigen

Galliern dieser Erzählungen verglichen, die

sich ebenfalls immer wieder durchzusetzen

vermögen. Zu Recht: Auch wir widerstehen

den internationalen OTC- und Börsenplätzen

erfolgreich. Allerdings heißen die Zutaten

für den Stuttgarter Zaubertrank Innovation,

Dienstleistungsqualität, Verlässlichkeit und

Marktnähe.

Die Stuttgarter Strategie geht auf

Zwar mag die Börse Stuttgart klein sein, doch

dadurch ist sie auch wendig. Somit kann sie

sich effizient und schnell an die Anforderungen

des Marktes anpassen. Nicht nur

marktfähig, sondern sogar in den Anlage-

klassen verbriefte Derivate und Anleihen

marktführend zu sein ist der Beweis dafür,

dass die Stuttgarter Strategie aufgeht. Das

Stuttgarter Marktmodell mag zukünftig so

Dr. Christoph Mura

Geschäftsführer

der Börse Stuttgart Holding GmbH

manchem Mitstreiter als Vorbild dienen –

genauso wie es bei allen anderen Innovationen,

die an der Börse Stuttgart entwickelt wurden,

bisher auch der Fall gewesen ist.

Um uns den sich wandelnden Marktbedingungen

anzupassen und dem Wettbewerb

zu stellen, haben wir stets zielgerichtet

Maßnahmen getroffen, damit wir uns bestmöglich

aufstellen. Hierzu haben wir eine

andere Richtung eingeschlagen und sind

neue Wege gegangen. In Stuttgart setzen wir

entschieden auf die „Ein-QLP-Strategie“ pro

Anlageklasse, um uns bewusst zu unterscheiden.

Inzwischen hat sich klar heraus kristallisiert,

dass wir gegenüber der Konkurrenz das

überlegene Struktur- und Marktmodell betreiben.

Ein Modell, das den Einsatz verschiedener

Spezialisten unterschiedlicher Qualität

aufweist, wie das unserer Konkurrenten,

wird sich automatisch mit den schwächeren

Leistungen einzelner abfinden müssen.

Zuletzt haben wir 2007 mit der Einführung

des elektronischen Handels für verbriefte

Derivate erneut einen Meilenstein gesetzt.

Seither finden am Börsenplatz Stuttgart

ausgereifte Technologie und menschliches

Know-how zusammen. Der Quality-Liquidity-

Provider (QLP) führt Plausibilitätsprüfungen

durch, spendet Liquidität, vermeidet


Teilausführungen und stößt die elektronische

Preisermittlung an. Innerhalb weniger

Sekunden wird in Stuttgart der Großteil

aller Orders ausgeführt. Unser Prinzip heißt

Geschwindigkeit und höchste Preisqualität.

Den Anlegern an der Börse Stuttgart den

besten und effizientesten Handelsplatz für

die Orderausführung zu bieten – das ist unser

definiertes Ziel. Zur konsequenten Umsetzung

haben wir schrittweise eine Vielzahl strategischer

Maßnahmen in den vergangenen

Jahren durchgesetzt. Als Ergebnis ist da-

raus die Gruppe Börse Stuttgart hervorgegangen,

in der jetzt alle Teile vereint für

den Börsenplatz Stuttgart als Dienstleister

vertreten sind. Diese neue Struktur bündelt

Kräfte und erzeugt Synergieeffekte. So

kann sich Stuttgart durch eine einzigartige

Informations-, Preis- und Leistungsqualität

von allen anderen Börsenplätzen abheben.

Ob mit dem Best-Price- oder dem Best-

Size-Prinzip, der Handelszeitverlängerung

oder den ersten kostenlosen Realtime-

Kursinformationen – die Börse Stuttgart hat

mit einer Reihe von Handelsverbesserungen

für Innovationen und gleichzeitig für mehr

Transparenz gesorgt. Diese konsequente

Ausrichtung an den Markterfordernissen wird

von Anlegern, Emittenten, Geschäftspartnern,

Handelsteilnehmern und unseren Mitarbeitern

gleichermaßen geschätzt. Schließlich

wird die Börse Stuttgart bei der gezielten

Umsetzung dieser Strategie allen Gruppen

gerecht.

Wir sind Deutschlands einziger Börsenplatz,

der sowohl Markt-, Börsen- und Brokerage-

Know-how aus einer Hand bietet. Das

Resultat dieser einmaligen Aufstellung ist

ein kundenfreundliches Rundumangebot, das

zusätzlich alle Überwachungs-, Regulierungs-

und Kontrollmechanismen einer öffentlichrechlichen

Börse garantiert.

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JAHRESBERICHT 2007


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JAHRESBERICHT 2007

Vorzüge des hybriden Marktmodells im Handel mit

verbrieften Derivaten

E r f o l g s m o d e l l E u w a x

Mit 72 Prozent Marktanteil in Deutschland und einem Umsatz von 137 Milliarden Euro ist

Euwax europaweit Marktführer im börslichen Handel mit verbrieften Derivaten. Doch wer

im verschärften Wettbewerb diese führende Position halten möchte, der braucht eine klare

Strategie: Flexibilität, Ideenreichtum und höchste Marktkenntnisse an der Börse Stuttgart

zielen auf eine ständige Verbesserung von Qualität, Preis und Dienstleistung. So haben das

Stuttgarter Markt- und Strukturmodell sowie ein starkes Wachstum im Handel mit verbrieften

Derivaten erneut zu einem Rekordjahr geführt.

Im Zeitalter von Fusionen, Schnelllebigkeit

und Vollautomatisierung stellt sich die

Frage, welche Börsenplätze überhaupt noch

eine Zukunft haben. Die Vergangenheit

zeigt, dass wir die richtigen Grundsteine

gelegt haben: Innovationsfähigkeit ist zum

Fundament für unseren Erfolg geworden.

Darauf haben wir Strukturen errichtet, die

nicht nur dem harten Wettbewerb standhalten,

sondern auch eine Basis für den

Vorsprung bieten. Wir haben ein überlegenes

Markt- und Strukturmodell entwickelt, das

uns von allen anderen Handelsplätzen abhebt:

Es bietet einen Rundumservice unter einem

Dach, ein auf Marktbedürfnisse abgestimmtes

Marktmodell und eine klare Fokussierung

auf den Privatanleger. Mit dem Stuttgarter

Marktmodell haben wir die Brücke in die

Zukunft geschlagen.

Um die erreichte Marktführerschaft beim

Handel mit verbrieften Derivaten auszubauen

und uns weiterhin als Innovationsbörse zu

behaupten, gilt es, Neuerungen voranzutreiben

und auch einmal ungewöhnliche Wege

Ralph Danielski

Geschäftsführer

der Börse Stuttgart Holding GmbH

zu beschreiten. Wir setzen an der Börse

Stuttgart auf ein hybrides Marktmodell, das

den Faktor Mensch unentbehrlich macht. Am

Stuttgarter Handelsplatz wird weiterhin auf

menschliche Expertise gesetzt, die für Nähe

zum Handel steht. Das Resultat ist ein überlegenes

Modell, das Schnelligkeit und hohe

Preisqualität garantiert, indem es technologische

Effizienz mit Brokerage-Know-how und

individueller Betreuung kombiniert und somit

die Vorzüge beider Systeme vereint: menschliche

Expertise und modernste Technologie.

Handelsqualität auf höchstem Niveau

Neu ist, dass die Verantwortung für den

Prozess der Preisermittlung vom Skontroführer

auf die Börse übertragen wurde. So hat im

Januar 2007 die Umstellung auf den elektronischen

Handel im Segment Euwax stattgefunden,

die eine Handelsqualität auf höchstem

Niveau gewährleistet. Mit Xontro ® haben wir

das für die Handelsteilnehmer stabilste, beste

und ausgereifteste Handelssystem auf dem


Markt. In Verbindung mit dieser hervorragenden

Technik ist weiterhin der Mensch für die

Geschäfte an der Börse verantwortlich. Dafür

ist sein Handels-Know-how elementar.

Flexibilität ist gefragt

Somit ist der Marktexperte in Zeiten, in

denen sich alles um Höchstgeschwindigkeiten

dreht, in einem modernen Handelssystem

alles andere als überflüssig. Auf Grund von

unterschiedlichsten Wertpapieren, Marktlagen,

Handelssituationen und Kunden-

wünschen ist heutzutage im Marktgeschehen

vor allem Flexibilität gefragt. Und genau

diese können Maschinen ohne den Menschen

nicht annähernd gleichwertig sicherstellen.

Deswegen ist der menschliche Faktor aus

dem Stuttgarter Modell nicht wegzudenken.

Unsere langjährige Erfahrung hat uns

gelehrt, dass der vollautomatisierte Handel

von Zertifikaten und Hebelprodukten bei

Emittenten und Anlegern keine Akzeptanz

findet. Dafür gibt es zu viele Marktlagen, in

denen der Mensch unverzichtbar ist.

In zahlreichen Handelssituationen brauchen

Anleger und Emittenten einen Ansprechpartner

an der Börse. Genau hierzu ist der Experte

das maßgebliche Merkmal des Modells: Der

Quality-Liquidity-Provider, kurz QLP, übernimmt

diese Funktion im Euwax-Handel. Das

Stuttgarter Marktmodell sieht einen QLP pro

Handelssegment vor, der für eine Reihe von

Vorteilen im Handel mit allen Anlageklassen

sorgt. Im Derivatehandel beispielsweise verbindet

er Ausführungs- und Preisqualität und

betreibt Risikoübernahme.

Der QLP spendet Liquidität und prüft alle

Quotes und Eingaben auf Plausibilität.

Besonders in schwierigen Marktsituationen

oder bei Papieren, die sehr geringe Umsätze

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JAHRESBERICHT 2007


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JAHRESBERICHT 2007

aufweisen, ist es wichtig, dass er sich im Sinne

des Kunden einschaltet. Teilausführungen

werden vermieden und das Best-Price-Prinzip

sichergestellt. Dieses Prinzip garantiert, dass

eine Order an der Börse Stuttgart mindestens

zum gleichen oder zum besseren Preis als an

jeder anderen Börse ausgeführt wird.

Handeln im Sinne des Anlegers

Am Beispiel der Ausführungsgeschwindigkeit

lässt sich demonstrieren, warum der Mensch

ein Muss im Handelssegment Euwax ist. Denn

technische Störungen oder besonders hohe

Ordergrößen können längere Ausführungszeiten

erfordern, um Anlegerinteressen zu

wahren. Dasselbe gilt für fehlende oder

falsche Quotierungen. Bei diesen Gegeben-

heiten erweist sich eine Klärung durch den QLP

als unabdingbar, um eine zwar schnelle aber

auch qualitativ hochwertige Orderausführung

im Sinne des Anlegers zu gewährleisten.

Eine schnellere Ausführung muss allerdings

bei Anlageprodukten nicht zwingend einen


esseren Preis ergeben. Hier ist für den

Anleger vielmehr die Preisqualität ausschlaggebend.

Eine hohe Ausführungsgeschwindigkeit

ist jedoch bei den Hebelprodukten

ein wichtiges Qualitätsmerkmal des Handels.

Sie ist deswegen von besonderer Bedeutung,

da bereits bei einer minimalen Bewegung des

Basiswerts große Veränderungen bei darauf

aufgelegten Produkten die Folge sein können.

Hier bestätigen die Marktzahlen die

Akzeptanz der Anleger und zeigen, dass

wir in Stuttgart über alle Geschäfte und

Handelssituationen hinweg schneller aus-

führen können als die Wettbewerber: Der

Stuttgarter Marktanteil im börslichen Handel

mit Hebelprodukten liegt in Deutschland bei

über 80 Prozent.

Im hochmodernen Handelssystem der Börse

Stuttgart ist der Mensch ein elementarer

Bestandteil. Unsere umfassenden Services im

Handel veranlassen zusehends mehr Anleger,

ihre Orders an Euwax zu platzieren und mehren

den Ruf der Börse Stuttgart als die auf

den Kunden ausgerichtete Dienstleistungs-

und Innovationsbörse.

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JAHRESBERICHT 2007


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JAHRESBERICHT 2007

Impulsgeber für den Finanzplatz Stuttgart

Zahlreiche sehr erfolgreiche baden-württembergische Banken, Versicherungen, Bausparinstitute

und Finanzexperten der Industrieunternehmen zählen einen weltweit aktiven

Mittelstand aber auch internationale Konzerne zu ihren Kunden. Renommierte

Dienstleister im Finanzbereich - darunter nicht zuletzt eine starke Börse Stuttgart - lassen

keinen Zweifel aufkommen: Baden-Württemberg ist nach Frankfurt inzwischen der

attraktivste und agilste deutsche Finanzplatz. Zeit, die schwäbische Bescheidenheit abzulegen,

um die Wahrnehmung des Platzes zu erhöhen. Die Initiative Stuttgart Financial setzt

den baden-württembergischen Finanzstandort mit gezielten Maßnahmen ins rechte Licht.

Über 330 Kreditinstitute zählt die Bundesbank

in Baden-Württemberg. In Stuttgart

und Umgebung arbeiten rund 52.000 Personen

im Bank- und Versicherungsgewerbe

- und damit jeder zehnte sozialversicherungspflichtig

Beschäftigte. Davon sind rund

12.000 Arbeitnehmer bei der größten und

ertragsstärksten deutschen Landesbank - der

Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) -

beschäftigt. Viele weitere renommierte

Finanzunternehmen, wie die Wüstenrot &

Württembergische, die SV-Versicherungen

oder die Allianz Lebensversicherungs-AG, tragen

zur Wertschöpfung des baden-württembergischen

Finanzsektors bei. An dieser hat

auch die Börse Stuttgart mit 185 Milliarden

Euro Handelsvolumen im Jahr 2007 und

in ihrer Funktion als Knotenpunkt des

Finanzplatzes einen großen Anteil.

Trotz dieser beeindruckenden Statistiken

werden die Qualitäten des Finanzplatzes

Stuttgart und Baden-Württemberg noch

immer vielfach unterschätzt. Deswegen haben

wir im März 2007, gemeinsam mit dem

Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg

und der Stiftung Kreditwirtschaft der

Universität Hohenheim, die Initiative Stuttgart

Thomas Munz

Vorstand

Vereinigung Baden-Württembergische

Wertpapierbörse e.V.

Financial ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist gleichzeitig

ein wesentlicher Satzungszweck unserer

Börsenvereinigung: Die Region Stuttgart und

das Land Baden-Württemberg als Standort

von Dienstleistungen der Finanzwirtschaft

zum Wohle der Bürger und der Wirtschaft zu

fördern.

Aus diesem Grund unterstützen wir gemeinsam

mit unseren Partnern die Finanzplatzinitiative

in vielerlei Hinsicht: Im vergangenen Jahr

haben wir eine Geschäftsstelle in den

Geschäftsräumen der Börse eingerichtet, die

seither sukzessive erweitert wird. Ein Beleg

von vielen, dass wir unseren Satzungszweck

genauso gewissenhaft erfüllen wie unseren

zentralen Auftrag: Die Börse Stuttgart so

auszurichten und zu betreiben, dass sie sich

strategisch und organisatorisch erfolgreich

dem Wettbewerb stellen kann.

Zum Start von Stuttgart Financial gab das

Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg

eine wissenschaftliche Studie in Auftrag,

um die Aktivitäten der Finanzplatzinitiative

bedarfsorientiert, effektiv und sehr gezielt auszurichten.

Dazu wurden die Standortfaktoren

von Stuttgart im Wettbewerb mit ande-


en europäischen Finanzplätzen untersucht.

Auf der Website von Stuttgart Financial

(www.stuttgart-financial.de) ist die Studie

für jedermann zugänglich veröffentlicht.

Durch deren Resultate ließen sich konkrete

Aufgabenfelder für die Initiative ermitteln:

Stuttgart Financial soll in erster Linie als

Kommunikationsplattform dienen, Netzwerke

aufbauen und vertiefen, Standortmarketing

betreiben und das Projektmanagement bei

institutsübergreifenden Produktinnovationen

übernehmen.

Auf den Weg gebracht und umgesetzt haben

wir hierfür bereits verschiedene Maßnahmen:

Auf der Website von Stuttgart Financial befinden

sich seit Mitte 2007 sowohl umfassende

Informationen zum Stuttgarter Finanzplatz

als auch Angaben zu den bereits zahlreich

durchgeführten Workshops, Fachvorträgen

und Pressegesprächen.

Als weiteren Beitrag zu Stuttgart Financial

startete die Börse Stuttgart die Initiative

„Fokus Baden-Württemberg“(Fokus BW), um

Investitionen in Unternehmen aus Baden-

Württemberg zu erleichtern und zu fördern.

An der Spitze von Fokus BW stehen der Blue-

Chip-Index BWX 15 und der Mittelstandsindex

BWX M, die Aktien baden-württembergischer

Unternehmen stärker in den Fokus der

Anleger rücken sollen.

Die Indizes stießen unmittelbar nach ihrer

Auflage bereits auf großes Interesse.

Verschiedene Tageszeitungen und Online-

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JAHRESBERICHT 2007


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JAHRESBERICHT 2007

Redaktionen haben den BWX 15 inzwischen als

festen Bestandteil in ihren Wirtschaftsteil aufgenommen.

Außerdem hat die LBBW im April

2008 ein Zertifikat auf den BWX 15 emittiert

und diesen Index damit investierbar gemacht.

Mit Fokus BW wurden damit nicht nur bessere

Rahmenbedingungen bei der Investition

in baden-württembergische Einzelwerte ge-

schaffen sowie die Sichtbarkeit der Unternehmen

erhöht, sondern gemeinsam mit der

LBBW auch die Möglichkeit zur diversifizierten

Anlage in die Wirtschaftsregion mit nur

einem Wertpapier ermöglicht.

Darüber hinaus bietet die Börse Stuttgart

im Rahmen von Fokus BW mit einer BW

Mittelstandsinitiative dem Anleger die

Möglichkeit, eine breite Auswahl von Einzelwerten

baden-württembergischer mittelstän-

discher Unternehmen zu attraktiven Preisen

zu handeln. Dazu hat sich der zuständige

Quality-Liquidity-Provider der Börse Stuttgart

verpflichtet, beim Handel mit Werten der

BW Mittelstandsinitiative vorgegebene Geld-/

Briefspannen einzuhalten.

Ziel unserer Initiative wird es auch im Jahr 2008

sein, die Kraft und die Stärke des südwest-

deutschen Finanzplatzes in ihrer Vielfalt zu zeigen:

So sind zu den verschiedenen Bereichen

der Finanzwirtschaft so genannte Competence

Center geplant, um den Austausch von hochkarätigen

Experten, fachlich Interessierten

sowie führenden Finanzorganisationen zu

erleichtern und zu fördern.

Auf gesellschaftlicher Ebene sollen Treffen in

angenehmer, lockerer und entspannter Atmos-


phäre es Finanzdienstleistern auch im kommenden

Jahr ermöglichen, sich zu treffen und

miteinander auszutauschen. Beispielsweise

hat es beim Stuttgarter Zeitung-Lauf 2008

eine Sonderwertung „Stuttgart Financial“ für

Mitarbeiter von Finanzdienstleistungsunternehmen

gegeben. Außerdem wird sich Stuttgart

Financial für die inhaltliche Gestaltung des

Finanzplatzgipfels 2009 verantwortlich zeichnen.

Für ein wirksames Standortmarketing arbei-

tet Stuttgart Financial eng mit BWI (Baden-

Württemberg International) zusammen,

das bereits für die baden-württembergische

Industrie ein sehr erfolgreiches

Standortmarketing betreibt. In dieses soll

mit Hilfe von Stuttgart Financial die südwestdeutsche

Finanzwirtschaft stärker integriert

werden. Hierzu bereitet Stuttgart Financial

zum Beispiel Informationen zum hiesigen

Finanzsektor auf und liefert Werbemittel. In

Kooperation mit BWI soll zudem ein regelmäßig

erscheinender Newsletter über den

Finanzplatz erscheinen.

Unser Bestreben ist es, mit diesen und vielen

anderen Maßnahmen und Projekten

ein Impulsgeber für den baden-württembergischen

Finanzplatz zu sein. Dessen

Wahrnehmung zu erhöhen ist kein Selbstzweck:

Denn um den Erfolg der vergangenen

Jahre fortzusetzen, brauchen wir auch

in Zukunft hochqualifizierte Fachkräfte. Die

zahlreichen Faktoren, die für Stuttgart sprechen,

gilt es bekannter zu machen. Hierzu

zählen beispielsweise eine ausgezeichnete

Infrastruktur, ein sehr lebendiges wirtschaftliches

Umfeld und nicht zuletzt die hohe südwestdeutsche

Lebensqualität.

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JAHRESBERICHT 2007


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JAHRESBERICHT 2007

Börsenaufsichtsbehörde überwacht Börse und Handel

Der börsliche Handel in Deutschland wird von drei Aufsichtsinstitutionen begleitet:

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Handelsüberwachungsstelle der jeweiligen

Börse und Börsenaufsichtsbehörde des jeweiligen Sitzlandes der Börse. Diese in das

Börsengeschehen implementierten Säulen sollen die Einhaltung der Regeln an der Börse und

die Neutralität bei der Ausführung der Orders sicherstellen. In Baden-Württemberg nimmt

das Wirtschaftsministerium des Landes die Aufgaben der Börsenaufsichtsbehörde wahr. Es

übt die Rechts- und Marktaufsicht über die Börse und den Handel aus. Im Unterschied zu

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und Handelsüberwachungsstelle hat die

Börsenaufsichtsbehörde sich also auch um die Börse und ihre Organe zu kümmern.

Die Börsenaufsichtsbehörde wird aufgrund

des Börsengesetzes tätig. Ihr obliegt

zum einen die Rechtsaufsicht über die Börse

selbst. Dazu gehört die Sicherstellung der

Einhaltung aller börsenrechtlichen Vorschriften

und Anordnungen. Zum anderen garantiert

ihre Funktion als Marktaufsicht die ordnungsgemäße

Durchführung des Handels an

der Börse. Weiterhin fällt die Überwachung

der Börsengeschäftsabwicklung in ihren

Aufgabenbereich.

Der Aufsicht der Börsenaufsichtsbehörde

unterliegen insbesondere die Börsenorgane,

der Börsenträger und die Einrichtungen, die

sich auf den Börsenverkehr beziehen, einschließlich

der ausgelagerten Bereiche, sowie

der Freiverkehr. Im Rahmen der Rechtsaufsicht

wird das Handeln der Börse in unterschiedlicher

Hinsicht an börsenrechtlichen Vorschriften

gemessen. Einerseits müssen ihre Regelwerke

mit höherrangigem Recht übereinstimmen

und ihre Beschlüsse dürfen nicht gegen geltendes

Recht verstoßen. Andererseits überprüft

die Börsenaufsichtsbehörde auch allgemeine

Geschäftsabläufe im Börsenbetrieb auf

ihre Rechtmäßigkeit - etwa das Vorhandensein

Dr. Hubert Pfadt

Ministerialrat

Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg

Börsenaufsichtsbehörde

Hans von Haeften

Regierungsdirektor

Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg

Börsenaufsichtsbehörde

einer Händlerzulassung für den Handel an

der Börse - und macht gegebenenfalls auch

Vorgaben, um den Anlegerschutz oder eine

wirkungsvollere Überwachung durch die Handelsüberwachungsstelle

sicherzustellen.

Enge Zusammenarbeit mit der Handelsüberwachungsstelle

vor Ort

Im Rahmen der Marktaufsicht überprüft die

Börsenaufsichtsbehörde den Markt auf seine

allgemeine Ordnungsmäßigkeit. Sie überwacht

also das reibungslose Funktionieren des

Handels, der Abwicklung und der Handelsüberwachung,

arbeitet eng mit der börslichen

Handelsüberwachungsstelle vor Ort zusammen

und bedient sich regelmäßig ihrer fundierten

Ermittlungen. Dabei darf die Handels-

überwachungsstelle Weisungen grundsätzlich

nur von der Börsenaufsichtsbehörde annehmen.

Um ihre Aufgabe wirksam wahrnehmen

zu können, kann die Börsenaufsichtsbehörde

an den Sitzungen der Börsenorgane teilnehmen

und etwaige nicht rechtskonforme

Beschlüsse beanstanden. Im Fall von Verstößen

gegen börsenrechtliche Vorschriften darf


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JAHRESBERICHT 2007

sie gegenüber der Börse, dem Börsenträger

und den Handelsteilnehmern weit reichende

Ermittlungen durchführen und Anordnungen

treffen. Sie genehmigt zudem das Regelwerk

der Börse und entscheidet mit über die

Bestellung der Geschäftsführung der Börse

sowie der Leitung der Handelsüberwachungsstelle.

Hohe Preisqualität sichern

In der Überwachungspraxis betrifft die Aus-

übung der Markt- und Rechtsaufsicht

unterschiedlichste Fragestellungen. Aktuelle

Themen sind die Gewährleistung hoher

Preisqualität zum Schutz der Anleger in hochvolatilen

Marktphasen, die Erhöhung der

IT-Kompetenz in der Handelsüberwachungsstelle

und die Regelung beziehungsweise

Überwachung der Händlerzulassung.

• Natürlich ist in schwankungsreichen Markt-

phasen mit hohen Ordervolumina die Funk-

tionsfähigkeit aller Börsen-IT-Systeme maß-

geblich. Daher legt die baden-württem-

bergische Börsenaufsichtsbehörde ihr

Augenmerk darauf, dass die Börse Stutt-

gart mit allen technologischen Entwick-

lungen stets Schritt hält. Nur durch per-

manente Weiterentwicklung kann auch

zukünftig ein zuverlässiger Handelsablauf

sichergestellt werden.

• Dass dem Anleger in Stuttgart ein fairer

Handel garantiert wird, dazu trägt maß-

geblich die Handelsüberwachungsstelle

bei. Notwendig ist, dass sie mit den elektro-

nischen Handels- und Abwicklungssystemen

an der Börse Stuttgart mithalten kann.

Hier hat sich die Börsenaufsichtsbehörde

dafür eingesetzt, dass ihr die personell und

technologisch notwendigen Mittel bereit-

gestellt werden. In Stuttgart können daher

hochqualifizierte IT-Spezialisten notwen-

dige Überwachungs-Tools entwickeln, um

auf neu auftretende Fragestellungen zügig

reagieren zu können. Auch dies bietet

dem Anleger höchstmögliche Sicherheit

und schafft Vertrauen in die Börse Stuttgart.

• Neue gesetzliche Regelungen und eine

zunehmende Technisierung des Börsenge-

schehens stellen neue Anforderungen

an die Händlerzulassung und machen die

Prüfung und Zulassung neuer IT-Systeme

durch die Börsengeschäftsführung nötig.

Die Börsenaufsichtsbehörde hat diesbezüg-

lich entsprechende Vorgaben gemacht,

um den gesetzlichen Verpflichtungen und

dem Schutz der Anleger auch zukünftig

gerecht zu werden.

Zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben und zur

Durchsetzung von Maßnahmen hat die Börsenaufsichtsbehörde

vom Gesetzgeber weitreichende

Befugnisse erhalten. Häufig ist es

jedoch nicht erforderlich, von diesen Rechten

explizit Gebrauch zu machen. Die Börse selbst

ist eine teilrechtsfähige Anstalt des öffentlichen

Rechts und nimmt damit ebenso wie

die Börsenaufsichtsbehörde hoheitliche Aufgaben

neutral im öffentlichen Interesse wahr.

Dies unterscheidet sie deutlich von außerbörslichen

Handelsplattformen und unterstützt

ihre öffentlich-rechtliche Funktion im Sinne

des Anlegers.

Beispielsweise kann es an den Börsen zu Interessenskonflikten

kommen. Mitunter steht eine

Börse zwischen den divergierenden Interessen

unterschiedlicher Wirtschaftspartner. In derartigen

Konstellationen kann die Börsenaufsichtsbehörde

ausgleichend wirken.

Rechtssicherheit für den Privatanleger

gewährleisten

Wenn der Börsenrat oder die Geschäftsführung

Börsenregelwerke erlassen, die von der

Börsenaufsichtsbehörde zu genehmigen sind,

übernimmt diese regelmäßig die Vorprüfung

und ist dabei auch beratend tätig. Die

erzielten Ergebnisse können dann durchaus

von den Regelungen anderer Börsenplätze

abweichen. So gibt es in Stuttgart mit der

Aufsichtsbehörde abgestimmte prozentuale

Preisabweichungen, die überschritten sein

müssen, um einem Mistradeantrag stattzugeben.

Rechtssicherheit ist damit für den


Privatanleger in Stuttgart stets gewährleistet.

Die dezentrale Börsenaufsicht ist eine Chance

für Vielfalt und Innovation in Deutschland. Sie

hat eine Börsenlandschaft entstehen lassen,

in der sich einzelne Börsen eine Marktnische

gesucht und ihre Ideen erfolgreich umgesetzt

haben. Dabei hat sich die föderal strukturierte

Aufsicht vor Ort bewährt, weil sie nah am

Börsengeschehen ist.

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JAHRESBERICHT 2007

Ein erfolgreicher Finanzplatz braucht eine starke

Landesbörsenaufsicht

Die innovativen Lösungen der Börse Stuttgart werden gerne von anderen Börsenplätzen

übernommen. Kein Wunder, denn die Stuttgarter Innovationen spiegeln stets die Bedürfnisse

des Marktes wider. Erfolgreich umsetzen lassen sie sich auch deshalb, weil sich geeignete

Aufsichts- und Entscheidungsstrukturen am Börsenplatz etabliert haben. Bewährt hat

sich eine starke, entschiedene und flexible Börsenaufsichtsbehörde vor Ort. In unschöner

Regelmäßigkeit wird diese allerdings zugunsten einer Zentralisierung der Börsenaufsicht in

Frage gestellt.

Im alten Rom griff eine Hilfstruppe, lateinisch

„subsiduum“ genannt, nur unter

einer Bedingung in einen Kampf ein. Wenn

aus eigener Kraft die Legion vor Ort nicht in

der Lage war, den Gegner zu bezwingen. So

gelten die Römer als Namenspaten für ein

Prinzip, auf das sich die Bundesregierung

auf EU-Ebene sehr gerne beruft: das

Subsidiaritätsprinzip. Vereinfacht sagt es aus:

Übergeordnete Institutionen, wie beispielsweise

die EU oder der Bund, sollten bei

Aufgaben nur dann bemüht werden, wenn

die kleineren Einheiten, beispielsweise die

Länder, überfordert sein sollten.

Dennoch scheint es für nahezu jede Bundesregierung

schwer, der Verlockung zu widerstehen,

das zuvor erläuterte Prinzip hin und

wieder aktiv zu hinterfragen. Dies mag für

manche Bereiche ein zweifelsohne sinnvolles

Vorgehen sein. Unerklärlich reizvoll - wenn

auch seit 14 Jahren erfolglos – stellte sich hier

vielfach der Versuch des Bundes heraus, die

bewährte föderale Aufsichtsstruktur durch

eine zentrale Börsenaufsicht zu ersetzen. Dass

dies wiederum von der jetzigen Regierung

(insbesondere vom Bundesministerium für

Thomas Munz

Vorstand

Vereinigung Baden-Württembergische

Wertpapierbörse e.V.

Finanzen) als erstrebenswert erachtet wird,

legt folgende Vermutung nahe: Es muss neue

und triftige Argumente geben, die Aufsicht

bei der Bundesanstalt für Finanzen (BaFin)

konzentrieren zu wollen.

Nähere Auskünfte hierzu sollten sich somit bei

den Vorschlägen der Bundesregierung für die

Kommission zur Modernisierung der Bund-

Länder-Finanzbeziehungen finden lassen: So

sei Deutschland das einzige Land der EU mit

einer dezentralen Börsenaufsichtsstruktur.

Dies hätte eine teilweise uneinheitliche

Auslegung des Börsenrechts, eine Unsicherheit

bei ausländischen Investoren und einen Wett-

bewerbsnachteil gegenüber anderen Finanzplätzen

zur Folge. Eine Zentralisierung der

Börsenaufsicht würde eine Harmonisierung

der Auslegung des Börsenrechts in Deutsch-

land sicherstellen. Somit werde Rechtssicherheit

für Marktbetreiber und Marktteilnehmer

erreicht.

Soweit, so allerdings seit langem bekannt:

Nahezu alle Argumente und Ideen beruhen

auf einem bereits zehn Jahre alten

Gutachten des Max-Planck-Instituts für aus-


ländisches und internationales Privatrecht des

Kapitalmarktexperten Bernd Rudolph zum

Thema „Börsenreform in Deutschland“. Nur

sind seither umfangreiche Reformen realisiert

worden. So wird die BaFin nach dem

WpHG, die Börsenaufsichtsbehörde nach

dem Börsengesetz tätig. Die jeweiligen

Kompetenzen sind dabei klar voneinander

abgegrenzt.

Bis heute keine Überwachungsskandale

Hauptaufgabe der BaFin ist es, bei Insiderdelikten

und Marktmanipulationen zu ermitteln

und diese gegebenenfalls zur Anzeige zu bringen.

Außerdem überwacht sie unter anderem

die Einhaltung der Publizitätspflicht, die so

genannte Ad Hoc Publizität, börsennotier-

ter Unternehmen sowie Veröffentlichungen

von Transaktionen über bedeutende Beteiligungen.

In den Zuständigkeitsbereich der

BaFin fällt bereits heute die internationale

Zusammenarbeit mit ausländischen Aufsichtsbehörden.

Ausländische Investoren wenden

sich allein an sie.

Die Börsenaufsichtsbehörden der Länder überwachen

hingegen die Einhaltung der börsenrechtlichen

Vorschriften und Anordnungen

sowie die ordnungsgemäße Durchführung des

Handels an der Börse. Sie genehmigen bei-

spielsweise das Regelwerk der Börsen und

entscheiden mit über die Bestellung der Geschäftsführung

sowie den Leiter der Handelsüberwachungsstelle.

Dass es bis heute keine

Überwachungsskandale durch die dezentral

strukturierte Börsenaufsicht gegeben hat,

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JAHRESBERICHT 2007

unterstreicht wie sorgsam, zuverlässig und

gewissenhaft die Börsenaufsichtsbehörden

ihre Aufgaben erfüllen.

Zudem arbeiten alle deutschen Börsenaufsichtsbehörden

unter Nutzung von Synergieeffekten

kooperativ zusammen – etwa im

Länderarbeitskreis für Börsen- und Wertpapierfragen.

Dies stellt die Einheitlichkeit

ihres Handelns sicher. Da sie ausschließlich

Vor-Ort-Aufgaben ohne jeglichen internationalen

Kontakt wahrnehmen, ist unerheblich,

dass andere EU-Länder ihre Börsenaufsicht

zentral organisieren.

Investoren vertrauen der Aufsicht

So verbleibt als einziges Argument, dass

die föderale Struktur die deutschen Börsen

vermeintlich im Wettbewerb mit anderen

Finanzplätzen schwächt. Gegenteiliges

beweist die Entwicklung der Börse Stuttgart.

Vor einer Dekade kam diese für viele noch

nicht einmal mehr als regionale Niederlassung

der Börse Frankfurt in Betracht. Doch weit

gefehlt: Stuttgart ist mittlerweile Deutschlands

führende Privatanlegerbörse sowie Europas

Marktführer im börslichen Handel mit verbrieften

Derivaten.

Das stärkt nicht nur den Standort Baden-

Württemberg: Die Börse Stuttgart trägt

zunehmend zur Wertschöpfung des gesamten

deutschen Finanzplatzes bei. In den letzten

zehn Jahren hat sich die Anzahl der

Mitarbeiter mehr als verfünffacht. Rund 20

Prozent des Handelsergebnisses bei verbrieften

Derivaten generiert Stuttgart bereits mit

ausländischen Investoren. Mit dem zweiten

Rekordergebnis in Folge wurde mit einem

Handelsvolumen von knapp 185 Milliarden

Euro und 45 Prozent Marktanteil nach

Umsatz inzwischen sogar den Frankfurter

Parketthandel überholt.

Dass diese Leistung möglich war, dazu hat nicht

zuletzt das Vertrauen der Investoren in ein eingespieltes,

effizientes und bestens funktionierendes

Aufsichtssystem beigetragen. In direk-

ter Nachbarschaft befindet sich das badenwürttembergische

Wirtschaftsministerium

als Börsenaufsichtsbehörde. Mitunter sind

dessen Nähe und regionalen Kenntnisse ausschlaggebend

dafür, dass ein innovationsfreundlicher

Rahmen für die Börse Stuttgart

gegeben ist.

Zum einen weiß das Ministerium um die

börslichen Erfordernisse und um die spezifischen

Besonderheiten des Handelsplatzes.

Die Notwendigkeit von Veränderungen kann

diese Behörde daher besonders schnell nachvollziehen

– vor allem wenn es darum geht,

bedarfsgerechtere Angebote für unsere

Kunden zu schaffen. Hierbei steht sie der

Börse mit Rat und Tat zur Seite, ohne sie

dabei vor notwendigen Maßnahmen zu „verschonen“.

Zum anderen sind die Entscheidungswege von

der Börse Stuttgart zur Börsenaufsichtsbehörde

kurz. Das versetzt letztere in die Lage,

Sachverhalte gewissenhaft zu prüfen und

Genehmigungen trotzdem sehr zügig erteilen

zu können. Gerade wenn es um Struktur-

und Regelwerksänderungen geht, müssen

umfangreiche und abstimmungsintensive

Vorarbeiten von Börsenaufsichtsbehörde und

Geschäftsführung erledigt werden.

Höchste Qualität garantiert

Mitunter deswegen konnte die Börse Stuttgart

viele Innovationen und Qualitätsmerkmale

zeitnah umsetzen: Hierzu zählen beispielsweise

ein transparentes Regelwerk und innovative

Services wie das Best-Price- und Best-

Size Prinzip oder die Einführung des elektronischen

Handels. Maßnahmen, die den

Anlegern einen Handel in höchster Preis-

und Dienstleistungsqualität garantieren.

Reagieren kann die Börse dadurch im Sinne

des Anlegerschutzes ebenso schnell wie im

Falle von Mistrades oder Beschwerden von

Marktteilnehmern.

Dass die Aufgaben der Börsenaufsichtsbehörde

stets in vollem Umfang erledigt werden müs-


sen, ist unstrittig. Ob die bisher reibungsfreie,

schnelle Zusammenarbeit mit der sehr börsennahen

Aufsicht von einer einzigen zentralen

Stelle für alle Börsenplätze derart effizient und

weniger kostenintensiv übernommen werden

könnte, bleibt fraglich. Auch diese müsste

den Handel vor Ort umfassend kontrollieren,

die Beratung in Struktur- sowie Rechtsfragen

durchführen und dabei den Besonderheiten

von gleich sieben deutschen Börsenplätzen

gleichermaßen gerecht werden.

Doch die Erfahrung zeigt, dass sich große,

kostenintensive und kompliziert organisierte

Verwaltungsapparate oftmals als schwerfälliger,

unflexibler und undurchsichtiger

für Außenstehende erwiesen haben. Das

Umfeld der deutschen Börsen ist jedoch

durch Schnelllebigkeit, Automatisierung,

internationalen Wettbewerb sowie einen

hohen Spezialisierungsgrad auf bestimmte

Anlageklassen und Investoren gekennzeichnet.

Für die deutschen Börsen, die sich erfolgreich

auf bestimmte Nischen konzentriert haben,

birgt eine Zentralisierung somit die Gefahr,

regionale Besonderheiten zu vernachlässigen und

somit die Wettbewerbsfähigkeit von leistungsfähigen

Börsenplätzen zu schwächen. So setzen

wir uns am Börsenplatz Stuttgart entschlossen

dafür ein, dass ein bestens funktionierendes

System nicht ohne Notwendigkeit verändert

werden soll. Und da von einer Überforderung

der Börsenaufsichtsbehörden nicht die Rede

sein kann, gilt auch hier die sportliche Maxime:

„Never change a winning team“.

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Lückenlose Kontrolle des Handels gibt dem Anleger

Sicherheit

Als eigenständiges und unabhängiges Börsenorgan überwacht die Handelsüberwachungsstelle

den gesamten elektronischen Handel an der Börse Stuttgart. Gesetzliche Vorschriften

bilden die Basis ihrer Tätigkeit - je besser diese in der Praxis umgesetzt werden, umso höher

ist die Handelsqualität.

Gesetzeslücken, unübersichtliche Kompetenzen

der Behörden, ja noch nicht einmal

ein Abkommen über deren Zusammenarbeit

– die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC sowie

die ausländische Finanzpresse wiesen vor

mehr als fünfzehn Jahren kritisch auf die

Praxis der deutschen Börsenaufsicht hin.

Seitdem hat sich am Finanzplatz Deutschland

viel getan. Internationale Standards der

Kapitalmarktregulierung haben sich mittlerweile

durchgesetzt, um den Anlegerschutz

zu gewährleisten, einen transparenten

Handel zu schaffen und die internationale

Wettbewerbsfähigkeit zu garantieren.

Derzeit übernehmen drei institutionelle

Organe die Aufsicht über den deutschen

Wertpapierhandel, deren Kompetenzen eindeutig

definiert und voneinander abgegrenzt

sind: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

(BaFin) auf Bundesebene,

die Börsenaufsichtsbehörde auf Landesebene

sowie die Handelsüberwachungsstelle (HÜSt),

die sich vor Ort an der Börse selbst befindet.

Scharfes Schwert im Falle von Verstößen

Als wichtige Säule des Aufsichtssystems

sorgt die HÜSt sowohl für die systema-

Andreas Freudenmann

Leiter der Handelsüberwachungsstelle

der Baden-Württembergischen Wertpapierbörse

tische und lückenlose Erfassung als auch

für die Auswertung des Börsenhandels und

der Geschäftsabwicklung. Obwohl sie zwar

direkt dort angesiedelt ist, ist die Börse

ihr gegenüber jedoch als eigenständigem

Börsenorgan nicht weisungsbefugt. Die

Handelsüberwacher unterstehen allein der

Börsenaufsichtsbehörde. Damit hat der

Gesetzgeber der HÜSt im Börsengesetz

bewusst eine starke Position verliehen und

ihr zudem ein scharfes Schwert in die Hand

gegeben. Denn wenn sie ermittelt, ist sie

praktisch mit den gleichen Kompetenzen ausgestattet

wie die Börsenaufsichtsbehörde.

Die Ermittlungsrechte sind im Falle von Verstößen

gegen börsenrechtliche Vorschriften

sehr weit reichend: Dazu gehört ein Anspruch

auf die Herausgabe von Unterlagen von

Handelsteilnehmern, das Erfragen der Identität

von Auftraggebern bis hin zum Endkunden

sowie gegebenenfalls das Betreten der

Geschäftsräume der Handelsteilnehmer. In

bestimmten Fällen könnte die HÜSt sogar

verdächtige Personen vorladen.

Wenn ein Verstoß entdeckt wird, hat sie

jedoch keine Sanktionsgewalt. Der Fall wird

an die Börsengeschäftsführung und gleichzeitig

an die Börsenaufsichtsbehörde oder aber


an die BaFin abgegeben. Je nach Schwere

des Vergehens wird dann eine Mahnung ausgesprochen,

eine Geldstrafe verhängt oder

ein Handelsausschluss von bis zu 30 Tagen

durchgesetzt. Schlimmstenfalls können auch

bis zu fünf Jahre Gefängnis drohen.

Hohe Ansprüche an IT und Mitarbeiter

Natürlich bilden die gesetzlichen Vorschriften

die Basis für die Tätigkeiten der jeweiligen

Handelsüberwachungsstellen. Wie sie hingegen

in der Praxis umgesetzt werden, ist

börsenspezifisch. Dabei ist entscheidend, mit

welchen Mitteln die Handelsüberwachung

ausgestattet wird. Seit die Börse Stuttgart alle

Anlageklassen auf den elektronischen Handel

umstellte, sind auch die Anforderungen an

die Handelsüberwachungsstelle gestiegen.

Denn mit der Umstellung wachsen die Ansprüche

an die IT und somit auch an die

erforderlichen Kenntnisse der Mitarbeiter.

Dem trägt die HÜSt Rechnung, indem sie

diese entsprechend schult oder zusätzliche

Fachkräfte mit speziellen IT-Kenntnissen ein-

stellt. Das Know-how kompetenter Mitarbei-

ter sowie eine leistungsfähige Software und

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hervorragende Informationsquellen ermög-

lichen der Stuttgarter HÜSt ein sehr professionelles

Arbeiten. Denn die Überwachung

des Handels wäre bei dem sehr großen

Handelsvolumen und den damit verbundenen

riesigen Datenmengen an der Börse

Stuttgart ohne moderne und leistungsfähige

Informationstechnologie sowie entsprechende

Softwarekenntnisse undenkbar. Ein

siebenköpfiges Team der Stuttgarter HÜSt

hat dabei den vollen Zugriff auf das elektronische

Handelssystem. Alle Handelsdaten

werden nach bestimmten Kriterien mit verschiedenen,

zum Teil selbst entwickelten,

Analyseprogrammen gefiltert.

Kompetenz, Know-how und Berufserfahrung

kombinieren

Bei ungewöhnlichen Handelsereignissen und

Unregelmäßigkeiten liefern die Programme

Auffälligkeitsmeldungen, wobei es sich aber

nicht zwingend um einen Verstoß handeln

muss. Grund für eine Unregelmäßigkeit kann

eine auf den ersten Blick nicht erklärbare

Preisermittlung oder Kursschwankung sein.

Wird ein illiquider Wert lange Zeit nur wenig

gehandelt und plötzlich explodieren die

Umsätze, zeigt das System dies an. Dann gilt

es die Umsätze in Stuttgart mit denen anderer

Börsen zu vergleichen oder zu überprüfen,

ob es plausible Gründe für dieses Ereignis

gibt. Beispielsweise könnte ein Grund für

plötzliche und unerwartete Kursbewegungen

die Streuung gezielter Informationen

durch bestimmte Interessengruppen sein.

Manchmal ist die Ursache jedoch nur eine

Anlageempfehlung eines renommierten

Analysten.

Hier spielt die Berufserfahrung der Handelsüberwacher

eine wichtige Rolle. Denn oft ist es

nur eine Sache von Sekunden, um festzustellen,

dass niemand gegen die Regeln verstoßen

hat. Aufwendiger jedoch ist es, dem Verdacht

auf Marktmanipulation oder Insiderhandel

nachzugehen. Hier handelt es sich zumeist

um Verstöße, die mit sehr schwierigen und

langwierigen Ermittlungen einhergehen. Diese

werden schließlich an die BaFin abgegeben,

die dann entweder selbst ein Bußgeld verhängt

oder die Angelegenheit zur Anzeige

bei der zuständigen Staatsanwaltschaft bringt.

Hinweise erhält die HÜSt auch von Markt-

experten, Finanzdienstleistungsinstituten

oder aufmerksamen Anlegern. Die Nachbarschaft

zu den Räumen der Kundenbetreuung

der Stuttgarter Börse ist hier sehr vorteilhaft.

Sie gewährleistet eine noch größere

Nähe zum Markt. Darüber hinaus kooperiert

die HÜSt, wenn nötig, auch eng mit der

Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft in

Stuttgart. Bei schwierigen Fällen trägt sie mit

ihren Ermittlungen, Kontakten oder fachlichem

Know-How dazu bei, Licht in komplexe

Verfahren zu bringen. Zudem wird reger

Kontakt zu den Kollegen der HÜSt nationaler

wie auch internationaler Börsen gepflegt.

HÜSt als Qualitätsmerkmal eines Handelsplatzes

Die Tätigkeit der Stuttgarter Handelsüberwachungsstelle

erschöpft sich aber nicht nur

darin, die Korrektheit von Preisermittlungen

zu prüfen oder möglichen Insiderhandel

aufzudecken. Ebenfalls überwacht sie,

dass die verschiedenen, an der Baden-

Württembergischen Wertpapierbörse gültigen

Börsenregularien eingehalten werden.

Die im Marktsegment Euwax gehandelten

verbrieften Derivate unterliegen überwachten

Qualitätskriterien. So prüft die HÜSt bei-

spielsweise, ob die Emittenten ihrer Verpflichtung

zur permanenten Quotierung ihrer

Produkte nachkommen. Zudem unterstützt

sie mit ihren Auswertungen die Emittenten,

Schwachstellen in den eigenen Systemen zu

beheben.

Da die unabhängige HÜSt eine Überwachung

des Handels stets auf sehr hohem Niveau

sicherstellt, genießt die Börse Stuttgart den

Ruf eines neutralen sowie unabhängigen

Handelsplatzes. Damit gewinnt die Börse

Stuttgart das Vertrauen und den Zuspruch

der Anleger.


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An der Spitze des Marktes durch konstant hohe

Handelsqualität

Ein Anleger wickelt gewöhnlich den Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers über seine

Hausbank ab. An welchen Börsenplatz aber leiten diese, sofern der Kunde nicht selbst eine

Weisung erteilt, seine Order weiter? Hier setzt die Finanzmarktrichtlinie der EU „Markets

in Financial Instruments Directive“ oder kurz MiFID an. Seit 1. November 2007 müssen die

Banken beziehungsweise Wertpapierfirmen für nahezu alle Arten von Finanzinstrumenten

Grundsätze zur Auftragsausführung – die so genannte Best Execution Policy - festlegen. In

diesen teilen die Banken mit, welche Handelsplätze sie für welche Art von Wertpapieren

bevorzugen. Dabei ist das Ziel der Richtlinie, dass die Orders des Kunden an dem jeweiligen

Börsenplatz ankommen, an dem sie am besten ausgeführt werden.

Welche Kriterien ausschlaggebend sind,

um das bestmögliche Ergebnis und

somit den hierfür geeigneten Handelsplatz zu

bestimmen, gibt die MiFID vor: Banken müssen

Ausführungsgrundsätze aufstellen, die

vor allem die Kriterien Preis, Kosten, Ausführungswahrscheinlichkeit,

Umfang, Auftragsart

und Schnelligkeit der Ausführung beinhalten.

Je nach Anlageklasse kann dabei eine

unterschiedliche Gewichtung der Orderausführungsaspekte

vorgenommen werden. Für

Privatanleger schreibt das WpHG den Banken

vor, den Fokus dabei auf das Gesamtentgelt

(Preis und Kosten) zu legen.

Die anderen Kriterien zur Aufstellung der

Best Execution Policy für den Privatanleger

müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

Vorrang darf diesen Kriterien allerdings

nur dann eingeräumt werden, wenn sie

wesentlich dazu beitragen, das bestmögliche

Gesamtentgelt zu erreichen. Über die

einzelnen Ausführungsgrundsätze haben die

Banken ihre Kunden detailliert schriftlich zu

informieren.

Dr. Rolf Deml

Geschäftsführer

Baden-Württembergische Wertpapierbörse GmbH

Für den Kunden bedeutet die praktische Um-

setzung der Richtlinie, dass er bei der

Orderaufgabe seit November grundsätzlich

vor zwei Alternativen steht: Entweder er

verlässt sich darauf, dass seine Bank für

die jeweiligen Wertpapierarten den besten

Handelsplatz findet und gibt keinen spezifischen

Börsenplatz seiner Wahl an. Oder er

erteilt der Bank selbstständig die Weisung, an

welchem Börsenplatz die Order ausgeführt

werden soll.

Für welche Möglichkeit er sich auch entscheidet:

Dem Anleger ist jedenfalls immer zu raten,

sich nicht nur mit den Vorschlägen der Best

Execution Policy seiner Bank, sondern auch

stets mit den Servicepaketen der einzelnen

Börsen zu befassen. Das Recht des Anlegers,

den Börsenplatz selbst zu bestimmen, bleibt

von der MiFID unberührt – und dieses Recht

nutzen auch die meisten Anleger.

Verständlich, da neben den leicht zu überprüfenden

Kriterien auch alle anderen Kriterien

für ihn von großer Wichtigkeit sind. Wir an


der Börse Stuttgart sind fest davon überzeugt,

die beste Dienstleistung im Sinne

der Privatanleger für jede Anlageklasse

zu bieten. Dabei sind, je nach Art des zu

handelnden Wertpapiers, unterschiedliche

Orderausführungsaspekte besonders wichtig.

Beim Handel mit verbrieften Derivaten ist

zunächst zwischen Hebelprodukten wie

Optionsscheinen und Knock-out-Zertifikaten

und Anlageprodukten – kurz Zertifikaten –

zu unterscheiden. Bei Hebelprodukten spielt

sicher neben den Kriterien Preis und Kosten

die Wahrscheinlichkeit und Ausführungs-

geschwindigkeit der Orderausführung eine

entscheidende Rolle. Als führende Privat-

anlegerbörse verfügen wir auf Grund der

großen Anzahl an Marktteilnehmern über

eine dementsprechende Liquidität in unseren

Orderbüchern. Diese macht eine Orderaus-

führung nicht nur sehr wahrscheinlich, sondern

wirkt sich natürlich genauso positiv auf

den Preis der gelisteten Hebelprodukte aus.

Unsere Dienstleister im Handel, die so

genannten Quality-Liquidity-Provider, kurz

QLP – sorgen dafür, dass eine Order an der

Börse Stuttgart mindestens zu dem gleichen

oder zu einem besseren Preis als an jeder

anderen Börse und auch außerbörslich ausgeführt

wird. Sie überprüfen jede Quotierung

stets auf ihre Plausibilität und verhindern,

dass es zu Teilausführungen im elektronischen

Handel kommt. Der neu eingeführte

elektronische Handel hat die Schnelligkeit der

Ausführung weiter gesteigert.

Statt dem Kriterium Schnelligkeit sollte

bei Aktien hingegen der Aspekt des

Börsenkurses, beziehungsweise des Preises

am höchsten gewichtet werden. Um dieses

Kriterium beurteilen zu können, gilt es, die

Geld-/Briefspannen an den Börsen zu vergleichen,

was im Internet sehr leicht möglich

ist. Üblicherweise kaufen Anleger Aktien

zur höheren Briefseite und verkaufen zur

niedrigeren Geldseite. Diese Handelsspanne

wurde für DAX-Werte in Stuttgart ganz abgeschafft,

so dass der Anleger exakt zum

selben Preis das Papier an- und verkaufen

kann. Einen besseren Preis kann ein Anleger

somit gar nicht erzielen. Inländische Werte

der Indizes MDAX ® , SDAX ® und TecDAX ®

werden in Stuttgart stets besser ausgeführt

als auf Xetra ® . Ähnlich enge Geld- und

Briefspannen gibt es an der Börse sowohl bei

Auslandsaktien als auch bei Fonds. Auch hier

sollte sich der Anleger sehr genau die Spreads

ansehen.

Beim Handel mit Anleihen kommt es vor

allem darauf an, dem Kunden einen möglichst

guten Preis zu verschaffen. Dafür stehen

das Qualitätshandelssegment der Börse

Stuttgart für Anleihen, Bond-X sowie die

Handelsinitiative Bond-XXL, die Privatanlegern

Großhandelspreise bieten, wie sie sonst nur

institutionellen Investoren vorbehalten sind.

Dass unsere Händler diese Verpflichtung einlösen,

dafür spricht unsere Marktführerschaft

nach Umsatz in diesem Bereich.

Unverständlicherweise ist der Handel mit

Fondsanteilen von den Best-Execution-Anfor-

derungen der MiFID ausgenommen. Genau

deshalb sollte der Anleger bei dieser Wertpapiergattung

darauf achten, ob er direkt über

die Fondsgesellschaft oder die Börse handelt.

Denn beim Fondshandel hat die Börse unbestrittene

Vorteile. So spart sich der Anleger

dort den Ausgabeaufschlag und kann während

der gesamten Handelszeit von 9:00 Uhr

bis 20:00 Uhr handeln. Die Börse Stuttgart

bietet hier mit ihrem Fondshandelssegment

IF-X eine attraktive Alternative zum Handel

über die Kapitalanlagegesellschaft (KAG) mit

engen und daher für den Anleger günstigen

Geld- und Briefkursen. Die Börse Stuttgart

liegt damit bei Gesamtkosten und Leistung

an der Spitze des Marktes.

Seit Jahren hat sich die Stuttgarter Börse konsequent

auf Privatanleger fokussiert. Dank

zahlreicher Innovationen sind wir schon lange

die führende Privatanlegerbörse Europas und

erfüllen seit vielen Jahren bereits alle Kriterien,

die von der MiFID heute gefordert werden.

MiFID-Leitfaden der Börse Stuttgart unter

www.boerse-stuttgart.de/mifid

33

JAHRESBERICHT 2007


34

JAHRESBERICHT 2007

Transparenz, Dienstleistungs- und Preisqualität als

höchste Priorität

Seit 1999 behauptet die Börse Stuttgart in einem sehr dynamischen und harten

Wettbewerbsumfeld mit ihrem Handelssegment Euwax deutlich die Marktführerschaft im

börslichen Handel mit verbrieften Derivaten. Das starke Wachstum der letzten Jahre zeigt,

dass immer mehr Privatanleger die Besonderheiten des börslichen Handels in Stuttgart zu

schätzen wissen. Denn in Stuttgart besteht für den Anleger stets eine reelle Chance, zu

einem besseren, aber niemals zu einem schlechteren Preis ausgeführt zu werden, als er vom

Emittenten aktuell außerbörslich gestellt wird.

Möglich macht dies ein am Börsenplatz

Stuttgart entwickeltes „Best-Price-

Prinzip“. Die Emittenten verpflichten sich

im Rahmen eines Regelwerkes die Börse

Stuttgart fortlaufend mit verbindlichen

An- und Verkaufspreisen für ihre Produkte

zu versorgen. Dabei führt der Quality-

Liquidity-Provider, ein liquiditätsspendender

Intermediär im elektronischen Handel, entweder

sich deckende Kauf- und Verkaufsorders

verschiedener Marktteilnehmer zusammen

oder er spendet eigene Liquidität. So kann

der Quality-Liquidity-Provider in beiden Fällen

die Aufträge auch innerhalb der Spreads

– der aktuellen An- und Verkaufsspannen des

Emittenten – bedienen und damit eine entsprechende

Preisermittlung im elektronischen

Handelssystem anstoßen.

Dieser Service beinhaltet somit die hohe

Wahrscheinlichkeit, dass der Anleger einen

besseren Preis bekommt als im außerbörslichen

Handel. Diese Preisermittlung ist im

Regelwerk, insbesondere der Börsenordnung,

verankert und damit dem strengen börsenrechtlichen

Überwachungs- und Sanktionsinstrumentarium

unterworfen.

Oliver Hans

Geschäftsführer

Baden-Württembergische Wertpapierbörse GmbH

Umfassende Transparenz bereits weit

vor Einführung der MiFID

Referenz-Marktdaten über die Quotes des

Emittenten, die ermittelten Preise oder die

getätigten Umsätze können die Anleger auf

der Website des Stuttgarter Handelsplatzes

bis ins Jahr 1999 zurückverfolgen. Somit

kann jeder Anleger stets überprüfen, ob

seine Order auch tatsächlich nach dem Best-

Price-Prinzip gehandelt wurde. Denn die

Schaffung von umfassender Transparenz

für den Privatanleger hatte an der Börse

Stuttgart lange vor der Einführung von MiFID

schon höchste Priorität. In Stuttgart wird den

Anlegern ein umfassender Service rund um

die Orderausführung geboten: eine schnelle

und transparente Ausführung der Aufträge

sowie eine optimale Preisermittlung.

Sollten Fragen oder Unklarheiten rund um

die Orderausführung auftreten, kann sich der

Kunde jederzeit an die kostenfreie Kunden-

Hotline wenden. Darüber hinaus gibt es im

börslichen Handel die Möglichkeit, sich über

sämtliche Produkte mit Stop-Loss- oder Stop-

Buy-Orders im Markt zu positionieren. Dies


ist ein Sicherheitsgurt, den besonders die

Anleger würdigen, die sich nicht permanent

den Handelsverlauf ansehen können oder

wollen.

Anleger schätzen die öffentlich-rechtliche

Handelsüberwachung

Sehr viele Privatanleger wissen am börslichen

Handel im Vergleich zum privatrechtlich organisierten,

außerbörslichen Handel jedoch vor

allem die neutrale und öffentlich-rechtliche

Handelsüberwachung (HÜSt) zu schätzen. Sie

ist unabhängig und nur der Börsenaufsicht,

also dem Wirtschaftsministerium des Landes,

unterstellt. Wie ein urteilssicherer, kompetenter

und neutraler Schiedsrichter prüft sie

die Ordnungsmäßigkeit der Orderausführung

und greift immer dann ins Geschehen ein,

wenn es zu Konflikten der Marktteilnehmer

mit dem Regelwerk kommt.

Privatanleger können sich dabei jederzeit

kostenfrei an die HÜSt wenden, um eine aus

ihrer Sicht falsche Ausführung anzuzeigen.

Die Emittenten hingegen müssen dies im

Rahmen eines gebührenpflichtigen Mistrade-

Antrags tun. Hier geht es zumeist darum,

Handelsgeschäfte zu stornieren, die auf einer

falschen Preisbasis zustande kamen. Derzeit

sind über 310.000 Wertpapiere (Stand Juni 2008)

an der Börse Stuttgart gelistet. Da sich die

Emittenten verpflichtet haben, zu jedem Handelszeitpunkt

zu quotieren, kommt es – wenn auch

selten – vor, dass irrtümlich falsche An- und

Verkaufspreise für ein Produkt gestellt werden.

35

JAHRESBERICHT 2007


36

JAHRESBERICHT 2007

Fairer Handel zum Schutz des

Gesamtmarktes

Nicht marktgerechte Preise resultieren beispielsweise

aus einem falschen Zugriff eines

Software-Systems auf eine Datenbasis. Da die

Wertentwicklung eines Zertifikats von einem

Basiswert wie Aktien, Rohstoffe oder Indizes

abhängt, greift das System zum Beispiel auf

den Aktienwert von SAP statt auf Daimler zu

- und damit auf einen entsprechend niedrige-

ren Preis. Kaufen Anleger zu diesem fälschlich

niedrigen Preis, kann dies zu einem enormen

Schaden beim Emittenten führen.

Um einen für alle Seiten fairen Handel

sicherzustellen, gibt es an der Börse so

genannte Mistrade-Regeln. Allerdings greifen

diese nur, wenn bestimmte Schaden-

schwellen erfüllt werden. Diese Schwellenwerte

sind weder Emittent noch Anleger

bekannt. Dafür gibt es einen einfachen, plau-


siblen Grund: Die Sicherstellung eines fairen

Handels zum Schutz des Gesamtmarktes.

Sind nämlich Schwellenwerte, wie beispielsweise

die erforderliche Schadenshöhe,

öffentlich bekannt, lässt sich natürlich leicht

berechnen, wie viele Stücke eines offensichtlich

falsch gepreisten Produktes nicht

zu einer Stornierung des Auftrages führen.

In der Vergangenheit schien es sich oft um

die gleichen Marktteilnehmer zu handeln,

die solche Papiere bis knapp unterhalb der

kritischen Marke erwarben. So lag nicht

die Vermutung eines sich ständig wiederholenden

Zufalls nahe, sondern vielmehr das

gezielte Ausnutzen dieser Regelung.

Langfristig hätte dies höchstwahrscheinlich

eine für alle Anleger nicht wünschenswerte

Folge: Um die Schäden zu kompensieren,

weitet der jeweilige Emittent insgesamt

die Spreads aus. Somit würden

sich die Handelsbedingungen für alle

Anleger verschlechtern. Um dem vorzubeugen,

hat die Börse Stuttgart gemein-

sam mit der Börsenaufsicht des Landes Baden-

Württemberg beschlossen, die Schwellenwerte

nicht mehr zu veröffentlichen. Diese

Maßnahme erhöht zudem auch für die

Emittenten den Anreiz, in ihre Systeme zu

investieren, um den Anlegern eine hohe

Preisqualität zuzusichern.

Mistrade-Quote im minimalen Promille-

Bereich

Genehmigt und überwacht werden diese

Regelungen natürlich trotzdem genauso

streng von der Börsenaufsicht. Denn für einen

funktionierenden Markt müssen Emittenten,

Handelsteilnehmer und Privatanleger auf

einen marktgerechten Preis vertrauen können.

Und darauf, dass ein für alle Beteiligten

regelkonformer Handel sichergestellt wird.

Wie gut das an der Börse Stuttgart gelingt,

beweist ein kurzer Blick auf die Statistik: Im

vergangenen Jahr wurden über 13,8 Millionen

Orders ausgeführt. 253 Mistradeanträge sind

in unserer Handelsüberwachung eingegangen

- die Hälfte dieser Anträge wurde abgelehnt.

Bei einem Umfang von 13,8 Millionen ausgeführten

Orders ergibt das eine Quote stattgegebener

Mistradeanträge von 0,00000915. Dass

sich diese Mistrade-Quote in einem minimalen

Promille-Bereich bewegt, zeigt die Wirksamkeit

der den Markterfordernissen angepassten

Mistrade-Regelung – und ermöglicht Anlegern

und Emittenten einen fairen Handel.

37

JAHRESBERICHT 2007


38

JAHRESBERICHT 2007

G R E M I E N 2 0 0 7

Baden-Württembergische Wertpapierbörse

Börsenrat

Hans-Joachim Strüder

Vorsitzender

Mitglied des Vorstands

Landesbank Baden-Württemberg

Stuttgart

RA Dr. Klaus Kessler

stv. Vorsitzender

Mitglied des Präsidiums

Deutsche Schutzvereinigung

für Wertpapierbesitz e.V.

Stuttgart

Oender Ciftci

Executive Director

ABN AMRO Bank N.V.

Frankfurt

Mark Cringle

Leiter der Geschäftsbereiche

Equity Derivatives

Group & Aktienhandel

HSBC Trinkaus & Burkhardt AG

Düsseldorf

Ralph Danielski

stv. Vorstandsvorsitzender

EUWAX AG

Stuttgart

Alexander van Echelpoel

Generalbevollmächtigter

Wüstenrotbank AG Pfandbriefbank

Ludwigsburg

Marion Engel

SdK Schutzgemeinschaft

der Kapitalanleger e.V.

Bonn

Dr. Volker Gerstenmaier

Mitinhaber des Bankhauses

Ellwanger & Geiger

Stuttgart

Ausgeschiedene Mitglieder des Börsenrats

Nils Frowein

(bis 30.06.2007)

Mitglied des Vorstands

MLP Finanzdienstleistungen AG

Wiesloch

Wilhelm Freiherr von Haller

(bis 31.07.2007)

Mitglied des Management

Committee Deutschland

Deutsche Bank AG

Frankfurt

Dr. Robert Grassinger

Mitglied des Vorstands

Hypo Real Estate Bank International AG

Stuttgart

Jürgen Hägele

stv. Vorsitzender des Vorstands

L-Bank

Karlsruhe

Wolf-Dieter Ihle

Leiter des Bereichs Treasury

Landesbank Baden-Württemberg

Stuttgart

Thomas Jakob

Mitglied des Vorstands

KSK Biberach

Biberach

Thomas Keller

Vorsitzender der Geschäftsleitung

Deutsche Bank AG

Stuttgart

Dr. Jürgen Koch

Mitglied des Vorstands

KUKA AG

Augsburg

Thomas Kölbl

Finanzvorstand

Südzucker Aktiengesellschaft

Mannheim/Ochsenfurt

Mannheim

Andreas Kreye

Leiter der Abteilung Brokerage

DZ Bank AG

Frankfurt

Christoph Lampert

Managing Director

Citigroup Global Markets Deutschland

AG & Co. KGaA

Frankfurt

Dr. Wolfgang Maile

(bis 31.05.2007)

Generalbevollmächtiger

Wüstenrotbank AG

Pfandbriefbank

Ludwigsburg

Harald Schnabel

(bis 31.05.2007)

Vorsitzender des Vorstands

EUWAX AG

Stuttgart

Gilbert Langner

Company Officer, Händler

Timber Hill (Europe) AG

CH-Zug

Peter Seibold

EUWAX AG

Stuttgart

Dieter Silmen

Mitglied des Vorstands

Baader Wertpapierhandelsbank AG

Unterschleißheim

A. Michael Spiss

Mitglied des Vorstands

Raiffeisen Centrobank AG

A-Wien

Thomas Vetter

Direktor und Mitglied

der Geschäftsleitung

Commerzbank AG

Stuttgart

Ewald Wesp

Mitglied des Vorstands

MLP Finanzdienstleistungen AG

Wiesloch

RA Rigo H. Züfle

Syndikus und Investor Relations Manager

Schweizer Electronic AG

Schramberg


Zulassungsstelle (bis 31.10.2007)

Herbert Pfennig

Vorsitzender

Mitglied des Vorstands

Frankfurter Sparkasse

Frankfurt

Dietmar Bichler

stv. Vorsitzender

Vorsitzender des Vorstands

Bertrandt AG

Ehningen

Sanktionsausschuss

Wolf-Dieter Ihle

Vorsitzender

Leiter des Bereichs Treasury

Landesbank Baden-Württemberg

Stuttgart

Dr. Wolfgang Kuhn

stv. Vorsitzender

Mitglied des Vorstands

Südwestbank AG

Stuttgart

Dietmar Bichler

Vorsitzender des Vorstands

Bertrandt AG

Ehningen

Ralph Danielski

stv. Vorstandsvorsitzender

EUWAX AG

Stuttgart

Geschäftsführung und Aufsicht

Geschäftsführung

Dr. Rolf Deml

Geschäftsführer

Oliver Hans

Geschäftsführer

EUWAX Ausschuss

Klaus Oppermann

Vorsitzender

Commerzbank AG

Frankfurt

Alexander Klatt

stv. Vorsitzender

Citigroup Global Markets

Deutschland AG & Co. KGaA

Frankfurt

Peter Bösenberg

Société Générale S.A.

Frankfurt

Oender Ciftci

ABN AMRO Bank N.V.

Frankfurt

Armin Eiche

Vorsitzender der Geschäftsleitung

Region Südwest

Deutsche Bank AG

Stuttgart

Thomas Kölbl

Finanzvorstand

Südzucker Aktiengesellschaft

Mannheim / Ochsenfurt

Mannheim

Roland Hirschmüller

Baader Wertpapierhandelsbank AG

Stuttgart

Stellvertretend:

Peter Seibold

EUWAX AG

Stuttgart

Christian Schmiderer

Managing Director

J. P. Morgan Securities Ltd.

Frankfurt

Dieter Silmen

Mitglied des Vorstands

Baader Wertpapierhandelsbank AG

Unterschleißheim

Handelsüberwachungsstelle

Andreas Freudenmann

Leiter

Bettina Frank

stv. Leiterin

Andreas Günther

Sal. Oppenheim jr. & Cie. KGaA

Frankfurt

Steven Hondelink

Deutsche Bank AG

Frankfurt

Mario Jessen

comdirect Bank AG

Quickborn

Dr. Bernhard Jünemann

Börse Online

Frankfurt

Rupertus Rothenhäuser

BNP Paribas S.A.

Frankfurt

Horst Marschall

Mitglied des Vorstands

Baden-Württembergische Bank

Stuttgart

Dr. Ulrich Walker

Mitglied des Vorstands

Festo AG & Co. KG

Esslingen

Nenad Smetko

Bankhaus Gebr. Martin AG

Göppingen

Thomas Vetter

Direktor und Mitglied

der Geschäftsleitung

Commerzbank AG

Stuttgart

Ausgeschiedene Mitglieder

Gerold Feller

(bis 08.02.2007)

EUWAX AG

Stuttgart

Harald Schnabel

(bis 14.06.2007)

Vorsitzender des Vorstands

EUWAX AG

Stuttgart

Börsenaufsichtsbehörde

Wirtschaftsministerium

Baden-Württemberg

Theodor-Heuss-Straße 4

70174 Stuttgart

Stephan Simon

Landesbank Baden-Württemberg

Stuttgart

René Sondermann

Boursorama S.A.

Frankfurt

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JAHRESBERICHT 2007


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JAHRESBERICHT 2007

Baden-Württembergische Wertpapierbörse

Die Handelsteilnehmer

886 GmbH

Bad Vilbel

ABN AMRO Bank N.V.

GB-London

Attrax S.A.

Luxembourg

Baader Wertpapierhandelsbank AG

Unterschleißheim

Bank Vontobel AG

CH-Zürich

Bankhaus Bauer

Zweigniederlassung der Düsseldorfer

Hypothekenbank AG

Stuttgart

Bankhaus Carl F. Plump & Co.

(bis 31.03.2007)

Bremen

Bankhaus E. Mayer AG

Freiburg i.Br.

Bankhaus Ellwanger & Geiger KG

Stuttgart

Bankhaus Gebr. Martin AG

Göppingen

Bankhaus Lampe KG

Düsseldorf

Bankhaus Max Flessa KG

Schweinfurt

Bankhaus Neelmeyer AG

Bremen

Bankhaus Reuschel & Co. KG

München

Barclays Bank PLC Frankfurt Branch

Frankfurt

Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG

München

Bayerische Landesbank GZ

München

BCA Bank AG

Bad Homburg

Bear Stearns International Limited

GB-London

BHF-Bank Aktiengesellschaft

Frankfurt

BNP Paribas Arbitrage

– Société en Nom Collectif –

F-Paris

BNP Paribas

Securities Services S. A.

Zweigniederlassung Frankfurt

Frankfurt

Boursorama S.A.

Zweigniederlassung Frankfurt

Frankfurt

Bremer Landesbank

Kreditanstalt Oldenburg GZ

Bremen

Calyon S.A.

F-Paris

Citibank Privatkunden AG & Co. KGaA

Düsseldorf

Citigroup Global Markets

Deutschland AG & Co. KGaA

Frankfurt

Close Brothers Seydler AG

Wertpapierhandelsbank

Frankfurt

Commerzbank AG

Frankfurt

Concord Effekten AG

Frankfurt

Conrad Hinrich Donner Bank

Aktiengesellschaft

Hamburg

Coöperative Centrale Raiffeisen-

Boerenleenbank b.a.

NL-CB Utrecht

Cortal Consors S.A.

Zweigniederlassung Deutschland

Nürnberg

Credit Suisse Securities (Europe) Limited

GB-London

DAB Bank AG

München

DBM Deutsche Börsenmakler GmbH

Frankfurt

Degussa Bank GmbH

Frankfurt

Delbrück Bethmann Maffei AG

Frankfurt

Deutsche Apotheker-

und Ärztebank eG

Düsseldorf

Deutsche Bank AG

Frankfurt

Deutsche Bundesbank

Hauptverwaltung Stuttgart

Stuttgart

Deutsche WertpapierService Bank AG

Düsseldorf

Dresdner Bank AG in Stuttgart

Stuttgart

DZ Bank AG

Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank

Frankfurt

Ecetra Central European e-Finance AG

A-Wien

Equinet Aktiengesellschaft

Frankfurt

Erste Bank der

oesterreichischen Sparkassen AG

A-Wien

EUWAX AG

Stuttgart

Fairtrade Finance AG

Hamburg

Finovesta GmbH

Düsseldorf

Fortis Bank Global Clearing N.V.

NL-Amsterdam

Fürstlich Castell’sche Bank

Credit-Casse AG

Würzburg

Goldman Sachs International

Petersborough Court

GB-London

Goldman Sachs & Co. oHG

Frankfurt

Hamburger Sparkasse AG

Hamburg

Hannoversche Volksbank eG

Hannover

Hauck & Aufhäuser Privatbankiers KGaA

Frankfurt

Hordorff GmbH

Frankfurt

HSBC Trinkaus & Burkhardt AG

Stuttgart

HSH Nordbank AG

Hamburg


Hypo Real Estate Bank International AG

Stuttgart

IBB Internationales

Bankhaus Bodensee AG

Friedrichshafen

ICF Kursmakler AG

Frankfurt

ING-DiBa AG

Frankfurt

J.P. Morgan Securities Ltd.

GB-London

Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG

Hamburg

KAS Bank N.V.

NL-Amsterdam

Kepler Equities, Frankfurt Branch

Frankfurt

Kreissparkasse Biberach

Biberach

Landesbank Baden-Württemberg

Hauptsitz Stuttgart

Stuttgart

Landesbank Berlin AG

Berlin

Landesbank Hessen-Thüringen

Frankfurt

Landesbank Rheinland-Pfalz GZ

Mainz

Landesbank Saar Girozentrale

Saarbrücken

Lang & Schwarz Wertpapierhandel AG

Düsseldorf

L-BANK Landeskreditbank

Baden-Württemberg – Förderbank –

Karlsruhe

Lehman Brothers International (Europe)

Zweigniederlassung Frankfurt

Frankfurt

M.M. Warburg & Co. KGaA

Hamburg

Merck Finck & Co.

München

Merrill Lynch International

Merrill Lynch Financial Centre

GB-London

MLP Bank Aktiengesellschaft

Heidelberg

Morgan Stanley & Co.

International Limited

GB-London

Morgan Stanley Bank AG

Frankfurt

MWB Wertpapierhandelsbank AG

Gräfelfing

N.M. Fleischhacker AG

Frankfurt

Nassauische Sparkasse

Wiesbaden

National-Bank AG

Essen

Nomura International plc.

GB-London

Oldenburgische Landesbank AG

Oldenburg

Österreichische Kontrollbank AG

A-Wien

Österreichische Volksbanken-AG

A-Wien

Pershing Securities Limited

GB-London

Quirin Bank AG

Berlin

Raiffeisen Centrobank AG

A-Wien

Raiffeisen Zentralbank Österreich AG

A-Wien

Raiffeisenbank Reutte reg. Gen.m.b.H.

Zweigniederlassung Jungholz

A-Jungholz

Raiffeisenlandesbank Oberösterreich

Aktiengesellschaft

A-Linz

Raiffeisen-Landesbank Tirol AG

A-Innsbruck

RG Securities AG

Frankfurt

Sal. Oppenheim jr. & Cie. KGaA

Frankfurt

Salzburg München Bank AG

München

Schnigge Wertpapierhandelsbank AG

Düsseldorf

Schwäbische Bank AG

Stuttgart

SEB AG Filiale Stuttgart

Stuttgart

Société Générale S.A.

Frankfurt

Sparkasse KölnBonn

Köln

Stadtsparkasse Düsseldorf

Düsseldorf

Stadtsparkasse München

(bis 31.12.2007)

München

State Street Bank GmbH

München

Stuttgarter Volksbank AG

Stuttgart

Südwestbank AG

Stuttgart

Timber Hill (Europe) AG

CH-Zug

Tradegate AG

Wertpapierhandelsbank AG

Berlin

Tullett Prebon (Securities) Limited

Zweigniederlassung Frankfurt

Frankfurt

TxB Transaktionsbank GmbH

(bis 31.12.2007)

Dornach

UBS Limited

GB-London

UmweltBank AG

Nürnberg

UniCredit Banca Mobiliare S.p.A.

(bis 31.03.2007)

I-Milano

WestLB AG

Düsseldorf

WGZ-Bank Westdeutsche

Genossenschafts-Zentralbank eG

Düsseldorf

Wolfgang Steubing AG

Wertpapierdienstleister

Frankfurt

Wüstenrot Bank AG

Pfandbriefbank

Ludwigsburg

41

JAHRESBERICHT 2007


42

JAHRESBERICHT 2007

Börse Stuttgart AG

Aufsichtsrat

Holger P. Härter

Vorsitzender

(ab 03.12.2007)

Mitglied des Vorstands

Finanzvorstand der

Dr. Ing. h.c.F. Porsche AG

Stuttgart

Horst Marschall

stv. Vorsitzender

Mitglied des Vorstands

Baden-Württembergische Bank

Stuttgart

Ausgeschiedene Mitglieder (zum 31.07.2007)

Christoph Lampert

Managing Director Chairman & CEO

Citigroup Investment Deutschland

KAG mbH

Vorstand

Dr. Christoph Mura

Hans-Peter Bruker

Geschäftsführer

Mitglied des Vorstands

BCM Bruker Capital Management GmbH

Stuttgart

Thomas Munz

Mitglied des Vorstands

Vereinigung Baden-Württembergische

Wertpapierbörse e.V.

Stuttgart

Herbert Pfennig

Mitglied des Vorstands

Frankfurter Sparkasse

Hans-Joachim Strüder

Mitglied des Vorstands

Landesbank Baden-Württemberg

Stuttgart

Dr. Jan Wittig

Rechtsanwalt

Stuttgart

Dr. Paul Wick

stv. Vorsitzender

Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V.

Kuratorium

Dr. Siegfried Jaschinski*

Vorsitzender

Vorsitzender des Vorstands

Landesbank Baden-Württemberg

Stuttgart

Holger P. Härter*

stv. Vorsitzender

stv. Vorsitzender des Vorstands

Dr. Ing. h.c.F. Porsche AG

Stuttgart

Uto Baader

Vorsitzender des Vorstands

Baader Wertpapierhandelsbank AG

Unterschleißheim

Franz Brugger

Mitglied der Geschäftsleitung

Dresdner Bank AG

Stuttgart

Hans-Peter Bruker*

Mitglied des Aufsichtsrats

EUWAX AG

Stuttgart

Ausgeschiedene Mitglieder

Wilhelm Freiherr von Haller

(bis 24.07.2007)

Mitglied des Management Committee

Deutschland

Deutsche Bank AG

Frankfurt

Vorstand

Thomas Munz

Dr. Alexander Erdland*

Vorsitzender des Vorstands

Wüstenrot & Württembergische AG

Stuttgart

Michael Föll

Erster Bürgermeister sowie Bürgermeister

für Finanzen, Wirtschaft und Beteiligungen

der Landeshauptstadt Stuttgart

Stuttgart

Dr. Robert Grassinger

Sprecher des Vorstands

Hypo Real Estate Bank AG

München

Jürgen Hägele

stv. Vorsitzender des Vorstands

Landeskreditbank Baden-Württemberg

– Förderbank –

Karlsruhe

Thomas Keller

Vorsitzender der Geschäftsleitung

CIB - Global Banking

German MidCaps Deutsche Bank AG

Stuttgart

Dr. Horst Mehrländer

(bis 02.04.2007)

Staatssekretär a. D.

Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg

Stuttgart

Hartmut Rueß

Horst Marschall*

Mitglied des Vorstands

Baden-Württembergische Bank

Stuttgart

Ernst Pfister MdL

Wirtschaftsminister

des Landes Baden-Württemberg

Stuttgart

Ingo Peter Voigt

Generalbevollmächtigter

Leiter Konzernfinanzen, Investor Relations

EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Karlsruhe

Dr. Anton Wiegers*

Dr. Maximilian Zimmerer

Vorsitzender des Vorstands

Allianz Lebensversicherungs-AG

Stuttgart

Dr. Paul Wick

(bis 31.07.2007)

stv. Vorsitzender

*zugleich Mitglied des Präsidialausschusses


IMPRESSUM

Baden-Württembergische Wertpapierbörse

Börsenstraße 4

70174 Stuttgart

Telefon: 07 11 222 985-0

Telefax: 07 11 222 985-555

anfrage@boerse-stuttgart.de

www.boerse-stuttgart.de

Stand:

Juni 2008

Textredaktion:

Uwe Velten

Gestaltung:

Gittermann Kommunikation, Stuttgart

Fotografie:

Krishna Lahoti, Esslingen

Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg (Seite 25)

Druck:

Logo Print GmbH, Riederich

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JAHRESBERICHT 2007

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