als pdf - Hanfjournal

hanfjournal.de

als pdf - Hanfjournal

4 clubmed 5 guerilla growing 8 wirtschaft 9 cooltour

Schade, dass das Geruchsfernsehen noch nicht erfunden

wurde. Gäbe es diese TV-Applikation bereits, so würde

die gute Stube eines deutschen Fans zur Fussball-WM nicht nur

nach Blut, Schweiß und Kunstfaser riechen, jeder Fussballzuschauer

hätte über 90 Minuten den süßlichen Duft brennender

Hanfblüten in der Nase.

Denn dieser Geruch liegt über jedem Stadion in Südafrika, neben

den Nachbarstaaten Swaziland und Lesotho, dem größten

Hanfproduzenten der ganzen Region. Seit dem Alkoholverbot

wird in den Stadien noch mehr gekifft als vorher, und das nicht

unbedingt zum Missfallen der Verantwortlichen. Denn auch

in Südafrika hat man ähnliche Erfahrungen wie in Portugal

gemacht: Bekiffte Fans sind friedlicher als besoffene, in Portugal

gab es 2004 sogar eine Anweisung an die Polizei, kiffende

Fans nicht zu belästigen, das Alkoholverbot hingegen wurde

strengstens überwacht. Bei dieser EM gab es dann auch so gut

wie keine Ausschreitungen. Erste positive Erfahrungen hatten

schon die Niederländer bei ihrer EM 2000 gemacht, weil die

britischen Hooligans einfach nach dem Coffeeshopbesuch zu

stoned waren, sich zu prügeln.

In Südafrika gehört der gepflegte Joint genauso zur Fußballkultur

wie die Vuvuzela, dauerhaftes Ausatmen unter Vollast

erfordert nun mal zuvor kräftiges Inhalieren. Hanf ist in Südafrika

zwar illegal, das stört dort aber wenige, denn die rassistischen

Buren waren 1923 die treibende Kraft beim weltweiten

Cannabisverbot: So gab es immer einen Vorwand, Schwarze

zu diskriminieren, da die Völker in dieser Gegend Afrikas seit

Menschengedenken Hanf rauchten. Die Vertreibung der Rassisten

aus der Regierung wirkte dann auch wie eine Befreiung

für Südafrikas Kiffer: Auf den Straßen von Durban, Kapstadt

oder Johannsburg wird „Dagga“ halb-offen verkauft und gebaut.

Geraucht wird, so lange kein Polizist zu sehen ist, vor

allen Dingen in den ärmeren Vierten, offen. Cannabiskonsum

ist so verbreitet wie der Konsum von Zigaretten, der Preis fürs

Weed ist niedrig, die Qualität der Strassenware ob vieler Samen

und Blätter meist auch. Trotzdem hat sich Südafrika auch zum

16 fun&action news

22

In dieser Ausgabe:

ELEKTRO SMOKE

Billigverdampfer im Test

SIEBLOS GLÜCKLICH

Wieso Henk seine Bubble Bags verschenkt...

Durban Poison ist

kein Getränk

Hanf gehört im WM-Land zum Alltag

Text: KIMO

Geheimtip von Hanfliebhaber/innen entwickelt, das bestätigt

sogar eine Studie der israelischen Ben-Gurion-Universität des

Negev in der weltweit ersten Studie über den Zusammenhang

zwischen Drogenkonsum und Tourismus.

Ein Gramm Straßenweed kostet umgerechnet 30 Cent, wobei

es sich um schlecht beschnittenes Gras mit Samen handelt, das

an sich jedoch nicht von schlechter Qualität ist. Samenfreies,

mit europäischen Standards vergleichbares Weed bekommt

man nur über eine private Connection, die sich nach Aussagen

vieler Hanf-Reisender jedoch nach ein paar Tagen Aufenthalt

fast wie von selbst auftut, weil Cannabis so verbreitet ist wie in

keinem europäischen Land.

Gutes Weed wie wir es von europäischen Growern kennen,

kann bis zu sechs Euro kosten, ist aber bei einem seriösen Hanffachverkäufer

meist für weniger (2-4 Euro/Gramm) zu haben.

Beliebte Reiseziele von Hanftouristen sind die Küstenregion

von KwaZulu-Natal (von hier stammt das berühmte Durban

Poison) oder auch Nachbarstaat Swaziland, das für „Swazi

Gold“ bekannt ist. Ein guter Teil des Weeds des südafrikanischen

Schwarzmarkts wird jedoch in Swaziland und Lesotho

angebaut.

Was die wenigsten wissen: Die Stämme in der seit 1966 unabhängigen

Enklave Lesotho, die von allen Seiten an Südafrika

grenzt, bauen seit mindestens 600 Jahren Hanf an und nutzen

diesen medizinisch und kulturell. Zwar war der Hanfanbau

unabhängig, überparteilich, legal

5

6

Weiter auf Seite 23 >>>

hanfjournal.de / Ausgabe #119 / 06.10

Kiffen statt Gelaber!

bwohl die Ursprungsidee ausdrücklich unpoli-

„O tisch war, gibt es mittlerweile auch „Flashmobs“

mit politischem oder wirtschaftlichem Hintergrund. Diese

müssten auf Grund ihres Sinns und ihrer Zielrichtung Smart

Mob heißen. Der Begriff Smart Mob geht auf einen Bestseller

des US-amerikanischen Psychologen Howard Rheingold

aus dem Jahr 2003 zurück.“ (Wikipedia)

Nachdem bei der Berliner GMM-Demonstration „Hanftag“

am 8.Mai die Polizei wieder einmal für Unmut sorgte,

rief Steffen Geyer (www.usualredant.de) am Samstag, dem

22.Mai, als Revanche zum ersten FlashSmoke Berlins auf.

Pünktlich zum Marc-Emery-Action-Day sollten sich vor der

kanadischen Botschaft am Leipziger Platz 17 um 16:20 Uhr

(4/20) Demoverweigerer und Hobbyradikale auf das Signal

„Free Marc Emery“ eine Tüte oder Pfeife anzünden. Drei

bis vier Minuten sollte die politische Veranstaltung dauern,

doch soweit kam es natürlich nicht.

Steffen Geyer während der „vorläufigen Festnahme“ - Foto: Katrin G.

Schon beim Betreten des Leipziger Platzes wurde Steffen

Geyer „vorläufig festgenommen“ und durchsucht, da die

Cops bereits vor 16:00 den Platz abgeriegelt hatten. Dazu

kommt eventuell noch eine Anzeige wegen Verstoss gegen

das Versammlungsgesetz und dem Aufruf zu Straftaten.

Währenddessen und in der folgenden Stunde kontrollierte

die Polizei jeden, der nach „Zielgruppe“ aussah. Alle Gruppen

auf dem Platz und alle, die auf den Platz wollten und

ins Raster passten, wurden untersucht. Wegen des martialischen

Auftretens der Beamten konnte der FlashSmoke

nicht wie geplant friedlich und schnell über die Bühne gehen.

Stattdessen sind zwei Anzeigen wegen Verstoß gegen

das BtMG zu beklagen.

Nach dem Hanftag stellte die Polizei so bereits zum zweiten

Mal klar, dass sie von der von Gesundheitssenatorin

Lompscher angestrebten Entkriminalisierung harmloser

Cannabiskonsumenten nicht viel hält. Bleibt abzuwarten,

ob die Herren und Damen in Grün bei kommenden Legalizeereignissen

wie der Hanfparade am 07.August ebenso

massiv auftreten.

Text: R. Grieshammer, S. Geyer


2

kommentar

Wat

läuft?

www.hanfjournal.de/exzessiv

Empfehlung des Hauses

Der Bericht auf

Seite eins über den

FlashSmoke hat dich

aufgeregt? Dann

schau dir erstmal

die Aufnahmen vom

Waldmeista an, trotz

widriger Umstände

(abgewehrte Kontrolle) konnte er einige Bilder von der

polizeilichen Gegenaktion filmen. Großen Dank für den

exzessiven Einsatz, wir waren leider verhindert (echt

keine Ausrede!).

www.youtube.com/waldme1sta

www.usualredant.de

Exzessiv 158 - Hanftag2010, so war‘s

Zwar etwas später,

dafür wieder mal länger

und musikalisch.

Der Hanftag 2010

in Berlin, Auszüge

aus den Reden

am Brandenburger

Tor, die Demo, der

Schluss im Yaam.

Vielen großen exzessiven Dank an alle, die da waren,

ihr seid hiermit alle offiziell „exzessive Kämpfer für

die Legalisierung“! Großen Dank geht an Waldmeista

und Selassikai, die ihr Filmmaterial zur Verfügung

gestellt haben, exzessiver Einsatz eben.

www.hanftag.de

Diskutieren? www.hanfjournal.de/forum

Verreisen? www.cannabis-cafe.info

Lesen? www.hanfjournal.de

Polen? www.spliff.pl

Tschechien? www.konoptikum.cz

Ukraine? www.konopravda.ua

Legalize It?! www.ELF-online.eu

Einen eigenen Film? film@exzessiv.tv

impressum

Herausgeber:

Agentur Sowjet GmbH

Dunckerstraße 70

10437 Berlin

Tel.: 030/44 79 32 84

Fax.: 030/44 79 32 86

Email: redaktion@hanfjournal.de

Geschäftsführer: Emanuel Kotzian (V.i.s.d.P.)

Sitz der Gesellschaft: Berlin AG Charlottenburg, HRB Nr. 89200

Steuer-Nr. 37 220 20818

redaktion:

Michael Knodt (CvD), Roland Grieshammer, Matthias Meyer, Mark Meritan.

Mitarbeiter dieser ausgabe:

Werner Graf, Martin Schwarzbeck, Dr. Franjo Grotenhermen, mze,

Kerstin Koch, KIMO, Doktor Hanf, Hans Cousto, Kascha, Max Plenert,

Joachim Biermanski.

Layout:

mark marker, (Lukas Tkotz).

iLLustrationen:

mark marker, Lukas Tkotz.

Fotos:

mark marker, oder im Auftrag des Hanf Journals.

anzeigen:

Emanuel Kotzian

030/44 67 59 02

vertrieb@hanfjournal.de

Vertrieb:

Das Hanf Journal wird im gesamten deutschsprachigen Raum verteilt.

Gegen einen Betrag von 50 Euro (Inland) oder 100 Euro (Ausland) jährlich,

kann das Hanf Journal beim Herausgeber als Prämium-Abo bezogen

werden.

(Abonnement unter www.hanfjournal.de)

druck:

Union Druckerei Weimar GmbH

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck nur mit Genehmigung des Herausgebers.

Manuskripte, Bilder und Beiträge sind willkommen, es wird aber

keine Haftung übernommen.

Im Sinne des Urteils des LG Hamburg vom 12. Mai 1998 - 312 0 85/98

distanziert sich der Herausgeber ausdrücklich von allen Inhalten der angegebenen

Internetadressen und Links.

Achtung!

Jeder Missbrauch von Drogen ist gefährlich! Wir wollen niemanden

dazu auffordern oder animieren, Drogen zu konsumieren oder zu

verbreiten.

Besucht auch die Homepage www.hanfjournal.de

Feuer auf Mechthild Dyckmans

Beitrag von Hans Cousto

Dyckmans einseitige

Dreifaltigkeit

Gewaltenteilung ist die Verteilung der Staatsgewalt auf

mehrere Staatsorgane zum Zwecke der Machtbegrenzung

und der Sicherung von Freiheit und Gleichheit. Nach

historischem Vorbild werden dabei die drei Gewalten Gesetzgebung

(Legislative), Vollziehung (Exekutive) und Rechtsprechung

(Judikative) unterschieden.

Nach dem unveränderlichen Artikel 20 des Grundgesetzes

(GG) wird die Staatsgewalt in Deutschland „durch besondere Organe

der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und die Rechtsprechung

ausgeübt“. Die Organe der Gesetzgebung sind Bundestag

und Bundesrat, das Organ der vollziehenden Gewalt die Bundesregierung.

Eine Brechung des Gewaltenteilungsprinzips ergibt

sich durch die sehr starke Stellung des Bundesverfassungsgerichtes.

Dieses gehört eindeutig der Judikative an, kann aber

Entscheidungen mit Gesetzeskraft erlassen, vgl. Art. 94 Abs.

2 GG. Damit greift ein Teil der Judikative in den Bereich der

Legislative ein. So hat das Bundesverfassungsgericht beispielsweise

die Vermögensstrafe, auf die sich § 30c BtMG bezieht, für

verfassungswidrig und nichtig erklärt.

Fehlende Information zur

Verfassungswidrigkeit des § 30c BtMG

Am 20. März 2002 entschied der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichtes

[BVerfG, 2 BvR 794/95 vom 20.3.2002, Absatz-Nr.

(1-145)] auf Grund der mündlichen Verhandlung vom

20. November 2001 durch Urteil, dass der § 43a des Strafgesetzbuchs

[StGB] mit Artikel 103 Absatz 2 des Grundgesetzes

unvereinbar ist und somit nichtig ist. Das Urteil des Bundesgerichtshofs

vom 8. Februar 1995 – 5 StR 663/94 – und das Urteil

des Landgerichtes Hamburg vom 11. April 1994 – 633 KLs

15/93 – verletzten den Beschwerdeführer [einen Haschischhändler

aus Hamburg] hinsichtlich des Strafausspruchs in seinem

grundrechtsgleichen Recht aus Artikel 103 Absatz 2 des

Grundgesetzes. Die Urteile des Bundesgerichtshofes und des

Landgerichtes Hamburg wurden insoweit aufgehoben und die

Sache wurde an das Landgericht Hamburg zur Neuverhandlung

zurückverwiesen.

Das Landgericht verurteilte den Beschwerdeführer wegen

unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht

geringer Menge, strafbar gemäß § 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG, zu einer

Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten sowie zu

einer Vermögensstrafe von 600.000 DM, strafbar gemäß § 30c

BtMG, indem auf die Vorschrift des § 43a StGB verwiesen wird.

Nach den Feststellungen der Kammer erwarb der Beschwerdeführer

im Februar 1993 etwa 30 kg Haschisch zu einem

Einkaufspreis von mindestens 3.000 DM je kg und verkaufte

die Drogen in der Folgezeit teilweise in größeren Mengen an

verschiedene Abnehmer. Bereits im Juni 1991 war er an einem

umfangreichen Betäubungsmittelgeschäft vergleichbarer Größenordnung

beteiligt.

Auf der Homepage des Bundesministeriums der Justiz ist das

Strafgesetzbuch [Juris Datenbank] abrufbar. Der § 43a StGB ist

mit eine Fußnote versehen, in der auf die Verfassungswidrigkeit

und somit Nichtigkeit des Paragraphen hingewiesen wird: „§

43a: Gemäß BVerfGE vom 20. März 2002 (BGBl. I S. 1340) – 2 BvR

794/95 – mit Grundgesetz Art. 103 Abs. 2 unvereinbar und nichtig“

Auf der Homepage des Bundesministeriums für Gesundheit ist

das Betäubungsmittelgesetz [Juris Datenbank] abrufbar. Beim

§ 29 BtMG [Straftaten] ist eine Fußnote mit dem Hinweis, dass

dieser Paragraph gemäß einer Grundsatzentscheidung des

Bundesverfassungsgerichtes mit dem Grundgesetz vereinbar

ist: „§ 29 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, 3, 5: Nach Maßgabe der Entscheidungsformel

mit dem Grundgesetz vereinbar gemäß BVerfGE vom

9. März 1994 (BGBl. I S. 1207) – 2 BvL 43/92 u. a. –“. Beim § 30c

BtMG [Vermögensstrafe] fehlt jedoch ein Hinweis, dass dieser

Paragraph nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist und dass

dieser Paragraph somit nichtig ist. Es mutet schon befremdlich

an, dass Übereinstimmungen von §§ des BtMG mit dem

Grundgesetz erwähnt werden, die Unvereinbarkeit [und somit

die Nichtigkeit] jedoch jahrelang [inzwischen seit mehr als acht

Jahren] unerwähnt bleibt. Die Publikation des § 30c BtMG ohne

Hinweis auf seine Verfassungswidrigkeit heißt nichts anderes

als verfassungswidriges Gedankengut [in Gesetzesform] zu

verbreiten, wobei hier die Frage, ob das Bundesministerium

für Gesundheit, in dessen Zuständigkeitsbereich das BtMG

fällt, hier fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt, unerheblich ist.

Prinzipiell ist eine solche Handlungsweise inakzeptabel.

Die Redaktion von www.eve-rave.net fügte zu Beginn des

Jahres 2004 bei dem § 30c BtMG [Vermögensstrafe] eine entsprechende

Fußnote hinzu: „Da der § 43a StGB gemäß BVerfGE

vom 20. März 2002 – 2 BvR 794/95 – (BGBl. I S. 1340) mit dem

Grundgesetz Art. 103 Abs. 2 unvereinbar ist und somit nichtig ist

und die Entscheidungsformel des Bundesverfassungsgerichtes gemäß

§ 32 Abs. 2 des Bundesverfassungsgerichtsgesetzes Gesetzeskraft hat,

ist auch § 30c BtMG mit dem Grundgesetz unvereinbar und somit

nichtig.“

Dyckmans einseitige Dreifaltigkeit

Mechthild Dyckmans war bis 2005 Richterin, ist also der Judikative

verpflichtet. Seit 2005 ist sie Mitglied des Deutschen

Bundestages. Hier war sie in der 16. Legislaturperiode Sprecherin

der FDP-Bundestagsfraktion für Justizpolitik. Auch

derzeit in der 17. Legislaturperiode ist Dyckmans Mitglied des

Bundestages und ist somit der Legislative verpflichtet. Am 19.

November 2009 wurde Dyckmans als Nachfolgerin von Sabine

Bätzing zur Drogenbeauftragten der Bundesregierung ernannt.

Hier amtiert sie im Auftrag der Exekutive. Dyckmans vereinigt

in sich somit die drei Prinzipien der verfassungsmäßigen Gewaltenteilung.

Einen Nutzen hat das bisher nicht gebracht.

Nach Amtsantritt als Drogenbeauftragte hätte man von der

Richterin Dyckmans erwarten können, dass sie das BtMG

durcharbeitet. Dabei hätte ihr die Verfassungswidrigkeit von

§ 30c BtMG auffallen müssen. Als Vertreterin des Rechtsstaates

hätte sie hier eine Korrektur veranlassen müssen in Form eines

Hinweises in einer Fußnote, so wie beim § 29 BtMG in einer

Fußnote explizit die Verfassungsmäßigkeit des Paragraphen

hervorgehoben wird. Als Parlamentarierin hätte sie sogar mit

ihrer Fraktion die Möglichkeit, die gänzliche Streichung dieses

Paragraphen einzuleiten. Doch Dyckmans liebt ihre Rolle als

Amtsträgerin der Exekutive mehr als ihre Rolle im Parlament

als Organ der Legislative. Dies erkennt man auch leicht an ihren

Antworten auf Abgeordnetenwatch, wo sie sich gerne hinter

Paragraphen verschanzt. Ihre Rolle als Mitglied eines Organs

der Legislative kommt dort überhaupt nicht zum tragen

– man bedenke dabei, das Portal heißt Abgeordnetenwatch und

nicht Exekutivwatch.

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Gewaltenteilung

http://www.bundesverfassungsgericht.de

http://bundesrecht.juris.de

http://www.eve-rave.net/abfahrer/recht.sp

http://www.abgeordnetenwatch.de

#119 / 06.10


4 #119 / 06.10

#119 / 06.10 5

club med

news

Dr. med. Franjo Grotenhermen

Mitarbeiter des nova Institutes in Hürth bei Köln und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM). Von wegen gesund ...

Vor zwei Jahren stellten Forscher fest, dass ein Bestandteil

vieler Gewürze an den Cannabinoid-2-Rezeptor (CB2-

Rezeptor) bindet. Dieser Bestandteil ist das Beta-Caryophyllen,

ein Bestandteil ätherischer Öle. Lange Zeit war man davon

ausgegangen, dass nur die Cannabinoide der Cannabispflanze

an Cannabinoidrezeptoren binden. Dann stellte sich heraus,

dass auch bestimmte Bestandteile von Echinacin, so genannte

Alkylamide, ihre immunmodulatorischen Wirkungen zum Teil

durch die Aktivierung von CB2-Rezeptoren vermitteln. Forscher

des Schweizer Bundesinstituts für Technologie in Zürich

zeigten, dass verschiedene Alkylamide von Echinacin stärker

an den CB2-Rezeptor binden als Endocannabinoide.

Ätherische pflanzliche Öle bestehen typischerweise aus leicht

flüchtigen aromatischen Terpenen und ähnlichen Substanzen.

Beta-Caryophyllen ist ein solches Terpen. Diese fettlöslichen

Substanzen wandern leicht durch Zellmembranen und haben

eine Anzahl ökologischer Aufgaben, darunter solche bei der

Wechselwirkung zwischen Pflanzen und Insekten. Beta-Caryophyllen

ist eine wichtige flüchtige Substanz, die in großen

Mengen in ätherischen Ölen vieler verschiedener Gewürze

und pflanzlicher Nahrungsmittel vorkommt, darunter Oregano,

Zimt und schwarzer Pfeffer. Wegen seines schwachen

aromatischen Geschmacks wird es kommerziell als Nahrungsmittelzusatz

und in Kosmetika verwendet. Beta-Caryophyllen

ist auch ein wichtiger Bestandteil (bis zu 35 Prozent) des

ätherischen Öls der Cannabispflanze. Bisher war nur bekannt,

Liebe Leser und Leserinnen,

Wie bereits in der letzten Ausgabe erwähnt, möchten wir

euch heute gerne einen jungen Mann und dessen Patientengeschichte

vorstellen. Wieder ein Hoffnungsschimmer, der uns

zeigt, dass es sich lohnt zu kämpfen!

„Ich bin G., ein 28-jähriger Patient, der seit einem Autounfall

an einem chronischen Schmerzsyndrom leidet. Bei dem Auto-

unfall Anfang 2005 erlitt ich:










Was haben schwarzer Pfeffer

und Cannabis gemeinsam?

Doktor Hanf alias Lars Scheimann leidet an Tourette

sowie ADHS und ist seit Anfang 2009 Besitzer einer

Erlaubnis, seine Symptome mit Cannabis zu lindern.

3-gradig offene Unterschenkelfraktur rechts

Talusfraktur rechts

Os cuboideum Fraktur rechts

Os cuneiforme laterale Fraktur rechts

Talusfraktur links

Calcaneusfraktur links

Distale Fibulafraktur links

Lungenkontusion links

Multiple Schnittwunden an Hand, Gesicht, den unteren Extremitäten

Mein Problem sind meine Füße! Der linke Fuß fängt bei län-

gerer Belastung, dabei meine ich hier knapp eine halbe Stunde,

an zu schmerzen und der rechte Fuß ist seit dem Unfall immer

noch nicht zusammengewachsen. Er hält also an Schrauben

und Klammern zusammen. Dabei hat sich auch eine Arthrose

im rechten Sprunggelenk gebildet, die bei jedem Schritt

schmerzt!

Ich war im Krankenhaus anfangs trotz dieser schweren Verletzungen

auf Novalgin und Paracetamol eingestellt. Diese

haben bei diesen Verletzungen jedoch nicht angeschlagen und

ich wurde auf Tramal eingestellt. Auf Tramal hatte ich ein komischeres

Körpergefühl, und die Schmerzen waren auch nur

bedingt gemildert. Ich wurde auf hoch-potente Opiate eingestellt,

die den Schmerz vorerst auch gut milderten, doch die Nebenwirkungen

wie Verstopfung, Schlafstörungen, chronische

Müdigkeit, Magenschmerzen und Introvertiertheit stellten sich

ein. Nach einigen Operationen, insgesamt waren es knapp 20

an den Füßen, wurde ich auf Tramal eingestellt und aus dem

Krankenhaus entlassen. Die Schmerzen waren nur gemildert

aber nicht weg. Ich versuchte aufgrund der Nebenwirkungen

Tramal wegzulassen, doch wer jetzt sagt, Tramal macht nicht

abhängig, da kann ich nur schmunzeln! Ich hatte einen extremen

körperlichen Entzug vom Tramal, bei dem ich selbst nicht

mehr wusste, was abging! Mir war heiß und kalt zugleich, hatte

Schüttelfrost, mir lief der Schweiß aus allen Poren und ich

entschloß mich dann notgedrungen Tramal weiterzunehmen.

Dann setzte ich mich ans Internet und suchte nach Alternativen

zu Opiaten. Dort fand ich Cannabis als Schmerztherapie. Das

habe ich meinem Arzt auch vorgeschlagen, der meinte auch di-

dass einige Cannabinoide an Cannabinoidrezeptoren binden.

Nun zeigt sich, dass auch ein anderer Bestandteil von Cannabis

an den CB2-Rezeptor bindet. Der CB1-Rezeptor findet sich

vor allem auf Nervenzellen des Zentralnervensystems (Gehirn,

Rückenmark), jedoch auch auf vielen anderen Zelltypen in der

Peripherie, zum Beispiel auf Zellen von Darm, Leber, Herz,

Lunge, Harnblase, Sexualorganen und Haut. Der CB2-Rezeptor

ist dagegen auf Zellen des Immunsystems weit verbreitet.

Bei Mensch und Tier werden diese beiden Rezeptoren durch

vom Körper selbst produzierte Cannabinoide, die so genannten

Endocannabinoide, aktiviert. Während die Aktivierung des

CB1-Rezeptors im Zentralnervensystem für die psychischen

Wirkungen von Cannabisprodukten verantwortlich ist, löst die

Aktivierung von CB2-Rezeptoren keine Effekte auf die Psyche

aus. Die Aktivierung von CB2-Rezeptoren moduliert dagegen

Immunreaktionen. Substanzen, die an CB2-Rezeptoren binden,

hemmen Entzündungen und die Ausbildung von Ödemen und

besitzen schmerzlindernde Eigenschaften. Im Magendarmtrakt

schützen solche Wirkstoffe vor einer durch eine chemische

Substanz bei Tieren ausgelösten Entzündungen des Dickdarms.

Zudem gilt der CB2-Rezeptor als potenzieller Angriffspunkt

für die Behandlung der Arteriosklerose und der Osteoporose.

Die Arteriosklerose wird heute als chronische Entzündung

der Blutgefäße betrachtet, und Fettstoffwechselstörungen (vor

allem erhöhte Werte des „schlechten“ Cholesterins) werden

nicht mehr als Hauptursache angesehen. Insgesamt werden

rekt: „Das ist ein gutes Medikament, nur kann ich es Dir nicht

verschreiben, ich hänge schon in einer Regressforderung von

der Krankenkasse!“ Somit beschaffte ich mir mein alternatives

Medikament auf dem Schwarzmarkt. Als ich es dann ausprobiert

hatte, war ich ob der neuen Schmerzfreiheit so überrascht,

dass ich mich extrem gefreut habe!

Nun nutze ich Cannabis als Schmerztherapie über Jahre und

die Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Mundtrockenheit

sind nach einer Woche Einstellung auf das Medikament fast

vollständig verschwunden.

Meine Krankenkasse finanziert Dronabinol nicht, obwohl

mein Arzt eine Therapie mit Dronabinol (THC) vorschlägt.

Er hat auch bestätigt, dass sich keine psychischen Bedenken

zeigen. Somit sollte meine Krankenkasse eigentlich das Medikament

übernehmen, doch sie hat es mittlerweile zum dritten

Mal abgelehnt! Das selbe Spiel beim Bundesinstitut für Arzneimittel

und Medizinprodukte, dort werden von mir Dokumente

von meiner Schmerztherapie gefordert, obwohl Ärzte

und Gutachten bestätigen, dass die Einnahme von Cannabis in

meinem Fall einen positiven Nutzen hat!

Doch das liegt jetzt auch alles im Widerspruchsverfahren und

lässt sich nur auf dem Rücken der Patienten austragen.

daher Substanzen, die spezifisch den CB2-Rezeptor aktivieren,

von großem Interesse für die Behandlung einer Anzahl von

Krankheiten sein. Es wurde in früheren Studien gezeigt, dass

die Aktivierung von CB2-Rezeptoren die Konzentration von

Entzündungsbotenstoffen (Tumor-Nekrose-Faktor-Alpha, Interleukin-1-Beta,

etc.) reduziert. Eine Forschergruppe aus der

Schweiz, Italien und Deutschland wies nach, dass Beta-Caryophyllen

auch solche Wirkungen ausübt. Die entzündungshemmende

Wirkung von Beta-Caryophyllen trat bereits bei recht

geringen Dosen auf. Bereits 1993 waren die unterschiedlichen

entzündungshemmenden Effekte, darunter die Hemmung von

Entzündungen des Magens bei Tieren, von Beta-Caryophyllen

aufgefallen. Allerdings war damals der Mechanismus noch

unbekannt. Beta-Caryophyllen ist die erste Substanz in der

Cannabispflanze, die Cannabinoidrezeptoren aktiviert, jedoch

eine grundsätzlich andere Struktur wie klassische Cannabinoide

aufweist. Daher stellt es einen neuen Typ von Cannabinoiden

dar, die selektiv an den CB2-Rezeptor binden. Da dieses

Terpen ein wichtiger Bestandteil des ätherischen Öls von Cannabis

ist, könnte es zu den Gesamtwirkungen von Cannabiszubereitungen

beitragen. Zudem wird Beta-Caryophyllen mit

pflanzlicher Nahrung aufgenommen mit einer täglichen Aufnahmemenge

von 10 bis 200 Milligramm. Daher könnte diese

Substanz ein Nahrungsbestandteil sein, der entzündliche und

möglicherweise weitere physiologische Prozesse über das Endocannabinoidsystem

beeinflusst.

Doktor-Hanfs Patienten Ecke 11

Der Fall Marcel G.*

Ich werde in die Kriminalität getrieben und da sollte der Staat

einen Riegel vorschieben! Denn ich bin kein Spaßkonsument,

ich gebrauche es aus therapeutischem Nutzen, um ein relativ

schmerzfreies Leben führen zu können, obwohl ich nicht weiß,

ob mein Fuß nach ein oder mehreren Operationen überhaupt

mal wieder richtig gesund wird!

Mit freundlichem Gruß, G.“

Doktor Hanf:

Wir können euch heute erfreulicherweise mitteilen, dass G. mittlerweile

erfolgreich sein Antragsverfahren hinter sich gebracht

hat.

Auch er ist nun endlich Erlaubnisinhaber und darf Cannabis zu

medizinischen Zwecken nutzen. An dieser Stelle möchten wir

uns nochmals recht herzlich bei ihm für seine Offenheit bedanken

und appellieren an alle weiteren Patienten, uns ihre Geschichte

zukommen zu lassen und uns bei Fragen über oder

auch während der Antragsstellung zu kontaktieren.

Wege entstehen, indem man sie geht.

Euer Doktor Hanf,

www.doktor-hanf.de

*Name von der Redaktion geändert

Hanfdampf sieht anders aus

apos für unter 100 Euro mit Keramikheizelement? Wow,

V das klingt ja toll, hat sich das Hanf Journal Testerteam gedacht

und gleich mal zwei Modelle im Netz bestellt. Den „Noble-Vapor“

für 99 Euro und den „Top-Vapor“ für 69 Euro. Dann

war der Praxistest dran.

Der erste Test: Trocken ziehen. Beide Geräte schmecken nach

Elektronik, Plastik und der Noble sogar nach Lösungsmitteln

(wohl aus dem Gehäusekleber), wir beschließen, sowohl den

Noble als auch den Top erstmal eine Stunde bei hoher Temeratur

vorglühen zu lassen, damit die Produktionsrückstände

verbrennen.

Bei beiden Modellen ging das Aufheizen auf die Betriebstemperatur

von 200° C ziemlich schnell, allerdings quoll aus dem

Noble Vapor ein übel riechender, ganz feiner Qualm, während

der Top-Vapor nur schlecht schmeckte und roch. Nach einer

halben Stunde qualmte der Noble Vapor immer noch und das

Team glaubte, ein eventuell defektes Gerät erhalten zu haben.

Qualm steigt aus dem Mundstück des „Noble Vapors“ - Foto: marker

Also wurde der Noble umgetauscht, doch das Austauschgerät

bot dasselbe schlechte Bild. Nach einer halben Stunde Vorheizzeit

quoll auch aus dem Austauschmodell der selbe übel

riechende feine Qualm. Deshalb hat sich unser Team entschieden,

den Noble-Vapor erst gar nicht mit Kräutern zu testen.

Auch der „Top“ war nach einer halben Stunde nicht völlig frei

von Nebengeschmack, allerdings bei Weitem nicht so ekelerregend

wie beim „Noble-Vapor“. Beim eigentlichen Inhalationsprozess

funktionierte der erste Zug dann auch ganz gut,

allerdings sank die Temperartur immer direkt beim Ziehen um

bis zu fünf Grad. Das sollte beim angepriesenen Keramikheizelement

nicht passieren, deshalb haben wir auch das Innenleben

der beiden Fernost-Importe ein wenig genauer unter die Lupe

genommen.

Beim Aufschrauben wird der Gestank, der aus dem „Noble“

strömt, fast unerträglich, irgendetwas zwischen Tankstelle und

Plastikfabrik hängt trotz 45 minütigem Vorheizen in der Luft.

Das Innenleben ist billig, überall sind Kleberreste zu sehen.

Hinter dem Heizelement befindet sich ein eingeklebter Plastikpropfen,

aus dem Kleber und Plastikdämpfe ausströmen,

die zuvor mitaufgeheizt werden. Widerlich. Der Hammer ist

jedoch das „Keramikheizelement“. Es ist gar keins. Es handelt

sich hier um eine gewickelte, hitzeresistente Folie, die mit

einem Glühdraht umwickelt ist. Billiger als ein Lötkolben, der

TÜV würde den Hersteller

wahrscheinlich wegen versuchter

Körperverletzung

anzeigen. Das einzige, was

hier aus Keramik ist, ist die

Ummantelung des Temperaturfühlers.

Als Krönung

des Ganzen steigt der vorher

erwähnte Qualm direkt

aus dem Heizelement auf,

irgendwo in den vielen Windungen

der Folie kokelt es

munter vor sich hin und wird

direkt mitinhaliert. Eventuell

liegt das daran, dass der

Lüfter für das Heizelement

an der falschen Stelle angebracht ist, denn der pustet ganz nach

Schildbürgerart schräg am Glühdraht vorbei. Da braucht‘s gar

kein Weed, der „Noble“ macht auch so schön fett.

Beim Holzmodell sieht es nicht ganz so schlimm aus, zwar

strömt die warme Luft, anders als bei edlen Modellen, an der

Elektronik vorbei, allerdings kokelt es hier nicht und der elek-

Der Luftstrom passiert die Elektronik ohne Abschirmung - Foto: marker

Links: Das Fake-Keramikheizelement - rechts: Ein echtes Keramikheizlement - Foto: marker

tronische Silikongeschmack verschwindet nach den ersten fünf

Anwendungen auch nicht ganz. Allerdings ist das Heizelement

auch nicht aus Keramik, es handelt sich um ein baugleiches

Heizelement wie beim Noble beschrieben. Dafür qualmt es

nicht, es handelt sich wohl um die Edel-Variante des Billgheizelements.

Fazit:

Beide Vaporisatoren sind für die medizinische Anwendung

ungeeignet, da bei beiden Modellen Dämpfe aus Bauteilen,

beim Noble sogar Qualm, mit eingeatmet werden. Auch die

Temperatur ist sehr instabil und macht eine genaue Steuerung

und somit die Dosierung des Inhalats zur Glückssache.

Beide Hersteller täuschen die Kunden, indem sie mit einem

nicht existenten Keramikheizelement werben. Beim Noble ist

dieser Etikettenschwindel sogar verantwortlich für Qualm aus

Bauteilen, den der Käufer einatmet.

Deshalb:

Finger weg. Gute, elektronische Tischvaporisatoren gibt es

nicht unter 200 Euro. Günstiger sind die Materialien, die einen

rückstandsfreien Inhalationsgenuß versprechen, einfach

nicht zu haben. Wer als Einsteiger nicht so viel Geld investieren

möchte, sollte es lieber anfänglich mit einem ordentlichen Taschenvapo

versuchen, da gibt es im Bereich zwischen 50 und

140 Euro schon sehr ansehnliche Geräte.


6 #119 / 06.10

#119 / 06.10 7

guerilla growing

KOMMENTAR

guerilla growing / kommentar

GEH' MIR nICHT Auf'n SACK

Siebbeutel sind Ü B E R f L Ü S S I G

In der April-Ausgabe des Hanf Journals haben wir euch eine

bisher vernachlässigte Methode der Wasser-Eishaschherstellung

vorgestellt. Ohne feine Siebe hatte Henk allerfeinstes

Haschisch von unschlagbarer Qualität aus seinen Schnittresten

herausgewaschen. Die in Europa verbreitete Siebtechnik bei

der Herstellung von Wasserhasch hingegen konnte da definitiv

nicht mithalten. Also haben sich unsere beiden Experten hingesetzt

und lange nachgedacht. So sind sie zwar auf die ein oder

andere Idee gekommen, woran das gelegen haben könnte, zufrieden

waren sie jedoch nur mit dem Ergebnis, nicht mit ihrer

Theorie. Also haben sich die beiden Growexperten aufgeteilt:

Henk hat sich in Amsterdam von guten Freunden noch einmal

gut selektierte Schnittreste organisiert (98,5 Gramm) und

Kimo hat sich auf die Suche nach mehr Informationen über die

traditionelle Methode zur Haschherstellung ganz ohne Siebe

begeben. Fangen wir mit Henk an:

Der Test

Auch dieses Mal hat der niederländische Kleingärtner wieder

den XTR 1000 benutzt. Dieses Gerät aus den USA beschleunigt

das Ablassen der Kristalle durch eine spezielle Schlauchkonstruktion,

lässt sich mit ein wenig Zeitaufwand jedoch mit zwei

Eimern, einem Spanngummi und einer alten Gardine auch prima

selber konstruieren. Nach dem 60minütigen Einweichen

der getrockneten Blattreste wurde das Gemisch wiederum 60

Minuten gerührt. Dabei war nach 10 Minuten der Schlauch

zum ersten Mal, nach 40 Minuten zum zweiten und nach einer

Stunde fast zum dritten Mal voll. Insgesamt konnte Henk nach

Trocknung und Pressung 17,5 Gramm Bubble Hasch von außergewöhnlich

hoher Qualität in den Händen halten, bei 98,5

Gramm ist das eine Ausbeute von 17,7(!) Prozent. Wiederum

ohne Siebe benutzt zu haben. Also noch ein wenig besser als

beim letzten Mal, es lag also definitiv kein Mess- oder Verfahrensfehler

vor.

Die Recherche

Zur selben Zeit hat Kimo herausgekriegt, dass es bei der

ganzen Sache nicht nur um Qualität, das beste Haschisch oder

die bestmögliche Ausbeute geht, es geht schlichtweg um‘s gute

alte Geld.

Denn für jede der beiden Methoden gibt es Geräte, an denen

ein paar Leute eine Menge Geld verdienen.

Sowohl Siebbeutel als auch der XTR sind nicht gerade günstig

in der Anschaffung, wobei der XTR oder ein vergleichbares

Gerät in Europa gar nicht mehr zu haben sind. Wieso?

Die Erfinder des XTR haben sich im Jahre 2000 nicht nur ihr

Gerät, sondern auch die Methode in den USA und 2006 auch

in Europa patentieren lassen. Das heißt, jeder der irgendetwas

verkauft, das auf dieser Variante der Wasser-Eishaschgewinnung

beruht, müsste den Erfinder des XTR fragen und/oder

seiner Firma Lizenzgebühren zahlen. Das machen in Europa

mit Ausnahme einiger Großhändler wenige, weil sie dadurch

das Patent anerkennen würden. Die meisten Hersteller, darunter

auch die zwei weltweit größten, behaupten, bei der Siebbeutel-Methode

handele es sich um ein anderes Prinzip als bei

der Wasser-Eishaschgewinnung. Das wiederum macht den

Kimo stutzig:

Werden die Trichome nicht bei beiden Methoden mit Hilfe

von vier Grad kaltem Wasser von den Blättern getrennt, um

sie dann später vom Wasser zu trennen? Wo liegt da der Unterschied?

Die Siebe sind der signifikanteste, und wenn man

sich die Gebrauchsanleitungen bei den Siebbeuteln durchliest,

fällt zuerst auf, dass dort auch nichts von einer notwendigen

Einweichzeit getrockneter Blätter steht.

Die ist aber bei dieser Methode

immens wichtig, da die Blätter ansonsten

nicht geschmeidig genug

sind, brechen und kleinste Teilchen

an den Trichomen hängenbleiben,

die dann mit den Harzteilen absinken.

Henk hatte das beim direkten

Vergleich Siebbeutel vs. XTR 1000

(Ausgabe 04.10) bedacht und die

Knipreste in beiden Geräten über 90

Minuten einweichen lassen. So war

ein direkter Vergleich noch aussagekräftiger.

Die Testgeräte, Ausgabe 04.10

Das Hasch ohne Siebe war definitiv

sauberer als das gesiebte,

die Ausbeute war quantitativ gleich, qualitativ aber Welten

voneinander entfernt. Während bei der Siebmethode nur ein

Bruchteil des gewonnenen Haschs höchste Reinheit aufwies

(die 27µ und die 40µ Siebung), enthielt beim XTR ein Großteil

des Endprodukts kaum Pflanzenteile.

Das Buch

Im Buch „Haschisch“ von R.C. Clarke wird die traditionelle

Wasserhaschmethode sogar beschrieben (S. 184, S.295), allerdings

am Beispiel von sehr kleinen Mengen in Wassergläsern.

Der Autor stellt dann auf den nächsten Seiten eine „Weiterentwicklung“

dieser einfachen Methode für größere Projekte als

das Wasserglas vor, auf der wahrscheinlich alle Missverständnisse

in Sachen Wasser-Eishaschgewinnung beruhen: Anstatt

einfach die Glasmethode in größeren Behältern durchzuführen,

stellt der Autor den „Baba Bob‘s Aqua-X-Tractor“ vor.

Beim „Baba Bob‘s Aqua-X-Tractor“ sind auf einmal Siebe im

Spiel ( Abb.). Wozu? Das Pflanzenmaterial bleibt sowieso oben,

Ice Hash ganz ohne Siebe - Foto: Peter Marks

die Harze fallen auch ohne Sieb nach unten. Genauso sauber

wie bei einer Essig-Öl Flasche aus dem Geschenkeladen. Große

und kleine Trichome trennen? Wer trennt nach der Ernte große

von kleinen Erdbeeren, um dann Brei draus zu machen? Der

Pflanzenanteil und die Art und der Anteil der enthaltenen

Terpene (ölige Geruchs- und Geschmackstoffe) sind für die

Qualität und das gute Aroma von Haschisch verantwortlich,

nicht die Größe der Trichome. Henk hat beim Praxistest auch

noch festgestellt, dass man die Qualität ohne Siebe wunderbar

durch die Rührzeit steuern kann. Während in den ersten 20-30

Minuten wirklich nur reine Trichome ohne Pflanzenanteil herabrieseln,

kommen danach immer mehr anhaftende Chlorophyll-Teilchen

mit, das Wasser wird grün-braun und deshalb

wird die Qualität des Haschs mit zunehmender Rührdauer ein

ganz wenig schlechter. Es enthält jedoch, im Gegensatz zum

Beutelhasch aus den gröberen (80-160µ) Siebungen, keinerlei

sichtbaren Pflanzenteile, lediglich der Teint ist ein wenig

grünlicher. Entscheidend für die Qualität sind deshalb nicht

>>>

Foto: Extraktion mit Wasser - Hier noch ohne Siebe... 1 ... bringt „Baba Bob“ auf einmal Siebe ins Spiel. Alle Trichome die kleiner als

das letzte Sieb sind, gehen nun verloren - Foto: Baba Bobs Aqua-X-Tractor 1

>>>

die Siebe, an denen bleiben zudem durch den Strudel beim Mixen

oder beim Hochziehen kleine Schwebeteilchen hängen, die

bei der Schwimm-Sinktrennung später wieder an die Oberfläche

gestiegen wären. „Baba Bobs Aqua-X-Traktor“ würde ganz

ohne Siebe, dafür aber mit einem Auslass für das trichomhaltige

Wasser am Boden, viel bessser funktionieren.

Diese Sink-Schwimmtrennung ist den Chinesen seit über 4000

Jahren in der Medizin bekannt, deshalb war der so genannte

Erfinder der Wasser-Eishaschgewinnung 1981 sicher nur der

Überbringer uralter Traditionen an die westliche Welt. Seitdem

überlegen viele, wie man mit diesem uralten Wissen Geld verdienen

kann.

Leider war „Baba Bob‘s Aqua-X-Tractor“ dann Grundlage für

alle Säcke, wie auch immer sie heißen. Dass deren Verkaufspreis

den Materialwert um das Zigfache übersteigt, könnte

man vielleicht akzeptieren, wenn es sich um eine gute Idee,

die klug vermarktet wird, handelt. Doch was die Sache bei den

Säcken dann wirklich heikel macht, ist die Tatsache, dass sie

den Trennungsprozess im Prinzip stören und so im Vergleich

zur traditionellen, sieblosen Trennung noch schlechter geeignet

sind als Baba Bob‘s „Erfindung“. Denn das Herausziehen der

Beutel nach oben verwässert das Haschisch noch schlimmer. Es

verursacht einen Strudel, der die Sink-Schwimmtrennung wieder

rückgängig macht und so kleine Pflanzenteile mit den Trichomen

durch das Sieb wandern, die vorher an der Oberfläche

geschwommen sind. Kurzum: Das Endprodukt ist schlechter

als beim Einsatz einfachster Mittel und kostet eine Menge Kohle.

Die Verwirrung über das Prinzip der Sink-Schwimmtrennung

geht soweit, dass selbst ein Hersteller eines vom Prinzip her

guten Gerätes den Gebrauch seines eigenen Produkts falsch erklärt.

Beim „Top-Zeef“ Ice Hasch Eimer müsste man nach dem

Rühren den Eimer lediglich in einen 45 Grad Winkel stellen und

eine Weile warten. Dann könnte man das trichomhaltige Wasser

einfach durch einen Kaffefilter ablassen. Fertig. Das mitgelieferte

Sieb lässt leider einen guten Teil der Trichome durch

und wenn man das Gerät laut Gebrauchsanweisung bedient,

bleibt die Hälfte der Kristalle ungenutzt am Boden des Eimers,

weil das Auslassloch nicht bündig mit dem Eimerboden ist.

Wer das alles nicht glaubt, kann ja mal folgendes ausprobieren

(am Computermodell, nicht in echt und nicht in Deutschland):

Die einfachste Methode zur Wasser-Eishaschgewinnung hat

Henk in der April Ausgabe beschrieben, im Prinzip genau so

wie es R.C. Clarke auf dem Foto abgebildet hat.

Nachdem die Pflanzenreste aus dem Glas vorsichtig abgeschüttet

wurden, nehme man das trichomhaltige Wasser und

kippe es durch fünf Siebbeutel (27-160µ) und danach noch

durch einen Kaffeefilter.

Man wird feststellen, dass …

1. die Qualität in allen Sieben gleich ist, egal wie groß die

Trichome sind.

2. im Gegensatz zur Beutelmethode auch im groben Sieb

keine Grünfärbung zu sehen ist

3. auch im Kaffeefilter nach dem feinsten Sieb noch einiges

enthalten ist, was sonst in den Ausguss gewandert wäre.

Wer möchte, kann das so gewonnene Hasch-Wassergemisch

dann noch einmal durch Siebe von 27- 80µ gießen.

Dann kann man sehen, dass die Qualität bei allen Siebungen

identisch ist, obwohl die Trichome jetzt ganz fein nach Größe

sortiert sind. Erdbeermarmelade aus kleinen, süßen Erdbeeren

schmeckt halt genauso wie eine aus großen, süßen Erdbeeren

des gleichen Feldes. Sehr lecker und genau gleich.

Fazit:

Henk und Kimo können nur davon abraten, zur Herstellung

von reinstem Haschisch unter Verwendung von Wasser

und Eis Siebe zu benutzen, da es die traditionelle, effektivste

Methode im wahrsten Sinne des Wortes qualitativ verwässert.

Leider wird auf dem europäischen Markt kein erschwingliches,

vernünftiges Gerät zur Wasser-Eishaschgewinnung angeboten,

ein Import eines solchen Gerätes aus den USA ist aufgrund der

anfallenden Zollgebühren sehr kostenintensiv. Doch

auch die einfache Konstruktion mit zwei Eimern,

einem Mixer und einem sehr groben Sieb, die man

unter iceold.org bestaunen kann, bringt mit ein wenig

Geduld wirklich erstaunliche Ergebnisse.

1 Quelle:

R.C. Clarke: „Haschisch - Geschichte, Kultur, Inhaltsstoffe, Genuss, Heilkunde,

Herstellung“ - AT Verlag, 2000, Aarau, Schweiz.

(Original: „Hashish!“, Red Eye Press, 1998, Los Angeles, USA)

Foto: Extraktion mit Wasser S. 184.

Illustration: Baba Bobs Aqua-X-Tractor S. 296.

Mit freundlicher Genehmigung vom AT Verlag

eine Pflanze ist illegal“ - mit diesem Slogan warb ein

„K bekannter deutscher Gartenbedarfshop jahrelang

um seine Kunden. Der Gründer und Inhaber dieses Unternehmens

war Hanf-Aktivist mit Leib und Seele, der Wunsch nach

einer rationalen Hanfpolitik war einmal annährend so wichtig

wie der Umsatz. Doch das ist seit Februar 2010 Geschichte.

Denn vor einigen Jahren sind zwei entscheidende Dinge geschehen:

Der erwänhte Geschäftsgründer verstarb unerwartet

und in Aachen startete die Staatsanwaltschaft die „Aktion

Sativa“, in deren Verlauf viele Kunden eines speziellen Ladens

gebusted wurden. Damals hatten diese beiden Fakten

nichts miteinander zu tun, im Jahre 2010 haben sie durch die

unglückliche Verkettung einiger Ereignisse dazu geführt, dass

der einst aktivste Unterstützerladen der Hanfszene nichts

mehr mit der Pflanze zu tun haben möchte. Nicht einmal mal

politisch, theoretisch oder auch nur rein hypothetisch.

Wieso? Das Urteil gegen den zuvor erwähnten Aachener

Growshop hat Anfang des Jahres unbegründete Panik verbreitet,

die ganz und gar nicht angebracht ist. Growshops sind

nach wie vor legal, nach wie vor dürfen deren Besitzer und

Angestellte nicht zum Anbau von Cannabis beraten. Das ist

jedoch nicht neu und wird auch von allen seriösen Growshops

spätestens seit der „Aktion Sativa“ so gehandhabt.

Auch der Verkauf von Cannabisliteratur ist eindeutig legal.

Einer der vor Gericht meistbeachteten Kommentare zum

BtMG ist der „Körner-Kommentar“ des vor kurzem pensionierten

bisherigen Oberstaatsanwaltes in Frankfurt, Hans Harald

Körner.

Körner spricht bei einem „Growshop“ sogar explizit von

einem Laden, der Anbauzubehör für Drogenpflanzen verkauft.

Der Betrieb eines Growshops sei laut Körner (neueste, 6. Auflage)

kein Verstoß gegen das BtMG, solange kein „Bezug zu

einem bestimmten BtMG-Delikt“, also. einem „konkreten Anbau“

gegeben ist, sprich: Solange nicht konkret zum illegalen

(Hanf-)Anbau beraten werde. Auch der Verkauf von Büchern,

die den Anbau von Hanf oder Marihuana erläutern, sei demnach

kein Problem.

In der Praxis ist der konsequente Verzicht auf Anbauberatung

auch vollkommen ausreichend. Einfache Schritte wie die

Erweiterung des Sortiments um Gartenbaubücher und Nutzpflanzensamen

oder die „Entlinkung“ von Anbauforen sind

manchmal ebenso nachvollziehbar und je nach lokaler Stimmungslage

auch verständlich. Ein seriöser Growshop muss

sich und seine Kunden schützen, indem er dafür sorgt, dass

im Laden oder durch das Personal keine Straftaten stattfinden

und so die Polizei keinen Vorwand hat, Kunden zu schädigen.

Weitreichendere Schritte sind vorauseilender Gehorsam,

und genau das ist das Ziel aller Einschüchterungsversuche

seitens derer, denen Growshops ein Dorn im Auge sind. Einmal

ausgemusterte Bücher müssen später nicht mehr verbrannt

werden.

Diese Untertanen Mentalität ist verantwortlich dafür, dass wir

in Europa immer die Letzten sind, wenn es gilt, sich gegen offensichtliche

Mißstände zu wehren. Kein Growshop muss auf

einmal alle Hanfblätter entfernen, alles, was auch nur entfernt

mit Hanf oder Kiffen zu tun hat, aus dem Sortiment nehmen

oder gar aus dem DHV austreten.

„Beiße nicht die Hand, die dich füttert“. Das heißt in diesem

Falle: „Hör nicht auf, für die legitimen Belange deiner Kunden

zu kämpfen, nur weil sie illegal sind.“

Andere Grow-Läden in Köln wollten das Plakat des Hanftags

nicht aufhängen, weil es zu „aggressiv“ sei. „Verstecken ist

nicht mehr“, so das diesjährige Motto, zu aggressiv? An wen

verkauft ihr denn eure Lampen und den Dünger? Klar, man

muss sich an die Gesetze halten, nicht mehr, nicht weniger.

Aber selbst in Bayern und Baden-Württemberg können Szeneläden,

die sich an die Regeln halten, existieren und Growequipment

sowie Paraphernalien verkaufen und nebenbei für

eine gerechtere Hanfpolitik eintreten. Es gibt in Deutschland

kein rechtskräftiges Urteil gegen einen Grow- oder Headshopbetreiber,

der seine Kunden nicht direkt zum Hanfanbau beraten

hätte. Und selbst da gibt es nur das eine Urteil, bei dem

der betroffene Laden wirklich alle Growshopper-Regeln missachtet

hatte, die möglich sind. Er hat direkt beraten, selbst

(mit)angebaut, vercheckt und angeblich sogar Anlagen gegen

Weed getauscht. Klar, dass der keinen Growshop mehr betreiben

darf, weil er einfach Mist gebaut hat.

Der Autor dieses Artikels hat selbst jahrelange Erfahrung

hinter der Growshoptheke und weiß aus eigener Erfahrung,

dass die Vermeidung der Worte Hanf, Grasanbau, Weed

usw. spätestens seit der „Aktion Sativa“ zum Handwerkszeug

eines jeden Growshoppers gehören müssen. Rechtlich

geschultes Personal ist besser als der Rundum-Schlag à la

Frankreich: Weil es dort juristisch wirklich heikel ist, einen

Growshop halbwegs offen zu betreiben, gibt es in Frankreich

nur „Hydro-Shops“ ohne jedweden Bezug zur Hanfpflanze.

Die französischen Growshopbetreiber würden sich über eine

Rechtslage wie in Deutschland freuen und sofort ihre Konzepte

anpassen und so arbeiten, wie die Growshops in den

meisten EU-Ländern, darunter auch Deutschland. Wenn es

aber alle so machen wie der einstmals aktive Unterstützerladen

aus einer deutschen Hansestadt, der seine Wurzeln

verleugnet, gibt es in zehn Jahren dann auch hier noch so

genannte „Hydro-Shops“. Ohne dass ein Staatsanwalt oder

Richter einen Finger krumm gemacht hat. Alle tun so, als ob

sie zu Hause Gewürze anbauen und lügen sich grinsend gegenseitig

in die Tasche, während die Legalisierungslobby um

den DHV Insolvenz anmeldet und nach Kalifornien auswandert.

Die Kleingärtner, die einfach mal Pech hatten, werden

immer noch weggesperrt und der kommerzielle Anbau ist endgültig

in der Hand organisierter Banden. Hydro-Shop Besitzer

fahren dicke Karren, können sich ungestrecktes Weed für 30

€/Gramm leisten und im Laden ist nicht einmal mehr ein virtuelles

Grasblatt zu sehen. Dafür ist es der Pharma-Industrie

gelungen, alle Cannabinoide zu synthetisieren, verkehrsfähig

zu machen und sie gewinnbringend zu verkaufen. Der Anbau

einer Pflanze ist selbst für Cannabis Patienten noch immer

ausnahmslos verboten.

Schöne Aussichten. KIMO


8

#119 / 06.10

#119 / 06.10 9

wirtschaft hanf cooltour

Hitzefrei durch den Sommer?

Der Easy Analoog regelt das schon

neu bei GiB. Klimakontroller mit starken 16 Ampere

nicht nur die Sommerhitze ist dem optimalen Klima im

Privatpflanzraum immer wieder abträglich, auch zu trockene

Wohnungsluft, zu kalte Zuluft oder ein zu lauter Lüfter

spielen ambitionierten Hobbygärtnern üble Streiche.

Der Easy Analoog 16 A regelt die gewünschte Temperatur

und Luftfeuchtigkeit auch in etwas größeren Räumen mit entsprechender

Lichtleistung. Anders als die meisten Klimageräte

bietet er die Option, auch einen Ventilator, ebenfalls Drehzahl

geregelt, anzuschließen und sorgt so neben einem guten Klima

immer für die optimale Luftzirkulation im Pflanzraum.

Gut und solide verarbeitet bietet der Easy Analoog insgesamt

Anschlussmöglichkeiten für drei Geräte, neben dem Ventilator

können natürlich Zu- und Abluft angeschlossen und geregelt

werden. Ein externer Fühler mit einem 1,50 Meter langen Ka-

bel sorgt dafür, dass Temperatur und Luftfeuchtigkeit immer

genau am gewünschten Punkt im Raum bestimmt werden

können. Entweder über die Auto-Funktion oder einfach per

Hand können die maximale und minimale Drehzahl sowie

der gewünschte Temperaturbereich genau eingestellt werden

und somit kann das Raumklima mit Unterstützung der Klimageräte

optimal gesteuert werden. Der Easy Analoog verfügt

zudem über eine austauschbare Sicherung, so dass die angeschlossenen

Geräte bestmöglich geschützt werden.

Das solide Helferlein und eine Menge andere, hochwertige elektronische

Klimacontroller findet ihr bei der Grow In AG. Entweder

im Shop in der Kaiserin-Augusta-Allee 29 in 10553 Berlin,

geöffnet werktags von 10.30-18.30 Uhr, sonnabends 10.30-14

Uhr oder einfach online im Webshop von www.grow-in-berlin.de

Händleranfragen in der Flottenstr. 24c in 13407 Berlin sowie unter

030 34 99 80 70 sind ausdrücklich erwünscht.

Gebongt - Der Vapocane

Der Messesieger der cannaTrade verzaubert eure Bong

Viele Bongraucher sind noch nicht auf einen Vaporisator

umgestiegen, weil bei den günstigen und kleinen Einsteigergeräten

der „Kick“ fehlt, Geräte mit dem berühmten „Kick“

sind erst ab 200 Euro zu haben, meist nicht transportabel und

von einer Stromquelle abhängig. Der Hersteller der Vapbong,

Solwe, hat sich nun eine Lösung ausgedacht, die aus jeder Bong

mit nur wenigen Handgriffen einen Vaporisator macht, in jede

Westentasche passt und zudem ohne Strom betrieben wird.

Der „Vapocane“ besteht aus einem Heizelement aus Glas und

einem Kräuterreservoir, die beide mit einem handelsüblichen

14,4 mm Schliff versehen sind. Besitzer einer 18,8 mm Bong können

einfach einen 14,4 auf 18,8 mm Adapter aus dem Headshop

ihres Vertrauens erwerben. Kräuterreservoir und Heizelement

werden einfach statt des normalen Köpfchens auf die Bong gesteckt

und das Heizelement wird am oberen Ende mit einem

Sturmfeuerzeig, oder beser noch mit dem Vapocane-Burner,

erhitzt. Im Vergleich zu anderen flammenbetriebenen Vaporisierern

kann der Benutzer zwischen direktem und indirektem

Flammeneinsatz wählen, wobei wir den indirekten immer vorziehen

würden, weil bei dieser Anheizmethode ein Anbrennen

der Kräuter auch bei etwas zu hohen Temperaturen vermieden

wird. Zusätzlich wird der Vapocane Vaporisieraufsatz in einer

praktischen Schutzhülle im Stiftdesign geliefert. So kann man

das gute Stück unauffällig und problemlos zu Freunden mitnehmen,

um die Pfeife des Gastgebers als lungenschonenden

Vaporisierer zu verwenden.

Wieder einmal hat Solwe auch mit dem Vapocane ein verblüffend

einfaches Gerät, das allen Ansprüchen des gehobenen

Verdampferlebnisses gerecht wird, auf den Markt gebracht, das

auch vom fachkundigen Publikum auf der Cannatrade dankend

angenommen und bestimmt nicht ganz ohne Grund zum

besten Produkt gewählt wurde. Den Vapocane gibt es in drei

verschiedenen Ausführungen, „clear“, „gold“ und „white“, ab

47,60 Euro in jedem gut sortierten Headshop.

Mehr infos zum Vapocane gibt es unter: www.vapocane.com

Fotos: Vapocane

Black Leaf

Absinthe

Auferstanden von den Toten

Fotos: neardark.de

Absinthe hat eine lange und sagenumwobene Vergangenheit.

Erfunden um 1770, avancierte der Absinthe wohl

auch wegen der ihm nachgesagten euphorisierenden und aphrodisierenden

Wirkung zum Kultgetränk Nr.1 des 19.Jahrhunderts.

Bekannt wurde der Absinthe als die grüne Fee, die Muse

vieler berühmter Maler, Denker und Dichter wie Picasso, van

Gogh, Hemingway und anderen. Bereits im Jahre 1915 war das

Getränk in einer Reihe europäischer Staaten und den USA wegen

seines psychoaktiven Wirkstoffes „Thujon“ wieder verboten.

In der heutigen Zeit erlebt der Absinthe eine Wiedergeburt

und ist als Szenegetränk aus Bars, Discos und der Gastronomie

nicht mehr wegzudenken.

Der „Black Leaf“ Absinthe ist zuerst einmal schon durch die

kristallene Totenkopfflasche ein Blickfang in jeder Bar. Er wird

nach einem Schweizer Originalrezept u.a. aus Wermuth (Artemisia

Absinthium) und vielen anderen hochwertigen Pflanzen

und Kräutern mit der gesetzlich festgelegten Höchstgrenze von

35mg/l Thujon hergestellt.

Die klassische Variante: Einen Absinthelöffel

mit einem Stück Würfelzucker

auf ein Glas legen, ca. 4 cl

„Black Leaf“ Absinthe darüber träufeln

und anzünden. Der Zucker

karamellisiert. Im Mischungsverhältnis

1:3 mit eiskaltem

Wasser ablöschen. Die typische

Absinthe Trübung

setzt ein, umrühren, fertig.

Auch für Longdrinks,

Cocktails oder zum Kochen

ist der unheimlich

leckere „Black Leaf“ Absinthe

bestens geeignet.

Black Leaf Absinthe

Inhalt 0,5 l, 55% vol.

Erhältlich beim Black Leaf

Dealer ihres Vertrauens.

www.neardark.de

GMM 2010 - so war’s

D er

200 Hartgesottene marschieren wacker - Berlin

Global Marijuana March (MMM) findet (fast) zeitgleich

in über 300 Städten weltweit statt. Am ersten und zweiten

Wochende im Mai demonstrierten nicht nur in Berlin und Frakfurt/M.

zahlreiche Menschen friedlich für die Re-legalisierung

von Hanf. Das Hanf Journal hatte in Berlin (D), Frankfurt/M

(D), Prag (CZ), Kiev (UA), Dniepropetrovsk (UA) und Toronto

(CA) Korrespondenten vor Ort.

Berlin, Hanftag. 8. Mai 2010:

Verstecken ist nicht mehr

Das Motto hat die Berliner Polizei wohl allzu wörtlich genommen

und just genau zum Hanftag mal wieder ordentlich Präsenz

gezeigt. Ab 13.00 Uhr versuchten viele Teilnehmer, sich

zum Brandenburger Tor durchzuschlagen. Das war ob des geballten

Polizeiaufgebots nicht einfach, die Beamte hatten den

gesamten Platz abgeriegelt und filzten jede/n potentielle/n Teilnehmer/in

sowie den ein oder anderen unbeteiligten Touristen,

der nach „Kiffer“ aussah. Schön weit sichtbar, damit es sich alle

auf dem Weg befindlichen Sympathisanten noch weit vor dem

Pariser Platz anders überlegen sollten konnten. Der Einsatz

der Ordnungshüter sorgte schon vor der eigentlichen Demo

für den traurigen Höhepunkt des Tages. So hat es die Berliner

Polizei wieder einmal geschafft, Menschen davon abzuhalten,

friedlich für die Freigabe von Hanf zu demonstrieren, wie es

offiziell heißt „zum Schutze des Veranstalters vor potentiell zu

erwartenden Straftaten“. In Frankfurt /M. wurden die Hanfaktivisten

gerade mal von zwei Polizeimotorrädern begleitet,

während Berlin mehr Polizisten als Demonstranten aufbietet.

Wie groß ist die Angst vor den eigenen Bürgern geworden, eine

Demo, auf die wahrscheinlich nicht mehr als 1000 Menschen

gekommen wären, unter einem fadenscheinigen Vorwand im

Vorfeld auf 200 zu dezimieren?

Wer es dann unbehelligt durch die Filzkolonne geschafft hatte,

konnte sein Wissen über den aktuellen Stand bundesdeutscher

Hanf-Realität ab 14:30 durch Beiträge von Georg Wurth

(Deutscher Hanfverband, DHV), Steffen Geyer (usualredant.

de), Locke (Hanfparade), Rolf Ebbinghaus (Hanfmuseum), den

Jungen Liberalen sowie der Berliner Piratenpartei erweitern.

Schon bevor der Demozug gegen 15:15 endlich loszog, waren

dann kaum mehr Teilnehmer als Politzisten übrig, der Veranstalter

geht von 200 Demonstranten aus. Vom Brandenburger

Tor bewegte sich die diskriminierte Menge durch die Berliner

Mitte lautstark zum „Yaam“, wo dann endlich ohne weitere Belästigungen

und ohne weitere Vorkommnisse bis zum nächsten

Morgen gefeiert werden konnte. (Video siehe Seite 2)

KIMO

Frankfurt, 8. Mai 2010:

„Bei 4000 habe ich aufgehört zu

zählen“

Der GMM: Ein „cross-over“ der Legalizer aus verschiedenen

Parteien und Organisationen. Frage: “Wie viele waren wir eigentlich?“

Antwort eines Teilnehmers: „Oh, bei 4000 habe ich

aufgehört zu zählen!“

Verarscht! Es drückten sich zwar wirklich Tausende durch

die Frankfurter Innenstadt, doch bei unserer Global Marijuana

March Kundgebung fanden sich ungefähr 100 Interessierte

ein.

Die Kundgebung stand unter dem Motto: „Prohibition tötet!“

und Redner von „Die Linke“ in Hessen (Ulrich Wilken), „Piraten“

(Jochen Löblein), „J.E.S.“ Frankfurt (Christian Holl) und

Grüner Hilfe (Jo Biermanski) prangerten die momentanen Praxis

in der Drogenpolitik in Deutschland und weltweit an. Der

angekündigte Redner von der Grünen Jugend war leider in der

Anti-Nazi-Demo hängengeblieben. Sie forderten eine Entkriminalisierung

des Drogenkonsums, die Legalisierung von Cannabis

und vor allem auch Drug-Checking. Die weitestgehende

Forderung war die nach der Abschaffung des BtMGs!

Nach gut zwei Stunden spazierten wir dann zum Main. Angeführt

von zwei grün-weißen Motorrädern ging es durch die

Frankfurter Innenstadt – mal mehr, mal weniger laut.

Am Mainufer beendeten wir die Veranstaltung offiziell. Doch

wir werden wiederkommen bis die Vernunft gesiegt hat!

Wir suchten uns ein schönes Fleckchen in der Sonne und ließen

den Tag gebührend ausklingen.

Ingrid Wunn, Sprecherin der Hanf-Initiative Frankfurt

„Hai am Main“

www.hanf-initiative.de

Prag 8. Mai 2010:

GMM 2010 – Ein Tag der Freiheit

Bereits zum 13. Mal fand der von Legalizace.cz veranstaltete

GMM in der Hauptstadt der Tschechischen Republik statt.

Die Teilnehmerzahl wächst im liberalen Tschechien von Jahr

zu Jahr, waren es vergangenes Jahr noch 10.000 Teilnehmer, so

demonstrierten am 8. Mai 2010 bereits 12.000 Menschen für die

Gleichstellung von Hanf mit den legalen Drogen Tabak und

Alkohol.

Laut der Veranstalter kamen nicht nur Menschen aus der

Tschechischen Republik, der GMM in Prag hat sich zu einer

internationalen Kulturveranstaltung entwickelt, die auch viele

Menschen aus den Nachbarländern anzieht. (Anm. Der Redaktion:

Waren wohl viel Bayern da ;-), is‘ ja auch näher und chilliger

als der Hanftag in Berlin).

Überwältigt vom großen Zuspruch sagte Robert Veverka,

Sprecher von Legalizace.cz: „Die Kundgebung und das anschließende

Event im Parukářka Park fand nicht nur landesweit

großen Zuspruch, vor allen Dingen bei der jüngerern

Bevölkerung. Sie sind hierher gekommmen, um zu demonstrieren

und Spaß dabei zu haben. Sie wollen zeigen, dass der

Rückhalt in der Bevölkerung zunimmt und viele Menschen

von der Idee der Legalisierung überzeugt sind. Eine Umfrage

des Meinungsforschungs-Instituts „SANEP“ im Jahr 2009 hat

gezeigt, dass sich fast 50 % der Bürger/Innen eine Legalisierung

vorstellen können.“

Auf dem Gelände gab es drei Bühnen, auf denen zahlreiche

Reggae-, HipHop- und Techno-Acts zu bewundern waren, es

gab Hanfessen und -Getränke, Infostände und natürlich war

unsere Schwesterzeitschrift „Konoptikum“ mit zahlreichen

Helfern vor Ort. Die zahlreich ausliegenden Exemplare der

GMM-Sonderausgabe sowie die Mai-Ausgabe waren schon

nach kurzer Zeit vergriffen. Die Polizei war immer präsent,

sah aber keinen Grund, den Ablauf der Veranstaltung zu behindern.

Alles verlief friedlich. Der Pressesprecher der Prager

Polizei, Andrea Zoulova, sagte: „Trotz der hohen Teilnehmerzahl

verlief die Demonstration perfekt. Es gab keinerlei größere

Zwischenfälle und wir mussten im Verlauf der Veranstaltung

nicht eingreifen.“

Zum Abschluß der großen Party erinnerte Robert Veverka

noch einmal daran, dass man kommendes Jahr auf jeden Fall

wiederkommen werde, jedoch lieber um die Legalisierung zu

feiern als für sie zu demonstrieren. Und so konnten die zahlreichen

Teilnehmer/innnen den chilligen Tag in einem der zahlreiche

Prager Clubs ausklingen lassen, die in der Nacht zum 9.

Mai mit einer After-Party den GMM die ganze Nacht durchzelebriert

haben.

Petr / Übersetzung: KIMO

Kiev, 15. Mai 2010:

Freiheit in Ketten

Volle Straßen, super Stimmung - Prag

Am Tag vor dem GMM wurde die Veranstaltung von den örtlichen

Behörden verboten. Zehn Einsatzwagen der Spezialeinsatzkräfte

standen am Versammlungsort mit offenen Türen

bereit, um den potentiellen Teilnehmern zu zeigen, was sie erwartet.

Am gleichen Tag feierte die Ukrainische Regierung den

„Europa-Tag“, weshalb überall Touristen, Journalisten und offizielle

Verteter aus den EU-Länder unterwegs in Kiev waren.

Die Polizei drohte den Organisatoren im Vorfeld des GMM,

sie zu verhaften, sollten sie die geplante Demonstation trotz

des Verbots veranstalten. Das veranlasste die Aktivsten zu der

Entscheidung, eine radikale Form des passiven Widerstands zu

wählen. 12 Aktivisten trafen sich vor dem Außenministerium,

wo gerade die offiziellen EU-Feierlichkeiten stattfanden. Dort

entfalteten sie ein Transparent mit der Aufschrift „Ist heute Europatag?“

und der Organisator des GMM und Chefredakteur

der „Konopravda“, Taras Ratushnyy, kettete sich symbolträchtig

an den Zaun des Gebäudes.

„Wir haben keine andere Möglichkeit als diese, unsere (Meinungs)-Freiheit

in diesem Land zu bewahren, die Menschen

zu schützen, die unsere Forderungen unterstützen,“ sagte der

ukrainische Hanf-Aktivist. Während seine Mitstreiter mit den

Medienvertetern vor Ort sprachen und ihre Forderungen erläuterten,

kamen annährend 200 GMM Teilnehmer dazu.

Taras und die anderen Teilnehmer fordern, das Thema Drogenpolitik

und den Krieg, den die Drogen zum Thema einer

Parlamentssitzung zu machen, die Polizeiwillkür und deren

Involvierung beim Drogenhandel aufzudecken sowie eine Generalamnestie

für Hanfkonsumenten, die zur Zeit eine Gefängnisstrafe

verbüßen.

„Der GMM in Kiev ist verlegt, um Provokationen (seitens der

Polizei) zu vermeiden und um die Möglichkeit zu wahren, gegen

das Verbot vorzugehen.“ lautete die offizielle Stellungnahme

der Veranstalter. Die Polizei stand die ganze Zeit über passiv

dabei, die Anwesenheit der Journalisten hinderte sie jedoch

offensichtlich daran, Verhaftungen vorzunehmen. Die Beamte

trafen nichtsdestotrotz Vorbereitungen, die festgekettete Person

nach dem Abzug der Pressevertreter festzunehmen, Spezialwerkzeug

und eine Motorsäge standen schon bereit. Nach 90

Minuten begann sich die Versammlung aufzulösen, ohne dass

jemand festgenommen worden war. Als die letzte Gruppe den

Ort sicher verlassen hatte, öffnete der festgekettete Aktivist unvermittelt

die Vorhängeschlösser und entzog sich dem Zugriff,

indem er blitzartig auf dem Rücksitz eines Motorrads verschwand.

An diesem Tag wurde niemand festgenommen und alle

Teilnehmer erhielten Asyl auf dem Gelände eines 500 Meter

entfernt stattfindenden Reggae-Festivals.

T.Rat

Dniepropetrovsk, 22.Mai:

Straßentheater gegen Nazis

Nazi vs. Schmusebär - Dniepropetrovsk

In Dniepropetrovsk sind die Behörden ein wenig liberaler,

hier kann nur ein Richterspruch eine friedliche Demonstration

verhindern. So wurde der MMM auch für den 22. Mai angemeldet

und genehmigt. Ist eine Demonstation von offizieller

Seite trotzdem nicht erwünscht, so wird der Versammlungsort

einfach ein paar Stunden vorher für eine Gegenkundgebung

vergeben. Dann kann auch die Polizei die eigentliche Demo

kurzerhand verbieten, um die Sicherheit zu gewährleisten. In

den vergangenen Jahren haben ukrainische Nazis mit der Forderung

„für ein gesundes Leben“ die Durchführung des GMM

mit der zuvor beschriebenen Taktik immer wieder erfolgreich

verhindert.

In diesem Jahr gab es dann aber sehr früh morgens eine Gegen-Gegen-Demo.

Ein „Straßentheater gegen Nazis“ verteilte

Blumen an die Passanten, verwickelte Anwesende ins Gespräch

und suchte den Dialog mit allen Seiten. Die Nazis waren offensichtlich

überrumpelt ob so viel Freundlichkeit und die anwesenden

GMM-Aktivisten konnten auch ihr Anliegen so erfolgreich

vertreten. Keine Schlägerei, keine Festnahmen.

Gegen Ende flammte die ukrainische Variante der freien Berichtstattung

dann doch noch einmal kurz auf: Ein anwesender

Journalist, der ein Foto vom aggressiven, pöbelden Nazimob

machen wollte, wurde verprügelt und seine Kamera wurde gestohlen,

ohne dass die Polizei eingeschritten wäre.

T.Rat

Toronto, 1. Mai 2010:

Über 20.000 Menschen fordern das

Ende der Prohibition

Das wohl fetteste Event weltweit fand in Toronto statt.

Über 20.000 Menschen kamen im Queen‘s Park zusammen,

auch um sich mit ihrem Landsmann Marc Emery solidarisch zu

zeigen, der im Mai wegen US-Samenhandels an die USA ausgeliefert

wurde. Auch in Toronto war die Stimmung friedlich, das

Teilnehmerspektrum spiegelte, ein wenig anders als bei den

meisten Demonstrationen in Europa, alle Schichten und Altersklassen

der kanadischen Gesellschaft wider. Pot ist dort schon

„mainstream“, also gesellschaftsfähig.

Die Polizei denkt auch hier nicht entfernt daran einzugreifen,

und so verlief auch die größte Kundgebung im Rahmen des

GMM friedlich und ohne Zwischenfälle ab. Was im Gegensatz

zu Europa auch auffällt, ist die Unterstütung, die die kanadische

Hanfszene durch zahlreiche Sponsoren erfährt.

Gerade hier zeigt sich, dass die Legalisierung nur mir breiter

Unterstützung der Growing-Industrie eine Chance hat, als Thema

von Bevölkerung und Medien ernst genommen zu werden

(siehe Kommentar Seite 7).

Iven Simonetti

a


#119 / 06.10

„Rootdown represent, jetzt

hat's sich ausgepennt!“(Nosliw 2007)

10 Jahre Rootdown Records

Text: Roly

Die Veröffentlichung der Vinyl 7“ „Babylon“ (Nattyflo feat.

D.U.G.), gefolgt von der ersten rein deutschsprachigen 7“

Selection „Racer Riddim“ aus dem Jahre 2000 gelten als ausschlaggebender

Startschuss für das Label Rootdown Records.

Teil der Resonanz zu eben jener Selection, auf welcher sich

bereits die späteren Label-Artists Nattyflo und Nosliw verewigten

(neben den deutschen Reggae-Urgesteinen Dr. Ring

Ding, Natty U, D-Flame u.a.), war der Einstieg von Nikitaman

in das Rootdown Camp mit der erfolgreichen Weiterentwicklung

zu Mono & Nikitaman.

Im Sommer 2005 erreichte mich Nattyflo’s Debüt-Album „Immer

Vorwärts“, und wenn ich mich recht entsinne, startete von

da an meine Zusammenarbeit mit Rootdown Warrior Marius,

der mich bis heute (und hoffentlich noch lange Zeit) in regelmässigen

Abständen mit beschwingten Roots Reggae Riddims

und pumpendem Dancehall versorgt. Spätestens mit der Verpflichtung

von Nachwuchskünstler Maxim entwickelte sich

das Label immer mehr zu der nachhaltigen Talentschmiede innerhalb

der deutschen Reggaeszene.

Am Abend des 12.März 2006 konnte ich mich dann gemeinsam

mit meinem Redaktionskollegen Micha im Maschinenhaus

der Kulturbrauerei Berlin endlich auch von der faszinierenden

Live-Performance von Mono & Nikitaman überzeugen, die dort

ihr zweites Album „Für immer“ präsentierten und uns beiden

ein sympathisches Interview gaben. Songs wie „Bist Du da?“,

„Wir sind so“, „Mehr als das“, „Neu“, „Zweite Halbzeit“, „Tausend“,

„U.N.I.T.Y.“ und vor allem das amüsante „Fresse halten

selber machen“ höre ich auch heute noch immer wieder gern.

Ende 2006 spannten Sly & Robbie mit „Rhythm Doubles“ den

Bogen zwischen altem Reggae über HipHop, Dub und Dancehall

bis zum neuen Reggaeton und bewiesen, dass sie immer

noch den Mango-Tango im Blut haben.

Nachdem ich dann im Februar 2007 auch die Gelegenheit bekam,

Tanya Stephens kennenzulernen, hiess es: „Wir wollen’s

immer wieder hören“, denn Nosliw lieferte „Mehr davon“.

Auf der Basis von modernem Rootsreggaesound zeigte er sein

ganzes Können, ob es nun inhaltlich um die Liebe oder gesellschaftskritische

Themen ging. Als alter Junglist freute ich mich

auch besonders über die Bassface Sascha & Franksen Remixes

zu „Immer wieder hören“ und „Mehr davon“ auf Vinyl. Der

Titel „Ausser Kontrolle“ war dann Programm für das sympathische

Duo Mono & Nikitaman, das enorme Livequalitäten,

Energie und Präsenz gekonnt ins Studio transportierte. Auf exzellenten

Riddims fand das Traumpaar der deutschsprachigen

Dancehall-Szene wieder genau den richtigen Mix aus rootsigen

(„Das Alles“), politischen („Yeah“), aber auch humorvollen

Songs („Kann ja mal passieren“).

Auf einem extrem heissen Konzert im Berliner Cassiopeia traf

ich dann den guten Marius auch mal live, liess mich von CéCile

betören und anschliessend „rückwärts fallen“, denn Maxim erzählte

interessante Geschichten und schaffte es auf seinem Storytelling-Album,

auch schwere Themen lebendig und in Farbe

zu gestalten. In „Woher sollt ich wissen?“ kannte er keine Tabus

oder überflüssigen Stolz, da optimistische Naivität oder falsche

Intuition absolut menschlich sind. Und „Was für ’ne Welt“ ist

textlich und mit den wunderbaren Harmonien nach wie eines

meiner Lieblingsstücke des charmanten Songwriters.

„Heiss & Laut“ wurde es dann wieder mit Nosliw, der sich

auf seinem neuesten Streich ausgiebig der elektronischeren

Dancehall-Disziplin widmete und für meine Begriffe sein bis

dato bestes Album ablieferte. Die „Blockparty“ mit Ronny

Trettmann war ein enthusiastischer, erfrischender Mix aus

Calypso und Dancehall, „Angst ist deren Business“ kam als

Johannes Honecker

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht

Badensche Straße 33

D-10715 Berlin

TEL (030) - 86 20 17 87

FAX (030) - 86 20 17 86

e-mail: anwalt.honecker@t-online.de

nachdenkliche Hip Hop Ballade mit Olli Banjo mit einem melodramatischen

Refrain, und im Jungle-Smasher „Ihr könnt mir

gar nichts“ harmonierte das neue Dream-Team Bassface Sascha

& Nosliw wieder perfekt. Nach diesem leidenschaftlich groovigen

Mash Up traf ich mich am 21.März 2009 im Berliner Yaam

mit dem charismatischen Singjay für ein Interview und lernte

so auch Maxim, Überproduzent Teka und Nils vom Rootdown

Camp kennen.

Zwei Monate später bevorzugte eine neue Art ‚urbaner Immigranten-Koalas’

ausser Eukalyptus noch fette Beats und das

Brechen von Regeln. 17 Musiker und 17 Vokalisten aus 15 Nationen

waren nach Köln gekommen, um eine gelungene Melange

aus Reggae, Soul, Afro-Beat, World-Folk und allerlei herkunftsabhängigen

eigenen Styles und Einflüssen aufzunehmen – die

Koalas Desperados. Im Sommer 2009 war Nattyflo mit seinem

„Soulgefühl“ wieder eine zuverlässige Adresse für Roots Music

mit Tiefgang und setzte inhaltlich auf das Themendreieck

„Liebe / Freundschaft, Gesellschaftskritik und Musikkultur.“

Gemeinsam mit Nosliw, Maxim, Mono & Nikitaman hatte Nattyflo

anlässlich des siebenjährigen Jubiläums von Rootdown

(2007) eine respektvolle, groovige Hommage an das Label eingesungen.

Seit nunmehr 10 Jahren werden hier Künstler langfristig aufgebaut

und etliche Alben, Singles, Tourneen & Festivalauftritte

aus dem Hause Rootdown erzielten beachtliche Erfolge. Darüber

hinaus konnte im Verlauf der Jahre durch die stetige Veröffentlichung

von Hit-Selections wie „Crystal Woman“, „iLove“

und „Tek A Train“ eine weltweite Aufmerksamkeit auf die inzwischen

durch diverse Geschäftsbereiche gewachsene Marke

„Rootdown Music“ gelenkt werden. Die konsequente Erweiterung

des Labels um internationale Künstler wie Lee Everton,

die Koalas Desperados und Jaqee festigte diese Position und

eröffnete eine zusätzliche Ausdehnung von bisherigen Genregrenzen.

Zum zehnjährigen Jubiläumsjahr bietet sich für Rootdown die

Möglichkeit auf eine ereignisreiche Vergangenheit zurück- und

eine spannende Zukunft vorauszuschauen, so sind diverse Aktionen

und Specials geplant. Nachdem am 23.Mai beim „Spash!

Kick Off Event“ gemeinsam mit Nosliw, Jaqee, Nattyflo, Maxim,

Rojah Phad Full und Slonesta „10 Jahre Rootdown“ gefeiert

wurde, erscheinen in Kürze der „Rootdown Allstars Sampler

Vol.2“ und die „Kokoo Riddim Selection“.

Auch ich möchte hiermit zum zehnjährigen Geburtstag herzlich

gratulieren und halte es mit den Worten von Nattyflo, Nosliw,

Maxim, Mono & Nikitaman:

„Komm zu Rootdown!

Wir haben das Beste für Körper und Geist,

wir sind mit Herz und Blut dabei.

Komm zu Rootdown! Komm und hol dir, was Du suchst.

Hier gibt’s Feuer, nicht nur Glut, wer das

probiert, kriegt nie genug.“

www.rootdown-records.com

cooltour

Mono & Nikitaman - Foto: rootdown-records.com

Nosliw & Roly - Foto: Roly

11

Weiter auf Seite 12 >>>


12 #119 / 06.10

#119 / 06.10 13

cooltour cooltour

>>> Fortsetzung von Seite 11:

„Rootdown...“

Rojah & Slonesta:

„Wer zum?“

(VÖ: 21.05.2010)

Rojah Phad Full und Slonesta sind die

neuen „Killermaschinen“ des Labels.

Rojah kommt aus Bayreuth und ist MC beim Hurricane Soundsystem.

Slonesta ist in Südbaden zuhause und betreibt dort das

Buschwerk Bouncesystem und bastelt nebenbei Remixe. Vor

ungefähr fünf Jahren sind sie vom Rap zum Reggae gewechselt

und veröffentlichen nun ihr gemeinsames Debütalbum

„Wer zum?“, auf dem sie sich nach dem ersten Song fünf Mal

am Mikrofon abwechseln. Hier zeigen die beiden Rookies auf

Riddims von Teka, Soundquake und Respectaz ihren Witz und

decken das Spektrum von Dancehall bis Roots-Reggae ab. Weitere

Instrumentals kommen von SWS (Sound With Soul) und

Soulforce, die für Slonestas „Mehr Hitze“ den „Heavenless“-

Riddim aufgepimpt haben. Die Tracks von Slonesta gefallen

mir dank seiner kraftvollen Stimme etwas besser, vor allem

wenn er in seinem Garten eine „Dancehall Party“ auf dem „Tek

A Train“-Riddim feiert oder rootsmässig den langen deutschen

Winter verflucht („Winterstarre“). Es ist eine alte Tradition im

Reggae-Business, ein komplettes Album von zwei Künstlern in

stetigen Wechsel der Tunes bestreiten zu lassen. Rojah & Slonesta

besitzen auf diesem Toe-to-toe-Album genug Charme und

Skillz, um ihren ganz eigenen, individuellen Style dem Hörer

zu vermitteln.

www.myspace.com/rojahphadfull

www.myspace.com/slonesta

Rolys Silberscheiben des Monats

Flying Lotus: Cosmogramma

(warp records)

Eines meiner absoluten Lieblingslabels

feierte im vergangenen Jahr

sein 20-jähriges Bestehen. Das Markenzeichen:

Avantgarde. Was Warp

macht, setzt Zeichen für die Zukunft.

Der Ausnahmeproduzent Flying Lotus

legt nach seinem vielbeachteten „Los Angeles“ den Nachfolger

vor. Auf „Cosmogramma“ (das kosmische Gleichgewicht

zwischen Himmel und Hölle) erwartet den Zuhörer eine

beatverfrickelte Geschichte, wenn bassig-wabernde-Rhythmen

auf sphärisch-knisternde Ambient-Klänge treffen. Der Opener

„Clock Catcher” kommt mit verstörenden 8-Bit-Computersounds,

die in weichen Harfennoten münden. Es folgen komplexe

Shuffle-Beats, die in der Bassdrum-Nummer „Nose Art“

landen. Mit „A Cosmic Drama“ beginnt dann ganz sanft das

eigentliche Intro des Orchestermeisters. Ein vermehrter Einsatz

von Live-Instrumenten wie Streicher sowie die Rekrutierung

prominenter Jazz-Musiker bilden auf 17 fragilen Tracks neue,

warme Klangtexturen. So veredeln Saxophonist und Cousin

Ravi Coltrane, Bass-Virtuose Thundercat, Harfen-Wunderkind

Rebekah Raff oder Erykah Badu- und Outkast-Streicher Miguel

Atwood-Ferguson den Longplayer. Gastvokalisten gibt’s mit

Laura Darlington und Thom Yorke (Radiohead) auf dem subtilen

IDM-Sound von „... And The World Laughs With You”.

Vorhersehbare Patterns existieren hier nicht, und genau das

macht dieses Album zu einem spannenden Hörerlebnis. Der

amerikanische Wonkypionier fusioniert basslastige Space-Electronica

mit R&B, Soul, Jazz, Disco & Psychrock und belegt mit

„Cosmogramma“ eindrucksvoll, weshalb ihn die Matriarchin

der globalen Bass Music, Mary Anne Hobbs, als den „Hendrix

seiner Generation“ bezeichnet. Ellison at its best!

www.myspace.com/flyinglotus

www.warp.net

Anthony Rother: Popkiller II

(datapunk)

Das, was heutzutage so alles unter

dem Banner „Techno“ läuft, ist in

den meisten Fällen nicht mein Ding.

Monotones Gehämmer und pseudointellektueller

Minimal bringen mich

zum Gähnen, kicken ohne Groove

und Seele allerdings überhaupt nicht. Ein Mann, bei dem ich

dagegen immer wieder hellwach werde, hört auf den Namen

Anthony Rother. Seit „Sex With The Machines“ (1997) schlägt

mein eisgekühltes Electro-Herz für ihn, zeitlose Werke wie

„Simulationszeitalter“ (2000), „Little Computer People“ (2001)

und „Hacker“ (2002) auf seiner 1998 gegründeten Labelplattform

„Psi49Net“ begeistern mich nach wie vor genauso wie

„Popkiller“ (2004) und „Super Space Model“ (2006) als Meisterstück

klanglicher Essenzierung, die über das 2004 entstandene

Imprint „Datapunk“ als Signal klanglicher und thematischer

Neuausrichtung veröffentlicht wurden. Ungeduldige Fans hatten

bereits Release-zyklische Berechnungen gemacht, Frankfurter

Insiderkreisen waren Details schon als unbestätigte Meldungen

bekannt, und dann blitzte ein erstes „Disco Light“ als

Appetizer auf. Wieder völlig selbstbestimmt und künstlerisch

konzentriert werden wir mit „Popkiller 2“ Ohrenzeuge eines

Anthony Rother, der endlich wieder wie entfesselt produziert.

Die zehn charismatischen Tracks wirken durch mehr als ihre

unverwechselbar magische Klangästhetik. Denn was „Popkiller

2“ erneut zur Besonderheit im Underground macht, sind

vocal-zentrierte Themen wie „Mother“ (als Komplementär

zum Popkiller-Hit „Father“), „Rotation“ oder das dramatische

„Grab Your Life“. Praktisch Vocoder-ungefiltert geht Rother

stimmlich einmal mehr aufs Ganze und überzeugt mit melo-

Roland Grieshammer

dischen Tracks voller Emotionen, rauer Schönheit und Freisetzung

unbändiger Energie. Big Boy Moderntronic!

www.myspace.com/anthonyrother

www.anthony-rother.com

Frittenbude: Katzengold

(audiolith)

Nachtigall, ick hör dir trapsen.

Nach dem Panda ist vor der Katze.

Nach ihrem Debütalbum „Nachtigall“

mit den Top-Singles „Pandabär“

und „Mindestens in 1000 Jahren“

legen die drei Buben aus Bayern

mit „Katzengold“ nach. Mehr Indie?

Mehr Rap? Oder nur ein Steinwurf in die richtige Richtung,

eine Knackwatschn mitten ins Gesicht und manchmal auch

der Traum, den wir nicht träumen dürfen. Musikalisch sind

Frittenbude eine Fusion aus den verschiedenen Interessen der

Mitglieder: Ja!kob aka das Basslaster (Beats, Geschrei & Produzent)

mag Electro, Midimúm aka Martin Steer (E-Gitarre, Gesang

& Konsument) hört viel Rock und Ruede Sucre aka Streuner

(Raps, Gesang & Delinquent) steht auf Hip Hop. Vor allem

Tracks wie „Unkenrufe“, „Schandenschmuck“, „Und täglich

grüsst das Murmeltier“, „Ob es reicht sie zu finden“, „Vom Fliegen“,

„2 + 0 = 4“ und „Seifenblase“ gehen textlich und mit dickem

Groove voll nach vorne. Mein Lieblingssong ist das finale

„Bilder mit Katze“, das hören meine beiden Kätzchen und ich

wirklich sehr gerne und schnurren dazu ordentlich durch die

Gegend. Ja, das hier ist ein possierliches Album über die dunkle

Seite der bunten Parties und über Träume, die an der Realität

scheitern und nach dessen Genuss man so große Augenringe

hat wie der seinerzeit besungene Pandabär. Als Bonus gibt’s

bei der limitierten Erstauflage das 11-Track-starke Remixalbum

„Plörre“ dazu, auf dem die Ravetruppe den Songs von Click

Click Decker, Kettcar, Egotronic, Ira Atari & Rampue, Die Sterne,

Dadajugend Polyform, Supershirt, Näd Mika und Plemo &

Rampue ihren unverkennbaren Stempel aufdrückt. Erwachsen

geworden, flegelhaft geblieben - so muss das sein!

www.myspace.com/frittenbude

www.frittenbude.blogsport.de

Bauchklang: Signs

(monkey)

Die 1996 gegründete Combo entstand

im niederösterreichischen

St.Pölten aus einem gemeinsamen

Musical-Projekt heraus. Nur mit der

Kraft ihrer Stimmen, ihre Bauches

und ihres Zwerchfells erzeugen sie

ihren ganz eigenen Sound. Peu à peu erfanden fünf Vokalisten

das Genre A-Cappella praktisch neu und übersetzten es ins

dritte Jahrtausend. Mit virtuoser Stimmbeherrschung, Mouth

Percussion und Human Beatboxing generieren Bauchklang einen

Gesamtsound, dessen breites Klangspektrum, rhythmische

Akzentuierung und brachiale Massivität für das Publikum

kaum fassbar ist. Bereits 2002 wurden sie vom österreichischen

Radiosender FM4 mit zwei „Amadeus Awards“ als bester FM4

Alternative Act und für ihr Debutalbum „Jamzero“ ausgezeichnet.

Nach ihrem Livealbum „Live in Mumbai“ bewegen sich

Bauchklang auf ihrem dritten Studioalbum „Signs“ stärker

denn je im Club-Kontext und verdichten ihren Mix aus Dub,

Elektro, HipHop, Drum’n’Bass und Worldmusic. Die indische

Metropole mit ihren kulturellen Eigenarten und den Gegensätzen

zwischen Reichtum und Elend war eine grosse Inspiration.

So drückt das Album die Hoffnung an eine bessere Zukunft

aus, aber auch Verzweiflung, Depression und Überforderung.

Meine geliebte US-Spoken-Word-Queen Ursula Rucker sowie

Rap-Poet Rouda und Beatboxer Tez aus Frankreich bereichern

>>>

>>>

das schöne Album. „Nothing but human voice and a microphone“

– Bauchklang haben einen hypnotischen Groove, der

aus den Eingeweiden kommt, zum Nachdenken anregt und in

die Beine rauscht.

www.myspace.com/bauchklang

www.bauchklang.com

Trentemøller:

Into The Great Wide Yonder

(hip hop academy hamburg)

Obwohl seine Karriere mit einer

Reihe bahnbrechender Singles in

der elektronischen Szene begann,

hat seine Musik stets Genregrenzen

gesprengt. Das mehrfach preisgekrönte

Debutalbum „The Last Resort” (Poker Flat Recordings,

2006) bleibt eins der meistgeliebten Independent Alben. Mit

seinem zweiten Studioalbum liefert der dänische Produzent

und Soundtrendsetter Anders Trentemøller erneut viel Tiefe

und Seele, allerdings haben die zehn Tracks nun eher eine Art

Indie-Rock-Ästethik und sehr viel Dynamik. Es sprudelt nur

so an brillanten Melodien und musikalischen Ideen, die mit

verzerrten, antreibenden Twang-Gitarren, echtem und elektronischem

Schlagzeug, Streichern, Bassmandoline, Theremin

und eindringlichem Synthesizer-Sound umgesetzt wurden.

Vier Gesangsstücke fügen sich nahtlos in dieses lebendige Album

ein, so bezaubert gleich die erste Single „Sycamore Feeling“

mit Marie Fiskers atemberaubender Stimme. Gemeinsam

mit dem englischen Musiker Fyfe Dangerfield von den Guillemots,

den Sängerinnen Solveig Sandnes und Josephine Philip

von dem Indie-Gesangsduo Darkness Falls und Trentemøllers

eigenem Songwriting wird uns ein überwältigender Soundkosmos

eröffnet. „Into The Great Wide Yonder” ist Electronica, die

mit Neo-Folk, Indie-Rock, Psychedelia und mehr verschmilzt.

Ich mag diesen skandinavischen Filmmusik-Vibe mit seiner

melancholischen Energie. Denn in den Tiefen und der Dramatik,

die raumerfüllend klingen, liegt eine tragische Romantik

verborgen, die man finden und auf die man sich einlassen wollen

muss. Ganz grosses Kino!

www.myspace.com/trentemoeller

www.anderstrentemoller.com

Next Time >>>

Im Juli verlosen wir wieder DREI (in Zahlen:

„3“!) schöne DVDs, seid gespannt!

Marsmobil:

(Why Don’t You Take)

The Other Side? (compost records)

Marsmobil ist ein Projekt des

Münchner Multiinstrumentalisten

Roberto Di Gioia (Ex-Passport) mit

Peter Kruder (Peace Orchestra, Voom Voom) und Christian

Prommer (Fauna Flash, Trüby Trio, Voom Voom). Inspiriert von

der analogen Klangästhetik der 60er und 70er Jahre vereinten

sie bereits auf ihrem letzten Album „Minx“ Vergangenheit und

Zukunft, und so hörte man darauf eine Mischung aus Space-

Pop und Burt Bacharach-artige Orchestrierungen, die musikalisch

laszive Kraft von Air, das Family-Feeling der 70er Band

America und etwas von Talk Talk’s Zerbrechlichkeit. Nachdem

Ende letzten Jahres die „The Other Side EP“ erste Einblicke

in die neuen Produktionen lieferte, erscheint nun mit „(Why

Don‘t You Take) The Other Side“ ein ausgereiftes Pop-Album,

das sich irgendwo zwischen Pink Floyd, Jazz, Indie-Rock und

Soul bewegt. Die Frage des Titels, die das ganze Projekt prägt,

wird gleich im einleitenden Song „Patience“ aufgeworfen. Mit

derselben Hingabe wie seine Kooperationen mit The Notwist,

Console, DJ Hell, Udo Lindenberg und Charlie Watts von den

Rolling Stones kreierte Roberto das Marsmobil. Beinahe jedes

einzelne Instrument auf dem Album, von der Antonelli Kinderorgel

(als 5-jähriger Bengel begann er darauf zu spielen),

über das Mellotron, Schlagzeug, Bass, Klavier, Orgel, akustische

und elektrische Gitarren, Sitar, Percussions, Glockenspiel,

Marimba, bis zum Cello und sogar die Blues Harfe, wurde von

Roberto Di Gioia selbst eingespielt. Und irgendwie erinnert

mich der Vibe hier des öfteren an meine früheste Kindheit, in

der meine Schwester die Beatles rauf- und runterhörte. Wunderschöner

Psychedelic Rock und grosse Popsongs.

www.myspace.com/marsmobil

www.marsmobil.net

Camino Blue Recordings & Scientific

present: Terra Mission

(camino blue)

Bereits 1995 veröffentlichte das

Produzenten- und DJ-Duo P.B.K.

auf Bassface Saschas Label Smokin’

Drum ihr erstes Vinyl. Mit ihrem eigenen

Label Camino Blue Recordings

stehen die beiden Paderborner Patrick und Niko seit 2004 für

qualitativen, deepen und atmosphärischen Drum’n’Bass, um

einen Gegenpol zu meist seelenloser Härte zu bilden. Im Jahre

2007 zogen sie mit ihrer zweiten Compilation „Ten Short Stories“

auch mich in ihren Bann, im letzten Jahr gründeten sie ein

Schwesterlabel mit dem Namen Drone Audio, und nun befinden

sie sich gemeinsam mit vielen aufstrebenden, internationalen

Produzenten auf „Terra Mission“.

Nach dem Breakbeat-Gewitter „Storm“ des polnischen Duos

Sonic Saturation liefern uns Modemellow und P.B.K. feine Harmonien,

bevor der wohl aktivste russische Künstler Andrey

Burtaev, besser bekannt als Electrosoul System (subtitles, grid,

good looking, hospital), mit „Sputnik“ einen voluminösen

Flugkörper ins All jagt. Mit an Bord „across the space“ sind

auch Mendelayev & Cutworks, KMC mit Elektro-Schocks und

der in Holland lebende Belgier Mav von Scientific mit einem

lieblichen Strand-Hit. Nach seinem schicken Album „Life In

Cycles“ freue ich mich auch wieder über einen groovigen

Track von Physics und dass meine geliebten Future Engineers

mit ihrem Mix von ICR’s „Two Steps Backwards“ für ein entzückendes

Finale sorgen. Als Zugabe gibt’s auf einer weiteren

CD noch einen chilligen Live Mix von P.B.K. feat. Wiosna. Gute

Arbeit, Jungs.

www.myspace.com/caminoblue

www.caminoblue.com

Jazzman Gerald Presents:

Let’s Boogaloo Vol.5 (record kicks)

Seit über 15 Jahren betreibt er Jazzman

Records von London aus als Online

Store, welcher sich durch eine exzellente

Auswahl an gesuchten und

gänzlich unbekannten Vinylraritäten

einen Namen gemacht hat. Es war daher nur konsequent, dass

Gerald Short vor knapp zehn Jahren das eigene Reissue Label

gründete. Jazzman Records kann mit seinen Sidekicks Funk 45

und Soul 7 auf mittlerweile weit über 100 Veröffentlichungen

zurückblicken. Eine Reihe, welche die Herzen aller Beat Digger

höher schlagen lässt und deren Besitz als Original jeden

an den Rand des finanziellen Ruins treiben würde. Auch das

italienische Label Recordkicks hat sich wie Jazzman Records

zu einer festen Grösse in der Szene entwickeln können. Für die

fünfte Folge aus der Compilation-Reihe „Let’s Boogaloo” gehen

beide nun erstmalig eine Zusammenarbeit ein. Jazzman

Gerald präsentiert uns hier 17 glänzende Diamanten zwischen

Deep Funk, Rare Soul, Juke Box Jams, Titty-Shakers und jazzigen

45s.

Schon das Intro vom All Nations Quartet bringt mich mit den

Breakbeats und dem Lo-fi Gospelfunk zum Kopfnicken. Floyd

Lawson & The Hearts of Stone erhöhen mit ihrer 1975er Version

von „K Gee“ das Tempo, Mountain Mocha Kilimanjaro

orgeln mit „Yellow Soul Force“ japanischen Rare Groove dazu

und Billy Larkin bringt in „Funky Fire“ den Blues. Die Portion

Soul gibt’s von Patrinell Staten, Royale VII und Ricardo Marrero.

Jazzman Gerald ist neben Pete Rock, Shadow, Keb Darge,

Florian Keller und Kenny Dope einer der derbsten Digger

weltweit. Freunde des gepflegten Funks gehen hier definitiv

ab - so groovy!

www.myspace.com/jazzmangerald

www.recordkicks.com

Die Firma: Das sechste Kapitel

(lacosamia)

Ihrem selbstgewählten Credo „Lyrics

über Beats repräsentieren Gut und

Böse“ bleibt die 1996 in Köln-Porz gegründete

Combe immer treu, so zieht

sich das Thema des musikalischen

Dualismus (Yin und Yang) durch alle

Alben der Band. Musikalisch begeistern mich die Jungs seit ihrem

ersten Album 1998 mit ihrem Antagonismus aus straighten

HipHop-Beats und Orchestralität. In Zeiten von mp3s und

herunterkomprimierten Klangerzeugnissen wirkt „Das sechste

Kapitel“ als aufwändig ausproduziertes Album wie eine

Befreiung. Eine akustische Soundschatzkiste, in der allein 20

Mann an der ersten Geige der Seele Flügel wachsen lassen. Mit

der ersten Single „Jetzt“ setzen die drei Kölner genau dort an,

wo sich das von Gangstern und Streetrappern dominierte Hip-

Hop-Deutschland derzeit nicht hintraut – bei der Fröhlichkeit,

Leichtigkeit und Ehrlichkeit. Mit Hilfe eines Arrangeurs und

eines 50-Mann-starken Sinfonie-Orchesters hat Die Firma auf

dem ganzen Album einmal mehr aus dem Vollen geschöpft

und so der Grösse ihrer Songs aus instrumenteller Sicht zum

ersten Mal in vollem Umfang Tribut gezollt. Fühl’ die „Stille“,

„Keiner weiß was kommt“, setz’ die „Sonnenbrille“ auf - die

Firma liefert erneut die Zeilen, die aus der depressiven Hip-

Hop-Lethargie wieder eine Bewegung machen können und

die Menschen zusammenbringen anstatt zu entzweien. Songs

wie „Traum“, „Spruchreif“, „Schwarzer Regen“, „Ich seh Dich

gehen“ und „Schlaf“ geben mir am meisten, während mich das

snaplastige „First Class“ und der bouncende „Elefant“ zum

Schmunzeln bringen. Ja, und der gute Curse ist auch dabei.

(Im) HipHop gibt (es) endlich wieder Hoffnung.

www.myspace.com/diefirma1

www.diefirma.de

Various Artists: Sky High 2

(transmitter)

Nachdem ich euch im letzten Monat

die Flashbacks-CD „If I Had My

Way - Blue & Lonely” näher gebracht

habe, möchte ich euch nun weitere 25

jazzige Reefer-Songs aus den Jahren

zwischen 1925 und 1945 ans Herz legen,

die direkten Bezug auf Marihuanagenuss nehmen. Erneut

hat DJ Double-R swingende Hanfklassiker aus den USA für

die Nachwelt kompiliert, Künstler wie The Cats & The Fiddle,

The Meltone Boys, Nat King Cole Trio, Richard Jones & his

Jazz Wizards, Mezz Mezzrow and his Swing Band, Cab Calloway,

Slim & Slam, Louis Armstrong & Orchestra machen aus

dem heimischen Wohnzimmer einen berauschenden Jazz-Keller

und sorgen für gute Laune, während zwischendurch natürlich

auch der Schmerz des Blues durchblitzt. Die ausführlichen

Liner Notes erzählen wieder interessante Hintergrundgeschichten

zum Leben der Musiker und Kiffer dieser Zeit. „Oft

reisten Musiker als Lockvögel für Wunderheiler in sogenannten

Medicine Shows, ein Job, den selbst Little Richard in den 50ern

noch ausübte (…) Die Bluesmusiker und Strassensänger aus

Memphis und New Orleans betrachteten die Medicine-Tours

als eine Art bezahlten Urlaub vom harten Stadtleben, andere

Kollegen waren froh, der Monotonie des Baumwollpflückens

entkommen zu können.“ Man erfährt Wissenswertes und nette

Anekdoten von HopHeads’ Klangpreziosen, vom Jive Smokin’

(„Jive hiess sowohl eine Insidersprache der Kiffer, wie auch

das Gras, das man rauchte, die Musik, die man hörte, der Tanz,

den man tanzte.“) und gebusteten und verfolgten Jazzkiffern.

Ein zeitgeschichtliches Dokument, was man gehört haben sollte

- frei nach Cleo Brown: „The stuff is here …“

www.gruenekraft.com

www.syntropia.de


#119 / 06.10 15

cooltour

festival RealBeat 2010

Das größte Reggae Open Air in Tschechien!

Sommerzeit ist bekanntlich Festivalzeit. Und an Festivals

wird einem in Deutschland ja einiges geboten.

Doch warum immer im eigenen Land bleiben?

In Tschechien feiert das RealBeat Festival dieses Jahr 12 jähriges

Jubiläum und ist somit das größte und älteste Reggae-

Festival des Landes. Es findet am ersten Juli-Wochenende, also

vom 1. - 3.7.2010, statt. Žizníkov (bei Česka Lípa) ist sehr nahe

an der deutsch-tschechischen Grenze, ca.100 km von Dresden

entfernt. Und auch in Tschechien wird einem einiges geboten.

Tschechien ist für seine gelassene Atmosphäre bekannt. Du

kannst in Ruhe deinen Spliff rauchen, günstiges Bier genießen,

ausgelassen feiern und tanzen und das alles für gerade mal 20

Euro.

Und auf die Ohren gibt’s noch mehr

Der Headliner des Festivals ist u.a. Toots & The Maytals. Die

Legende aus Jamaika gab mit seinem Hit „Do the Reggay!“ dem

ganzen Genre seinen Namen und ist laut der Zeitschrift Rol-

Toots - Foto: realbeat.cz

ling Stones einer der besten 100 Sänger der Geschichte. Toots

Hibbert erhielt den Grammy für das beste Reggae-Album des

Jahres. Mit seinen 63 Jahren zählt er zu den Veteranen des Musikgeschäfts

und doch ist ihm sein hohes Alter auf der Bühne

nicht anzumerken.

Alle Fans des Dancehalls aufgepasst: der zweite Headliner ist

dieses Jahr T.O.K. Das charmante Quartett tritt mit seiner Band,

der 303 Band, auf. Die jamaikanische Boygroup reißt mit ihren

Hits und Energie jeden mit, der Beine hat. Man muss einfach

tanzen.

01.07.

02.07.

03.07.

TOK - Foto: TOK

Das ist natürlich noch nicht alles! Aus England kommen General

Levy, Top Cat, Deadly Hunta und Mungo’s Hi-Fi mit

ihrem Soundsystem eingeflogen. Aus Venezuela kommt die

Skaband Sin Sospechas, der EU Reggae Contest Gewinner für

Dänemark Mystic MC mit seiner Band Budapest Riddim und

aus Deutschland U-cee & Royal Family.

Auch tschechische Bands sind zahlreich vertreten. Schon mal

was von Sto zvířat, Švihadlo, Fast Food Orchestra oder Mr.

Cocoman & Solid Vibez gehört? Dann wird’s aber Zeit!

Soviel zum Live-Programm. Die Live-Bühne ist aber nur eine

von 5 Bühnen! Dazu kommt noch ein Dancehall-Yard, Mungo’s

Hi-Fi Dubstation, eine Rootsreggae-Corner und eine Latino-

Stage, das heißt jede Menge Reggaeton.

Wenn jetzt auch noch die Sonne mitspielt, dann wird das

größte Reggae Open Air Festival in Tschechien zu einem unvergesslichen

Erlebnis.

Alle Informationen findest du auf ww.realbeat.cz


16

fun&action

Die Hanfberatung im HanfJournal

Erste Hilfe für Kiffer

kascha@hanfjournal.de

Kascha ist ab sofort per e-Mail zu erreichen. Also ran an die Tasten, dumme Fragen

gibt es nicht, nur blöde Antworten.

Kay (19) aus Ludwigshafen möchte wissen:

„Hi Kascha,

ich wollte mal fragen, ob es noch andere Sachen gibt als Tabak,

um Gras zu mischen? Mir geht es insbesondere um Haschisch,

weil ich mit dem Tabak rauchen aufgehört habe, aber

Haschisch nicht pur im Joint rauchen kann?“

Kascha antwortet:

„Hallo Kay,

da gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Welche letztendlich

für dich die beste ist, wirst du anhand von Geschmack,

Abbrenneigenschaften und Rauchfeeling selbst für dich feststellen

müssen. Zunächst gibt es ja noch andere Möglichkeiten

des Purkonsums als den Joint. Wer das Haschisch gerne

rauchen und nicht essen oder trinken möchte, kann man

zum Beispiel ganz einfach eine Purpfeife benutzen, da gibt es

eine riesige Auswahl an verschiedenen Größen und Modellen,

und diese Art des Haschisch-Rauchens ist wohl die effektivste.

Interessant wegen des doch manchmal etwas starken

Haschischrauchs sind vor allem Pfeifen mit irgendwelchen

Kühlmechanismen – Purpfeife rauchen muss heutzutage nicht

mehr Hustenanfall bedeuten.

Wem pur dann doch zu stark ist oder wer das Joint-Feeling

mit mehr Rauch haben möchte, der sollte insbesondere bei Haschisch

gut überlegen, welche Beimischungen sich am besten

eignen. Prinzipiell möglich sind z.B. Pfefferminze, Damiana,

Knaster oder andere Räuchermischungen oder sogar, das ist

dann recht stark, Gras (die so genannte Königsmische). Für

Haschisch wichtig ist, dass diese Beimischung nicht zu schnell

abbrennt. Gerade Pfefferminze oder Damiana, als Tee gekauft,

sind häufig schon eher ziemlich trocken. Pfefferminze hat auch

einen ziemlich auffälligen Eigengeschmack, der vor allem mit

schwarzem Haschisch vielleicht dann doch einen ziemlich herben

Rauch ergibt. Bei den verschiedenen Räuchermischungen

ist das Rauchverhalten meist schon etwas besser, das optimale

Abbrennverhalten kann man dann über die Größe und Breite

des Joints einstellen.“

Johann (18) aus München fragt:

„Hallo Kascha,

ich habe zur Zeit sehr merkwürdiges Gras. Es war sehr billig,

aber da sind viele Samen drin, die Blüten sind recht klein

und die Wirkung ist eher merkwürdig. Also das ist nicht so

wie sonst, sondern ich merke erst gar nicht viel, wenn ich viel

rauche, werde ich aber müde und bekomme ziemliche Kopfschmerzen.

Ist das eine schlechte Sorte oder ist damit irgendetwas

falsch, und kann ich das rauchen oder sollte ich

das eher nicht?“

Kascha antwortet:

„High Johann,

da gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder hast du da Nutzhanf

bekommen oder sehr schlechtes Homegrow. Beide

gemeinsam haben einen sehr niedrigen Anteil an Delta-9-

Tetrahydrocannabinol, kurz THC. Dieser Wirkstoff ist unter

den vielen Wirkstoffen im Gras derjenige, der für das

„High“ verantwortlich gemacht wird. Ist im Gras wenig

THC enthalten, enthält es dafür in der Regel umso mehr

Cannabidiol, kurz CBD.

Während das CBD medizinisch interessant ist, weil es unter

bestimmten Umständen gegen Krämpfe, Entzündungen und

Übelkeit eingesetzt werden kann, ist es bei Kiffern eher wenig

beliebt, weil es eben müde macht. Cannabidiol wandelt sich

in der Pflanze mit der Zeit in THC um, und das ist in deinem

Gras nicht ausreichend geschehen. Nutzhanf ist so gezüchtet,

dass sein THC-Gehalt winzig bleibt – dort solltest du also außer

der Müdigkeit bei größeren Mengen keine besondere Wirkung

spüren. Bei schlechtem Homegrow oder zu früh geerntetem

Gras hat sich entweder aus Zeitgründen oder aufgrund

schlechter Beleuchtung oder Nährstoffversorgung in der Pflanze

nicht genügend THC gebildet.

Wenn es dir Spaß macht, kannst du das natürlich rauchen. Da

dir der Effekt aber wie ich annehme nicht besonders zusagt,

würde ich dir empfehlen deine Lunge zu schonen. Du kannst

es dir auch beispielsweise als Beimischung aufheben, um für

Joints weniger Tabak nehmen zu müssen.“

Anna (22) aus Hamburg möchte wissen:

„Hallo Kascha,

ich habe letztens aus Versehen ein Tütchen mit Gras in der

Waschmaschine mitgewaschen. Leider war das

Tütchen nicht ganz wasserdicht, und das

Gras ist ziemlich feucht geworden.

Meinst du, das kann ich,

wenn ich es getrocknet

#119 / 06.10

habe, noch rauchen? Es riecht ein bisschen nach Waschmittel,

meinst du, ich kann das irgendwie noch abspülen?“

Kascha rät:

„Hallo Anna,

ich hoffe, es war nicht all zu viel, denn ich würde dir nicht

empfehlen das noch zu rauchen. Mit dem Wasser hat das Gras

sicher einiges an Waschmittel abbekommen. Du kannst zwar

versuchen es z.B. in einem Sieb zu spülen, auch davon würde

ich aber aus zwei Gründen abraten. Erstens kannst du dir nicht

sicher sein, so das Waschmittel restlos auszuspülen – und ich

würde jedenfalls nicht empfehlen, Waschmittel mitzurauchen.

Das schmeckt sicher unangenehm und ist ganz sicher nicht gesund.

Zweitens würdest du einiges an Pflanzenmaterial und

Harzdrüsen mit weg spülen, so dass das Gras, selbst wenn es

restlos sauber wäre, wahrscheinlich nicht mehr besonders gut

wäre – und du riskierst natürlich, wenn das Gras andauernd

durchnässt und wieder getrocknet wird, dass es früher oder

später anfängt zu schimmeln.

Leider fällt mir gar keine sinnvolle Verwendungsmöglichkeit

für seifiges Gras ein, so dass ich dir wohl hier nur raten

kann, es weg zu werfen. Wenn dir mal Gras einfach nur so

nass wird, kannst du es normalerweise einfach trocknen – das

geht auch mit Joints, die z.B. in den See fallen. Dabei sollte man

es nur möglichst zerkleinern und beispielsweise auf einer Zeitung

oder einem Blatt Papier ausbreiten, damit es möglichst

schnell und gleichmäßig trocknet. Von Tricks mit einem Ofen

oder ähnlichem würde ich aber abraten, da es dabei zu schnell

trocknet und an Qualität einbüßt.“

#119 / 06.10 17

fun&action

Habe ich schon erwähnt, dass ich das Wetter derzeit zum Kotzen finde. Es mag für das Wachstum der Pflanzen

vielleicht ganz gut sein, aber so ohne Sonne und Wärme draußen rumzuhängen, das geht eigentlich

gar nicht. Stuben hocken mag ja im Winter ganz schön sein, aber im Sommer sollte doch der Aufenthalt im

Freien größere Prioritäten einnehmen. Denn auch draußen locken Spiele. Nein, nicht Fußball, ich rede von

Live-Rollen-Spielen. Wer sich dafür interessiert, sollte mal einen Blick auf die Seite www.dilettanten.de werfen.

Mein favorisierter Larp-Veranstalter organisiert nämlich vom 25. bis 29. August in der Nähe von Kassel ein

Spiel zwischen Elfen und Orks. Und dass die sich nicht leiden können, weiß ja wohl jeder. Konflikte garantiert.

Natürlich treiben sich dazwischen auch Zwerge oder Menschen, Dunkelelfen und sogar Untote herum. Aber

zurück zu den Brettspielen. Für diese Ausgabe habe ich „Chaos in der Alten Wald“ und „Rise of Empires“ ausgesucht,

die beide wenig miteinander zu tun haben aber in meinen Augen zu den besten Spielen der letzten

Spielemesse in Essen gehören.

Kerstin Koch

Rise of Empires ...

Rise of Empires

Autor: Martin Wallace

Verlag: Phalanx

Spieler: 3-5

Alter: ab 12

Dauer: ca 3 Stunden

Preis: ca. 40 Euro

… kam auf Anhieb

bei all meinen Mitspielern

gut an. Dauer

des Spiels: Drei

Epochen à zwei Runden,

hört sich wenig

an, trotzdem ist es ein

fast abendfüllendes

Spiel. Wer zwei Partien

plant, braucht

anständig Sitzfleisch.

Vor allem, wenn Langüberlegermitspielen.

Wer am Ende die

meisten Siegpunkte hat, gewinnt. In jeder Runde machen die

Spieler sechs Aktionen, wobei ihnen folgende zur Verfügung

stehen:

Fortschrittsplättchen nehmen. Je nach Plättchen verbessert es

eine der anderen Aktionen oder erhöht die Nahrungseinnahmen

oder bringt zusätzliche Warensteine. Oder ...

Gebietsplättchen nehmen. Je nach Gebiet bringen diese Einkommen,

Spiel- oder Warensteine, Nahrungspunkte. Manche,

z.B. Berge, kosten reichlich Nahrung.

Stadtplättchen oder Weltwunder kaufen. Die bringen am

Ende jeder Runde Siegpunkte, kosten allerdings Geld, manchmal

auch noch Nahrung und Warensteine. Weltwunder kosten

nur einmal, bringen aber auch nur einmal Siegpunkte.

Imperiumsplättchen nehmen. Das berechtigt, Spielsteine in

Regionen auf dem Spielplan zu setzen. In jeder Epoche kommen

weitere Gebiete dazu. Außerdem kann mindestens ein

Kampf ausgetragen werden, indem Spielsteine entsprechend

der Vorgaben des Imperiumsplättchen entfernt werden. Wer

am Ende der Runde die meisten Spielsteine in einer Region

hat, bekommt Siegpunkte und abhängig vom Gebiet Nahrung,

Spielsteine, Warensteine oder Geld. Der Zweitplatzierte erhält

immerhin noch Siegpunkte.

Handel. Wer einen solchen eingeht, kann seine Warensteine

entweder in Siegpunkte oder Geld tauschen. Und Geld wird

für den Kauf von Städten und später auch lukrative Fortschritte

benötigt.

Reihum setzen die Spieler ihre Aktionsscheiben auf die entsprechenden

Leisten und machen sofort die Aktion. Sind alle

fertig, beginnt die Rückrunde. Sozusagen. Während sämtliche

ausliegenden Plättchen vom Spielplan entfernt werden, blei-

ben die Aktionsscheiben liegen, wo sie sind. Die neue Runde

beginnt. Wer dran ist, nimmt eine ausliegende Scheibe und

macht die entsprechende Aktion. Liegen gegnerische Scheiben

vor der eigenen, muss die Aktion bezahlt werden. Das heißt

auch, in der zweiten Runde machen die Spieler dieselben Aktionen

wie in der ersten. Am Ende jeder Runde gibt es Einkommen,

Nahrung, Spielsteine und kostenpflichtige Plättchen

müssen bezahlt werden. Am Ende jeder Epoche kommen weitere

Kosten für Stadtplättchen und Fortschritte dazu.

Soweit die Theorie, kommt die Praxis. Und da bleibt nicht

viel zu sagen, denn wie bei allen Spielen von Martin Wallace

gibt es nicht den einen Weg zum Ziel, stattdessen sind die Optionen

vielfältig, müssen nur gut aufeinander aufbauen. Aber

das ist ja auch Sinn und Zweck eines glückfreien, strategischen

Aufbauspiels. Hauptsache die Kasse stimmt, um sich alles,

was ordentlich Siegpunkte bringt, leisten zu können. Und die

Reihenfolge der Aktionen sollte gut gewählt sein. Genug Nahrung

schützt vor Minuspunkten. Und mal wieder muss ich

sagen, Planung ist alles. Deshalb dauert es ja bei den Nichtaus-dem-Bauch-heraus-Spielern

auch immer sehr lange, bis sie

ihre Züge durchdacht haben. Vor allem, weil sie ja für zwei

Runden vorausplanen müssen.

Super Spiel.

Chaos in der Alten Welt … … versetzt zwei bis

vier Mitspieler in die

Welt von Warhammer.

Genauer gesagt

in die Alte Welt, als

die Götter des Chaos

Khorne, der Blutgott,

Nurgle, der Fürst der

Pestilenz, Tzeentch,

der Wandler der

Wege und Slaneesh,

der Fürst der Lust

und des Schmerzes,

besonders heftig um

die Vorherrschaft

Chaos in der Alten Welt

Autor: Eric M. Lang

Verlag: Fantasy Flight Games, Heidelberger

Spieleverlag

Spieler: 2-4

Alter: ab 12

Dauer: ca. 90 Minuten

Preis: ca. 50 Euro

rungen. Und jede der Chaosmächte hat ihre eigenen ganz speziellen

Fähigkeiten, mit denen sie versucht, ihre Gegner auszustechen.

Das Spiel endet, sobald das Bedrohungsrad einer Macht auf

Sieg steht oder mindestens einer der vier Götter die 50 Sieg-

punktemarke erreicht hat oder fünf Regionen verheert, das

heißt, zerstört sind. Es gewinnt, außer im ersten Fall, die Macht

mit den meisten Siegpunkten. Alle verlieren, wenn kein Ziel

erreicht wurde und der Alte-Welt-Kartenstapel aufgebraucht

ist.

Eine Runde läuft immer wie folgt ab: Zuerst wird eine Alte-

Welt-Karte aufgedeckt und sofort ausgeführt. Anschließend

ziehen die Spieler zwei ihrer eigenen Chaoskarten. In der Beschwörungsphase

können sie reihum entweder eine ihrer Karten

auf eines der beiden Felder einer Region in der Alten Welt

spielen oder eine Figur, die es in drei Wertigkeitsstufen gibt, in

einer Region einsetzen. Kostet meist Machtpunkte und wenn

die aufgebraucht sind, endet der Zug. Es folgt die Kampfphase:

Region für Region wird abgewickelt und die Figuren geben

die Anzahl an Würfel vor. Vier, fünf, sechs sind Treffer, Sechsen

berechtigen zum Weiterwürfeln. Gegnerische Figuren können

nur besiegt werden, wenn die Anzahl an Treffern dem Verteidigungswert

entspricht. Tote Figuren werden aus der Region

entfernt. In der Verderbnisphase bekommt die Macht mit den

meisten Beherrschungspunkten in einem Gebiet Siegpunkte,

insofern diese höher als der Widerstandswert der Region sind.

Die Beherrschungspunkte ergeben sich aus der Anzahl eigener

Figuren plus die Machtpunkte auf den dort ausgespielten Chaoskarten.

Sind alle Siegpunkte vergeben, legen die Spieler pro

Kultist einen Verderbnismarker in die jeweilige Region. Sobald

irgendwo mindestens zwölf liegen, ist das Gebiet verheert und

jeder, der in der aktuellen Runde dort Verderbnismarker gelegt

hat, bekommt Siegpunkte, wie auf der Verheerungskarte

angegeben. Es folgt die Endphase. Alle Chaoskarten werden

vom Spielplan entfernt, sollten Heldenmarker in einer Region

liegen, verschwinden dort Spielfiguren und es gibt noch einmal

Siegpunkte für Regionen, die in der aktuellen Runde verheert

wurden und zwar für die beiden Mächte mit den meisten

Verderbnismarkern vor Ort. Jetzt dürfen die Spieler noch ihre

Bedrohungsräder weiter drehen, aber nur, wenn sie Marker

auf der Scheibe liegen haben, die sie machtspezifisch in jeder

Runde erhalten haben. Zum Beispiel erhält Khorne Marker für

getötete Gegner. Wer die meisten Marker hat, darf sogar zwei

Felder weiter drehen. Alle führen das dort Angegebene aus.

Manchmal bekommen die Mächte Siegpunkte, manchmal Karten,

die ihre Fähigkeiten verbessern und irgendwann winkt

der Sieg. Aber nur, wenn vorher nicht fünf Regionen verheert

sind oder ein Spieler die 50-Punkte-Marke überschreitet.

Auch bei diesem Spiel sind die Möglichkeiten zu gewinnen

vielfältig, wobei die Mächte schon unterschiedliche Vor- und

Nachteile haben. Aber alle versuchen zum Einen, den anderen

die Suppe zu versalzen, zum Anderen dabei, den eigenen Sieg

nicht aus den Augen zu verlieren.

Mir macht das Spiel Spaß, es dauert auch nicht allzu lange, so

dass einer zweiten oder dritten Partie nichts im Wege steht. So

sind die verschiedenen Spielweisen schnell gelernt.

Außerdem offfenbart das Spiel einen klitzekleinen Einblick

in die Welt von Warhammer. Wobei „Chaos in der Alten Welt“

nicht, aber auch rein gar nicht mit dem Table Top vergleichbar

ist. Am besten zu viert spielen und wie immer bei Fantasy

Flight Games ist das Spielmaterial klasse.


18

fun&action

Electro Gaming

Test & Text: mze

Square Enix schickt mit nier sein neuestes RPG-Steckenpferd

ins Rennen, das sich entscheidend vom alltäglichen

Rollenspiel-Einheitsbrei abzuheben versucht. Die Geschichte

um den namengebenden Titelhelden nier handelt von dem

Versuch eines liebenden Vaters, das Heilmittel für seine schwer

kranke Tochter zu finden. Diese ist von einer über das Land

wütenden Seuche, der „Black Scrawl“ befallen und wird während

der tragischen Geschichte immer häufiger von Schwächeanfällen

heimgesucht. nier macht sich daher auf, um das Land

zu bereisen und allen Hinweisen, die ihm seinem Ziel näher

bringen, zu folgen.

Während einer Notsituation findet er das sprechende Buch

„Weiss Grimoire“ und entschließt sich auf dessen Angebot

hin, dessen magische Fähigkeiten nutzbringend einzusetzen.

Dieser alte Schmöker verleiht euch die unterschiedlichsten

Zauberkräfte, die im Kampf unerlässlich werden und euch auf

euren ungewissen Abenteuern unterstützen. Indem sie fleissig

benutzt werden, entwickeln sich Magie- wie Kampfattribute

in rollenspieltypischer Manier weiter, und werden zusätzlich

durch extra Fähigkeiten aufgepimpt, die ihr in Form von Wörtern

auf der Reise findet und mit Angriffstechniken verbinden

könnt. Das Spiel selbst läuft aber eher wie ein typisches Action-

Hack´n Slay ab und fordert Tastenfinesse und ein aufmerksames

Auge im Kampf gegen die unterschiedlichen Lebewesen

wie unheimlichen Schattenwesen.

Grafisch wird dabei leider nicht unbedingt die erste Siebung

geboten, dafür entwickelt die Bauhaus-Grafik mit der Zeit einen

durchweg stimmigen Charme, der an zwei ganz große Spiele

der letzten Generation erinnert. Ein nicht zu verachtenden Teil

der famosen Stimmung wird durch die hochwertig produzierte

Musik beigetragen, die es der Grafik ähnlich macht und an diese

besonderen Titel erinnert, aber sich dennoch zu etwas ganz

Eigenständigem entwickelt.

Ruhige Akustik-Gitarren werden von niedlichen Mädchenstimmen

untermalt oder ein peitschendes Trommelgewitter

von sakralem Gesang. Neben den typischen Elementen des Erkundens,

Kämpfens und Kommunizieren wird in nier spielerische

Abwechslung geboten, die es in diesem Mix voher nicht

gab. Die Entwickler der Cavia Studios haben sich nicht von den

festen Pfaden des Genres führen lassen, sondern vermischten

so ziemlich jeden Aspekt, den ein Gamer in den letzten Jahrzehnten

erleben durfte.

So findet ihr euch desöfteren in 2D Passagen, in denen alte

Jump´n Run Künste wieder zum Leben erweckt werden, löst

ein paar Rätsel in alter Textadventure Manier oder steht inmitten

eines Spritegewitters, das aus modernen Bulletsprayern

der Shoot ´em up Fraktion stammen könnte. Da Weiss Grimoire

die nötige Magie parat hält, um diesen Gefahren gegenüber zu

treten, schießt ihr euch sodann in manchen Dungeons im Dauerfeuermodus

durch die Gänge.

Bossgegner vermischen alle Künste des Machbaren und fordern

mit Riesengröße oder Laserfeuerwerken dazu auf, Taktiken

zu entwickeln, die euren Heilkräuterbedarf oder den der

Status verbessernden Potions nicht zu harsch fordern.

Denn während ihr durch all die verschieden Genres katapultiert

werdet, bleibt nier allezeit ein Rollenspiel, das sich euren

Vorstellungen anpasst. Ihr entscheidet, welche Hilfsmittel ihr

für euer Überleben mit auf die Reise nehmt und wann ihr sie

nutzt. Ihr entscheidet, ob ihr Bewohnern helfen wollt oder ob

ihr es bleiben lasst. nier ist dabei fesselnd, umfangreich, dicht

und vor allem abwechslungsreich wie kaum ein anderes Action-Rpg

zuvor. Dass man die verschiedensten Genres in einer

derartigen Form verbinden kann und dennoch eine überzeugende

Konstante bietet, ist bisher selten versucht worden. Dass

Square Enix bei ihrem ersten Versuch ein solches Händchen

bewiesen, macht nier zu mehr als nur einem absoluten Ausnahmetitel.

Es ist eines dieser ganz besonderen Erlebnisse, an das man

sich nach Jahren noch erinnern wird.

(PS3:ASIN: B0039BSN92 / Xbox360:ASIN: B0039BY2KQ ) Usk 16 Circa 55€

#119 / 06.10

nier

A link to the past

Nier In-Game - Foto: Square Enix

#119 / 06.10 19

gss / news

Der Branchenführer

des Hanf Journals

Chillhouse.de Dresden

Alaunstr. 56, 01099 Dresden

Mo-Fr 12-20, Sa 12-18

THC Headshop

Alaunstr. 43

01099 Dresden

Crazy Headshop

Bahnhofsstr. 31a

01968 Senftenberg

Chillhouse.de Leipzig

Brühl 10-12, 04109 Leipzig

Mo-Fr 12-20, Sa 12-18

Headshop Metropol

Spitalstr. 32a

04860 Torgau

Shiva‘s Garden

Große Brunnenstraße 1

06114 Halle/Saale

LEGAL

Heinrichtstrasse 52

07545 Gera

Chillhouse.de Gera

Heinrichstr. 78, 07545 Gera

Mo-Fr 12-20, Sa 12-18

Chillhouse.de Jena

Löbdergraben 9, 07743 Jena

Mo-Fr 12-20, Sa 12-18

Werners Headshop Jena

Jenergasse 1a

07743 Jena

www.werners-head-shop.de

Chillhouse.de Zwickau

Peter-Breuer-Str. 29, 08056 Zwickau

Mo-Fr 12-20, Sa 12-18

Nature World

Wettinerstr. 28

08280 Aue

Chillhouse.de Chemnitz City

Brückenstr. 8, 09111 Chemnitz

Mo-Fr 12-20, Sa 12-18

Hemp Galaxy

Liebauerstr 2

10245 Berlin

Green Planet

Ebertystrasse 49

10249 Berlin

Flashback.de

Wolliner Strasse 51

10435 Berlin

Buschmann-Shop

Wönnichstr. 10, 10317 Berlin

Mo-Fr 11-21 Uhr, Sa 10-16 Uhr

030/51060761 S+U Bhf-Lichtenberg

Kayagrow.de

Schliemannstr. 26

10437 Berlin

Grow-in-Europe.de

Kaiserin-Augusta-Allee 29

10553 Berlin

Gras Grün

Oranienstr. 183

10999 Berlin

Greenlight-Shop.de

Industriestr. 4-9

12099 Berlin

Turn Systems

Albrechtstr. 125

12165 Berlin

Sun Seed Bank

Amsterdamerstr. 23

13347 Berlin

Blackmarket

Dortustr. 65

14467 Potsdam

0331-6256927

Udopea Hamburg

Schanzenstr.95

20357 Hamburg

amsterdam-headshop.com

Reeperbahn 155

20359 Hamburg

Shisha Shop Isis

Bremer Str.6

21233 Buchholz

Smoke-Temple.de

Salzstrasse 7

21335 Lüneburg

Ganja Shop Lüneburg

Am Berge 33

21335 Lüneburg

Headshop Grasweg

Infohotline: 040-69692727

22299 Hamburg

Fantasia Head&Growshop

Staulinie 16-17

26122 Oldenburg

Para Vision Headshop

Vaderkeborg 16

26789 Leer

lokal>direkt>effektiv

GROWFIX.DE|Growshop|Homegrow

Doventorsdeich 23

28195 Bremen

Groovy Headshop & Growshop

Kurze Geismarstr. 6

37073 Göttingen

Bloomtech Growshop+Versand

Königsstieg 94a

37081 Göttingen

https://ssl.bloomtech.de

L’Afrique

Böcklerstr. 10

38102 Braunschweig

Freakshop Smokey Headshop

Hochstr. 5 - 7

42853 Remscheid

Green Galaxy

Ringofenstr. 37

44287 Dortmund

Grow NRW

Königsheide 49

44536 Lünen-Brambauer

Progrow

Herner Straße 357

44807 Bochum

Freakshop

Friedrich Ebert Str.46

45468 Mühlheim / Ruhr

Ohrwurm-Recordstore.de

Bahnhofstr. 32

48431 Rheine

UnserLagerLaden.de

Gustavstr. 6-8

50937 Köln

Hanfzeichen

Bahnhofsstr. 89

55218 Ingelheim

KrinsKram

Goldene Ecke 8

58511 Lüdenscheid

GBK-Shop.de

Valve 40a

59348 Lüdinghausen

NEUTRAL Headshop

Fahrgasse 97

60311 Frankfurt

Subcity Grow-Head-Shishashop

Große Seestrasse 36

60486 Frankfurt

Bong-Headshop.de

Elisabethenstr. 21

60594 Frankfurt

Hanf Galerie

Großherzog-Friedrichstr. 6

66115 Saarbrücken

GANJA Grow & Headshop

Goethestr. 15a

67063 Ludwigshafen

Greensmile.de

Kämmererstr. 69

67547 Worms

New Asia Shop Mannheim

F1, 10

68159 Mannheim

Glasshouse

Kettengasse 13

69117 Heidelberg

Rauchbombe

Tübingerstr. 85

70178 Stuttgart

www.rauchbombe-stuttgart.de

Udopea-Stuttgart.de

Marienstr. 32

70178 Stuttgart

Ghouse.de

Glasshouse

Vordere Karlstr. 41

73033 Göppingen

Planet-Plant.de

Rollingerstr. 2

76646 Bruchsal

Highlight

Alte Lange Str. 2

77652 Offenburg

Storz-Bickel.com

Rote Strasse 1

78532 Tuttlingen

Green Ocean

Münsterplatz 32

89073 Ulm

Coffee Shop

Georgenstrasse 45

92224 Amberg

Smoukit Grashüpfer

Head & Growshop

Hauptstraße 69

97493 Bergrheinfeld

DU MÖCHTEST DEINEN

SHOP IN DEINER REGION

BEKANNTER MACHEN?

Damit die Konsumenten

Deiner Region auch Deinen

Shop finden, trage Dich in den

Branchenführer „Kauf Da!“ ab

250.- Euro im Jahr ein.

Infos unter:

Vertrieb@hanfjournal.de

D 01000 >> D 26100 >> D 97400 / L / NL / A / CH >>

G-SPOT ® High End Bongs

Head & Growshop

Dietenhaner Straße 11

97877 Wertheim - Urphar

Chillhouse.de Erfurt

Juri-Gagarin-Ring 96-98, 99084 Erfurt

Mo-Fr 12-20, Sa 12-18

Werners Headshop Erfurt

Marktstr. 15

99084 Erfurt

www.werners-head-shop.de

Sound0911.de

Herrenstraße 12

99947 Bad Langensalza

LUXEMBOURG

Placebo Headshop

41 Avenue de la Gare

16 11 Luxemburg

NIEDERLANDE

www.kronkel.nl

Vlaamsegas 26/36

6511 HR Nijmegen

ÖSTERREICH

Blumen per Lumen

Neustift Ecke Ziglergasse 88-90

01070 Wien

House of Reggae

Erzherzog Karl Str. 14

01220 Wien

Green Dreams

Braitnerstrasse 129a

2500 Baden

HUG´s

Wienerstrasse 115 1.2

02700 Wiener Neustadt

Flower Power

Rathausplatz 15

03100 St Pölten

Viva Sativa

HempFashionHeadshop

Goethestr. 6a

04020 Linz

Viva Sativa

HempFashionHeadshop

Stadtplatz 28

04600 Wels

PuffandStuff.at

Müllner Hauptstraße 12

05020 Salzburg

Cosmic5.at

Hubert Sattler Gasse 8

05020 Salzburg

Hanfin.com

St. Julienstr. 8

05020 Salzburg

Tiroler Hanfhaus

Wilhelm-Greil-Strasse 1

06020 Innsbruck

www.Miraculix.co.at

Maurachgasse 1

06900 Bregenz

www.smoky-shop.at

Dornburggasse 85

07400 Oberwart

Hanf im Glück

Münzgrabenstr. 5

08010 Graz

Cannapot.at.tc

Kirchberg 113

08591 Maria Lankowitz

SCHWEIZ

Fourtwenty Growcenter

Dorngasse 10c (Hintereingang)

03007 Bern

Tel: +41 31 311 40 18

Fourtwenty.ch

Kramgasse 3

03011 Bern

Tel: +41 31 311 40 18

Growbox.ch

Growbox.eu

Altelsweg 9

03661 Uetendorf

BREAKshop / breakshop.ch

Brühlgasse 35/37, 09000 St.Gallen

Mo-Fr 10.30-18.30 , Sa 10-17 Uhr

Tel: +41 712208848

HOLOS GmbH / holos.ch

Samstagernstr. 105, 8832 Wollerau

Mo-Fr 10-18 Uhr, Sa 11-17 Uhr

Tel +41 447861419, Fax +41 447862512

WAAAS?!

Dein Shop nicht dabei?

Bestellformular unter

hanfjournal.de/kaufda.pdf

MITGLIED BEIM DHV

SPONSOR BEIM DHV

Grün ist gleich Gefahr! Trifft man den Schädling „Policia Vulgaris“ in freier Wildbahn

ist Vorsicht geboten. Oft tritt sie in großen Gruppen und brutal schnell auf. Zum Beispiel

bei einer Razzia. Da hilft nur noch, sofort alles zu schlucken, was nicht bei drei auf den

Bäumen ist. Sollte die Razzia in einer Discothek stattfinden, lohnt es sich hingegen, über den

Boden zu kriechen, alles aufzusammeln und zu versuchen im allgemeinen Gewusel zwischen

den Beinen der Bullen hindurchzuflutschen und sich einen schönen Abend zu machen. Wenn

einen die Polizei verfolgt, lässt sich das eigene Nummernschild per Vollbremsung unkenntlich

machen. Bei einer Wohnungsdurchsuchung rennt man am besten panisch durch den

Raum, schnallt sich ein Blaulicht auf den Kopf und schreit „Tatü-Tata“. Bei Wohnungsdurchsuchungen

sollte man auch darauf achten, sämtliche Rundfunkempfänger zu schlucken, sonst

drohen GEZ-Nachzahlungen. Da das Aussageverweigerungsrecht auf all den Drogen, die ihr

euch kurz vor der Hausdurchsuchung in der Panik noch eingeworfen habt, nicht unbedingt

wahrgenommen werden kann, empfiehlt es sich, einen Knebel im Haus zu haben, bzw. die

Faust in den Mund zu stecken. In Situationen, in denen mehrere Leute in Bedrängnis kommen

könnten, lohnt sich oft ein eilig in den Raum geworfenes: „Ich versteigere die Aussage!“.

Überwachung

Bullen, Wanzen und staatlich autorisierte Viren, ein ganzer Zoo verfolgt uns da. Im Vorbeilaufen

wird per RFID dein Perso gescannt und auf dem Handheld des Interessierten erscheinen

sofort sämtliche Vorstrafen, Jugendsünden und ein Foto von dir in nackt mit einem

dämlichen Hut auf. Da hilft nur eine Abhörsicherung wie ein riesiges Federkissen, in dem

man sein Handy immer durch die Gegend schleppt. Auch nützlich, falls einem mal langweilig

oder man sehr stoned ist. Wenn es dennoch zur Konfrontation mit dem Angstgegner in

der adretten Uniform kommt, zählt primär Selbstbeherrschung. Angstschweiss und ähnliche

Ausscheidungen können in Körperhöhlen Verstecktes zu Tage treiben. Und wenn dann der

Herr Wachtmeister sich erst einmal intensiv mit deinem Kot beschäftigen durfte, kann man

sich sicher sein, dass er danach sauer genug ist, um einem etwas anzuhängen. Also gut aufpassen,

denn wenn der Freund und Helfer statt alten Frauen über die Strasse, einem mal

wieder ins Auto hilft, ist es ja meist auch schon zu spät.

Das Gefängnis

Die Nachteile eines Aufenthalts im Gefängnis werden allerdings zumeist überschätzt. Eigentlich

ist es doch paradiesisch: Man hat einen festen Wohnsitz, ohne Miete zu zahlen, bekommt

regelmäßig zu essen ohne abspülen zu müssen und die Drogen werden bis direkt in

die Zelle geliefert. Falls es doch mal zuviel wird, kann man ja immer noch aus dem Gefängnis

ausbrechen. Neben den altbewährten Methoden: Auf viel LSD über die Mauer fliegen, auf

viel Kokain einfach hindurchrennen oder sie auf viel THC einfach ignorieren, gibt es noch

weitere interessante Möglichkeiten des kinderleichten Vollzugsbeamtennepps. Zum Beispiel:

Sich von der Mutter eine Feile in einen Kuchen einbacken lassen, damit einen Wärter anal befriedigen,

ihn sogar sexuell abhängig machen, damit er bereit ist, deine Mutter zu überzeugen

eine neue Feile in einen Kuchen einzubacken, mit der du dann die Gitterstäbe durchfeilen

kannst.

Eure grossstadtsurvivor

NZ - Neuseeland startet seine eigene „Aktion Sativa“

Growshops landesweit durchsucht und geschlossen

In Neuseeland wurden die größte Growshopkette sowie einige kleine, so genannte Hydro-

Shops, wegen angeblicher Unterstützung des Cannabisanbaus und Handels geschlossen.

16 Läden dicht, 250 Leute festgenommen und ein wenig Weed gefunden. Erinnert stark an

die „Aktion Sativa“ der Aachener Staatsanwaltschaft, auch in Neuseeland hat die Polizei

jahrelang kleine Grower ausgespäht, um dann landesweit und gnadenlos zuzuschlagen.

Einige Personen werden, ähnlich wie damals in Aachen, lediglich aufgrund des Besitzes

von Gartenzubehör angeklagt. Die Polizei spricht wieder mal von einem Schlag gegen die

professionelle Cannabis Szene.

Gerade die Profis interessiert es aber herzlich wenig, ob der Growshop um die Ecke dicht ist

oder nicht, die kaufen im Baumarkt, Internet oder Elektrogroßhandel oder.... ein.

Michael Appleby von der „Legalise Cannabis Party“ hingegen meint: „Als nächstes werden

sie unsere Bücher verbrennen. Hat man Cannabis-Literatur im Bücherschrank, sollte man

aufpassen, wenn es an der Tür klopft.“

In Neuseeland haben über 52 Prozent der Erwachsenen schon mindestens einmal Cannabis

probiert, Hanf ist dort ähnlich beliebt wie in Kalifornien. Bislang galt Neuseeland als

ungefährlich für kleine Grower, das scheint sich zu ändern.

B - „Trek uw plant“ erntet legales Gras

Erfolg im dritten Anlauf

Zweimal wurde ihnen trotz eindeutiger Gesetzeslage ein Strich durch die Rechnung seitens

der Polizei gemacht, jedes Mal wurden die Mitglieder von „Trek uw plant“ draufhin freigesprochen.

Im dritten Anlauf durften die Mitglieder des ersten legalen Cannabis Clubs endlich

ihre erste Pflanzen ernten. Joep Omen, Mitglied des Vereins sowie Sprecher von encod,

spricht von einem wichtigen Schritt für alle belgischen Cannabisnutzer.

Während des Global Marihuana Marches, der in Antwerpen sowie auch in über 300 anderen

Städten auf dieser Welt am 8. Mai 2010 stattfand, kündigte Trekt Uw Plant sein Programm für

dieses Jahr an. Natürlich kann jedes Mitglied jetzt seine oder ihre Pflanze reservieren, solange

sie/er, in Belgien lebt, Cannabis konsumiert und nicht mehr minderjährig ist.

Zu dieser Nachricht gibt einen schönen Film auf hanfjournal.de


20

news

„Maximilian Plenert, Jahrgang 1982, ist freier Mitarbeiter beim Deutschen Hanfverband und Beisitzer im Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND. Er beschäftigt sich seit 10 Jahren

intensiv mit dem Thema Drogenpolitik, ist Sprecher des Bundesnetzwerk Drogenpolitik bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und hat das Konzept des Drogenfachgeschäftes als Modell für

eine alternative Drogenpolitik entwickelt. Im folgenden Artikel beleuchtet er einen oft vernachlässigten Aspekt des weltweiten „War On Drugs“.

Rassismus in der Drogenpolitik

Die Geschichte und Gegenwart der Drogenpolitik ist geprägt

von Rassismus. Seit dem Beginn der modernen

Drogenpolitik vor etwas mehr als 100 Jahren wurde der Drogenkonsum

der „Anderen“ immer wieder dämonisiert. Im

Namen des moralischen und gesundheitlichen Schutzes der

weißen Mehrheitsgesellschaft vor dem verderblichen Einfluss

dieser Drogen werden bis heute diskriminierende und menschenverachtende

Repressionsmaßnahmen gerechtfertigt.

Das erste in der Moderne erlassene Gesetz gegen den Opiumkonsum

wurde am 15.November 1875 vom Verwaltungsrat von

San Francisco beschlossen. Es war eines von mehreren rassistischen

Gesetzen, welche die Kultur und Lebensbedingungen der

ansässigen Chinesen einschränkte. Die chinesischen Einwanderer

waren zur Zeit des Baus der transkontinentalen Eisenbahnstrecke

als duldsame und billige Arbeitskräfte geschätzt,

ihr Opiumkonsum wurde nicht nur geduldet, sie sind teilweise

sogar direkt mit Opium bezahlt worden. Nach dem Bau der

Eisenbahnstrecke siedelten sich zehntausende Chinesen im

Großraum San Francisco an und wurden dort schnell Opfer

rassistischer Anfeindungen. So wurden aus den genügsamen

Arbeitskräften Lohndrücker und eine Gefahr für die amerikanische

Wirtschaft. Die Sitte des Opiumrauchens wurde Teil des

rassistischen Bildes von der gelben Gefahr, die für alle Arten

von Verbrechen und sonstigem unerwünschtem Verhalten verantwortlich

gemacht wurde. Die politischen Reaktionen auf

die „Chinesenfrage“ waren im Bereich Drogenpolitik höchst

selektive Gesetze, welche das chinesische Opiumrauchen stigmatisierte

und kriminalisierte, den oralen Opiumkonsum der

Weißen jedoch kaum tangierten.

Welchen weitreichenden Einfluss der Rassismus auf die frühe

Drogenpolitik hat, wird durch die zweite internationale Opium-

Konferenz 1925 in Genf deutlich. Auf dieser Konferenz wurden

die ersten weltweiten Kontrollmaßnahmen, unter anderem für

Cannabis, eingeführt, welche die Grundlage für das 1961 beschlossene

und bis heute gültige Einheitsabkommen über die

Betäubungsmittel bilden. Die Initiative Cannabis neben Heroin

und Kokain in das internationale Abkommen aufzunehmen

ging von den Vertretern Südafrikas, Ägyptens und der Türkei

aus. Die weiße Minderheitenregierung Südafrikas wollte mit

Cannabis die Droge der schwarzen Bevölkerungsmehrheit und

dem damit verbundenen Dagga-Kult, illegalisieren. Soziale

oder gesundheitliche Probleme im Zusammenhang mit Cannabis

waren damals kaum bekannt, einzig Portugal vermeldete,

in seiner Kolonie Angola seien Fälle von „schwarzer Aufsässigkeit

nach Hanfgenuss“ vorgekommen. Dennoch wurde der

Antrag durchgewinkt, wohl als Zeichen guten Willens gegenüber

den Antragsstellern und weitgehendem ökonomischem

sowie politischem Desinteresse.

Die Kampagnen gegen Cannabis und Kokain in den USA

in den 20er und 30ern waren ebenfalls Teil einer rassistischen

Hetze, in diesem Fall gegen Mexikaner und Afroamerikaner.

Die Mexikaner nahmen laut der Boulevardpresse den aufrichtigen

weißen Amerikanern die Arbeitsplätze

weg, waren für allerlei

Kriminalität verantwortlich und

die farbigen Jazz-Musiker rauchten

nicht etwa das gut bekannte Hanf,

es war das fremde Marijuana, das

sie auf abwegige Ideen brachte, so

zum Beispiel dass sie „ebenso gute

Menschen seien wie die Weißen“.

Der Ausspruch „Reefer makes darkies

think they‘re as good as white

men.“ wird Harry J. Anslinger, dem

damaligen Vorsitzender des Federal

Bureau of Narcotics (FBN) und einer

der schärfsten Befürworter einer

Cannabis-Prohibition, zugeschrie-

H. J. Anslinger - Foto: Archiv

ben.

In Deutschland wurde wenig später gegen den tabakhandelnden

Juden gehetzt, woraus nach 1945 das Konstrukt des ausländischen

Drogendealers als Sinnbild des Bösen entwuchs. Ebenso

wenig wie sich das Personal von RKA im Wandel zum BKA

oder anderen Ministerien änderte, wandelte sich die Drogenpolitik

und so erfolgte die Geburt der deutschen Drogenpolitik

aus dem Geist der Rassenhygiene. Dieser Rassismus besteht bis

heute weiter, sowohl in Deutschland als auch den USA. Paranoide

Konstrukte, wie das des dämonischen Drogendealers, der

Schulhöfe bevölkert und mit Heroin versetztes Haschisch an

wehrlose Jugendliche verschenkt, um sie zu willenlosen Süchtigen

zu machen, und ansonsten auch eine allgegenwärtigen

Gefahr für den anständige Bürger darstellt, wurden bis heute

#119 / 06.10

1

von Max Plenert

nicht durch die nüchterne Realität dekonstruiert, sondern immer

weiter von Konservativen aller Couleur befeuert.

Der tödliche – und politisch bis weit in die Mitte der Gesellschaft

gewollte – rassistische Grundtenor unserer Drogenpolitik

lässt Deutschland auch nicht einmal vor dem Brechmitteleinsatz

zurückschrecken. Dessen Anwendung – fast alle Betroffenen

waren dunkelhäutig – ist, wie die allgemeine Verfolgungspraxis

bei angeblichen Drogendealern, von Rassismus geprägt. Er

wurde trotz mehrerer Todesfälle lange Zeit rechtsstaatlich geduldet

und die Drogenpolitik griff dabei auf ein Mittel zurück,

das vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte als

Folter bezeichnet wird und, liest man die Protokolle der damit

zusammenhängen Todesfälle, den Humanismus eines unprofessionell

durchgeführten „water boarding“ besitzt.

Besonders beschämend war die Einführung des Brechmitteleinsatzes

in Hamburg durch die rot-grüne Koalition im Juli

2001. Dieser erfolglose Versuch im Wahlkampf der Law-and-

Order Politik von CDU und dem erstmalig antretenden „Richter

Gnadenlos“ Roland Schill etwas entgegenzusetzen war

nicht nur für die GAL ein menschenrechtlicher und drogenpolitischer

Sündenfall. Die Hamburger SPD war unter dem Ersten

Bürgermeister Hennig Voscherau einer der Vorreiter einer

humanen Drogenpolitik gewesen. Voscherau brachte bereits

1990 den Vorschlag Heroin zur Behandlung von Abhängigen

einzusetzen – 3 Jahre nachdem Methadon überhaupt wieder

eingesetzt wurde und 20 Jahre bevor die Abgabe von Heroin

an Abhängige als Behandlungsmöglichkeit ermöglicht wurde.

Diese „fatale Fehlentscheidung“, wie die GAL-Innenpolitikerin

Antje Möller die Entscheidung im Nachhinein bezeichnete,

macht deutlich wie weit selbst progressive Kräfte in der allgemeine

Drogenhysterie bereit sind zu gehen.

In den USA gelten bis heute Drogengesetze, die den Umgang

mit primär von Afroamerikanern konsumiertem Crack – welches

schlicht eine rauchbare Form von Kokain darstellt – um

den Faktor 100 härter bestrafen als die gleiche Menge Kokain,

der Droge des weißen Mittelstandes.

Auch für die Droge Cannabis gilt: Die Weißen kiffen, aber die

Schwarzen werden verhaftet. Darüber im nächsten Artikel dieser

Reihe...

#119 / 06.10 21

news

nachhilfe in Rauschkunde

für CDu-Politiker

Wer in Bayern oder Brandenburg mit 15 Gramm Haschisch

oder Gras (Marihuana) erwischt wird, der landet vor

Gericht. In Berlin sollen Kiffer wie bisher auch in Zukunft in

aller Regel straffrei davonkommen, wenn sie nur eine geringe

Menge Cannabiskraut oder Cannabisharz auf Tasche haben.

Bisher galt eine Grenze von zehn Gramm, bis 15 Gramm war es

eine juristische Ermessensentscheidung. Die Hauptstadt plant

nun gemäß Auskunft der Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher

(Die Linke) eine neue Verwaltungsvorschrift, nach der

das Mitführen von Haschisch und Marihuana bis 15 Gramm

nicht bestraft wird. Die tolerante Drogenpolitik Berlins sei „erfolgreich“,

betonte Lompscher. Der Konsum von Cannabis sei

bei 15- bis 16-jährigen Schülern von 14 Prozent im Jahr 2003 auf

7,5 Prozent im Jahr 2007 gesunken. Das sei ein „klarer Beleg“

dafür, dass verstärkte Aufklärung zum Erfolg führe.

Gemäß eines Artikels in dem Boulevardblatt „BZ“ vom 15.

Mai 2010 lehnt der Sicherheitsexperte Peter Trapp (62) von der

CDU die neue Verordnung ab: „Die Konzentration mit halluzinogenen

Stoffen hat sich erheblich erhöht, so dass man heute aus 15

Gramm schon viel mehr Rauschgiftportionen erzeugen kann als früher.“

In der „BZ“ vom 16. Mai 2010 legte Trapp noch einmal

nach: „Es ist jedenfalls falsch, bei Cannabis und Alkohol mit zweierlei

Maß zu messen. Wer den Koma-Suff bekämpft, könne beim Kiffen

nicht wegsehen. Vor allem, weil die Wirkstoffe immer konzentrierter

werden.“ Demgegenüber stellt die Deutsche Beobachtungsstelle

für Drogen und Drogensucht (DBDD) in ihrem „Bericht 2009

des nationalen REITOX-Knotenpunkts an die EBDD“ auf S. 158

fest: „Die Blütenstände hatten 2008 einen Wirkstoffgehalt von 10,5%

(2007: 10,0%), das Cannabiskraut einen von 2,0% (2007: 2,4%). In

die Berechnung des Wirkstoffgehalts von Marihuana fließen die Werte

von Cannabiskraut und Blütenständen im Verhältnis zur jeweiligen

Anzahl der Proben ein. Von 2004 (10,8%) bis 2007 (7,4%) sank der

mittlere THC-Gehalt im Marihuana kontinuierlich. Zwischen 2007

und 2008 gab es allerdings keine Veränderung. Nachdem sich der

mittlere THC-Gehalt im Haschisch von 2005 (8,4%) nach 2006 stark

verringerte und mit 6,7% den niedrigsten Wert der letzten zehn Jahre

Die Grüne Hilfe

unsere Redaktion erhält viele Anrufe, e-mails und Briefe

von Hilfe suchenden Opfern der Prohibition. Natürlich

helfen wir, so weit wir können, gerne weiter, oft verweisen wir

diese Menschen dann an die „Grüne Hilfe“ e.V. Der Verein

betreut mit kurzer Unterbrechung seit fast 40 Jahren Hanfgefangene,

unterstützt, berät und hilft den kriminalisierten Konsumenten

und eingesperrten Hanf-Fachverkäufern wo immer

es nur geht. Wir haben den Pressesprecher der „Grünen Hilfe

e.V.“, Joachim Biermanski, gebeten, unseren Lesern die „Grüne

Hilfe“ einmal kurz vorzustellen:

Ursprünglich in

den 70er Jahren

von Werner Pieper

(Verlag „Der

Grüne Zweig“)

gegründet, war

die Grüne Hilfe

in den 80er

Jahren zunächst

„eingeschlafen“.

1994 aber wurde

die Grüne Hilfe

(GH) unter der

Federführung von Christiane Eisele als Informations- und Kontaktbörse

zu den Themen Cannabis und Recht, Cannabis als

Medizin und Gefangenenbetreuung reaktiviert. Die GH fordert

die Wiederfreigabe / Legalisierung von Cannabis sowie

die Entkriminalisierung aller DrogenkonsumentInnen!

Im Februar 2000 wurde die GH dann als „Grüne Hilfe-Netzwerk

e.V.“ ins Vereinsregister Wittlich eingetragen und erhielt

unter den Trierer Hanf-Aktivisten Eva, René und Ralf Gorig die

Gemeinnützigkeit zur „Minderung der gesellschaftlichen Auswirkungen

der Drogenproblematik“. Hier engagiert sich die

GH insbesondere für Prävention, Aufklärung und Resozialisierung.

Aktive Öffentlichkeitsarbeit leistet die GH unter anderem

mit Infoständen, der Vermittlung von ReferentInnen zum Thema

Drogen(-politik) und Beteiligung an Demonstrationen, wie

der Hanfparade in Berlin, dem „global marijuana march“ oder

dem „Gedenktag für Drogenopfer“,…

Die GH führt

• eine deutschlandweite Liste von AnwältInnen mit BtmG

und/oder Verwaltungsrechterfahrung (Führerscheinproblematik),

von denen sich Betroffene in ihrer Nähe vertreten

lassen können

• betreut kriminalisierte HanffreundInnen

• kümmert sich um Hanf-Gefangene und deren Probleme

• hilft beim Schriftwechsel mit den Behörden

erreichte, stieg er in den letzten beiden Jahren wieder leicht an und lag

2008 bei 7,2%. Im Vergleich mit den Angaben von 1997 zeigen sich

insgesamt nur geringe Veränderungen, wobei der Wirkstoffgehalt des

Cannabisharzes leicht gefallen, der des Marihuanas leicht gestiegen

ist.“ Die Behauptung von Peter Trapp ist offenbar falsch. Peinlich

für einen ehemaligen Kriminalbeamten und derzeitigen

Sicherheitsexperten. Mit einer solchen falschen Angabe diskreditiert

Trapp sowohl den Ruf der Polizei wie auch den Ruf der

CDU.

Peter Trapp wurde 1968 Polizeibeamter, seit 1971 arbeitete er

bei der Kriminalpolizei in Berlin. Seit 1989 war er zudem als

Personalrat bei der Direktion 2 und seit 1997 Vorsitzender des

Gesamtpersonalrats bei der Berliner Polizei tätig. Im Oktober

1999 ging er in den Ruhestand und sitzt seit November 1999 für

die CDU als Mitglied im Abgeordnetenhaus von Berlin.

Auch der CDU-Gesundheitspolitiker Mario Czaja ist der Auffassung,

dass man mit dem Mythos „hoher Wirkstoffgehalt“

eine gute Figur macht. So zitiert ihn der Tagesspiel vom 17. Mai

2010 im Artikel „Lompscher verärgert die SPD“ mit den Worten:

„14-Jährige verkauften Cannabisprodukte mit hohem Wirkstoffgehalt

an 12-Jährige, 16-Jährige belieferten 14-Jährige, so der CDU-Politiker

– und diese Entwicklung wolle die Gesundheitssenatorin offenbar

fördern, wenn sie die Berliner Richtlinie zu Cannabis verlängere.“

Mario Czaja ist Mitglied im Abgeordnetenhaus von Berlin und

dort Mitglied in den Ausschüssen für Gesundheit, Umwelt und

Verbraucherschutz sowie Stadtentwicklung. Zugleich ist er der

gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus

und stellvertretender Vorsitzender seiner Fraktion.

Wie Spiegel Online am 15. Februar 2006 berichtete, hatte Mario

Czaja sich im Handbuch des Abgeordnetenhauses von Berlin

als „Diplom-Ökonom“ ausgegeben, ein Abschluss, den er sich

durch ein postgraduales Studium der Wirtschaftswissenschaften

2002/2005 an der sogenannten Freien Universität Teufen/St.

Gallen erworben haben wollte. Abschlüsse dieser Institution

werden in Deutschland allerdings nicht als akademische Titel

Aktiv als bundesweites Cannabis-netzwerk

• erstellt Infoblätter zur Drogenproblematik (z.B. Cannabis

und Führerschein)

und ist auf politischer Ebene aktiv.

Organisatorisch wird die GH derzeit koordiniert von den Vorstandsmitgliedern

Thomas Schneider (Arnstadt), Jost Lessmann

(Göttingen) und Martin Rediker (Kassenwart/ Lippstadt), sowie

Jo Biermanski (Alsfeld) als Pressesprecher ohne Vorstandsaufgaben.

Strukturell setzt sich die GH derzeit aus 9 Regionalbüros

zusammen. In den Bundesländern Baden-Württemberg,

Bayern, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern,

Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein werden

derzeit Hanf-AktivistInnen zum Aufbau von entsprechenden

ehrenamtlichen Regionalbüros gesucht. Interessierte werden

gebeten, sich mit dem Vorsitzenden Thomas Schneider (info@

gruene-hilfe.de) in Verbindung zu setzen.

Diese Informations-, Kontakt- und Betreuungsarbeit kostet

neben einer Menge Arbeit und Zeit auch viel Geld. Da die GH

sich ausschließlich über Spenden finanziert, ist sie auf entsprechende

Unterstützung dringend angewiesen. Solltet ihr also

mal ein paar Euros entbehren können, spendet sie doch für einen

guten Zweck:

Spendenkonto:

Grüne Hilfe Netzwerk,

Postbank Frankfurt,

Kto.-Nr.: 91570-602,.

BLZ: 500 100 60

(auf Wunsch kann eine abzugsfähige Spendenquittung ausgestellt

werden)

Mehr zum Thema: www.gruene-hilfe.de

anerkannt. Die Freie Universität Teufen gilt als eine Institution,

die akademische Abschlüsse nicht für eine entsprechende

Leistung, sondern gegen Bezahlung verleiht (sog. Titelmühle).

Entsprechend ist sie auch in der Schweiz nicht als Hochschule

anerkannt, hat kein Promotionsrecht und darf keine Grade vergeben.

Das Bekanntwerden dieser Tatsache veranlasste Czaja

dazu, sich aus dem Ausschuss für Wissenschaft und Forschung

zurückzuziehen, in dem er zuvor Mitglied gewesen war. (Quelle:

Artikel Mario Czaja in der Wikipedia)

Die Geschichte vom „immer höheren Wirkstoffgehalt“ ist genauso

irreführend wie die Mär der „immer jünger werdenden Drogenkonsumenten“.

Diese oft zu lesende Behauptung hatte schon vor

40 Jahren die Gesundheitsministerin Käte Stobl (SPD) verkündet.

Gemäß polizeilichem Hellfeld lag damals (1971) der Anteil

der Jugendlichen (unter 18 Jahren) aller ertappten Menschen

bei einem Rauschgiftvergehen (so nannte man seinerzeit die

Verstöße gegen das BtMG) bei 29,4%, derzeit liegt dieser Anteil

deutlich unter 10%. Auch die Mär, dass „eine leichtere Verfügbarkeit

zu einer höheren Zahl von Konsumenten führe“ ist eine Irreführung,

da in den Niederlanden, wo Haschisch und Marihuana

in Coffeeshops erhältlich ist, deutlich weniger Jugendliche und

Heranwachsende kiffen als in Deutschland, Österreich oder in

der Schweiz.

Am Samstag, 7. August 2010, wird es auf Berlins Straßen und

Plätzen öffentlichen Nachhilfeunterricht in Sachen Rauschkunde

geben. Dann wird nämlich die Hanfparade vom Alexanderplatz

zum Brandenburger Tor ziehen. Bei dieser Gelegenheit

können sich nicht nur CDU-Politiker, sondern alle interessierte

Menschen zum Nulltarif in Sachen Rauschkunde schlau machen.

Fachkundige Redner werden den ominösen Mythen harte

Fakten gegenüberstellen und somit einen Beitrag zu einem

besseren Bildungsniveau in der Hauptstadt leisten.

Hanfparade: www.hanfparade.de

von Hans Cousto

Die Grüne Hilfe in deiner Nähe:

• Bundesverband:

c/o Thomas Schneider

Zimmerstr. 6 | 99310 Arnstadt

Fon: 03628- 660 690

• Berlin

info@gruene-hilfe.de

c/o Hanfmuseum

Mühlendamm 5 | 10178 Berlin | Fon: 030-24 24 827

berlin@gruene-hilfe.de | www.gruene-hilfe.de

• Hamburg

c/o Markus Böttner

Fon: 0151- 15 25 14 25, (MO- FR 14- 22 Uhr)

• Hessen

Untere Fuldergasse 12 | 36304 Alsfeld

Fon: 06631- 708 224, (MO+DO 14-17 Uhr)

hessen@gruene-hilfe.de | presse@gruene-hilfe.de | gekifft.

de

• Niedersachsen

c/o Bloomtech

Königsstieg 94a | 37081 Göttingen

Fon: 0171- 196 19 54 | niedersachsen@gruene-hilfe.de

• NRW/Lippstadt

c/o Martin Rediker

Elisabethstr. 5 | 59555 Lippstadt

Fon: 02941-02941- 59409, (MO+ MI 18.30- 20 Uhr)

info@gruene-hilfe.de | martin@gruene-hilfe.de

• NRW/ Aachen

c/o Björn Schüller

Sedanstr.22 | 52068 Aachen

Fon: 0152 – 53276846 | bjoernschueller@hotmail.com

• NRW/ Castrop-Rauxel

c/o Sascha Axmann

Dortmunder Str. 151 | 44575 Castrop- Rauxel

Fon: 02305/6991841 | saschaaxmann@aol.com


22 #119 / 06.10

#119 / 06.10 23

news

news

USA - Kiffen macht nicht schizophren

Kein kausaler Zusammenhang zwischen

Cannabiskonsum und Schizophrenie

Die Studien, die den Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum

und psychischen Erkrankungen nicht bestätigen, häufen sich.

Nachdem eine britische Langzeitstudie schon 2009 zu diesem

Schluß kam, liegen jetzt drei weitere Studien aus den USA

vor, die den Konsum von Cannabis nicht als Ursache für diese

Krankheit sehen.

Auf www.hanfplantage.de gibt es eine schöne Übersetzung eines

langen Kommentars zum Thema aus dem Blog von NORML:

http://blog.norml.org .

D - Filzsaison eröffnet

Erste Funde in Bayern

Die bayrischen Drogenfahnder haben die diesjährige Filzsaison

schon früher als sonst, genau gesagt auf dem „Pfingst-Open-

Air“ in Hauzenberg, eröffnet.

Die Konsumentenjäger sollten eigentlich ein in der Nähe

stattfindendes Nazi-Konzert bewachen, das kurzerhand

abgesagt wurde. Einmal vor Ort haben sich die Beamten

entschieden, das alternative Festival um die Ecke vor Kriminellen

zu bewahren. Das hat sich dann auch richtig gelohnt, bei 60 der

5000 Besuchern wurden die Beamten fündig.

Einige Veranstalter von Festivals sind mittlerweile sogar dazu

übergegangen, Kiffer aktiv bei der Polizei anzuschwärzen oder

die Security in Durchsuchungsmaßnahmen mit einzubinden.

Festivals, die die Kifferjagd untestützen, haben unser Geld und

unseren Applaus nicht verdient, Kiffer sollten diese meiden.

Durch besondere Intoleranz gegenüber Kiffern zeichnen sich

folgende Festivals und Veranstaltungen aus:




Chiemsee Reggae Summer (Chiemsee)

Summer Jam (Köln)

CSD (Köln)

Wir arbeiten daran, diese Liste zu vervollständigen und zu

erweitern, dafür sind wir auf das Feedback unserer Leserinnen

und Leser angewiesen. Wer ein Festival kennt, bei dem die

Veranstalter zusammen mit der Polizei auf Kifferjagd gehen,

kann es unter redaktion@hanfjournal.de melden.

Es gibt auch positive Beispiele, bei denen sich die Ordnungshüter

lediglich auf zweifelsohne notwendige Verkehrskontrollen

beschränken, ohne die zahlreichen, friedlichen Besucher zu

belästigen. Damit diese Oasen der Ruhe auch im Sommer 2010

nicht gefährdet sind, ersparen wir uns ihre Erwähnung.

USA/JA/ME/AF - Der „War On Drugs“

gerät außer Kontrolle

60 Tote in Jamaika- 1200 US-Nationalgardisten

werden an die mexikanische Grenze verlegt

Der weltweite Krieg gegen Drogen fordert immer mehr zivile

Opfer, während die Konsumentenzahlen weltweit stagnieren

oder gar steigen. Neben Mexiko, wo vergangenes Jahr mehr

Opfer als im Irak zu beklagen waren, und Afghanistan scheint

nun auch Jamaika Opfer der verfehlten US-Drogenpolitik zu

sein. Das jamaikanische Militär versuchte vergangenen Monat,

einen von den USA gesuchten Koks- und Gras-Großdealer festzunehmen.

Bei dem Einsatz kamen 60 Personen ums Leben, die

meisten von ihnen waren Zivilisten. Der Gesuchte hingegen befindet

sich weiterhin auf freiem Fuß.

Auch im Süden der USA gerät die Situation langsam außer

Kontrolle, die Nationalgarde soll die verstärken, um der nicht

enden wollenden Gier der US-Bürger nach Drogen so Einhalt

zu gebieten. Ungeachtet dessen läuft der Deal „US-Waffen gegen

Mexiko-Drogen“ munter auf allen Ebenen weiter, während

sich die Hinweise auf den heimlichen Einsatz biologischer

Kampfstoffe der US-Arme gegen Opiumbauern verdichten.

It‘s time for a change, Mr. President.

Die Online Version dieser Nachricht auf www.hanfjournal.de enthält

lesenswerte Links.

NL - Coffeeshops reichen nicht....

...der organisierten Drogenkriminalität den Boden zu

entziehen

In einem offenen Brief fordert der konservative, ehemalige

Verteidigungsminister der Niederlande, Frits Bolkestein, eine

180 Grad Wende in der Drogenpolitik:

„Wenn der Drogenmarkt staatlich reguliert wird, können

Banden nichts mehr verdienen; die Gesellschaft wird sicherer

und obendrein fallen ihr beachtliche Einsparungen in den

Schoß“, heißt es in dem von der Zeitung „NRC Handelsblad“

veröffentlichten Schreiben.

Unterstützt wird Bolkestein vom ehemaligen

Gesundheitsminister Els-Bors Eilers sowie einer Reihe

hochrangiger Politiker aller Parteien.

AUS - Lukrative Nebengeschäfte

in einer Bank

Onlinebanking mal anders

Statt nur Schulden einzutreiben, haben 14 Mitarbeiter der

drittgrössten australischen Bank ANZ über ihre dienstlichen

E-Mail-Adressen mit Drogen gehandelt. Wie die australische

Zeitung „Herald Sun“ berichtet, setzte die australische

Bundespolizei einen V-Mann ein, der bei den Bankangestellten

Mephedrone (4MMC) bestellte. Die Bank ANZ zeigte sich

bestürzt über die aufgedeckten Tatsachen. „Was da gehandelt

wurde, war dem Umfang nach kein Pappenstiel“, wurde ein

Insider zitiert. Die inzwischen gefeuerten Angestellten, gegen

die nun ermittelt wird, arbeiteten in der Bankzentrale von

Melbourne.

D - 15 Gramm für Berlin

Berlin geht in die Verlängerung

Das Betäubungsmittelgesetz ist ein Bundesgesetz.

Was dagegen als „Geringe Menge“

anzusehen ist, das definieren die Länder in

Verwaltungsvorschriften. In den meisten Bundesländern

sind maximal sechs Gramm Cannabis

die Grenze, bis zu der die Staatsanwaltschaft

in der Regel auf eine Verfolgung verzichtet. In

Berlin wird bei Mengen bis zu zehn Gramm automatisch

das Verfahren eingestellt, bis zu 15 Gramm kann das

Verfahren eingestellt werden.

Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Linke) will eine nun

auslaufende Verwaltungsvorschrift verlängern, sagte eine

Sprecherin der Gesundheitsverwaltung. „Wir haben gute Erfahrungen

gemacht und sehen keinen Grund, die Werte anzupassen.“

AF - Zufall oder Vorsatz?

Pilzbefall dezimiert afghanische Opiumernte

Die Opiumfelder Afghanistans sind laut einem Artikel von

talkingdrugs.org von einem Pilz befallen, der einen Ernteausfall

von bis zu 50 Prozent verursache. Besonders betroffen seien

Provinzen, in denen die NATO-Truppen gegen den Mohnanbau

vorgingen, so der unabhängige britische Blogger Rupert

George.

Afghanische Bauern machten die NATO für die Missernte

verantwortlich, sie habe die Felder vorsätzlich mit einem Pilz

infiziert. UNODC Chef Costa streitet das ab, der Artikel liefert

jedoch weitere Quellen, darunter einen BBC-Bericht aus dem

Jahr 2000, die beweisen, dass die NATO mit Unterstützung

der britischen Regierung in den ehemaligen Sowjetrepubliken

Tadschikistan und Kirgisistan an der Entwicklung eines solchen

Bio-Kampfstoffes wenigstens geforscht haben. Obwohl die

UNO bereits 1998 den Einsatz biologischer Kampfstoffe gegen

den Koka- oder Mohnanbau aufgrund der unüberschaubaren

Gefahren abgelehnt hatte.

Dem kurzfristige Erfolg stehen bei einer Missernte mittellose

Bauern sowie die Gefahr, dass der Pilz durch Mutation auf

Nahrungspflanzen überspringt, gegenüber. Der langfristige

Effekt ist ein Anstieg des Heroinpreises und eine Verlagerung

der Applikationsform: Statt geraucht wird das Heroin bei hohen

Anschaffungskosten wieder vermehrt gespritzt und die Gefahr

von Infektionskrankheiten nimmt somit zu. Die Opiumpflanze

hingegen wird sich anpassen.

CA - Prince of Pot bekennt sich schuldig

Marc Emery erwarten jetzt fünf Jahre Knast in den USA

Jetzt ist passiert, was die meisten Kanadier erwartet, jedoch

nicht erhofft hatten. Marc Emery sitzt seit zwei Wochen in Seattle

im Knast und hat sich gestern bei seiner ersten Anhörung

gegenüber Staatsanwältin Jenny A. Durkan schuldig bekannt,

Hanfsamen in die USA versendet und so die dortigen Gesetze

gebrochen zu haben. Nach einem Deal mit den US-Behörden

muss Emery nun fünf Jahre in US-Haft verbringen. Dafür wurden

seinen beiden Mitangeklagten auf Bewährung verurteilt

und ein Teil der Anklagepunkte gegen den selbst ernannten

„Prince of Pot“ wurde fallen gelassen.

NL - Modellversuch vor dem Scheitern

Touristen gehen zu Strassendealern statt in den

Coffeeshop

Einem Bericht der az.web.de aus Aachen zufolge stehe das Ausweismodell

für Coffeeshops auf der Kippe. Seit vergangenem

Freitag wird vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) in

Luxemburg ein Prozess geführt, der darüber befinden soll, ob

es überhaupt zulässig ist, zwischen ortsansässigen und ortsfremden

Käufern zu unterscheiden. Einige grenznahe Gemeinden

in den Niederlanden wollten nur noch Cannabisprodukte

an Personen mit Wohnsitz in den Niederlanden abgeben. Die

beiden grenznahen Städte Roosendaal und Bergen op Zoom,

die ihre Coffeeshops ganz dicht gemacht hatten, klagen laut

einer Studie der Universität Tilburg seitdem über den zunehmden

Strassenhandel.

UK - Liberaldemokraten wollen

entkriminaliseren

Anbau und Besitz sollen straffrei sein

Die neue politische Kraft im Vereinten Königreich, die

Liberaldemokraten, werden kleiner Koalitionspartner der

neuen britischen Regierung. Da stellt sich die Frage, ob sie

in Sachen Drogenpolitik Farbe bekennnen und das in dieser

Hinsicht sehr liberale Parteiprogramm wenigstens in Teilen

umsetzten können.

Da ist die Rede von einer Rückstufung von Cannabis in Klasse

„C“ , nachdem es Labour wieder als „gefährlich“ in Klasse

„B“ eingestuft hatte. Außerdem wollen die Liberaldemokraten

Strafen für den Besitz und den Anbau zum eigenen Konsum

bei Erwachsenen abschaffen.

„Drogenbesitz oder Konsum, egal welcher Substanz, dürfe kein

Grund mehr für eine wie auch immer geartete Freiheitsstrafe

sein. Drogenabhängige hätten genug Probleme durch ihren

Drogenkonsum und Gefängnisse führten höchstens dazu,

dass die Betroffenen noch mehr Drogen konsumierten.“ So

geht es munter weiter, das drogenpolitische Programm der

Liberaldemokraten klingt dem von Bündnis90/Die Grünen

sehr ähnlich. Bleibt zu hoffen dass die Liberaldemokraten

nicht ähnlich wie Bündnis 90/Die Grünen vor 12 Jahren

in Deutschland, eine noch repressivere Drogenpolitik der

Regierung unterstützen, um auf andere, populärere Gebiete

zu punkten. Wer es vergessen hat: Unter Rot/Grün wurden in

Deutschland Hanfsamen illegalisiert.

CH - Meldepflicht in St. Gallen

Hanfbauer WANTED

Wer zehn oder mehr Hanfpflanzen anbaut oder anbauen lässt,

muss seit dem 1.Januar 2010 dem Landwirtschaftsamt Meldung

erstatten. Diese wird dann an die Kantonspolizei sowie an das

Amt für Gesundheits- und Verbraucherschutz weitergeleitet.

Somit ist die Kantonspolizei befugt, Hanfbauern zu schikanieren

die erforderlichen Kontrollen vorzunehmen, Proben zu erheben

oder Einsicht in die Unterlagen zu nehmen. „Allein nur

durch die Verletzung der Meldepflicht können wir den Hanf

beschlagnahmen und vernichten, ohne dass wir überhaupt etwas

Richtung Drogenhanf beweisen müssen“, sagt der St. Galler

Staatsanwalt. Die Meldepflicht kennen bereits die Kantone

Thurgau, Basel-Landschaft, Graubünden und Luzern, wohingegen

die Kantonsregierung in Bern 2008 eine solche ablehnte.

USA - Historische Abstimmung legalisiert

medizinisches Marihuana

Meldung der Hanfplantage

Am Dienstag, den 4.5.2010 wurde eine Änderung an einem

Gesetz für Medizinisches Marihuana mit überragender

Mehrheit von der Ratsversammlung im Bundesstaat Columbia

angenommen, dem schon 1998 über 69 Prozent der Wähler

zugestimmt hatten. Der US-Kongress hatte die sogenannte

“Initiative 59″“ seit mehr als einer Dekade blockiert, bis es die

Blockade letztes Jahr löste. Washington ist die Hauptstadt und

der Regierungssitz der Vereinigten Staaten. Das Stadtgebiet

von Washington ist identisch mit dem District of Columbia.

Von Bügermeister Adrian Fenty wird erwartet, dass er das

Gesetz unterschreibt, dann hat der Kongress 30 Tage Zeit

um das Gesetz zu überprüfen, bevor es gültig wird. Wenn

dies passiert ist, wird der Bundesstaat Columbia ein weiterer

Bundesstaat von den bisherigen 14 sein, in denen bedürftige

Patienten medizinisches Marihuana bekommen können – ohne

Angst vor Strafverfolgung.

Dies ist ein herausragender Sieg für die Hauptstadt der USA

und für tausende potentieller Bewohner des Bundesstaates,

die von einem sicheren und legalen Zugang zu medizinischem

Marihuana profitieren werden.

W - Was hat LSD mit den Anonymen

Alkoholikern zu tun?

Der Gründer William G. Wilson schreibt seine

Abstinenz der Einnahme psychoaktiver Substanzen zu

Belladona, Bilsenkraut und LSD haben dem Gründer der

Anonymen Alkoholiker dabei geholfen, bis zum Lebensende

clean zu bleiben. Anders als im Kinofilm, wo er von Gott

erleuchtet wird, klingt das Schlüsselerlebnis, das ihn den

Entschluss fassen ließ, nie wieder zu trinken, in seiner Biografie

eher wie ein Trip. Er hatte zuvor Belladona und Bilsenkraut zu

sich genommen.

In den 1950er Jahren nahm er mehrmals, damals noch legal, LSD

unter Aufsicht eines Arztes ein und beschrieb diese Erlebnisse

als ungefährlich und zudem außerordentlich hilfreich, den

einmal beschrittenen Weg fortzusetzen.

Die Anonymen Alkoholiker standen seinen Auffassungen

skeptisch gegenüber und gingen seit den 1960er Jahren sogar

scharf gegen die Verbreitung der Erlebnisse ihres Gründers

vor.

A - Zwei Hanfbauern sind frei

Doch nicht gedealt

In Österreich hat der Oberste Gerichtshof ein Urteil gegen zwei

Hanfbauern aufgehoben, die Hanf in größerem Stil angebaut

und angeblich Joints im Freundeskreis weitergegeben hatten.

Zuvor waren die beiden Männer in erster Instanz nach dem

Suchtmittelgesetz zu

Strafen von zehn und

zwölf Monaten verurteilt

worden. Der

Oberste Gerichtshof

sah nun das erste Urteil

gegen die Männer

als falsch an, da

die Männer den Hanf

hauptsächlich nur

für eigene Zwecke

gebraucht hatten.

So musste das KlagenfurterLandgericht

die Männer nun

frei sprechen.

>>> Fortsetzung von Seite 1:

„Durban Poison ist

kein Getränk“

zu Endzeiten der britischen Krone bis 1966 verboten, eine der

wichtigsten Forderungen der Unabhängigkeitsbewegung war

neben der Bodenreform jedoch die Re-Legalisierung von Hanf.

Blöd nur, dass die neue Regierung den Anbau nach der Unabhängigkeit

vor 44 Jahren dann alsbald wieder tolerierte, jedoch

„vergaß“, das durch ein entsprechendes Gesetz zu manifestieren.

So haben die Lokals in Lesothos Bergen (das kleine Land besteht

eigentlich ausnahmslos aus Bergen) jahrelang unbehelligt

Hanf anbauen können, obwohl der Besitz von Gesetzes wegen

immer noch verboten war. Als in den 1990er Jahren Lesothos

Devisenknappheit aufgrund zu Hauf heimkehrender Bergleute,

die zuvor in den Minen des großen Nachbarn gearbeitet hatten,

bedrohlich für das ohnehin schon arme Volk wurde, wurde

Hanf zum Exportschlager des von Krisen geschüttelten Kleinstaates.

Das bringt zwar dringend benötigte Devisen ins Land,

öffnet staatlicher Willkür jedoch Tür und Tor, da Armee und

Polizei wie in allen armen Anbauländern fleißig mitverdienen.

Südafrika beschwert sich regelmäßig offiziell über Lesothos lasche

Haltung gegenüber seinen Hanfbauern anstatt die Chance

zu nutzen, den seit Jahrhunderten bestehendenden Status Quo

zu re-legalisieren und den Konsum und Anbau ihrer Alltagsdroge

für Südafrikaner/innnen zu entkriminalsieren.

Im Staat der Fußball-WM gehört Hanf zum Alltag, hier wird

pro Kopf im Durchschnitt doppelt so viel Gras geraucht wie

im Rest der Welt. Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Bällen

schießen.

Kleiner Kiff-Almanach für WM-Reisende:











Dagga: Gras:

Majat: Kraut (schlechtes Weed)

Bankie: Handelsübliche Portion beim Straßenkauf:

(kleines Zip-Tütchen, kostet circa 1 Euro).

Zol oder Skyff: Tüte, Jolly

Blade: Kingsize-Paper

Bottleneck: Pfeife aus einer zerbrochen Flasche

(hier bekannt als Erdlochaufsatz)

On: fett, stoned

Pitjes: (Hanf)-Samen

Skitsels: Grünzeug bei schlecht beschnittenem Gras

(wörtlich Schnipsel)

Slowboard: Riesenjoint

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine