Mentoring-Brosch re Korr. - Evangelische Kirche in Deutschland

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Mentoring-Brosch re Korr. - Evangelische Kirche in Deutschland

Vorwort

Dr. Kristin Bergmann

Helga Riebe

Mentoring-Programme haben derzeit Konjunktur.

In einer Reihe von führenden Wirtschaftsunternehmen

wie der Volkswagen AG, der Lufthansa oder der Deutschen

Telekom AG, aber auch in öffentlichen Verwaltungen

und in der Politik wird Mentoring als eine neue

Strategie eingesetzt, um Frauen beruflich zu fördern

und mehr Chancengleichheit zu bewirken. In den USA

seit vielen Jahren erprobt, hat sich Mentoring als ein

wirksames Instrument der Frauenförderung und Personalentwicklung

erwiesen und wird als eine Investition

für die Zukunft verstanden. Die vielfältigen Qualifikationen

und Kompetenzen von Frauen sollen sichtbar

gemacht und für die weitere Entwicklung von Organisationen

genutzt werden.

Für kirchliche Einrichtungen hat Mentoring als Personalentwicklungsinstrument

besondere Chancen. Denn

die Kirche ist – wie kaum eine andere Organisation –

eine Arbeitgeberin für Frauen. Mehr als 70 Prozent der

630.000 Beschäftigten in der Evangelischen Kirche und

ihrer Diakonie sind Frauen. Sie prägen den kirchlichen

Alltag; in kirchlichen Leitungspositionen sind sie bisher

dennoch keine Selbstverständlichkeit.

Mit dem Start des Pilotprojekts „Mentoring für

Frauen in der Kirche“, an dem sich acht Landskirchen

beteiligen, sind gute Voraussetzungen geschaffen worden,

die Chancen von Mentoring für Frauenförderung

und Personalentwicklung auch für den kirchlichen

Bereich zu erschließen.

Im vorliegenden Heft sind zentrale Tagungsinhalte

und -materialien der gemeinsamen Auftaktveranstaltung

zusammengefasst, die vom 07. - 09. Februar im

Burckhardthaus in Gelnhausen stattfand.

Angela Icken aus dem Bundesministerium für Familie,

Senioren, Frauen und Jugend übermittelt in ihrem

Grußwort die besonderen Wünsche der Bundesministerin,

Dr. Christine Bergmann, für das Pilotprojekt und

führt aus, wie sich Mentoring mit dem Prinzip des Gender-Mainstreaming

verbindet, dem sich die Bundespolitik

verpflichtet hat.

In dem Beitrag von Helga Riebe zum Thema „Chancen

des Mentorings“ werden Ursprung und Essentials

des Verfahrens beschrieben und der Bezug zur Personal-

entwicklung und Chancengleichheit hergestellt. Das

Spezifische von Mentoring wird auch in seiner Abgrenzung

zu berufsbezogenen Beratungsverfahren von

Supervision und Coaching aufgezeigt.

Wie Mentoring in Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung

angewendet wird, ist den Berichten von

Martina D. Dolderer, Gleichstellungsbeauftragte bei der

Deutschen Telekom AG, sowie von Ilona Hakert, Frauenbeauftragte

der Stadt Offenbach, zu entnehmen. Frau

Hakert reflektiert darüber hinaus ihre Erfahrungen und

spricht auch mögliche Stolpersteine von Mentoring-Programmen

an.

Das Konzept des Projekts „Mentoring in der Evangelischen

Kirche“ wird von Dr. Kristin Bergmann vorgestellt,

die hierbei auch auf die Besonderheiten und Perspektiven

von Mentoring im Rahmen der Evangelischen

Kirche eingeht.

Die Dokumentationen der beiden Workshops zum

Thema “Mentoring erfolgreich gestalten“ fallen unterschiedlich

aus. Während über den von Nele Haasen

geleiteten Workshop für Mentees umfangreiche

Arbeitsmaterialien zum Thema „Zielgerichtete Berufsund

Lebensplanung von Frauen und strategische

Schritte zur Umsetzung“ vorliegen, die die Inhalte im

einzelnen wieder geben, gibt es über den Workshop für

Mentorinnen und Mentoren ausgewählte Arbeitspapiere.

Dies ist darauf zurückzuführen, dass die im Programm

angekündigte Referentin sehr kurzfristig

erkrankte. Die eingesprungene Trainerin und Beraterin,

Kirsten Nazarkiewicz, stellte trotz der knappen Vorbereitungszeit

Materialien zum Thema „Gezielt führen, motivieren

und begleiten – Coaching-Elemente im Mentoring

zusammen. Eindrücke über Verlauf und Stimmung

der Workshops geben Gundula Döring und Kristin Bergmann

wieder.

Nele Haasen stellt ihre Beobachtungen, die sie im

Prozess der Auftaktveranstaltung sammelte, in einem

Rückblick zusammen, den sie den Teilnehmenden in der

Schlussrunde präsentierte.

Berichte und beispielhafte Materialien zur Implementierung

von Mentoring in den landeskirchlichen Projekten

runden dieses Heft ab.

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