2- Predigt des Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Prof. Dr ...

ekiba

2- Predigt des Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Prof. Dr ...

Predigt des Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Prof. Dr. Dr. h.c. Papier,

am 2. Oktober 2005 –Erntedankfest in der Stadtkirche in Karlsruhe

Der Predigttext für den heutigen Erntedankgottesdienst steht bei Jesaja im 58. Kapi-

tel. In der Einheitsübersetzung heißt es:

7. an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen ins Haus auf-

zunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deinen

Verwandten nicht zu entziehen.

8. Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Wunden

werden schnell vernarben. Deine Gerechtigkeit geht dir voran, die Herrlichkeit

des Herrn folgt dir nach.

9. Wenn du dann rufst, wird der Herr dir Antwort geben, und wenn du um Hilfe

schreist, wird er sagen: Hier bin ich. Wenn du der Unterdrückung bei dir ein Ende

machst, auf keinen mit dem Finger zeigst und niemanden verleugnest,

10. dem Hungrigen dein Brot reichst und den Darbenden satt machst, dann geht

im Dunkeln dein Licht auf und deine Finsternis wird hell wie der Mittag.

11. Der Herr wird dich immer führen, auch im dürren Land macht er dich satt und

stärkt deine Glieder. Du gleichst einem bewässerten Garten, einer Quelle, deren

Wasser niemals versiegt.

12. Deine Leute bauen die uralten Trümmerstätten wieder auf, die Grundmauern

aus der Zeit vergangener Generationen stellst du wieder her. Man nennt dich

den Maurer, der die Risse ausbessert, den der die Ruinen wieder bewohnbar

macht.

- 2 -


- 2 -

Liebe Besucher dieses festlichen Erntedankgottesdienstes,

als Erstes möchte ich möglichen Missverständnissen und unzutreffenden Deutungen

vorbeugen, die darin bestehen könnten, dass durch meine Auslegung heute das

Bundesverfassungsgericht –sich nicht nur entsprechend einem landläufigen Vorwurf

in die Politik - sondern nun auch in die Angelegenheiten der Kirche einmischen wolle.

Dass ich von dem Mitglied des Ältestenkreises, Herrn Bäckermeister Jooß, angefragt

wurde, hat tatsächlich etwas mit meinem Amt als Präsident des Bundesverfassungs-

gerichts zu tun. Gern bin ich der Bitte gefolgt, eine langjährige Tradition in der Stadt-

kirche fortzusetzen, am Erntedankfest mich als Person mit einem weltlichen Amt in

diesem schönen Kirchenraum mit geistlichen Worten auseinander zu setzen. Ich ha-

be diese Aufgabe auch deshalb gerne übernommen, um dadurch meine Zugehörig-

keit zur evangelischen Kirche sichtbar zu machen.

Der Text, der heute auszulegen ist, handelt sozusagen von der Nahtstelle zwischen

dem weltlichen und dem geistlichen Leben: Da ist zunächst von den Hungrigen die

Rede, denen der vom Prophet Jesaja Angesprochene Brot austeilen und daher ihren

Hunger stillen soll, den Obdachlosen, denen der im Text Angesprochene im wahrs-

ten Sinne des Wortes ein Dach über dem Kopf geben soll, den Nackten, die er be-

kleiden soll und dann noch den Verwandten, denen der Adressat dieses Textes sich

nicht entziehen, sondern sich ihnen zuwenden soll. Dieser Teil des Textes befasst

sich ganz konkret mit dem Leben und damit der Welt. Wenn die von Jesaja Ange-

sprochenen dieser Aufforderung folgen, dann –so der Text zum heutigen Tag –ist

der Himmel im wahrsten Sinne des Wortes nahe. Der Text wird bildhaft und verhei-

ßend: Der so Handelnde wird strahlen - oder wie es im Text heißt: Sein Licht wird

hervorbrechen wie die Morgenröte, und es wird ihm gut gehen. Nach dem Text wer-

- 3 -


- 3 -

den seine Wunden schnell vernarben. Die Herrlichkeit des Herrn wird ihm folgen, das

heißt, Gott wird ihm nahe sein; so nahe sein, dass er beim Rufen eine Antwort geben

wird, und bei Hilferufen wird er sagen, wo die Hilfe zu bekommen ist. Diesen Wech-

sel von aktiver Hilfe in der Welt und himmlischer Verheißung wiederholt Jesaja

zweimal, was uns die Wichtigkeit seines Anliegens deutlich macht.

Der erste Teil des Bibeltextes, nämlich der, der vom weltlichen Teil und damit vom

Leben, von Entbehrung, Mangel, Not und dem Verteilen von Gütern handelt, erinnert

mich an meine tägliche Arbeit im Bundesverfassungsgericht. In vielen Verfahren hier

geht es darum, dass Menschen vom Bundesverfassungsgericht Hilfe erwarten, weil

sie einen Mangel erleiden. Ein Großteil der von mir mit meinen Kollegen entschiede-

nen Verfahren handelt davon, dass Menschen mehr Hilfe für ihr tägliches Leben er-

halten möchten. Dabei geht es häufig ganz konkret –wie es auch in unserem heuti-

gen Text angesprochen wird - um mehr Geld für das tägliche Leben, um mehr Wohn-

raum, also insbesondere um einen höheren Mietzuschuss oder um mehr Geld für

Kleidung oder sonstige Gegenstände des täglichen Bedarfs. Nun muss ich offen ge-

standen einräumen, dass ich persönlich bei dieser Arbeit in der Regel zur Erfüllung

dieser Wünsche wenig beitragen kann. Neben der Tatsache, dass die uns als Richter

bindenden –zugegebener Maßen weltlichen –Vorschriften es vielfach verbieten,

durch eine allzu großzügige Handhabung der Aufforderung von Jesaja zu folgen,

würden wir bei einer solchen, vom Gesetz abweichenden Handhabung einen kleinen,

aber sehr wichtigen Aspekt dieses Textes übersehen: Der Text spricht den einzelnen

Menschen an, der dem Hungrigen Essen, dem Obdachlosen ein Haus und dem

Nackten Kleidung geben soll. In den Verfahren vor den Gerichten geht es in der Re-

gel um Ansprüche gegen den Staat, also letztlich um Ansprüche an die Allgemein-

heit. Jesaja hingegen spricht die Verantwortung der einzelnen Person an.

- 4 -


- 4 -

An diesem Punkt wird vielleicht auch eine Entwicklung in unserem Staat und vor al-

lem in unserem gesellschaftlichen Zusammenleben deutlich: Unser Sozialsystem,

welches maßgeblich unter Bismarck und damit zum Ende des 19. Jahrhunderts gra-

vierende und wirkliche Notsituationen durch staatliche Fürsorge und elementare Ri-

siken durch solidarische Vorsorge ausgleichen sollte, ist inzwischen nahezu allum-

fassend und sozusagen eine Dauereinrichtung für alle Fälle der Risikoabsicherung

geworden. So wie es für Gesetzestexte Kommentierungen gibt, gibt es auch für die

Bibel Kommentierungen. Da der Umgang mit solchen Kommentaren bei der Ausle-

gung von Gesetzen und vor allem des Grundgesetzes zu meinem Handwerk gehört,

habe ich mir solche Kommentierungen auch für den heutigen Text angesehen. Eine

solche Kommentierung zu dem Text von heute weist darauf hin, dass die ersten drei

Nöte und deren Linderung, zu der der Prophet Jesaja die Menschen auffordert, häu-

fig Thema in der Bibel sind. Als außerordentlich wird die Aufforderung bewertet, sich

den Verwandten nicht zu entziehen. Diese Aufforderung hat gerade in den letzten 10

bis 15 Jahren in unserem Sozialversicherungssystem eine besondere Aktualität ge-

wonnen: Mit der Einführung der Pflegeversicherung, die zweifelsohne eine sehr sinn-

volle Institution ist, da die Kosten für die Pflege im Alter häufig das Einkommen und

Vermögen der Betroffenen übersteigen, ist die Tendenz festzustellen, die Verantwor-

tung für die Verwandten gänzlich auf Staat und Gesellschaft abzuwälzen. Es scheint

dadurch oftmals die persönliche Verantwortlichkeit für nahe stehende oder aber auch

entferntere Verwandte entfallen zu sein. Kürzlich hatten wir im Bundesverfassungs-

gericht darüber zu entscheiden, in welchem Umfang Kinder mit ihrem Einkommen

und Vermögen für die Pflege ihrer gebrechlichen Eltern aufzukommen haben. Wir

Richter können diese Frage immer nur auf der Basis unserer Gesetze und vor allem

des Grundgesetzes beantworten. Nicht beantworten können und dürfen wir die Frage

- 5 -


- 5 -

nach der persönlichen moralisch-ethischen Verantwortung. Insoweit hat der heutige

Text eine große Aktualität, denn er verpflichtet alle, in persönlicher Verantwortung zu

handeln. Hier hat die Kirche neben dem Staat meines Erachtens eine tragende Rolle,

nämlich die, die individuelle Verantwortlichkeit ins Gedächtnis zurückzurufen und in

den Mittelpunkt zu stellen.

Nun möchte ich aber nochmals auf die Struktur des Textes zurückkommen. Der Text

enthält eine klare und sich wiederholende Struktur, nämlich kurz zusammengefasst:

wenn-dann Satzfolgen. An die Hungrigen Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen

ins Haus aufzunehmen, die Nackten zu bekleiden und sich den Verwandten nicht zu

entziehen wird mit einer klaren Folge verknüpft. Es heißt im Text wörtlich: "dann

wird ein Licht hervorbrechen". Dies wiederholt sich später erneut indem es heißt:

„Dem Hungrigendein Brot reichst und den Darbenden satt machst, dann geht im

Dunkeln dein Licht auf“. Diese „wen-dann“ Struktur ist mir als Jurist selbstverständ-

lich bekannt. Sie kommt in vielen Gesetzen vor. So etwa im Strafrecht. Fast alle Vor-

schriften fangen dort mit den Worten an: „Wer dieses oder jenestut, wird mit einer

Freiheitsstrafe von bis zu X Jahren bestraft“. Eine ähnliche Struktur gibt es auch im

Bürgerlichen Gesetzbuch, in welchem etwa bestimmte Handlungen zu bestimmten

Pflichten führen, so etwa bei der Kreditgefährdung: „Wer der Wahrheit zuwider eine

Tatsache behauptet usw., hat dem Anderen den daraus entstehenden Schaden … .

zu ersetzen“.

Bei diesen Parallelen besteht aber im Verhältnis zu unserem Bibeltext ein kleiner,

aber doch markanter Unterschied: In der Regel wird in den Gesetzen eine negative

oder schädigende Handlung umschrieben, an die dann für den Schädiger negative

Folgen geknüpft sind, sei es eine Freiheitsstrafe, sei es die Verpflichtung, Schadens-

- 6 -


- 6 -

ersatz zu leisten. Der Text, den ich heute auslegen soll, hat aber insoweit eine ganz

andere Systematik: Er regelt Pflichten bzw. fordert den im Text Angesprochenen und

damit uns auf, Bestimmtes zu tun und stellt dann eine positive Wirkung oder Folge in

Aussicht, nämlich kurz und knapp zusammengefasst: dass es dem Angesprochenen

dann gut geht und er Gutes, vor allem die Nähe Gottes, erfahren wird. Es ist sozusa-

gen ein Belohnungs- oder Anreizmodell. Insoweit ist der Text klar und er will motivie-

rend wirken. Und wer möchte nicht, dass sein Licht hervorbricht wie die Morgenröte

und dass seine Verletzungen schnell heilen und nicht mehr vorhanden sind. Wer

möchte nicht, dass es ihm gut geht. Insoweit hat der Text eine Schlichtheit, dass der

dargestellte Mechanismus unvorstellbar, ja geradezu unwirklich erscheint.

Dieser Eindruck muss vor allem für uns evangelische Christen entstehen. Haben wir

doch schon im Konfirmandenunterricht gelernt, dass seit Luther und der Reformation

wir nicht durch Taten frei und gerechtfertigt werden, sondern dass wir allein durch

Gnade gerechtfertigt sind. Es soll nicht die Tat entscheidend sein, etwa nach dem

Moto: „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt“. Nicht die-

se Vorstellung soll unser Leben bestimmen, sondern die Gewissheit, dass allein Gott

sich uns aus seiner Gnade und Güte zuwendet. Entgegen unserem Text ist insoweit

entscheidend, dass nicht wir durch unser Tun die Nähe Gottes erreichen können,

sondern dass dies aus Gnade geschieht.

Aber gerade in dieser Zusage der Gnade unabhängig von unserem Tun liegt auch

ein Risiko: Es kann zu einer Kluft zwischen dem alltäglichen Leben und sozusagen

dem religiösen oder geistlichen Leben kommen. Dieser protestantische und allum-

fassend positive Ansatz der Zusage der Gnade kann dazu führen, dass unser alltäg-

liches Tun, da es darauf nicht mehr ankommt, wenig mit unserem Glauben zu tun

- 7 -


- 7 -

hat. Er kann zur Folge haben, dass der Gottesbezug im alltäglichen Leben verloren

geht, ähnlich wie die faktische Wirkung eines umfassenden öffentlichen Sozialsys-

tems, das die Befreiung von der persönlichen Verantwortung als nicht beabsichtigte

negative Folge haben kann. Dem steht der Text für den heutigen Tag diametral ent-

gegen: Wie bereits zu Beginn meiner Auslegung angesprochen, führt er das alltägli-

che Leben und den Glauben zusammen. Er befasst sich mit der Nahtstelle zwischen

Welt und Himmel. Wenn wir Gutes tun, dann werden wir Gottes Segen spüren. Dann

wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte und deine Wunden werden schnell

vernarben. Wer möchte nicht so im Licht stehen und wer möchte nicht, dass es ihm

allumfassend gut geht.

Aber nochmals: Liegt nicht die kritische Anfrage an diesen Text geradezu auf der

Hand, dass nämlich dieses „Lebensbewältigungsmuster“ zu schlicht ist?Ist es wirk-

lich so einfach, mit dieser wenn -dann Folge sein Leben gut gestalten zu wollen?

Und noch viel mehr: Holt nicht der Text den großen und unbekannten Gott zu sehr in

das Leben? Widerspricht nicht der Text sogar dem ersten Gebot „Du solst dir kein

Bild von Got machen“ 1 . Wird nicht Gott in dem Text für den heutigen Tag als bere-

chenbar dargestellt? In diesem Text aus Jesaja wird Gott als mitten im Leben ste-

hend und hier auch wirkend empfunden und geschildert. Das aber gerade ist das

Faszinierende am Alten Testament: Die Menschen deuteten und erfuhren ihr Leben

unmittelbar mit Blick auf den Schöpfer dieser Erde. Der Text, der ja im Kontext steht

mit vielen anderen mit einer ganz ähnlichen Deutung des eigenen Lebens hin auf

den Schöpfer dieser Erde, kann dann nachvollziehbar und auch akzeptierbar wer-

1 Dieser Passus in 2. Mose 20 V. 4 lautet wörtlich: „Du solst Dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis

machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem was unten auf Erden, noch von dem,

was im Wasser unter der Erde ist.

- 8 -


- 8 -

den, wenn man ihn als eine von vielen Varianten versteht, Gott im eigenen alltägli-

chen Leben sichtbar zu machen und Gott mit dem eigenen Leben zu bezeugen.

Der Anlass des eigenen Handelns ist dann nicht die Verheißung, die Jesaja vorher-

sagt, der Grund für das persönliche verantwortliche Handeln ist vielmehr darin ver-

ankert, dass es eine Macht gibt, die diese Welt in ihrer Schönheit und in ihrem Leid

geschaffen hat. Die konkreten Beispiele verallgemeinernd fordert der Text uns auf,

die eigene Verantwortlichkeit zu erkennen, Erkanntes in die Tat umzusetzen und sei-

ne Person durch eigene Lebensgestaltung zu definieren. Ein solches Leben erfährt

die von Jesaja geschilderte Verheißung. Diese endet sozusagen als Höhepunkt in

den Worten: „Man nennt dich den Maurer, der die Risse ausbessert, den der die Rui-

nen wieder bewohnbar macht.“

„Man nennt dich Maurer“: Zunächst einmal mag für viele von uns die Aussicht, Mau-

rer genannt zu werden, nicht attraktiv sein. Der Beruf des Maurers gehört heute si-

cherlich nicht zu den „top ten“ der Berufswünsche von jungen Menschen, die eine

Lehre beginnen. Es ist heutzutage nicht unbedingt ein Handwerk, das mit positiven

Bildern in unserer Gesellschaft belegt ist, und doch kann man diesen Satz meines

Erachtens als einen Höhepunkt des heutigen Textes verstehen. Ist nicht das Hand-

werk des Maurers gerade eines, welches erkennbar auf Dauer etwas gestaltet. Si-

cherlich, andere Handwerke tun dies auch, so etwa die Bäcker, die heute aus Anlass

des Erntedanks Brot für diesen Gottesdienst gebacken haben, oder aber auch alle

weiteren handwerklichen Berufe, die mit ihrer Hände Arbeit uns mit Nahrung und an-

deren lebensnotwendigen Gütern und Diensten versorgen. Gerade aber im Vergleich

zu diesen tritt die Beständigkeit der Werke der Maurer in ganz besonderer Weise

hervor: Für Generationen schaffen sie Wohnhäuser oder aber wunderbare Kirchen

- 9 -


- 9 -

wie diese hier. In diesem Sinne könnte man den letzten Satz unserer Predigt auch so

verstehen: Du wirst etwas gestaltet haben und auf ein für Dich und andere sichtbares

Lebenswerk zurückblicken und Du wirst wissen, was und wer Du bist. Du wirst dich

selbst erkennen und mit Dir identisch sein.

Ich meine daher, dass der heutige Bibeltext wie folgt in die zeitgemäße Sprache ü-

bersetzt werden könnte: Verantwortliches Handeln gegenüber seinen Mitmenschen

und Verwandten, letztere hebt der Text besonders hervor, führt dazu, dass ich etwas

gestalte und erkenne, wer ich bin. Dies ist die große Zusage des heutigen Textes.

Der Bibeltext macht uns Mut, von uns selbst abzusehen, auf andere zu schauen und

dadurch uns selbst zu erkennen. Wenn uns das gelingt, und das beruht nicht nur auf

unserer eigenen Kraft und Macht, sondern es ist auch ein Geschenk, dann haben wir

zu danken. Und so schließt sich der Kreis zu dem heutigen Sonntag, dem Erntedank-

fest, dem Sonntag also, der dem Dank gewidmet ist. Der uns ins Bewusstsein rufen

soll, dass unsere Versorgung mit Nahrung, aber auch mit allen weiteren lebensnot-

wendigen Dingen nicht selbstverständlich ist. Damit danken wir heute für all das, zu

welchem uns der Text aus Jesaja zum Teilhaben lassen aufruft und daran die Ver-

heißung der eigenen Erkenntnis knüpft. Ich wünsche uns allen einen gesegneten

Erntedanksonntag.

Amen.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine