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Jahresbericht für das Geschäftsjahr

vom 1. Juli 2011 bis zum 30. Juni 2012


Ernst & Young

Americas

EMEIA

Ernst & Young ist ein weltweit führendes Unternehmen für Wirtschaftsprüfung, Steuer- und

Transaktionsberatung sowie für Advisory Services. Ernst & Young Schweiz ist Teil der EMEIA Area

(Europe, Middle East, India and Africa) innerhalb der globalen Ernst & Young-Organisation.

Japan

Asia-Pacific


Jahresbericht für das Geschäftsjahr

vom 1. Juli 2011 bis zum 30. Juni 2012


Inhaltsverzeichnis

8

10

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20

Willkommen bei Ernst & Young

Schweiz!

«Wir machen uns stark für

nachhaltiges Handeln»

Interview mit Verwaltungsratspräsident

Thomas Stenz

Company

Unser Wettbewerbsvorteil:

global gebündeltes Wissen

«Unser Geschäftsmodell ist

per se nachhaltig»

Interview mit CEO Bruno Chiomento

Facts & Figures

Jahresbericht 2012

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Marketplace

Das A und O ist der Dialog mit

dem Kunden

«Wir wollen Erfolgsgeschichten

sichtbar machen»

Interview mit Heinrich Christen,

Partner

Die Junior Academy – ein

Sprungbrett ins Unternehmen

Facts & Figures

Workplace

Im Mittelpunkt stehen die

Menschen

«Wir verstehen uns als

Ausbildungsstätte»

Interview mit Barbara Aeschlimann,

Director Human Resources

Lernen im Team – auf die Mischung

kommt es an

Facts & Figures


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Environment

Bewusster Umgang mit Ressourcen

«Wir setzen Anreize für Bus

und Bahn»

Interview mit Brigitte Kübler,

Assistant Director, Travel Manager

Gezieltes Travel Management

Facts & Figures

Community

Eine Strategie – viele Gesichter:

unser gesellschaftliches

Engagement

«Studierende müssen wissen,

worauf es im Alltag ankommt»

Interview mit Andreas Blumer,

Partner und Honorarprofessor

Facts & Figures

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Jahresbericht 2012

Corporate Volunteering

• Städter helfen auf der Alp

• Schichtarbeit für Süsses

und Salziges

• Anpacken und einpacken

im Dienstleistungsbereich

• Mit Hacke und Schaufel

am Aarehang

• Beliebte Lehrer

Über diesen Bericht

Erklärung: Prüfung der

Anwendungsebene durch die GRI

Publikationen

Bericht Konzernprüfer

Partner Ernst & Young Schweiz

Impressum


8

-

Willkommen

Jahresbericht 2012


Bericht in 300 Sekunden

Scannen Sie diesen QR-Code mit

Ihrem Smartphone oder Ihrem Tablet,

um sich zeitsparend über diesen

Bericht zu informieren. Sie können

die animierte Kurzfassung auch

über folgende Web-Adresse abrufen:

www.ey.com/CH/de/About-us/

Corporate-Responsibility

Willkommen bei Ernst & Young Schweiz!

9

-

Willkommen

Sie halten unseren auf Nachhaltigkeit fokussierten Jahresbericht

2012 in der Hand; er soll Ihnen Einblick in unsere

Organisation und ihre Kultur geben. Mit dem Titel «Wissen

vermitteln − nachhaltig handeln» sind die Eckpfeiler für

unser Selbstverständnis gesetzt: Wir generieren Wissen und

geben die Erkenntnisse intern wie extern weiter. Das ist

unser Kapital und unsere Kernkompetenz. Daher zieht

sich das Thema Wissen wie ein roter Faden durch diese

Publikation.

Wissensvermittlung ist auch der Ausgangspunkt für unser

Verständnis von Nachhaltigkeit: Unsere Erfahrung bei

der Prüfung von Finanzabläufen und der Rechnungslegung

sowie im Rahmen der Unternehmens- und Steuerberatung

tragen wesentlich zum nachhaltigen Erfolg und zum Schutz

der Marktwirtschaft bei. Wir sind bestrebt, unsere Organisation

nachfolgenden Generationen in stets noch besserem

Zustand zu übergeben, als wir sie vorgefunden haben.

Das ist ein konsequent nachhaltiges Geschäftsmodell.

Der globale Wettbewerb um die besten Lösungen für die

Welt von morgen fordert neugierige Köpfe, die Neues

auf den Weg bringen. Auf der Suche nach intelligenten Strategien

lohnt sich dabei der Blick auf die Natur. Denn was

uns im Business neu erscheint, ist hier oft längst realisiert.

Die belebte Natur hat verblüffende Systeme, Formen und

Funktionen hervorgebracht. Lassen wir uns inspirieren – es

gibt viel zu lernen! Zu Beginn eines jeden Kapitels fi nden

Sie dazu je ein Beispiel.

Transparente Kommunikation von Kennzahlen ist das A

und O für eine nachhaltige Unternehmensführung. In dem

vorliegenden Bericht setzen wir erstmals die Richtlinien

der Non-Profi t-Organisation Global Reporting Initiative

(GRI) auf dem Transparenzlevel B+ um.

Jahresbericht 2012


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-

Wofür wir stehen

Erstmals veröffentlicht Ernst & Young Schweiz einen

Jahresbericht nach GRI-Richtinien. Warum tun Sie das

und was versprechen Sie sich davon?

Wir wollen unsere Leistungen umfassender darstellen – für

unsere Kunden und für die Öffentlichkeit. Wichtig ist dieser

Bericht zudem zur Information unserer heutigen und

künftigen Mitarbeitenden. Wir haben uns bewusst für dieses

Format entschieden, um unser Profil zu schärfen: Wir

setzen auf Qualität und Ausbildung, um nachhaltig die

Wirtschaft zu stärken.

Sie haben die Mitarbeitenden angesprochen. Was bedeutet

dieser Bericht innerhalb des Unternehmens?

Intern wollen wir die eigenen Leistungen transparenter

darstellen. Natürlich weiss jeder bei uns, was für Dienstleistungen

wir erbringen. Aber jetzt erhalten die Mitarbeitenden

breitere Informationen, können diese besser einordnen

und jährlich vergleichen. Die Berichterstattung nach GRI-

Richtlinien ist eine sehr sinnvolle Form, unsere Gesamtleis-

Thomas Stenz

Verwaltungsratspräsident

Ernst & Young Schweiz

-

«Wir machen uns stark für

nachhaltiges Handeln»

Ernst & Young prüft, bewertet und berät – und bildet Führungskräfte für die Wirtschaft

aus. Thomas Stenz, Verwaltungsratspräsident von Ernst & Young Schweiz, erstellt

eine Wertschöpfungsrechnung und erklärt, wieso sein Unternehmen einen Jahresbericht

nach den Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI) herausgibt:

Es geht um eine um fassendere Darstellung der Leistungen von Ernst & Young.

Jahresbericht 2012

tung aufzubereiten und zu veröffentlichen. Wir sprechen

beispielsweise immer davon, dass wir eine grossartige

Ausbildungsstätte sind. Aber was das wirklich bedeutet, in

Zahlen und Fakten, dazu herrschen meines Erachtens oft

noch diffuse Vorstellungen bei den Mitarbeitenden und in

der Öffentlichkeit.

Wie wird sich die Verpflichtung zur Nachhaltigkeit bei

Ernst & Young auswirken?

Wenn wir nachhaltiger werden wollen, brauchen wir zum

einen eine Geschäftsleitung, die entsprechende Ziele vorgibt

und umsetzt. Mit der regelmässigen Veröffentlichung der

Kennzahlen setzen wir unsere Führung aber auch unter Druck,

noch aktiver zu werden. Wir wollen ja immer besser werden.

Aber damit allein ist es nicht getan. Wir wollen auch

unsere Mitarbeitenden für nachhaltiges Handeln sensibilisieren.

Ein Beispiel ist die Umweltbelastung durch die

vielen Flugreisen. Man kann ja auch verstärkt Videokonferenzen

abhalten.


Der Begriff «Nachhaltigkeit» hat viele Facetten. Ernst &

Young ist kein Industriebetrieb, sondern ein wissensgetriebenes

Prüfungs- und Beratungsunternehmen. Was

bedeuten für Sie Nachhaltigkeit und langfristiges Denken?

In erster Linie besteht unser Beitrag zur Nachhaltigkeit

darin, dass wir die künftigen Führungskräfte in unseren Kernkompetenzen

für die Schweiz ausbilden. Gleich danach

kommen dann die, ich sage mal Kollateralschäden für die

Umwelt, die bei unserer Arbeit entstehen und die wir

natürlich so weit wie möglich vermeiden möchten. Aber

das Vermitteln von Wissen macht den Kern unserer Nachhaltigkeit

aus. Das ist aber nicht nur das Übertragen von

Know-how an unsere Kunden, dafür werden wir ja bezahlt.

Wir ermöglichen darüber hinaus jedes Jahr einer grossen

Zahl von jungen Leuten, nach der Theorie im Studium die

notwendige praktische Erfahrung sammeln zu können.

Diese Leistung wird oft zu wenig wahrgenommen. Wir ermöglichen

ihnen, ihr Wissen in den verschiedensten Firmen

und Branchen und auf ganz unterschiedliche Problemstellungen

anzuwenden. Dabei bleibt längst nicht jeder für

immer bei uns, das ist Teil unseres Geschäftsmodells. Wir

bilden die Führungskräfte für die Wirtschaft aus. Wir sind

damit eine Organisation, die Wissen generiert und weitergibt

und somit einen wichtigen Beitrag für die jeweilige

Volkswirtschaft erbringt.

Eine klassische Erfolgsrechnung

ist für unser Unternehmen wenig

aussagekräftig.

Sie zeigen erstmals eine Wertschöpfungsrechnung,

wie sieht die aus?

Eine klassische Erfolgsrechnung und Bilanz sind für unser

Unternehmen wenig aussagekräftig. Viel interessanter

ist aus meiner Sicht eine Wertschöpfungsrechnung (siehe

Seite 20), die zeigt, welche Nettowertschöpfung das Unternehmen

erbracht hat und wie diese verteilt wird: nämlich

dem Staat über Steuern und Abgaben, unseren Mitarbeitenden

und den Kapitalgebern. Diese Rechnung zeigt, welche

Leistungen wir erbringen und welche Vorleistungen wir bei

anderen Lieferanten einkaufen. Die Differenz ist die Wertschöpfung,

die wir für die Volkswirtschaft erbringen.

Inwieweit beeinflusst das Thema Nachhaltigkeit Ihre

Unternehmensstrategie?

Unser Hauptziel ist es, diese Wertschöpfung und Wissensvermittlung

zu optimieren. Daneben muss es unser Ziel

11

-

Wofür wir stehen

sein, den dazu notwendigen Verbrauch von Ressourcen zu

minimieren. Deshalb haben wir uns selbst entsprechende

Kennzahlen gegeben, die sich auf Beschaffung, Entsorgung,

Energieeinsparungen oder CO2-Emissionen beziehen, und

legen diese Zahlen auch in unserem Jahresbericht offen.

Wir setzen auf Qualität und

Ausbildung, um die Wirtschaft

nachhaltig zu stärken.

Gibt es zu diesen Indikatoren einen eigenen

Managementansatz?

Die Lösungsansätze für ein möglichst effizientes und ressourcenschonendes

Arbeiten werden bei Ernst & Young auf

der globalen Ebene gesteuert. Globale Konzepte haben aber

meiner Meinung nach nur dann eine Chance, wenn sie

lokal gelebt und damit auch tatsächlich umgesetzt werden.

Darum bemühen wir uns bei Ernst & Young Schweiz und

nehmen uns selbst in die Pflicht.

Stichwort globale Perspektive: Welche Trends sehen

Sie weltweit, die Ihre Geschäftstätigkeit massgeblich

beeinflussen werden?

Ein ganz grosser Trend ist Transparenz. Wir schaffen ja

selbst als Wirtschaftsprüfer oder Berater Transparenz – und

das weltweit. Aber das macht nur Sinn, wenn das Verständnis

davon, was Transparenz bedeutet, einheitlich ist.

Daher wollen wir dabei sein, wenn diese Regeln definiert

werden. In unserer Funktion als Wirtschaftsprüfer und -berater

stellen wir sicher, dass diese Regeln dann auch eingehalten

werden.

Welche Herausforderungen stellen sich angesichts der

Finanzkrisen?

Wenn es um die Krise von Staatsfinanzen geht, sind wir

wieder ganz schnell beim Thema Transparenz. Ganz anders

als bei börsenkotierten Unternehmen gibt es für Staaten

und Kommunen keine weltweit einheitlichen Regeln, wie sie

ihre Rechnungslegung darstellen müssen, obwohl wir heute

realisieren, dass sie mindestens so wichtig und global vernetzt

sind. Hier fehlen noch sehr viel Transparenz und Vereinheitlichung,

da wird noch einiges auf uns zukommen.

Jahresbericht 2012


12

-

Company

Wachstum ist ein Schlüsselbegriff der

Ökonomie – für Volkswirtschaften wie für

einzelne Unternehmungen. Ernst & Young

ist eine globale Organisation mit rechtlich

selbstständigen Mitgliedsunternehmen.

Wir setzen auf organisches Wachstum.

Was heisst das?

Wir wachsen Schritt für Schritt und nehmen

dabei das grosse Ganze in den Blick: Nur

was langfristig zum Aufbau beiträgt und

kommenden Ernst & Young-Generationen

Chancen eröffnet, entspricht unserem

Verständnis von nachhaltigem Wachstum.

Die Natur inspiriert uns: Bei den Korallen

halten Wachstum und Entwicklung stets

miteinander Schritt, in engem Bezug zu

ihrem Umfeld. Das ist das Erfolgsgeheimnis

dieses komplexen Ökosystems.

Jahresbericht 2012


Build from the

bottom up

Korallenriffs gehören zu den produktivsten

Ökosystemen der Welt. 25 Prozent der bekannten

Meerestierarten sind dort heimisch, obwohl

Riffs weltweit gerade einmal 0,1 Prozent des

Meeresbodens bedecken. Zusammenarbeit,

Nährstoffrecycling und langfristige Ressourcenoptimierung

sind hier der Schlüssel zum

Erfolg. Anemonenartige Korallenpolypen, jeder

einzelne in einem Ektoskelett aus kohlensaurem

Kalk, und Zooxanthellen bilden die Riffstruktur.

Die Alge liefert bis zu 90 Prozent der

Nährstoffe, während die Koralle Schutz bietet

und CO2 für die Fotosynthese produziert. Die

einzelnen erzeugten Mengen «Baumaterial»

sind verschwindend gering, und doch bilden

sich im Laufe der Zeit riesige Gebilde.


14

-

Company

Unser Wettbewerbsvorteil:

global gebündeltes Wissen

Ernst & Young ist ein weltweit führendes

Unternehmen für Wirtschaftsprüfung,

Steuer- und Transaktionsberatung sowie

für Advisory Services. Das Wissen unserer

Mitarbeitenden bildet unser grösstes

Kapital: ein starkes Fundament für nachhaltiges

Wirtschaften. Ernst & Young

Schweiz ist Teil der weltweiten Organisation

und eröffnet unseren Kunden Zugang

zu einem globalen Fundus an Wissen

und Innovationen. In diesem Kapitel berichten

wir über unsere Werte und unsere

Kultur sowie über Struktur und Leistungen.

Ernst & Young Schweiz bekennt sich zu den Zielen einer

nachhaltigen Entwicklung. Denn um der wachsenden

Weltbevölkerung trotz beschränkter Ressourcen ein Leben

in Würde und Sicherheit zu ermöglichen, müssen neue

Lösungen entwickelt werden: neue Produkte, neue Produktionsverfahren

und neue Organisationsformen für erfolgreiche

Unternehmen. Das ist eine grosse Chance für alle

Marktteilnehmer, die durch ihre Ideen, ihr Know-how und

ihre innovativen Produkte der Zeit einen Schritt voraus sind.

Nachhaltigkeit verleiht Dynamik

In einem derart vitalen Wirtschaftsumfeld ist das global

gebündelte Wissen der Ernst & Young-Professionals ein

entscheidender Wettbewerbsvorteil. Unsere Mitarbeitenden

sind stets am Puls der Zeit. Sie können führenden,

innovativen Firmen als Qualitätsanbieter helfen, anspruchsvolle

Ziele zu setzen, diese effizient zu realisieren und ihre

Umsetzung offenzulegen und zuverlässig zu überwachen.

Explizit sprechen uns immer mehr Kunden auf Nachhaltigkeitsfragen

an, was die zunehmende Bedeutung dieses

Themas im Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgeschäft

unterstreicht. Dabei erwarten die Kunden, dass

Jahresbericht 2012

auch Ernst & Young selbst ein professionelles und vorausschauendes

Nachhaltigkeitsmanagement aufzuweisen

hat – eine Herausforderung, der sich das Unternehmen

gerne stellt.

Nutzen für die Volkswirtschaften

Die Geschäftstätigkeit von Ernst & Young führt in diesem

Zusammenhang zu wichtigen Verbesserungen bei unseren

Kunden: Die Qualität der Informationen, die den Finanzmärkten

zur Verfügung gestellt werden, steigt. Das ist ein

wichtiger Faktor für eine stabile Wirtschaft mit Fairness

für alle Stakeholder. Strategisch gut geführte Unternehmen

werden langfristig am Markt länger überleben.

Zudem bieten wir Dienstleistungen zu Klimaschutz und

zu anderen Nachhaltigkeitsschwerpunkten an. Unser

Bereich Climate Change and Sustainability Services (CCaSS)

unterstützt unsere Kunden bei diesen Themen. Um mit

gutem Beispiel voranzugehen, legen wir selbst grossen

Wert auf nachhaltige Unternehmensführung.

Das Thema Nachhaltigkeit hat für Ernst & Young also

doppelte Relevanz: Es betrifft unsere Kunden, und es

bezieht sich natürlich auch auf den Anspruch, den wir

an unser eigenes Unternehmen stellen. Wie wir diesem

Anspruch genügen und was wir im Berichtsjahr dazu erreicht

haben, stellen wir in den Kapiteln dieses Berichts vor.

Wir wollen uns auch in Zukunft engagiert der Herausforderung

einer nachhaltigen Unternehmensführung stellen,

unter anderem im Hinblick auf die folgenden Themen: Vielfalt

durch Erhöhung des Frauenanteils auf Führungsebene,

Umweltschutz (z. B. durch weitere Reduktion von

Arbeitsplatzdruckern) und wirtschaftlicher Erfolg durch

Kostenoptimierung in der Lieferkette.

Mit unseren Leistungen in der Wirtschaftsprüfung und

-beratung sorgen wir für eine gute Unternehmensführung

und -kontrolle, für eine verlässliche Finanzkommunikation

und ein stringentes Risikomanagement. Aufbau und Pflege

von Wissen sind der Kern unseres Geschäftsmodells. Dazu

fördern wir die kontinuierliche Aus- und Weiterbildung und

pflegen einen sehr engen Austausch innerhalb der Organisation.

Denn die Qualität aller Dienstleistungen beruht im

Wesentlichen auf der Kompetenz und dem Wissen der Mitarbeitenden.

Täglich tragen weltweit 167’000 Mitarbeitende

von Ernst & Young dazu bei, ihre Kenntnisse, Erfahrungen

und Ideen in einen globalen Wissenspool einzu brin -

gen – ein enormer Nutzen für alle Kunden. Unser Know-how


kommt Wirtschaft und Gesellschaft zugute. Dies ist die

zentrale Leis tung, die Ernst & Young erbringt, mit dem Ziel

einer nachhal tigen Entwicklung auf lokaler, regionaler

und globaler Ebene.

Unternehmensstruktur

Innerhalb der globalen Ernst & Young-Organisation agiert

die Ernst & Young Global Limited (EYG), eine Gesellschaft

mit beschränkter Haftung nach britischem Recht, als Steuerungsgesellschaft.

Leistungen für Kunden werden ausschliesslich

durch einzelne, rechtlich selbstständige EYG-Mitgliedsunternehmen

erbracht, die in vier Weltregionen und 140

Ländern für ihre Kunden präsent sind. Im Gegensatz zu

vielen anderen Prüfungs- und Beratungsfirmen, die einzelne

Landesgesellschaften eher in lockeren Verbünden zusammenschliessen,

präsentiert sich Ernst & Young als eine globale

Organisation mit weltweit einheitlichen Strukturen

und Prozessen. Damit bietet sie genau die Stärken, die ihre

international operierenden Kunden erwarten.

In Europa, im Nahen Osten, in Indien und in Afrika haben

sich Ernst & Young-Landesgesellschaften aus mehr als

90 Ländern zu einer einzigen Region, der EMEIA Area

(Europe, Middle East, India and Africa), zusammengeschlossen.

Wie in den anderen drei Ernst & Young-Regionen

– Americas, Asia-Pacific und Japan – will man auf

diese Weise den Kunden über Ländergrenzen hinweg die

besten Ressourcen, die besten Teams und die besten

Leistungen zur Verfügung stellen.

Grosses Plus: vernetzte Teams

Der fortlaufende interne und externe Wissenstransfer und die

enge Zusammenarbeit der Mitarbeitenden von Ernst & Young

werden durch regionale, aber auch durch fach- und sprachbezogen

organisierte Netzwerke im Unternehmen gestärkt.

Dass Ernst & Young dabei schnell und unkompliziert handelt,

wie es unsere Kunden und die Dynamik der Märkte verlangen,

ist ein weiteres Plus dieser besonderen Organisationsform.

Auf EMEIA-Ebene stellt unter anderem die Organisationseinheit

Financial Services Organization (FSO) den

fachspezifischen Wissensaustausch sicher. Ihr sind alle

Mitarbeitenden mit Ausrichtung auf den Banken-, Asset-

Management- und Versicherungsbereich länderübergreifend

zugeordnet.

Auch unter dem Aspekt der Sprachkompetenz wird

Zusammenarbeit grossgeschrieben: So treffen sich in

-

Code of Conduct

-

Stehe ich guten Gewissens zu

meiner Entscheidung? Dies ist nur

ein Kriterium von vielen für

ethisches Handeln bei Ernst & Young.

15

-

Company

verschiedenen Netzwerken Berater aus vielen Ländern der

globalen Ernst & Young-Organisation. Ihr Ziel ist es, den

Kunden innovatives Wissen möglichst unkompliziert zugänglich

zu machen und sie im Ausland mit detaillierten Landeskenntnissen

zu unterstützen. Das Netzwerk setzt sich

aus Professionals verschiedener Muttersprachen, die für

einen bestimmten Zeitraum aus ihrer Heimatpraxis ins

Ausland gegangen sind, sowie aus Experten der jeweiligen

Länderbüros zusammen.

Werte und Prinzipien

Innovation, Kompetenz und Effizienz sind grundlegend für

unseren Geschäftserfolg. Ganz und gar unverzichtbar ist

darüber hinaus eine wertorientierte Unternehmensführung

mit hohen ethischen Standards. Daran misst sich täglich

die nachhaltige Qualität unserer eigenen Leistungen. Denn

mehr noch als andere Branchen leben Wirtschaftsprüfung,

Steuerberatung und Rechtsberatung, Transaktionsberatung

und Advisory Services von einem hohen Gut: Vertrauen.

Es geht um das Vertrauen der Kunden in Ernst & Young

und das Vertrauen, das deren Wirtschaftspartner wiederum

den Kunden entgegenbringen – eben weil diese mit

Ernst & Young zusammenarbeiten und sich auf deren

Ethos und Fachwissen verlassen können.

Um sich dieses Vertrauen zu verdienen, legt Ernst & Young

grossen Wert auf die konsequente Einhaltung eines strengen

Verhaltenskodex. Dessen Anforderungen an das Verhalten

gründen auf den Werten, zu denen sich Ernst & Young

ohne Einschränkung bekennt. Nachhaltig zu denken und auf

der Basis fester Werte und Prinzipien zu handeln ist für

uns Verpflichtung und Erfolgsfaktor zugleich. Der «Code of

Conduct» von Ernst & Young setzt die vom Unternehmen

etablierten Werte in die Praxis des täglichen Geschäftslebens

um. Er gibt also einen ethischen Orientierungsrahmen

vor, an dem sich die Entscheidungen aller Mitarbeitenden

ausrichten sollen. Die fünf Themen in den Verhaltensrichtlinien

spiegeln das breite Aktionsfeld von Ernst & Young wider:

• Interne Zusammenarbeit

• Zusammenarbeit mit Kunden und mit Dritten

• professionelle Integrität

• Objektivität und Unabhängigkeit

• Respekt vor geistigem Eigentum.

Der Verhaltenskodex ist auf der Unternehmenswebsite

www.ey.com/CH unter Global Code of Conduct publiziert. Die

Ethik-Hotline von Ernst & Young gibt allen Mitarbeitenden

Jahresbericht 2012


16

-

Company

-

EthicsPoint

-

Per Hotline und über eine extern

gehostete Website kann man auf

Fehlverhalten hinweisen. Jederzeit.

die Möglichkeit, jederzeit anonym oder offen auf Verhalten

aufmerksam zu machen, das dem Verhaltenskodex von

Ernst & Young zuwiderläuft. Auch über eine Website kann

man Verdachtsfälle melden. Sie wird von einem unabhängigen

externen Host, EthicsPoint, betrieben. Jede Eingabe

wird von EthicsPoint an den General Counsel weitergeleitet.

Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden zwei Verdachtsfälle

gemeldet.

Risiken kontrollieren

«Quality In Everything We Do» – so lautet das Versprechen,

das Ernst & Young seinen Kunden gibt. Wo immer auf der

Welt sie Unterstützung bei ihren unternehmerischen Aktivitäten

suchen: Ernst & Young liefert ihnen massgeschneiderte

Beratungsleistungen sowie unabhängige Prüfungen,

Testate und Gutachten, auf die sie und ihre Stakeholder

bauen können.

Objektivität und Unabhängigkeit sind die Messlatten für

die Urteile der Prüfer und Berater. Nur so kann in der Öffentlichkeit

Vertrauen in die Finanz- und Unternehmenskommunikation

geschaffen werden. Dies wiederum ist sehr wichtig

für den Erfolg der Kunden. Daher baut Ernst & Young

sein Qualitäts- und Risikomanagement – weit über die Anforderungen

des Gesetzgebers hinaus – konsequent aus.

Das professionelle Quality-and-Risk-Manage ment-Team

unterstützt die Kolleginnen und Kollegen dabei, die oft

hochkomplexen Prüfungs- und Beratungsleistungen mit

den regulatorischen Vorgaben in Einklang zu bringen.

Unabhängigkeit ist dabei ein zentraler Faktor. Darüber

hinaus bemühen sich die Qualitäts- und Risikomanager,

mögliche Konflikte gar nicht erst aufkommen zu lassen,

und überwachen die Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften

sowie der internen Richtlinien. Das Qualitätsversprechen

ist kein abstraktes Statement. Es muss vielmehr

von jedem einzelnen Mitarbeitenden täglich neu eingelöst

werden. Auf der Führungsebene ist der Leiter Quality & Risk

Management/Compliance zugleich Mitglied der Geschäftsleitung

der Ernst & Young AG.

Schlanke Führungsgremien

Die Governance von Ernst & Young Schweiz umfasst die Gesellschaften,

die zur Holdinggesellschaft ATAG Ernst & Young

Holding AG («Holding») gehören. Die operativ tätige und als

staatlich beaufsichtigtes Revisionsunternehmen registrierte

Gesellschaft ist die Ernst & Young AG, die vollständig im

Jahresbericht 2012

Besitz der Holding ist. Zusätzlich kontrolliert die Holding

weitere Gesellschaften, insbesondere unsere Tochtergesellschaft

in Liechtenstein.

Der Verwaltungsrat der Holding besteht aus drei Mitgliedern:

dem Verwaltungsratspräsidenten, der nicht Mitglied

der Geschäftsleitung der Ernst & Young AG ist, dem Country

Managing Partner (CEO) und einem EMEIA Vertreter,

der neben einer Führungsrolle in EMEIA auch der Leiter des

Marktbereichs Financial Services bei der Ernst & Young AG

ist. Bei der Ernst & Young AG agieren Geschäftsleitung

und Verwaltungsrat in Personalunion. Die Mitglieder der

Geschäftsleitung der Ernst & Young AG werden auf Antrag

des CEO vom Verwaltungsrat der ATAG Ernst & Young

Holding AG gewählt.

Interessenkonflikte vermeiden

Das Kapital der Holding ist zu 100 Prozent über den

Partnerpool ATAG Ernst & Young im Besitz der Partner

von Ernst & Young Schweiz. Die Partner sind die alleinigen

Eigentümer der Gesellschaft, sie können über das

Tagesgeschäft und die allgemeinen Führungsstrukturen

ihre Anliegen einbringen. Zudem wurden auf nationaler

(Partnerausschuss) und internationaler Ebene (EMEIA

Advisory Council und Global Advisory Council) zusätzliche

Governancegremien mit Partnern ohne Managementverantwortung

etabliert. Auch über diese Gremien können die

Anteilseigner ihre Empfehlungen einbringen.

Das Vermeiden von Interessenkonflikten hat bei uns

höchste Priorität. Kein Partner und auch nicht seine Familienmitglieder

dürfen finanzielle Beteiligungen an Prüfungsmandaten

halten.

Ausserdem ist es allen Partnern verboten, Verwaltungsratsmandate

bei anderen Unternehmen anzunehmen.

Einzige Ausnahmen sind Gesellschaften im Familienbesitz

des entsprechenden Partners und Mandate bei wohltätigen

Organisationen. Jeder Partner muss alle drei Monate

bestätigen, dass er diese Grundsätze einhält. Diese

Angaben werden wiederum einmal im Jahr stichprobenartig

einer unabhängigen Überprüfung unterzogen.

Auch geschäftliche Beziehungen mit anderen Gesellschaften,

zum Beispiel mit Lieferanten, werden laufend

aus Unabhängigkeitssicht analysiert: Noch bevor eine

Geschäftsbeziehung aufgebaut wird, lassen sich über

ein zentral gesteuertes System mögliche Interessenkonflikte

aufdecken.


Nachhaltigkeitsmanagement

Nachhaltigkeit ist ein integrales Thema unserer Unternehmensführung.

Im Berichtsjahr haben wir bei Ernst & Young

Schweiz einen strukturierten Nachhaltigkeitsmanagementprozess

in Gang gesetzt, der im Geschäftsjahr 2012/13

weiter umgesetzt werden soll. Seit dem aktuellen Geschäfts -

jahr weisen wir unsere Nachhaltigkeitsleistung nach den

Kriterien der GRI-Richtlinien aus. Der Verwaltungsrat setzt

sich im Rahmen der Prüfung dieser Berichterstattung mit

den Leistungen des Unternehmens in allen Dimensionen der

Nachhaltigkeit auseinander. Dies ergänzt die traditionellen,

finanzbetonten Kontrollmechanismen, in deren Rahmen

alle Mitglieder der Führungs- und Leitungsorgane monatlich

detaillierte Informationen zum Geschäftsgang mit Budget

und Vorjahresvergleichen erhalten.

Neben dem neu eingeführten Nachhaltigkeitsreporting

hat man im Geschäftsjahr auch ein Portfolio von Nachhaltigkeitsaktivitäten

vorbereitet. Ausserdem sollen bereits

bestehende Initiativen in den Bereichen Marketplace, Workplace,

Environment und Community besser koordiniert

und integriert werden. Die wesentlichen Ziele bei der Weiterentwicklung

des Nachhaltigkeitsmanagements stehen

fest: Es soll ein robustes internes und externes Informationsmanagement

mit einer zentralen Anlaufstelle für Mitarbeitende

und Kunden geben, die sich über Nachhaltigkeitskriterien

informieren möchten.

Dialog mit den Stakeholdern

Wo das Wissen im Mittelpunkt steht, muss auch die Gesprächskultur

stimmen. Das gilt nicht nur intern; ein offener und

transparenter Dialog mit den Kunden ist für uns selbstverständlich.

Der Austausch mit dem Management und den

Audit Committees börsenkotierter Unternehmen ist wichtig.

Dabei diskutieren wir auch aktuelle Entwicklungen im Auditing,

in der Finanzberichterstattung und im Steuer- und

Rechtsbereich sowohl mit den einzelnen Audit Committees

unserer Kunden als auch bei Treffen mit Gruppen von Audit

Committee Chairs. Darüber hinaus bieten wir unseren

Kunden aktuelle Informationen zu Nachhaltigkeitsfragen,

beispielsweise in Form von Studien zu Nachhaltigkeitstrends

(siehe Seite 75).

Neben den Kunden tauscht sich Ernst & Young Schweiz

auch eng mit den Stakeholdergruppen aus, auf welche die

Tätigkeit des Unternehmens einen wesentlichen Einfluss

hat und die den Erfolg unseres Unternehmens wesentlich

-

Informiert und vernetzt

-

Unsere Arbeit ist nicht denkbar ohne

Kontaktpflege: Wir sind ständig im Aus-

tausch mit Kunden und Stakeholdern.

17

-

Company

bedingen. Art und Inhalt dieses Austauschs werden in den

verschiedenen Kapiteln dieses Berichts vertieft beschrieben,

zum Beispiel Befragungen, Performancegespräche und

Alumniveranstaltungen für ehemalige Mitarbeitende (siehe

auch Seite 43), diverse Governancegremien für Partner

als Eigentümer (siehe auch Seite 16) und gemeinnützige

Engagements des Unternehmens und der Mitarbeitenden

im Hinblick auf die Interessen der Öffentlichkeit sowie von

NGOs (siehe auch Seite 64). Ernst & Young ist bei aktuellen

Anlässen auch Ansprechpartner für die Presse und

Mitglied in Fachgremien wie der Schweizerischen Treuhandkammer

und anderen Fachgremien.

Auch global legt Ernst & Young grossen Wert auf sorgfältige

Stakeholderdialoge, vor allem im Rahmen des

Audit Firm Governance Code. Die Kommunikation mit

Investoren und globalen Investorengruppen ist dabei von

zentraler Bedeutung. Ferner ist die globale Ernst & Young

Organisation Mitglied des UN Global Compact. Unter

www.unglobalcompact.org finden sich weiterführende Informationen

zu dieser Initiative für eine sozial- und umweltverträgliche

Gestaltung der globalen Wirtschaft.

Jahresbericht 2012


18

-

Company

Für Ihre Branche ändert sich das Umfeld weltweit rasant.

Was betrachten Sie als die grössten Herausforderungen

für Ernst & Young Schweiz in den nächsten Jahren?

Die grösste Herausforderung ist sicher die Regulierungsdichte,

und es kommen weitere neue regulatorische Vorgaben

auf uns zu. Wegen der demografischen Entwicklung

wird uns ausserdem schon sehr bald das Recruiting

geeigneter Mitarbeitender beschäftigen. Der Bewerberpool

wird kleiner. Wir wollen zudem eine breite Diversität

innerhalb der Organisation; angesichts sich tendenziell

abschottender Arbeitsmärkte ist das nicht immer einfach

zu realisieren.

Spielt das Thema Nachhaltigkeit dabei eine Rolle?

Weil wir ein Dienstleister und ein People’s Business sind,

ist unsere Mitarbeiterbindung sehr wichtig. Wir stehen im

Wettbewerb um gut ausgebildete, mehrheitlich junge

Leute. Es gibt viele Kriterien bei der Entscheidung für einen

Arbeitgeber. Sicherlich gehören auch das Image und das

Bruno Chiomento

CEO

Ernst & Young Schweiz

-

«Unser Geschäftsmodell

ist per se nachhaltig»

Nachhaltiges Handeln gehört heute auf jede Firmenagenda. Warum das so ist?

Der CEO von Ernst & Young Schweiz, Bruno Chiomento, sieht darin ein beachtliches

Wettbewerbspotenzial für Unternehmen. In der eigenen Organisation macht vor

allem die Qualität der Mitarbeitenden den Unterschied.

Jahresbericht 2012

Engagement eines Unternehmens dazu. Von daher würde

ich die Frage bejahen.

Was verstehen Sie bei Ernst & Young genau unter dem

Begriff Nachhaltigkeit?

Wir betrachten die Organisation insofern als nachhaltig,

als wir möglichst viele Berufseinsteiger ausbilden und

ihnen bei uns eine Karriere ermöglichen. In diesem Sinne

sind wir eine Ausbildungsstätte und betreiben Wissensvermittlung.

Ziel der Partner, also der Eigentümer von

Ernst & Young, ist es, die Firma den nachfolgenden Generationen

in einem noch besseren Zustand zu übergeben,

als sie sie selbst vorgefunden haben. Denn auch die Nachfolger

sollen wie ihre Vorgänger ihre beruflichen Chancen

voll nutzen können. Das halte ich für ein sehr nachhaltiges

Geschäftsmodell, das auf dem Gedanken einer

guten Unternehmensführung basiert. Vor diesem Hintergrund

ist Nachhaltigkeit bei uns also quasi intrinsisch

motiviert.


Auf welchen Werten und Prinzipen beruht dieses

Selbstverständnis?

Die Werte bei Ernst & Young sind global in einem Code of

Conduct definiert. Dazu gehören auch eine hohe Wertschätzung

der Mitarbeitenden und ein offener Wissenstransfer

untereinander mit regelmässigem Feedback. Wir

pflegen diese Dialogkultur, die auch nach aussen gilt: Der

kontinuierliche Austausch mit unseren Kunden ist uns extrem

wichtig. Viele Unternehmen haben wunderschöne Value

Statements, aber entscheidend ist konsequentes Handeln

und danach zu leben, auch wenn mal etwas schiefläuft.

Ist diese nachhaltige Ausrichtung ein Wettbewerbsvorteil

für Ernst & Young?

Das wäre wünschenswert, aber ich denke, nachhaltiges

Handeln ist einfach ein sine qua non – ohne das geht es

nicht, auch nicht für unsere Wettbewerber. Am Ende des

Tages unterscheiden sich in unserer Branche die grossen

Anbieter nicht in der Strategie oder in den Preisen, sondern

in der Implementierung ihrer Arbeit beim Kunden;

und diese Qualität muss jeden Tag aufs Neue unter Beweis

gestellt werden.

Wir haben bisher über Nachhaltigkeit bei Ernst & Young

selbst gesprochen. Wie sieht es mit Ihren Kunden aus,

bringt das Thema neues Geschäft für Sie?

Ja sicher, wir bieten dazu auch spezifische Dienstleistungen

etwa im Bereich Cleantech an oder mit dem Service

«Climate Change and Sustainability». Unternehmer müssen

beim Thema Nachhaltigkeit drei wesentliche Faktoren

berücksichtigen: neben der Wirtschaftlichkeit auch ökologische

und gesellschaftliche Herausforderungen. Ich

nenne hier nur die Bemühungen um die Reduktion von

CO2-Ausstoss bzw. Kompensationen. Das beschäftigt

heute jede Firma. Wer nicht mitzieht, verliert an Reputation

und wird langfristig abgehängt. Insofern ist Nachhaltigkeit

ein beachtlicher Wettbewerbsfaktor. Global aufgestellte

Firmen in der Schweiz stehen recht gut da. Sie exportieren

ihre nachhaltige Unternehmensführung und machen

zugleich Druck auf die Konkurrenz im Ausland. Bekanntlich

prallen heute immer noch globale Bemühungen zugunsten

des Umweltschutzes an vielen nationalen Interessen

ab. Doch das Thema wird in jedem Fall deutlich an Bedeutung

gewinnen.

Ihr Jahresbericht nach GRI-Richtlinien ist quasi eine

Momentaufnahme in einem langfristigen Entwicklungsprozess

von Ernst & Young. Was sind die bislang wichtigsten

Schritte auf diesem Weg?

19

-

Company

Mit dem Bericht erklären wir unser Modell nachhaltigen

Wirtschaftens und machen unsere konkreten Bemühungen

publik. Dieses Engagement ist ein sehr ernsthaftes Anliegen

der Partnerschaft, wird von der Geschäftsleitung gesteuert

und ist in der Tat als Prozess angelegt: Wir messen nach

bestimmten Kriterien wie etwa Energie- oder Materialverbrauch

unsere Nachhaltigkeit, um immer besser zu werden.

Ein grosser Schritt in diese Richtung war 2011 der Bezug

unseres neuen «platform»-Gebäudes in Zürich, wo jetzt

immerhin die Hälfte aller Mitarbeitenden von Ernst & Young

Schweiz arbeitet. Das Haus ist auch aufgrund nachhaltiger

Überlegungen gebaut, mit Blick auf den Umweltschutz

geplant und für die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln

sehr günstig gelegen.

Wer die besten Mitarbeitenden hat,

hat auch die zufriedensten Kunden.

Welche Ziele haben Sie sich als CEO für die kommenden

drei Jahre gesetzt?

Natürlich wollen auch wir unseren Marktanteil erhöhen;

in der Schweiz sind wir heute rein vom Umsatz her die

Nummer 2. Da wir uns in den letzten Jahren in der Schweiz

von einigen Geschäftsfeldern getrennt haben, muss man

den Umsatz allerdings differenziert betrachten. Was die

Kundenbeziehung angeht, so möchten wir beispielsweise

bei den SMI-kotierten Unternehmen weiterhin stark verankert

sein. Derzeit sind wir bei allen im Geschäft: bei

35 Prozent mit Wirtschaftsprüfungsmandaten, bei den

restlichen 65 Prozent mit anderen Dienstleistungen. Aber

wir wollen vor allem auch das Unternehmertum und die

Entrepreneure auf ihrem Wachstumspfad eng begleiten.

Das Thema Kundenbeziehung hängt wiederum mit der

Mitarbeiterbindung zusammen: Wer die besten Mitarbeitenden

hat, hat auch die zufriedensten Kunden und damit

das beste Image. Das ist wiederum attraktiv für Bewerber.

Der Kreis schliesst sich …

Richtig: Wissen und Ausbildung, Unternehmertum sowie

Engagement für Umwelt und Gesellschaft sind die vier Säulen,

auf denen Erfolg und Nachhaltigkeit von Ernst & Young

basieren. Eins bedingt das andere.

Jahresbericht 2012


20

-

Company

Facts & Figures

Darstellung der Wertschöpfung in CHF 1’000

Wertschöpfungsrechnung

Bruttowertschöpfung

(Umsatzerlös einschliesslich MwSt.)

Vorleistungen

Bürokosten

Weiterverrechnete Spesen

Übrige Vorleistungen

Abschreibungen

Nettowertschöpfung

Verteilung der Nettowertschöpfung

• Mitarbeiter

• Staatliche/Soziale Abgaben

inkl. AHV

• Eigen- und Fremdkapitalgeber

Verwendung

2011/12

569’330

—20’153

—86’433

—51’447

—3’821

407’476

347’563

52’585

7’328

407’476

329’832

45’513

6’861

382’206

Eigentümerstruktur und Rechtsform

Ernst & Young ist über eine Holdingstruktur nach Schweizer Recht

organisiert. Das Kapital der Holding ist zu 100 Prozent über den Partnerpool

ATAG Ernst & Young im Besitz der Partner von Ernst & Young Schweiz.

100 %

Jahresbericht 2012

2010/11

541’459

—24’340

—79’815

—51’057

—4’041

382’206

Die Wertschöpfungsrechnung zeigt

den fakturierten Gesamtumsatz des

Unternehmens einschliesslich der

weiterverrechneten Auslagen und der

Mehrwertsteuer (Bruttowertschöpfung),

zieht die vom Unternehmen

bezogenen Vorleistungen ab und legt

dar, wie die resultierende Nettowertschöpfung

an die Mitarbeitenden, den

Staat und die Kapitalgeber verteilt

wird. Durch die gestiegenen weiterverrechneten

Spesen nahm die Bruttowertschöpfung

um 5 Prozent im

Vergleich zum Gesamtumsatz (4 Pro -

zent) leicht überproportional zu.

Der Umzug an einen einzigen Standort

in Zürich resultierte in tieferen Bürokosten,

wogegen die gesamten Abgaben

an staatliche Stellen weiter gestiegen

sind. Der weitaus grösste Teil der Nettowertschöpfung

wird an die Mitarbeitenden

verteilt. Dieser Betrag erhöhte

sich aufgrund des erhöhten Personalbestandes

um rund 5 Prozent.

Dienstleistungen

• Wirtschaftsprüfung (Assurance)

• Steuerberatung (Tax)

• Transaktionsberatung

(Transactions)

• Wirtschaftsberatung (Advisory)


Gesamtumsatz (2011/12)

in Mio. CHF

533

Gesamtumsatz Vorjahr: 510 Mio. CHF

Nettowertschöpfung (2011/12)

in Mio. CHF

407

Nettowertschöpfung Vorjahr: 382 Mio. CHF

11 Standorte in der Schweiz

und Liechtenstein

Anzahl Mitarbeitende insgesamt

Die Schweizer Mitarbeitenden sind Teil des globalen Wissenspools von

Ernst & Young – ein enormer Nutzen für alle Kunden.

2’102

Weibliche Mitarbeitende: 855

Männliche Mitarbeitende: 1’247

Umsatz nach Segmenten in CHF 1’000

Audit and Assurance Services

Advisory Services (incl. TAS*)

Tax and Legal Services

Total

*TAS: Transaction Advisory Services

11 Genf

10 Lausanne

Jahresbericht 2012

2011/12

269’428

109’902

153’522

532’852

1 Basel

3 Zürich

2 Aarau

6 Zug

8 Luzern

9 Bern

4

7 Lugano

5 Vaduz

21

-

Company

2010/11

267’736

87’538

155’027

510’301

St. Gallen

ca. 167’000

Anzahl Mitarbeitende Schweiz

Anzahl Mitarbeitende global


22

-

Marketplace

Unsere wichtigsten Erfolgsfaktoren sind

Qualität und Nachhaltigkeit. Wir entwickeln

anspruchsvolle Lösungen, die weit über

den Tag hinaus positive Wirkung entfalten.

Kurzfristige Gewinnmaximierung ist daher

nicht der entscheidende Gradmesser unseres

Erfolgs. Denn nicht ein «Mehr» wird die

Zukunft sichern, sondern nur ein «Besser».

Das mächtige Geweih der Hirsche liefert

dazu eine interessante Parallele. Die Natur

schafft hier einen einmaligen Balanceakt:

zwischen ausreichender Masse und notwendiger

Mobilität.

Jahresbericht 2012


Optimize rather

than maximize

Jedes Frühjahr wächst dem Hirsch ein neues

Geweih. Haltung und die möglichst ausladenden

Schaufeln (1,2 m breit und über 18 kg schwer)

bringen gegenüber Rivalen klare Vorteile. Das

Geweih wächst täglich um 2,5 cm, schneller

als jedes andere Gewebe, allerdings zu einem

hohen Preis. Mehr als 50 kg Kalzium werden

jedes Jahr der Knochenmasse des Bullen entzogen,

ein Verlust, den nur die stärksten Tiere

verkraften. Deshalb optimiert der Hirsch die

Geweihgrösse, statt sie zu maximieren. Und

ebenso genial: Nach der Paarung holt der

Körper sich das Kalzium vor dem Abwerfen

der Schaufeln zurück.


24

-

Marketplace

Das A und O ist der Dialog

mit dem Kunden

Wir setzen auf Qualität – und dieses

Bekenntnis hat zwei Seiten: Einerseits

wollen wir die Qualität jeder einzelnen

Dienstleistung unseres breiten Ange botsportfolios

in nahezu allen Branchen

fortlaufend verbessern und andererseits

die unternehmerische Qualität auf

Kundenseite noch weiter steigern. Das

Engagement für unsere Kunden ist

daher geleitet von der Kernidee, auf beiden

Seiten Potenziale zu entfalten. In

diesem Kapitel beleuchten wir den Marktplatz,

auf dem wir uns täglich bewegen.

Im Mittelpunkt stehen der Dialog mit

dem Kunden und unser Qualitätsanspruch

an uns selbst.

Unsere Kunden spiegeln die Breite der gesamten Schweizer

Wirtschaft. Sie stammen aus allen Branchen und aus allen

gesellschaftsrechtlichen Bereichen einschliesslich des öffentlichen

Sektors. Wir bringen die jeweiligen Branchenkenntnisse

mit. Wir erbringen zwar für sehr viele international

aufgestellte Grossunternehmen Dienstleistungen, doch wir

zählen auch zahlreiche KMU und dynamische Wachstumsunternehmen

zu unseren Kunden. Für alle drei Segmente

wurden spezielle Programme entwickelt, um sie entsprechend

der jeweiligen spezifischen Herausforderungen bestmöglich

zu betreuen und auf ihrem Weg nach vorne erfolgreich

zu begleiten. Zudem sind wir in der Schweiz stolz auf

unsere besonders starke Financial Services Organization,

mit der wir Banken, Versicherungen, Pensionskassen, Hedgefonds

und Private-Equity-Unternehmen betreuen.

Jahresbericht 2012

Gezielter Wissenstransfer

Wissen ist unsere wichtigste Ressource und unser grösstes

Kapital. Der gezielte Wissenstransfer ist uns sehr wichtig.

Unsere Kunden kennen diese Stärke und profitieren von der

Qualität unseres stets aktuellen Know-hows. Ein für den

Kunden massgeschneideter Service gehört selbstverständlich

dazu. Wir bieten somit den Kunden die Gewissheit,

dass sich ihre Anliegen in den richtigen Händen befinden –

und zudem eine angenehme Zusammenarbeit.

Dadurch versetzen wir unsere Kunden in die Lage, mit

ihren Geschäftspartnern und anderen Stakeholdern auf

hohem Qualitätsniveau zu arbeiten. Der Nutzen liegt auf der

Hand: Letztendlich schaffen wir weit über das einzelne

Unternehmen hinaus für die Gesellschaft einen konkreten

Mehrwert. Zusätzlich zu unserer kommerziellen Arbeit liegt

es uns am Herzen, Unternehmertum zu fördern. Wirtschaftliche

Kompetenz und Unternehmergeist sind Öl für den

Innova tionsmotor der Wirtschaft. Diesen starken Motor

wollen wir in Gang halten und fördern daher den Bereich

«Entrepreneurship» auf vielen Ebenen (siehe Seite 60).

Messbare Servicequalität

Die Beziehung zu unseren Kunden ist der Grundstein für

unsere erfolgreiche Arbeit. Dementsprechend legen wir

grössten Wert auf einen fortlaufenden, offenen Dialog mit

unseren Kunden und befragen sie in persönlichen Interviews

und per Umfragen zu ihrer Zufriedenheit mit unseren

Leistungen. Im Rahmen unseres Programms «Assessment

of Service Quality» (ASQ) wurden dieses Jahr 242 strukturierte

Interviews mit Schweizer Kunden geführt und

650 Fragebogen verschickt. In den Interviews möchten

wir unter anderem gerne wissen, wie die Leistung von

Ernst & Young im Vergleich zu den Erwartungen bewertet

wird; wir fragen nach Trends in der Qualität unserer Beziehung

zum Kunden und nach der Bereitschaft, Ernst & Young

weiterzuempfehlen.

Die Ernst & Young-Interviewer sind vom Kunden bzw.

von Projekten unabhängige Personen, oft Senior Partner.

So hat der Kunde die Möglichkeit, unbefangen positive,

aber auch negative Rückmeldungen zu geben. In schriftlichen

Befragungen laden wir unsere Kunden ein, uns

Feedback zur fachlichen Kompetenz zu geben sowie die

Fähigkeit zu bewerten, lösungsorientiert zu arbeiten.

Auch die Teamqualität der Ernst & Young-Mitarbeitenden

steht auf dem Prüfstand.


Die Rücklaufrate der jüngsten Fragebogenaktion betrug

43 Prozent, im Vergleich zu 58 Prozent im Vorjahr. Die

durchschnittliche Zufriedenheitsrate, ermittelt aus Interviews

und Fragebögen, lag gleich wie im Vorjahr bei 4.2, wobei

5 für «ausserordentlich zufrieden» und 1 für «ausserordentlich

unzufrieden» steht. Mit 91 Prozent war die überwiegende

Mehrheit der Kunden, die ein Rating abgegeben

haben, sehr zufrieden. Im Hinblick auf die Frage, ob die

Kunden Ernst & Young einem Freund oder Kollegen weiterempfehlen

würden, lag der mittlere Wert bei 8.5, wobei

10 für «immer» und 0 für «nie» steht. Sinn und Zweck der

Befragungen als Bestandteil unserer Selbstevaluation ist

die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Servicequalität.

Falls ein Kunde negative Kommentare oder ein

schlechtes Rating abgibt, nimmt das Serviceteam das Problem

umgehend auf und bespricht Lösungsmöglichkeiten

mit dem Kunden. Das ASQ-Programm wird von den Kunden

und auch bei Ernst & Young intern sehr geschätzt und

ist ein wich tiges Unterscheidungsmerkmal im Markt. Die

Kundenbeziehungen können auf dieser Basis weiter verbessert

werden; zudem ergeben sich aus dem Feedback

oft zusätzliche Projektideen und das Qualitätsbewusstsein

wird gemeinsam mit den Kunden fortlaufend geschärft.

Viele Leistungen – ein Ansprechpartner

Mit unserem breiten Wissen in den Bereichen Assurance,

Tax & Law, Transaction und Advisory richten wir den Fokus

stets auf die Entwicklung individueller Lösungen für das

jeweilige Kundenbedürfnis. Mit unserem Account-Management-Ansatz

sorgen wir dafür, dass alle Fäden bei einem

Partner von Ernst & Young zusammenlaufen − ganz unabhängig

davon, wo auf der Erde unsere Kunden ihre Niederlassungen

haben und welche Prüfungs- und Beratungsteams

wir einsetzen. Dieser Partner koordiniert weltweit

alle Aktivitäten und setzt sich dafür ein, dass die einzelnen

Dienstleistungen genau aufeinander abgestimmt sind.

Er ist der primäre Ansprechpartner, das «Ernst & Young-

Gesicht» für den Kunden, und verantwortet den reibungslosen

Ablauf der Projekte.

Assurance: Transparenz zählt

Vertrauen ist eine ganz wichtige Voraussetzung für den

Erfolg. Für unsere Wirtschaftsprüfungskunden im Bereich

Assurance gehört das zu den täglichen Erfahrungen:

Sie sind den steigenden Erwartungen ihrer Stakeholder

-

242 Interviews dieses Jahr

-

Wir wollen wissen, wie zufrieden unsere

Kunden sind. Dazu befragen wir sie schriftlich

und führen auch strukturierte Gespräche.

25

-

Marketplace

ausgesetzt und sehen sich zudem mit regulatorischen

Anforderungen konfrontiert, die immer komplexer werden.

Wir bieten ihnen Transparenz – überall dort, wo sie diese

benötigen. Dazu liefern wir den Kunden verlässliche Daten,

geben zeitgerechte und konstruktive Hinweise, stellen

dem Prüfungsausschuss stichhaltige und klare Infor matio

nen zur Verfügung und setzen Investoren wie alle Stake-

holder über die zentralen Fakten ins Bild. Unsere Leis-

tungen in diesem Feld umfassen Financial Accounting,

Advisory Services, Financial Statement Audits, Accounting

Compliance and Reporting, Fraud Investigation und Dispute

Services sowie den Bereich Climate Change and Sustainability

Services (CCaSS).

Tax & Law: Lotsen gefragt

Die wirtschaftlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen

haben sich drastisch verändert; Tempo und Komplexität

dieses Wandels nehmen ständig zu. Wir helfen unseren

Kunden im Bereich Tax & Law, angesichts der rasanten

Veränderungen der wirtschaftlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen

die Orientierung zu behalten. Die Dichte

der regulatorischen Vorgaben nimmt zu – ein forderndes

Umfeld: Denn der verschärfte Wettbewerb am Arbeits- und

Kapitalmarkt bringt eine wirtschaftliche Dynamik mit sich,

die bei den Behörden nicht ohne Folgen bleibt. Regierungen

versuchen, Schritt zu halten im Hinblick auf ihren Einnahmebedarf,

die Steuerbehörden passen daher ihre Schwerpunkte

und Richtlinien fortlaufend entsprechend an. Unternehmen

müssen hier konkurrierende Prioritäten abwägen

und zugleich sicherstellen, dass sie die Vorschriften erfüllen

und Mehrwert generieren. Wir übernehmen gewissermassen

eine Lotsenfunktion in verschiedenen Bereichen:

Wir geben Orientierung in der globalen Steuerlandschaft

und helfen, die Lieferkette auch steuerlich zu optimieren

und die Chancen einer globalen Compliance und Berichtsfunktion

zu nutzen. Last, but not least wirft auch die globale

Mobilität der Mitarbeitenden arbeitsrechtliche und

steuerliche Fragen auf. Wir zeigen die Risiken und geben

Antworten.

Transactions: erfahrenes Kapitalmanagement

Wir helfen unseren Kunden, fundierte Entscheidungen für

das strategische Management zu treffen, damit sie für

die Anforderungen in einer sich schnell wandelnden Welt

jederzeit gewappnet sind. Um handlungsfähig, flexibel und

Jahresbericht 2012


26

-

Marketplace

-

Breites Portfolio

-

Advisory, Assurance, Tax & Law,

Transactions sowie 14 Sektoren –

wir bieten Wissen aus einer Hand.

erfolgreich zu sein, brauchen Unternehmen Kapital. Wir

haben unsere Beratungsleistungen bei Transaktionen

genau darauf ausgelegt und unsere Angebote in folgenden

Bereichen eng miteinander verzahnt: Kapitalsicherung,

Kapitaloptimierung, Kapitalinvestitionen und Kapitalbeschaffung.

Auf diese Weise stellen wir das gesamte Portfolio

unserer Kenntnisse und Erfahrungen in den Dienst

des Kapitalmanagements unserer Kunden. Während Strategien

und Konzepte variieren, ist ein Punkt klar: Wer nichts

tut, verschafft dem Wettbewerber einen Vorteil. Das wollen

wir als Berater gemeinsam mit unseren Kunden verhindern.

Advisory: das grosse Ganze im Blick

Unser Beratungsansatz stärkt alle Initiativen und Aktivitäten

beim Kunden, um dessen unternehmensweite Performance

nachhaltig zu verbessern. Wir helfen, Strategien Wirklichkeit

werden zu lassen. Mit unserer Branchenerfahrung und

globalen Reichweite unterstützen wir unsere Kunden dabei,

Risiken zu beherrschen, Potenziale zu entfalten und damit

langfristig erfolgreich zu sein. Unsere Advisory Services

umfassen beispielsweise die Felder Risiko, Compliance und

Interne Revision sowie Steuerung der Unternehmensleistung,

Wertschöpfung, Kundenfokus und IT.

Nachhaltigkeit – vom Risiko zur Chance

Wie relevant ist heute das Thema Nachhaltigkeit für

unsere Kunden? Die Zahl der Anfragen zu allen Aspekten

rund um einen weit gefassten Nachhaltigkeitsbegriff wie

auch zum Klimaschutz im engeren Sinne nimmt deutlich

zu. Daraus ergeben sich neue Chancen für Ernst & Young.

Mit unseren Climate Change and Sustainability Services

sowie im Bereich Cleantech unterstützen wir Kunden auf

vielfältige Weise: bei der Entwicklung einer nachhaltigen

Unternehmensstrategie, beim operativen Management von

Nachhaltigkeit beispielsweise im Einkauf, beim Monitoring

oder bei der Quantifizierung bzw. Qualifizierung und der

Kommunikation der Nachhaltigkeitsleistung einer Organisation.

Wir betten Nachhaltigkeitsthemen zunehmend

in unsere traditionellen Dienstleistungsangebote ein und

erreichen damit eine Differenzierung am Markt.

Ernst & Young untersucht auf globaler Ebene seit mehreren

Jahren die regulatorischen Rahmenbedingungen

des Klimawandels wie auch entsprechende Massnahmen,

die Unternehmen in diesem Zusammenhang ergreifen.

Dazu publizieren wir die Ergebnisse unserer Erkenntnisse.

Jahresbericht 2012

Jedes Jahr bringen wir eine branchenübergreifende Studie

zu den grössten Risiken und Chancen auf den Markt. Hier

haben Fragen der Nachhaltigkeit und des Klimawandels

inzwischen ihren festen Platz. In unserer jüngsten Ausgabe

der Studie rangierten die Themen soziale Akzeptanz und

gesellschaftliche Verantwortung (Corporate Social Responsibility

oder kurz CSR) auf einer Liste unter den zehn

grössten Risiken, nämlich auf Platz neun. Zudem zeigen

wir, inwieweit dieses Thema gewissermassen Kreise zieht

und wiederum auf andere Risiken Einfluss nimmt. So wird

beispielsweise der zunehmende Druck im Bereich CSR

(Raising CSR Pressure) als ein wichtiger Treiber für Regulierung

und Compliance aufgeführt. Letzteres gilt laut

Studie als das aktuell grösste Risiko für die Unternehmen.

Interessanterweise werden Klimaschutz und Nachhaltigkeit

aber nicht nur negativ als Risiken gesehen, sondern

auch positiv als Chancen begriffen. Gut schneiden in

diesem Zusammenhang zum Beispiel Investitionen in Cleantech

ab; sie gelten als die sechstgrösste Chance.

Die Bedeutung von Nachhaltigkeit und Klimawandel ist

für alle Branchen sehr differenziert zu betrachten. Wir verfügen

über die Branchenspezialisten, die unseren Kunden

die für sie wesentlichen spezifischen Herausforderungen

aufzeigen können.

Gelebtes Ethos

In unserem Verhaltenskodex (siehe auch Seite 15) verpflichten

wir uns unter anderem zu qualitativ hochstehenden

und für die jeweiligen Bedürfnisse unserer Kunden

angemessenen Dienstleistungen. Ausserdem ist es Konsens

bei Ernst & Young, dem Kunden offen und ehrlich

nicht nur willkommene, sondern, wo nötig, auch unangenehme

Informationen mitzuteilen. Der Kodex legt klar

fest, was wir von unseren Mitarbeitenden im Hinblick auf

korrekten und ethisch einwandfreien Umgang mit Kunden

und anderen Geschäftspartnern erwarten.

Grundlegend sind für uns die Wahrung der Unabhängigkeit

und die Vermeidung von Interessenkonflikten (siehe

auch Seite 16). Als staatlich beaufsichtigtes Unternehmen

haben wir im Hinblick auf Unabhängigkeit als Prüfer Einschränkungen,

deren Einhaltung von der Revisionsaufsichtsbehörde

und der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht

FINMA überprüft wird. Für das Unternehmen bestehen dabei

Einschränkungen bei Investitionen, für Finanzbeziehungen

und für sämtliche nicht zum Kerngeschäft zählenden


Geschäftsbeziehungen. Alle Mitarbeitenden haben zusätzlich

persönliche Einschränkungen im Hinblick auf Investi tionen

und auf finanzielle Geschäftsbeziehungen.

Für die Professionals der Geschäftseinheit Assurance

findet einmal jährlich ein Ausbildungsmodul zum Thema

Unabhängigkeit statt, für alle anderen Mitarbeitenden gibt

es webbasierte Trainings. Alle Partner müssen viermal

und die Kadermitarbeitenden einmal jährlich bestätigen,

dass sie keine unerlaubten Wertschriften im Depot halten.

Käufe müssen innert 10 Tagen im Global Monitoring

System (GMS) eingetragen werden. Jährlich finden

Zufallsprüfungen der Eintragungen statt. Verletzungen der

Unabhängigkeit, entweder im Hinblick auf unterlassenes

oder verspätetes Melden von Investitionen oder hinsichtlich

gewisser unzulässiger Zusatzdienstleistungen bei Prüfkunden,

werden streng überwacht. Im Berichtsjahr war kein

Fall so schwerwiegend, dass eine Meldung an die Revisionsaufsichtsbehörde

notwendig gewesen wäre.

Für Ernst & Young ist definiert, welche Art von Dienstleistungen

wir eingehen dürfen, unter anderem um unsere

Unabhängigkeit sicherzustellen. Einschränkungen gibt es

dabei aufgrund von Gesetzen oder von Anforderungen der

Aufsichtsbehörden, der Treuhandkammer oder eigener

Ernst & Young Policies. Wir haben einen systematischen

und jährlich geprüften Annahmenprozess, um sicherzustellen,

dass wir diese Einschränkungen respektieren.

Dabei wird im «Service Offering Reference Tool» (SORT)

zusammengefasst, welche Dienstleistungen für welche

Art von Kunden erlaubt sind. Mit unserem «Global Tool for

Acceptance and Continuation of Clients and Engagements»

(GTAC) wird der entsprechende Prozess der Annahme

oder Ablehnung von Kunden und Dienstleistungen systematisch

geführt und nachverfolgbar dokumentiert.

Im Gegensatz zur Unabhängigkeit ist Korruptions gefahr im

klassischen Sinne kein wesentliches Risiko für Ernst & Young.

Dennoch wird dieses Thema im Verhaltenskodex behandelt,

der unter anderem die Annahme von Zahlungen oder Wertgegenständen,

die als eine Beeinflussung unserer Ergebnisse

oder Empfehlungen gewertet werden könnten, verbietet.

Niemand darf persönliche Vorteile gewähren, um Aufträge

zu erhalten. Die Mitarbeitenden aller unserer Unternehmenseinheiten

bestätigen schriftlich, dass sie die Bestimmungen

des Kodex zur Kenntnis genommen haben und sich zu

deren Einhaltung verpflichten. Im Berichtszeitraum gab es

keine Verdachtsfälle auf jedwede Art korrupten Verhaltens.

-

Klare Regeln

-

Wir schützen die Daten unserer

Kunden nach festen Richtlinien,

die global gelten.

27

-

Marketplace

Wir sind uns sehr bewusst, dass unser Wettbewerbsvorteil

auf der Exzellenz unserer Prüfempfehlungen und

auf der Qualität unserer Dienstleistungen beruht. Unser

Verhaltenskodex legt fest, dass wir uns mit hohem Einsatz

am Wettbewerb in unserer Branche beteiligen und grossen

Wert darauf legen, dass dabei ehrlich agiert wird. Im Berichtsjahr

lagen keine Fälle von Anschuldigungen wegen wettbewerbswidrigen

Verhaltens vor.

Vertraulichkeit und Datenschutz

Ernst & Young hat einen betrieblichen Datenschutzbeauftragten

eingesetzt. Denn das Vertrauen, das unsere Kunden

in uns setzen, ist ein sehr hohes Gut, das wir sorgsam

achten. Daher schützen wir das Wissen unserer Kunden

und wahren entsprechende Diskretion. Unser Verhaltenskodex

verlangt von allen Mitarbeitenden den Respekt

und den Schutz von persönlichen und vertraulichen Informationen,

die sie von Ernst & Young, von Kunden oder

von Dritten erhalten haben oder die sich auf diese beziehen.

Im Berichtsjahr gab es keine gerechtfertigten Fälle von

Verletzungen der Vertraulichkeit oder des Datenschutzes.

Zur Unterweisung unserer Mitarbeitenden zum Datenschutz

und zur Informationssicherheit gibt es eine Datenschutzrichtlinie

auf globaler Ebene. Zur Information an

unsere Kunden führt die Broschüre «Protecting your data»

unsere Umsetzung des Datenschutzes und der Informationssicherheit

aus. In dieser Publikation beschreiben wir

unsere globale Politik zu Datenschutz und Informationssicherheit

und informieren über unsere Richtlinien zum vertraulichen

internationalen Datenaustausch innerhalb der

globalen Ernst & Young-Organisation. Zudem kann man

nachlesen, wie wir Daten bei Systemausfällen sichern und

wiederherstellen und wie wir den Schutz der Daten und die

Informationssicherheit auch technisch gewährleisten können.

Schliesslich finden sich hier auch unsere Grundsätze

für Reviews und Audits zum Datenschutz und zur Informationssicherheit.

Die Publikation kann unter infosecurity.

assurance@ey.com bestellt werden.

Jahresbericht 2012


28

-

Marketplace

Wirtschaftsprüfer und Berater haben es jeden Tag mit

Managern und Firmenchefs aller Branchen zu tun. Wie

viel unternehmerischen Spirit sollte denn ein Mitarbeiter

oder Partner von Ernst & Young selbst mitbringen?

Sehr viel! Unternehmerisches Denken gehört selbstverständlich

zu unserer Tätigkeit. Aber mehr noch: Wir, die

Partner bei Ernst & Young, sind ja selbst Unternehmer,

Eigentümer unseres Unternehmens.

Seit 1998 vergibt Ernst & Young jedes Jahr die Auszeichnung

«Entrepreneur Of The Year ® » (EOY, siehe Seite 30).

Für dieses Programm sind Sie heute verantwortlich. Der

Award deckt die Kategorien Industrie, Dienstleistungen,

Emerging Entrepreneur sowie den Sonderpreis Family

Business ab. Was unterscheidet das Programm von ähnlichen

Wettbewerben?

Wir wollen echte Erfolgsgeschichten sichtbar machen. Das

möchten andere auch, aber die EOY-Auszeichnung ist die einzige

mit globaler Bedeutung. Sie wird in mehr als 50 Ländern

Heinrich Christen

Verantwortlicher Partner

«Entrepreneur Of The Year ® »,

Ernst & Young Schweiz

-

«Wir wollen Erfolgsgeschichten

sichtbar machen»

Erfolgreiche Unternehmer brauchen viele Fähigkeiten – vor allem den Willen zum

Erfolg durch Wachstum. Heinrich Christen, Partner und Sitzleiter von Ernst & Young

in St. Gallen, berät seit vielen Jahren Start-ups und KMU. Entrepreneurship ist

sein Thema. Christen ist überzeugt: Gute Unternehmer sind auch inspirierende

Persönlichkeiten.

Jahresbericht 2012

vergeben, zusätzlich küren wir einen «World Entrepreneur

Of The Year ® », der Preis ist weltweit anerkannt. Der Auswahlprozess

unter den jährlich rund 60 Kandi daten ist transparent

und streng, die Jury arbeitet unabhängig.

Worauf kommt es Ihnen an?

Wir suchen unternehmerische Persönlichkeiten mit innovativen

Produkten oder Dienstleistungen. Uns ist es wichtig,

dass Wachstum beim Umsatz und bei den Arbeitsplätzen

geschaffen wird und dass der Erfolg auch über die Landesgrenzen

hinausgeht. Die Gewinner fahren zum «Strategic

Growth Forum» in Palm Springs, dem weltweit grössten

Entrepreneurkongress. Wie gesagt, der Preis ist ein Gütesiegel

und ein Entree zu einem globalen Netzwerk.

Ernst & Young bemüht sich bewusst um kleine und mittlere

Unternehmen (KMU) und um Start­ups. Mit welchen

Erwartungen kommen Firmenchefs und Gründer auf Sie

zu und was haben Sie ihnen zu bieten?


Den Start-ups müssen wir kompetente Ansprechpartner

zur Seite stellen. Hier geht es um alle möglichen Probleme:

Strategieentscheidungen, Finanz- und Steuerfragen, Personal-

und Rekrutierungsprobleme etc. Die Berater müssen

auf Fallstricke aufmerksam machen, dazu braucht man

einen bestimmten Mindset. Wir haben die Partner, Direktoren

und auch Senior Manager, die das können; das kommt

gut an. Ausserdem bringen wir Start-ups über unser Netzwerk

mit Unternehmen zusammen, mit denen Kooperationen

sinnvoll sein können. Das ist enorm wertvoll.

Wie sieht es bei den KMU aus?

Wir haben viele KMU unter unseren Kunden, eine ganz wichtige

Gruppe. Wir sind nicht nur für Grosskonzerne da. Hier

stehen häufig Fragen der Finanzierung und der strategischen

Weiterentwicklung auf der Agenda. Für alle, die nicht

mehr Start-up und noch nicht etabliertes Unternehmen sind,

haben wir vor wenigen Jahren beim EOY-Award die Kategorie

«Emerging Entrepreneur» eingerichtet. Da können

sich Firmen bewerben, die etwa zwei bis sechs Jahre am

Markt bestehen und die ersten Hürden erfolgreich genommen

haben.

Den Start-ups müssen wir

kompetente Ansprechpartner

zur Seite stellen.

Wo sehen Sie heute die grössten Herausforderungen

für einen Unternehmer?

Die grösste Hürde ist der Übergang von der Lösung zum

Geldverdienen. Viele starten mit einer technologischen

Lösung, für die es eigentlich keinen Markt gibt, vor allem

nicht zu den Preisen, die sie sich vorstellen. Das sind

dann die tragischen Geschichten. Die Cleveren schauen sich

von Anfang an den Markt sehr genau an. Wir bringen

unerfahrene mit erfahrenen Unternehmern zusammen, die

etwas vom Markt verstehen. Das ist extrem wertvoll für

die Jüngeren.

Dass Ernst & Young Unternehmertum fördert, kommt

nicht von ungefähr. Diese Aktivitäten machen eine von vier

Säulen Ihres Engagements aus – neben dem Respekt

gegenüber der Umwelt (Environment), der Aus­ und Weiterbildung

(Education) und der Bereitschaft, Verantwortung

in der Gesellschaft zu übernehmen (Community).

Wie sehen Sie den Zusammenhang zwischen Unternehmertum

und Nachhaltigkeit?

29

-

Marketplace

Echte Unternehmertypen sind Leute, die ihre Werte leben

und auch nachhaltig Werte schaffen: Arbeitsplätze mit

innovativen Produkten, solche, die unser Leben ein bisschen

besser machen. Wenn wir eine Idee wirklich gut finden,

investieren wir viel Zeit, also Gratisstunden.

Echte Unternehmertypen sind

Leute, die ihre Werte leben und

nachhaltig Werte schaffen.

Die Förderung von Unternehmertum liegt naturgemäss

auch in Ihrem eigenen Interesse. Was können Sie durch

dieses Engagement lernen?

Wir lernen zum Beispiel als eine grosse Organisation, dass

man schnell und sehr schlank aufgestellt sein kann, dass

Risikobereitschaft belohnt wird. Ich persönlich lerne von

den Unternehmern selbst. Denn in der Regel sind die

Erfolgreichen auch inspirierende Persönlichkeiten, starke,

oft auch streitbare Egos, mit denen man aber gerne in

Projekten zusammenarbeitet. Und noch etwas: Von Unternehmern

bekommt man als Berater direkteres Feedback,

anders als bei Grosskonzernen.

Die Schweiz gilt als sehr gutes Pflaster für Unternehmer.

Dennoch ist der Drang zur Selbstständigkeit nicht entsprechend

ausgeprägt. Was läuft gut und woran fehlt es?

Bei uns in der Schweiz ist das unternehmerische Umfeld

wirklich sehr gut, man schaue nur im europäischen Vergleich

auf die Sozial- und Arbeitsgesetzgebung oder die Steuerlast.

Bei der Finanzierung ist die Schweiz ebenfalls ein bevorzugter

Standort, auch wegen zahlreicher Privatanleger.

Wer eine gute Idee hat, bekommt auch Geld. Wir haben eher

zu wenige Projekte als zu wenig Kapital. Damit kommen

wir zu den Defiziten: Es fehlt oft am absoluten Willen zum

Erfolg, zu einem starken Wachstum. Es ist natürlich ein

riesiger Stress, ein sehr rasch wachsendes Unternehmen

zu managen. Dazu braucht man Biss.

Jahresbericht 2012


30

-

Marketplace

Die Junior Academy − ein

Sprung brett ins Unternehmen

Wissen, was man kann und wohin mal wirklich

will – für Söhne und Töchter aus Familienunternehmen

ist der Weg in die Nachfolge nicht immer

einfach. Ernst & Young hat daher ein Junior

Academy Program entwickelt, um die nächste

Generation junger Unternehmer zu fördern.

Das hört sich doch gut an: duftende Croissants, süsse

Tartes und traditionsreiche Brotsorten auf Wunsch frei

Haus – voilà, man muss nur zugreifen. Was für den Aussenstehenden

ein bisschen nach Schlaraffenland klingen

mag, hat Sindy Pouly als seriöse Produkttests und als hartes

Business gespeichert. Kindheitserinnerungen einer

Unternehmertochter.

Sindy Pouly ist heute 22 Jahre alt und studiert in Lausanne

Hotelmanagement. Ihr Vater, Aimé Pouly, hat

mit seiner Bäckerei Pouly Tradition über die Jahre ein

kleines Imperium aufgebaut: ein dichtes Filialnetz in

der Romandie, 700 Mitarbeitende und eine Auszeichnung

beim Ernst & Young-Wettbewerb «Entrepreneur Of The

Year ® » – die Fakten sprechen für sich. Die Grossbäckerei

Pouly Tradition ist ein florierendes Familienunternehmen.

Für Tochter Sindy kommt es im Alter von 14 oder 15 Jahren

wie für die meisten Kinder aus familiengeführten Unternehmen:

Sie hat ein mulmiges Gefühl beim Gedanken an

die berufliche Zukunft und stellt sich viele Fragen: Ob sie

wirklich das Zeug hat, später in den elterlichen Betrieb einzusteigen?

Will sie das überhaupt? Sind die Fussstapfen

des Vaters nicht viel zu gross? Oder hat sie vielleicht Talente

für einen ganz anderen Beruf, ein anderes Leben?

Genau an diesem kritischen Punkt in der Biografie junger

Erwachsener, die aus einem Familienunternehmen

stammen, setzt Ernst & Young an: Unter dem Label

«Junior Academy» hat das Wirtschaftsprüfungs- und

Beratungs unternehmen für 16- bis 30-Jährige ein eigenes

Programmkonzept entwickelt. Oberstes Ziel ist

es, den jungen Menschen zu helfen, ihre Persönlichkeit

weiterzuentwickeln, Stärken zu erkennen, Fähigkeiten

zu entfalten und ihren eigenen Lebensweg zu gehen. Das

kann auch bedeuten, sich gegen Unternehmertum zu

entscheiden. Wer an einem der Academy-Programme

teilnimmt, hat jedoch die Chance zu entdecken, wie vielseitig

und spannend die Businesswelt sein kann. Sie

oder er erfährt zudem viel über sich selbst und wird im

Team motiviert, an den eigenen Zukunftsprojekten

«dranzubleiben».

Jahresbericht 2012

So ist es auch Sindy Pouly ergangen. 2011 nahm sie am

Junior-Academy-Programm teil und hat viele junge Menschen

getroffen, denen es ähnlich ging wie ihr. Schliesslich

ist sie durch den Kurs einen grossen Schritt vorangekommen:

«Damals hatte ich so ein unbestimmtes Gefühl, ich

sollte ins Unternehmen gehen. Heute bin ich auch noch

unerfahren, aber ich weiss, dass ich es schaffen kann.»

Die Junior Academy ist nach Altersstufen gestaffelt aufgebaut:

Das First Program unter dem Motto «Push your

limits» ist für 16- bis 20-Jährige konzipiert, mit Vorträgen

und vielen Aktivitäten zur Selbsterfahrung.

Entrepreneur Of The Year ®

Es ist ein echtes Unikat: Nur das von Ernst & Young

initiierte Unternehmerprogramm «Entrepreneur Of

The Year ® » (EOY) ist wirklich global angelegt und

geniesst weltweite Anerkennung. Zusätzlich wird bei

diesem Wettbewerb der Titel «World Entrepreneur Of

The Year ® » verliehen. Das Wichtigste zum EOY-Award

auf einen Blick:

• Ziel: Förderung von Unternehmertum und

Unternehmergeist

• Seit 1998 jährliche Preisverleihung

• Vergabe in über 50 Ländern

• Drei Kategorien: Industrie, Dienstleistungen,

Emerging Entrepreneur

Sonderpreis: Family Business für ein über die Zeit

besonders erfolgreiches Familienunternehmen

• Jährlich mehr als 60 Teilnehmer

• Auswahl und finales Assessment durch eine unabhängige

externe Jury

• Beurteilungskriterien: unternehmerische Persönlichkeit

insgesamt, starkes Wachstum bei Umsatz und

Arbeitsplätzen, internationaler Erfolg, Innovation

bei Prozessen und Produkten

• Benefit für die Gewinner: hohe Reputation, starke

nationale Publizität

• Zugang zu einem globalen Netzwerk; Door Opener

für die Akquisition von Aufträgen und Finanzmitteln


Das Advanced Program richtet sich an 21- bis 25-Jährige

mit dem Slogan «Seize the opportunity». Am Ende dieses

Kurses sind die Eltern zum Generationsaustausch eingeladen.

Wer zwischen 26 und 30 Jahre alt ist, kann sich für das

Excellence Program unter dem Leitgedanken «Make a

difference» qualifizieren und an der Präzision der eigenen

Vision arbeiten. Mehr als 220 junge Leute aus 27 Ländern

haben bereits an den einwöchigen Trainings der Junior

Academy teilgenommen.

2011 starb Sindys Vater unerwartet. Das veränderte

alles. Im gleichen Jahr stieg Sindy Pouly in das Advanced

Program, das an der Business School IMD in Lausanne

stattfand, ein. Es wurde eine intensive Woche für die Führungskräfte

von morgen. Vor allem der Austausch mit

Gleichaltrigen aus traditionsreichen Firmen mit Sitz in

unterschiedlichen Nationen hat Sindy sehr gut getan. «Es

war für mich sehr wichtig, Leute zu treffen, die schon

eine längere Erfahrung haben im Familienunternehmen.»

Neben den vielen Gesprächen standen Vorträge, Case

Studies und Projektpräsentationen auf dem Programm, die

Einblicke in Theorie und Praxis der Unternehmensführung

gaben. Sindy Pouly hat auf diese Weise verschiedene, für

sie neue Führungsstile kennengelernt. «Ich kannte ja nur

den meines Vaters.»

Besonders auf die Kooperation in international zusammengesetzten

Teams legen die Manager des Advanced Program

grossen Wert. Es ist klar, dass dabei auch Emotionen,

Konkurrenzdenken und Konflikte hochkochen – ganz wie

im «richtigen» Berufsalltag. Aber der Freizeitspass kommt

nicht zu kurz, etwa beim Canyoning. Das schweisst die

Gruppe zusammen.

Mit dem Thema Personalführung musste sich Sindy

Pouly nach dem Tod des Vaters früher als gewollt

beschäftigen. Menschen führen, die 20 Jahre älter seien

als man selbst, sei so eine Sache, weiss sie und lächelt.

«Glücklicherweise musste ich nicht gleich ins kalte Wasser

springen und die gesamte Verantwortung übernehmen.

Ich kann mir noch Zeit nehmen für mein Studium. Diese

akademische Ausbildung ist mir sehr wichtig», sagt sie.

Es gebe auch viele inhaltliche Überschneidungen von

Hotellerie und Lebensmittelbranche. Und sie erklärt:

«Für meinen Vater lief die Ausbildung noch ganz anders.

Ich gehöre aber einer neuen Generation an, das Studium

hilft mir enorm.» Aber die Bäckerei ist dennoch immer

präsent: Seit 2011 sitzt die Studentin im Verwaltungsrat

des Unternehmens.

Junior Academy 2012:

Sindy Pouly während

des Excellence-Programms

in New York

-

31

-

Marketplace

In dieser Entwicklungsphase bietet die Junior Academy

eine weitere Coachingstufe an: das Excellence Program.

Im Sommer 2012 war Sindy Pouly in New York dabei –

wenn auch altersmässig mit ihren 22 Jahren ein bisschen

der Zeit voraus. Auf diesem anspruchsvollen Level werden

die Teilnehmenden als «Agents of Change» betrachtet,

visionäre Führungskompetenz und Kreativität sind gefragt.

Die angehenden Entrepreneure sollen lernen, durch Innovationen

Mehrwert zu schaffen, das grosse Ganze nie aus

den Augen zu verlieren und dabei Strategien «out of the

box» zu entwickeln – ganz im Sinne des Programm-Mottos

«Make a Difference». Einzelkämpfer haben dabei wenig

Chancen, ohne Netzwerk und Beziehungspflege geht es

nicht. Die Junior Academy legt daher viel Wert auf diesen

Aspekt, nicht nur in den Trainings. Alle ehemaligen Teilnehmenden

haben exklusiven Zugang zum Ernst & Young

Next Generation Club of Entrepreneurs (NextGen). Der

Club ist eine Plattform für den Ideen- und Gedankenaustausch

der Akademiemitglieder, online und auch in Form

von Veranstaltungen mit renommierten Referenten. 2012

musste Sindy Pouly nicht weit reisen. Das NextGen-Event

fand quasi um die Ecke statt – in Lausanne.

Jahresbericht 2012


32

-

Marketplace

Facts & Figures

Die Welt des Entrepreneurs

Kundenzufriedenheit aufgrund

bei Ernst & Young

«Assessment of Service Quality» (ASQ)

Das Ernst & Young-Programm

2011/12

«Entrepreneur Of The Year ® Descriptor line 1 (See guidence)

Descriptor line 1 (See guidence)

Descriptor line 2 (See guidence)

91%

Descriptor line 2 (See guidence)

» (EOY)

wird in über 50 Ländern weltweit

durchgeführt.

4.2

Descriptor line 1 (See guidence)

Descriptor line 2 (See guidence)

Anzahl Gewinner EOY seit 1998 Empfehlungsbereitschaft aufgrund

«Assessment of Service Quality» (ASQ)

2011/12

50

1 5

Ausserordentlich Descriptor line 1 (See guidence) Ausserordentlich

unzufrieden Descriptor line 2 (See guidence)

zufrieden

91 % der Kunden, die ein

Rating abgegeben haben,

waren sehr zufrieden.

8.5

0 % 100 %

Nie Immer

«Ich würde Ernst & Young

einem Freund oder Kollegen

weiterempfehlen.»

Jahresbericht 2012


Umsatzanteile in den Kundenbranchen

41% 31%

20 %

Finanzdienstleister

Industrie

Kundenstruktur

Start-ups, KMU und Grossunternehmen

8 %

Bediente Kundenbranchen

• ⇒ Finanzdienstleister:

(Sektoren: Banken und Kapitalmärkte, Asset-Management,

Versicherungen)

Dienstleistung

und Handel

Chemie und

Pharma

• ⇒ Dienstleistung und Handel:

(Sektoren: professionalisierte Dienstleistungen, Einzelhandel & Grosshandel,

Konsumgüter, Energie & Versorgung, Regierung & öffentlicher

Sektor, Medien & Unterhaltung, Transport, Medizinische Versorgung,

Privatpersonen, Telekommunikation)

• Industrie:

(Sektoren: diversifizierte Industriegüterproduzenten, Immobilien- &

Bauunternehmen, Technologieanbieter, Öl & Gas, Rohstoffabbau & Metalle,

Automobilindustrie & Zulieferer, Fluggesellschaften, Rüstungsindustrie)

• Chemie und Pharma:

(Sektoren: Pharmaindustrie, Chemieindustrie)

Jahresbericht 2012

Marktpositionierung von

Ernst & Young bei Unternehmen

Schweizerischer Börsenindizes

im Juni 2012

SMI (20 Firmen)

Ernst & Young belegt mit 7 Audit-

Kunden und somit einem Anteil

von 35 Prozent Platz 1.

SLI (30 Firmen)

Ernst & Young belegt mit 10 Audit-

Kunden und somit einem Anteil

von 30 Prozent Platz 2.

SMIM (30 Firmen)

Ernst & Young belegt mit 5 Audit-

Kunden und somit einem Anteil

von 17 Prozent Platz 3.

33

-

Marketplace


34

-

Workplace

Lernen, wissen, weitergeben: Wir setzen

auf diesen fortlaufenden Prozess, der

naturgemäss niemals abgeschlossen ist.

Nur so können Mehrwert und Fortschritt

entstehen.

Kernstück dieses Ablaufs ist der Austausch

zwischen Menschen. Wir pflegen diese

Lernkultur: ein Geben und Nehmen wie in

der Natur.

Davon profitieren viele: Unsere Mitarbeitenden

generieren und vermitteln neues

Wissen innerhalb der Organisation – und

nehmen ihr Know-how auch mit, wenn sie

zu anderen Unternehmen wechseln sollen.

Wir fördern diesen Wissenstransfer in die

Wirtschaft ganz bewusst.

Jahresbericht 2012


In einer Frühlingsnacht entfaltet der Saguaro-

Kaktus mehrere nektarreiche, duftende

weisse Blüten hoch über dem kargen Boden

der Sonora-Wüste. Die Form der Blüten ist wie

geschaffen für die lang gezogene Schnauze

ihres Hauptbestäubers, der Blattnasenfl edermaus.

Die Fledermäuse tragen auf ihrem Weg

in den Süden die Pollen von Blüte zu Blüte.

Bei ihrer Rückkehr Ende Juni machen die

Fledermäuse sich dann über die Früchte her,

übernachten in umstehenden Sträuchern

und verteilen dort die Kaktus samen: ein zyklischer

Prozess mit wechselseitigem Nutzen.

Leverage cyclic

processes


36

-

Workplace

Im Mittelpunkt stehen

die Menschen

Auf die Köpfe kommt es an. Diese schlichte

Erkenntnis hat enorme Auswirkungen auf

die Personalauswahl, die Aus- und Weiterbildung

aller Mitarbeitenden und auf

die Förderung ihrer jeweils persönlichen

Entwicklung. Ernst & Young Schweiz

versteht sich als Arbeitgeber und zugleich

als Ausbildungsstätte, in der Wissen und

Innovation die entscheidenden Erfolgsfaktoren

darstellen. Wir bieten ein breit

abgestütztes und transparentes Feedbacksystem

und bemühen uns, auf die

individuellen Bedürfnisse der Kolleginnen

und Kollegen insbesondere in der Arbeitszeitgestaltung

einzugehen. Wir fördern,

aber wir fordern auch: Hohe Leistungsbereitschaft

ist für uns selbstverständlich.

Es sind die Menschen, die unser Unternehmen unverwechselbar

machen. Sie stehen bei Ernst & Young im Mittelpunkt.

Wir pflegen die professionelle und persönliche

Weiterentwicklung jedes einzelnen Mitarbeiters und jeder

einzelnen Mitarbeiterin als wesentliches und zentrales

Gut unserer Organisation. Unsere Personalpolitik betrachten

wir vor diesem Hintergrund in verschiedener Hinsicht

als nachhaltig: Wir investieren viel Zeit und Know-how

bereits in die Rekrutierung der «richtigen» Mitarbeitenden,

also jener künftigen Kolleginnen und Kollegen, die zu uns

passen. Es wird erwartet, dass beide Parteien im Anstellungsprozess

ihre Ziele offen und klar darlegen. Nur so kann

eine für beide Seiten nachhaltig gute Entscheidung im Sinne

einer Win-win-Situation gefällt werden. Wir sehen uns

dabei nicht nur in der Rolle eines Arbeitgebers mit allen

Verpflichtungen und Rechten, die uns in dieser Position

Jahresbericht 2012

zukommen. Vielmehr verstehen wir uns auch als Ausbildungsstätte:

Nicht von ungefähr nutzen viele Kolleginnen

und Kollegen Ernst & Young und deren Ausbildungs -

mög lichkeiten als ideales Sprungbrett für ihre weitere

berufliche Karriere.

Wissen und Potenziale nutzen

«Wissensfirma» − diese Bezeichnung klingt zu sehr nach

Uniformität und träfe damit sicher nicht die Realität. Im

Gegenteil: Vielfalt der Aufgaben und Arbeit im Team werden

bei Ernst & Young grossgeschrieben. In der Gruppe entstehen

die besseren, umfassenderen Lösungen. Mindestens

ebenso wichtig ist ein weiteres Plus der Teamarbeit: Nur

so kann das neue Wissen erhalten, weiterentwickelt und

vor allem auch weitergegeben werden. Wissen ist unsere

wichtigste Ressource und unser grösstes Kapital.

Zugleich unterstützen und ermuntern wir unsere Mitarbeitenden,

ihre persönlichen Potenziale auszuschöpfen

und anderen zu helfen, sich weiterzuentwickeln. Doch wir

drehen uns nicht um uns selbst, sondern forcieren den

Wissensaustausch, um unsere Leistungen für den Kunden

immer weiter zu verbessern. Unabhängig von Funktion

und Hierarchiestufe legen wir grossen Wert darauf, dass

alle unsere Mitarbeitenden einen Beitrag für unsere

Kunden leisten.

Jeder, der bei uns arbeitet, wird vom ersten Tag an aufgefordert,

seine eigene Meinung kundzutun und die Sichtweise

anderer zu respektieren. In der jährlich stattfindenden

Mitarbeiterumfrage erhält jeder die Gelegen heit, sich

zu den Themen Qualität, Führung, Mitarbeiterbindung,

Karriereentwicklung, Weiterentwicklung und Umsetzung

unserer Werte zu äussern. Diese Umfrage wird sorgfältig

ausgewertet und gibt uns die Möglichkeit, unsere Stärken

zu ermitteln und Verbesserungspotenziale zu erkennen.

Mithilfe von Fokusgruppen definieren wir konkrete Handlungsfelder,

schlagen geeignete Massnahmen zur Verbesserung

vor und setzen sie auch um. Ein Beispiel: Aus

Feedbacks im Rahmen der Umfrage haben wir erfahren,

dass auf bestimmten Hierarchiestufen Unzufriedenheit

mit der Höhe des Gehalts herrscht. Es kam schliesslich zu

einer Anpassung der Gehälter auf dieser Stufe.

Die Umfrageergebnisse finden in jedem Fall in geeigneter

Form auch Eingang in die jeweiligen Zielsetzungen der

Führungskräfte bei Ernst & Young. Zudem können die Mitarbeitenden

neben der Umfrage weitere interne Kommuni-


kationsplattformen nutzen: Intranet, Daily News und

CEO-Info sind viel genutzte Kanäle, um die Firmenpolitik

zu kommunizieren und transparent zu machen.

Die Anforderungen bei Ernst & Young sind hoch. Wir

erwarten von unseren Teams ein überdurchschnittliches

Engagement. Uns ist bewusst, dass ein hohes Arbeitspensum

nur zu erfüllen ist, wenn es auch einen Ausgleich

gibt, zeitlich, körperlich und mental. Wir legen Wert darauf,

dass unsere Mitarbeitenden die für sie passende Balance

zwischen den eigenen Bedürfnissen und denen des Arbeitgebers

und der Kunden finden.

Viel Verantwortung mit mehr Flexibilität

Die Ansprüche an die eigene Lebensqualität haben sich

in den vergangenen Jahren massiv geändert. Wir wissen

das und nehmen die Wünsche und Bedürfnisse vor allem

der Berufseinsteiger sehr ernst: Wir wollen unseren Mitarbeitenden

so viel persönliche Verantwortung und Flexibilität

zugestehen wie möglich, damit sie ihr Arbeitsleben

so gestalten können, wie es am ehesten ihren jeweiligen

Lebensumständen entspricht. Das ist unsere Philosophie

und Teil unserer Vertrauenskultur: Mehr Flexibilität in

der Entscheidung, zu welcher Zeit und an welchem Ort

ich meine Aufgaben fristgerecht erledige. Ein Schlüsselelement

unseres flexiblen Arbeitsmodells ist daher die

individuelle Einteilung der Arbeitszeit. So lassen sich

zum Beispiel eine Weiterbildung oder eine temporäre Auszeit

planen oder mehr Zeit mit der Familie verbringen.

Unsere etablierte IT-Infrastruktur mit Laptops, Mobiltelefonen,

Tablets und Videokonferenzen machen den

mobilen Arbeitsplatz rund um die Welt möglich. Gerne

nutzen Mitarbeitende auch die Option, Dinge von zu

Hause aus zu erledigen.

Arbeitszufriedenheit – eine Vertrauenssache

Dank unserer Unternehmenskultur, die Freiräume eröffnet

und auf Vertrauen setzt, stärken wir unsere Stellung

als Arbeitgeber und Ausbildungsstätte. Ernst & Young

rangiert in der jüngsten Universum-Studie unter den Top 10

aller Arbeitgeber. In unserer Branche liegen wir auf dem

ersten Platz.

Eines unserer Hauptziele ist es, weiterhin ein «Employer

of Choice» zu sein und diese Position zu festigen. Wir möchten

allen Mitarbeitenden Ideen zur Verwirklichung ihrer

beruflichen und persönlichen Ziele liefern und Wege zu

-

Home Office

-

Büros sind heute zunehmend «mobil».

Wir verfügen über die entsprechende

Infrastruktur für flexible Arbeitsplätze.

37

-

Workplace

einem ausgeglichenen Leben ebnen. Krankheit ist bei

uns kein Tabu. Mögliche Krankheitsfälle werden von

Ernst & Young betreut. Die Personalmanager achten

zusammen mit den Linienvorgesetzten sehr genau darauf,

längerfristige Abwesenheiten von vornherein zu vermeiden,

andernfalls zu begleiten und eine allfällige Wiedereingliederung

zu erleichtern.

Mobilität unterstützen, Diversität fördern

Die Bandbreite unserer Geschäfte ist sehr gross. Ebenso

unterschiedlich wie die Projekte sind auch die Menschen,

die an diesen Kundenprojekten konstruktiv arbeiten, sowie

deren Profile. Heute verbringt kaum mehr jemand sein

gesamtes Arbeitsleben in ein und demselben Unternehmen.

Die Diversität im Unternehmen nimmt zu − und das begrüssen

und fördern wir. Dessen ungeachtet bietet Ernst & Young

Schweiz seinen Mitarbeitenden viele Möglichkeiten, neue

Aufgaben zu übernehmen, ohne das Unternehmen verlassen

zu müssen. Oft wird in multinationalen Projektteams

gearbeitet; die Mitarbeitenden können ihre Kenntnisse

und Fähigkeiten in Seminaren mit Kollegen aus aller Welt

einbringen und erweitern. Das beginnt bereits zu Beginn

der Karriere: Viele unserer Neueinsteiger in den Assurance-

und Beratungsbereichen haben zum Beispiel die Möglichkeit,

an einem mehrtägigen Einführungsseminar im Ausland

teilzunehmen. Hinzu kommen weitere Entwicklungsschritte

wie kurz- oder langfristige Einsätze direkt bei Kunden oder

ausserhalb der angestammten Service Line. Diese können

in der Schweiz vor Ort oder international erfolgen und

bieten Arbeitsbereiche in ganz unterschiedlichen Umfeldern.

Diese Erfahrungen bereichern und fördern auch die

Karriere; sie gelten bei Ernst & Young als formaler Teil des

Entwicklungsprozesses. Ins Ausland entsandte Mitarbeitende

werden eng betreut, auch um ihnen ihren Start «zu

Hause» nach der Rückkehr zu erleichtern.

Diversität in den Teams gibt uns einen klaren Vorteil

für unsere Innovationsfähigkeit und umfassende Problemlösungskompetenz.

Deshalb entsenden wir nicht nur Mitarbeitende

an andere Standorte auf der Welt, sondern heissen

umgekehrt ausländische Mitarbeitende in unserer Organisation

ausdrücklich willkommen. Wir sind uns bewusst,

dass Teams mit grosser Diversität auch eine besondere

Herausforderung darstellen: Karrierewege, Lohnentwicklung

und kulturell bedingte Denkweisen werfen neue Fragen

auf (siehe Seite 43).

Jahresbericht 2012


38

-

Workplace

-

56 Nationalitäten

-

Ernst & Young ist ein weltoffener

Arbeitgeber. In der Schweiz kommen

die Mitarbeitenden aus 56 Nationen.

-

22 Prozent

-

So hoch ist bei uns der Anteil von

Frauen in leitenden Positionen.

Insgesamt liegt die Frauenquote

bei 40.7 Prozent.

Ausgeprägtes Feedbacksystem

Wir erwarten von unseren Mitarbeitenden überdurchschnittlichen

Einsatz. Gute Leistungen sind uns wichtig.

Deshalb honorieren wir die persönliche Leistung und

nicht nur die Dauer der Betriebszugehörigkeit und die

Stellung im Unternehmen. Dazu haben wir ein Feedbacksystem

etabliert, das breit abgestützt ist. Es hat

sich bewährt.

Leistungsbezogene Bezahlung

Bei Ernst & Young gibt es für jeden Bereich und unabhängig

vom Geschlecht strikte Salärskalen. Bei den jährlich ca. 200

neu einsteigenden «Graduates» ist der Lohn harmonisiert

und nicht verhandelbar. Lohngerechtigkeit ist für uns ein

wichtiges Thema und ein grosses Anliegen, sie wird jährlich

überprüft. Alle Mitglieder des Kaderbereichs sowie definierte

Mitarbeitergruppen erhalten zusätzlich zum festen

ein variables Salär. Auch hier erfolgt jedes Jahr eine Überprüfung

im Rahmen des Zielvereinbarungsprozesses. Dazu

nutzen wir einen Management-by-Objectives-Prozess, um

jeden Mitarbeitenden entsprechend seiner Leistung einzubinden

und zugleich seine Entwicklung zu fördern. So können

wir Leistungen beurteilen, individuelle Zielvereinbarungen

treffen und persönliche Entwicklungsziele festlegen.

Hohe Qualität der Zielvereinbarungen

Diese Feedbackgespräche sind für alle Mitarbeitenden von

Ernst & Young obligatorisch, über sämtliche Funktionen

und Hierarchiestufen. Bei allen im Kundenbereich Tätigen

und bei allen Kadern geht die Beurteilung als Faktor in die

Bemessung des variablen Salärs ein. Die Qualität der Zielvereinbarung

ist deshalb äusserst wichtig. Wir investieren

viel Zeit in die Schulung der Vorgesetzten zu Themen wie

Zielsetzung, Beurteilung und entsprechende Gesprächsführung.

Derartige Beurteilungen basieren nicht auf einem

einzelnen Votum. Bei Ernst & Young finden dazu Roundtable-Meetings

statt, an denen alle Instanzen teilnehmen,

die mit dem Mitarbeitenden in Vorgesetztenrolle zusammengearbeitet

haben. So können wir sicherstellen, dass

sämtliche relevanten Informationen adäquat berücksichtigt

werden. Es geht dabei sowohl um Fragen der Arbeitsqualität

als auch um Werte, Führungskompetenz, Kommunikation,

Projektführung sowie quantitative Indikatoren.

Dazu gehören beispielsweise die Anzahl verrechneter Stunden

oder die Komplexität der Mandate.

Jahresbericht 2012

Unterstützung durch Coaches und Mentoren

Bei Ernst & Young kann jeder jederzeit professionelle Unterstützung

in Anspruch nehmen. Coaching ist ein wichtiger

Teil unserer Unternehmenskultur, die unseren Mitarbeitenden

hilft, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Unser

Angebot umfasst nicht nur das tägliche informelle On-the-

Job-Coaching, sondern auch Projektfeedback und regelmässige

Leistungsüberprüfungen nach bestimmten Formvorgaben.

Darüber hinaus bieten wir unseren Mitarbeitenden

ein Mentorenprogramm mit dem Ziel, neben der persönlichen

auch die professionelle und karriereorientierte Entwicklung

zu begleiten.

Dieser formelle Prozess zur Förderung der Potenziale

unserer Mitarbeitenden wird noch unterstützt durch verschiedene

informelle Management- und Entwicklungsaktivitäten

während des Jahres. Sie dienen dazu, wichtige

Führungskompetenzen zu erwerben: So sollen Projektmanager

ihre Erwartungen jeweils klar und deutlich kommunizieren,

zeitgerechtes und jobrelevantes Feedback geben

und ad hoc Gelegenheiten wahrnehmen, um ihre Teammitglieder

mit passendem Coaching zu unterstützen.

Daneben bietet Ernst & Young allen Mitarbeitenden

eine Vielzahl zusätzlicher Leistungen. Diese umfassen

neben Alters- und Invalidenversicherung, Pensionskasse

und Mutterschaftsurlaub für gewisse Mitarbeitergruppen

einen variablen Saläranteil, der durch die eigene Leistung

und den Unternehmenserfolg bestimmt wird.

Wissen erweitern – Priorität Nummer 1

Die Qualifikation der Mitarbeitenden ist für ein Beratungsunternehmen

wie Ernst & Young zentral. Ihr Wissen und

ihre Fähigkeit zur Innovation sind unser Gut, das wir den

Kunden zur Verfügung stellen. Wissen ist der entscheidende

Erfolgsfaktor unserer Tätigkeit. Fachliche Aus- und

Weiterbildung und persönliche Weiterentwicklung haben

deshalb für uns höchste Priorität. Unser Begriff von Qualifikation

ist weit gefasst. Wir verstehen darunter nicht nur

die formal nachgewiesenen Fachkenntnisse, Diplome, Universitätsabschlüsse

und Zertifizierungen, sondern auch

die persönlichkeitsbildenden Aktivitäten und Weiterbildungen.

Aus- und Weiterbildungsthemen sind wesentliche

Bestandteile des Karriereentwicklungspfades innerhalb von

Ernst & Young. Bei den jährlichen Zielvereinbarungsgesprächen

nimmt das Thema deshalb einen grossen Raum

ein. Bestimmte Kompetenzen sind zudem per Richtlinie


an den Nachweis eines Diploms gebunden, zum Beispiel

das Unterschriftenrecht für einen Prüfungsbericht. Nur

wer das Wirtschaftsprüferexamen abgelegt hat, darf den

Bestätigungsvermerk unterzeichnen.

Wir bieten deshalb intern und extern ein grosses Angebot

an relevanten Aus- und Weiterbildungen und unterstützen

unsere Mitarbeitenden dabei gezielt und grosszügig. Im Kerngeschäft

werden aufgrund der Erfordernisse vor allem

formelle Ausbildungen unterstützt, zum Beispiel Ausbildungsgänge

zum Wirtschaftsprüferexamen, Fortbildungen zum

Steuerexperten, Bachelor- und Masterabschlüsse sowie

Zertifizierungen wie CFA und CISA. Das sogenannte EYU-

Programm − «EYU» steht für «Ernst & Young and You» −

bezeichnet ein globales Aus- und Weiterbildungssystem.

Ziel ist es, die persönliche Entwicklung mit dem Erlernen

der beruflich notwendigen Kompetenzen zu verbinden.

Aktuell werden mehr als 10’000 Kurse angeboten, viele

davon webbasiert. Diese Bildungsangebote sind sowohl

fachspezifisch ausgerichtet als auch gesamtunternehmerisch

relevant.

Bei Ernst & Young gibt es eine klar definierte Vorgehensweise,

festgelegt in der «Global Continuous Education Policy».

Danach müssen sämtliche Mitarbeitenden mit Kundenfokus

im Laufe von drei Jahren mindestens 120 CE-Kreditstunden

in der Weiterbildung («CE» steht für «Continous Education»)

erlangen, davon mindestens 20 innerhalb eines

einzigen Geschäftsjahrs. Zum Vergleich: 8 Trainingsstunden

entsprechen im Normalfall 6.5 CE-Stunden.

Die Qualifikation von neuen Angestellten muss natürlich

den Anforderungen des Jobprofils entsprechen: Für die

Audit- und Beratungsfunktionen sind dies in der Regel Bachelor-

oder Masterabschlüsse. Die Rekrutierung für die internen

Dienste zielt eher auf Mitarbeitende ab, die bereits die

passenden beruflichen Qualifikationen haben.

Karrieresprungbrett

In der Mitarbeiterschaft lassen sich grob drei Altersgruppen

unterscheiden: die jungen Berufseinsteiger, die erfahrenen

Kolleginnen und Kollegen sowie diejenigen, die auf den

Ruhestand zugehen.

Viele unserer jüngeren Mitarbeitenden erkennen in

Ernst & Young die ideale Plattform für ihre weitere Ausbildung

und sehen die Organisation daher als ein wichtiges

Karrieresprungbrett. Das sehen wir auch so, kommunizieren

es in der Öffentlichkeit entsprechend und bestärken

-

Über 10‘000 Kurse

pro Jahr

-

Weiterbildung ist von zentraler

Bedeutung für Ernst & Young. Das

Seminarangebot ist enorm gross.

39

-

Workplace

die jüngeren Kolleginnen und Kollegen in ihren Ambitionen.

Als Dienstleister und Ausbilder generieren wir Wissen,

entwickeln es fort und vermitteln es weiter. Bei allen Bemühungen

des internen Dialogs übersehen wir nicht die

besondere Herausforderung, das so aufgebaute Know-how

nachhaltig im Unternehmen zu halten.

Mitarbeitende, die kurz vor der Pensionierung stehen,

können Beratungsangebote in Anspruch nehmen. Wir

empfehlen auch die Pensioniertenvorbereitungskurse der

Schweizer Fach- und Dienstleistungsorganisation Pro

Senectute. Selbstverständlich pflegen wir den Kontakt mit

allen, die aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden

sind – in Anlehnung an den Alumni-Gedanken.

Welcome: Auszubildende und Praktikanten

Wir wissen, dass die Fluktuationsrate übers Jahr bei uns

mit 20 Prozent relativ hoch ist. Doch dieses Phänomen

spiegelt die Tatsache wider, dass wir nicht nur Arbeitgeber,

sondern auch bewusst eine Ausbildungsstätte sind. Naturgemäss

ist daher die Fluktuation bei den jüngeren Mitarbeitenden

höher als bei anderen (siehe Interview Seite 41).

Unsere Mitarbeiterschaft lässt sich als Pyramide mit Aufstiegsmöglichkeiten

bis zum Partner darstellen. Dieser

pyramidale Aufbau führt zu einer natürlichen Fluktuation.

Ernst & Young hat sich daher klare Ziele gesetzt: Wir

wollen die Mitarbeitenden halten, deren Leistungen, Potenziale

und Talente auch für weiterführende Aufgaben innerhalb

des Unternehmens geeignet sind.

Zum Zeitpunkt dieses Berichts haben wir zudem 13 Auszubildende

beschäftigt; deren intensive Betreuung ist uns

sehr wichtig. Hinzu kommen jedes Jahr rund 50 Praktikanten

auf Bachelorniveau. Dieses Engagement möchten wir

auch in Zukunft in diesem beträchtlichen Umfang weiterführen.

Fast alle Auszubildenden und Praktikanten bleiben

nach Abschluss bzw. Ende ihres Programms bei uns oder

kommen zu einem späteren Zeitpunkt in ihrer Karriere

wieder zu uns zurück – ein Beleg für unsere erfolgreichen

Bemühungen in diesem Bereich, die wir tatkräftig fortführen

werden.

Jahresbericht 2012


40

-

Workplace

Bei Ernst & Young stehen Erwerb und Weitergabe von

Wissen im Mittelpunkt. Was bedeutet das im Blick auf das

Thema Nachhaltigkeit?

Bei uns sind ganz unterschiedliche Fähigkeiten und Wissensbereiche

gefragt. Daher ziehen sich Wissen und Know-how

wie ein roter Faden durch Ernst & Young. Kurz gesagt:

Neues Wissen generieren und es weitergeben – das ist unser

Beitrag zu einem nachhaltigen Wirtschaften, und zwar

auf zwei Ebenen: auf der Ebene des Individuums wie auch

auf der institutionellen Ebene.

Und das heisst konkret?

Damit ist zweierlei gemeint: Zum einen geht es um die einzelnen

Mitarbeitenden, die ihr Wissen ständig erweitern

und sich auch persönlich weiterentwickeln möchten. Und

zum anderen ist es die Summe genau dieses Wissens, die

uns zu einer kompetenten, lernenden Organisation macht,

die ihren Beitrag zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen

Entwicklung leistet.

Barbara Aeschlimann

Director Human Resources

Ernst & Young Schweiz

-

«Wir verstehen uns als

Ausbildungsstätte»

Die Lust des Lernens: Ernst & Young Schweiz versteht sich als globale Ausbildungsstätte,

in der ständig neues Wissen entsteht und weitergegeben wird. Personalchefin

Barbara Aeschlimann erklärt, warum diese Arbeitskultur eine gute Investition

in eine nachhaltige Entwicklung ist.

Jahresbericht 2012

Was müssen Bewerberinnen und Bewerber mitbringen,

um bei Ernst & Young erfolgreich zu sein und sich dort

auch selbst wohlzufühlen?

Wir suchen Leute, die Freude daran haben, etwas zu lernen,

und sich weiterbilden wollen. Das hört sich ein bisschen

nach Schule an; klassische Weiterbildung gibt es natürlich

bei Ernst & Young in grossem Umfang. Wir erwarten sehr

motivierte Leute, die bei Projekten Neues anpacken und

daran wachsen. Erfolgreich und auch zufrieden werden

bei uns sicher nur wissbegierige und flexible Menschen. Und

Flexibilität heisst für uns, dass man geistig wendig und

geografisch mobil ist.

Steht Flexibilität bei Ernst & Young nicht auch für eine

hohe Leistungsbereitschaft?

Ja natürlich ist das so. Wer zu uns kommt, weiss, dass

Flexibilität gefragt ist und er auch viel arbeiten wird. Wir

sorgen aber dafür, Mehrarbeit in Grenzen zu halten, alles

andere wäre auch sicher nicht nachhaltig.


Was bieten Sie den Young Professionals im Gegenzug?

Bei uns findet man ein sehr modernes Unternehmensumfeld

mit methodisch und technisch erstklassigen Arbeitsbedingungen.

Darüber hinaus bieten wir die Chance, sich

ausbilden zu lassen, in erster Linie zum Wirtschaftsprüfer

oder Steuerexperten mit eidgenössischem Diplom. Dazu

kommt eine grosse Zahl von weiteren zielgerichteteten Aus-

und Weiterbildungen. Als Unternehmen erwarten wir nicht

nur Flexibilität von unseren Mitarbeitenden, sondern unterstützen

sie auch im Rahmen eines Flexibilitätsprogramms,

das Freiräume bietet bei der Gestaltung der Arbeitszeit und

bei der Wahl des Arbeitsortes.

Grenzenlose Mobilität ist

problematisch, wenn man an

die Ressourcen denkt.

Wie steht es mit Anreizen auf internationaler Ebene?

Der Mindset unserer Mitarbeitenden muss natürlich global

sein, man muss sich auf übergeordnete Strukturen einlassen.

Von unseren Wettbewerbern sind wir sicher am globalsten

aufgestellt. In der Schweiz gehen die lokale Organisation

sowie die übergeordnete Struktur von EMEIA und

der globalen Einheit Hand in Hand. Grenzenlose Mobilität

ist mit Blick auf ein ressourcenschonendes Denken jedoch

problematisch. Wir haben aus diesem Grund vor einiger

Zeit die Möglichkeit eines kompakten Auslandsaufenthalts

geschaffen, um Vielfliegerei zu vermeiden und dennoch

eine Chance zu bieten, den Horizont zu erweitern.

Wie steht es um die Entwicklungsmöglichkeiten bei

Ernst & Young Schweiz? Sie suchen ja vor allem

junge Leute. Wie geht es mit diesen Berufseinsteigern

nach – sagen wir – drei Jahren weiter?

Für diejenigen, die direkt von der Universität zu uns kommen,

ist es ganz am Anfang erst einmal wichtig, im Berufsleben

überhaupt Fuss zu fassen. Vor allem Bachelor-, aber

auch Masterabsolventen bringen heute oft keine intensive

Praxiserfahrung mehr mit. Etwas später in der beruflichen

Entwicklung steht dann das Thema Weiterbildung im Vordergrund,

vor allem in unseren beiden grössten Geschäftsbereichen

Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung. Ein

wichtiger Aspekt in allen Bereichen ist auch der Wissens aufbau

zu einer bestimmten Branche oder zu einem Marktsegment.

Das sind die Ziele am Anfang der Karriere in den

ersten drei bis vier Jahren.

41

-

Workplace

Wie geht es dann weiter?

Wir verstehen uns als Ausbildungsstätte, in der wir alle

Mitarbeitenden auf ihrem Karriereweg begleiten möchten.

Dazu gibt es für alle Kompetenzen und Stufen spezielle

«learning maps». Es können jedoch naturgemäss nicht alle

oben ankommen, aber das wollen auch nicht alle. Die grafische

Darstellung der Mitarbeiterschaft bis zur Partnerschaft

ist eine klassische Pyramide. Das heisst: Die über 40-Jährigen

verlassen uns in der Regel, wenn sie bis dahin nicht

eine obere Führungsebene erreicht haben. Entscheidend

ist, dass wir ehrlich und regelmässig über die Perspektiven

des Einzelnen sprechen. Denn viele wollen sich zwar

ausbilden lassen, suchen dann aber bewusst einen Karriereweg

ausserhalb von Ernst & Young. Wer bei Ernst & Young

einmal unter Vertrag war, findet auch leicht bei anderen

Arbeitgebern eine neue Aufgabe.

Wie sehen Sie diese externen Karrierechancen?

Kolleginnen und Kollegen, die uns verlassen, gehen mit

einem gut gefüllten Rucksack, also mit einem guten Branding:

Sie haben bei einem global tätigen Unternehmen

gearbeitet und sind fachlich absolut up to date. Wir sehen

die Abgänge nicht negativ, sondern auch als Ausweitung

unseres Netzwerks. Denn wer bei Ernst & Young gearbeitet

hat, weiss, was wir leisten können, und bringt uns auch

bei seinem neuen Arbeitgeber ins Gespräch.

Erfolgreich werden bei uns

sicher nur wissbegierige und

flexible Menschen.

Es ist also in gewisser Weise auch ein Benefit für uns. Denn

zur Konkurrenz gehen nur sehr, sehr wenige. Immerhin

gehören wir in der Schweiz laut der aktuellen Universum-

Studie zu den Top 10 aller Arbeitgeber, und in unserer

Branche sind wir die Nummer 1.

Jahresbericht 2012


42

-

Workplace

Lernen im Team –

auf die Mischung kommt es an

Ob Berufseinsteiger oder Senior Manager – bei

Ernst & Young profitieren alle Mitarbeitenden

von einer ausgeprägten Lernkultur mit regelmässigen

Feedbacks. Das wissen auch diejenigen

zu schätzen, die irgendwann in ein anderes

Unternehmen wechseln. Sie nehmen viel mit

zum neuen Arbeitgeber. Und das ist durchaus

erwünscht bei Ernst & Young.

Mit 17 hatte er es beim Eishockey bis zu den Elite-

Junioren geschafft. Heute treibt Christian Possa

nur noch zum Ausgleich in der Freizeit Sport. Denn

er hat ein grosses Ziel: «Innerhalb von vier Jahren will ich

die Ausbildung zum Wirtschaftsprüfer bei Ernst & Young

abschliessen», erklärt der 27-Jährige. 2011 kam der gebürtige

Walliser als Assistant zu Ernst & Young im Office Zug.

Seine Lernkurve geht seitdem steil nach oben. «Ich lerne in

einem einzigen Jahr so viel und sammle wertvolle Berufserfahrung»,

resümiert Possa. Das sei natürlich ein ganz

anderes Lernen als das während seines Betriebswirtschaftsstudiums

an der Universität Fribourg.

Wissensaustausch, gegenseitiges Feedback und kontinuierliche

Erweiterung des Know-hows sind Dreh- und Angelpunkte

im Berufsalltag der Wirtschaftsprüfer, Steuer-,

Transaktions- und Risikoberater von Ernst & Young. «Daher

pflegen wir eine besondere Lernkultur, die nicht nur Weiterbildungen

entlang unserer Learning Maps für die verschiedenen

Bereiche umfasst», erklärt Barbara Aeschlimann,

Director Human Resources bei Ernst & Young Schweiz. «Wir

legen zudem grossen Wert auf den Dialog im Team und

auf Feedbacks, die in dokumentierte Beurteilungsprozesse

eingehen. Das hat Hand und Fuss», so Aeschlimann.

Assistant Christian Possa hält das standardisierte Feedbacksystem

für «enorm hilfreich und breit abgestützt».

Den Rahmen bildet eine Jahresplanung für jeden Mitarbeitenden

mit der Auflistung persönlicher und allgemeiner

Ziele. Als Assistant steht ihm ein eigener Counselor zur Seite,

der ihn betreut. Für Possa ist die Jahreseinteilung von

Herbst bis Sommer klar: «Nach einem Kick-off erhalte ich

übers Jahr verteilt aus mindestens fünf Mandaten, an

denen ich beteiligt bin, eine Beurteilung. Da wirken jeweils

unterschiedliche Personen aufgrund eines strukturierten

Fragebogens mit.» Im Januar folgt dann die Halbjahresbewertung

und schliesslich Ende Juni ein Abschlussgespräch

inklusive eines individuellen Ratings. Dazu treffen sich

mehrere Ernst & Young-Kolleginnen und -Kollegen zu einem

Roundtable und geben ihr Votum ab. «Ich soll mich auch

Jahresbericht 2012

selbst einschätzen nach dem Motto: Was habe ich gut

gemacht, was ist nicht gut gelaufen?» Dieses Self Assessment

gehört mit zum Prozess der kontinuierlichen Wissenserweiterung

und hilft, die Arbeitsqualität zu verbessern

und Führungskompetenzen zu entfalten.

«Ich suche auch von mir aus das informelle Gespräch und

gebe selbst Feedback. Natürlich ist das Vertrauenssache

und für beide Seiten manchmal nicht ganz einfach», räumt

der angehende Wirtschaftsprüfer ein.

Für seine Kollegin Barbara Ofner bei Ernst & Young in Genf

ist auch der informelle Austausch mit Kunden und Kollegen

eine wichtige Form, sich neues Wissen über die Kundenbedürfnisse

in einem stetig wandelnden Umfeld anzueignen

und Know-how weiterzugeben. «Bei uns gilt eine Open

Door Policy, es ist immer ein Partner ansprechbar», sagt die

Rechtsanwältin, die als Senior Manager bei Ernst & Young

tätig ist. Sie leitet in der Romandie ein Team von sieben Mitarbeitenden

im Bereich Legal & Compliance.

Angesichts der ständig neuen regulatorischen Vorgaben

wachsen die Herausforderungen an die juristischen Services

bei Ernst & Young sehr schnell. Wie man in diesem dynamischen

Umfeld am schnellsten lernt? Ofner antwortet ohne

Zögern: «Man muss ins kalte Wasser springen.» Es gebe

sehr viele verschiedene Themenbereiche und Kundenanforderungen,

die man am besten «on the job» durch «learning

by doing» bewältige. «Man wächst ja an der Verantwortung

und an Erfolgen», sagt sie und ergänzt: «Ich achte darauf,

dass die Leute nicht zu lange an den gleichen Projekten

arbeiten, um die Entwicklung zu fördern.» Wann immer

möglich, nimmt sie jüngere Kollegen mit zu Kundenterminen.

Ihr Credo für den optimalen Lernerfolg lautet dementsprechend:

«Auf die Zusammensetzung der Teams kommt

es an, es müssen junge und erfahrene Mitarbeitende dabei

sein, Frauen und Männer, denn die gehen Themen oft ganz

unterschiedlich an.» Die Mischung macht’s.

Anders als Betriebswirte wie Assistant Possa, die sich bei

Ernst & Young zum Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater

ausbilden lassen, kam Ofner als «fertige» Anwältin zu dem

Schweizer Unternehmen. «Wir Juristen sind insofern eine

besondere Gruppe innerhalb der Organisation.» In jedem

Fall können Einstieg wie auch Karriereweg bei Ernst & Young

sehr unterschiedlich sein. Ziel im Personalbereich ist es, die

Balance zwischen den Einsteigern und den älteren, erfahrenen

Mitarbeitendenn, die ihr Wissen weitergeben sollen,

zu halten. Rein ökonomisch lässt sich der optimale Zeitpunkt

für Ab- und Neuzugänge zwar berechnen; in der Praxis


Alumni als Botschafter

Wir halten den Kontakt zu unseren ehemaligen Mitarbeitenden:

Dazu bieten wir mit unserem Alumni-Programm

eine Onlineplattform für alle, die sich gerne an

die Zeit bei Ernst & Young erinnern und ihr Netzwerk

pflegen möchten. Darüber hinaus laden wir die rund

2’000 aktiven Alumni einmal im Jahr zu einem Wiedersehen

ein – eine gern gesehene Gelegenheit, um sich

mit seinen früheren Arbeitskolleginnen und –kollegen

über die alten Zeiten und die neuen Herausforderungen

zu unterhalten. Auch wenn sie jetzt woanders arbeiten,

sind unsere Ehemaligen doch die besten Botschafter

unseres Hauses: in Wirtschaft, Verbänden, Politik

und an Universitäten.

Diversity & Inclusiveness

Bei Ernst & Young Schweiz arbeiten Menschen aus

56 Nationen. Diversity, Vielfalt, ist für uns ein hohes

Gut. Sie bezieht sich auf die kulturelle und sexuelle

Orientierung, auf Weltanschauungen und Lebensentwürfe,

auf die ethnische wie auf die soziale Herkunft

der Mitarbeitenden. Ein wichtiger Aspekt ist die Gleichberechtigung

der Geschlechter (Gender Diversity).

Mit dem Begriff «Inclusiveness» (Wertschätzung)

markieren wir den hohen Anspruch an unsere Unternehmenskultur:

Wir schaffen ein Arbeitsumfeld, in dem

jede und jeder Einzelne sich anerkannt und geschätzt

weiss und ihr bzw. sein Potenzial voll entfalten kann.

Dazu haben wir eine Diversity & Inclusiveness-Strategie

entwickelt: Hier geht es nicht nur um Bewusstseinsänderung

durch Trainings und Workshops, sondern

um globale Diversity-Kennzahlen, die die Erfolge unserer

D&I-Aktivitäten spiegeln.

ist dieses Gleichgewicht allerdings nicht so einfach auszutarieren.

Die Fluktuation ist hoch, aber auch gewollt.

«Wir beobachten das sehr genau und kommunizieren die

Karrierewege offensiv beim Recruitment», erklärt Personalchefin

Aeschlimann. Die meisten kommen vor allem zur

Ausbildung zu Ernst & Young. Ein Teil von ihnen verfolgt

dann motiviert den Weg weiter nach oben. Andere verlassen

Ernst & Young bereits nach wenigen Jahren und gehen in

ein anderes Unternehmen. Das wird durchaus begrüsst. «Wir

geben auf diese Weise unser Wissen weiter; das dient

sicherlich der Professionalisierung in der Wirtschaft und

erweitert unser Netzwerk», resümiert Aeschlimann.

43

-

Workplace

Ladina Caduff gehört zu dieser Gruppe der Wechsler.

Nach fünf Jahren bei Ernst & Young in Zürich fing sie bei

Raiffeisen Schweiz in St. Gallen etwas Neues an: Dort

leitet sie den Bereich Nachhaltigkeit. Ursprünglich kam die

38-Jährige aus der Wissenschaft. Die Mutter einer kleinen

Tochter hatte mehr als zehn Jahre am Center for Comparative

and International Studies der ETH Zürich geforscht,

bevor sie zu Ernst & Young wechselte und schnell zur Managerin

aufstieg. «Ich war im Bereich Nachhaltigkeit tätig und

damit beim Aufbau der Climate Change and Sustainability

Services (CCaSS) dabei.» Die Fachfrau für International

Relations brachte neue Denkweisen in die Mandate ein, etwa

bei einem Nachhaltigkeitsaudit eines grossen Lebensmittelkonzerns.

«Der Wechsel zu Raiffeisen war natürlich eine

Umstellung», erinnert sich Caduff. Bei Ernst & Young gebe

es stets einen Pool von vielen, die ihr Wissen austauschen.

«Durch diesen Wissenstransfer über Peers mit häufig neuen

Teamkonstellationen lernt man sehr viel.» Heute stellt

sie das Fachwissen und kommuniziert mit den Peers in der

Wirtschaft. Dabei sei das Wissen die Ressource schlechthin.

Jahresbericht 2012


44

-

Workplace

Facts & Figures

Leistungsbeurteilung

Gesamtzahl Mitarbeitende mit

regelmässiger Leistungsbeurteilung

100 %

Ausbildungen zum

Wirtschaftsprüfer/Steuerexperten

310

Wirtschaftsprüfer: 254

Steuerexperten: 56

Anzahl angebotener Kurse

10’160

Davon intern: 9’869

Davon extern: 291

Anzahl Teilnehmende

insgesamt

6’151

Davon weiblich: 2’606

Davon männlich: 3’545

Verhältnis Vollzeit/Teilzeit (gerechnet nach Headcount)

14.2

Leitend/Nicht leitend

(gerechnet nach Headcount)

65

85.8

35

Vollzeit in %

Teilzeit in %

Leitend* in %

Nicht leitend** in %

Leitende Mitarbeitende* gesamt

Davon bis 35

Davon 35–50

Davon 50+

Nicht leitende Mitarbeitende** gesamt

Davon bis 35

Davon 35–50

Davon 50+

Gesamtzahl aller Mitarbeitenden

(Headcount gesamt: 2102)

442

1660

Weiblich in %

22 100

31

20

10

48 100

44

64

77

55.5 %

Front

* Leitende Mitarbeitende: Front: Manager, Senior Manager, Executive Director, Partner

Interne Dienste: Assistant Director, Associate Director, Director

** Nicht leitende Mitarbeitende: Front: Assistant/Consultant, Senior/Senior Consultant

Interne Dienste: Associate, Senior Associate, Supervising Associate

Jahresbericht 2012

3.8 %

10.4 %

30.3 %

Interne Dienste

Männlich in %

78 100

69

80

90

52 100

56

36

23


Verletzungen, Berufsunfälle, Ausfalltage, Abwesenheit

Ausfalltage

824

Anzahl Berufsunfälle

20

Nicht-Berufsunfälle

229

504

7

93

Verletzungsrate (nur Berufsverletzungen)

insgesamt

0.97 %

Der weiblichen Mitarbeitenden: 0.89 %

Der männlichen Mitarbeitenden: 1.02 %

Krankheitsrate (nach Stunden)

insgesamt

1.72 %

Der weiblichen Mitarbeitenden: 2.50 %

Der männlichen Mitarbeitenden: 1.23 %

Mitarbeiterfluktuation (Headcount)

insgesamt

20.03 %

Der weiblichen Mitarbeitenden: 19.88 %

Der männlichen Mitarbeitenden: 20.13 %

320

13

136

Nationalitäten Top 10

551

Schweiz: 1455

88

Deutschland: 216

63

Frankreich: 130

26

Grossbritannien: 52

Italien: 52

18

904

128

67

26

34

10

Österreich: 18

USA: 18

Kanada: 16

7

13

5

Niederlande: 14

Russland: 7

insgesamt 56 verschiedene Nationalitäten

Neueinstellungen

Headcount:

Bis 35 in %

35–50 in %

50+ in %

Abgänge

Headcount:

Bis 35 in %

35–50 in %

50+ in %

Jahresbericht 2012

Gesamt

725

84

15

1

Gesamt

421

73

21

6

Weiblich

264

88

11

1

Weiblich

170

76

20

4

6

45

-

Workplace

8

11

3

9

1

Männlich

461

81

18

1

Männlich

251

71

22

7


46

-

Environment

Die Natur ist erfinderisch. Sie verschwendet

weder Energie noch Ressourcen, sondern

passt sich den jeweiligen Bedingungen

optimal an. Wie etwa die Teufelskralle. Sie

hat ihren idealen Transportweg gefunden.

Das Thema Mobilität spielt für uns eine

grosse Rolle. Wir sind uns bewusst, dass wir

täglich Energie und Ressourcen verbrauchen,

vor allem durch Flugreisen.

Das wollen wir auf ein Minimum reduzieren.

Nach dieser Massgabe entscheiden wir

uns in jedem Einzelfall für die jeweils beste

Kommunikationsform.

Jahresbericht 2012


Fit form

to function

Die Teufelskralle oder «Trampelklette» überüberzieht die karge Erde der südafrikanischen

Wüste. Nach der Bestäubung bringen die lilafarbenen,

trompetenförmigen Blüten mit

krummen Stacheln überzogene, eher unansehnliche

Früchte hervor. Doch Form folgt

Funktion, und so haken sich die Früchte im

Fell vorbeiziehender Tiere fest und lassen

sich forttragen. Irgendwann brechen die

Stacheln ab, und die Frucht gibt ihre winzigen

Samenkörner frei. Aber die Teufelskralle

wartet mit noch einer anderen Überlebensstrategie

auf: Ihre fl eischigen Wurzelknollen

fungieren als solarbetriebene Akkus und

speichern fotosynthetische Energie für

Dürrezeiten.


48

-

Environment

Bewusster Umgang mit

Ressourcen

Eine hohe Effizienz – das ist die harte

Währung gut geführter Unternehmen.

Das gilt für unsere Kunden wie auch für

Ernst & Young selbst. Wir legen grossen

Wert auf sorgfältigen und bewussten

Umgang mit Ressourcen in allen Bereichen:

beim Einsatz unserer Mitarbeitenden in

den Kundenprojekten wie auch bei den

Ressourcen, die wir jeden Tag in unseren

Büros in der Schweiz nutzen und verbrauchen:

Energie, Wasser und Materialien,

IT-Hardware und Papier. Jede Dienstreise

erhöht zudem die globale CO2-Emis -

sion. Das ist uns bewusst. Und daher

handeln wir.

Immer wieder stellen wir unser Tun auf den Prüfstand und

hinterfragen unsere Entscheidungen: Welche Aspekte

unserer Räumlichkeiten, unserer Betriebsmittel oder unserer

Reisetätigkeit schaffen wirklich Mehrwert für die Kunden,

und wo kann unnötiger Aufwand vermieden werden?

Die optimale Anpassung des Unternehmens an die wesentlichen

Ziele gemäss «fit form to function» kommt allen

zugute – der Umwelt, den Kunden und unserer eigenen

Organisation.

Vorreiter mit der «platform»

Zur Konzentration auf das Wesentliche gehört, dass

Ernst & Young Büroflächen nicht selbst besitzt, sondern mietet.

Unser Einfluss auf die Umwelteffizienz der genutzten

Flächen liegt daher vor allem in der Auswahl moderner,

umweltschonender Immobilien. Der Umzug unseres Zürcher

Sitzes in das Gebäude «platform» im Juni 2011, direkt

neben dem Prime Tower in Zürich-West, ist dafür ein sichtbares

Zeichen: ein Meilenstein auf dem Weg zu mehr Nach-

Jahresbericht 2012

haltigkeit im ökologischen Sinne. Das siebengeschossige

Geschäftshaus hat einen dreieckigen Grundriss auf einer

Fläche von 6’600 Quadratmetern und bietet Kapazitäten

für insgesamt mehr als 1’000 Mitarbeitende – die Hälfte

aller Beschäftigten von Ernst & Young Schweiz. Durch den

Neubau konnten die vormals drei Standorte im Stadtgebiet

Zürich aufgegeben und an zentraler, verkehrsgünstiger

Lage vereint werden.

Moderne Arbeitswelten

Das Büro der Zukunft besticht vor allem durch Flexibilität

und Offenheit. Insofern bieten wir ein sehr innovatives

Arbeitsumfeld: Denn die Innenarchitektur des «platform»-

Gebäudes ist mit ihrer transparenten Struktur, den Teaminseln,

Sitzungszimmern, mobilen Arbeitsplätzen (Desk

Sharing mit wenigen Ausnahmen) und Rückzugsräumen

perfekt auf Wissensaustausch und Teamwork ausgerichtet.

Das Management ist Teil dieser integrierten Arbeitswelt.

In diesem Kontext erweist sich auch die neue Ernst & Young-

Initiative «Workplace of the Future», kurz WotF, als richtungsweisend:

Unser Ziel ist es, mit WotF den Ansprüchen

vor allem junger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an

flexible Arbeitsformen und -zeiten, etwa durch Home-Office-

Angebote, gerecht zu werden und diesen Bedarf mit einer

optimalen Raumgestaltung und Technologieausstattung

zu unterstützen. Dass wir dabei auch Kosten und Umweltbelastungen

etwa durch Pendlerverkehr einsparen können,

gehört zu den zusätzlichen Vorteilen der Initiative.

WotF ist ein integratives Projekt, das die Belange von

Arbeitswelt, Wettbewerbsfähigkeit und Umweltschutz

zugleich berührt.

Die Lage des «platform»-Gebäudes mitten in Zürich-

West ist ideal: Das Quartier entwickelt sich rasant zu einem

Businesszentrum mit einer lebendigen Mischung von

renommierten Unternehmen, Start-ups, Gastronomie- und

Kulturangeboten.

Seltene Pflanzen in luftiger Höhe

Das Gebäude wurde vom Architekturbüro Gigon/Guyer

geplant, das bis 2015 auch den direkt nebenan liegenden

Bahnhof Hardbrücke neu gestalten wird. Bereits beim

Bau der Ernst & Young-Zentrale in der Schweiz hat man

wichtige Belange des Umweltschutzes berücksichtigt.

Durch eine Betonieranlage vor Ort konnte ein Teil des baubedingten

Materialtransports per Lastkraftwagen ver-


mieden werden; der zum Betonieren benötigte Kies wurde

teilweise mit der Bahn herbeigeschafft. Das Flachdach ist

extensiv begrünt, und zwar mit Pflanzenarten, die auf

der «Blauen Liste» der Anlaufstelle «Grüne Stadt Zürich»

stehen. In den sogenannten Blauen Listen werden Pflanzen-

und Tierarten geführt, die erfolgreich vor dem Aussterben

gerettet werden konnten. Das Konzept geht auf

Forschungsaktivitäten vor allem des Geobotanischen Instituts

der ETH Zürich zurück.

Sparsamer Energieeinsatz

Die «platform» ist ein gutes Beispiel für die bei Ernst & Young

grossgeschriebene effiziente Nutzung von Energie. Eine

dreifache Isolierverglasung mit Wärmeschutzbeschichtung

und aussenliegendem Sonnenschutz macht die Gebäudehülle

MINERGIE ® -tauglich, hält im Winter die Wärme im Haus

und sorgt im Sommer für angenehme Temperaturen. Bei

der Haustechnik nutzen wir Synergien mit dem nebenan

stehenden Prime Tower, von dem die «platform» die Energie

für Heizung und Kühlung bezieht. Für die Wärme- und

Kälteerzeugung kommt dabei eine Wärmepumpe zum Einsatz,

die Grundwasser und Gebäudeabwärme nutzt. Nur

zur Abdeckung von Spitzenlasten nehmen wir zusätzlich

auch Fernwärme ab. Auch an den anderen Standorten

legen wir Wert auf umwelt- und klimaschonende Beheizung.

«platform» – so heisst das neue Gebäude von Ernst & Young in Zürich

-

-

82 Prozent

-

Diese Zahl gibt den Anteil

erneuerbarer Energien am

Gesamtenergieverbrauch

von Ernst & Young Schweiz an.

49

-

Environment

Mit Ausnahme der kleineren Büros in Vaduz und in Zug,

die über eine Ölheizung verfügen, wird an allen Schweizer

Standorten mit Fernwärme oder Erdgas geheizt.

Tageslicht und Ökostrom

Die Mitarbeitenden tragen eine wesentliche Verantwortung

beim Energiesparen in der «platform», denn jeder

einzelne kann über Thermostate in den Büros die Feineinstellung

der Temperatur regeln, die Fenster öffnen

und die automatische Einstellung der Storen seinen

individuellen Bedürfnissen anpassen – eine optimale

Lichtnutzung.

Das 25 Meter hohe Atrium, das sich über alle sieben

Stockwerke erstreckt, bildet das Herzstück der «platform»

und lässt viel Tageslicht ins Gebäude. Um eine optimale

Beleuchtung mit möglichst geringem Stromverbrauch zu

gewährleisten, sind die Leuchten mit Helligkeits- und

Bewegungssensoren ausgestattet. Bei den Themen Stromverbrauch

und Strombezug geht es uns nicht nur um eine

möglichst sparsame Nutzung; wir achten darüber hinaus

auch darauf, woher die erzeugte Energie stammt. Seit

Anfang 2012 nutzt Ernst & Young an allen Schweizer Standorten

ausschliesslich Ökostrom aus umweltschonenden,

erneuerbaren Energiequellen ohne Atomstromanteil. Das

ist unser Anspruch an die Qualität des Stroms.

Jahresbericht 2012


50

-

Environment

-

166

-

So viele Drucker wurden bereits

abgebaut. Denn wir vermeiden

Ausdrucke auf Papier, wo immer

es geht.

Mobilität ist kein Selbstzweck

Die «platform» steht für ein weiteres grosses Plus: Der

Zürich-Sitz ist verkehrstechnisch sowohl für Kunden als

auch für die Mitarbeitenden hervorragend angebunden.

Die zentrale Lage des Gebäudes direkt neben dem Bahnhof

Hardbrücke ist ein ganz wichtiger Beitrag zur Reduzierung

von Umweltbelastungen, die durch Reisetätigkeit

entstehen.

Mobilität ist ein Kennzeichen unserer global aufgestellten

Organisation und gehört zu den Anforderungen, die

aus der Globalisierung der Wirtschaft insgesamt erwachsen.

Wir sind uns dieser Problematik bewusst (siehe Seite 10).

Daher sensibilisieren wir unsere Mitarbeitenden an allen

Standorten für dieses Thema, ermuntern sie, öffentliche

Verkehrsmittel zu benutzen, und bieten auch entsprechende

Anreize (siehe Interview Seite 52).

Datencheck zum Emissionsschutz

Ausserdem bemühen wir uns, Reisen zu vermeiden, wenn

sie nicht wirklich einen Mehrwert schaffen oder wenn man

ein externes Treffen auch durch alternative Kommunikationsmöglichkeiten

ersetzen kann. Dazu stellen wir den

Mitarbeitenden mobile Videokonferenzanlagen zur Verfügung

und haben komfortable Konferenztelefone in den

Büros. Wir sehen hier noch einiges Potenzial. Wichtig ist,

die Mitarbeitenden zu informieren und zu überzeugen.

Auch die oben angesprochene WotF-Initiative ist natürlich

Teil der Mobilitätsthematik.

Trotz aller erfolgreichen Bemühungen verursacht unsere

verbleibende Reisetätigkeit letztendlich Treibhausgasemissionen

bei Fluggesellschaften und bei der Bahn. Wir

beobachten dies sehr genau und fortlaufend. Transportbedingte

Emissionen entstehen im Prinzip auch über den

Postversand. Wir nehmen daher schon seit einiger Zeit

am Geschäftskundenprogramm «pro clima» der Post teil.

Seit Anfang 2012 übernimmt die Post dabei selbst die

Mehrkosten für Inlandsbriefe, bei den weiteren Postsendungen

zahlt Ernst & Young weiterhin einen leichten

Aufpreis zur CO2-Kompensation.

Indirekte Emissionen von Treibhausgasen entstehen

auch durch die Bereitstellung der von uns verbrauchten

elektrischen Energie und Fernwärme. Und direkte CO2-

Emissionen bei uns im Haus werden zum Beispiel durch die

Erdgasheizung in einigen von uns genutzten Gebäuden

verursacht. Da wir ein wissensbasiertes Unternehmen und

Jahresbericht 2012

kein Fertigungsbetrieb physischer Produkte sind, erreichen

unsere betriebsbedingten Treibhausgasemissionen insgesamt

nur einen geringen Umfang. Das spiegelt sich in

der Tatsache wider, dass unsere «Scope 1»-Emissionen

aus direkter Energienutzung (Öl- und Erdgasheizungen)

und «Scope 2»-Emissionen aus indirekter Energienutzung

(Strom- und Fernwärmenutzung) wesentlich durch reisebedingte

Emissionen übertroffen werden.

Halten wir fest: Unsere Emissionen sind vergleichsweise

gering und die Kompensationsleistungen über die Post

keine betriebswirtschaftlich relevante Grösse; auch fallen

bei unserer Art der Kostenstruktur mögliche klimapolitisch

bedingte Preissteigerungen von Energieprodukten nicht

sehr stark ins Gewicht. Vor diesem Hintergrund stellt das

Thema Klimawandel und Klimaschutz für Ernst & Young

kein wesentliches Geschäftsrisiko dar. Daher verzichten wir

auf eine formale, quantitative Abschätzung der finanziellen

Folgen des Klimawandels für Ernst & Young.

Umgekehrt haben Fragen des Klimawandels, des Umweltschutzes

und der Nachhaltigkeit bei unseren Kunden eine

Nachfrage hervorgebracht, die wir auch befriedigen. Hier

haben wir mit unseren Dienstleistungen in den Bereichen

Climate Change and Sustainability Services (CCaSS) und

Cleantech gute Erfahrungen gemacht. Details dazu werden

im Kapitel «Marketplace» dieses Berichts beschrieben.

Zentrale Druckerstationen

Wenn man von «Produkten» bei Ernst & Young sprechen

möchte, so sind es im Kern nur zwei: Information und

Wissen. Sichtbar und mit der Hand greifbar werden diese

Leistungen anhand der Arbeitspapiere und Berichte, die

unsere Arbeitsergebnisse dokumentieren und an unsere

Kunden abgegeben werden. Soweit möglich, arbeiten wir

elektronisch und nicht mit Ausdrucken auf Papier. Um das

verbleibende Drucken möglichst umweltschonend zu gestalten,

arbeiten wir vermehrt mit zentralen Druckstationen

statt mit individuellen Arbeitsplatzdruckern. Im Berichtsjahr

wurden dazu 166 Drucker abgebaut. In den Jahren

2012 und 2013 wollen wir nochmals etwa 80 Drucker oder

35 Prozent des momentanen Bestands reduzieren. Alle

zentralen Drucker unseres neuen Printsystems erlauben

doppelseitiges Drucken sowie den (verkleinerten) Druck

von zwei Seiten auf einer. Dies spart nicht nur Papier, sondern

auch Toner. Zum Ende des Jahres 2012 beabsichtigen

wir, doppelseitiges Drucken als Standard auf allen Geräten


einzustellen, der nur bei Bedarf von Hand umgestellt werden

kann. Um den verbleibenden Papierverbrauch möglichst

umweltfreundlich zu gestalten, verwenden wir Papier

mit FSC-Zertifikat und EU Ecolabel. Und last, but not least

zu diesem Thema: Die zentralen Druckstationen verfügen

über einen Energiesparmodus, auch das ist ein Beitrag zur

Ressourceneinsparung.

Durchdachte Logistik

Die «platform» entspricht modernen Ansprüchen der sparsamen

Wassernutzung, etwa durch eine Zwei-Mengen-Spülung

der Toiletten, die auch dem Energielabel der Group

for Energy Efficient Appliances (GEEA) entspricht. Bei der

Warmwassernutzung werden Energieverluste minimiert.

So gibt es keine zentrale Heisswasseranlage, sondern dezentrale

kleine Speicherheizungen. Beim Bezug des neuen

Hauptsitzes wurde ausserdem die Flaschenlogistik auf den

Kundenbereich beschränkt. Nur bei Gesprächen mit Kunden

gibt es noch Wasser in Flaschen. Ansonsten bedienen

sich die Mitarbeitenden an Wasserstationen, die an das

Hauswassersystem angeschlossen sind. Auch hier hat das

neue Gebäude Standards für alle Schweizer Standorte

gesetzt. Überall wird nun ausserhalb des Kundenbereichs

Wasser in Flaschen vermieden.

Bereits seit längerer Zeit gibt es an allen Standorten

ein Entsorgungskonzept. Dabei werden die Abfälle zum Beispiel

nach Papier, Karton, Kunststoff und Glas getrennt

und jeweils in den entsprechenden Recyclingprozess zurückgeführt.

Die Mitarbeitenden informieren wir darüber durch

Aushänge und Beschreibungen zur Entsorgung im Intranet.

Bei Papierabfällen gehen wir besonders sorgfältig vor:

Aus Gründen der Vertraulichkeit und des Datenschutzes

wird der Papiermüll von einem externen Spezialbetrieb

geschreddert und dann erst dem Recyclingprozess zugeführt.

Elektroschrott und andere Hardware geht zur

umweltschonenden Entsorgung an den jeweiligen Lieferanten

zurück.

Kontrolle der Lieferanten

Ernst & Young hält seine Mitarbeitenden auch bei der

Beschaffung an, auf das Thema Umwelt zu achten. Auf

Gruppenebene müssen bei Ausschreibungen zur globalen

IT-Beschaffung alle Lieferanten angeben, wie sie sich für

die Umwelt engagieren und inwiefern eine Auftragserteilung

zum Umweltschutz bei Ernst & Young beitragen würde.

-

GREENGUARD

-

Alle Büromöbel müssen bei uns festgelegten

Umweltstandards genügen. Dazu gehört

auch das GREENGUARD-Zertifikat für die

Innenraum luftqualität.

51

-

Environment

Anlässlich der Ausstattung der «platform» wurde ausserdem

ein weiterer Fortschritt in Richtung nachhaltige Beschaffung

auf lokaler Ebene erzielt. In dem Gebäude stehen heute

nur Büromöbel, deren Eigenschaften im Hinblick auf

Umwelt und Nachhaltigkeit geprüft und vom Hersteller

ausgewiesen sind.

So haben etwa die eingesetzten USM-Möbelsysteme das

GREENGUARD-Zertifikat für Innenraumluftqualität erhalten.

Ausserdem tragen sie insofern zur Nachhaltigkeit bei,

als sie eine lange Lebensdauer aufweisen, über einen

Anteil an wiederverwertetem Stahl verfügen und selbst gut

wiederverwertbar sind. Eine Reihe weiterer Büromöbel,

die bei Ernst & Young angeschafft wurden, verfügen ebenfalls

über das GREENGUARD-Zertifkat: Möbel aus den

Vitra-Möbelprogrammen Visaroll, Eames Aluminum Group

und Softshell Chair. Visaroll, Softshell Chair und auch das

ID-Chair-System von Vitra erfüllen ausserdem die Qualitäts-

und Haltbarkeitsansprüche des ANSI/BIFMA-Standards

für Büromöbel. Auch den von der Gerberei Gimmel bezogenen

Lederprodukten wurde die umweltschonende Herstellung

attestiert und ihre Haltbarkeit wurde geprüft. Von

der Möbelfabrik Horgen Glarus, die ausschliesslich lokal

in Glarus produziert und ihre Wärmeproduktion allein durch

Holz abdeckt, stammt langlebiges Mobiliar aus Massivholz

bei Ernst & Young. Auserdem erhielten die vom Hersteller

Corbat beschafften Möbel das PEFC-Label für nachhaltige

Holzproduktion.

Der in der «platform» erreichte Standard ist seit dem

Bezug des neuen Sitzes für alle Schweizer Standorte verbindlich.

Für die Beschaffung gilt bei Ernst & Young Schweiz:

Neues Büromobiliar muss Umweltkriterien genügen, die mit

denen der Möblierung des Zürcher Sitzes vergleichbar sind.

Jahresbericht 2012


52

-

Environment

Ernst & Young­Professisonals sind viel unterwegs – mit

der Bahn, per Flugzeug und im Auto. Diese Mobilität

ist allerdings nur um den Preis der Umweltbelastung zu

haben. Wie gehen Sie damit um?

Bereits seit etwa zwei Jahren wird das Thema Travel Management

auf globaler Ebene organisiert. Bei Ernst & Young

Schweiz gehen wir konkret viele kleine Schritte, um Ressourcen

zu schonen und einen Beitrag zur CO2-Reduzierung

zu erbringen.

Welche Schritte sind das?

Was die Flüge angeht, so müssen alle Reisen, die durch

interne Meetings veranlasst sind, vom Leiter der jeweiligen

Business Unit bewilligt werden; Flüge zu Kundenterminen

werden zudem kritisch hinterfragt und mit dem Kunden abgesprochen.

Für die Bahn erhält jeder Mitarbeitende kostenfrei

ein Halbtax-Abonnement von Ernst & Young, das er dann

auch privat nutzen darf. Angesichts der Entfernungen in

der Schweiz ist das natürlich ein ideales Verkehrsmittel, wir

fördern daher die Bahnfahrten sehr und nutzen auch das

Mobility-Angebot der SBB. Das heisst: Man kann an Bahnhöfen

Autos mieten, um damit zu entlegenen Orten zu

gelangen. Unser neues Bürogebäude in Zürich verfügt ja

auch aus Nachhaltigkeitsgründen über einen sehr guten

Bahnanschluss.

Brigitte Kübler

Assistant Director, Travel Manager

Ernst & Young Schweiz

-

«Wir setzen Anreize für

Bus und Bahn»

Über ihren Schreibtisch gehen viele Reiseanträge. Dabei schaut Brigitte Kübler, Travel

Manager bei Ernst & Young, genau hin. Denn bei den Dienstreisen will Ernst & Young

Schweiz alles tun, um Ressourcen zu schonen.

Jahresbericht 2012

Und wie steht es mit dem Auto?

Unser Spesenreglement begünstigt eindeutig die öffentlichen

Verkehrsmittel. Nur wenn es dem Mitarbeiter nicht

zumutbar ist, auf das Auto zu verzichten, weil er beispielsweise

viele Akten zum Kunden transportieren muss, wird

Kilometergeld erstattet. Zudem wurde die Zahl der Parkplätze

für die Mitarbeitenden in Städten wie Zürich und

Genf drastisch reduziert.

Flüge zu Kundenterminen

werden kritisch hinterfragt.

Wir haben bisher nur über Geschäftsreisen gesprochen.

Alle Mitarbeitenden fahren aber auch täglich zur Arbeit.

Wie sieht die Umweltbilanz bei den Pendlern aus?

Das ist unterschiedlich innerhalb der Schweiz, sehr viele

kommen mit öffentlichen Verkehrsmitteln. In Zürich zumindest

steigen auf jeden Fall immer mehr vom Auto auf die

Bahn um. Auch in Genf. Im Tessin ist das Auto allerdings

noch eher der Regelfall.

Wie fahren Sie selbst zur Arbeit?

Seit 30 Jahren fahre ich mit dem öffentlichen Verkehr,

alles andere wäre mir persönlich viel zu stressig.


Gezieltes Travel Management

Wie geht das zusammen: hohe Mobilität und

Schonung der Ressourcen? Ernst & Young

Schweiz ist sich dieses Zielkonflikts bewusst

und betreibt ein aktives Travel Management.

Ziel ist es, CO2-Emissionen so weit wie möglich

zu vermeiden.

Den Zug von Zürich nach Lausanne nimmt Reinier

Labadie sehr oft, es ist gewissermassen seine Stammstrecke.

Etwas mehr als zwei Stunden dauert es per

Bahn von der Limmat zum Genfersee – reine Arbeitszeit

für den Executive Director bei Ernst & Young Schweiz. Wie

für alle Mitarbeitenden von Ernst & Young in der Schweiz

ist die Bahn auch für Labadie als Transportmittel nicht nur

im Inland konkurrenzlos: CEO Bruno Chiomento zum Beispiel

legt bis zu 30 Prozent seiner Geschäftsreisen im Jahr

mit dem Zug zurück, ausländische Destinationen wie Mailand,

Frankfurt oder Paris inklusive. Erst wenn der Radius

um den neuen Zürich-Sitz oder um den Standort in Genf

noch grösser wird und der Termin nachweislich persönliche

Anwesenheit erfordert, steigen die Wirtschaftsprüfer und

Berater auf das Flugzeug um.

Das ist ziemlich häufig der Fall, dessen ist man sich bewusst.

Die besondere Herausforderung liegt darin, für weltweit

tätige Kunden präsent zu sein. Diese Präsenz allerdings

ist eben nicht ohne Reisetätigkeit zu haben – mit den bekannten

negativen Folgen für die Umwelt durch Treibhausgasemissionen.

Der Zielkonflikt zwischen dem unternehmerischen

Erfordernis globaler Mobilität und den Notwendigkeiten

des Klimaschutzes wird offen diskutiert und lässt sich wohl

nur bis zu einem gewissen Grad auflösen. Ernst & Young

betreibt dazu ein aktives Travel Management, um den eigenen

hohen Ansprüchen an nachhaltige Formen des Arbeitens

und Wirtschaftens gerecht zu werden. Der Grundsatz

lautet: So viel Kundenbetreuung wie nötig (in Absprache)

bei möglichst wenig Reisetätigkeit.

Labadie hat ein Beispiel parat: In Hongkong befindet sich

der regionale Hauptsitz eines wichtigen Kunden, die Niederlassung

in Jakarta. Es gibt gute Gründe für ihn, von der

Schweiz nach Asien zu reisen. Labadie hat darauf hingearbeitet,

diverse Termine in Jakarta und Hongkong sinnvoll

zu kombinieren. «Das braucht etwa zwei Monate Vorlauf,

auch um preisgünstig fliegen zu können. Es ist eine Frage

der Kommunikation und der richtigen Prioritätensetzung

in der Planung», sagt Labadie. Seine Reiseroute? Zürich –

Jakarta – Hongkong – Zürich. Nur ein Hin- und ein Rückflug.

Reiseanträge wie dieser kommen zu Brigitte Kübler, Assistant

Director und Travel Manager bei Ernst & Young in

53

-

Environment

Zürich (siehe Interview links). Viel häufiger gebucht sind

die Ziele London, Frankfurt am Main, Amsterdam und

Berlin – und natürlich New York. Auf Europa-Ebene finden

interne Projektsitzungen und Schulungen statt – hier hat

also Ernst & Young die Möglichkeit, von sich aus an der Stellschraube

im Sinne eines nachhaltig orientierten Travel

Management zu drehen. Daher werden auch interne Meetings

genau auf ihre Notwendigkeit geprüft. Denn für

manche Sitzung gibt es gute IT-basierte Alternativen wie

etwa Videokonferenzen. Und last, but not least: Der Zeitverlust

durch die Reise selbst – selbst wenn man im Zug oder

im Flugzeug arbeiten kann – ist als Argument gegen eine

Reise nicht zu unterschätzen.

Peter Mantel, Director Logistics bei Ernst & Young Schweiz,

verweist auf die Grundsätze, die bei Ernst & Young definiert

wurden. Dabei ist die Eindämmung von Pendlerverkehr

ein wichtiges Thema – der neue Standort in Zürich

ist daher bewusst unter dem Aspekt der Verkehrsanbindung

gewählt worden. Noch gravierender ist das Problem in

den Megametropolen Asiens oder Südamerikas. Vor diesem

Hintergrund ist die Initiative «Workplace of the Future»,

kurz WotF, zu sehen. Es geht um innovative Arbeitsformen

und -zeiten. «Ein grosser Schritt in die richtige Richtung

zur Gestaltung nicht nur der künftigen Arbeits-, sondern

auch der Lebenswelt unserer Mitarbeitenden», sagt Mantel.

Auf regionaler Ebene beteiligt sich Ernst & Young Schweiz

seit 2012 an dem «Pro-clima»-Projekt der Schweizer Post.

Ziel ist eine «klimaneutrale» Zustellung. Die Post setzt

dabei erhobene Zuschläge für die CO 2-Kompensation ein.

Es ist nominell nur ein kleiner Beitrag, aber die Aktion

setzt ein Zeichen.

Peter Mantel resümiert: «Mobilität ist für unsere Organisation

unstreitig sehr wichtig. Wir unterstützen jedoch

zugleich alle Aktivitäten, die dazu beitragen, Ressourcen

zu schonen. Das darf nicht vernachlässigt werden.»

Nachhaltigkeit ist also eine Frage der Optimierung? «Auf

jeden Fall, aber auch der Sensibilisierung aller Mitarbeitenden.

Wir wollen jeden Tag noch besser werden.»

Jahresbericht 2012


54

-

Environment

Facts & Figures

Umfang und Auswirkungen der Reisetätigkeit

Beim durch Reisewegen verursachten CO2-Ausstoss dominieren

die Flugreisen klar.

Zurückgelegte Distanz in pkm

(Personenkilometer)

9’978’137 (Langstrecken)

7’945’865 (Kurzstrecken)

7’423’000 (Bahn)

228’000 (Privatwagen)

213’061 (Mietwagen)

CO2-Ausstoss in t (Tonnen)

1’060

1’040

59

32

30

Jahresbericht 2012

Seit Anfang 2012

beträgt der Anteil

des Öko stroms

am gesamten

Stromverbrauch:

100 %

Genutzte Tonerpatronen

Alle Patronen werden dem Lieferanten

zum Recycling zurückgegeben.

3’100


Energieverbrauch (Energie in GJ)

Ernst & Young nutzt vor allem «indirekte» Energie, das heisst Strom und Fernwärme.

Der Anteil der genutzten «direkten» Energie, das heisst Erdgas und Heizöl, ist vergleichsweise gering.

405

Papierverbrauch

und Papierherkunft

• Total eingekauftes Papier

für die interne Nutzung

• Total eingekauftes

Papier durch externe

Druckaufträge

• Total eingekauftes

Papier durch die

Beschaffung von

Printmedien (Literatur)

• Total Papierverbrauch

bei externen Anbietern

für Marketingzwecke

Tonnen Typ

111.1

11.3

20.6

11.0

FSC

FSC

55

-

Environment

0 % 100 %

Öl Erdgas Fernwärme Strom

Treibhausgasemissionen (CO2-Emissionen in t)

Die von Ernst & Young verursachten Emissionen aus dem oben dargestellten direkten und indirekten

Energieverbrauch («Scope 1»- und «Scope 2»-Emissionen) 1 werden deutlich von Emissionen durch Reisetätigkeit

(Beitrag zu «Scope 3»-Emissionen) übertroffen.

0 % 100 %

181

2’744

165

Scope 1 Scope 2 Scope 3 Beiträge Reisetätigkeit

1 Für direkte Emissionen aus Öl- und Erdgasverbrauch (Scope 1) basieren die Emissionsfaktoren auf den Angaben des Bundesamt

für Umwelt BAFU. Für Strom und Fernwärme (Scope 2) wurden die bezogenen Energiemixe berücksichtigt. Der gesamte

Strom wurde aus erneuerbaren Quellen bezogen. Bei Fernwärme basieren die Emissionsfaktoren auf ecoinvent und der Studie

«Primärenergiefaktoren von Energiesystemen» im Auftrag des Bundesamtes für Energie, BFE. Diese Faktoren enthalten

zusätzliche Emissionen aus der Vorkette sowie Übertragungsverluste.

Brief-, Paket- & Kuriersendungen

Der Postversand ist CO2-kompensiert. Es liegen

von der Post keine Daten zur Höhe der kompensierten

Emissionsmenge vor.

12’785

Anzahl Paketversendungen

1’843

Anzahl Kuriersendungen

9’353

396’767

Anzahl Briefversendungen

2’221

Jahresbericht 2012

12’847

Unbekannt

Unbekannt


56

-

Community

Unternehmerisches Handeln ist kein

Alleingang: Daher führen wir innerhalb von

Ernst & Young den Austausch auf allen

Ebenen, pflegen das Netzwerk mit unseren

Kunden und begreifen uns als Teil einer

globalen Gemeinschaft.

Doch erst mit der Bereitschaft, an einem

Strang zu ziehen und Verantwortung

zu tragen, kann etwas Grösseres als die

Summe der Teile entstehen.

In einer Kultur, die auf Kooperation angelegt

ist, profitieren alle: Jeder Einzelne hat

die Chance, in der Gruppe mehr zu erreichen,

als er allein zu leisten imstande wäre.

Die Kaiserpinguine machen es vor.

Jahresbericht 2012


Der Kaiserpinguin kann Temperaturen bis

—47° C und Windgeschwindigkeiten von bis

zu 144 km/h aushalten. Die höchste Federdichte

in der Vogelwelt (15 pro cm²) und

eine dicke Speckschicht bilden einen warmen

Wintermantel, aber die wirksamste Kälteschutzstrategie

ist sozialer Natur. Riesige

Kolonien von bis zu mehreren Hundert Tieren

suchen in kompakten Gruppen Schutz unter

Eisvorsprüngen. Jeder Vogel rückt möglichst

dicht an seinen Nachbarn heran und schiebt

sich von der Windseite immer weiter vor in

die windgeschützte Mitte. So kommt jedes Mitglied

der Kolonie an die Reihe. Dort, wo der

einzelne Pinguin sterben würde, sichert die

Gemeinschaft das Überleben der Tiere.

Cultivate cooperative

relationships


58

-

Community

Eine Strategie – viele

Gesichter: unser gesell schaftliches

Engagement

Wo setzt man an bei dem Wunsch, sich

als Unternehmen gesellschaftlich zu

engagieren? Wir konzentrieren uns auf

drei Kernbereiche: Bildung, Unternehmertum

und Umwelt. Unser Engagement

in diesen Feldern wollen wir kontinuierlich

verstärken. Wir wissen aber auch:

Nachhaltige Projekte entfalten ihre Wirkung

nicht allein durch sorgfältige Konzeption,

sondern insbesondere auch

durch die Menschen, die sie mit Leben

füllen. Wir geben allen Mitarbeitenden

bei Ernst & Young Schweiz die Gelegenheit,

sich persönlich zu engagieren.

Immer mehr Unternehmen stellen sich der Frage, welchen

Beitrag sie zur positiven Entwicklung der Gesellschaft

leisten wollen und können. Der Begriff «Corporate Social

Responsibility» (CSR) wird dabei heute als ein ganzheitliches

Unternehmenskonzept aufgefasst, das alle sozialen,

ökologischen und ökonomischen Leistungen integriert,

die von Unternehmen freiwillig, also über ihre gesetzlichen

Verpflichtungen hinaus, im Sinne des Gemeinwohls erbracht

werden. Auch in der Schweiz erlebt Corporate Social

Responsibility seit mehreren Jahren einen Aufschwung.

Unternehmen fördern gesellschaftliches Engagement –

und leben es auch.

Wir bei Ernst & Young Schweiz verstehen uns nicht nur

als Teil eines globalen Unternehmens, sondern auch als

aktives Mitglied der globalen Gemeinschaft. Wir sind ein

erfolgreiches Wirtschaftsunternehmen und als solches

bereit, Verantwortung für das Gemeinwohl zu übernehmen.

Unser gesellschaftliches Engagement soll dies widerspiegeln.

CSR ist ein fester Bestandteil unserer Geschäftsstrate-

Jahresbericht 2012

gie. Dabei sind wir uns bewusst und bemühen uns auch

darum, dass die gesellschaftliche Anerkennung, die uns

aus unserem Engagement erwächst, bei der erfolgreichen

Zusammenarbeit mit Kunden, Partnern, Mitarbeitenden

und Organisationen eine positive Wirkung entfaltet.

Unsere Strategie der drei E

Unser Engagement fokussiert sich auf drei Bereiche, die

wir auch als unsere drei grossen E bezeichnen: Bildung

(Education), unternehmerisches Denken und Handeln

(Entrepreneurship) und Umwelt (Environment). Projekte

werden deshalb vor allem danach ausgewählt, ob sie

diesen drei Bereichen zuzuordnen sind und mit unserer

Strategie konform gehen. Wir suchen zudem nationale

Projekte aus, die eine mehrjährige Zusammenarbeit

ermöglichen; mittel- und langfristige Kooperationen sind

unser Ziel.

Die Mitarbeitenden von Ernst & Young werden stark in

unsere CSR-Aktivitäten einbezogen. Sie haben beispielsweise

die Möglichkeit, einen Betrag auf Kosten des Arbeitgebers

an eine wohltätige Organisation zu spenden – dies

im Rahmen des «Unternehmens-Weihnachtsgeschenks».

Partner spenden darüber hinaus auch ihren Jubiläumsbonus.

Wir machen alle Aktivitäten intern publik: So werden

alle Mitarbeitenden durch die Volunteering-Website über

die Aktivitäten von Ernst & Young Schweiz und die Möglichkeiten

zum Engagement informiert und auf dem Laufenden

gehalten. Nicht zuletzt ist der vorliegende Jahresbericht

ein wichtiges Instrument, unser Engagement intern und

extern bekannt zu machen.

Im Frühsommer 2012 startete das Volunteering-Programm;

damit haben wir ein neues Aktionsfeld im Bereich

CSR betreten. Es geht in diesem Programm darum, freiwillig

und unentgeltlich für einen guten Zweck Arbeit zu

leisten. Sämtlichen fest angestellten Mitarbeitenden – vom

Lehrling bis zum Partner – steht pro Jahr ein Arbeitstag

zur Verfügung, den sie zur Mithilfe in einem der von Ernst

& Young ausgewählten Projekte einsetzen können. Mitarbeitende,

die einen solchen Einsatz nicht leisten möchten,

können ihren Tag mit der Option «Spende deinen Tag»

einer Kollegin oder einem Kollegen spenden oder auf ein

gemeinschaftliches Projektkonto überweisen. Bislang

kamen die Ernst & Young-Helfer fünfmal zum Einsatz: in

der Berner Stadtgärtnerei, auf einem Bergbauernhof,

beim Projekt «Young Enterprise Switzerland» (YES) zur


Förderung des Wirtschaftswissens bei Schulkindern und

zweimal bei der Zürcher Stiftung St. Jakob. Bei der Stiftung

handelt es sich um ein Behindertenwerk, das Beziehern

einer Invalidenrente geschützte Arbeitsplätze und strukturierte

Tagesabläufe in ganz unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen

anbietet. Vor allem psychisch und geistig Behinderte

arbeiten dort. Bisher haben über 150 Mitarbeitende

von Ernst & Young Schweiz an dem Corporate-Volunteering-

Projekt teilgenommen (siehe Seiten 66 bis 71).

E wie Education

Angesichts unseres Selbstverständnisses als wissensbasierte

Organisation geniesst das Thema Bildung bei uns hohe

Priorität. Gesucht sind dabei nachhaltige Lösungen, um

Wissen zu erarbeiten und weiterzugeben, damit Menschen

davon ein Leben lang profitieren – beruflich wie auch

persönlich. Wir arbeiten eng mit Schulen und Universitäten

zusammen, um der nächsten Generation die bestmöglichen

-

Wissen vermitteln

-

Universitäten sind der ideale Ort:

Hier geben unsere Dozenten ihr

Wissen und wertvolle Erfahrungen

an die nächste Generation weiter.

59

-

Community

Voraussetzungen bieten zu können, ihr Leben selbst in die

Hand zu nehmen. Partner von Ernst & Young sind zum

Beispiel als akademische Lehrkräfte oder Honorarprofessoren

an den wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten von

Universitäten tätig (siehe auch Interview auf Seite 62).

Damit leisten wir einen entscheidenden Beitrag für eine

positive gesellschaftliche Entwicklung insgesamt, denn Bildung

ist der Schlüssel zu wirtschaftlicher Selbstständigkeit

und staatsbürgerlichem Bewusstsein. Ernst & Young hat

in diesem Sinne zahlreiche berufsbezogene Ausbildungsmöglichkeiten

geschaffen. Seit 2009 lancieren das Schweizerische

Institut für Auslandforschung und Ernst & Young

den alljährlichen SIAF Award für herausragende Dissertationen,

Lizentiats- und Masterarbeiten an der Universität

und ETH Zürich. Die ausgezeichneten Arbeiten behandeln

Themen, die für das Verständnis der politischen, wirtschaftlichen,

gesellschaftlichen und kulturellen Beziehungen in

einer globalen Welt relevant sind.

Hier trifft man sich zu Vorlesungen und besonderen Anlässen: Im Auditorium Maximum der Universität St. Gallen

-

Jahresbericht 2012


60

-

Community

-

Engagement

-

Wir sehen uns nicht neben,

sondern in der Gesellschaft –

und wollen helfen, sie ein

Stück besser zu machen.

Ferner zeichnen sie sich durch wissenschaftliche Fundiertheit,

einen originellen und eigenständigen Denkweg sowie

innovative Fragestellungen aus. Der SIAF Award ist mit

10’000 CHF dotiert und wird von einer wissenschaftlichen

Jury vergeben (www.siaf.ch). Darüber hinaus trägt die in

Deutschland neu ins Leben gerufene «International Summer

School on Responsible Business» dazu bei, unsere Leitideen

zum Thema Engagement zu verwirklichen. Rund 40

junge Führungskräfte (Executives) aus verschiedenen

Ländern, unter anderem auch aus der Schweiz, können an

dieser einwöchigen Summer School teilnehmen.

E wie Environment

In unserem Unternehmensalltag streben wir danach, ökologisch

nachhaltig zu handeln. Wo immer möglich, suchen

wir in unseren Prozessen nach klima- und ressourcenschonenden

Alternativen. Unserem Engagement zur Schonung

der Ressourcen haben wir ein ganzes Kapitel in diesem

Report gewidmet (siehe Seiten 46 bis 55).

E wie Entrepreneurship

Wir fördern innovatives unternehmerisches Denken und

Handeln. Mit ihrem Erfindergeist, ihrem unternehmerischen

Mut und der notwendigen Ausdauer schaffen Entrepreneure

Arbeitsplätze und neue Produkte. Sie schaffen

Mehrwert. Überzeugte unternehmerische Persönlichkeiten

sind sich dabei immer ihrer professionellen und moralischen

Verantwortung für die gesamte Organisation bewusst.

Im Idealfall erfüllen sie eine wichtige Vorbildfunktion. So

verstanden bezeichnen wir Unternehmertum als «Entrepreneurship».

Wir suchen und erkennen das Potenzial, das

in solchen Persönlichkeiten steckt, und wollen es gezielt

fördern und zur Entfaltung bringen. Der seit Langem etablierte

und sehr renommierte Preis «Entrepreneur Of

The Year ® » (EOY) ist ein global sichtbares und anerkanntes

Zeichen für unser Engagement auf diesem Gebiet

(siehe Seite 30). Zusätzlich führen wir eine langjährige

strategische Partnerschaft mit dem Swiss Venture Club

(SVC). Der SVC ist ein unabhängiger Non-Profit-Verein

von Unternehmern für Unternehmer zur Förderung und

Unterstützung von KMU. Er verleiht in sieben Wirtschafts-

und drei Sprachregionen einen etablierten Unternehmerpreis.

Die Sieger jedes SVC-Unternehmerpreises sind

zudem automatisch für den «Entrepreneur Of The Year ® »-

Wettbewerb nominiert.

Jahresbericht 2012

Die «Social Entrepreneurship Foundation» (SEF) fördert

Personen und Organisationen, die mit innovativen Ideen

unternehmerische Konzepte für gesellschaftliche Fragen

entwickeln. Im Rahmen der «SEF-Swiss Start-up Awards»

zeichnet die Stiftung Projekte aus, die mit einem innovativen

Geschäftsmodell an gesellschaftliche und ökologische

Herausforderungen herangehen. Ernst & Young Schweiz

finanziert in diesem Rahmen den Spezialpreis «Social

Innovation» mit 10’000 Franken. Im Juli 2012 wurde die

Non-Profit-Organisation Eaternity für ihren neuen Ansatz

zu nachhaltiger Ernährung und Klimaschutz mit dem Preis

ausgezeichnet (siehe Bild rechts). Eaternity ist ein Verein,

den Studenten der Eidgenössischen Technischen Hochschule

(ETH) Zürich gegründet haben. Sie erforschen

den Zusammenhang zwischen Essverhalten und Klimawandel

und möchten auf diese Weise Konsumentscheide

in Richtung einer nachhaltigen Ernährung beeinflussen.

Sponsoring durch Wissen

Unsere Strategie beim Sponsoring ist eigenständig und

losgelöst von den CSR-Aktivitäten. Beim Sponsoring geht

es uns vor allem um Projekte, die neben finanziellen Leistungen

auch unseren Einsatz in Form von Wissen und

Know-how ermöglichen. So unterstützen wir zum Beispiel

das «Capital Market Forum», das 2012 Premiere hatte.

Die Mitarbeitenden von Ernst & Young bringen sich mit

ihrem Fachwissen als Referenten auf dieser zweitägigen

Konferenz ein. Das Forum hat internationale Ausstrahlung.

Lokales Engagement – zentraler Einkauf

Zu unserem Engagement in der Gesellschaft gehören auch

Mitgliedschaften in verschiedenen relevanten Organisationen.

So ist Ernst & Young Schweiz Mitglied bei Avenir Suisse,

einem Schweizer Thinktank, bei der Treuhandkammer und

diversen Handelskammern des Landes sowie bei economiesuisse

im Vorstand vertreten. Wir zahlen keine Beiträge

an politische Parteien, allerdings steht es unseren Mitarbeitenden

frei, sich privat politisch zu betätigen. Auch für

den Einkauf und die Lieferanten gelten bestimmte Regeln.

Der wichtigste Grundsatz lautet:

Ernst & Young muss als Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen

jederzeit seine Unabhängigkeit gewährleisten

können. Dies ist bei Ernst & Young auf globaler

Ebene in Richtlinien für den Einkauf festgehalten und gilt

daher auch für die Schweiz. Der zentral organisierte


Einkauf definiert, welche Aufgaben und Kompetenzen

«vor Ort», also in der Schweiz, zu erledigen bzw. einzuhalten

sind. So ist es beispielsweise aufgrund der Vorgaben

des Einkaufs geregelt, dass Ernst & Young im ganzen Land

ausschliesslich Ökostrom bezieht. Die Büros treffen mit

lokalen Anbietern entsprechende Vereinbarungen. Es werden

aber auch Verträge geschlossen, die für die gesamte

Schweiz Geltung haben, etwa für die Unterhaltsreinigung,

Büromateriallieferungen, Kaffeemaschinen, Sicherheitsdienstleistungen

oder für Wasserspender.

Die Mühe hat sich gelohnt: Gut gelaunt hält Manuel

Klarmann (Mitte) den Spezialpreis «Social Innovation»

2012 in die Kamera. Ernst & Young finanziert diesen

Preis im Rahmen der jährlichen «SEF-Swiss Start-up

Awards» der Social Entrepreneurship Foundation

(SEF). Klarmann und sein Team des Vereins Eaternity

haben die Jury überzeugt: Sie wollen klimafreundliches

Essen auf den Tisch bringen und haben dazu eine

Web-Applikation entwickelt, mit der zum Beispiel Restaurants

mühelos den CO2-Gehalt einer Mahlzeit

errechnen und kommunizieren können. Der Zusammenhang

von Essverhalten und Umweltschädigung ist

unverkennbar. Weltweit verursacht die Nahrungsmittelproduktion

mehr Treibhausgasemissionen als der

private Verkehr. Mit Klarmann freuten sich auch Roger

Müller (links), Partner von Ernst & Young Schweiz,

und Judith Ellens, Initiatorin von Eaternity.

-

61

-

Community

Die Auswahl der Zulieferer erfolgt vor allem nach der

Höhe der Kosten und der Qualität der Leistungserbringung.

Es gibt keine spezifischen Auswahlkriterien für lokale

Zulieferer, nahezu 100 Prozent aller Lieferanten sind

jedoch in der Schweiz ansässig. In diesem Jahresbericht

werden aufgrund der transparenten Lieferantenbeziehungen

Kriterien wie Umwelt- oder Menschenrechtsindikatoren

nicht speziell berücksichtigt, ebenso wenig wie

die Themen Kinderarbeit oder andere Arten von Zwangs-

und Pflichtarbeit. Dennoch sind wir uns der Problematik

bewusst und halten alle Mitarbeitenden dazu an, bei der

Beschaffung auf den Aspekt der Nachhaltigkeit im weiten

Sinne zu achten – etwa im IT-Bereich oder beim Büromobiliar.

Jahresbericht 2012


62

-

Community

Sie waren selbst Student an der Universität St. Gallen

(HSG), seit ein paar Jahren lehren Sie dort, jetzt sind

Sie auch Honorarprofessor geworden. Was gefällt Ihnen

an der Rolle des Dozenten?

Wir bewegen uns ja nicht erst seit Kurzem in einem sehr

dynamischen wirtschaftlichen Umfeld: Der Regulierungsdruck

wächst kontinuierlich, in den letzten 15 Jahren

sind viele neue Themen wie Basel II und III, Crossborder-

oder US-Steuerprobleme aufgetaucht. Je länger man

dann in der Praxis arbeitet, desto mehr übernimmt man

Managementaufgaben und kann das akademische Wissen

nicht so weiterentwickeln, wie man das gerne möchte.

Meine Lehrtätigkeit war mir daher immer sehr wichtig;

sie erlaubt es mir, mein Wissen auszubauen und mich ohne

Kundendruck mit spezifischen Fragestellungen auf wissenschaftlicher

Ebene zu beschäftigen. Kurz gesagt: Ich halte

mich als Dozent up to date, und zwar beruflich und persönlich.

Denn ich arbeite sehr gerne mit jungen, engagierten

Menschen zusammen.

Andreas Blumer

Partner und Honorarprofessor

an der Universität St. Gallen

Ernst & Young Schweiz

-

«Studierende müssen wissen,

worauf es im Alltag ankommt»

Es ist eine Win-win-Situation: Ausgewiesene Experten aus der Praxis tragen ihr

Know-how in die Hörsäle der Universitäten. Alle profitieren vom Wissenstransfer:

die Studierenden und der akademische Betrieb – und der Dozent selbst. So wie

Andreas Blumer. Der Ernst & Young-Partner engagiert sich seit Jahren an der

Universität St.Gallen. Anfang 2012 erhielt er dort eine Honorarprofessur.

Jahresbericht 2012

Diese Verknüpfung von Theorie und Praxis ist für

Ernst & Young sehr wichtig. Inwieweit profitieren die

Studierenden und die Universitäten selbst von Ihrem

Erfahrungswissen?

Es ist uns tatsächlich ein grosses Anliegen, das geballte

Wissen bei Ernst & Young weiterzugeben. Die Studierenden

sollen ein Gespür dafür bekommen, wie das theoretische

Know-how tatsächlich in der Praxis umgesetzt wird. Die Rückmeldungen

auf den verstärkten Praxisbezug im Studium

sind sehr gut, die Studierenden wünschen sich noch mehr.

Wie sieht das konkret aus?

Ich arbeite vor allem mit Masterstudierenden, die also

ein gutes Basiswissen und auch schon ein Praktikum hinter

sich haben. Meine Lehrveranstaltungen sind keine Oneway-Vorlesungen,

sondern Workshops, in denen viel diskutiert

wird. Ich setze häufig Gastreferenten ein, Leute aus

Banken und anderen grossen Unternehmen, CFOs, Chefs

von Internen Revisionen, Chief Risk Officers etc. Sie


erichten von ihren praktischen Herausforderungen, um

gemeinsam mit den Studierenden Lösungen zu diskutieren

oder zu entwickeln. Das kommt sehr gut an. In der Betriebswirtschaftslehre

an Universitäten zählt vor allem die

reine empirische Forschung. Das ist wiederum für die Wirtschaftsprüfung

schwierig, die eher normativ ausgelegt ist.

Es ist uns ein grosses Anliegen,

das geballte Wissen bei

Ernst & Young weiterzugeben.

Die Studierenden beschäftigen sich in meinem Fach mit

Gesetzestexten, Standards und Methodik. Ohne Praxisbeispiele

würde gewissermassen der Inhalt fehlen. Und das

ist wohl der eigentliche Mehrwert, den ich für die Universität

erbringen kann: Den Studierenden zu sagen, wo in der

Fülle ihres erlernten Wissensstoffes die wirklichen Probleme

liegen, worauf es in der Praxis ankommt. Mit meiner inhaltlichen

Ausrichtung verbinde ich zudem an der HSG die Themen

Prüfung und Beratung einerseits und Finanzindustrie

andererseits, die jeweils traditionell in unterschiedlichen

Instituten angesiedelt sind.

Können Sie ein Beispiel für den Praxisbezug nennen?

Ich denke etwa an CoCo-Bonds, die als Instrument zur

Stärkung des Eigenkapitals von Banken auf den Markt

gebracht wurden. «CoCo» steht für «contingent convertible».

Der Student kann sich wenig darunter vorstellen, wie

diese Anleihen im Krisenfall wirklich in Eigenmittel umgewandelt

werden sollen.

Wir thematisieren auch die

persönliche Verantwortung

eines jeden Einzelnen.

Im Zuge der weltweiten Finanzkrise ist die Diskussion

um das ethische Rüstzeug von angehenden Betriebswirten

voll entbrannt. Hat das Leitbild des «ehrbaren Kaufmanns»

ausgedient? Was geben Sie Ihren Studierenden

mit auf den Weg?

Integrität und nachhaltiges Handeln müssen die Messlatte

bilden für jeden Teilnehmer am Wirtschaftsgeschehen.

Wer auf Teufel komm heraus zum Beispiel Immobilienkredite

verkauft, muss allein aufgrund der Risikoperspektive

die Folgeschäden bedenken. Aber wir thematisieren

auch die persönliche Verantwortung jedes Einzelnen. Die

63

-

Community

Studierenden verstehen das; ob sie es auch später umsetzen

können, ist eine zweite Frage. Ich habe daneben noch

eine interessante Beobachtung gemacht. Beispiel Regulierung:

Früher galt die HSG als wirtschaftsliberal, heute

plädieren die Studierenden für mehr Regulierung. Wenn

man genau nachfragt, sind die Argumente oft eher emotional.

Ich bemühe mich immer um Ausgewogenheit, es geht

mir um stichhaltige Argumente in sachlichen Diskussionen.

Bei Ihrer Ernennung zum Honorarprofessor Anfang 2012

haben Sie betont, dass Sie aktuelle Themen und Trends

in den Unibetrieb einbringen möchten. Was ist derzeit für

Sie besonders aktuell?

In diesem Jahr sind in den Medien vor allem volkswirtschaftliche

Themen interessant vor dem Hintergrund der Eurokrise.

Ich beschäftige mich allerdings mit betriebswirtschaftlichen

Fragen. Einen Zusammenhang mit der Finanzkrise

gibt es aber bei der Eigenmittelausstattung der Banken. Das

ist für mich und für die Studierenden die derzeit spannendste

Frage. Da gibt es verschiedene Instrumente – und

Vorschriften natürlich. Der Trend ist eindeutig: Alle müssen

ihr Kapital kräftig erhöhen, allerdings gibt es dadurch

auch weniger Kredite, es muss gespart werden.

Es ist für mich vorbildlich,

die ethische Dimension

der Wirtschaftsprüfung in

den Vordergrund zu stellen.

Von welchen Experten aus der Praxis waren Sie selbst

während Ihres Studiums begeistert?

Als Doktorand war ich Assistent bei Professor Claude

Bourqui, auch ein Ernst & Young-Partner. Er hat die ethische

Dimension der Wirtschaftsprüfung in den Vordergrund

gestellt, nicht das Unternehmen. Er war ein grosses

Rollenvorbild für mich.

Jahresbericht 2012


64

-

Community

Facts & Figures

Anzahl der von Ernst & Young bereitgestellten Arbeitstage

für Corporate Volunteering

2’036

Anzahl Projekte

Geschäftsjahr 2012

5 9

• Bergbauernhof Amden

• Stadtgärtnerei Bern

• Stiftung St. Jakob

Zürich, Gastronomie

• Stiftung St. Jakob

Zürich, Dienstleistungen

Young Enterprise

Switzerland (YES)

Ausblick Projekte

1. Semester Geschäftsjahr 2013

• Domizil Altersheime Bern

• Caritas Luzern

• Gassenküche Basel

• Kinderheim Lutisbach

Oberägeri

• Partage

• Stadt Zürich Sozialamt

• Stiftung St. Jakob

Zürich, Gastronomie

• Stiftung St. Jakob

Zürich, Dienstleistungen

Young Enterprise

Switzerland (YES)

+ 7 weitere Projekte in Planung

2. Semester Geschäftsjahr 2013

Jahresbericht 2012

Professoren, Lehrbeauftragte

und Dozenten an Universitäten

und Fachhochschulen

per 1. Oktober 2012

• Dr. Andreas Blumer

Honorarprofessor Uni St. Gallen

Accounting & Finance

• Dr. Thomas Nösberger

Lehrbeauftragter Uni Fribourg

Wirtschaftsprüfung

• Stephan Kuhn

Lehrbeauftragter Uni St. Gallen

Steuerrecht

• Dr. Philip Robinson

Lehrbeauftragter Uni Zürich

Steuerrecht

• Jérôme Desponds

Lehrbeauftragter Uni Lausanne

Wirtschaftsprüfung

• Dr. Georg Lutz

Lehrbeauftragter Uni St. Gallen

Steuerrecht

• Dr. Hans-Joachim Jäger

Lehrbeauftragter Uni St. Gallen

Steuerrecht;

Dozent Uni St. Gallen

Bereich Executive MBA und

M.B.L. im Weiterbildungszentrum

• Barbara Henzen

Sub-Lehrbeauftragte

Uni St. Gallen

Steuerrecht;

Lehrbeauftragte SIST

Tax Master und VAT Master


66

-

Community

Corporate Volunteering

Gesellschaftliches Engagement ist ein

grosses Versprechen. Wir wollen es jedes

Jahr einlösen mit kleinen und grossen

Initiativen. Daher haben wir ein Volunteering-Programm

ins Leben gerufen.

Unsere Mitarbeitenden investieren Zeit für

soziale Projekte und für Arbeiten, die allen

zugutekommen. Oder sie bringen ihr Wissen

ein beim Wirtschaftsunterricht für Schüler.

Eines ist sicher: Ernst & Young Volunteers

geben etwas − und bekommen viel zurück

von den Menschen, denen sie helfen.

Jahresbericht 2012


Bergbauernhof Amden

Städter helfen auf der Alp

Mit «sportlich-aktiven Bergerlebnissen»

wirbt die Tourismus-Website von

Amden am Walensee im Kanton

St. Gallen. Bergbauer Peter Böni (33)

führt in dem 1600-Seelen-Dorf einen

Hof – und hat jeden Tag genug körperliche

Bewegung. Vor allem halten

ihn seine 60 Tiere auf Trab: Galloway-

Rinder – ungewöhnlich für die Region.

Aber es sollte seinerzeit etwas «Spezielles»

sein. «Und die sind besonders

robust», weiss der Bauer. Wegen des

strengen Winters waren Wald- und

Weidefl ächen in diesem Jahr mit Ästen

übersät, die Alpzäune zerstört. «Der

Schnee hat alles kaputt gemacht.» Da

kam der Einsatz der Volunteers aus

Zürich gerade recht: 80 Ernst & Young-

Mitarbeitende hackten Holz, säuberten

die Alpen und stellten von morgens

bis abends Zäune auf. Auch bei einem

Nachbarn halfen die Städter aus. Bönis

Fazit: «Das war super!»

«Ohne die Freiwilligen von Ernst & Young

hätte ich mindestens zwei Tage länger für

die Aufräumarbeiten gebraucht.»

Peter Böni, Bergbauer in Amden am Walensee

Jahresbericht 2012

67

-

Community


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-

Community

Einsätze in der St.-Jakob-Stiftung Zürich

Schichtarbeit für Süsses und Salziges

Sieht einfach aus, ist es aber nicht:

Gipfeli zu krümmen will gelernt

sein. Unter fachkundiger Anleitung

haben es die freiwilligen Helfer

von Ernst & Young geschafft, dem

Qualitätsanspruch der Bäcker der

St.-Jakob-Stiftung gerecht zu werden.

Immerhin hat sich der Zürcher

Betrieb nicht zuletzt mit seinen extragrossen,

handgeformten Backwaren

einen Namen gemacht. Die Bäckerei-,

Konditorei- und Confi serieproduktion

beliefert vier eigene Filialen sowie

diverse Gastronomiebetriebe und

Dienstleister in Zürich. Bei der Stiftung

ist diese Produktion im Bereich Gastronomie

angesiedelt. Auch beim Zubereiten

von Sandwiches und anderen

Süssigkeiten haben sich die Volunteers

aus der Businesswelt bewährt.

Und am Ende einer Frühschicht

ging es gemeinsam ans «Zöpfeln».

Ein Butterzopf als Krönung des

Tagewerks der Newcomer!

65 Fachkräfte und 100 geschützte

Mitarbeitende, meist psychisch oder

geistig behinderte Menschen, arbeiten

im Gastronomiebereich, den Dieter

Koller leitet. Der ausgebildete Hotelier-

Restaurateur sieht das Volunteering-

Programm positiv: «Es trägt dazu bei,

Menschen aus einer anderen Erfahrungswelt

für die Bedürfnisse von

Behinderten zu sensibilisieren.»

Jahresbericht 2012

«Das Volunteering-Programm

schafft Awareness für unsere Arbeit.

Das begrüssen wir natürlich.»

Dieter Koller, Bereichsleiter Gastronomie der St.-Jakob-Stiftung


Anpacken und einpacken

im Dienstleistungsbereich

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-

Community

«Wir müssen die freiwilligen Helfer sinnvoll

einsetzen. Das bedeutet zwar

Mehraufwand, aber das ist es uns wert.»

Martin Lähner, Bereichsleiter St.-Jakob-Stiftung

und ausgebildeter Arbeitspädagoge

Jahresbericht 2012

Hier also kommen die Zürcher Samichlaus-Säcke

her! Jedes Jahr zum Nikolaustag

liefert die Stiftung St. Jakob

weit über 10’000 Säcke aus – eine

der grössten «Chlaussack-Manufakturen»

in Zürich. 160 Mitarbeitende,

darunter 140 mit psychischer oder

geistiger Behinderung, beschäftigt

die gemeinnützige Stiftung allein in

der Abteilung Dienstleistungen. Das

Portfolio ist breit, wie Bereichsleiter

Martin Lähner (50) erklärt: Ausrüsterei

(Verpackungen und digitale

Archivierung), Schreinerei und Flechterei

gehören dazu; mit 70 Prozent

liegt der Eigenerwirtschaftungsrad

sehr hoch, der Rest wird über kantonale

Subventionen gedeckt.

«Wenn wir loslegen, können alle

einpacken», heisst es in einer Broschüre

der Ausrüster – und dieser Spruch

hat sich auch für die rund 40 Mitarbeitenden

von Ernst & Young bewahrheitet:

Als Volunteers haben sie einen

Tag lang ihre Arbeitskraft der Stiftung

zur Verfügung gestellt – und alle konnten

später einpacken.

«Wenn es pressiert, ist diese Unterstützung

natürlich besonders willkommen»,

sagt Lähner. Schön fi ndet

er, dass die Business-Gäste aus einer

«anderen Welt» mit den Mitarbeitenden

wirklich ins Gespräch gekommen

sind. Er erhofft sich aber auch einen

Marketingeffekt: «Arbeit ist der

Boden, auf dem unser Werk erfolgreich

gedeiht.»


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Community

Stadtgärtnerei Bern

Mit Hacke und Schaufel am Aarehang

Christoph Teuscher war schliesslich

recht angetan von den «Bürolisten»,

wie er sie mit einem wohlwollenden

Lächeln nennt. Es war ja nicht von

Anfang an abzusehen, wie die zwölf

Mitarbeitenden von Ernst & Young

mit dem Schaufeln, Fegen und Harken

auf den Waldwegen am Berner Aarehang

fertig würden. Körperlicher Einsatz

war gefragt. Die Englischen

Anlagen sind Teil des Grünraums der

Schweizer Hauptstadt mit 132 öffentlichen

Parkanlagen, 640 weiteren

Grünfl ächen, 95 Spielplätzen, drei

städtischen Friedhöfen und rund

2‘000 Familiengärten, die die Stadtgärtnerei

Bern unter der Leitung von

Christoph Schärer unterhält und

gestaltet. Da gibt es immer alle Hände

voll zu tun – und wenig Zeit. Umso

willkommener war die Hilfe der Volunteers

von Ernst & Young, die die Wege

im «Unterhaltskreis Ost» der Stadtgärtnerei

frei gemacht haben, dem

Kreis, den Teuscher und sein Team

aus 30 Mitarbeitenden betreuen.

Jahresbericht 2012

«Die Leute von Ernst & Young haben

wirklich mit vollem Einsatz gearbeitet,

das hat sehr gut geklappt.»

Christoph Teuscher, Unterhaltskreis Ost, Stadtgärtnerei Bern


Young Enterprise Switzerland

Beliebte Lehrer

Vom Prüfer zum Pädagogen – kein

leichter Rollenwechsel. Und schon gar

nicht von heute auf morgen. Wer sich

bei Ernst & Young entscheidet, stundenweise

als Lehrer beim Bildungsprogramm

«Young Enterprise Switzerland»

(YES) mitzumachen, muss erst einmal

selbst die Schulbank drücken. In

Einführungskursen lernen die Volunteers,

wie man Primar- oder Sekundarstufenschülern

spielerisch die Grundzüge

der sozialen Marktwirtschaft

vermitteln kann oder den richtigen

Umgang mit Geld erklärt. Eine spannende

Sache für beide Seiten. «Der

Einfl uss der Volunteers auf die Schüler

ist unglaublich, die hören wie elektrisiert

zu, wenn ein Unternehmensvertreter

da ist», weiss Noémie Sasse

aus Erfahrung. Die 25-Jährige arbeitet

seit ein paar Jahren bei der gemeinnützigen

Organisation YES und hat

schon viele Volunteers geschult. Derzeit

ist YES in 165 Schweizer Schulklassen

präsent, es werden immer mehr.

Auch Rollenspiele für ein gelungenes

Bewerbungsgespräch gehören zum

klassischen YES-Repertoire für 14- und

15-Jährige. «Unser Ziel ist eine unternehmerische

Bildung als sinnvolle

Ergänzung zum Schulunterricht»,

erklärt Sasse.

«Wir brauchen im Unterricht die

Erfahrung der Berufstätigen, sie sind

echte Vorbilder für die Schüler.»

Noémie Sasse, Mitglied der Geschäftsleitung YES

Jahresbericht 2012

71

-

Community


72

-


Über diesen Bericht

Ernst & Young Schweiz betrachtet nachhaltiges

Wirtschaften als integralen

Bestandteil der Unternehmensführung

und als wesentliche Voraussetzung für

eine langfristig erfolgreiche Tätigkeit am

Markt. Dies gilt nicht nur für die Dienstleistungen

im Auftrag der Kunden, sondern

auch für die eigene Organisation.

Ernst & Young will in diesem Zusammenhang

möglichst transparent und vergleichbar

über seine Ziele und Leistungen

informieren. Daher wurden in diesem

auf Nachhaltigkeit fokussierten Jahresbericht

erstmals die Richtlinien der Global

Reporting Initiative (GRI) angewandt.

Die GRI ist eine Non-Profit-Organisation, der verschiedene

Interessengruppen angehören. Sie stellt eine systematische

Grundlage für die Nachhaltigkeitsberichterstattung von

Unternehmen und anderen Organisationen zur Verfügung.

Damit bietet GRI einen Rahmen, um offengelegte Informationen

zu wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen

Leistungen besser vergleichen und verstehen zu können.

GRI-Anwendung: geprüft und bestätigt

Der vorliegende Jahresbericht 2011/2012 erfüllt in Verbindung

mit dem im Internet publizierten GRI-Inhaltsindex

die Anforderungen der GRI-G3.1-Richtlinien auf Anwendungsebene

B+. Das wurde von der GRI geprüft und am

11. Oktober 2012 bestätigt (siehe Seite 74). Der Inhaltsindex

gibt detailliert Auskunft darüber, an welcher Stelle

im Bericht Informationen zum Unternehmensprofil sowie

zu Managmentansatz und Leistungen in den Feldern Ökonomie

(EC), Ökologie (EN), Arbeitsbedingungen (LA),

Menschenrechte (HR), Gesellschaft (SO) und Produktverantwortung

(PR) offengelegt werden.

73

-

Fokus auf das Wesentliche

In der vorliegenden Berichterstattung hat sich Ernst & Young

Schweiz auf die Punkte konzentriert, die für eine nachhaltige

Unternehmensführung ausschlaggebend sind: Alle GRI-

Indikatoren wurden systematisch darauf überprüft, inwiefern

sie für das Nachhaltigkeitsreporting von Ernst & Young

inhaltlich wesentlich sind. Alle GRI-Leistungsaspekte wurden

dazu als mögliche Inhalte einem jeweils entsprechenden

Kapitel zugeordnet. Im Rahmen eines Workshops wurde

die Wesentlichkeit, also die Entscheidungsrelevanz der Inhalte,

sowohl im Hinblick auf externe Stakeholder als auch aus

der internen Unternehmensperspektive heraus beurteilt.

Dieser Workshop basierte auf den Testfragen im Abschnitt

«Bestimmung der Wesentlichkeit» der GRI-Richtlinien zum

Nachhaltigkeitsreporting.

Themen, die sowohl von externem als auch von internem

Interesse waren, bilden den Kern der Kapitel dieses

Berichts. Andere Themen, die sich vornehmlich aus einer

der beiden Perspektiven als relevant erwiesen haben, nehmen

bewusst weniger Raum ein. Die GRI-Indikatoren, die

zu den als wesentlich beurteilten Aspekten gehören, werden

in diesem Bericht behandelt, sofern entsprechende Daten

verfügbar waren.

Umfang

Dieser Bericht bezieht sich auf das Geschäftsjahr 2011/2012

der Ernst & Young AG in der Schweiz. Ausserdem enthält

er als Kontext Informationen zur Tätigkeit der globalen

Ernst & Young-Organisation. Art und Umfang der offengelegten

Daten richten sich nach den GRI-Richtlinien,

soweit die dafür notwendigen Daten verfügbar waren.

Ernst & Young Schweiz hat die Daten extern prüfen lassen

(siehe Seite 76/77).

Jahresbericht 2012


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Jahresbericht 2012


Publikationen

Transparenz im Visier

Schweizer Unternehmen

integrieren zunehmend

nachhaltige Entwicklung

in die unternehmerische

Geschäftstätigkeit. Hier

erfahren Sie, wie sie im

internationalen Vergleich

abschneiden.

Nachhaltigkeitsthemen bei

Immobilieninvestitionen

Diese Studie belegt, dass

Nachhaltigkeit bei Immobilien

mittlerweile weit mehr

bedeutet als reine Imagepflege,

sondern ein Faktor

bei der Immobilienfinanzierung

geworden ist.

Sechs Trends zum Thema

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit wird bereits in

vielen Unternehmen gelebt.

In unserer Studie erfahren

Sie hierzu die neuesten

Trends und wie dieses immer

wichtigere Thema an Stärke

gewinnen kann.

Cleantech-Themen: globale

Wettbewerbsfähigkeit

In diesem Bericht finden Sie

Artikel, die einen Einblick

in verschiedene Facetten

des Cleantech-Marktes

geben, sowie Perspektiven

von Ernst & Young‘s globalen

Cleantech-Leadern.

Kann Marktwirtschaft ohne

transparente Umweltfaktoren

funktionieren?

Freie Marktwirtschaft

basiert auf Transparenz

und Information. Lesen Sie,

warum es notwendig ist,

Umweltauswirkungen in das

Preis-System zu integrieren.

Growing beyond: die Cleantech

Wachstumsreise von

der Produktentwicklung

zum globalen Marktführer

Welche Erkenntnisse und

Erfolgsfaktoren sind laut

Cleantech-CEOs entscheidend

für den nächsten

Level?

Jahresbericht 2012

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-

Wie machen Unternehmen

Geschäfte in einer Welt

mit CO 2-Beschränkung?

Dieser Bericht thematisiert

die Auswirkungen einer

CO2-beschränkten Welt

auf Unternehmen, und

wie sich die Unternehmen

darauf einstellen können.

Cleantech-Themen: Moment

der Wahrheit für die Transport

Elektrifizierung

Lesen Sie, wie Ernst &

Young‘s globale Cleantech,

Power & Utility und Automotive

Center Unternehmer

und Vordenker zusammen

brachten.


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Bericht Konzernprüfer

Jahresbericht 2012


Jahresbericht 2012

77

-

Bericht Konzernprüfer


78

-

Partner Ernst & Young Schweiz

A

-

Alton John, Zürich

Amhof Roger, Zürich

B

-

Bächler Rolf, Zürich

Bachmann Daniel, Bern

Bauer Thomas, Basel

Bergmann Arthur, Genf

Bludzien Laurent, Genf

Blumer Andreas, Zürich

Bodenmann Andreas, Zürich

Bourne Jonathan, Zürich*

Böttinger Bernhard, Zürich

Brotzer Thomas, Zürich

Brülisauer Peter, Zürich

Brun Jürg, Zürich

Bucher Viktor, Zug

Bürgy Dominik, Zürich

Butner Troy J., Zürich*

C

-

Caccia Stefano, Lugano

Cardinaux Pierre-Alain, Lausanne

Cassidy John, Zürich*

Castagna Cataldo, Zürich

Chiomento Bruno, Zürich

Christen Edgar, Zug

Christen Heinrich, Zürich

Coats Peter, Zürich

Cornelius Kevin, Genf

D

-

Dalla Torre Michael, Basel

Dauwalder Peter, Zürich

Delaloye Pierre, Lausanne

Desponds Jérôme, Genf

Dolensky Christoph, Basel

Dunant Olivier, Genf

Duncan Scott, Genf

E

-

Edey Brian, Zürich

Errico Robin, Zürich

F

-

Faske Michael Wilhelm, Zürich

Fawer Patrick, Basel

Fehr Rico, Zürich

Flochel Patrick, Zürich

Fuchs Stefan, Zürich

G

-

Gantenbein Affrunti Susanne, Genf

Geier Rolf, Zürich

Gentsch Daniel, Zürich

Gerber Reto, Bern

Girard Jean-Marc, Genf

Goldberg Adlai Todd, Zürich

Gröli Martin, Zürich

Grundler Jvo, Zürich

H

-

Haagmans Stephan, Zürich

Hamberger Bernhard, Zürich

Hausmann Rainer, Zürich

Hawkins Mark, Genf

Henzen Barbara, Zürich

Hildebrandt Michael W., Lausanne

Hofer Reto, Zug

Hofstetter Willy, Zürich

Huber Markus Frank, Zürich

Hull Howard R., Genf

Huwyler Thomas, Zürich

J

-

Jaeger Hans-Joachim, Zürich

Jones Nigel, Zürich*

Jahresbericht 2012

K

-

Khan Iqbal, Zürich

Klopfenstein Philip, Basel

Kobelt Ferdinand, Bern

Koch Bernadette, Bern

Kohler André Dylan, Zürich

Krapf Roger, St. Gallen

Kuhn Stephan, Zürich

L

-

Lee Andrew Calvin, Zürich*

Loetscher Andreas Christian, Zürich

Lüthi Thomas, Zürich

Lutz Georg, Zürich

M

-

MacCabe Bernard S., Basel

Martin Daniel, Zürich

Mattes Martin, Zürich

Mehta Pramit, Zürich

Michel Christoph, Zürich

Miolo Alessandro, Zürich

Mitchell Craig, Zürich

Mosca Mario, Genf

Müller Jürg, Basel

Müller Roger, Zürich

Muller Stéphane, Genf

N

-

Nösberger Thomas, Bern

O

-

Ohlund Eric, Zürich

Oppliger Bruno, Zürich

Oppliger Markus, Zürich

P

-

Patusi Bruno, Zürich

Prisco Paolo, Basel


R

-

Reid Stuart Andrew, Zürich

Riesen Michael, Zürich

Robinson Philip, Zürich

Rösch-Rütsche Stefan, Basel

Roth Patric, Zürich

Röthlin Christian, Zürich

Röthlisberger René, Zürich

Ruprecht Roland, Bern

Ryser Marc, Zürich

S

-

Salvatore Adriana, Zürich

Saner Hanspeter, Bern

Sauber Thomas, Zürich

Schaller Patrik, Zürich

Schaub André, Basel

Schibler Christian, Zürich

Schlaeger Marc, Zürich

Schmid Stefan Marc, Bern

Schneider Thomas, Zürich

Schüpfer Urs, Basel

Schwaller Patrick, Bern

Schweizer Markus Thomas, Zürich

Siegrist Louis, Zürich

Sills Mike, Genf

Simonin Karen, Genf (New York)

Soguel Christian, Zürich

Staehlin Walo, Bern

Stalder Marcel, Zürich

Stenz Thomas, Zürich

Stucker Jürg, Zürich

Studer Martin, Zürich

T

-

Tattersall Chris, Zürich

Thalmann Vincent, Genf

Toggwyler Andreas, Genf

Stand 30.9.2012

V

-

Vermeulen Phil, Zürich

Vreeswijk Johann C. P., Lugano

W

-

Walker Rolf, Bern

Wellinger Christoph, Basel

Wolter Hans-Jürgen, Zürich

Wüst Daniel, Zürich

Z

-

Zaugg Daniel, Zürich

Zimmermann Philippe, Zürich

Zürcher Jürg, Basel

* Internationale Partner in der Schweiz

Jahresbericht 2012

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80

-

Impressum

Herausgeber

Ernst & Young AG

Verantwortlich

Birgit Pestalozzi,

Marketing and External Communications

Inhaltskonzept

Ernst & Young AG

GRI-Beratung

sustainserv GmbH, Zürich und Boston

Konzeption und Realisation

Infel AG, Zürich

Text

Infel AG, sustainserv GmbH, Ernst & Young AG,

Bioinspire me

Layout

Sabine Reissner

Fotografie

René Dürr, Zeljko Gataric, Hannes Thalmann,

Ernst & Young, Valérie Thoma

Quellenangabe und Bildhinweis

zu den Seiten 1, 13, 23, 35, 47 und 57:

Biomimicry Resource Handbook

Naturefactor

Holz auf Abbildung: heimischer Nussbaum

Druck

Vogt-Schild Druck, Derendingen

Bestellung/Adressänderung

Ernst & Young AG

Data Operations

Postfach, 8010 Zürich, Schweiz

Fax +41 58 286 30 03

GSABusiness-Support@at.ey.com

Wir legen grossen Wert auf geschlechtliche Gleichberechtigung

Zur besseren Lesbarkeit der Texte wird in diesem Jahresbericht

gelegentlich nur die maskuline oder feminine Form gewählt. Dies

impliziert keine Benachteiligung des jeweils anderen Geschlechts.

Diese Broschüre ist auch in französischer und englischer Sprache erhältlich.

Lediglich die deutsche Version dieser Broschüre ist rechtlich bindend.

© Ernst & Young AG, 2012

Nachdruck, auch auszugsweise, nur unter ausdrücklicher Quellenangabe

gestattet. Es wird um Zusendung eines Belegexemplars ersucht.


Ernst & Young

Assurance | Tax | Transactions | Advisory

Über Ernst & Young

Ernst & Young ist ein weltweit führendes Unternehmen

in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuern, Transaktionen

und Beratung. Unsere 167’000 Mitarbeitenden

auf der ganzen Welt verbinden unsere gemeinsamen

Werte sowie ein konsequentes Bekenntnis zur Qualität.

Wir differenzieren uns, indem wir unseren Mitarbeitenden,

unseren Kunden und unseren Anspruchsgruppen

dabei helfen, ihr Potenzial auszuschöpfen.

Ernst & Young bezieht sich auf die globale Organisation

der Mitgliedsfirmen von Ernst & Young Global Limited

(EYG), von denen jede eine eigene Rechtseinheit bil det.

EYG, eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach

englischem Recht, erbringt keine Dienstleistungen für

Kunden.

In der Schweiz und in Liechtenstein ist die Ernst & Young AG

ein führendes Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen

mit rund 2’100 Mitarbeitenden an 11 Standorten.

Das Unternehmen bietet hier Dienstleistungen in den

Bereichen Steuern und Recht sowie Transaktionen und

Rechnungslegung an. Weitere Informationen finden

Sie auf unserer Website www.ey.com/ch

© 2012 Ernst & Young AG

All Rights Reserved.

SRE 1012-039

ED none

neutral

Drucksache

No. 01-12-934974 – www.myclimate.org

© myclimate – The Climate Protection Partnership

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