2012-01-Monatsthema Berufung

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2012-01-Monatsthema Berufung

Monatsthema: Berufung

Foto: pbs, Paulus Decker

Berufen durch die Taufe

- in die Gemeinschaft der Christen

- in die Gemeinschaft mit Gott

- sich einzubringen

- mitzutun

- mitzudenken

- ...

Erzbischof Hans Josef Becker schreibt in seinem Fastenhirtenbrief 2010 dazu:

"... Berufung aller Getauften durch Gott. ... Wir alle sind durch Taufe und Firmung in die Gemeinschaft mit dem

dreifaltigen Gott hineingerufen und sind dadurch Glieder am Leib Christi – jeder den Gaben entsprechend, die ihm mit auf

den Weg gegeben wurden. Diese Charismen gilt es angesichts immer komplexer werdender Aufgaben gut zu kennen und

auszuprägen. Dabei ist jeder Einzelne unersetzlich, weil einmalig! Ich bin davon überzeugt, dass der Weg für eine

hoffnungsvolle Zukunft der Kirche heute in einer „Pastoral der Berufung“ besteht. Denn künftig wird die Kirche vor Ort vor

allem durch Menschen leben, die eine bewusste Entscheidung für den Glauben an den Gott Jesu Christi getroffen haben.

Solche überzeugten Christen werden an vielen Orten das Gesicht der Kirche prägen. Dort, wo es solche Menschen gibt,

bleibt die Kirche kraftvoll und glaubwürdig!

Berufung geht jeden getauften Menschen an. Wir alle – auch Diakone, Priester und Bischöfe – sind zunächst einmal

Getaufte und als solche Gottes Mitarbeiter im Dienst am Heil der Welt. Gerade das ehrenamtliche Engagement in der

Kirche lebt von diesem Verständnis. Das Ehrenamt in der Kirche ist etwas anderes als das Engagement in einem Verein.

Der ehrenamtliche Einsatz in der Kirche ist Engagement aus Berufung – es zeigt nach außen, dass im Inneren eines

getauften Menschen Gottes Ruf lebt. Wenn sich gläubige Menschen in Gemeinden, Einrichtungen oder Gremien auf der

Grundlage von Taufe und Firmung engagieren wollen, dürfen sie dies tun. Ihr Dienst ist uns willkommen! Denn auf ihre

Weise tragen sie gemeinsam mit den Priestern, Diakonen und unseren hauptberuflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

dazu bei, dass das Reich Gottes unter uns wächst und reift."

In seinem Fastenhirtenbrief 2011 heißt es:

"Noch deutlicher als bisher müssen wir uns vor Augen führen: Der Auftrag der Kirche besteht darin, Gott zum Leuchten zu

bringen, nicht uns selbst. ... Unter diesem Vorzeichen steht auch die pastorale Entwicklung der kommenden Jahre im

Erzbistum Paderborn. Mit Blick auf das Stichwort der „Perspektive 2014“ gilt es überall – in Gemeinden, Verbänden,

Gremien und bei allen kirchlichen Aktivitäten – zu fragen: Hat das, was uns im kirchlichen Alltag beschäftigt, mit dem

Evangelium zu tun – oder hat sich unser Handeln bereits verselbstständigt? Die begonnene Fastenzeit öffnet uns hier eine

Tür zum Neuanfang mit Gott: im persönlichen wie im kirchlichen Raum! Ich verbinde damit die Einladung an Sie alle, in

diesem Sinne die Fastenzeit zu einer bewussten Überprüfung des kirchlichen Lebens vor Ort zu nutzen."

In unserem Pastoralverbund sind alle Berufene herzlich zu den "Zukunftswerkstätten", die im Rahmen der

Konzeptentwicklung stattfinden, am 26. Februar eingeladen.

Nähere Informationen finden Sie im Veranstaltungskalender.

Auch die Exerzitien im Alltag, die in unserem Pastoralverbund in der Fastenzeit stattfinden, setzen sich mit dem Thema

Tauf-Berufung auseinander. An fünf Abenden geht es "Zurück zur Quelle. Aus der Taufe leben und glauben".

Nähere Informationen finden Sie ebenfalls im Veranstaltungskalender.

25.01.2012

Foto: pbs, Friedbert Simon

Kriterien einer „geistlichen Berufung

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29.01.2012


„Wenn Gott mir doch nur deutlicher sagen würde, dass ER diesen Schritt von mir will. Dann würde ich es wagen“ – so

sagte eine junge Frau, die seit Jahren auf der Suche ist, in der immer wieder die Frage nach Ordensleben kommt, und die

doch den Schritt nicht wagt.

Aber so klar und deutlich wird es wohl auch nicht. Immer bleibt ein Wagnis, nie gibt es die hundertprozentige Sicherheit.

Im Hören auf Gott gilt es Schritte zu setzen, aufzubrechen, etwas zu wagen. Sonst verpasse ich irgendwann das Leben,

das Gott mir zugedacht hat. Die schlechteste Wahl ist: Mich für gar nichts zu entscheiden, einfach so weiterzumachen wie

bisher, im Gewohnten zu bleiben.

Aber: Es gibt immer wieder Wegweiser – oft sehr kleine –, die mir zeigen, wohin der nächste Schritt gehen soll, z. B. ein

Text der Hl. Schrift, der mich anspricht oder die Begegnung mit einem Menschen oder ein Ereignis. Solche Wegweiser

führen mich in eine größere innere Freiheit, die mir Freude schenkt. Dazu braucht es freilich ein offenes Herz, Geduld,

Zuversicht auch bei Rückschlägen und nach Möglichkeit gute Begleiter.

Was kann für mich ein Zeichen sein, dass Gott mich ruft?

Vielleicht können folgende Fragen eine Hilfe sein:

- Spürst du in dir eine Sehnsucht nach Gott?

- Ist dir die Freundschaft mit Christus wichtig?

- Hast du Freude am Gebet?

- Möchtest du dich von Gott beschenken lassen?

- Merkst du, dass dich die Beziehung zu Gott, zu Christus verändert, dir Frieden schenkt?

- Ist es dir wichtig, dich einzusetzen für andere?

- Kannst du eigene Grenzen erkennen und akzeptieren?

- Sind dir Beziehungen zu anderen Menschen wichtig?

- Hast du Freude am Dialog und am Zusammensein mit Anderen?

Die Freude an Gott und im Dienst an den Menschen, aus der Beziehung zu Gott sich senden zu lassen, der Wunsch, sich in

Dienst nehmen zu lassen – dies können Anzeichen für eine ‚geistliche Berufung’ sein.

Hilfreich auf diesen Such- und Sehnsuchtswegen ist ein geistlicher Begleiter oder eine geistliche Begleiterin. Diese Person

ist aber nicht jemand, die jeweils weiß, was gut und richtig ist. Vielmehr begleitet und ermutigt sie, das Leben immer

klarer auf Gott auszurichten, Gottes Gegenwart im Alltag zu entdecken, damit die Freundschaft mit Gott wächst und sich

vertiefen kann. So kann in einem Prozess der Entscheidungsfindung eine größere Klarheit auch auf eine geistliche

Lebensform hin wachsen.

Sehr zu empfehlen für einen solchen Suchweg ist folgendes Buch:

Josef Maureder SJ: “Wir kommen, wohin wir schauen” – Berufung leben heute. Verlagsanstalt Tyrolia, Innsbruck, ISBN 3-

7022-2595-1

Sr. M. Gabriele Lüdenbach, Quelle: http://www.berufungspastoral-paderborn.de/

HERR JESUS CHRISTUS,

in der Kraft des Heiligen Geistes

hast du mich berufen,

dir auf dem Weg zum Vater zu folgen.

Ich danke dir für meine Berufung.

Sie ist ein Geschenk deiner Gnade,

denn Gnade ist es, den Ruf zu hören.

Gnade ist es auch, auf den Ruf zu antworten

und die Berufung nach deinem Willen

im konkreten Alltag zu leben.

So bitte ich dich, erneuere in mir und

in allen Berufenen die Freude an deinem Ruf

und gib du uns die Kraft, dir in Treue, und Dankbarkeit zu folgen.

Amen.

Quelle unbekannt

18.01.2012

Foto: pbs, B. Riedel

Der eigenen Berufung nachspüren

Berufung ist ein vielschichtiger Begriff. Wie es dennoch gelingen kann, sein Leben danach auszurichten, beschreibt Dr.

Peter Birkhofer vom Zentrum für Berufungspastoral in Freiburg.

Wer versucht, den Begriff »Berufung« eindeutig zu definieren, stößt schnell an seine Grenzen. In der deutschen Sprache

kommt dieses Wort in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen vor: Es gibt die Berufung eines Professors auf einen

Lehrstuhl, die Berufung in ein öffentliches Amt oder in ein Gremium. Daneben kann sich jemand auf eine höhere Autorität

bei Auseinandersetzungen berufen: Gegen ein Gerichtsurteil beispielsweise kann Berufung eingelegt werden. Und

schließlich hat auch der Beruf etwas mit Berufung zu tun: Manche persönlichen Fähigkeiten und Eigenschaften eines

Menschen werden als konkreter Auftrag zum Handeln verstanden.

Wir sehen: Berufung ist ein sehr vielschichtiger Begriff. Auch im Bereich von Kirche und Theologie ist es schwer, sich auf

eine eindeutige Definition festzulegen. Zwei Gesichtspunkte sind jedoch wesentlich. Zum einen ist Berufung das Von-Gottangesprochen-Werden:

Gott wendet sich ganz persönlich an mich. Zum anderen ist damit eine bestimmte Aufgabe oder

Lebensform gemeint. Berufung ist demnach der Ruf Gottes und die Antwort des Menschen.

Ich kann meine eigene Berufung entdecken, wenn ich zum Hören bereit bin, wenn ich Gottes rufendes Wort wahrnehme

und wenn ich um das Verstehen dieser Worte ringe. So kann ich zu einer Entscheidung kommen, die eine Antwort auf den

Ruf Gottes ist.

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29.01.2012


Gott beruft nicht durch ein klares, eindeutiges Wort. Erst wenn ich mich auf ihn einlasse, kann ich erkennen, was er mit

mir vorhat. Und dieser Plan Gottes mit jedem einzelnen Menschen hat drei Dimensionen: Gott hat mich zum einen durch

sein schöpferisches Wort als sein Abbild geschaffen. Zum Zweiten wurde ich in der Taufe zu seinem Kind. Durch Jesus

Christus hat er mich – als sein Jünger, als seine Jüngerin – zum Christsein berufen. Und zum Dritten braucht er auch den

besonderen Dienst bei der Verkündigung des Evangeliums. Es stellt sich die Frage, ob er mich zu einem besonderen Dienst

in der Kirche beruft.

Es gilt, der eigenen Berufung nachzuspüren und zu entdecken, was Gott mit mir - mit mir ganz persönlich - vorhat. Wer

sich immer wieder neu auf Gott einlässt und diesen Fragen nachgeht, der wird auch auf Antworten stoßen, die die eigene

Berufung ermöglichen und tragen.

Dr. Peter Birkhofer, Zentrum für Berufungspastoral, www.berufung.org

11.01.2012

Foto: pbs, Martin Manigatterer

Berufen

Ich bin berufen,

etwas zu tun oder zu sein,

wofür kein anderer berufen ist.

Ich habe einen Platz in Gottes Plan,

auf Gottes Erde,

den kein anderer hat.

Ob ich reich bin oder arm,

verachtet oder geehrt bei den Menschen,

Gott kennt mich

und er ruft mich mit meinem Namen.

John Henry Newman

04.01.2012

Wöchentlich finden Sie im Monat Januar an dieser Stelle Texte zum Thema "Berufung".

Fotos und Texte sind - wenn nichts anderes vermerkt ist - der Internetseite www.pfarrbriefservice.de (pbs) entnommen.

sh

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29.01.2012

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