Ein Text von HR Sägesser - Arbeitsgemeinschaft Schweizer ...

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Ein Text von HR Sägesser - Arbeitsgemeinschaft Schweizer ...

Radio „Neo zwei“ schweizweit ?

Text: Hansruedi Sägesser

Die Freunde echter und unverfälschter Schweizer Volksmusik werden in unseren

elektronischen Medien nicht sonderlich verwöhnt. Beim Fernsehen ist es noch „Hopp de

Bäse“ (30 Minuten im Samstagvorabendprogramm) und auf DRS 1 „Schwiizer Musig“

am Samstagnachmittag. Zwar gibt es noch die DRS-Musikwelle, aber auch hier haben

die „Klostertaler“ oder die „Zillertaler Lausbuam“ oft den grösseren Stellenwert als

unsere urechte Schweizer Volksmusik. Und das obschon uns die verantwortlichen

Persönlichkeiten Gebel und Messerli damals bei der Lancierung der DRS-Musikwelle in

Rorschach weismachen wollten, dass jetzt auch die Schweizer Volksmusikfreunde ihren

„eigenen Sender“ hätten, auf den sie sich freuen dürften. Teilweise stimmt das .

Lüpfigs aus LangnauDie einzige (Privat)Radiostation in der Schweiz, die dem Begriff

„Volksmusiksender“ noch am Nähesten kommt, ist der von Roger Thiriet seinerzeit ins

Leben gerufene Sender „Eviva“. Zum grössten Teil sind hier Schweizer Titel und

Interpreten zu hören – aber auch auf EVIVA haben beispielsweise Tiroler Musikanten

und –klänge ihren festen Platz. Von 1997 bis 2008 gab es den Emmentaler Lokalsender

„Radio Emme“, der (wie seinerzeit Radio Sunshine und Central) auch Musik im Volkston

im Programm hatte. „Radio Emme“ stellte seinen Betrieb vor zwei Jahren ein –

entstanden sind daraus „Neo eins“ und „Neo zwei“. Während sich „Neo eins“ eher der

Pop- und Rockmusik verschrieben hat, ist auf „Neo zwei“ fast ausschliesslich echte

Schweizer Volksmusik zu hören. Und dabei soll es auch bleiben: Der Eggiwiler Pfarrer

Marc Lauper und der Volksschriftsteller Fritz von Gunten aus Lützelflüh sind die beiden

treibenden Kräfte für den geplanten, ersten Schweizer Privatsender, der ausschliesslich

echte und unverfälschte Schweizer Volks- und Ländlermusik im Programm hat.

Handgemachtes„Wir legen Wert auf ‚handgestrickte‘ Musik aus der Schweiz. Also kein

Mischmasch aus Schweizer Musik und alpenländischen Klängen“, sagt Marc Lauper,

„denn noch gibt es keine Radiostation in der Schweiz, die sich zu hundert Prozent

ausschliesslich dem einheimischen Volksmusikschaffen verschrieben hat“. Jetzt sei die

Zeit überfällig, sekundiert Fritz von Gunten, durchzustarten und das längst überfällige

Radio für echte Schweizer Volksmusik zu lancieren. „Zurück zu den einheimischen

Wurzeln ist unsere Devise“ sagt von Gunten, „es gilt, Ur-Schweizerische Werte neu zu

entdecken und aus dem Reichtum unseres Brauchtums zu schöpfen. Dabei verzichten

wir ganz bewusst auf synthetische Klänge, was Platz hat, ist bestenfalls – der Not

gehorchend – ein elektrisches Klavier“.

Neuer Trägerverein

Radio „Neo zwei“ hat im Raum Oberaargau/Emmental aktuell etwa 20‘000 Zuhörer. Das

sind natürlich zuwenig, um einen Radiosender erfolgreich betreiben zu können – und

um die notwendigen Gelder beschaffen zu können. Marc Lauper und Fritz von Guten


echnen mit einem Aufwand von einer Viertelmillion Franken pro Jahr, ein Betrag, der zu

einem wesentlichen Teil durch Sponsoren gedeckt werden soll. So plant man aus

diesem Grund die Gründung eines eigenen Trägervereins und einer Aktiengesellschaft.

Bis es soweit ist, nimmt ein Gründungsverein „Neo zwei“ die Interessen der künftigen,

neuen Trägerschaft wahr.

Modernste Technik„Wir sind in der glücklichen Lage, auf die technisch ausgereifte

Infrastruktur des ehemaligen Senders ‚Radio Emme‘ mit Standort Langnau im Emmental

zurückgreifen zu können“, sagt Marc Lauper. Auch wenn das Programm aktuell nur lokal

im Emmental/Oberaargau empfangen werden kann. Das soll sich aber bald ändern: Die

Initianten streben die Aufschaltung in bestehende Kabelnetze an; zudem kann „Neo

zwei“ bereits heute übers Internet gehört werden. Und künftig soll die nationale

Verbreitung über die neue Sendetechnologie „DAB+“ möglich sein. So hofft man, mit

den Schweizer Brauchtumsverbänden – vom VSV über die Jodler bis hin zu den

Blasmusikanten und vielen mehr – in Kontakt zu kommen.

Treffender Name gesuchtWann der neue, eigentliche Volksmusiksender schweizweit

auf Sendung geht, wissen weder Marc Lauper noch Fritz von Gunten. „Wir hoffen bald“,

sagen sie übereinstimmend – und das wäre wohl auch im Interesse Aller, die echte und

unverfälschte Volksmusik – sei es instrumental oder vokal – lieben. Und so sucht man

schon heute nach einem geeigneten Namen für den Sender, der – so Marc Lauper –

richtig schweizerisch tönen sollte. Und mit „Schweizerisch“ meint er denn auch das

künftige Musikprogramm: Dieses sei dann gar nicht nur mit dem Sitz des neuen Senders

(Langnau im Emmental / BE) identisch, sondern bringe Musik aus allen schweizerischen

Landesteilen. Wobei man (erfreulicherweise) auch dem Nachwuchs seinen ihm

zustehenden Platz gewähren wolle. Gute (und treffende !) Ideen für einen Sendernamen

sind also schon heute erwünscht: „Neo zwei; Marc Lauper/Fritz von Gunten; Postfach

517; 3550 Langnau“

Aufgegleist – aber . . . Ein ehrgeiziges Projekt ist also aufgegleist – aber noch wartet viel

Arbeit auf die Initianten. „Wir sind optimistisch“ ist Fritz von Gunten überzeugt, „und

hoffen natürlich mit der Unterstützung von allen, die gerne echte Schweizer Volksmusik

haben“. Primär steht jetzt die Gründung des Trägervereins im Vordergrund und dann

soll die neue Aktiengesellschaft ins Leben gerufen werden. Und wenn es soweit ist,

werden wir die Leserinnen und Leser der SCHWEIZER VOLKSMUSIK erneut

informieren. Ganz nach dem Motto: „Kommt Zeit; kommt Rat . . . . „

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