Bundesamt für den Zivildienst

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Bundesamt für den Zivildienst

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Stand: Dezember 94

Merkblatt für den Einsatz von Zivildienstleistenden

in der Drogenhilfe und Aidshilfe

Beim Einsatz von Zivildienstleistenden in Einrichtungen der Drogenhilfe und Aidshilfe sind aus

Fürsorgegründen die nachstehenden Bestimmungen strikt zu beachten:

Einrichtungen der Drogenhilfe

Zivildienstleistende können in Einrichtungen der offenen und stationären Drogenhilfe nur eingesetzt

werden, wenn sie

a) sich mit einem solchem Einsatz einverstanden erklären,

b) nicht unmittelbar zu therapeutischen Maßnahmen herangezogen werden,

c) außerhalb des unter b) genannten Bereichs auslastend beschäftigt werden können (z. B. Erteilung

von Auskünften, Begleitung der Klienten zu Ärzten oder Ämtern u. ä. ) und

d) für die Tätigkeit in der Drogenberatung qualifiziert sind.

Einberufungs-, Versetzungs-, Einberufungsänderungs- und Umwandlungsvorschläge sind mit einem

entsprechenden Nachweis zu verbinden. Dieser ist mindestens durch Vorlage des Lebenslaufes des

Zivildienstpflichtigen und einer amtsärztlichen Bestätigung (auf Kosten der Beschäftigungsstelle) zu

erbringen, dass gegen den Einsatz in der Drogenhilfe keine Bedenken bestehen.

Wichtige Voraussetzung für die Erteilung einer solchen amtsärztlichen

Unbedenklichkeitsbescheinigung ist eine Laboruntersuchung, mittels derer ein eventueller früherer

Drogenkonsum des Zivildienstpflichtigen nachgewiesen werden kann.

Hier sind zwei Untersuchungen durchzuführen:

1. Urinproben

Diese können in den rechtsmedizinischen Instituten durchgeführt werden. Es kann aber nur ein

kurzfristig zurückliegender Missbrauch festgestellt werden, z. B. bei Opiaten oder Kokain innerhalb der

letzten 2 Tage.

2. Haarproben

Durch eine Haaruntersuchung kann ein länger zurückliegender Missbrauch von Drogen (u. a. Opiate,

Amphetamine, Kokain) - 6 bis 9 Monate - festgestellt werden. Dazu muss ein bleistiftdicker Haarstrang

in voller Länge direkt über der Kopfhaut (Hinterkopfbereich) abgeschnitten und zur Untersuchung

eingeschickt werden. Da sich die Haare dabei nicht gegeneinander verschieben dürfen, sind sie mit

Tesafilm auf einem Untergrund (Papier) zu fixieren; die der Haarwurzel benachbarte Stelle ist zu

markieren.

Da nach allgemeiner Erfahrung nicht mit einer flächendeckenden Information aller Amtsärzte zu

rechnen ist, bitte ich, in jedem Einzelfall den befassten Amtsarzt von den vorliegenden

Untersuchungsmöglichkeiten und Untersuchungsstellen vorsorglich in Kenntnis zu setzen und ihn mit

einer Begutachtung sowohl an Hand von Urin als auch von Haarproben zu beauftragen.

Bei der Durchführung von Maßnahmen des Gesundheitsschutzes und der Gesundheitsvorsorge

haben die Beschäftigungsstellen die Zivildienstleistenden, die in entsprechenden Bereichen eingesetzt

sind, so zu behandeln, wie ihre dort eingesetzten hauptamtlichen Mitarbeiter.

Den Zivildienstleistenden ist auf Wunsch die Möglichkeit zu geben, sich einer HIV-Antikörpertestung

zu unterziehen. Die Untersuchung sollte in jedem Fall mit einer qualifizierten Beratung verbunden

sein.

Die Kosten dieser Maßnahmen sind von der Zivildienststelle zu tragen.


Einrichtungen der Aidshilfe

Zivildienstleistende, die zur Betreuung von HIV-Infizierten eingesetzt werden sollen, müssen

besonders geschult, aufgeklärt und eingewiesen werden. Sie dürfen die Tätigkeit nur auf freiwilliger

Basis ausführen, d. h. die Zivildienstleistenden müssen mit einem entsprechenden Einsatz

ausdrücklich einverstanden sein.

Bei der Durchführung von Maßnahmen des Gesundheitsschutzes und der Gesundheitsvorsorge

haben die Beschäftigungsstellen die Zivildienstleistenden, die in entsprechenden Bereichen eingesetzt

sind, so zu behandeln, wie ihre dort eingesetzten hauptamtlichen Mitarbeiter.

Den Zivildienstleistenden ist auf Wunsch die Möglichkeit zu geben, sich einer HIV-Antikörpertestung

zu unterziehen. Die Untersuchung sollte in jedem Fall mit einer qualifizierten Beratung verbunden

sein.

Wegen der bei einem eventuellen Kontakt mit Drogenabhängigen möglichen Gefahren für den

Zivildienstleistenden muss die Zivildienststelle dem Bundesamt für den Zivildienst vor dem Einsatz

eines Zivildienstleistenden eine amtsärztliche Bestätigung vorlegen, aus der hervorgeht, dass gegen

den Einsatz des Zivildienstleistenden keine Bedenken bestehen.

Wichtige Voraussetzung für eine solche amtsärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung ist eine

Laboruntersuchung, mittels derer ein eventueller früherer Drogenkonsum des Zivildienstpflichtigen

nachgewiesen werden kann.

Hier sind zwei Untersuchungen durchzuführen:

1. Urinproben

Diese können in den rechtsmedizinischen Instituten durchgeführt werden. Es kann aber nur ein

kurzfristig zurückliegender Missbrauch festgestellt werden, z. B. bei Opiaten oder Kokain ein

Missbrauch innerhalb der letzten 2 Tage.

2. Haarproben

Durch eine Haaruntersuchung kann ein länger zurückliegender Missbrauch von Drogen (u. a. Opiate,

Amphetamine, Kokain) - 6 bis 9 Monate - festgestellt werden. Dazu muss ein bleistiftdicker Haarstrang

in voller Länge direkt über der Kopfhaut (Hinterkopfbereich) abgeschnitten und zur Untersuchung

eingeschickt werden. Da sich die Haare dabei nicht gegeneinander verschieben dürfen, sind sie mit

Tesafilm auf einem Untergrund (Papier) zu fixieren; die der Haarwurzel benachbarte Stelle ist zu

markieren.

Da nach allgemeiner Erfahrung nicht mit einer flächendeckenden Information aller Amtsärzte zu

rechnen ist, bitte ich, in jedem Einzelfall den befassten Amtsarzt von den vorstehenden

Untersuchungsmöglichkeiten und Untersuchungsstellen vorsorglich in Kenntnis zu setzen und ihn mit

einer Begutachtung sowohl an Hand von Urin als auch von Haarproben zu beauftragen.

Die Kosten dieser Maßnahmen sind von der Zivildienststelle zu tragen.

Ein Einsatz von Zivildienstleistenden ohne die erforderlichen Untersuchungen ist - auch

vorübergehend - nicht zulässig.

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