56.FNP--304nd.Vorentwurfsbegr-374ndung f-374r Stea - Stadt Emden

emden

56.FNP--304nd.Vorentwurfsbegr-374ndung f-374r Stea - Stadt Emden

Flächennutzungsplan, 56. Änderung

Rysumer Nacken

BEGRÜNDUNG

mit

UMWELTBERICHT

Übersichtsplan Fachdienst 361 Stadtplanung, Datum: 07.12.2006

d e G r o o t

Architektur Stadtplanung

Wiesmoor

Ingenieurbüro für Umweltplanung

SCHMAL + RATZBOR

Lehrte

FD 361 Stadtplanung

STADT EMDEN

Ringstraße 38 b

26721 Emden


Stadt Emden, 56.Flächennutzungsplanänderung, Rysumer Nacken, VORENTWURF

I N H A L T S V E R Z E I C H N I S

1 RAHMENBEDINGUNGEN 1

1.1 ANLASS UND ZIELSETZUNG DER PLANUNG 1

1.2 STADT- UND REGIONALPLANERISCHE ASPEKTE 1

1.3 GELTUNGSBEREICH 3

1.4 ÜBERGEORDNETE VORGABEN 4

1.4.1 LANDESRAUMORDNUNGSPROGRAMM NIEDERSACHSEN 1994 / ENTWURF 2006 4

1.4.2 REGIONALES RAUMORDNUNGSPROGRAMM / FLÄCHENNUTZUNGSPLAN 1980 5

1.4.3 REGIONALES RAUMORDNUNGSPROGRAMM LANDKREIS AURICH 1992 UND

ENTWURF 2004 6

1.4.4 RAUMORDNUNGSVERFAHREN VORHAFEN AM RYSUMER NACKEN 1993 7

1.4.5 LANDSCHAFTSRAHMENPLAN DER STADT EMDEN 8

1.4.6 EMS-DOLLART-VERTRAG 8

1.4.7 AGRARSTRUKURELLE ENTWICKLUNGSPLANUNG (AEP) 8

1.4.8 FLÄCHENNUTZUNGSPLAN DER GEMEINDE KRUMMHÖRN 9

1.4.9 ENTWURF BEBAUUNGSPLAN D-139 RYSUMER NACKEN 9

2 BESTANDSAUFNAHME (BESCHREIBUNG UND BEWERTUNG) 10

2.1 BESTEHENDE EINFLÜSSE UND NUTZUNGEN 10

2.2 HOCHWASSERSICHERHEIT 11

2.3 ÄUSSERE VERKEHRLICHE ERSCHLIESSUNG 11

2.4 VER- UND ENTSORGUNG; SONSTIGE TECHN. INFRASTRUKTUR 11

2.5 EMISSIONEN / IMMISSIONEN 11

2.6 ALTLASTEN 12

3 PLANUNG (AUSWIRKUNGEN; MASSNAHMEN) 12

3.1 ART UND MASS DER BAULICHEN NUTZUNG 12

3.2 INNERE VERKEHRLICHE ERSCHLIESSUNG 12

3.3 EMISSIONEN/IMMISSIONEN 12

3.4 HOCHWASSERSICHERHEIT 13

3.5 VER- UND ENTSORGUNG; SONSTIGE TECHN. INFRASTRUKTUR 13

3.6 ABFALLENTSORGUNG 13

4 UMWELTBERICHT 14

4.1 BESCHREIBUNG DER DARSTELLUNGEN 14

4.2 KURZDARSTELLUNG DER INHALTE UND ZIELE DER ÄNDERUNG DES FLÄCHEN-

NUTZUNGSPLANES 14

4.3 UMWELTSCHUTZZIELE AUS EINSCHLÄGIGEN FACHGESETZEN UND FACH-PLANUNGEN

UND IHRE BEDEUTUNG FÜR DEN BAULEITPLAN 14

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Stadt Emden, 56.Flächennutzungsplanänderung, Rysumer Nacken, VORENTWURF

4.4 BESCHREIBUNG DER SCHUTZGÜTER UND BEWERTUNG DER UMWELTAUSWIRKUNGEN 15

4.4.1 SCHUTZGUT MENSCH 16

4.4.2 SCHUTZGUT TIERE, PFLANZEN UND BIOTOPE 16

4.4.3 SCHUTZGUT LUFT UND KLIMA 19

4.4.4 SCHUTZGUT LANDSCHAFT 19

4.4.5 SCHUTZGUT BODEN 21

4.4.6 SCHUTZGUT WASSER 21

4.4.7 SCHUTZGUT KULTUR- UND SONSTIGE SACHGÜTER 22

4.4.8 BIOLOGISCHE VIELFALT 22

4.4.9 WECHSELWIRKUNGEN ZWISCHEN DEN SCHUTZGÜTERN 22

4.5 PROGNOSE 23

4.5.1 ENTWICKLUNG DES UMWELTZUSTANDES BEI DURCHFÜHRUNG DER PLANUNG 23

4.5.2 ENTWICKLUNG DES UMWELTZUSTANDES BEI NICHTDURCHFÜHRUNG DER PLANUNG 24

4.6 GEPLANTE MAßNAHMEN ZUR VERMEIDUNG, VERRINGERUNG UND ZUM AUSGLEICH

NACHTEILIGER AUSWIRKUNGEN 25

4.6.1 MAßNAHMEN ZUR VERMEIDUNG UND VERRINGERUNG NACHTEILIGER AUSWIRKUNGEN 25

4.6.2 MAßNAHMEN ZUM AUSGLEICH NACHTEILIGER AUSWIRKUNGEN 25

4.7 ANDERWEITIGE PLANUNGSMÖGLICHKEITEN 26

4.8 ZUSÄTZLICHE ANGABEN 26

4.8.1 BESCHREIBUNG DER WICHTIGSTEN MERKMALE DER VERWENDETEN TECHNISCHEN

VERFAHREN 26

4.8.2 BESCHREIBUNG DER MAßNAHMEN ZUR ÜBERWACHUNG DER AUSWIRKUNGEN

(MONITORING) 26

4.8.3 ALLGEMEIN VERSTÄNDLICHE ZUSAMMENFASSUNG 27

5 SONSTIGE PLANUNGS-/ENTSCHEIDUNGSRELEVANTE ASPEKTE 28

5.1 FLÄCHENBILANZIERUNG 28

5.2 STÄDTEBAULICHE KALKULATION 28

5.3 ZUSAMMENFASSENDE ERKLÄRUNG GEM. § 10 (4) BAUGB 28

5.3.1 VERFAHRENSABLAUF 28

5.3.2 ERGEBNIS DER ABWÄGUNG, BESCHLÜSSE DER POLITISCHEN GREMIEN 28

5.4 VERFAHRENSVERMERKE 28

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Stadt Emden. 56.Flächennutzungsplanänderung, Rysumer Nacken, VORENTWURF 1

1 RAHMENBEDINGUNGEN

1.1 ANLASS UND ZIELSETZUNG DER PLANUNG

Der Verwaltungsausschuss der Stadt Emden hat in seiner Sitzung vom 04.10.2006 beschlossen,

den Flächennutzungsplan der Stadt Emden auf einer Teilfläche des Rysumer Nackens zu ändern.

Die vorliegende 56. Flächennutzungsplanänderung stützt sich auf den im Jahr 2005 geschlossenen

Ansiedlungsvertrag zwischen der Stadt Emden und der ARGE Emden West. Mit der im Ansiedlungsvertrag

vereinbarten Zusammenarbeit soll schrittweise das „Vier Säulen Modell“

1. Fertigung und Produktion

2. Regenerative Stromerzeugung

3. Forschung und Entwicklung

4. Natur und Tourismus

zwischen dem Jarßumer Hafen und dem Rysumer Nacken umgesetzt werden. Mit dem Aufstellungsbeschluss

für diese Flächennutzungsplanänderung beginnt die Überplanung des östlichen

Teils des Rysumer Nackens. Mit der Planänderung soll neben den bisher zulässigen gewerblichen

Nutzungen, die weiterhin zulässig sind, die Errichtung von Windenergieanlagen auf dem

Rysumer Nacken ermöglicht werden.

Die nähere Festlegung der mit der Bauleitplanung verfolgten Ziele, insbesondere der Umfang

und die Lage der genutzten Grundstücksflächen, sowie die Übernahme der Kosten der Planung

einschließlich der Kosten für die erforderlich werdende Verlagerung des Campingplatzes am

Mahlbusen, der mit der Planung verbundenen Kosten und sonstigen Aufwendungen und der Kosten

für die erforderlich werdende Durchführung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, soll gemäß

§ 11 Abs. 1 BauGB in einem städtebaulichen Vertrag zwischen der Stadt Emden und der

ARGE Emden West erfolgen.

1.2 STADT- UND REGIONALPLANERISCHE ASPEKTE

Der zunehmende Klimawandel und die Endlichkeit fossiler Energieträger erfordern den weltweiten

Ausbau erneuerbarer Energien. Die internationale Nachfrage nach Lösungsmöglichkeiten für

die regenerative Stromerzeugung wird in Zukunft weiter ansteigen. Dabei nimmt die Entwicklung

von Speichermedien zur Gewährleistung einer konstanten Energieversorgung aus Windenergieanlagen

einen besonderen Stellenwert ein. Die Stadt Emden verfolgt das Ziel, die Voraussetzungen

für wirtschaftliche Projekte der nachhaltigen Energieerzeugung zu schaffen, die langfristig zu

neuen Arbeitsplätzen und Wertschöpfungen in der Region führen werden. Derzeit beträgt die installierte

Leistung der Windenergieanlagen im Stadtgebiet 116,3 MW.

Mit der 16. Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Emden wurden 1995 Standorte für

Windenergieparks im Wybelsumer Polder und im Borßumer Hammrich dargestellt. Hintergrund

dieser Planung war die Vorgabe des raumordnerischen Zieles für das Stadtgebiet Emden durch

das Landesraumordnungsprogramm (LROP) 1994, Vorrangstandorte für die Nutzung von Windenergie

mit einer Gesamtleistung von mindestens 30 Megawatt (MW) auszuweisen. Mit der

Standortfestlegung wurden zugleich Einzelanlagen ausgeschlossen, um deren unwirtschaftlichen

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Stadt Emden, 56.Flächennutzungsplanänderung, Rysumer Nacken, VORENTWURF 2

und unkontrolliert landschaftsverändernden Eingriff zu verhindern. Die Standortfestlegung der

Windparks erfolgte auf der Grundlage eines Gutachtens des Deutschen Windenergieinstituts

(DEWI) zur Standortsicherung von Windparks im nördlichen Niedersachsen von 1993, in dem

flächendeckend für das Stadtgebiet Emden das Windenergiepotential dargestellt wurde. Obwohl

in dem Gutachten für das jetzige Plangebiet auf dem Rysumer Nacken die höchsten Windertragswerte

im Stadtgebiet festgestellt worden sind, wurde seinerzeit davon ausgegangen, dass

der Rysumer Nacken wegen anderer Zweckbestimmung als Standort für einen Windpark nicht in

Betracht komme.

Bei der Festlegung der Vorrangstandorte im Jahr 1995 war die rasante Entwicklung der Nutzung

der Windenergie in keiner Weise absehbar und konnte daher nicht berücksichtigt werden. Heute

beträgt der Anteil der Windenergie an der Stromerzeugung in Deutschland etwa 10 %. Damit die

Windenergie auch bei deutlich höherem Anteil ein konstanter und kalkulierbarer Faktor der Energieerzeugung

ist, muss die ungleichmäßige Verfügbarkeit des Windstroms durch den Einsatz von

Speichertechnologien ausgeglichen werden. Dies soll bei der Errichtung der Windenergieanlagen

mit einer Nennleistung von mindestens 36 MW im Plangebiet erfolgen.

Besonders wesentlich bei der Standortwahl ist neben der geringen Beeinträchtigung des Windangebotes

durch umliegende Bebauung, Bewuchs und andere Windenergieanlagen, dass der

Rysumer Nacken Umweltbedingungen aufweist, die einem Einsatz der Windenergieanlagen auf

See sehr nahe kommen.

Der Rysumer Nacken ist im äußersten Westen des Emder Stadtgebietes gelegen. Das Gelände

vor der gewidmeten Deichlinie wurde bis 1995 durch das Wasser- und Schifffahrtsamt Emden

(WSA) mit Sedimenten aus der Ems bespült. Seit Aufgabe dieser Nutzung beabsichtigt das WSA

als Eigentümerin der Fläche, das Gelände zu veräußern. Die Stadt Emden hat die Absicht, das

Gelände für hafenbezogene Industrie sowie als Standort für ein Großkraftwerk für regenerative

Energie, insbesondere für Windenergie, auszubauen.

Es ist beabsichtigt, mit dieser Planung die Entwicklung von Arbeitsplätzen zu fördern. Für die

Herstellung des neuen Anlagentyps E 126 werden im Betonwerk Emden der Firma Enercon etwa

35 neue Arbeitsplätze entstehen. Mit der Errichtung und der Wartung der Anlagen auf dem Rysumer

Nacken entstehen voraussichtlich weitere 8 Arbeitsplätze.

Auf Grund der Rechtslage in Bezug auf die Anlage von Windparks sowie bezüglich der Berücksichtigung

der Umweltbelange ist es erforderlich, den Flächennutzungsplan zu ändern.

Das Landesraumordnungsprogramm 1994 (LROP 1994) sieht den Rysumer Nacken als Vorrangstandort

für einen Vorhafen für tiefgehende Schiffe sowie für ein konventionelles Großkraftwerk

vor. Außerdem sind die Flächen des Rysumer Nackens insgesamt als Vorrangflächen für hafenorientierte

industrielle Vorhaben ausgewiesen. Von der durch das LROP 1994 grundsätzlich vorgesehenen

Möglichkeit, diese Flächen gleichzeitig auch für die Errichtung von Windenergieanlagen

zu nutzen, sollte nach der Begründung des LROP 1994 in Emden nur im Wybelsumer Polder

Gebrauch gemacht werden.

Die vorliegende Planung nimmt die durch das LROP 1994 grundsätzlich ermöglichte Nutzung

von Flächen für hafenorientierte industrielle Anlagen für die Errichtung von Windenergieanlagen

auf, um das an diesem Standort besonders gute Windaufkommen zu nutzen. Durch die räumliche

Festlegung des Plangebietes als Teilfläche des Rysumer Nackens werden die bestehenden raumordnerischen

Zweckbestimmungen des Rysumer Nackens nicht beeinträchtigt:

Nach einer Stellungnahme des damaligen Niedersächsischen Hafenamtes Emden vom

26.10.2000 ist für den raumordnerisch vorgegebenen Vorhafen eine Fläche in einer Tiefe von

400 m Tiefe, gemessen ab zukünftiger Kaikante, anzusetzen. Das Plangebiet befindet sich rund

900 m von der derzeitigen Begrenzung des Rysumer Nackens zum Emsufer entfernt; daher wird

die Vorhafenplanung von der vorliegenden Planung nicht berührt.

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Stadt Emden, 56.Flächennutzungsplanänderung, Rysumer Nacken, VORENTWURF 3

Der Standort für die Umsetzung der landesplanerischen Vorgabe zur Sicherung eines Standortes

für ein konventionelles Großkraftwerk soll im Rahmen der regionalplanerischen Konkretisierung

im Flächennutzungsplan außerhalb des Plangebietes dargestellt werden; diese Vorrangfunktion

wird daher ebenfalls nicht von der Planung tangiert.

Nach einer Stellungnahme der früheren Bezirksregierung Weser-Ems, Dezernat 201 „Landesentwicklung

und Raumordnung“ vom 27.06.2003, ist eine teilweise Nutzung des Vorranggebietes

für hafenorientierte industrielle Anlagen auf dem Rysumer Nacken mit den Zielen der Raumordnung

vereinbar, wenn kleinflächige Sonderbauflächen für Windenergieanlagen in gewerbliche

Bauflächen derartig „eingestreut“ werden, dass nachweislich eine zukünftige gewerblichindustrielle

Nutzung durch die Windenergienutzung nicht beeinträchtigt wird. Dies erfolgt durch

die Anordnung der Windenergieanlagen im Plangebiet, durch die zwischen den Anlagen ausreichend

Platz für eine zukünftige gewerblich-industrielle Nutzung verbleibt. Bei der geplanten Errichtung

von 6 Windenergieanlagen im Plangebiet werden insgesamt ca. 34 ha für die Windenergieanlagen

einschließlich des sie umgebenden Sicherheitsbereiches in Anspruch genommen.

Damit stehen im Plangebiet noch ca. 135 ha für die hafenorientierte industrielle Nutzung zur Verfügung.

Die Realisierung der Planung erfordert aus Immissionsschutzgründen die Verlagerung des im

Plangebiet gelegenen Campingplatzes an einen anderen Standort. Am aktuellen Standort des

Campingplatzes könnte es durch die Errichtung von entsprechend dimensionierten Windenergieanlagen

(Schallleistungspegel) und der Ansiedlung gewerblicher Nutzungen zu einer Überschreitung

der maximal für Campingplätze zulässigen Lärmimmissionen kommen. Die Standortfestlegung

für den neuen Campingplatz erfolgt in einem getrennten Verfahren.

1.3 GELTUNGSBEREICH

Auf dem Rysumer Nacken wurde von 1949 bis 1997 vor der Deichlinie Baggergut aus der Emsfahrrinne

bis zu 7 - 10 m Mächtigkeit aufgespült. Die ehemaligen Spülflächen bestehen überwiegend

aus sandigen Sedimenten aus der Emsfahrrinne. Sie sind auf die ursprünglichen Wattflächen

aufgelagert.

Das Gebiet „Rysumer Nacken“ mit einer Gesamtgröße von rd. 600 ha liegt am äußersten westlichen

Rand des Stadtgebietes von Emden. Der räumliche Geltungsbereich der Flächennutzungsplanänderung

wird wie folgt begrenzt:

im Nordosten: durch den westlichen Fuß des Seedeiches,

im Südosten: durch die Mittelwasserlinie an der nördlichen Böschung des Mahlbusens,

im Südwesten: durch eine Linie in ca. 900 m Abstand parallel zur Mittelwasserlinie der Ems

im Nordwesten: durch die Straße im Südosten des Geländes von Statoil und deren Verlängerung

nach Nordosten bis zum Seedeich.

Der räumliche Geltungsbereich ist im Flächennutzungsplan geometrisch eindeutig festgelegt.

Das Plangebiet der 56. Änderung des Flächennutzungsplanes umfasst eine Fläche von

ca. 223 ha.

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1.4 ÜBERGEORDNETE VORGABEN

1.4.1 LANDESRAUMORDNUNGSPROGRAMM NIEDERSACHSEN 1994 / ENTWURF 2006

Zentralörtliche Funktion : Mittelzentrum

Die Stadt Emden mit rund 51.700 Einwohner und 30.000 Beschäftigten ist im Landesraumordnungsprogramm

Niedersachsen 1994 (LROP 1994) als Mittelzentrum dargestellt. Mittelzentren

haben die landesraumordnerische Schwerpunktaufgabe zur Sicherung und Entwicklung von Arbeitsstätten.

In ihnen ist durch Bereitstellung von Industrie- und Gewerbeflächen sowie durch geeignete

Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse, der wirtschaftsnahen Infrastruktur

und der beruflichen Aus- und Fortbildung für ein entsprechend umfangreiches, möglichst

vielfältiges Angebot an Arbeitsplätzen zu sorgen.

Die Stadt Emden bemüht sich bereits seit Jahren um die Aufwertung zu einem Mittelzentrum mit

oberzentralen Teilfunktionen. Begründet wird dies mit:

der regionalen Bedeutung als Wirtschafts- und Arbeitsmarktzentrum für Ostfriesland,

der internationalen Bedeutung der Hafen- und Schiffbauwirtschaft sowie des Volkswagenwerkes

Emden

der überregionalen Bedeutung der Fachhochschule und der Kultureinrichtungen,

der überregionalen Bedeutung als Anlandungszentrum für Nordsee-Erdgas mit dem Sitz

internationaler Konzerne.

Raumstruktur: ländlicher Raum

Die Stadt Emden liegt in der räumlichen Struktur Niedersachsens im ländlichen Raum. Dort sind

nach LROP 1994 insbesondere solche Maßnahmen durchzuführen, die eine eigenständige Entwicklung

ermöglichen und die besonderen Standortvorteile für das Wohnen und die Wirtschaft

nutzen.

Vorranggebiet für hafenorientierte industrielle Anlagen

Im LROP 1994 sind im Stadtgebiet der Wybelsumer Polder und der Rysumer Nacken als Vorranggebiete

für hafenorientierte industrielle Anlagen dargestellt.

Vorranggebiete im LROP 1994 haben bereits einer Abwägung mit entgegenstehenden Nutzungsansprüchen

unterlegen. Sie sind in den Regionalen Raumordnungsprogrammen (bei kreisfreien

Städten die Flächennutzungspläne) konkretisierungsfähig, können aber nicht im Wege der

Abwägung von regionalen Belangen überwunden werden.

Zu den Vorranggebieten für hafenorientierte industrielle Anlagen wird im LROP 1994 besonders

darauf hingewiesen, dass sie von herausragender Landesbedeutung sind. Bereits die für Niedersachsen

einmalige Lage am seeschifftiefen Fahrwasser rechtfertigt eine Nutzungsbeschränkung

auf ausschließlich hafenbezogene Industrie- und Gewerbeentwicklung.

Vorrangstandorte

Seehafen

Der Emder Hafen ist als Vorrangstandort im LROP 1994 dargestellt. Das LROP 1994 enthält die

Vorgabe: Vorrangig ist der Bau des Vorhafens Rysumer Nacken im Rahmen der Umstrukturierung

des Emder Hafens. Zur Ansiedlung von hafenorientiertem Gewerbe sind die erforderlichen

Flächen bereitzustellen. Die Hinterlandverbindungen der Seehäfen sind zu sichern und den Erfordernissen

anzupassen, dies gilt insbesondere für den Schienenanschluss. Die Ems ist im Zusammenhang

mit der Errichtung des Vorhafens Rysumer Nackens auszubauen.

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Stadt Emden, 56.Flächennutzungsplanänderung, Rysumer Nacken, VORENTWURF 5

Großkraftwerk/Energie

Sofern in Niedersachsen die Errichtung eines neuen Kraftwerkes erforderlich ist, ist als Standort

im LROP 1994 der Rysumer Nacken festgelegt.

Im LROP 1994 ist weiterhin festgelegt, dass zur Nutzung der Windenergie in Emden Vorrangstandorte

mit 30 MW-Leistung vorzusehen sind. Dabei sollen Teilbereiche des Vorranggebietes

für hafenorientierte industrielle Anlagen für die Errichtung von Windenergieparks genutzt werden.

In den Erläuterungen zu dieser Festsetzung wird ausgeführt, dass hierfür der Wybelsumer Polder

in Betracht kommt.

Zur Sicherheit der Gasversorgung ist u.a. darauf hin zu wirken, dass die Infrastruktur, insbesondere

an der Nordseeküste für weitere Gasimporte geschaffen wird.

Im Entwurf der Verordnung zur Änderung der Verordnung über das Landesraumordnungsprogramm

Niedersachsen – Teil II – vom Oktober 2006 ist die Stadt Emden als Mittelzentrum mit

oberzentralen Teilfunktionen ausgewiesen. Der Hafen Emden ist weiterhin als Vorranggebiet

Seehafen festgelegt, er soll zum Mehrzweckhafen entwickelt werden. Zur Ansiedlung von hafenorientierten

Wirtschaftsbetrieben sind die erforderlichen Standortpotentiale zu sichern und in bedarfsgerechtem

Umfang Flächen bereitzustellen. Der Rysumer Nacken ist als Vorranggebiet für

hafenorientierte wirtschaftliche Anlagen am seeschifftiefen Fahrwasser festgelegt. In diesem Vorranggebiet

sollen nur solche raumbedeutsame Planungen und Maßnahmen zulässig sein, die mit

der Ansiedlung hafenorientierter Wirtschaftsbetriebe vereinbar sind. Ferner ist der Bereich Emden/Rysum

weiterhin Vorrangstandort für ein Großkraftwerk ausgewiesen, dessen konkreter

Standort im Flächennutzungsplan näher festzulegen ist. Dabei ist von einem Flächenbedarf für

einen Neubau von 80 bis 100 ha auszugehen. Für die Nutzung der Windenergie sind in Emden

weiterhin mindestens geeignete raumbedeutsame Standorte für 30 MW Leistung festzulegen.

In der Nachbarschaft zum Rysumer Nacken werden Vorranggebiete für Natura 2000 ausgewiesen,

in denen raumbedeutsame Planungen und Maßnahmen nur unter den Voraussetzungen des

§ 34 c des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes (NNatG) zulässig sind. Hierzu gehört auch

der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, der in seiner Einzigartigkeit und naturräumlichen

Funktionsvielfalt auch durch angepasste Entwicklung in der Umgebung zu erhalten, zu unterstützen

und zu entwickeln ist. Das UNESCO Biosphärenreservat „Niedersächsisches Wattenmeer“

ist außerhalb seiner Kern- und seiner Pufferzone, die im wesentlichen der Ruhe- und Zwischenzone

des Nationalparks „Niedersächsisches Wattenmeer“ entsprechen, durch das modellhafte

Erproben und Umsetzen nachhaltig umweltgerechter Nutzungen weiter zu entwickeln.

1.4.2 REGIONALES RAUMORDNUNGSPROGRAMM / FLÄCHENNUTZUNGSPLAN 1980

Für die kreisfreie Stadt Emden ersetzt der Flächennutzungsplan das Regionale Raumordnungsprogramm.

Die Darstellungen und Erläuterungen des Flächennutzungsplanes der Stadt Emden von 1980 mit

seinen Änderungen beachten die raumordnerischen Vorgaben des LROP 1994. Hinsichtlich der

allgemeinen Art der Nutzung ist die Darstellung für den Geltungsbereich getrennt in gewerbliche

Bauflächen (G) und Grünflächen für den südlichen Teil am Mahlbusen mit einer teilweisen

Zweckbestimmung als Campingplatz sowie östlich am gewidmeten Hauptdeich mit der Zweckbestimmung

Küstenschutzanlage. Dieser Küstenschutzstreifen ist mit einer Breite von 150 m parallel

zum Deich dargestellt.

Die Darstellung der gewerblichen Bauflächen ist ungegliedert. Weitergehende Einschränkungen

der Art und des Maßes der baulichen Nutzung werden auf der Ebene des Flächennutzungspla-

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Stadt Emden, 56.Flächennutzungsplanänderung, Rysumer Nacken, VORENTWURF 6

nes nicht getroffen, so dass eine maximale Ausnutzung der Flächen bis zu den in § 17 der

BauNVO genannten Obergrenzen der Grundflächenzahl (GRZ 0,8), der Geschossflächenzahl

(GFZ 2,4) und der Baumassenzahl (BMZ 10,0) möglich ist. Zusätzlich ist nach § 17 (2) BauNVO

eine Überschreitung dieser Obergrenzen möglich.

Entlang des Seedeiches auf der östlichen Seite des Rysumer Nacken (östlicher Rand des Geltungsbereiches)

und entlang der Grenze (Deichlinie) zwischen Rysumer Nacken und Flächen im

Bereich des Mahlbusen ist im aktuellen Flächennutzungsplan eine Immissionskennlinie als Abgrenzung

von gewerblichen Bauflächen dargestellt. Diese gibt für die verbindliche Bauleitplanung

den Hinweis, dass die der späteren Gebietsausweisung entsprechenden Schutzbestimmungen

im Verlaufe dieser Linie einzuhalten. Zur Absicherung flächenbeanspruchender Immissionsschutzmaßnahmen

ist über die Immissionskennlinie hinaus die Einrichtung eines ca. 80 m breiten

Schutzstreifens entlang den gewerblichen Bauflächen vorgesehen.

Nachrichtlich sind im Flächennutzungsplan die Richtfunkstrecken der Radarstation Knock dargestellt.

Mit der 16. Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Emden wurden 1994 Standorte für

Windenergieparks im Wybelsumer Polder und im Borßumer Hammrich dargestellt. Hintergrund

dieser Planung war die Vorgabe des raumordnerischen Zieles für das Stadtgebiet Emden durch

das LROP 1994, Vorrangstandorte für die Nutzung von Windenergie mit einer Gesamtleistung

von mindestens 30 Megawatt (MW) auszuweisen. Mit der Standortfestlegung wurden zugleich

Einzelanlagen ausgeschlossen, um deren unwirtschaftlichen und unkontrolliert landschaftsverändernden

Eingriff zu verhindern.

1.4.3 REGIONALES RAUMORDNUNGSPROGRAMM LANDKREIS AURICH 1992 UND

ENTWURF 2004

Für das östlich an den Rysumer Nacken angrenzende Kreisgebiet Aurich stellt das Regionale

Raumordnungsprogramm LK Aurich 1992 (RROP) ein Gebiet mit besonderer Bedeutung für die

Landwirtschaft dar. Die Gemeinde Krummhörn wird zentralörtlich neben dem Mittelzentrum Norden

auch dem Mittelzentrum Emden zugeordnet. In 1,5 km Entfernung östlich des Rysumer Nackens

an der Landesstraße 2 Rysum-Wybelsum und in 1,0 km Entfernung nördlich des Rysumer

Nackens am Seedeich sind Windparks mit einem Leistungsumfang von 10 MW dargestellt. Des

Weiteren nimmt das RROP die Darstellungen des LROP 1994 auf. Der Rysumer Nacken auf

Emder Stadtgebiet ist nachrichtlich als Fläche für hafenorientierte industrielle Anlagen dargestellt.

Der Entwurf des RROP 2004 sieht östlich des Rysumer Nackens angrenzend an das Plangebiet

nunmehr Vorranggebiete für Natur und Landschaft und Erholung sowie ein Vorsorgegebiet für

Landwirtschaft vor. Direkt zwischen der nördlichen Grenze des Emder Stadtgebietes auf dem

Rysumer Nacken und dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer sieht der Entwurf einen

Vorrangstandort für hafengebundene industrielle Anlagen vor. Dieses Gebiet ist überlagert von

einem Vorranggebiet für Erholung. An der Rysumer Landstraße ist in ca. 2 km Entfernung vom

Plangebiet ein weiterer Vorrangstandort für industrielle Anlagen vorgesehen.

Der Rysumer Nacken im Gebiet der Stadt Emden einschließlich des Plangebiets ist weiterhin

nachrichtlich als Fläche für hafenorientierte industrielle Anlagen dargestellt. Das Plangebiet in

seinem nördlichen Bereich tangierend und in seinem südlichen Bereich querend sind nachrichtlich

Gasleitungen dargestellt.

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Stadt Emden, 56.Flächennutzungsplanänderung, Rysumer Nacken, VORENTWURF 7

Ferner stellt der Entwurf nördlich von Pewsum, rund 10 km vom Plangebiet entfernt, sowie westlich

von Hinte, rund 11 km vom Plangebiet entfernt, Vorrangstandorte für Windenergie dar. Auf

diesen Standorten sind raumbedeutsame Windenergieanlagen als Einzelanlagen, Anlagengruppen

oder als Windparks zu konzentrieren. Außerhalb der dargestellten Vorrangstandorte sollen

im Geltungsbereich des RROP keine weiteren raumbedeutsamen Windenergieanlagen zulässig

sein. Die über die Vorrangstandorte hinaus im Kreisgebiet Aurich bestehenden Windparkstandorte

genießen Bestandschutz. Hierzu gehört auch die Möglichkeit, durch Erneuerungs- und Unterhaltungsmaßnahmen

die Anlagen der technischen Entwicklung anzupassen und so deren Lebensdauer

zu verlängern.

1.4.4 RAUMORDNUNGSVERFAHREN VORHAFEN AM RYSUMER NACKEN 1993

Das Land Niedersachsen hat 1993 ein Raumordnungsverfahren für die Planung Vorhafen Rysumer

Nacken durchgeführt. Mit der Planung sollte als Ergänzung des bestehenden Hafens Emden

am Rysumer Nacken ein Vorhafen errichtet werden, in dem hauptsächlich Automobile und Container

umgeschlagen werden und die Gewerbeansiedlungs- und Aussiedlungsmöglichkeiten verbessert

werden sollten. Zur Vorbereitung des Raumordnungsverfahrens wurden drei verschiedene

Standortalternativen untersucht:

Variante 1 – Ausbau Emder Fahrwasser

Vertiefung des jetzigen Emder Fahrwassers um 3 m auf 45 Fuß ( = 13,7 m; 1 Fuß = 0,3048 m)

tideabhängigen Schiffstiefgang zum jetzigen Hafen; Bau einer größeren Schleuse neben der jetzigen.

Variante 2a – Vorhafen Rysumer Nacken

Bau eines schleusenfreien Vorhafens für 45 Fuß tiefgehende Schiffe auf dem Rysumer Nacken;

5 Liegeplätze; Bau einer neuen Seeschleuse in bedarfsgerechter Größe neben der Bestehenden,

Ausbau der Außenems von See bis zum Vorhafen für 45 Fuß tiefgehende Schiffe.

Variante 2 b – Kleiner Vorhafen Rysumer Nacken

Bau eines kleinen schleusenfreien Vorhafens für (vorerst) 35 Fuß tiefgehende Schiffe auf dem

Rysumer Nacken; 4 Liegeplätze; parallel dazu Entwicklung und Durchführung eines Konzeptes

für den jetzigen Emder Hafen auf Basis einer um 1 m bis 1,5 m reduzierten Wassertiefe; Sanierung

und Modernisierung der alten Seeschleuse.

Variante 3 – Emsumleitung

Umleitung der Ems durch den Dollart, Abschleusung des Emder Fahrwassers und Bau eines Außenhafens

an der Knock (Dollarthafenlösung ohne Aufspülung des Geiserückens); Ausbau der

Außenems für 45 Fuß tiefgehende Schiffe.

Variante 4 – Hafenkanal binnendeichs

Kanal für 45 Fuß tiefgehende Schiffe hinter dem Deich durch den Wybelsumer Polder zum jetzigen

Emder Hafen; Bau einer Schleuse sowie eines Außenhafens auf dem Rysumer Nacken.

Die ausgewählte Standortalternative 2 a – Vorhafen Rysumer Nacken – mit insgesamt 1.600 m

Kailänge für Massengut-, Container- sowie Kfz-Umschlag und Fährverkehr wurde dann zum

Ausgangspunkt der weiteren Planungen. Diese Planungen berücksichtigten auch eine Gleisanbindung

des Rysumer Nackens an das bestehende Gleisnetz am Emder Außenhafen. Die Gleistrasse

sollte dicht am Seedeich durch den Wybelsumer Polder verlaufen und in Höhe des Otterstädtschlootes

nach Nordwesten zum Rysumer Nacken abknicken.

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Kurz nach der öffentlichen Auslegung wurde die Planung „Vorhafen Rysumer Nacken“ eingestellt.

1.4.5 LANDSCHAFTSRAHMENPLAN DER STADT EMDEN

Zur Zeit der Aufstellung des Landschaftsrahmenplanes der Stadt Emden (1996) war der Spülbetrieb

auf den Spülfeldern des Rysumer Nackens gerade unterbrochen bzw. beendet. Die Spültätigkeit

auf großer Fläche ermöglichte bis dahin die Ausbildung nahezu sämtlicher Sukzessionsstadien

von salzhaltigen Wasserflächen bis hin zu Röhrichten mit hoher Wertigkeit für Vegetation

und Fauna. Insbesondere für brütende und rastende Vogelarten hatte der Rysumer Nacken

eine der höchsten Bedeutungen auf Emder Gebiet.

Der Landschaftsrahmenplan sieht für den Rysumer Nacken – Einstufung des Gebietes als Vorranggebiet

für Natur und Landschaft - folgendes Leitbild vor:

- Sicherung des hohen avifaunistischen Wertes durch Erhaltung der Spültätigkeit in der heutigen

Form.

- Keine Wertminderung des Gebietes, sofern nicht durch entsprechende Entwicklung großflächig

naturnaher Küstenabschnitte etwa im Dollart vorab ein Ausgleich stattgefunden hat, der

diese Funktionen übernehmen kann.

- Langfristig - nach Einstellung des Spülbetriebes - Gestaltung als naturnahes Feuchtgebiet mit

offenen Wasserflächen.

Der Landschaftsrahmenplan der Stadt Emden weist zudem im Umfeld des Änderungsbereiches

den alten Mahlbusen, das Knockster Watt sowie den Dollart und eine ca. 300 m breite Trasse

entlang des Knockster Tiefs als für den Naturschutz besonders wichtige Bereiche (mindestens

überregionale Bedeutung) aus und fordert, Korridore für ziehende und rastende Vögel offenzuhalten

und somit eine Biotopvernetzung sicherzustellen.

1.4.6 EMS-DOLLART-VERTRAG

Zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich der Niederlande bestehen Verträge

über die Zusammenarbeit im Bereich von Ems und Dollart sowie in den angrenzenden Gebieten.

Der ursprüngliche deutsch-niederländische Grenzvertrag vom 08.04.1960 und der am

selben Tage unterzeichneten Ems-Dollart-Vertrag wurden ergänzt durch Zusatzabkommen. Am

10.09.1984 wurde der Kooperationsvertrag Ems-Dollart und am 22.08.1996 ein den Ems-Dollart-

Vertrag ergänzendes Protokoll unterzeichnet.

Durch diese Verträge ist festgelegt, dass die Vertragsparteien einander so früh wie möglich über

umweltrelevante Neuansiedlungs- und Erweiterungsvorhaben im Vertragsgebiet zu unterrichten

haben. Weiterhin ist vereinbart, dass natürliche oder naturnahe Vegetationen in Uferbereichen

der Emsmündung zu schützen und zu pflegen sind. Der Rysumer Nacken grenzt südlich, westlich

und nördlich an das Vertragsgebiet.

1.4.7 AGRARSTRUKURELLE ENTWICKLUNGSPLANUNG (AEP)

Die ehemalige Bezirksregierung Weser-Ems als damalige Obere Landwirtschaftbehörde hat 1999

für das Stadtgebiet und angrenzende Teile der Gemeinden Krummhörn, Hinte und Moormerland

eine Agrarstrukturelle Entwicklungsplanung (AEP) erarbeiten lassen. Das Fachgutachten geht

über eine reine landwirtschaftliche Betroffenheitsanalyse hinaus. Es entwickelt neben Vorschlägen

zur agrarbetrieblichen Verbesserung ein Konzept zur Landentwicklung, welches die ver-

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schiedenen Bodenansprüche von Landwirtschaft, kommunaler Entwicklung und Naturschutz berücksichtigt.

Nach den Ergebnissen der AEP ist der landwirtschaftliche Bodenmarkt im Stadtgebiet Emden

sehr angespannt. Die AEP prognostiziert landwirtschaftlichen Flächenverlust für städtebauliche

und infrastrukturelle Vorhaben und für Ausgleichsmaßnahmen.

Die Entwicklung des Rysumer Nackens blieb von der AEP unberücksichtigt.

Zur Koordination der Flächenkonkurrenz schlägt die AEP für das Gebiet Wybelsum – Knockster

Tief – Freepsum – Groß Midlum – Larrelt eine Flurbereinigung vor. Ein Gebiet von 150 – 200 ha

(Bereich Uhlsmeer) wird als gemeindeübergreifende Kompensationsfläche für die Gemeinden

Krummhörn, Hinte und die Stadt Emden vorgeschlagen.

1.4.8 FLÄCHENNUTZUNGSPLAN DER GEMEINDE KRUMMHÖRN

Der Flächennutzungsplan der Gemeinde Krummhörn stellt den Ortskern der rund 1,5 km nordöstlich

vom Rysumer Nacken liegenden Ortschaft Rysum als Dorfgebiet dar. An den Ortskern sind

westlich/ nordwestlich Wohnbauflächen angelagert. Entlang des Hochwasserschutzdeiches und

auf den Feldwegen der Meeden sind Wanderwege dargestellt. Ebenfalls entlang des Deiches ist

die gemäß § 16 Niedersächsisches Deichgesetz (NDG) 50 m landseitige breite Deichschutzzone

dargestellt. Großflächig um Rysum und nach Nordwesten fortsetzend sind Lagerstätten des tieferen

Untergrunds (Gasspeicherkavernen) nachrichtlich aufgenommen. Neben der Verdichterstation

nahe dem Knockster Tief enthält der Flächennutzungsplan an der Landesstraße 2 eine Gewerbegebietsdarstellung.

Ziel dieser Darstellung ist die Versorgung des südlichen Gemeindegebietes

und die Ansiedlung von Zulieferfirmen für Emder Industriebetriebe.

Mit der 21. Änderung des Flächennutzungsplanes der Gemeinde Krummhörn vom 15. Juli 2003,

geändert am 20. Januar 2004 und am 23. März 2004, hat diese nördlich von Pewsum eine Vorrangfläche

für Windenergie um die bestehenden Windparkstandorte Petjenburg/Jennelt als Sonderbauflächen

dargestellt und außerhalb dieser Flächen Windenergieanlagen gemäß § 35 Abs. 1

Nr. 6 BauGB ausgeschlossen. Davon ausgenommen sind die bestehenden, Bestandsschutz genießenden

Windparks und Einzelanlagen. In den Sonderbauflächen ist die Höhe der Windenergieanlagen

auf maximal 99,9 m über die bestehende Geländeoberfläche beschränkt.

1.4.9 ENTWURF BEBAUUNGSPLAN D-139 RYSUMER NACKEN

Der Rat der Stadt Emden hat am 14.09.1998 den Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan

D 139, der den gesamten Rysumer Nacken einschließlich dem jetzigen Plangebiet umfassen sollte,

gefasst, um damit die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Entwicklung als Industrie-

und Gewerbeflächen zu schaffen. Die Planaufstellung wurde nach Durchführung der Beteiligung

der Träger öffentlicher Belange nicht weiter verfolgt.

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2 BESTANDSAUFNAHME (BESCHREIBUNG UND BEWERTUNG)

2.1 BESTEHENDE EINFLÜSSE UND NUTZUNGEN

Östlich wird das Plangebiet durch den Deich mit benachbarten Meeden in der Gemarkung Rysum

begrenzt. In diesen landwirtschaftlich genutzten Flächen sind unmittelbar hinter der Deichlinie

mehrere Einzelgehöfte gelegen. Die Ortslage Rysum ist ca. 1,5 km vom Plangebiet entfernt.

Südlich des Plangebietes schließt sich der Knockster Mahlbusen mit seinen umliegenden Freiflächen

an. Der Knockster Mahlbusen ist ein Staubecken für die Aufnahme von Oberflächenwasser

aus dem Kanal- und Grabensystem des niederemsischen Binnenlandes. Mit dem Siel- und

Schöpfwerk Knock wird das Wasser aus dem Mahlbusen in die Ems geleitet. In der Nähe der

südöstlich des Plangebietes gelegenen Siel- und Schöpfwerkanlagen mit zwei Wohngebäuden

für Betriebsangehörige befindet sich die Radarleitstation Knock. Die von der Radarstation in Richtung

Borkum, Delfzijl, Wybelsum und Campen ausgehenden Richtfunkstrecken sind bei der Planung

zu berücksichtigen. Der Mahlbusen wird durch einen Deich vor Hochwasser geschützt.

Jenseits des Mahlbusens schließen sich im Osten landwirtschaftliche Nutzflächen mit Einzelgehöften

im Wybelsumer Hammrich sowie der Wybelsumer Polder mit Ackerflächen und einem

Windpark an.

Westlich ist zwischen dem Plangebiet und der auf einem Hochwasserschutzdamm geführten

Jannes-Ohling-Strasse die Errichtung von vier Windenergieanlagen als Forschungsanlagen beantragt.

Westlich des Hochwasserschutzdammes befindet sich direkt am Fahrwasser der Ems ein

Schiffsanleger der Borkum-Linie mit einem Betriebsgebäude, in dem eine Teilfläche als Restaurant

genutzt wird. In Verbindung mit einem Parkplatz, einem Stellplatz für Wohnmobile, der Ems

als Wassersportgewässer und den weiter nördlich vorhandenen kleinen Sandbänken und naturnahen

Vordeichflächen stellt dieser Bereich einen touristischen Anziehungspunkt dar.

Nordwestlich des Plangebietes wurden in den siebziger und neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts

große Gasanlandungsanlagen der Philipps Petroleum Northsea (heute ConocoPhilipps)

und Statoil Deutschland GmbH (Messstation) angesiedelt. In ihnen wird täglich 2,0 Mio. m³ Gas

aus dem norwegischen Ekofisk-Feld angelandet, gereinigt und über ein Pipeline-Netz nach Delfzijl

in den Niederlanden zum dortigen Gaskraftwerk sowie nach Mittel- und Süddeutschland geleitet.

Nördlich des Plangebietes schließt im Osten der zuvor genannten Anlagen eine Ruderalfläche

an.

Innerhalb des Plangebietes befindet sich an seinem südlichen Rand ein Campingplatz, der überplant

wird. Ein neuer Standort für einen Campingplatz im Emder Stadtgebiet wird in einem getrennten

Verfahren ausgewiesen.

Den weitaus größten Teil des Plangebietes nehmen Sukzessionsflächen ein, die zum Teil nach

den §§ 28 a und 28 b NNatG geschützte Biotope darstellen. Einige Bereiche werden seit 4 bis 5

Jahren als Weidefläche extensiv genutzt.

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2.2 HOCHWASSERSICHERHEIT

Der Rysumer Nacken liegt vor der gewidmeten Deichlinie und ist somit rechtlich Teil der Bundeswasserstraße

Ems. Das Gebiet ist auf 7 bis 10 m über N.N. aufgespült und wird durch einen 7

m hohen Damm vor Hochwasser geschützt. Hochwassersicherheit im rechtlichen Sinn ist für den

Rysumer Nacken durch diesen Damm jedoch nicht gegeben, weil der Damm im Aufbau nicht einem

hochwassersicheren Deich entspricht.

2.3 ÄUSSERE VERKEHRLICHE ERSCHLIESSUNG

Der Rysumer Nacken und damit das Plangebiet ist über die auf einem Damm verlaufende Jannes-Ohling-Straße

und deren Verlängerung Knockster Straße an die Landesstraße 2 in Wybelsum

angebunden, die wiederum nach ca. 5 Kilometern östlich des Stadtteils Larrelt Anschluss an

die Autobahn A 31 hat. Von der Knockster Straße können über die Deichverteidigungsstraße entlang

dem Seedeich im Wybelsumer Polder auch die Hafen- und Industriegebiete des westlichen

Außenhafens angefahren werden.

Eine Schienenanbindung des Rysumer Nackens besteht nicht.

2.4 VER- UND ENTSORGUNG; SONSTIGE TECHN. INFRASTRUKTUR

Im südlichen Teil des Plangebietes in der dargestellten Grünfläche queren 3 Gasleitungen der

BEB das Gebiet in West-Ost-Richtung. Hier sind Schutzstreifen von 10,0 m einzuhalten.

Parallel der nördlichen Geltungsbereichsgrenze liegt außerhalb des Plangebietes die Erdgasleitung

Rysum Midal, DN 900/ PN84. Hier ist ein Schutzstreifen von 10,0 m einzuhalten.

Nördlich dieser Erdgasleitung befindet sich die EWE – Mittelspannungsleitung sowie eine Leitung

der EWE Telekommunikation.

In einem Raumordnungsverfahren für eine 110-kV Freileitung der Preussen-Elektra von Emden

nach Rysum wurde im Jahr 1995 landesplanerisch festgestellt. Da die Trassenführung zwischen

dem bereits bestehendem Umspannwerk Wybelsum und dem ursprünglich geplanten Umspannwerk

Rysum nicht weiter verfolgt wurde, ist die landesplanerische Feststellung inzwischen für

diesen Bereich aufgehoben worden.

2.5 EMISSIONEN / IMMISSIONEN

Aufgrund der Darstellungen des rechtsgültigen Flächennutzungsplanes sind im Bereich der bestehenden

gewerblichen Bauflächen gewerbliche Nutzungen mit den entsprechenden Auswirkungen

(Belastungen hinsichtlich Lärm, Staub, Schadstoffe) potenziell aktuell möglich. Maßgebend

sind hier die für die unterschiedlichen Nutzungen (Nutzungstypen) laut TA Lärm und TA

Luft maximal zulässigen Immissionsrichtwerte. Diese sind jeweils einzuhalten. Durch die derzeitigen

Nutzungen im Plangebiet sowie durch die dem Plangebiet benachbarten Nutzungen

(PhilippsConoco und Statoil) sowie die benachbart geplanten Forschungswindenergieanlagen

werden diese Immissionsrichtwerte nicht erreicht.

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Bei der Entwicklung des Rysumer Nackens ist nach dem rechtsgültigen Flächennutzungsplan auf

die benachbarten empfindlichen Nutzungen wie insbesondere auf den Campingplatz am Mahlbusen

Rücksicht zu nehmen. Die dort derzeit zulässigen Immissionsrichtwerte sind einzuhalten.

2.6 ALTLASTEN

Im Plangebiet befinden sich nach Aussage der Unteren Bodenschutzbehörde keine Altlastenverdachtsflächen.

3 PLANUNG (AUSWIRKUNGEN; MASSNAHMEN)

3.1 ART UND MASS DER BAULICHEN NUTZUNG

Sonderbaufläche Gewerbe und Windenergie

In der dargestellten Sonderbaufläche sind folgende Anlagen und Nutzungen zulässig:

- hafenorientierte industrielle Anlagen

- Anlagen, die der Nutzung der Windenergie dienen, einschließlich der zugehörigen Nebenanlagen

wie Trafostationen, Übergabestationen und Umspannwerke und Leitungstrassen sowie Anlagen

für Speichertechnologien.

Die Nabenhöhe von Windenergieanlagen wird auf 135 m begrenzt. Die Anlagenzahl wird auf

6 begrenzt, die Rotorblattzahl auf 3 Stück je Windenergieanlage festgelegt.

Im Bereich der Richtfunktrasse wird die maximale Höhe der zulässigen baulichen Anlagen auf

25 m begrenzt.

Für die Grünfläche im Süden des Plangebietes entfällt die Zweckbestimmung Campingplatz.

3.2 INNERE VERKEHRLICHE ERSCHLIESSUNG

Haupterschließungsstraße des Rysumer Nackens soll die Jannes-Ohling-Straße sein. Für die

Errichtung und den Betrieb der durch diese Planänderung planungsrechtlich abzusichernden

Windenergieanlagen werden zeitlich befristete, mit Schotter befestigte Wege als Bau und Unterhaltungstrassen

hergestellt. Die für die zugelassene Nutzung durch hafenorientierte industrielle

Anlagen erforderliche verkehrliche Erschließung wird im Rahmen der Aufstellung des Bebauungsplanes

geregelt.

3.3 EMISSIONEN/IMMISSIONEN

Für den Bereich des Plangebietes wird die im aktuellen Flächennutzungsplan der Stadt Emden

dargestellte Immissionskennlinie aufgehoben, da diese vor dem Hintergrund der rechtlichen Vorgaben

der TA Lärm nicht mehr erforderlich ist.

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3.4 HOCHWASSERSICHERHEIT

Bei der Zulassung der geplanten Windenergieanlagen auf Grundlage des § 35 BauGB wird ein

objektbezogener Hochwasserschutz der Anlagen einschließlich der Nebenanlagen hergestellt.

Für die zugelassene Nutzung durch hafenorientierte industrielle Anlagen wird der Hochwasserschutz

im Rahmen der Aufstellung des Bebauungsplanes geregelt.

3.5 VER- UND ENTSORGUNG; SONSTIGE TECHN. INFRASTRUKTUR

Netzanbindung der Windenergieanlagen

Die in der Genehmigungsphase befindlichen 4 Forschungsanlagen westlich des Plangebietes

sowie die 6 im Plangebiet möglichen Windenergieanlagen sollen gemeinsam an das Versorgungsnetz

angebunden werden. Es wird ein 110 KV-Umspannwerk im Geltungsbereich dieser

Flächennutzungsplanänderung errichtet. Die Verkabelung bis zum Umspannwerk erfolgt mit erdverlegten

20 KV-Leitungen. Die Weiterleitung erfolgt vom geplanten Umspannwerk Rysumer Nacken

mittels erdverlegter 110 KV-Leitung bis zum vorhandenen Umspannwerk im Windpark Wybelsumer

Polder am 9. Polderweg. Zur Weiterleitung der Energie bis zum Umspannwerk Emden

West wird die vorhandene Freileitungstrasse mit zusätzlichen Leitungen versehen.

Wasser-, Strom und Gasversorgung

Die Wasser-, Strom und Gasversorgung erfolgt durch Anschluss an das Versorgungsnetz der

Stadt Emden.

Schmutzwasserentsorgung

Das Gebiet soll an die zentrale Schmutzwasserkanalisation der Stadt Emden angeschlossen

werden.

Telekommunikation

Die fernmeldetechnische Versorgung erfolgt durch die Telekom AG.

Oberflächenentwässerung

Oberflächenwasser wird über umliegende Gräben abgeleitet. Gewässerumgestaltungsmaßnahmen

bedürfen einer gesonderten wasserrechtlichen Plangenehmigung, hierzu ist ein Antrag bei

der Unteren Wasserbehörde, Umweltamt der Stadt Emden zu stellen.

3.6 ABFALLENTSORGUNG

Die Abfallentsorgung erfolgt zentral durch die Stadt Emden.

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4 UMWELTBERICHT

Dieser Umweltbericht wird als Vorentwurf mit z.T. noch nicht abschließend bearbeiteten Kapiteln

vorgelegt, da zunächst im Verfahren nach § 4 Abs. 1 BauGB die weiteren Abwägungsmaterialien

gesammelt werden. Die Fachbehörden werden ausdrücklich gebeten, vorliegende Informationen

im Sinne des § 4 BauGB der Stadt Emden zur Verfügung zu stellen. Auf dieser Basis wird dann

der Entwurf ausgearbeitet

4.1 BESCHREIBUNG DER DARSTELLUNGEN

Zur Regionalen Raumordnung siehe Kapitel 1.3.2 „Regionales Raumordnungsprogramm / Flächennutzungsplan

1995“.

Im Rahmen der 56. Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Emden wird der Bereich, in

dem bisher gewerbliche Bauflächen dargestellt werden, künftig als Sonderbauflächen Gewerbe

und Windenergie dargestellt. Hinsichtlich der Art und des Maßes der baulichen Nutzung werden

lediglich Einschränkungen hinsichtlich der Errichtung von Windenergieanlagen gemacht. So ist

die Errichtung von maximal 6 Windenergieanlagen im Änderungsbereich möglich. Die maximale

Nabenhöhe wird auf 135 m begrenzt und die Rotoren müssen dreiblättrig sein, wobei die Mindestnennleistung

der einzelnen Anlagen 6 MW zu betragen hat.

Die weiteren Flächen des Änderungsbereiches werden weiterhin als Grünflächen dargestellt. Der

bisher als Campingplatz dargestellte – und auch als solcher tatsächlich genutzte – Bereich wird

zukünftig nur noch als allgemeine Grünfläche dargestellt. Der Campingplatz wird an eine andere

Stelle verlegt. Die Grünfläche mit der Widmung „Küstenschutzanlage“ entlang des Seedeiches

auf der östlichen Seite des Änderungsbereiches bleibt erhalten.

4.2 KURZDARSTELLUNG DER INHALTE UND ZIELE DER ÄNDERUNG DES FLÄCHEN-

NUTZUNGSPLANES

Siehe Kapitel 1.1. und 1.2

4.3 UMWELTSCHUTZZIELE AUS EINSCHLÄGIGEN FACHGESETZEN UND FACH-

PLANUNGEN UND IHRE BEDEUTUNG FÜR DEN BAULEITPLAN

Im Folgenden werden die umweltrelevanten und hinsichtlich des Bauleitplans relevanten Umweltschutzziele

dokumentiert:

Landesraumordnungsprogramm Niedersachsen (LROP, 1994 mit Änderungen 1998, 2002)

Die Funktionsfähigkeit und die nachhaltige Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts sollen erhalten

bleiben oder wiederhergestellt werden.

Natur und Landschaft sollen so geschützt, gepflegt und entwickelt werden, dass die Leistungsfähigkeit

des Naturhaushalts, die Nutzbarkeit der Naturgüter, die Pflanzen- und Tierwelt sowie die

Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft nachhaltig gesichert werden.

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Zum Schutz der Erdatmosphäre und des Klimas sollen im Sinne langfristiger Vorsorge alle Möglichkeiten

zur Eindämmung des Treibhauseffektes und der damit verbundenen Folgen für

Mensch und Natur genutzt werden. Vorrangig betrifft dies u.a. die Umorientierung zu einer klimaverträglichen

Energieversorgung.

Baugesetzbuch (BauGB)

Bei der Aufstellung des Bauleitplanes (hier: Änderung Flächennutzungsplan) sind gemäß § 1 (6)

Nr. 7 die Belange des Umweltschutzes, einschließlich des Naturschutzes und der Landschaftspflege

zu berücksichtigen, insbesondere die Nutzung erneuerbarer Energien sowie die sparsame

und effiziente Nutzung von Energie. Mit Grund und Boden soll laut § 1a (2) Satz 1 sparsam und

schonend umgegangen werden.

Bundesimmissionsschutzrecht (BImSchG, TA Lärm):

Es sind Vorkehrungen gegen Lärmimmissionen in angrenzende Bereiche, z.B. durch entsprechende

Abstände der Emissionsquellen, zu treffen.

Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG):

Beeinträchtigungen des Klimas sind gemäß § 2 (1) Nr. 6 BNatSchG zu vermeiden. Hierbei kommt

dem Aufbau einer nachhaltigen Energieversorgung insbesondere durch zunehmende Nutzung

erneuerbarer Energien eine besondere Rolle zu.

Niedersächsisches Naturschutzgesetz (NNatG):

Nach § 28a NNatG sind besonders geschützte Biotope zu schützen und zu erhalten.

Landschaftsrahmenplan Stadt Emden (1996):

Sicherung des Alten Mahlbusens, des Knockster Watts sowie des Dollarts und einer ca. 300 m

breiten Trasse entlang des Knockster Tiefs als für den Naturschutz besonders wichtige Bereiche

(mindestens überregionale Bedeutung) und Offenhaltung der Korridore für ziehende und rastende

Vögel und somit Sicherstellung einer Biotopvernetzung.

4.4 BESCHREIBUNG DER SCHUTZGÜTER UND BEWERTUNG DER UMWELTAUSWIR-

KUNGEN

Im Folgenden werden die Schutzgüter in ihrer Ausprägung innerhalb des Geltungsbereiches und

der Wirkzone der dargestellten Nutzungen beschrieben.

Da Gewerbliche Bauflächen bereits im aktuellen Flächennutzungsplan dargestellt sind, beschränkt

sich die jeweils folgende Bewertung der Umweltauswirkungen auf die mit den vorgesehenen

Änderungen verbundenen Umweltauswirkungen (vgl. § 1a (3) Satz 5 BauGB). Dabei handelt

es sich um die Möglichkeit der Errichtung von 6 Windenergieanlagen, die mit den Darstellungen

des rechtskräftigen Flächennutzungsplanes bisher nicht zulässig waren und die damit entsprechend

auszugleichen sind (s.o., vgl. § 1a (3) BauGB). Bei der Eingriffsbewertung sind deshalb

die Darstellungen im aktuell rechtskräftigen Flächennutzungsplan und die sich daraus ergebenden

Zulässigkeiten als Ausgangssituation zu betrachten. Zudem wird der tatsächliche aktuelle

Zustand der Schutzgüter kurz beschrieben.

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4.4.1 SCHUTZGUT MENSCH

Innerhalb des Geltungsbereiches bestehen keine Siedlungen, Wohn- oder ähnliche Nutzungen.

Im Umfeld befinden sich diverse Ortslagen, wie das Warftendorf Rysum, die Ortschaft Wybelsum,

diverse Einzelgehöfte und Wohnhäuser am Knockster Siel.

Aufgrund der Darstellungen des rechtsgültigen Flächennutzungsplanes sind im Bereich der gewerblichen

Bauflächen gewerbliche Nutzungen mit den entsprechenden Auswirkungen (Belastungen

hinsichtlich Lärm, Staub, Schadstoffe) potenziell aktuell möglich. Maßgebend hinsichtlich

der Belastungen des Schutzgutes Mensch sind hier die für die unterschiedlichen Nutzungen

(Nutzungstypen) laut TA Lärm maximal zulässigen Immissionswerte. Diese sind jeweils einzuhalten.

Die als Grünflächen am südlichen und östlichen Rand dargestellten Bereiche – u.a. mit der

Zweckbestimmung Campingplatz - haben z.T. Bedeutung in Bezug zum Aspekt Erholung.

Mit den geplanten Änderungen des Flächennutzungsplanes im abgegrenzten Geltungsbereich

können Auswirkungen auf das Schutzgut Mensch verbunden sein. Die bisher mögliche gewerbliche

Nutzung bleibt aufgrund der Darstellung der entsprechenden Flächen als Sonderbauflächen

Gewerbe und Windenergie weiterhin in vergleichbarem Maße möglich. Daraus ergeben sich somit

keine weiterreichenden Auswirkungen auf das Schutzgut Mensch. Zusätzlich zu der gewerblichen

Nutzung wird durch die Änderung die Errichtung von bis zu sechs Windenergieanlagen mit

einer Nabenhöhe von bis zu 135 m ermöglicht. Mit dem Betrieb der Anlagen sind Lärmemissionen

verbunden. Aufgrund der Höhe der Anlagen ergeben sich für die in den umliegenden Ortschaften

und Einzelgehöften wohnenden Menschen zudem möglicherweise Belastungen durch

den Betrieb der Windenergieanlagen in Form von Schattenwurf.

Im Rahmen der konkreten Zulassungsverfahren für diese Windenergieanlagen sind auf der

Grundlage der genauen Standorte und technischen Daten der Windenergieanlagen entsprechende

Gutachten zum Thema Lärm und Schattenwurf zu erstellen.

Durch die Verlegung des Campingplatzes reduziert sich das mögliche Konfliktpotenzial zwischen

benachbarten Nutzungen (Sonderbauflächen Gewerbe und Windenergie und Grünflächen/ Campingplatz)

hinsichtlich des Aspektes Lärm, zudem werden aber auch vorhandene Möglichkeiten

der Erholungsnutzung (touristische Infrastruktur) aufgehoben.

4.4.2 SCHUTZGUT TIERE, PFLANZEN UND BIOTOPE

Innerhalb des Geltungsbereiches als Teil des Rysumer Nackens sind Röhrichte mit eingestreuten

Gewässern sowie halbruderale Gras- und Staudenfluren feuchter und mittlerer Standorte als

großflächige, naturnahe Biotope aktuell verbreitet. Kleinräumig eingestreut sind halophytenreiche

Flutrasen und Grünlandgesellschaften. Der Randbereich des Mahlbusens wird von überwiegend

artenreichem Grünland und einem teilbefestigten Campingplatz eingenommen. Der Seedeich auf

der östlichen Seite wird durch artenarmes Extensivgrünland geprägt. Ein Teil der tatsächlichen

Vegetation im Geltungsbereich ist nach § 28a NNatG als geschütztes Biotop einzustufen.

Mit der Darstellung im aktuellen Flächennutzungsplan (gewerbliche Nutzung) als Ausgangssituation

ist ein hoher Versiegelungsgrad der betroffenen Flächen verbunden. Es verbleiben lediglich

die nicht bebaubaren Flächenanteile (bis zu 20%) als potenzielle Biotopflächen. Im Umfeld gewerblicher

Bauflächen ist in der Regel von eher kleinflächigen, meist geringwertigen Biotoptypen,

wie z.B. Scherrasen oder Sichtschutzgehölzen („Abstandsgrün“) auszugehen. Die weiteren Flächen

des Geltungsbereiches (östlicher und südlicher Randbereich) werden als Grünflächen mit

unterschiedlicher Zweckbestimmung dargestellt. Entlang des Seedeiches auf der östlichen Seite

befinden sich als „Küstenschutzanlage“ dargestellte Grünflächen. Der südliche Abschnitt zwi-

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schen dem Rysumer Nacken und dem Ufer des Mahlbusens wird als Grünfläche – Campingplatz

dargestellt.

Im Rahmen der Planung ergeben sich auf den Flächen, die als Sonderbauflächen Gewerbe und

Windenergie dargestellt werden sollen, für das Schutzgut Biotope keine erheblichen Veränderungen,

da der potenziell hohe Versiegelungsgrad weiterhin möglich bleibt. Im Bereich der Grünflächen

ergibt sich durch die Verlegung des Campingplatzes (Darstellung als allgemeine Grünfläche)

eine mäßige Verringerung der Versiegelung. Die Darstellung der Küstenschutzanlage (Grünflächen)

entlang des Seedeiches wird beibehalten, die tatsächlich vorhandenen - teilweise nach

§ 28a NNatG geschützten - Biotope können in diesem ca. 150 m breiten Streifen im Rahmen der

Notwendigkeiten des Deichschutzes erhalten werden.

Aus der vorgesehenen Änderung des Flächennutzungsplanes ergeben sich keine erheblichen

Beeinträchtigungen des Schutzgutes Pflanzen und Biotope.

Sollten im Rahmen der Realisierung der Windenergieanlagen (Anlagenstandorte, Zuwegung,

Sonstiges) durch deren Lage nach § 28a NNatG geschützte Biotope in Anspruch genommen

werden, sind die Rechtsfolgen des § 28a NNatG entsprechend zu behandeln. Ebenso verhält es

sich mit den Regelungen zum Artenschutz nach § 42 BNatSchG. Sollten durch die Errichtung der

Windenergieanlagen nach § 42 BNatSchG besonders bzw. streng geschützte Arten erheblich

beeinträchtigt werden, sind die Rechtsfolgen des § 42 BNatSchG in Verbindung mit § 43 und

§ 62 BNatSchG zu behandeln.

Der Geltungsbereich bzw. Teile davon sind nicht als FFH-Gebiete ausgewiesen. Im näheren Umfeld

des Geltungsbereiches befinden sich die FFH-Gebiete Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

(DE 2306-301), Hund- und Paapsand (DE 2507-301), Unterems und Außenems

(DE 2507-331) und Waddenzee (NL 1000001).

Für die FFH-Gebiete kann eine Beeinträchtigung durch die Änderung des Flächennutzungsplanes

aufgrund der Entfernung zu den einzelnen Gebieten und mangels entsprechender Empfindlichkeiten

der Bestandteile und Schutzziele der Gebiete gegenüber den mit der Planänderung

verbundenen Auswirkungen ausgeschlossen werden.

Hinsichtlich des Schutzgutes Tiere steht die Betrachtung der Brut- und Gastvögel aufgrund der

Prägung des Gebietes und des weiteren Umfeldes im Vordergrund. Den Flächen innerhalb des

Geltungsbereiches kann - auf der Grundlage diverser Kartierungen - eine nationale Bedeutung

als Brutgebiet gegeben werden (besondere bzw. allgemeine Bedeutung). Die großflächigen

hochwüchsigen Röhrichte und feuchten halbruderalen Gras- und Staudenfluren in Verbindung

mit diversen Gewässern haben als Biotopkomplex eine hohe Wertigkeit insbesondere für wertgebende

Röhrichtbrüter wie den Schilfrohrsänger.

Aufgrund der strukturellen Gegebenheiten der ehemaligen Spülfelder – die ausgedehnten Röhrichtflächen

und Ruderalfluren sind von der Biotopstruktur her für viele Gastvögel nicht zur Rast

geeignet – haben die Flächen innerhalb des Geltungsbereiches eine nur allgemeine Bedeutung

für Gastvögel. Demgegenüber weisen angrenzende Bereiche, wie der Rysumer Hammrich, eine

besondere Bedeutung für Gastvögel auf.

Im Umfeld des Geltungsbereiches bestehen außerdem diverse Zugachsen der Gastvögel. Als

überregional bedeutsame Zugachse ist die Ems westlich des Rysumer Nackens zu nennen. Weitere

regional bedeutsame Zugachsen sind das Knockster Tief mit dem Mahlbusen und der See-

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deich auf der östlichen Seite des Rysumer Nackens. Überflüge über den Rysumer Nacken – und

damit den Geltungsbereich - wurden bisher nur sporadisch in überwiegend kleineren Truppgrößen

beobachtet.

Die Bedeutung des Umfeldes des Änderungsbereiches dokumentiert sich auch durch die dort

vorhandenen Vogelschutzgebiete:

Niedersächsisches Wattenmeer (DE 2210-401), Krummhörn (DE 2508-401), Emsmarsch von

Leer bis Emden (2609-401), Hund und Paapsand (DE 2607-401), Waddenzee (NL 9801001).

Zudem wird vom Land Niedersachsen aktuell die Nachmeldung von Flächen zur Vervollständigung

der Kulisse der EU-Vogelschutzgebiete betrieben. Betroffen von der räumlichen Erweiterung

ist auch das Vogelschutzgebiet Krummhörn (DE 2508-401), welches direkt östlich an den

Geltungsbereich angrenzt. Eine Erweiterung ist nordöstlich der Knock und im Bereich der Hammriche

vorgesehen.

Im Zusammenhang mit diesen geplanten Nachmeldungen des Landes Niedersachsen ist der Beschluss

der Europäischen Kommission zu sehen, das Vertragsverletzungsverfahren gegen

Deutschland bezüglich der Einbeziehung von weiteren Schutzgebieten in das EU-weite Natura-

2000-Netz einzustellen. Die EU-Kommission geht davon aus, dass die deutschen Behörden mit

den jüngsten Vorschlägen eine ausreichende Zahl von FFH-Gebieten vorsehen. Damit sind auch

weitere Forderungen nach - über die geplanten Nachmeldungen des Landes Niedersachsen hinausgehende

Meldungen - von Vogelschutzgebieten an die EU-Kommission nicht zu erwarten.

Sollten dennoch weitere Flächen im Umfeld des F-Plan-Änderungsbereiches aus sogenannten

Schattenlisten (IBA-Gebiete) zukünftig gemeldet werden, so ist auf die „Prüfung möglicher Auswirkungen

auf IBA-Gebiete und deren Relevanz“ (SCHMAL+RATZBOR 2006) zu verweisen, die im

Rahmen des BImSch-Verfahrens für die auf dem Rysumer Nacken geplanten Forschungswindenergieanlagen

erstellt wurde. Diese Prüfung kommt zu dem Ergebnis, dass mit der Realisierung

des Vorhabens keine erheblichen Beeinträchtigungen auf die genannten Gebiete verbunden

sind. Diese Ergebnisse sind auf die Flächenutzungsplanänderung zu übertragen. Im Rahmen des

BImSch-Verfahrens für die Forschungswindenergieanlagen wurde zudem eine FFH-

Verträglichkeitsuntersuchung (SCHMAL+RATZBOR 2006) erstellt. Diese stellt fest, dass das geplante

Vorhaben die nächstgelegenen Vogelschutzgebiete und FFH-Gebiete in Hinsicht auf die erklärten

maßgeblichen Bestandteile, den Schutzzweck und die Erhaltungsziele der einzelnen Gebiete

nicht erheblich beeinträchtigt. Auch die Entwicklung und Wiederherstellung von günstigen

Entwicklungszuständen der Gebiete wird durch das Projekt nicht verringert. Aufgrund ihrer Lage

werden auch die zur Nachmeldung vorgesehenen Gebiete durch die Änderung des Flächennutzungsplanes

nicht erheblich beeinträchtigt.

Ausgehend von der aktuellen Darstellung des Flächennutzungsplanes sind die Flächen bereits

großteils (gewerbliche Bauflächen) für die Nutzung durch Brut- und Gastvögel entwertet und haben

eine potenziell sehr geringe Bedeutung. Die südlich und östlich angrenzenden Grünflächen

haben vor allem in Nähe des Uferbereiches des Mahlbusens aufgrund ihrer Struktur (u.a. Grünland)

und ihrer Art der zulässigen Nutzung eine – zumindest allgemeine - Bedeutung als Flächen

für Brut- und Gastvögel.

Durch die vorgesehene Änderung des Flächennutzungsplanes ändert sich die flächenmäßige

Nutzungsverteilung nicht, so dass sich diese nicht auf die potenzielle Nutzbarkeit der Flächen

durch Brut- und Rastvögel erheblich auswirkt. Die Verlegung des Campingplatzes und die Dar-

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Stadt Emden, 56.Flächennutzungsplanänderung, Rysumer Nacken, VORENTWURF 19

stellung als Grünfläche kann vielmehr zu einer geringen Steigerung der Habitatqualität führen, da

eine vorhandene Störquelle im Uferbereich des Mahlbusens entfernt wird.

Auch die mögliche Errichtung von bis zu sechs Windenergieanlagen hat auf die eigentlichen Flächen,

die bereits als gewerbliche Bauflächen dargestellt und damit weitgehend entwertet sind,

keine erheblichen Auswirkungen. Erhebliche Auswirkungen hinsichtlich des Vogelzuges im Bereich

der benachbarten, bedeutsamen Zugachsen können wegen der möglichen Dimension der

Windenergieanlagen mit einer Nabenhöhe von 135 m und die Darstellung der Sonderbauflächen

Gewerbe und Windenergie bis an die 150 m breiten Küstenschutzanlage entlang des Seedeiches

nicht ausgeschlossen werden.

Die Änderung des Flächennutzungsplanes hat hinsichtlich des Schutzgutes Tiere, Pflanzen und

Biotope potenziell erhebliche negative Auswirkungen auf benachbarte Zugachsen des Vogelzuges.

4.4.3 SCHUTZGUT LUFT UND KLIMA

Mit der im aktuellen Flächennutzungsplan angegebenen Darstellung von gewerblichen Bauflächen

für einen Großteil des Geltungsbereiches der geplanten Änderung ist ein hoher Grad der

Versiegelung und eine gewerbliche Nutzung mit den entsprechend zu erwartenden Auswirkungen

(Emissionen) auf das Mikroklima und die Luftqualität am Standort verbunden. Die Art der

Nutzung wird im Rahmen der Darstellung des Flächennutzungsplanes nicht weiter eingeschränkt.

Damit besteht eine weitgehende potenzielle Überprägung des Schutzgutes Luft und Klima im Bereich

der gewerblichen Nutzung bzw. in den angrenzenden Bereichen.

Mit der Planung sind keine erheblichen Veränderungen zu erwarten. Die Errichtung von leistungsstarken

Windenergieanlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien leistet vielmehr einen

wichtigen Beitrag zum allgemeinen Klimaschutz. Dieser wird dadurch verstärkt, dass nur leistungsstarke

Anlagen mit einer Mindestnennleistung von 6 MW zulässig sind und so der Raum

entsprechend ausgenutzt wird.

Mit der Änderung des Flächennutzungsplanes ergeben sich keine negativen Auswirkungen auf

das Schutzgut Luft und Klima.

4.4.4 SCHUTZGUT LANDSCHAFT

Aufgrund der aktuellen Darstellungen im Flächennutzungsplan wird ein Großteil der Flächen des

Geltungsbereiches durch potenzielle gewerbliche Nutzungen mit einer entsprechenden Gebäudestruktur

und einem hohen Versiegelungsgrad geprägt. Zudem werden die Bereiche am südlichen

und östlichen Rand jeweils als Grünflächen mit unterschiedlicher Nutzungsbestimmung

(Campingplatz, Küstenschutzanlage) dargestellt und derzeit bereits genutzt.

Aufgrund der mit der durch die Änderung des Flächennutzungsplanes ermöglichten Errichtung

von Windenergieanlagen in der angegebenen Dimension reichen die potenziellen Auswirkungen

- die Wirkzone erheblicher Beeinträchtigungen umfasst die ca. 15-fache Anlagenhöhe im Umkreis

- über den eigentlichen Geltungsbereich hinaus in die umliegenden Landschaftseinheiten.

Die hinsichtlich des Schutzgutes Landschaftsbild abgrenzbare Wirkzone erstreckt sich dabei über

vier verschiedene Landschaftsräume, die im folgenden beschrieben werden.

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Stadt Emden, 56.Flächennutzungsplanänderung, Rysumer Nacken, VORENTWURF 20

Hammriche der Krummhörn

Rysumer bzw. Wybelsumer Hammrich weisen graduelle Unterschiede hinsichtlich ihrer Ausstattung

an natürlichen Landschaftselementen auf, die gemeinsame Charakteristik als typische

Marschlandschaft überwiegt aber. Das insgesamt baumarme Gebiet wird von zahlreichen Gräben

durchzogen. Teilflächen weisen noch die historische Flurstruktur auf, die schon seit mehr als 100

Jahren in dieser Form vorhanden ist. Neben den alten Marschendörfern, wie z.B. dem Warftendorf

Rysum, gibt es relativ viele, meist durch Gehölze gut eingebundene Einzelhöfe im Gebiet.

Mit dem Knockster Tief werden die Hammriche von einer kulturhistorischen Kanalstruktur durchzogen.

Den Hammrichen der Krummhörn ist - mit Ausnahme eines Streifens entlang des Mahlbusens

(allgemeine Bedeutung) - eine besondere Bedeutung beizumessen.

Poldergebiete

Die technische Entstehung der Polder seit Anfang des 20. Jh. durch Aufspülung zeigt sich noch

in ihrer allseitigen Eindeichung und der völligen Ebenheit des Geländes, welches i.d.R. höher

liegt als die Marschgebiete.

Im Bereich der Spülfelder Rysumer Nacken ist nach Einstellung der Bespülung seit Mitte der 90er

Jahre die Entwässerung auf den Flächen unterschiedlich weit fortgeschritten. Dies wirkt sich auf

die Vegetation entsprechend aus und führt zu einem sukzessive sich ändernden Erscheinungsbild

der Flächen, die z.T. mit Rindern bzw. Schafen beweidet werden. Insgesamt zeigen sich die

Flächen – mit Ausnahme der Industrieanlagen von Statoil im Nordwesten – weitgehend naturnah.

Der Mahlbusen wird als Speicherbecken mit abschnittsweiser Erholungsfunktion genutzt und

weist eine ausgeprägte kulturgeschichtliche Bedeutung auf.

Der größte Teil des Wybelsumer Polders wird als Acker mit großflächigen, rasterförmig eingeteilten

Schlägen genutzt, im südöstlichen Teil befinden sich sechs deutlich aufgehöhte Spülfelder.

Im Wybelsumer Polder besteht ein Windpark mit 42 Anlagen (Höhe ca.100 m). Weitere bauliche

Elemente sind eine ehemalige Konservenfabrik und die Wohnbebauung entlang der nord-südlich

verlaufenden Straßen sowie Einfamilienhaussiedlungen am Nordrand des Polders.

Das Spülfeld Rysumer Nacken hat mit Ausnahme der Industrieanlagen (Gasanlandung, geringe

Bedeutung) eine besondere Bedeutung. Der Mahlbusen hat, wie der Alte Mahlbusen innerhalb

des Wybelsumer Polders, eine allgemeine Bedeutung, während der sonstige Wybelsumer Polder

eine nur geringe Bedeutung aufweist.

Flussgebiet der Ems

Das Knockster Deichvorland weist noch relativ naturnahe Elemente der Flusslandschaft auf. Die

Vorländereien bieten einen Ausblick auf die Weite des Dollarts mit seinen periodisch trockenfallenden

Wattflächen als Naturlandschaft von überregionaler Bedeutung.

Die Landschaftseinheit der Ems wird im Wesentlichen aus der Fahrrinne des Flusses gebildet,

die direkt südlich des Seedeiches bzw. entlang des Knockster Watts verläuft.

Das Knockster Deichvorland und daran angrenzende Bereiche der Ems haben eine besondere

Bedeutung, während der sonstige Bereich der Ems eine allgemeine Bedeutung aufweist.

Niedersächsisches Wattenmeer

Die Landschaftseinheit liegt vor dem Küstendeich zwischen Meer- und Landflächen. Die Flächen

werden im Wesentlichen durch die Wirkungen der Gezeiten geprägt. Aufgrund der unterschiedlichen

Standortbedingungen gibt es verschiedene, die Landschaft prägende Biotoptypen, wie

Spülsäume/ Verlandungsbereiche, Salzwiesen der Ästuare oder Schilfröhricht der Brackmarsch.

Das Wattenmeer hat eine besondere Bedeutung.

Aufgrund der Planung ergeben sich Auswirkungen auf das Schutzgut Landschaft/ Landschaftsbild.

Durch die Verlegung des Campingplatzes wird einerseits der Natürlichkeitsgrad geringfügig

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Stadt Emden, 56.Flächennutzungsplanänderung, Rysumer Nacken, VORENTWURF 21

erhöht, andererseits werden die Möglichkeiten einer landschaftsbezogenen Erholung geringfügig

reduziert. Mit der Darstellung der Sonderbauflächen Gewerbe und Windenergie ändert sich nicht

die Art und Weise einer möglichen gewerblichen Nutzung.

Durch die mögliche Errichtung von maximal 6 Windenergieanlagen mit einer maximalen Nabenhöhe

von 135 m kommt es aber zu einer weiträumigen technischen Überprägung der Landschaft.

Die Wirkzone der Windenergieanlagen umfasst aus fachlicher Sicht die 15-fache Anlagenhöhe

(maximale Nabenhöhe plus Länge der Rotorblätter, entsprechend bis ca. 200 m) und damit einen

Umkreis von ca. 3 km-Radius. Teilweise sind bisher nicht durch WEA vorbelastete Bereiche der

umliegenden Landschaftseinheiten betroffen, die aktuell zudem eine besondere Bedeutung aufweisen.

Aufgrund der geplanten Änderungen des Flächennutzungsplanes ist mit erheblichen negativen

Auswirkungen des Schutzgutes Landschaftsbild zu rechnen.

4.4.5 SCHUTZGUT BODEN

Durch die künstliche Entstehungsgeschichte handelt es sich bei dem Boden des Spülfeldes um

einen Kultosol. Die Bodenbildung ist unterschiedlich weit fortgeschritten und je nach Alter als

sandiger Rohboden, Roh-Seemarsch oder Unreife Seemarsch anzusehen. Eine Schadstoffbelastung

des Bodens infolge der Verwendung von Baggerschlick ist aufgrund der Herkunft des Spülmaterials

und der meist gröberen Fraktionierung (Sand) weniger wahrscheinlich als in den hafennäheren

Poldergebieten der Stadt Emden

Aufgrund der aktuellen Darstellungen im Flächennutzungsplan für den Geltungsbereich (s.o.) ist

im Bereich der gewerblichen Bauflächen potenziell ein erheblicher Versiegelungsgrad möglich.

Die sonstigen Abschnitte des Geltungsbereichs - Darstellung als Grünflächen, z.T. mit unterschiedlicher

Zweckbestimmung - sind bis auf wenige Ausnahmen potenziell nicht versiegelt. Hier

wären die natürlichen Bodenfunktionen weitgehend erhalten.

Durch die Änderung des Flächennutzungsplanes wird die heute zulässige Situation nicht verändert,

so dass keine negativen Auswirkungen auf das Schutzgut Boden zu erwarten sind.

4.4.6 SCHUTZGUT WASSER

Der Rysumer Nacken ist durch Dämme in mehrere getrennte Spülfelder gegliedert. Zwischen den

einzelnen Spülfeldern verläuft ein Grabensystem, das den Bereich nach NNW in natürlicher Vorflut

oberhalb des mittleren Tidehochwassers in die Ems entwässert. Je länger die letzte Bespülung

der einzelnen Felder zurückliegt und je höher sie aufgespült wurden, um so weiter ist die

Entwässerung und Aussüßung der Böden fortgeschritten. In einigen Spülfeldern sind als Relikt

des Spülbetriebes noch flache, teilweise periodische Gewässer vorhanden.

Ausgehend von den aktuellen Darstellungen des Flächennutzungsplanes ist im Bereich der Gewerblichen

Bauflächen von einem hohen potenziellen Versiegelungsgrad auszugehen. Die Funktionen

des Wasserhaushalts wären damit in einem größeren Teil des Geltungsbereiches erheblich

eingeschränkt. Die als Grünflächen dargestellten Abschnitte des Geltungsbereiches sind

nicht versiegelt bzw. von Bebauung gänzlich frei zu halten. Hier sind die natürlichen Funktionen

des Wasserhaushaltes weitgehend gegeben.

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Aufgrund der vorgesehenen Änderung des Flächennutzungsplanes ergeben sich im Bezug zum

Schutzgut Wasser keine Veränderungen. Es sind keine erheblichen negativen Auswirkungen auf

das Schutzgut Wasser zu erwarten.

4.4.7 SCHUTZGUT KULTUR- UND SONSTIGE SACHGÜTER

Aufgrund der Entstehung des Spülfeldes Rysumer Nacken gibt es im Änderungsbereich keine

Bodendenkmale. Die nächstgelegenen Baudenkmale auf Emder Gebiet sind das Denkmalensemble

Knockster Siele an der Knock. Im Ortsteil Wybelsum besteht das Denkmalensemble Hofanlage

Bettewehrstraße 1, das Denkmalensemble Kirche Wybelsum sowie weitere Einzeldenkmale.

Die nächstgelegenen Baudenkmale auf dem Gebiet der Gemeinde Krummhörn (Landkreis

Aurich) sind die als Baudenkmal eingestufte Deichlinie Rysum – Knock und das Gesamtdenkmalensemble

Warftendorf Rysum. Bodendenkmale im angrenzenden Bereich der Gemeinde

Krummhörn sind nicht betroffen.

Aufgrund der geplanten Änderungen (s.o.) ist nicht mit negativen Auswirkungen und damit erheblichen

Beeinträchtigungen innerhalb des Geltungsbereiches – gegenüber den aktuellen Darstellungen

- zu rechnen.

Im Umfeld des Rysumer Nackens ist vor allem das Warftendorf Rysum von Bedeutung. Aufgrund

der aktuellen Struktur sind die Sichtbeziehungen von Süden und Südosten in Richtung Warftendorf

schutzwürdig. Demgegenüber ist die Sichtbeziehung aus Richtung Westen, Norden und Osten

auf die Warft durch neuere Baugebiete überlagert und nicht mehr als schutzwürdig einzustufen.

Durch die Lage des Änderungsbereiches mit den möglichen Standorten der Windenergieanlagen

südlich bzw. südwestlich des Warftendorfes ergeben sich somit keine erheblichen Beeinträchtigungen

schutzwürdiger Sichtbeziehungen.

Aufgrund der Änderung des Flächennutzungsplanes ergeben sich negative Auswirkungen auf

vorhandene Kulturgüter in voraussichtlich geringem Umfang.

4.4.8 BIOLOGISCHE VIELFALT

Aufgrund der aktuellen Bestandssituation (Biotope, Brut- und Gastvögel) haben die Flächen des

Änderungsbereiches eine erhebliche Bedeutung hinsichtlich der biologischen Vielfalt. Zu nennen

sind beispielsweise großflächige nach § 28a gesetzlich geschützte Biotope (u.a. Schilfröhricht)

mit den darin vorkommenden Brutvögeln der Roten Liste der Brutvögel sowie des Anhang I der

Vogelschutzrichtlinie.

Hinsichtlich der Beurteilung der Auswirkungen ist aber von der aktuellen Darstellung im gültigen

Flächennutzungsplan (s.o.) auszugehen. Die vorgesehene Nutzung ist mit einem hohen Grad an

Vorbelastungen (z.B. Versiegelung) verbunden und führt zu einem weitgehendem Verlust der

Bedeutung der Flächen als Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

Durch die Änderung, die die Errichtung von maximal sechs Windenergieanlagen ermöglichen

wird, ergeben sich keine zusätzlichen erheblichen Auswirkungen auf die biologische Vielfalt.

4.4.9 WECHSELWIRKUNGEN ZWISCHEN DEN SCHUTZGÜTERN

Auswirkungen auf Prozesse oder Prozessgefüge durch die Änderung des Flächennutzungsplanes,

die zu einem veränderten Zustand, einer veränderten Entwicklungstendenz oder einer ver-

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Stadt Emden, 56.Flächennutzungsplanänderung, Rysumer Nacken, VORENTWURF 23

änderten Reaktion der Umwelt auf äußere Einflüsse führen, sind nicht vollständig auszuschließen.

Es ist dabei nicht mit Auswirkungen auf energetische, stoffliche und hydrologische Prozesse

(Veränderung der Konzentration von Stoffen in der Umwelt, Veränderung der Menge der verfügbaren

Energie, Veränderung landschaftstypischer stofflicher oder energetischer Gradienten, Erzeugung

oder Förderung von Stoffflüssen, die über das für das jeweilige Ökosystem spezifische

Maß hinausgehen) zu rechnen. Demgegenüber können die Windenergieanlagen möglicherweise

als Barrieren den Austausch zwischen Populationen (hier: Vogelzug – Zugachsen) stören und

damit Lebensraumpotenziale erwünschter Arten oder Lebensgemeinschaften stören. Somit können

sich Auswirkungen auf biologische Prozesse ergeben.

Durch die Verlegung des Campingplatzes ergeben sich möglicherweise positive Wirkungen auf

empfindliche Tiere im Umfeld des Mahlbusens (Brut- und Rastvögel). Mit der Verlegung können

aber auch negative Wirkungen auf die Möglichkeit der (landschaftsbezogenen) Erholungsnutzung

durch den Menschen verbunden sein und sich damit auf gesellschaftliche Prozesse auswirken.

Die Möglichkeit zur Errichtung der Windenergieanlagen hat aber hinsichtlich des gesellschaftlichen

Prozesses positive Wirkungen im Bezug zum Klimaschutz.

Tabelle 1: Zu erwartende Auswirkungen auf die Schutzgüter

Schutzgut Umweltauswirkungen Schwere

Mensch Lärmimmissionen, Schattenwurf durch Windenergieanlagen

Pflanzen Keine Umweltauswirkungen -

Tiere Möglicherweise Auswirkungen auf den Gastvogelzug im

Bereich der angrenzenden Zugachsen

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gering bis mittel

mittel

Landschaft Technische Überprägung Radius 15fache Anlagenhöhe mittel bis hoch

Boden Keine Umweltauswirkungen -

Wasser Keine Umweltauswirkungen -

Klima Keine Umweltauswirkungen -

Kultur- und Sachgüter

Beeinträchtigung von Kultur- und Sachgütern gering

Biologische Vielfalt Keine Umweltauswirkungen -

Wechselwirkungen Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Belangen

des Umweltschutzes

4.5 PROGNOSE

gering

4.5.1 ENTWICKLUNG DES UMWELTZUSTANDES BEI DURCHFÜHRUNG DER PLANUNG

Durch die vorgesehenen Änderungen des Flächennutzungsplanes bleibt weiterhin die gewerbliche

Nutzung eines Großteils der Flächen – wie bereits im aktuellen Flächennutzungsplan vorgesehen

– möglich. Der potenzielle Versiegelungsgrad erhöht sich nicht. Die technische Erschlie-


Stadt Emden, 56.Flächennutzungsplanänderung, Rysumer Nacken, VORENTWURF 24

ßung für die Windenergieanlagen ist teilweise vorläufiger Natur, aus den notwendigen Sicherheitsabständen

können geringfügige positive Wirkungen auf den Boden- und Wasserhaushalt

sowie die Biotope des Gebietes resultieren.

Die durch die Änderung des Flächennutzungsplanes ermöglichte Errichtung von Windenergieanlagen

(nach entsprechendem Genehmigungsverfahren) kann aufgrund der damit verbundenen

Nutzung erneuerbarer Energien insgesamt zu positiven Auswirkungen auf das Klima führen.

Mit der Errichtung der Windenergieanlagen sind potenziell negative Auswirkungen auf das Landschaftsbild

aufgrund der technischen Überprägung von Teilen der Landschaftseinheiten - teilweise

mit besonderer Bedeutung - verbunden.

Zudem können sich die Windenergieanlagen als Barriere auf Gastvögel auswirken. Die zum Rysumer

Nacken benachbarten Zugachsen (Bedeutung der Bereiche für den Vogelzug) können betroffen

sein und an Funktion oder Wert verlieren.

Bei Durchführung der Planung ergeben sich hinsichtlich der Schutzgüter Boden, Wasser, Klima/

Luft, Pflanzen und Biotope aus fachlicher Sicht keine zusätzlichen – über den aktuellen Stand der

Flächennutzungsplanung hinausgehenden – Auswirkungen.

Zusätzliche Auswirkungen auf die Schutzgüter Mensch, Landschaft und Tiere (Gastvögel) sind

nicht auszuschließen.

Natura 2000-Gebiete im Umfeld des Geltungsbereiches der Änderung des Flächennutzungsplanes

sind durch die Änderungen der Darstellungen nicht direkt oder indirekt betroffen.

4.5.2 ENTWICKLUNG DES UMWELTZUSTANDES BEI NICHTDURCHFÜHRUNG DER

PLANUNG

Ohne Änderung des rechtswirksamen Flächennutzungsplanes wäre im Bereich der Darstellung

der gewerblichen Bauflächen auf der Grundlage eines Bebauungsplanes eine entsprechende

gewerbliche Nutzung möglich. Diese Nutzung würde wahrscheinlich einen ähnlich hohen Versiegelungsgrad

und eine vergleichbare Durchgrünung der Flächen wie im Rahmen der Änderungsplanung

aufweisen. Bis dahin würde die landwirtschaftliche Nutzung bzw. die derzeitige Nichtnutzung

der Flächen voraussichtlich beibehalten, der Küstenschutzstreifen allerdings nach den Vorgaben

der Deichacht gehölzfrei gehalten.

Die zusätzlich zu den bisher geplanten vier Windenergieanlagen (laufendes immissionsschutzrechtliches

Genehmigungsverfahren) im westlich an den Geltungsbereich angrenzenden Bereich

des ehemaligen Spülfeldes Rysumer Nacken vorgesehenen Windenergieanlagen könnten nicht

errichtet werden. Die damit potenziell verbundenen Beeinträchtigungen (Landschaftsbild, Gastvögel,

Mensch, s.o.) würden somit nicht eintreten. Aber auch die aus der Nutzung der Windenergieanlagen

(erneuerbare Energien) zu erwartenden positiven Beiträge auf das Klima / Luft sowie

die langfristige Sicherung der Energieversorgung der Gesellschaft an diesem besonders geeigneten

Standort blieben aus.

Im südöstlichen Bereich des Geltungsbereiches könnte der Campingplatz vorläufig weiter betrieben

werden. Mit der Gewerbenutzung auf den dafür vorgesehenen Flächen im Rysumer Nacken

könnte es zu Nutzungskonflikten zwischen Gewerbe und Campingplatz kommen. Der dauerhafte

Bestand des Campingplatzes ist damit auch bei Nichtdurchführung der Planung nicht gesichert.

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4.6 GEPLANTE MAßNAHMEN ZUR VERMEIDUNG, VERRINGERUNG UND ZUM AUS-

GLEICH NACHTEILIGER AUSWIRKUNGEN

Die durch die Bauleitplanung erkennbaren Beeinträchtigungen der Umweltauswirkungen bei der

Realisierung sind gem. § 21 Abs. 1 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) zu vermeiden oder

auszugleichen.

4.6.1 MAßNAHMEN ZUR VERMEIDUNG UND VERRINGERUNG NACHTEILIGER AUSWIR-

KUNGEN

Im Folgenden werden die Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen beschrieben, die im Flächennutzungsplan

dargestellt werden können.

Darstellung von Grünflächen als räumliche Abgrenzung (Pufferflächen, Eingrünung) der Sonderbauflächen

zu den an den Geltungsbereich im Rysumer Nacken angrenzenden Flächen und den

dortigen Nutzungen (u.a. Wohnnutzung, Erholung) zur Vermeidung/ Minimierung der Auswirkungen

der durch den Flächennutzungsplan möglichen Errichtung von Windenergieanlagen (Landschaftsbild,

Mensch).

Beschränkung auf die Errichtung von maximal 6 Windenergieanlagen zur Minimierung der Auswirkungen/

erheblichen Beeinträchtigungen der Schutzgüter Landschaftsbild, Tiere (hier: Gastvögel)

und Mensch.

Beschränkung auf dreiblättrige Rotoren zur Erreichung eines gleichmäßigeren und ruhigeren

Laufes (Drehung) der Rotoren und damit einer Minimierung der Auswirkungen auf die Schutzgüter

Mensch und Landschaftsbild.

Festlegung einer Mindestnennleistung der Windenergieanlagen (6 MW) zur Erreichung einer

möglichst hohen Energieerzeugung bei einer Minimierung der Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes

und des Schutzgutes Tiere (hier: Gastvögel, Vogelzug).

4.6.2 MAßNAHMEN ZUM AUSGLEICH NACHTEILIGER AUSWIRKUNGEN

Nach § 1a (3) Satz 2 BauGB erfolgt der Ausgleich durch geeignete Darstellungen nach § 5

BauGB als Flächen oder Maßnahmen zum Ausgleich. Nach § 1a (3) Satz 3 BauGB können die

Darstellungen auch an anderer Stelle als am Ort des Eingriffs erfolgen, soweit dies mit einer

nachhaltigen städtebaulichen Entwicklung und den Zielen der Raumordnung sowie des Naturschutzes

und der Landschaftspflege vereinbar ist. Anstelle von Darstellungen können – laut § 1a

(3) Satz 4 BauGB – auch vertragliche Vereinbarungen nach § 11 BauGB oder sonstige geeignete

Maßnahmen zum Ausgleich auf von der Gemeinde bereitgestellten Flächen getroffen werden.

Zur Kompensation der mit der Änderung des Flächennutzungsplanes im Geltungsbereich verbundenen

erheblichen Beeinträchtigungen (technische Überprägung des Landschaftsbildes,

mögliche Beeinträchtigung des Schutzgutes Mensch durch Schattenwurf der Windenergieanlagen,

mögliche Beeinträchtigungen von Zugachsen der Gastvögel durch die Windenergieanlagen)

werden im Umfeld des Geltungsbereiches Maßnahmen zur Aufwertung des Landschaftsbildes,

zum Schutz des Menschen und zur Förderung der Gastvögel in entsprechender Größenordnung

und Struktur durchgeführt. Die Sicherung der Durchführung und der langfristige Erhalt der Maßnahmen

kann auf der Grundlage von vertraglichen Vereinbarungen nach § 11 BauGB erfolgen.

Detaillierte Planungen der Kompensationsmaßnahmen erfolgen im Rahmen der verbindlichen

Bauleitplanung bzw. des Genehmigungsverfahrens für die Windenergieanlagen.

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4.7 ANDERWEITIGE PLANUNGSMÖGLICHKEITEN

Im Umfeld der vorgesehenen Änderung des Flächennutzungsplanes zur Darstellung von Sonderbauflächen

Gewerbe und Windenergie bestehen mit dem Wybelsumer/ Larrelter Polder (Sondergebiet

Wind), dem Borßumer Hammrich (Sondergebiet Wind) und einem gutachterlich ermittelten

Eignungsbereich Windenergie westlich von Twixlum mögliche Alternativstandorte für die

vorgesehene Planung.

Im Rahmen der Prüfung dieser Standorte wurden jedoch hinsichtlich deren Eignung erhebliche

Defizite festgestellt. Diese beziehen sich vor allem auf die Kriterien Schiffsanlandung, Standortnähe

zur Ems und Entwicklungsfähigkeit des Standortes (Anlagen zur Speichertechnologie).

Zudem würden aus der Realisierung der Planung im Bereich der Alternativstandorte voraussichtlich

erheblichere Umweltauswirkungen entstehen. Im Wybelsumer/ Larrelter Polder und im Borßumer

Hammrich sind z.B. die jeweils zu geringen Abstände zu schutzwürdigen Objekten bzw.

Nutzungen das entscheidende Ausschlusskriterium. Im Eignungsgebiet westlich von Twixlum

stehen der Planung (Sondergebiet Gewerbe und Windenergie) aktuelle naturschutzfachliche Argumente

(u.a. nationale Bedeutung als Gastvogellebensraum) entgegen, welche bei der Benennung

des Standortes als Eignungsgebiet noch nicht berücksichtigt wurden.

Insgesamt kann festgestellt werden, dass die Alternativstandorte deutlich ungeeigneter zur

Durchführung der beabsichtigten Planung / Flächennutzung (Windenergie) sind als der vorgesehene

Bereich auf dem Rysumer Nacken. Aufgrund der Art der Planung bestehen zudem auch

keine anderweitigen Planungsmöglichkeiten, um die mit dieser Planung verbundenen Ziele zu

erreichen.

4.8 ZUSÄTZLICHE ANGABEN

4.8.1 BESCHREIBUNG DER WICHTIGSTEN MERKMALE DER VERWENDETEN TECHNI-

SCHEN VERFAHREN

Die Beeinträchtigungen der Schutzgüter wurden nach den Regeln der ökologischen Risikoanalyse

ermittelt. Weitere technische Verfahren wurden nicht angewendet.

4.8.2 BESCHREIBUNG DER MAßNAHMEN ZUR ÜBERWACHUNG DER AUSWIRKUNGEN

(MONITORING)

Aufgrund der Art und Größe der durch die Änderung des Flächennutzungsplanes grundsätzlich

ermöglichten Windenergieanlagen an einem wenig baulich vorbelasteten Küstenstandort (weitere

geplante Windenergieanlagen – 4 Forschungsanlagen – angrenzend westlich des Änderungsbereiches)

ist nicht auszuschließen, dass ein erhöhtes Vogelschlagrisiko besteht bzw. dass die dem

Gebiet benachbarten Zugachsen des Vogelzuges beeinträchtigt werden.

Zwar ist aus der einschlägigen Fachliteratur abzuleiten, dass Vogelschlagverluste durch Windenergieanlagen

als vergleichsweise gering einzustufen sind, entsprechende Untersuchungen für

den neuen Anlagentyp bzw. diese Anlagengröße liegen aber bisher nicht vor. Da es sich bei den

neuen Windenergieanlagen um einen Typ handelt, der im Küstenraum in Zukunft verstärkt zum

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Stadt Emden, 56.Flächennutzungsplanänderung, Rysumer Nacken, VORENTWURF 27

Einsatz kommen soll, erscheint es geboten, diese eventuelle neue Gefahr durch ein entsprechendes

Monitoring zu prüfen.

Die betriebsbegleitende Untersuchung des Vogelschlagrisikos sollte sich über einen hinreichenden

Zeitraum erstrecken. Dazu sollten in den Hauptzugzeiten in der Region durch feste technische

Einrichtungen sowie örtliche Erhebungen vom Boden aus regelmäßig und aussagekräftig

das Flug- und Rastverhalten der Vögel in diesem Bereich untersucht werden. Mit geeignetem

technischem Gerät und zeitlich gestaffeltem Einsatz von Fachleuten ist das Verhalten der fliegenden

und am Boden befindlichen Gastvögel tagsüber wie auch nächtlich auf Meide- oder entsprechendes

Ausweichverhalten horizontal oder vertikal zu überprüfen und eine fachlich stichhaltige

Einschätzung des eventuell besonderen Kollisionsrisikos dieses Anlagentyps durchzuführen.

4.8.3 ALLGEMEIN VERSTÄNDLICHE ZUSAMMENFASSUNG

Ziel der Stadt Emden ist die maßvolle und nachhaltige Entwicklung von Vorhaben der erneuerbaren

Energien zur Umsetzung der Klimaschutzziele und zur Förderung der städtischen und regionalen

Wirtschaft. Mit der Planänderung soll neben den bisher zulässigen gewerblichen Nutzungen,

die weiterhin zulässig sind, die Errichtung von 6 leistungsstarken Windenergieanlagen auf

dem Rysumer Nacken ermöglicht werden.

Durch die Errichtung von Windenergieanlagen wird das Landschaftsbild weiträumig technisch

überprägt. Davon sind auch bisher nicht vorbelastete Flächen in Landschaftseinheiten mit besonderer

Bedeutung betroffen. Das Schutzgut Mensch wird eventuell durch zusätzliche Lärmimmissionen,

die über den Status quo hinausgehen, und durch Schattenwurf der Anlagen beeinträchtigt.

Zur Klärung sind hier im Rahmen des vor Errichtung der Windenergieanlagen notwendigen

Genehmigungsverfahrens entsprechende Gutachten zu erstellen. Aufgrund der Lage des

Standortes im Umfeld bedeutsamer Zugachsen des Vogelzuges sind Auswirkungen auf Gastvogeltrupps

(Vogelschlag, Barriere, Umwege/ Umkehr, Verlassen der Zugroute) nicht auszuschließen.

Da Untersuchungen für die vorgesehene Anlagengröße nicht vorliegen, sollte betriebsbegleitend

ein entsprechendes Monitoring durchgeführt werden.

Aus der Verlegung des Campingplatzes, der im Zuge der gewerblichen Innutzungnahme des Rysumer

Nackens voraussichtlich ebenfalls erfolgt wäre, resultieren keine negativen Auswirkungen

auf die Umwelt.

Die Vermeidungsmaßnahmen sind bereits über die textlichen Erläuterungen bezüglich der Anlagen

sowie des Beibehaltens von Abstandsstreifen zum Seedeich in die Planung eingeflossen.

Die zur Kompensation der mit der Änderung des Flächennutzungsplanes notwendigen Maßnahmen

erfolgen in quantitativ und qualitativ angemessener Art und Weise im Umfeld des Geltungsbereiches

auf Basis vertraglicher Vereinbarungen nach § 11 BauGB.

Nach Prüfung kann festgestellt werden, dass die vorhandenen Alternativstandorte aufgrund vorhandener

Defizite bzw. zu erwartender erheblicherer Umweltauswirkungen weniger gut geeignet

sind. Anderweitige Planungsmöglichkeiten bestehen aufgrund der Zielsetzung nicht.

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Stadt Emden, 56.Flächennutzungsplanänderung, Rysumer Nacken, VORENTWURF 28

5 SONSTIGE PLANUNGS-/ENTSCHEIDUNGSRELEVANTE ASPEKTE

5.1 FLÄCHENBILANZIERUNG

Das Planungsgebiet hat eine Größe von ca. 223 ha. Das Sondergebiet beträgt ca. 169 ha, die

am Mahlbusen dargestellte Grünfläche im ist ca. 28 ha groß und der dargestellte Küstenschutzstreifen

ist ca. 26 ha groß.

5.2 STÄDTEBAULICHE KALKULATION

Die mit der Durchführung dieses Verfahrens und der Durchführung der naturschutzrechtlichen

Ausgleichsmaßnahmen verbundenen Kosten werden durch die Arge Emden West getragen.

5.3 ZUSAMMENFASSENDE ERKLÄRUNG GEM. § 10 ABS. 4 BAUGB

Dem Flächennutzungsplan ist eine zusammenfassende Erklärung beizufügen über die Art und

Weise, wie die Umweltbelange und die Ergebnisse der Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung

in dem Flächennutzungsplan berücksichtigt wurden, und aus welchen Gründen der Plan nach

Abwägung mit den geprüften, in Betracht kommenden anderweitigen Planungsmöglichkeiten gewählt

wurde.

5.3.1 VERFAHRENSABLAUF

Der Verwaltungsausschuss der Stadt Emden hat in seiner Sitzung vom 04.10.2006 beschlossen,

den Flächennutzungsplan der Stadt Emden auf einer Teilfläche des Rysumer Nackens zu ändern.

5.3.2 ERGEBNIS DER ABWÄGUNG, BESCHLÜSSE DER POLITISCHEN GREMIEN

5.4 VERFAHRENSVERMERKE

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