Rede von Herrn Rolf Lemberg Geschäftsführer des Zweirad ...

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Rede von Herrn Rolf Lemberg Geschäftsführer des Zweirad ...

Z I V

ZWEIRAD-INDUSTRIE-VERBAND E. V. Zweirad-Industrie-Verband

Rede von Herrn Rolf Lemberg

Geschäftsführer des

Zweirad–Industrie–Verbandes e.V.

zum Radverkehrskongress 2008

am 18. September 2008

Sehr geehrter Herr Staatsekretär Dr. Daltrup

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Schramma,

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Püttmann,

meine sehr verehrten Damen,

meine sehr geehrten Herren,

ich freue mich sehr, Sie auch in diesem Jahr anlässlich der Eröffnung

der IFMA 2008 und dem diesjährigen Fahrradkongresses

im Namen des Zweirad-Industrie-Verbandes begrüßen zu

dürfen.

In der knappen, mir zur Verfügung stehenden Zeit werde ich

traditionsgemäß einen kurzen Überblick über das bisherige

Marktgeschehen im Jahr 2008 geben und auch einen kleinen

Ausblick auf das gesamte Jahr 2008 wagen. Daneben möchte

ich Sie in komprimierter Form über die Aktivitäten des ZIV und

seiner Mitgliedsunternehmen für das Fahrrad informieren.

Die Kombination des Fahrradkongresses und die gleichzeitige

Eröffnung der IFMA hat sich bewährt und bietet den Vorteil,

dass neben den Informationen, welche sich aus dem Programm

des Kongresses ergeben, auch die Möglichkeit besteht, im

KÖNIGSTEINER STRASSE 20 A TELEFON (0 61 96) 50 77 – 0 e-mail: contact@ziv-zweirad.de

D-65812 BAD SODEN/TS. TELEFAX (0 61 96) 50 77 – 20 Internet: http://www.ziv-zweirad.de


Rahmen eines Messerundganges die neuesten Entwicklungen

am und um das Produkt Fahrrad kennen zu lernen.

Bedanken möchte ich mich bei den Verantwortlichen der

KoelnMesse, dass wir die heutige Veranstaltung, wie auch in

den letzten Jahren, in deren Räumlichkeiten durchführen können.

So oft wie im Jahr 2008 ist der ZIV in der Vergangenheit selten

von Seiten der Medien zur Entwicklung des Fahrrades befragt

worden, stets unter dem Aspekt, dass die stetig steigenden

Kraftstoffpreise doch sicher einen positiven Einfluss auf den

Fahrradabsatz haben werden.

Die Antwort auf diese Frage war nicht einfach, denn die Marktentwicklung

über alle Vertriebswege zeigt im ersten Halbjahr

nur einen geringen Zuwachs bei den Verkäufen im Inland. Dabei

konnte der Fachhandel zum Teil durchaus beachtenswerte

Zuwächse verzeichnen, wogegen die SB-Märkte und der Lebensmitteleinzelhandel

Rückgänge beim Absatz zu beklagen

hatte. Wir werten dies auch als Zeichen dafür, dass der Endverbraucher

sich verstärkt einer breiten Auswahl qualitativ

hochwertiger Fahrräder zuwendet und auch eine stärkere Service-Orientierung

bevorzugt.

Da der Konsum auch in diesem Jahr noch keine Belebung

zeigt, ja sogar durch die Kostensteigerungen, sei es bei Artikeln

des täglichen Bedarfs oder bei den Energiekosten, eher per

Ende des Jahres leicht rückläufig sein wird, ist der Fahrradabsatz

in Deutschland im ersten Halbjahr als erfolgreich einzustufen.

Mit insgesamt 2,842 Mio. dem deutschen Markt im 1. Halbjahr

angelieferten Fahrrädern konnte das Vorjahresergebnis mit

2,813 Mio. Stück um 1% übertroffen werden. Diese Zahl ermittelt

sich aus der Produktion zuzüglich der Import abzüglich der

Exporte.

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Nachdem der Handel von einem signifikanten Abbau der Lagerbestände

spricht würde daraus ein größeres Plus beim Abverkauf

von Fahrrädern zum Endverbraucher ergeben.

Dabei konnte die Produktion von 1,503 Mio. Fahrrädern im 1.

Halbjahr 2007 auf nunmehr 1,658 Mio. Stück gesteigert werden,

was einem Zuwachs von etwas über 10% entspricht. Dieser

Zuwachs bei der Produktion von mehr als 150.000 Fahrrädern

ging komplett in den Export, da die inländischen Hersteller

ihre Möglichkeiten in den Auslandsmärkten verstärkt wahrgenommen

haben.

Der größte Teil der 590.000, im 1. Halbjahr 2008 insgesamt exportierten

Fahrräder, ging in die Länder der EU, wobei Österreich

und Belgien mit jeweils ca. 100.000 Einheiten die Hauptabnehmer

waren, gefolgt von Polen, das 75.000 Fahrräder aus

Deutschland einführte. Beim Export wurde ein Zuwachs von ca.

80% im 1. Halbjahr dieses Jahres im Vergleich zum 1. Halbjahr

2007 erreicht.

Der Import von Fahrrädern im 1. Halbjahr 2008 konnte von

1,638 Mio. im Jahr 2007 auf 1,774 Mio. gesteigert werden, was

einem Zuwachs von 8,3% entspricht.

Bei den Importen bleiben Taiwan mit ca. 267.000 Fahrräder

und Thailand mit ca. 220.000 Stück sowie Polen mit ca.

200.000 Einheiten die stärksten Länder.

Starke Zuwächse sind daneben bei der Einfuhr von Fahrrädern

aus Indonesien, Kambodscha und China festzustellen. Aber

auch Rumänien und Tschechien haben überdurchschnittliche

Zuwächse beim Import zu verzeichnen.

Der Anteil von Fahrrädern aus einheimischer Produktion an der

Inlandsanlieferung sank, bedingt auch dadurch, dass ein bedeutender

Teil der deutschen Produktion in den Export ging,

von 41% im Jahr 2007 auf 38% im 1. Halbjahr 2008.

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Tendenziell wird im Jahr 2008 das Trekking–Fahrrad seine

starke Marktstellung beibehalten oder sogar noch weiter ausbauen.

Weiter positiv entwickelt sich der Markt für Pedelecs und

E-Bikes, die bereits im vergangenen Jahr hohe Zuwächse am

deutschen Markt erzielen konnten und in diesem Jahr nochmals

einen großen Schritt nach vorne machen werden. Mit einem

erwarteten Absatz von annähernd 100.000 Stück in diesem

Segment wird eine für alle Marktteilnehmer interessante Marktgröße

erreicht. Ausschlaggebend für diese positive Entwicklung

ist sicher die bereits heute stattfindende Ausweitung der Zielgruppe

für diese Produkte. Das E-Bike ist mittlerweile ein Produkt

für jedermann, entsprechend des damit gewünschten

Einsatzzweckes.

Der Fachhandel hatte bereits im Jahr 2007 einen stückzahlmäßigen

Anteil von 59% am Gesamtmarkt und wird nach unseren

Erkenntnissen diesen Anteil im Jahr 2008 auf über 60% erhöhen.

Der Umsatzmäßige Anteil des Fachhandels liegt bereits

bei weit über 70% am Gesamtumsatz für Fahrräder.

Freude macht der Zweirad- Teile- und Zubehör-Industrie insbesondere

der gute Absatz im After-Sales-Bereich. Aus dieser

Entwicklung lässt sich ablesen, dass im Jahr 2008 eine weit

stärkere Fahrradnutzung stattgefunden hat, was sicher auch

aus der alternativen Fahrradnutzung zum PKW im Nahverkehr

resultiert, da die Benzinpreise im Jahr 2008 fast nur den Weg

nach oben aufzeigten, und mit dieser Entwicklung ein erstes

Umdenken der Verbraucher stattfand. Mit dem gesteigerten

Fahrrad-Teile- und Zubehörabsatz geht auch ein höherer Werkstattumsatz

beim Fachhandel einher.

Probleme bereiten der deutschen und europäischen Fahrradindustrie,

wie anderen Branchen auch, die hohen Kosten bei den

Rohstoffen, bei der Energie und auch bei den Arbeitszeitkosten.

Dies wird sich in der zukünftigen Preisgestaltung der Produkte

in der Konsequenz auch widerspiegeln.

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Was den Ausblick auf den weiteren Geschäftsverlauf in diesem

Jahr anbelangt, so ist davon auszugehen, dass der Fachhandel

auch zum Ende des Jahres ein gutes Ergebnis, sowohl was

den Umsatz als auch was die Stückzahlen angeht, ausweisen

wird. Diese Entwicklung wird sich jedoch nicht im Bereich der

SB-Märkte und des Lebensmitteleinzelhandels widerspiegeln.

Hier ist eher von einem leichten Rückgang im Jahr 2008 auszugehen.

Insgesamt wird das Fahrrad im Jahr 2008 wieder ein klein wenig

mehr seinen Platz in der Gesellschaft und im Verkehrsgeschehen

finden.

Was die Werbung für die Nutzung des Fahrrades angeht, haben

die im ZIV zusammengeschlossenen Unternehmen sich

dazu entschlossen, eine Initiative in dieser Richtung zu starten.

Mit dem Logo „Pro Fahrrad“ und dem Claim „Rad fahren bewegt“

ist diese Initiative des ZIV und seiner Mitgliedsunternehmen

vor einigen Tagen offiziell gestartet worden.

Die Initiative Pro Fahrrad hat das Ziel, das Image des Fahrrades

in Deutschland weiter zu verbessern und die vielfältigen

positiven Aspekte, die mit der Steigerung der Fahrradnutzung

verbunden sind, stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.

Mit der Nutzung des Logos „Pro Fahrrad“ durch die Mitgliedsunternehmen

des ZIV wird eine gemeinsame Plattform geschaffen,

auf der alle weiteren Aktivitäten und Initiativen zusammengefasst

werden.

Einer der zentralen Bestandteile der Öffentlichkeitsarbeit stellen

attraktive Anzeigenmotive dar, die in regelmäßigen Abständen

zu den festgelegten, zentralen Schwerpunktthemen

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Umwelt, Mobilität, Gesundheit, Technik und

Lifestyle/Fashion

ausgearbeitet werden.

Diese Anzeigenmotive wie auch das Logo „Pro Fahrrad“ und

der Claim „Rad fahren bewegt“ stehen den ZIV–Mitgliedsunternehmen

für die Nutzung zur Verfügung. Dies kann z.B. in eigenen

Broschüren, Katalogen und Prospekten, aber auch in Form

von Postern und Plakaten für die Darstellung in Geschäftsräumen

oder auf Messen erfolgen.

Daneben werden regelmäßig Informationen für die Presse zum

Thema „Pro Fahrrad“, einschließlich der verfügbaren Motive,

zur weiteren Veröffentlichung ausgesendet. Zu Beginn des Jahres

2009 werden wir auch eine eigene Home-Page zu dem

Thema „Pro Fahrrad“ entwickeln, auf der dann alle hierzu relevanten

Informationen zusammengefasst werden.

Ich bin mir sicher, dass diese Initiative des ZIV und seiner Mitgliedsunternehmen

einen weiteren Baustein darstellen wird bei

dem Bestreben, die Fahrradnutzung in Deutschland zu steigern.

Ich wünsche Ihnen noch einen interessanten weiteren Kongressverlauf

und anschließend einen informativen und spannenden

Messebesuch.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

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