RDT 2/2008 - Bund gegen Missbrauch der Tiere ev

bmt.tierschutz.de

RDT 2/2008 - Bund gegen Missbrauch der Tiere ev

Nr. Nr 2 Juli 2008

DAS RECHT DER TIERE

bmt STARTET POSTKARTEN-KAMPAGNE

Für ein Tierschutzgesetz

in China

“MOMO”

UNTERSTÜTZT bmt

SCHAUSPIELERIN

RADOST BOKEL

GEGEN HUNDEHANDEL

IN HOLLAND

GEFAHR FÜR

PITBULL & CO

MASSENTIERHALTUNG

WIE MASTHÄHNCHEN

LEBEN (MÜSSEN)

FEIERN SIE MIT!

40 JAHRE TIERHEIM

KÖLN-DELLBRÜCK

BUND GEGEN MISSBRAUCH DER TIERE E.V.


Das Recht der Tiere 2/2008

2

I NHALT

INHALT

Inhaltsverzeichnis / Impressum 2

EDITORIAL 3

TITELTHEMA 4

Der Sieger steht fest: China ist Weltmeister der Tierquälerei

Machen Sie mit: Große bmt-Protestkartenaktion

AKTUELL 8

Radost Bokel verurteilt illegalen Hundehandel

EUROPA 10

Niederlande gegen Pitbulls: Sicherstellung und Tötung

Stierkampflobby vor dem Aus? 12

JUGENDTIERSCHUTZ 13

Wie eine 3. Klasse Tieren aktiv hilft

MASSENTIERHALTUNG 14

Was hinter dem Mc Chicken steckt

INTERVIEW MIT TIERÄRZTIN 16

Dicke Hunde leben gefährlich

AUSLANDSTIERSCHUTZ 18

Brasov/Rumänien: Bismarck und seine Freunde

Über 200 Tierheimhunde warten auf tolle Menschen!

DIE BESONDERE GESCHICHTE 22

Schnelles Happy End für unseren RdT-Titelhund Samson

GESCHÄFTSSTELLEN

TH Hage Die Huskyflüsterer von Norderney 24

LV Berlin Anzeige gegen Zirkus verpufft 26

Franziskus-TH Zwei Tauben im Siebten Himmel 27

TH Arche Noah Das TH-Team stockt auf 28

TH Köln/Dellbrück Jubiläum - 40 Jahre Tierheim 30

HOMÖOPATHIE FÜR TIERE Buchvorstellung 31

REISEN MIT HUNDEN Geheimtipp Dänemark 32

ANSCHRIFTEN / Internetadressen der Geschäftsstellen 34

ZU GUTER LETZT 35

Axa und Wolf suchen neue Freunde

Beitrittserklärung 36

Impressum

DAS RECHT DER TIERE Nr. 2/2008

Mitgliederzeitschrift des „Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V.“

Redaktion:

Claudia Lotz, Dr. Jörg Styrie, Mike Ruckelshaus

Gestaltung: Stefan Lotz, Andrea Sturm

Artgerchte Offenstallhaltung

Seite 4

Seite 8

Alptraum China

Tierleid ohne Ende

“Momo” besucht Tierheim

Radost Bokel im Elisabethenhof

Seite 14

Grausame Massentierhaltung

Wie Masthähnchen leben (müssen)

Seite 24

Happy End

Husky-Glück auf Norderney

Druck: L.N. Schaffrath DruckMedien, Geldern;

Titelbild: Claudia Lotz

Übernahme von Artikeln, auch auszugsweise, nur mit Quellenangabe

gestattet. Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier.

Auflage: 47.000 Exemplare


AUF EIN WORT…

Liebe Mitglieder, liebe Tierfreunde!

E DITORIAL

Am 8. August 2008 beginnen in China die Olympischen Spiele. Kaum ein

anderes Ereignis hat bereits im Vorfeld zu so kontroverser Diskussion geführt

wie die Ausrichtung der Olympischen Spiele.

In einem Land, das offensichtlich elementare Grundrechte wie Menschenwürde,

bmt-Vorsitzender Dr. Jörg Styrie

Minderheitenrechte, freie Religionsausübung, Meinungs-, Versammlungs- und

Pressefreiheit missachtet. Nachhaltig bekenne ich mich, wie Sie sicher auch,

zu diesen Rechten, erachte sie als elementare Basis einer weltumspannenden friedlichen Koexistenz.

Und dennoch fehlt mir in der öffentlichen Diskussion noch ein weiterer Punkt: Chinas Umgang mit Tier,

Natur und Umwelt, der in seiner Unbarmherzigkeit kaum seinesgleichen findet. Als Vorsitzender einer

Tierschutzorganisation habe ich natürlich immer auch das Leid der Tiere vor Augen - und das ist in China

grenzenlos. Allein die Jagd auf herrenlose Hunde und Katzen im Vorfeld der Wettkämpfe, die gnadenlos

durchgeführt wurde und in ganz Europa auf Ablehnung stieß.

Oder denken Sie an die Kragenbären, die ein Leben lang in Käfigen gefangen gehalten werden, die kaum

größer als sie selber sind. Unter unvorstellbaren Qualen wird den Wildtieren der Gallensaft abgezapft.

Manche Bären durchleiden bis zu 20 Jahre - Bären haben ein starkes Herz - diese folterähnlichen Torturen.

Ich denke mit fast körperlichem Schmerz an die Millionen Katzen und Hunde, die wegen ihres Fells unter

bestialischen Bedingungen gehalten und getötet werden, gleiches gilt für die zum Verzehr bestimmten

Haustiere.

Und ich habe die Berichte von Tigerfarmen in Erinnerung, in denen die Raubkatzen gezüchtet (und getötet)

werden, um sie als "Rohstofflieferanten" für die traditionelle chinesische Medizin vorrätig zu halten.

Unvergesslich auch die grausigen Szenen in chinesischen Zoos: Vor den Augen der Zoobesucher reißen

Raubkatzen lebende Kühe und Ziegen in Fetzen.

Tierschutz in China? Ein Tierschutzgesetz für ein Land, in dem ein falsches Wort zum falschen Zeitpunkt

Gefängnis bedeutet? Welche Möglichkeiten haben wir, auf den Umgang der Chinesen mit ihren Tieren

Einfluss zu nehmen? Tierschutz hat im Land der Mitte scheinbar keinen Platz.

Die Olympischen Spiele stehen für mich in diesem Jahr, in diesem Land, unter keinem guten Stern. Ich

kann mich über sportliche Höchstleistungen nicht freuen, wenn ich befürchten muss, dass vielleicht in

unmittelbarer Nähe zu den Sportstätten, Tiere aus den unterschiedlichsten Gründen grausam zu Tode

kommen.

Dennoch wäre es falsch, den Kopf hängen zu lassen und mutlos zu werden. Ohne Protest, ohne den

Aufschrei gegenüber soviel Tierleid würde der Tierschutz in China nie eine Chance bekommen, würden

die Tierschutzprobleme ohne Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit bleiben. Ich bitte Sie daher ganz

herzlich, sich an unserer Forderung für ein Tierschutzgesetz (Protestkarten in der Heftmitte) in China zu

beteiligen.

Es grüßt Sie herzlich in tierschützerischer Verbundenheit

Ihr

CHINA IM FOCUS DER WELTÖFFENTLICHKEIT

Dr. Jörg Styrie

Das Recht der Tiere 2/2008

3


Das Recht der Tiere 2/2008

4

T ITELTHEMA

Für ein Tierschutzgesetz

in China

Vom 8. bis 24. August 2008 werden

die Olympischen Spiele in Peking

ausgetragen - und die Vorbereitung

auf die 29. Olympiade begann

fünf Monate zuvor mit der

unnachahmlichen Härte, mit der

China immer öfter die Welt schockiert.

200.000 streunende Katzen

und 10.000 Hunde sollten laut

"Plan" des Landwirtschaftsbüros in

Peking im Vorfeld der Olympischen

Spiele sterben, um Sportlern, Politikern

und Gästen aus aller Welt

eine "sichere und aufgeräumte"

Stadt zu präsentieren.

Die Beamten erschlugen Katzen

und Hunde mit Knüppeln, oft vor

den Augen von Kindern. Die Olympische

Idee, basierend auf universellen

und fundamentalen ethischen

Prinzipien - wird sie in Frage

gestellt, wenn die Spiele in ein

Land wie China vergeben werden?

Wo Menschenrechte und Meinungsfreiheit

nichts gelten, die

Würde des Einzelnen antastbar ist

und Tiere nicht wie Lebewesen behandelt

werden, sondern wie ausbeutbare

Ressourcen?!

Keine Schutzbestimmungen

für Tiere

Es gibt kein Tierschutzgesetz für Wildund

Haustiere in China. Geschützt werden

nur vom Aussterben bedrohte

Wildtiere, solange sie (noch) in Freiheit

leben. In Zoos und Wildparks genießen

sie dagegen keinen Schutz.

Tiere wie leblose Ware behandelt

Und so ist denn ein Umgang mit Tieren

möglich, der ob seiner Erbarmungslosigkeit

kaum seinesgleichen auf der Erde

findet. Da wird Pelztieren wie Nerzen,

aber auch Hunden und Katzen bei

lebendigem Leib das Fell abgezogen;

an Drahtschlingen aufgehängt erdulden

sie unaussprechliche Qualen, bis

die Handlanger des Todes ihr Werk

vollendet haben.

China ist in den letzten Jahren zum

weltweit größten Pelzlieferanten und

führenden Exporteur von Leder aufgestiegen.

Dokumentar-Filmer und Undercover-Recherchen

von internationalen

Tierschutzorganisationen berichten

von katastrophalen Zuständen in den

Pelztierfarmen, doch für die in kleinste

Letzte Meldungen

sterben +++

Geflügelgrippe

12 Wölfe oder ++

Geflügelgrippe

40 biGeflügelgrip

Geflügelgrippe200

Das Tierleid in China ist grenzenlos

WELTMEISTER D

Drahtkäfige gepferchten Tiere, die ihrem

fürchterlichen Ende entgegendämmern,

interessiert sich kein Gesetz.

Und die unzähligen Tiermärkte in den

Provinzen des Riesenreichs - auch sie

ein Hort des Schreckens für alles, was

läuft, kriecht und flattert: Ein flacher Käfig

neben dem anderen, in dem die

Tiere nicht stehen können, sondern

über- und untereinander gequetscht

liegen müssen. Von den Züchtern wird

die Ware Tier in die oft zur tödlichen

Falle werdenden Gefängnisse gesetzt,

mitleidslos wird Hund auf Hund und

Katze auf Katze gestopft.

Die vollen Käfige werden Beobachtern

zufolge von den Transportern geworfen,

wobei häufig die aus den Käfigen


+

lügelgrippe

peder +++

Chin ++++++

ER TIERQUÄLEREI

herausragenden Gliedmaßen der

Hunde und Katzen brechen oder die zu

unterst liegenden Tiere erdrückt werden

oder qualvoll ersticken.

Tauchen Käufer auf, immerhin machen

sich zahllose Züchter mit ihren unter

massentierähnlichen Haltungsbedingungen

gezogenen Tieren gegenseitig

schärfste Konkurrenz, suchen sie selten

einen vierbeinigen Freund, sondern einen

Fell- oder Fleischlieferanten. Und

weil laut chinesischer Tradition das

Fleisch besonders schmackhaft wird,

wenn es "unter Qualen" gewonnen

wurde, sterben Hund oder Katze einen

vorsätzlich langen Tod.

Viele Asiaten schwören auf Hundefleisch.

Doch Guangzhou, eine Metro-

Die neue Protestkarten-Kampagne

pole im Süden Chinas, gilt als "Weltstadt"

des Hundefleischkonsums. Restaurant

an Restaurant, in denen Köche

auf Hackbrettern (lebende) Hunde zerteilen

- für chinesische Tierfreunde stellt

der Gang durch die Stadt jeden Tag

wieder eine Herausforderung für ihre

Nerven dar, und doch haben sie keine

Chance, die für den Kopftopf bestimmten

Vierbeiner zu retten.

"Friends…or Food" hat die mit internationalen

Preisen ausgezeichnete Tierschützerin

Jill Robinson ihre Kampagne

zur Beendigung des Verzehrs von

Haustieren genannt. 1998 gründete

die Engländerin in Hongkong die "Animals

Asia Foundation" (AAF, www.animalsasia.de),

inzwischen mit Länder-

T ITELTHEMA

Die Volksrepublik China ...

ist mit 1,3 Mrd. Einwohnern das bevölkerungsreichste Land

der Erde, der flächengrößte Staat in Ostasien und der viertgrößte

der Welt (nach Russland, Kanada und den USA).

Das Land hat eine Fläche von ca. 9,6 Mio. km 2 .

www.wikipedia.de

vertretungen in Deutschland, Großbritannien,

Australien, China und USA.

Schließung der Bärenfarmen

zum Ziel gesetzt

Jill Robinson ist es zu verdanken, dass

die folterähnlichen Haltungsbedingungen

für Asiatische Schwarz- oder Kragenbären

(in China auch Mondbären

genannt) im Reich der Mitte öffentlich

wurden. Bären in Käfigen, mit Kanülen

in offenen, brandigen Wunden, aus denen

Blut und Eiter als "Nebenprodukt"

der Gallengewinnung tropft. Oder mit

Öffnungen im Bauch, die direkt mit der

Galle verbunden sind und das permanente

Abfließen der Galle aus diesen

ungeschützten Öffnungen bewirken.

Das Recht der Tiere 2/2008

5


Das Recht der Tiere 2/2008

6

T ITELTHEMA

Eine Methode, die als frei tropfend bezeichnet

wird und als "human" gilt. Die

Bären, halb wahnsinnig vor Angst und

Schmerzen, vegetieren ein Leben lang

in den Käfigen der Bärenfarmen vor

sich hin - viele mehr als 20 Jahre lang,

denn die Leidensfähigkeit der fast zu

Tode gemarterten Tiere ist legendär.

In Zusammenarbeit mit den Behörden

versucht Jill Robinson, auf das Ende aller

Bärenfarmen in China hinzuarbeiten.

2000 erzielte sie einen ersten großen

Erfolg: In einem Abkommen mit

der chinesischen Regierung ("China

Wildlife Conservation Association" und

der Forstverwaltung Sichuan) erreichte

sie, dass die schlimmsten Farmen in Sichuan

kurzfristig geschlossen und 500

Bären befreit werden konnten. Das Programm,

das eine finanzielle Abfindung

der Farmer und die Rückgabe der Lizenzen

vorsieht, soll auf ganz China

ausgedehnt werden. Die Bären sollen

dann "Animals Asia Foundation" übergeben

und in deren Rettungsstation im

südchinesischen Chengdu aufgenommen

werden.

Ende 2005 konnte Jill Robinson für ihr

Anliegen sogar die Unterstützung des

Europäischen Parlaments gewinnen,

das eine Resolution mit der Forderung

nach Schließung der Bärenfarmen in

China verabschiedete.

Doch noch leben ca. 7000 Mondbären

in den berüchtigten Bärenfarmen. Aus

ihrem Gallensaft werden Mittel zur Fiebersenkung,

gegen Leberleiden und

Augenentzündungen hergestellt. Obwohl

die Wirksamkeit nie nachgewiesen

wurde und es längst synthetische

und pflanzliche Alternativen gibt, setzt

die Traditionelle Chinesische Medizin

(TCM) weiter auf Bärengalle und bedient

die große Nachfrage auch über

den Schwarzmarkt.

Lebendverfütterung in Zoos

und Wildparks

Mittel zur Potenzsteigerung - auch diesen

Markt beherrscht die chinesische

Wirtschaft mit ihren Produkten und hält

dafür Tiger in Farmen unter Bedingungen,

wie sie uns aus der tierquälerischen,

industriellen Massentierhaltung

bekannt sind. Aus den Hoden und Krallen

werden im Namen der TCM Po-

Der Umgang mit Tieren ist erbarmungslos!

Tierschützerin Jill Robinson - Gründerin von AAF

tenzmittel und Rheumasalben hergestellt;

die Bilder von unzähligen getöteten,

auf ihre Verarbeitung wartenden

leblosen Körper gingen ebenfalls um

die Welt. Besonders schockierend dabei,

dass deutsche Zoos und Tierparks

ihren Raubtiernachwuchs nach China

schickten. Report München deckte diesen

Skandal 2007 auf (RDT 3/07 und

RdT 1/08).

Bei all diesem überwältigenden Tierleid

verwundert es kaum, dass auch

Schafe, Lämmer, Ziegen, Zicklein, Rinder

und Kühe nicht unversehrt bleiben

im Reich der Mitte. Aus ihnen wird nicht

nur Leder und Fleisch gewonnen - einigen

dieser Tiere droht ein bestialisch

anmutendes Schicksal: Sie werden von

Wildtieren in Zoos und Parks zerfetzt,

vor den zahlenden Besuchern, die sich

das blutige Spektakel häufig mit ihren

Kindern ansehen, in Stücke gerissen.

Mit der Lebendfütterung, die auch in

den Tiergärten Pekings, der von Katzen

und Hunden "gesäuberten" Stadt der

Spiele, stattfindet, soll das "selbständige

Überleben der Wildtiere" trainiert

werden, so die offizielle Begründung.

Doch viel wahrscheinlicher ist, dass

Kinder und Jugendliche unter solchen

Eindrücken eines niemals lernen können:

Mitleid und Verantwortungsbereitschaft

gegenüber Schwächeren.

bmt-Kampagne: Für ein Tierschutzgesetz

in China

Der Tierschutz in China - eine schwere,

fast unmögliche Aufgabe. Und doch

gibt es immer wieder mutige, couragierte

und sehr tapfere Menschen, die

alles zu geben bereit sind, wenn ein

Tier in Not ist. Die Hunde und Katzen

verstecken, wenn Behörden aufgrund

eines Tollwutfalls wieder zur Jagd auf

streunende Haustiere aufrufen (vor 2

Jahren über 50.000 Hunde in der Provinz

Yunnan) und bei ihrem grausigen

Feldzug auch vor geimpften Besitzerhunden

keinen Halt machen.

Für diese Menschen müssen wir unsere

Stimme erheben. Einen Erfolg konnten

Tierschützer bereits verbuchen: Ab

dem 31.12. 2008 dürfen keine Hundeund

Katzenfelle aus Asien mehr in die

EU importiert werden. Um dieses Verbot

wurde zäh in Brüssel gerungen -

während USA und Australien längst Importverbote

erlassen hatten und ihrem

Beispiel auch EU-Länder (Belgien,

Griechenland, Frankreich, Italien und

Dänemark) auf nationaler Ebene gefolgt

waren.

Der bmt hatte im September 2006 seine

große Protestaktion gestartet, um

den Verbraucherschutzminister Horst

Seehofer dazu zu bewegen, sich auf

EU-Ebene für ein Importverbot stark zu

machen. An dieser Kampagne hatten

Tausende bmt-Mitglieder teilgenommen

- Sie sehen, Proteste können erfolgreich

sein!

Und deshalb unsere große Bitte: Seien

Sie dabei! Kämpfen Sie mit uns für ein

Tierschutzgesetz in China, und helfen

Sie so den vielen tierlieben Menschen

vor Ort. Denn es gibt inzwischen immer

mehr Stimmen in China, die ein Tierschutzgesetz

für ihr Land fordern - starten

wir von Deutschland unsere Unterstützung

und überreichen dem chinesischen

Botschafter in Berlin unsere

Aufforderung im Sinne der Olympischen

Botschaft: Für ein Leben in Frieden

und in Harmonie mit der Umwelt.

Unsere Protestkarten, die Sie

bitte an die angegebene Adresse

zurück senden, finden Sie in

der Mitte dieser Ausgabe. Wir

danken Ihnen schon hier für Ihre

Unterstützung!

Text: Claudia Lotz

Fotos: Animals Asia Foundation, AAF


MADE IN CHINA:

Gigantische Fleischproduktion erwartet

Unsere tierischen Lebensmittel, Eier, Milcherzeugnisse oder Fleisch, stammen überwiegend aus

Deutschland bzw. aus Ländern der Europäischen Gemeinschaft. Noch. Doch damit könnte bald Schluss

sein, denn in China zeichnet sich in der Landwirtschaft ein Entwicklungsprozess gigantischen Ausmaßes

ab: Mit unglaublicher Geschwindigkeit hat insbesondere die Produktion von Geflügel-, Schweineund

Rindfleisch zugenommen. So ist es im Rahmen der Globalisierung der Märkte nur noch eine Frage

der Zeit, wann wir tierische Produkte aus China in unseren Kühlregalen finden werden.

Boomende Landwirtschaft

Wie in keinem anderen Land der Welt

boomt die Landwirtschaft in China. Insbesondere

in der Erzeugung von

Fleisch hat China den Marsch an die

Weltspitze angetreten. Schier unfassbar

sind Steigerungsraten von über 4.000%

beim Rindfleisch, von über 1.500% bei

Gänse- und Hühnerfleisch. Das Land

gehört damit zu den "Global Playern"

der weltweiten Produktion an Nahrungsmitteln

tierischer Herkunft.

Eine Spitzenstellung nimmt China bei

der Produktion von Gänsefleisch ein.

99,5 % der im asiatischen Raum gehandelten

Ware stammt aus China.

Aber auch auf dem Weltmarkt liegt das

Reich der Mitte mit 94,3% Gänsefleisch-Umsatz

unangefochten vorne.

Erstaunlich ist, dass Putenfleisch in China,

wie auch in Asien, keine Rolle spielt.

Dies mag damit zusammenhängen,

dass Puten in den USA als Nutztiere gezüchtet

worden sind und immer noch

keinen Eingang in den asiatischen

Markt gefunden haben.

Schweinefleisch - auch hier

steigt die Produktion!

Auch Schweinefleisch hat in der Proteinversorgung

Chinas eine lange Tradition.

Im Verbrauch liegen die Chinesen

mit 39,9 kg/Kopf nur 2,7 kg unter

dem Verbrauch der Europäer. Aber

wegen der Bevölkerungsstärke gilt

auch hier: Die Zunahme des pro Kopf

Verbrauches um 1 kg bewirkt eine Produktionsausweitung

um 1,28 Mio.

Tonnen. Und bisher ist kein Ende der

Steigerungsraten in Sicht. Derzeit

nimmt die Jahresproduktion um 2.000

Tonnen zu, dies entspricht in etwa der

Schweinefleischproduktion Polens.

Auch der pro Kopf Verbrauch von Rindfleisch

hat sich in den Jahren zwischen

1990 und 2006 mehr als verfünffacht.

Wie beim Geflügel- und Schweinefleisch

ist auch diese Zunahme auf die

gestiegene Kaufkraft der chinesischen

Mittelschicht zurück zu führen. Derzeit

nimmt das Produktionsvolumen pro

Jahr um ca. 400.000 Tonnen zu, das

entspricht in etwa der Rindfleischproduktion

in den Niederlanden. China

hat sich somit in der weltweiten Rindfleischproduktion

an Platz 3 hinter den

USA und Brasilien vorgeschoben.

Ausblick:

Ein Ende der Wachstumsraten in der

Fleischproduktion in China ist nicht absehbar.

Entwickelt sich die Produktion

in der Form weiter wie bisher wird China

zum Großlieferanten tierischer Produkte

für den gesamten asiatischen

Raum werden und im Rahmen der Globalisierung

der Märkte in hohem Maß

die weltweiten Handelsströme beeinflussen.

Auf die Umwelt, nicht nur in China,

wird diese Entwicklung verheerende

Auswirkungen haben. Denn zur Ernährung

so vieler Tiere bedarf es riesiger

Felder mit Mais, Soja- und anderen

Futterpflanzen. Die Rodung der Wälder

wird weltweit weiter voranschreiten um

die Ackerflächen zur Verfügung zu haben,

auf denen wiederum unglaubliche

Mengen an Kunstdüngern und Pflanzenschutzmitteln

in den Monokulturen

zum Einsatz kommen werden.

Ein weiteres Problem wird die Verwertung

und Entsorgung der anfallenden

Ausscheidungen aus Kot und Urin darstellen.

Außerdem wird das bei Wiederkäuern

ausgeschiedene Methangas

Massentierhaltung in großem Stil

das Weltklima massiv beeinträchtigen.

Zudem ist klar, dass die Erzeugung dieser

riesigen Fleischmengen nur in gigantischen

Massentierhaltungsanlagen

möglich ist, in denen die Anforderungen

an die Bedürfnisse der Tiere gar

keine Rolle spielen - so lange sie rasch

an Gewicht zunehmen und lebend am

Schlachthof ankommen.

Berücksichtigt man weiter, dass zur

Herstellung von 1 kg Fleisch durchschnittlich

3 bis 5 kg Getreide notwendig

sind, wird diese ungeheure Zunahme

des Fleischangebotes nicht zur

Linderung des Hungers auf der Welt

beitragen, sondern genau das Gegenteil

bewirken.

Es steht uns Europäern sicherlich nicht

an, die Entwicklung in China besserwisserisch

zu kritisieren, solange auch

wir unsere Nachfrage nach Fleisch auf

Kosten anderer decken. Doch sollten

wir alle aus Fehlern der Vergangenheit

lernen und den Schwellen- und Entwicklungsländern

Hilfestellung bei der Bewältigung

der Probleme geben. Die

Aussichten hierfür erscheinen mir aber

eher schlecht, angesichts der Tatsache,

dass jeder nur auf seinen eigenen Vorteil

bedacht ist.

Text: Dr. Jörg Styrie

Fotos: Animals Asia Foundation, AAF

Das Recht der Tiere 2/2008

7


Das Recht der Tiere 2/2008

8

A KTUELL

Sie ist für ihre überzeugende Darstellung von “Momo”

(gleichnamige Verfilmung von Michael Endes

"Momo”) mit Preisen wie dem Bambi überhäuft

worden, hat nach ihrem erfolgreichen Debüt

in über 20 TV- und Kinofilmen mitgespielt -

und sagt heute: "Das Beste, was ich in meinem

Leben gemacht habe, war Tyson aufzunehmen;

mit dem Hund habe ich mir

meinen größten Traum erfüllt."

Weil ihr geliebter Labrador Tyson vermutlich

aus einer illegalen Zucht

stammt, will sich die international bekannte

Schauspielerin Radost Bokel gemeinsam

mit dem bmt gegen den Hundehandel

stark machen. "Ich möchte

andere Menschen davor bewahren, das

zu erleben, was ich mit meinem Tyson

durchmachen musste", sagt die 32 jährige

Frankfurterin ernst. "Der Handel mit Hundebabys,

die oft sehr krank sind, ist in meinen Augen

kriminell; dagegen muss etwas getan werden!"

19. Mai, Tierheim Elisabethenhof. Am

4. Juni wird die ausdrucksstarke Schauspielerin

33 Jahre alt, eine Woche später

heiratet sie ihren Freund - und doch

findet Radost Bokel noch Zeit, dem

Tierheim Elisabethenhof (wieder) einen

Besuch abzustatten.

"Sie sind eben alle so nett hier, ich komme

sehr gerne in den Elisabethenhof",

sagt sie schmunzelnd und macht mit ihren

Armen eine Geste, die das gesamte

Tierheimteam und seine vierbeinigen

Schützlinge umfasst. "Mein Bruder

und ich", erklärt sie ihre tief verwurzelte

Verbundenheit mit Tieren, "haben so

viele Kaninchen, Meerschweinchen,

Hamster und Fische nach Hause gebracht,

dass meine Mutter irgendwann

dem Zoohändler verbot, uns noch ein

Tier zu verkaufen."

Damit hat sich das Geschwisterpaar

natürlich nicht abgefunden und sich

auf verletzte kleine Wildtiere aus Feld

und Wald verlegt, die es vorbildlich gesund

gepflegt und wieder in die Freiheit

“Momo” im Tierheim

RADOST BOKEL WILL SICH MIT DEM BMT GE

entlassen hat. "Gegen unsere

Hilfsbereitschaft war unsere

Mutter machtlos - nur einem Hund hat

sie aus Zeitgründen nie zugestimmt."

Und so kann sich Radost Bokel erst mit

29 Jahren ihren Traum erfüllen, den sie

“Momo” mit dem neuen Leiter

des Tierheims, Christian Werner

noch heute ihren großen Lebenstraum

nennt. "Ich habe mich in meiner Kindheit

und Jugend so sehr nach einem

Hund gesehnt, dass ich den Tag, an

dem ich Tyson zu mir nahm, niemals

vergessen werde." Doch der Labrador

Tyson ist kein gesunder Welpe; mit seinem

Husten und Durchfall erschreckt er

die junge Hundebesitzerin und diesen

ersten Beschwerden folgen weitere

schwere Erkrankungen. Der weiße Labradorrüde

leidet unter Ellenbogen- und

Hüftgelenksdysplasie und muss schon

mit acht Monaten operiert werden.

Für Radost Bokel eine angstvolle Zeit:

"Ich habe um sein Leben gebangt", sagt

sie leise und machte sich nach seiner

Genesung erstmalig Gedanken über

seine Herkunft. Immer klarer wird der

Schauspielerin, dass Tyson Opfer einer

illegalen Hundezucht geworden ist.

"Damals war ich zu unerfahren", sagt

sie rückblickend, "um zu hinterfragen,

ob die Umstände, unter denen die ver-


Elisabethenhof

GEN HUNDEHANDEL STARK MACHEN

Am liebsten würde

Radost Bokel alle

Hunde mit nach

Hause nehmen ...

meintliche Züchterin aus

Rheinland-Pfalz ihre Hunde

anbot, seriös waren.” Der

kleine Tyson saß mit anderen

Welpen im Keller, ohne Muttertier,

und war ca. acht Wochen alt.

Als sie ein Jahr später die Labradorhündin

Candy aufnimmt, weiß sie

schon mehr über die Praktiken von

Hundehändlern und Züchtern, die Hunde

wie leblose Waren quer durch Europa

verschachern. Ihr ist bekannt, dass

nur jemand angezeigt werden darf, der

Welpen von acht Wochen ohne Muttertier

in die EU einführt - aber sie ahnt

auch, wie schwer es sein wird, diesen

immer größer werdenden Markt mit

seinen gewaltigen Umsatzspannen zu

unterbinden.

"Wir müssen aufklären, informieren

und bekannt gewordene Fälle an die

Öffentlichkeit bringen", drängt sie. Die

Schauspielerin glaubt, dass die beste

Waffe gegen den Hundehandel eine

aufgeklärte Öffentlichkeit ist, die Hundebabys

aus tierquälerischen Zuchten

ablehnt. "Wie mir damals geht es

wahrscheinlich den meisten Menschen",

sagt Radost Bokel, "sie lesen eine

Verkaufsannonce oder hören über

Bekannte, dass jemand Hunde anbie-

tet, fahren hin

und verlieben

sich unsterblich

in einen Welpen.

Aber soweit darf

es gar nicht erst

kommen - die

Interessenten müssen vorher erkennen,

dass die Anzeige unseriös

ist, weil zum Beispiel gleich

mehrere Würfe von verschiedenen

Rassen angeboten werden."

Die engagierte Tierfreundin

glaubt, dass jeder Einzelne in seinem

persönlichen Umfeld dazu

beitragen kann, Tierleid zu verhindern.

Schockiert über Nachrichten

von Beißvorfällen hat Radost

Bokel bei ihren Hunden besonderen

Wert darauf gelegt, dass sie kinderfreundlich

aufwachsen. "Mir ging es

dabei um den Schutz von Kindern, aber

letztlich auch von Hunden", erklärt die

32jährige. "Nur wenn Kinder lernen,

wie sich Hunde verhalten, können sie

ihre Reaktionen einschätzen und entsprechend

reagieren." Und gleiches gilt

für Hunde: Auch sie müssen unter Anleitung

mit kindlichem, oft spontanem

Verhalten vertraut gemacht werden.

Auch dieses Anliegen ist Radost Bokel

sehr wichtig: "Ich möchte helfen, Kindern

Hunde nahe zu bringen", sagt sie,

"und das kann ich mir mit Tyson sehr

gut vorstellen.” Der vier Jahre alte Rüde

hat Hundeschule und weitere Trainingskurse

mit Bravour absolviert, ist

kinderfreundlich, sozialverträglich und

hat ein sanftes, ehrliches Wesen.

Für den bmt möchte die Schauspielerin

mit Tyson Kindergärten besuchen, sobald

sie überblicken kann, wann sie

Zeit zwischen ihren Rollen findet. "Als

Schauspielerin lebe ich immer ein wenig

von einem Tag auf den anderen",

A KTUELL

“Momo” mit dem Leiter des Landesverbandes

Hessen, Mike Ruckelshaus

Foto-Shooting

mit Momo und Tyson

am Tag der Offenen Tür

Am 6. und 7. September finden im Tierheim

Elisabethenhof die Tage der Offenen

Tür statt. Mit dabei ist dieses Mal Radost

Bokel mit ihrem weißen Labrador

Tyson. Sie steht für ein Foto-Shooting mit

Gästen und ihren Vierbeinern zur Verfügung

- der Erlös der Aktion kommt dem Tierheim

Elisabethenhof zugute.

gibt sie einen kurzen Einblick in ihr Leben.

Und weil schon der Beruf ihr keine

Regelmäßigkeit diktiert, war sie besonders

überrascht, als ihrem ersten

Hund das sofort gelang. "Verantwortungsbewusst,

zuverlässig, konstant -

all diese Eigenschaften hat erst Tyson in

mir geweckt", sagt Radost Bokel lächelnd.

Tyson, immer wieder erwähnt sie den

weißen Rüden, der ihr so innig ans

Herz gewachsen ist. Ohne ihre Hunde

kann sie sich ein Leben nicht mehr vorstellen

- und auch ihr künftiger Ehemann

ist ein erklärter Hundefreund,

der nach der Hochzeit einen Pit Bull

oder Staffordshire Terrier bei sich aufnehmen

möchte. Die Schauspielerin

hat keine Berührungsängste mit

"Kampfhunden"; im Gegenteil: Die

Hunde würden zu Unrecht diskriminiert,

findet sie.

"Warum glauben Menschen immer, sie

seien die Alleinherrscher?" fragt sich

Radost Bokel empört, "wir alle, Tiere

eingeschlossen, haben doch dasselbe

Recht, zu leben!"

Text und Fotos: Claudia Lotz

Das Recht der Tiere 2/2008

9


Das Recht der Tiere 2/2008

10

E UROPA

Die rassespezifischen Merkmale (wie z.

B. "muskulös", "breiter Kiefer", "breiter

Schädel", "stark entwickelter Nasenrücken",

"Knickohren oder kupiert"), die

zu einer Einstufung als Pitbull oder pitbullartig

führen, sind in der RAD aufgeführt.

Sind diese Merkmale erfüllt

bzw. besteht der Verdacht, dass ein

Hund ein Pitbull ist, wird er von den Behörden

beschlagnahmt und getötet.

Den Besitzer erwartet eine Anzeige. Der

bmt rät daher dringend davon ab, mit

diesen Hunden unser Nachbarland zu

besuchen.

Einreise mit FCI-Papieren

möglich

Hunde, die eine Ähnlichkeit mit dem

Pitbull Terrier aufweisen, wie der American

Staffordshire Terrier oder der Bullterrier,

dürfen in die Niederlande einreisen.

Vorausgesetzt, sie verfügen

über einen Stammbaum, der von der

FCI, der Fédération Cynologique Internationale,

anerkannt wurde. Weitere

Ausnahmeregelungen sieht die RAD

nicht vor, auch nicht bei Hunden, die

den gesetzlichen Anforderungen der

deutschen Landeshundeverordnungen

genügen.

Weitere Einschränkungen

für Hundehalter

Neben den Bestimmungen der RAD

sollten Hundehalter, die die niederländische

Küste besuchen möchten, beachten,

dass an einigen Stränden während

der Sommermonate ein generelles

Hundeverbot oder Leinenzwang

gilt. Nähere Informationen hierzu erteilt

das Niederländische Büro für Tourismus

und Convention (Tel: 01805

343322).

"Sie und Ihr

Hund sind bei

uns herzlich

willkommen!"

Dieser Satz

steht auf der

Internetseite

der Niederländischen

Botschaft in

Deutschland.

Angesichts der

RAD und ihres

drastischen

Vollzugs verbirgt sich hinter dieser Einladung

für Hundefreunde wenig Gastfreundschaft.

Gefahr im Urlaub mit dem Hund

Hundetötunge

VORSICHT BEI DER EINREISE

Seit 1993 gilt in den Niederlanden die Regelung

über aggressive Tiere (“Regeling Aggressive

Dieren”, RAD), nach der die Haltung,

Zucht und Einfuhr von Pitbull Terriern

und "pitbullähnlichen" Hunden verboten ist.

Diese Bestimmung wird seit 2003 rigoros

umgesetzt und gilt auch für Touristen.

Nun erfahren wir kurz vor Redaktionsschluss,

dass die RAD voraussichtlich noch in

diesem Jahr novelliert werden soll. Künftig

sollen pitbullartige (und andere) Hunde nur

noch wegen aggressiven Verhaltens beschlagnahmt

werden, nicht jedoch allein

aufgrund ihres Äußeren.

Wir informieren Sie über die aktuelle Entwicklung

unter www.bmt-tierschutz.de.

Einfuhrbestimmungen für

bestimmte Hunderassen

in anderen Ländern

Ich reise besser nicht nach Holland

Die Niederlande sind nicht das einzige

Land, das die Einfuhr bestimmter Hunderassen

verbietet. In Dänemark ist

die Einreise mit Pitbull Terriern, Tosa

Inus sowie deren Kreuzungen verboten.

Frankreich untersagt die Einreise

sogenannter Kampfhunde der 1. Kategorie

(Pitbulls, Boerbulls und Hunde,

die aufgrund ihrer morphologischen

Merkmale den Tosa-Rassen zuzuordnen

sind). Wachund

Schutzhunde

(2. Kategorie),

wie American

Staffordshire Terrier

und Rottweiler,

dürfen einreisen,

wenn

beim Zoll durch

die Vorlage von

Geburtszeugnis

und Stammbaum

bewiesen wird,

dass sie der 2.

Kategorie angehören. Diese Hunde

dürfen ausschließlich mit Maulkorb

und Leine geführt werden. In Spanien


n in Holland

MIT PITBULLS & CO INDIENIEDERLANDE!

bestehen regionale Regelungen bezüglich

Leinenpflicht, Maulkorb und "gefährlichen

Rassen". Die Einfuhr von

Bullterriern, American Staffordshire

Terriern, Staffordshire Bullterriern, Bullmastiffs,

Tosa-Inus, Dogo Argentinos,

Bordeaux-Doggen, Fila Brasileiros ist

in Ungarn nur erlaubt, wenn die Hunde

kastriert sind. Die Einreise nach

Norwegen ist für folgende Hunde

verboten: Pitbull Terrier, Tosa Inu, Dogo

Argentino, Fila Brasileiro sowie deren

Kreuzungen. Hunderassen, die

Ähnlichkeiten mit den aufgeführten

Rassen aufweisen, wie z. B. der American

Staffordshire Terrier, müssen mit

Stammtafel nachweisen , dass sie nicht

von einer dieser Rassen abstammen.

Nach Kroatien dürfen Hunde nicht

einreisen, wenn sie aufgrund angeborener

Eigenschaften, Aggressivität oder

antrainierter Verhaltensweisen für die

Sicherheit des Menschen gefährlich

Agentur lodgiNG

sind. Darüber hinaus gelten für viele

Hunderassen Maulkorb- und Leinenzwang.

Ferner besteht für alle Hunde

eine gesetzliche Leinenpflicht.

Rechtzeitig über Einreisebestimmungen

für Hunde

informieren

Angesichts der zahlreichen und uneinheitlichen

internationalen gesetzlichen

Regelungen empfiehlt der bmt allen

Hundehaltern, insbesondere den Haltern

sogenannter Listenhunde, die eine

Urlaubsreise mit ihrem Vierbeiner planen,

sich rechtzeitig vor Reisebeginn

über die geltenden Einreisebestimmungen

für Hunde im jeweiligen Urlaubsland

zu informieren.

Keinen "Kampfhund" aus dem

Urlaub mitbringen

Bitte beachten Sie auch, dass mit Inkrafttreten

des Gesetzes zur Bekämp-

fung gefährlicher Hunde vom

12.04.2001 (Verbringungs- und Einfuhrbeschränkungsgesetz)

die Einfuhr

von American Staffordshire Terriern,

Pitbull Terriern, Bullterriern und Staffordshire

Bullterriern und deren Kreuzungen

nach Deutschland verboten ist.

Gleiches gilt auch für die nach Landesrecht

“gefährlichen Hunde”.

Wer einen dieser Hunde aus dem Urlaub

mitbringt, macht sich strafbar bei

der Einreise nach Deutschland.

Denken Sie daher bitte auch daran, die

notwendigen Unterlagen (Haltungsgenehmigung

bzw. Eigentumsnachweis)

für Ihren eigenen (Listen-)Hund bei der

Heimreise mitzuführen.

“Agentur lodgiNG” hilft dem bmt

Als Natalie Lenneweit, Geschäftsführerin der Reiseagentur lodgiNG, im RdT

1/08 über das Straßenhundprojekt des bmt in Rumänien las, entschied sie sich,

zu helfen. 5 Euro von jeder Buchung werden nun an den bmt gespendet.

Die Aktion läuft vom 1. Juni - 31. Juli 2008.

"So gehen Urlaub und Tierschutz Hand in Hand", freut sich die Unternehmerin,

die mehrere Tierschutzprojekte fördert. Auf ihrem Messestand in Neumünster

(CaCiB Mai/Juni 2008) stellte sie die Arbeit des bmt in Rumänien vor

und verkaufte die bmt-Stoffhunde zur Finanzierung der Kastration von Straßenhunden.

Natalie Lenneweit erklärt, dass es ihr so wichtig

ist, den Tierschutz zu unterstützen. "Seit vielen Jahren bin ich als Geschäftsführerin der Reiseagentur

lodging bemüht, meinen Kunden mit Haustier(en) ein komfortables Quartier für den Urlaub

zu vermitteln. Jedes Mal freue ich mich wieder über die Feedbacks, wenn Gäste uns berichten,

wie schön doch der Urlaub mit ihren Tieren in unseren Häusern war! Ein schöneres

Kompliment kann es für mich und mein Team gar nicht geben!

Als Hundehalterin (ich habe selber seit kurzem zwei Hunde) und engagierte Tierschützerin

liebe ich meine Arbeit und den Kontakt mit meinen vierbeinigen (und natürlich

auch zweibeinigen) Gästen. Da es viele Projekte gibt, die den Tierschutz effektiv

unterstützen, habe ich mir nun vorgenommen, in Zukunft 5,00 Euro von jeder

Buchung für Tierschutzprojekte zu spenden. Somit erhält der bmt Spenden von allen

Buchungen, die vom 1. Juni bis 31. Juli bei uns eingehen."

www.urlaubshund.de

info@urlaubshund.de

Text: Mike Ruckelshaus

Fotos: TH Köln-Dellbrück

Agentur lodgiNG

Natalie Leneweit

Fasanenweg 6

24616 Brokstedt

04324 / 8827-80


Das Recht der Tiere 2/2008

12

E UROPA

STIERKAMPFINDUSTRIE IN DEN ROTEN ZAHLEN

IST ... UNTERLAUFEN BALD SCHLUSS MIT DEN DEM TIERSCHUTZ BLUTIGEN SPEKTAKEL?

Dopingtests für Bullen und geklonte

Kampfstiere - die Stierkampflobby

in Spanien lässt sich so einiges

einfallen, um über ihre zunehmende

Unpopularität in der Bevölkerung

hinweg zu täuschen.

Florian Leppla, Stierkampfkoordinator

bei der League Against Cruel

Sports, mit Sitz in London, über eine

Industrie in der Krise.

Es ist schon erstaunlich, was sich die

Stierkampflobby in den letzten Monaten

alles hat einfallen lassen. Ein Dopingtest

für Bullen soll "beweisen", dass

die Stiere keine Beruhigungsmittel erhalten.

Diese würden sie weniger aggressiv

machen. Stierkampfzüchter

planen außerdem, ihre Kampfstiere zu

klonen, um den Fortbestand der Zucht

zu retten.

Im März wurde allen Ernstes ein 65jähriger

Matador aus dem englischen Salford

reaktiviert. Nicht kurios genug: der

Brite hatte aber zudem ein künstliches

Kniegelenk und einen vierfachen Bypass.

Gerüchte über ein Wiederaufleben

des Stierkampfs im marokkanischen

Tanger und Stierrennen in

Belgien komplettieren diese Auflistung.

Nun scheint sich zu bestätigen, was

schon lang vermutet wurde: Die Stierkampfindustrie

steckt in der Krise. Sie

sieht sich mit einer wachsenden Unpopularität

konfrontiert und hat erhebliche

finanzielle Probleme.

Wie die spanische Zeitung El Pais (31.

Januar 2008) und der englische Guardian

(12. Mai 2008) berichten, haben

nur die Hälfte der Stierkampfzüchter im

vergangenen Jahr Profit gemacht.

Außerdem bedrohen stark steigende

Kosten die Existenz der Züchter, viele

könnten ohne die EU-Subventionen

(derzeit 220 Euro pro Kuh) nicht überleben.

Es sind nicht so sehr die Fakten, die

überraschen, als vielmehr ihre plötzliche

Verfügbarkeit. War es noch vor ei-

nem Jahr extrem schwierig, an offizielle

Zahlen über Zuschauer, Zuchtkosten

oder ähnliches zu kommen, gibt sie die

Stierkampflobby nun bereitwillig preis.

Ist die neue Strategie also, die ungeschminkten

Zahlen auf den Tisch zu legen?

Und damit Politiker zu überzeugen,

dass der Stierkampf gerettet

werden muss? Mit noch mehr Subventionen?

Es ist zu früh, um darauf eine

eindeutige Antwort zu geben. Klar ist

jedenfalls, dass sich die Industrie auf

dem absteigenden Ast befindet und alle

Anzeichen auf Krise stehen. Sehen

wir es als das Aufbäumen der Stierkämpfer,

ihre "Tradition" vor dem sicheren

Tod zu bewahren. Bitterer Sarkasmus,

man fühlt sich fast an eine

Stierkampfszene erinnert.

Zahlen und Fakten zum Stierkampf

89 Prozent der Briten würden nie einen Stierkampf besuchen. Und Sie?

Stimmen Sie ab bei www.league.org.uk.

Die Stierkampflobby behauptet, dass Stierkampf ein "integraler Bestandteil

spanischer Kultur" sei. Fakt ist, dass 72 Prozent aller Spanier kein

Interesse an dem grausamen Spektakel haben. Das hat eine Umfrage des

Gallup Instituts vom November 2006 ergeben.

Die Stierkampflobby behauptet, dass Stierkampf unter Touristen populär

ist. Fakt ist, dass 89 Prozent aller Briten im Urlaub nie einen Stierkampf

besuchen würden (Umfrage von ComRes im Auftrag der League Against

Cruel Sports im April 2008). Umfragen in anderen europäischen Ländern

zeigen ähnliche Werte.

Anti-Stierkampf-Demo Barcelona 17. Juni 2007


J UGENDTIERSCHUTZ

“16 Pfoten auf dem Weg nach Hause”

EINE GRUNDSCHULKLASSE

UND IHRE TIERSCHUTZPROJEKTE

Was kann so wichtig sein wie "das Einmaleins und

die Rechtschreibung"? Das Thema Tierschutz, sagt

Renate Lühr. Sie ist seit 39 Jahren Grundschullehrerin,

und in jeder neuen Klasse steht der Tierschutz

wieder auf dem Lehrplan. Ihre Schüler arbeiten so

begeistert und erfolgreich an den verschiedenen

Tierschutzprojekten mit, dass der Umweltminister

von Nordrhein-Westfalen die 3. Klasse der GGS

Bernberg-Gummersbach mit dem Tierschutz-

Sonderpreis des Landes auszeichnete.

In früheren, härteren Wintern ließ Renate Lühr unterernährte

Igelkinder mit Unterstützung des Tierarztes in ihren Klassen

überwintern. Und legte damit den Grundstein für frühe

Verantwortung, in dem Kindergruppen zur Versorgung der

Kleinen eingeteilt wurden. Mit den Schülern traf sie sich,

selbst Weihnachten und Sylvester, um die Igel zu füttern. Im

Frühjahr wurden die Tiere ausgewildert.

Mit der Einführung des Internets holten sich die Schüler von

Renate Lühr die Wanderwege und Flugrouten von Wildtieren

in die Klasse. Jeden Morgen verfolgten sie über Web-Cams

die Bewegungen in den vielen Storchennestern Deutschlands

oder das Treiben der Bären in ihrer Höhle in Schweden. Weil

das Brutverhalten der Störche so faszinierend war, nahmen

Schüler und Lehrerin Kontakt zu einer Storchenauffangstation

auf. Als nach der Pensionierung des Betreibers der Storchenhof

geschlossen werden sollte, setzte sich die engagierte

Grundschulklasse bei dem Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt,

Professor Dr. Böhmer, für den Erhalt der weltweit

bekannten Einrichtung ein.

"Kindern hört man zu", erklärt Renate Lühr den Erfolg ihrer

Intervention auf höchster Ebene. Die Pflegestelle für verletzte

Störche besteht bis heute - und auch dazu trugen die Kinder

praktisch bei. Sie sägten Holzstörche, verkauften sie über

das Internet und spendeten den Erlös dem Storchenhof.

Gemeinsam mit ihrer Lehrerin sahen

sie im Unterricht "Tiere suchen

ein Zuhause" und waren tief betroffen.

Nachdem Renate Lühr

selbst ihre Hündin Elsa über die

WDR-Sendung übernommen und

den Kontakt zum Welpenwaisenhaus

in Nettersheim (NRW) hergestellt

hatte, entstand in der Klasse

der Wunsch, aktiv zu helfen.

Auszeichnung für Renate Lühr und ihre Klasse

Für jeden Schüler gibt es einen bmt-Tierschutzhund

"16 Pfoten auf dem Weg nach Hause" heißt eine Geschichten-CD

der Mädchen und Jungen, mit deren Verkauf die Augen-Operation

einer beschlagnahmten,

blinden Zuchthündin bezahlt werden sollte.

Die Patenhündin Zora konnte nach dem

Eingriff tatsächlich das erste Mal in ihrem

Leben sehen - und als die Leiterin des Welpenwaisenhauses

mit der Shar-Paihündin

ins Klassenzimmer kam, nahmen die Kinder

Zora in die Arme. "Es waren unbeschreiblich

schöne Momente für uns alle",

erinnert sich Renate Lühr bewegt.

An diesem Tag drehte gerade der WDR fünf

Stunden in der Tierschutz-ambitionierten

Klasse. Nach Ausstrahlung des Beitrags

wurden die Schüler und ihre Lehrerin immer

bekannter, die Presse berichtete über

ihr Engagement für Tiere in Not und

schließlich gab es den Tierschutz-Sonderpreis

NRW vom Umweltminister. Und was

taten die Kinder nach der Preisverleihung?

Sie verkauften den Ehrengästen in der

Staatskanzlei ihre CD´s, um ihre vielen

Tierschutzprojekte finanzieren zu können.

Ihr jüngstes Projekt ist die "Hundeolympiade",

die an einen tierschutzgerechten Umgang

mit Tieren in China gemahnt. Diese

neueste CD ist dem bmt für seinen Einsatz

im Ausland gewidmet und wird zu Gunsten

der aktuellen China-Kampagne des bmt verkauft.

Der bmt bedankt sich von Herzen für die Widmung

und darüber hinaus für die großartige Haltung

der jungen Tierschützer und ihrer engagierten

Lehrerin. "Macht weiter so!", da können wir

uns nur dem Umweltminister von Nordrhein-

Westfalen anschließen.

Das Recht der Tiere 2/2008

13


Das Recht der Tiere 2/2008

14

G EFLÜGEL

Kein anderes Nutztier wurde in den vergangenen

Jahrzehnten so "perfekt" an

die Haltungssysteme der industriellen

Massentierhaltung angepasst wie das

Masthähnchen. In nur 38 Lebenstagen

(zum Vergleich: unter natürlichen Lebensbedingungen

kann die Lebenserwartung

bei Hühnern 10 Jahre betragen)

erreicht es sein Schlachtgewicht. In

dieser Zeit, vom Schlüpfen bis zur

Schlachtung, verwertet es 1,6 kg Futter

zu einem Kilogramm Fleisch.

Die Zuchtlinien moderner Masthühner

sind auf rasche Gewichtszunahme bei

optimaler Futterverwertung ausgerichtet.

Zur Kosteneffizienz werden so viele

Tiere wie möglich auf engstem Raum

gehalten. In der konventionellen Mast

liegen die Besatzdichten bei 23 Hühnern

bzw. 35 Kilogramm pro Quadratmeter.

Jedem Huhn stehen somit rein

rechnerisch 435 cm 2 Bodenfläche zur

Verfügung. Die gesetzlich vorgeschriebene

Fläche für eine Legehenne beträgt

derzeit nach der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung

550 cm 2 .

Konzentration auf wenige

Großkonzerne

Weltweit werden jährlich 60 Millionen

Das Schicksal der Masthähnchen

38 TAGE "LEBEN" AUF EN

MILLIONENFACHE TIERQUÄLEREI UNTER DEUTSCHER

Turbomast in wenigen Tagen

Tonnen Hähnchen verbraucht. In den

vergangenen 10 Jahren ist in Deutschland

der Geflügelverbrauch pro Kopf

um 40% gestiegen. Hühnerfleisch gilt

als fettarm und gesund und ist seit der

BSE-Krise in der Verbrauchergunst rasant

gestiegen. Musste der Verbraucher

in den 60er Jahren noch 2 Stunden für

1 kg Brathähnchen arbeiten, so sind es

heute nur noch 13 Minuten.

Schätzungen zufolge wird der Konsum

von Geflügelfleisch den Konsum von

Schweinefleisch in den nächsten zehn

Jahren übertreffen. Einer der Hauptgründe

ist der steigende Fleischkonsum

islamischer Länder, in denen Schweinefleisch

aus religiösen Gründen tabu

ist.

Nach Angaben der FAO befinden sich

74 % der weltweiten Geflügelproduk-

Ein Huhn könnte 10 Jahre alt werden - und

muss doch schon nach 38 Tagen sterben. In

dieser kurzen Zeit erreicht es unter den perfektionierten

Bedingungen der Massentierhaltung

sein Schlachtgewicht, um wenig später

die Verbraucher als Mc Chicken und

Chicken Mc Nuggets zu befriedigen.

Der Verbrauch von Geflügelfleisch stieg in den

vergangenen 10 Jahren in Deutschland um

40%; weltweit werden jährlich 60 Millionen

Tonnen verzehrt. Seit Juni 2007 gelten in Europa

Mindestvorschriften zur Haltung von

Masthähnchen für Betriebe, die mehr als 500

Tiere halten. Dass die von der EU verabschiedete

Richtlinie sich am wenigsten den Schutz

der Masthähnchen auf die Fahne geschrieben

hat, lesen Sie im folgenden Beitrag.

tion in der Hand von Großunternehmen.

In Deutschland kontrollieren 5

Unternehmen 97 % des Marktes. Entscheidende

Produktionsbereiche, wie

die Kükenzucht, Futterproduktion,

Schlachtung und Fleischverarbeitung,

sind im Besitz dieser Konzerne. Die

Mast ist auf einzelne Landwirte ausgelagert,

die als "selbständige Mäster"

das unternehmerische Risiko tragen,

z. B. bei Krankheit und einem daraus

eventuell resultierenden Verlust des

ganzen Bestandes.

Arbeitsplätze entstehen bei dieser Form

der Tierhaltung keine. Personal wird lediglich

zum Ein- und Ausstallen der Tiere

benötigt. Das Ausstallen der Tiere erfolgt

unter hohem Zeitdruck und führt

häufig zu schweren Verletzungen bis

hin zu Knochenbrüchen. Für ein Kilogramm

Masthähnchen erhält der Mäster

etwa 64 Cent, im Einkauf kostet ein

Küken ca. 30 Cent. Hinzu kommen die

Kosten für Futter, Wasser, Strom, Heizung,

etc..

Ein weiterer Vorteil der Auslagerung

der Mast: Ein einzelner Landwirt kommt

leichter in den Besitz einer Baugenehmigung

für eine Produktionshalle auf

dem "flachen Land" als ein großer

Agrarkonzern.

Legitimierte Tierqual: Haltung auf engstem Raum


GSTEM RAUM

RATSPRÄSIDENTSCHAFT FESTGESCHRIEBEN

Haltungsbedingungen

führen zu massiven

Gesundheitsproblemen

Aus Kostengründen erfolgt die Haltung

von Masthühnchen zu Tausenden in

riesigen Hallen bei kontinuierlichem

Dämmerlicht ohne Nachtruhe. Dichtgedrängt

teilen sich 23 Hühner einen

Quadratmeter Stallfläche. Das Ausleben

arttypischer Verhaltensweisen wie

Aufbaumen, Scharren, Picken, Sandbaden

oder Ruhen auf erhöhten Plätzen

ist aufgrund mangelnder Grundflächen

und hoher Bestandsdichten

nicht möglich. Zum Mastende stehen

die Tiere in ihren eigenen Exkrementen.

Der dadurch entstehende beißende

Ammoniakgeruch verursacht Atemwegserkrankungen.

Die Bedingungen dieser Massentierhaltung

auf engstem Raum und die nur

auf Schnellwüchsigkeit ausgelegte Zuchtselektion

führen zu massiven gesundheitlichen

Problemen (Beinschwäche,

Skeletterkrankungen, Brustblasen, Herzerkrankungen,

Hautkrankheiten, Fußballenerkrankungen,

verringerte Fortpflanzungsraten).

5 % der Masthähnchen

erreichen das Ende der Mast nicht

und sterben vorzeitig. Allein in Deutschland

sind dies über 20 Millionen Tiere.

Neue EU-Richtlinie :

” 33 kg Hühner pro m 2 “

Am 7. Mai 2007 hat sich der EU-Ministerrat

für Landwirtschaft und Fischerei

auf eine Richtlinie über Mindestvorschriften

zum Schutz von Masthühnern

für Betriebe, die mehr als 500 Tiere

halten, geeinigt. Im Juni wurde die

Richtlinie verabschiedet.

Nach der neuen Regelung ist künftig

EU-weit eine Besatzdichte von maximal

33 kg Masthühner pro Quadratmeter

Stallfläche erlaubt, unter Einhaltung zusätzlicher

Auflagen bis zu 39 kg und bei

noch strengeren Kriterien bis zu 42 kg.

In der Praxis bedeutet dies die Haltung

von 26 Tieren auf einem Quadratmeter.

Somit wird den Masthühnern weniger

Platz zugestanden als den Legehennen

in der Käfighaltung.

Regelungen zur Zucht von Masthähnchen

enthält die Richtlinie nicht, obwohl

die EU-Kommission noch im Jahr 2005

darauf hinwies, dass die meisten Tierschutzprobleme

in der Masthähnchenhaltung

durch die Selektion auf schnellwüchsige

Rassen bedingt sind.

Die derzeitige einseitige Selektion auf

schnell wachsende Tiere beeinträchtigt

Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere.

Daher ist es zwingend notwendig,

die Zuchtlinien hinsichtlich Gesundheit

und Sozialverträglichkeit zu verbessern

und nur geeignete Rassen und Zuchtlinien

bei der Mast zu verwenden.

Bislang existierten keine europaweit

gültigen spezifischen Rechtsvorschriften

für den Schutz von Masthühnern. In

Deutschland gab es nur eine freiwillige

Vereinbarung zwischen der Geflügelwirtschaft

und den Behörden. Doch

selbst diese aus Tierschutzsicht unzureichenden

Haltungsvorgaben werden

Nach EG-Öko-Verordnung

� Max. 4800 Hühner/Stall

� 21 kg bzw. 10 Tiere/qm

� Käfighaltung ist verboten

� ständiger Auslauf 4 qm/Tier

� Mindestschlachtalter 81 Tage

� Verwendung möglichst langsam

wachsender Zuchtlinien

� Staubbad vorgeschrieben

Nach Neuland-Richtlinien

� 6.000 Mastplätze (entspricht Jahresproduktion

von 30.000 Hähnchen)

� ganzjähriger Auslauf 4 qm/Tier

� Sandbaden möglich

durch die Richtlinie unterlaufen.

Mit Ausnahme von Österreich haben

alle EU-Mitgliedsstaaten, einschließlich

der deutschen Bundesregierung, diesem

Kompromiss zugestimmt. Das

österreichische Tierschutzgesetz sieht

derzeit eine Obergrenze von 30 Kilogramm

pro Quadratmeter vor. Nach

einem Bericht des EU-Ausschusses für

Tiergesundheit und Tierschutz beginnen

erhebliche Tierschutzprobleme

schon bei Bestandsgrößen, die über 25

kg/qm hinausgehen.

Der bmt kritisiert die Zustimmung von

Landwirtschaftsminister Seehofer zu

der jetzt vorliegenden Einigung besonders,

weil der Kompromiss, der

millionenfaches Tierleid festschreibt,

unter der deutschen EU-Ratspräsidentschaft

zustande kam.

Zur Erinnerung: Minister Seehofer

hatte erst im Jahr 2006 das Käfigverbot

für Legehennen aufgehoben.

Es geht auch anders:

Masthähnchenhaltung nach Bio-Richtlinien

Text: Mike Ruckelshaus, Fotos: Deutsches Tierschutzbüro

M ASSENTIERHALTUNG

� Strukturierter Stall (z.B. Strohballen)

� Nachtruhe von 8 Stunden

� 21 kg bzw. 10 Tiere/qm

� 500 Tiere pro Gruppe

� Ausreichende Fläche, die gleichzeitiges

Ruhen aller Tiere ermöglicht

� Trockenes Stroh als Einstreu zum

Scharren und Picken

� Kupieren von Körpergewebe ist

verboten

� Transport bis zum nächsten

Schlachthof, max. 4 Stunden

� Tierwidrige Haltungsformen

(z.B. Kastenstand, Käfighaltung,

Vollspaltenböden) sind verboten.

Das Recht der Tiere 2/2008

15


Das Recht der Tiere 2/2008

16

Dr. Susanne Buscher mit dem “abgespeckten” Oskar

RdT: Woran erkenne ich, dass

mein Haustier zu viel wiegt?

Dr. Buscher: Am einfachsten kann

man überflüssiges Fettgewebe erkennen,

indem man sein Tier möglichst

objektiv betrachtet und beim Streicheln

abtastet.

Eine Faustregel besagt, dass das Tier

von oben betrachtet eine "Sanduhr-Silhouette"

haben sollte. Das bedeutet,

dass Hals und Taille deutlich schlanker

als der Brustkorb sein müssen, wobei

die Taille kaum dicker ist als der Hals.

Eine weitere Faustregel ist, dass man

die letzten beiden Rippen sehen sollte,

die übrigen Rippen sind nur fühlbar

und zwar unter einen dünnen Schicht

Unterhautfettgewebe, diese ist z. B. bei

einem 30 kg schweren Hund 3-5 mm

dick, je nach Rasse. Es gibt auch rassespezifische

Gewichtstabellen, die aber

für ein einzelnes Tier nicht unbedingt

genau stimmen müssen. Im Zweifelsfall

sollte man sich beim Tierarzt Rat holen.

RdT: Welche Erkrankungen kann

Übergewicht zur Folge haben?

Dr. Buscher: Übergewicht bedingt eine

Verstärkung oder sogar Entstehung

von folgenden Erkrankungen:

� Gelenk-/Bandscheibenerkrankungen

� Atemprobleme durch Beeinträchtigung

der Lungen, denn das Fett

sitzt auch zwischen den Organen!

� Herz- und Kreislauferkrankungen,

Bluthochdruck

� Leistungs-, Aktivitätsverminderung

� Diabetes mellitus

� Erhöhung der Blutfettwerte

� Bestimmte Lebererkrankungen

� Höheres Inkontinenzrisiko bei

kastrierten Hündinnen

� Fortpflanzungsstörungen und

Geburtsprobleme

� Hautstoffwechselstörungen (Schuppenbildung,

Hautentzündungen)

� Höheres Risiko für Harnwegserkrankungen

bei der Katze

� Höheres Narkoserisiko

RdT: Was macht Tiere dick? Und

gibt es heute mehr fettleibige

Haustiere als früher?

Dr. Buscher: Zu Ihrer ersten Frage:

Dick wird ein Tier genau wie ein

Mensch dann, wenn es regelmäßig

mehr Kalorien aufnimmt als es verbrennt.

Der tägliche Energiebedarf

wird von vielen Tierhaltern überschätzt.

Zum einen, weil das handelsübliche

Futter, vor allem Trockenfutter, weitaus

Interview mit Dr. Susanne Buscher

Übergewicht bei Haustieren -

WEG MIT DEM

Zu viele Pfunde führen nicht nur bei Menschen zu

Problemen, sondern auch bei unseren Haustieren.

In Deutschland leben ca. 26 Millionen Haustiere -

und etwa ein Drittel von ihnen leidet sogar unter

erheblichem Übergewicht. Hauptursache:

Eine energiereiche Ernährung bei gleichzeitigem

Bewegungsmangel. Aber auch Erkrankungen, wie

zum Beispiel eine Unterfunktion der Schilddrüse,

führen unbehandelt zur Fettleibigkeit.

Als Oskar in die Wau-Mau-Insel kam, wog er stolze 25 kg. Tierärztin Susanne Buscher aus Gudensberg

(bei Kassel), die sich u.a. um die Gesundheit der Tierheimtiere kümmert, hat den Terrier-Mischling auf

Diät gesetzt und die Vorgehensweise eng mit seiner neuen Besitzerin, Petra Hollstein, abgesprochen.

Heute wiegt Oskar 15 kg und hat sich mit den verlorenen Pfunden seine Lebensqualität zurück erobert.

mehr Kalorien enthält als man ihm ansieht,

zum anderen, weil ein Mensch oft

intuitiv die Futtermenge für sein Tier an

der eigenen Nahrungsmenge orientiert.

Außerdem passen viele Besitzer

die tägliche Ration nicht an die ent-

Oskar vorher: 10 Kilo Übergewicht

sprechenden Bewegungs- und Aktivitätseinheiten

an.

Es gibt tatsächlich mehr fettleibige

Haustiere als früher. In der Fachliteratur

wird angegeben, dass 25-40% der

bei Tierärzten vorgestellten Katzen und

Hunden übergewichtig sind.

RdT: Neigen dicke Menschen

dazu, ebenfalls übergewichtige

Haustiere zu haben?


mehr als ein kosmetisches Problem!

SPECK!

Dr. Buscher: Die Parallele besteht

hauptsächlich darin, dass eben immer

mehr Tiere genauso wie immer mehr

Menschen übergewichtig sind. Daher

ist es schon rein statistisch unvermeidlich,

dass natürlich immer mehr dicke

Besitzer auch dicke Haustiere haben.

Aber wir kennen auch alle anderen

Kombinationen.

RdT: Erkennen die Besitzer die

Problematik, oder müssen Sie

als Tierärztin eher auf die Übergewichtigkeit

hinweisen, d. h.

verdrängt der Mensch das Problem?

Dr. Buscher: In der Regel müssen wir

darauf hinweisen. Ich denke aber, dass

viele Menschen durchaus wissen, dass

ihr Tier übergewichtig ist, sie aber dieses

Thema nicht gerne besprechen,

weil sie befürchten, kritisiert zu werden

oder weil sie ihre Lebensgewohnheiten

auf keinen Fall ändern wollen.

Sicherlich gibt es aber auch viele Menschen,

die sich einfach so sehr an das

Aussehen ihres Tiers gewöhnt haben,

dass ihnen dessen Übergewicht tatsächlich

nicht bewusst ist.

RdT: Was kann ich tun, damit

mein Haustier "gesund" abnimmt?

Dr. Buscher: Auch hier gilt das gleiche

wie beim Menschen: die Futtertagesration

sorgfältig bestimmen, Belohnungen

und Ritual-Leckerli aus dieser

Tagesration entnehmen und ein passendes

"Sportprogramm" planen und

durchführen. Dabei beraten und helfen

Tierärzte und auch viele Hundeschulen

gerne.

Natürlich sollte man das Gewicht seines

Vierbeiners mindestens wöchentlich

kontrollieren (lassen).

Es ist übrigens sehr empfehlenswert,

vor der geplanten Abspeckkur eine tierärztliche

Allgemein- und Blutuntersuchung

durchführen zu lassen. Vielleicht

liegen schon Erkrankungen vor, auf die

man Rücksicht nehmen muss, oder vielleicht

ist die Gewichtszunahme durch

eine Schilddrüsenunterfunktion gefördert

worden.

RdT: Die Universität Liverpool

hat eine Spezialklinik zur Behandlung

von Fettleibigkeit bei

Tieren eröffnet, in den USA hat

Kleine Ernährungstipps

RdT: Welches Futter eignet sich bzw. empfehlen Sie, und

was halten Sie von im Handel erhältlichen Diätfutter- oder

Light-Futtermitteln? Sind diese tatsächlich dazu geeignet,

dem Haustier beim Abspecken zu helfen?

Dr. Susanne Buscher: Bei Tieren, die extrem nach Futter

betteln und nur durch Futter zu belohnen oder zu motivieren

sind, kann ein Light- oder Reduktionsdiät-Futtermittel

schon hilfreich sein, weil es einfach den Magen mehr

füllt und eine häufigere Gabe zulässt. Allerdings muss

auch hier genauestens die berechnete Menge eingehalten

werden. Wir haben schon viele Fälle erlebt, bei denen die

Tiere trotz langer Diätfuttermittelgabe nicht abgenommen

haben oder sogar zunahmen.

Fazit: Die Frage nach dem "Wieviel" ist viel wichtiger als die

Frage nach dem "Was".

I NTERVIEW

die amerikanische Regierung

kürzlich grünes Licht für ein verschreibungspflichtiges

Mittel

zum Abspecken gegeben, quasi

eine Schlankheitspille für

Hunde. Was halten Sie von solchen

drastischen Mitteln?

Dr. Buscher: Die menschlichen Ernährungsberater

haben schon längst

erkannt, dass nur eine dauerhafte Umstellung

des Ess- und Bewegungsverhaltens

einen dauerhaften Erfolg bescheren.

Warum sollten wir unsere Tiere nun

auch noch mit Medikamenten behandeln,

die eventuell auch unerwünschte

Wirkungen zeigen, die einen Jo-Jo-Effekt

nicht ausschließen können und die

auch noch Geld kosten?!

RdT: Haben Sie einen Tipp, wie

man das mühsam erarbeitete

Idealgewicht langfristig halten

kann?

Dr. Buscher: Eine behutsame und

dauerhafte Umstellung der Lebensgewohnheiten

wird dazu führen, dass der

Körper das normale Sättigungsgefühl

und die gewonnene Gesundheit und

Lebensfreude so sehr schätzt, dass er

das übermäßige Fressen sicher nicht

vermisst.

Text und Fotos: Claudia Bioly

Wichtig ist es auch zu

überprüfen, ob man das

Tier vielleicht häufig aus

eigenen emotionalen Bedürfnissen

heraus füttert.

Vielleicht weil man es

nicht erträgt, selbst etwas

zu essen, während das

Tier erst später etwas be- Bobby, 20kg zuviel!

kommen soll. Oder weil

es uns doch so lieb begrüßt hat. Oder weil man ein

schlechtes Gewissen hat, es länger allein gelassen zu haben.

Oder weil man fürchtet, die Zuneigung seines Vierbeiners

zu verlieren. Oder weil Leckerchen bequemer sind

als längere Spaziergänge. Oder, oder, oder ...

Das Recht der Tiere 2/2008

17


Das Recht der Tiere 2/2008

18

R UMÄNIEN

RUMÄN I E N

BRASOV

BUKAREST

Mitte Mai stimmten die Abgeordneten

für das angekündigte Streunerhundgesetz

in Rumänien - leider war die

Kammer an diesem Tag nicht abstimmungsfähig,

weil zu wenig Volksvertreter

anwesend waren.

"Die Kommunalwahlen", erklärt Petra

Zipp, "schieben das Hundeproblem im

Augenblick nach hinten." Ende Juni soll

es nun eine erneute Abstimmung geben.

Doch trotz der Verzögerung auf

gesetzlicher Ebene tut sich derzeit viel

in Brasov.

Wie viele Hunde werden derzeit im

Tierheim Brasov betreut? Welche Tiere

können vermittelt werden? Haben sich

die Haltungsbedingungen in der städtischen

Hundestation verbessert? Fragen

über Fragen, die Petra Zipp vor

Ort klären muss, um sich ein genaues

Bild über die aktuelle Situation in Brasov

machen zu können.

Bismarck wartet im Tierschutzzentrum

Pfullingen auf Sie!

600 Hunde sitzen im Tierheim - noch

über 200 Hunde zu viel. Die Zwinger

Wer hilft Bismarck und seinen

DRINGEND: ÜBER 200 HUNDE AUS DEM TIERHEIM

sind

noch immerüberbelegt.

“Jedes Mal

tauchen neue,

verschreckte

Hunde aus dem

hinteren Bereich der

Gehege auf", sagt Petra

Zipp, "die ich bei vorherigen

Besuchen nicht gesehen habe,

weil sie sich nicht nach vorne trauten."

Es kommt immer wieder zu gefährlichen

Beißereien; unterlegene Tiere

haben keine Chance, sich gegen die

Gruppe zu wehren.

Deshalb hat die Tierheimleiterin aus

Brasov gefährdete Hunde außerhalb

der Zwinger an die Kette gelegt. Zwar

sind die Vierbeiner so nicht mehr den

Angriffen ihrer Artgenossen ausgesetzt

und haben ungehinderten Zugang zu

Wasser, Futter und ihrer Hundehütte,

doch die Haltung an der Kette ist den

Tieren auf Dauer nicht zuzumuten.

Wer schenkt ihnen ein schönes Zuhause?

"Die Kettenhunde müssen sofort vermittelt

werden oder in freigewordenen

Zwingern eine bessere Unterkunft finden",

erläutert die Auslandstierschutzkoordinatorin

ihr Konzept zur Umgestaltung

des Tierheims Brasov. Um

überhaupt Kastrationen in naher Zukunft

durchführen zu können, muss der

Hundebestand um mindestens 200

Tiere reduziert werden.

"Für diese Hunde suchen wir dringend

ein schönes Zuhause", appelliert Petra


umänischen Freunden?

BRASOV SUCHEN JETZT EIN ZUHAUSE!

nähe, ein Vermittlungstrakt und

ein weiterer Abschnitt, in dem die

unvermittelbaren Hunde als "Dauersitzer"

leben sollen.

"Im Moment ist das Risiko zu groß,

dass die Besitzerhunde Infektionen

ins Tierheim einschleppen

oder sich selbst gefährden", sagt

die 50jährige. Dabei ist die Kastration

der privat gehaltenen

Hunde ein wichtiger Teil des geplanten

Kastrationsprojekts, denn

diese tragen zum ständigen Nachwuchs

unter den Streunern bei.

Das reformierte Streunerhundegesetz,

wenn es denn nun endlich

verabschiedet wird, sieht die Kastration,

Kennzeichnung und Registrierung

der Besitzerhunde gerade

aus diesem Grunde vor- rangig

vor. Die Streunerhunde sollen

von den Stadtverwaltungen eingefangen,

kastriert, gekennzeichnet

und registriert werden.

Unter Aufsicht sollen dann die kastrierten

Hunde, so die Planung

von Dr. Liviu Harbuz, Leiter der Tierärztlichen

Vereinigung Rumäniens,

wieder frei gelassen werden. "Die Hunde

können nur dann auf ihre Plätze zurück

gebracht werden", beschreibt Petra

Zipp die Pläne zur Lösung des

Straßenhundproblems, "wenn sich

A USLANDSTIERSCHUTZ

Kastration und medizinische Behandlung stehen im TH Brasov an erster Stelle. Im Bild links: Dr. Liviu Harbuz

Sehnsucht im Blick -

Für Tierfreunde ist die

Hilfe im Ausland

ein Muss

Zipp an Hundefreunde,

aber auch

an Tierheime in

Deutschland und private

Pflegestellen. "Mit

dieser hohen Besatzdichte

im Tierheim können

wir unser Kastrationsprojekt

nicht starten", begründet sie die

Notwendigkeit, für jeden vermittelbaren

Hund so schnell wie möglich eine

neue Familie zu finden. Es macht

keinen Sinn, wenn junge Hunde ihr Leben

lang im Tierheim sitzen und den

Platz blockieren.

Schon muss Cristina Lapis, die Vorsitzende

von “Millions of Friends” immer

mehr Hundebesitzer aus Brasov abweisen,

die ihre Vierbeiner im Tierheim

kastrieren lassen wollen. "Wir können

erst dann Besitzerhunde im großen Stil

kastrieren", erklärt Petra Zipp, "wenn

wir verschiedene Zonen im Tierheim

eingerichtet haben." Angedacht sind

ein Behandlungsbereich in Eingangs-

ERFAHRENE

TIERÄRZTE GESUCHT!

Einsatz im Tierheim Brasov

Wir suchen erfahrene Tierärzte, die für einen

Zeitraum ihrer Wahl im Tierheim Brasov

arbeiten möchten. Wichtig ist eine langjährige

Berufspraxis, weil die Verletzungen und

Erkrankungen der Tierheimhunde besondere

Anforderungen an Tierärzte stellen.

Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Petra

Zipp, Tierschutzzentrum Pfullingen,

Tel: 07121/ 820 17 - 0 oder Durchwahl 12.

Email: petra.zipp@bmt-tierschutz.de

Tierschutzorganisationen und Privatpersonen

um sie kümmern."

An dem Punkt der Wiederaussetzung

bei der Reformierung des Streunerhundegesetzes

scheiden sich in Rumänien

noch die Gemüter.

Das Recht der Tiere 2/2008

19


Das Recht der Tiere 2/2008

20

Gerettet!!

Hoffen wir auf eine Entscheidung im

Sinne des Tierschutzes - wir werden Sie

umgehend informieren.

Für vermittelbare Hund sollen zügig im

Land und außerhalb Rumäniens neue

Familien gefunden werden. "Rumänische

Hunde sind gut sozialisiert und

sehr angenehme Familienmitglieder",

sagt die Tierheimleiterin aus Pfullingen.

Über das dem Tierheim angeschlossene

Tierschutzzentrum werden freundliche

und sozialverträgliche Hunde aus

dem Tierheim Brasov vermittelt. Oft

sind es auch Notfälle, die unter den

harten Tierheimbedingungen vor Ort

nicht überlebt hätten oder ältere Hunde,

denen liebevolle Tierfreunde einen

schönen Lebensabend ermöglichen

wollen.

Ihre Mithilfe!

� Nehmen Sie einen rumänischen

Tierheimhund bei sich auf

� Spenden Sie projektbezogen:

20 Euro kostet z.B. die Kastration

einer Hündin

� Übernehmen Sie eine Patenschaft

(ab 15 Euro). 15 Euro im Monat

sichern das Überleben eines Strassenhundes.

R UMÄNIEN

Wie sehr gerade ältere Hunde,

die ein mühsames Leben voller Entbehrungen

und Ängste hinter sich haben,

bei ihren neuen Menschen

auftauen und sich mit inniger Zuneigung

an sie binden, haben wir in vielen

RdT´s beschrieben. Auch in dieser

Ausgabe lesen Sie auf den Seiten 22-23,

wie sich Robby, ein ehemaliger Kettenhund

aus dem Tierheim Brasov, nicht

nur völlig problemlos in seine Familie

fügt, sondern seine Bezugspersonen

mit seiner schnellen Auffassungsgabe

immer wieder verblüfft.

Zurück nach Brasov. Noch wird in der

City Hall getötet, doch Petra Zipp ist

überrascht, wie viel getan wurde, um

die Haltungsbedingungen der aufgegriffenen

Hunde deutlich zu verbes-

Kontakt zu unser Auslandskoordinatorin

Petra Zipp:

Tierschutzzentrum Pfullingen

Gönninger Straße 201

72793 Pfullingen

Tel: 07121/ 820 17 12

Am Auto fast zu Tode geschleift

sern. "Die Hunde sitzen in Abteilungen

zu viert oder fünft, haben Plastikkörbe

und Holzpaletten in den Ausläufen",

hat die Auslandstierschutzkoordinatorin

beobachtet, "und werden regelmäßig

gefüttert." Im Hinblick auf das kommende

Gesetz werden nur noch dort

Hunde getötet, wo Konflikte entstehen.

Erst wenn das Streunerhundegesetz

verabschiedet wird, soll das Töten der

Straßenhunde endgültig beendet und

in der Anlage kastriert werden. "So bitter

es ist, dass diese Hunde noch sterben

müssen", sagt Petra Zipp ernst, "so

erleichtert bin ich darüber, dass sie in

den Wochen bis zu ihrem Tod nicht

mehr wie früher leiden müssen und gut

versorgt werden."

SO KÖNNEN SIE HELFEN! PATENSCHAFTEN RETTEN LEBEN!

Mobil: 0171/ 200 84 77

eMail: petra.zipp@bmt-tierschutz.de

Spendenkonto Ausland:

Frankfurter Sparkasse

Kto. 847 275

BLZ 500 502 01

Alt,


abgeschoben - vergessen

So viele Kandidaten wie möglich werden

im Rahmen der Aufnahmekapazitäten

in das Tierheim Brasov gebracht,

daher auch aus diesem Grunde

der Wunsch, dort Platz zu schaffen.

Nach Einschätzung von Petra Zipp hat

sich das Los der Straßenhunde in Brasov

insgesamt verbessert. So sieht sie

saubere Wasserschüsseln für die Hunde

an einer Parkanlage oder einen

Wachmann am Supermarkt, der vier

Straßenhunde auf dem Gelände versorgt.

"Es ist alles okay", versichert er

der Deutschen auf ihre Nachfrage, "die

Bitte helfen Sie uns dabei durch Patenschaften,

Spenden und die Aufnahme

von Hunden. Bitte lassen Sie auch hier

Von Schrotkugeln durchsiebt

Gruppe, ein Rüde und drei Hündinnen,

lebt hier. Sie sind kastriert und werden

regelmäßig von mir gefüttert." Auch bei

der Veterinärdirektion von Brasov lebt

ein wohlbehüteter kastrierter und

geimpfter Straßenhund.

Die Auslandstierschutzkoordinatorin ist

begeistert: "So könnte es funktionieren.

Ein Teil der Hunde wird vermittelt, die

anderen kastriert und unter Aufsicht

auf ihre alten Plätze gesetzt und versorgt."

Nach maximal zehn bis zwölf

Jahren hätte sich dann das Straßenhundproblem

von selbst erledigt, weil

DER bmt IN UNGARN

DIE UNTERSTÜTZUNG LÄUFT WEITER!

Wir haben in den letzten beiden Ausgaben

ausschließlich über unsere

Tierschutzarbeit in Rumänien berichtet

- diese Berichterstattung

ist den aktuellen Entwicklungen

geschuldet und heißt nicht, dass

die Aktivitäten in Ungarn nicht

unvermindert weitergehen.

Im Gegenteil: Unsere Hilfe für

das Tierheim Pecs in Ungarn läuft

in der bewährten Form weiter wie

bisher. Wir unterstützen das Tierheim

monatlich mit einer festen Summe,

die die Versorgung der Hunde sichert

und holen Notfälle nach Deutschland, um sie

hier in liebevolle Hände zu vermitteln.

nicht mit Ihrer Hilfsbereitschaft nach.

Die ungarischen Tierschützer sind weiter

dringend auf uns angewiesen und

A USLANDSTIERSCHUTZ

Bitter enttäuscht von den Menschen

es keinen Nachwuchs mehr gibt.

"Bitte helfen Sie uns!", appelliert Petra

Zipp noch einmal an alle Tierfreunde,

"und adoptieren Sie einen rumänischen

Hund. Wir können im Tierheim Brasov

erst mit Kastrationen beginnen, wenn

wir Platz geschaffen haben." Es müssen

ganze Zwinger leer geräumt werden,

um Aufnahmemöglichkeiten für die zu

kastrierenden Hunde zu schaffen.

"Adoptieren Sie einen Hund - gewinnen

Sie einen neuen Freund, der Ihr Leben

bereichern wird!", sagt die Tierheimleiterin

aus Pfullingen.

PECS

Text: Claudia Lotz, Petra Zipp

Fotos: Petra Zipp

BUDAPEST

UNGA R N

KISKUNHALAS

Aufbau

großräumiger

Hundegehege

in Kiskunhalas

durch bmt-Ehrenamtliche

( Bericht aus Rdt 3/2007)

können ihre gute Arbeit bislang nur

dank deutscher Hilfe in diesem Maße

fortführen.

Das Recht der Tiere 2/2008

21


Das Recht der Tiere 2/2008

22

D IE BESONDERE G ESCHICHTE

Noch vor wenigen Monaten war Samson

einer von Hunderten Tierheimhunden

in Brasov. Heute bereichert er als

Robby das Leben seiner neuen Besitzer

Eva Christine Meyer und ihrem Lebensgefährten

Raul. Wie schnell ein Kettenhund

aus Rumänien Karriere als Familienhund

machen und sich dabei seine

Menschen noch "erziehen" kann, zeigt

folgende glückliche Vermittlung.

Im März 2008 fiel Petra Zipp der weiße

Hütehund im bmt-Partnertierheim in

Brasov in seiner Hundehütte auf. Den

Kopf auf die Pfoten gelegt, in den Augen

die unbestimmte Traurigkeit der

Straßenhunde, wenn sie sich unbeobachtet

wähnen - kein Foto schien geeigneter,

um das Titelthema im vergangenen

RdT 1/08, die Entwicklung

der Straßenhundsituation in Rumänien,

darzustellen.

Und kaum hatten die Mitglieder und

Förderer des bmt die RdT-Märzausgabe

in ihrem Briefkasten, klingelte bei

Petra Zipp, der Auslandstierschutzkoordinatorin

des Vereins, das Telefon. "Ich

möchte Samson aufnehmen, und Sie

damit bei Ihren Bemühungen in Rumänien

unterstützen", sagte Eva Christine

Meyer aus Diez an der Lahn.

So veränderte ein Foto das Leben eines

Hütehundes, der lange auf der Straße

gelebt hatte und seit Monaten im Tierheim

Brasov einer ungewissen Zukunft

Die Karriere eines Ketten

WIE ROBBY SEINEN NEUEN BESITZERN UNMISS

entgegensah. Die Vermittlungschancen

für Tierheimhunde

in Rumänien sind

beschränkt, während

sich in Deutschland immer

mehr Menschen

finden, die einem ehemaligen

Straßenhund

ein liebevolles Zuhause

schenken.

Doch wer bekommt die

begehrte Fahrkarte nach

Deutschland? "Hunde, die

wir aus unseren Tierheimen

heraus gut vermitteln können.

Das sind in der Regel kleine bis

mittelgroße Hunde, gutmütig, sozialverträglich

und natürlich Notfälle, die

vor Ort keine Überlebenschance hätten",

sagt Petra Zipp.

Und der Aufruf in der März-Ausgabe,

einen Tierheimhund zu adoptieren, hat

noch eine zusätzliche Dringlichkeit: Im

Tierheim Brasov soll in den kommenden

Wochen eine Tierklinik errichtet

werden, in der die Straßenhunde kastriert

werden sollen. Das Kastrationsprojekt

in Brasov wird Vorbildcharakter

für ganz Rumänien haben, wenn es

reibungslos klappt. Nur dann kann die

Bevölkerung von dem Projekt überzeugt

werden, das langfristig das Straßenhundproblem

auf humane Weise

lösen soll.

"Ich helfe Dir",

sagt Eva Christine, als Samson ihr auf

dem RdT-Titel 1/08 entgegenschaut.

Die Augen sind traurig, denkt sie bei

sich und hat schon den Hörer in der

Hand. Auslandstierschutzkoordinatorin

Petra Zipp veranlasst den Transport von

Samson, der schon wenig später mit

über 20 Tierheimkumpels den Weg

nach Deutschland antritt.

Und während alle anderen Hunde im

Tierschutzzentrum Pfullingen "häuslich

einrichtet werden", steht Samson in

Kürze die Weiterreise Richtung Westerwald

bevor. Geduldig und souverän


hundes aus Rumänien

VERSTÄNDLICH DAS FERNSEHEN VERBOT

“Dieser Hund hat Verstand”,

sagen Eva Christine und

Raul von ihrem neuen

Familienmitglied

meistert der große

Hütehund diese neuen

Herausforderungen: Bislang

bestand sein Leben

aus der Gefahr durch Hundefänger,

ständigem Hunger

und dem zehrenden Überlebenskampf.

Doch jetzt muss er andere Fähigkeiten

aktivieren: Menschen, die er

kaum kennt, zu vertrauen und sich darauf

zu verlassen, dass sie wissen, was

sie tun, wenn sie ihn in einen Transporter

einladen und bei gänzlich fremden

Menschen abliefern.

Und dann stehen sie sich gegenüber,

der ca. 8 Jahre alte Hütehund aus Rumänien

und die blonde junge Frau aus

Diez. Sie öffnet das Gartentor - und

Samson macht den großen Schritt in

sein neues, so ganz anderes Leben.

3000 Quadratmeter ist der Garten am

Hang groß, mit viel Natur belassenem

Gelände, schmalen Treppen, Büschen,

Bäumen, Aussichtsplätzen - ein Traum

für einen Straßenhund.

Erst an der Leine, später ohne erkundet

der Rüde das umzäunte Areal, erschnuppert

das Haus und tastet sich an

den Lebensgefährten von Eva Christine

heran. Keine Gefahr signalisieren seine

Sinne, nur bei der ersten Fütterung

zieht er sich vorsichtig zurück. Als müsse

er abwägen zwischen seiner Erfahrung

als Straßenhund - soll mit dem

Futter gelockt oder gar getötet werden?

- und seinem instinktiven Vertrauen zu

diesen beiden Menschen.

Letzteres überwiegt, und Raul hat auch

eine Erklärung dafür: "Dieser Hund hat

Verstand", sagt er, "er zieht Schlüsse aus

Erlebtem und Gesehenem, das halte

ich für sehr klug." Und tatsächlich überrascht

Robby seine neuen Bezugspersonen

mit einer Auffassungsgabe, an

der "andere Hundebesitzer Jahre lang

arbeiten", schmunzelt der Belgier.

Da ist zum Beispiel die Geschichte mit

der Fernbedienung: Eva Christine hatte

dem Hund zuliebe die ersten Tage

auf den Fernseher verzichtet, "ich wollte

ihn nicht erschrecken, sicher hat er

noch nie einen Fernseher gesehen oder

gehört", sagt sie. Doch an einem

Abend, Raul war wieder in Belgien,

wollte sie eine Sendung sehen und betätigte

dazu mehrfach die Fernbedienung.

Robby beobachtete sie dabei,

nachdenklich verfolgte er das Hantieren

mit dem Teil, das scheinbar für die

Töne und Bilder verantwortlich war -

und noch schlimmer, die Aufmerksamkeit

seines Frauchens von ihm abzog.

So nahm er am nächsten Abend zur

Fernsehzeit die Fernbedienung vom

Tisch und trug sie außer Reichweite.

Eine ähnliche "Erziehung" wurde auch

Raul zuteil, als er vor den aufmerksamen

Augen des Hundes das Gartentor

öffnete (siehe Bild links oben), um den

Wagen hinauszufahren. Die Nase unter

den Hebel, kurze Drehung, Hebung

und das Tor war offen - deutliche Aufforderung

an seine Menschen, endlich

zum geliebten Spaziergang aufzubrechen.

G LÜCKLICH VERMITTELT

Inzwischen ist

das Tor gesichert,

denn der

Rüde soll keinesfalls alleine auf Wanderung

gehen. Noch führt ihn das Paar

an der Leine, um seine Reaktionen kennen

zu lernen. "Wir wissen ja nicht", erklärt

Eva Christine Meyer, "was er erlebt

hat, ob er irgendwelche schlechten Erfahrungen

gemacht hat." Mit Artgenossen

ist Robby souverän, doch anfänglich

sehr zurückhaltend bei

Fremden. Aber auch hier siegt seine

schnelle Lernbereitschaft: Sobald er

feststellt, dass die Gäste keine Eindringlinge

sind, sondern gern gesehene

Gäste, legt er sich beruhigt auf seinen

Platz.

"Ein Hund bedeutet Verantwortung",

sagt die derzeit nicht im Beruf stehende

Medizinerin. "Viel Zeit, Geduld und

Liebe sind immer Voraussetzungen zur

Hundehaltung, vielleicht noch mehr bei

einem Straßenhund, der ja eine sehr

bewegte Geschichte hat. Wir kennen

seine Erfahrungen und Erlebnisse

nicht, wissen nicht, was ihn geprägt

hat, sollten also wirklich mit Verständnis

und Einfühlungsvermögen reagieren,

wenn es vielleicht doch kleine Probleme

geben sollte."

"Mir war klar", sagt ihr Lebensgefährte,

"dass es keine Probleme geben würde.

Denn Straßenhunde sind intelligent,

sonst könnten sie nicht überleben. Und

jetzt hat ein Straßenhund, unser Robby,

ein Zuhause - das ist das, wonach er

sich sein Leben lang gesehnt hat. Hunde

brauchen die Liebe von uns Menschen,

sonst werden sie traurig."

Auch Sie können einen Straßenhund

glücklich machen und uns durch die

Aufnahme eines Tierheimhundes aus

Brasov sehr helfen.

Mehr Infos erhalten Sie bei

Petra Zipp,

Tierschutzzentrum Pfullingen,

Tel: 07121/ 820 17 0

Text und Fotos: Claudia Lotz

Das Recht der Tiere 2/2008

23


Das Recht der Tiere 2/2008

24

Bernd (oberes Foto rechts) ist jetzt ein

echter, glücklicher Inselbewohner, doch

der Weg dahin war steinig, wie bei den

meisten Tierheimhunden dieser Weg

ein mühseliger, von der Schattenseite

des Lebens auf die Sonnenseite, ist.

Am 12. April 2007 wird der Husky

Bernd als vermeintlicher Fundhund im

Tierheim Hage aufgenommen. Sein

Gesundheitszustand ist sehr schlecht,

Tierarzt Dr. Ely und das Tierheimteam

sind schockiert: Bernd wiegt nur noch

17 Kilo, hat einen Tumor im Mund, eiterndes

Zahnfleisch, verfaulte Zähne,

Entzündungen im Körper, schlechte

Blutwerte, Rückenprobleme und

Schmerzen durch Schrunden an den

Pfoten.

Fast zwei Monate, zwei Operationen

und etliche Behandlungen später ist der

ca. 5-6 Jahre alte Rüde zumindest soweit

wieder hergestellt, dass er Interesse

an Bewegung verspürt. "Wer möchte

mit Bernd spazieren gehen?" betitelt

die Zeitung "Norder Echo" am 22. Juni

ihren Bericht über den ausgesetzten,

schwer vernachlässigten Husky.

"Ich", sagt Holger Wirringa, zwei Deiche

vom Tierheim Hage entfernt. Er

sitzt gerade am Frühstückstisch auf

Norderney, als die bei seiner Familie lebenden

Schwiegereltern mit der Zeitung

ins Haus kommen. "Ist der nicht

süß?" fragt Oma die Enkelkinder Martti

und Victoria, ihre Tochter Sigrun und

ihren Schwiegersohn begeistert.

Für einen Huskyfreund ist solch ein Satz

mehr als ein bloß dahin gesprochener

Satz; er ist Aufforderung und Mahnung

zugleich, allen leidenden Huskys dieser

Welt zu helfen: "Um 6.00 Uhr", beschreibt

er seine innere Unruhe am

nächsten Morgen, "war ich auf der ersten

Fähre nach Norddeich." Vom Hafen

nimmt er das Fahrrad, radelt durch

strömenden Regen und steht schließlich

viel zu früh vor dem Tierheim. Um 9.00

Uhr öffnet die Mitarbeiterin Melanie

Kalleit ihm das Tor - und den Zwinger

von Bernd.

"Wir hatten überhaupt keinen Draht zueinander",

erinnert sich der

40jährige. "Bernd lief völlig

unbeteiligt neben mir

her, ließ sich zwar anfassen,

aber zeigte kein

Interesse an mir." Fast will

er umkehren und tut es

dann aus einer Regung

heraus doch nicht. Als er

DIE HUSKYFLÜSTERER VON NORD

Bernd, Elli

und ihr

Menschenrudel

1. Juni 2008. Eben hat die Fähre nach Norderney

abgelegt, Sonnenstrahlen auf dem

Wasser, das Meer verschwimmt im Horizont,

da tauchen die ersten Robbenbänke auf, und

begleitet von Möwen laufen wir in den Hafen

ein. Schon von weitem sehe ich an der Mole den Mann mit seiner Tochter, beide tragen einen Bauchgurt

und an den langen Leinen laufen Huskys: Neben Elli der Rüde Bernd, seinetwegen bin ich hier…

Eine Reportage von Claudia Lotz

den Rüden viele Kilometer später wieder

im Tierheim abgibt, hat sich etwas

verändert zwischen den Beiden: Der

berühmte Funke ist übergesprungen,

und Bernd schaut diesem Mann hinterher,

der von nun an Woche für Woche

mit der ersten Fähre kommend am

Samstag vor dem Tierheimtor stehen

wird.

"Keinen zweiten Hund", hatte ihm seine

Ehefrau Sigrun am frühen Morgen mit

auf den Weg gegeben - und der Familienvater,

der im Laufe der Jahre mittlerweile

die 37. Patenschaft

für Hunde in Not

übernommen hatte,

nickte. Doch dieses Versprechen

wog gegen


ERNEY

das andere Versprechen, das er Stunden

später in Bernds Augen sprechen

würde: "Ich komme wieder!"

Um keinen Preis hätte Holger Wirringa

seine zwei Versprechen gebrochen;

hier war seine Frau, die nach einem

dramatisch fehlgeschlagenen Versuch

Huskyhündin Elli keinen weiteren Hund

zumuten wollte - aber dort war auch

der Rüde, in dessen braunen Augen eine

Sehnsucht nach Liebe lag, die den

Tierfreund tief berührte…

"Wir nehmen Bernd zu

uns", schreibt er am 1.

Juli per Mail an viele seiner

Freunde, die ihr Leben

ebenfalls mit mindestens

einem Husky

teilen. Alle sind begeistert,

beglückwünschen

die Familie zu dem Entschluss

- und von nun an

bringt die erste Fähre

Samstag für Samstag

Holger Wirringa mit Victoria

und Hündin Elli

oder Sohn Martti und Elli hinüber.

Elli mag Bernd auf Anhieb, er ist kein

Hund, der ihre alten Rechte an ihren

geliebten Menschen in Frage stellen

würde. Doch als der Rüde nach Wochen

des intensiven Kennenlernens,

Begrüßens und wieder Abschiednehmens

mit Hundeküsschen am Tierheimtor

Anfang August tatsächlich für

immer bei ihnen einziehen will, ist die

Huskyhündin schwer konsterniert.

Lange Spaziergänge am Meer und

über die Insel ja, aber gemeinsames

Fressen und Kuscheln auf alten Lieblingsplätzen

sind eine Herausforderung

für sie, die immerhin schon einmal eine

Anfechtung durch einen zweiten

Hund überstehen musste. Damals hatte

die 12 Jahre alte Huskyhündin Matty

aus dem Tierheim Berlin, die knapp

dem Hungertod in einer Gartenkolonie

entronnen war, schnell die Jüngere verdrängt

und sich vehement behauptet.

Eine Woche schaute sich die Familie

den Machtkampf der Hündinnen an

und fand schließlich für Matty ein wunderbares

Zuhause bei einem Freund.

Eltern, Großeltern und Kinder waren

über diesen schon drei Jahre zurück

liegenden gescheiterten Vergesellschaftungsversuch

so nachhaltig enttäuscht,

dass sie weder Elli noch den

potentiellen neuen Familienmitgliedern

solche Auseinandersetzungen zumuten

wollten. "Ich habe mich erst wieder rasiert",

erzählt Holger Wirringa schmunzelnd

von seinem alten Schwur, "als

Matty gut vermittelt war."

Doch auch mit Bernd, dem sanften, zurückhaltenden

Rüden, kommt es zu

Spannungen, die Elli mit Zähnen ausficht.

Jede Beißerei quittiert Bernd mit

sichtbarem Kummer; "er hat richtig geweint",

erinnert sich Sigrun Wirringa an

eine besonders scharfe Auseinandersetzung,

bei der Elli sich kurz in den Lefzen

des Rüden verbeißt und Blut fließt.

"Ignoriert Bernd die erste Zeit", rät ein

mit dem Verhalten von Huskys vertrauter

Freund, und die Familie befolgt, so

schwer es ihnen fällt, den Rat. "Er hat

alles, was er braucht", tröstet der Fami-

T IERHEIM H AGE

lienvater seine Frau, "nur so haben wir

eine Chance, dass die Beiden sich arrangieren."

Und heute wissen die vier Wirringas,

dass ihr konsequentes Verhalten den

Grundstein für eine stabile Beziehung

Ein Buch über Husky Bernd ...

Holger Wirringa schreibt an einem

Buch über Bernd. Es ist die zeitge-

“Anbaden” mit Elli und Bernd (rechts)

Martti und seine Schwester Victoria mit Elli und Bernd (rechts)

naue Wiedergabe von der ersten Begegnung

bis zum Weihnachtsfest

2007. Der Text setzt sich aus der gesamten

eMail-Korrespondenz über

den Husky zusammen und ermöglicht

dem Leser, Stimmungen, Ängste,

Freudentage, Erlebnisse und Fortschritte

um Bernd nachzuvollziehen.

zwischen den Hunden gelegt hat. "In Ellis

Augen leuchten die Herzchen",

schreibt Holger Wirringa eines Tages

glücklich an seine Freunde, "sie kuscheln,

fressen und schmusen zusammen."

Weit über 100 Kilometer läuft der gelernte

Bürokaufmann mit den Huskys in

der Woche - das sind zwischen 14 und

17 Kilometer am Tag durch Dünen,

Wald, am Strand und manchmal auch

durchs (flache) Meer. Bernd legt durch

die schnellen, langen Märsche an Gewicht

zu, seine Muskulatur wird kräftiger,

der gesamte Gesundheitszustand

stabiler. Eine Operation, überraschend

wurde ein Hodentumor diagnostiziert,

übersteht der Rüde unbeschadet.

Nur ab und zu träumt der Husky von

seinem früheren Leben und was ihm da

an bösen Erinnerungen vor sein geistiges

Auge kommt, lässt ihn oft bitterlich

wimmern. "Hey, alter Freund, dein

Krieg ist doch vorbei", flüstert Holger

Wirringa ihm ins Ohr und verbringt solche

Nächte in der Nähe seines Hundes.

Aber die Alpträume werden immer seltener

- und wenn Bernd jetzt träumt,

dann scheint er im Schlaf zu lächeln…

Das Recht der Tiere 2/2008

25


Das Recht der Tiere 2/2008

26

LV BERLIN

Anzeigen bleiben folgenlos!

NICHT ARTGERECHTE

TIERHALTUNG

IM ZIRKUS ROGALL

Vom 28. Februar bis 9. März 2008 gastierte der Zirkus

Rogall in Berlin Lichtenberg. Das kleine Unternehmen

führte u.a. Hunde und Pferde mit sich, aber auch Lamas

und Kamele.

Mehreren Tierfreunden

fielen eklatante

Mängel in der Tierhaltung

auf und hielten

sie fotografisch

fest.

Hauptkritikpunkt war

die Unterbringung

der sieben Hunde,

die über einen längeren

Zeitraum in ei-

Artgerechte Haltung für Kamele?

nem nur vier Quadratmeter

engen,

zugigen Verschlag eingesperrt waren. Einer der Hunde

schien darüber hinaus hautkrank zu sein; apathisch hockte

er auf jedem Foto in einer Ecke des Verschlags und nahm

kaum Anteil am Geschehen.

Die Haltungsform der Hunde ist mit dem Tierschutzgesetz

unvereinbar, befand Dr. Jörg Styrie, Leiter des bmt-Landesverbandes

Berlin. Gleiches galt für das Trampeltier, das

während des gesamten Gastspiels nicht aus dem Transportwagen

geladen wurde. Alle anderen Tiere machten einen

verwahrlosten Eindruck; mangelnde und unsachgemäße

Pflege hatten bei den Klauen- und Huftieren bereits zu

Veränderungen der Fundamente geführt.

Die Tierfreunde gaben ihre Beobachtungen sofort an das

zuständige Veterinäramt weiter, das eine Begehung des Zirkus

durchführte und die Haltungsmängel auch bestätigte.

"Die Auflagen", kritisiert Dr. Jörg Styrie, " führten aber nicht

dazu, dass der Zirkus bessere Haltungsbedingungen für die

Tiere schuf."

Nach Auffassung des bmt-Vorsitzenden hätten die Hunde

sofort beschlagnahmt werden müssen - stattdessen gestand

das Veterinäramt dem Zirkus einen relativ langen Zeitraum

Kritikwürdige Hundehaltung

MISSSTANDSMELDUNG!

zu, die Lebensumstände für die Tiere zu verändern. Jeder

Zirkusbesuch wurde außerdem angekündigt, so dass das

Unternehmen genügend Zeit hatte, sich auf die amtliche

Kontrolle einzustellen. Dem Zirkus wurden weder Bußgeld

noch weitere Zwangsmaßnahmen auferlegt.

Dr. Jörg Styrie, unzufrieden mit den unzureichenden Maßnahmen

des Veterinäramts und mittlerweile selbst mehrfach

zu Kontrollbesuchen im Zirkus unterwegs, schreibt daraufhin

die zuständigen Veterinärämter jener Bezirke in Berlin

und Brandenburg an, in denen der Zirkus Rogall weiter gastieren

wird. Ebenfalls bittet er die Bürgermeisterin des Bezirks

Lichtenberg darum, in ihrem Zuständigkeitsbereich

keine Verstöße gegen das Tierschutzgesetz zu dulden - sie

antwortet, dass bei drei, angeblich nicht angemeldeten Kontrollen

"weder erhebliche Vernachlässigung noch Verhaltensstörungen"

bei den Tieren festgestellt wurden, kranke

Tiere sich in Behandlung befänden und sich überdies der

Bezirk Lichtenberg "aktiv für die Belange des Tierschutzes,

insbesondere in Zirkusunternehmen" einsetze.

Wir danken den Tierfreunden für ihre aufmerksamen Beobachtungen

und werden diesen Zirkus weiter im Auge behalten.

Hier

einige Fotos,

die trotz anderer

Auffassung

der Veterinärämter

deutlich

die Missstände

in der Tierhaltung

des Zirkus

Rogall belegen.

Apathischer Hund im Verschlag


F RANZISKUS-TH

SCHÖNER ALS FLIEGEN

Zwei Tauben

im siebten

Himmel

Die Geschichte der Taube Paloma nimmt ihren Anfang an einem

gemütlichen Juliabend im vergangenen Jahr. Tierheimleiter

Frank Weber trifft sich mit einigen Ehrenamtlichen, um die neuen

Werbepostkarten zu konzipieren. Ein anschließender Bummel

durch die Stadt endet auf dem Hamburger Fischmarkt. Zum Glück

für Paloma. Noch ahnt niemand, dass man in Kürze zum Postillon

Dàmour in einer großen Taubenliebe werden soll.

Auf dem Fischmarkt werden, wie überall

in Deutschland, lebende Tiere zum

Verkauf angeboten. Ein Missstand, der

in Deutschland auf vielen öffentlichen

Märkten leider Gang und Gäbe ist. Sofort

fällt auf, dass sich die angebotenen

Tiere in einem besorgniserregenden

Zustand befinden. Kaninchen, Meerschweinchen,

Tauben und Hühner sind

auf engstem Raum zusammen gepfercht

und sehen einer ungewissen

Zukunft entgegen. Viele der angebotenen

Tiere sind offensichtlich krank und

haben kaum eine Chance auf eine gesicherte

Zukunft. Um die Situation der

Tiere beurteilen zu können, entschließen

wir uns, einige Tiere anzukaufen.

Insgesamt wechseln Hühner, Meerschweinchen,

Tauben und ein großes

Kaninchen in dieser Nacht den Besitzer.

Keiner der Verkäufer fragt nach, was

mit den Tieren passieren soll. Am nächsten

Tagen werden die Kleintiere im

Tierheim einer ausgiebigen tierärztlichen

Untersuchung unterzogen. Alle

sind ausnahmslos krank und hätten

ohne die intensive Versorgung durch

die Ärzte keine Überlebenschance. Gerade

die Meerschweinchen haben eine

ansteckende Pilzerkrankung, die sich

besonders auf Menschen mit geschwächtem

Immunsystem überträgt.

Die Tiere können nur durch eine aufwendige

und kostenintensive Behandlung

am Leben erhalten werden.

Paloma wird von dem verliebten Täuberich umworben

Gerade Paloma geht es besonders

schlecht. Die braun-weiße Ziertaube

hat es schwer, an Gewicht zuzusetzen.

Über mehrere Wochen wird sie mit

Antibiotika und aufbauenden Mitteln

gepäppelt. Trotz aller Fürsorge bleibt

sie unser Sorgenkind. Gerade mal zwei

Euro mussten wir beim Händler für das

Leben dieses Tieres bezahlen. Auch

nach mehreren Wochen ist sie nicht in

der Lage, zu fliegen. Während ihre Leidensgenossen

sich zunehmender Lebensfreude

erfreuen und das Umland

des Tierheimes erkunden, will Paloma

die Voliere nicht verlassen. Trotz aller

Bemühungen bleibt die Taube flugunfähig

und schafft es nicht, ihren

Schwarmkollegen zu folgen. Nach einiger

Zeit beratschlagen wir uns, sie zu

einer befreundeten Tierschützerin zu

bringen, die bereits einige Vögel von

uns aufgenommen hat.

Und damit nimmt das Schicksal von Paloma

erneut eine zuerst dramatische

und dann doch noch glückliche Wendung:

Petra Bandow holt Paloma zu

sich und beobachtet das Tier erst einmal

mehrere Tage lang. Nach einer

Woche spricht sie mit der einsamen

Taube bei einem auf Vögel spezialisierten

Tierarzt vor. Das Ergebnis der

Untersuchung ist niederschmetternd:

Das Röntgenbild zeigt einen Tumor am

Flügel, die einzige Chance für die Taube

ist eine Amputation. Da die Kleine

sonst ausgesprochen munter und lebensfroh

ist, entschließen wir uns dazu,

die Operation vornehmen zu lassen.

Palomas Flügel wird amputiert. Und

wieder zeigt sich, dass das Schicksal

eigene, verschlungene Wege geht.

Ein Täuberich, der ebenfalls bei Petra

gelandet und in ihrer Voliere untergebracht

ist, wird von Amors Pfeil getroffen.

Er ist von Charme der Taubendame

völlig in den Bann gezogen.

Glücklich gurrend umwirbt er seine Angebetete

und wird erhört. Von diesem

Zeitpunkt an weicht er nicht mehr von

Paloma, links vorne

Palomas Seite. Und wie das Leben so

spielt, wird aus der anfänglichen

Schwärmerei die ganz große Liebe.

Zwei Tauben "in love", jeder der die beiden

sieht, weiß spätestens jetzt woher

das Wort "Turteltäubchen" kommt.

Wenn soviel Gefühl im Spiel ist, vergisst

man alles andere. Da ist es für den beglückten

Taubenmann auch kein Problem,

gänzlich aufs Fliegen zu verzichten.

Und so flanieren die beiden Verliebten

gemeinsam unermüdlich durch die Voliere

- wahre Liebe überwindet eben alle

Hindernisse.

Text und Fotos: Frank Weber,

Tierheimleiter des Franziskus-Tierheims

Das Recht der Tiere 2/2008

27


Das Recht der Tiere 2/2008

28

TH ARCHE N OAH

Das Tierheim Arche Noah in

Stuhr stockt auf: Seit Januar

2008 hat Tierheimleiterin Verena

Krüpe einen Stellvertreter.

Stefan Kirchhoff ist 29 Jahre,

gebürtiger Ostfriese und

hat seine Ausbildung zum Tierpfleger

im bmt-Tierheim Köln-

Dellbrück gemacht.

Noch vor wenigen Monaten musste er

sich leise bewegen, in Deckung halten

und möglichst keine Geräusche von

sich geben - Stefan Kirchhoff gehörte

zum Team von Wolf- und Hundeexperte

Günther Bloch, der in der Toscana

seine international beachteten Beobachtungen

an verwilderten Haushunden

durchführt.

Während der gelernte Tierpfleger noch

an Günther Blochs Projekt in Italien mitarbeitet,

entscheidet der bmt-Vorstand

im fernen Deutschland, Tierheimleiterin

Verena Krüpe personell zu entlasten

und Stefan Kirchhoff mit der Aufgabe

zu betrauen. "So spielte mir das Schicksal

wieder einmal in die Hände", beschreibt

der 29jährige schon mehrere

glückliche Fügungen in seinem Leben.

Seine Bewerbung im Tierheim Köln-

Dellbrück vor vielen Jahren - ein Zufall,

dass der Neukölner gerade zu dem

Zeitpunkt ins Tierheim kam, als die Verantwortlichen

um Bernd Schinzel einen

Verstärkung für Verena Krüpe

STEFAN KIRCHHOFF IST DER NEUE STELLVER

Stefan Kirchhoff bei der Katzenversorgung

Tierpfleger-Helfer suchten. "Sie haben

lange Zeit keine Stelle mehr ausgeschrieben",

sagt er. Und dass Stefan

Kirchhoff überhaupt an diesem entscheidenden

Tag vor dem Tierheimtor

stand, ist ebenfalls dem ganz spontanen

Entschluss zu verdanken, mit einem

Freund nach Köln umzuziehen.

"Tierheime wird es da wohl auch geben",

hatte er seiner Familie in Ostfriesland

zum Abschied gesagt. Denn

inzwischen war Stefan Kirchhoff nach

Erfahrungen in mehreren handwerklichen

Berufen eines klar geworden: Er

wollte mit Tieren arbeiten, am liebsten

sie beobachten, wie es sich dann Jahre

später - durch Zufall - mit Günther

Blochs Toscana Projekt ergab.

"Ich habe jeden meiner Berufe, vom

Tischlerhandwerk bis zur Marine, mit

sehr viel Freude ausgeübt", erklärt der

29jährige, "aber es fehlte die innere

Beteiligung, wie ich sie eben dem Tierschutz

entgegen bringe."

Gerade heute hat der Ostfriese eine

Schulklasse durch das Tierheim geführt

und mit den begeisterten Schülern eine

Taube fliegen lassen, die in der Arche

Noah gestrandet und gesund gepflegt

worden war. Stefan Kirchhoff kümmert

sich um alle Bereiche im Tierheim - das

unterscheidet seine Tätigkeit von seiner

sechs Jahre währenden Mitarbeit im

Tierheim Köln-Dellbrück, in dem er

nach Ausbildungsende ausschließlich

als Tierpfleger im Hundebereich angestellt

war.

In dem größten

Tierheim des bmt

in Köln hat jeder

Tierpfleger seine

speziellen

Aufgaben. Einige

sind für die

Hundeversorgung,

andere für

die Katzen oder

Kleintiere verantwortlich.

In der weitaus

kleineren Arche Noah in

Stuhr ist Stefan Kirchhoff

nun in der

Tierpflege,

Vermittlung,

“Tierschutz muss in der Gesellschaft


auf der “Arche Noah”

TRETENDE TIERHEIMLEITER

Beschäftigung und Erziehung der Hunde

und der Jugendbetreuung eingesetzt

und nimmt außerdem seine Aufgabe,

Ansprechpartner für Menschen

zu sein, die Probleme mit ihrem

Haustier haben, sehr ernst.

Bevor der gelernte Tierpfleger nach

Niedersachsen kam, war Verena Krüpe

für den gesamten Tierheimablauf allein

verantwortlich. Ihr Tag begann um

6.00 Uhr und endete nicht selten erst

18 Stunden später, nicht zuletzt auch

deshalb, weil sie ihre Wohnung im Tierheim

hat und auch nachts bei jedem

Not- oder Krankheitsfall zur Stelle sein

muss.

Auch Stefan Kirchhoff wohnt in einem

Gästezimmer der Arche Noah, doch

nur als Übergangslösung. "Die Trennung

zwischen Job und Privatsphäre ist

mir schon wichtig", sagt der Tierfreund,

"um effektive, effiziente und nicht zuletzt

auch kreative Arbeit leisten zu können."

Und welche Ideen in ihm schlummern,

haben die Kölner erlebt, als Stefan

Kirchhoff ihnen Plakat-Entwürfe zu Tierschutzthemen

vorlegte. "Born guilty" erinnert

an die als Kampfhunde gebrandmarkten

Vierbeiner, die ohne

Chance auf Vermittlung oft ihr ganzes

Leben im Tierheim verbringen

müssen. Das starke Plakat

hat bis heute

nichts von seiner

Brisanz eingebüßt

und wird in allen

bmt-Tierheimen

für drei Euro

verkauft.

ernstgenommen werden”

Schon seit

fünf Jahren

dabei, aber

seit März nun

noch in zusätzlicher

Funktion ist

Anke Mory. Die 43jährige

Bremerin hat die Leitung der

Geschäftsstelle übernommen

und kümmert sich neben ihrer

eigentlichen Arbeit, der Verwaltungstätigkeit,

um die Gewinnung

von Sponsoren, Förderern

und neuen Mitgliedern.

Die Mutter eines erwachsenen

Sohnes macht die Buchhaltung,

den Telefondienst, organisiert

Feiern und Veranstaltungen im

Tierheim, betreut die Kräfte vom

Arbeitsmarktservice und sorgt

dafür, dass Preise für die Tombola

gespendet werden und das

Rundschreiben und andere Infomaterialien

rechtzeitig in den

Druck gehen können.

Gerne hätte sie etwas mehr Zeit,

um zum Beispiel Riesenkaninchen

Anja eine Mohrrübe vorbeizubringen

oder sich mit den

Junghunden zu beschäftigen, die erst

vor wenigen Tagen aus dem Partnertierheim

des bmt in Brasov nach Stuhr

gekommen sind. Doch das Telefon erlaubt

dies selten, denn Anke Mory ist

immer die erste Ansprechpartnerin für

alle Anfragen rund um den Tierheimalltag.

Und die sind so zahlreich wie unterschiedlich:

Da bitten Menschen um Rat,

die Probleme mit ihren Tieren haben

oder die ihre Freunde abgegeben müssen,

weil sie selbst unheilbar erkrankt

T IERHEIM A RCHE N OAH

Radio Bremen dreht regelmäßig im

Tierheim Arche Noah

Hier zeigt Tierheimleiterin Verena Krüpe vor

der Kamera die Verletzung einer Hündin.

Die junge Hündin ist sehr lieb

sind. "Oft höre ich von schweren Schicksalsschlägen

und versuche, ein wenig

Trost zu spenden", beschreibt sie ihre

Tätigkeit, deren Kern zwar die Buchhaltung

ist, aber von ihr weit mehr Fähigkeiten

und Einsatz fordert als üblicherweise

ein Bürojob.

"Ich liebe meine vielschichtige Arbeit",

sagt Anke Mory, "weil sie sinnvoll ist,

und ich jeden Tag sehe, wie unsere Hilfe

bei Tieren ankommt."

Text und Fotos: Claudia Lotz

Die neue Geschäftsstellenleiterin: Anke Mory

Das Recht der Tiere 2/2008

29


Das Recht der Tiere 2/2008

30

T H K ÖLN-DELLBRÜCK

40 Jahre Tierheim Köln-Dellbrück

Großes Jubiläum!

1968 wurde das ehemalige Jagdhaus

an der Iddelsfelder Hardt bezogen, Tiere

in Not aufgenommen, liebevoll versorgt

und in neue Familien vermittelt.

Inzwischen sind 40 Jahre vergangen, in

denen das junge Team um Tierheimleiter

Bernd Schinzel und Geschäftsstellenleiterin

Sylvia Bringmann immer

noch dasselbe tut, wie ihre Vorgänger

vor vier Jahrzehnten - und doch ist vieles

ganz anders als in den Anfängen:

Denn inzwischen ist das Tierheim gewaltig

gewachsen; es kann bis zu 500

Tiere gleichzeitig betreuen.

Vier Hundehäuser, zwei Katzenhäuser,

eine Kleintierstation, drei große und

22 kleinere Freiläufe, 19 Mitarbeiter,

24-Stunden-Betreuung, eigener Tierarzt

- das Tierheim Köln-Dellbrück auf

einer Grundfläche von mittlerweile

7000 Quadratmetern ist zur Institution

in Nordrhein-Westfalen geworden.

Im Durchschnitt finden pro Jahr 450

Hunde ein neues Zuhause, 600 Katzen

und zahlreiche Kleintiere. Und an jedem

Tier hängt eine eigene Geschichte,

so vielschichtig wie das Leben selbst.

Kein Wunder, dass der WDR eines Tages

auf die Idee kam, aus diesen Schicksalen

eine Serie zu basteln. "Ein Heim

für alle Felle" hieß die Doku-Soap, die

sich schnell zum Straßenfeger entwickelte

und auf mehreren Sendern ausgestrahlt

wurde.

Und nun steht das Tierheim selbst im

Mittelpunkt: Es hat Geburtstag, hat 40

Jahre - turbulente, glückliche, weniger

glückliche, strapaziöse und erfolgreiche

- hinter sich. Dass so viele Tiergeschichten

immer wieder ein Happy End

haben, ist dem starken Team und seinen

engagierten Ehrenamtlichen zu

verdanken.

Der bmt-Vorstand gratuliert

an dieser Stelle zu dem

schönen Jubiläum und

dankt seinen Mitarbeitern

und Ehrenamtlichen für die

großartige Arbeit.

Feiern Sie mit uns 40 Jahre Tierheim Köln-Dellbrück am 26. und 27.

Juli, und freuen Sie sich auf ein interessantes Programm rund um

unsere Hauptdarsteller, die Tiere.


Homöopathie

DAS STANDARDWERK FÜR TIERBESITZER

"Klassiker für Hundehalter"

Heilfibel eines Tierarztes steht ergänzend unter dem Titel. "Ein Klassiker für Hundehalter", nennt Mike

Ruckelshaus das Standardwerk der Homöopathie. Warum dieses Werk in seiner inzwischen 16. Auflage

so aktuell (und erfolgreich) wie am ersten Erscheinungstag ist, erklärt der wissenschaftliche Mitarbeiter

des bmt in seiner Rezension.

Immer mehr Hundebesitzer setzen sich in der heutigen Zeit

kritisch mit der Schulmedizin auseinander und wünschen

sich für ihre Vierbeiner eine Heilmethode ohne chemische

Stoffe, Nebenwirkungen oder gar Arzneimittelschäden. In

seinem Ratgeber "UNSERE HUNDE - GESUND DURCH

HOMÖOPATHIE" erläutert der Tierarzt HANS GÜNTER

WOLFF die Grundlagen der homöopathischen Heilbehandlung

bei Hunden und beschreibt in übersichtlicher

Form eine Fülle homöopathischer Heilverfahren für die alltägliche

und dauerhafte Behandlung der Tiere.

Arthritis, Angstzustände, Epilepsie, Herzhusten, Lähmungen,

Scheinschwangerschaft, Vergiftungen oder Zahnstein

- nur einige der verschiedensten Krankheitsbilder, die ausführlich

dargestellt werden.

Gleichzeitig liefert H. G. WOLFF zahlreiche Vorschläge zur

Behandlung und erklärt die Wirkungsweise der homöopathischen

Arzneimittel.

Die Homöopathie unterstützt in erster Linie die Selbstheilungskräfte

des Organismus. Doch vor allem hat sie einen

wesentlichen Vorteil gegenüber anderen Heilmethoden: Sie

ist frei von schädlichen Nebenwirkungen. Bereits Welpen

können ohne Risiko behandelt werden.

H. G. WOLFF: "Homöopathie ist eine aktive Medizin, indem

sie die Heilkraft des Organismus stärkt und sie nicht in Antibiotika-

und Cortisonspiegeln ertränkt. Sie wirkt nicht durch

das Gewicht des chemischen Materials, sondern (...) ist eine

"Anstoßmedizin", die bei sinnvoller Anwendung körpereigene

Regulationen zur Überwindung der Krankheit in

Gang setzt und dadurch schnell, sicher und mild wirkt."

Die Dosierung ist immer die gleiche, ganz gleich ob Dackel

oder Deutsche Dogge. Ein weiterer, nicht ganz unerheblicher

Vorteil homöopathischer Heilmittel gegenüber chemischen

Präparaten: Sie sind weitaus preiswerter.

Das Werk stellt eine Bereicherung für jeden Hundefreund

dar und gehört einfach in jeden "Hundehaushalt", denn es

trägt auch zu einem besseren Verhältnis von Mensch und

Hund bei, indem der Umgang mit dem Hund gefördert

wird. Doch trotz der genauen Krankheitsbeschreibungen

sollte man nicht einfach "wild drauf los doktern". Es empfiehlt

sich zur Sicherheit immer erst einen Tierarzt für eine

exakte Diagnosebestimmung zu Rate zu ziehen.

B UCHVORSTELLUNG

Beispiele aus meiner Erfahrung:

Mit Hilfe der Behandlungstipps von Dr. Wolff (die bei meinen

Hunden seit vielen Jahren mit Erfolg Anwendung finden)

konnte ich meinen damals neunjährigen Bullmastiffmix,

trotz Arthrose im rechten Vorderlauf, über einen

Zeitraum von mehr als dreieinhalb Jahren beschwerdefrei

halten.

Während die Tierärzte nur noch Schmerzmittel anordneten,

konnte ich mit Vermiculite D 6 eindeutige Ergebnisse erzielen.

Das Lahmen verringerte sich sichtbar, nach wenigen

Monaten konnte mein Hund wieder ganz normal laufen.

Sogar die Beschwerden nach dem Aufstehen, beim sogenannten

Einlaufen verschwanden. Ein weiterer positiver

Nebeneffekt von Vermiculite D 6: Der harte Zahnstein auf

den Backenzähnen war nach einem halben Jahr völlig verschwunden.

Nahezu alle Hundehalter, denen ich Vermiculite

bis jetzt empfohlen habe, berichten von ähnlichen Erfolgen.

Als mein Hund elf Jahre alt war, verlor er sein Gehör und

war völlig taub. Rufen, Pfeifen, selbst das Rascheln von Plastik-

oder Papierverpackungen mit essbarem Inhalt löste

keinerlei Reaktionen mehr aus. Nach Ansicht der Tierärzte

sei dies normal bei alten Hunden, auch das der Gehörverlust

von einem Tag auf den anderen eintreten könne. Nach

mehrwöchiger Anwendung von Barium Carbonicum D 12

kehrte die Hörleistung vollständig zurück. Mein Hund reagierte

wieder auf Ansprache, Pfeifen und Flüstern.

H.G. Wolff

“Unsere Hunde - gesund durch Homöopathie”

Heilfibel eines Tierarztes

Sonntag Verlag

245 Seiten, gebunden, 14. Auflage seit 2002

22,95 Euro

Tipp: Im Sonntag Verlag erscheint ebenfalls:

H.G. Wolff

“Unsere Katze - gesund durch Homöopathie”

Heilfibel eines Tierarztes

164 Seiten, gebunden, 9. Auflage seit 2001

19,95 Euro

Das Recht der Tiere 2/2008

31


Das Recht der Tiere 2/2008

32

R EISE

Von Claudia Bioly

"Mit Hund? Nein, das müssen Sie

verstehen…" Wer kennt das

nicht? Absagen, weil der oder

die Reisebegleiter vierbeinig

sind. Doch es geht auch anders:

Claudia Bioly (Tierheim Kassel)

ist auf eine kleine Agentur gestoßen,

die Ferienhäuser an der

Westküste Dänemarks anbietet.

Das deutsche Ehepaar vermittelt

Hundefreunden ein Urlaubsparadies

ohne Alltagshektik.

Spaziergänge an endlosen Sandstränden,

Dünenlandschaften, Nordseeluft

und der Horizont in endloser Ferne…

eine wahrhaft traumhafte Vorstellung

für die meisten Hundebesitzer. Allerdings

ist es nicht ganz leicht, ein geeignetes

Feriendomizil zu finden, wenn

man mit Haustieren verreisen möchte,

wie wir feststellen mussten.

Dänemark heißt Urlaub im

Ferienhaus

Es gibt zwar unzählige Ferienhausanbieter

für Dänemark, doch die meisten

reagieren ablehnend auf Mehrhundebesitzer.

Auf der Suche nach einer gemütlichen

Unterkunft für vier Erwachsene

und vier Hunde sind wir im

Internet eher zufällig auf eine kleine,

aber feine Ferienhausagentur an Dänemarks

Westküste gestoßen, die Ferienhausvermittlung

"Urlaub direkt am

Meer" in Bjerregård von Kirsten und

Manfred Blau.

Das Zwei-Personen-Familienunternehmen

hat sich auf das kleine Küstengebiet

zwischen dem Ringkøbingfjord und

der Nordsee beschränkt. Die Agentur

legt Wert auf persönlichen Kontakt mit

den Feriengästen und eine individuelle

Beratung. Mittlerweile hat sich nach unserer

dritten Ferienhausbuchung der

erste sehr positive Eindruck bestätigt:

"Direkt am Meer" ist ein Unternehmen,

das hält, was es verspricht: Persönlichen

Kontakt, faire Preise und gepflegte

Unterkünfte, in denen sich Urlauber

pudelwohl fühlen - Grundvoraussetzungen

für einen erholsamen

Urlaub.

Wilde Dünen, Weite

und der Blick aufs Meer

Der Landstrich an Dänemarks Westküste

ist geprägt von einer skurrilen Dünenlandschaft

und freiem

Blick auf den

Ringkøbingfjord

und die

Nordsee. Der

Ringkøbing

Fjord erstreckt

sich auf etwa

40 km Länge

und ca. 10 km Breite. Es ist der größte

Fjord in Dänemark und mit einer einzigen

Zuflussmöglichkeit in die Nordsee

in Hvide Sande.

Aus den Dünen tauchen kleine Ferienhaussiedlungen

oder vereinzelte Häuser

auf, die malerisch inmitten der

Grashügel liegen und himmlische Ruhe

und Erholung verheißen. Wer in seinem

Urlaub Action und ein großes Frei-

Unser typisch dänisches Ferienhaus - direkt am Meer

DEN ALLTAG VERGESSEN:

Mit Hunden

in Dänemark

zeitangebot wünscht, ist hier bestimmt

am falschen Ort. Es gibt zwar ein kleines

Fischerstädtchen namens Hvide

Sande im nördlichen Teil des Fjords

und noch einige Kilometer weiter die

Städte Søndervig und Ringkøbing, die

durchaus einen Tagesausflug wert sind

und zum Stadtbummel einladen.

Auch Geschäfte für den täglichen Bedarf

gibt es hier ebenso selbstverständlich

wie Restaurants etc., und der nächste

Kaufmann (Kobmand) hat in der

Saison täglich geöffnet und bietet alles,

was wir für den täglichen Bedarf benötigen.

Aber Partymeilen mit Diskotheken

und Bars wie in anderen Touristenzentren

gibt es glücklicherweise nicht -

das würde auch nicht in die eher gemütliche

und ländliche Gegend passen.

Entlang des Ringkøbing Fjords erstreckt

sich die lange Nordseeküste mit vielen

sauberen Badestränden, an denen wir

stundenlang spazieren gehen und baden,

wenn es das Wetter erlaubt. Im

Sommer zur Hauptferienzeit sind zwar

alle Ferienhäuser belegt, aber hier

kommt niemals das Gefühl der Fülle

und Enge auf. Und an den Stränden

bemerkt man die tatsächliche Anzahl

der Feriengäste gar nicht, weil sich alles

wunderbar verläuft.


PARADIES FÜR MENSCH UND TIER IN DEVON/ENGLAND: FERNTOR

Die Farm Ferntor ist

eigentlich ein Gnadenhof

für befreite

Tiere aus tierquälerischer

Haltung, wie

z.B. aus Legebatte-

FERNTOR, ENGLAND rien,Vernachlässigung oder Misshandlung.

Auf dem Hof leben u.a. gerettete Hühner,

Schafe, Hasen, Ziegen, Minischweine, Meerschweinchen

und Windhunde.

Liebevoll bewirtschaften die Besitzer Jane und Cliff Strehlow

ihre Farm. Man hat als Besucher die Möglichkeit,

Bed&Breakfast zu buchen oder sich auch für das Abendessen

mit anzukündigen. Das vegane Frühstück ist mit "Bacon",

"Würsteln", Gemüse, selbstgebackenem Brot, Müsli und frischem

Obst sehr reichhaltig. Auch Janes Dinner, das als

Drei-Gänge-Menü vorbestellt werden kann, ist ein Höhepunkt;

alle Zutaten sind aus ökologischem Anbau, tagesfrisch

und der Philosophie des Hofes folgend vegan.

Ihr Mann Cliff kümmert sich um die Bedienung der Gäste

und nimmt mit einem Lächeln die Lobeshymnen über das

Essen entgegen. Wer Lust hat, kann bei der Versorgung der

Tiere mithelfen und bekommt dafür ein Essen gratis. Alle

Tiere laufen tagsüber frei auf dem Gelände und den angrenzenden

Blumenwiesen herum und freuen sich sichtbar

über Gäste. Ferntor ist eine Oase des Friedens und der Ruhe

- nicht nur für gestresste Stadtmenschen.

Unsere Ausflugstipps:

Interessant ist eine Fahrt nach Skagen,

Dänemarks nördlichster Halbinsel.

Dort treffen Ost- und Nordsee aufeinander

und sorgen für ein faszinierendes

Naturschauspiel. Gleich in der Nähe

gibt es die größte Wanderdüne

Dänemarks namens Raabjerg Mile.

Eine Million

Kubikmeter Sand

bewegen Wind und Meer alljährlich

rund um die Spitze der Halbinsel

Skagen. Ein Naturphänomen, das

Touristen anlockt und Maler zum

Schwärmen bringt: Dänemarks Flugsand

und Wanderdünen sind legendär.

Eigentlich kennt auch Dänemark von

März bis Oktober die Anleinpflicht für

Hunde … doch niemand scheint Probleme

mit Hundebesitzern zu haben,

die ihre Tiere am Strand frei laufend bei

sich führen. Wer allerdings einen unverträglichen

Hund als Wegbegleiter

hat, muss darauf gefasst sein, dass hinter

der nächsten Düne ein frei laufender

Hund den Weg kreuzt. Selbstverständlich

sollte jeder Hundehalter

Freiheit pur für unsere Hunde

U RLAUB

Vermietet werden drei Zimmer mit eigenem Bad, die als

Doppel- oder Einzelzimmer gebucht werden können. "Bitte

halten Sie die Türen zu Ihren Zimmern geschlossen, sonst

könnte ein Schwein oder Huhn vorbeischauen", wird neuen

Gästen schmunzelnd geraten. Die Umgebung ist herrlich

zum Wandern, Entdecken oder auch einfach nur zum Herumfahren,

Schauen und Ausruhen.

Die Städte Exeter, Tiverton, South Molton, Barnstaple, Minehead,

Dunster und Castle Hill sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln

erreichbar - gleiches gilt für die Farm Ferntor.

Vom Flughafen nimmt man bis Tiverton oder Exeter die

Bahn, von dort fahren dann regelmäßig Busse weiter. Der

Busfahrer macht gerne einen Stopp, wenn man es ihm vorher

sagt und hält tatsächlich direkt vor der Haustür. Und die

netten Lokführer der "Tarka Line Eisenbahn" halten, wenn Sie

am Bahnsteig winken - wo gibt es so etwas noch?!

Die Einnahmen aus Vermietung und Bewirtschaftung helfen

Jane und Cliff Strehlow, ihren vorbildlich geführten Gnadenhof

für Tiere weiter zu unterhalten. So wird aus Ihrem Urlaub

eine direkte Hilfe für Tiere. Aber bitte beachten Sie: Aufgrund

der strengen Einreise- und Quarantänevorschriften

für Haustiere dürfenFestlandseuropäer

keine eigenen

Tiere mitbringen.

Ein Bericht von

Helma Göbel

Kontakt: Cliff & Jane Strehlow

Ferntor, Meshaw,

SouthMolton,

www.ferntor.co.uk

veg@ferntor.co.uk

Devon, Ex 364NA.

Tel: 0041 +176 9550339

Rücksicht auf seine Mitmenschen nehmen

und immer genügend Kotbeutel

bei sich tragen, damit man zukünftig

ein gern gesehener Urlaubsgast ist.

Kontakt:

Ferienhausvermittlung

Kirsten und Manfred Blau

"Fiskergaarden" in Bjerregård

Sønder Klitvej 250 A

DK 6960 Hvide Sande

Telefon: 0045/96 59 40 11

oder: 0045/21 47 33 03

eMail: ferienhaus@direkt-am-meer.de

www.direkt-am-meer.de

Das Recht der Tiere 2/2008

33


Das Recht der Tiere 2/2008

34

HAUPTGESCHÄFTSSTELLE

Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München

Tel. (089) 38 39 52-0, Fax (089) 38 39 52-23

Postbank München Kto. 1819 30-807 (BLZ 700 100 80)

VORSTAND

1. Bundesvorsitzender:

Dr. Jörg Styrie

Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin

Tel. (030) 43 65 58 63, Fax (030) 43 65 58 65

2. Bundesvorsitzende:

Petra Zipp, Tierschutzzentrum Pfullingen

Gönninger Straße 201, 72793 Pfullingen

Tel. (07121) 820 17 -12, Fax (07121) 820 17 -18

Bundesschatzmeister:

Hans Hoffsümmer, Gierather Str. 51

51469 Bergisch Gladbach

Tel. (02202) 59517, Fax (01805) 62 45 62-11415

Bundesschriftführerin:

Karin Stumpf, Am Heiligenhäuschen 2, 50859 Köln,

Tel. (0221) 950 51 55, Fax (0221) 950 51 57

LANDESVERBÄNDE

B UND GEGEN M ISSBRAUCH DER T IERE

MIT 11 GESCHÄFTSSTELLEN , 8 TIERHEIMEN UND EINEM TIERSCHUTZZENTRUM

LV Baden-Württemberg (www.tierschutz-bmt-bw.de)

Tierschutzzentrum Pfullingen

Leiter: Dr. Uwe Wagner

Leiterin (TH): Petra Zipp

Gönninger Straße 201, 72793 Pfullingen

Tel. (07121) 820 17 -0, Fax (07121) 820 17 -18

Kreissparkasse Reutlingen Kto. 75 7889 (BLZ 640 500 00)

LV Bayern (www.bmt-bayern.de)

Leiterin: Ewa Gara

Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München

Tel. (089) 38 39 52-13, Fax (089) 38 39 52-23

Postbank München Kto. 142 20-802 (BLZ 700 100 80)

LV Berlin (www.tierschutz-bmt-berlin.de)

Leiter: Dr. Jörg Styrie

Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin

Tel. (030) 43 65 58 63, Fax (030) 43 65 58 65

Postbank Berlin Kto. 9603-107 (BLZ 100 100 10)

LV Hamburg / Schl.-Holstein (www.franziskustierheim.de)

Geschäftsstelle: Tel. (040) 55 49 28-34, Fax -32

„Franziskus-Tierheim“, Tel. (040) 55 49 28 37

Leiter (TH): Frank Weber

Lokstedter Grenzstraße 7, 22527 Hamburg

Haspa Kto. 1049220799 (BLZ 200 505 50)

LV Hessen / Rheinland-Pfalz / Saarland

1. Geschäftsstelle u. Tierheim „Elisabethenhof“

(www.tierheim-elisabethenhof.de)

Leiter (Gst.): Mike Ruckelshaus, Tel. (06035) 96 11 11

“Elisabethenhof”, Siedlerstraße 2, 61203 Reichelsheim

Tel. (06035) 59 16, Fax (06035) 96 11 18

Frankfurter Sparkasse Kto. 5975 (BLZ 500 502 01)

2. Tierheim „Wau-Mau-Insel“ (www.wau-mau-insel.de)

Leiterin (Gst.): Petra Hollstein

Leiter (TH): Karsten Plücker

Schenkebier Stanne 20, 34128 Kassel

Tel. (0561) 86 15 680, Fax (0561) 86 15 681

Kasseler Sparkasse Kto. 70 700 (BLZ 520 503 53)

AUSLANDSTIERSCHUTZ

Koordination im Tierschutzzentrum Pfullingen

Sonderkonto Ausland:

Rumänien und Ungarn

Frankfurter Sparkasse Kto. 847 275 (BLZ 500 502 01)

LV Niedersachsen

1. Geschäftsstelle u. Tierheim „Arche Noah“

(www.tierheim-arche-noah.de)

Leiterin (Gst): Anke Mory; Tel. (0170) 632 52 40

Leiterin (TH): Verena Krüpe,

Rodendamm 10, 28816 Stuhr/Brinkum

Tel. (0421) 890171, Fax 80 90 553

Kreissparkasse Syke Kto. 113 000 29 57 (BLZ 291 517 00)

2. “Katzenhaus Luttertal“, (www.katzenhaus-luttertal.de)

Luttertal 79, 37075 Göttingen

Leiterin: Monika Bossmann, Tel. (0551) 2 28 32

Postbank Hannover Kto. 732 223 06 (BLZ 250 100 30)

Mitglieder- und Spendenverwaltung durch das

Tierheim „Wau-Mau-Insel“ Kassel

3. Geschäftsstelle Norden

Leiter: Dieter Kuhn und Ursula Sottmeier

Nordbuscherweg 17, 26553 Dornum

Tel. (04933) 99 28 24, Fax (04933) 99 28 26

Tierheim Hage (www.tierheim-hage.de)

Hagermarscher Str. 11, 26524 Hage

Tel. (04938) 4 25, Fax (04938) 91 49 90

Raiffeisen-Volksbank Fresena e.G. Norden

Kto. 6302020300 (BLZ 283 615 92)

LV NRW

1. Geschäftsstelle u. Tierheim Dellbrück

(www.tierheim-koeln-dellbrueck.de)

Leiterin (Gst): Sylvia Bringmann , Leiter (TH): Bernd Schinzel

Iddelsfelder Hardt, 51069 Köln

Tel. (0221) 68 49 26, Fax (0221) 68 18 48

Postbank Köln Kto. 924 02-505 (BLZ 370 100 50)

2. Geschäftsstelle Issum (www.bmt-nrw.de)

Leiterin: Dagmar Weist

Drosselweg 15, 47661 Issum

Tel. (02835) 44 46 97, Fax (02835) 44 46 99

Sparkasse am Niederrhein

Kto. 111 500 2063 (BLZ 354 500 00)

WEITERE ANSCHRIFTEN VON MITARBEITERN:

Mike Ruckelshaus

(mike.ruckelshaus@web.de)

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Tel. (06035) 96 11 11, Fax (06035) 96 11 18

Claudia Lotz (Redakteurin)

(lotzcl@nexgo.de)

Sauerbruchstr. 11, 14109 Berlin,

Tel. (030) 80 58 33 38, Fax (030) 80 58 33 39

Gisela Lichterfeld (Tierschutzlehrerin)

(huglichterfeld@compuserve.de)

Kirchhellener Ring 93, 46244 Bottrop-Kirchhellen

Tel. (02045) 23 54

www.bmt-tierschutz.de


Anke Dalder

“ANDERS -

ABER TROTZDEM GLÜCKLICH”

MariPosa Verlag

272 Seiten. 19,80 Euro

Columbo und seine Freunde sind anders

als "normale" Hunde: Sie haben

nur drei Beine, können nicht hören

oder sehen, haben ihr Leben an der

Kette verbracht, sind als "Kampfhund"

stigmatisiert worden oder leiden ihr

Leben unter Panikattacken. Dass die

Hunde dennoch (wieder oder erstmalig)

Lebensfreude entwickeln können, ist ihren großartigen

Besitzern zu verdanken: Sie haben einem Handicap-Hund eine

Chance gegeben - anders als manche Menschen, die behinderten

Tieren jegliches Recht auf Leben absprechen.

Anke Dalder hat Geschichten von 60 Hunden mit Handicap zusammen

getragen - lernen Sie sie kennen in diesem ergreifenden

Buch.

Chris Emig

“ICH HEIßE MOBBEL”

Katzenleben

Triga Verlag

132 Seiten. 11,80 Euro

Über einen Zeitraum von 24 Jahren

erzählen Katzen aus ihrem Leben.

Chris Emig begann mit ihrer Geschichte,

als ihre erste Katze Mobbel

starb und sie ihren Tod nicht verwinden

konnte. Beim Schreiben konnte

sie indes Abschied nehmen und führte

diese Art der Trauerbewältigung fort, als weitere geliebte Tiere

am Ende ihres Lebens angekommen waren. So ist ein anrührendes

Buch entstanden, in dem jede Katze aus ihrem Leben

erzählt, jede eine individuelle Persönlichkeit - wie Samtpfoten

nun mal sind.

"ABGESPEIST"

Wie wir beim Essen betrogen

werden und was wir dagegen

tun können

S. Fischer Verlag, 256 Seiten,

14,90 Euro

Z U GUTER L ETZT

AXA & WÖLFCHEN

... entdecken die große Liebe

Wenn die beiden Hunde einen Wunsch frei hätten,

dann wäre es ganz klar: Auch die nächsten

Jahre gemeinsam zu verbringen - und das

am besten bei einer ganz tollen Familie.

Wölfchen kommt aus unserem Partnertierheim

Brasov. Dort lag der ca. 4 Jahre alte

Wolfsspitz mit einer alten Beinverletzung an

der Kette. Die ein Jahr jüngere Schäfermixhündin,

als Fundhündin vom bmt aufgenommen,

konnte aufgrund ihrer Ellenbogenge-

Wölfchen und Axa

lenke kaum noch laufen. Nach der OP in

Deutschland tritt sie auf der einen Seite inzwischen

sehr gut, mit der anderen noch

nicht. Darum bekommt Axa regelmäßig

Physiotherapie. Der alte Bruch bei Wolf hingegen

lässt sich nicht mehr operieren, darum

suchen wir für ihn ein ebenerdiges Zuhause.

Weil die Hunde sehr aneinander hängen,

würden uns freuen, wenn sie zusammen vermittelt

werden könnten. Wer gibt dem Liebespaar

auf acht Pfoten eine Chance?

Lebensmittelskandale gehören längst zum Alltag und sind nur die Spitze des

Eisbergs. Wir Verbraucher werden von der Lebensmittelindustrie systematisch vergiftet

und betrogen. Thilo Bode, ehemaliger Geschäftsführer von Greenpeace

und Chef der Verbraucherschutzorganisation "Foodwatch" in Berlin, beschreibt

Missstände und Hintergründe und ermutigt seine Leser, sich als "ungehorsame

Verbraucher" gegen Vergiftung und Betrug zu wehren.

Das Recht der Tiere 2/2008

35


„Das Recht der Tiere“ – Postvertriebsstück B 13769 – Entgelt bezahlt

Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.

Als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt

Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar

Hauptgeschäftsstelle: D-80803 München , Viktor-Scheffel-Str.15

Tel. (089) 3839520 Fax (089) 38395223

bmt STARTET PROTESTKARTEN-KAMPAGNE: FÜR EIN TIERSCHUTZGESETZ IN CHINA

Ich unterstütze den Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. und

ÜBERREICHT VON:

werde Mitglied zum selbstbestimmten Jahresbeitrag von EUR ......................................................................

(Mindest-Jahresbeitrag: 20 EURO. Mitgliedschaft kann jederzeit satzungsgemäß beendet werden.)

Nach Überweisung des Beitrages erhalten Sie Ihre Mitgliedsunterlagen.

spende hiermit EUR ..................................................................................................................................................................

Name:............................................ Vorname:.......................................... Geburtsdatum:..............................................

PLZ und Ort:....................................................... Straße und Hausnr.:............................................................................

Telefon:.............................................................. E-Mail-Adresse:...................................................................................

Beruf:................................................................. Datum:.............................. Unterschrift:.............................................

Iddelsfelder Hardt · 51069 Köln

Telefon (02 21) 68 49 26

Telefax (02 21) 68 18 48

Seien Sie dabei! Kämpfen Sie mit uns für ein

Tierschutzgesetz in China, und helfen Sie damit

den vielen tierlieben Menschen vor Ort.

Denn es gibt inzwischen auch immer mehr

Stimmen in China, die ein Tierschutzgesetz für

ihr Land fordern - starten wir von Deutschland

aus unsere Unterstützung und überreichen

dem chinesischen Botschafter in Berlin unsere

Aufforderung im Sinne der Olympischen

Botschaft: Für ein Leben in Frieden und in

Harmonie mit der Umwelt.

Unsere Protestkarten, die Sie bitte an die angegebene

Adresse zurück senden, finden Sie

in der Mitte dieser Ausgabe.

Wir danken Ihnen schon hier für

Ihre Unterstützung!

Bitte Coupon ausschneiden und frankiert an die Hauptgeschäftsstelle oder untenstehende Geschäftsstelle senden.

Tierheim Köln-Dellbrück

Öffnungszeiten: Mo.; Mi.; Do.; Fr. 15.00 - 17.00 Uhr.

Sa. 14.00 - 17.00 Uhr.

Di.; So. und an Feiertagen geschlossen

(Die Spendenkonten finden Sie auf S.34)

Homepage: www.tierheim-koeln-dellbrueck.de • E-Mail: tierheim-dellbrueck@gmx.de

Stadtsparkasse Köln

Kto.-Nr. 11 402 161 (BLZ 370 501 98)

Postbank Köln

Kto.-Nr. 924 02-505 (BLZ 370 100 50)

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine