Kriterien Vollverfüllung - Bundesamt für Strahlenschutz

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Kriterien Vollverfüllung - Bundesamt für Strahlenschutz

Kriterien

Kriterien für die Stilllegung

Noch in 2009 will das BfS eine Entscheidung für

die sicherste Stilllegungsoption treffen.

Um dieses Ziel zu erreichen, muss es möglich sein,

die Optionen nach einem einheitlichen Schema

auf ihre Vor- und Nachteile hin zu vergleichen.

Dazu wurden nach Diskussionen mit der Asse II

Begleitgruppe und der Arbeitsgruppe Optionenvergleich

18 Bewertungskriterien vom BfS festgelegt,

die wichtige Überlegungen im Rahmen der

Stilllegung berücksichtigen. Seitens der Begleitgruppe

wird den Aspekten der Revidierbarkeit

und der Überwachbarkeit ein hoher Stellenwert

zugeschrieben. Das BfS wird diese Aspekte bei der

Prüfung der Stilllegungsoptionen berücksichtigen

und gesondert Stellung nehmen.

Das BfS hat somit einen Bewertungsmaßstab, der

als Grundlage für eine Entscheidungsfindung

herangezogen werden kann und der auch für alle

interessierten Bürgerinnen und Bürger nachvollziehbar

sein soll.

3. Vorläufige Langzeitsicherheitseinschätzungen*

• Welche radiologischen Auswirkungen sind zu erwarten?

• Können giftige Chemikalien in die Biosphäre gelangen?

• Können sich Konsequenzen durch menschliches Eindringen

in das Endlager ergeben?

• Ist die Stilllegungsoption robust gegenüber unvorhergesehenen

Veränderungen?

• Ist die radiologische Langzeitsicherheit nachweisbar?

• Werden bergbauliche Schutzziele** eingehalten?

* Der Langzeitsicherheitsnachweis ist im Rahmen des atomrechtlichen

Planfeststellungsverfahrens für die letztendlich

ausgewählte Verschlussoption zu erbringen.

** Dazu zählt z.B. die Verhinderung eines Tagesbruches.

Nähere Informationen zu den

Kriterien und deren Anwendung

auf die Stilllegungskonzepte in:

Asse Einblicke 06/2009

Die Kriterien sind fünf

zentralen Beurteilungsfeldern

zugeordnet:

1. Sicherheit in der

Betriebsphase

• Sind beim bestimmungsgemäßen Betrieb radiologische Auswirkungen

zu erwarten?

• Wie hoch ist die Anfälligkeit für Störfälle?

• Wie hoch ist die Anfälligkeit gegenüber Eingriffen von außen?

2. Umweltauswirkungen bei unbeherrschbarem Lösungszutritt

• Welche radiologischen Auswirkungen sind zu erwarten?

• Können giftige Chemikalien austreten?

• Können die bergbaulichen Schutzziele eingehalten werden?

• Inwieweit können Notfallmaßnahmen in das Konzept integriert

werden?

4. Machbarkeit

• Ist die Option technisch umsetzbar?

• Ist die Option im rechtlich vorgeschriebenen Rahmen

realisierbar?

• Sind sonstige Umweltauswirkungen, wie zum Beispiel

ein verstärktes Verkehrsaufkommen, zu erwarten?

5. Zeitbedarf

• Welcher Zeitbedarf wird im Rahmen einer

Gefahrenabwehrmaßnahme benötigt?

• Wie viel Zeit muss bei einem vorausgehenden

Planfeststellungsverfahren kalkuliert werden?

Impressum

Asse II – Optionen für die Stilllegung

Herausgeber: Bundesamt für Strahlenschutz

V.i.S.d.P.: Dr. Dirk Daiber

Willy-Brandt-Str. 5, 38226 Salzgitter

Gestaltung: Träger & Träger, Kassel

Infografik: Macina Digitalfilm, Hannover

Druck: Otte & Wende, Calden

Stand: 21. Oktober 2009

Vollverfüllung

Bei dem Konzept der Vollverfüllung verbleiben

die radioaktiven Abfälle am derzeitigen Ort. Die

Schließungsoption wurde im Rahmen der Machbarkeitsstudie

durch die Gesellschaft für Anlagenund

Reaktorsicherheit (GRS) mbH in Zusammenarbeit

mit der AF-Colenco AG und dem Institut

für Gebirgsmechanik untersucht. Die vorgesehenen

Stilllegungsmaßnahmen entsprechen dem Stand

der Technik und wurden, bis auf den Verschluss

der Tagesschächte, auf der Schachtanlage Asse II

zum Teil bereits erprobt. Die technische Machbarkeit

der Vollverfüllung ist daher gegeben. Der

Zeitbedarf für die Stilllegungsmaßnahmen beträgt

etwa 8 Jahre. Ein Beginn der Arbeiten ist zeitnah

möglich.

Ziel der Vollverfüllung ist es, eine Auspressung

von Lösungen in das Deckgebirge und somit eine

Freisetzung von radioaktiven Stoffen bis ins Grundwasser

soweit zu verzögern und zu minimieren,

dass eine mögliche Strahlenbelastung von Mensch

und Umwelt im Rahmen des gesetzlich vorgeschriebenen

Grenzwertes bleibt.

Dies soll im Wesentlichen durch

• die Verfüllung und Abdichtung der Einlagerungsbereiche

• die Reduzierung verbleibender Hohlräume und

• die Einleitung von Magnesiumchloridlösung

unterhalb der 700-m-Ebene

erreicht werden (vgl. Punkt 5).

1. Verfüllung der MAW-Kammer

Die MAW-Kammer wird von der

darüberliegenden Strecke aus mit Sorelbeton*

verfüllt. Auch in alle in der Nähe befindlichen

Abbaue, Strecken und Bohrungen wird der

spezielle Beton eingeleitet.

* Sorelbeton verwendet Salz anstelle von Sand,

Magnesiumoxid statt Zement und Magnesiumchloridlösung

als Anmachflüssigkeit anstelle

von Wasser.

2. Verfüllung der LAW-

Einlagerungskammern

Die Einlagerungskammern für schwachradioaktive

Abfälle werden von oben

angebohrt und vorhandene Resthohlräume

durch das Einbringen von Brucitmörtel

aufgefüllt. Der Brucitmörtel

behindert durch seine chemische Zusammensetzung

die Löslichkeit der

radioaktiven Stoffe in den Kammern.

3. Errichtung von Abdichtbauwerken

• In der Umgebung der Einlagerungskammern werden

die Strecken mit Barrieren aus Sorelbeton abgedichtet.

• Dies gilt auch für mögliche vertikale Verbindungswege

wie sog. Rolllöcher und Blindschächte.

• Bereiche oberhalb 700 m, in denen die leicht lösbare

Kalisalzschicht freiliegt, müssen ebenfalls mit Abdichtungen

gesichert werden.

6. Verschluss der Tagesschächte

Als letzte Baumaßnahme

verschließt ein Abdichtungssystem

aus Sorelbeton und Bitumen

die beiden Schächte. Das Bergwerk

ist nicht mehr zugänglich

und der direkte Verbindungsweg

für radioaktive Stoffe nach

oben ist blockiert.

750 m

700 m

725 m

4. Verfüllung der Resthohlräume

Teile des Grubengebäudes wurden bereits früher mit Salzgrus aufgefüllt.

Alle verbliebenen zugänglichen Bereiche werden mit Sorelbeton verfüllt:

• der Tiefenaufschluss

• Grubenbaue auf der 775-m-, 750-m- und 725-m-Ebene, d. h. in der

Nähe und oberhalb der LAW-Kammern

• die Strecken und Infrastrukturräume im oberen Grubengebäude.

Ausgewählte Grubenbaue werden nicht mit Beton, sondern mit Schotter

verfüllt, um unvermeidliche Lösungsbewegungen gezielt zu lenken.

Infrastrukturräume

(s. Punkt 4)

Prozesse nach der Stilllegung

Die hier beschriebenen Vorgänge lassen sich

aufgrund ihrer komplexen Zusammenhänge nur

schwer vorausberechnen, eine Sicherheit besteht

jedoch im prinzipiellen Ablauf.

Unterschied zum Stilllegungskonzept des

ehemaligen Betreibers (Helmholtz Zentrum

München)

Die Verfüllungsstrategie unterscheidet sich vom

sog. Flutungskonzept des ehemaligen Betreibers

vor allem durch folgende Faktoren:

• Oberhalb von 700 m wird keine Magnesiumchloridlösung

eingeleitet, sondern eine Phase

natürlichen Volllaufens durch Zutrittswässer

ermöglicht. Dadurch wird eine Auspressung

von Lösung in das Deckgebirge verzögert und

zugleich minimiert, weil Schadstoffe in der

Magnesiumchloridlösung verbleiben und sich

kaum mit den Zutrittwässern vermischen.

• Durch die Vollverfüllung der Hohlräume kann

weniger Wasser eindringen und somit auch

weniger ausgepresst werden.

9. Langzeitphase nach dem Volllaufen

Nach dem Volllaufen der Grube kommt es zu einer geringen Auspressung

von Lösung in das umgebende Deckgebirge. Durch die sog. Dichteschichtung

der Magnesiumchloridlösung und der darüber schwimmenden leichteren

Zutrittswässer wird eine Freisetzung von radioaktiven Stoffen in das Deckgebirge

deutlich verzögert. In dortigen wasserführenden Schichten würden

diese weiter zerfallen und ihre Konzentration im Wasser verdünnt. Gelangen

die radioaktive Stoffe schließlich in oberflächennahes Grundwasser und von

dort in die Nahrungskette, so läge die Strahlenbelastung für Mensch und

Umwelt unterhalb – im ungünstigen Fall auch im Bereich – des gesetzlich

vorgeschriebenen Grenzwertes.

8. Mobilisierung der radioaktiven Stoffe

Während der gesamten Zeit des Volllaufens treten keine radioaktiven Stoffe

aus der Grube aus. Die Mobilisierung der Schadstoffe in den LAW-Kammern

wird durch den Brucitmörtel begrenzt. Mobilisierte Schadstoffe gelangen

nicht in den oberen Teil des Grubengebäudes. Sind dort im höher gelegenen

Teil die Zutrittswässer soweit angestiegen, dass sie die MAW-Kammer erreichen

und durch den Sorelbeton dringen, können auch hier Schadstoffe mobilisiert

werden. Die Aktivität der zunächst intensiver strahlenden mittelradioaktiven

Abfälle wäre dann bereits stark abgeklungen.

7. Natürliches Volllaufen der Restgrube

Bei gleichbleibendem Wasserzutritt läuft das Grubengebäude oberhalb von 700 m in einem

Zeitraum von etwa 60 Jahren voll. Das Salzgestein im oberen Bereich wird dabei nach und

nach durchfeuchtet und dadurch beweglicher. Die Konvergenz, der Druck der umgebenden

Gesteinsschichten auf das Grubengebäude, verstärkt sich. Dadurch verringert sich das Volumen

der noch vorhandenen Hohlräume und gleichzeitig erhöht sich der Druck der Flüssigkeiten

im Grubengebäude. Der Flüssigkeitsspiegel der Magnesiumchloridlösung und des darüber

liegenden Wassers steigt dabei langsam an, ohne dass sich beide vermischen.

700-m-Schichtgrenze zwischen

Magnesiumchlorid (unten) und

Zutrittswässer (oben)

Verstärkter Wasserzutritt

Bei einem deutlich erhöhten Wasserzutritt

kann das Grubengebäude bereits nach 10

Jahren volllaufen. Vermutlich ist dann das

eindringende Wasser weniger salzhaltig und

kann deswegen umso mehr Salzgestein auflösen.

Es entstehen neue Hohlräume, die Konvergenz

und die Verformungen des Gebirges

werden stärker, alle Prozesse beschleunigen

sich und sind kaum vorauszuberechnen.

5. Einbringen von Magnesiumchloridlösung

In dem bereits vorhandenen Salzgrusversatz muss der Porenraum bis zur Firste (Decke) der

700-m-Ebene mit Magnesiumchloridlösung verfüllt werden. Damit soll das Auflösen von

Kali- und Steinsalz weitgehend verhindert werden. Die Mischung ist schwerer als das

eindringende Wasser. Das Wasser würde dann praktisch wie Öl auf der Magnesiumchloridlösung

schwimmen und sich nur gering mit dieser vermischen. Radioaktive Schadstoffe

sollen somit über längere Zeiträume in der unteren Flüssigkeit verbleiben. Durch den

Verzicht auf die gezielte Flutung oberhalb von 700 m wird eine Phase des natürlichen

Volllaufens ermöglicht.

Die ehemaligen Kalisalzabbaue (Carnallititbaufeld) sind durch Zutrittswässer leichter löslich

als das Steinsalz und werden mit dem Magnesiumchlorid gezielt geschützt.

Asse II – Optionen für die Stilllegung

Am 2. Oktober 2009 stellten Gutachter des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) in einer öffentlichen Informationsveranstaltung

die Machbarkeits- und Auswirkungsstudien zur Stilllegung des Endlagers Asse II vor. Das Ergebnis der Gutachter

besagt, dass alle drei Optionen – die Rückholung der radioaktiven Abfälle, ihre Umlagerung und die Vollverfüllung des

Bergwerkes – grundsätzlich machbar sind.

Bis zum Jahresende will das BfS die Stilllegungsoptionen anhand des veröffentlichten Kriterienkataloges bewerten

und einen Entscheidungsvorschlag vorlegen. Der Entscheidungsprozess findet unter breiter Beteiligung der Öffentlichkeit

und mit größtmöglicher Transparenz statt. Dieses Faltblatt soll einen Beitrag dazu leisten. Die Optionen als Animationsfilme

können Sie in der Infostelle Asse (Am Walde 1, 38139 Remlingen, Tel. 05336 89-640) und im Internet sehen

(http://www.endlager--asse.de). Dort sind auch die vollständigen Gutachten abrufbar sowie ein Glossar mit Erläuterungen

zu Fachbegriffen.

Kontakt

Bundesamt für Strahlenschutz

Willy-Brandt-Straße 5

38226 Salzgitter

Tel.: ++49 (0)30 18333 - 0

Fax: ++49 (0)30 18333 -1885

epost@bfs.de

www.bfs.de

Rückholung

Umlagerung

Vollverfüllung

Kriterien


Rückholung

Bei einer Rückholung der schwachradioaktiven

Abfälle würden je nach Variante zwischen 70 %

und 100 % des Aktivitätsinventars der schwachradioaktiven

Abfälle (LAW) in der Asse geborgen,

nach über Tage transportiert und endlagergerecht

verpackt werden. Die hier vorgestellten

Maßnahmen beruhen auf einer Studie der DMT

GmbH & Co. KG und der TÜV Nord SysTec GmbH

& Co. KG, welche die bergtechnische und strahlenschutztechnische

Machbarkeit der Rückholung

festgestellt haben. Die Gutachter kommen

zu folgenden Ergebnissen:

• Variante 1

(70 % des schwachradioaktiven Inventars werden

rückgeholt):

Rückholung aller Behälter mit Betonabschirmung

aus den benachbarten Kammern 6, 7 und 11. Eine

mögliche Strahlenbelastung kann bis zu 5 % beim

Personal und bei der Bevölkerung bis zu 11% des

jeweils gesetzlich zulässigen Grenzwertes betragen.

Der Zeitbedarf liegt bei 2,8 Jahren.

• Variante 2

(92 % des Inventars werden rückgeholt):

Zusätzliche Rückholung anderer Behältertypen

aus weiteren benachbarten Kammern. Einzelne

Kammern mit geringem Inventar werden nicht

bearbeitet. Mögliche Strahlenbelastung: Personal

bis 15 % und Bevölkerung bis 27 % des Grenzwertes.

Zeitbedarf: 4,1 Jahre.

• Variante 3

(100 % des Inventars werden rückgeholt):

Rückholung aller Gebinde aus allen Kammern.

Mögliche Strahlenbelastung: Personal bis 50 %

und Bevölkerung bis 27 % des Grenzwertes. Zeitbedarf:

7,7 Jahre. Abfallvolumen: 61.640 m 3

• Variante 4

(100 % des Inventars werden rückgeholt, Kammern

werden dekontaminiert):

Rückholung aller Gebinde und des gesamten

Salzgruses aus allen Kammern und Dekontamination

(Entfernung aller radioaktiven Verunreinigungen)

mit anschließender Freigabe des Einlagerungsbereiches.

Durch den Salzgrus ergibt sich

eine Verdoppelung des Abfallvolumens auf

126.610 m 3. Mögliche Strahlenbelastung: Personal

bis 50 % und Bevölkerung bis 27 % des Grenzwertes.

Zeitbedarf: 14,6 Jahre. In diese Variante ist

ein mehrjähriges Planfeststellungsverfahren eingerechnet,

das den großen Zeitbedarf begründet.

Eine Tragfähigkeit des Grubengebäudes und somit

eine vorübergehende Standsicherheit der

Einlagerungskammern ist grundsätzlich Voraussetzung

für den Einsatz von Menschen und Maschinen

im Einlagerungsbereich. Zusätzlich müssen

folgende Bedingungen eingehalten werden:

• Ausreichende Erkundung vor Öffnung der

Kammern

• Umfangreiche messtechnische Überwachungen

während der Rückholung

• Beschränkung von neu aufzufahrenden Grubenräumen

auf ein Minimum

• Keine signifikante Erhöhung des Wasserzutritts

im unmittelbaren Einlagerungsbereich

Strahlenschutzmaßnahmen (siehe rechts).

Rückholung aller radioaktiven Abfälle

Die Ergebnisse der Studie zur Rückholung der

schwachradioaktiven Abfälle und der Studie

zur Rückholung der mittelradioaktiven Abfälle

werden bei der vergleichenden Bewertung

der drei Stilllegungsoptionen gemeinsam

berücksichtigt.

MAW-Abfälle

Das Ergebnis einer Studie, die im Oktober

2008 vorgestellt wurde, bestätigte bereits die

technische Machbarkeit einer Rückholung

der 1.300 Fässer mittelradioaktiven Abfalls

(MAW). Die Dauer der rein technischen

Maßnahmen wird auf 5 Jahre geschätzt.

Die Studie wurde von den Energiewerken

Nord in Zusammenarbeit mit dem TÜV Nord

im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz

(BfS) erarbeitet. Sie steht zum Download

im Internet unter

http://www.bfs.de/endlager/asse/Studien/

MAW_Studie.pdf zur Verfügung.

1. Errichtung von Strahlenschutzbereichen

• Dort, wo unter Tage die Rückholungsmaßnahmen

durchgeführt werden, ist je nach

radiologischer Gefährdung die Festlegung von

Sperr-, Kontroll- und Überwachungsbereichen

notwendig.

• Ein strahlenschutztechnischer Hauptfilter

reinigt die gesamte Abluft in diesem

Rückholungsbereich von radioaktiven Partikeln.

• Die Wetterführung (Be- und Entlüftung),

die Entstaubung in den Einlagerungskammern

und die Errichtung von Trennbauwerken

begrenzen die radioaktive Verunreinigung

auf den unmittelbaren

Einlagerungsbereich.

2. Öffnen der Kammerverschlüsse

Die alten Kammerverschlüsse der Einlagerungskammern

müssen mit Hilfe einer

Teilschnittmaschine geöffnet werden. Der

Zugang sollte dabei aus gebirgsmechanischen

Gründen möglichst über bestehende

und nur, wenn es nicht vermeidbar ist,

über neu anzulegende Streckenabschnitte

erfolgen.

8. Zwischenlager

Über Tage muss ein Zwischenlager errichtet werden.

Hier werden die rückgeholten Abfälle entsprechend den

Endlagerbedingungen behandelt und in sogenannte

konradgängige Endlagercontainer umgepackt. Je nach

Variante würden dann 5.067, 7.746, 13.101 oder 20.320

Container zum Abtransport anfallen.*

* Hinzu kämen jeweils die MAW-Abfälle.

5. Pufferhalle

Eine Pufferhalle dient der Bereitstellung

der geborgenen und umverpackten

Abfälle für den Transport nach

über Tage.

4. Umverpackung der Abfälle

Selbstständig agierende Fahrzeuge

transportieren die geborgenen Abfallbehälter

zu einer untertägigen Umverpackungsanlage.

Zum Verpressen geeignete

Behältnisse können in einer

Presse verdichtet werden, um ihr Volumen

zu reduzieren. Lose Abfälle, wie

kontaminierter Salzgrus, können ebenfalls

verpresst und in dafür vorgesehene

Transportbehälter verpackt werden.

Vollständig zementierte Fässer können

unter Tage nicht verpresst werden.

3. Bergen der Abfälle

Bevor die Abfälle geborgen werden können, müssen die

Kammern gesichert werden. Der heutige Zustand der

Abfallbehälter ist unbekannt. Sie können insbesondere

durch Gesteinsbewegungen in den Kammern und durch

Rost beschädigt oder zerstört sein. Das Bergen der Abfälle

wird daher aus Strahlenschutzgründen überwiegend

mannlos, d. h. mit ferngesteuerten Geräten, erfolgen.

Für Arbeiten von Personen sind abgeschirmte Fahrerkabinen

vorgesehen, außerhalb dieser Kabinen fremdbelüftete

Schutzanzüge. Benötigte Anlagen, Fahrzeuge und

Geräte sind bereits entwickelt und am Markt vorhanden.

Störfallanalyse

In einer Störfallanalyse wurden unter anderem

folgende Szenarien untersucht:

• Unter Tage: Lüfter- bzw. Filterversagen,

Brand, Absturz von Behältern und Auslaufen

von Flüssigkeiten

• Über Tage: Brand in der Transportbereitstellungshalle,

Absturz von Behältern und Erdbeben.

In fast allen Fällen führen Vorsorgemaßnahmen

zu einer Beseitigung störfallbedingter

Auswirkungen. Lediglich bei einer Beschädigung

von Behältern außerhalb der Strahlenschutzbereiche

kann es zu einer ungefilterten

Freisetzung von Schadstoffen kommen.

7. Schachtförderung

Der Transport nach über Tage kann nach Umrüstung

über die bestehende Schachtanlage erfolgen. Sie

verfügt derzeit über eine Tragfähigkeit von 10 Tonnen.

Problematisch ist das geringe Volumen des Förderkorbes.

Durch Verpressen eines Teils der Fässer in

der untertägigen Umverpackungsanlage wird deswegen

auch das Abfallvolumen reduziert.

6. Kammer verschließen

Geleerte Einlagerungskammern werden

sofort wieder tragfähig verfüllt

und verschlossen, um die Stabilität des

Bergwerkes nicht weiter zu gefährden.

Umlagerung

Bei der Umlagerung der radioaktiven Abfälle

müssten diese ganz oder teilweise geborgen und

in tiefer gelegene Bereiche des Salzstocks eingelagert

werden. In ihrer Machbarkeitsstudie haben

die ERCOSPLAN Ingenieurgesellschaft Geotechnik

und Bergbau mbH und die TÜV NORD SysTec

GmbH & Co. KG die grundsätzliche technische

Machbarkeit der Maßnahmen mit herkömmlichen

Bergbautechnologien festgestellt. Im Einzelnen

kommen sie zu folgenden Ergebnissen:

Ausgehend vom heutigen geologischen Kenntnisstand

ist nur eine Umlagerung in tiefere Horizonte

(etwa bei 1.200 Metern) möglich. Die höher gelegenen

Bereiche werden als ungeeignet bewertet.

Da für den angestrebten Einlagerungsbereich

noch keine Daten vorliegen, müsste hierfür zunächst

eine geologische Erkundung vorgenommen

werden. Voraussetzung für eine langzeitsichere

Einlagerung ist, dass das Steinsalz homogen,

d. h. frei von störenden Schichten, ist und dass

ein Wasserzutritt ausgeschlossen werden kann.

Auch bei der Option der Umlagerung gibt es –

vergleichbar mit der Rückholung – verschiedene

Varianten, die sich durch die umzulagernde Abfallmenge

und den benötigten Umsetzungszeitraum

unterscheiden. Das umgelagerte Aktivitätsinventar

der gesamten radioaktiven Abfälle liegt

je nach Variante bei 82 %, 95 % oder 100 %, der

Zeitbedarf zwischen 15 und 18 Jahren. Die gesetzlichen

Grenzwerte für eine mögliche Strahlenbelastung

des Personals und der Bevölkerung in der

Betriebsphase werden bei allen Varianten unterschritten.

Grundsätzliche sicherheitstechnische Voraussetzungen,

wie sie bereits bei der Rückholung erläutert

wurden, gelten auch bei den Umlagerungsmaßnahmen.

3. Einrichten von Strahlenschutzbereichen

(s. auch: Rückholung)

• Sperr-, Kontroll- und Überwachungsbereiche

• Abluftfilterung und getrennte Bewetterung

• Entstaubung, Trennbauwerke

4. Öffnen der Kammerverschlüsse

Die alten Kammerverschlüsse der Einlagerungskammern

werden mit Hilfe einer Teilschnittmaschine

geöffnet. Wie bei der

Rückholung sollte der Zugang zu den Kammern

möglichst über bestehende und nur,

wenn es nicht vermeidbar ist, über neu

anzulegende Streckenabschnitte erfolgen.

5. Bergen der Abfälle

(s. auch: Rückholung)

• Der Zustand der Abfallbehälter ist unbekannt

• Das Bergen der Abfälle wird überwiegend

mannlos erfolgen

• Für Arbeiten von Personen werden strenge

Strahlenschutzmaßnahmen eingehalten

Steuerstand für ferngesteuerte Geräte

LAW

1. Neuer Zugang

Mit neuen Schächten müsste das Bergwerk um mehrere hundert Meter nach

unten erweitert werden. Zwei Blindschächte* oder ein Blindschacht und eine

Schrägstrecke würden bis in eine Tiefe von ca. 1.200 Meter reichen. Die

Blindschächte werden durch das bergmännische Verfahren „Abteufen aus dem

Vollen“ durch Bohren und Sprengen errichtet. Die Schrägstrecke könnte entweder

genauso entstehen oder maschinell aufgefahren werden.

* Ein Blindschacht führt nicht nach über Tage, sondern verbindet verschiedene

Ebenen unter Tage.

2. Auffahren neuer Einlagerungsbereiche

Im ungestörten homogenen Steinsalz werden

neue Einlagerungskammern aufgefahren. Für

die schwachradioaktiven Abfälle (LAW) können

diese horizontal als Strecken oder vertikal als

Kavernen angelegt werden. Die mittelradioaktiven

Abfälle (MAW) werden von der 511-m-

Ebene über den westlichen Blindschacht mittels

Seiltechnik zu einer unterhalb der Einlagerungsebene

gelegenen Kaverne abgelassen.

MAW

750 m

10. Barrierebauwerke/Abriegelung zur Restgrube

Um die Einlagerungsbereiche langzeitsicher zu verschließen und vom restlichen Teil

der Grube abzuriegeln werden Barrierebauwerke errichtet.

LAW

MAW

6. Umverpackung der Abfälle

Die Umverpackung der LAW-Behälter

erfolgt wie bei der Rückholung in einer

untertägigen Umverpackungsanlage.

Die MAW-Behälter werden in entsprechende

Transportbehälter verpackt und

direkt in die neue Kaverne verbracht.

7. Kammer verschließen

Aus Stabilitätsgründen werden die Einlagerungskammern

sofort wieder tragfähig verfüllt

und verschlossen.

Störfallanalyse

Bezogen auf den Schutz der Bevölkerung wurden

mögliche Störfälle ermittelt und ihre radiologischen

Folgen untersucht:

• Beschädigung von Behältern in einer Einlagerungskaverne

durch herabstürzendes

Gestein (Löserfall)

• Absturz von Behältern in Kavernen

• Absturz von Behältern in Transportstrecken

oder Einlagerungskammern.

Die Machbarkeitsstudie kommt zu dem Ergebnis,

dass eine ausreichende Vorsorge gegen

Störfalle getroffen werden kann und eine mögliche

Strahlenbelastung der Bevölkerung als

Folge eines Störfalls bei höchstens 5 % der

vorgeschriebenen Planungswerte läge.

8. Transport

Der Transport vom Gewinnungshorizont (alte Einlagerungskammern)

zum Einlagerungshorizont bei 1200 m oder tiefer erfolgt

mit Schachtförderungstechnik im Blindschacht oder im Falle einer

Schrägstrecke mit Fahrzeugen. Die Blindschächte enden nicht an

der Erdoberfläche, sondern auf der 750-m- und der 511-m-Ebene

im Grubengebäude.

9. Einlagerung

Die Einlagerung der verpackten schwachradioaktiven Abfälle

erfolgt abhängig davon, ob die Variante der vertikalen oder

horizontalen Einlagerung gewählt wird. Bei der Einlagerung

in Strecken werden Stapelfahrzeuge zum Einsatz kommen,

bei der Einlagerung in Kavernen wird die Abseiltechnik

verwendet. Die Verbringung der mittelradioaktiven Abfälle

erfolgt in jedem Falle über Seiltechnik in die vorgesehene

Kaverne.

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