Download Global Supplier Magazin [Ausgabe 01/2003] - Daimler

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Download Global Supplier Magazin [Ausgabe 01/2003] - Daimler

1. Quartal 2003

GlobalSupplier

Ein Extended Enterprise®-Magazin

für Zulieferer und Mitarbeiter von DaimlerChrysler

Innovativ und

wegweisend

Zweifellos wird der Chrysler Pacifica Maßstäbe setzen.

Seiner Bedeutung entsprechend wird der innovative

‚Sports Tourer‘ in der US-Werbekampagne von keiner

Geringeren als Celine Dion in Szene gesetzt. Über das

neue Fahrzeugkonzept und einige Entwicklungs-Highlights

lesen Sie auf den Seiten 4 bis 7.


2 Inhalt Global

Titel

Forum

Projekt

E-Business

Konzern

Prozess

MCM-News

Forum

Porträt

Projekt

Global

4 Der Chrysler Pacifica ‚Sports Tourer‘

Innovativ und wegweisend

8 MDC Power: Forum A9-Engine

Neue Wege, besondere Chancen

11 GP&S: Partnership-Event in Detroit

‚Ohne Partner fehlt uns was‘

12 IPS: Tag der Produktionsmittellieferanten

Powertrain Pkw

Herausragende Leistungen sind das Ziel

14 IPS: Projekt Global Cutting-Tool

Mit- und voneinander lernen

16 eDocs

Eine B2B-Erfolgsgeschichte

17 GP&S: 17. Konferenz des International

Automotive Sector

Ein globaler Schwerpunkt

USA

18 GP&S: External Balanced Scorecard (EBSC)

‚Ready to go‘ in 2003

19 Materialkostenmanagement

Die Herausforderung für Direktlieferanten

Europa

20 MEP: eÄM-Lieferantenschulung

Potenziale gemeinsam ausschöpfen

22 MEP: Vergabe von Komplettfahrzeugen

Anspruchsvoller Spezialist

24 PCV/AS: Projekt Tauschgeneratoren

Neuvergabe via Internet

26 PCV: Mercedes-Benz-Econic-Fertigung

Eine Verlagerung im Zeitplan


Editorial

Globales Handeln

ist ein Erfolgsfaktor

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die jedes Jahr im Januar stattfindende Motorshow

in Detroit ist immer ein untrüglicher

Indikator für die Situation der Automobilbranche

weltweit. Dabei wird die Show sowohl

von den neuesten Trends in Nordamerika

als auch von Stimmungen und Mutmaßungen

über den weiteren Verlauf eines

Geschäftsjahres bestimmt. DaimlerChrysler

nutzte die Gelegenheit, die Öffentlichkeit

über die aktuelle Lage des Unternehmens

und die zu erwartende Entwicklung seines

Geschäfts zu informieren.

Im Jahr 2002 hatte der Vorstand von DaimlerChrysler

seine Gewinnprognosen mehrfach

deutlich erhöht. Dieser Optimismus

beruhte nicht zuletzt auf den erfolgreichen

Restrukturierungsmaßnahmen, vor allem

bei Chrysler und Freightliner. Tatsächlich

hat sich die Chrysler Group 2002 besser

entwickelt als ursprünglich geplant. Wie

Dr. Dieter Zetsche in Detroit deutlich machte,

war über den anvisierten Break-even hinaus

sogar ein operativer Gewinn erwirtschaftet

worden.

Das Pkw-Geschäft rund um die Marke Mercedes-Benz,

das seit dem 1. Januar dieses

Jahres neu geordnet im Geschäftsfeld Mercedes

Car Group zusammengefasst ist, ent-

wickelte sich im Premium-Segment dank der

zweiten Produktoffensive, die im Frühjahr

2002 gestartet wurde, sehr erfolgreich. Die

Mercedes Car Group trug somit hauptsächlich

zu den Erträgen von DaimlerChrysler im

Jahr 2002 bei. Prof. Jürgen Hubbert kündigte

deshalb an, die bewährte marktorientierte

Modellpolitik konsequent mit neuen Modelleinführungen

fortzusetzen.

Neue überzeugende Fahrzeugmodelle und

-konzepte auf den Markt zu bringen, ist die

Antwort von DaimlerChrysler und allen Geschäftsfeldern

auf die Herausforderung, auch

weiterhin unsere herausragende Position in

einem schwierigen Wettbewerbsumfeld zu

behaupten.

In dieser Ausgabe des Global Supplier stellen

wir Ihnen den neuen Chrysler Pacifica Sports

Tourer vor. Er wird 2003 in den Markt eingeführt

werden und gleichsam ein neues Marktsegment

definieren. Das gemeinsame globale

Handeln im Verbund mit unseren Zulieferpartnern

stellt einen weiteren, immer stärker

werdenden Erfolgsfaktor dar.

Im Rahmen der Motorshow in Detroit haben

wir einen Lieferantenabend unter dem Motto

‚Ohne Partner fehlt uns was‘ (‚It’s Not The

Same Without Our Partners‘) veranstaltet,

über den der Global Supplier in dieser Ausgabe

ebenfalls informiert. Die positive Resonanz

hat erneut gezeigt, dass solche Veranstaltungen

eine hervorragende Möglichkeit

darstellen, sich näher kennen zu lernen,

auf einer ganz direkten persönlichen Ebene

Gedanken und Ideen auszutauschen sowie

Geschäftsbeziehungen weiterzuentwickeln

und damit zu vertiefen.

Wie wir und unsere Partner immer enger zusammenrücken

und aufeinander abgestimmt

handeln, zeigen weitere Berichte in dieser

Ausgabe. Es laufen zur Zeit etliche Projekte

bei DaimlerChrysler, die in zunehmendem

Maße eine weltweite Zusammenarbeit und

Abstimmung mit unseren Zulieferpartnern

voraussetzen.

Mit diesen Projekten beschreiten wir zukunftsweisende

Wege. Gleichzeitig eröffnen

wir auch neue Chancen – insbesondere unseren

Zulieferpartnern. Unser Motto ‚Ohne

Partner fehlt uns was‘, unterstreicht, wie

wichtig unsere Zulieferpartner für Daimler-

Chrysler sind, um in diesen vom Wettbewerb

geprägten Zeiten erfolgreich bestehen zu

können.

Gary C. Valade

Vorstand weltweiter Einkauf,

DaimlerChrysler AG

3


4

Global Titel

Der Chrysler Pacifica ‚Sports Tourer‘

Innovativ und

wegweisend

Als Chrysler vor 20 Jahren mit dem Mini-Van ein völlig neues Fahrzeugsegment

erschuf, definierte dieses viel gelobte Fahrzeug den Automobilmarkt

neu. Nach fast 10 Millionen verkaufter Mini-Vans präsentiert Chrysler den

Pacifica (Modelljahr 2004) – ein bahnbrechendes neues Fahrzeugkonzept,

das ein ganz neues Segment eröffnet, den ‚Sports Tourer‘.


Der 2004 Chrysler Pacifica wird im gleichen Werk in

Windsor, Ontario, Kanada, hergestellt, in dem auch die

Bestseller der Firma, die Chrysler und Dodge Mini-Vans,

produziert werden. „Ähnlich wie unser Original-Mini-

Van und der Chrysler PT Cruiser ist unser komplett

neuer 2004 Chrysler Pacifica ein Fahrzeug, das wieder

einmal die alte Segmentordnung aufmischen wird“,

sagte Dr. Dieter Zetsche, Chrysler Group President und

CEO. „Mit innovativen Ausstattungspaketen, bahnbrechenden

Proportionen, drei Sitzreihen, einem PKW-ähnlichen

Handling und Allrad-Antrieb gibt es auf dem

Markt schlichtweg nichts Vergleichbares.“ Der 2004

stammt zwar aus dem gleichen Werk wie die Chrysler

und Dodge Mini-Vans, er wird aber auf keiner der Plattformen

gebaut, auf denen die Mini-Vans mit kurzem

oder langem Radstand aufbauen. Der 2004 Chrysler Pacifica

zeichnet sich durch seine eigene neue und einzigartige

Plattform aus, wobei der bewährte 3,5-Liter-V-6-

Motor verwendet wird, der auch schon den Chrysler

300M antreibt.

Mehr Effizienz durch neues Produktionssystem

Durch das neue flexible Produktionssystem ist die

Chrysler Group in der Lage, den wegweisenden Pacifica

auf derselben Montagestraße herzustellen wie die in

ihrem Segment führenden Mini-Vans. Dank dieses Systems

kann man neue Produkte schneller, mit höherer

Qualität, geringeren Investitionen und minimaler Ausfallzeit

auf den Markt bringen. Im Werk in Windsor investierte

DaimlerChrysler für dieses völlig neue Produktionssystem

300 Millionen Dollar. „Chrysler, die amerikanische

Marke, die für ihre innovativen und leidenschaftlich

pionierhaften Designs bekannt ist, definiert mit dem

Pacifica die Personen- und Familienbeförderung neu“,

so Tom Marinelli, Vice President Chrysler/Jeep® Global

Brand Center. „Der Chrysler Pacifica ist eindeutig eine

neue Variante eines erstklassigen Sechs-Sitzer-Fahrzeugs.“

Fahrzeugdesign neu überdacht Die Konstruktion

und Entwicklung des Pacifica begann vor einigen Jahren

mit einem weißen Blatt Papier und der Absicht, ein einzigartiges

Fahrzeug zu kreieren, das sich durch die besonderen

Eigenschaften einer Limousine, eines sportli-

chen Kleintransporters und eines Mini-Vans auszeichnen

sollte, so Joe Dehner, Director Exterior and Interior

Design. Das Ergebnis ist ein hochwertiger Sechs-Personen-‚Sports

Tourer‘ mit einem einzigartigen Profil, einem

beinahe flachen Boden und einer daraus resultierenden

niedrigen Fahrzeugschwelle, die im Vergleich mit

einem traditionellen Sports-Utility-Vehicle oder Mini-Van

eher uncharakteristisch ist. Der Pacifica wartet mit einem

Pkw-artigen Handling, erstklassigen Sitzen, zweiten

und dritten Sitzreihen, die sich flach zu Boden klappen

lassen, sowie Allrad-Antrieb auf.

Rundum ansprechend Der Pacifica ist insbesondere

für jene besonders attraktiv, die nach einer Alternative

zu einem Personenwagen, einem Sports-Utility-Vehicle

oder einem Mini-Van suchen. „Das äußere Erscheinungsbild

ist solide, überzeugend und attraktiv und erweckt

das Gefühl der Sicherheit, dass man jederzeit unbeschadet

zu seinem Zielort gelangt“, sagte Trevor M. Creed,

Senior Vice President Konstruktion bei der Chrysler

Group. An dem eleganten Seitenprofil des Pacifica stechen

die 19 Zoll großen Aluminiumräder in Satinsilber,

die mit der Karosserie bündig abschließen, besonders

ins Auge. Ähnlich wie an der Vorderseite wird ein beträchtlich

hervorstehender Stoßfänger noch durch in die

oberen Ecken integrierte Satinsilber-Akzente verstärkt,

was dem Fahrzeug ein elegantes, aber dennoch solides

Aussehen verleiht. „Der Innenraum zeichnet sich durch

eine saubere, wohlgeformte und präzise Verarbeitung

mit Betonung auf höchster Qualität aus“, sagte Creed.

„Ob Sie nun ganz vorne oder aber in der zweiten Reihe

sitzen, spielt keine Rolle. Sie haben einfach das Gefühl,

in etwas Besonderem Platz genommen zu haben. Unser

Ziel war es, allen in der ersten und zweiten Reihe das Ge-


5

Hochwertiger Sechs-

Personen-‚Sports Tourer‘:

ebenso solide wie elegant.


6

Global Titel

fühl zu vermitteln, stets erster Klasse zu reisen.“ Insgesamt

gesehen, entspricht der Pacifica auf keinen Fall dem

herkömmlichen Design eines Personenwagens, Sports-

Utility-Vehicles oder Mini-Vans – der Pionier-Sports-Tourer

vereinigt jedoch deren beste Eigenschaften in sich.

Umfassendes Sicherheitskonzept In der ersten

Phase seiner Entwicklung wurde dem 2004 Chrysler

Pacifica der interne Entwicklungsname ‚The Protector‘

(‚Der Beschützer‘) verliehen. „Bei der Entwicklung des

Protectors ging es in erster Linie um den Fahrer und

seine Verantwortung, jeden Passagier sicher nach Hause

zu bringen“, erklärte Mike Donoughe, Vice President

Family Product Team. „Die erstklassige Sitzposition, die

Cockpit-ähnlichen Armaturen, der Allradantrieb sowie

das Handling einer Sportlimousine helfen dem Fahrer

dabei.“ Der Chrysler Pacifica ist zudem eines der weltweit

ersten Fahrzeuge, das serienmäßig über einen dreireihigen

Windowbag verfügen wird, wenn er im Frühjahr

2003 auf den Markt kommen wird. Der an der

Decke angebrachte Windowbag, der in allen Testreihen

überzeugte, wird nach unten ausgelöst und schützt die

gesamten Fenstersitze. Darüber hinaus genügt der Pacifica

den seitens der Chrysler-Ingenieure aufgestellten

strengen Kriterien in Bezug auf Handling und Stabilität.

Obwohl der Chrysler Pacifica höher als die meisten Personenwagen

ist, sind seine Aufhängung, Lenkung und

sein Fahrverhalten so ausgelegt, dass er Kurven- und

Handling-Qualitäten einer Sportlimousine aufweist.

Produktiver Know-how-Austausch Zusätzlich erfolgte

ein Wissensaustausch innerhalb der Daimler-

Chrysler-Familie, um sicherzustellen, dass die Hinterradaufhängung

des Pacificas in Technologie und Konstruktion

den ‚Best Practices‘ entspricht. „Der Chrysler Pacifica

verfügt nicht über die gleichen Bauteile, aber er hat

die gleiche Konstruktionsarchitektur in der Hinterradaufhängung

wie die Mercedes-Benz E-Klasse“, sagte

Donoughe. „Wir haben nicht nur von der Verwendung

des Aufhängungs-Designs profitiert, dem Pacifica kam

auch zugute, dass er im DaimlerChrysler-Fahrsimulator

in Berlin Entwicklungstests unterzogen wurde.“ Chrysler

Pacificas fortschrittliches Rückhaltesystem umfasst die

Sicherheitsgurte, Airbags und Sensoren, um einen optimalen

Insassenschutz zu garantieren. Der Pacifica wartet

auch mit dem in der Chrysler Group erstmalig angebotenen

Knie-Airbag auf, der sich direkt unterhalb der

Lenksäule befindet und die Verletzungsgefahr für die

Beine senkt.

The Chrysler Pacifica Sports Tourer

Pionierleistung eines Lieferanten Das ‚Infinity Intermezzo

5.1 Multi-Channel Audio-System‘, das im 2004

Pacifica zum Einsatz kommt, setzt neue Maßstäbe in der

Soundsystem-Technologie für den Automobilmarkt. Ein

Team von Harman/Becker Automotive Systems arbeitete

an dem umfassenden und integrierten Infinity-Intermezzo-5.1-System.

Dabei erwies sich das Projekt als

‚positiver Beweis‘ für den Erfolg hinsichtlich der in der

Chrysler Group wichtigen Werttreiber Qualität, Systemkosten,

Technologie und Logistik. Harman/Becker Automotive

Systems liefert den Digitalverstärker, der im

Pacifica als einem der ersten Fahrzeuge zum Einsatz

kommt. Er ist das ‚Herzstück‘ des Systems, das acht mit

‚Ceramic Metal Matrix Diaphragm‘-Technologie (CMMD)

ausgestattete Lautsprecher mit satten 385 Watt versorgt.

System-Merkmale Dieses voll integrierte System ist in

der Lage, die an sich wahrgenommene Klangquelle von

den Lautsprechern weg zu bewegen, wodurch der Eindruck

eines großen Raumes oder eines 360-Grad-Raumklangs

entsteht. Jede Audioquelle ist in einem realistischen

Multikanal-Surround-Sound mit auffallend ausgeprägter

Raumtiefe und einem natürlichen Klangteppich

zu vernehmen. Das System bietet an jedem Ort Unterhaltung

von höchster Qualität – man sitzt tatsächlich

überall first class. Das Audio-System verfügt über eine

Schnittstelle zum Alpine-Navigationssystem und zu der

Freisprecheinrichtung von JCI. Das an der Decke im

Fonds angebrachte 7 Zoll große LCD-Display von Visteon

ist bestens für den multimedialen Einsatz geeignet.

Das Team von Harman/

Becker arbeitete eng mit der

Chrysler Group zusammen

und führte umfangreiche

Equalizer-Tests am Unterhaltungssystem

Pacifica Infinity

Intermezzo 5.1 durch. Die

Bemühungen führten zu

einem ausgeklügelten Multikanal-System,

dem bislang

einzigen in der Chrysler

Group – dem digitalen Surround-Sound.


‚2004 Chrysler Pacifica‘-Hauptlieferanten

Die Lieferanten der Chrysler Group spielten eine entscheidende

Rolle bei der Entwicklung des Chrysler Pacifica 2004. Ziel der

Chrysler Group ist es, bei der Lieferantenauswahl für ein neues

Produkt jeweils ein ‚All-Star-Team‘ auszuwählen.

ADAC

Türgriffe

Alpine

Navigationssystem

Über Harman/Becker

Autoliv Sicherheitsgurte,

Airbags, Lenkrad

Behr/Dayton

Heizungs-, Lüftungs- und

Klimaanlage (HLK)

Benteler

Modul Aufhängung

Bosch

Bremsen

Brose

Fensterheber

C-MAC Invotronics

Modul der automatischen

Heckscheibe

Collins & Aikman

Konsolen-Baugruppe

Continental Teves

ABS-Steuergerät

Delphi

Automatische Heckscheibe

Denso

Wischermodul und -blätter,

Modul Motorkühlung,

Instrumentenblock

Gentex

Rückspiegel

Getrag Gears

PTU

GKN

Antriebswellen

Guardian

Windschutzscheibe, Glasmodul

Harman/Becker

Audiosystem

Hella

Scheinwerfer

Intier Automotive

Sitze

ITT

Bremsschläuche

Johnson Controls

Dachsystem

Harman/Becker Automotive Systems gehört zu Harman

International, dem Hersteller der Marken Harman Kardon,

JBL, Infinity, Revel, Audioaccess, Lexicon, Mark Levinson,

Madrigal Imaging und Proceed. Mit Niederlassungen in

Nordamerika, Europa und Asien ist Harmann/Becker in der

Lage, die Produktionsverfahren Hand in Hand mit den hohen

Qualitätsanforderungen zu optimieren. Der Lieferant bediente

sich im Rahmen dieses Programms eines effektiven

Qualitätsmanagements, wobei er spezielle Teams zur Entwicklung

des Verstärkers, des Lautsprechersystems und der

bordeigenen Akustik bereitstellte. Ein Programm-Manager

von Harman/Becker, der die Arbeiten mit den Ingenieuren

der Chrysler Group koordinierte, leitete die Teams.

KSR

Anpassbares Gaspedal

LDM

Vorder-/Hinterverkleidung

Lear

Türverkleidung + Zierleisten

Lowell

Außenspiegel

Meridian

Rücklichter

Meritor

Schraubenfedern hinten

Meritor Roof Systems

Schiebedach

Michelin

Reifen

Mitsubishi und Alpine

Radios

Monroe

Federbeine

Mubea

Schraubenfedern vorn

PPG

Lack

Sachs

Stoßdämpfer

Siemens

Ferngesteuerte schlüssellose

Zentralverriegelung

Sirius

Provider Satellitenradio

UBE

Räder

Waterville TG

Dichtungsprofil

Yazaki

Kabelbaum

Der Pacifica – die Alternative

zu einem Personenwagen,

High-Tech und Qualität Alan Boase, Manager für einem Sports-Utility-Vehicle

oder einem Mini-Van.

Audio- und Telematik-Sicherheits-Systeme, erklärt:

„Diese Fahrzeugklasse verlangt nach einem technologisch

fortgeschrittenen Bord-Unterhaltungssystem. Das

Team von Harman/Becker war geradezu prädestiniert

dafür, bei Pacifica für eine Heimkino-Atmosphäre zu

sorgen. Experten der Abteilung für Home-Entertainment

schufen gemeinsam mit ihren Kollegen aus ihrer Automobilgruppe

ein ausgeklügeltes Multikanal-System

und – für die Chrysler Group bislang einmalig – einen

digitalen Surround-Sound.“ Über den kompletten Entwicklungszeitraum

des Pacifica hinweg „konzentrierte

sich der Lieferant vollständig auf innovative Technologie

und hervorragende Qualität“, fügt James Jurkiewicz,

Senior Product Design Engineer, an. „Harman/Becker

führte bei Pacifica neue Methoden und Verfahren ein

und führte mehr als zwei Mal umfassende Equalizer-

Tests durch, um einen optimalen Surround-Sound zu

erreichen. Das Ergebnis ist ein absolut hervorragendes

Niveau an Leistung und Funktionalität.“ Brian Cottreau,

Senior Buyer Elektrik/Elektronik, meinte abschließend:

„Das war echte Gemeinschaftsarbeit, als sich die technischen

Daten abzeichneten. Sogar bei den sehr anspruchsvollen

Projektzielen wartete der Lieferant in jeder

Phase mit Qualität und wettbewerbsfähigen Preisen

auf.“

7


8

Global Forum

MDC Power Forum A9-Engine

Neue Wege, besondere

Ein Forum der besonderen Art fand vom 18. bis 20. November in Erfurt

statt: Die MDC Power GmbH – das 2001 gegründete Gemeinschaftsunternehmen

von smart und Mitsubishi und Betreiber des neu errichteten

Motorenwerkes in Kölleda* – hatte rund 200 Gäste eingeladen, die

an dem Motorenprojekt A9 beteiligt sind: europäische und japanische

Zulieferer ebenso wie Mitarbeiter von DaimlerChrysler, Mitsubishi und

Ned-Car, dem gemeinsam betriebenen Montagewerk in den Niederlanden.

Das Besondere an diesem Forum, das eine Werksbesichtigung

in Kölleda beschloss: Die Teilnehmer wurden auf die nächsten Schritte

in dem Projekt eingestimmt, das ein Teil der ersten großen gemeinsamen

Unternehmung der weltweiten Allianz von DaimlerChrysler und

Mitsubishi ist: dem Pkw-Projekt ‚New Compact Car‘ (NCC).

* Siehe Global Supplier, 3. Quartal 2002,

Heft Nr. 11, S. 24-25.

Der Leiter des Einkaufsbüros Japan,

Christoph Dörr (ganz links), führte

gekonnt durch das Forum. Thomas

Uhr, Volker Stauch, Harald Bölstler

und Seiichi Ohta (von links nach

rechts) standen in einer Diskussionsrunde

Rede und Antwort.


Chancen

In seiner Eigenschaft als Vorsitzender des

Steering Committees A9-Engine ließ Volker

Stauch, der überdies der Sprecher der Geschäftsleitung

Aggregate der Mercedes Car

Group und Leiter des Werkes Untertürkheim

ist, keinen Zweifel an der Bedeutung des

Forums aufkommen. In seinem Eröffnungsvortrag

betonte er ausdrücklich, dass mit

dem Projekt A9-Engine in jeder Hinsicht

völlig „neue Wege beschritten werden“. Deshalb

habe „das Fahrzeug- und Motorenprojekt

von Beginn an eine hohe Aufmerksamkeit

von Seiten des Managements sowohl

bei DaimlerChrysler als auch bei Mitsubishi“

auf sich gezogen.

Zwei Marken, drei Motoren, vier Fahrzeuge

Tatsächlich hat sich das Projekt

nichts Geringeres auf die Fahnen geschrieben,

als für vier Zielfahrzeuge der Marken

smart und Mitsubishi drei Motorenmodelle

zu entwickeln und herzustellen, die anspruchsvollsten

Zielsetzungen unterliegen.

Auf modernstem technologischem Niveau sollen

sich die geplanten 1,3-Liter- und 1,5-Liter-

Vierzylindermotoren sowie der 1,1-Liter-Dreizylindermotor

durch „hohe Leistung, geringes

Gewicht und wirtschaftlichen Verbrauch

bei niedrigen Entwicklungs- und Herstellungskosten“

auszeichnen, machte Seiichi

Ohta deutlich, der bei Mitsubishi für die

Entwicklung der A9-Motoren verantwortlich

ist. Geliefert werden die in Kölleda gefertigten

Motoren sowohl in das Werk von Ned-Car

im niederländischen Born als auch in das

Mitsubishi-Werk in Okazaki.

Ungewöhnliche Arbeitsteilung Dabei

ist nicht nur der erstmalige Verbau eines in

Deutschland produzierten Motors in Japan

neu. Ein Novum stellt auch die Arbeitsteilung

dar. Die A9-Motorenbaureihe wird von

Mitsubishi dem Mercedes-Benz Development

System folgend entwickelt. Die Produktionsplanung

wird indes von DaimlerChrysler

und die Produktion gemeinsam, das heißt

von der MDC Power GmbH, verantwortet. In

diesem Zusammenhang hob Gastgeber Thomas

Uhr, Geschäftsführer von MDC Power

und strategischer Projektleiter, einen Aspekt

besonders hervor, der das Teamwork noch

komplexer gestaltet. Da von dem Joint Venture

„nur knapp 20 Prozent der Wertschöpfung

kommen und der ‚Rest‘ von unseren

Zulieferpartnern“, werden zusätzliche „hohe

Anforderungen an alle Zulieferer gestellt“.

„Die Entwicklungsziele sind fast

erreicht“, informierte Seiichi Ohta

von Mitsubishi die Veranstaltungsteilnehmer.

Bewährungsprobe für Zulieferer Auch

das bislang feststehende Lieferanten-Set,

das vom Materialeinkauf der Mercedes Car

Group (MEP) und Mitsubishi gemeinsam ausgewählt

wurde, weist einige Besonderheiten

auf. Harald Bölstler, Leiter des Materialeinkaufs

Pkw der Mercedes Car Group und für

MDC Power für die Beschaffung des Produktionsmaterials

zuständig, wies in seinem

Vortrag darauf hin: „Heute sind einerseits

Mercedes-Benz-Zulieferer anwesend. Sie

haben erneut bewiesen, dass Sie zum Benchmark

gehören. Noch besser: Ein Teil dieser

Lieferanten ist neu für Mitsubishi. Nutzen

Sie Ihre neuen Kontakte zur Entwicklung

in Okazaki nicht zuletzt auch im Hinblick

auf künftige gemeinsame Projekte zwischen

DaimlerChrysler und Mitsubishi. Andererseits

nehmen japanische Zulieferer teil, die

zum ersten Mal an DaimlerChrysler liefern

9


10

Dr. Guido Krupinski wird am 1. März

dieses Jahres Thomas Uhr in der

Funktion des strategischen Projektleiters

nachfolgen.

Global Forum

werden. Beweisen Sie uns, dass Sie nicht nur

das Potenzial haben, sondern dass Sie auch

wirklich international arbeiten können.“ Wer

die Bewährungsprobe besteht, dem eröffnet

sich die besondere Chance, „sich im Umfeld

dieser Allianz, die weltweit das größte Einkaufsvolumen

aller OEMs zu vergeben hat,

einen Namen zu machen und neue Kunden

zu gewinnen“.

Optimierung der Kosten Vor dem Hintergrund

der Mitte 2003 beginnenden Produktionstests

wurden auf dem Forum im Rahmen

eines Informations-Marktplatzes offene

Fragen und Probleme diskutiert. Neben der

Produkt- und Prozessqualität, den komplexen

Logistik- und Einkaufsprozessen, dem

Datenaustausch und produktionsspezifischen

Themen wurden vor allem auch das

Änderungs- und das Anlaufmanagement

erörtert. Dabei zeigte sich Seiichi Ohta über

die bisherigen Erprobungsergebnisse zufrieden.

Sie verdeutlichen, „dass die Entwicklungsziele

fast erreicht sind“. Trotzdem forderte

er die Zulieferer auf, „auch weiterhin

intensiv mit uns zusammenzuarbeiten und

uns vor allem bei der Realisierung des noch

MDC Power Forum A9-Engine

nicht erreichten Kostenziels maximal zu unterstützen,

damit wir in dem wettbewerbsintensiven

Marktsegment der New Compact

Cars erfolgreich bestehen können“.

Forum fand große Resonanz Als einen

wichtigen Schritt dorthin kann das Forum

insgesamt gewertet werden. Bei den Teilnehmern

kam die dreitägige Veranstaltung auch

deshalb so gut an, weil sie ihnen u. a. die

Möglichkeit bot, jene persönlichen Kontakte

zu knüpfen, „die bei noch so ausgefeilten

Prozessen letztendlich die Qualität eines gut

funktionierenden Produktionsnetzwerks

ausmachen“, resümierte Thomas Uhr. Herr

Uhr stellte bei dieser Gelegenheit Dr. Guido

Krupinski vor, der ihm ab dem 1. März 2003

in der Funktion des strategischen Projektleiters

und als Geschäftsführer der MDC

Power nachfolgen wird.

Die Zulieferpartner hatten die

Gelegenheit, ihre Produktionsstandorte

auf einer Weltkarte zu

markieren.


‚Ohne Partner

fehlt uns was‘

Ohne Partner fehlt uns was.

Global Procurement & Supply war am

8. Januar 2003 Gastgeber eines Supplier-Partnership-Events

in Detroits

historischer Feuerwache.

Das festliche Ereignis fand im Zusammenhang

mit der North American

International Auto Show 2003 (Detroit

Motor Show) statt. Mit Musik, Unterhaltung

und Erfrischungen, serviert

von der GP&S-Führungsriege als „prominenten

Barkeepern“, wurde die Partnerschaft

gefeiert.

Der Abend stand unter dem Motto: ‚Ohne

Partner fehlt uns was.‘ Seitens GP&S nahmen

an der Feier unter anderen teil: Gary C. Valade,

Executive VP, Global Procurement and Supply;

Tom Sidlik, Executive VP, Procurement

and Supply Chrysler Group; Harald Bölstler,

VP, Procurement Mercedes Car Group;

Stefan Buchner, VP, Procurement & Supply

Mitsubishi; Dave Hodgson, VP, Supply

Chrysler Group; Dr. Heinrich Reidelbach, VP,

International Procurement Services; Peter

Rosenfeld, VP, Worldwide Procurement and

Sourcing Strategy Chrysler Group, und Steve

Walukas, VP, Worldwide Supplier Quality

Chrysler Group.

In seinen Eröffnungsworten unterstrich Gary

C. Valade die Bedeutung der Beziehungen

zwischen DaimlerChrysler und seinen Zulie-

Zwei der prominenten Barkeeper aus

der GP&S-Führungsriege (v. l.): Steve

Walukas, VP, Worldwide Supplier

Quality Chrysler Group, und Tom

Sidlik, Executive VP, Procurement

and Supply Chrysler Group.

ferpartnern. „Die vier Säulen der Strategie

von DaimlerChrysler geben uns die Richtung

in diesem sehr wettbewerbsintensiven Umfeld

vor. Globale Präsenz, starke Marken,

eine breite Produktpalette und technologische

Führung sind die Schlüsselelemente

unserer Strategie“, betonte Valade.

Die anwesenden Lieferanten schätzten die

Gelegenheit, an der Veranstaltung teilnehmen

zu können. Markus Schmitz, Direktor

der in Deutschland ansässigen Tuchfabrik

Willy Schmitz, bemerkte hierzu: „In dieser

Zeit des E-Business, von E-Mail und Voice-

Mail ist es immer noch wichtig, von Angesicht

zu Angesicht über Geschäfte zu reden.

Ich habe mich über die Gelegenheit gefreut,

die Partnerschaft unseres Unternehmens als

Textilspezialist für DaimlerChrysler diskutieren

zu können.“

„Was für eine einzigartige Gelegenheit, nicht

nur zu feiern, sondern auch – mit allen Leuten

im gleichen Raum – neue Beziehungen

in einer zwanglosen Umgebung anknüpfen

zu können“, meinte Eugen Geyer, VP Sales

and Marketing, Grammar AG.

William Farrel, Director of Sales der SKF

Group/Chicago Rawhide, ein Lieferant von

Elastomer-Dichtungen, sagte: „Das Timing

für dieses Zusammentreffen ist großartig, da

die DaimlerChrysler Axle Alliance Group

GP&S Partnership-Event in Detroit

11

mehr und mehr an Bedeutung gewinnt.

Hier können wir auf unserer neuen Beziehung

aufbauen und neue Bekanntschaften

schließen.“

An diesem Lieferantenabend wurden nicht

nur die Zusammenarbeit mit den Zulieferpartnern

und deren Leistungen gefeiert, sondern

es wurden auch über 1.700 Dollar für

die Detroit Fireman’s Fund Association zur

Unterstützung berufsunfähiger Feuerwehrleute

aufgebracht.

Vor Beginn der Veranstaltung hatten die

Teilnehmer Gelegenheit, die North American

International Auto Show zu besuchen, da

sich die Feuerwache ganz in der Nähe von

Detroits Cobo Exhibition Hall befindet.

Smalltalk und Gedankenaustausch

in angenehmer Atmosphäre.

Linden Nelson, Chief Executive Officer,

und Richard Honecker, Chief

Operation Officer, von The Beanstalk

Group (Abb. unten).


12

Global Forum

IPS Tag der Produktionsmittellieferanten Powertrain Pkw

Herausragende Leistungen

sind das Ziel

Am 3. Februar fand im Conference Center des Werkes Untertürkheim

der Tag der Produktionsmittellieferanten Powertrain

Pkw statt. Rund 200 Gäste insbesondere aus der Zulieferindustrie waren der Einladung von

International Procurement Services (IPS) und der Produktionsplanung Aggregate (PPA) gefolgt.

Neben neuen Trends in der Aggregateentwicklung und in der Bearbeitungstechnologie wurde über

die weitere Zusammenarbeit in den zahlreichen Powertrain-Projekten informiert und diskutiert.

Ein besonderer Höhepunkt stellte die Auszeichnung dreier Zulieferer für Produktionsmittel dar,

deren vorzügliche Leistungen gewürdigt wurden.

Zum ersten Mal veranstaltete IPS einen Lieferantentag,

der nicht ein einzelnes Projekt

fokussierte, sondern projektübergreifende

Anforderungen und Ziele im Bereich Powertrain

der Mercedes Car Group aus der Sicht

des Nichtproduktionsmaterial-Einkaufs thematisierte.

Der Leiter IPS, Dr. Heinrich Reidelbach,

betonte dabei, dass in diesem Zusammenhang

insbesondere „die Vielzahl von

sehr wichtigen Aggregate-Projekten berücksichtigt

wird, für die entsprechende Produktionseinrichtungen

geplant, geliefert und in

Betrieb genommen werden müssen“. Damit

die gehäuften Neuanläufe in 2003 und 2004

wie geplant über die Bühne gehen können,

„ist es allerdings sehr wichtig, dass wir

gemeinsam mit unseren Produktionsmittellieferanten

im Sinne von Extended Enterprise®

sehr eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten“,

hob der Leiter IPS hervor.

Anforderungen aus planerischer Sicht

Keinen Zweifel ließ Volker Stauch, Leiter des

Werkes Untertürkheim und Sprecher der Geschäftsleitung

Aggregate/Komponenten, in

seinen Begrüßungsworten daran aufkommen,

was unter Partnerschaft zu verstehen ist. „Erfolgreiche

Produkte unseres Hauses bedingen

wiederum hervorragende Leistungen im

Bereich Powertrain Pkw.“ Um auch in Zukunft

„den hohen Ansprüchen und berechtigten

Erwartungen unserer Kunden zu entsprechen“,

forderte Volker Stauch eine ‚Leistungspartnerschaft‘

ein, der sich auch die Produktionsmittellieferanten

zu stellen haben. „Die

Kundenwünsche können wir nur gemeinsam

erfüllen“, hielt er unmissverständlich fest.

Diese Vorgabe aufnehmend, machte der Leiter

der Produktionsplanung Aggregate, Eberhard

Heuser, „aus der Sicht des Planers“

grundsätzliche Aussagen zur Zusammenar-

Wurden für ihre vorzüglichen Leistungen

ausgezeichnet: die Firmen

ADS-TEC, J. W. Fröhlich und Grob-

Werke.

Am Ende des Forums: Get-together

im Mercedes-Benz-Museum.


Forderten eine ‚Leistungspartnerschaft‘

(v. l.): Eberhard Heuser, Volker Stauch und

Dr. Heinrich Reidelbach.

beit. Neben Informationen zur Organisation

und zu den personellen Zuständigkeiten der

Produktionsplanung Aggregate, einem Überblick

über die Planungsmethodik und die

-instrumente erläuterte er den beachtlichen

Planungsumfang für die Jahre 2003 und

2004. Vor diesem Hintergrund formulierte er

schließlich die Anforderungen an die Produktionsmittellieferanten.

Anforderungen an die Zulieferer Oberste

Priorität habe „die termingetreue Lieferung

der bestellten Umfänge mit der erforderlichen

Reife des Produktionsmittels“, wobei

„wir hinsichtlich der Qualität keine Kompromisse

machen werden“. Aufgrund immer

steiler werdender Hochläufe wird bereits bei

der Vorabnahme die Erfüllung aller Lastenheftanforderungen

einschließlich der verein-

barten Abnahmekenngrößen erwartet. Die

Kostenseite bezeichnete Eberhard Heuser als

eine weitere Herausforderung sowohl für die

Zulieferpartner als auch für Einkäufer und

Planer. Denn „in die Kosten für unsere Aggregate

fließen unsere Investitionen für Produktionsmittel

maßgeblich ein“, gab er zu bedenken.

Darüber hinaus äußerte er die Erwartung,

dass sich die Zulieferer auch technologisch

kontinuierlich weiterentwickeln. Dies

schließe zum Beispiel auch die Beteiligung

an den Vorbereitungen und Pilotanwendungen

zur ‚Digitalen Fabrik‘ mit ein sowie die

Teilnahme an weiteren strategisch wichtigen

Aktivitäten wie C die Ausweitung der Trockenbearbeitungstechnologie

auf alle Werkstoffe,

C die Steigerung der Produktionsflexibilität

durch den verstärkten Einsatz von

hybriden Systemen, C eine noch stärkere

Forcierung des Simultaneous Engineerings

zu Beginn der Projektphase oder C die

Realisierung kürzerer Lieferzeiten zur Reduzierung

der Time-to-Market-Zeitspanne.

Das Lieferantenmanagement von IPS

„Zusätzliche Chancen“ stellte Dr. Heinrich

Reidelbach in seinem Vortrag den „effizientesten

Lieferanten“ durch die globale Neuorganisation

von IPS im zurückliegenden Jahr in

Aussicht. Die wichtigste Voraussetzung für

die Auftragsvergabe stellt die Leistung eines

Lieferanten dar. Deren nachvollziehbare Bewertung

in der Vergangenheit durch das Lieferanten-Reviewing

und das konkrete Angebot

in Bezug auf Leistung und Preis bilden

13

schließlich die Basis für die jeweilige Vergabeentscheidung.

In diesem Zusammenhang

„werden unsere Lieferanten ganz besonders

auch daran gemessen, welchen Beitrag sie

leisten, um bei den vier strategischen Werttreibern

von Global Procurement & Supply –

Qualität, Systemkosten, Technologie und

Logistik – Benchmark-Niveau zu erreichen“.

Die in messbare Beurteilungskriterien übersetzten

Werttreiber und die Ergebnisse des

Lieferanten-Reviewings unterstützen schließlich

den Prozess der Vereinbarung gemeinsamer

Ziele mit dem Lieferanten mittels External

Balanced Scorecard (EBSC).

Die drei besten Powertrain-Zulieferer

Das Lieferantenmanagement unterstützt

damit „unsere Extended Enterprise®-Philosophie

einer offenen, fairen und leistungsorientierten

Partnerschaft zwischen Daimler-

Chrysler und seinen Lieferanten“, fasste

Dr. Heinrich Reidelbach zusammen, die gerade

in Zeiten eines zunehmenden Wettbewerbs-

und Kostendrucks auf die „Erhaltung

unserer gemeinsamen Wettbewerbsstärke

zielen muss“. Herausragende Leistungen im

Bereich Powertrain seien unabdingbar, damit

die erfolgreiche Produktpolitik von Daimler-

Chrysler fortgesetzt werden könne. Drei

Zulieferer, die in den vergangenen zwei Jahren

in verschiedenen Powertrain-Projekten

solche Leistungen erbracht hatten, wurden

vor dem versammelten Auditorium von

Dr. Heinrich Reidelbach, Volker Stauch und

Eberhard Heuser ausgezeichnet. Sie betonten

insbesondere, dass die Firmen ADS-TEC,

J. W. Fröhlich und Grob-Werke „nicht allein

vom Einkauf ausgewählt wurden, sondern

insbesondere von ihren Kunden in den Werken

und in der Zentrale“. Die Auswahl der

Lieferanten erfolgte auf Basis der Ergebnisse

der Lieferantenbewertung, die flächendeckend

durch die IPS-Kunden durchgeführt

wird. Die Auszeichnung „soll zugleich auch

ein Ansporn für alle anwesenden Zulieferpartner

sein, in den anstehenden Projekten

ähnlich herausragende Leistungen zu erbringen“,

die ebenso ‚preisverdächtig‘ sind.


14

Global Projekt

IPS Projekt Global Cutting-Tool

Im Spätsommer 2002 wurde von International Procurement Services ein

interdisziplinär besetztes transatlantisches Projekt angestoßen, das sich eine

Kostenoptimierung bei Schneidewerkzeugen (Cutting-Tools) auf die Fahnen

geschrieben hat. Das ‚Global Powertrain Cutting Tool Project‘ ist ein gutes Beispiel

dafür, wie auf beiden Seiten des Atlantiks gemeinsam mit Lieferanten

immer stärker an einem Strang gezogen wird.

Mit- und voneinander lernen

„Wir werden das Know-how diesseits und

jenseits des Atlantiks zusammenführen und

voneinander lernen.“ Diese in die Zukunft

gerichtete Aussage des Leiters IPS, Dr. Heinrich

Reidelbach, kurz nach dem Start der

IPS-Neuorganisation am 1. Juli 2002* zielte

zunächst auf das interne Zusammenwachsen

der beiden Einkaufsorganisationen für Nichtproduktionsmaterial

in Auburn Hills und

Stuttgart zur neuen IPS-Organisation. Mittlerweile

zeigen diverse IPS-Projekte, dass

auch andere Unternehmensbereiche diesseits

und jenseits des Atlantiks in diesen Lernprozess

mit einbezogen sind. Eines davon ist

das ‚Global Powertrain Cutting Tool Project‘,

in dem Vertreter der Aggregatewerke von

Chrysler und Mercedes-Benz, von IPS und

von Werkzeuglieferanten seit über einem

halben Jahr eng zusammenarbeiten.

Drei gewichtige Gründe Drei Gründe lassen

sich für den Start dieses Projektes anführen:

einmal der hohe Kostendruck, dem

insbesondere die Aggregate-Werke der

Chrysler Group werkzeugseitig unterliegen.

Ein weiterer Anlass ist die bis zum Jahresende

abgeschlossene Errichtung des neuen

Chrysler-Aggregate-Werkes ITP 2 (Indianapolis

Transmission Plant 2), in dem das von

* Siehe dazu Global Supplier, 3. Quartal 2002,

Heft Nr. 11, Seite 4 f.

Mercedes-Benz entwickelte ‚Neue Automatische

Getriebe 1‘ (NAG 1) hergestellt und

schließlich in Chrysler-Pkws verbaut werden

soll. Drittens ist es erst durch die globale

IPS-Neuorganisation möglich geworden, im

Weltmarkt für Werkzeuge materialgruppenorientierte

technologische und betriebswirtschaftliche

Betrachtungen und Vergleiche

über die einzelnen Business-Units hinweg

anzustellen, um größere Einkaufsvolumina

zu generieren und Kosten zu optimieren.

Im Projekt-Fokus: ITP 2 und NAG 1 Obwohl

die Schneidewerkzeuge und die entsprechenden

spanabhebenden Prozesse aller

Aggregate-Werke von Chrysler analysiert

werden sollen, bildet die neue Getriebefertigung

der ITP 2 in Indianapolis dennoch

einen Projektschwerpunkt. „Denn in der

neuen Fabrik wird das gleiche Getriebe gebaut

wie in Stuttgart. Automatisch werden

die gleichen Produktionsanlagen und damit

die gleichen Schneidewerkzeuge wie in

Deutschland eingesetzt“, erläutert Armin Andritzky,

Leiter Global e-Market Management

und einer der Projektverantwortlichen. Insofern

bietet die intensive Betrachtung der

spanabhebenden Werkzeuge der neuen Getriebefertigung

der ITP 2 eine gute Möglich-

keit, das weitere Vorgehen im Gesamtprojekt

exemplarisch einzuüben. So zum Beispiel

diesseits und jenseits des Atlantiks das

Preisgefüge miteinander zu vergleichen und

zu vereinheitlichen oder über die einzelnen

Werke hinweg Werkzeuge – wo möglich –

zu standardisieren oder auch den gleichen

Stand der Werkzeugentwicklung sicherzustellen.

Die Ziele des Projekts Das übergeordnete

Ziel des Projekts ist es, im Bereich Powertrain

mit Hilfe von Volumenbündelung über

die Business Units von DaimlerChrysler hinweg

die Preise von Werkzeugen ebenso zu

reduzieren wie die Kosten im logistischen


Prozess. Erreicht werden sollen die Ziele

durch C die Identifizierung gleicher

Werkzeuge, C einen technischen und

einen Preisvergleich, C Volumenbündelung,

Standardisierung und Rationalisierung,

C die Überprüfung und Optimierung

der Prozesse.

Vor diesem Hintergrund verfolgt das Projekt

ebenso kurzfristige wie langfristige Ziele.

Im Rahmen von Quick-Win-Aktivitäten wurden

zunächst entsprechende Verhandlungen

mit den zehn bedeutendsten Werkzeuglieferanten

durchgeführt, in denen bereits erste

Einsparungen erzielt wurden. In diesem

Zusammenhang waren die Lieferanten auch

aufgefordert, Verbesserungspotenziale zu

benennen. „Die Frage war, wo aus ihrer Sicht

unsere Prozesse so verändert oder vereinheitlicht

werden müssen, damit sie uns

preisgünstiger versorgen können“, hebt Dr.

Heinrich Reidelbach hervor.

Gute Vorschläge von Zuliefererseite

Produktiv war zum Beispiel der Vorschlag

von Werkzeuglieferanten, DaimlerChrysler

solle die Planungsqualität durch eine globale

Vorausschau der Bedarfe erhöhen. Tatsächlich

bestätigt Eberhard Heuser, Leiter Produktionsplanung

Aggregate, „dass allein auf

der Planungsseite die Prozesse sehr verschieden

sind“. Dies ist auf die historisch gewachsenen,

unterschiedlichen Strukturen in

den Werken diesseits und jenseits des Atlantiks

zurückzuführen. „In Deutschland sind

wir in den spanabhebenden Werken zentral

aufgestellt und arbeiten sehr stark mit einem

Planungsvorlauf. Das heißt, wir bekommen

regelmäßig klare Planzahlen über den entsprechenden

Werkzeugbedarf in der Folgeperiode“,

erläutert Armin Andritzky. Diese

Zahlen geben den Werkzeuglieferanten eine

größere Planungs- und Abnahmesicherheit,

die sich wiederum auf deren Prozessoptimierung

positiv auswirkt und damit letztlich

auch auf den Preis der Werkzeuge. „Die Einführung

eines global standardisierten Planungsvorlaufs

ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor“,

fasst er zusammen.

Langfristige Aufgaben Neben der Optimierung

von Prozessen und deren Harmonisierung

zwischen den Marken Mercedes-

Benz und Chrysler gilt ein weiteres Hauptaugenmerk

der Untersuchung, wo Sonderwerkzeuge

durch kostengünstigere Standardwerkzeuge

ersetzt und welche Werkzeuge in

welchen Fabriken gleichermaßen verwendet

werden können. Diese Betrachtungen werden

nach Aussage von Armin Andritzky aller-

15

dings über das Jahr 2003 hinausgehen, „weil

wir es hier mit vielschichtigen Untersuchungen

zu tun haben“. Dies gilt ebenso für das

bereits begonnene Vorhaben, künftig so viel

wie möglich standardisierte Werkzeuge über

das elektronische Katalogsystem eShop anzubieten

bzw. zu beschaffen.

Ein Projekterfolg für alle Obwohl einiges

in diesem Projekt noch Zukunftsmusik ist,

haben aber alle Projektbeteiligten schon jetzt

einen Gewinn: Nicht nur die amerikanischen,

auch die deutschen Werke profitieren

fast automatisch von der globalen Preisreduzierung,

die das Projekt Cutting-Tools bereits

angestoßen hat. Aber auch den Zulieferern

erschließen sich neue Chancen: Durch die

Verbesserung insbesondere der Planungsund

Logistikprozesse eröffnen sich ihnen

zusätzliche Möglichkeiten, ihr globales Verkaufsvolumen

signifikant zu erhöhen.


16

Global E-Business

20.000

18.000

16.000

14.000

12.000

10.000

8.000

6.000

4.000

2.000

0

eDocs

Eine B2B-Erfolgsgeschichte

Mit eDocs stellt DaimlerChrysler den Zulieferpartnern

Einkaufsdokumente – Bestellungen,

Abschlüsse und Anfragen –, die im

Materialeinkaufsystem (MES) erzeugt und

bisher in Papierform an die Geschäftspartner

versandt wurden, papierlos über das Internet

bzw. über das DaimlerChrysler Supplier-

Portal zur Verfügung. Nach einer Designund

Implementierungsphase von weniger

als 12 Monaten hat sich eDocs zu einem

wichtigen Instrument im täglichen Einkaufsgeschäft

für die etwa 1.000 Einkäufer der

Bereiche IPS, PCV und MEP und zur meistfrequentierten

E-Business-Anwendung im

Business-to-Business-Bereich von Daimler-

Chrysler entwickelt. Die flächendeckende

Einführung von eDocs erfolgte ab Mai 2002

und verlief sehr erfolgreich (siehe Graphik).

Vorteile für Einkäufer und Zulieferer

Derzeit arbeiten ca. 4.000 Mitarbeiter unserer

1.300 wichtigsten Geschäftspartner mit

eDocs. In 2002 wurden ca. 90.000 Dokumente

papierlos übermittelt – mit einem Vertragsvolumen

von über 7,0 Mrd. Euro. Die

Vorteile von eDocs sowohl für Einkäufer als

auch für unsere Geschäftspartner sind offen-

* Siehe dazu Global Supplier, 1. Quartal 2002,

Heft Nr. 9, Seite 30f., und Global Supplier,

2. Quartal 2002, Heft Nr. 10, S. 26 f.

Die flächendeckende Implementierung der E-Business-Applikation

zum papierlosen Dokumentenaustausch eDocs* im Jahr 2002 ist,

ohne zu übertreiben, eine Erfolgsstory. Über den aktuellen Stand

berichten die beiden Projektleiter Florian Manhart und Tilman Knapp

in folgendem Artikel.

sichtlich und werden durch die hohe Nutzungsquote

von über 70 Prozent unterstrichen:

• papierloser Austausch von rechtsverbindlichen

Einkaufsdokumenten einschließlich

Dokumentenanhängen;

• Senkung des Administrationsaufwandes;

• drastische Zeitersparnis im Dokumentendurchlauf;

• Prozesstransparenz über jeden Abwicklungsfortschritt.

Die Erfahrungen in 2002 haben gezeigt,

dass mit eDocs die Dokumentendurchlaufzeit

von durchschnittlich 15 Tagen auf vier

Tage gesenkt werden konnte.

‚eDocs goes global‘ Seit Oktober 2002 ist

eDocs ebenso in englischer Sprache verfügbar,

so dass nun auch ausländische Zulieferpartner

Einkaufsdokumente via eDocs austauschen

können. Zum Beispiel sind seit November

2002 die spanischen und türkischen

Einkaufskollegen des Bereiches PCV ebenfalls

in die eDocs-Abwicklung involviert. In

2003 wird die Erfolgsstory in der Linienverantwortung

fortgesetzt. Durch die Aufschaltung

weiterer Geschäftspartner und mit

der Migration von eDocs ins neue globale

DaimlerChrysler-Lieferantenportal wird

die Grundlage für eine global verfügbare

E-Business-Applikation für unsere Zulieferpartner

geschaffen.

Mai Juni Juli August Sept. Okt. Nov. Dez.

Anzahl eDocs

zugeschaltete Lieferanten

1.600

1.400

1.200

1.000

800

600

400

200

0


Global

„Wettbewerb als Weg aus der Verunsicherung“

war das Thema der 17. Konferenz des

International Automotive Sector, die an der

IESE Business School, The International

Graduate School of Management der Universität

von Navarra, in Barcelona stattfand.

Peter M. Rosenfeld, Vice President Chrysler

Group, Worldwide Procurement and Sourcing

Strategy, erörterte als Gastredner dieser

Veranstaltung die Evolution der Lieferanten-

Kundenbeziehungen von DaimlerChrysler in

einem globalen Geschäftsumfeld.

Rosenfeld war von Pedro Nueno, Professor

of Management an der international renommierten

Business-School, eingeladen worden,

die Programme und Initiativen von

DaimlerChrysler zum Management weltweiter

Lieferantenbeziehungen vorzustellen.

Ein globaler Aktionsrahmen Rosenfelds

Präsentation begann mit einem Blick auf die

Konsolidierungstrends in der globalen Automobilindustrie.

Im Laufe der letzten Jahrzehnte

schrumpfte die Anzahl der Automobilproduzenten

von 270 Einzelfirmen auf gerade

einmal sechs weltweit agierende Player,

die 82 Prozent des weltweiten Automobilmarkts

repräsentieren. Vor dem Hintergrund

dieses globalen Aktionsrahmens erläuterte

Rosenfeld die Beschaffungsstrategie von

DaimlerChrysler sowie spezifische Ansätze,

mit Hilfe derer DaimlerChrysler die positiven

Impulse und Synergieeffekte in den weltweiten

Beschaffungsfunktionen von Chrysler,

Mercedes und Mitsubishi maximiert.

Konzern 17

GP&S 7. Konferenz des International Automotive Sector

Ein globaler Schwerpunkt

Peter M. Rosenfeld stellte die Beschaffungsstrategie von Daimler-

Chrysler auf einer internationalen Automobilkonferenz vor

Die Wissenschaft der Materialbeschaffung

Rosenfeld sprach in seinen Ausführungen

Instrumente an, die bei Daimler-

Chrysler zur Steuerung der globalen Beschaffungs-

und Komponentenstrategie eingesetzt

werden:

• Communication-Alignment ermöglicht

eine parallele Ausrichtung der Beschaffungsund

Entwicklungsfunktionen. Dieser Prozess

erstreckt sich über alle Geschäftsfelder und

deren Bereiche.

• Die Realisierung von Synergien durch

Festlegung eines Primus inter Pares. Mercedes,

Chrysler und Mitsubishi üben gleichwertige

Führungsrollen aus, wobei Prozesse

quer durch alle drei Unternehmenseinheiten

koordiniert werden und – wo erforderlich –

autonom entschieden wird. Je nach Bedarf

kooperieren die Bereiche in unterschiedlicher

Art und Weise, um ein möglichst effizientes

Ergebnis erzielen zu können.

• Der Entscheidungsfindungsprozess bzw.

die Komponentenstrategie gehört zu den

zentralen Themen des Managements bei

DaimlerChrysler. Der interne ‚Executive

Automotive Council‘ hat ein starkes Interesse

sowie Mitspracherecht im Beschaffungsprozess.

Rosenfeld ging außerdem näher auf die

Entwicklung der Lieferantenbeziehungen

von DaimlerChrysler ein, in deren Verlauf

Chrysler den Schwerpunkt vom marktbedingten

Wettbewerb einerseits und strategischen

Allianzen andererseits hin auf eine

komponentenabhängige Lieferantenbeziehung

verlagerte.

Den Erfolg abschätzen Ein wesentlicher

Teil der Präsentation war der Erörterung des

datengesteuerten globalen Leistungsmessungsverfahrens

im Rahmen der External

Balanced Scorecard (EBSC) gewidmet.

Die External Balanced Scorecard spiegelt

den Lieferanten für Produkte und Dienstleistungen

anhand von Messgrößen deren

Leistungen in Bezug auf die vier Werttreiber

Qualität, Systemkosten, Technologie und Logistik

wider (siehe hierzu auch den Artikel

auf Seite 18 in dieser Ausgabe). Damit bietet

die EBSC dem Lieferanten eine umfassende,

globale Sicht auf seine aktuelle Situation und

auf zukünftige Chancen.

Rosenfeld kommt zu dem Schluss: „Während

sich der Fokus der Lieferanten vom Einkaufsvolumen

einzelner Unternehmenseinheiten

auf das kombinierte Einkaufsvolumen von

DaimlerChrysler und Mitsubishi verlagert,

besteht unsere Zielsetzung gleichzeitig

darin, einen Beitrag zur Steigerung des Unternehmenswerts

durch Global Procurement

and Supply zu liefern. Die Strategien, die auf

dieser internationalen Konferenz skizziert

wurden, unterstützen die Vision für Daimler-

Chryslers Global-Procurement-Organisation

– die Schaffung des weltweit effektivsten

Zuliefernetzwerks.“


18

USA Prozess

Bereits vor einem Jahr haben wir Sie im

Global Supplier über die Entwicklung eines

webbasierten Tools informiert, mit dessen

Hilfe Lieferantenleistungen messbar werden

– die External Balanced Scorecard (EBSC).

Zunächst wurde die EBSC in jedem Geschäftsbereich

von DaimlerChrysler Global

Procurement & Supply implementiert, damit

regionale Lieferantenbewertungen generiert

werden können. Hinsichtlich der wachsenden

Globalisierungsaktivitäten von Daimler-

Chrysler wird das Tool jedoch als globale

Anwendung weiterentwickelt.

Die Tier-1-Lieferanten der Chrysler Group

haben bereits im Herbst 2002 damit begonnen,

auf ihre Leistungsdaten über Internet

zuzugreifen. Einer Pilotphase in 2001 folgend,

hat IPS die EBSC weiter ausgerollt und

in 2002 damit bereits ein Beschaffungsvolumen

von 1,3 Mrd. Euro abgedeckt. Seit Januar

2003 haben nun auch die ersten Nicht-

Produktionsmaterial- und Mercedes-Benz-

Pkw-Lieferanten Internetzugriff auf ihre Daten.

Nutzfahrzeuglieferanten werden folgen.

Die External Balanced Scorecard bei der

Chrysler Group Die External Balanced

Scorecard (EBSC) basiert auf den vier Werttreibern

Logistik, Qualität, Systemkosten und

Technologie. Anhand definierter Messgrößen

spiegelt sie den Chrysler-Group-Lieferanten

von Produktionsmaterial und MOPAR ihren

gegenwärtigen Leistungsstand wider. EBSC

GP&S External Balanced Scorecard

‚Ready to go‘ in 2003

ersetzt bei der Chrysler Group dabei das

Supplier-Rating-System (SRS), das ab sofort

nicht mehr im Einsatz ist. Die EBSC eröffnet

den Zulieferpartnern den ständigen Zugang

zu ihren aktuellen Bewertungen via Internet.

Das Tool stellt außerdem die Verbindung

zwischen dem Leistungsniveau von Zulieferern

und zukünftigen Vergaben her. Die Basis

zur Bewertung der Lieferantenleistungen

im Vergleich zum Wettbewerb basiert dabei

auf Scorecards.

Eine Besonderheit bei der Chrysler Group

stellt die Segmentierung von Komponenten

in artverwandte Gruppen – so genannte

‚competitive sets‘ – dar, in deren Rahmen

sich die Lieferanten im Wettbewerbsumfeld

vergleichen können.

Mit Hilfe der EBSC werden unsere Geschäftspartner

monatlich bewertet, indem konkrete

Messgrößen für jeden Zulieferumfang die

Leistung aufzeigen. Die Datenauswertung

ergibt ein deutliches Bild, ob der Lieferant

weiterhin ‚auf dem richtigen Weg ist‘, die

vereinbarten Ziele zu erreichen.

Die External Balanced Scorecard bietet den

Lieferanten die Möglichkeit, ihre Partnerschaft

mit der Chrysler Group zu intensivieren,

denn sie ist ein hilfreiches Tool, um den

Dialog zwischen Lieferant und Einkäufer

auszubauen.

Nach dem Besuch einer Schulung können

die Lieferanten von Chrysler auf die EBSC

via Extended Enterprise Network (EEN) zugreifen,

indem sie folgende Schritte ausführen:

‚applications‘, ‚purchasing‘, ‚GPSIS‘.

Die Trainings finden bei DaimlerChrysler

in Auburn Hills, Michigan, zu folgenden

Terminen statt: 28. April –2. Mai 2003,

4.–8. August 2003 und 27.–31. Oktober 2003.

Auch ein Online-Training sowie eine EBSC-

Hilfe-Applikation können auf der GPSIS-

Homepage aufgerufen werden. Lieferanten,

die an weiteren Informationen interessiert

sind, sollten ihren zuständigen Einkäufer

kontaktieren.


USA MCM-News 19

Die Errungenschaften aus der erfolgreichen

Kostenreduzierungsinitiative

‚Materialkostenmanagement‘ (‚Material

Cost Management‘ – MCM) der Chrysler

Group wandern nun in der Lieferkette

weiter nach unten. Die Direktlieferanten

besitzen jetzt die Tools und den

technischen Hintergrund, um ihre Leistungsfähigkeit

auf der Kostenseite

kontinuierlich zu verbessern, die Beziehungen

in der Lieferkette effizient

zu steuern und Sublieferanten in den

MCM-Prozess zu integrieren.

Die Kosteneinsparungen sind nicht auf die

interne Geschäftstätigkeit eines Lieferanten

beschränkt. Im Gegenteil, die Direktlieferanten

sind dazu aufgefordert, die MCM-Einsparungen

stufenweise in der Lieferkette

umzusetzen – und damit Möglichkeiten für

Kostensenkungen auf der Ebene der Sublieferanten

aufzudecken.

„Eine Eigenschaft wettbewerbsfähiger Lieferketten

ist die kontinuierliche Analyse der

Ausgaben“, erklärt Bret Hardy, Senior Manager,

Procurement Processes and Methods.

„Die Chrysler Group geht nun über die erste

Runde der durch MCM generierten Kosteneinsparungen

hinaus. Das Ziel besteht nun

darin, die Direktlieferanten und Sublieferanten

darauf zu verpflichten, die MCM-Techniken

zu implementieren und die Einsparungen

zu realisieren.“

Materialkostenmanagement

Die Herausforderung für

Direktlieferanten

Beispielsweise besteht eine Möglichkeit zur

Kostenreduzierung im Einsatz so genannter

Online Bidding Events (OBE) zwischen

Direkt- und Sublieferanten mit Hilfe von

Covisint, der größten Online-Börse der Automobilindustrie.

Während eines beschränkten

Zeitraums stellt die Chrysler Group dieses

Tool seinen Direktlieferanten kostenlos zur

Verfügung. Die Chrysler-Zulieferfirmen

können sich zu diesem Angebot mit ihren

jeweiligen Lead-Buyern in Verbindung

setzen.

Dabei sind die Online Bidding Events nur

der Anfang. Die Direktlieferanten besitzen

das Potenzial, von Kostensenkungen bei

Sublieferanten durch den Einsatz von Tools

in drei Schlüsselbereichen zu profitieren:

Kostenmanagement, Prozessverbesserungen

und Designverbesserungen.

Direktlieferanten können ein so genanntes

‚Tool Application Template‘ anfordern, das

Einzelheiten zu jedem Tool aus der MCM-

Tier-1-Toolbox zur Implementierung bei den

Sublieferanten enthält. Dieses ‚Template‘ beschreibt,

unter welchen Umständen ein Tool

sinnvoll eingesetzt werden kann, beurteilt

die Kriterien für die Einführung und fasst

die mit dem Einsatz des Tools in Zusammenhang

stehenden Aktionen zusammen.

Um das ‚Template‘ anzufordern, wenden

Sie sich bitte an Andrew Raine, Supervisor

Cost Management & Procurement unter

asr@daimlerchrysler.com.

MCM-Tier-1-Toolbox

Kostenmanagement

■ Linear Performance Pricing (LPP)

■ Total Cost of Ownership (TCO)

■ Easy Map

■ Wettbewerbsangebot oder Online

Bidding Events

■ Mengenbündelung

Globale Beschaffung

■ Werkzeugkosten

■ Optimale Spezifizierung

■ Verpackungskosten

■ Übernahmeteile

Prozessverbesserung

■ Wertanalyse/Wert-Engineering

■ Kaizen

■ Benchmarking

Designverbesserungen

■ Analyse von Konkurrenzfahrzeugen

■ Materialoptimierung

■ Komplexitätsreduzierung/Vereinfachung

Der Erfolg der gesamten Lieferkette hängt

von Zulieferpartnern ab, die ihre Kostensituation

und ihre Effizienz verbessern. Die

MCM/Sublieferanten-Initiative bringt diese

Erfolge – sie verbessert und stärkt dauerhaft

die Wettbewerbsfähigkeit.

Mehr Informationen über das Materialkostenmanagement

der Chrysler Group erhalten Sie

online unter extranet.daimlerchyrsler.com.


20

Europa Forum

Potenziale gemeinsam

ausschöpfen

Vom 13. bis 14. November 2002 fand im Auditorium des DaimlerChrysler

Werkes Sindelfingen eine umfassende Schulung zum Thema webbasiertes

Änderungsmanagement (eÄM) statt. Eingeladen waren rund 550 Teilnehmer

aus der Zulieferindustrie, die in einigen Produktprojekten des Geschäftsfeldes

Mercedes Car Group mit dem System arbeiten. Sie konnten

die Erfahrungen, die sie mit diesem System bereits gesammelt hatten,

gut in die Schulung einbringen.

Von Zuliefererseite kamen jede

Menge Anregungen.

MEP eÄM-Lieferantenschulung

Natürlich bot die Lieferantenschulung zum

elektronisch gestützten Änderungsmanagement

etwas mehr als eine reine Vermittlung

von Informationen über den Prozess und

das System. Den Veranstaltern kam es ebenso

sehr darauf an, den Meinungsaustausch

zu pflegen. Vor allem mit jenen Zulieferpartnern,

die seit Anfang 2000 sukzessive in

den Prozess des webbasierten Änderungsmanagements

einbezogen sind. Mit dessen

Implementierung war im Rahmen des Produktprojekts

BR 171 begonnen worden, die

schließlich in den Projekten BR 240 und 169

fortgesetzt wurde und derzeit über alle Baureihen

hinweg erfolgt. Trotz der erfolgreichen

Einführung des Systems sind dessen

Entwicklungspotenziale noch längst nicht

ausgeschöpft.

Gemeinsame Weiterentwicklung „Jedem

der Anwesenden war klar, dass wir Anfang

2000 noch keine 100-Prozent-Lösung

haben konnten“, erläutern deshalb die Moderatoren

der Schulung, Heike Köppl und Jochen

Richter aus dem Materialeinkauf Pkw.

Tatsächlich lässt sich ein System wie eÄM

nur im Echtbetrieb weiterentwickeln. Dabei

ist der Betreiber auf die praktischen Erfahrungen

aller Prozessbeteiligten angewiesen.

Aus diesem Grund war es ein Ziel der Veranstaltung,

„ein Feedback von jenen Zulieferpartnern

zu erhalten, die schon mit dem System

arbeiten“, macht Jochen Richter deutlich.

„Denn um sein Potenzial voll ausschöpfen

zu können, brauchen wir die Mitarbeit

unserer Zulieferer. Optimieren lässt es sich

nur gemeinsam, und zwar im Sinne eines

kontinuierlichen Verbesserungsprozesses

Schritt für Schritt.“


Jede Menge Anregungen von Zuliefererseite

Dass diese Botschaft bereits im Vorfeld

der Veranstaltung von den Zulieferpartnern

verstanden worden war, zeigte ihr

großes Interesse an der Schulung ebenso wie

ihre gute Vorbereitung. „Die Teilnehmer hatten

nicht nur eine klare Vorstellung von dem

Potenzial des Systems, sie brachten auch

eine Menge Anregungen und Problemlösungen

in die Diskussion ein“, so Heike Köppl.

Dabei ist der Vorteil, den die Applikation der

Zusammenarbeit in den Produktprojekten

bringt, bei allen unbestritten. Nur mit Hilfe

des Workflows lässt sich die Vielzahl der Änderungen

in den Projekten bändigen und die

notwendige Transparenz herstellen.

Änderungen nur im eÄM-Prozess möglich

„Jede Änderung muss den Prozess

durchlaufen. Nur so schließen wir unliebsame

Überraschungen auf der Kostenseite

aus“, sind sich Jochen Richter und Heike

Köppl sicher. Gleichzeitig bietet dieses Vorgehen

auch für die Zulieferer jene Sicherheit

in die Beauftragung, die sie früher oft nicht

hatten. Ein gutes Gelingen setzt nach Ansicht

Heike Köppls auf jeden Fall ein konsequentes

Handeln auf beiden Seiten voraus.

„Der Prozess ist nur so gut wie die Disziplin

derjenigen, die ihn treiben. Deshalb müssen

sich die Partner in gewisser Weise gegenseitig

erziehen und lernen, auch einmal nein

zu sagen.“

Informationen aus erster

Hand Neben rechtlichen

Aspekten, Problemen mit den

Anmeldeformalitäten, den Verantwortlichkeiten,Vertretungsregelungen

und Erläuterungen

Heike Köppl und Jochen

Richter waren sich einig:

„Wir brauchen auch weiterhin

Impulse von außen.“

Eine der Stärken der

Schulung: die Informationen

aus erster Hand.

zur praktischen Anwendung am PC stand

die Frage im Vordergrund, welche der Felder

bei Änderungsaufträgen zwingend ausgefüllt

werden müssen. Die damit in Zusammenhang

stehende spezifische Begriffswelt

DaimlerChryslers war zum Teil ebenso erklärungsbedürftig.

Einen breiten Raum nahmen

auch das Thema Kostenverhandlung

und die Diskussion des nachgelagerten Bezahlungsprozesses

ein. Insgesamt sind Jochen

Richter und Heike Köppl sehr zufrieden

mit dem Verlauf und den Ergebnissen der

Lieferantenschulung. „Der persönliche Kontakt

war für beide Seiten sehr wichtig. Uns

wurden Probleme und Anregungen aus erster

Hand vermittelt, während die Zulieferpartner

über den Prozess und das System direkt

von den Verantwortlichen informiert wurden.“

Impulse von außen sind erwünscht

Während die Schulung Licht ins Dunkel der

für manchen verwirrenden Systemlandschaft

DaimlerChryslers brachte,

nahmen die Veranstalter ihrerseits

die Impulse von Zuliefererseite

dankbar auf: „Impulse von

außen brauchen wir auch weiterhin,

um in der Systemgestaltung

weitere Schritte vorwärts gehen

zu können“, resümiert Heike

21

Köppl. Vor diesem Hintergrund ist geplant,

eine weitere Schulung im Laufe dieses Jahres

durchzuführen, nicht zuletzt deshalb,

weil immer mehr Zulieferer aufgrund der

fortschreitenden baureihenübergreifenden

Implementierung von eÄM in den Prozess

integriert werden.

Bei weitergehenden Fragen oder Problemen

wenden Sie sich bitte an die Hotline für interne

und externe User:

CUHD Plimas-Hotline +49 (711) 17-7 59 10

oder per Mail: mbox_096_support-plimas

@daimlerchrysler.com


22

Europa Porträt

MEP Vergabe von Komplettfahrzeugen

Nischenfahrzeuge liegen im Trend. Da die Anzahl der Varianten stetig wächst, ist die

Stückzahl pro Variante vergleichsweise relativ klein. Deshalb stellt sich auch für

DaimlerChrysler in diesem Zusammenhang immer wieder die Frage nach der Wirtschaftlichkeit.

Soll man deren Entwicklung und Herstellung in Eigenregie durchführen

oder ganz, zumindest jedoch teilweise, in die Hände eines kompetenten

Partners legen? Bei allradgetriebenen Fahrzeugen ist in diesem Segment Magna

Steyr ein führender Anbieter.

Anspruchsvoller

Spezialist

Im Januar 2000 wurde ein Kooperationsvertrag

zwischen DaimlerChrysler und

Magna Steyr unterzeichnet, in dem die Grazer

nach erfolgreicher Zusammenarbeit bei

der E-Klasse 4MATIC der Baureihe 210 erneut

als Systempartner mit der Entwicklung

und Fertigung der allradgetriebenen 4MA-

TIC-Modelle der neuen Mercedes-Benz-E-

Klasse beauftragt wurden, die Mitte 2003 anlaufen

werden. Damit wurde zugleich eine

Partnerschaft bekräftigt, die 1973 mit der

gemeinsamen Entwicklung der legendären

G-Klasse von Mercedes-Benz, die seit 1979

in Graz produziert wird, begann. Darüber

hinaus fertigt Magna Steyr seit 1992 den

Chrysler Voyager, seit 1994 den Jeep Grand

Cherokee und seit 1996 die allradgetriebenen

Modelle der E-Klasse. Aufgrund der

großen Marktnachfrage im Allradsegment

wurde Magna Steyr schließlich auch mit der

Entwicklung eines Allradantriebes für die

C- und die S-Klasse beauftragt. In diesem Zusammenhang

ist das Unternehmen zudem

für die Beschaffung bzw. Fertigung der allradspezifischen

Komponenten zuständig,

die in den DaimlerChrysler Werken Bremen

und Sindelfingen verbaut werden.

Die allradgetriebene

S-Klasse wurde im

Jahr 2002 in den Markt

eingeführt.

Kompetenz im Allrad-Segment Dieser

kurze historische Exkurs macht deutlich, wie

eng die Geschäftsbeziehungen zwischen beiden

Partnern mittlerweile gediehen sind.

Andreas Klebsattel, im Materialeinkauf Pkw

für Komplettfahrzeuge zuständig, nennt in

diesem Zusammenhang Gründe für die lange

Partnerschaft: „Magna Steyr ist im Allrad-


Segment unser gesamtverantwortlicher Entwicklungspartner,

weil das Unternehmen

auf diesem Gebiet eine hohe Kompetenz aufweist.“

Außerdem bietet es neben seiner

umfassenden Entwicklungs- auch eine entsprechende

Fertigungskompetenz – „eine

Kombination, die ihresgleichen sucht und

unserem Bedarf sehr entgegenkommt“.

Der Tier-0,5-Zulieferer Tatsächlich spiegelt

sich in dem umfangreichen Leistungsspektrum

von Magna Steyr ein Selbstverständnis

wider, das über das eines traditonellen

Automobilzulieferers hinausgeht.

Magna positioniert sich in der Zulieferpyramide

selbstbewusst zwischen OEM und

Systemintegrator, und zwar als ‚Tier 0,5‘. Ein

„Problemlöser mit Gesamtfahrzeug-Kompetenz“

(O-Ton Magna), der auch „in der

Automobilproduktion über alle Fähigkeiten

verfügt, die einen Fahrzeughersteller auszeichnen“.

Umfassendes Leistungsspektrum Ein

Systempartner mit OEM-Funktionen sein zu

wollen, ist ein hoher Anspruch. Wie wird

dieser für den Kunden erlebbar? „In den Projekten,

in denen wir zusammenarbeiten,

bietet Magna Steyr vergleichsweise deutlich

umfassendere Leistungen“, bestätigt Andreas

Klebsattel. In diesem Zusammenhang

hebt er insbesondere das komplette Management

der Sublieferantenkette hervor und die

Entwicklungskompetenz in diesem Marktsegment,

zu der zum Beispiel eben auch der

Prototypenbau, die Berechnung und Erprobung

oder Crashtests gehören. Nicht zuletzt

„die Fähigkeiten als Produktionspartner“

finden Anerkennung, zu denen auch die

Anlaufunterstützung und Auslauffertigung

Who is who?

Magna Steyr ist eine neu formierte Gruppe der Magna International Inc., Kanada, für die

derzeit an 16 Standorten in sieben Ländern rund 9.500 Mitarbeiter tätig sind. Als einer

der größten Engineering-Anbieter innerhalb der Zulieferindustrie weltweit befasst sich

Magna Steyr in den beiden Hauptgeschäftsfeldern ‚Fahrzeugtechnik‘ und ‚Powertrain‘ mit

dem gesamten Spektrum der Automobilentwicklung und -produktion, mit dem Schwergewicht

auf Allradsystemen. In der auf den Standort Graz konzentrierten Automobilproduktion

rollten im Geschäftsjahr 2002 rund 90.000 Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz,

Chrysler und Jeep vom Band. Die Produktionskapazität in Graz soll in den kommenden

zwei Jahren auf rund 200.000 Fahrzeuge gesteigert werden, womit Magna Steyr nach

eigenen Angaben der weltgrößte Automobilhersteller ohne eigene Marke ist.

zu zählen sind, die DaimlerChrysler selbst

schon einige Male zu nutzen wusste.

Höchstmaß an Verantwortung Kein

Wunder also, dass einem so aufgestellten

und bewährten Systempartner ein Höchstmaß

an Verantwortung übertragen wird. Aus

dieser hat sich DaimlerChrysler aber keineswegs

ganz verabschiedet. Die Vergabe von

Komplettfahrzeugen erfolgt natürlich erst,

„wenn wir intern geklärt haben, was zu vergeben

ist, und wir in dem Zusammenhang

die Zielkosten kennen“, betont Andreas Klebsattel.

Die grundsätzliche Entwicklung des

Fahrzeugkonzepts und die eines fertigen

Lastenhefts liegen nach wie vor im Verantwortungsbereich

DaimlerChryslers. Darüber

hinaus ist das Unternehmen auch während

des gesamten Projektverlaufs das Zünglein

an der Waage. „Das schmälert die Entwicklungsfreiräume

unseres Partners zwar

ein wenig. Es ist uns aber verständlicherweise

wichtig, dass das Fahrzeug ein unverwechselbarer

Mercedes-Benz wird.“

23

Eng vernetzte Zusammenarbeit Daraus

resultiert eine „eng vernetzte Kooperation“,

die mit einer intensiven Reisetätigkeit zwischen

Graz und Sindelfingen verbunden ist.

Obwohl jeder der Partner auch mal unterschiedliche

Zielsetzungen verfolgt und „man

sich dann zusammenraufen muss“, wird die

Zusammenarbeit insgesamt als „gut und

partnerschaftlich“ charakterisiert. Zweifellos

wird Magna Steyr auch weiterhin im Allrad-

Segment für DaimlerChrysler der Spezialist

für alle Fälle bleiben.


24

Europa Projekt

PCV/AS Projekt Tauschgeneratoren

Neuvergabe via Internet

Die Abteilung Einkauf Ersatzteile von

Procurement Commercial Vehicles

(PCV) in Germersheim trat den Beweis

an: Die Durchführung von Online

Bidding Events eignet sich nicht nur

bei der Beschaffung von Serienproduktionsmaterial.

Auch bestimmte

After-Sales-Produkte wie Tauschteile

können inzwischen mit Hilfe dieses

Einkaufstools problemlos vergeben

werden.

„Tauschteile erfreuen sich bei unseren Kunden

immer größerer Beliebtheit. Das ist

leicht nachvollziehbar, denn in Funktion und

Qualität sind diese mit Neuteilen fast gleichzusetzen.

Tauschteile sind gebrauchte Teile,

deren verschlissene Einzelteile ersetzt werden.

In der Regel führt der Lieferant der Neuteile

auch die Aufbereitung der gebrauchten

Teile durch“, erläuterte Alexander Baltes aus

PCV/AS.

Erste Online-Auktion im Ersatzteilewesen

Dass dies nicht unbedingt so sein

muss, zeigt das Projekt Tauschgeneratoren.

Um den Wettbewerb in diesem Segment zu

erhöhen, wurde ein Online Bidding Event

durchgeführt – eine Versteigerung von Einkaufsvolumen

über das Internet. Wie auch in

ähnlichen Online-Bidding-Veranstaltungen

anderer Einkaufsbereiche wurden alle Rahmenbedingungen

bereits im Vorfeld festgelegt,

um klare und einheitliche Voraus-

setzungen für die beteiligten Zulieferer zu

schaffen. Der Ablauf ist vergleichbar mit

einer ‚normalen‘ Auktion, jedoch mit dem

entscheidenden Unterschied, dass die Preise

mit jedem neuen Gebot fallen anstatt zu steigen.

Allerdings ist allein die Vorbereitung

eines Online Bidding Events recht aufwändig,

sodass dessen Durchführung nur bei

Produktgruppen einen Sinn macht, die technisch

klar definiert werden können und

zugleich ein größeres Einkaufsvolumen aufweisen,

wie zum Beispiel Generatoren, Filter

oder Starter.

Kosten und Liefertreue wurden verbessert

Drei Zulieferunternehmen nahmen

an der Online-Auktion teil. Den Zuschlag

für die Tauschgeneratoren, die vor allem

in den älteren Nutzfahrzeug-Motorenbaureihen

300 und 400 eingebaut werden,

erhielt die Firma Contis. Dieser Lieferant ist

ein Spezialist für die Instandsetzung von

Startern und Generatoren. Aufgrund der

wirtschaftlichen Potenziale begann schließlich

der Freigabeprozess. Die Firma wurde

durch ein Prozessaudit von allen betroffenen

Abteilungen des GLC (Global Logistics Cen-


ter) beurteilt. „Dabei überzeugte Contis

durch seine Aufbereitungsprozesse und erfüllte

unsere wichtigsten Forderungen: eine

Reduzierung der Materialkosten bei gleich

bleibend guter Qualität und hoher Liefertreue“,

hob Alexander Baltes hervor. Nach

der Umstellung des Altteilversandes zu Beginn

des Jahres 2002 lieferte Contis bereits

im März die ersten Teile nach Germersheim.

Die Firma setzt seitdem erfolgreich die

Tauschgeneratoren instand.

Tür für weitere Lieferanten offen Durch

die Anwendung dieses neuen, innovativen

Einkaufstools ist damit erstmals ein unabhängiger

Teileaufbereiter neuer Lieferant für

Tauschteile geworden. Neben der Senkung

der Materialkosten ließ sich durch die

schlanken Strukturen der Firma auch eine

Verbesserung der Liefertreue erreichen.

Außerdem besitzt Contis keine eigene Aftermarket-Organisation

und steht daher nicht

im Wettbewerb zu DaimlerChrysler. Damit

ist die Tür für weitere Lieferanten geöffnet,

die sich im freien Tauschmarkt bereits eta-

Nicht wiederzuerkennen: Aus

Alt wird Neu durch eine professionelle

Aufbereitung.

25

bliert und ein Interesse an den typischen

Produkten des Ersatzteilgeschäfts haben.

Dank der entschlossenen Mitarbeit aller Beteiligten

konnte dieses Verlagerungsprojekt

schnell und erfolgreich realisiert werden.


26

Europa Projekt

Die Insolvenz der Sachsenring AG im vergangenen

Jahr und die in diesem Zusammenhang

abzusehende Einstellung des Geschäftsbetriebes

der NAW Nutzfahrzeuge

AG, Arbon (Schweiz), eines Gemeinschaftsunternehmens

der Sachsenring AG und von

DaimlerChrysler, waren die Ursachen für

die Verlagerung der Mercedes-Benz-Econic-

Fertigung. Fahrerhaus und Fahrgestell

waren bis zu diesem Zeitpunkt jeweils von

beiden Firmen im Auftrag DaimlerChryslers

gefertigt worden.

Insgesamt tiefer gelegt Nachdem bereits

der Produktbereich Unimog ein knappes

Jahr zuvor von Gaggenau nach Wörth

überführt worden war, lag es nahe, die eigenständige

Lkw-Baureihe für spezialisierte

Anwendungen, Mercedes-Benz Econic, ebenfalls

nach Wörth zu verlagern. Das Fahrzeug

basiert auf einer innovativen Fahrgestelllösung

und ist für Einsatzbereiche konzipiert

worden, „in denen häufiges, schnelles und

vor allem sicheres Ein- und Aussteigen einen

hohen Stellenwert und einen großen Einfluss

auf die Transporteffizienz hat“, erläutert Jürgen

Weber, der Einkaufsverantwortliche in

dem interdisziplinär besetzten Econic-Projekt.

Zielbereiche sind zum Beispiel die Entsorgungswirtschaft,

die Feuerwehren, Tanktransporte bis

hin zum Flughafen-Bodendienst und die Getränkeauslieferung.

PCV Mercedes-Benz-Econic-Fertigung

Eine Verlagerung im Zeitplan

Im Oktober 2002 wurde mit der Verlagerung der Mercedes-Benz-Econic-Fertigung begonnen, die laut

Planung bereits im Frühjahr dieses Jahres komplett in das DaimlerChrysler Werk Wörth integriert sein

soll. Der bisherige Projektverlauf stimmt optimistisch, dass der Zeitrahmen eingehalten wird: Bereits im

Februar wurden die ersten Fahrzeuge aufgebaut, sodass die Überführung, wie ursprünglich geplant, im

April vollständig abgeschlossen sein wird.

Das Fahrerhaus ist in Aluminium-

Space-Cage-Bauweise ausgeführt.


Wird allen Ansprüchen gerecht: der Econic

Seit 1998 werden Mercedes-Benz-Econic-Nutzfahrzeuge in den verschiedensten

Varianten hergestellt. Bis Ende 2002 wurden ca. 3.000

Fahrzeuge abgesetzt. Für 2003 sieht das Produktionsprogramm ca.

800 Einheiten vor. Neben privaten Entsorgern zählen vor allem die

Kommunen zu den wesentlichen Kunden in diesem Marktsegment. Die

Hauptabnehmerländer sind insbesondere in Westeuropa konzentriert,

gefolgt von osteuropäischen und überseeischen Ländern wie Taiwan

oder Neuseeland. Grundsätzlich ist der Econic darauf ausgelegt, individuellsten

Kundenwünschen gerecht zu werden: Die große Anzahl an

Aufbauvarianten spricht für sich.

Alternative zum ‚Trittbrettfahren‘ Auf den ersten

Blick fällt vor allem das tiefer gelegte Fahrerhaus mit

einem durchgehenden ebenen Boden auf, in das sich im

Gegensatz zu herkömmlichen Lkws fast ebenerdig und

bequem einsteigen lässt. Die geteilte und im Kopf abgesenkte

Rahmenkonstruktion macht es möglich. 800 Econic-Einheiten

werden derzeit pro Jahr hergestellt und

die Prognosen fallen günstig aus. „Wir rechnen als konkurrenzloser

Anbieter dieser Fahrzeuge mit steigenden

Stückzahlen“, weiß Jürgen Weber. Denn eine EU-Bestimmung

wird künftig das sog. ‚Trittbrettfahren‘ der Mitarbeiter

bei Müllfahrzeugen aus Sicherheitsgründen untersagen

und Alternativen notwendig machen.

Unter die Lupe genommen: die Neulieferanten

3.700 Bauteile werden in einem Econic verbaut, wobei

auch hier eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Gleichteilen

aus der laufenden Actros-Serie genutzt wird. Dennoch

wurde parallel zur Verlagerung der Fahrerhausund

Fahrgestellfertigung nach Wörth mit der Begutachtung

jener 110 von rund 340 Econic-Zulieferern begonnen,

die noch von Sachsenring und NAW ausgewählt

worden waren und nicht zum Set der bestehenden Lieferanten

gehören. „Unsere bisherige Beurteilung, die wir

zusammen mit dem Lieferantenmanagement durchgeführt

haben, hat ergeben, dass ein Großteil der Firmen

qualifiziert werden muss“, so das vorläufige Fazit Jürgen

Webers. Eine Nachbesserung ist insbesondere im logistischen

Bereich und im Qualitätsmanagement erforderlich.

Vielfach werden aber auch die elektronischen Systemwelten

auf Zuliefererseite nachgerüstet werden

müssen, um mit denen DaimlerChryslers kommunizieren

zu können.

Anspruchsvollen Zeitplan eingehalten Insgesamt

ist Jürgen Weber mit dem Projektverlauf sehr zufrieden.

„Wir liegen voll in unserem anspruchsvollen Zeitplan.“

Während das Fahrgestell bereits seit Februar in Wörth

produziert wird, wird auch das Fahrerhaus ab April im

Werk gefertigt werden können. Darüber hinaus haben

die zurückliegenden Wochen bereits gezeigt, „wie gut

sich der Mercedes-Benz Econic vom Fertigungsablauf

her in den Produktionsbereich des Unimog einfügt“.

Dies hat zu bemerkenswerten Synergieeffekten geführt.

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Gemeinsam erfolgreich

Global Supplier

Ein Extended Enterprise®-Magazin

für Zulieferer und Mitarbeiter

von DaimlerChrysler,

1. Quartal 2003, Heft Nr.13

Herausgeber: DaimlerChrysler

Verantwortlich für den Inhalt: Claudia Dautermann,

OSB/COM, Hauspostcode G 356, DaimlerChrysler,

71059 Sindelfingen, Tel. (0 70 31) 90-8 87 04,

Fax (0 70 31) 90-4 51 06,

claudia.dautermann@daimlerchrysler.com

Weltweite Ansprechpartner

Südafrika: DaimlerChrysler South Africa (Pty) Ltd.,

Donna Mhlanga, PO Box 671, East London 5200,

South Africa,

Tel. +27 (43) 7 06-28 80, Fax +27 (43) 7 06-25 54,

donna.mhlanga@daimlerchrysler.com

USA: DaimlerChrysler Corporation,

Irina Jamison, OSB/COM

CIMS 484-06-15, Auburn Hills MI USA, 48326-2527,

Tel. +1 (248) 5 76-32 59, Fax +1 (248) 5 76-2193,

is17@daimlerchrysler.com

Brasilien: DaimlerChrysler do Brasil Ltda.,

Magdalena Thaler Cuevas, Av. Alfred Jurzykowski,

562, Cep. 09680-900, Sao Bernardo do Campo – SP,

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Redaktion: Hans-Jürgen Mülln

Redaktionelle Abwicklung: Christiane Morys

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Seval Böhm, Claudia Dautermann, Günter Fabricius,

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Rogier, Silke Rommel, Sabine Schulz, Heike Schulze,

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Bildnachweis: DaimlerChrysler, Contis Kfz-Ausrüstungs

GmbH, Studio für professionelle Fotografie

K. D. Busch (Stuttgart)

Druck: Reichert GmbH, Druck + Kommunikation,

70806 Kornwestheim

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