Die Grünewald-Legende, kritische Beiträge zur Grünewaldforschung

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Die Grünewald-Legende, kritische Beiträge zur Grünewaldforschung

grande liegt das mediocre gemis. Leidit läßt sich dieser Untersdiied bei der Malerei erkennen : „Durerus

enim pingebat omnia grandiora et frequentissimis lineis variata. Liicae picturae graciles sunt, quae

etsi blandae sunt, tarnen quantum distent a Dureri operibus, collatio ostendit. Matißias quasi mecfio=

crittatem servabat. Miscentur autem haec genera inter se, sicut musici tonos miscent . . ." In dem

gleidien Werke kommen oft alle drei Ausdrudtsmittel vor. Von den alten Meistern der Redekunst

vertritt Terenz das humile, Livius das grande, Ovid das mediocre genus. Mathis' Ausdrudssmittel

nähern sidi also nadi Melandithons AnsiAt denen Dürers, dodi misdit sidi audi die Umgangsspradie

Kranadis hinein. In unsere Spradie übersetzt würde sein Urteil lauten: „Mathis Ausdrucksmittel bewegen

sidi auf einer mittleren Linie zwisdien Dürer und Lukas Kranadi." Es erinnert lebhaft an die

gleidie mediocritas, die Ameas Syfvius dem Ulmer Redner, Maler und Stadtsdireiber Ni^ofaus

vorhält: „Laudo te, quem pictura summum, eloquentia mediocrem habet, et hortor ut qualis es pictor,

talem te velis oratorem praestare." Vgl. Sdmaase, Gesdiidite der Bildenden Künste. VIII. 418. —

Audi hier ist weniger ein Wert= als ein Art=Urteil ausgesprodien.

'' S. 45 ff.

'-' S. Anm. 7. ''' S. 268.

'^'

S. 3.

"" Was wissensdiaftlidicr Ungesdimadt heute gern „grisaille" nennt. Vgl. S. 81.

«« Sdimid, S. 294|95. ' Sdimid, S. 11. «« Sdimid, S. 267.

'^ Newe künstlidie / Wohlgerissene \ und in Holtz gesdinittene Figuren usw. Frandifurt am Meyn,

1620, S. 11.

'" Sdimid, S. 295. — Die Stidie meist von Hans Weiditz.

'1 Sdimid, S. 298199.

'- Veröffentlidit von E. Major, 60. Jahresberidit der öffentlidien Kunstsammlung in Basel. Neue

Folge. IV. 1908. Vgl. audi die Handzeidien S. 4.

'•' Teutsdie Akademie, II. Hauptteil, II. Teil, 1679. S. 81/2, und Lebenslauf und KünsteWerke , . .

Joadiims von Sandrart. Nürnberg 1675. S. 13. als Anhang zur Teutsdien Akademie. — Den Isen=

heimer Altar sah er nidit,- er hatte es eilig und berührte nur Breisadi.

» Siehe S. 8.

" 8 lose Blätter: Sdimid, S. 306.

'« Journal des Voyages de M. de M. 1665—66. II. S. 280. — Sdimid, S. 14. 299.

"'

Italienisdi danadi Befmartino und Biionmartiiw: Sdonaase, Bildende Künste VIII. S. 392. Anm. 2.

'** Man könnte sidi irgendeine sdiledit gesdiriebene, sdiwer leserlidie Notiz vorstellen, die etwa Hans

Grün durdi den abgekürzten Zusatz Bafd näher gekennzeidinet hätte: Hans Grün\Bafd . . . Der

Sdiritt zum Grünewafd des Sandrart wäre dann nidit besonders groß gewesen.

" In der lateinisdien Ausgabe seines Werkes 1683: Ad summitatem asccndendo.

*" Ingenio elegante.

**' Das Beiwort „zierlidi" ist ein bei Sandrart sehr beliebtes Mode= und Sdilagwort und drüAt als

soldies alles Möglidie aus. Im allgemeinen versteht er darunter natürlidies und farbenkundiges Malen,

gewissenhafte Ausführung und im weitesten Umfange etwa das, was die Gegenwart mit „sdiön"

ausdrüd

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