Die Grünewald-Legende, kritische Beiträge zur Grünewaldforschung

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Die Grünewald-Legende, kritische Beiträge zur Grünewaldforschung

'>» S. 236. •* Vgl. die folgenden NN. 15 und 16. '' II. Teil. S. 89.

'•"' Randbemerkung im III. Teil.

*' Hans Grünewald wird in der lateinisdien Ausgabe außer in der Übersdirift („Johannes Grune=

wald pictor") gar nidit mehr erwähnt. Auf S. 377 heißt es: „Partis secundae Liber III. Cap. XXVII.

Omissa."

"^ Der auf der Mitarbeit am Helleraltaltar und auf dem von Dürer stammenden Kupferstidie beruhte.

'" Dabei sei auA für die vier vom 30. Januar, 30. Februar 1527 und 8. Mai 1528 auf Ziifch im

Repert. XLIII. S. 26|7 verwiesen. Die übrigen sedis führen wir der Widitigkeit wegen, die ihnen

zukommt, größtenteils nodi einmal im Wortlaut an: Anhang IV.

100 N_ 929. Fol. 36 ff. S. Züldi a. a. O.

1"^ AB 8. Die Eidesleistung als Bürger vermittelt uns z. B. 90 "io der Malernamen von Würzburg,

Anhang II. . . . Das

Bürgerredit zu erstehen, hatte den Wert einer Versidierung und vor allem den

Zwed?, den Sdiutz der Gesetze und der MaAt der Stadt, deren Bürger man war, zu genießen: je

größer beide waren, um so eifriger werden fremde Zuzügler, oft nur auf kurze Zeit, Bürger einer

Stadt. Dies trifft namentlidi für Künstler zu, die oft einer bestimmten Aufgabe wegen heran= und

nadi einem oder zwei Jahren weiterziehen. Der Erlaß von Bürgergeld war daher audi nidit ohne

weiteres eine Ehrung, sondern ergab sidi sehr oft aus der Mittellosigkeit der Zuzügler, was sie gut=

maditen, wenn sie Arbeit und Verdienst gefunden hatten.

i**- Daß sie bedeutend früher fertig sind, als Dürers Mittelstüdt, ist nidit überraschend, wenn man

bedenkt, wie lange Dürer damit besdiäftigt war. Audi in der Arbeitsweise waren Grünewald und

Dürer Gegenfüßler: so fieberhaft und vulkanisdi der eine, so bedäditig und geduldig der andere.

Heffer war sdion 15oJ am Ende seiner Geduld wegen der Mitteltafel Dürers.

Von allen den Zeitgenossen, mit denen Grünewald aus irgendeinem Grunde in Beziehung gesetzt

wird, sdieint mir Hans Hofßein d. Ä. innerlidi wie äußerlidi der bestbegründete zu sein. Den

Sdiwaben wie den Franken belebt das gleidie künstlerisdie Wollen, wenn es audi bei Holbein in den

Grenzen einer hohen Begabung bleibt, während es bei Mathis sidi zur Höhe der Genialität steigert.

Es ist seltsam, wie nidit nur das innere Erlebnis, sondern audi das äußere Sdiidisal beider Männer

sidi ähnelt. Beider Kunstwurzeln sind unerklärlidi, beider Kunst ist vom ersten Werke an in allem

Wesentlidien fertig, und was dies verspridit, erfüllt ihr letztes zur Vollendung. Sie müssen eng mit=

einander befreundet gewesen sein, ihre innersten Gedanken ausgetausdit, von einander mit einer leiden=

sdiaftlidien Begeisterung gelernt und aufgenommen haben. Nur so erklärt es sidi, wenn Holbeins

Frankfurter Tafeln sidi mit einer fast dämonisdien Leidensdiaftlidikeit in die Formenwelt Grünewalds

stürzt und sie mit einem Feuer verwirklidit, wie es ihm in diesem Maße weder vorher nodi nadiher

zur Verfügung steht. Nur so erklärt es sidi, daß er in diesen Tafeln ganz ebenso wie sein größerer

(weil einseitigere) Genosse, seine Malweise ganz auf das rein Malerisdie einstellt, dem Grünewald

zeit seines Lebens vom ersten bis zum letzten Pinselstridi treu geblieben ist. — Beider Verhältnis zum

Bifdnis ist das gleidie. Bei Holbein ist es das Mittel zur Darstellung eines Mensdien, diesen als

Typus und Gesamtheit geistiger und körperlidier Eigensdiaften genommen,- seine Köpfe sind daher

nie reine Bildnisse, nie audi reine „Persönlidikeiten", sondern eine Misdiung von beiden, bald mehr

das eine, bald das andere. Ganz das gleidie ist bei Grünewald der Fall — mit dem einen Unter=

sdiied, daß die Formgebung bei ihm folgeriditig aus dem Linienhaften vollständig in das rein Malerisdie

übersetzt wird. Sein Sebastian ist kein Selbstbildnis im eigentlidien Sinne,- es ist der verjüngte, in die

Spradie der Kirdie übersetzte Heilige, der die Züge des Malers trägt . . . Beide, Holbein wie Mathis,

sind Gfasmafer. Beide sind in ihrem künstlerisdien Wollen deutsdi, d. h. allem voran steht der Aus=

drud

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