Die Grünewald-Legende, kritische Beiträge zur Grünewaldforschung

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Die Grünewald-Legende, kritische Beiträge zur Grünewaldforschung

war; wer weiß, ob ein weniger gewissenhafter Kunstforscfier jener Tage niAt auch „urkund«

liehe" Belege für einen Mathis und Hans Grünewald beizubringen verstanden hätte?

Wir lassen nun die Zeugnisse folgen, die wir auf den Meister Matßis Neitßart oder Got-

ßart t'ott Würzßiirg Bezießen.

1. 1510, 10. März. Matßis Mafer von Straßßurg, in Mainz,

2. 1510, 10. März. Matßis Mafer von Straßßurg, Matßis.

3. 1510, 10. März. Matßis mofer.

4. 1511, 24, März. Matßis Mafer.

5. 1511, 26. März. A/'^/Ä5.

6. 1511, 4. April. Matßis maferßnecßt von Straßßurg.

7. 1511, 7. April. Matßis mafer. Matßis maferßnedjt. Matßis der Mafer.

8. 1511, 7. April. Matßis maferßneSt

Diese Urkunden betreffen eine Beleidigungsklage, die Atv^iAtr Baftasar Neßefgzgtn

Mathis anstrengt, weil letzterer ihm übele Nadirede getan habe. Beide waren vor 1511 in

Mainz bei demselben Meister tätig, die Verhandlungen finden in Frankfurt statt, und Mathis

muß aus formalen Reditsgründen zu einer übrigens gelinden Strafe verurteilt werden^*.

9. 1509, 1511, 1513. Meister Matßes unA Matßis: So erinnert s\(i\ August Teigef'im Archiv

zu Seligenstadt in aken Pacfitverträgen den Namen mehrfach angetroffen zu haben, (Vgl, audi

die Jahre 1515, 16 und 19.) Es gibt zwei Seligenstadt, die beide in Frage kommen können:

Hier dürfte aller Wahrsciieinlidikeit nadi das bei Hanau gelegene Städtclien gemeint sein. Würz^^

burger Urkunden nennen es seefgenstadt oßer ß-anc^fiirt, während der bei Würzburg gelegene

Weiler einfadi Seligenstadt heil5t,

10. 1514. „magistro Matßeo in sefigenstadt" \\z\^\. es im Testamente Reizmanns^^. Das in

diesem (zweiten) Testamente erwähnte erste ist verloren. Das von 1514 enthält die Bestellung

des Mariascfineebildes (S. 9). Ferner soll Mathis einen Hochaltar in Usßem malen, das er

zu diesem Zwecke mit Reizmann besiditigt hatte: mitten Maria, reAts d. H. Vinzenz, links der

H. Hieronimus, in der Staffel der H, Georg zu Pferde. Usßem wäre nacfi Sdimid das mund=

artlicfi entstellte Oßer^Issigßeim, Kreis Hanau, aucii deswegen, weil drei andere von Reizmann

ebenfalls bedacfite Orte dicfit bei Oberissigheim liegen: Reicfielsheim, Himmelsau „prope geyln

husen" und das Wolfgangsstift bei Hanau. Trotz der Bedenken Scbmids, dal) in Uissigßeim,

jetzt einem badischen Orte im Bezirk Tauberbischofsheim, 30 km west^südswestlicii von Würz*

bürg, nocfi heute eine katholisAe Kircbe sei, die nidjt den H. Vinzenz zum Sdiutzheiligen habe,

kommt es aus spracfilicfien Gründen dodi in erster Linie in Betradit. „Uskem" entwickelt sidi

mundartlich ungezwungen aus Uissigheim. Letzteres kommt in den Urkunden der Zeit als

Ussicßßeitn vor, und noch heute befindet sidh in Würzburg ein Hof Ussenßeim, benannt nadi

den Domherren Rudolf und Arnold von Uissigheim. Martin von Uissigheim heipt bei Lorenz

Tries Ussicßßeim. Es gab auch einen Würzburger Maler, der sidi Hans ussißym alias SSiffer,

von Vi?intersßausen (1497) nennt ^", Alle diese Formen weisen unmittelbar auf die Weiter*

bildung nacii Usßem hin. Aul^erdem war es damals mainzisch,- in seiner Nähe liegt Reicßofz=

ßeim, das ebenfalls dem Ricßefsßeym des Testamentes entsprecfien würde, und in dessen Nähe

liegt wiederum das alte Zisterzienserkloster Bronnßacß

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