Die Grünewald-Legende, kritische Beiträge zur Grünewaldforschung

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Die Grünewald-Legende, kritische Beiträge zur Grünewaldforschung

der Patron der Kirdie zu sein, er konnte ja auch von Reizmann aus irgendeinem anderen Grunde

gewählt sein.

11. 1513. 1515. Im Nachlaß des Meisters" befand sich „1 versigelt vertragsbriefF zwisciien

meister Matßissen und meister Micheln von Aft^ircß"; „l vertrag zwischen ime u. MiSef

Wesser 1515." Vermutlidi kam dieser Vertrag nidit zur Ausführung, da Mathis offenbar in

Seligenstadt von Reizmann zurückgehalten wurde. Ohne Zweifel wird es sich, wie Zülcfi ver=

mutet, um eine Rückkehr ins Elsaß und das AftßircB bei Mülhausen gehandelt haben. Es liegt

nahe, an einen Auftrag für das 1 km östlidi davon gelegene alte und reidie Kloster St. Morand

zu denken.

12. 1515. 1516 wie 9.

13. 1517- »per magistrum matßeum pinctorem" soll das von Reizmann gestiftete Mariaschnee*

bild in Ascßqffenßurg angefertigt werden^*".

14. 1519 wie 9.

15. 1520, 23. Oktober. „Der Matßes" in Aacßen: Unter diesem Namen muß unser Meister

seinerzeit landauf landab bekannt gewesen sein, ohne daß man ihn mit irgendeinem anderen

Mathis oder Mathes hätte verwedhseln können, etwa so, wie man zu Lenßacßs Zeiten in Mün=

chen wußte, wer „der 7rattzf" war. „Man ist zu der Annahme genötigt," sagt Schmid''', daß

es seit 1500 weit und breit keinen Maler gab, der ähnlidi hieß, während in jener Zeit zwei be=

rühmte Maler Albredit, mindestens vier Hans und mehrere auch Michel hießen". Nun sdireibt

Dürer in seinem Tagebudie***: „Dem Matßes habe ich für zwei Gulden Kunstware gescfienkt":

Weldier Mathes war denn hier gemeint? Man hat sidi den Kopf darüber zerbrochen, wie wohl

Dürer zu „Grünewald" gestanden habe? Hier ist die Antwort: Zu „Grünewald" hat er keiner*

lei, zu Meister Mathes offenbar redit freundsdiaftliche Beziehungen. Man muß nur bedenken,

was ein soldies Geschenk von Seiten eines Dürers heißen will! — Es war bei Gelegenheit der

Kaiserkrönung Karls V. zu Aadien am 23. Oktober 1520, um die sidi ganz besondere Ver*

dienste der KardinaUErzbisdiof Albredit von Brandenburg erworben hatte — Mathis' Gönner

und Brotherr und Dürers „gnädigster Herr von Mainz", dem Dürer den von ihm gefertigten

Kupferstidi aus freien Stüciten übersendet. Albredit von Brandenburg reitet beim Krönungs*

zuge links vom Kaiser, und Dürer, auf der Rückreise von Holland und Flandern begriffen,

nimmt, ohne Zweifel auf Einladung Albrechts, an den prunkvollen Festlichkeiten teil. Da sieht

er „alle köstliche Herrlichkeit, dergleichen keiner, der mit uns lebt, etwas Prächtigeres gesehen

hat," und bei dieser Gelegenheit madit er in seinem

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