Die Grünewald-Legende, kritische Beiträge zur Grünewaldforschung

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Die Grünewald-Legende, kritische Beiträge zur Grünewaldforschung

Sie bericfitet, das Kreuz sei aus viererlei Bäumen erwachsen, der Stamm an der Wurzel eine

Zeder, dann eine Zipresse, oben ein Ölbaum, die Beiden Arme eine Pafme^''^

Der Lebensbaum als Kreuzesstamm ist nun auf Würzburger Boden offenbar besonders be«

liebt gewesen, und zwar finden wir ihn im Anklang an die herabhängenden Zweige der Palme

in den meisten Fällen hangarmig, dann aber je nach dem Naturalismus des ausführenden

Künstlers auch geradarmig.

In Zenzfeßen bei Schweinfurt zeigt ein Bildstock aus der Mitte der 1300 den Gekreuzigten

am Lebensbaum mit herabhängenden Kreuzarraen,- das Kreuz selbst ist nodi glatt und stili=

siert. Dagegen weist das Weiheflachbild in 5t. Bur^ard'm Würzburg aus dem Jahrzehnt 1360

bis 1370 bereits die naturalistische Form auf HammefSiirg folgt 1392 mit einem Grabstein.

Wofhßausen bei Ochsenfurt um 1400 mit einem Bildstock und bald darauf Würzburg um

1410 mit dem bedeutenden Weiheflachbild der Marienßapeffe. Baunadj weist ein Türbogen«

feld — um 1450 — auf, Gerofzßofen den schönen Gekreuzigten aus Holz in der Pfarrkirche

— um 1510 —, und endlich seien noch ein Paar Kasein erwähnt, die den Lebensbaum in erhöhter

Stickerei wiedergeben und im Luitpoldmuseum zu Würzburg und NM. aufbewahrt werden.

Das naturalistische Kreuz mit geraden Armen ist in der Frühzeit selten genug: wir finden es

in Rotenßurg in einem auch von Hagen abgebildeten Glasgemäldc"', dann in Aoiß bei

Ochsenfurt das schöne Werk Riemenschneiders

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