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ausgabe: nov. 2010 - apr. 2011<br />
DeutschlanD<br />
brennt eDel<br />
besuch bei<br />
einer legenDe<br />
A BArrel Full<br />
oF FlAvour<br />
www.nob-premium-spirits.de<br />
nOB<br />
Premium spirits<br />
NOB Premium Spirits 1
IT TAKES TIME AND PATIENCE<br />
TO GET SUCH A richly flavoured whisky.<br />
BUT ALL OUR DRINKERS AGREE<br />
IT WAS worth their while.<br />
Wir bei Laphroaig sind nicht überrascht wenn Leute sagen, dass sie sich<br />
noch nicht bereit fühlen diesen torfigen Whisky zu genießen. Doch noch<br />
weniger wundert es uns, wenn sie ihre Meinung ändern. Laphroaig ist<br />
eine Herausforderung, aber eine die sich lohnt.<br />
Selbst wenn Sie zurzeit noch kein Laphroaig Genießer sind, werden wir<br />
immer bereit sein Sie bald als Friend of Laphroaig begrüßen zu dürfen.<br />
Wir geben Ihnen sogar einen Quadrat-Fuß (929cm 2 ) Land auf Islay und<br />
teilen gerne unseren Whisky mit Ihnen auf Ihrem eigenen Stück Land.<br />
Um mehr über unsere Whiskies und das Friends of Laphroaig<br />
Programm zu erfahren, besuchen Sie bitte www.laphroaig.com<br />
ENJOY RESPONSIBLY LAPHROAIG®, D Johnston & Co. (Laphroaig), Isle of Islay, Scotland<br />
2 NOB Premium Spirits Ready when you are
eDitorial<br />
Die Zeiten ändern sich – und wir uns mit ihnen.<br />
Neue Trends kommen und verschwinden wieder.<br />
NOB Premium Spirits will Sie einladen.<br />
Einladen auf eine Entdeckungsreise.<br />
Erforschen Sie mit uns die Welt des Whiskys, hergestellt von<br />
Männern, die ihr Handwerk verstehen. Nach guter, schottischer<br />
Tradition. Wie zu alten Zeiten − als die Worte Tradition<br />
und Werte noch eine ganz andere Bedeutung hatten.<br />
Aber nicht nur das. NOB Premium Spirits will mehr.<br />
Wir unterhalten uns mit zwei der renommiertesten Edelbrenner<br />
über die erfreuliche Renaissance deler Obstbrände.<br />
Wir sind auf der Spur des heutigen Lifestyle. Stellen neue<br />
Marken vor, probieren neue Produkte. Entdecken gemeinsam<br />
mit Ihnen talentierte Künstler. Suchen nach Restaurants, Bars<br />
in denen man sich den unvergänglichen Themen rund um das<br />
Essen, Getränke und auch Zigarren und Pfeifen noch mit Hingabe<br />
widmet.<br />
In NOB Premium Spirits geht es vor allem um drei Dinge:<br />
Entdecken, Erleben und Genießen<br />
…und darum dies alles mit Ihnen zu teilen.<br />
Erich Kraus / Jürgen Barthel<br />
NOB Premium Spirits<br />
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NOB Premium Spirits 3
4 NOB Premium Spirits
Kolumne: Frank`s Finest Spirits:<br />
DeutschlanD brennt eDel 6/7<br />
WhisKy als begleiter<br />
zu zigarre oDer Pfeife<br />
Ein kleiner Leitfaden (Von Gernot Zerwas) 10/11<br />
tomatin Distillery –<br />
Ein Juwel der Highlands (Von Jürgen Deibel ) 12/13<br />
magnífica reserva soleira –<br />
brasilianischer Zuckerrohrbrand<br />
einer neuen Qualitätsstufe 17<br />
single malt liebhaber<br />
im HoHEn norDEn<br />
oder wie man zu gutem Whisky kommt 19<br />
a barrel full of flavour<br />
(Von Jon Wells) Deutsch/English 21<br />
mixology - Drinks aus einer anderen Zeit<br />
Die echten Drink-Klassiker Teil 1:<br />
„manhattan cocktail“Deutsch/English 22/23<br />
bar-reisetipp: „Queen mary 2“<br />
the „Commodore Club“ Deck 9 26/27<br />
Deutsch/English<br />
highlanD Dinner<br />
im Schloss Johannisburg in Aschaffenburg 26<br />
inhalt<br />
glosse: aufgegabelt (Von Karl rudolf ) 31<br />
helgolanD –<br />
Dort, wo der Himmel und das meer<br />
zusammen treffen 32/33<br />
WanDern & WhisKy –<br />
Spannende Wanderreisen<br />
durch die Speyside 36<br />
islays neue malt Whisky brennerei<br />
Kilchoman war auf Tasting-Tour<br />
in Deutschland 37<br />
Ein TAG miT FrED B. noE iii. -<br />
besuch bei einer legenDe<br />
(Von Heinfried Tacke) 38-40<br />
raritäten tasting<br />
mit Peter Kröst 42-43<br />
<strong>neWs</strong> 45-51<br />
interview mit Klaus meier,<br />
brand ambassador der marke<br />
Glengoyne für Deutschland. Deutsch/English 52-53<br />
NOB Premium Spirits 5
Zimmerwarm oder eisgekühlt, Stamperl oder Kelch: Wie genießt<br />
man einen Brand?<br />
Barbara Wolf-Sykes (BWS): Auf jeden Fall im tulpenförmigen Glas,<br />
das unten Volumen hat und sich oben verjüngt. Das Volumen erschließt<br />
die volle Frucht, die enge Öffnung hält den Alkohol zurück<br />
– genau so sollte es sein. 12 bis 16 Grad halte ich für die optimale<br />
Trinktemperatur, darüber steigt der Alkoholanteil in der Nase und<br />
das möchte man vermeiden.<br />
Was zeichnet einen Spitzenbrand aus?<br />
BWS: Je deutlicher der Charakter der Frucht, umso besser. Entscheidend<br />
sind zudem Länge, Tiefe und Abgang. Perfekt wird’s,<br />
wenn man den Geschmack sogar in der Tiefe spürt, während der<br />
Brand in den Magen rinnt.<br />
Gerhahrd Liebl (GL): Ein toller Brand ist wie eine schöne Frau, bei<br />
der von Kopf bis Fuß alles passt. Man wünscht sich eine angenehme<br />
Kopfnote mit vollem Fruchtaroma, am Gaumen komplexe<br />
Fruchtfülle und zum Schluß ein langes Finale. Je ausgewogener<br />
das Geschmackserlebnis, um so besser.<br />
Worin unterscheiden sich eigentlich Geist und Brand?<br />
GL: Die Gretchenfrage ist, wie der Alkohol in das Destillat kommt.<br />
Ein Brand entsteht durch Einmaischen, Vergärung, sowie Destillation<br />
der Früchte. Aller Alkohol beim Brand kommt also<br />
ausschließlich von der Frucht. Beim Geist hingegen werden die<br />
Früchte schon mit Alkohol angesetzt und nach ein oder zwei Wochen<br />
destilliert.<br />
Welche Faktoren beeinflussen vor allem die Qualität eines Brandes?<br />
BWS: Brennern geht es wie Weinbauern: der Erntejahrgang, ein<br />
schöner oder verregneter Sommer, die Lage mit Klima und Bodenbeschaffenheit<br />
– neben Gärverlauf, Destillation und Lagerung<br />
sind das die Einflussfaktoren.<br />
Ein Spitzen-Williams heute und vor hundert Jahren – worin läge<br />
der Unterschied?<br />
GL: Früher war Destillation Resteverwertung: was nicht gegessen<br />
wurde, hat man gebrannt, darunter viel Fallobst, welches schon<br />
auf der Wiese lag. Heute verwenden wir handgepflücktes, am<br />
Baum gereiftes Tafelobst der Güteklasse I. Das Obst wird gewa-<br />
6 NOB Premium Spirits<br />
DeutschlanD brennt eDel<br />
Edle Obstbrände erleben eine erfreuliche Blüte: Nie war die Nachfrage höher, die Vielfalt größer, das Niveau bemerkenswerter<br />
als heute. Das FINEST SPIRITS Festival in München etabliert sich als deutsche Bühne dieser faszinierenden Szene. Barbara Wolf-<br />
Sykes, Marketing-Leiterin von Ziegler, repräsentiert das vielleicht renommierteste deutsche Unternehmen. Gerhard Liebl führt<br />
derzeit seine kleine Brennerei mit zahlreichen internationalen Auszeichnungen in die absolute Spitze. Gemeinsam stehen sie für<br />
das breite Spektrum deutscher Edelbrand-Kultur. Gute Gründe für ein Gespräch mit zwei der besten deutschen Brenner.<br />
schen, entsteint, anschließend passiert, schonend vergoren und<br />
extra langsam destilliert. Die Lagerung bis zur optimalen Reife erfolgt<br />
in kleinen Glasbehältern oder im Edelstahltank.<br />
BWS: Nur wenige wissen, dass die heute von uns verarbeiteten<br />
Qualitäten selbst Delikatessengeschäfte nie erreichen, weil die<br />
Brenner nur vollreifes Obst kaufen. Man kann zurecht erwarten,<br />
dass man das am Ende auch schmeckt.<br />
Hat sich die Produktionsqualität in der Edelbrennerei in den<br />
letzten Jahrzehnten entwickelt?<br />
BWS: Und zwar erheblich! Nur ein Beispiel: Früher gärte das Obst<br />
in Tonnen vor sich hin. Bei Temperaturen von bis zu 30 Grad ging<br />
dabei ein Großteil der Aromen verloren. Computergesteuert vergären<br />
wir heute bei konstant 18 Grad und erhalten so nicht nur<br />
die Primäraromen, sondern eine völlig andere Destillat-Qualität.<br />
Wie erklären sich die teils großen Preisunterschiede auch unter<br />
Premium Produkten?<br />
BWS: Manche Brenner betreiben eigene Obstgärten, andere<br />
müssen Ihr Obst teuer kaufen. Abnahmemenge, Produktionskosten,<br />
Energiekosten, teuere Sonderflaschen, all’ das treibt den<br />
Preis. Ziegler-Brände entstehen unter Manufakturbedingungen<br />
und Handarbeit ist ebenfalls teuer.<br />
GL: Dazu kommen gestiegene Marketingkosten. Ausstattung der<br />
Flaschen, Katalogkosten, Werbemaßnahmen und nicht zuletzt diverse<br />
Messen und Events kosten eine Menge Geld.<br />
Für die Herstellung benötigt man teilweise riesige Mengen erstklassiger<br />
Früchte.<br />
BWS: In der Tat. Für eine 0.35L-Flasche Himbeerbrand benötigen<br />
wir zum Beispiel 24 kg Früchte. Oft hat der Stein einen großen<br />
Anteil an der Masse: aus 10 Tonnen Wildkirsche gewinnen wir so<br />
nur 6.000 Liter Maische.<br />
GL: Ein weiteres Kriterium ist die natürliche Süße der Frucht. Manche<br />
Früchte haben sehr wenig Fruchtzucker. Dadurch sind große<br />
Mengen notwendig, um durch Vergärung und Destillation eine<br />
einzige Flasche Destillat zu bekommen.<br />
Kommt es bei Spitzenqualitäten hin und wieder zu Lieferengpässen?<br />
BWS: Eine ganz aktuelle Frage, denn gerade dieses Jahr erleben
wir wetterbedingt hohe Ernteausfälle. Früchte sind extrem teuer<br />
und knapp. Umgekehrt bedeuten Rekordernten zwar große Mengen,<br />
bei häufig allerdings minderem Zuckergehalt.<br />
GL: Daher ist jeder Brenner gut beraten, sich durch Lieferantenverträge<br />
mit zwei oder drei Quellen gegen solche Risiken abzusichern.<br />
Sichern die Edelbrenner durch ihre Nachfrage Qualität und Vielfalt<br />
der Anbausorten - oder gibt umgekehrt die Anbau-Situation<br />
das für die Brennereien Machbare vor?<br />
BWS: Erwähnenswert in Sachen „Qualität“ ist, dass wir, im Gegensatz<br />
zum Einzelhandel, nicht auf Optik Wert legen, sondern nur<br />
auf Geschmack. In keinem Fall verarbeiten wir behandeltes Obst,<br />
weil die Chemie den Geschmack beeinflusst.<br />
GL: Sowohl als auch. Zum einen erhalten die Brenner durch Herstellung<br />
von Wildobstsorten wichtige Lebensräume, so sind die<br />
Hecken der Himbeersträucher Lebens- und Rückzugsraum vieler<br />
Vögel. Durch Flurbereinigung wird jedoch immer wieder viel an<br />
Potenzial vernichtet.<br />
Wie sichern Sie bei der großen Konkurrenz Ihre Stellung innerhalb<br />
der Branche?<br />
BWS: Der Name Ziegler steht nicht für modische Gimmicks, sondern<br />
große, klassische Obstbrände. Genießer unserer Brände<br />
sollen das Bild der reifen, saftigen Frucht vor Augen haben. Wir<br />
arbeiten immer weiter an der Qualität, drehen immer kleinere<br />
Schrauben, suchen weiter das perfekte Obst.<br />
GL: Wir setzen uns durch Spezialitäten und Raritäten ab. Hinzu<br />
kommen das Streben nach absoluter Qualität, ein erstklassiges<br />
Preis- /Leistungsverhältnis, aber auch Marktbeobachtungen und<br />
das frühe Erkennen von Trends.<br />
Auf welches Produkt sind Sie besonders stolz?<br />
BWS: Auf unsere Wildkirsche, nicht zuletzt weil sie so hervorragend<br />
eingeführt ist. Und natürlich auf die Alte Zwetschge aus<br />
fränkischen Spätzwetschgen, die durch Lagerung in Eichen- und<br />
Kastanienfässern eine großartige Süße und feine Maronennoten<br />
erhält.<br />
GL: Auf unseren Coillmor Single Malt Whisky.<br />
In den Bars sind Edelbrände derzeit angesagt. Ausdruck echter<br />
Renaissance oder modische Anbiederung an eine junge Szene?<br />
BWS: Nicht die Brenner haben diese Entwicklung beeinflusst, sondern<br />
die Barszene, die ständig auf der Suche nach neuen Ideen<br />
ist und dieses Thema erfreulicherweise entdeckt hat. Wodka im<br />
Cocktail schmeckt letztlich immer gleich. Mit einem Obstbrand<br />
jedoch kann man viel feinere Nuancen steuern.<br />
GL: Verglichen mit Wodka oder Rum, werden Cocktails durch<br />
Edelbrände fruchtiger und breiter. Und für uns ist es natürlich eine<br />
gute Möglichkeit, neues junges Kundenpotenzial zu erschließen.<br />
A propos „Kundenpotenzial“: Wer trinkt heutzutage Edelbrände?<br />
BWS: Einerseits eher der klassische Typ ab 40. Andererseits kennen<br />
viele jüngere Genießer die Edelbrandkultur von ihren Eltern.<br />
Auch deshalb ist der aktuelle Bartrend zu begrüßen, denn die<br />
Brenner sind oft zu klein, um von sich aus große PR-Offensiven<br />
zu fahren.<br />
GL: Viele Kunden sind heute sehr gut informiert, aber auch die<br />
Obstlermentalität ist noch anzutreffen. Denn manche bevorzugen<br />
immer noch das Althergebrachte, vielleicht weil sie mit einem<br />
hochwertigen Brand sensorisch überfordert sind. Aber auch die<br />
Kaufkraft spielt eine Rolle: gute Brände sind teuer und manche<br />
können sich diesen Luxus nicht leisten.<br />
Eine besonders spannende Entwicklung sind aktuell deutsche Single<br />
Malt Whiskys. Erneut gefragt: Anbiederung an einen Trend?<br />
BWS: Nicht unbedingt, denn wir etablieren einen eigenen Stil. Unser<br />
Vorteil sind kleine Mengen, kleine Anlagen und ein absolutes<br />
Know-how in der Herstellung von Premium Produkten. Durch das<br />
Obstbrandverfahren können wir Whisky viel feiner und sauberer<br />
produzieren, der somit zusätzlich viel bekömmlicher ist. Dies ist<br />
zugleich das grundlegende Unterscheidungsmerkmal zwischen<br />
deutschen Single Malts und den klassischen Whisk(e)y-Ländern.<br />
GL: Anbiederung würde ich nicht sagen, schließlich sind auch die<br />
Kunden mmer auf der Suche nach Neuem. Nicht jeder kann mit<br />
einem rauchigen Islay Whisky etwas anfangen. So sind manche<br />
deutschen Single Malts sehr schöne Einsteigerwhiskys. Zum einen<br />
sind Boden und Klima anders, wir verwenden andere Gerstensorten<br />
und anderes Brauwasser: Felsquellwasser, statt Torfwasser.<br />
Auch der Sauerstoff ist bei uns im Bayerischen Wald sehr klar und<br />
rein und nicht salzhaltig, wie auf den Inseln Schottlands.<br />
Woher kommt die Whisky-Liebe unter deutschen Brennern und<br />
wohin geht die Reise?<br />
BWS: Lange Zeit hatte man große Ehrfurcht vor Whisky. Wenn<br />
man aber Leidenschaft für sein Tun empfindet, erwacht der Ehrgeiz<br />
und man will eigene Wege gehen. Denn Brenner sind neugierig.<br />
Last but not least ist das Obstbrandsegment klein. Wer nicht<br />
innovativ ist, ist bald vergessen.<br />
GL: Wir produzieren zur Zeit zwar nicht mal 1 % der Menge<br />
Schottlands, haben aber durch den eigenen Stil großes Potenzial<br />
für die Zukunft. In einigen Jahren haben auch wir ältere Bestände<br />
aufgebaut und selbst in Schottland hat der Siegeszug von Single<br />
Malt über 50 Jahre gebraucht. Wir sind, denke ich, auf einem guten<br />
Weg.<br />
Wir danken Ihnen beiden für das interessante Gespräch.<br />
Gerhard Liebl im Fasslager seiner Brennerei<br />
NOB Premium Spirits 7
8 NOB Premium Spirits<br />
ZIEGLER ZUR ZIGARRE.<br />
FÜR DIE ESSENTIELLEN MOMENTE<br />
IM LEBEN.<br />
www.brennerei-ziegler.de
Die Edelobstbrennerei Gebr. J. & M. Ziegler GmbH, bereits 1865 in<br />
Freudenberg am Main gegründet, steht für Destillationskunst auf<br />
höchstem Niveau. Heute ist Ziegler eine der besten Obstbrennereien<br />
Deutschlands. Dafür stehen der Ge schäfts führer Alain Langlois und<br />
Brennmeister Jürgen Marré. Beide wissen sich der Tradition des Hauses<br />
verpflichtet, denn für eine exzellente Obstqualität sind Herkunft,<br />
Terroir und Klima entscheidende Voraussetzungen. Nur so können<br />
Brände von außergewöhnlicher Qualität entstehen.<br />
Unsere braunen Brände reifen in Eichen- und anschließend in<br />
Kastanienfässern.<br />
Alter Apfel Jg. 2003<br />
Aus dem Alten Land stammen die Gravensteiner Äpfel, die für diesen<br />
Brand verarbeitet werden. Zart-herbe Eleganz und Ausgewogenheit<br />
bestimmen den Geschmack. Geschliffene Rasse mit reiner Fruchtnote.<br />
Alte Zwetschge Jg. 2001<br />
Fränkische Spätzwetschgen bewahren diesem Brand seine intensive<br />
Fruchtsüße. Die Fasslagerung verleiht ein feinstoffiges Aroma mit<br />
einem Hauch von Maronen.<br />
Fränkischer Riesling Tresterbrand Jg. 89<br />
Dieser Trester-Brand hat einen ungewöhnlich hohen Traubenanteil.<br />
Er besticht durch weinige Tiefe und geschmeidige Rasse. Der über<br />
20 Jahre alte Brand ist etwas ganz Besonderes.<br />
NOB Premium Spirits 9
Whisky als Begleiter<br />
zu zigarre oder Pfeife<br />
ein kleiner leitfaden von gernot zerwas<br />
Scotch Whisky, Irish Whiskey,<br />
Bourbon, Rye; aus Kentucky, Kanada<br />
oder Japan. Klar passt ein<br />
Whisky zu Pfeife oder Zigarre.<br />
Aber welcher zu welchem Tabak.<br />
Und: Was ist in den Flaschen überhaupt<br />
an Geschmack drin? Kann<br />
ich anhand des Etiketts in etwa<br />
abschätzen, ob die Spirituose besser<br />
mit einem Virginia oder einer<br />
englischen Latakia-Mischungen<br />
harmoniert? Greife ich lieber zur<br />
kräftigen Zigare aus Kuba oder<br />
eher zu einer feingliedrigen aus<br />
der Dominikanischen Republik?<br />
Da wäre als erstes das kleine e<br />
zu erklären. Es gibt einen groben<br />
Hinweis auf die Herkunft der Spirituose.<br />
Denn die Schotten schreiben<br />
ihr Wasser des Lebens (so<br />
die deutsche Übersetzung des gälischen<br />
uisge beatha, aus dem sich<br />
das heutige Wort Whisky entwickelt<br />
hat) ohne e. Die Iren hingegen<br />
fügen es ein. Ähnlich wie die<br />
meisten US-Amerikaner – aber<br />
nicht alle. Der Rest der Welt lehnt<br />
sich gerne an die schottische Tradition an und verzichtet auf das<br />
kleine e.<br />
Selbstverständlich ist die Schreibweise nicht der einzige Unterschied<br />
zwischen den Destillaten unterschiedlicher Regionen. In<br />
Nordamerika wird statt der auf den Britischen Inseln üblichen zu<br />
Malz verarbeiteten Gerste gern Roggen, Mais oder auch Weizen<br />
gebrannt. In Schottland und Irland entstehen so die bekannten<br />
Malt Whisk(e)ys. Der berühmte amerikanische Bourbon entsteht<br />
aus einem Getreidemix mit mindestens 51 Prozent Maisanteil.<br />
Da die schottischen Malt Whiskys derzeit eine wahre Renaissance<br />
erleben und das Angebot entsprechend groß ist, sollen sie hier<br />
im Mittelpunkt stehen. Ein Single Malt Whisky wie der Top-Seller<br />
Glenfididch wird so bezeichnet, weil ausschließlich Brände aus<br />
dieser einen Brennerei in die Flasche abgefüllt wurden. Was heißt<br />
das? Um über Jahre den Kunden einen gleichbleibenden Geschmack<br />
bieten zu können, obwohl sich jedes Destillat in jedem<br />
Fass von dem im nächsten Fass geschmacklich unterscheidet,<br />
komponieren in den Brennereien Mitarbeiter mit viel Erfahrung,<br />
die Master Blender, den Whisky aus unterschiedlichen Fässern<br />
verschiedenen Alters, um jedes Mal eine Cuvée sehr ähnlichen<br />
Geschmacks zu erhalten. Anschließend wird ihr Alkoholgehalt<br />
10 NOB Premium Spirits<br />
gemessen und eine entsprechende<br />
Menge Quellwasser beigemischt, um<br />
die geforderten Volumenprozent Alkohol<br />
von 40, 43 oder mehr Prozent<br />
zu erhalten. Fertig ist der Single Malt<br />
Whisky. Findet sich auf dem Flaschenetikett<br />
eine Altersangabe wie „12<br />
Years old“, heißt dies, dass der jüngste<br />
Brand, der sich in der Cuvée befindet<br />
zwölf Jahre im Fass gereift ist. Mit Sicherheit<br />
hat der Master Blender aber<br />
auch ältere Destillate beimischen lassen.<br />
Wie unterscheidet sich nun ein solcher<br />
Single Malt Whisky von einem wesentlich<br />
preiswerteren Johnnie Walker,<br />
einem Dimple oder Ballentine’s?<br />
Bei diesen handelt es sich um so genannte<br />
Blends, zu deutsch Verschnitte.<br />
Auch hier geht es zunächst darum,<br />
dem Kunden über Jahrzehnte hinweg<br />
den immer gleichen Geschmack<br />
anbieten zu können. Dazu mischen<br />
die Master Blender in diesen Firmen<br />
Whiskys unterschiedlicher Brennereien<br />
und verschiedenen Alters miteinander.<br />
Anschließend wird diese Malt-<br />
Cuvée mit einem Kornbrand „gestreckt“ und auch hier wird so viel<br />
Wasser beigemischt, bis die gewünschte Alkoholmenge erreicht<br />
ist. Johnnie Walker gibt es allerdings auch einen Blended Pure<br />
Malt Whisky – eine Cuvée aus Bränden verschiedener Brennereien<br />
ohne die Beimischung von Kornbrand. Geschmacklich bedeutet<br />
das Mischen von Destillaten unterschiedlicher Herkunft,<br />
dass der jeweils individuelle Charakter verloren geht. Mit der Cuvée<br />
entsteht allerdings auch etwas Neues. Ob dies nun gut oder<br />
weniger gut ist, muss jeder selbst entscheiden. In jedem Fall sind<br />
die Blends ideale Begleiter zu leichten Tabakmischungen und geschmacklich<br />
eher zarten Zigarren.<br />
Wie findet man sich bei den Single Malts zurecht? Die rund 90<br />
schottischen Distillerien machen es uns leicht: Die Region, in der<br />
der Brand entstanden ist, gibt einen ersten Hinweis auf seinen Geschmack.<br />
In den schottischen Lowlands (südliche einer gedachten<br />
Linie von Stonehaven nach Dumbarton) werden leichte und eher<br />
weiche Whiskys gebrannt. Sie sind ideal für jeden, der sich die geschmackliche<br />
Welt der Malt Whiskys erschließen möchte, weil sie<br />
den Gaumen nicht mit einer Aromafülle überfordern. Die Brände<br />
dieser Region passen gut zu leichten Virginia-Mischungen – seien<br />
sie dezent aromatisiert oder nicht – und zu leichten dominikanischen<br />
Zigarren.
© moltke design.de<br />
Nördlich besagter Linie liegen die Highlands. Hier entstehen Whiskys,<br />
die wesentlich körperreicher und komplexer sind. Entsprechend<br />
gut harmonieren sie mit kräftigeren Zigarren aus Honduras<br />
oder Nicaragua und mit eher kräftigeren Tabak-Mischungen.<br />
In den Highlands liegt das Herzstück des schottischen Whiskys. In<br />
der Region Speyside (in den Grafschaften Morayshire und Banffshire<br />
entlang des Flusses Spey) produzieren etwa 50 Brennereien<br />
Destillate, die sich deutlich von den übrigen Highland-Malts<br />
unterscheiden. Sie sind mild, rund und eher filigran. Wer gerne<br />
mittelkräftige Zigarren oder Tabake raucht, wird hier einen guten<br />
Begleiter finden.<br />
Vielen Malt-Whisky-Enthusiasten gilt die Isle of Islay (Innere Hebriden)<br />
als Paradies auf Erden. Hier entstehen Brände, die man<br />
als echte Charakterköpfe bezeichnen könnte. Sie sind kraftvoll,<br />
rauchig und torfig. Klingt untrinkbar? Eigentlich ja. Aber unter den<br />
Islay-Bränden gibt es auch milde Vertreter, mit denen man sich<br />
langsam an diese ungewohnten Aromen herantasten kann. Wegen<br />
der ungewohnten Aromen dieser Whiskys wird es hier etwas<br />
schwierig. Lediglich englische Mischungen mit Latakia lassen sich<br />
hier uneingeschränkt empfehlen. Aber weil die Brände meist sehr<br />
körperreich sind, sollte die Mischung schon einen hohen Anteil<br />
an Würztabak enthalten. Sonst bleibt geschmacklich von ihr nicht<br />
viel übrig. Ob die Islay-Whiskys gut zu einer Zigarre passen, muss<br />
jeder Genießer für sich herausfinden. Weil das reine Geschmacksache<br />
ist, geht hier Probieren über Studieren.<br />
Auch auf den Inseln Arran, Jura, Mull, Orkney und Skye gibt es<br />
Brennereien, deren Produkte sich aber geschmacklich so stark<br />
unterscheiden, dass sich hier kein geschlossenes Bild ergibt. Die<br />
alte Whisky-Region Campbeltown ist dem Distilleriesterben zum<br />
Opfer gefallen. Heute produzieren nur noch drei Brennereien, die<br />
der Einfachheit halber den Highlands zugerechnet werden.<br />
Vor allem die Highland- und die Speyside-Brennereien füllen nicht<br />
nur ihren Brand in unterschiedlichen Altersstufen ab, sondern<br />
haben schon seit Jahren weitere Produkte geschaffen, die die<br />
Übersicht erschweren. Der frisch destillierte Brand wird immer<br />
in Eichenholzfässer gefüllt, in denen er reifen soll. Dabei werden<br />
kaum neue Fässer verwendet, sondern ehemalige Sherry-, Portwein-<br />
oder Bourbonfässer. Je nach dem, was zuvor in einem Fass<br />
gelagert wurde, verändert sich der Whisky entsprechend. In einem<br />
ehemaligen Sherry- oder Portfass entwickelt er wesentlich<br />
mehr Süße und Frucht als in einem ehemaligen Bourbonfass. Diese<br />
eher fruchtigen Whiskys sind den Liebhabern aromatisierter<br />
Tabak-Mischungen zu empfehlen.<br />
Darüberhinaus lassen viele Brennereien aller Region auch einzelne<br />
Fässer direkt abfüllen. Dabei wird meist auch auf die Reduzierung<br />
des Alkoholgehaltes durch die Beimischung von Quellwasser<br />
verzichtet. Der Whisky wird mit seiner Fassstärke abgefüllt. Für<br />
Malt-Liebhaber sind diese Abfüllungen das non plus ultra. Die<br />
fassstark abgefüllten Brände verlangen allerdings auch recht kräftige<br />
Tabake und Zigarren, weil der hohe Alkoholgehalt sie sonst<br />
erdrückt. Natürlich lassen sie sich auch gut mit etwas stillem Mineralwasser<br />
verdünnen.<br />
Die Dinner-Show<br />
im Spiegelzelt<br />
vom 26. Nov. 2010<br />
bis zum<br />
29. Jan. 2011<br />
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Freuen Sie sich auf einen besonderen<br />
Abend. Genießen Sie in unserem<br />
nostalgischen Spiegelzelt, bei Kerzenlicht<br />
und Livemusik, ein Vier-Gang-<br />
Gourmetmenü und lassen Sie sich von<br />
einer Show voller Fantasie und artis-<br />
tischer Höhepunkte verzaubern.<br />
Reservierungen und Informationen: Tel. (0421) 34 08 666<br />
oder unter www.palais-im-park.de<br />
Ticketpreise: 4-Gang-Menü zzgl. Getränke,<br />
Di - Do und So: 115,– ¤, Fr und Sa: 125,– ¤,<br />
Silvester: 240,– ¤ NOB Premium Spirits 11
tomatin Distillery –<br />
Dieser Name sollte Erinnerungen bei allen Liebhabern großer<br />
Blended Scotch Whisky wecken, auch wenn viele ihn nie wirklich<br />
gehört oder auf einem Etikett gelesen haben: Tomatin Distillery<br />
war über viele Jahrzehnte der größte Lieferant von Malt Whisky<br />
für die Blended Whiskies dieser Welt und damit ein unverzichtbarer<br />
Bestandteil vieler der großen Markenblends der heutigen<br />
Zeit.<br />
Tomatin ist gälisch,<br />
wird als „Tomatn“<br />
ausgesprochen und<br />
heißt übersetzt ungefähr<br />
so viel wie „Hügel<br />
des Wacholderbusches“.<br />
Die Destillerie<br />
liegt strategisch<br />
sehr günstig an der<br />
A9, nur wenig mehr<br />
wie 19 Kilometer vor<br />
Inverness, im Tal des<br />
River Findhorn. Unweit<br />
der Destillerie ist<br />
der berühmt-berüchtigte See Loch Ness zu finden.<br />
Offiziell gegründet wurde Tomatin Distillery 1897 auf dem Höhepunkt<br />
des ersten „Blending Booms“ Ende des 19. Jahrhunderts.<br />
Blended Whisky waren zur Zeit der Gründung der Destillerie durch<br />
die Phylloxera Plage (Reblaus Plage) in den südlichen Ländern Europas<br />
gerade der passende Ersatz des sonst so beliebten Cognacs<br />
und Brandys. Nachschub an Blended Whisky war von Nöten und<br />
so wurde Tomatin erbaut, um diesen zu sichern.<br />
Begonnen hatte alles sehr klein mit 2 Pot Stills, die im Laufe des<br />
zweiten Blended Whisky Booms im 20. Jahrhundert erst 1956<br />
auf vier verdoppelt wurden. Dann ging es rasend schnell weiter:<br />
schon 1958 ging es von vier auf sechs, 1961 von sechs auf zehn<br />
und 1964 auf elf Pot<br />
Stills. 1974 folgte<br />
dann die vorerst letzte<br />
Ausbaustufe auf<br />
23 Brennblasen (Pot<br />
Stills), die dann auch<br />
die maximale Kapazität<br />
darstellten. Der<br />
jährliche Ausstoß von<br />
fast 12 Mio. Litern Alkohol<br />
(1974) machte<br />
sie damit einmalig<br />
in ganz Schottland,<br />
12 NOB Premium Spirits<br />
ein Juwel der highlands<br />
wenn nicht in der ganzen Welt. Noch heute kann Tomatin Distillery<br />
über 5 Mio. Liter Alkohol mit 12 Pot Stills in Betrieb produzieren.<br />
Für viele Jahre war das Geschäftsprinzip von Tomatin exzellente<br />
Single Malts für die großen Blending Companys herzustellen<br />
aufgegangen. Große Mengen davon gingen unter anderem nach<br />
Japan und in die USA. Dies war Segen und Fluch zugleich: während<br />
sich die Blender freuten einen so guten Malt Whisky zu<br />
bekommen, war die Destillerie im Lager der Malt Whisky Liebhaber<br />
meist nur Insidern ein Begriff. Erst ab dem Jahr 2000 hat sich<br />
dieses gravierend geändert. Tomatin konzentriert sich heute mit<br />
einem Teil seiner Destillate auf die Herstellung und Vermarktung<br />
feinster und bester Single Malts unter eigenem Namen.<br />
Darüber hinaus werden bis heute weiterhin große Teile der Produktion<br />
als New Make Spirit an Destillerien in anderen Ländern<br />
verkauft, die diesen dann, gelagert, ihren eigenen Blends zugeben.<br />
In diesem Punkt leben die Tradition und die Anfänge der Destillerie<br />
bis heute weiter – wenn auch nicht mehr ausschließlich<br />
in Schottland.<br />
Die Geschichte der Tomatin Distillery<br />
Die Ursprünge von Tomatin Distillery gehen bis ins 15. Jahrhundert<br />
zurück. Aufzeichnungen belegen, dass auf dem Gelände der<br />
heutigen Tomatin Distillery bereits damals an die vorbeiziehenden<br />
Viehtreiber - die so genannten „Drovers“ - „New Spirit“ (ungelagerter<br />
Whisky) in ihre Trinkhörner ausgeschenkt wurde. Erst<br />
in 1897 wurde Tomatin entsprechend der erteilten Lizenz als offizielle<br />
Scotch Malt Distillery registriert und tätig.<br />
Ab Mitte der 1950er Jahre ging es mit der Destillerie steil aufwärts.<br />
Nach großen Investitionen, Anstrengungen und über 20 Jahren<br />
permanentem Wachstum war Tomatin 1974 die größte Scotch<br />
Single Malt Distillery, wenn nicht gar der ganzen Welt. Mit diesem<br />
Ausbau wurde gleichzeitig die eigene Mälzerei geschlossen, da<br />
diese die benötigten Kapazitäten nicht mehr herstellen konnte.<br />
In den 80er Jahren zogen dann schwarze Wolken am Horizont für<br />
die schottischen Whiskyproduzenten: nach dem Boom der 70er<br />
verringerte sich plötzlich der Bedarf an Whisky dramatisch.<br />
Von den im Jahre 1978 produzierten ca. 460 Mio. Litern reinen<br />
Alkohol aller schottischen Destillerien zusammen brach die schottische<br />
Whiskyproduktion 1983 dann auf magere ca. 240 Mio. Jahresausstoß<br />
ein. Erst in 1990 wurden wieder in etwa die Produktionszahlen<br />
von 1978 erreicht. So ist es nicht sehr verwunderlich,<br />
dass auch die Tomatin Distillery (als größte von allen) 1985 Pro
leme bekam und für einige Zeit ihren Betrieb einstellen musste.<br />
1976 durch den Einstieg des japanischen Firmenkonsortiums Takara<br />
Shuzo und Okura (die bereits langjährige Kunden und Anteilseigner<br />
waren) konnte dann die Firma gerettet und wieder zurück<br />
auf die Erfolgsspur gebracht werden.<br />
Die Entwicklung ging nun wieder<br />
stetig Berg auf und schon 1995<br />
übernahm die Tomatin Distillery<br />
die Firma J & W Hardie Ltd und<br />
damit auch deren Blendmarke<br />
Antiquary von United Distillers.<br />
Heute kann Tomatin mit Stolz behaupten,<br />
mit Antiquary 12y und<br />
21y mit die ältesten Blendmarken<br />
Schottlands anzubieten. Bereits<br />
1857 wurde die Marke Antiquary<br />
in Großbritannien das erste mal<br />
vorgestellt und gilt bis heute unter<br />
Kennern der Blended Malts<br />
als ausgezeichneter Whisky.<br />
Weitere, zwar kleinere und weniger bekannte, Marken von Tomatin<br />
sind „The Talisman“ (hauptsächlich Skandinavien/Schweden),<br />
Ancient Clan und Big-T (hauptsächlich in Großbritannien zu finden).<br />
In 1998 verkaufte Okura seine 20% Anteil an Takara Shuzo,<br />
die mittlerweile Teil des Marubeni Konzerns sind. Heute ist die<br />
Destillerie unter der Leitung der europäischen Tochter des Marubeni<br />
Konzerns, Marubeni Europe plc.<br />
Auch die hauseigene Tomatin Reihe der Single Malt Whisky Abfüllungen<br />
wurde nun<br />
kontinuierlich ausgebaut:<br />
2004 löste der Tomatin<br />
Single Malt 12y<br />
den bereits existierenden<br />
10-jährigen ab. 2005<br />
folgte der Tomatin Single<br />
Malt 25y und 2006 der<br />
Tomatin Single Malt 18y<br />
und ein 1962 Vintage.<br />
Weitere Abfüllungen<br />
folgten in den darauffolgenden<br />
Jahren.<br />
Die Tomatin Distillery früher und heute.<br />
Wie in den guten alten Tagen, als eine Destillerie noch ein richtiger<br />
kleiner Mikrokosmos war, stellt die Tomatin Distillery auch heute<br />
noch auf ihrem Gelände den ca. 50 Mitarbeitern Wohnhäuser zur<br />
Verfügung. Über 90% der Mitarbeiter nehmen diesen für heutige<br />
Verhältnisse wahrlich seltenen Luxus dankbar an, darunter auch<br />
der Manager der Firma Tomatin, Robert Anderson und Douglas<br />
Campbell, der langjährige Distillery Manager (über 40 Jahre war er<br />
in unterschiedlichen Positionen in der Destillerie tätig) und heute<br />
Brand Ambassador des Hauses, wohnen in diesen Häusern.<br />
Fässer spielen, wie bei jedem guten Malt Whisky auch eine wichtige<br />
Rolle im Prozess der Herstellung von Tomatin Single Malt<br />
Whisky. Als eine der wenigen Destillerien in Schottland leistet sich<br />
Tomatin den Luxus eine eigene Cooperage zu unterhalten. Hier<br />
arbeiten die Fassmacher<br />
und sorgen<br />
damit für ein exzellentes<br />
Holz- und Fassmanagement,<br />
was<br />
sich äußerst positiv<br />
auf die Qualität der<br />
Whiskys auswirkt.<br />
Dass dies auch in der<br />
Zukunft weiter verfolgt<br />
wird, zeigt die<br />
Tatsache, dass heute<br />
sogar wieder ein<br />
Lehrling eingestellt<br />
wurde, so dass der Fortbestand der Cooperage auch für die nächsten<br />
Jahrzehnte sichergestellt ist.<br />
In der Herstellung der Malt Whisky arbeitet Tomatin heute mit<br />
einem Maischebottich (Mashtun) mit einem Fassungsvermögen<br />
von 7,92 Tonnen, 12 Wash Backs (Gärungsbehälter) und 12 Pot<br />
Stills. Die Maischezeit bei Tomatin ist sehr effizient eingeteilt,<br />
denn schon nach wenigen Stunden (ca. 3 Stunden) ist ein Maischedurchgang<br />
abgeschlossen. Die ca. 8 Tonnen Malz (Malt) ergeben<br />
dabei ungefähr<br />
40.000 Liter Wash<br />
aus denen dann nach<br />
2-facher Destillation<br />
in den Pot Stills wiederum<br />
max. 3.250<br />
Liter reiner Alkohol<br />
gewonnen werden<br />
können. Der Alkoholgehalt<br />
des Destillats<br />
nach dem ersten<br />
Brenndurchgang ist<br />
mit 25% dem anderer<br />
Destillerien in Schottland ähnlich und auch die ca. 70-74%.<br />
des zweiten Brenndurchlaufes, dem Feinbrand, entsprechen dem<br />
Standard in schottischen Destillerien.<br />
Diese werden zum Abschluss mit einem Alkoholgehalt von 63,5%<br />
in Fässer gefüllt und gelagert. In den 16 Lagerhäusern lagern und<br />
reifen zur Zeit über 170.000 Fässer. Die Fässer werden, im Gegensatz<br />
zu vielen anderen großen Lagerplätzen des Scotch Whisky bei<br />
Tomatin immer noch liegend gelagert.<br />
Tomatin ist heute ein weltweit anerkannter Single Malt Whisky<br />
der seine Liebhaber immer wieder begeistert,. Gerade weil er<br />
nicht den ganz großen Bekanntheitsgrad unter den Malt Whiskys<br />
hat ist er für viele immer noch eine überraschende und wohlschmeckende<br />
Entdeckung bei Degustationen und Tastings. Ein<br />
Schluck der definitiv lohnt!<br />
Jürgen Deibel<br />
International<br />
Independent Spirits Consultant.<br />
Deibel Consultants, Hannover<br />
NOB Premium Spirits 13
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Jürgen Deibel stellt die Whiskies von Tomatin vor<br />
14 NOB Premium Spirits<br />
Der Klassiker, Tomatin Single Malt 12y, 40%<br />
Ein ehrlicher, schnörkelloser Highland Single<br />
Malt. Fruchtig, malzig, klar strukturiert und damit<br />
ehrlich. Die letzten 8 Monate seiner 12 jährigen<br />
Reifezeit hat diese Abfüllung des Tomatin in<br />
Sherryfässern gereift.<br />
Der Neue, Tomatin Single Malt 15y, 43%<br />
Frische und fruchtige Noten stehen deutlich<br />
im Vordergrund dieses Whiskys. Angenehmer<br />
mittelkräftiger und dennoch milder Körper mit<br />
Anflügen von Honig-, Zitrus- und Orangennoten.<br />
Sein Nachklang ist extrem lang.<br />
Die Überraschung,<br />
Tomatin Single Malt 18y, 46%<br />
Tomatin hat Mitte 2009 seinen Whiskys ein neues<br />
Design gegeben. Im Gegensatz zum Tomatin<br />
12y oder 25y wurde der Tomatin 18y Single Malt<br />
auch geschmacklich bedeutend verändert: Anstatt<br />
der bisherigen 8 Monate Finish in Sherryfässern<br />
hat diese Abfüllung des 18jährigen Tomatin<br />
nun die letzten 2, 5 Jahre seiner Reifezeit in Oloroso<br />
Sherryfässern verbracht.<br />
Gleichzeitig wird nun auch mit 46 Vol-% anstatt<br />
der bisherigen 43% abgefüllt. Mit dieser kleinen Steigerung des Alkoholgehaltes<br />
hat der Tomatin 18y nochmals deutlich an Volumen<br />
und Aromen zugelegt.<br />
Der Vornehme,<br />
Tomatin Single Malt 25y, 43%<br />
Tomatin 25y ist ein angenehmer, fast vornehm<br />
trockener, Single Malt mit einem sehr komplexen<br />
und vollen Körper, der mit traumhaften<br />
Malznoten besticht. Seine unterschiedlichen<br />
Geschmacksfacetten sind beeindruckend. Der<br />
Nachklang ist intensiv und sehr lang anhaltend.<br />
Der Traditionsreiche,<br />
Antiquary Blended Whisky 12y, 40%<br />
Antiquary wurde 1857 erstmals der Öffentlichkeit<br />
in Großbritannien präsentiert. Dies macht<br />
ihn zu einem der ältesten Blended Scotch<br />
Whiskys der Welt. Im Aroma findet sich ein<br />
leicht wahrnehmbarer Rauch zu Beginn, dann<br />
eine sehr große Milde und zugleich würzige<br />
Noten. Nussige Aromen stehen im Wechsel<br />
mit Malznoten Der hohe Maltanteil lässt ihn<br />
einem Single Malt sehr ähnlich erscheinen.<br />
Der Edle & Geschichtsträchtige,<br />
Antiquary Blended 21y, 43%<br />
1995 übernahm die Tomatin Distillery die Firma<br />
J & W Hardie Ltd und damit auch deren Blended<br />
Whiskymarke Antiquary, eine der ältesten<br />
Blended Scotch Whiskymarken der Welt.<br />
Der sehr hohe Single Malt Anteil im Blend gibt<br />
ihm seine Klasse und ein perfekt ausbalanciertes<br />
Volumen. Sein voller, samtiger Körper<br />
besticht mit einer angenehmen Süße und einem explodierenden<br />
Malz-Aroma. Der beeindruckende Nachklang besticht mit Honig-<br />
und Heidekraut Noten.
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www.interwhisky.com<br />
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Internationale Fachmesse für Lifestyle & Whiskykultur<br />
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26. – 28. November 2010<br />
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Der Insider-Event für Einsteiger und Profi s<br />
Freitag, 26. November 2010 16.00 - 21.00 Uhr<br />
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Sonntag, 28. November 2010 12.00 - 19.00 Uhr<br />
Drinks<br />
Journal für Kenner und Genießer
Magnífica<br />
Reserva Soleira –<br />
brasilianischer<br />
Zuckerrohrbrand<br />
einer neuen<br />
Qualitätsstufe<br />
Dass brasilianischer Zuckerrohrbrand mittlerweile<br />
in einer Liga mit hochwertigem Rum spielen kann,<br />
zeigt Magnífica Reserva Soleira: Die Anwendung<br />
des Solera-Reifungsverfahrens verleiht dem Cachaça<br />
aus Rio de Janeiro eine Feinheit, die Genießer<br />
bisher nur von ausgewählten Rums kannten.<br />
Hochwertiger Rum ist in Deutschland zum puren Genuss breit<br />
etabliert und findet sich im Grundsortiment jeder guten Bar.<br />
Auf Skepsis stößt dagegen meist die Idee, den brasilianischen<br />
Zuckerrohrbrand Cachaça pur zu genießen – obwohl dieser<br />
genau wie Rum aus der Grundzutat Zuckerrohr entsteht. Der<br />
Grund ist leicht ausgemacht: Die meisten der in Deutschland<br />
verfügbaren Cachaças reichen weder geschmacklich noch<br />
qualitativ an ihre hochwertigen Rum-Brüder heran.<br />
Nun aber werden die Karten im Familienduell neu gemischt:<br />
Magnífica Reserva Soleira ist dank der Anwendung des Solera-Reifungsverfahrens<br />
Vorreiter einer neuen Qualitätsstufe<br />
von Cachaça. Der Edelbrand verbindet feine, vom Eichenholz<br />
geprägte Aromen elegant mit der kraftvollen Note frischen<br />
Zuckerrohrs, die charakteristisch für Cachaça ist. So bietet<br />
Magnífica Reserva Soleira ein ganz eigenes, exquisites Genusserlebnis,<br />
das zum Entdecken des brasilianischen Nationalgetränks<br />
einlädt.<br />
Traditionell in der Herstellung von Sherry und Brandy angewendet,<br />
werden beim Solera-Verfahren wiederholt Chargen<br />
unterschiedlicher Reifungsdauer vermählt, die gemeinsam<br />
weiterreifen. Auf diese Weise entsteht ein Brand, der sich<br />
durch Ausgewogenheit und vielschichtige Aromen auszeichnet.<br />
Im Laufe der letzten Jahrzehnte wurde die Solera-Reifung<br />
bereits bei einigen hochwertigen Rumsorten eingeführt.<br />
Der erfahrene Produzent von Magnífica, João Luiz Coutinho<br />
de Faria, wendet das aufwendige Verfahren als erster und<br />
einziger Hersteller bei Cachaça an. Im sonnigen Hochland des<br />
brasilianischen Bundesstaates Rio de Janeiro errichtete er<br />
hierzu eine achtstufige Solera-Anordnung aus mehr als 220<br />
ausgebrannten Jack Daniels-Fässern. Jährlich werden nur<br />
7.000 Liter des bernsteinfarbenen Brandes abgefüllt, der in<br />
französischen Designerflaschen in den Handel kommt.<br />
Magnífica Reserva Soleira ist ab Sommer 2010 bei ausgewählten<br />
Spirituosenfachhändlern zu einem durchschnittlichen<br />
Preis von € 49 zu finden. Importeur ist die Perola GmbH, ein<br />
junges Handelsunternehmen aus Nürnberg.<br />
Weitere Informationen und Bezugsquellen unter:<br />
www.cachaca-magnifica.de<br />
Über Perola<br />
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Die Perola GmbH wurde von Arno Schmid-Egger und Joachim<br />
Klein im Jahr 2010 gegründet, um deutschen Konsumenten<br />
beliebte Produkte aus Lateinamerika zugänglich zu machen,<br />
die hierzulande bisher weitgehend unbekannt sind. Perola<br />
heißt auf Portugiesisch „Perle“ und steht für das Unternehmensprinzip,<br />
die besten Produkte einer Kategorie zu identifizieren<br />
und ins Sortiment aufzunehmen. Perolas erste Produktlinie<br />
ist Cachaça Magnífica, der im Jahr 2009 als einer der fünf<br />
besten Zuckerrohrbrände Brasiliens ausgezeichnet wurde.<br />
Quelle (Perola GmbH)<br />
NOB Premium Spirits 17
HANSE SPIRIT<br />
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Tastings für neue Spirituosen begeistern oder<br />
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Chris Pepper beim HANSE SPIRIT Dinner mit<br />
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Samstag, 16. April 2011 von 10:00 bis 19:30 Uhr<br />
Sonntag, 17. April 2011 von 10:00 bis 18:00 Uhr<br />
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Rothenbaumchaussee 11, 20148 Hamburg
single Malt liebhaber<br />
im hohen norDen<br />
oder wie man zu gutem Whisky kommt<br />
Seine Liebe zum Whisky entdeckte Chris Rickert 1992 auf seiner<br />
ersten Reise nach Schottland. Während einer Rundtour erkundete<br />
er Land & Leute und lernte die Landschaft, Menschen und viele<br />
Besonderheiten kennen und vor allem lieben. Diese Liebe hat bis<br />
heute angehalten und ist noch gewachsen.<br />
Das Wissen um Whisky hat genauso zugenommen wie seine<br />
umfangreiche Whisky-Sammlung. Sie wurde lange Jahre gehegt<br />
& gepflegt sowie kontinuierlich erweitert und legte damit den<br />
Grundstock für besondere Tastings auch mit alten oder seltenen<br />
Abfüllungen.<br />
Gerade in den letzten Jahren wurde dann von Chris Rickert & Stephan<br />
Runge auch das eine oder andere Fläschchen geöffnet, um es<br />
im privaten Rahmen als auch auf Whisky Tastings von hansemalt.<br />
de seiner eigentlichen Bestimmung zuzuführen: Dem Genuß.<br />
Wer sich an hansemalt.de wendet, der kann sich aus einem der<br />
vielen öffentlichen Tastings etwas aussuchen oder erkundet die<br />
vielfältige Welt des „Wasser des Lebens“ im heimischen Kreis mit<br />
guten Freunden. Heutzutage muss man im Hohen Norden nicht<br />
erst nach Schottland fahren, um an gute und außergewöhnliche<br />
Tropfen zu gelangen. „hansemalt@home” ermöglicht es jedem im<br />
privaten Rahmen bei Geburtstagen, Jubiläen etc. oder aber im geschäftlichen<br />
Ambiente bei Geschäftseröffnungen, Ausstellungen &<br />
Vernissagen, etc. Whisky live zu verkosten und zu genießen.<br />
Das Team von hansemalt.de stellt sich auf seine Gastgeber und<br />
deren Umgebung ein. Jeder entscheidet selbst, ob das Tasting in<br />
gemütlicher Atmosphäre, als Seminar oder auch als Schulung stattfindet.<br />
Die Tastings werden mit Lust & Liebe für den Whisky, viel Informations-<br />
und vor allem Anschauungsmaterial durchgeführt, das Chris<br />
Rickert & Stephan Runge im Laufe vieler Jahre zusammengetragen<br />
haben und ständig erweitern. Jedes Jahr sind sie mehrere Wochen<br />
quer durch Schottland unterwegs, um Kontakte zu knüpfen, entstandene<br />
Freundschaften zu Distillery-Managern & Blendern zu<br />
pflegen und immer wieder neue Eindrücke zu sammeln, mit denen<br />
sie ihre Tastings lebendig gestalten und zu einem Erlebnis werden<br />
lassen.<br />
Die eigenen hansemalt.de-Events lassen die beiden auch gern mal<br />
an ungewöhnlichen Orten wie zum Beispiel im Panoptikum, dem<br />
Hamburger Wachsfigurenkabinett, oder in der freien Natur stattfinden,<br />
um ihren langjährigen Stammkunden immer wieder etwas<br />
Neues bieten zu können.<br />
Ob nun Blended Whisky, Grain oder Single Malt, schottischer, walisischer<br />
oder japanischer Whisky – probieren geht über studieren.<br />
Die Vielfalt des weltweiten Angebotes, die persönlichen Kontakte<br />
und amüsanten Anekdoten lassen immer wieder Raum für einen<br />
neuen Anlass mit vergnüglichen Stunden für Whisky-Liebhaber und<br />
solche, die es noch werden wollen.<br />
Chris Rickert & Stephan Runge sind immer für eine neue Idee rund<br />
im Whisky gut. So entstanden schon plakative Whisky-T-Shirt’s mit<br />
besonderen Motiven auf der Seite www.whiskyshirts.de und mit<br />
ihrer eigenen Schokoladenmarke „Scotcholate“ bieten sie bald<br />
feinste, handgefertigte Schokoladenkreationen an. Mehr finden<br />
Sie unter www.scotcholate.de heraus. Weitere Ideen rund im das<br />
Wasser des Lebens sind in der Planung.<br />
Ihre über viele Jahre erfolgreich geknüpften<br />
Kontakte im In- und Ausland<br />
legten Nahe eine kontinuierliche Whisky<br />
& Spirituosenmesse in Hamburg ins Leben<br />
zu rufen. Im April 2011 öffnet in<br />
Hamburg zum ersten Mal die HAN-<br />
SE SPIRIT (www.hanse-spirit.de) ihre<br />
Tore. Wir dürfen gespannt sein, was es<br />
alles zu probieren und welche Whiskygrößen<br />
es live zu erleben gibt …<br />
NOB Premium Spirits 19
Time for an<br />
20 NOB Premium Spirits<br />
Blended Scotch WhiSky<br />
IAN MACLEOD DISTILLERS LTD<br />
Russell House, Dunnet Way, Broxburn, Scotland EH52 5BU UK<br />
TEL. +44(0) 1506 852205 WEB www.ianmacleod.com<br />
Isle of Skye encourages RESPONSIBLE drinking.
a barrel Full of Flavour<br />
Have you ever considered what it means for a drink to be known<br />
as the “Water of Life”? After all, whisky is not the only drink that<br />
bears this moniker – aqua vitae, the Latin term, has been in use<br />
since at least the 15th century to describe any unrefined alcohol.<br />
However, many languages use or have used a term which either<br />
derives directly from this or carries a similar meaning. In all cases,<br />
this term is used to either describe spirits in general (French eaude-vie)<br />
or more specific drinks (Danish akvavit). There is a relatively<br />
simple explanation for this. When spirits were first drunk, it<br />
was generally not for enjoyment. It was often believed that these<br />
liquids were capable of preventing anything from simple illnesses<br />
to and even demons. The three ‘F’s were often cited by the Celts<br />
as reasons for men to drink uisge beatha or usquebaugh in order<br />
to stay fit and healthy – Foraging, Fighting and Fornication!<br />
Up until a hundred years ago or so, the vast majority of whisky<br />
was, by modern standards, very heavily peated. The reasons for<br />
this were simple: whisky makers used the material they had locally<br />
for setting fires, and this was most often peat, which is found<br />
in abundance throughout Scotland.<br />
However, this didn’t last. It is thought that the first oak casks were<br />
used to age whisky around 1750 and I can only imagine that it was<br />
a very happy Scotsman who discovered this process for the first<br />
time! Somewhat later, as the markets in England and, indeed, the<br />
rest of the world opened up and began purchasing whisky, further<br />
changes were forced upon the distillers.<br />
Up until this stage, the English had been drinking beer or sherry<br />
(accounting, amazingly, for nearly 1/3 of the entire world consumption<br />
of the latter). These drinks are much lower in alcohol and<br />
generally far sweeter and more pleasant to drink. For this reason,<br />
Scottish whisky did not initially sell well in the rest of the UK. With<br />
the introduction of the railways to Scotland from 1863 onwards,<br />
however, it became possible (and more profitable) to import coal<br />
to fire the furnaces. Coal, of course, has a far more neutral effect<br />
on the grain and the smoky flavours in whisky produced at distilleries<br />
with rail access, began to disappear. Only those distilleries<br />
that were inaccessible (primarily the island distilleries) retained<br />
peat as their main source of burnable material. When combined<br />
with the ever increasing use of oak casks for aging, most whisky<br />
took on a much sweeter, lighter note and became more palatable<br />
to not only the English but also the Americans – a significant financial<br />
market for whisky producers.<br />
When the use of oak casks finally became law in 1909, the majority<br />
of distilleries used either sherry or bourbon casks. Sherry was<br />
generally transported to the UK in the casks, which were subsequently<br />
discarded, as it would have been prohibitively expensive<br />
to return them to Spain. American distilling laws state that oak<br />
casks may only be used once for spirit maturation and so are useless<br />
after the (relatively short) period of maturation for bourbon.<br />
In both cases, the Scots found a way to obtain very cheap oak<br />
casks to age their whisky.<br />
In the late 1980s, one distillery, Glenmorangie, started to experiment<br />
with casks that had been used to store drinks other than<br />
sherry or bourbon. Would it be possible, they asked, to add the<br />
flavours of port wine, cognac and other strongly-flavoured drinks<br />
to whisky and if so, what would these taste like. There are strict<br />
rules and regulations that do not allow them to actually mix drinks<br />
together or add artificial flavouring (at least, if the drink is still going<br />
to be sold as whisky), but none on the use of different casks.<br />
The first bottlings came onto the market in the early 90s and were<br />
considered strange, but generally acceptable. Keen not to miss<br />
out on a possible new trend, other distilleries started their own<br />
experiments and soon the market was full of new and exciting<br />
bottlings, of which there are two basic types. Firstly, there is whisky<br />
which is mostly aged in ‘normal’ barrels, but then transferred<br />
to new casks for 6 to 12 months in a process known as finishing.<br />
This is, of course, quicker to bring to market, as the finish can be<br />
applied to already aged barrels. There is also whisky that is aged<br />
for its entire life in a particular barrel – this is still most common<br />
with sherry and bourbon barrels, of course, and there are (sadly?)<br />
very few others out there.<br />
Personally, I find these ever-changing flavours fascinating. To discover<br />
the exciting (and relatively new) world of wood finishes,<br />
take a look at any the whisky list from almost any independent<br />
bottler (of which I consider Ian Macleod’s Dun Bheagan range one<br />
of the very best) and search for the word ‘Finish’… The selection<br />
is changing constantly and every year brings a new set of finishes<br />
onto the market.<br />
Finish, however, is entirely the wrong word – it’s only the beginning<br />
of a wonderful voyage of discovery!<br />
Jon Wells / www.whiskybrunnen.de<br />
NOB Premium Spirits 21
Kolumne<br />
22 NOB Premium Spirits<br />
Mixology<br />
Drinks aus einer anderen Zeit<br />
Mein Name ist Jürgen Kroetzsch und ich habe unter anderem zwei Hobbies: Reisen und<br />
Mixology. Letzteres ist die Lehre der ’Classic American Bar’.<br />
Viele wissen gar nicht, dass dies eine echte, gewachsene amerikanische Kultur ist, bei der<br />
die Entstehung jedes Drinks fast immer einen geschichtlichen Hintergrund involviert. Es ist<br />
ein wunderbar interessantes Gebiet, das einem in nur wenigen Bars vermittelt wird. Es geht<br />
außerdem nicht darum sich zu betrinken - fast nichts liegt dem echten Mixologen ferner!<br />
Ich möchte Ihnen in dieser Kolumne Bars vorstellen, in denen nach dieser Lehre gearbeitet<br />
wird und in denen die Zutaten und Zubereitungsweise wichtiger sind als die Show. Bars, in<br />
denen mit Leidenschaft und Liebe gemixt wird und in denen manche Zutaten sogar selber<br />
hergestellt werden, weil die verwendeten Ingredienzien nur eines zulassen sollen: puren<br />
Genuß.<br />
Außerdem präsentiere ich Ihnen ab dieser Ausgabe auch die Geschichte sowie die Zubereitung<br />
jeweils eines echten, klassischen Drinks damit Sie demnächst den Mann hinter der Bar<br />
ein wenig auf den Prüfstand stellen können.<br />
My name is Juergen Kroetzsch and I have two hobbies: travelling and Mixology. The latter is the ideology of the ‘Classic American Bar’.<br />
It is the art of making a ‘classic Mixed Drink’ (also referred to as a ‘Cocktail’). You also learn the history behind each drink. Even in America,<br />
I have come across many people who don’t know that Mixology is a truly home grown American culture. It is a fascinating realm,<br />
which is only realized in a very few bars around the globe. Nothing is more absurd for the true Mixologist than getting drunk.<br />
I would like to present exactly this kind of bar to you in this column; Bars in which the preparation of the drinks and the spirits used are<br />
more important than the show. Bars in which some ingredients are even homemade because what is in the drinks and how it is made<br />
only allows one thing: the highest quality and purest pleasure.<br />
Also I would like to present to you, from now on, the preparation and the history of one classic Mixed Drink in each issue, so you can now<br />
put the man behind the bar on the test.<br />
die echten<br />
drink-klassiker teil 1: ClassiC Mixed drinks Part 1:<br />
„Manhattan Cocktail’“<br />
Ein Bartender im feudalen ’Manhattan Club’ in New York City kreierte<br />
diesen Drink im Jahre 1874 für Jennie Churchill, die Mutter<br />
von Winston Churchill, als diese eine Party für den damals gerade<br />
neu gewählten ’Governor of New York’ Samuel James Tilden gab.<br />
Es ist ein simpler Drink der wie viele Klassiker auf Eis gerührt wird<br />
und wenige Zutaten hat. Wermut aus Italien war damals gerade<br />
der letzte Schrei in New York (man verwendet vornehmlich den<br />
leicht süßlichen, roten Wermut), Bourbon war die lokale ’Volksdroge’<br />
und Bitters waren damals sowieso in fast jedem ’Mixed<br />
Drink’ (oder ’Cocktail’).<br />
„Manhattan Cocktail“<br />
A Bartender at the renowned ‘Manhattan Club’ in New York City<br />
created this drink in 1874 for Jennie Churchill (the mother of Winston<br />
Churchill) when she threw a party for the then newly elected<br />
Governor of New York Samuel James Tilden. The Manhattan is like<br />
almost all classic drinks; stirred on ice and has few ingredients. Imported<br />
Vermouth from Italy was hip at the time (one mostly uses<br />
the lightly sweet red Vermouth); Bourbon was the most common<br />
local liquor and Bitters were added into many Mixed Drinks back<br />
then to add some spice (which has recently become very fashionable<br />
again).
Bourbon wurde in der Mitte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts<br />
hauptsächlich aus Roggen (engl.: Rye) destilliert, da in der Kornkammer<br />
der USA (dem Mittleren Westen) kaum etwas anderes<br />
angebaut wurde. Daher bekommt man das authentischste Geschmackserlebnis<br />
mit einem Rye-Bourbon (der gerade eine Renaissance<br />
erlebt) wie ’Jim Bim Straight Rye’ oder ’Sazerac Rye’ - ich<br />
bevorzuge für einen ’Top Shelf’ Manhattan jedoch ’Knob Creek’.<br />
Heute wird Bourbon hauptsächlich aus Mais gebrannt; der Name<br />
Bourbon kommt übrigens von Bourbon County in Kentucky, wo<br />
heute kein Whiskey* mehr gebrannt wird. Viele Rezepte für den<br />
Manhattan verwenden kanadischen Whisky* weil er häufig vom<br />
Roggen geprägt ist, aber es gibt keinen Whisky aus Kanada der<br />
vergleichbar wäre mit einem ’Straight Rye’ aus den USA.<br />
Interessant ist auch noch zu erwähnen, dass der Manhattan damals<br />
in einigen Staaten der USA (vornehmlich Wisconsin und<br />
Minnesota) mit Brandy statt Bourbon gerührt wurde, dann<br />
heißt der Drink ’Harvard’. Mit trockenem Wermut<br />
gerührt heißt er ’Dry Manhattan’<br />
(oder ’Manhattan<br />
Dry’) und<br />
mit Scotch<br />
Whisky heißt<br />
der Drink ’Rob Roy’,<br />
benannt nach dem<br />
schottischen Nationalhelden<br />
Robert Roy MacGregor<br />
(1671-1734), dessen Leben den<br />
Stoff für ein erfolgreiches Broadway<br />
Musical lieferte (ca. 1910). Durch das<br />
’Savoy Cocktail Book’ von Harry Craddock<br />
(1930) wurde auch dieser Drink zum Klassiker.<br />
*Whiskey = amerikanisch, Whisky = englisch, es<br />
gibt jedoch Ausnahmen<br />
Zubereitung:<br />
5cl Bourbon (Basis Drink: Canadian Club / Top Shelf: Sazerac Rye<br />
oder Knob Creek)<br />
2,5cl roter ital. Wermut (Basis Drink: Martini Rosso / Top Shelf:<br />
Carpano Antica Formula)<br />
2-3 Tropfen Bitters (Basis: Angostura, Peychaud’s / Top Shelf: Bitter<br />
Truth Aromatic Bitters)<br />
Viele, sehr kalte und trockene Eiswürfel (groß, viereckig ohne<br />
’Loch’ und aus destilliertem Leitungswasser oder stillem Mineralwasser<br />
hergestellt) auf denen man die (leicht gekühlten) Zutaten<br />
in einem separaten Rührglas solange rührt, bis das Glas von außen<br />
beschlägt. Dann seiht man den Drink in ein gekühltes Cocktailglas<br />
(klassischer: Cocktailschale) ab - heißt: durch ein Barsieb abgießen<br />
damit das Eis nicht mit ins Servierglas gelangt.<br />
Als Garnitur wird oft eine ’Cocktailkirsche’ erwähnt. Eine solche<br />
verwenden Sie bitte nur dann, wenn Sie frische Süßkirschen (leicht<br />
einritzen und mit Stil) selber in Maraschino Likör (z.B. von Toschi)<br />
mit etwas Zucker für 2 bis 3 Monate eingelegt haben; Cocktailkirschen<br />
aus dem Supermarkt sind pures Gift.<br />
From the middle until the end of the 19th century Bourbon was<br />
distilled mainly from rye in the Mid West of the United States,<br />
since hardly anything else was harvested there. Hence the most<br />
authentic taste would be achieved using, for instance, ‘Jim Beam<br />
Straight Rye’ or ‘Sazerac Rye’. Rye Bourbons are going through<br />
a renaissance right now. Like many old Mixed Drink ingredients<br />
that hadn’t been available for a long time. However, I prefer ‘Knob<br />
Creek’ for a top shelf Manhattan Cocktail.<br />
Today Bourbon is distilled mainly from corn. The name ‘Bourbon’<br />
by the way is adapted from Bourbon County in Kentucky though<br />
no Bourbon Whiskey* is produced there anymore. Many recipes<br />
also use Canadian Whisky* since it has a bit of a rye-note, but<br />
no Whisky from Canada can be compared to the ‘Straight Rye’<br />
Bourbons from the US.<br />
Interesting in this context are<br />
the following facts: some States<br />
in the US (mainly Wisconsin and<br />
Minnesota) use Brandy instead of<br />
Bourbon and call the drink a ‘Harvard’.<br />
If you use dry Vermouth it is<br />
called ‘Dry Manhattan’ (or ‘Manhattan<br />
Dry’) and if Scotch Whisky is used<br />
the drink is called ‘Rob Roy’. It is named<br />
after the Scottish national hero Robert<br />
Roy MacGregor (1671-1734), whose life<br />
was the basis for a successful Broadway<br />
musical (ca. 1910). Harry Craddock published<br />
his ‘Savoy Cocktail Book’ in 1930 and turned<br />
the ‘Rob Roy’ into a classic.<br />
*Whiskey = American, Whisky = English, though there are exceptions<br />
Preparation:<br />
5cl (1,5 oz) Bourbon (medium shelf: Canadian Club / top shelf: Sazerac<br />
Rye or Knob Creek)<br />
2,5cl (3/4 oz) red Ital.Vermouth (medium shelf: Martini Rosso / top<br />
shelf: Carpano Antica Formula)<br />
2-3 dash Bitters (medium shelf: Angostura, Peychaud’s / top shelf:<br />
Bitter Truth Aromatic Bitters)<br />
Stir all (lightly cold) ingredients in a mixing glass (pitcher) over<br />
many, very dry and cold ice cubes (big, square without a ‘hole’<br />
and made from distilled tab water or still mineral water) until the<br />
outside of the glass collects condensation, then use a bar strainer<br />
to pour the drink into the chilled (not frosted) cocktail glass (classier:<br />
Champagne Goblet).<br />
As a garnish for this drink you will mostly read about a Maraschino<br />
cherry. Please only use one of those if you soaked fresh, sweet<br />
cherries (bruise the skin a little and leave the stem) in Maraschino<br />
Liqueur (i.e. from ‘Toschi’) with a little sugar and let it sit for 2 to<br />
3 months. The cocktail cherries available in supermarkets are chemical<br />
concoctions and pure poison.<br />
NOB Premium Spirits 23
DER SPESSARTWHISKEY<br />
Weingut-Feinbrennerei<br />
Dörsthof 4<br />
63755 Alzenau-Michelbach<br />
www.feinbrenner.eu<br />
24 NOB Premium Spirits
Schokolade zum Whisky!<br />
Spleen oder einfach nur lecker?<br />
Einer der Pioniere, welcher sich<br />
diesem Thema angenommen hat,<br />
ist Konditormeister Eberhard<br />
Schell aus dem württembergischen<br />
Gundelsheim bei Heilbronn.<br />
Seit Jahren beschäftigt sich das<br />
schwäbische Cleverle mit edlen<br />
Kombinationen von Schokolade<br />
und Pralinen aus Wein und zum<br />
Wein. So hat er nicht nur die<br />
erste Praline entwickelt, welche<br />
ein deutsches Patent bekam: das<br />
„Essigschleckerle“ das mit feinsten<br />
Essigen aus Spät- und Ausleseweinen gefertigt wird.<br />
Er war es, der den Weingüter zeigte, wie köstlich sich edler<br />
Wein in leckere Pralinen aus Eiswein, Barriqueweinen und<br />
Sekt zusammenbringen lässt. Ein weiterer Weg waren Schokoladen,<br />
welche zu speziellen Weinsorten und Typen gefertigt<br />
werden. Dass dies sich auch ausgezeichnet mit Bränden und<br />
Spirituosen zusammenbringen lässt ist ebenfalls eine bewiesene<br />
Sache. Insbesondere mit Whiskys lassen sich köstliche<br />
Kombinationen kreieren.<br />
Ein Schell-Klassiker ist eine leckere gefüllte Schokolade unter<br />
Verwendung von zwei cask strength Whiskys, dem schottischem<br />
Islay Laphroaig und dem irischen Connomara.<br />
Eine zartschmelzende Canache unter Verwendung dieser<br />
Whiskys und Umhüllt von Edelschokolade aus Venezuela.<br />
Doch nicht nur als gefüllte Schokolade sondern auch als reine<br />
Schokoladen unter Verwendung bester Kakaosorten wie<br />
Criollo, Trinitario und Nationalbohnen harmonieren perfekt.<br />
Wichtig ist, dass man eine genaue Genussregel einhält. Zuerst<br />
wird der Whisky probiert, dann die Schokolade. Die<br />
Schokolade lässt man im Mund schmelzen und anschließend<br />
nimmt man einen Schluck vom Whisky dazu. Sie werden<br />
begeistert sein und jedes Dessert erübrigt sich. Übrigens:<br />
Schokolade und Whisky –<br />
ein Genusserlebnis!<br />
Entdecken Sie die köstliche Welt feinster Edelschokoladen<br />
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Seit einiger Zeit kursiert ja das Gerücht, Schokolade und Wein sollen zusammen passen.<br />
diese Vorgehensweise wird bei allen Degustationen eingehalten<br />
– hochgeistig oder auch beim Wein.<br />
Weitere perfekte Kombinationen sind die Schokolade „Cuba“,<br />
reine Criollo aus Kuba am besten zu einem feinen Sherrywood.<br />
„Guinea Ancho”, eine Schokolade aus Trinitario,<br />
Kakao aus Papua Neu Guinea mit leichter Raucharomatik,<br />
welche sehr gut zu getorften Islay Whiskys passt oder auch<br />
„Inka Inti” aus Perucriollos mit leichten Salzaromen – auch<br />
hier zu salzigen Whiskys eine gelungene Kombination ergibt.<br />
Übrigens: Schell Schokoladenmanufaktur finden Sie auf der<br />
Prowein bei „Wine meets best Friends” beim Feinschmecker,<br />
Halle 6 Empore in Düsseldorf.<br />
NOB Premium Spirits 25
BAR-Reisetipp<br />
„Queen Mary 2“<br />
the „commodore club“ deck 9<br />
Wer eine Kreuzfahrt macht denkt in erster Linie ans Relaxen,<br />
an gutes Essen und - in meinem Fall - an gute Drinks. Nebenbei<br />
kann man hier und da noch einen ‘Landfall’ mit 1500 Mitreisenden<br />
machen und alle Souvenir-Shops auf einer Insel mit<br />
300 Einwohnern in 50 Minuten leer kaufen.<br />
Die Wahl des Schiffes fiel mir bei meiner ersten Kreuzfahrt<br />
nicht schwer: Die Queen Mary 2 oder kurz: QM2. Sie hat die<br />
beste schwimmende Bar und sie ist meines Erachtens der einzige<br />
echte ’Ocean Liner’. Unsere 14tägige Karibik-Rundreise<br />
hatte ich meiner Mutter zum 70sten Geburtstag geschenkt<br />
(ein Schiff… da kann sie nicht verloren gehen) und gleichzeitig<br />
meinen besten Freund mitgenommen und sie ihren Lebenspartner,<br />
denn nur Mutter und Sohn auf einem Schiff für<br />
14 Tage… denken Sie einfach mal drüber nach.<br />
Nach dem Ablegen in New York verbrachten wir die ersten<br />
beiden Tage auf See - Zeit genug, um das Schiff ausgiebig kennenzulernen.<br />
Die QM2 war auf dieser Reise komplett ausgebucht:<br />
3000 Passagiere und fast 1500 Crew. Wahnsinn! Sie ist<br />
jedoch so groß, dass man nie auch nur irgendeine Enge verspürt.<br />
Es gibt sogar viele Orte an Deck, an denen man schlichtweg<br />
allein ist und auf’s weite Meer schaut.<br />
Die Passagiere teilen sich in drei Klassen auf: ’Queens Grill’,<br />
die erste Klasse, dessen Passagiere außerordentlich fein und<br />
gediegen im ’Queens Grill Restaurant’ dinieren. Die reichen<br />
26 NOB Premium Spirits<br />
BAR-travel tip<br />
„Queen Mary 2“<br />
the „commodore club“ deck 9<br />
When you think of a cruise trip the first things on your mind<br />
are relaxation, good food and - in my case - good drinks… and<br />
sometimes you make landfall with those other 1500 fellow<br />
‘cruisers’ and shop all souvenir shops empty in 50 minutes on<br />
a tiny island of 300 people.<br />
It wasn’t hard for me to choose the ship: Queen Mary 2 or<br />
short: QM2. She has the best bar afloat and she is by far the<br />
only real ‘Ocean Liner’ in service. I gave this 14 day cruise<br />
throughout the Caribbean as a gift for my mother’s 70th birthday<br />
(a ship… she can’t get lost). I had taken my best friend<br />
along and she was with her partner on this cruise since just a<br />
mother-son situation on a ship for 14 days… think about it.<br />
After we left New York City we spent the first two days at sea<br />
which was ample time to get to know this beautiful ship. QM2<br />
was completely sold out on this early December voyage: 3000<br />
passengers were carefully looked after by 1500 crew. The<br />
ship, however, is so big that you don’t realise how many people<br />
are actually travelling with you. There are even places on<br />
board where you can simply enjoy looking out on the ocean<br />
all by yourself.<br />
The ship is subdivided into three classes of travel: ‘Queens<br />
Grill’ or First Class, rich and over-spoiled passengers dine in<br />
the extraordinarily classy restaurant of the same name and<br />
dwell in suites or apartments with private butlers. Then there
und verwöhnten Passagiere wohnen in großen Suiten und<br />
Apartments mit privatem Butler auf den oberen Decks. Der<br />
’Princess Grill’ ist die zweite Klasse an Bord - immer noch sehr<br />
schick und mit eigenem Restaurant ebenfalls ohne Dinnersitzungen<br />
und einer Lounge mit vielen kleinen und großen Annehmlichkeiten.<br />
’Britannia’ heißt die dritte Klasse bei Cunard - das Fußvolk auf<br />
der QM2. Architektonisch und schiffbautechnisch ist das ’Britannia<br />
Restaurant’ ein absolutes Art-Deco Meisterwerk über 2<br />
Ebenen und für über 1000 Gäste konzipiert. Wegen der Größe<br />
gibt es aber zwei Dinnersitzungen, bei denen es manchmal<br />
etwas laut zugeht. Der Service ist trotzdem sehr vornehm und<br />
das Essen (meistens) sehr gut (im ’Britannia Club’, einem kleinen<br />
Nebenraum, kann man gegen Aufpreis im kleineren Rahmen<br />
ohne Dinnersitzungen dinieren).<br />
Alle Klassen verschwimmen jedoch im ’Commodore Club’ -<br />
das ist die außerordentlich schicke Bar auf Deck 9. Sie befindet<br />
sich ganz vorn im Bug des Schiffes unter der Brücke mit<br />
Blick aus geneigten Fenstern nach vorn auf die Weiten des<br />
Ozeans. Welch ein Ort für einen guten Drink! Man reist… und<br />
nach zwei Martinis schwebt man über den Ozean.<br />
Hier findet man sehr interessante Menschen aus jeder Klasse<br />
an Deck und von überall in der Welt. Man trifft sich zum Apéritif<br />
und oft auch wieder zum Digestif in stilvollem Ambiente.<br />
Auf unserer 14tägigen Reise waren es zum Schluss fast immer<br />
dieselben Genießer, die sich den wunderbaren Drinks und den<br />
interessanten Gesprächen hingaben. Außerdem hatte man<br />
schon fast freundschaftlichen Kontakt zum Personal, obwohl<br />
dem Personal der private Kontakt zum Gast streng untersagt<br />
ist; im Commodore Club verschwimmt sogar diese Grenze ein<br />
wenig.<br />
Es grenzt fast an ein Wunder, dass ich jeden Abend denselben<br />
Platz an der Bar einnehmen durfte (ich hatte ja den Verdacht,<br />
dass Marcos, der reizende Barmann aus Uruguay, mir<br />
diesen Platz reservierte). Es war der erste Stuhl an der Bar<br />
gleich Backbord, so sah ich rechts die grandiosen Mixologen<br />
und links den Ozean. Dazwischen stand meist ein perfekt gerührter<br />
Martini oder ein grandios geschüttelter Whiskey Sour.<br />
Mein bester Freund saß meist mit mir an der Bar und wir sinnierten<br />
über den letzten Landgang oder über andere wichtige<br />
und besonders unwichtige Dinge des Lebens. Hier, mitten auf<br />
dem Ozean und in so einer Atmosphäre, fängt man an zu philosophieren.<br />
Meine Mutter liebte die umwerfenden ’Raspberry Martinis’,<br />
die mit wirklich frischem Himbeerpüree gemacht wurden.<br />
Das Personal verstand es vorbildlich mit Menschen jedweder<br />
Couleur und in vielen verschieden Sprachen gekonnt ins Gespräch<br />
zu kommen, aber sich auch wieder galant zurückzuziehen<br />
wenn die Zeit dafür reif war. Dennoch hatte man das<br />
Gefühl jeden Abend bei Freunden einen Drink serviert zu bekommen;<br />
genau so, wie es in einer guten Bar sein soll.<br />
Hier konnte man alle neu gewonnenen Eindrücke dieser wunderbaren<br />
Reise in Ruhe verarbeiten.<br />
is ‘Princess Grill’ or Second Class. Still chic and with its own<br />
restaurant (also only one dinner seating) and a lounge that<br />
caters to the many needs of these ‘bummer I didn’t make it to<br />
first class’ passengers. And then there is ‘Britannia’ or, well…<br />
third class (the two words that no-one uses), foot traffic on<br />
the QM2 yet still classy. Britannia restaurant is an architectural<br />
and ship-builders masterpiece. Over 1000 people dine<br />
in an Art-Deco setting on two floors with a huge atrium. The<br />
service is very attentive and the food is mostly good (sometimes<br />
excellent) but it is a little loud at times. There are 2 dinner<br />
seatings but ‘Britannia Club’ offers an option at a surcharge to<br />
dine in a separate room with only one seating.<br />
And then there is ’Commodore Club’, the bar on this classy<br />
ship, where the class of travel is of no interest at all. It is located<br />
on deck 9 just below the bridge at the very front where<br />
you can look out straight at sea through tilted windows - what<br />
a place for a good Drink. One travels… and after two of those<br />
fabulous Martinis one is flying over the ocean. You find people<br />
from all walks of life here and on a long trip like ours they<br />
become regulars. One meets for Apéritif and mostly the same<br />
people again for After-Dinner-Drinks. The über-attentive staff<br />
is so kind and caring, I could say I almost became friends with<br />
them though any private contact between staff and passengers<br />
is strongly forbidden on this ship. Here, in Commodore<br />
Club, even this boundary dissolves a little.<br />
It is a bit of a miracle that I could sit every night in the same<br />
seat at the bar (well I had a bit of a notion that Marcos, the<br />
Uruguayan bartender had it reserved for me…) with a perfectly<br />
stirred Martini next to me or a wonderfully smooth Whiskey<br />
Sour. My best friend was mostly with me and we talked about<br />
our last ‘landfall’ or about important or really unimportant<br />
things in life. Here, in the midst of the ocean and in a setting<br />
like this, one becomes a philosopher at times.<br />
My mother came up a couple of times, but this was usually<br />
‘my time out’. She loved the Raspberry Martinis made from<br />
real fresh raspberry purée. The Staff is just superbly trained<br />
in seemingly important small talk with people from just any<br />
background, and in many different languages. However, when<br />
the time is right they gracefully withdraw and dedicate their<br />
attention to mixing the best drinks on the ocean. It is just what<br />
you expect from a perfect bar.<br />
I had a feeling I was having drinks at a friends house every<br />
night and I won’t forget the beautiful hours I have spent there.<br />
This is the perfect place to let all newly gained impressions<br />
sink in gracefully.<br />
NOB Premium Spirits 27
28 NOB Premium Spirits<br />
for Centuries the stormy waters of the Atlantic<br />
Ocean has not only shaped the character of the<br />
people of islay but also the character of their<br />
world famous MAlt Whiskies.<br />
In many ways this fine malt mirrors the<br />
character of islay people- strong yet<br />
gentle, warm yet mellow, but with a<br />
maturity beyond its years.<br />
robustly peaty, with an unmistakable<br />
breath of the seashore. the ileach is a<br />
true `man from islay`.<br />
the Highlands & islands<br />
scotch Whisky Company Limited<br />
e-mail: whisky@globalnet.co.uk
highlanD Dinner<br />
im schloss Johannisburg in aschaffenburg<br />
Michael holzapfel von Whiskymax<br />
hatte gerufen und alle kamen...<br />
Teilnehmer zu dem gefragten Event kamen aus Aschaffenburg<br />
und Umgebung, aus Nürnberg reisten die Triumph Freunde<br />
und aus München kamen zusammen mit den Mitgliedern des<br />
Single Malt Connoisseur`s Club München weitere Oldtimerfreunde<br />
und Whiskyenthusiasten, angeführt von Fred Heinz<br />
Schober aus dem Whisk(e)y Shop tara in München, um dieser<br />
Veranstaltung beizuwohnen. (www.whiskyclub.de)<br />
Empfangen wurden die Freunde der British Classic Cars von<br />
Michael Holzapfel persönlich. Mit einem Gläschen Champagner<br />
wurde der Staub, der über 6 Stunden dauernten Anreise,<br />
heruntergespült.<br />
Nach einer kurzen Pause versammelten sich alle Teilnehmer<br />
in einem Ecksaal des von 1605 bis 1614 erbauten Schlosses.<br />
Begrüßt und durch den Abend geführt wurden die Gäste von<br />
Jon Wells. Von ihm erfuhren die Tasting Teilnehmer allerlei interessantes<br />
über die wohl erstaunlichste Spirituose der Welt:<br />
Den Whisky!<br />
Verkostet wurden ein 20-jähriger Littlemill von Whiskymax, ein<br />
12-jähriger Poit Dhubh Blended Malt, ein 14-jähriger Benriach,<br />
ebenfalls von DunBheagan, welcher im Rumfass nachgelagert<br />
ist. Als Highlight wurde ein 26-jähriger Brora verkostet. Dieser<br />
Single Malt aus den nördlichen Highlands kommt ebenfalls von<br />
dem unabhängigen Abfüller DunBheagan. Ein toller Malt aus<br />
der bereits 1983 geschlossenen Brennerei. Fortgesetzt wurde<br />
die Whiskyprobe mit einem Six Isles Blended Malt der im Pomerol<br />
Fass nachgelagert war. Zum Schluss wurde ein stark getorfter<br />
Maximum Peat No.4 von der Insel Islay getestet.<br />
Musikalisch wurde die Veranstaltung von der Irin Siobhan<br />
Prendergast und dem Schotten John Morrell „befeuert“ – mit<br />
Liedern aus Irland und Schottland sorgten die beiden Vollblutmusiker<br />
für eine grandiose Stimmung.<br />
Für die notwendige Unterlage sorgte die Küche des Schlossrestaurants<br />
mit nachfolgenden 3-Gänge Menü:<br />
•<br />
•<br />
•<br />
Schottischer Räucherlachs an Apfel-Whisky-Chutney<br />
gegrillte Poulardenbrust im Whisky-Sojalack mit<br />
geschmorten Chinakohl und Kartoffel-Selleriepüree<br />
Zwetschgenknödel mit Whisky parfümiert<br />
Nach ca. 3½ Stunden und einer Vielzahl an Informationen<br />
neigte sich der schöne Abend dem Ende zu. Ein Teil der Teilnehmer<br />
hat sich noch auf einen „Absacker“ im benachbarten<br />
„Schlappeseppel“ eingefunden. Was ein Abend...<br />
Nach der Übernachtung in der Nähe des Schlosses, ging es<br />
am nächsten Tag für die Teams der British Classic Cars wieder<br />
zurück in die Heimat. Im Gepäck eine Flasche feinsten schottischen<br />
Malt, sind die Teilnehmer mit ihren Austin-Healey`s,<br />
Jaguar, Mini und Triumph im Geiste schon auf der nächsten<br />
Tour nach Schottland.<br />
FHS<br />
NOB Premium Spirits 29
30 NOB Premium Spirits
auFgegabelt<br />
Der irische Freund und Kollege hat mich bei seinem Besuch<br />
nachdenklich gemacht. Warum wir Deutschen uns auf Schritt<br />
und Tritt gängeln ließen, fragte er nach Ausflügen in die nahe<br />
Großstadt und durch den Süden Deutschlands. Ich konnte mit<br />
seiner Frage zunächst nichts anfangen (der Groschen ist kein<br />
Sturzkampfbomber), begriff aber schnell, als er mir die Unzahl<br />
der Verbots- und Gebotsschilder aufzählte, denen er auf jeder<br />
unserer Touren begegnet war: Kein Spielplatz! Das Betreten<br />
des Rasens ist verboten! Abstellen von Fahrrädern verboten!<br />
Hunde an die Leine! Baden verboten! Parken verboten! Kein<br />
Zutritt für Unbefugte! Mobiltelefone nicht erlaubt! Der Verzehr<br />
von mitgebrachten Speisen und Getränken ist nicht erlaubt!<br />
Nun, einem Volk, dessen Mehrheit vieles für zulässig hält, was<br />
nicht ausdrücklich verboten ist, müssen wohl Grenzen gesetzt<br />
werden. Wenn rücksichtsloser Pöbel über Grünflächen latscht<br />
und durch Blumenbeete trampelt, muss sich irgendwann ein<br />
jeder Bürger mit Verbotsschildern abfinden. Und solang es in<br />
diesem unserem Land Wichtigtuer gibt, die meinen, sich auch<br />
im Restaurant und sogar (selbst erlebt!!) in einem Theater und<br />
in einer Kirche anrufen lassen zu müssen, sind Handy-Verbot<br />
und Platzverweis keine Gängelei, sondern nötige Erziehung!<br />
Wie sagte ein verwandter Ex-Polizeibeamter? „Jedes Volk hat<br />
die Verbote, die es verdient!“<br />
So stark, wie sich mancher deutsche Michel beim Übertreten<br />
simpelster Anstandsregeln fühlt, so feige oder bequem ist er<br />
da, wo Widerstand angebracht wäre. Der Deutsche rebelliert<br />
nur verbal und im kleinen Kreis. Wie nehmen jede unliebsame<br />
Entscheidung der von uns alimentierten Politiker hin, weil<br />
wir mehrheitlich zu feige oder zu träge sind für Generalstreiks,<br />
mit denen wir etwas bewegen könnten. Wir regen uns andauernd<br />
auf über Benzinpreise, obwohl wir Ölkartelle und Fiskus<br />
ganz schnell Mores lehren könnten, wenn jeder (!) nur eine<br />
Woche lang sein Auto in der Garage stehen ließe. Wir lassen<br />
uns von Bankern mit den schändlichsten Habenzinsen abspeisen<br />
und mit horrenden Sollzinsen kujonieren, statt den Verwaltern<br />
von fremdem Geld einmal zu zeigen, wo der Barthel<br />
den Most holt, indem jeder (!) Kunde seine liquiden Gelder<br />
abhebt und damit dem Geldinstitut den Boden entzieht. Doch<br />
für gemeinsames Vorgehen braucht’s Solidarität und fürs Aufbegehren<br />
Mut. Ein Stückchen Franzose müsste in jedem Deutschen<br />
stecken …<br />
Ja, Freund Fergus von Esmerald Island, wir Deutschen lassen<br />
uns gängeln! Nicht alle, aber immer noch viel zu viele. Sogar<br />
in Fragen des persönlichen Geschmacks! So klammern wir uns<br />
bis heute an Dogmen: Keine süßen Getränke als Aperitif! Nie<br />
Rotwein zu Fisch und Geflügel! Kein Bier bestellen in einem<br />
„feinen“ Restaurant! Edelbrände nur aus einem Nosing glass!<br />
Halbbitters nur am Ende eines Menüs! Kein Bier auf Wein! Die<br />
Liste solcher Anachronismen ließe sich beliebig verlängern.<br />
Ich ziehe heute noch im Geiste den Hut vor meinem Sohn,<br />
der als Kleinkind vor drei Jahrzehnten Muskatnuss über To-<br />
Glosse<br />
maten zu reiben pflegte, während wir Eltern Salz- und Pfeffermühle<br />
über den roten Früchten drehten (fertig Gemahlenes<br />
kam uns schon damals nicht in die Küche). Die Einwände<br />
gegen seine Würzwahl tat Filius stets mit zwei Wörtern ab:<br />
„Mir schmeckt’s!“ Welcher Erwachsene hat heute noch den<br />
Mumm, sich gegen teilweise überholte Regeln aufzulehnen,<br />
die irgendwann von irgendeinem Vorschmecker aufgestellt<br />
wurden? Wer traut sich zum Beispiel, als Aperitif ein gut gehopftes<br />
Pilsner zu ordern, obwohl der befrackte Ober mit<br />
seiner Suggestivfrage „Sherry oder Champagner?“ schon den<br />
Weg weist, den „man“ in der renommierten Lokalität zu gehen<br />
hat? Wer ignoriert den Spott vorgeblicher Kenner und<br />
lässt sich seinen Single Malt Whisky coram publico aus dem<br />
Tumbler schmecken? Wer widerspricht dem Sommelier, der<br />
pauschal Cognac über sämtliche anderen Weinbrände und<br />
Champagner ebenso pauschal über jeden anderen Schaumwein<br />
stellt? Kurz gefragt: Wer hat Mut genug, zu seinem persönlichen<br />
Geschmack zu stehen?<br />
Traurig, aber wahr: Nicht einmal an Tisch und Tresen kann sich<br />
Otto Normalverbraucher durchsetzen. Noch viel zu oft geht er<br />
die Wege, die ihm die vorgeblich Kundigen gewiesen haben.<br />
Gut scheint ihm nur der Wein, den Tester X mit imponierender<br />
Punktzahl bedachte. Für kaufenswert hält er nur den Whisky,<br />
den „Papst“ Y lobte. Lobenswert erscheint ihm nur die Küche<br />
des Maître, den der berühmte Kritiker Z schon mit Lorbeeren<br />
zugeschüttet hat. „Man“ trinkt, was anderen geschmeckt hat,<br />
„man“ isst, was andere für gut befanden. Zum eigenen Urteil<br />
fehlt es mangels Erfahrung am nötigen Mut.<br />
Wir Deutschen ducken uns ja schon in Küche und Keller. Wie<br />
sollten wir aufstehen können, wenn’s um Größeres geht?<br />
Der Autor: KARL RUDOLF machte<br />
nach seiner Prüfung zum<br />
Küchenmeister seine Passion<br />
zum Beruf: Er wurde Redakteur,<br />
arbeitete als solcher unter<br />
anderem für die „Küche“ und<br />
für das seinerzeit gegründete<br />
Magazin „Die Bar“. Freiberufler<br />
seit mehr als 25 Jahren, war<br />
er „Mann der ersten Stunde“<br />
beim Magazin „Drinks“, für einige<br />
Jahre dessen Chefredakteur<br />
und in gleicher Funktion auch<br />
für das Magazin „Der Whisky-Botschafter“ verantwortlich.<br />
Außerdem schreibt er für weitere Publikationen und ist Autor<br />
mehrerer Bücher über Spirituosen und andere Getränke. Für<br />
seine Arbeit wurde er mit dem Ehren-Diplom der Champagne-Winzer<br />
sowie dem World Press Award der International<br />
Bartenders Association ausgezeichnet und in Schottland zum<br />
Keeper of the Quaich ernannt.<br />
NOB Premium Spirits 31
helgOlanD<br />
Dort, Wo Der himmel unD Das meer zusammen treffen –<br />
am horizont unD Dann noch<br />
ein bisschen Weiter, Da liegt<br />
helgolanD, DeutschlanDs einzige<br />
hochseeinsel.<br />
Die Insel ist eines der begehrtesten Reisziele Deutschlands und<br />
wird jährlich von rund 300.000 Gästen besucht. Den meisten von<br />
ihnen, den Tagesausflüglern, bleiben nur wenige Stunden, um die<br />
Insel zu erkunden. Ein Muss ist der Inselrundgang, ein 3 Kilometer<br />
langer Weg um das „Oberland“, das man entweder zur Fuß<br />
über eine 182 Stufen zählende Treppe bewältigt oder mit einem<br />
Fahrstuhl erreichen kann. Dort angekommen führt der Weg mit<br />
überall freiem Blick auf das weite Meer und den Horizont vorbei<br />
an schroffen Felsformationen zum „Lummenfelsen“, dem kleinsten<br />
Naturschutzgebiet der Welt. Hier nisten und brüten Seevögel<br />
wie Dreizehenmöwen, Basstölpel, Eissturmvögel, Tordalken und<br />
die seltenen Lummen, die der Felsen seinen Namen zu verdanken<br />
hat.<br />
Ziel des Weges ist die „Lange Anna“, eine 46 mtr. hohe, allein stehende<br />
Felsnadel, das Wahrzeichen Helgolands. Von „oben“ hat<br />
man einen einmaligen Ausblick auf das „Unterland“, die Reede<br />
mit den vor Anker liegenden Schiffen, das beheizte Meerwasser-<br />
Freischwimmbad „mare frisicum spa helgoland“ , den Hafen und<br />
die Nachbarinsel, der „Düne“. Im Halb-Stundentakt bringt die<br />
Dünenfähre die Urlauber dort hinüber. Hier hat man die Wahl<br />
zwischen einem etwas rauheren Nordstrand mit nicht zu starker<br />
Brandung oder dem familienfreundlichen Südstrand. An beiden<br />
Stränden befinden sich eine ausreichende Anzahl von Strandkörben<br />
und viel Platz zum Strandnachbarn. Nie sind diese Strände<br />
überlaufen und auch dadurch unvergleichlich.<br />
Auch der Flugplatz befindet sich auf der Düne, der von gleich<br />
zwei Fluggesellschaften mehrfach täglich von Büsum, Bremerhaven<br />
und Hamburg angeflogen wird. Insgesamt viele Wege führen<br />
nach Helgoland.<br />
32 NOB Premium Spirits<br />
©Foto: Lilo Tadday / www.tadday-foto.de<br />
Genau genommen sind es zwei Inseln, die eine, eine 61 Meter hohe Steilküste aus Buntsandsteinfelsen, die andere, eine 0,7<br />
qkm. große Sanddüne. Ein Paradies mitten im Meer. Natur pur, klare Luft, sauberstes Wasser, schneeweißer Sand und soviel<br />
Sonne, wie kaum anderswo in Deutschland. Eine Oase der Ruhe, Zeit zum Abschalten, Zeit für Entspannung.<br />
In den Sommermonaten fahren die Seebäderschiffe täglich von<br />
den Küstenstädten Büsum, Cuxhaven und Wilhelmshaven in 2,5 –<br />
3 Stunden zum roten Felsen. Schneller geht es mit der Schnellfähre,<br />
dem High-Speed Katamaran, täglich ab Hamburg, Wedel und<br />
in nur 75 Minuten ab Cuxhaven.<br />
Helgoland hat jedoch viel mehr zu bieten, als der Tagesgast während<br />
des knapp vierstündigen Aufenthalts erfahren kann:<br />
Vom Fischbrötchenstand bis zum Gourmet-Restaurant, vom einfachen<br />
Privatquartier bis zum 4-Sterne-Hotel. Von einer Führung<br />
über die Insel, vom Inselfest und Bootsregatten bis zum Klassikkonzert<br />
erster Güte – Veranstaltungen in Hülle und Fülle – das<br />
ganze Jahr über. Helgoland hat viel zu bieten für Jedermann.<br />
Ein Besuch des Helgoländer Heimatmuseums mit den James-<br />
Krüss-Hummerbuden, ein Blick in die Unterwasserwelt der<br />
Nordsee im Aquarium des Alfred-Wegener-Instituts, der sich<br />
lohnt. Naturkundliche Strandführungen zu den Seehunds – und<br />
Kegelrobben-Kolonien auf der Düne. Helgoland ist Natur pur. Zum<br />
Herbst stellen die Reedereien nach und nach Ihren Betrieb ein.<br />
Im Winter (ab Mitte November) gibt es dann nur noch viermal<br />
wöchentlich eine Schiffsverbindung ab Cuxhaven. Warme Kleidung<br />
ist ein Muss für denjenigen, der sich in dieser Jahreszeit für<br />
Helgoland entschieden hat. Auf einem Inselrundgang über den<br />
Klippenrandweg ist man für sich allein mit dem Wind, dem Meer<br />
und dem Horizont. Auf dem Felsen weht oft mehr als eine starke<br />
Brise aber wer es mag, kann sich hier mal so richtig „durchpusten“<br />
lassen.
In dieser Jahreszeit gibt es auf Helgoland ein einmaliges<br />
Naturschauspiel:<br />
Die Geburt und Aufzucht der jungen Kegelrobben können Sie nur<br />
hier auf Helgoland aus nächster Nähe erleben. In den Wintermonaten<br />
November – Dezember kommen an den weißen Stränden<br />
Helgolands die Robbenbabys zur Welt und wiegen nur 10-14 kg.<br />
Sie werden von einem sehr dichten Fell zunächst vor Kälte und<br />
Wind geschützt. Genährt durch die extrem fetthaltige Muttermilch<br />
wächst dem Jungtier eine dicke Speckschicht, die nach drei<br />
bis vier Wochen die isolierende Funktion übernimmt. So können<br />
sie nach drei Wochen bereits ca. 50 kg wiegen. Während dieser<br />
Zeit kann man sich am Strand der Helgoländer Badedüne den<br />
Tieren bis auf 30 Meter nähern. So nah, wie wohl nirgendwo in<br />
Deutschland. Erst nach dem ersten Fellwechsel folgen Sie ihren<br />
Eltern ins Meer.<br />
Robbenbaby-watching, das Erlebnis-Angebot der Kurverwaltung<br />
im Dezember – Januar: 1. Dez., 8. Dez. und 15. Dez. 2010 und 5.<br />
Jan., 12. Jan. und 19. Jan. 2011 (jeweils Mittwoch - Freitag)<br />
• Hin - u. Rückfahrt ab/bis Cuxhaven<br />
• 2 Übernachtungen inkl. Frühstück im Hotel<br />
oder Pension<br />
• Dünenführung zu den Robben mit den<br />
Naturschutzbeauftragten<br />
• eine Bunkerführung<br />
Preis pro Person 129,-- Euro<br />
(Einzelzimmerzuschlag einmalig 10,-- Euro)<br />
Und nicht zu vergessen: Helgoland ist nach wie vor ein Dorado<br />
für Shopping-Liebhaber. Ob Kosmetika, teure Parfums, hochwertige<br />
Bekleidung, Tabak, edle Spirtuosen, Schokoladen, optische<br />
Geräte und viele weitere Markenartikel. Da Helgoland nicht zum<br />
Zollkodex der EU gehört, kann man nach Herzenslust Zoll- und<br />
Mehrwertsteuer-frei einkaufen. Natürlich auch im Winter! Tipp:<br />
Ein Preisvergleich gegenüber dem Festland lohnt vor allem bei<br />
höherpreisigen Produkten!<br />
©Foto: Lilo Tadday / www.tadday-foto.de<br />
©Foto: Lilo Tadday / www.tadday-foto.de<br />
Dabei gibt es weit mehr Geschäfte, als der Gast auf den ersten<br />
Blick in den Hauptgeschäftsstraßen wahrnehmen kann. Gerade<br />
auch in den Nebenstraßen etwas abseits befinden sich für Eingeweihte<br />
und Kenner wohlbekannte weitere exklusive Geschäfte,<br />
deren Angebote es in sich haben: Neben Zigaretten und Spirituosen<br />
reicht dieses von Markenkleidung über optische Geräte bis<br />
hin zu Schmuck, edlen Chronometern und Kameras. Die "Schokoladenmanufaktur"<br />
verwöhnt den Gaumen mit süßen Köstlichkeiten<br />
und Connaisseure schätzen besonders die edlen Tabakwaren<br />
wie z. B. Zigarren (einige Geschäfte verfügen über einen begehbaren<br />
Humidor) oder die riesige Auswahl an Whisky-Sorten auch<br />
kleinster schottischer Destillen, die es hier wie nirgendwo sonst<br />
auszuwählen gilt.<br />
Sogar zu einem Whiskytasting, wie in der Mocca-Stuben im Oktober<br />
von Heiner Stepper aus Helgoheiner´s Duty-Free-Shop veranstalltet<br />
wurde, kamen sowohl Helgoländer, wie auch Besucher<br />
vom Festland extra angereist. Neben den von Heiner´s ausgesuchten<br />
Whiskies wurde an diesem Abend in der brechend vollen<br />
Mocca-Stuben auch exotische Schokoladen aus der Helgoländer<br />
Schokoladenmanufaktur von Anja Wüppermann gereicht.<br />
Weihnachtseinkäufe einmal anders /<br />
im Advent nach Helgoland<br />
An jedem Wochenende in der Adventszeit kann der Besucher eine<br />
dreitägige "Wiinachs-Auszeit" buchen. Das ermöglicht einen beschaulichen<br />
und stressfreien Weihnachtseinkauf ohne Zeitdruck<br />
und Parkplatzprobleme, dafür aber mit einem Riesen-Angebot<br />
zoll- u. mehrwertsteuerfreien Markenprodukten.<br />
Termine:<br />
6. - 28. Nov., 3. - 5. Dez., 10. - 12. Dez., 17. - 19. Dez. 2010<br />
Freitag bis Sonntag - zwei Übernachtungen<br />
• Hin- und Rückfahrt ab/bis Cuxhaven<br />
• 2 Übernachtungen inkl. Frühstück im Hotel<br />
oder Pension<br />
• eine Überfahrt auf die Düne<br />
• eine Bunkerführung<br />
• Gutschein für einen Glühwein<br />
pro Person 129,- Euro<br />
(Einzelzimmerzuschlag einmalig 10,00 Euro)<br />
Weitere Informationen und kostenlose Prospektanforderung:<br />
Helgoland-Touristik<br />
Lung Wai 28 (im Rathaus), 27498 Helgoland<br />
Tel.: 04725-206799, Fax: 04725-813725<br />
Email: zimmervermittlung@helgoland.de, www.helgoland.de<br />
NOB Premium Spirits 33
Whiskymesse zwischen den Meeren<br />
Es ist Samstag der 15. Mai, die schwüle Luft erschöpft die Gemüter<br />
und kündet vom Regen, den am Nachmittag der Westwind<br />
heranbringt. Das Wochenende droht in Tristesse zu versinken,<br />
gäbe es da nicht ein Elixier, das die trüben Gedanken vertreibt.<br />
Golden schimmert es im Glas und sein Duft zieht Menschen<br />
seit Jahrhunderten in seinen Bann. „Uisge beatha“ heißt der<br />
Zaubertrank in der alten gälischen Sprache, Whisky wird er<br />
heute genannt. Die Rede ist von der 8. Kieler Whiskymesse im<br />
Steigenberger Hotel am Schlossgarten.<br />
Der Veranstalter Martin‘s<br />
Weindepot ist nicht böse um<br />
das Wetter an diesem Wochenende.<br />
Schließlich fällt es<br />
leichter, sich mit dem hochprozentigen<br />
Lebenswasser<br />
auseinander zu setzen, wenn<br />
es draußen kühl und regnerisch<br />
statt sonnig warm ist.<br />
Und so strömten gut 600 Besucher<br />
in den Saal des Hotels,<br />
um sich einen Eindruck über<br />
die Neuigkeiten in der Whiskywelt<br />
zu verschaffen. Um<br />
diesen Ansturm und auch die<br />
Vielfalt in Sachen Whisky bewältigen zu können, hatte sich das<br />
Team um Martin Sauer Verstärkung aus ganz Deutschland geholt.<br />
Verschiedene Händler unterschiedlicher Labels stellten<br />
sich dem neugierigen Publikum und gaben unermüdlich Auskunft<br />
über ihre neuesten Abfüllungen. Dabei ging es natürlich<br />
nicht nur um schottischen Whisky, sondern auch um seine Vettern<br />
aus den USA, Kanada, Neuseeland, Wales, England, Irland,<br />
Japan und Indien. Nicht, dass die Zahl an Neuheiten allein aus<br />
Schottland - vor allem der unabhängigen Abfüllungen - schon<br />
ausgereicht hätte, den Besucher vor eine fast unlösbare Aufgabe<br />
zu stellen. Alle zu probieren wäre ein Ding der Unmöglichkeit,<br />
selbst wenn man den Verlust von Sensorik, Motorik<br />
und Gesundheit billigend in Kauf nähme. Ein Plan muss her und<br />
der Gast beginnt, ausgestattet mit einem leichten, appetitanregenden<br />
Dram, eine Runde durch den Saal und verschafft sich<br />
einen Überblick. Schließlich arbeitet er sich durch die interessantesten<br />
Proben, nimmt dabei Anregungen anderer und die<br />
der Aussteller auf und versucht, der sensorischen Vielfalt Herr<br />
zu werden. Messebesucher können während der Messe auch<br />
an einstündigen Seminaren teilnehmen.<br />
Michael Gradl, Importeur aus Nürnberg und Andy McNeill,<br />
Händler aus Schottland, vermitteln dort die Faszination des<br />
Whiskys und die Besonderheiten der von ihnen gehandelten<br />
Abfüllungen. Beide gestandene Mannsbilder in Kilt und Kniestrümpfen<br />
legen dem Teilnehmer das Wasser des Lebens und<br />
den fachgerechten Umgang mit selbigem äußerst authentisch<br />
ans Herz.<br />
Zwischendurch sind natürlich auch individuelle Pausen nötig.<br />
Frische Luft, viel Wasser oder auch, um bei der richtigen Grundzutat<br />
zu bleiben, ein kühles Bier sorgen für sensorische Entspan-<br />
34 NOB Premium Spirits<br />
nung. Whiskytrinken ist nämlich eine für Nase und Gaumen äußerst<br />
anspruchsvolle und anstrengende Aufgabe, will man der<br />
komplexesten und vielfältigsten Spirituose der Welt gerecht<br />
werden. Neben Brot und neutralen Getränken sorgt dabei auch<br />
ein lokaler Fischhändler mit frisch geräucherter Lachsforelle für<br />
kulinarische Zerstreuung.<br />
Am Samstagabend fand im Restaurant des Steigenberger noch<br />
ein Whiskydinner statt. Hatte man einen der begehrten, aber<br />
begrenzten Plätze ergattert, konnte sich der oder die Glückliche<br />
über ein dreigängiges Buffet<br />
und zehn weitere Whiskys<br />
freuen. Jeder der zur Messe<br />
angereisten Händler stellte<br />
einen ausgewählten Tropfen<br />
aus seinem Portfolio vor und<br />
dieser musste natürlich auch<br />
probiert werden.<br />
Zum Glück gab es noch einen<br />
weiteren Messetag. Wer<br />
samstags keine Zeit fand, hatte<br />
am Sonntag die Gelegenheit,<br />
sich schlau zu probieren.<br />
Auch einige Wiederholungstäter<br />
fanden noch einmal den<br />
Weg zur Messe und holten nach, was am Samstag nicht zu bewältigen<br />
war.<br />
Eine Fortsetzung der „sensorischen Herausforderung“ ist bereits<br />
in Planung und wird am o9. und 10. April 2011 stattfinden.<br />
Dann erwartet Kiel wieder ein Wochenende im Zeichen des<br />
Wassers des Lebens.<br />
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Sláinte<br />
Michel Ruwisch
NOB Premium Spirits 35
WanDern & WhisKy<br />
Der Berliner Reiseveranstalter Boundless Reisen bietet in Kooperation mit Whisky&Cigars<br />
spannende Wanderreisen durch die Speyside an<br />
Wer schon einmal in Schottland war, wird vielleicht nach einem langen<br />
Spaziergang durch die wildschöne Natur bei einem guten Whisky<br />
in einem der vielen urigen Pubs festgestellt haben, das Wandern &<br />
Whisky sehr gut zusammenpassen. Keine Region der Erde könnte dafür<br />
geeigneter sein als die Speyside mit der höchsten Dichte an Whiskydestillerien<br />
weltweit. Der Grund für die Ansiedlung von insgesamt<br />
46 Destillerien liegt in der Geografie und Geschichte dieser Region:<br />
Der Spey und seine zahlreichen Seitenflüsse, von denen der Livet und<br />
der Fiddich die Namensväter weltberühmter Destillerien sind, bieten<br />
mit ihrem hervorragenden, mineralstoffarmen Wasser die Grundlage<br />
für ausgezeichneten Whisky. Die früher meist schwer zugänglichen<br />
und unüberschaubaren Täler der Highlands, vor allem südöstlich<br />
des Spey, boten nach der Einführung der Alkoholsteuern durch die<br />
britische Krone im 17. Jahrhundert, ein ideales Gebiet für unzählige<br />
Schwarzbrennereien. Der schottische Nationalstolz gebot es, dass<br />
als „echter“ schottischer Whisky nur der illegal gebrannte anerkannt<br />
und fast ausschließlich getrunken wurde. Der gälische Ursprung des<br />
Wortes Whisky „uisce beahta“, (Wasser des Lebens) machte dem<br />
Getränk alle Ehre. Erst nach einer Amnestie für die Schwarzbrenner<br />
und gemilderten Steuerbestimmungen wurden seit 1823 aus den<br />
Schwarzbrennereien viele der Destillerien, die wir heute vorfinden.<br />
Bekannt ist vielen Whiskyliebhabern der Malt Whisky Trail, der per<br />
Straße viele der Destillerien der Region verbindet. Die abwechslungsreiche<br />
Landschaft lässt sich jedoch noch viel intensiver erleben auf<br />
dem Speyside Way, einem Fernwanderweg, der zum Teil entlang<br />
des Spey, zum Teil parallel durch die südlich von ihm aufsteigenden<br />
Caringorms führt. Die Caringorms bilden die größte zusammenhängende<br />
Hochfläche Großbritanniens und beherbergen den größten<br />
Artenreichtum an subarktischer Vegetation. Der Spey hat die höchste<br />
Fließgeschwindigkeit der britischen Flüsse und bietet, ein hervorragendes<br />
Revier für Wildlachse. Der Speyside Way verläuft teils entlang<br />
des Wildwasserflusses und teils durch die herbschöne Gebirgslandschaft<br />
der Cairngorms. So abwechslungsreich wie die Wanderungen<br />
sind die Destillerien entlang des Speyside Way: Cragganmore, Cardhu,<br />
Glenlivet, Aberlour, Glenfiddich, Balvenie und Macallan.<br />
Von April bis September 2011 bietet der Berliner Reiseveranstalter<br />
Boundless in Kooperation mit Whisky & Cigars Berlin nun exklusive<br />
Wanderreisen kombiniert mit Whiskytastings in der Speyside an.<br />
Marcus Paris, Inhaber von Boundless, hat sich mit der Organisation<br />
dieser Reise einen lang gehegten Wunsch erfüllt: „Mit dem Master<br />
of Tasting Eugen Kasparek wird einer der renommiertesten Whiskyexperten<br />
Berlins die Leitung der Reise übernehmen. Als mögliche<br />
36 NOB Premium Spirits<br />
Vertretung steht seine ebenfalls sehr versierte Kollegin Frau Andrea<br />
Kroth zur Verfügung“, freut sich Marcus Paris. Wir konnten in fast<br />
allen Destillerien am Speyside Way spezielle, für diese Reise zusammengestellte<br />
Tastings arrangieren, die einen tieferen Einblick, sowohl<br />
in das Thema Whisky als auch in die Philosophie der jeweiligen Destillerie<br />
erlauben“, so der Veranstalter weiter. Als besonderes Highlight<br />
gilt die Brennerei Balvenie, weil sie eine der letzten Destillerien ist,<br />
die ihr Getreide noch selbst mälzt und ihre eigene Küferei betreibt.<br />
Aber auch die anderen Destillerien sind sehr sehenswert: So bietet<br />
Aberlour ein Tasting mit den Spirits aus den verschiedenen Stufen<br />
des Des-tillationsprozesses. In Cragganmore werden die „Classic Six“<br />
der Highland Malt Whiskies vorgestellt. In Cardhu, der Wiege Johnny<br />
Walkers, werden jeweils passende Häppchen zu den verschiedenen<br />
Drams gereicht und die exklusive wie beliebte Macallan-Destillerie<br />
bietet neben einem historisch spannenden Vortrag über eine der<br />
ältesten legalen Brennereien einen wunderschönen Landsitz. Zusätzlich<br />
zu den Destillerien am Speyside Way wird Schottlands höchst gelegene<br />
Brennerei Tomatin besichtigt.<br />
Auch die Hotels wurden für diese Genießerreise entsprechend ausgewählt:<br />
so beherbergt das Hotel in der Region Dufftown mit ca. 700<br />
Single Malt Whiskies im Ausschank eine der weltbesten Whiskybars.<br />
Für die Anreise gibt es bis von Juni bis Mitte September Direktflüge<br />
der Lufthansa bis Inverness. Der letzte Termin der Wanderwoche<br />
wurde trotz fehlender Direktflüge gesetzt, da er mit dem berühmten<br />
Spirit of Speyside Whisky Festival zusammenfällt, zu dem Whiskyliebhaber<br />
aus aller Welt anreisen. Weitere Infos zur der Reise finden Sie<br />
unter: www.boundless-reisen.de.<br />
Termine Verkaufspreis<br />
11.06. - 18.06. 1.424,00 €<br />
09.07. - 16.07. 1.424,00 €<br />
16.07. - 23.07. 1.424,00 €<br />
13.08. - 20.08. 1.424,00 €<br />
24.09. - 01.10. 1.424,00 €<br />
EZ-Zuschlag 210,00 €<br />
Kontakt:<br />
Boundless • J.-M. Paris, Winsstrasse 17, 10625 Berlin<br />
Germany, Tel: +49 (0) 30 - 532 10 565, Fax: +49 (0) 30 - 532 10 564<br />
mail@boundless-reisen.de<br />
www.boundless-reisen.de
islays neue malt Whisky brennerei<br />
KilchOMan war auf tasting-tour<br />
in Deutschland<br />
Anthony Wills, Gründer und Managing Director von Kilchoman,<br />
der neuen Farmdestillerie auf der schottischen Whisky-<br />
Insel Islay, stellte sich und seine Whisky-Brennerei auf einer<br />
Verkostungsreise durch Deutschland vor.<br />
Malt Whisky boomt und das gilt besonders für die rauchigtorfigen<br />
Whiskys von der schottischen Insel Islay. 2005 verwirklichte<br />
sich Wills einen Lebenstraum als er hier eine eigene<br />
kleine Brennerei auf der Kilchoman Farm erbaute, die erste<br />
auf Islay neu eröffnete Destillerie seit 124 Jahren. Er setzte<br />
hiermit einen Meilenstein in der Geschichte des Malt Whiskys<br />
und initiierte gleichzeitig einen Trend – nämlich hin zu neuen<br />
kleinen Destillerien im Privatbesitz.<br />
Wills erzählte auf den Verkostungsveranstaltungen von den<br />
Schwierigkeiten und Problemen, die es zu überwinden galt,<br />
bis letztes Jahr im September die erste Abfüllung eines 3-jährigen<br />
Kilchoman Whiskys auf den Markt kommen konnte. Obwohl<br />
klein und beschaulich auf einer Farm angelegt, war das<br />
Projekt kostspielig und die benötigten Mittel wurden von 30<br />
privaten Investoren aufgebracht. Anfangs hätte niemand geglaubt,<br />
dass der erste Whisky schon im Alter von drei Jahren<br />
abgefüllt werden könnte, aber genau das tat Wills als er 2009<br />
die „Inaugural Release“ herausbrachte.<br />
Seitdem hat es vier limitierte Abfüllungen des neuen Kilchoman<br />
Whiskys gegeben, so genannte „Releases“. Die aktuelle<br />
„Summer 2010 Release“ - dazu zwei seltene Fass-Proben, die<br />
eine aus einem Madeira Fass und die andere gebrannt aus<br />
selbst auf der Farm hergestelltem Malz, sowie ein extra für<br />
die Tour abgefülltes Sherry-Einzelfass gab es auf den Tastings<br />
zu verkosten.<br />
- Anzeige -<br />
Tasting im Jagdhofkeller, Darmstadt<br />
Das Publikum war sich einig, dass Kilchoman Whisky für sein<br />
junges Alter bereits erstaunlich reif sei. Dies liegt an der hohen<br />
Qualität des frisch gebrannten Destillats und der sorgsamen<br />
Auswahl der zur Lagerung verwendeten Fässer, wie Wills<br />
erläuterte. Er betonte, dass ein dreijähriger Whisky nicht sein<br />
endgültiges Produkt sei, jedoch eine Stufe auf dem Weg zu<br />
einem älteren Kilchoman.<br />
In der Woche vom 13.09.-17.09.2010 hatten in fünf deutschen<br />
Städten – Hamburg, Bremen, Mainz, Darmstadt und Lüdenscheid<br />
– knapp 300 Whiskyliebhaber die Gelegenheit, Anthony<br />
Wills und seinen Kilchoman Whisky näher kennen zu lernen.<br />
Die Resonanz war äußerst positiv und die Teilnehmer überzeugt,<br />
dass Kilchoman am Anfang einer Erfolgsstory steht.<br />
Die limitierten Abfüllungen des neuen Islay Malt Whiskys sind<br />
in Deutschland inzwischen in 85 spezialisierten Fachgeschäften<br />
erhältlich.<br />
NOB Premium Spirits 37
ein tag mit FreD b. noe iii. -<br />
besuch bei einer legenDe<br />
Verstehen sie amerikanischen Whiskey? oder denken sie auch immer noch, dass es die schotten und iren besser<br />
können? noblesse autor heinfried tacke wollte es wissen und besuchte die us brennereien vor ort. Der auftakt<br />
zu seinen berichten von der reise macht eine legende: Der bourbon Jim beam.<br />
38 NOB Premium Spirits<br />
Heinfried Tacke<br />
Texte, Bildung und Genuss
Der Tag begann früh und er endete erst spät abends. Fred B. Noe<br />
ist eben ein gemütlicher Kerl. Sagen wir es frei heraus. Ein verdammt<br />
gemütlicher. Seine füllige Statur mag das nahe legen. Wer<br />
jedoch mit dem aktuellen Master Distiller von Jim Beam länger<br />
zusammensitzt, merkt schnell, wie sehr er es schätzt ungezwungen<br />
zu quatschen und das Gespräch einfach laufen zu lassen. Was<br />
also gut und gerne ein eben mal abgehandelter Journalistentermin<br />
hätte werden können, geriet kurzerhand zu einer anhaltenden<br />
Plauderei über Gott, die Welt und all die schönen Dinge des<br />
Lebens. "That’s what I make whiskey for", lässt Fred einmal als<br />
Bemerkung fallen. Ok. Wir haben verstanden. Auch dafür ist der<br />
amerikanische Whiskey gut. Nichts da, mit bloßem Party- und<br />
Clubgetränk.<br />
Doch zunächst muss man erst einmal erklären, um wenn es<br />
sich bei Fred B. Noe handelt. Er ist nämlich kein Geringerer als<br />
der direkte Nachfahre von Booker Noe, jener großen Gestalt des<br />
Bourbons, der den bekanntesten aller amerikanischen Whiskeys<br />
in den vergangenen Jahrzehnten erst wieder richtig salonfähig<br />
machte. An seinem Wissen und Urteil kam keiner aus<br />
der Brennerzunft vorbei. Seine lebensgroße Skulptur aus<br />
Bronze am markantesten Platz auf dem Beam Gelände in<br />
Clermont zeigt einen ebenso gewichtigen wie lebensfrohen<br />
Menschen, der, so Sohn Fred, wirklich alles über Whiskey<br />
wusste. „Jeden einzelnen Bourbon hat er allein am<br />
Geruch und Geschmack erkannt. Seine Nase war untrüglich.<br />
Und selbst wenn ich ihn bei seinen Proben<br />
täuschen wollte und zwei verschiedene zusammen<br />
panschte, hat er das sofort bemerkt. Son, what have<br />
you done, guckte er mich dann scharf an."<br />
Fred Noe ist dabei nur ein Beispiel von mehreren,<br />
wie stark die Familienbande in den amerikanischen<br />
Brennereien noch weiter lebt. Sein Wissen und seine<br />
Geheimnisse gibt der verantwortliche Brenner<br />
nur in der Familie weiter. Nicht anders bei Jim Beam:<br />
Jakob Böhm, ein deutscher Auswanderer, gründete<br />
1795 das Unternehmen. Lange operierte die Brennerei<br />
als eine unter Hunderten von Bourbon Herstellern.<br />
Erst James B. Beam, besser noch bekannt als der legendäre „Colonel“<br />
Jim Beam, gibt der Firma jene Wendung, die sie weltweit<br />
zur ganz großen Nummer macht. Unter ihm übersteht die Firma<br />
als eine der wenigen halbwegs glimpflich die Zeit der Prohibition.<br />
1933 wird die Produktion wieder aufgenommen. 1942 kommt<br />
der erste Jim Beam Bourbon auf den Markt. 1953 ist die Nachfrage<br />
bereits so groß, dass eine zweite Brennerei in der nahen Kentucky-Gemarkung<br />
Boston errichtet werden muss. „Und obwohl wir<br />
dort eine völlig identische Anlage betreiben, die gleiche Hefe, Rezeptur<br />
und die gleichen Fässer verwenden, ja, selbst das Wasser<br />
ist mit seinen mineralreichen Eigenschaften gleich, ist der Whiskey<br />
von dort nicht derselbe.“ Der feinen Brennernase entgeht so<br />
etwas nicht. Es gibt also auch in Amerika den „genius loci“, den<br />
unverrückbaren Geist eines Ortes, der jeden Whiskey so individuell<br />
macht. „Auch das gehört einmal klar gestellt“, hebt Fred die<br />
Augenbrauen. Es wirkt wie ein Wink in Richtung der schottischen<br />
und irischen Konkurrenz.<br />
Viele Geschichten rangen sich indes um die Familie Beam. Ihre<br />
Einflüsse reichen weit in andere Bourbon Brennereien hinein.<br />
Man ist miteinander verbandelt und geht wie unter Freunden<br />
um. Bilderreich und mit netten Anekdoten bekommen wir es im<br />
alten Distillerhouse von Fred erzählt. In dem schmucken, weißen,<br />
kleinen Country-Haus auf einem Buckel oberhalb der Brennerei<br />
lebten die Beams, bis der strategisch schlaue „Colonel“ entschied,<br />
in die nahe „Hauptstadt des Bourbons“, nach Bardstown zu ziehen.<br />
Booker Noe trat derweil als Enkel von Jim Beam in die Fußstapfen<br />
als Master Distiller. Sein Vorgänger und Onkel Jeremiah<br />
Beam blieb leider kinderlos. Und Fred folgte in siebter Generation<br />
auf diesen Posten im Jahre 2004, nach dem plötzlichen Tod seines<br />
Vaters. Dafür ging er durch eine strenge Lehre: „Selbst abends<br />
noch, in der Küche in unserem Haus in Bardstown, musste ich<br />
ihm frische Proben aus den Fässern genau analysieren und beschreiben.<br />
Und wehe, ich lag falsch. Oder er hatte eine andere<br />
Meinung.“ Erst verzieht Fred das Gesicht etwas, dann schmunzelt<br />
er nachsinnend. Von seinem Vater spricht er voll Ehrfurcht. Öfter<br />
fällt der Satz: „What my father taught me...“. Zu gut deutsch: Was<br />
ich von meinen Vater gelernt habe...<br />
Indes versuche ich mit meinem mitgereisten Fotografen das<br />
schwer gehütete Beam Geheimnis für ihren so erfolgreichen, weil<br />
weltweit am meisten getrunkenen Bourbon zu entlocken. Wir machen<br />
wiederholt Anläufe. Irgendwann schimpft er mit uns, setzt<br />
dann aber ein Verständnis heischendes Zwinkern auf. „Hey,<br />
was sollen wir uns lange über die Mashbill unterhalten. Ich<br />
glaube nicht, dass auch die anderen Brenner die realen Verhältnisse<br />
wirklich angegeben. Und dass wir immer noch die<br />
gleiche Hefe verwenden, die schon mein Urgroßvater Jim<br />
nutzte, das kann man überall lesen.“ Nun gut, so mag<br />
jemanden reden, der sich ungern in die Karten blicken<br />
lässt. So dürfen wir mit ihm zwar in den Raum<br />
für das computergesteuerte Controlling der Fermentation<br />
und Destillationsprozesse. Aber schon<br />
Bilder machen ist uns strengstens untersagt. Und<br />
mein Notizheft muss in der Tasche bleiben.<br />
Ansonsten aber stehen uns viele Türen offen. Unter<br />
den riesigen Bottichen für die gärende Maische<br />
hindurch schleichen wir uns etwa zur hochmodernen<br />
Mühle, wo das Korn - vor allem Mais als Hauptbestandteil<br />
des Bourbons - durch eine Spirale von<br />
kleinen Hämmerchen seinen richtigen Mahlgrad<br />
erhält. Die Reste an Splittern, die so entstehen, sind<br />
nach alter Beam Philosophie sehr wichtig für die Maische, weil<br />
sie die meisten Aromen abgeben. Unmittelbar vor dem Kontrollraum<br />
spuckt indes die „Tail Box“ den „White Dog“ aus – den vollen<br />
und recht kräftigen Feinbrand (High Wine), der aus einer grobkörnigen<br />
Maische in den beiden riesig aufragenden Brennsäulen<br />
und einem weiteren Brennvorgang im „Doubler“ erzeugt wird. 16<br />
Tausend Bushels Getreide, ein altes Maß, dass etwa der Ernte von<br />
über 60.000 qm entspricht, werden täglich in der Beam Distillerie<br />
zur hochprozentigen Feinkost umgewandelt. Nicht ohne Stolz<br />
weist uns Fred darauf hin, dass man damit die größte Brennerei<br />
der Welt sei.<br />
Mit Freds Auto, ein wuchtiger älterer Pick up, den er liebevoll<br />
„my truck“ nennt, fahren wir zu Jim Beams Grabstätte. Und selbst<br />
die alte Familienvilla in Bardstown steht uns offen, begrüßt von<br />
Booker Noes immer noch rüstiger Ehefrau, während uns Bookers<br />
legendäre Hund „Dot“ Schwanz wedelnd entgegen rennt. Wir<br />
erfahren eine rührende Anekdote: Erst wenn Dot das Zeitliche<br />
segnet, wird Booker Noes Urne mit dem Hund beigesetzt – so<br />
ausdrücklich der letzte Wille des Gemütsmenschen. Zuvor besichtigen<br />
wir mit Fred alte Warehouses, die Lagerhäuser für die<br />
Fässer. Sie verjüngen sich mit jedem Stock und jeder Lage nach<br />
oben, um so die größtmögliche Charge von Fässern im unteren,<br />
kühleren Teil zu lagern. Von alters her markiert es einen wichtigen<br />
NOB Premium Spirits 39
Punkt für den amerikanischen Whiskey: Die große Hitze, denen<br />
die Fässer ausgesetzt sind. Der Reifeprozess beschleunigt sich<br />
deswegen um das drei bis fünffache im Vergleich zu in anderen<br />
Whiskyländern. Auch deshalb sind alte amerikanische Whiskeys<br />
eher selten und wenn, entstammen sie meist einzelnen Fässern<br />
bzw. so genannten Small Batch Abfüllungen.<br />
Und damit gelangen wir zurück zur besonderen Leistung von<br />
Fred‘s Vater Booker Noe. Er war es, der diese alte Tradition besonderer<br />
Abfüllungen wieder einführte. „Es war eigentlich nur<br />
1987 ein Weihnachtsgeschenk für unsere besten Kunden. Mein<br />
Vater suchte ein ganz besonders gelungenes Fass aus, ließ es in<br />
unverdünnter Stärke in Flaschen füllen und beschrieb die Etiketten<br />
eigenhändig“, erzählt er und ergänzt: „Die Resonanz darauf<br />
war überwältigend. Wir mussten immer mehr davon abfüllen.“<br />
So kam es 1989 zur ersten für alle erhältlichen Small Batch Edition:<br />
dem Booker‘s, der bis auf den heutigen Tag das handgeschriebene<br />
Label der verstorbenen Legende trägt. Mit dem neunjährigen<br />
Knob Creek, für einen Bourbon bereits ein hohes Alter, dem<br />
Baker‘s sowie dem Basil Hayden kamen Stück für Stück weitere<br />
hinzu, die alle auf ihre Weise die Handschrift großer Brenner aus<br />
der amerikanischen Geschichte tragen oder sonst wie alte Zeiten<br />
aufleben lassen.<br />
Natürlich probieren wir zum Ende unseres Besuches sie alle mit<br />
Fred durch. Dazu gehört auch der Ri 1, ein Premium Rye Whiskey,<br />
der inzwischen aus seinen Händen stammt. Längst sitzen wir<br />
dafür in einem Schaukelstuhl auf der weiten Veranda des Gästehauses,<br />
einen traumhaften Ausblick auf einen See genießend und<br />
40 NOB Premium Spirits<br />
die langsam untergehende Sonne mit ihrer zarten warmen Luft<br />
aufsaugend. Und natürlich reden wir über alles Mögliche, zum<br />
Schluss mit dem Booker‘s in der Hand – ein traumhafter Tropfen,<br />
mit dem man Stunden über Stunden verbringen kann. So wie mit<br />
Fred Noe. Auch wenn er uns die letzten Geheimnisse der Bourbons<br />
aus dem Hause Beam geschickt vorenthielt.<br />
Hinweis:<br />
Vollständiger Bericht der Reise als Blog siehe:<br />
http://thegreatspirit.wordpress.com/<br />
Fred Noe in seinem Master Distiller Office
Das außergewöhnliche Ambiente in den historischen Räumen der<br />
Villa Konthor in Limburg garantiert dem Besucher ein einzigartiges<br />
und unvergessliches Erlebnis in der Welt von Whisky, Wein und<br />
Schokolade. Eine Herausforderung und ein Mekka für den individuellen<br />
Geschmack.<br />
Zentrales Thema „Whisky”<br />
Im Mittelpunkt der Villa Konthor steht „The Water Of Life” – der<br />
Whisky. Mit mittlerweile weit über 600 offenen Abfüllungen kann<br />
Barleiter Robin Pitz aufwarten. Seine Leidenschaft zum Whisky entstand<br />
während seiner Zeit in Schottland und diese spürt jeder Gast,<br />
dem er mit Rat und Geschick die Auswahl je nach seinem individuellen<br />
Geschmack vereinfacht.<br />
Die umfangreiche Whiskykarte reicht von Standards über limitierte<br />
Editionen bis hin zu zahlreichen Raritäten, Whiskys unabhängiger<br />
Abfüller und „house bottlings” mit eigenem Villa-Konthor-Label.<br />
Es ist schwer einige hervorzuheben. Es geht nichts über selber entdecken…<br />
Mit verschiedenen so genannten „Whiskymenüs”, Probiersets aus<br />
jeweils vier unterschiedlichen Abfüllungen, versucht man in der Villa<br />
Kontor dem Facettenreichtum und der Vielfalt der Whiskywelt Rechnung<br />
zu tragen.<br />
Preisgekrönt<br />
Die ehemalige Limburger Eckkneipe wurde vor gut zwei Jahren neu<br />
eröffnet und gehört bereits jetzt zu den führenden Adressen im Whisky-Bereich.<br />
Auf der „InterWhisky” in Frankfurt am Main wurde die<br />
Villa Konthor jüngst von einer Fachjury zur „Besten Whisky Bar<br />
Deutschlands 2009” gekürt.<br />
•<br />
•<br />
•<br />
•<br />
Exklusive Weine von nationalen und internationalen<br />
Spitzenwinzern,<br />
feinste, handgeschöpfte Schokoladen-Kompositionen,<br />
eine kleine, aber feine mediterrane Küche<br />
(vom Fingergericht bis zum Vesperteller) und<br />
die reichhaltige Erlebniswelt des Single Malt Whiskys<br />
mit über 600 offenen Whisky-Sorten und Raritäten<br />
aus aller Welt.<br />
VILLA KONTHOR –<br />
BESTE WHISKY BAR 2009<br />
Gemütliche Bar und uriger Gewölbekeller<br />
Die Räumlichkeiten der Bar laden zum Verweilen ein. Sich Wohlfühlen<br />
wird groß geschrieben. Es finden sich gemütliche Nischen im<br />
oberen Bereich und der urige aber dennoch in modernem Flair gehaltene<br />
Gewölbekeller ermöglicht auch räumlich kulinarische Reisen<br />
in andere Länder. Der Gast fühlt sich direkt eingeladen und wohl.<br />
Regelmäßig finden in der Villa Konthor Veranstaltungen der unterschiedlichsten<br />
Ausrichtungen statt: Die Bandbreite reicht von Whisky-<br />
& Weinproben über Zigarrenabende und Schokoladen-Verkostungen<br />
bis hin zu exquisiten Dinners mit namenhaften Gastgebern.<br />
Eventlocation<br />
Der Gewölbekeller kann auch angemietet werden und eignet sich<br />
hervorragend für Gruppen von 20 – 40 Personen zu Themenabenden,<br />
Weinproben, Vorträgen und natürlich Feiern aller Art. Das nahe<br />
gelegene Restaurant Georgs bietet mit seinem umfassenden Küchen-<br />
und Cateringangebot die Vorraussetzung dafür. Über 150 Veranstaltungen<br />
pro Jahr machen die Betreiber der Villa Konthor zu einem<br />
erfahrenen und verlässlichen Partner.<br />
Präsentverkauf und Online-Versand<br />
Villa Konthor<br />
- Anzeige -<br />
Natürlich ist in der Villa Konthor auch ein kleiner Shop zu finden,<br />
aus dem man sich die verkosteten Spezialitäten mitnehmen kann. Einige<br />
der besonderen Highlights bestehen aus Whiskyabfüllungen von<br />
Silvano Samaroli und „The Nectar” in Belgien. Wenn Sie gerade<br />
nicht in der Nähe sein sollten, können Sie auch über den angeschlossenen<br />
Online-Versand Ihren Lieblingswhisky bestellen.<br />
Das Team der Villa Konthor freut sich auf Ihren Besuch!<br />
Villa Konthor<br />
Werner-Senger-Straße 23<br />
D-65549 Limburg an der Lahn<br />
Telefon: +49 (64 31) 260 27<br />
Telefax: +49 (64 31) 932 775<br />
Mobil: +49 (0) 179 641 94 84<br />
Öffnungszeiten: Dienstag - Samstag ab 18 Uhr<br />
www.villakonthor.de<br />
NOB Premium Spirits 41
aritäten tasting<br />
miT PETEr KröST SEPTEmBEr 2010-09-22<br />
Peter Kröst: Jahrgang 1949, Whisky seit 1972 über Blends und Standarts. 1983 - 1985 Einstieg in die Single Malts, nach Schottlandreisen<br />
Single Casks Abfüllungen aus den Highlands und der Speyside. Liebhaber der 60er und 70er Jahre, Islay, als ppm noch keine Rolle spielten und<br />
außer Rauch und Torf noch Aromen vorhanden waren. Aber auch interessante jüngere Abfüllungen. Kein Sammler. Regelmäßige Tastings<br />
und Schottlandreisen. Durch die Nähe zu Limburg: Whisky Fair, Villa Konthor, Whisky Agency, Mara Raritäten und Dudelsack hervorragende<br />
Tastings und Bezugsquellen.<br />
Bevorzugte Distillen: Glenfarclas, Aberlour, Inchgower, Brora, Bowmore, Cooley<br />
1.) Inchgower 12 Y, a De Luxe,<br />
43 %, Destilled 1970<br />
Nase: Weich und frisch, leichte Gewürzmischung<br />
, Obstkorb.<br />
Geschmack: Bei Weitem nicht das was<br />
die Nase versprach, die Frucht kommt etwas<br />
vergoren und säuerlich, die Gewürznote<br />
ist ganz verschwunden, ein Anklang<br />
von verwelkten Blumen.<br />
Abgang: Im Gaumen bleibt eine staubige<br />
Klebrigkeit mit einer kräftigen Holznote.<br />
Fazit: Eine mittelmäßige Abfüllung, nachdem<br />
was die Nase versprochen hat eine<br />
Enttäuschung, trotzdem haben die Ecken<br />
und Kanten doch ihren Reiz<br />
Note: 8,2<br />
3.) Ben Riach 1975 34 Y,<br />
50,6 %, OB for The Whisky<br />
Agency<br />
Farbe: kräftiges Gold<br />
Nase: Kräftiger Mix aus exotischen<br />
Früchten, starke Bourbon Vanille, ein<br />
Hauch von Menthol.<br />
Geschmack: Alles was die Nase schon<br />
versprach, Zitrusfrüchte, Papaya, Ingwer,<br />
eine feine Note von edlem Leder,<br />
und über Allem dieses fette Bourbon<br />
Vanille, fast schon Likörartig.<br />
Abgang: Fruchtig und süß, man denkt<br />
an Bienenstich mit Vanille Pudding.<br />
Fazit: Sehr schöner komplexer und<br />
runder Whisky mit perfekt sortierten<br />
Fruchtnoten.<br />
Note: 9,0<br />
42 NOB Premium Spirits<br />
2.) Knockando 12 Y, 43 %,<br />
1966 – 1978,<br />
Justerini& Brooks Ltd.<br />
Farbe: Bernstein<br />
Nase: Etwas getreidig, Malz, Karamell.<br />
Geschmack: Ölig und malzig, sehr nussig,<br />
Apfelsaft, ein Hauch von Pfeffer, Sherry,<br />
Orangen-Marmelade eher etwas herb, die<br />
Getreidenote bleibt dominant.<br />
Abgang: Mittellang etwas undefiniert, mal<br />
süß mal trocken, im Nachklang Marzipan.<br />
Fazit: Ein leichter, trinkbarer, schön for All<br />
Days oder als Einsteiger. Es gibt mehrere<br />
Abfüllungen von 1966, stark unterschiedlich.<br />
Note: 8,5<br />
4.) Longmorn 37 Y, 43 %,<br />
1966-2003 Mackillops Choice<br />
Sherry Wood<br />
Farbe: dunkles Gold<br />
Nase: Sehr fruchtig, Banane, Orangenschale,<br />
Honig, Tropenholz.<br />
Geschmack: Ein kräftiger Antritt den<br />
man bei 43 % nicht erwartet, Mango,<br />
Aprikose, Muskat und Grapefrucht, unterlegt<br />
mit weißem Pfeffer, altes Leder,<br />
feiner Tabak, leichte Minze.<br />
Abgang: Unaufdringlich der Sherry,<br />
überreife Bananen und mehr als mittellang.<br />
Fazit: Schöner eleganter Whisky mit<br />
„Old Bottle Flavour“.<br />
Note: 8,8
5.) Glenburgie 22 Y, 58 %,<br />
1966 – 1988, OB<br />
Farbe: Mahagoni<br />
Nase: Feiner Sherry, Koriander, Politur,<br />
Balsamico, dunkle Schokolade, Kaffee.<br />
Geschmack: Welch ein Volumen,<br />
alles was in der Nase war kommt in<br />
gewaltiger Fülle, Rumrosinen, Toffee,<br />
alter Rotwein, Balsamico, Nougat,<br />
Bienenwax, Karamell, Espresso, feiner<br />
Sherry, ölig.<br />
Abgang: Mundfüllend und lang, Röstnoten<br />
und Sherry bleiben unendlich.<br />
Fazit: Ein perfekter Sherry Whisky,<br />
komplex und ausgewogen.<br />
Ein old Time Highligt.<br />
7.) Springbank 53,5 %,<br />
1966 – 1999 OB<br />
Farbe: Rotgold<br />
Nase: Frisch, man denkt an eine Wiese<br />
am Rande eines Tannenwaldes, feiner<br />
Rauch, grasig, Gewürze.<br />
Geschmack: Sehr komplex, trockenes<br />
Gras, Waldboden, Pilze, Vanille, Pfeffer,<br />
Haselnüsse, Lakritz, Orangenlikör,<br />
sanftes Holz, der Rauch deutlicher wie<br />
in der Nase, Kohlenstaub, Röstaromen<br />
(Kaffee), schwarzer Tee, süßer Torf,<br />
feuchtes Gras und Gewürznelken.<br />
Abgang: Unglaubliche Aromenvielfalt,<br />
sehr lang und rund, sanft und angenehm<br />
süß.<br />
Fazit: Ein toller Springbank, es wird<br />
nicht allzu viele in dieser Liga geben.<br />
Note: 9,8<br />
6.) Strathisla 40 % , 48 Y,<br />
1949 – 1997, G&M<br />
Farbe: Rotgold<br />
Nase: Leicht, Orange, Karamell, Vanille,<br />
ein wenig Rauch, schwache Seenoten.<br />
Geschmack: Vanille, Orangenschale,<br />
etwas Menthol, Kräutertee, exotische<br />
Gewürze, wenig Minze, verbranntes Karamell,<br />
Holz, die leichte Bitterkeit ist keineswegs<br />
störend, eleganter Rauch, ölig.<br />
Abgang: Sanft und frisch, Karamell und<br />
Seearomen, im Nachklang Sherry und<br />
Minze.<br />
Fazit: Wenn man Ihm etwas Zeit und<br />
Luft gibt erfüllt er trotz seiner 40 % alle<br />
Erwartungen.<br />
Note: 9,4<br />
8.) Bowmore 40 Y, 43,5 %,<br />
1966 – 2006, Single Cask Elite<br />
Limited Edition, for Highlander<br />
Inn Graigellachie<br />
Farbe: rötlicher Bernstein<br />
Nase: Fruchtexplosion, Orange, Kokos,<br />
Marakuja, Pflaumen, Minze, Mandarinen,<br />
man will nicht aufhören zu nosen.<br />
Geschmack: Der erste Eindruck ist<br />
sanft und fruchtig. Aber dann legt er<br />
los: ölig, likörartig und doch wieder<br />
frisch, Apfelschalen, Walnüße, Minze,<br />
Mandarinen, Marakuja, Kampfer, Tang,<br />
Muscheln, Lakritz, Orangenschale,<br />
Marzipan, dann wieder Kaffee, Salz,<br />
eleganter Rauch, Backpflaumen, milder<br />
Räucherschinken, leichte Kampfernote,<br />
absolut perfekt.<br />
Abgang: Gut mittellang aber unglaublich<br />
konzentriert, unterlegt mit dieser<br />
grandiosen Mischung aus Frucht,<br />
Kampfer und Seearomen.<br />
Fazit: Sicherlich mit das Beste (nicht<br />
nur von dieser Destille) was ich je<br />
probiert habe. Ein absolut perfekter<br />
Whisky. Ein Freund drückte es mal so<br />
aus: Einfach zum niederknien.<br />
Note: 9,9 (0,1 beruht auf Hoffnung)<br />
NOB Premium Spirits 43
44 NOB Premium Spirits
Irish Whiskey of the year 2010<br />
Redbreast 12y,<br />
<strong>neWs</strong><br />
Mit 96 Punkten in Jim Murray’s Whisky Bible 2010 fällt der Redbreast 12y in die Punktekategorie, die Murray<br />
mit „Superstar Whiskies that give us all a reason to live“ beschreibt! Und sagt weiter über ihn „…Yes…!!! Back<br />
to its classically classy, brilliant best… An old loved one has returned…more gorgeous than ever” Und nicht nur<br />
darum ist der Redbreast 12y eine irische Legende, die lebt… und wie sie es tut! Es sind nun mehr zehn Jahre<br />
seit seiner Einführung im deutschen Spirituosenfachhandel vergangen und Jahr für Jahr hat der Redbreast<br />
12y immer mehr Whisk(e)yfreunde begeistern können. Heute ist der Redbreast 12y ein Bestseller, dessen<br />
unglaubliche Erfolgsgeschichte im Jahr 2010 mit dieser Auszeichnung weiter geschrieben wird! Als einer der<br />
letzten Vertreter des Traditional Irish Pure Pot Still Whiskeys, wird der Redbreast aus einer Mischung von<br />
gemälzter Gerste (Malz) und zu einem größeren Anteil aus ungemälzter Gerste hergestellt! Dies verleiht dem Whiskey seinen außergewöhnlichen<br />
und sehr fruchtigen Geschmack, der in der Whisk(e)ywelt Seinesgleichen sucht!<br />
Glengoyne Port Cask Finish<br />
Das neue Glengoyne Port Cask Finish, 13y, 46% wurde vor wenigen Wochen dem deutschen Fachhandel vorgestellt.<br />
Destilliert im November 1996 wurden im Juni 2010 genau 2817 Flaschen für den Weltmarkt abgefüllt.<br />
Des Weiteren sind noch folgende Cask Finishes von Glengoyne erhältlich:<br />
- Madeira Finish – 1996, 12y, 44,6%, 638 Fl.<br />
- Château La Nerthe Finish – 1997, 11y, 52,5%, 857 Fl.<br />
Glengoyne Original Single Cask<br />
Tomatin Single Malt Miniaturen<br />
Tomatin Single Cask: Original Abfüllungen<br />
Tomatin 15y Single Cask: 2nd Half Cask Bottling, Fass-Nr. 8510<br />
Die Tomatin Distillery hat für jede seiner 0,7l Tomatin Single Malt Flaschen die entsprechende<br />
Miniatur (0,05l) eingeführt: Tomatin 12y, 15y & 18y. Diese sind einzeln oder auch als Triple Pack<br />
erhältlich! Die Miniaturen von Antiquary 12y & 21y vervollständigen die Miniaturen Produktpalette<br />
der Tomatin Distillery.<br />
Das Besondere an diesem Half Cask Bottling ist, dass am 12.11.2008 das Fass nur zur Hälfte abgefüllt wurde, exakt<br />
116 Flaschen mit 13 Jahre altem Single Malt wurden damals in Cask Strength gebottelt. Die zweite Fasshälfte wird nun<br />
exakt zwei Jahre später, am 12.11.2010 gebottelt. Demnach wird diese Abfüllung nun 15 Jahre alt sein. Wir freuen uns<br />
jetzt schon auf das spannende Ergebnis, wie sich der Whisky in den letzten 2 Jahren im Vergleich zur ersten Abfüllung<br />
verändert hat.<br />
Außerdem sind zur Zeit noch folgende Original Tomatin Single Casks bei Ihrem Fachhändler erhältlich:<br />
Tomatin 18y, 1990 Single Cask, 58,6%, Fass-Nr. 16352, 189 Fl.<br />
Tomatin 41y, 1967 Single Cask, 49,3%, Fass-Nr. 17904, 463 Fl.<br />
Ab Mitte November stehen dem deutschen Fachhandel folgende neue Original Single Cask Abfüllungen<br />
von Glengoyne zur Verfügung:<br />
Glengoyne 11y, 57,8%, Sherry Hogshead, Fass-Nr. 2163<br />
Glengoyne 17y, 55,7%, Sherry Hogshead, Fass-Nr. 844<br />
Zur Zeit sind noch folgende Original Single Casks von Glengoyne erhältlich:<br />
- 12y – Sherry Butt, cask 2606, 640 Fl.<br />
- 21y – Oloroso Butt, cask 780, 430 Fl.<br />
Mehr Informationen dazu finden Sie unter www.irisch-lifestyle.de<br />
NOB Premium Spirits 45
46 NOB Premium Spirits
Glengoyne Vintage 1997, 13y<br />
Seit Mitte September gibt es erstmals einen Vintage von Glengoyne! 1997 destilliert, wurden 2010 nur 6000 Flaschen<br />
mit 43%, Unchill-filtered und ausschließlich für Deutschland abgefüllt. Der Whisky hat seine ursprünglich natürliche<br />
Farbe behalten, d.h. es wurden keine Farbzusätze (Zuckerkulör) verwendet. Da er auch keiner Kältefilterung (unchillfiltered)<br />
unterzogen wurde, kann dieser Vintage bei kälteren Temperaturen oder Zugabe von Wasser leicht eintrüben.<br />
Dies ist eine reine optische Eigenschaft und beeinflusst nicht im Geringsten die Qualität und den Geschmack des Whiskys.<br />
Ganz im Gegenteil: Der Whisky ist unverfälscht und Natur pur!<br />
Raritas Diaboli Edition 2010<br />
„Teuflisch gut & himmlisch…“<br />
<strong>neWs</strong><br />
Ende November wird die dritte Generation des Raritas Diaboli, die Version 2010 präsentiert und kann ab<br />
Dezember gekauft werden. Vor rund zwei Jahren erstmals vorgestellt, wurden von der ersten 2008 Edition<br />
1747 und von der zweiten Edition 2009 exakt 1698 Flaschen jeweils in Fassstärke, non chill filtered<br />
abgefüllt. Der neue Raritas Diaboli Edition 2010 wird sich wie es sich für ein Raritas Diaboli gehört, geschmacklich<br />
wieder deutlich von seinen Vorgängern unterscheiden. Welche Whisk(e)ys, welchen Alters<br />
und aus welchen Ländern den neuen Raritas bilden, bleibt nach wie vor ein Geheimnis der Slyrs Destillerie,<br />
Deibel Consultants und Irisch Lifestyle. Ebenfalls wie bei seinen Vorgängern ist beim Raritas Diaboli<br />
Edition 2010 lange zögern nicht angebracht, denn auch diese Abfüllung wird stark limitiert sein!<br />
Mehr Informationen dazu finden Sie unter www.irisch-lifestyle.de<br />
mull-a-mhoine 10y. 46%<br />
Nase: Torf, herber Honig,<br />
leichte angenehme Gumminote,<br />
ätherische Öle,<br />
Geschmack: ein ausgewogener<br />
Ledaig, malzige Süße mit<br />
einer guten Portion Rauch<br />
und Torf am Ende gesalzene<br />
Erdnüsse<br />
Abgang: leckerer Honig mit<br />
leichten Fassaromen und viel<br />
Rauch, etwas ätherisches<br />
bleibt ebenfalls lange auf der<br />
Zunge zurück<br />
Fazit: Wesentlich reifer als<br />
sein junger Bruder und in<br />
meinen Augen besser als die<br />
Originalabfüllung.<br />
mull-a-mhoine 56%<br />
Nase: feine Rauchnote,<br />
Vanille und Shortbread, leicht<br />
nach Banane<br />
Geschmack: verkohltes Holz,<br />
viel Torfige Süße und gelbe<br />
Früchte. Sehr mild für diese<br />
Fassstärke<br />
Abgang: sehr lange und intensiv.<br />
Rauch und Torf, grüne<br />
Haselnüsse<br />
Fazit: Eine Überraschung!<br />
Von der Nase her tippt man<br />
sicher nicht gleich auf Ledaig.<br />
Er ist sehr vielseitig und<br />
Interessant.<br />
mull-a-mhoine<br />
standard 40%<br />
Nase: Torf und<br />
Maritime Note<br />
Geschmack: süße Torfnote,<br />
gefolgt von Rauch, ein Hauch<br />
von Algen<br />
Abgang: es bleibt der Rauch<br />
mit etwas Nuss<br />
Fazit: Für die Torffreunde ist<br />
der Ledaig Standard immer<br />
eine hervorragende Wahl<br />
Maximum Peat no. 4,<br />
9y , 59,6 %<br />
Nase: herbes Karamell,<br />
ätherische Öle, Malz und<br />
kalter Rauch<br />
Geschmack: kräftiger Antritt<br />
mit malziger Süße und<br />
einer dominanten Rauch/<br />
Torfnote,<br />
Abgang: leicht metallisch<br />
Ganz am Ende leicht nussig.<br />
Fazit: Mehr Torf geht nicht.<br />
Mehr Informationen dazu finden Sie unter www.whiskymax.com<br />
NOB Premium Spirits 47
<strong>neWs</strong><br />
tasting notes Dun bheagan autumn bottling 2010<br />
caol ila 13y.,<br />
hogsheads 43%, fl.351<br />
Nase: schöne Malzsüße mit einer<br />
guten Portion Phenolen, ein Hauch<br />
von Meersalz<br />
Geschmack: schmeckt wie er riecht,<br />
Jod, malzig süß, kalter Rauch<br />
Abgang: Malz und Rauch scheinen<br />
nicht gehen zu wollen und bleiben<br />
ewig<br />
glenburgie 11y. Bourbon<br />
hogsheads 43%, fl. 642<br />
Nase: Honig, vanille, dunkle Beeren,<br />
leicht Tabak<br />
Geschmack: intensiv, sehr vollmundig,<br />
frischer Pfirsich und frische<br />
Eiche<br />
Abgang: cremig, ein Mix aus Frucht<br />
und Holz, ein Hauch von Pistazie<br />
Mortlach 12y.<br />
hogsheads 43%, fl. 810<br />
Nase: gelbe Äpfel, Kräuter,<br />
Butterkeks<br />
Geschmack: sehr intensiv nach Kräutern<br />
und Honig, leicht Vanille<br />
Abgang: sehr lange, Kräuter und<br />
leicht nach Eiche gemischt mit<br />
Waldhonig<br />
48 NOB Premium Spirits<br />
caol ila 11y. sangiovese<br />
finish 46%, fl.720<br />
Nase: fruchtig, ätherische Öle, ein<br />
Hauch von Meersalz<br />
Geschmack: erst sehr fruchtig, dann<br />
kommt eine Portion Salz, gefolgt von<br />
Torf und Jod<br />
Abgang: Torf, viel Fruchtsüße, am<br />
Ende wieder ganz leicht die ätherischen<br />
Öle<br />
glenrothes 13y. sherry<br />
Butt 48%, fl. 750<br />
Nase: Amarenakirsche, Mandeln<br />
Geschmack: Kakao, Zartbitterschokolade,<br />
ganz leicht nach Mon Cheri<br />
Abgang: Weinbrandbohnen und<br />
dunkle Schokolade<br />
rosebank 20y.<br />
french oak finish<br />
(la nerthe) 46%, fl. 762<br />
Nase: Stachelbeere, Erdnüsse, herbe<br />
Gewürze<br />
Geschmack: erst weinig, dann etwas<br />
Nelke und andere Gewürze, Honigsüße<br />
am Ende<br />
Abgang: lange bleibt ein Spiel zwischen<br />
Honig und Gewürzen auf der<br />
Zunge<br />
dalmore 14y.<br />
sangiovese finish 43%,<br />
fl. 840<br />
Nase: Pflaumenkompott, Honig,<br />
Orange, ein Hauch Kräuter<br />
Geschmack: Kräuter, Edelhölzer,<br />
schwarze Johannisbeere, sehr<br />
intensiv<br />
Abgang: Zartbitterschokolade, Früchtekuchen,<br />
ganz am Ende kommt die<br />
Dalmore Nuss<br />
glenugie 30y. Butt,<br />
50%, fl. 606<br />
Nase: viel Honig, dann Nüsse und<br />
Pflaume<br />
Geschmack: Honig, dunkle Früchte,<br />
Walnüße<br />
Abgang: Sehr lange! Dunkler Honig<br />
und angenehme Holznoten, am Ende<br />
wieder die Walnuß<br />
isle of Jura 12y. 43%<br />
hogshead, fl.756<br />
Nase: ganz am Anfang fruchtig, dann<br />
leicht Liebstöckl und andere Kräuter<br />
Geschmack: würzig, leichte und angenehme<br />
Holzaromen, etwas<br />
Stachelbeere und leicht Kräuterig<br />
Abgang: schöne ausgewogene<br />
Holznoten und etwas Piment
Db Vintage malts –<br />
big taste at the big city tour<br />
Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass das Autumn<br />
Bottling 2010 mit vollem Erfolg auf den Whiskymessen in<br />
Aschaffenburg und Hofheim angekommen ist.<br />
Viele interessante Gespräche haben wir geführt und eine<br />
Menge Drams an Whiskyfans aber auch Einsteiger ausgeschenkt.<br />
Das Feedback war sehr positiv und es haben sich einige<br />
Favoriten heraus kristallisiert.<br />
Die Marke Dun Bheagan, mit Ihren vielfältigen und qualitativ<br />
hochwertigen Malts, etabliert sich mit hoher Geschwindigkeit<br />
bei den Fachhändlern in Deutschland und natürlich auch<br />
bei den Konsumenten selbst. Da wären wir beim Thema der<br />
Überschrift.<br />
Damit auch Sie die Möglichkeit haben sich von unseren neuen<br />
Abfüllungen begeistern zu lassen, stellen wir Ihnen eine Auswahl<br />
unseres aktuellen Bottlings sowie viele Informationen<br />
rund um Dun Bheagan in 15 großen Städten während unserer<br />
City Tour vor. Präsentiert von Ihrem Dun Bheagan Fachhändler<br />
der Region.<br />
Bei dem ein- oder anderen Event wird Brand Ambassador für<br />
Deutschland, Andreas Hofmann oder Tastingmaster Jon Wells<br />
durch den Abend führen.<br />
Kiel Berlin<br />
Hamburg<br />
Frankfurt<br />
Weitere Informationen zu den Veranstaltungen sowie Tasting-Tickets<br />
erhalten Sie unter: www.dunbheagan.com oder bei Ihrem Fachhändler vor Ort.<br />
imPressum<br />
Herausgeber: Jürgen Barthel,<br />
Erich Kraus<br />
Redaktionelle Mitarbeit:<br />
Frank-Michal Böer, Heinfried Tacke,<br />
Jürgen Deibel, Karl Rudolf,<br />
Jürgen Krotezsch<br />
Anzeigenvertrieb:<br />
Gültige Anzeigenpreisliste Nr. 01<br />
vom 01.09.2009<br />
Satz & Layout:<br />
<strong>Media</strong>-Line-Services,<br />
Erich Kraus, Meike Dietz<br />
D- 63739 Aschaffenburg,<br />
www.media-line-services.de<br />
Erscheinungsweise:<br />
2 x jährlich, April und November<br />
Limburg<br />
Mainz<br />
Helgoland Rostock<br />
Kaiserslautern<br />
Darmstadt<br />
Stuttgart<br />
Aschaffenburg<br />
Freiburg<br />
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<strong>neWs</strong><br />
Würzburg<br />
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agentur für Print- & digitaLMedien<br />
WWW.mediA-line-services.de<br />
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Anschrift/Herausgeber: NOB Premium Spirits, Jürgen Barthel, Industrie Strasse 18, 63533 Mainhausen - Germany<br />
Tel.: +49 (0) 6182 -640381, Fax: +49 (0) 6182- 640382<br />
Copyright by NOB Premium Spirits / <strong>Media</strong>-Line-Services<br />
Diese Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen einzelnen Beiträge sowie Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes<br />
bedarf der Zustimmung der Agentur. Der Nachdruck von Berichten und Fotos, auch auszugsweise, ist verboten. Druckreif übermittelte Unterlagen (z. B.<br />
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graphischer Form, haftet ausschließlich der Auftraggeber bzw. die beauftragte Agentur. Veranstaltungshinweise ohne Gewähr.<br />
NOB Premium Spirits 49
50 NOB Premium Spirits
fascadale, 46% -<br />
das Feld der Schiffe - liegt auf der nordwestlichen Seite der zerklüfteten Ardnamurchan-Halbinsel. Von seinem<br />
versteckten, kiesübersätem Strand blickt man in nördlicher und westlicher Richtung auf die Inseln Eigg, Rum, Muck<br />
und Skye. Manche sagen, es gäbe hier Schmuggler...<br />
Dieser von Charlie MacLean ausgewählte, limitierte Single Malt Whisky mit seinen Noten von weißem Pfeffer,<br />
geräuchertem Schinken, Pfannkuchen am Strand und Steinsalz - und nicht zu vergessen der kräftige Chili- und<br />
Süßholz-Einschlag im Abgang - ist der neueste Geniestreich der Adelphi Distillery! Nur 3746 Flaschen wurden abgefüllt!<br />
Alkoholgehalt: 46% vol. - runtergesetzt, aber wie immer bei Adelphi ungefärbt und nicht gefiltert!<br />
neu: laphroaig 10 Jahre cask strength Batch 002<br />
Rechtzeitig zur wichtigen kühleren Jahreszeit wird dieses Jahr ein neuer Laphroaig 10 Jahre Cask Strength auf dem<br />
deutschen Markt angeboten. Im Etikett trägt er die Kennzeichnung Batch 002 sowie Monats- und Jahresangabe und<br />
die Unterschrift des Destillerie-Managers, John Campbell. Diese neue Abfüllung besitzt 58,3 Prozent Alkoholvolumen.<br />
Sie entspricht als ein in Fassstärke ausgebauter Malt einem weiteren Trend. Whiskykenner schätzen es, dass Cask<br />
Strength Qualitäten direkt vom Fass - ohne Verdünnung - in die Flasche gefüllt werden und jeder, mit einer Zugabe von<br />
weichem Wasser, die bevorzugten Aromen selbst bestimmen kann.<br />
Manzanilla sherry Wood finish<br />
• Kraftvoll – 53.2%<br />
• Nicht kältegefiltert und mit natürlicher Farbe<br />
• Reifung in zweierlei Fasstypen – 4 Jahre in Manzanilla Fässern<br />
aus spanischen Kellereien<br />
• Natürliche Fassstärke<br />
• Limited edition – nur 3.792 Flaschen weltweit<br />
• Maßgeschneiderte Geschenkpackung – metallisiert<br />
• 6 Flaschen à 70cl pro Karton<br />
Wemyss Malts „toasted oats“, 8 J., 2002, 46 %, single islay Malt<br />
Nase: im ersten Moment jodig, phenolig, erdig, wird dann weicher zu süßen gerösteten Haferflocken.<br />
Geschmack: sehr weich für sein junges Alter, süßer Rauch und Malzigkeit präsent<br />
Abgang: erdige Noten und Haferkeks klingen lange nach.<br />
Der Abfüller Wemyss Vintage Malts überzeugt mit einem „Aroma Konzept“. Einzelfassabfüllungen,<br />
benannt nach ihren prägnanstesten Aromen - der Name der Brennerei wird dabei nicht auf dem Label<br />
aufgeführt. Natürlich wird bei diesen Abfüllungen auf Kühlfiltrierung und Färbung verzichtet.<br />
Bladnoch 8y sherry cask, 55 %<br />
Nase: Haselnuss, Kakaobutter, Zartbitterschokolade<br />
Geschmack: Gewürze, Lebkuchen, Honig, braune Kuchen<br />
Abgang: ölig-cremig, Bittermandel, Kakao... ein weihnachtlicher Whisky.<br />
<strong>neWs</strong><br />
Die 8-jährigen Malts der Lowland Brennerei Bladnoch wurden nach der Wiedereröffnung durch Raymond<br />
Armstrong im Jahr 2000 gebrannt. Der Charakter ist beim Sherry Cask kräftig-würzig und bei den Bourbon Cask<br />
Abfüllungen fruchtig-grasig, maritim.<br />
NOB Premium Spirits 51
<strong>neWs</strong> InteRvIew<br />
Wie und wann wurden Sie Brand Ambassador?<br />
Es ist jetzt etwas über drei Jahre her, als ich im September<br />
2007 zur Glengoyne Destillerie eingeladen wurde. Zu diesem<br />
Zeitpunkt wusste ich noch nicht, was der Grund dieser Einladung<br />
war. Antony McCallum-Caron (Rare Malt Manager von<br />
Ian MacLeod) sagte nur, ich sollte auf jeden Fall einen Anzug<br />
mitbringen.<br />
Ich wanderte bzw. kletterte zusammen mit Antony und Robbie<br />
Hughes, dem Distillery-Manager von Glengoyne, auf den<br />
Dumgoyne Berg hinter der Brennerei und erhielt dort eine Urkunde<br />
und, worüber ich mich noch mehr gefreut habe, einen<br />
gravierten Quaich gefüllt mit 1972 er Glengoyne. Am Abend<br />
folgte ein wunderbares Dinner und anschließend eine „kleine<br />
Whiskyprobe“ in diversen Pubs in Glasgow.<br />
Mit dieser sehr netten Geste wollte sich Ian<br />
Macleod bei mir für meine jahrelange Arbeit<br />
für Glengoyne in Deutschland bedanken. Ich<br />
kann nur sagen: Sehr gern geschehen!<br />
Warum gerade Glengoyne?<br />
Ich erinnere mich noch sehr gut an meinen<br />
ersten Besuch bei Glengoyne im Jahr 1995.<br />
Ich war überwältigt von dieser wunderschönen<br />
Brennerei, den unglaublich netten Leuten<br />
und dem außergewöhnlichen Whisky,<br />
der dort produziert wird. Der Whisky wird<br />
vollkommen ohne die Verwendung von Rauch und Torf hergestellt.<br />
Er ist sehr rund, weich und hat einen einzigartigen<br />
Geschmack. Man nimmt sich hier sehr viel Zeit für die Herstellung<br />
und benutzt nur die besten Fässer für die Reifung. Ich<br />
habe schon früher auf Messen für den unabhängigen Abfüller<br />
Ian MacLeod gearbeitet und als diese im Jahr 2002 die Glengoyne<br />
Destillerie gekauft haben, habe ich mich hauptsächlich<br />
auf die Whiskys von Glengoyne konzentriert.<br />
Mögen Sie auch andere Whiskys neben Glengoyne?<br />
Natürlich! Glengoyne zählt zwar ganz klar zu meinen Favoriten,<br />
aber es gibt eine unglaubliche Bandbreite von sehr guten<br />
Single Malts aus Schottland. Es kann auch gerne mal richtig<br />
rauchig und torfig werden. So habe ich Ende September zum<br />
5 jährigen Jubiläum meines Whiskyladens Malt-Brothers eine<br />
beeindruckenden Bunnahabhain Moine aus einem Oloroso<br />
Sherry Fass abfüllen lassen. Es ist ja gerade diese geschmackliche<br />
Vielfalt, die die Faszination an schottischen Single Malts<br />
ausmacht.<br />
52 NOB Premium Spirits<br />
Wir unterhalten uns heute<br />
mit klaus Meier, Brand<br />
ambassador der Marke<br />
glengoyne für<br />
deutschland.<br />
today we are talking to klaus<br />
Meier, Brand ambassador<br />
of the brand glengoyne for<br />
germany.<br />
How and when did you become a Brand Ambassador?<br />
It was a little over 3 years ago, in September 2007, when I was<br />
invited to Glengoyne Distillery. At that point I wasn´t aware of<br />
the reason for the invitation.<br />
Antony McCallum-Caron (Rare Malt Manager of Ian MacLeod)<br />
just advised to bring a suit and come.<br />
I wandered, well rather climbed, together with Antony and<br />
Robbie Hughes, Distillery Manager of Glengoyne, onto Dumgoyne<br />
mountain behind the distillery, got a certificate and<br />
- what I appreciated even more – an engraved quaich filled<br />
with Glengoyne 1972.<br />
In the evening a delightful dinner followed and after that a<br />
“little Whiskytasting” in various pubs in Glasgow.<br />
With this nice gesture Ian Macleod was saying<br />
“Thank you” for my many years of working for<br />
Glengoyne in Germany. All I can say is: “It was<br />
my pleasure!”<br />
Why Glengoyne?<br />
I recollect very good my first visit at Glengoyne<br />
in 1995. I was overwhelmed by the beautiful distillery,<br />
the amazingly nice staff and the remarkable<br />
whisky, that is produced there.<br />
The whisky is produced completely without using smoke and<br />
peat. It is very “round”, soft and has an unique taste. The people<br />
of Glengoyne take their time for creating the whisky and<br />
only the best casks will be used for maturing.<br />
I already used to work for the independent bottler Ian Mac-<br />
Leod during fairs earlier and when they bought the Glengoyne<br />
Distillery in 2002, I concentrated on the Whiskys of Glengoyne.<br />
Do you like other Whiskys beside Glengoyne?<br />
Of course! Glengoyne is by far my favourite, but there is an<br />
unbelievable width of really good single malts coming from<br />
Scotland. I even like it real smoky and peaty sometimes.<br />
That´s why I had an impressive Bunnahabhain Moine from an<br />
Olorosso Sherry cask bottled at the end of September for the<br />
fifth anniversary of my Whiskyshop “Malt Brothers”.<br />
It´s this multiplicity of tastes that constitutes the fascination<br />
of Scottish Single Malts.
Was sind Ihre Aufgaben als Brand Ambassador von Glengoyne?<br />
In erster Linie ist es die Aufgabe eines Ambassadors die jeweilige<br />
Marke bekannt zu machen. Dies geschieht hauptsächlich<br />
auf Whisky-Messen und Tastings. Man arbeitet sehr eng mit<br />
der Destillerie und den Importeuren zusammen. Man versucht<br />
möglichst viele interessante Glengoyne Abfüllungen<br />
nach Deutschland zu bekommen. Oft ist man an der Fassauswahl<br />
beteiligt, wenn es zum Beispiel darum geht, eine neue<br />
Einzelfass-Abfüllung für Deutschland herauszubringen.<br />
Letztes Jahr wurde mir sogar die Ehre zuteil, mein persönliches<br />
Lieblingsfass bei Glengoyne auszusuchen. Die Wahl fiel<br />
auf einen ausdrucksstarken 18 jährigen Whisky aus einem<br />
Bourbon-Fass mit 59,9 %. Dieser wurde dann unter der Bezeichnung<br />
Ambassador’s Choice abgefüllt.<br />
Wann und wo kann man sie antreffen?<br />
Ich versuche auf den meisten Whiskymessen mit Glengoyne<br />
vertreten zu sein. Jedoch werden auch die Messen immer<br />
zahlreicher, so dass man mittlerweile schon zeitliche Probleme<br />
bekommt. Die nächsten Messen werden die Whisky u. Tabacco<br />
Days in Hofheim a.T. am letzten Oktoberwochenende, dann<br />
Frankfurt und München sein. Eine meiner „Lieblingsmessen“<br />
ist jedoch die WhiskyFair in Limburg, die nächstes Jahr im Mai<br />
wieder stattfindet. Ansonsten veranstalte ich auch regelmäßig<br />
Tastings für Glengoyne.<br />
Natürlich versuche ich auch den direkten Kontakt zur Brennerei<br />
nie zu kurz kommen zu lassen. Zumal mittlerweile das eine<br />
oder andere eigene Fass von mir dort lagert. Deshalb bin ich<br />
ab und zu (leider viel zu selten) auch dort anzutreffen.<br />
What are your responsibilities as a Brand Ambassador for<br />
Glengoyne?<br />
First and most important duty of an Ambassador is to promote<br />
the chosen range.<br />
That is done mainly during Whisky Fairs and tastings. You are<br />
cooperating very closely with the distillery and the importers<br />
and you are trying to get as many interesting Glengoyne bottlings<br />
to Germany as possible. Often you are involved in selecting<br />
the casks, for example if a new Single Cask bottling for<br />
Germany is planned.<br />
Last year I had the special honour to pick my personal favourite<br />
cask. I chose an expressive 18 years old Whisky coming from<br />
a Bourbon cask with 59,9%. It was bottled as “Ambassador´s<br />
Choice”.<br />
When and where can we meet you?<br />
With Glengoyne I try to attend the most Whisky fairs. But giving<br />
the increasing number of fairs I meanwhile have timing<br />
problems. The next fairs will be the Whisky and Tobacco Days<br />
in Hofheim on the last October weekend, then Frankfurt and<br />
Munich. One of my favourite fairs is the Whisky Fair in Limburg,<br />
that will take place in May 2011.<br />
Furthermore I regularly hold tastings for Glengoyne.<br />
The direct and personal contact with the distillery is very, very<br />
important for me and should never be missed out. Especially<br />
since, by now, I have some own casks in stock there. That is<br />
the reason why you can sometimes (by far not often enough)<br />
even meet me at the Glengoyne distillery.<br />
Ein Erlebnis der besonderen Art ist das Whiskyseminar in verschiedenen historischen Straßenbahnen.<br />
Ein- bis zweimal im Monat rollt die Whiskymax-Tram durch Frankfurt und kredenzt ihren<br />
Gästen hochwertige schottische Single Malt Whiskys.<br />
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ARDBEG 15 Y 53,0 %<br />
BUNNAHABHAIN 24 Y 48,0 %<br />
BUNNAHABHAIN (Peatetd) 12 Y 46,0 %<br />
CAOL ILA (San Giovese Finish) 11 Y 46,0 %<br />
CAOL ILA 13 Y 43,0 %<br />
DALMORE (San Giovese Finish) 14 Y 43,0 %<br />
GLENBURGIE 11 Y 43,0 %<br />
GLENROTHES (1 Sherry Butt ) 13 Y 48,0 %<br />
GLEN SCOTIA 32 Y 56,0 %<br />
GLENTAUCHERS 15 Y 43,0 %<br />
GLENUGIE 30 Y 50,0 %<br />
LAPHROAIG (San Giovese Finish) 11 Y 50,0 %<br />
LEDAIG 12 Y 46,0 %<br />
LINkwOOD 12 Y 43,0 %<br />
MORTLACH 12 Y 43,0 %<br />
MORTLACH (CLN Finish) 15 Y 51,7 %<br />
PORT ELLEN 28 Y 50,0 %<br />
ROSEBANk (French Oak Finish ) 20 Y 46,0 %<br />
ST. MAGDALENE 26 Y 50,0 %<br />
56 Aquavitae NOB Premium essen, Spirits 13.11.2010 | interwhisky Frankfurt, 26. 11. 2010 | rostocker Whiskymesse 04.12.2010 | Whiskyfair in Limburg, 14.05.2011 |<br />
Finest spirits München, 18.02.2011 | Pro Wein Düsseldorf, 27.03.2011 | Kieler Whiskymesse, 09.04.2011 | Hanse spirit Hamburg | 16.04.2011