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ausgabe: nov. 2010 - apr. 2011<br />

DeutschlanD<br />

brennt eDel<br />

besuch bei<br />

einer legenDe<br />

A BArrel Full<br />

oF FlAvour<br />

www.nob-premium-spirits.de<br />

nOB<br />

Premium spirits<br />

NOB Premium Spirits 1


IT TAKES TIME AND PATIENCE<br />

TO GET SUCH A richly flavoured whisky.<br />

BUT ALL OUR DRINKERS AGREE<br />

IT WAS worth their while.<br />

Wir bei Laphroaig sind nicht überrascht wenn Leute sagen, dass sie sich<br />

noch nicht bereit fühlen diesen torfigen Whisky zu genießen. Doch noch<br />

weniger wundert es uns, wenn sie ihre Meinung ändern. Laphroaig ist<br />

eine Herausforderung, aber eine die sich lohnt.<br />

Selbst wenn Sie zurzeit noch kein Laphroaig Genießer sind, werden wir<br />

immer bereit sein Sie bald als Friend of Laphroaig begrüßen zu dürfen.<br />

Wir geben Ihnen sogar einen Quadrat-Fuß (929cm 2 ) Land auf Islay und<br />

teilen gerne unseren Whisky mit Ihnen auf Ihrem eigenen Stück Land.<br />

Um mehr über unsere Whiskies und das Friends of Laphroaig<br />

Programm zu erfahren, besuchen Sie bitte www.laphroaig.com<br />

ENJOY RESPONSIBLY LAPHROAIG®, D Johnston & Co. (Laphroaig), Isle of Islay, Scotland<br />

2 NOB Premium Spirits Ready when you are


eDitorial<br />

Die Zeiten ändern sich – und wir uns mit ihnen.<br />

Neue Trends kommen und verschwinden wieder.<br />

NOB Premium Spirits will Sie einladen.<br />

Einladen auf eine Entdeckungsreise.<br />

Erforschen Sie mit uns die Welt des Whiskys, hergestellt von<br />

Männern, die ihr Handwerk verstehen. Nach guter, schottischer<br />

Tradition. Wie zu alten Zeiten − als die Worte Tradition<br />

und Werte noch eine ganz andere Bedeutung hatten.<br />

Aber nicht nur das. NOB Premium Spirits will mehr.<br />

Wir unterhalten uns mit zwei der renommiertesten Edelbrenner<br />

über die erfreuliche Renaissance deler Obstbrände.<br />

Wir sind auf der Spur des heutigen Lifestyle. Stellen neue<br />

Marken vor, probieren neue Produkte. Entdecken gemeinsam<br />

mit Ihnen talentierte Künstler. Suchen nach Restaurants, Bars<br />

in denen man sich den unvergänglichen Themen rund um das<br />

Essen, Getränke und auch Zigarren und Pfeifen noch mit Hingabe<br />

widmet.<br />

In NOB Premium Spirits geht es vor allem um drei Dinge:<br />

Entdecken, Erleben und Genießen<br />

…und darum dies alles mit Ihnen zu teilen.<br />

Erich Kraus / Jürgen Barthel<br />

NOB Premium Spirits<br />

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NOB Premium Spirits 3


4 NOB Premium Spirits


Kolumne: Frank`s Finest Spirits:<br />

DeutschlanD brennt eDel 6/7<br />

WhisKy als begleiter<br />

zu zigarre oDer Pfeife<br />

Ein kleiner Leitfaden (Von Gernot Zerwas) 10/11<br />

tomatin Distillery –<br />

Ein Juwel der Highlands (Von Jürgen Deibel ) 12/13<br />

magnífica reserva soleira –<br />

brasilianischer Zuckerrohrbrand<br />

einer neuen Qualitätsstufe 17<br />

single malt liebhaber<br />

im HoHEn norDEn<br />

oder wie man zu gutem Whisky kommt 19<br />

a barrel full of flavour<br />

(Von Jon Wells) Deutsch/English 21<br />

mixology - Drinks aus einer anderen Zeit<br />

Die echten Drink-Klassiker Teil 1:<br />

„manhattan cocktail“Deutsch/English 22/23<br />

bar-reisetipp: „Queen mary 2“<br />

the „Commodore Club“ Deck 9 26/27<br />

Deutsch/English<br />

highlanD Dinner<br />

im Schloss Johannisburg in Aschaffenburg 26<br />

inhalt<br />

glosse: aufgegabelt (Von Karl rudolf ) 31<br />

helgolanD –<br />

Dort, wo der Himmel und das meer<br />

zusammen treffen 32/33<br />

WanDern & WhisKy –<br />

Spannende Wanderreisen<br />

durch die Speyside 36<br />

islays neue malt Whisky brennerei<br />

Kilchoman war auf Tasting-Tour<br />

in Deutschland 37<br />

Ein TAG miT FrED B. noE iii. -<br />

besuch bei einer legenDe<br />

(Von Heinfried Tacke) 38-40<br />

raritäten tasting<br />

mit Peter Kröst 42-43<br />

<strong>neWs</strong> 45-51<br />

interview mit Klaus meier,<br />

brand ambassador der marke<br />

Glengoyne für Deutschland. Deutsch/English 52-53<br />

NOB Premium Spirits 5


Zimmerwarm oder eisgekühlt, Stamperl oder Kelch: Wie genießt<br />

man einen Brand?<br />

Barbara Wolf-Sykes (BWS): Auf jeden Fall im tulpenförmigen Glas,<br />

das unten Volumen hat und sich oben verjüngt. Das Volumen erschließt<br />

die volle Frucht, die enge Öffnung hält den Alkohol zurück<br />

– genau so sollte es sein. 12 bis 16 Grad halte ich für die optimale<br />

Trinktemperatur, darüber steigt der Alkoholanteil in der Nase und<br />

das möchte man vermeiden.<br />

Was zeichnet einen Spitzenbrand aus?<br />

BWS: Je deutlicher der Charakter der Frucht, umso besser. Entscheidend<br />

sind zudem Länge, Tiefe und Abgang. Perfekt wird’s,<br />

wenn man den Geschmack sogar in der Tiefe spürt, während der<br />

Brand in den Magen rinnt.<br />

Gerhahrd Liebl (GL): Ein toller Brand ist wie eine schöne Frau, bei<br />

der von Kopf bis Fuß alles passt. Man wünscht sich eine angenehme<br />

Kopfnote mit vollem Fruchtaroma, am Gaumen komplexe<br />

Fruchtfülle und zum Schluß ein langes Finale. Je ausgewogener<br />

das Geschmackserlebnis, um so besser.<br />

Worin unterscheiden sich eigentlich Geist und Brand?<br />

GL: Die Gretchenfrage ist, wie der Alkohol in das Destillat kommt.<br />

Ein Brand entsteht durch Einmaischen, Vergärung, sowie Destillation<br />

der Früchte. Aller Alkohol beim Brand kommt also<br />

ausschließlich von der Frucht. Beim Geist hingegen werden die<br />

Früchte schon mit Alkohol angesetzt und nach ein oder zwei Wochen<br />

destilliert.<br />

Welche Faktoren beeinflussen vor allem die Qualität eines Brandes?<br />

BWS: Brennern geht es wie Weinbauern: der Erntejahrgang, ein<br />

schöner oder verregneter Sommer, die Lage mit Klima und Bodenbeschaffenheit<br />

– neben Gärverlauf, Destillation und Lagerung<br />

sind das die Einflussfaktoren.<br />

Ein Spitzen-Williams heute und vor hundert Jahren – worin läge<br />

der Unterschied?<br />

GL: Früher war Destillation Resteverwertung: was nicht gegessen<br />

wurde, hat man gebrannt, darunter viel Fallobst, welches schon<br />

auf der Wiese lag. Heute verwenden wir handgepflücktes, am<br />

Baum gereiftes Tafelobst der Güteklasse I. Das Obst wird gewa-<br />

6 NOB Premium Spirits<br />

DeutschlanD brennt eDel<br />

Edle Obstbrände erleben eine erfreuliche Blüte: Nie war die Nachfrage höher, die Vielfalt größer, das Niveau bemerkenswerter<br />

als heute. Das FINEST SPIRITS Festival in München etabliert sich als deutsche Bühne dieser faszinierenden Szene. Barbara Wolf-<br />

Sykes, Marketing-Leiterin von Ziegler, repräsentiert das vielleicht renommierteste deutsche Unternehmen. Gerhard Liebl führt<br />

derzeit seine kleine Brennerei mit zahlreichen internationalen Auszeichnungen in die absolute Spitze. Gemeinsam stehen sie für<br />

das breite Spektrum deutscher Edelbrand-Kultur. Gute Gründe für ein Gespräch mit zwei der besten deutschen Brenner.<br />

schen, entsteint, anschließend passiert, schonend vergoren und<br />

extra langsam destilliert. Die Lagerung bis zur optimalen Reife erfolgt<br />

in kleinen Glasbehältern oder im Edelstahltank.<br />

BWS: Nur wenige wissen, dass die heute von uns verarbeiteten<br />

Qualitäten selbst Delikatessengeschäfte nie erreichen, weil die<br />

Brenner nur vollreifes Obst kaufen. Man kann zurecht erwarten,<br />

dass man das am Ende auch schmeckt.<br />

Hat sich die Produktionsqualität in der Edelbrennerei in den<br />

letzten Jahrzehnten entwickelt?<br />

BWS: Und zwar erheblich! Nur ein Beispiel: Früher gärte das Obst<br />

in Tonnen vor sich hin. Bei Temperaturen von bis zu 30 Grad ging<br />

dabei ein Großteil der Aromen verloren. Computergesteuert vergären<br />

wir heute bei konstant 18 Grad und erhalten so nicht nur<br />

die Primäraromen, sondern eine völlig andere Destillat-Qualität.<br />

Wie erklären sich die teils großen Preisunterschiede auch unter<br />

Premium Produkten?<br />

BWS: Manche Brenner betreiben eigene Obstgärten, andere<br />

müssen Ihr Obst teuer kaufen. Abnahmemenge, Produktionskosten,<br />

Energiekosten, teuere Sonderflaschen, all’ das treibt den<br />

Preis. Ziegler-Brände entstehen unter Manufakturbedingungen<br />

und Handarbeit ist ebenfalls teuer.<br />

GL: Dazu kommen gestiegene Marketingkosten. Ausstattung der<br />

Flaschen, Katalogkosten, Werbemaßnahmen und nicht zuletzt diverse<br />

Messen und Events kosten eine Menge Geld.<br />

Für die Herstellung benötigt man teilweise riesige Mengen erstklassiger<br />

Früchte.<br />

BWS: In der Tat. Für eine 0.35L-Flasche Himbeerbrand benötigen<br />

wir zum Beispiel 24 kg Früchte. Oft hat der Stein einen großen<br />

Anteil an der Masse: aus 10 Tonnen Wildkirsche gewinnen wir so<br />

nur 6.000 Liter Maische.<br />

GL: Ein weiteres Kriterium ist die natürliche Süße der Frucht. Manche<br />

Früchte haben sehr wenig Fruchtzucker. Dadurch sind große<br />

Mengen notwendig, um durch Vergärung und Destillation eine<br />

einzige Flasche Destillat zu bekommen.<br />

Kommt es bei Spitzenqualitäten hin und wieder zu Lieferengpässen?<br />

BWS: Eine ganz aktuelle Frage, denn gerade dieses Jahr erleben


wir wetterbedingt hohe Ernteausfälle. Früchte sind extrem teuer<br />

und knapp. Umgekehrt bedeuten Rekordernten zwar große Mengen,<br />

bei häufig allerdings minderem Zuckergehalt.<br />

GL: Daher ist jeder Brenner gut beraten, sich durch Lieferantenverträge<br />

mit zwei oder drei Quellen gegen solche Risiken abzusichern.<br />

Sichern die Edelbrenner durch ihre Nachfrage Qualität und Vielfalt<br />

der Anbausorten - oder gibt umgekehrt die Anbau-Situation<br />

das für die Brennereien Machbare vor?<br />

BWS: Erwähnenswert in Sachen „Qualität“ ist, dass wir, im Gegensatz<br />

zum Einzelhandel, nicht auf Optik Wert legen, sondern nur<br />

auf Geschmack. In keinem Fall verarbeiten wir behandeltes Obst,<br />

weil die Chemie den Geschmack beeinflusst.<br />

GL: Sowohl als auch. Zum einen erhalten die Brenner durch Herstellung<br />

von Wildobstsorten wichtige Lebensräume, so sind die<br />

Hecken der Himbeersträucher Lebens- und Rückzugsraum vieler<br />

Vögel. Durch Flurbereinigung wird jedoch immer wieder viel an<br />

Potenzial vernichtet.<br />

Wie sichern Sie bei der großen Konkurrenz Ihre Stellung innerhalb<br />

der Branche?<br />

BWS: Der Name Ziegler steht nicht für modische Gimmicks, sondern<br />

große, klassische Obstbrände. Genießer unserer Brände<br />

sollen das Bild der reifen, saftigen Frucht vor Augen haben. Wir<br />

arbeiten immer weiter an der Qualität, drehen immer kleinere<br />

Schrauben, suchen weiter das perfekte Obst.<br />

GL: Wir setzen uns durch Spezialitäten und Raritäten ab. Hinzu<br />

kommen das Streben nach absoluter Qualität, ein erstklassiges<br />

Preis- /Leistungsverhältnis, aber auch Marktbeobachtungen und<br />

das frühe Erkennen von Trends.<br />

Auf welches Produkt sind Sie besonders stolz?<br />

BWS: Auf unsere Wildkirsche, nicht zuletzt weil sie so hervorragend<br />

eingeführt ist. Und natürlich auf die Alte Zwetschge aus<br />

fränkischen Spätzwetschgen, die durch Lagerung in Eichen- und<br />

Kastanienfässern eine großartige Süße und feine Maronennoten<br />

erhält.<br />

GL: Auf unseren Coillmor Single Malt Whisky.<br />

In den Bars sind Edelbrände derzeit angesagt. Ausdruck echter<br />

Renaissance oder modische Anbiederung an eine junge Szene?<br />

BWS: Nicht die Brenner haben diese Entwicklung beeinflusst, sondern<br />

die Barszene, die ständig auf der Suche nach neuen Ideen<br />

ist und dieses Thema erfreulicherweise entdeckt hat. Wodka im<br />

Cocktail schmeckt letztlich immer gleich. Mit einem Obstbrand<br />

jedoch kann man viel feinere Nuancen steuern.<br />

GL: Verglichen mit Wodka oder Rum, werden Cocktails durch<br />

Edelbrände fruchtiger und breiter. Und für uns ist es natürlich eine<br />

gute Möglichkeit, neues junges Kundenpotenzial zu erschließen.<br />

A propos „Kundenpotenzial“: Wer trinkt heutzutage Edelbrände?<br />

BWS: Einerseits eher der klassische Typ ab 40. Andererseits kennen<br />

viele jüngere Genießer die Edelbrandkultur von ihren Eltern.<br />

Auch deshalb ist der aktuelle Bartrend zu begrüßen, denn die<br />

Brenner sind oft zu klein, um von sich aus große PR-Offensiven<br />

zu fahren.<br />

GL: Viele Kunden sind heute sehr gut informiert, aber auch die<br />

Obstlermentalität ist noch anzutreffen. Denn manche bevorzugen<br />

immer noch das Althergebrachte, vielleicht weil sie mit einem<br />

hochwertigen Brand sensorisch überfordert sind. Aber auch die<br />

Kaufkraft spielt eine Rolle: gute Brände sind teuer und manche<br />

können sich diesen Luxus nicht leisten.<br />

Eine besonders spannende Entwicklung sind aktuell deutsche Single<br />

Malt Whiskys. Erneut gefragt: Anbiederung an einen Trend?<br />

BWS: Nicht unbedingt, denn wir etablieren einen eigenen Stil. Unser<br />

Vorteil sind kleine Mengen, kleine Anlagen und ein absolutes<br />

Know-how in der Herstellung von Premium Produkten. Durch das<br />

Obstbrandverfahren können wir Whisky viel feiner und sauberer<br />

produzieren, der somit zusätzlich viel bekömmlicher ist. Dies ist<br />

zugleich das grundlegende Unterscheidungsmerkmal zwischen<br />

deutschen Single Malts und den klassischen Whisk(e)y-Ländern.<br />

GL: Anbiederung würde ich nicht sagen, schließlich sind auch die<br />

Kunden mmer auf der Suche nach Neuem. Nicht jeder kann mit<br />

einem rauchigen Islay Whisky etwas anfangen. So sind manche<br />

deutschen Single Malts sehr schöne Einsteigerwhiskys. Zum einen<br />

sind Boden und Klima anders, wir verwenden andere Gerstensorten<br />

und anderes Brauwasser: Felsquellwasser, statt Torfwasser.<br />

Auch der Sauerstoff ist bei uns im Bayerischen Wald sehr klar und<br />

rein und nicht salzhaltig, wie auf den Inseln Schottlands.<br />

Woher kommt die Whisky-Liebe unter deutschen Brennern und<br />

wohin geht die Reise?<br />

BWS: Lange Zeit hatte man große Ehrfurcht vor Whisky. Wenn<br />

man aber Leidenschaft für sein Tun empfindet, erwacht der Ehrgeiz<br />

und man will eigene Wege gehen. Denn Brenner sind neugierig.<br />

Last but not least ist das Obstbrandsegment klein. Wer nicht<br />

innovativ ist, ist bald vergessen.<br />

GL: Wir produzieren zur Zeit zwar nicht mal 1 % der Menge<br />

Schottlands, haben aber durch den eigenen Stil großes Potenzial<br />

für die Zukunft. In einigen Jahren haben auch wir ältere Bestände<br />

aufgebaut und selbst in Schottland hat der Siegeszug von Single<br />

Malt über 50 Jahre gebraucht. Wir sind, denke ich, auf einem guten<br />

Weg.<br />

Wir danken Ihnen beiden für das interessante Gespräch.<br />

Gerhard Liebl im Fasslager seiner Brennerei<br />

NOB Premium Spirits 7


8 NOB Premium Spirits<br />

ZIEGLER ZUR ZIGARRE.<br />

FÜR DIE ESSENTIELLEN MOMENTE<br />

IM LEBEN.<br />

www.brennerei-ziegler.de


Die Edelobstbrennerei Gebr. J. & M. Ziegler GmbH, bereits 1865 in<br />

Freudenberg am Main gegründet, steht für Destillationskunst auf<br />

höchstem Niveau. Heute ist Ziegler eine der besten Obstbrennereien<br />

Deutschlands. Dafür stehen der Ge schäfts führer Alain Langlois und<br />

Brennmeister Jürgen Marré. Beide wissen sich der Tradition des Hauses<br />

verpflichtet, denn für eine exzellente Obstqualität sind Herkunft,<br />

Terroir und Klima entscheidende Voraussetzungen. Nur so können<br />

Brände von außergewöhnlicher Qualität entstehen.<br />

Unsere braunen Brände reifen in Eichen- und anschließend in<br />

Kastanienfässern.<br />

Alter Apfel Jg. 2003<br />

Aus dem Alten Land stammen die Gravensteiner Äpfel, die für diesen<br />

Brand verarbeitet werden. Zart-herbe Eleganz und Ausgewogenheit<br />

bestimmen den Geschmack. Geschliffene Rasse mit reiner Fruchtnote.<br />

Alte Zwetschge Jg. 2001<br />

Fränkische Spätzwetschgen bewahren diesem Brand seine intensive<br />

Fruchtsüße. Die Fasslagerung verleiht ein feinstoffiges Aroma mit<br />

einem Hauch von Maronen.<br />

Fränkischer Riesling Tresterbrand Jg. 89<br />

Dieser Trester-Brand hat einen ungewöhnlich hohen Traubenanteil.<br />

Er besticht durch weinige Tiefe und geschmeidige Rasse. Der über<br />

20 Jahre alte Brand ist etwas ganz Besonderes.<br />

NOB Premium Spirits 9


Whisky als Begleiter<br />

zu zigarre oder Pfeife<br />

ein kleiner leitfaden von gernot zerwas<br />

Scotch Whisky, Irish Whiskey,<br />

Bourbon, Rye; aus Kentucky, Kanada<br />

oder Japan. Klar passt ein<br />

Whisky zu Pfeife oder Zigarre.<br />

Aber welcher zu welchem Tabak.<br />

Und: Was ist in den Flaschen überhaupt<br />

an Geschmack drin? Kann<br />

ich anhand des Etiketts in etwa<br />

abschätzen, ob die Spirituose besser<br />

mit einem Virginia oder einer<br />

englischen Latakia-Mischungen<br />

harmoniert? Greife ich lieber zur<br />

kräftigen Zigare aus Kuba oder<br />

eher zu einer feingliedrigen aus<br />

der Dominikanischen Republik?<br />

Da wäre als erstes das kleine e<br />

zu erklären. Es gibt einen groben<br />

Hinweis auf die Herkunft der Spirituose.<br />

Denn die Schotten schreiben<br />

ihr Wasser des Lebens (so<br />

die deutsche Übersetzung des gälischen<br />

uisge beatha, aus dem sich<br />

das heutige Wort Whisky entwickelt<br />

hat) ohne e. Die Iren hingegen<br />

fügen es ein. Ähnlich wie die<br />

meisten US-Amerikaner – aber<br />

nicht alle. Der Rest der Welt lehnt<br />

sich gerne an die schottische Tradition an und verzichtet auf das<br />

kleine e.<br />

Selbstverständlich ist die Schreibweise nicht der einzige Unterschied<br />

zwischen den Destillaten unterschiedlicher Regionen. In<br />

Nordamerika wird statt der auf den Britischen Inseln üblichen zu<br />

Malz verarbeiteten Gerste gern Roggen, Mais oder auch Weizen<br />

gebrannt. In Schottland und Irland entstehen so die bekannten<br />

Malt Whisk(e)ys. Der berühmte amerikanische Bourbon entsteht<br />

aus einem Getreidemix mit mindestens 51 Prozent Maisanteil.<br />

Da die schottischen Malt Whiskys derzeit eine wahre Renaissance<br />

erleben und das Angebot entsprechend groß ist, sollen sie hier<br />

im Mittelpunkt stehen. Ein Single Malt Whisky wie der Top-Seller<br />

Glenfididch wird so bezeichnet, weil ausschließlich Brände aus<br />

dieser einen Brennerei in die Flasche abgefüllt wurden. Was heißt<br />

das? Um über Jahre den Kunden einen gleichbleibenden Geschmack<br />

bieten zu können, obwohl sich jedes Destillat in jedem<br />

Fass von dem im nächsten Fass geschmacklich unterscheidet,<br />

komponieren in den Brennereien Mitarbeiter mit viel Erfahrung,<br />

die Master Blender, den Whisky aus unterschiedlichen Fässern<br />

verschiedenen Alters, um jedes Mal eine Cuvée sehr ähnlichen<br />

Geschmacks zu erhalten. Anschließend wird ihr Alkoholgehalt<br />

10 NOB Premium Spirits<br />

gemessen und eine entsprechende<br />

Menge Quellwasser beigemischt, um<br />

die geforderten Volumenprozent Alkohol<br />

von 40, 43 oder mehr Prozent<br />

zu erhalten. Fertig ist der Single Malt<br />

Whisky. Findet sich auf dem Flaschenetikett<br />

eine Altersangabe wie „12<br />

Years old“, heißt dies, dass der jüngste<br />

Brand, der sich in der Cuvée befindet<br />

zwölf Jahre im Fass gereift ist. Mit Sicherheit<br />

hat der Master Blender aber<br />

auch ältere Destillate beimischen lassen.<br />

Wie unterscheidet sich nun ein solcher<br />

Single Malt Whisky von einem wesentlich<br />

preiswerteren Johnnie Walker,<br />

einem Dimple oder Ballentine’s?<br />

Bei diesen handelt es sich um so genannte<br />

Blends, zu deutsch Verschnitte.<br />

Auch hier geht es zunächst darum,<br />

dem Kunden über Jahrzehnte hinweg<br />

den immer gleichen Geschmack<br />

anbieten zu können. Dazu mischen<br />

die Master Blender in diesen Firmen<br />

Whiskys unterschiedlicher Brennereien<br />

und verschiedenen Alters miteinander.<br />

Anschließend wird diese Malt-<br />

Cuvée mit einem Kornbrand „gestreckt“ und auch hier wird so viel<br />

Wasser beigemischt, bis die gewünschte Alkoholmenge erreicht<br />

ist. Johnnie Walker gibt es allerdings auch einen Blended Pure<br />

Malt Whisky – eine Cuvée aus Bränden verschiedener Brennereien<br />

ohne die Beimischung von Kornbrand. Geschmacklich bedeutet<br />

das Mischen von Destillaten unterschiedlicher Herkunft,<br />

dass der jeweils individuelle Charakter verloren geht. Mit der Cuvée<br />

entsteht allerdings auch etwas Neues. Ob dies nun gut oder<br />

weniger gut ist, muss jeder selbst entscheiden. In jedem Fall sind<br />

die Blends ideale Begleiter zu leichten Tabakmischungen und geschmacklich<br />

eher zarten Zigarren.<br />

Wie findet man sich bei den Single Malts zurecht? Die rund 90<br />

schottischen Distillerien machen es uns leicht: Die Region, in der<br />

der Brand entstanden ist, gibt einen ersten Hinweis auf seinen Geschmack.<br />

In den schottischen Lowlands (südliche einer gedachten<br />

Linie von Stonehaven nach Dumbarton) werden leichte und eher<br />

weiche Whiskys gebrannt. Sie sind ideal für jeden, der sich die geschmackliche<br />

Welt der Malt Whiskys erschließen möchte, weil sie<br />

den Gaumen nicht mit einer Aromafülle überfordern. Die Brände<br />

dieser Region passen gut zu leichten Virginia-Mischungen – seien<br />

sie dezent aromatisiert oder nicht – und zu leichten dominikanischen<br />

Zigarren.


© moltke design.de<br />

Nördlich besagter Linie liegen die Highlands. Hier entstehen Whiskys,<br />

die wesentlich körperreicher und komplexer sind. Entsprechend<br />

gut harmonieren sie mit kräftigeren Zigarren aus Honduras<br />

oder Nicaragua und mit eher kräftigeren Tabak-Mischungen.<br />

In den Highlands liegt das Herzstück des schottischen Whiskys. In<br />

der Region Speyside (in den Grafschaften Morayshire und Banffshire<br />

entlang des Flusses Spey) produzieren etwa 50 Brennereien<br />

Destillate, die sich deutlich von den übrigen Highland-Malts<br />

unterscheiden. Sie sind mild, rund und eher filigran. Wer gerne<br />

mittelkräftige Zigarren oder Tabake raucht, wird hier einen guten<br />

Begleiter finden.<br />

Vielen Malt-Whisky-Enthusiasten gilt die Isle of Islay (Innere Hebriden)<br />

als Paradies auf Erden. Hier entstehen Brände, die man<br />

als echte Charakterköpfe bezeichnen könnte. Sie sind kraftvoll,<br />

rauchig und torfig. Klingt untrinkbar? Eigentlich ja. Aber unter den<br />

Islay-Bränden gibt es auch milde Vertreter, mit denen man sich<br />

langsam an diese ungewohnten Aromen herantasten kann. Wegen<br />

der ungewohnten Aromen dieser Whiskys wird es hier etwas<br />

schwierig. Lediglich englische Mischungen mit Latakia lassen sich<br />

hier uneingeschränkt empfehlen. Aber weil die Brände meist sehr<br />

körperreich sind, sollte die Mischung schon einen hohen Anteil<br />

an Würztabak enthalten. Sonst bleibt geschmacklich von ihr nicht<br />

viel übrig. Ob die Islay-Whiskys gut zu einer Zigarre passen, muss<br />

jeder Genießer für sich herausfinden. Weil das reine Geschmacksache<br />

ist, geht hier Probieren über Studieren.<br />

Auch auf den Inseln Arran, Jura, Mull, Orkney und Skye gibt es<br />

Brennereien, deren Produkte sich aber geschmacklich so stark<br />

unterscheiden, dass sich hier kein geschlossenes Bild ergibt. Die<br />

alte Whisky-Region Campbeltown ist dem Distilleriesterben zum<br />

Opfer gefallen. Heute produzieren nur noch drei Brennereien, die<br />

der Einfachheit halber den Highlands zugerechnet werden.<br />

Vor allem die Highland- und die Speyside-Brennereien füllen nicht<br />

nur ihren Brand in unterschiedlichen Altersstufen ab, sondern<br />

haben schon seit Jahren weitere Produkte geschaffen, die die<br />

Übersicht erschweren. Der frisch destillierte Brand wird immer<br />

in Eichenholzfässer gefüllt, in denen er reifen soll. Dabei werden<br />

kaum neue Fässer verwendet, sondern ehemalige Sherry-, Portwein-<br />

oder Bourbonfässer. Je nach dem, was zuvor in einem Fass<br />

gelagert wurde, verändert sich der Whisky entsprechend. In einem<br />

ehemaligen Sherry- oder Portfass entwickelt er wesentlich<br />

mehr Süße und Frucht als in einem ehemaligen Bourbonfass. Diese<br />

eher fruchtigen Whiskys sind den Liebhabern aromatisierter<br />

Tabak-Mischungen zu empfehlen.<br />

Darüberhinaus lassen viele Brennereien aller Region auch einzelne<br />

Fässer direkt abfüllen. Dabei wird meist auch auf die Reduzierung<br />

des Alkoholgehaltes durch die Beimischung von Quellwasser<br />

verzichtet. Der Whisky wird mit seiner Fassstärke abgefüllt. Für<br />

Malt-Liebhaber sind diese Abfüllungen das non plus ultra. Die<br />

fassstark abgefüllten Brände verlangen allerdings auch recht kräftige<br />

Tabake und Zigarren, weil der hohe Alkoholgehalt sie sonst<br />

erdrückt. Natürlich lassen sie sich auch gut mit etwas stillem Mineralwasser<br />

verdünnen.<br />

Die Dinner-Show<br />

im Spiegelzelt<br />

vom 26. Nov. 2010<br />

bis zum<br />

29. Jan. 2011<br />

- Anzeige -<br />

Freuen Sie sich auf einen besonderen<br />

Abend. Genießen Sie in unserem<br />

nostalgischen Spiegelzelt, bei Kerzenlicht<br />

und Livemusik, ein Vier-Gang-<br />

Gourmetmenü und lassen Sie sich von<br />

einer Show voller Fantasie und artis-<br />

tischer Höhepunkte verzaubern.<br />

Reservierungen und Informationen: Tel. (0421) 34 08 666<br />

oder unter www.palais-im-park.de<br />

Ticketpreise: 4-Gang-Menü zzgl. Getränke,<br />

Di - Do und So: 115,– ¤, Fr und Sa: 125,– ¤,<br />

Silvester: 240,– ¤ NOB Premium Spirits 11


tomatin Distillery –<br />

Dieser Name sollte Erinnerungen bei allen Liebhabern großer<br />

Blended Scotch Whisky wecken, auch wenn viele ihn nie wirklich<br />

gehört oder auf einem Etikett gelesen haben: Tomatin Distillery<br />

war über viele Jahrzehnte der größte Lieferant von Malt Whisky<br />

für die Blended Whiskies dieser Welt und damit ein unverzichtbarer<br />

Bestandteil vieler der großen Markenblends der heutigen<br />

Zeit.<br />

Tomatin ist gälisch,<br />

wird als „Tomatn“<br />

ausgesprochen und<br />

heißt übersetzt ungefähr<br />

so viel wie „Hügel<br />

des Wacholderbusches“.<br />

Die Destillerie<br />

liegt strategisch<br />

sehr günstig an der<br />

A9, nur wenig mehr<br />

wie 19 Kilometer vor<br />

Inverness, im Tal des<br />

River Findhorn. Unweit<br />

der Destillerie ist<br />

der berühmt-berüchtigte See Loch Ness zu finden.<br />

Offiziell gegründet wurde Tomatin Distillery 1897 auf dem Höhepunkt<br />

des ersten „Blending Booms“ Ende des 19. Jahrhunderts.<br />

Blended Whisky waren zur Zeit der Gründung der Destillerie durch<br />

die Phylloxera Plage (Reblaus Plage) in den südlichen Ländern Europas<br />

gerade der passende Ersatz des sonst so beliebten Cognacs<br />

und Brandys. Nachschub an Blended Whisky war von Nöten und<br />

so wurde Tomatin erbaut, um diesen zu sichern.<br />

Begonnen hatte alles sehr klein mit 2 Pot Stills, die im Laufe des<br />

zweiten Blended Whisky Booms im 20. Jahrhundert erst 1956<br />

auf vier verdoppelt wurden. Dann ging es rasend schnell weiter:<br />

schon 1958 ging es von vier auf sechs, 1961 von sechs auf zehn<br />

und 1964 auf elf Pot<br />

Stills. 1974 folgte<br />

dann die vorerst letzte<br />

Ausbaustufe auf<br />

23 Brennblasen (Pot<br />

Stills), die dann auch<br />

die maximale Kapazität<br />

darstellten. Der<br />

jährliche Ausstoß von<br />

fast 12 Mio. Litern Alkohol<br />

(1974) machte<br />

sie damit einmalig<br />

in ganz Schottland,<br />

12 NOB Premium Spirits<br />

ein Juwel der highlands<br />

wenn nicht in der ganzen Welt. Noch heute kann Tomatin Distillery<br />

über 5 Mio. Liter Alkohol mit 12 Pot Stills in Betrieb produzieren.<br />

Für viele Jahre war das Geschäftsprinzip von Tomatin exzellente<br />

Single Malts für die großen Blending Companys herzustellen<br />

aufgegangen. Große Mengen davon gingen unter anderem nach<br />

Japan und in die USA. Dies war Segen und Fluch zugleich: während<br />

sich die Blender freuten einen so guten Malt Whisky zu<br />

bekommen, war die Destillerie im Lager der Malt Whisky Liebhaber<br />

meist nur Insidern ein Begriff. Erst ab dem Jahr 2000 hat sich<br />

dieses gravierend geändert. Tomatin konzentriert sich heute mit<br />

einem Teil seiner Destillate auf die Herstellung und Vermarktung<br />

feinster und bester Single Malts unter eigenem Namen.<br />

Darüber hinaus werden bis heute weiterhin große Teile der Produktion<br />

als New Make Spirit an Destillerien in anderen Ländern<br />

verkauft, die diesen dann, gelagert, ihren eigenen Blends zugeben.<br />

In diesem Punkt leben die Tradition und die Anfänge der Destillerie<br />

bis heute weiter – wenn auch nicht mehr ausschließlich<br />

in Schottland.<br />

Die Geschichte der Tomatin Distillery<br />

Die Ursprünge von Tomatin Distillery gehen bis ins 15. Jahrhundert<br />

zurück. Aufzeichnungen belegen, dass auf dem Gelände der<br />

heutigen Tomatin Distillery bereits damals an die vorbeiziehenden<br />

Viehtreiber - die so genannten „Drovers“ - „New Spirit“ (ungelagerter<br />

Whisky) in ihre Trinkhörner ausgeschenkt wurde. Erst<br />

in 1897 wurde Tomatin entsprechend der erteilten Lizenz als offizielle<br />

Scotch Malt Distillery registriert und tätig.<br />

Ab Mitte der 1950er Jahre ging es mit der Destillerie steil aufwärts.<br />

Nach großen Investitionen, Anstrengungen und über 20 Jahren<br />

permanentem Wachstum war Tomatin 1974 die größte Scotch<br />

Single Malt Distillery, wenn nicht gar der ganzen Welt. Mit diesem<br />

Ausbau wurde gleichzeitig die eigene Mälzerei geschlossen, da<br />

diese die benötigten Kapazitäten nicht mehr herstellen konnte.<br />

In den 80er Jahren zogen dann schwarze Wolken am Horizont für<br />

die schottischen Whiskyproduzenten: nach dem Boom der 70er<br />

verringerte sich plötzlich der Bedarf an Whisky dramatisch.<br />

Von den im Jahre 1978 produzierten ca. 460 Mio. Litern reinen<br />

Alkohol aller schottischen Destillerien zusammen brach die schottische<br />

Whiskyproduktion 1983 dann auf magere ca. 240 Mio. Jahresausstoß<br />

ein. Erst in 1990 wurden wieder in etwa die Produktionszahlen<br />

von 1978 erreicht. So ist es nicht sehr verwunderlich,<br />

dass auch die Tomatin Distillery (als größte von allen) 1985 Pro


leme bekam und für einige Zeit ihren Betrieb einstellen musste.<br />

1976 durch den Einstieg des japanischen Firmenkonsortiums Takara<br />

Shuzo und Okura (die bereits langjährige Kunden und Anteilseigner<br />

waren) konnte dann die Firma gerettet und wieder zurück<br />

auf die Erfolgsspur gebracht werden.<br />

Die Entwicklung ging nun wieder<br />

stetig Berg auf und schon 1995<br />

übernahm die Tomatin Distillery<br />

die Firma J & W Hardie Ltd und<br />

damit auch deren Blendmarke<br />

Antiquary von United Distillers.<br />

Heute kann Tomatin mit Stolz behaupten,<br />

mit Antiquary 12y und<br />

21y mit die ältesten Blendmarken<br />

Schottlands anzubieten. Bereits<br />

1857 wurde die Marke Antiquary<br />

in Großbritannien das erste mal<br />

vorgestellt und gilt bis heute unter<br />

Kennern der Blended Malts<br />

als ausgezeichneter Whisky.<br />

Weitere, zwar kleinere und weniger bekannte, Marken von Tomatin<br />

sind „The Talisman“ (hauptsächlich Skandinavien/Schweden),<br />

Ancient Clan und Big-T (hauptsächlich in Großbritannien zu finden).<br />

In 1998 verkaufte Okura seine 20% Anteil an Takara Shuzo,<br />

die mittlerweile Teil des Marubeni Konzerns sind. Heute ist die<br />

Destillerie unter der Leitung der europäischen Tochter des Marubeni<br />

Konzerns, Marubeni Europe plc.<br />

Auch die hauseigene Tomatin Reihe der Single Malt Whisky Abfüllungen<br />

wurde nun<br />

kontinuierlich ausgebaut:<br />

2004 löste der Tomatin<br />

Single Malt 12y<br />

den bereits existierenden<br />

10-jährigen ab. 2005<br />

folgte der Tomatin Single<br />

Malt 25y und 2006 der<br />

Tomatin Single Malt 18y<br />

und ein 1962 Vintage.<br />

Weitere Abfüllungen<br />

folgten in den darauffolgenden<br />

Jahren.<br />

Die Tomatin Distillery früher und heute.<br />

Wie in den guten alten Tagen, als eine Destillerie noch ein richtiger<br />

kleiner Mikrokosmos war, stellt die Tomatin Distillery auch heute<br />

noch auf ihrem Gelände den ca. 50 Mitarbeitern Wohnhäuser zur<br />

Verfügung. Über 90% der Mitarbeiter nehmen diesen für heutige<br />

Verhältnisse wahrlich seltenen Luxus dankbar an, darunter auch<br />

der Manager der Firma Tomatin, Robert Anderson und Douglas<br />

Campbell, der langjährige Distillery Manager (über 40 Jahre war er<br />

in unterschiedlichen Positionen in der Destillerie tätig) und heute<br />

Brand Ambassador des Hauses, wohnen in diesen Häusern.<br />

Fässer spielen, wie bei jedem guten Malt Whisky auch eine wichtige<br />

Rolle im Prozess der Herstellung von Tomatin Single Malt<br />

Whisky. Als eine der wenigen Destillerien in Schottland leistet sich<br />

Tomatin den Luxus eine eigene Cooperage zu unterhalten. Hier<br />

arbeiten die Fassmacher<br />

und sorgen<br />

damit für ein exzellentes<br />

Holz- und Fassmanagement,<br />

was<br />

sich äußerst positiv<br />

auf die Qualität der<br />

Whiskys auswirkt.<br />

Dass dies auch in der<br />

Zukunft weiter verfolgt<br />

wird, zeigt die<br />

Tatsache, dass heute<br />

sogar wieder ein<br />

Lehrling eingestellt<br />

wurde, so dass der Fortbestand der Cooperage auch für die nächsten<br />

Jahrzehnte sichergestellt ist.<br />

In der Herstellung der Malt Whisky arbeitet Tomatin heute mit<br />

einem Maischebottich (Mashtun) mit einem Fassungsvermögen<br />

von 7,92 Tonnen, 12 Wash Backs (Gärungsbehälter) und 12 Pot<br />

Stills. Die Maischezeit bei Tomatin ist sehr effizient eingeteilt,<br />

denn schon nach wenigen Stunden (ca. 3 Stunden) ist ein Maischedurchgang<br />

abgeschlossen. Die ca. 8 Tonnen Malz (Malt) ergeben<br />

dabei ungefähr<br />

40.000 Liter Wash<br />

aus denen dann nach<br />

2-facher Destillation<br />

in den Pot Stills wiederum<br />

max. 3.250<br />

Liter reiner Alkohol<br />

gewonnen werden<br />

können. Der Alkoholgehalt<br />

des Destillats<br />

nach dem ersten<br />

Brenndurchgang ist<br />

mit 25% dem anderer<br />

Destillerien in Schottland ähnlich und auch die ca. 70-74%.<br />

des zweiten Brenndurchlaufes, dem Feinbrand, entsprechen dem<br />

Standard in schottischen Destillerien.<br />

Diese werden zum Abschluss mit einem Alkoholgehalt von 63,5%<br />

in Fässer gefüllt und gelagert. In den 16 Lagerhäusern lagern und<br />

reifen zur Zeit über 170.000 Fässer. Die Fässer werden, im Gegensatz<br />

zu vielen anderen großen Lagerplätzen des Scotch Whisky bei<br />

Tomatin immer noch liegend gelagert.<br />

Tomatin ist heute ein weltweit anerkannter Single Malt Whisky<br />

der seine Liebhaber immer wieder begeistert,. Gerade weil er<br />

nicht den ganz großen Bekanntheitsgrad unter den Malt Whiskys<br />

hat ist er für viele immer noch eine überraschende und wohlschmeckende<br />

Entdeckung bei Degustationen und Tastings. Ein<br />

Schluck der definitiv lohnt!<br />

Jürgen Deibel<br />

International<br />

Independent Spirits Consultant.<br />

Deibel Consultants, Hannover<br />

NOB Premium Spirits 13


- Anzeige -<br />

Jürgen Deibel stellt die Whiskies von Tomatin vor<br />

14 NOB Premium Spirits<br />

Der Klassiker, Tomatin Single Malt 12y, 40%<br />

Ein ehrlicher, schnörkelloser Highland Single<br />

Malt. Fruchtig, malzig, klar strukturiert und damit<br />

ehrlich. Die letzten 8 Monate seiner 12 jährigen<br />

Reifezeit hat diese Abfüllung des Tomatin in<br />

Sherryfässern gereift.<br />

Der Neue, Tomatin Single Malt 15y, 43%<br />

Frische und fruchtige Noten stehen deutlich<br />

im Vordergrund dieses Whiskys. Angenehmer<br />

mittelkräftiger und dennoch milder Körper mit<br />

Anflügen von Honig-, Zitrus- und Orangennoten.<br />

Sein Nachklang ist extrem lang.<br />

Die Überraschung,<br />

Tomatin Single Malt 18y, 46%<br />

Tomatin hat Mitte 2009 seinen Whiskys ein neues<br />

Design gegeben. Im Gegensatz zum Tomatin<br />

12y oder 25y wurde der Tomatin 18y Single Malt<br />

auch geschmacklich bedeutend verändert: Anstatt<br />

der bisherigen 8 Monate Finish in Sherryfässern<br />

hat diese Abfüllung des 18jährigen Tomatin<br />

nun die letzten 2, 5 Jahre seiner Reifezeit in Oloroso<br />

Sherryfässern verbracht.<br />

Gleichzeitig wird nun auch mit 46 Vol-% anstatt<br />

der bisherigen 43% abgefüllt. Mit dieser kleinen Steigerung des Alkoholgehaltes<br />

hat der Tomatin 18y nochmals deutlich an Volumen<br />

und Aromen zugelegt.<br />

Der Vornehme,<br />

Tomatin Single Malt 25y, 43%<br />

Tomatin 25y ist ein angenehmer, fast vornehm<br />

trockener, Single Malt mit einem sehr komplexen<br />

und vollen Körper, der mit traumhaften<br />

Malznoten besticht. Seine unterschiedlichen<br />

Geschmacksfacetten sind beeindruckend. Der<br />

Nachklang ist intensiv und sehr lang anhaltend.<br />

Der Traditionsreiche,<br />

Antiquary Blended Whisky 12y, 40%<br />

Antiquary wurde 1857 erstmals der Öffentlichkeit<br />

in Großbritannien präsentiert. Dies macht<br />

ihn zu einem der ältesten Blended Scotch<br />

Whiskys der Welt. Im Aroma findet sich ein<br />

leicht wahrnehmbarer Rauch zu Beginn, dann<br />

eine sehr große Milde und zugleich würzige<br />

Noten. Nussige Aromen stehen im Wechsel<br />

mit Malznoten Der hohe Maltanteil lässt ihn<br />

einem Single Malt sehr ähnlich erscheinen.<br />

Der Edle & Geschichtsträchtige,<br />

Antiquary Blended 21y, 43%<br />

1995 übernahm die Tomatin Distillery die Firma<br />

J & W Hardie Ltd und damit auch deren Blended<br />

Whiskymarke Antiquary, eine der ältesten<br />

Blended Scotch Whiskymarken der Welt.<br />

Der sehr hohe Single Malt Anteil im Blend gibt<br />

ihm seine Klasse und ein perfekt ausbalanciertes<br />

Volumen. Sein voller, samtiger Körper<br />

besticht mit einer angenehmen Süße und einem explodierenden<br />

Malz-Aroma. Der beeindruckende Nachklang besticht mit Honig-<br />

und Heidekraut Noten.


NOB Premium Spirits 15


www.interwhisky.com<br />

INTER<br />

Whisky<br />

Internationale Fachmesse für Lifestyle & Whiskykultur<br />

InterContinental Frankfurt,<br />

Wilhelm-Leuschner-Straße 43, 60329 Frankfurt<br />

16 NOB Premium Spirits<br />

26. – 28. November 2010<br />

FRANKFURT/MAIN<br />

Der Insider-Event für Einsteiger und Profi s<br />

Freitag, 26. November 2010 16.00 - 21.00 Uhr<br />

Samstag, 27. November 2010 12.00 - 21.00 Uhr<br />

Sonntag, 28. November 2010 12.00 - 19.00 Uhr<br />

Drinks<br />

Journal für Kenner und Genießer


Magnífica<br />

Reserva Soleira –<br />

brasilianischer<br />

Zuckerrohrbrand<br />

einer neuen<br />

Qualitätsstufe<br />

Dass brasilianischer Zuckerrohrbrand mittlerweile<br />

in einer Liga mit hochwertigem Rum spielen kann,<br />

zeigt Magnífica Reserva Soleira: Die Anwendung<br />

des Solera-Reifungsverfahrens verleiht dem Cachaça<br />

aus Rio de Janeiro eine Feinheit, die Genießer<br />

bisher nur von ausgewählten Rums kannten.<br />

Hochwertiger Rum ist in Deutschland zum puren Genuss breit<br />

etabliert und findet sich im Grundsortiment jeder guten Bar.<br />

Auf Skepsis stößt dagegen meist die Idee, den brasilianischen<br />

Zuckerrohrbrand Cachaça pur zu genießen – obwohl dieser<br />

genau wie Rum aus der Grundzutat Zuckerrohr entsteht. Der<br />

Grund ist leicht ausgemacht: Die meisten der in Deutschland<br />

verfügbaren Cachaças reichen weder geschmacklich noch<br />

qualitativ an ihre hochwertigen Rum-Brüder heran.<br />

Nun aber werden die Karten im Familienduell neu gemischt:<br />

Magnífica Reserva Soleira ist dank der Anwendung des Solera-Reifungsverfahrens<br />

Vorreiter einer neuen Qualitätsstufe<br />

von Cachaça. Der Edelbrand verbindet feine, vom Eichenholz<br />

geprägte Aromen elegant mit der kraftvollen Note frischen<br />

Zuckerrohrs, die charakteristisch für Cachaça ist. So bietet<br />

Magnífica Reserva Soleira ein ganz eigenes, exquisites Genusserlebnis,<br />

das zum Entdecken des brasilianischen Nationalgetränks<br />

einlädt.<br />

Traditionell in der Herstellung von Sherry und Brandy angewendet,<br />

werden beim Solera-Verfahren wiederholt Chargen<br />

unterschiedlicher Reifungsdauer vermählt, die gemeinsam<br />

weiterreifen. Auf diese Weise entsteht ein Brand, der sich<br />

durch Ausgewogenheit und vielschichtige Aromen auszeichnet.<br />

Im Laufe der letzten Jahrzehnte wurde die Solera-Reifung<br />

bereits bei einigen hochwertigen Rumsorten eingeführt.<br />

Der erfahrene Produzent von Magnífica, João Luiz Coutinho<br />

de Faria, wendet das aufwendige Verfahren als erster und<br />

einziger Hersteller bei Cachaça an. Im sonnigen Hochland des<br />

brasilianischen Bundesstaates Rio de Janeiro errichtete er<br />

hierzu eine achtstufige Solera-Anordnung aus mehr als 220<br />

ausgebrannten Jack Daniels-Fässern. Jährlich werden nur<br />

7.000 Liter des bernsteinfarbenen Brandes abgefüllt, der in<br />

französischen Designerflaschen in den Handel kommt.<br />

Magnífica Reserva Soleira ist ab Sommer 2010 bei ausgewählten<br />

Spirituosenfachhändlern zu einem durchschnittlichen<br />

Preis von € 49 zu finden. Importeur ist die Perola GmbH, ein<br />

junges Handelsunternehmen aus Nürnberg.<br />

Weitere Informationen und Bezugsquellen unter:<br />

www.cachaca-magnifica.de<br />

Über Perola<br />

- Anzeige -<br />

Die Perola GmbH wurde von Arno Schmid-Egger und Joachim<br />

Klein im Jahr 2010 gegründet, um deutschen Konsumenten<br />

beliebte Produkte aus Lateinamerika zugänglich zu machen,<br />

die hierzulande bisher weitgehend unbekannt sind. Perola<br />

heißt auf Portugiesisch „Perle“ und steht für das Unternehmensprinzip,<br />

die besten Produkte einer Kategorie zu identifizieren<br />

und ins Sortiment aufzunehmen. Perolas erste Produktlinie<br />

ist Cachaça Magnífica, der im Jahr 2009 als einer der fünf<br />

besten Zuckerrohrbrände Brasiliens ausgezeichnet wurde.<br />

Quelle (Perola GmbH)<br />

NOB Premium Spirits 17


HANSE SPIRIT<br />

Explore the liquid life<br />

HIER blEIbEN SIE Auf dEm NEuSTEN STANd<br />

• www.facebook.com/hansespirit<br />

• www.twitter.com/hansespirit<br />

• www.hanse-spirit.de Wir freuen uns auf Sie!<br />

18 NOB Premium Spirits<br />

bESuCHEN SIE<br />

dIE HANSE SPIRIT<br />

Die neue Messe für Spirituosen in der Hansestadt<br />

Hamburg mit deutlichem Fokus auf Whisk(e)y.<br />

„Gehen Sie<br />

auf die Entdeckungsreise<br />

des flüssigen Lebens.“<br />

Erleben Sie zwei Tage lang auf 4 Ebenen und fast<br />

2.000 qm in zwei großen Ballsäalen die HANSE<br />

SPIRIT mit nationalen und internationalen Ausstellern<br />

sowie Produkten von Cognac, Gin, Vodka<br />

über Whisyk(e)y und mehr.<br />

Lassen Sie sich in einem von 18 Masterclass-<br />

Tastings für neue Spirituosen begeistern oder<br />

am Samstag Abend durch den WhiskyKoch<br />

Chris Pepper beim HANSE SPIRIT Dinner mit<br />

5 Gängen und 7 Spirituosen verwöhnen.<br />

Samstag, 16. April 2011 von 10:00 bis 19:30 Uhr<br />

Sonntag, 17. April 2011 von 10:00 bis 18:00 Uhr<br />

Curiohaus,<br />

Rothenbaumchaussee 11, 20148 Hamburg


single Malt liebhaber<br />

im hohen norDen<br />

oder wie man zu gutem Whisky kommt<br />

Seine Liebe zum Whisky entdeckte Chris Rickert 1992 auf seiner<br />

ersten Reise nach Schottland. Während einer Rundtour erkundete<br />

er Land & Leute und lernte die Landschaft, Menschen und viele<br />

Besonderheiten kennen und vor allem lieben. Diese Liebe hat bis<br />

heute angehalten und ist noch gewachsen.<br />

Das Wissen um Whisky hat genauso zugenommen wie seine<br />

umfangreiche Whisky-Sammlung. Sie wurde lange Jahre gehegt<br />

& gepflegt sowie kontinuierlich erweitert und legte damit den<br />

Grundstock für besondere Tastings auch mit alten oder seltenen<br />

Abfüllungen.<br />

Gerade in den letzten Jahren wurde dann von Chris Rickert & Stephan<br />

Runge auch das eine oder andere Fläschchen geöffnet, um es<br />

im privaten Rahmen als auch auf Whisky Tastings von hansemalt.<br />

de seiner eigentlichen Bestimmung zuzuführen: Dem Genuß.<br />

Wer sich an hansemalt.de wendet, der kann sich aus einem der<br />

vielen öffentlichen Tastings etwas aussuchen oder erkundet die<br />

vielfältige Welt des „Wasser des Lebens“ im heimischen Kreis mit<br />

guten Freunden. Heutzutage muss man im Hohen Norden nicht<br />

erst nach Schottland fahren, um an gute und außergewöhnliche<br />

Tropfen zu gelangen. „hansemalt@home” ermöglicht es jedem im<br />

privaten Rahmen bei Geburtstagen, Jubiläen etc. oder aber im geschäftlichen<br />

Ambiente bei Geschäftseröffnungen, Ausstellungen &<br />

Vernissagen, etc. Whisky live zu verkosten und zu genießen.<br />

Das Team von hansemalt.de stellt sich auf seine Gastgeber und<br />

deren Umgebung ein. Jeder entscheidet selbst, ob das Tasting in<br />

gemütlicher Atmosphäre, als Seminar oder auch als Schulung stattfindet.<br />

Die Tastings werden mit Lust & Liebe für den Whisky, viel Informations-<br />

und vor allem Anschauungsmaterial durchgeführt, das Chris<br />

Rickert & Stephan Runge im Laufe vieler Jahre zusammengetragen<br />

haben und ständig erweitern. Jedes Jahr sind sie mehrere Wochen<br />

quer durch Schottland unterwegs, um Kontakte zu knüpfen, entstandene<br />

Freundschaften zu Distillery-Managern & Blendern zu<br />

pflegen und immer wieder neue Eindrücke zu sammeln, mit denen<br />

sie ihre Tastings lebendig gestalten und zu einem Erlebnis werden<br />

lassen.<br />

Die eigenen hansemalt.de-Events lassen die beiden auch gern mal<br />

an ungewöhnlichen Orten wie zum Beispiel im Panoptikum, dem<br />

Hamburger Wachsfigurenkabinett, oder in der freien Natur stattfinden,<br />

um ihren langjährigen Stammkunden immer wieder etwas<br />

Neues bieten zu können.<br />

Ob nun Blended Whisky, Grain oder Single Malt, schottischer, walisischer<br />

oder japanischer Whisky – probieren geht über studieren.<br />

Die Vielfalt des weltweiten Angebotes, die persönlichen Kontakte<br />

und amüsanten Anekdoten lassen immer wieder Raum für einen<br />

neuen Anlass mit vergnüglichen Stunden für Whisky-Liebhaber und<br />

solche, die es noch werden wollen.<br />

Chris Rickert & Stephan Runge sind immer für eine neue Idee rund<br />

im Whisky gut. So entstanden schon plakative Whisky-T-Shirt’s mit<br />

besonderen Motiven auf der Seite www.whiskyshirts.de und mit<br />

ihrer eigenen Schokoladenmarke „Scotcholate“ bieten sie bald<br />

feinste, handgefertigte Schokoladenkreationen an. Mehr finden<br />

Sie unter www.scotcholate.de heraus. Weitere Ideen rund im das<br />

Wasser des Lebens sind in der Planung.<br />

Ihre über viele Jahre erfolgreich geknüpften<br />

Kontakte im In- und Ausland<br />

legten Nahe eine kontinuierliche Whisky<br />

& Spirituosenmesse in Hamburg ins Leben<br />

zu rufen. Im April 2011 öffnet in<br />

Hamburg zum ersten Mal die HAN-<br />

SE SPIRIT (www.hanse-spirit.de) ihre<br />

Tore. Wir dürfen gespannt sein, was es<br />

alles zu probieren und welche Whiskygrößen<br />

es live zu erleben gibt …<br />

NOB Premium Spirits 19


Time for an<br />

20 NOB Premium Spirits<br />

Blended Scotch WhiSky<br />

IAN MACLEOD DISTILLERS LTD<br />

Russell House, Dunnet Way, Broxburn, Scotland EH52 5BU UK<br />

TEL. +44(0) 1506 852205 WEB www.ianmacleod.com<br />

Isle of Skye encourages RESPONSIBLE drinking.


a barrel Full of Flavour<br />

Have you ever considered what it means for a drink to be known<br />

as the “Water of Life”? After all, whisky is not the only drink that<br />

bears this moniker – aqua vitae, the Latin term, has been in use<br />

since at least the 15th century to describe any unrefined alcohol.<br />

However, many languages use or have used a term which either<br />

derives directly from this or carries a similar meaning. In all cases,<br />

this term is used to either describe spirits in general (French eaude-vie)<br />

or more specific drinks (Danish akvavit). There is a relatively<br />

simple explanation for this. When spirits were first drunk, it<br />

was generally not for enjoyment. It was often believed that these<br />

liquids were capable of preventing anything from simple illnesses<br />

to and even demons. The three ‘F’s were often cited by the Celts<br />

as reasons for men to drink uisge beatha or usquebaugh in order<br />

to stay fit and healthy – Foraging, Fighting and Fornication!<br />

Up until a hundred years ago or so, the vast majority of whisky<br />

was, by modern standards, very heavily peated. The reasons for<br />

this were simple: whisky makers used the material they had locally<br />

for setting fires, and this was most often peat, which is found<br />

in abundance throughout Scotland.<br />

However, this didn’t last. It is thought that the first oak casks were<br />

used to age whisky around 1750 and I can only imagine that it was<br />

a very happy Scotsman who discovered this process for the first<br />

time! Somewhat later, as the markets in England and, indeed, the<br />

rest of the world opened up and began purchasing whisky, further<br />

changes were forced upon the distillers.<br />

Up until this stage, the English had been drinking beer or sherry<br />

(accounting, amazingly, for nearly 1/3 of the entire world consumption<br />

of the latter). These drinks are much lower in alcohol and<br />

generally far sweeter and more pleasant to drink. For this reason,<br />

Scottish whisky did not initially sell well in the rest of the UK. With<br />

the introduction of the railways to Scotland from 1863 onwards,<br />

however, it became possible (and more profitable) to import coal<br />

to fire the furnaces. Coal, of course, has a far more neutral effect<br />

on the grain and the smoky flavours in whisky produced at distilleries<br />

with rail access, began to disappear. Only those distilleries<br />

that were inaccessible (primarily the island distilleries) retained<br />

peat as their main source of burnable material. When combined<br />

with the ever increasing use of oak casks for aging, most whisky<br />

took on a much sweeter, lighter note and became more palatable<br />

to not only the English but also the Americans – a significant financial<br />

market for whisky producers.<br />

When the use of oak casks finally became law in 1909, the majority<br />

of distilleries used either sherry or bourbon casks. Sherry was<br />

generally transported to the UK in the casks, which were subsequently<br />

discarded, as it would have been prohibitively expensive<br />

to return them to Spain. American distilling laws state that oak<br />

casks may only be used once for spirit maturation and so are useless<br />

after the (relatively short) period of maturation for bourbon.<br />

In both cases, the Scots found a way to obtain very cheap oak<br />

casks to age their whisky.<br />

In the late 1980s, one distillery, Glenmorangie, started to experiment<br />

with casks that had been used to store drinks other than<br />

sherry or bourbon. Would it be possible, they asked, to add the<br />

flavours of port wine, cognac and other strongly-flavoured drinks<br />

to whisky and if so, what would these taste like. There are strict<br />

rules and regulations that do not allow them to actually mix drinks<br />

together or add artificial flavouring (at least, if the drink is still going<br />

to be sold as whisky), but none on the use of different casks.<br />

The first bottlings came onto the market in the early 90s and were<br />

considered strange, but generally acceptable. Keen not to miss<br />

out on a possible new trend, other distilleries started their own<br />

experiments and soon the market was full of new and exciting<br />

bottlings, of which there are two basic types. Firstly, there is whisky<br />

which is mostly aged in ‘normal’ barrels, but then transferred<br />

to new casks for 6 to 12 months in a process known as finishing.<br />

This is, of course, quicker to bring to market, as the finish can be<br />

applied to already aged barrels. There is also whisky that is aged<br />

for its entire life in a particular barrel – this is still most common<br />

with sherry and bourbon barrels, of course, and there are (sadly?)<br />

very few others out there.<br />

Personally, I find these ever-changing flavours fascinating. To discover<br />

the exciting (and relatively new) world of wood finishes,<br />

take a look at any the whisky list from almost any independent<br />

bottler (of which I consider Ian Macleod’s Dun Bheagan range one<br />

of the very best) and search for the word ‘Finish’… The selection<br />

is changing constantly and every year brings a new set of finishes<br />

onto the market.<br />

Finish, however, is entirely the wrong word – it’s only the beginning<br />

of a wonderful voyage of discovery!<br />

Jon Wells / www.whiskybrunnen.de<br />

NOB Premium Spirits 21


Kolumne<br />

22 NOB Premium Spirits<br />

Mixology<br />

Drinks aus einer anderen Zeit<br />

Mein Name ist Jürgen Kroetzsch und ich habe unter anderem zwei Hobbies: Reisen und<br />

Mixology. Letzteres ist die Lehre der ’Classic American Bar’.<br />

Viele wissen gar nicht, dass dies eine echte, gewachsene amerikanische Kultur ist, bei der<br />

die Entstehung jedes Drinks fast immer einen geschichtlichen Hintergrund involviert. Es ist<br />

ein wunderbar interessantes Gebiet, das einem in nur wenigen Bars vermittelt wird. Es geht<br />

außerdem nicht darum sich zu betrinken - fast nichts liegt dem echten Mixologen ferner!<br />

Ich möchte Ihnen in dieser Kolumne Bars vorstellen, in denen nach dieser Lehre gearbeitet<br />

wird und in denen die Zutaten und Zubereitungsweise wichtiger sind als die Show. Bars, in<br />

denen mit Leidenschaft und Liebe gemixt wird und in denen manche Zutaten sogar selber<br />

hergestellt werden, weil die verwendeten Ingredienzien nur eines zulassen sollen: puren<br />

Genuß.<br />

Außerdem präsentiere ich Ihnen ab dieser Ausgabe auch die Geschichte sowie die Zubereitung<br />

jeweils eines echten, klassischen Drinks damit Sie demnächst den Mann hinter der Bar<br />

ein wenig auf den Prüfstand stellen können.<br />

My name is Juergen Kroetzsch and I have two hobbies: travelling and Mixology. The latter is the ideology of the ‘Classic American Bar’.<br />

It is the art of making a ‘classic Mixed Drink’ (also referred to as a ‘Cocktail’). You also learn the history behind each drink. Even in America,<br />

I have come across many people who don’t know that Mixology is a truly home grown American culture. It is a fascinating realm,<br />

which is only realized in a very few bars around the globe. Nothing is more absurd for the true Mixologist than getting drunk.<br />

I would like to present exactly this kind of bar to you in this column; Bars in which the preparation of the drinks and the spirits used are<br />

more important than the show. Bars in which some ingredients are even homemade because what is in the drinks and how it is made<br />

only allows one thing: the highest quality and purest pleasure.<br />

Also I would like to present to you, from now on, the preparation and the history of one classic Mixed Drink in each issue, so you can now<br />

put the man behind the bar on the test.<br />

die echten<br />

drink-klassiker teil 1: ClassiC Mixed drinks Part 1:<br />

„Manhattan Cocktail’“<br />

Ein Bartender im feudalen ’Manhattan Club’ in New York City kreierte<br />

diesen Drink im Jahre 1874 für Jennie Churchill, die Mutter<br />

von Winston Churchill, als diese eine Party für den damals gerade<br />

neu gewählten ’Governor of New York’ Samuel James Tilden gab.<br />

Es ist ein simpler Drink der wie viele Klassiker auf Eis gerührt wird<br />

und wenige Zutaten hat. Wermut aus Italien war damals gerade<br />

der letzte Schrei in New York (man verwendet vornehmlich den<br />

leicht süßlichen, roten Wermut), Bourbon war die lokale ’Volksdroge’<br />

und Bitters waren damals sowieso in fast jedem ’Mixed<br />

Drink’ (oder ’Cocktail’).<br />

„Manhattan Cocktail“<br />

A Bartender at the renowned ‘Manhattan Club’ in New York City<br />

created this drink in 1874 for Jennie Churchill (the mother of Winston<br />

Churchill) when she threw a party for the then newly elected<br />

Governor of New York Samuel James Tilden. The Manhattan is like<br />

almost all classic drinks; stirred on ice and has few ingredients. Imported<br />

Vermouth from Italy was hip at the time (one mostly uses<br />

the lightly sweet red Vermouth); Bourbon was the most common<br />

local liquor and Bitters were added into many Mixed Drinks back<br />

then to add some spice (which has recently become very fashionable<br />

again).


Bourbon wurde in der Mitte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts<br />

hauptsächlich aus Roggen (engl.: Rye) destilliert, da in der Kornkammer<br />

der USA (dem Mittleren Westen) kaum etwas anderes<br />

angebaut wurde. Daher bekommt man das authentischste Geschmackserlebnis<br />

mit einem Rye-Bourbon (der gerade eine Renaissance<br />

erlebt) wie ’Jim Bim Straight Rye’ oder ’Sazerac Rye’ - ich<br />

bevorzuge für einen ’Top Shelf’ Manhattan jedoch ’Knob Creek’.<br />

Heute wird Bourbon hauptsächlich aus Mais gebrannt; der Name<br />

Bourbon kommt übrigens von Bourbon County in Kentucky, wo<br />

heute kein Whiskey* mehr gebrannt wird. Viele Rezepte für den<br />

Manhattan verwenden kanadischen Whisky* weil er häufig vom<br />

Roggen geprägt ist, aber es gibt keinen Whisky aus Kanada der<br />

vergleichbar wäre mit einem ’Straight Rye’ aus den USA.<br />

Interessant ist auch noch zu erwähnen, dass der Manhattan damals<br />

in einigen Staaten der USA (vornehmlich Wisconsin und<br />

Minnesota) mit Brandy statt Bourbon gerührt wurde, dann<br />

heißt der Drink ’Harvard’. Mit trockenem Wermut<br />

gerührt heißt er ’Dry Manhattan’<br />

(oder ’Manhattan<br />

Dry’) und<br />

mit Scotch<br />

Whisky heißt<br />

der Drink ’Rob Roy’,<br />

benannt nach dem<br />

schottischen Nationalhelden<br />

Robert Roy MacGregor<br />

(1671-1734), dessen Leben den<br />

Stoff für ein erfolgreiches Broadway<br />

Musical lieferte (ca. 1910). Durch das<br />

’Savoy Cocktail Book’ von Harry Craddock<br />

(1930) wurde auch dieser Drink zum Klassiker.<br />

*Whiskey = amerikanisch, Whisky = englisch, es<br />

gibt jedoch Ausnahmen<br />

Zubereitung:<br />

5cl Bourbon (Basis Drink: Canadian Club / Top Shelf: Sazerac Rye<br />

oder Knob Creek)<br />

2,5cl roter ital. Wermut (Basis Drink: Martini Rosso / Top Shelf:<br />

Carpano Antica Formula)<br />

2-3 Tropfen Bitters (Basis: Angostura, Peychaud’s / Top Shelf: Bitter<br />

Truth Aromatic Bitters)<br />

Viele, sehr kalte und trockene Eiswürfel (groß, viereckig ohne<br />

’Loch’ und aus destilliertem Leitungswasser oder stillem Mineralwasser<br />

hergestellt) auf denen man die (leicht gekühlten) Zutaten<br />

in einem separaten Rührglas solange rührt, bis das Glas von außen<br />

beschlägt. Dann seiht man den Drink in ein gekühltes Cocktailglas<br />

(klassischer: Cocktailschale) ab - heißt: durch ein Barsieb abgießen<br />

damit das Eis nicht mit ins Servierglas gelangt.<br />

Als Garnitur wird oft eine ’Cocktailkirsche’ erwähnt. Eine solche<br />

verwenden Sie bitte nur dann, wenn Sie frische Süßkirschen (leicht<br />

einritzen und mit Stil) selber in Maraschino Likör (z.B. von Toschi)<br />

mit etwas Zucker für 2 bis 3 Monate eingelegt haben; Cocktailkirschen<br />

aus dem Supermarkt sind pures Gift.<br />

From the middle until the end of the 19th century Bourbon was<br />

distilled mainly from rye in the Mid West of the United States,<br />

since hardly anything else was harvested there. Hence the most<br />

authentic taste would be achieved using, for instance, ‘Jim Beam<br />

Straight Rye’ or ‘Sazerac Rye’. Rye Bourbons are going through<br />

a renaissance right now. Like many old Mixed Drink ingredients<br />

that hadn’t been available for a long time. However, I prefer ‘Knob<br />

Creek’ for a top shelf Manhattan Cocktail.<br />

Today Bourbon is distilled mainly from corn. The name ‘Bourbon’<br />

by the way is adapted from Bourbon County in Kentucky though<br />

no Bourbon Whiskey* is produced there anymore. Many recipes<br />

also use Canadian Whisky* since it has a bit of a rye-note, but<br />

no Whisky from Canada can be compared to the ‘Straight Rye’<br />

Bourbons from the US.<br />

Interesting in this context are<br />

the following facts: some States<br />

in the US (mainly Wisconsin and<br />

Minnesota) use Brandy instead of<br />

Bourbon and call the drink a ‘Harvard’.<br />

If you use dry Vermouth it is<br />

called ‘Dry Manhattan’ (or ‘Manhattan<br />

Dry’) and if Scotch Whisky is used<br />

the drink is called ‘Rob Roy’. It is named<br />

after the Scottish national hero Robert<br />

Roy MacGregor (1671-1734), whose life<br />

was the basis for a successful Broadway<br />

musical (ca. 1910). Harry Craddock published<br />

his ‘Savoy Cocktail Book’ in 1930 and turned<br />

the ‘Rob Roy’ into a classic.<br />

*Whiskey = American, Whisky = English, though there are exceptions<br />

Preparation:<br />

5cl (1,5 oz) Bourbon (medium shelf: Canadian Club / top shelf: Sazerac<br />

Rye or Knob Creek)<br />

2,5cl (3/4 oz) red Ital.Vermouth (medium shelf: Martini Rosso / top<br />

shelf: Carpano Antica Formula)<br />

2-3 dash Bitters (medium shelf: Angostura, Peychaud’s / top shelf:<br />

Bitter Truth Aromatic Bitters)<br />

Stir all (lightly cold) ingredients in a mixing glass (pitcher) over<br />

many, very dry and cold ice cubes (big, square without a ‘hole’<br />

and made from distilled tab water or still mineral water) until the<br />

outside of the glass collects condensation, then use a bar strainer<br />

to pour the drink into the chilled (not frosted) cocktail glass (classier:<br />

Champagne Goblet).<br />

As a garnish for this drink you will mostly read about a Maraschino<br />

cherry. Please only use one of those if you soaked fresh, sweet<br />

cherries (bruise the skin a little and leave the stem) in Maraschino<br />

Liqueur (i.e. from ‘Toschi’) with a little sugar and let it sit for 2 to<br />

3 months. The cocktail cherries available in supermarkets are chemical<br />

concoctions and pure poison.<br />

NOB Premium Spirits 23


DER SPESSARTWHISKEY<br />

Weingut-Feinbrennerei<br />

Dörsthof 4<br />

63755 Alzenau-Michelbach<br />

www.feinbrenner.eu<br />

24 NOB Premium Spirits


Schokolade zum Whisky!<br />

Spleen oder einfach nur lecker?<br />

Einer der Pioniere, welcher sich<br />

diesem Thema angenommen hat,<br />

ist Konditormeister Eberhard<br />

Schell aus dem württembergischen<br />

Gundelsheim bei Heilbronn.<br />

Seit Jahren beschäftigt sich das<br />

schwäbische Cleverle mit edlen<br />

Kombinationen von Schokolade<br />

und Pralinen aus Wein und zum<br />

Wein. So hat er nicht nur die<br />

erste Praline entwickelt, welche<br />

ein deutsches Patent bekam: das<br />

„Essigschleckerle“ das mit feinsten<br />

Essigen aus Spät- und Ausleseweinen gefertigt wird.<br />

Er war es, der den Weingüter zeigte, wie köstlich sich edler<br />

Wein in leckere Pralinen aus Eiswein, Barriqueweinen und<br />

Sekt zusammenbringen lässt. Ein weiterer Weg waren Schokoladen,<br />

welche zu speziellen Weinsorten und Typen gefertigt<br />

werden. Dass dies sich auch ausgezeichnet mit Bränden und<br />

Spirituosen zusammenbringen lässt ist ebenfalls eine bewiesene<br />

Sache. Insbesondere mit Whiskys lassen sich köstliche<br />

Kombinationen kreieren.<br />

Ein Schell-Klassiker ist eine leckere gefüllte Schokolade unter<br />

Verwendung von zwei cask strength Whiskys, dem schottischem<br />

Islay Laphroaig und dem irischen Connomara.<br />

Eine zartschmelzende Canache unter Verwendung dieser<br />

Whiskys und Umhüllt von Edelschokolade aus Venezuela.<br />

Doch nicht nur als gefüllte Schokolade sondern auch als reine<br />

Schokoladen unter Verwendung bester Kakaosorten wie<br />

Criollo, Trinitario und Nationalbohnen harmonieren perfekt.<br />

Wichtig ist, dass man eine genaue Genussregel einhält. Zuerst<br />

wird der Whisky probiert, dann die Schokolade. Die<br />

Schokolade lässt man im Mund schmelzen und anschließend<br />

nimmt man einen Schluck vom Whisky dazu. Sie werden<br />

begeistert sein und jedes Dessert erübrigt sich. Übrigens:<br />

Schokolade und Whisky –<br />

ein Genusserlebnis!<br />

Entdecken Sie die köstliche Welt feinster Edelschokoladen<br />

zum Whisky. Gefüllte Schokoladen und Pralinen mit Connomara<br />

und Laphroaig. Schokoladen-Weinseminare, Pralinenkurse,<br />

Gästezimmer und Pauschalen. Schauen Sie auf unsere Homepage!<br />

SCHELL Schokoladenmanufaktur | Stammhaus und Gästezimmer: Schloßstraße 31-33 | 74831 Gundelsheim<br />

Fon +49 (0) 62 69 - 3 50 | Fax - 2 94 | E-Mail: schell@schell-schokoladen.de | Internet: www.schell-schokoladen.de<br />

Öffnungszeiten: Mo & Di Ruhetag | Mi, Do, Fr 8 - 18 Uhr, Sa 6 - 17 Uhr | So 8 - 18 Uhr<br />

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Seit einiger Zeit kursiert ja das Gerücht, Schokolade und Wein sollen zusammen passen.<br />

diese Vorgehensweise wird bei allen Degustationen eingehalten<br />

– hochgeistig oder auch beim Wein.<br />

Weitere perfekte Kombinationen sind die Schokolade „Cuba“,<br />

reine Criollo aus Kuba am besten zu einem feinen Sherrywood.<br />

„Guinea Ancho”, eine Schokolade aus Trinitario,<br />

Kakao aus Papua Neu Guinea mit leichter Raucharomatik,<br />

welche sehr gut zu getorften Islay Whiskys passt oder auch<br />

„Inka Inti” aus Perucriollos mit leichten Salzaromen – auch<br />

hier zu salzigen Whiskys eine gelungene Kombination ergibt.<br />

Übrigens: Schell Schokoladenmanufaktur finden Sie auf der<br />

Prowein bei „Wine meets best Friends” beim Feinschmecker,<br />

Halle 6 Empore in Düsseldorf.<br />

NOB Premium Spirits 25


BAR-Reisetipp<br />

„Queen Mary 2“<br />

the „commodore club“ deck 9<br />

Wer eine Kreuzfahrt macht denkt in erster Linie ans Relaxen,<br />

an gutes Essen und - in meinem Fall - an gute Drinks. Nebenbei<br />

kann man hier und da noch einen ‘Landfall’ mit 1500 Mitreisenden<br />

machen und alle Souvenir-Shops auf einer Insel mit<br />

300 Einwohnern in 50 Minuten leer kaufen.<br />

Die Wahl des Schiffes fiel mir bei meiner ersten Kreuzfahrt<br />

nicht schwer: Die Queen Mary 2 oder kurz: QM2. Sie hat die<br />

beste schwimmende Bar und sie ist meines Erachtens der einzige<br />

echte ’Ocean Liner’. Unsere 14tägige Karibik-Rundreise<br />

hatte ich meiner Mutter zum 70sten Geburtstag geschenkt<br />

(ein Schiff… da kann sie nicht verloren gehen) und gleichzeitig<br />

meinen besten Freund mitgenommen und sie ihren Lebenspartner,<br />

denn nur Mutter und Sohn auf einem Schiff für<br />

14 Tage… denken Sie einfach mal drüber nach.<br />

Nach dem Ablegen in New York verbrachten wir die ersten<br />

beiden Tage auf See - Zeit genug, um das Schiff ausgiebig kennenzulernen.<br />

Die QM2 war auf dieser Reise komplett ausgebucht:<br />

3000 Passagiere und fast 1500 Crew. Wahnsinn! Sie ist<br />

jedoch so groß, dass man nie auch nur irgendeine Enge verspürt.<br />

Es gibt sogar viele Orte an Deck, an denen man schlichtweg<br />

allein ist und auf’s weite Meer schaut.<br />

Die Passagiere teilen sich in drei Klassen auf: ’Queens Grill’,<br />

die erste Klasse, dessen Passagiere außerordentlich fein und<br />

gediegen im ’Queens Grill Restaurant’ dinieren. Die reichen<br />

26 NOB Premium Spirits<br />

BAR-travel tip<br />

„Queen Mary 2“<br />

the „commodore club“ deck 9<br />

When you think of a cruise trip the first things on your mind<br />

are relaxation, good food and - in my case - good drinks… and<br />

sometimes you make landfall with those other 1500 fellow<br />

‘cruisers’ and shop all souvenir shops empty in 50 minutes on<br />

a tiny island of 300 people.<br />

It wasn’t hard for me to choose the ship: Queen Mary 2 or<br />

short: QM2. She has the best bar afloat and she is by far the<br />

only real ‘Ocean Liner’ in service. I gave this 14 day cruise<br />

throughout the Caribbean as a gift for my mother’s 70th birthday<br />

(a ship… she can’t get lost). I had taken my best friend<br />

along and she was with her partner on this cruise since just a<br />

mother-son situation on a ship for 14 days… think about it.<br />

After we left New York City we spent the first two days at sea<br />

which was ample time to get to know this beautiful ship. QM2<br />

was completely sold out on this early December voyage: 3000<br />

passengers were carefully looked after by 1500 crew. The<br />

ship, however, is so big that you don’t realise how many people<br />

are actually travelling with you. There are even places on<br />

board where you can simply enjoy looking out on the ocean<br />

all by yourself.<br />

The ship is subdivided into three classes of travel: ‘Queens<br />

Grill’ or First Class, rich and over-spoiled passengers dine in<br />

the extraordinarily classy restaurant of the same name and<br />

dwell in suites or apartments with private butlers. Then there


und verwöhnten Passagiere wohnen in großen Suiten und<br />

Apartments mit privatem Butler auf den oberen Decks. Der<br />

’Princess Grill’ ist die zweite Klasse an Bord - immer noch sehr<br />

schick und mit eigenem Restaurant ebenfalls ohne Dinnersitzungen<br />

und einer Lounge mit vielen kleinen und großen Annehmlichkeiten.<br />

’Britannia’ heißt die dritte Klasse bei Cunard - das Fußvolk auf<br />

der QM2. Architektonisch und schiffbautechnisch ist das ’Britannia<br />

Restaurant’ ein absolutes Art-Deco Meisterwerk über 2<br />

Ebenen und für über 1000 Gäste konzipiert. Wegen der Größe<br />

gibt es aber zwei Dinnersitzungen, bei denen es manchmal<br />

etwas laut zugeht. Der Service ist trotzdem sehr vornehm und<br />

das Essen (meistens) sehr gut (im ’Britannia Club’, einem kleinen<br />

Nebenraum, kann man gegen Aufpreis im kleineren Rahmen<br />

ohne Dinnersitzungen dinieren).<br />

Alle Klassen verschwimmen jedoch im ’Commodore Club’ -<br />

das ist die außerordentlich schicke Bar auf Deck 9. Sie befindet<br />

sich ganz vorn im Bug des Schiffes unter der Brücke mit<br />

Blick aus geneigten Fenstern nach vorn auf die Weiten des<br />

Ozeans. Welch ein Ort für einen guten Drink! Man reist… und<br />

nach zwei Martinis schwebt man über den Ozean.<br />

Hier findet man sehr interessante Menschen aus jeder Klasse<br />

an Deck und von überall in der Welt. Man trifft sich zum Apéritif<br />

und oft auch wieder zum Digestif in stilvollem Ambiente.<br />

Auf unserer 14tägigen Reise waren es zum Schluss fast immer<br />

dieselben Genießer, die sich den wunderbaren Drinks und den<br />

interessanten Gesprächen hingaben. Außerdem hatte man<br />

schon fast freundschaftlichen Kontakt zum Personal, obwohl<br />

dem Personal der private Kontakt zum Gast streng untersagt<br />

ist; im Commodore Club verschwimmt sogar diese Grenze ein<br />

wenig.<br />

Es grenzt fast an ein Wunder, dass ich jeden Abend denselben<br />

Platz an der Bar einnehmen durfte (ich hatte ja den Verdacht,<br />

dass Marcos, der reizende Barmann aus Uruguay, mir<br />

diesen Platz reservierte). Es war der erste Stuhl an der Bar<br />

gleich Backbord, so sah ich rechts die grandiosen Mixologen<br />

und links den Ozean. Dazwischen stand meist ein perfekt gerührter<br />

Martini oder ein grandios geschüttelter Whiskey Sour.<br />

Mein bester Freund saß meist mit mir an der Bar und wir sinnierten<br />

über den letzten Landgang oder über andere wichtige<br />

und besonders unwichtige Dinge des Lebens. Hier, mitten auf<br />

dem Ozean und in so einer Atmosphäre, fängt man an zu philosophieren.<br />

Meine Mutter liebte die umwerfenden ’Raspberry Martinis’,<br />

die mit wirklich frischem Himbeerpüree gemacht wurden.<br />

Das Personal verstand es vorbildlich mit Menschen jedweder<br />

Couleur und in vielen verschieden Sprachen gekonnt ins Gespräch<br />

zu kommen, aber sich auch wieder galant zurückzuziehen<br />

wenn die Zeit dafür reif war. Dennoch hatte man das<br />

Gefühl jeden Abend bei Freunden einen Drink serviert zu bekommen;<br />

genau so, wie es in einer guten Bar sein soll.<br />

Hier konnte man alle neu gewonnenen Eindrücke dieser wunderbaren<br />

Reise in Ruhe verarbeiten.<br />

is ‘Princess Grill’ or Second Class. Still chic and with its own<br />

restaurant (also only one dinner seating) and a lounge that<br />

caters to the many needs of these ‘bummer I didn’t make it to<br />

first class’ passengers. And then there is ‘Britannia’ or, well…<br />

third class (the two words that no-one uses), foot traffic on<br />

the QM2 yet still classy. Britannia restaurant is an architectural<br />

and ship-builders masterpiece. Over 1000 people dine<br />

in an Art-Deco setting on two floors with a huge atrium. The<br />

service is very attentive and the food is mostly good (sometimes<br />

excellent) but it is a little loud at times. There are 2 dinner<br />

seatings but ‘Britannia Club’ offers an option at a surcharge to<br />

dine in a separate room with only one seating.<br />

And then there is ’Commodore Club’, the bar on this classy<br />

ship, where the class of travel is of no interest at all. It is located<br />

on deck 9 just below the bridge at the very front where<br />

you can look out straight at sea through tilted windows - what<br />

a place for a good Drink. One travels… and after two of those<br />

fabulous Martinis one is flying over the ocean. You find people<br />

from all walks of life here and on a long trip like ours they<br />

become regulars. One meets for Apéritif and mostly the same<br />

people again for After-Dinner-Drinks. The über-attentive staff<br />

is so kind and caring, I could say I almost became friends with<br />

them though any private contact between staff and passengers<br />

is strongly forbidden on this ship. Here, in Commodore<br />

Club, even this boundary dissolves a little.<br />

It is a bit of a miracle that I could sit every night in the same<br />

seat at the bar (well I had a bit of a notion that Marcos, the<br />

Uruguayan bartender had it reserved for me…) with a perfectly<br />

stirred Martini next to me or a wonderfully smooth Whiskey<br />

Sour. My best friend was mostly with me and we talked about<br />

our last ‘landfall’ or about important or really unimportant<br />

things in life. Here, in the midst of the ocean and in a setting<br />

like this, one becomes a philosopher at times.<br />

My mother came up a couple of times, but this was usually<br />

‘my time out’. She loved the Raspberry Martinis made from<br />

real fresh raspberry purée. The Staff is just superbly trained<br />

in seemingly important small talk with people from just any<br />

background, and in many different languages. However, when<br />

the time is right they gracefully withdraw and dedicate their<br />

attention to mixing the best drinks on the ocean. It is just what<br />

you expect from a perfect bar.<br />

I had a feeling I was having drinks at a friends house every<br />

night and I won’t forget the beautiful hours I have spent there.<br />

This is the perfect place to let all newly gained impressions<br />

sink in gracefully.<br />

NOB Premium Spirits 27


28 NOB Premium Spirits<br />

for Centuries the stormy waters of the Atlantic<br />

Ocean has not only shaped the character of the<br />

people of islay but also the character of their<br />

world famous MAlt Whiskies.<br />

In many ways this fine malt mirrors the<br />

character of islay people- strong yet<br />

gentle, warm yet mellow, but with a<br />

maturity beyond its years.<br />

robustly peaty, with an unmistakable<br />

breath of the seashore. the ileach is a<br />

true `man from islay`.<br />

the Highlands & islands<br />

scotch Whisky Company Limited<br />

e-mail: whisky@globalnet.co.uk


highlanD Dinner<br />

im schloss Johannisburg in aschaffenburg<br />

Michael holzapfel von Whiskymax<br />

hatte gerufen und alle kamen...<br />

Teilnehmer zu dem gefragten Event kamen aus Aschaffenburg<br />

und Umgebung, aus Nürnberg reisten die Triumph Freunde<br />

und aus München kamen zusammen mit den Mitgliedern des<br />

Single Malt Connoisseur`s Club München weitere Oldtimerfreunde<br />

und Whiskyenthusiasten, angeführt von Fred Heinz<br />

Schober aus dem Whisk(e)y Shop tara in München, um dieser<br />

Veranstaltung beizuwohnen. (www.whiskyclub.de)<br />

Empfangen wurden die Freunde der British Classic Cars von<br />

Michael Holzapfel persönlich. Mit einem Gläschen Champagner<br />

wurde der Staub, der über 6 Stunden dauernten Anreise,<br />

heruntergespült.<br />

Nach einer kurzen Pause versammelten sich alle Teilnehmer<br />

in einem Ecksaal des von 1605 bis 1614 erbauten Schlosses.<br />

Begrüßt und durch den Abend geführt wurden die Gäste von<br />

Jon Wells. Von ihm erfuhren die Tasting Teilnehmer allerlei interessantes<br />

über die wohl erstaunlichste Spirituose der Welt:<br />

Den Whisky!<br />

Verkostet wurden ein 20-jähriger Littlemill von Whiskymax, ein<br />

12-jähriger Poit Dhubh Blended Malt, ein 14-jähriger Benriach,<br />

ebenfalls von DunBheagan, welcher im Rumfass nachgelagert<br />

ist. Als Highlight wurde ein 26-jähriger Brora verkostet. Dieser<br />

Single Malt aus den nördlichen Highlands kommt ebenfalls von<br />

dem unabhängigen Abfüller DunBheagan. Ein toller Malt aus<br />

der bereits 1983 geschlossenen Brennerei. Fortgesetzt wurde<br />

die Whiskyprobe mit einem Six Isles Blended Malt der im Pomerol<br />

Fass nachgelagert war. Zum Schluss wurde ein stark getorfter<br />

Maximum Peat No.4 von der Insel Islay getestet.<br />

Musikalisch wurde die Veranstaltung von der Irin Siobhan<br />

Prendergast und dem Schotten John Morrell „befeuert“ – mit<br />

Liedern aus Irland und Schottland sorgten die beiden Vollblutmusiker<br />

für eine grandiose Stimmung.<br />

Für die notwendige Unterlage sorgte die Küche des Schlossrestaurants<br />

mit nachfolgenden 3-Gänge Menü:<br />

•<br />

•<br />

•<br />

Schottischer Räucherlachs an Apfel-Whisky-Chutney<br />

gegrillte Poulardenbrust im Whisky-Sojalack mit<br />

geschmorten Chinakohl und Kartoffel-Selleriepüree<br />

Zwetschgenknödel mit Whisky parfümiert<br />

Nach ca. 3½ Stunden und einer Vielzahl an Informationen<br />

neigte sich der schöne Abend dem Ende zu. Ein Teil der Teilnehmer<br />

hat sich noch auf einen „Absacker“ im benachbarten<br />

„Schlappeseppel“ eingefunden. Was ein Abend...<br />

Nach der Übernachtung in der Nähe des Schlosses, ging es<br />

am nächsten Tag für die Teams der British Classic Cars wieder<br />

zurück in die Heimat. Im Gepäck eine Flasche feinsten schottischen<br />

Malt, sind die Teilnehmer mit ihren Austin-Healey`s,<br />

Jaguar, Mini und Triumph im Geiste schon auf der nächsten<br />

Tour nach Schottland.<br />

FHS<br />

NOB Premium Spirits 29


30 NOB Premium Spirits


auFgegabelt<br />

Der irische Freund und Kollege hat mich bei seinem Besuch<br />

nachdenklich gemacht. Warum wir Deutschen uns auf Schritt<br />

und Tritt gängeln ließen, fragte er nach Ausflügen in die nahe<br />

Großstadt und durch den Süden Deutschlands. Ich konnte mit<br />

seiner Frage zunächst nichts anfangen (der Groschen ist kein<br />

Sturzkampfbomber), begriff aber schnell, als er mir die Unzahl<br />

der Verbots- und Gebotsschilder aufzählte, denen er auf jeder<br />

unserer Touren begegnet war: Kein Spielplatz! Das Betreten<br />

des Rasens ist verboten! Abstellen von Fahrrädern verboten!<br />

Hunde an die Leine! Baden verboten! Parken verboten! Kein<br />

Zutritt für Unbefugte! Mobiltelefone nicht erlaubt! Der Verzehr<br />

von mitgebrachten Speisen und Getränken ist nicht erlaubt!<br />

Nun, einem Volk, dessen Mehrheit vieles für zulässig hält, was<br />

nicht ausdrücklich verboten ist, müssen wohl Grenzen gesetzt<br />

werden. Wenn rücksichtsloser Pöbel über Grünflächen latscht<br />

und durch Blumenbeete trampelt, muss sich irgendwann ein<br />

jeder Bürger mit Verbotsschildern abfinden. Und solang es in<br />

diesem unserem Land Wichtigtuer gibt, die meinen, sich auch<br />

im Restaurant und sogar (selbst erlebt!!) in einem Theater und<br />

in einer Kirche anrufen lassen zu müssen, sind Handy-Verbot<br />

und Platzverweis keine Gängelei, sondern nötige Erziehung!<br />

Wie sagte ein verwandter Ex-Polizeibeamter? „Jedes Volk hat<br />

die Verbote, die es verdient!“<br />

So stark, wie sich mancher deutsche Michel beim Übertreten<br />

simpelster Anstandsregeln fühlt, so feige oder bequem ist er<br />

da, wo Widerstand angebracht wäre. Der Deutsche rebelliert<br />

nur verbal und im kleinen Kreis. Wie nehmen jede unliebsame<br />

Entscheidung der von uns alimentierten Politiker hin, weil<br />

wir mehrheitlich zu feige oder zu träge sind für Generalstreiks,<br />

mit denen wir etwas bewegen könnten. Wir regen uns andauernd<br />

auf über Benzinpreise, obwohl wir Ölkartelle und Fiskus<br />

ganz schnell Mores lehren könnten, wenn jeder (!) nur eine<br />

Woche lang sein Auto in der Garage stehen ließe. Wir lassen<br />

uns von Bankern mit den schändlichsten Habenzinsen abspeisen<br />

und mit horrenden Sollzinsen kujonieren, statt den Verwaltern<br />

von fremdem Geld einmal zu zeigen, wo der Barthel<br />

den Most holt, indem jeder (!) Kunde seine liquiden Gelder<br />

abhebt und damit dem Geldinstitut den Boden entzieht. Doch<br />

für gemeinsames Vorgehen braucht’s Solidarität und fürs Aufbegehren<br />

Mut. Ein Stückchen Franzose müsste in jedem Deutschen<br />

stecken …<br />

Ja, Freund Fergus von Esmerald Island, wir Deutschen lassen<br />

uns gängeln! Nicht alle, aber immer noch viel zu viele. Sogar<br />

in Fragen des persönlichen Geschmacks! So klammern wir uns<br />

bis heute an Dogmen: Keine süßen Getränke als Aperitif! Nie<br />

Rotwein zu Fisch und Geflügel! Kein Bier bestellen in einem<br />

„feinen“ Restaurant! Edelbrände nur aus einem Nosing glass!<br />

Halbbitters nur am Ende eines Menüs! Kein Bier auf Wein! Die<br />

Liste solcher Anachronismen ließe sich beliebig verlängern.<br />

Ich ziehe heute noch im Geiste den Hut vor meinem Sohn,<br />

der als Kleinkind vor drei Jahrzehnten Muskatnuss über To-<br />

Glosse<br />

maten zu reiben pflegte, während wir Eltern Salz- und Pfeffermühle<br />

über den roten Früchten drehten (fertig Gemahlenes<br />

kam uns schon damals nicht in die Küche). Die Einwände<br />

gegen seine Würzwahl tat Filius stets mit zwei Wörtern ab:<br />

„Mir schmeckt’s!“ Welcher Erwachsene hat heute noch den<br />

Mumm, sich gegen teilweise überholte Regeln aufzulehnen,<br />

die irgendwann von irgendeinem Vorschmecker aufgestellt<br />

wurden? Wer traut sich zum Beispiel, als Aperitif ein gut gehopftes<br />

Pilsner zu ordern, obwohl der befrackte Ober mit<br />

seiner Suggestivfrage „Sherry oder Champagner?“ schon den<br />

Weg weist, den „man“ in der renommierten Lokalität zu gehen<br />

hat? Wer ignoriert den Spott vorgeblicher Kenner und<br />

lässt sich seinen Single Malt Whisky coram publico aus dem<br />

Tumbler schmecken? Wer widerspricht dem Sommelier, der<br />

pauschal Cognac über sämtliche anderen Weinbrände und<br />

Champagner ebenso pauschal über jeden anderen Schaumwein<br />

stellt? Kurz gefragt: Wer hat Mut genug, zu seinem persönlichen<br />

Geschmack zu stehen?<br />

Traurig, aber wahr: Nicht einmal an Tisch und Tresen kann sich<br />

Otto Normalverbraucher durchsetzen. Noch viel zu oft geht er<br />

die Wege, die ihm die vorgeblich Kundigen gewiesen haben.<br />

Gut scheint ihm nur der Wein, den Tester X mit imponierender<br />

Punktzahl bedachte. Für kaufenswert hält er nur den Whisky,<br />

den „Papst“ Y lobte. Lobenswert erscheint ihm nur die Küche<br />

des Maître, den der berühmte Kritiker Z schon mit Lorbeeren<br />

zugeschüttet hat. „Man“ trinkt, was anderen geschmeckt hat,<br />

„man“ isst, was andere für gut befanden. Zum eigenen Urteil<br />

fehlt es mangels Erfahrung am nötigen Mut.<br />

Wir Deutschen ducken uns ja schon in Küche und Keller. Wie<br />

sollten wir aufstehen können, wenn’s um Größeres geht?<br />

Der Autor: KARL RUDOLF machte<br />

nach seiner Prüfung zum<br />

Küchenmeister seine Passion<br />

zum Beruf: Er wurde Redakteur,<br />

arbeitete als solcher unter<br />

anderem für die „Küche“ und<br />

für das seinerzeit gegründete<br />

Magazin „Die Bar“. Freiberufler<br />

seit mehr als 25 Jahren, war<br />

er „Mann der ersten Stunde“<br />

beim Magazin „Drinks“, für einige<br />

Jahre dessen Chefredakteur<br />

und in gleicher Funktion auch<br />

für das Magazin „Der Whisky-Botschafter“ verantwortlich.<br />

Außerdem schreibt er für weitere Publikationen und ist Autor<br />

mehrerer Bücher über Spirituosen und andere Getränke. Für<br />

seine Arbeit wurde er mit dem Ehren-Diplom der Champagne-Winzer<br />

sowie dem World Press Award der International<br />

Bartenders Association ausgezeichnet und in Schottland zum<br />

Keeper of the Quaich ernannt.<br />

NOB Premium Spirits 31


helgOlanD<br />

Dort, Wo Der himmel unD Das meer zusammen treffen –<br />

am horizont unD Dann noch<br />

ein bisschen Weiter, Da liegt<br />

helgolanD, DeutschlanDs einzige<br />

hochseeinsel.<br />

Die Insel ist eines der begehrtesten Reisziele Deutschlands und<br />

wird jährlich von rund 300.000 Gästen besucht. Den meisten von<br />

ihnen, den Tagesausflüglern, bleiben nur wenige Stunden, um die<br />

Insel zu erkunden. Ein Muss ist der Inselrundgang, ein 3 Kilometer<br />

langer Weg um das „Oberland“, das man entweder zur Fuß<br />

über eine 182 Stufen zählende Treppe bewältigt oder mit einem<br />

Fahrstuhl erreichen kann. Dort angekommen führt der Weg mit<br />

überall freiem Blick auf das weite Meer und den Horizont vorbei<br />

an schroffen Felsformationen zum „Lummenfelsen“, dem kleinsten<br />

Naturschutzgebiet der Welt. Hier nisten und brüten Seevögel<br />

wie Dreizehenmöwen, Basstölpel, Eissturmvögel, Tordalken und<br />

die seltenen Lummen, die der Felsen seinen Namen zu verdanken<br />

hat.<br />

Ziel des Weges ist die „Lange Anna“, eine 46 mtr. hohe, allein stehende<br />

Felsnadel, das Wahrzeichen Helgolands. Von „oben“ hat<br />

man einen einmaligen Ausblick auf das „Unterland“, die Reede<br />

mit den vor Anker liegenden Schiffen, das beheizte Meerwasser-<br />

Freischwimmbad „mare frisicum spa helgoland“ , den Hafen und<br />

die Nachbarinsel, der „Düne“. Im Halb-Stundentakt bringt die<br />

Dünenfähre die Urlauber dort hinüber. Hier hat man die Wahl<br />

zwischen einem etwas rauheren Nordstrand mit nicht zu starker<br />

Brandung oder dem familienfreundlichen Südstrand. An beiden<br />

Stränden befinden sich eine ausreichende Anzahl von Strandkörben<br />

und viel Platz zum Strandnachbarn. Nie sind diese Strände<br />

überlaufen und auch dadurch unvergleichlich.<br />

Auch der Flugplatz befindet sich auf der Düne, der von gleich<br />

zwei Fluggesellschaften mehrfach täglich von Büsum, Bremerhaven<br />

und Hamburg angeflogen wird. Insgesamt viele Wege führen<br />

nach Helgoland.<br />

32 NOB Premium Spirits<br />

©Foto: Lilo Tadday / www.tadday-foto.de<br />

Genau genommen sind es zwei Inseln, die eine, eine 61 Meter hohe Steilküste aus Buntsandsteinfelsen, die andere, eine 0,7<br />

qkm. große Sanddüne. Ein Paradies mitten im Meer. Natur pur, klare Luft, sauberstes Wasser, schneeweißer Sand und soviel<br />

Sonne, wie kaum anderswo in Deutschland. Eine Oase der Ruhe, Zeit zum Abschalten, Zeit für Entspannung.<br />

In den Sommermonaten fahren die Seebäderschiffe täglich von<br />

den Küstenstädten Büsum, Cuxhaven und Wilhelmshaven in 2,5 –<br />

3 Stunden zum roten Felsen. Schneller geht es mit der Schnellfähre,<br />

dem High-Speed Katamaran, täglich ab Hamburg, Wedel und<br />

in nur 75 Minuten ab Cuxhaven.<br />

Helgoland hat jedoch viel mehr zu bieten, als der Tagesgast während<br />

des knapp vierstündigen Aufenthalts erfahren kann:<br />

Vom Fischbrötchenstand bis zum Gourmet-Restaurant, vom einfachen<br />

Privatquartier bis zum 4-Sterne-Hotel. Von einer Führung<br />

über die Insel, vom Inselfest und Bootsregatten bis zum Klassikkonzert<br />

erster Güte – Veranstaltungen in Hülle und Fülle – das<br />

ganze Jahr über. Helgoland hat viel zu bieten für Jedermann.<br />

Ein Besuch des Helgoländer Heimatmuseums mit den James-<br />

Krüss-Hummerbuden, ein Blick in die Unterwasserwelt der<br />

Nordsee im Aquarium des Alfred-Wegener-Instituts, der sich<br />

lohnt. Naturkundliche Strandführungen zu den Seehunds – und<br />

Kegelrobben-Kolonien auf der Düne. Helgoland ist Natur pur. Zum<br />

Herbst stellen die Reedereien nach und nach Ihren Betrieb ein.<br />

Im Winter (ab Mitte November) gibt es dann nur noch viermal<br />

wöchentlich eine Schiffsverbindung ab Cuxhaven. Warme Kleidung<br />

ist ein Muss für denjenigen, der sich in dieser Jahreszeit für<br />

Helgoland entschieden hat. Auf einem Inselrundgang über den<br />

Klippenrandweg ist man für sich allein mit dem Wind, dem Meer<br />

und dem Horizont. Auf dem Felsen weht oft mehr als eine starke<br />

Brise aber wer es mag, kann sich hier mal so richtig „durchpusten“<br />

lassen.


In dieser Jahreszeit gibt es auf Helgoland ein einmaliges<br />

Naturschauspiel:<br />

Die Geburt und Aufzucht der jungen Kegelrobben können Sie nur<br />

hier auf Helgoland aus nächster Nähe erleben. In den Wintermonaten<br />

November – Dezember kommen an den weißen Stränden<br />

Helgolands die Robbenbabys zur Welt und wiegen nur 10-14 kg.<br />

Sie werden von einem sehr dichten Fell zunächst vor Kälte und<br />

Wind geschützt. Genährt durch die extrem fetthaltige Muttermilch<br />

wächst dem Jungtier eine dicke Speckschicht, die nach drei<br />

bis vier Wochen die isolierende Funktion übernimmt. So können<br />

sie nach drei Wochen bereits ca. 50 kg wiegen. Während dieser<br />

Zeit kann man sich am Strand der Helgoländer Badedüne den<br />

Tieren bis auf 30 Meter nähern. So nah, wie wohl nirgendwo in<br />

Deutschland. Erst nach dem ersten Fellwechsel folgen Sie ihren<br />

Eltern ins Meer.<br />

Robbenbaby-watching, das Erlebnis-Angebot der Kurverwaltung<br />

im Dezember – Januar: 1. Dez., 8. Dez. und 15. Dez. 2010 und 5.<br />

Jan., 12. Jan. und 19. Jan. 2011 (jeweils Mittwoch - Freitag)<br />

• Hin - u. Rückfahrt ab/bis Cuxhaven<br />

• 2 Übernachtungen inkl. Frühstück im Hotel<br />

oder Pension<br />

• Dünenführung zu den Robben mit den<br />

Naturschutzbeauftragten<br />

• eine Bunkerführung<br />

Preis pro Person 129,-- Euro<br />

(Einzelzimmerzuschlag einmalig 10,-- Euro)<br />

Und nicht zu vergessen: Helgoland ist nach wie vor ein Dorado<br />

für Shopping-Liebhaber. Ob Kosmetika, teure Parfums, hochwertige<br />

Bekleidung, Tabak, edle Spirtuosen, Schokoladen, optische<br />

Geräte und viele weitere Markenartikel. Da Helgoland nicht zum<br />

Zollkodex der EU gehört, kann man nach Herzenslust Zoll- und<br />

Mehrwertsteuer-frei einkaufen. Natürlich auch im Winter! Tipp:<br />

Ein Preisvergleich gegenüber dem Festland lohnt vor allem bei<br />

höherpreisigen Produkten!<br />

©Foto: Lilo Tadday / www.tadday-foto.de<br />

©Foto: Lilo Tadday / www.tadday-foto.de<br />

Dabei gibt es weit mehr Geschäfte, als der Gast auf den ersten<br />

Blick in den Hauptgeschäftsstraßen wahrnehmen kann. Gerade<br />

auch in den Nebenstraßen etwas abseits befinden sich für Eingeweihte<br />

und Kenner wohlbekannte weitere exklusive Geschäfte,<br />

deren Angebote es in sich haben: Neben Zigaretten und Spirituosen<br />

reicht dieses von Markenkleidung über optische Geräte bis<br />

hin zu Schmuck, edlen Chronometern und Kameras. Die "Schokoladenmanufaktur"<br />

verwöhnt den Gaumen mit süßen Köstlichkeiten<br />

und Connaisseure schätzen besonders die edlen Tabakwaren<br />

wie z. B. Zigarren (einige Geschäfte verfügen über einen begehbaren<br />

Humidor) oder die riesige Auswahl an Whisky-Sorten auch<br />

kleinster schottischer Destillen, die es hier wie nirgendwo sonst<br />

auszuwählen gilt.<br />

Sogar zu einem Whiskytasting, wie in der Mocca-Stuben im Oktober<br />

von Heiner Stepper aus Helgoheiner´s Duty-Free-Shop veranstalltet<br />

wurde, kamen sowohl Helgoländer, wie auch Besucher<br />

vom Festland extra angereist. Neben den von Heiner´s ausgesuchten<br />

Whiskies wurde an diesem Abend in der brechend vollen<br />

Mocca-Stuben auch exotische Schokoladen aus der Helgoländer<br />

Schokoladenmanufaktur von Anja Wüppermann gereicht.<br />

Weihnachtseinkäufe einmal anders /<br />

im Advent nach Helgoland<br />

An jedem Wochenende in der Adventszeit kann der Besucher eine<br />

dreitägige "Wiinachs-Auszeit" buchen. Das ermöglicht einen beschaulichen<br />

und stressfreien Weihnachtseinkauf ohne Zeitdruck<br />

und Parkplatzprobleme, dafür aber mit einem Riesen-Angebot<br />

zoll- u. mehrwertsteuerfreien Markenprodukten.<br />

Termine:<br />

6. - 28. Nov., 3. - 5. Dez., 10. - 12. Dez., 17. - 19. Dez. 2010<br />

Freitag bis Sonntag - zwei Übernachtungen<br />

• Hin- und Rückfahrt ab/bis Cuxhaven<br />

• 2 Übernachtungen inkl. Frühstück im Hotel<br />

oder Pension<br />

• eine Überfahrt auf die Düne<br />

• eine Bunkerführung<br />

• Gutschein für einen Glühwein<br />

pro Person 129,- Euro<br />

(Einzelzimmerzuschlag einmalig 10,00 Euro)<br />

Weitere Informationen und kostenlose Prospektanforderung:<br />

Helgoland-Touristik<br />

Lung Wai 28 (im Rathaus), 27498 Helgoland<br />

Tel.: 04725-206799, Fax: 04725-813725<br />

Email: zimmervermittlung@helgoland.de, www.helgoland.de<br />

NOB Premium Spirits 33


Whiskymesse zwischen den Meeren<br />

Es ist Samstag der 15. Mai, die schwüle Luft erschöpft die Gemüter<br />

und kündet vom Regen, den am Nachmittag der Westwind<br />

heranbringt. Das Wochenende droht in Tristesse zu versinken,<br />

gäbe es da nicht ein Elixier, das die trüben Gedanken vertreibt.<br />

Golden schimmert es im Glas und sein Duft zieht Menschen<br />

seit Jahrhunderten in seinen Bann. „Uisge beatha“ heißt der<br />

Zaubertrank in der alten gälischen Sprache, Whisky wird er<br />

heute genannt. Die Rede ist von der 8. Kieler Whiskymesse im<br />

Steigenberger Hotel am Schlossgarten.<br />

Der Veranstalter Martin‘s<br />

Weindepot ist nicht böse um<br />

das Wetter an diesem Wochenende.<br />

Schließlich fällt es<br />

leichter, sich mit dem hochprozentigen<br />

Lebenswasser<br />

auseinander zu setzen, wenn<br />

es draußen kühl und regnerisch<br />

statt sonnig warm ist.<br />

Und so strömten gut 600 Besucher<br />

in den Saal des Hotels,<br />

um sich einen Eindruck über<br />

die Neuigkeiten in der Whiskywelt<br />

zu verschaffen. Um<br />

diesen Ansturm und auch die<br />

Vielfalt in Sachen Whisky bewältigen zu können, hatte sich das<br />

Team um Martin Sauer Verstärkung aus ganz Deutschland geholt.<br />

Verschiedene Händler unterschiedlicher Labels stellten<br />

sich dem neugierigen Publikum und gaben unermüdlich Auskunft<br />

über ihre neuesten Abfüllungen. Dabei ging es natürlich<br />

nicht nur um schottischen Whisky, sondern auch um seine Vettern<br />

aus den USA, Kanada, Neuseeland, Wales, England, Irland,<br />

Japan und Indien. Nicht, dass die Zahl an Neuheiten allein aus<br />

Schottland - vor allem der unabhängigen Abfüllungen - schon<br />

ausgereicht hätte, den Besucher vor eine fast unlösbare Aufgabe<br />

zu stellen. Alle zu probieren wäre ein Ding der Unmöglichkeit,<br />

selbst wenn man den Verlust von Sensorik, Motorik<br />

und Gesundheit billigend in Kauf nähme. Ein Plan muss her und<br />

der Gast beginnt, ausgestattet mit einem leichten, appetitanregenden<br />

Dram, eine Runde durch den Saal und verschafft sich<br />

einen Überblick. Schließlich arbeitet er sich durch die interessantesten<br />

Proben, nimmt dabei Anregungen anderer und die<br />

der Aussteller auf und versucht, der sensorischen Vielfalt Herr<br />

zu werden. Messebesucher können während der Messe auch<br />

an einstündigen Seminaren teilnehmen.<br />

Michael Gradl, Importeur aus Nürnberg und Andy McNeill,<br />

Händler aus Schottland, vermitteln dort die Faszination des<br />

Whiskys und die Besonderheiten der von ihnen gehandelten<br />

Abfüllungen. Beide gestandene Mannsbilder in Kilt und Kniestrümpfen<br />

legen dem Teilnehmer das Wasser des Lebens und<br />

den fachgerechten Umgang mit selbigem äußerst authentisch<br />

ans Herz.<br />

Zwischendurch sind natürlich auch individuelle Pausen nötig.<br />

Frische Luft, viel Wasser oder auch, um bei der richtigen Grundzutat<br />

zu bleiben, ein kühles Bier sorgen für sensorische Entspan-<br />

34 NOB Premium Spirits<br />

nung. Whiskytrinken ist nämlich eine für Nase und Gaumen äußerst<br />

anspruchsvolle und anstrengende Aufgabe, will man der<br />

komplexesten und vielfältigsten Spirituose der Welt gerecht<br />

werden. Neben Brot und neutralen Getränken sorgt dabei auch<br />

ein lokaler Fischhändler mit frisch geräucherter Lachsforelle für<br />

kulinarische Zerstreuung.<br />

Am Samstagabend fand im Restaurant des Steigenberger noch<br />

ein Whiskydinner statt. Hatte man einen der begehrten, aber<br />

begrenzten Plätze ergattert, konnte sich der oder die Glückliche<br />

über ein dreigängiges Buffet<br />

und zehn weitere Whiskys<br />

freuen. Jeder der zur Messe<br />

angereisten Händler stellte<br />

einen ausgewählten Tropfen<br />

aus seinem Portfolio vor und<br />

dieser musste natürlich auch<br />

probiert werden.<br />

Zum Glück gab es noch einen<br />

weiteren Messetag. Wer<br />

samstags keine Zeit fand, hatte<br />

am Sonntag die Gelegenheit,<br />

sich schlau zu probieren.<br />

Auch einige Wiederholungstäter<br />

fanden noch einmal den<br />

Weg zur Messe und holten nach, was am Samstag nicht zu bewältigen<br />

war.<br />

Eine Fortsetzung der „sensorischen Herausforderung“ ist bereits<br />

in Planung und wird am o9. und 10. April 2011 stattfinden.<br />

Dann erwartet Kiel wieder ein Wochenende im Zeichen des<br />

Wassers des Lebens.<br />

- Anzeige -<br />

Sláinte<br />

Michel Ruwisch


NOB Premium Spirits 35


WanDern & WhisKy<br />

Der Berliner Reiseveranstalter Boundless Reisen bietet in Kooperation mit Whisky&Cigars<br />

spannende Wanderreisen durch die Speyside an<br />

Wer schon einmal in Schottland war, wird vielleicht nach einem langen<br />

Spaziergang durch die wildschöne Natur bei einem guten Whisky<br />

in einem der vielen urigen Pubs festgestellt haben, das Wandern &<br />

Whisky sehr gut zusammenpassen. Keine Region der Erde könnte dafür<br />

geeigneter sein als die Speyside mit der höchsten Dichte an Whiskydestillerien<br />

weltweit. Der Grund für die Ansiedlung von insgesamt<br />

46 Destillerien liegt in der Geografie und Geschichte dieser Region:<br />

Der Spey und seine zahlreichen Seitenflüsse, von denen der Livet und<br />

der Fiddich die Namensväter weltberühmter Destillerien sind, bieten<br />

mit ihrem hervorragenden, mineralstoffarmen Wasser die Grundlage<br />

für ausgezeichneten Whisky. Die früher meist schwer zugänglichen<br />

und unüberschaubaren Täler der Highlands, vor allem südöstlich<br />

des Spey, boten nach der Einführung der Alkoholsteuern durch die<br />

britische Krone im 17. Jahrhundert, ein ideales Gebiet für unzählige<br />

Schwarzbrennereien. Der schottische Nationalstolz gebot es, dass<br />

als „echter“ schottischer Whisky nur der illegal gebrannte anerkannt<br />

und fast ausschließlich getrunken wurde. Der gälische Ursprung des<br />

Wortes Whisky „uisce beahta“, (Wasser des Lebens) machte dem<br />

Getränk alle Ehre. Erst nach einer Amnestie für die Schwarzbrenner<br />

und gemilderten Steuerbestimmungen wurden seit 1823 aus den<br />

Schwarzbrennereien viele der Destillerien, die wir heute vorfinden.<br />

Bekannt ist vielen Whiskyliebhabern der Malt Whisky Trail, der per<br />

Straße viele der Destillerien der Region verbindet. Die abwechslungsreiche<br />

Landschaft lässt sich jedoch noch viel intensiver erleben auf<br />

dem Speyside Way, einem Fernwanderweg, der zum Teil entlang<br />

des Spey, zum Teil parallel durch die südlich von ihm aufsteigenden<br />

Caringorms führt. Die Caringorms bilden die größte zusammenhängende<br />

Hochfläche Großbritanniens und beherbergen den größten<br />

Artenreichtum an subarktischer Vegetation. Der Spey hat die höchste<br />

Fließgeschwindigkeit der britischen Flüsse und bietet, ein hervorragendes<br />

Revier für Wildlachse. Der Speyside Way verläuft teils entlang<br />

des Wildwasserflusses und teils durch die herbschöne Gebirgslandschaft<br />

der Cairngorms. So abwechslungsreich wie die Wanderungen<br />

sind die Destillerien entlang des Speyside Way: Cragganmore, Cardhu,<br />

Glenlivet, Aberlour, Glenfiddich, Balvenie und Macallan.<br />

Von April bis September 2011 bietet der Berliner Reiseveranstalter<br />

Boundless in Kooperation mit Whisky & Cigars Berlin nun exklusive<br />

Wanderreisen kombiniert mit Whiskytastings in der Speyside an.<br />

Marcus Paris, Inhaber von Boundless, hat sich mit der Organisation<br />

dieser Reise einen lang gehegten Wunsch erfüllt: „Mit dem Master<br />

of Tasting Eugen Kasparek wird einer der renommiertesten Whiskyexperten<br />

Berlins die Leitung der Reise übernehmen. Als mögliche<br />

36 NOB Premium Spirits<br />

Vertretung steht seine ebenfalls sehr versierte Kollegin Frau Andrea<br />

Kroth zur Verfügung“, freut sich Marcus Paris. Wir konnten in fast<br />

allen Destillerien am Speyside Way spezielle, für diese Reise zusammengestellte<br />

Tastings arrangieren, die einen tieferen Einblick, sowohl<br />

in das Thema Whisky als auch in die Philosophie der jeweiligen Destillerie<br />

erlauben“, so der Veranstalter weiter. Als besonderes Highlight<br />

gilt die Brennerei Balvenie, weil sie eine der letzten Destillerien ist,<br />

die ihr Getreide noch selbst mälzt und ihre eigene Küferei betreibt.<br />

Aber auch die anderen Destillerien sind sehr sehenswert: So bietet<br />

Aberlour ein Tasting mit den Spirits aus den verschiedenen Stufen<br />

des Des-tillationsprozesses. In Cragganmore werden die „Classic Six“<br />

der Highland Malt Whiskies vorgestellt. In Cardhu, der Wiege Johnny<br />

Walkers, werden jeweils passende Häppchen zu den verschiedenen<br />

Drams gereicht und die exklusive wie beliebte Macallan-Destillerie<br />

bietet neben einem historisch spannenden Vortrag über eine der<br />

ältesten legalen Brennereien einen wunderschönen Landsitz. Zusätzlich<br />

zu den Destillerien am Speyside Way wird Schottlands höchst gelegene<br />

Brennerei Tomatin besichtigt.<br />

Auch die Hotels wurden für diese Genießerreise entsprechend ausgewählt:<br />

so beherbergt das Hotel in der Region Dufftown mit ca. 700<br />

Single Malt Whiskies im Ausschank eine der weltbesten Whiskybars.<br />

Für die Anreise gibt es bis von Juni bis Mitte September Direktflüge<br />

der Lufthansa bis Inverness. Der letzte Termin der Wanderwoche<br />

wurde trotz fehlender Direktflüge gesetzt, da er mit dem berühmten<br />

Spirit of Speyside Whisky Festival zusammenfällt, zu dem Whiskyliebhaber<br />

aus aller Welt anreisen. Weitere Infos zur der Reise finden Sie<br />

unter: www.boundless-reisen.de.<br />

Termine Verkaufspreis<br />

11.06. - 18.06. 1.424,00 €<br />

09.07. - 16.07. 1.424,00 €<br />

16.07. - 23.07. 1.424,00 €<br />

13.08. - 20.08. 1.424,00 €<br />

24.09. - 01.10. 1.424,00 €<br />

EZ-Zuschlag 210,00 €<br />

Kontakt:<br />

Boundless • J.-M. Paris, Winsstrasse 17, 10625 Berlin<br />

Germany, Tel: +49 (0) 30 - 532 10 565, Fax: +49 (0) 30 - 532 10 564<br />

mail@boundless-reisen.de<br />

www.boundless-reisen.de


islays neue malt Whisky brennerei<br />

KilchOMan war auf tasting-tour<br />

in Deutschland<br />

Anthony Wills, Gründer und Managing Director von Kilchoman,<br />

der neuen Farmdestillerie auf der schottischen Whisky-<br />

Insel Islay, stellte sich und seine Whisky-Brennerei auf einer<br />

Verkostungsreise durch Deutschland vor.<br />

Malt Whisky boomt und das gilt besonders für die rauchigtorfigen<br />

Whiskys von der schottischen Insel Islay. 2005 verwirklichte<br />

sich Wills einen Lebenstraum als er hier eine eigene<br />

kleine Brennerei auf der Kilchoman Farm erbaute, die erste<br />

auf Islay neu eröffnete Destillerie seit 124 Jahren. Er setzte<br />

hiermit einen Meilenstein in der Geschichte des Malt Whiskys<br />

und initiierte gleichzeitig einen Trend – nämlich hin zu neuen<br />

kleinen Destillerien im Privatbesitz.<br />

Wills erzählte auf den Verkostungsveranstaltungen von den<br />

Schwierigkeiten und Problemen, die es zu überwinden galt,<br />

bis letztes Jahr im September die erste Abfüllung eines 3-jährigen<br />

Kilchoman Whiskys auf den Markt kommen konnte. Obwohl<br />

klein und beschaulich auf einer Farm angelegt, war das<br />

Projekt kostspielig und die benötigten Mittel wurden von 30<br />

privaten Investoren aufgebracht. Anfangs hätte niemand geglaubt,<br />

dass der erste Whisky schon im Alter von drei Jahren<br />

abgefüllt werden könnte, aber genau das tat Wills als er 2009<br />

die „Inaugural Release“ herausbrachte.<br />

Seitdem hat es vier limitierte Abfüllungen des neuen Kilchoman<br />

Whiskys gegeben, so genannte „Releases“. Die aktuelle<br />

„Summer 2010 Release“ - dazu zwei seltene Fass-Proben, die<br />

eine aus einem Madeira Fass und die andere gebrannt aus<br />

selbst auf der Farm hergestelltem Malz, sowie ein extra für<br />

die Tour abgefülltes Sherry-Einzelfass gab es auf den Tastings<br />

zu verkosten.<br />

- Anzeige -<br />

Tasting im Jagdhofkeller, Darmstadt<br />

Das Publikum war sich einig, dass Kilchoman Whisky für sein<br />

junges Alter bereits erstaunlich reif sei. Dies liegt an der hohen<br />

Qualität des frisch gebrannten Destillats und der sorgsamen<br />

Auswahl der zur Lagerung verwendeten Fässer, wie Wills<br />

erläuterte. Er betonte, dass ein dreijähriger Whisky nicht sein<br />

endgültiges Produkt sei, jedoch eine Stufe auf dem Weg zu<br />

einem älteren Kilchoman.<br />

In der Woche vom 13.09.-17.09.2010 hatten in fünf deutschen<br />

Städten – Hamburg, Bremen, Mainz, Darmstadt und Lüdenscheid<br />

– knapp 300 Whiskyliebhaber die Gelegenheit, Anthony<br />

Wills und seinen Kilchoman Whisky näher kennen zu lernen.<br />

Die Resonanz war äußerst positiv und die Teilnehmer überzeugt,<br />

dass Kilchoman am Anfang einer Erfolgsstory steht.<br />

Die limitierten Abfüllungen des neuen Islay Malt Whiskys sind<br />

in Deutschland inzwischen in 85 spezialisierten Fachgeschäften<br />

erhältlich.<br />

NOB Premium Spirits 37


ein tag mit FreD b. noe iii. -<br />

besuch bei einer legenDe<br />

Verstehen sie amerikanischen Whiskey? oder denken sie auch immer noch, dass es die schotten und iren besser<br />

können? noblesse autor heinfried tacke wollte es wissen und besuchte die us brennereien vor ort. Der auftakt<br />

zu seinen berichten von der reise macht eine legende: Der bourbon Jim beam.<br />

38 NOB Premium Spirits<br />

Heinfried Tacke<br />

Texte, Bildung und Genuss


Der Tag begann früh und er endete erst spät abends. Fred B. Noe<br />

ist eben ein gemütlicher Kerl. Sagen wir es frei heraus. Ein verdammt<br />

gemütlicher. Seine füllige Statur mag das nahe legen. Wer<br />

jedoch mit dem aktuellen Master Distiller von Jim Beam länger<br />

zusammensitzt, merkt schnell, wie sehr er es schätzt ungezwungen<br />

zu quatschen und das Gespräch einfach laufen zu lassen. Was<br />

also gut und gerne ein eben mal abgehandelter Journalistentermin<br />

hätte werden können, geriet kurzerhand zu einer anhaltenden<br />

Plauderei über Gott, die Welt und all die schönen Dinge des<br />

Lebens. "That’s what I make whiskey for", lässt Fred einmal als<br />

Bemerkung fallen. Ok. Wir haben verstanden. Auch dafür ist der<br />

amerikanische Whiskey gut. Nichts da, mit bloßem Party- und<br />

Clubgetränk.<br />

Doch zunächst muss man erst einmal erklären, um wenn es<br />

sich bei Fred B. Noe handelt. Er ist nämlich kein Geringerer als<br />

der direkte Nachfahre von Booker Noe, jener großen Gestalt des<br />

Bourbons, der den bekanntesten aller amerikanischen Whiskeys<br />

in den vergangenen Jahrzehnten erst wieder richtig salonfähig<br />

machte. An seinem Wissen und Urteil kam keiner aus<br />

der Brennerzunft vorbei. Seine lebensgroße Skulptur aus<br />

Bronze am markantesten Platz auf dem Beam Gelände in<br />

Clermont zeigt einen ebenso gewichtigen wie lebensfrohen<br />

Menschen, der, so Sohn Fred, wirklich alles über Whiskey<br />

wusste. „Jeden einzelnen Bourbon hat er allein am<br />

Geruch und Geschmack erkannt. Seine Nase war untrüglich.<br />

Und selbst wenn ich ihn bei seinen Proben<br />

täuschen wollte und zwei verschiedene zusammen<br />

panschte, hat er das sofort bemerkt. Son, what have<br />

you done, guckte er mich dann scharf an."<br />

Fred Noe ist dabei nur ein Beispiel von mehreren,<br />

wie stark die Familienbande in den amerikanischen<br />

Brennereien noch weiter lebt. Sein Wissen und seine<br />

Geheimnisse gibt der verantwortliche Brenner<br />

nur in der Familie weiter. Nicht anders bei Jim Beam:<br />

Jakob Böhm, ein deutscher Auswanderer, gründete<br />

1795 das Unternehmen. Lange operierte die Brennerei<br />

als eine unter Hunderten von Bourbon Herstellern.<br />

Erst James B. Beam, besser noch bekannt als der legendäre „Colonel“<br />

Jim Beam, gibt der Firma jene Wendung, die sie weltweit<br />

zur ganz großen Nummer macht. Unter ihm übersteht die Firma<br />

als eine der wenigen halbwegs glimpflich die Zeit der Prohibition.<br />

1933 wird die Produktion wieder aufgenommen. 1942 kommt<br />

der erste Jim Beam Bourbon auf den Markt. 1953 ist die Nachfrage<br />

bereits so groß, dass eine zweite Brennerei in der nahen Kentucky-Gemarkung<br />

Boston errichtet werden muss. „Und obwohl wir<br />

dort eine völlig identische Anlage betreiben, die gleiche Hefe, Rezeptur<br />

und die gleichen Fässer verwenden, ja, selbst das Wasser<br />

ist mit seinen mineralreichen Eigenschaften gleich, ist der Whiskey<br />

von dort nicht derselbe.“ Der feinen Brennernase entgeht so<br />

etwas nicht. Es gibt also auch in Amerika den „genius loci“, den<br />

unverrückbaren Geist eines Ortes, der jeden Whiskey so individuell<br />

macht. „Auch das gehört einmal klar gestellt“, hebt Fred die<br />

Augenbrauen. Es wirkt wie ein Wink in Richtung der schottischen<br />

und irischen Konkurrenz.<br />

Viele Geschichten rangen sich indes um die Familie Beam. Ihre<br />

Einflüsse reichen weit in andere Bourbon Brennereien hinein.<br />

Man ist miteinander verbandelt und geht wie unter Freunden<br />

um. Bilderreich und mit netten Anekdoten bekommen wir es im<br />

alten Distillerhouse von Fred erzählt. In dem schmucken, weißen,<br />

kleinen Country-Haus auf einem Buckel oberhalb der Brennerei<br />

lebten die Beams, bis der strategisch schlaue „Colonel“ entschied,<br />

in die nahe „Hauptstadt des Bourbons“, nach Bardstown zu ziehen.<br />

Booker Noe trat derweil als Enkel von Jim Beam in die Fußstapfen<br />

als Master Distiller. Sein Vorgänger und Onkel Jeremiah<br />

Beam blieb leider kinderlos. Und Fred folgte in siebter Generation<br />

auf diesen Posten im Jahre 2004, nach dem plötzlichen Tod seines<br />

Vaters. Dafür ging er durch eine strenge Lehre: „Selbst abends<br />

noch, in der Küche in unserem Haus in Bardstown, musste ich<br />

ihm frische Proben aus den Fässern genau analysieren und beschreiben.<br />

Und wehe, ich lag falsch. Oder er hatte eine andere<br />

Meinung.“ Erst verzieht Fred das Gesicht etwas, dann schmunzelt<br />

er nachsinnend. Von seinem Vater spricht er voll Ehrfurcht. Öfter<br />

fällt der Satz: „What my father taught me...“. Zu gut deutsch: Was<br />

ich von meinen Vater gelernt habe...<br />

Indes versuche ich mit meinem mitgereisten Fotografen das<br />

schwer gehütete Beam Geheimnis für ihren so erfolgreichen, weil<br />

weltweit am meisten getrunkenen Bourbon zu entlocken. Wir machen<br />

wiederholt Anläufe. Irgendwann schimpft er mit uns, setzt<br />

dann aber ein Verständnis heischendes Zwinkern auf. „Hey,<br />

was sollen wir uns lange über die Mashbill unterhalten. Ich<br />

glaube nicht, dass auch die anderen Brenner die realen Verhältnisse<br />

wirklich angegeben. Und dass wir immer noch die<br />

gleiche Hefe verwenden, die schon mein Urgroßvater Jim<br />

nutzte, das kann man überall lesen.“ Nun gut, so mag<br />

jemanden reden, der sich ungern in die Karten blicken<br />

lässt. So dürfen wir mit ihm zwar in den Raum<br />

für das computergesteuerte Controlling der Fermentation<br />

und Destillationsprozesse. Aber schon<br />

Bilder machen ist uns strengstens untersagt. Und<br />

mein Notizheft muss in der Tasche bleiben.<br />

Ansonsten aber stehen uns viele Türen offen. Unter<br />

den riesigen Bottichen für die gärende Maische<br />

hindurch schleichen wir uns etwa zur hochmodernen<br />

Mühle, wo das Korn - vor allem Mais als Hauptbestandteil<br />

des Bourbons - durch eine Spirale von<br />

kleinen Hämmerchen seinen richtigen Mahlgrad<br />

erhält. Die Reste an Splittern, die so entstehen, sind<br />

nach alter Beam Philosophie sehr wichtig für die Maische, weil<br />

sie die meisten Aromen abgeben. Unmittelbar vor dem Kontrollraum<br />

spuckt indes die „Tail Box“ den „White Dog“ aus – den vollen<br />

und recht kräftigen Feinbrand (High Wine), der aus einer grobkörnigen<br />

Maische in den beiden riesig aufragenden Brennsäulen<br />

und einem weiteren Brennvorgang im „Doubler“ erzeugt wird. 16<br />

Tausend Bushels Getreide, ein altes Maß, dass etwa der Ernte von<br />

über 60.000 qm entspricht, werden täglich in der Beam Distillerie<br />

zur hochprozentigen Feinkost umgewandelt. Nicht ohne Stolz<br />

weist uns Fred darauf hin, dass man damit die größte Brennerei<br />

der Welt sei.<br />

Mit Freds Auto, ein wuchtiger älterer Pick up, den er liebevoll<br />

„my truck“ nennt, fahren wir zu Jim Beams Grabstätte. Und selbst<br />

die alte Familienvilla in Bardstown steht uns offen, begrüßt von<br />

Booker Noes immer noch rüstiger Ehefrau, während uns Bookers<br />

legendäre Hund „Dot“ Schwanz wedelnd entgegen rennt. Wir<br />

erfahren eine rührende Anekdote: Erst wenn Dot das Zeitliche<br />

segnet, wird Booker Noes Urne mit dem Hund beigesetzt – so<br />

ausdrücklich der letzte Wille des Gemütsmenschen. Zuvor besichtigen<br />

wir mit Fred alte Warehouses, die Lagerhäuser für die<br />

Fässer. Sie verjüngen sich mit jedem Stock und jeder Lage nach<br />

oben, um so die größtmögliche Charge von Fässern im unteren,<br />

kühleren Teil zu lagern. Von alters her markiert es einen wichtigen<br />

NOB Premium Spirits 39


Punkt für den amerikanischen Whiskey: Die große Hitze, denen<br />

die Fässer ausgesetzt sind. Der Reifeprozess beschleunigt sich<br />

deswegen um das drei bis fünffache im Vergleich zu in anderen<br />

Whiskyländern. Auch deshalb sind alte amerikanische Whiskeys<br />

eher selten und wenn, entstammen sie meist einzelnen Fässern<br />

bzw. so genannten Small Batch Abfüllungen.<br />

Und damit gelangen wir zurück zur besonderen Leistung von<br />

Fred‘s Vater Booker Noe. Er war es, der diese alte Tradition besonderer<br />

Abfüllungen wieder einführte. „Es war eigentlich nur<br />

1987 ein Weihnachtsgeschenk für unsere besten Kunden. Mein<br />

Vater suchte ein ganz besonders gelungenes Fass aus, ließ es in<br />

unverdünnter Stärke in Flaschen füllen und beschrieb die Etiketten<br />

eigenhändig“, erzählt er und ergänzt: „Die Resonanz darauf<br />

war überwältigend. Wir mussten immer mehr davon abfüllen.“<br />

So kam es 1989 zur ersten für alle erhältlichen Small Batch Edition:<br />

dem Booker‘s, der bis auf den heutigen Tag das handgeschriebene<br />

Label der verstorbenen Legende trägt. Mit dem neunjährigen<br />

Knob Creek, für einen Bourbon bereits ein hohes Alter, dem<br />

Baker‘s sowie dem Basil Hayden kamen Stück für Stück weitere<br />

hinzu, die alle auf ihre Weise die Handschrift großer Brenner aus<br />

der amerikanischen Geschichte tragen oder sonst wie alte Zeiten<br />

aufleben lassen.<br />

Natürlich probieren wir zum Ende unseres Besuches sie alle mit<br />

Fred durch. Dazu gehört auch der Ri 1, ein Premium Rye Whiskey,<br />

der inzwischen aus seinen Händen stammt. Längst sitzen wir<br />

dafür in einem Schaukelstuhl auf der weiten Veranda des Gästehauses,<br />

einen traumhaften Ausblick auf einen See genießend und<br />

40 NOB Premium Spirits<br />

die langsam untergehende Sonne mit ihrer zarten warmen Luft<br />

aufsaugend. Und natürlich reden wir über alles Mögliche, zum<br />

Schluss mit dem Booker‘s in der Hand – ein traumhafter Tropfen,<br />

mit dem man Stunden über Stunden verbringen kann. So wie mit<br />

Fred Noe. Auch wenn er uns die letzten Geheimnisse der Bourbons<br />

aus dem Hause Beam geschickt vorenthielt.<br />

Hinweis:<br />

Vollständiger Bericht der Reise als Blog siehe:<br />

http://thegreatspirit.wordpress.com/<br />

Fred Noe in seinem Master Distiller Office


Das außergewöhnliche Ambiente in den historischen Räumen der<br />

Villa Konthor in Limburg garantiert dem Besucher ein einzigartiges<br />

und unvergessliches Erlebnis in der Welt von Whisky, Wein und<br />

Schokolade. Eine Herausforderung und ein Mekka für den individuellen<br />

Geschmack.<br />

Zentrales Thema „Whisky”<br />

Im Mittelpunkt der Villa Konthor steht „The Water Of Life” – der<br />

Whisky. Mit mittlerweile weit über 600 offenen Abfüllungen kann<br />

Barleiter Robin Pitz aufwarten. Seine Leidenschaft zum Whisky entstand<br />

während seiner Zeit in Schottland und diese spürt jeder Gast,<br />

dem er mit Rat und Geschick die Auswahl je nach seinem individuellen<br />

Geschmack vereinfacht.<br />

Die umfangreiche Whiskykarte reicht von Standards über limitierte<br />

Editionen bis hin zu zahlreichen Raritäten, Whiskys unabhängiger<br />

Abfüller und „house bottlings” mit eigenem Villa-Konthor-Label.<br />

Es ist schwer einige hervorzuheben. Es geht nichts über selber entdecken…<br />

Mit verschiedenen so genannten „Whiskymenüs”, Probiersets aus<br />

jeweils vier unterschiedlichen Abfüllungen, versucht man in der Villa<br />

Kontor dem Facettenreichtum und der Vielfalt der Whiskywelt Rechnung<br />

zu tragen.<br />

Preisgekrönt<br />

Die ehemalige Limburger Eckkneipe wurde vor gut zwei Jahren neu<br />

eröffnet und gehört bereits jetzt zu den führenden Adressen im Whisky-Bereich.<br />

Auf der „InterWhisky” in Frankfurt am Main wurde die<br />

Villa Konthor jüngst von einer Fachjury zur „Besten Whisky Bar<br />

Deutschlands 2009” gekürt.<br />

•<br />

•<br />

•<br />

•<br />

Exklusive Weine von nationalen und internationalen<br />

Spitzenwinzern,<br />

feinste, handgeschöpfte Schokoladen-Kompositionen,<br />

eine kleine, aber feine mediterrane Küche<br />

(vom Fingergericht bis zum Vesperteller) und<br />

die reichhaltige Erlebniswelt des Single Malt Whiskys<br />

mit über 600 offenen Whisky-Sorten und Raritäten<br />

aus aller Welt.<br />

VILLA KONTHOR –<br />

BESTE WHISKY BAR 2009<br />

Gemütliche Bar und uriger Gewölbekeller<br />

Die Räumlichkeiten der Bar laden zum Verweilen ein. Sich Wohlfühlen<br />

wird groß geschrieben. Es finden sich gemütliche Nischen im<br />

oberen Bereich und der urige aber dennoch in modernem Flair gehaltene<br />

Gewölbekeller ermöglicht auch räumlich kulinarische Reisen<br />

in andere Länder. Der Gast fühlt sich direkt eingeladen und wohl.<br />

Regelmäßig finden in der Villa Konthor Veranstaltungen der unterschiedlichsten<br />

Ausrichtungen statt: Die Bandbreite reicht von Whisky-<br />

& Weinproben über Zigarrenabende und Schokoladen-Verkostungen<br />

bis hin zu exquisiten Dinners mit namenhaften Gastgebern.<br />

Eventlocation<br />

Der Gewölbekeller kann auch angemietet werden und eignet sich<br />

hervorragend für Gruppen von 20 – 40 Personen zu Themenabenden,<br />

Weinproben, Vorträgen und natürlich Feiern aller Art. Das nahe<br />

gelegene Restaurant Georgs bietet mit seinem umfassenden Küchen-<br />

und Cateringangebot die Vorraussetzung dafür. Über 150 Veranstaltungen<br />

pro Jahr machen die Betreiber der Villa Konthor zu einem<br />

erfahrenen und verlässlichen Partner.<br />

Präsentverkauf und Online-Versand<br />

Villa Konthor<br />

- Anzeige -<br />

Natürlich ist in der Villa Konthor auch ein kleiner Shop zu finden,<br />

aus dem man sich die verkosteten Spezialitäten mitnehmen kann. Einige<br />

der besonderen Highlights bestehen aus Whiskyabfüllungen von<br />

Silvano Samaroli und „The Nectar” in Belgien. Wenn Sie gerade<br />

nicht in der Nähe sein sollten, können Sie auch über den angeschlossenen<br />

Online-Versand Ihren Lieblingswhisky bestellen.<br />

Das Team der Villa Konthor freut sich auf Ihren Besuch!<br />

Villa Konthor<br />

Werner-Senger-Straße 23<br />

D-65549 Limburg an der Lahn<br />

Telefon: +49 (64 31) 260 27<br />

Telefax: +49 (64 31) 932 775<br />

Mobil: +49 (0) 179 641 94 84<br />

Öffnungszeiten: Dienstag - Samstag ab 18 Uhr<br />

www.villakonthor.de<br />

NOB Premium Spirits 41


aritäten tasting<br />

miT PETEr KröST SEPTEmBEr 2010-09-22<br />

Peter Kröst: Jahrgang 1949, Whisky seit 1972 über Blends und Standarts. 1983 - 1985 Einstieg in die Single Malts, nach Schottlandreisen<br />

Single Casks Abfüllungen aus den Highlands und der Speyside. Liebhaber der 60er und 70er Jahre, Islay, als ppm noch keine Rolle spielten und<br />

außer Rauch und Torf noch Aromen vorhanden waren. Aber auch interessante jüngere Abfüllungen. Kein Sammler. Regelmäßige Tastings<br />

und Schottlandreisen. Durch die Nähe zu Limburg: Whisky Fair, Villa Konthor, Whisky Agency, Mara Raritäten und Dudelsack hervorragende<br />

Tastings und Bezugsquellen.<br />

Bevorzugte Distillen: Glenfarclas, Aberlour, Inchgower, Brora, Bowmore, Cooley<br />

1.) Inchgower 12 Y, a De Luxe,<br />

43 %, Destilled 1970<br />

Nase: Weich und frisch, leichte Gewürzmischung<br />

, Obstkorb.<br />

Geschmack: Bei Weitem nicht das was<br />

die Nase versprach, die Frucht kommt etwas<br />

vergoren und säuerlich, die Gewürznote<br />

ist ganz verschwunden, ein Anklang<br />

von verwelkten Blumen.<br />

Abgang: Im Gaumen bleibt eine staubige<br />

Klebrigkeit mit einer kräftigen Holznote.<br />

Fazit: Eine mittelmäßige Abfüllung, nachdem<br />

was die Nase versprochen hat eine<br />

Enttäuschung, trotzdem haben die Ecken<br />

und Kanten doch ihren Reiz<br />

Note: 8,2<br />

3.) Ben Riach 1975 34 Y,<br />

50,6 %, OB for The Whisky<br />

Agency<br />

Farbe: kräftiges Gold<br />

Nase: Kräftiger Mix aus exotischen<br />

Früchten, starke Bourbon Vanille, ein<br />

Hauch von Menthol.<br />

Geschmack: Alles was die Nase schon<br />

versprach, Zitrusfrüchte, Papaya, Ingwer,<br />

eine feine Note von edlem Leder,<br />

und über Allem dieses fette Bourbon<br />

Vanille, fast schon Likörartig.<br />

Abgang: Fruchtig und süß, man denkt<br />

an Bienenstich mit Vanille Pudding.<br />

Fazit: Sehr schöner komplexer und<br />

runder Whisky mit perfekt sortierten<br />

Fruchtnoten.<br />

Note: 9,0<br />

42 NOB Premium Spirits<br />

2.) Knockando 12 Y, 43 %,<br />

1966 – 1978,<br />

Justerini& Brooks Ltd.<br />

Farbe: Bernstein<br />

Nase: Etwas getreidig, Malz, Karamell.<br />

Geschmack: Ölig und malzig, sehr nussig,<br />

Apfelsaft, ein Hauch von Pfeffer, Sherry,<br />

Orangen-Marmelade eher etwas herb, die<br />

Getreidenote bleibt dominant.<br />

Abgang: Mittellang etwas undefiniert, mal<br />

süß mal trocken, im Nachklang Marzipan.<br />

Fazit: Ein leichter, trinkbarer, schön for All<br />

Days oder als Einsteiger. Es gibt mehrere<br />

Abfüllungen von 1966, stark unterschiedlich.<br />

Note: 8,5<br />

4.) Longmorn 37 Y, 43 %,<br />

1966-2003 Mackillops Choice<br />

Sherry Wood<br />

Farbe: dunkles Gold<br />

Nase: Sehr fruchtig, Banane, Orangenschale,<br />

Honig, Tropenholz.<br />

Geschmack: Ein kräftiger Antritt den<br />

man bei 43 % nicht erwartet, Mango,<br />

Aprikose, Muskat und Grapefrucht, unterlegt<br />

mit weißem Pfeffer, altes Leder,<br />

feiner Tabak, leichte Minze.<br />

Abgang: Unaufdringlich der Sherry,<br />

überreife Bananen und mehr als mittellang.<br />

Fazit: Schöner eleganter Whisky mit<br />

„Old Bottle Flavour“.<br />

Note: 8,8


5.) Glenburgie 22 Y, 58 %,<br />

1966 – 1988, OB<br />

Farbe: Mahagoni<br />

Nase: Feiner Sherry, Koriander, Politur,<br />

Balsamico, dunkle Schokolade, Kaffee.<br />

Geschmack: Welch ein Volumen,<br />

alles was in der Nase war kommt in<br />

gewaltiger Fülle, Rumrosinen, Toffee,<br />

alter Rotwein, Balsamico, Nougat,<br />

Bienenwax, Karamell, Espresso, feiner<br />

Sherry, ölig.<br />

Abgang: Mundfüllend und lang, Röstnoten<br />

und Sherry bleiben unendlich.<br />

Fazit: Ein perfekter Sherry Whisky,<br />

komplex und ausgewogen.<br />

Ein old Time Highligt.<br />

7.) Springbank 53,5 %,<br />

1966 – 1999 OB<br />

Farbe: Rotgold<br />

Nase: Frisch, man denkt an eine Wiese<br />

am Rande eines Tannenwaldes, feiner<br />

Rauch, grasig, Gewürze.<br />

Geschmack: Sehr komplex, trockenes<br />

Gras, Waldboden, Pilze, Vanille, Pfeffer,<br />

Haselnüsse, Lakritz, Orangenlikör,<br />

sanftes Holz, der Rauch deutlicher wie<br />

in der Nase, Kohlenstaub, Röstaromen<br />

(Kaffee), schwarzer Tee, süßer Torf,<br />

feuchtes Gras und Gewürznelken.<br />

Abgang: Unglaubliche Aromenvielfalt,<br />

sehr lang und rund, sanft und angenehm<br />

süß.<br />

Fazit: Ein toller Springbank, es wird<br />

nicht allzu viele in dieser Liga geben.<br />

Note: 9,8<br />

6.) Strathisla 40 % , 48 Y,<br />

1949 – 1997, G&M<br />

Farbe: Rotgold<br />

Nase: Leicht, Orange, Karamell, Vanille,<br />

ein wenig Rauch, schwache Seenoten.<br />

Geschmack: Vanille, Orangenschale,<br />

etwas Menthol, Kräutertee, exotische<br />

Gewürze, wenig Minze, verbranntes Karamell,<br />

Holz, die leichte Bitterkeit ist keineswegs<br />

störend, eleganter Rauch, ölig.<br />

Abgang: Sanft und frisch, Karamell und<br />

Seearomen, im Nachklang Sherry und<br />

Minze.<br />

Fazit: Wenn man Ihm etwas Zeit und<br />

Luft gibt erfüllt er trotz seiner 40 % alle<br />

Erwartungen.<br />

Note: 9,4<br />

8.) Bowmore 40 Y, 43,5 %,<br />

1966 – 2006, Single Cask Elite<br />

Limited Edition, for Highlander<br />

Inn Graigellachie<br />

Farbe: rötlicher Bernstein<br />

Nase: Fruchtexplosion, Orange, Kokos,<br />

Marakuja, Pflaumen, Minze, Mandarinen,<br />

man will nicht aufhören zu nosen.<br />

Geschmack: Der erste Eindruck ist<br />

sanft und fruchtig. Aber dann legt er<br />

los: ölig, likörartig und doch wieder<br />

frisch, Apfelschalen, Walnüße, Minze,<br />

Mandarinen, Marakuja, Kampfer, Tang,<br />

Muscheln, Lakritz, Orangenschale,<br />

Marzipan, dann wieder Kaffee, Salz,<br />

eleganter Rauch, Backpflaumen, milder<br />

Räucherschinken, leichte Kampfernote,<br />

absolut perfekt.<br />

Abgang: Gut mittellang aber unglaublich<br />

konzentriert, unterlegt mit dieser<br />

grandiosen Mischung aus Frucht,<br />

Kampfer und Seearomen.<br />

Fazit: Sicherlich mit das Beste (nicht<br />

nur von dieser Destille) was ich je<br />

probiert habe. Ein absolut perfekter<br />

Whisky. Ein Freund drückte es mal so<br />

aus: Einfach zum niederknien.<br />

Note: 9,9 (0,1 beruht auf Hoffnung)<br />

NOB Premium Spirits 43


44 NOB Premium Spirits


Irish Whiskey of the year 2010<br />

Redbreast 12y,<br />

<strong>neWs</strong><br />

Mit 96 Punkten in Jim Murray’s Whisky Bible 2010 fällt der Redbreast 12y in die Punktekategorie, die Murray<br />

mit „Superstar Whiskies that give us all a reason to live“ beschreibt! Und sagt weiter über ihn „…Yes…!!! Back<br />

to its classically classy, brilliant best… An old loved one has returned…more gorgeous than ever” Und nicht nur<br />

darum ist der Redbreast 12y eine irische Legende, die lebt… und wie sie es tut! Es sind nun mehr zehn Jahre<br />

seit seiner Einführung im deutschen Spirituosenfachhandel vergangen und Jahr für Jahr hat der Redbreast<br />

12y immer mehr Whisk(e)yfreunde begeistern können. Heute ist der Redbreast 12y ein Bestseller, dessen<br />

unglaubliche Erfolgsgeschichte im Jahr 2010 mit dieser Auszeichnung weiter geschrieben wird! Als einer der<br />

letzten Vertreter des Traditional Irish Pure Pot Still Whiskeys, wird der Redbreast aus einer Mischung von<br />

gemälzter Gerste (Malz) und zu einem größeren Anteil aus ungemälzter Gerste hergestellt! Dies verleiht dem Whiskey seinen außergewöhnlichen<br />

und sehr fruchtigen Geschmack, der in der Whisk(e)ywelt Seinesgleichen sucht!<br />

Glengoyne Port Cask Finish<br />

Das neue Glengoyne Port Cask Finish, 13y, 46% wurde vor wenigen Wochen dem deutschen Fachhandel vorgestellt.<br />

Destilliert im November 1996 wurden im Juni 2010 genau 2817 Flaschen für den Weltmarkt abgefüllt.<br />

Des Weiteren sind noch folgende Cask Finishes von Glengoyne erhältlich:<br />

- Madeira Finish – 1996, 12y, 44,6%, 638 Fl.<br />

- Château La Nerthe Finish – 1997, 11y, 52,5%, 857 Fl.<br />

Glengoyne Original Single Cask<br />

Tomatin Single Malt Miniaturen<br />

Tomatin Single Cask: Original Abfüllungen<br />

Tomatin 15y Single Cask: 2nd Half Cask Bottling, Fass-Nr. 8510<br />

Die Tomatin Distillery hat für jede seiner 0,7l Tomatin Single Malt Flaschen die entsprechende<br />

Miniatur (0,05l) eingeführt: Tomatin 12y, 15y & 18y. Diese sind einzeln oder auch als Triple Pack<br />

erhältlich! Die Miniaturen von Antiquary 12y & 21y vervollständigen die Miniaturen Produktpalette<br />

der Tomatin Distillery.<br />

Das Besondere an diesem Half Cask Bottling ist, dass am 12.11.2008 das Fass nur zur Hälfte abgefüllt wurde, exakt<br />

116 Flaschen mit 13 Jahre altem Single Malt wurden damals in Cask Strength gebottelt. Die zweite Fasshälfte wird nun<br />

exakt zwei Jahre später, am 12.11.2010 gebottelt. Demnach wird diese Abfüllung nun 15 Jahre alt sein. Wir freuen uns<br />

jetzt schon auf das spannende Ergebnis, wie sich der Whisky in den letzten 2 Jahren im Vergleich zur ersten Abfüllung<br />

verändert hat.<br />

Außerdem sind zur Zeit noch folgende Original Tomatin Single Casks bei Ihrem Fachhändler erhältlich:<br />

Tomatin 18y, 1990 Single Cask, 58,6%, Fass-Nr. 16352, 189 Fl.<br />

Tomatin 41y, 1967 Single Cask, 49,3%, Fass-Nr. 17904, 463 Fl.<br />

Ab Mitte November stehen dem deutschen Fachhandel folgende neue Original Single Cask Abfüllungen<br />

von Glengoyne zur Verfügung:<br />

Glengoyne 11y, 57,8%, Sherry Hogshead, Fass-Nr. 2163<br />

Glengoyne 17y, 55,7%, Sherry Hogshead, Fass-Nr. 844<br />

Zur Zeit sind noch folgende Original Single Casks von Glengoyne erhältlich:<br />

- 12y – Sherry Butt, cask 2606, 640 Fl.<br />

- 21y – Oloroso Butt, cask 780, 430 Fl.<br />

Mehr Informationen dazu finden Sie unter www.irisch-lifestyle.de<br />

NOB Premium Spirits 45


46 NOB Premium Spirits


Glengoyne Vintage 1997, 13y<br />

Seit Mitte September gibt es erstmals einen Vintage von Glengoyne! 1997 destilliert, wurden 2010 nur 6000 Flaschen<br />

mit 43%, Unchill-filtered und ausschließlich für Deutschland abgefüllt. Der Whisky hat seine ursprünglich natürliche<br />

Farbe behalten, d.h. es wurden keine Farbzusätze (Zuckerkulör) verwendet. Da er auch keiner Kältefilterung (unchillfiltered)<br />

unterzogen wurde, kann dieser Vintage bei kälteren Temperaturen oder Zugabe von Wasser leicht eintrüben.<br />

Dies ist eine reine optische Eigenschaft und beeinflusst nicht im Geringsten die Qualität und den Geschmack des Whiskys.<br />

Ganz im Gegenteil: Der Whisky ist unverfälscht und Natur pur!<br />

Raritas Diaboli Edition 2010<br />

„Teuflisch gut & himmlisch…“<br />

<strong>neWs</strong><br />

Ende November wird die dritte Generation des Raritas Diaboli, die Version 2010 präsentiert und kann ab<br />

Dezember gekauft werden. Vor rund zwei Jahren erstmals vorgestellt, wurden von der ersten 2008 Edition<br />

1747 und von der zweiten Edition 2009 exakt 1698 Flaschen jeweils in Fassstärke, non chill filtered<br />

abgefüllt. Der neue Raritas Diaboli Edition 2010 wird sich wie es sich für ein Raritas Diaboli gehört, geschmacklich<br />

wieder deutlich von seinen Vorgängern unterscheiden. Welche Whisk(e)ys, welchen Alters<br />

und aus welchen Ländern den neuen Raritas bilden, bleibt nach wie vor ein Geheimnis der Slyrs Destillerie,<br />

Deibel Consultants und Irisch Lifestyle. Ebenfalls wie bei seinen Vorgängern ist beim Raritas Diaboli<br />

Edition 2010 lange zögern nicht angebracht, denn auch diese Abfüllung wird stark limitiert sein!<br />

Mehr Informationen dazu finden Sie unter www.irisch-lifestyle.de<br />

mull-a-mhoine 10y. 46%<br />

Nase: Torf, herber Honig,<br />

leichte angenehme Gumminote,<br />

ätherische Öle,<br />

Geschmack: ein ausgewogener<br />

Ledaig, malzige Süße mit<br />

einer guten Portion Rauch<br />

und Torf am Ende gesalzene<br />

Erdnüsse<br />

Abgang: leckerer Honig mit<br />

leichten Fassaromen und viel<br />

Rauch, etwas ätherisches<br />

bleibt ebenfalls lange auf der<br />

Zunge zurück<br />

Fazit: Wesentlich reifer als<br />

sein junger Bruder und in<br />

meinen Augen besser als die<br />

Originalabfüllung.<br />

mull-a-mhoine 56%<br />

Nase: feine Rauchnote,<br />

Vanille und Shortbread, leicht<br />

nach Banane<br />

Geschmack: verkohltes Holz,<br />

viel Torfige Süße und gelbe<br />

Früchte. Sehr mild für diese<br />

Fassstärke<br />

Abgang: sehr lange und intensiv.<br />

Rauch und Torf, grüne<br />

Haselnüsse<br />

Fazit: Eine Überraschung!<br />

Von der Nase her tippt man<br />

sicher nicht gleich auf Ledaig.<br />

Er ist sehr vielseitig und<br />

Interessant.<br />

mull-a-mhoine<br />

standard 40%<br />

Nase: Torf und<br />

Maritime Note<br />

Geschmack: süße Torfnote,<br />

gefolgt von Rauch, ein Hauch<br />

von Algen<br />

Abgang: es bleibt der Rauch<br />

mit etwas Nuss<br />

Fazit: Für die Torffreunde ist<br />

der Ledaig Standard immer<br />

eine hervorragende Wahl<br />

Maximum Peat no. 4,<br />

9y , 59,6 %<br />

Nase: herbes Karamell,<br />

ätherische Öle, Malz und<br />

kalter Rauch<br />

Geschmack: kräftiger Antritt<br />

mit malziger Süße und<br />

einer dominanten Rauch/<br />

Torfnote,<br />

Abgang: leicht metallisch<br />

Ganz am Ende leicht nussig.<br />

Fazit: Mehr Torf geht nicht.<br />

Mehr Informationen dazu finden Sie unter www.whiskymax.com<br />

NOB Premium Spirits 47


<strong>neWs</strong><br />

tasting notes Dun bheagan autumn bottling 2010<br />

caol ila 13y.,<br />

hogsheads 43%, fl.351<br />

Nase: schöne Malzsüße mit einer<br />

guten Portion Phenolen, ein Hauch<br />

von Meersalz<br />

Geschmack: schmeckt wie er riecht,<br />

Jod, malzig süß, kalter Rauch<br />

Abgang: Malz und Rauch scheinen<br />

nicht gehen zu wollen und bleiben<br />

ewig<br />

glenburgie 11y. Bourbon<br />

hogsheads 43%, fl. 642<br />

Nase: Honig, vanille, dunkle Beeren,<br />

leicht Tabak<br />

Geschmack: intensiv, sehr vollmundig,<br />

frischer Pfirsich und frische<br />

Eiche<br />

Abgang: cremig, ein Mix aus Frucht<br />

und Holz, ein Hauch von Pistazie<br />

Mortlach 12y.<br />

hogsheads 43%, fl. 810<br />

Nase: gelbe Äpfel, Kräuter,<br />

Butterkeks<br />

Geschmack: sehr intensiv nach Kräutern<br />

und Honig, leicht Vanille<br />

Abgang: sehr lange, Kräuter und<br />

leicht nach Eiche gemischt mit<br />

Waldhonig<br />

48 NOB Premium Spirits<br />

caol ila 11y. sangiovese<br />

finish 46%, fl.720<br />

Nase: fruchtig, ätherische Öle, ein<br />

Hauch von Meersalz<br />

Geschmack: erst sehr fruchtig, dann<br />

kommt eine Portion Salz, gefolgt von<br />

Torf und Jod<br />

Abgang: Torf, viel Fruchtsüße, am<br />

Ende wieder ganz leicht die ätherischen<br />

Öle<br />

glenrothes 13y. sherry<br />

Butt 48%, fl. 750<br />

Nase: Amarenakirsche, Mandeln<br />

Geschmack: Kakao, Zartbitterschokolade,<br />

ganz leicht nach Mon Cheri<br />

Abgang: Weinbrandbohnen und<br />

dunkle Schokolade<br />

rosebank 20y.<br />

french oak finish<br />

(la nerthe) 46%, fl. 762<br />

Nase: Stachelbeere, Erdnüsse, herbe<br />

Gewürze<br />

Geschmack: erst weinig, dann etwas<br />

Nelke und andere Gewürze, Honigsüße<br />

am Ende<br />

Abgang: lange bleibt ein Spiel zwischen<br />

Honig und Gewürzen auf der<br />

Zunge<br />

dalmore 14y.<br />

sangiovese finish 43%,<br />

fl. 840<br />

Nase: Pflaumenkompott, Honig,<br />

Orange, ein Hauch Kräuter<br />

Geschmack: Kräuter, Edelhölzer,<br />

schwarze Johannisbeere, sehr<br />

intensiv<br />

Abgang: Zartbitterschokolade, Früchtekuchen,<br />

ganz am Ende kommt die<br />

Dalmore Nuss<br />

glenugie 30y. Butt,<br />

50%, fl. 606<br />

Nase: viel Honig, dann Nüsse und<br />

Pflaume<br />

Geschmack: Honig, dunkle Früchte,<br />

Walnüße<br />

Abgang: Sehr lange! Dunkler Honig<br />

und angenehme Holznoten, am Ende<br />

wieder die Walnuß<br />

isle of Jura 12y. 43%<br />

hogshead, fl.756<br />

Nase: ganz am Anfang fruchtig, dann<br />

leicht Liebstöckl und andere Kräuter<br />

Geschmack: würzig, leichte und angenehme<br />

Holzaromen, etwas<br />

Stachelbeere und leicht Kräuterig<br />

Abgang: schöne ausgewogene<br />

Holznoten und etwas Piment


Db Vintage malts –<br />

big taste at the big city tour<br />

Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass das Autumn<br />

Bottling 2010 mit vollem Erfolg auf den Whiskymessen in<br />

Aschaffenburg und Hofheim angekommen ist.<br />

Viele interessante Gespräche haben wir geführt und eine<br />

Menge Drams an Whiskyfans aber auch Einsteiger ausgeschenkt.<br />

Das Feedback war sehr positiv und es haben sich einige<br />

Favoriten heraus kristallisiert.<br />

Die Marke Dun Bheagan, mit Ihren vielfältigen und qualitativ<br />

hochwertigen Malts, etabliert sich mit hoher Geschwindigkeit<br />

bei den Fachhändlern in Deutschland und natürlich auch<br />

bei den Konsumenten selbst. Da wären wir beim Thema der<br />

Überschrift.<br />

Damit auch Sie die Möglichkeit haben sich von unseren neuen<br />

Abfüllungen begeistern zu lassen, stellen wir Ihnen eine Auswahl<br />

unseres aktuellen Bottlings sowie viele Informationen<br />

rund um Dun Bheagan in 15 großen Städten während unserer<br />

City Tour vor. Präsentiert von Ihrem Dun Bheagan Fachhändler<br />

der Region.<br />

Bei dem ein- oder anderen Event wird Brand Ambassador für<br />

Deutschland, Andreas Hofmann oder Tastingmaster Jon Wells<br />

durch den Abend führen.<br />

Kiel Berlin<br />

Hamburg<br />

Frankfurt<br />

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen sowie Tasting-Tickets<br />

erhalten Sie unter: www.dunbheagan.com oder bei Ihrem Fachhändler vor Ort.<br />

imPressum<br />

Herausgeber: Jürgen Barthel,<br />

Erich Kraus<br />

Redaktionelle Mitarbeit:<br />

Frank-Michal Böer, Heinfried Tacke,<br />

Jürgen Deibel, Karl Rudolf,<br />

Jürgen Krotezsch<br />

Anzeigenvertrieb:<br />

Gültige Anzeigenpreisliste Nr. 01<br />

vom 01.09.2009<br />

Satz & Layout:<br />

<strong>Media</strong>-Line-Services,<br />

Erich Kraus, Meike Dietz<br />

D- 63739 Aschaffenburg,<br />

www.media-line-services.de<br />

Erscheinungsweise:<br />

2 x jährlich, April und November<br />

Limburg<br />

Mainz<br />

Helgoland Rostock<br />

Kaiserslautern<br />

Darmstadt<br />

Stuttgart<br />

Aschaffenburg<br />

Freiburg<br />

<strong>Media</strong>-Line-ServiceS<br />

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Würzburg<br />

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agentur für Print- & digitaLMedien<br />

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Anschrift/Herausgeber: NOB Premium Spirits, Jürgen Barthel, Industrie Strasse 18, 63533 Mainhausen - Germany<br />

Tel.: +49 (0) 6182 -640381, Fax: +49 (0) 6182- 640382<br />

Copyright by NOB Premium Spirits / <strong>Media</strong>-Line-Services<br />

Diese Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen einzelnen Beiträge sowie Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes<br />

bedarf der Zustimmung der Agentur. Der Nachdruck von Berichten und Fotos, auch auszugsweise, ist verboten. Druckreif übermittelte Unterlagen (z. B.<br />

per ISDN, CD, E-mail, Disketten) können Seitens der Anzeigenabteilung nicht korrigiert werden. Für die Richtigkeit, sei es in grammatikalischer, stilistischer, inhaltlicher wie<br />

graphischer Form, haftet ausschließlich der Auftraggeber bzw. die beauftragte Agentur. Veranstaltungshinweise ohne Gewähr.<br />

NOB Premium Spirits 49


50 NOB Premium Spirits


fascadale, 46% -<br />

das Feld der Schiffe - liegt auf der nordwestlichen Seite der zerklüfteten Ardnamurchan-Halbinsel. Von seinem<br />

versteckten, kiesübersätem Strand blickt man in nördlicher und westlicher Richtung auf die Inseln Eigg, Rum, Muck<br />

und Skye. Manche sagen, es gäbe hier Schmuggler...<br />

Dieser von Charlie MacLean ausgewählte, limitierte Single Malt Whisky mit seinen Noten von weißem Pfeffer,<br />

geräuchertem Schinken, Pfannkuchen am Strand und Steinsalz - und nicht zu vergessen der kräftige Chili- und<br />

Süßholz-Einschlag im Abgang - ist der neueste Geniestreich der Adelphi Distillery! Nur 3746 Flaschen wurden abgefüllt!<br />

Alkoholgehalt: 46% vol. - runtergesetzt, aber wie immer bei Adelphi ungefärbt und nicht gefiltert!<br />

neu: laphroaig 10 Jahre cask strength Batch 002<br />

Rechtzeitig zur wichtigen kühleren Jahreszeit wird dieses Jahr ein neuer Laphroaig 10 Jahre Cask Strength auf dem<br />

deutschen Markt angeboten. Im Etikett trägt er die Kennzeichnung Batch 002 sowie Monats- und Jahresangabe und<br />

die Unterschrift des Destillerie-Managers, John Campbell. Diese neue Abfüllung besitzt 58,3 Prozent Alkoholvolumen.<br />

Sie entspricht als ein in Fassstärke ausgebauter Malt einem weiteren Trend. Whiskykenner schätzen es, dass Cask<br />

Strength Qualitäten direkt vom Fass - ohne Verdünnung - in die Flasche gefüllt werden und jeder, mit einer Zugabe von<br />

weichem Wasser, die bevorzugten Aromen selbst bestimmen kann.<br />

Manzanilla sherry Wood finish<br />

• Kraftvoll – 53.2%<br />

• Nicht kältegefiltert und mit natürlicher Farbe<br />

• Reifung in zweierlei Fasstypen – 4 Jahre in Manzanilla Fässern<br />

aus spanischen Kellereien<br />

• Natürliche Fassstärke<br />

• Limited edition – nur 3.792 Flaschen weltweit<br />

• Maßgeschneiderte Geschenkpackung – metallisiert<br />

• 6 Flaschen à 70cl pro Karton<br />

Wemyss Malts „toasted oats“, 8 J., 2002, 46 %, single islay Malt<br />

Nase: im ersten Moment jodig, phenolig, erdig, wird dann weicher zu süßen gerösteten Haferflocken.<br />

Geschmack: sehr weich für sein junges Alter, süßer Rauch und Malzigkeit präsent<br />

Abgang: erdige Noten und Haferkeks klingen lange nach.<br />

Der Abfüller Wemyss Vintage Malts überzeugt mit einem „Aroma Konzept“. Einzelfassabfüllungen,<br />

benannt nach ihren prägnanstesten Aromen - der Name der Brennerei wird dabei nicht auf dem Label<br />

aufgeführt. Natürlich wird bei diesen Abfüllungen auf Kühlfiltrierung und Färbung verzichtet.<br />

Bladnoch 8y sherry cask, 55 %<br />

Nase: Haselnuss, Kakaobutter, Zartbitterschokolade<br />

Geschmack: Gewürze, Lebkuchen, Honig, braune Kuchen<br />

Abgang: ölig-cremig, Bittermandel, Kakao... ein weihnachtlicher Whisky.<br />

<strong>neWs</strong><br />

Die 8-jährigen Malts der Lowland Brennerei Bladnoch wurden nach der Wiedereröffnung durch Raymond<br />

Armstrong im Jahr 2000 gebrannt. Der Charakter ist beim Sherry Cask kräftig-würzig und bei den Bourbon Cask<br />

Abfüllungen fruchtig-grasig, maritim.<br />

NOB Premium Spirits 51


<strong>neWs</strong> InteRvIew<br />

Wie und wann wurden Sie Brand Ambassador?<br />

Es ist jetzt etwas über drei Jahre her, als ich im September<br />

2007 zur Glengoyne Destillerie eingeladen wurde. Zu diesem<br />

Zeitpunkt wusste ich noch nicht, was der Grund dieser Einladung<br />

war. Antony McCallum-Caron (Rare Malt Manager von<br />

Ian MacLeod) sagte nur, ich sollte auf jeden Fall einen Anzug<br />

mitbringen.<br />

Ich wanderte bzw. kletterte zusammen mit Antony und Robbie<br />

Hughes, dem Distillery-Manager von Glengoyne, auf den<br />

Dumgoyne Berg hinter der Brennerei und erhielt dort eine Urkunde<br />

und, worüber ich mich noch mehr gefreut habe, einen<br />

gravierten Quaich gefüllt mit 1972 er Glengoyne. Am Abend<br />

folgte ein wunderbares Dinner und anschließend eine „kleine<br />

Whiskyprobe“ in diversen Pubs in Glasgow.<br />

Mit dieser sehr netten Geste wollte sich Ian<br />

Macleod bei mir für meine jahrelange Arbeit<br />

für Glengoyne in Deutschland bedanken. Ich<br />

kann nur sagen: Sehr gern geschehen!<br />

Warum gerade Glengoyne?<br />

Ich erinnere mich noch sehr gut an meinen<br />

ersten Besuch bei Glengoyne im Jahr 1995.<br />

Ich war überwältigt von dieser wunderschönen<br />

Brennerei, den unglaublich netten Leuten<br />

und dem außergewöhnlichen Whisky,<br />

der dort produziert wird. Der Whisky wird<br />

vollkommen ohne die Verwendung von Rauch und Torf hergestellt.<br />

Er ist sehr rund, weich und hat einen einzigartigen<br />

Geschmack. Man nimmt sich hier sehr viel Zeit für die Herstellung<br />

und benutzt nur die besten Fässer für die Reifung. Ich<br />

habe schon früher auf Messen für den unabhängigen Abfüller<br />

Ian MacLeod gearbeitet und als diese im Jahr 2002 die Glengoyne<br />

Destillerie gekauft haben, habe ich mich hauptsächlich<br />

auf die Whiskys von Glengoyne konzentriert.<br />

Mögen Sie auch andere Whiskys neben Glengoyne?<br />

Natürlich! Glengoyne zählt zwar ganz klar zu meinen Favoriten,<br />

aber es gibt eine unglaubliche Bandbreite von sehr guten<br />

Single Malts aus Schottland. Es kann auch gerne mal richtig<br />

rauchig und torfig werden. So habe ich Ende September zum<br />

5 jährigen Jubiläum meines Whiskyladens Malt-Brothers eine<br />

beeindruckenden Bunnahabhain Moine aus einem Oloroso<br />

Sherry Fass abfüllen lassen. Es ist ja gerade diese geschmackliche<br />

Vielfalt, die die Faszination an schottischen Single Malts<br />

ausmacht.<br />

52 NOB Premium Spirits<br />

Wir unterhalten uns heute<br />

mit klaus Meier, Brand<br />

ambassador der Marke<br />

glengoyne für<br />

deutschland.<br />

today we are talking to klaus<br />

Meier, Brand ambassador<br />

of the brand glengoyne for<br />

germany.<br />

How and when did you become a Brand Ambassador?<br />

It was a little over 3 years ago, in September 2007, when I was<br />

invited to Glengoyne Distillery. At that point I wasn´t aware of<br />

the reason for the invitation.<br />

Antony McCallum-Caron (Rare Malt Manager of Ian MacLeod)<br />

just advised to bring a suit and come.<br />

I wandered, well rather climbed, together with Antony and<br />

Robbie Hughes, Distillery Manager of Glengoyne, onto Dumgoyne<br />

mountain behind the distillery, got a certificate and<br />

- what I appreciated even more – an engraved quaich filled<br />

with Glengoyne 1972.<br />

In the evening a delightful dinner followed and after that a<br />

“little Whiskytasting” in various pubs in Glasgow.<br />

With this nice gesture Ian Macleod was saying<br />

“Thank you” for my many years of working for<br />

Glengoyne in Germany. All I can say is: “It was<br />

my pleasure!”<br />

Why Glengoyne?<br />

I recollect very good my first visit at Glengoyne<br />

in 1995. I was overwhelmed by the beautiful distillery,<br />

the amazingly nice staff and the remarkable<br />

whisky, that is produced there.<br />

The whisky is produced completely without using smoke and<br />

peat. It is very “round”, soft and has an unique taste. The people<br />

of Glengoyne take their time for creating the whisky and<br />

only the best casks will be used for maturing.<br />

I already used to work for the independent bottler Ian Mac-<br />

Leod during fairs earlier and when they bought the Glengoyne<br />

Distillery in 2002, I concentrated on the Whiskys of Glengoyne.<br />

Do you like other Whiskys beside Glengoyne?<br />

Of course! Glengoyne is by far my favourite, but there is an<br />

unbelievable width of really good single malts coming from<br />

Scotland. I even like it real smoky and peaty sometimes.<br />

That´s why I had an impressive Bunnahabhain Moine from an<br />

Olorosso Sherry cask bottled at the end of September for the<br />

fifth anniversary of my Whiskyshop “Malt Brothers”.<br />

It´s this multiplicity of tastes that constitutes the fascination<br />

of Scottish Single Malts.


Was sind Ihre Aufgaben als Brand Ambassador von Glengoyne?<br />

In erster Linie ist es die Aufgabe eines Ambassadors die jeweilige<br />

Marke bekannt zu machen. Dies geschieht hauptsächlich<br />

auf Whisky-Messen und Tastings. Man arbeitet sehr eng mit<br />

der Destillerie und den Importeuren zusammen. Man versucht<br />

möglichst viele interessante Glengoyne Abfüllungen<br />

nach Deutschland zu bekommen. Oft ist man an der Fassauswahl<br />

beteiligt, wenn es zum Beispiel darum geht, eine neue<br />

Einzelfass-Abfüllung für Deutschland herauszubringen.<br />

Letztes Jahr wurde mir sogar die Ehre zuteil, mein persönliches<br />

Lieblingsfass bei Glengoyne auszusuchen. Die Wahl fiel<br />

auf einen ausdrucksstarken 18 jährigen Whisky aus einem<br />

Bourbon-Fass mit 59,9 %. Dieser wurde dann unter der Bezeichnung<br />

Ambassador’s Choice abgefüllt.<br />

Wann und wo kann man sie antreffen?<br />

Ich versuche auf den meisten Whiskymessen mit Glengoyne<br />

vertreten zu sein. Jedoch werden auch die Messen immer<br />

zahlreicher, so dass man mittlerweile schon zeitliche Probleme<br />

bekommt. Die nächsten Messen werden die Whisky u. Tabacco<br />

Days in Hofheim a.T. am letzten Oktoberwochenende, dann<br />

Frankfurt und München sein. Eine meiner „Lieblingsmessen“<br />

ist jedoch die WhiskyFair in Limburg, die nächstes Jahr im Mai<br />

wieder stattfindet. Ansonsten veranstalte ich auch regelmäßig<br />

Tastings für Glengoyne.<br />

Natürlich versuche ich auch den direkten Kontakt zur Brennerei<br />

nie zu kurz kommen zu lassen. Zumal mittlerweile das eine<br />

oder andere eigene Fass von mir dort lagert. Deshalb bin ich<br />

ab und zu (leider viel zu selten) auch dort anzutreffen.<br />

What are your responsibilities as a Brand Ambassador for<br />

Glengoyne?<br />

First and most important duty of an Ambassador is to promote<br />

the chosen range.<br />

That is done mainly during Whisky Fairs and tastings. You are<br />

cooperating very closely with the distillery and the importers<br />

and you are trying to get as many interesting Glengoyne bottlings<br />

to Germany as possible. Often you are involved in selecting<br />

the casks, for example if a new Single Cask bottling for<br />

Germany is planned.<br />

Last year I had the special honour to pick my personal favourite<br />

cask. I chose an expressive 18 years old Whisky coming from<br />

a Bourbon cask with 59,9%. It was bottled as “Ambassador´s<br />

Choice”.<br />

When and where can we meet you?<br />

With Glengoyne I try to attend the most Whisky fairs. But giving<br />

the increasing number of fairs I meanwhile have timing<br />

problems. The next fairs will be the Whisky and Tobacco Days<br />

in Hofheim on the last October weekend, then Frankfurt and<br />

Munich. One of my favourite fairs is the Whisky Fair in Limburg,<br />

that will take place in May 2011.<br />

Furthermore I regularly hold tastings for Glengoyne.<br />

The direct and personal contact with the distillery is very, very<br />

important for me and should never be missed out. Especially<br />

since, by now, I have some own casks in stock there. That is<br />

the reason why you can sometimes (by far not often enough)<br />

even meet me at the Glengoyne distillery.<br />

Ein Erlebnis der besonderen Art ist das Whiskyseminar in verschiedenen historischen Straßenbahnen.<br />

Ein- bis zweimal im Monat rollt die Whiskymax-Tram durch Frankfurt und kredenzt ihren<br />

Gästen hochwertige schottische Single Malt Whiskys.<br />

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NOB Premium Spirits 53


54 NOB Premium Spirits<br />

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Genauso abwechslungsreich wie das Angebot sind auch<br />

die Einsatzmöglichkeiten. Als Mitbringsel, als Zeichen<br />

der Zuneigung oder – warum nicht? – als köstlicher Stimmungsaufheller,<br />

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NOB Premium Spirits 55


ARDBEG 15 Y 53,0 %<br />

BUNNAHABHAIN 24 Y 48,0 %<br />

BUNNAHABHAIN (Peatetd) 12 Y 46,0 %<br />

CAOL ILA (San Giovese Finish) 11 Y 46,0 %<br />

CAOL ILA 13 Y 43,0 %<br />

DALMORE (San Giovese Finish) 14 Y 43,0 %<br />

GLENBURGIE 11 Y 43,0 %<br />

GLENROTHES (1 Sherry Butt ) 13 Y 48,0 %<br />

GLEN SCOTIA 32 Y 56,0 %<br />

GLENTAUCHERS 15 Y 43,0 %<br />

GLENUGIE 30 Y 50,0 %<br />

LAPHROAIG (San Giovese Finish) 11 Y 50,0 %<br />

LEDAIG 12 Y 46,0 %<br />

LINkwOOD 12 Y 43,0 %<br />

MORTLACH 12 Y 43,0 %<br />

MORTLACH (CLN Finish) 15 Y 51,7 %<br />

PORT ELLEN 28 Y 50,0 %<br />

ROSEBANk (French Oak Finish ) 20 Y 46,0 %<br />

ST. MAGDALENE 26 Y 50,0 %<br />

56 Aquavitae NOB Premium essen, Spirits 13.11.2010 | interwhisky Frankfurt, 26. 11. 2010 | rostocker Whiskymesse 04.12.2010 | Whiskyfair in Limburg, 14.05.2011 |<br />

Finest spirits München, 18.02.2011 | Pro Wein Düsseldorf, 27.03.2011 | Kieler Whiskymesse, 09.04.2011 | Hanse spirit Hamburg | 16.04.2011

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