ganz mein Geschmack!

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Inhalt

Eine lange Geschichte … 4

Weinstraße 1 Laona Akamas 6

Weinstraße 2 Vouni Panagia Ampelitis 18

Weinstraße 3 Diarizos-Tal 34

Weinstraße 4 Krasochoria Lemesou (Weindörfer von Lemesos) 46

Weinstraße 5 Koumandaria 64

Weinstraße 6 Pitsilia 78

Allgemeines 93

3


4

Eine lange Geschichte

Der Kulturschatz Wein kann auf Zypern

auf eine lange Geschichte zurückblicken.

Dies bestätigen jüngste Ausgrabungen der

italienischen Archäologin Dr. Maria Belgiorno,

die belegen, dass die Weinherstellung auf

unserer kleinen Insel mehr als 5500 Jahre

zurückreicht. In Pyrgos wurden zwei Gefäße

entdeckt, die für Wein verwendet wurden und

bei denen man außerdem auch Traubenkerne

fand. In dem Dorf Erimi wurden 18 Behältnisse

entdeckt, von denen 12 für Wein benutzt

wurden und die man um 3500-3000 v.Chr.

datiert. Dieses wertvolle Kulturerbe zählt zu

den ältesten Zeugnissen und belegt, dass

auf Zypern die Wiege der Weinherstellung

im gesamten Mittelmeerraum stand, von

Griechenland über Italien bis nach Frankreich

und anderen Ländern, in denen in der Antike

Weinbau betrieben wurde.

Eindeutige Belege der Weingeschichte

Zyperns sind die unzähligen Funde, welche

die Ausgrabungen der Archäologen über

einen langen Zeitraum zum Vorschein

gebracht haben. Einzigartige Mosaiken

mit Darstellungen des Gottes Dionysos,

alte Weinpressen in Omodos, Laneia

und anderen Orten, riesige, mit Daten

versehene Tongefäße, Amphoren und andere

Gefäße, die sich in den Eingangshallen der

archäologischen Museen der Insel drängen,

und viele andere authentische Zeugnisse der

langen Weinbaugeschichte Zyperns verdienen

unsere Bewunderung und unseren Respekt.

Besuchen Sie die Dörfer von Koumandaria

und bewundern Sie in Laneia die alte

Weinpresse sowie uralte Tongefäße, auf

denen noch das Herstellungsjahr 1844

als Einritzung erkennbar ist. Dies markiert

zufälligerweise zugleich das Gründungsjahr

der ältesten Weinkellerei Zyperns, der ETKO.

Die Weinpresse in Laneia ist die einzige im

griechischen Raum, die sich noch in einem

funktionstüchtigen Zustand befi ndet und

daher ein besonders wertvolles Zeugnis der

Weingeschichte darstellt. In Omodos, einem

der ältesten und bedeutendsten Weindörfer

der Insel, gibt es eine weitere Weinpresse,

die zum Kulturdenkmal erklärt wurde und

der Abteilung für Altertümer gehört. In den

Jahren 1980-84 wurde das Gebäude der

Weinpresse ausgebessert und zeitgleich

die Maschinerie überholt. Die Weinpresse

befi ndet sich in einem länglichen, aus Steinen

gemauerten Haus mit Flachdach. Den Eingang

dominiert ein Spitzbogen, der an einen

ähnlichen im Kloster Timios Stavros in Omodos

erinnert. Im östlichen Teil des Gebäudes ist

ein Dachspeicher untergebracht. Im hinteren

Teil gibt es einen erhöhten, gemauerten

Bereich, den „Tziathi“, wo die Trauben mit

den Füssen gemaischt wurden. Die Presse

besteht aus einem großen doppelten Balken,


dem „Mouklos“, dessen eines Ende in einer

speziellen Halterung in der Wand hinter

dem Tziathi gelagert wurde. Durch ein Loch

mit Gewinde im anderen Ende des Balkens

führt senkrecht eine Gewindestange, die

„Adrachti“, an deren unterem Ende ein

großer Stein befestigt ist. Die Weintrauben

wurden auf dem „Tziathi“ ausgebreitet und

mit Holzbrettern bedeckt, darüber wurden

Holzbohlen, die „Merkaka“, und darauf ein

noch stärkerer Bohlen, der „Mouskos“ gelegt

und zum Schluss wurde das „Paramoukli“

am „Mouklos“ befestigt. Zwei bis drei

Leute drehten die Gewindestange mit Hilfe

hölzerner Arme, den „Stre� es“, so dass der

Stein angehoben und durch sein Gewicht der

„Mouklos“ abgesenkt wurde. So wurden dann

die Trauben zerquetscht. Der Stein wurde

soweit angehoben, bis er gänzlich in der

Lu� schwebte und mit Hilfe des „Mouklos“

solange Druck auf die Weintrauben ausübte,

bis diese vollständig ausgepresst waren.

Der Sa� lief durch ein Loch im „Tziathi“ und

wurde dann in einem Gefäß, dem „Podosiin“,

das zur Häl� e im Erdboden eingelassen war,

aufgefangen. Aus diesem „Podosiin“ wurde

der Most in große Gefäße umgefüllt, in denen

die alkoholische Gärung stattfand. Innerhalb

weniger Monate war der Wein fertig.

Alte Weinpresse, wie man sie auch im Dorf Fikardou

(Region Lefkosia) fi ndet. Die Weinpresse in Fikardou ist

sehr gut erhalten und wurde 1988 vom „Department

of Antiquities“ (zuständige Abteilung für Altertümer)

restauriert.

5


oute

6

1

GEHEN SIE AUF

ENTDECKUNGSREISE!

Laona - Akamas

Pafos, Mesogi, Tsada, Stroumpi, Kathikas, Akourdaleia,

Pano Arodes, Kato Arodes, Ineia, Drouseia, Polis Chrysochous,

Pegeia, Pafos

Diese Route folgt uralten Wegen im

nordwestlichen Teil Zyperns. Sie ist besonders

ansprechend und hat mehr als nur Wein zu

bieten. Bei einem Besuch dieser Gegend

haben Weinliebhaber und Gourmets die

Möglichkeit, fünf Weingüter zu besichtigen und

vorzügliche Weine begleitet von Spezialitäten

der zypriotischen Küche zu genießen. Die

Tavernen, von denen es entlang dieser Strecke

nur so wimmelt, sorgen dafür, dass Sie

nicht enttäuscht werden. Zusätzlich zu den

kulinarischen Freuden haben Sie Gelegenheit

eine Landscha� zu genießen, die auf der Insel

ihres gleichen sucht.

Das Straßennetz mit den Hauptstraßen

E701 und E709 führt hinauf in malerische

Höhen, wo kleinwüchsige Vegetation die

Anpfl anzungen (hauptsächlich Weinberge) und

Waldstücke umgibt. Stellenweise verlieren sich

die Straßen in schmalen Tälern und führen uns

dann plötzlich zu einem der kleinen Dörfer,

die sich in die Landscha� schmiegen. Die

recht dünne Besiedlung der Gegend trägt

entscheidend zu den intensiven Eindrücken

bei, die bei dem Reisenden erweckt werden.

Das Highlight dieses Weinanbaugebietes

ist die Akamas - Halbinsel. Weit entfernt von

jeglichen Siedlungen ist sie ein einzigartiges

Beispiel eines unberührten Zyperns, dessen

faszinierende Natur jahrtausende alte Wurzeln

hat. Die Vielzahl an Eigenarten der Vegetation,

der Tierwelt und der Landscha� kennzeichnen

den Akamas als einen einzigartigen Biotop,

der Forscher magisch anzieht. Somit gesellen

sich zu den kulinarischen Genüssen einmalige

landscha� liche Impressionen, die diesen Tag

perfekt abrunden.


ALLGEMEINES

Die Route verläu� größtenteils durch die

Halbinsel Akamas. Dieses einzigartige

Gebiet begeistert durch seine ungewöhnliche

Geologie sowie durch seine artenreiche

Pfl anzen - und Tierwelt. Die Unberührtheit der

Landscha� und Schönheit der Ortscha� en

garantieren Wanderern und Naturforschern ein

einmaliges Erlebnis.

In diesem Gebiet hat der Weinbau eine

lange Tradition und große Flächen sind dem

Weinanbau gewidmet. Entlang der Route

haben wir Gelegenheit, fünf Weingüter zu

besuchen.

Klima: Die Region liegt auf einer Höhe

von 400 bis 650 Metern über dem

Meeresspiegel und verzeichnet eine jährliche

Niederschlagsmenge von ca. 610 mm.

Boden: Die Mehrzahl der bewirtscha� eten

Böden ist kalksteinhaltig, jedoch werden auch

lehmige Böden bebaut.

Weinanbau: In der Region Kathika werden

hauptsächlich weiße Rebsorten angebaut,

zumeist die einheimische Xynisteri. Die

meisten der Dörfer entlang der Route zählen

zum Weinbaugebiet mit der kontrollierten

Herkun� sbezeichnung „Laona Akamas“.

Diese Route folgt uralten Wegen

im nordwestlichen Teil Zyperns. Sie ist

besonders ansprechend und hat mehr

als nur Wein zu bieten.

In dieser Region werden 19 verschiedene

Rebsorten angebaut.

Weiße Rebsorten: Plant X Malvasia G.,

Plant X, Sauvignon Blanc, Riesling, Semillon,

Chardonnay, Muscat, Xynisteri

Rote Rebsorten: Mavro, O� halmo,

Carignan, Mataro, Cabernet Sauvignon,

Cabernet Franc, Alicante B., Grenache, Shiraz,

Merlot, Lefkada, Marathe� iko

7


Η ΔΙΑΔΡΟΜΗ

DIE ROUTE

Wir beginnen unsere Reise in

Pafos und begeben uns auf die B7, die

Hauptverkehrsader nach Polis Chrysochous

(von den Einheimischen nur Polis genannt).

Nach einer kurzen Strecke von vielleicht fünf

Kilometern durch noch überwiegend bebautes

Gebiet machen wir einen ersten Halt in der

Nähe des Dorfes Mesogi. Links der Straße, im

Industriegebiet, lohnt sich der Besuch einer

der bekanntesten Weinkellereien Zyperns, der

„FIKARDOS WINERY“. Obwohl die Kellerei bis

heute über keine eigenen Weinberge verfügt,

ist die erreichte Qualität bemerkenswert. Dies

ist hauptsächlich auf die Zusammenarbeit

mit ausgesuchten Winzern der Umgebung

zurückzuführen. Diese Zusammenarbeit

ermöglicht eine genaue Kenntnis der Stärken

dieser Region und damit innerhalb von nur

zwei Jahrzehnten (die Kellerei wurde 1990

gegründet) die Entwicklung verschiedener

Weine, die durch das Verschneiden

unterschiedlicher Rebsorten eben diese

Stärken zur Geltung bringen. Typisch für

die FIKARDOS Kellerei ist ein breites

Spektrum von Weinen aus roten Rebsorten,

wie Marathe� iko, Lefkada, Shiraz, Cabernet

Sauvignon, Merlot und den weißen Rebsorten

Xynisteri, Chardonnay und Semillon. Probieren

Sie unbedingt den Roséwein Valentina, die

Weißweine Almathia und Alkisti sowie den

Shiraz. Die Kellerei ist für Besucher die ganze

Woche geöff net und erlaubt einen ersten

Einblick in das Potential der Weinherstellung

dieser Region. Für Interessierte sei erwähnt,

dass das Dorf Mesogi berühmt für die

Herstellung von Körben aus Schilfrohr ist, die

überall im Dorf zum Verkauf angeboten werden.

Bevor wir mit der Erkundung der Weingüter

fortfahren, lohnt sich ein Abstecher zu einer

besonderen Sehenswürdigkeit dieser Gegend,

dem Kloster Agios Neofytos. Dazu biegen wir

von der B7 in der Nähe von Mesogi auf die

ausgeschilderte Landstraße ab. Die Strecke

führt durch das Dorf Trimithousa und danach

in ein Gebiet von bestechender natürlicher

Schönheit, welches in ein tiefes, üppig

bewachsenes Tal mündet, das von steilen

Hängen umschlossen wird. Das Kloster, das

auf einer Höhe von 412 m liegt und zu den

bedeutendsten Klöstern Zyperns zählt, wurde

in der Gegend errichtet, in welcher der Eremit

Agios Neofytos (1134-1214) in Höhlen

gelebt hat. Ein beeindruckendes Plateau,

gepfl astert und umgeben von Platanen,

Zypressen und Pappeln, erwartet den

Wanderer, der es bis hierher geschaff t hat.

Zurück auf demselben Weg wieder auf

der B7 setzen wir unseren Weg nach Norden

in Richtung des Dorfes Tsada fort. Dieser Ort

hat viel seiner Idylle erhalten und ein kleiner

Spaziergang durch seine engen Gässchen

lohnt sich immer. Die aus Steinen gemauerten

Brunnen Gerolakkos, Rothkias und Piathkia

sind von ursprünglicher Schönheit. Was einen

kurzen Aufenthalt jedoch unabdingbar macht,

ist die einzigartige Aussicht auf die das Dorf

umgebenden Weinberge mit dem Meer im

Tipps zur Planung eines

Ausfluges zu den Weingütern

Welche Route der „Weinstrassen

Zyperns“ Sie auch wählen, um ein

bestimmtes Weingut zu besuchen, Sie

können sicher sein, in einem Umkreis von

weniger als 15 min mit dem Auto einem

weiteren Weingut zu begegnen. Fahren

Sie zum Beispiel nach Koilani, so fi nden

Sie im selben Dorf gleich vier Weingüter.

Weitere vier bis fünf liegen auf dem Weg

von Omodos nach Vasa. Nur wenige

Weingüter sind abgelegen und nicht in

der Nähe anderer Kellereien, vielleicht ein

oder zwei im Gebiet Lefkosia. Es ist daher

leicht möglich, auf einem Ausfl ug viele

Weinhersteller zu besuchen, ohne große

Umwege in Kauf nehmen zu müssen. Wir

raten jedoch in jedem Fall sich Vorab mit

den Weingütern telefonisch in Verbindung

zu setzen.

9


10

Hintergrund. Überdies zählt Tsada zu den

größten Wein anbauenden Dörfern der Region.

Es ist jedoch Zeit, unsere Reise

fortzusetzen. Die Strecke nach Stroumpi

verläu� in Serpentinen und ist von steilen

Anstiegen und eindrucksvollen Schluchten

gekennzeichnet. Das Dorf Stroumpi liegt auf

einer Höhe von 450 m in einer ebenfalls

vom Weinanbau geprägten Umgebung. Die

Weinberge selbst weisen häufi g Steillagen auf,

die nur für Esel, Maultiere und wagemutige

Wanderer zugänglich sind! In dieser Region

wird hauptsächlich die rote Rebe Mavro

angebaut, gefolgt in geringerem Maße von

der weißen Xynisteri. Erwähnenswert sind

jedoch auch importierte Rebsorten, die in den

letzten Jahren zunehmend Verbreitung fi nden.

In Stroumpi wird jedes Jahr im August das

Weinfestival „Dionysia“ veranstaltet. Falls Sie

während dieser Zeit in der Nähe sind, sollten

Sie es sich auf keinen Fall entgehen lassen …

Bevor wir uns von diesem malerischen

Weindorf verabschieden, bietet sich noch ein

Besuch der historischen Kirchen und Kapellen

der Umgebung an.

Etwa einen Kilometer außerhalb des

Dorfes in Richtung Polemi befi ndet sich die

neue Weinkellerei „KAMANTERENA“ der

Weingenossenscha� SODAP. Modern (errichtet

2004), groß und technisch auf dem neuesten

Stand zählt es zu den bedeutendsten

Weingütern der Region. In der Fertigstellung

befi nden sich zurzeit das Museum

historischer Maschinen und Werkzeuge

der Weinherstellung, die Räumlichkeiten

zur Weinverkostung und das Restaurant,

um dem Weinliebhaber den Aufenthalt so

angenehm wie möglich zu gestalten. Ein

besonderes Erlebnis bei der Anfahrt ist der

Anblick der Mandelhaine, die Sie willkommen

heißen, wenn das Weingut zum ersten Mal in

Erscheinung tritt, ein unerwartetes zugleich

aber harmonisches Zusammenspiel mit

den Weinbergen, die bis an die Grenzen der

Kellerei reichen! Ein hervorragender Wein,

der hier produziert wird, ist der Riesling-

Xynisteri, der deutlich den neuen Charakter

der Weinproduktion der SODAP zum Ausdruck

bringt. Die Mountain Vines, sowohl rot als auch

weiß, sind ebenfalls für eine Verkostung sehr

zu empfehlen.

Einige Kilometer weiter östlich im Dorf

Polemi befi ndet sich ein weiteres Weingut

der Region. Die Anlagen der Kellerei

„TSALAPATIS WINES“ sind modern, was

sicher zu der Qualität der hier produzierten

Weine beiträgt. In den Weinkellern können Sie

die hier hergestellten Weine verkosten und

diejenigen, die Ihren Geschmack getroff en

haben, erwerben. Die Herstellungskapazität ist

gering und es werden nur 100.000 Flaschen

von 3 Hektar eigenem Weinanbau und den

Zulieferungen ausgesuchter Winzer abgefüllt.

Probieren Sie den Xynisteri dieses Weingutes.


Wir setzen unsere Reise in nordwestlicher

Richtung fort und biegen einen Kilometer

von Stroumpi entfernt von der B7 links

auf die Straße (E711) nach Kathikas ab.

Schon während der Fahrt vermittelt die von

Weinbergen gesäumte Landscha� mit dem

Tal im Hintergrund einen Vorgeschmack auf

den Charme dieses traditionellen Dorfes. Es

befi ndet sich inmitten von grün bedeckten

Hügeln und war früher einmal das Zentrum

des südwestlichen Zyperns. Falls es die

Zeit erlaubt, machen Sie doch einen kleinen

Abstecher in das Dorf Theletra. Dazu biegen

Sie einige Kilometer vor Kathikas rechts

auf eine Nebenstraße ab, die Sie zu diesem

kleinen (200 Einwohner) ebenfalls im Grünen

liegenden Dorf führt. Noch ein Stück weiter auf

derselben Straße kommen Sie zu dem Dorf

Giolou, wo es ein kleines Restaurant gibt. Der

Wein, den Sie dort trinken werden, wird Ihnen

unvergesslich bleiben, ebenso wie das dort

selbst gemachte, traditionelle Brot.

Zurück jedoch zu dem ursprünglichen

Ziel unserer Reise. Außer der reizenden

Umgebung von Kathikas verdienen hier vor

allem zwei Dinge unsere Aufmerksamkeit:

zum einen die Weingüter, denen wir einige

Zeit opfern sollten und zum anderen die

zypriotischen Köstlichkeiten, die in den lokalen

Tavernen zum Schmaus angeboten werden!

Das Weingut „K&K VASILIKON WINERY“

ist eines der ersten Weingüter (1993)

des westlichen Teils Zyperns. Es ist klein,

exklusiv, traditionell erbaut mit Ziegeln

und Steinen und mit modernster Technik

ausgestattet. Den Besuchern bietet es

Räumlichkeiten zur Verkostung der Weine

und gestattet auf Wunsch auch einen Besuch

des Weinkellers. Der Schwerpunkt der

Produktion aus 15 Hektar eigenem Anbau

liegt auf zwei besonders erfolgreichen

Weinen: dem Vasilikon (Xynisteri 95% und

Semillon 5%) sowie dem Agios Onoufrios

(Mourvèdre, Cabernet Sauvignon, Grenache

und einheimische Rebsorten), von denen je

150.000 Flaschen jährlich abgefüllt werden

und die sich durch ein besonders gutes Preis-

Leistungsverhältnis auszeichnen.

Das kleine, gastfreundliche Weingut

„STERNA WINERY“ mit einer Produktion von

75.000 Flaschen ist ein weiterer guter Grund

für einen Besuch von Kathika. Eine besondere

Attraktion bietet sich am Wochenende,

wenn die Besucher von dem zehnjährigen

Panagiotis in Empfang genommen werden!

Der Sohn des Besitzers führt die Gäste

stolz mit freudiger Stimme und strahlendem

Gesicht zu der Weinverkostung. Die Sicht

nach Nordosten der riesigen Terrasse des

Weingutes aus ist eindrucksvoll und ebenso

interessant sind die kleinen natürlichen Höhlen

innerhalb des Gebäudes.

Sie erinnern an Katakomben und

werden aufgrund der idealen Bedingungen

zur Weinlagerung genutzt. Die Trauben zur

Weinherstellung kommen zum größten Teil von

den 14 Hektar eigener Weinberge. Sie sollten

unbedingt den Xynisteri probieren, der aus

hier in Kathika angebauten Trauben gekeltert

wird.

Jedoch wandert die Sonne unaufhaltsam

weiter und ein gutes Stück unserer Reise

durch das Weinbaugebiet Laona - Akamas

liegt noch vor uns! Wir verlassen Kathikas und

biegen nach zwei Kilometern links auf eine

Landstraße ab, die uns entlang einer ganzen

Reihe malerischer Dörfer führt, wo es sich

lohnt anzuhalten, um die Landscha� und die

Aussicht zu genießen. Es wäre nicht verkehrt,

in einem der vielen Kaff eehäuser einen Kaff ee

zu sich zu nehmen, um den Geschmack der

bisher verkosteten Weine zu neutralisieren und

um uns auf neue Impressionen einzustellen!

Das Dorf Pano Arodes, das uns als erstes

begegnet, bezaubert durch seine gut erhaltene

Architektur, die aus Naturstein gebauten

Häuser und die sehenswerte, restaurierte

Kirche des Agios Kalantionas.

Diese befi ndet sich am Ende eines hübsch

gestalteten Platzes, der sich am besten

von dem kleinen reizenden Kaff eehaus aus

genießen lässt. Die Ruhe der Umgebung ist

traumha� und das Zwitschern der Vögel bringt

die Menschen zum Verstummen.

Einen Kilometer weiter nördlich in Pano

11


12

Sie müssen die Gläser nicht

leeren!

Wenn jemand 3-4 Weingüter an

einem Tag besuchen möchte, um deren

Weine zu verkosten, wird natürlich nicht

erwartet, dass von jedem Wein ein Glas

geleert wird. Sonst läu� man Gefahr,

den Gaumen zu ermüden und ist bald

nicht mehr in der Lage, den Geschmack

des Weines objektiv zu beurteilen. Alle

hier aufgeführten Weingüter bieten

den Besuchern Spucknäpfe, in denen

Sie auch nach jeder Probe Ihr Weinglas

entleeren können.

Arodes legen wir Ihnen einen kurzen Halt

nahe, um das weiße, länglich gewölbte Rathaus

zu bewundern. Es erinnert an eine Kirche des

18. Jahrhunderts nur ohne Glockenturm.

Weiter nördlich treff en wir auf das Dorf Ineia,

von dem aus die Sicht auf das Meer und der

Rundblick Atem beraubend ist. Der Hang

fällt steil ab und triff t in ca. zehn Kilometer

Entfernung auf die Küste Akamas. In Ineia

wird dem aufmerksamen Reisenden auff allen,

dass auf den Ausschilderungen häufi g die

Bezeichnung „Oineia“ zu fi nden ist, was darauf

hinweist, dass sich der Ortsname von „Oinos“

= Wein ableitet. Außerdem gibt es hier ein

Museum für Korbfl echterei.

Ganz in der Nähe befi ndet sich unsere

nächste Station, das Dorf Drouseia. Wie schon

Ineia ist auch dieses Dorf aufgrund seiner

Lage als auch der guten Küche ein beliebtes

Ziel für die Wochenendausfl üge der Zyprioten.

Die herrliche Aussicht, die sich bis zum Meer

hin erstreckt, wird auch hier geboten. Obwohl

der Weinbau auch hier verbreitet ist, gibt es

in dieser Gegend bis heute noch kein Weingut.

Jedoch lohnt sich hier ein Besuch des

Museums für Weberei.

Mit weniger als zehn Kilometern

Entfernung zu unserer letzten Station Polis

neigt sich unsere Reise ihrem Ende zu.

Von der E709 aus machen wir noch einen

kleinen Abstecher rechter Hand in das Dorf

Kritou Tera. Die schmale Straße führt zu dem

kleinen Dorf inmitten eines sehr fruchtbaren

Gebietes. In diesem traditionellen und von

der Landwirtscha� geprägten Dörfchen lohnt

sich ein kleiner Spaziergang durch die engen

Gassen.

Der Wassermühle, dem alten Kaff eehaus

mit seinen Wandmalereien und der

gepfl asterten Tenne sollten wir noch einen

Besuch abstatten, bevor wir uns auf den

Weg machen, um die letzten Kilometer, die

uns noch von Polis trennen, zurückzulegen.

Von den vielfältigen Eindrücken der Reise

gesättigt, erreichen wir dieses moderne

Küstenstädtchen, wo man auch, wenn man

mag, die Nacht verbringen kann. Anderenfalls

treten wir gemächlich die Heimreise

Richtung Pafos an, die uns diesmal durch das

malerische Dorf Pegeia führen wird.


Zivania - mit Freunden

genießen…

Nicht nur der Koumandaria steht

für Tradition und Lebensfreude der

Zyprioten.

Das andere Nationalgetränk der

Insel heißt Zivania! Die Wurzeln dieses

hochprozentigen, klaren Weindestillats

verlieren sich in der Antike.

Die Herstellung des Zivanias ist

relativ unkompliziert. Nachdem die

Trauben gepresst und der Most für

die Weinherstellung gewonnen wurde,

werden die Pressrückstände (Trester)

in Edelstahltanks gegeben. Nach der

Fermentation wird die Masse in einen

als Destillator dienenden Kupferkessel

gefüllt, der dann erhitzt wird. Die

entstehenden Dämpfe kondensieren

und werden in kleinen Behältern

aufgefangen.

Hierbei zeigt sich die Fertigkeit

des Schnapsbrenners … Er gibt Acht,

dass zuerst nur die leicht fl üchtigen

Bestandteile verdampfen. Diese

Fraktion nennt man den „Kopf“.

Der größte Teil des Alkohols, der

im Nachhinein abgetrennt wird und

auch die Aromen beinhaltet, wird das

„Herz“ genannt. Zum Schluss erfolgt die

Destillation der schwereren Alkohole,

die als „Schwanz“ bezeichnet werden.

Das Geheimnis eines guten Zivanias

ist eine langsame Destillierung

bei geringen Temperaturen und

eine saubere Au� rennung der drei

Fraktionen. Den Zivania genießt man

am Besten gut gekühlt, aber nie mit

Eiswürfeln. Früher wurde er von Vielen

zu Hause gebrannt, aber heute wird er

hauptsächlich von den Weinkellereien

produziert. Erwähnenswert ist

der Zivania „Kykkos“, der die

Besonderheiten der klösterlichen

Weinherstellung zum Ausdruck bringt.

Im Kykkos-Kloster wird auch der

einzige rote Zivania hergestellt, der

seine Farbe dem Zusatz von Zimt

und anderen Gewürzen verdankt.

Schon seit dem 18. Jh. wurde

er Besuchern des Klosters als

Willkommensgeschenk überreicht. Er

wurde 1901 bei einer Ausstellung im

Zappeion in Athen prämiert und seine

Herstellung ist heute durch ein Patent

geschützt. Er ist ein ausgezeichneter

Digestif.

13


WEINGÜTER

FIKARDOS WINERY

26949814,26937439

Mesogi

KAMANTERENA

SODAP

26633000

Stroumpi

TSALAPATIS WINES

CO LTD

99624929, Polemi

K & K VASILIKON

26633237, 26632520

Kathikas

STERNA WINERY LTD

99699082

Kathikas

TAVERNEN / RESTAURANTS

FARMA

26632745, 99421706,

Kathikas, Pafos,

www.kathikasvillage.com

IMOGENI

26633269, 26632954, 99618177

Georgiou Kleanthous 33,

Kathikas, Pafos

FOINIKAS

26332276, 26332336,99458316

Agiou Georgiou 10, Drouseia, Pafos

KYPARISSOS

26633600, 99557545,

Kathikas, Pafos

15


16

YIANNIS KATHIKAS

26633353, 99914067

Georgiou Kleanthous 11

Kathikas, Pafos

A. ARAOUZOS

26632076, 99471540, 99186496

Georgiou Kleanthous 17

Kathikas, Pafos

STATHMOS

26332604, 99699182

Akamantos 3, Drouseia, Pafos

KOUGIOUKAS WASSERMÜHLE

99543619, 99626672

Giolou

LEMONARI

26633434, 99420033

Stroumpi, Pafos

PETRADAKI

26814191, 99596528

Kato Vrysi 45, Kathikas, Pafos

N.M. HADJIOMORFOS

26818919, 99341155

Mesogi, Pafos


oute

18

2Vouni Panagias - Ampelitis

Pafos, Mesogi, Tsada, Stroumpi, Polemi, Psathi, Kannaviou, Asprogia,

Pano Panagia, Chrysorrogiatissa, Agia Moni, Statos - Agios Fotios,

Koilineia, Galataria, Pentalia, Amargeti, Eledio, Agia Varvara oder

Statos - Agios Fotios, Choulou, Lemona, Kourdaka, Letymvou, Kallepeia

DAS LAND DES DIONYSOS

UND FLÜSSE VON WEIN…

Das bekannteste der Mosaiken im Haus

des Dionysos in Pafos zeigt den König Ikarios,

wie er die Zügel zweier Ochsen hält, die einen

Wagen beladen mit weingefüllten Kalebassen

(Gefäße aus Flaschenkürbissen) ziehen.

Ikarios war, der Mythologie nach, der erste

Winzer, welcher in der Kunst des Weinbaus

vom Gott Dionysos selbst unterwiesen

wurde. Außerdem zeigt das Mosaik die

ersten Weintrinker, den einen stehend mit

einem Weinkelch in der Hand, den anderen

ausgestreckt neben einer nunmehr leeren

Kalebasse …

Die Warnung vor den Gefahren eines

ungezügelten Weingenusses folgt jedoch

umgehend, denn der Sage nach erschlugen

die beiden Trunkenen den König Ikarios,

da sie glaubten, er wollte sie vergi� en…

Eigentlich sollte dadurch auch die gerade

erworbene Kenntnis des Weinbaus für immer

verloren gegangen sein. Leider verrät die

Sage nicht, was folgte und wie dieses Wissen

den Menschen erhalten blieb. Nach einer

Reise entlang der Strecke „Vouni Panagias -

Ampelitis“ wird jedoch niemand bezweifeln,

dass diese Fertigkeit hier in höchstem

Maße entwickelt ist. Sie wird hier seit vielen

Jahrhunderten vom Vater zum Sohn, vom

Großvater zum Enkel weitergegeben.

In diesem traditionellen Weinbaugebiet mit

seinen vielen modernen Weingütern begegnen

sich Mythen und Legenden, Religion und

Geschichte. Der Weinliebhaber triff t hier auf

lebensfrohe Menschen, die einen guten Wein

zu schätzen wissen und diesen gerne teilen,

und der Meinung sind, dass nichts über gute

Gesellscha� und maßvolles Genießen geht…

Neben dem Weinbau scheint dieses Gebiet

dem Dionysos im Allgemeinen gewidmet

zu sein, der ja ebenso ein Gott der Blumen

und Früchte war. So fi nden sich außer den

zahllosen Weinbergen hier auch Eichen, Oliven

- und Walnussbäume, Zypressen, urwüchsige

alte Kiefern und schlanke Pappeln…


ALLGEMEINES

Die Route verläu� durch ein bergiges

Gebiet östlich von Pafos mit relativ hohen

Gebirgszügen. Die steilen Hänge sind von

Wäldern und Weinbergen bedeckt. Dieses

Gebiet beheimatet viele Pfl anzenarten,

besonders typisch davon die Galleiche

(Quercus infectoria). Die Kiefernwälder

erstrecken sich hauptsächlich in nordöstlicher

Richtung. In diesem Gebiet fi ndet man viele

Säugetierarten, Amphibien, Reptilien aber

auch viele Vögel. Entlang dieser Route treff en

wir auf sieben Weingüter.

Klima: Dieses Gebiet erstreckt sich in

große Höhen (höchster Gipfel 1144 m) und

verzeichnet daher überdurchschnittliche

jährliche Niederschlagsmengen. Es herrscht

ein verhältnismäßig mildes Klima.

Boden: Die von Lehm und Ton

gekennzeichneten Böden bedecken das enge

Tal zu beiden Seiten des Flussbettes.

In diesem traditionellen

Weinbaugebiet mit seinen vielen

modernen Weingütern triff t Mythos

auf Legende und Religion auf

Geschichte.

Weinanbau: Die meisten der Dörfer dieser

Strecke gehören zum Weinbaugebiet mit

kontrollierter Herkun� sbezeichnung „Vouni

Panagias - Ampelitis“. Hier werden 27

verschiedene Rebsorten angebaut, wobei

die Sorten Carignan Noir und Cabernet

hervorzuheben sind. In diesem Gebiet werden

auch die größten Mengen Alexander Muskat

und Palomino angebaut.

Weiße Rebsorten: Xynisteri, Palomino,

Malvasia L., Malvasia G., Ugni Blanc, Plant

X., Sauvignon Blanc, Riesling, Semillon,

Chardonnay, Sultana, Malaga, Alexander

Muskat

Rote Rebsorten: Mavro, O� halmo,

Marathe� iko, Lefkada, Carignan, Mattaro,

Oellade, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc,

Alicante B., Black Muscat, Grenache, Shiraz,

Merlot

19


DIE ROUTE

Von Pafos aus nehmen wir die B7 nach

Nordosten in Richtung des Dorfes Mesogi, das

wir schon nach nur 5 Kilometern Fahrt durch

noch überwiegend bebautes Gebiet erreichen.

Weiter in der gleichen Richtung begegnen wir

kurz darauf dem Dorf Tsada. Nach weiteren

5 Kilometern zweigt rechts die E703 nach

Polemi ab.

Hierbei handelt es sich um ein relativ

großes Dorf von ca. 800 Einwohnern,

das von zahlreichen Weinbergen und

Plantagen umgeben ist. Es weist bis heute

viele traditionelle Züge auf, wobei dem

restaurierten Klostergut von Kykkos sicherlich

eine besondere Rolle zukommt. In den

letzten Jahren ist es wieder in den Besitz

der Gemeinde übergegangen und wird nun

als Kulturzentrum betrieben. Es besitzt einen

wunderschönen Garten und ist für Besucher

täglich geöff net. Sie fi nden es, wenn Sie direkt

vor der Schule am Ortsausgang links abbiegen

und gleich darauf rechts. Achten Sie auf die

Ausschilderungen. Im Zentrum des Dorfes gibt

es außerdem mehrere Kaff eehäuser sowie

Geschä� e.

Die Straße E703 führt uns weiter nach

Nordosten und nach zwei Kilometern erreichen

wir Psathi. Dieses Dorf befi ndet sich auf einer

sehr schönen Anhöhe mitten im Grünen

und überblickt das Tal des Flusses Polis

Chrysochous, dessen Hänge mit Weinbergen

übersät sind.

Einen Kilometer weiter befi ndet sich in

ähnlicher Lage wie zuvor das Dorf Agios

Dimitrianos, das zwar etwas kleiner aber

ebenso grün ist. Zwischen diesen beiden

Ortscha� en beginnt der Naturlehrpfad

„Arnies“. Drei Kilometer weiter, tief im Tal

des Flusses Ezousa, befi ndet sich das Dorf

Kannaviou, von dem aus eine herrliche

Aussicht geboten wird. Am Ortseingang

oberhalb des Flusses können Sie eine uralte

Eiche bewundern. Direkt gegenüber der Eiche

befi ndet sich das Weingut „EZOUSA WINERY“.

Von den Tanks und den Fässern

probieren

Eines der vielen interessanten Dinge, zu

denen der Besuch eines Weingutes einlädt,

ist die Probe des Weines direkt von den

Gärbehältern oder den Barriquefässern.

Das Interessante daran ist, den noch

unvollendeten Wein bzw. Traubensa� in seiner

reinen Form zu probieren. Natürlich hängt

das Ergebnis der Kostprobe stark von der

Jahreszeit ab. Falls Sie ein Weingut während

der Zeit der Weinlese besuchen, probieren

Sie - im Falle von Weißwein - von dem Most,

der direkt aus der Presse kommt bzw. von der

Maische in den Gärbehältern für den Rotwein.

Es mag zwar einen etwas unappetitlichen

Eindruck erwecken, ist aber von vortreffl icher

Süße! Schrecken Sie auch nicht davor zurück,

von den Weinen zu probieren, die sich

noch im Gärprozess befi nden. Dieser kann

aufgrund der bei der Gärung freigesetzten

Kohlensäure etwas schaumig sein, jedoch

treten die Aromen von Früchten in diesem

Stadium besonders intensiv hervor. Wenige

Wochen nach Ende der Weinlese haben

Sie die Möglichkeit, von jeder Rebsorte

getrennt aus einem der Edelstahltanks zu

probieren. So haben Sie Gelegenheit, die für

jede Sorte charakteristischen Aromen und

Geschmack kennen zu lernen. Die Weine

der verschiedenen Rebsorten werden in der

Regel im Frühjahr verschnitten, wobei sich die

verschiedenen Komponenten der einzelnen

Weine harmonisch ergänzen. Somit ist eine

Verkostung des Endproduktes erst nach

dieser Zeit möglich.

Besonders interessant ist aber auch eine

Weinprobe direkt vom Eichenfass, bei der

Sie sich mit den verschiedenen verwendeten

Eichenarten, sei es französische oder

amerikanische, vertraut machen können, die

in entscheidender Weise den Charakter und

Geschmack eines Weines beeinfl ussen.

21


22

Es handelt sich hierbei um ein recht junges

Weingut, erst 2003 fertig gestellt, welches

hochwertige Weine aus eigenem Anbau und

ausgewählten Trauben der Region herstellt.

Sie können die Weine, die aus

einheimischen Rebsorten gekeltert werden,

in einem kleinen aber eleganten Saal mit

malerischem Balkon verkosten. Wir empfehlen

den „Agios Chrysostomos“, einen trockenen

Weißwein aus der einheimischen Xynisteri-

Traube, der leicht bekömmlich ist und im

Geschmack an Zitronen erinnert.

Aber auch das Dorf, in dem sich das

Weingut befi ndet, wird Sie nicht enttäuschen.

Kannaviou zählt mit 250 Einwohnern zu den

großen Ortscha� en dieses Gebietes und

besitzt viele traditionelle Häuser. Kurz nach

dem Weingut auf der rechten Seite gibt es

einen schönen Rastplatz mit Platanen direkt

neben dem Fluss und ein Stück weiter die

Straße entlang treff en wir auf die einzige

Taverne des Dorfes. Hier in Kannaviou beginnt

auch der Naturlehrpfad „Palloures“. In dieser

Gegend gedeihen zahllose Pfl anzen, kultivierte

wie auch wilde, wie Weinreben, Mandelbäume,

Orangen, Oliven, Eichen, Walnuss - und

Eukalyptusbäume, Stech - Eichen, Oleander

und vieles mehr.

Während wir das Dorf in nördlicher

Richtung verlassen, tritt in der Ferne der

Staudamm von Kannaviou in Erscheinung.

Es bietet sich hier an, einen kleinen Umweg

von nur vier Kilometern nach links zu nehmen,

um die malerischen Dörfer Kritou Marottou

und Fyti zu besuchen. Es handelt sich bei

beiden um kleine traditionelle Dörfer, wobei in

Kritou Marottou die Häuser mit ihren grünen

Gärten eher weiträumig verteilt sind, wogegen

in Fyti die Häuser sich dicht um die Kirche

auf einem Hügel drängen. Die Häuser beider

Dörfer sind in traditionellem Stil erbaut, häufi g

mit Einzel - oder Doppelbögen versehen

und mit Steinen der Gegend verkleidet.

Die Dächer der ältesten Gebäude wurden

noch in traditioneller Weise mit Zweigen

und Erde gedeckt. Ein Spaziergang durch

Fyti ermöglicht eine zauberha� e Aussicht

auf die Dörfer Kritou Marottou, Kannaviou

und Agios Dimitrianos in östlicher Richtung.

Am Dorfplatz befi ndet sich die Taverne, die

gleichzeitig Kaff eehaus und Treff punkt der

Einwohner des Dorfes ist. Dieses Gebäude

beherbergte auch die erste Schule des Dorfes

und ist über 170 Jahre alt. Einige Meter

weiter befi ndet sich ein

sehenswertes Museum

für Volkskunst und

Weberei. Zurück in

Kannaviou biegen wir

links auf die Hauptstraße

Richtung Asprogia ab.

Nach 6 Kilometern


erreichen wir dieses kleine Weindorf an den

Ausläufern des dichten Pafos-Waldes. Von

hier aus führt uns die Straße zum wichtigsten

Ziel dieser Strecke, nach Pano Panagia. Es

geht steile Hänge hinauf und kurz vor dem

Dorf Pano Panagia treff en wir in einer Höhe

von 850 m auf das Weingut „VOUNI PANAYIA

WINERY“.

Es handelt sich um ein relativ großes

Weingut, in dem jährlich mehr als eine

halbe Million Flaschen abgefüllt werden.

Das herrliche Panorama, welches von hier

aus geboten wird, umfasst an klaren Tagen

die gesamte Region Pafos. Es reicht von

der Chrysochou-Bucht im Nordwesten und

der Akamas - Halbinsel im Westen bis zum

Meer unterhalb des Flughafens von Pafos

im Süden. Südöstlich ist das Kloster der

Panagia Chrysorrogiatissa erkennbar, mit

dem beeindruckenden Bergrücken Vouni

im Hintergrund, der zahlreiche Weinberge

mitunter in Höhen von über tausend Metern

beherbergt. Das Weingut „VOUNI PANAYIA” ist

in neu errichteten Gebäuden untergebracht,

worunter sich auch ein Restaurant befi ndet.

Eine Führung durch den großen Weinkeller und

die anderen Gebäude ist in griechischer und

englischer Sprache möglich. Darüber hinaus

bietet das Weingut Multimediapräsentationen

zum Weinanbau und zur Weinherstellung

und lädt zum Probieren des Zivania ein. Zur

Weinverkostung werden Käseplatten

gereicht. Der Weinliebhaber hat

Gelegenheit, Weine aus eigenem

Anbau und ausgewählten

Trauben der Region zu probieren,

wie den Weißwein Alina, aus

der Rebsorte

Xynisteri

gekeltert,

oder den

leichten und

milden

Rotwein

Plakota,

der ideal für die Sommermonate geeignet ist,

da er aufgrund seines Körpers im Gegensatz

zu anderen Rotweinen durchaus gut gekühlt

serviert werden darf.

Weniger als einen Kilometer entfernt

befi ndet sich das Dorf Pano Panagia. Es

handelt sich um ein großes und schönes

Dorf, dessen Häuser in traditioneller Bauart

an steilen Hängen erbaut wurden. Es bildet

das Zentrum des Gebietes Vouni Panagias

- Ampelitis und bietet viele Möglichkeiten

des Agrotourismus. In den Weinbergen

dieser Region werden über 25 verschiedene

Rebsorten angebaut. Zwei Kilometer

außerhalb des Dorfes treff en wir auf das

Kloster der Panagia Chrysorrogiatissa, das

auf das Jahr 1152 n. Chr. datiert wird. Das

Kloster wurde restauriert, nachdem ein großer

Teil bei einem Feuer 1967 zerstört wurde

und kann seitdem wieder besichtigt werden.

Die Kirche des Klosters aus dem Jahre 1770

wurde zum Glück von dem Feuer verschont. In

den Kellergewölben des Klosters können Sie

die Weinkellerei besichtigen, ein im Gebäude

integriertes Becken zum Weinstampfen sowie

Gefäße und Fässer. Das Weingut des Klosters

mit Namen „WEINGUT CHRYSORROGIATISSA“

befi ndet sich 100 Meter weiter inmitten der

Plantagen und Weinberge, ist jedoch nicht

immer für Besucher geöff net. Die Weine des

Klosterguts sind dort jedoch in einem kleinen

Geschä� erhältlich. Das Klostergut keltert

den trockenen Rotwein „Ayios Elias“ aus den

einheimischen Trauben Mavro, O� halmo,

und Marathe� iko sowie den weißen „Ayios

Andronikos“ aus Xynisteri - Trauben der

Region.

Einen Kilometer weiter gelangen wir

auf die Strasse nach Statos - Agios Fotios.

Ein kurzes Stück Fahrt bringt uns zu einem

besonders sehenswerten, modernen Weingut,

der „KOLIOS WINERY“, die rechts des Weges

liegt. Es liegt in einer Höhe von fast 1000

Metern mit Blick auf das Ezousa - Tal und

23


grenzt direkt an die Weinberge des Vouni

- Bergrückens. Im Weingut befi ndet sich

außerdem ein kleines aber geschmackvolles

Restaurant (Tische nur mit Reservierung,

Samstag geschlossen). Im Weinkeller wurde

während der Bauarbeiten ein Wasserlauf

entdeckt, der nun eine hübsche Quelle speist.

Eine Führung ist sowohl in griechischer

als auch englischer Sprache möglich.

Weinverkostungen begleitet von Käseplatten

sollten für größere Besuchergruppen vorher

angemeldet werden. Von den Weinen, die hier

zum Verkauf angeboten werden, empfehlen

wir den trockenen Rotwein „Ayios Fotios“, der

aus einheimischen Rebsorten gekeltert wird

(Mavro, Marathe� iko, O� halmo) sowie einen

aromatischen und interessanten Xynisteri,

den „Persefoni Dry“. Liebhaber des Roséweins

sollten sich eine Kostprobe des vorzüglichen

„Cornetto“ nicht entgehen lassen.

Ein Stück weiter treff en wir auf eine

Kreuzung, von der es rechts zu dem Dorf

Choulou geht. Links geht es nach Statos -

Agios Fotios, dem am höchsten gelegenen

Dorf in der Region Pafos. Diese Ortscha�

wurde zu Beginn der 70er Jahre für die

Einwohner zweier Dörfer errichtet, von Statos

und Agios Fotios, in denen es einen Erdrutsch

gegeben hatte. Die Ortscha� befi ndet sich

auf einem Plateau und die Häuser mit ihren

hübschen Gärten grenzen direkt an den Wald.

Im Gemeindezentrum gibt es sowohl ein Café

als auch eine Taverne.

Von Statos - Agios Fotios aus können

Sie zwischen zwei Routen wählen, entweder

nach Süden in Richtung Pentalia oder nach

Westen in Richtung Choulou. Falls Ihre Wahl

auf Süden fällt, biegen Sie, ca. einen Kilometer

von Statos - Agios Fotios aus entfernt, links

in einer Kehrtwende auf eine Nebenstraße

Richtung Koilineia und Galataria ab. Die

Straße geht leicht bergab, während der Blick

über die hohen Berge schwei� , die im Grünen

schwelgen und dem Dionysos zu huldigen

scheinen… In der Ferne im Süden ist das

fruchtbare Xeros - Tal erkennbar. Die Straße

führt uns an dicht bepfl anzten Weinbergen,

zahllosen Mandelbäumen, Eichen und

Zypressen vorbei zu dem wunderschönen Dorf

Koilineia.

Im Zentrum dieses kleinen Dorfes befi ndet

sich die Weinkellerei „SHOUFAS“. Es handelt

sich um einen kleinen Familienbetrieb, der sich

in einem Anbau eines traditionellen Hauses

befi ndet. Obwohl als Unternehmen noch relativ

jung, kann es auf eine lange Tradition im

Weinbau zurückblicken. Der Großvater Kostas

Filippou hat jahrzehntelange Erfahrungen

als Weinbauer. Hier können Sie Weine aus

einheimischen Rebsorten wie den trockenen

roten „Marathe� iko“ und den trockenen

weißen „Xynisteri“ probieren. Das Weingut

kann täglich besichtigt werden (größere

Gruppen bitte mit Voranmeldung) und bietet

zudem eine herrliche Aussicht.

Wie verkostet man einen Wein?

Wein ist weder Bier noch

Erfrischungsgetränk. In ihm stecken

die Anstrengungen und Mühen einer

gesamten Ernte. Jeder Wein hat

seinen besonderen Stil, seine spezielle

Struktur, Aromen und Geschmack, die

seinen Charakter bestimmen. Deshalb

wird der Wein nicht sofort getrunken,

sondern man behält ihn für mehrere

Sekunden im Mund, lässt ihn über die

ganze Zungenoberfl äche rollen und die

fl üchtigen Bestandteile in die obere

Nasenhöhle aufsteigen, bevor wir

ihn entweder schlucken oder wieder

ausspucken.

25


26

Es geht nun weiter bergab und wir

kommen als nächstes nach Galataria.

Die Entfernung dorthin ist sehr gering und

da sich hier ständig Weinberge mit Häusern

abwechseln, verlieren sich die Grenzen

zwischen den Gemeinden.

Studieren Sie das Etikett

Das Etikett ist so etwas wie

der Ausweis des Weines. Eine

aufmerksame Betrachtung des

vorderen und, falls vorhanden,

rückseitigen Etiketts verrät uns viele

wichtige Informationen, wie das Jahr

der Weinlese, das Herkun� sland bzw.

- gebiet, die Rebsorte oder Sorten,

aus denen der Wein gewonnen wurde,

den Alkoholgehalt sowie weitere, aber

weniger wichtige Details.

Zurück an der Stelle, wo wir in einer Art

Kehrtwende Richtung Koilineia abgebogen

waren, biegen wir nun links in Richtung des

Dorfes Pentalia ab, das wir nach ca. 4 km

Fahrt erreichen. Die Ortscha� liegt an einem

schönen und sehr steilen Hang mit vielen

traditionellen Häusern und Blick auf das sich

darunter ausbreitende Tal des Xeros Flusses.

Ein Stück außerhalb des Dorfes treff en

wir auf die Straße, die von Statos - Agios

Fotios kommt und auf der wir nach Koilineia

abgebogen waren. Weiter geht’s nach

Amargeti, das nach weiteren vier Kilometern

erreicht ist. Dieses wunderschöne Dorf liegt

rechts der Straße an einem grünen Hang und

besitzt viele alte und restaurierte Häuser.

Sie fi nden hier Kaff eehäuser und Tavernen,

von denen eine, direkt an der Hauptstraße

gelegen, auch Zimmer zur Übernachtung

anbietet. In der Mitte des Dorfes, nahe

der Kirche, treff en wir auf die Weinkellerei

„KALAMOS WINERY“. Für die Weine werden

Trauben von einheimischen und importierten

Rebsorten verwendet, die sowohl aus eigenem

Anbau aber auch von ausgewählten Winzern

der Umgebung stammen. Probieren Sie den


oten „Ayia Sotira“, trocken oder halbtrocken,

aus der Mataro - Traube, und den trockenen

bzw. halbtrockenen Xynisteri „Livades“,

sowie den in Eichenfässern gerei� en Zivania

des Herrn Nikos Ignatiou, dem Besitzer des

Weingutes. Für größere Besuchergruppen ist

die Weinverkostung, die von Käseplatten und

Trockenfrüchten begleitet wird, kostenpfl ichtig.

Die Führung erfolgt in englischer und

griechischer Sprache. Unsere Reise bergab

führt uns weiter nach Eledio, einem kleinen

Dorf ganz in der Nähe von Amargeti, das fast

vollständig mit dem nächsten Dorf Axylou

verschmolzen ist. Von hier aus sind es nur

rund zehn Kilometer bis Agia Varvara, das

nicht weit von der Autobahn und der Küste

entfernt ist. Die Landscha� am Ausgang

des Ezousa - Tales gleicht einem Paradies:

der fruchtbare Boden hier ist übersät von

Plantagen und Feldern und wird gesäumt von

haushohen Zypressen.

Falls Sie von Statos - Agios Fotios aus die

andere Route nach Westen Richtung Choulou

gewählt haben, erwarten Sie fünf Kilometer

Fahrt durch eine bezaubernde Naturlandscha� ,

die auf Zypern vielleicht einzigartig ist.

Die Straße führt vorbei an Weinbergen,

Einfriedungen, Weidefl ächen, steilen Abhängen

und stellenweise uralten, verlassenen

Gärten, die ihren eigenen romantischen

Charme verströmen. Die ebenso alten durch

Steinmauern abgestützten Terrassen erinnern

an riesige Stufen, die durch Raum und Zeit

führen. Die Umgebung des Flussbettes selbst

ist besonders bezaubernd und die sich zu

beiden Seiten des Flusses ausbreitende

Vegetation scheint einen Reigen zu Ehren des

Dionysos aufzuführen. Der Oleander führt den

Tanz gefolgt vom Schilfrohr, dem Efeu und den

Platanen und zum Schluss reihen sich Stech

- Eichen, Pistazien, Storaxbäume und die

Koniferen der umliegenden Hänge in den Tanz

ein… bis schließlich die ersten Häuser von

Choulou in der Ferne au� auchen. Choulou ist

ein malerisches Dorf mit vielen traditionellen

Häusern, deren viele Stockwerke von einer

reichen und blühenden Vergangenheit zeugen.

Im Zentrum der Ortscha� , neben der Kirche

und der gegenüberliegenden Moschee, fi nden

Sie Kaff eehäuser, Tavernen und Großväter, die

immer zu einem Schwätzchen bereit sind und

viele Geschichten aus der Vergangenheit der

Region auf Lager haben.

27


28

Bei einem Spaziergang durch die Gassen

des Dorfes fühlt sich der Besucher in

mittelalterliche Zeiten zurückversetzt, in

der sich die Geschichte der Arodaphnousa

zutrug. Dieses einfache Bauernmädchen

hatte das Herz des Königs erobert und damit

den Zorn der Königin auf sich gezogen, die

damals in einer Burg lebte, die heute leider

nicht mehr erhalten ist. Diese Geschichten

führen uns in die Zeit der Franken zurück, als

das Gebiet Lehnsgut eines Ritters Namens

Joulio war, von dem sich der heutige Name

des Dorfes ableitet. Andere Geschichten

ranken sich um die Verbindung des Namens

des Nachbardorfes Lemona mit dem einer

gleichnamigen Stadt im Baskenland in

Spanien.

Nach Lemona gelangen wir, wenn wir

gleich hinter Choulou links abbiegen. Beide

Dörfer liegen so dicht beisammen, dass man

kaum den Übergang bemerkt. Lemona ist ein

kleines Dorf, welches seinen traditionellen

Charakter noch nicht verloren hat. Es besitzt

noch viele seiner aus Stein errichteten

Häuser, manche davon restauriert, manche

gut erhalten - einige aber auch baufällig.

Direkt nach der Kirche führt eine Straße

entlang des östlichen Ufers des Ezousa

durch eine grüne Landscha� mit Weinbergen,

Oliven und Eichenbäumen zu dem Weingut

„TSANGARIDES WINERY“.

Das Weingut ist in einem modernen

Gebäude von traditionellem Stil untergebracht,

in dessen Räumlichkeiten Sie die Weine dieser

Region verkosten und auch erwerben können.

Der noch junge Besitzer Angelos Tsangarides,

der die Weinbautradition seines Großvaters

fortsetzt, ist stolz auf seine Weine. Es sind

insbesondere die aus importierten Rebsorten

hergestellten trockenen Rotweine „Mataro“

und „Cabernet Sauvignon“ zu erwähnen. Für

größere Besuchergruppen ist die Weinprobe

kostenpfl ichtig und es wird eine Voranmeldung

empfohlen.


Wir fahren die Straße, die uns nach Lemona

führte, zurück und biegen dann nach links auf die

Hauptstraße in Richtung Letymvou ab, welches

ca. 4 km entfernt ist. Nach ungefähr der Häl� e

der Strecke, kurz bevor wir den Fluss überqueren,

treff en wir auf das kleine und fast völlig verlassene

Dorf Kourdaka, das von Weinbergen umgeben

ist. An den Häusern sind noch sehr gut Teilstücke

älterer Gebäude zu erkennen, die beim Bau einfach

integriert wurden.

Zwei Kilometer weiter treff en wir auf Letymvou

am westlichen Ufer des Flusses Ezousa. Das Dorf

hat eine günstige Lage inmitten von Weinbergen.

Gleich am Ortseingang kann sich der Besucher

an einem steinernen Brunnen umgeben von

Walnussbäumen erfrischen. Die meisten der

Häuser besitzen große, schöne Gärten und

weinbewachsene Pergolas. Jedes Jahr im Juli

fi ndet hier das „Resi”-Festival statt. Resi ist ein

traditionelles Hochzeitsgericht aus gequollenen

Weizenkörnern und Lammfl eisch.

Nachdem wir das Dorf verlassen haben, führt

die Straße den Westhang des Tales hinauf mit

schönem Blick auf das mit Rebstöcken übersäte

Tal. Nach weiteren zwei Kilometern taucht links

das Dorf Kallepeia auf. Dessen Dorfzentrum

sowie der Platz vor der Kirche, wo es auch eine

Taverne gibt, wurden restauriert. Zwischen den

Weinbergen fi nden sich viele Wochenendhäuser,

was davon zeugt, dass dieser Ort ein beliebtes

Ausfl ugsziel der Bewohner von Pafos ist. Von hier

aus ist es nicht weit bis Tsada, dass wir schon

heute früh zu Beginn unserer Reise besucht haben

und unser Weg führt uns bald wieder zu unserem

Ausgangspunkt zurück.

Unabhängig davon, welche Strecke Sie auch für

den zweiten Abschnitt der Reise auswählen, wird

die Gesamtdistanz 100 km nicht überschreiten.

Es bieten sich viele Gelegenheiten für einen

Aufenthalt mit oder ohne Weinprobe an. So wird

die Reise zu einer unvergesslichen Pilgerfahrt in

ein Gebiet, dass der Dionysos sicher nie verlassen

hätte.

Achten Sie auf die Farbe

Schenken Sie den Wein in ein

großes, hochwandiges Glas ein, wobei

dieses nicht zu mehr als einem Drittel

gefüllt werde sollte. Betrachten Sie den

Inhalt vor einem weißen Hintergrund und

begutachten Sie die Farbe des Weines.

Ist er tiefrot oder von heller Farbe? Ist

er eher dick - oder dünnfl üssig? Ist er

klar oder matt? Jung oder alt? Je tiefer

Sie in die Welt des Weines vordringen,

umso mehr Informationen können Sie

aus einem Studium der Farbe gewinnen.

Sie werden bemerken, dass eine tiefrote

Farbe gewöhnlich mit reichen Aromen

einhergeht, oder dass Weine, die dazu

tendieren, an der Glaswand zu ha� en,

voller und runder sind, als dünnfl üssige

Weine. Schließlich werden Sie feststellen,

dass eine blassgelbe oder grünlich gelbe

Farbe, von der die meisten Weißweine

sind, auf ein junges Alter schließen lässt,

wogegen ein krä� iges Goldgelb erst mit

der Zeit erreicht wird. Ebenso ändert

sich das purpurrot der jungen Rotweine

mit der Reife zu einem dunklen ziegelrot.

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WEINGÜTER

EZOUSA WINERY

70008844, 99415909

Kannaviou

VOUNI PANAGIA

WINERY LTD

26722770, 26722878,

99453138, Panagia

KOLIOS WINERY LTD

26724090

Statos - Agios Fotios

CHRYSORROGIATISSA

WINERY

26722457, 99626642

Panagia

TSANGARIDES

WINERY

26722777

Lemona

SHOUFAS

WINERY LTD

99447424, 99435436,

22442744, Koilineia

KALAMOS WINERY

26723224, 99519268,

99450568, Amargeti

31


32

TAVERNEN / RESTAURANTS

ΜITAS

99683982, 96657777

Choulou, Pafos

PHITI VILLAGE

26732540, 99138573

Fyti, Pafos

TO KONATZI TIS KALLEPEIAS

26642368, 99677744

Arch.Kyprianou, Kallepeia, Pafos

ZOODOCHOS PIGI GIA PANTA

26723212, 99771592

Chrysοrrogiatissis 31, Amargeti, Pafos

APOLLON

26723030, 99632631

Amargeti, Pafos


oute

34

3 3Diarizos-Tal

Pafos, Acheleia, Kouklia, Nikokleia, Choletria, Stavrokonnou,

Kelokedara, Salamiou, Mesana, Arminou, Filousa, Praitori,

Agios Nikolaos, Kedares, Agios Georgios, Mamonia, Fasoula

DEM FLUSSBETT ENTLANG …

macht

In dem Gebiet östlich der Stadt Pafos

erstrecken sich die drei fruchtbaren Täler

der Flüsse Ezousa, Xeros und Diarizos.

Im Verlauf der Strecke bewegen wir uns

hinauf zum Troodosgebirge, wobei wir den

Wendungen und Biegungen des Flusses

Diarizos folgen und ihn auch hin und wieder

überqueren. Unser Weg, der auf der Karte eine

längliche Ellipse beschreibt und uns durch 14

Vorgebirgsdörfer führt, bietet die Gelegenheit,

zwei kleine aber bemerkenswerte Weingüter

zu besuchen.

Darüber hinaus werden wir die Stätten

erkunden, wo die Göttin leidenscha� lich

verehrt wurde und bis heute verehrt wird

…gemeint ist die Aphrodite von Pafos

in der Antike, deren Stelle im Laufe der

Jahrhunderte die Heilige Maria Mutter

Gottes einnahm. Des Weiteren bietet sich

die Möglichkeit, die seltenen Gesteine des

Mamonia - Komplexes zu bewundern.

In diesen fruchtbaren Tälern siedelten

Menschen schon zu prähistorischen Zeiten.

Auch wenn die ursprünglichen Namen nicht

überliefert sind, etwas in der Landscha�

deutet auf diese vergangenen Zeiten hin und

diese Route besonders attraktiv. Auf

jedem Kilometer wird man, ausgelöst durch

vielfältige Sinneseindrücke, des Kreislaufs

des Lebens gewahr. Bei jeder aufmerksamen

Untersuchung dieser Umgebung legen

Fundstücke Zeugnis für die Verehrung der

Göttin ab. Und Aphrodite hinterlässt ihre

Heimat der Heiligen Maria, der Mutter der

heutigen Religionen.


ALLGEMEINES

Das Diarizos - Tal, dessen Name sich von

dem gleichnamigen Fluss ableitet, liegt

westlich-südwestlich des Troodosgebirges.

Das Tal weist verschiedene Biotope

innerhalb eines relativ kleinen Gebietes auf.

Die Flora und Fauna wurden bisher noch

nicht bis in alle Einzelheiten untersucht,

jedoch wurden bis heute viele endemische

und geschützte Arten erfasst.

Entlang der Route begegnen wir zwei

Weingütern.

Klima: Dieses Gebiet weist ein relativ mildes

Klima auf mit ziemlich kalten Wintern und

kühlen Sommern.

Boden: Die Böden sind durch

die Ablagerungen der Flüsse, die

im Troodosgebirge entspringen,

gekennzeichnet. In diesem Gebiet

Darüber hinaus werden wir die

Stätten erkunden, wo die Göttin

Aphrodite leidenscha� lich verehrt

wurde und bis heute verehrt wird …

begegnen wir auch der „Mamonia-Zone“,

einer ungewöhnlichen und tektonisch

komplexen Formation aus Vulkangestein und

Sedimentgestein.

Weinanbau: Diese Route führt nicht

durch Weinbaugebiete mit kontrollierter

Herkun� sbezeichnung. Trotzdem sind die hier

erzeugten Weine durchaus beachtenswert.

Hier werden 18 verschiedene Rebsorten

jedoch hauptsächlich Mavro angebaut.

Rote Rebsorten: Mavro, O� halmo,

Marathe� iko, Lefkada, Carignan, Mattaro,

Oellade, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc,

Alicante B., Grenache, Shiraz, Merlot.

Weiße Rebsorten: Xynisteri, Palomino,

Chardonnay, Sultana, Malaga

35


36

… und aus den Pressrückständen, dem Trester, wird der Zivania hergestellt.


DIE ROUTE

Ausgehend vom Kreisverkehr der Autobahn

in Pafos fahren wir 6 km in Richtung Lemesos

(Limassol) bis zur Ausfahrt Acheleia (B6). In

der Nähe befi nden sich die Versuchsplantagen

des Institutes für landwirtscha� liche Forschung.

Nach weiteren 8 Kilometern östlich in

Richtung Lemesos (Limassol) führt uns unser

Weg unter der Autobahn hindurch und über

ein Teilstück des Flusses Xeros, welcher

vom Asprogremnos - Staudamm hinab zum

Meer fl ießt. Zu unserer Linken taucht eine

Nebenstrasse auf, die zum Dorf Nikokleia führt.

An dieser Stelle biegen wir noch vor der Brücke

auf die Zufahrtsstrasse zum Staudamm ab.

Die Strasse nach Nikokleia schlängelt

sich am Westhang des Diarizos - Tales hinauf,

bis weit oberhalb des Flussbettes. Nach

nur 4 km erreichen wir das Dorf mit einer

herrlichen Aussicht auf das weite Flusstal. Am

gegenüberliegenden Osthang in vergleichbar

guter Lage befi ndet sich die antike Siedlung

von Palaipafos (Alt-Pafos), das heutige Kouklia

und Zentrum des Aphrodite - Kultes in der

Antike.

Da wir nach Nikokleia jedoch zum

Abschluss unserer Reise zurückkehren werden,

nehmen wir, sobald wir das Dorf erreicht

haben, die Strasse links, welche uns nach 6 km

zunächst nach Choletria führt. Die Talhänge

sind bedeckt von verschiedenen Anbaufl ächen,

Olivenhainen, Zitronengärten und Plantagen

mit anderen Zitrusfrüchten.

Bergauf in Richtung Choletria erscheinen

Weidefl ächen, die ihre Farbe entsprechend

der Jahreszeit ändern, Weinberge,

Mandelplantagen, einheimische Bäume, wie

Kiefern, Zypressen, Pistazien aber auch

eingeführte Arten, wie Eukalyptusbäume.

Das Dorf Choletria, welches sich auf

einem der Plateaus am Osthang des Xeros-

Tales befi ndet, liegt mitten im Grünen. Die

Häuser sind zumeist modern und von Gärten,

Mandel - und Zitrusplantagen sowie zahllosen

Nadel - und Eukalyptusbäumen umgeben. Es

ist ein kleines Dorf und von seiner Größe her

stellvertretend für die meisten Orte dieses

Gebietes.

Das Dorf in nördlicher Richtung verlassend

treff en wir nach ungefähr 4 km auf den Ort

Stavrokonnou. Es handelt sich hierbei um

ein kleines Dorf, welches, im Gegensatz zu

Choletria, weitgehend seine Architektur

bewahrt und an seinen traditionellen,

lang gestreckten Häusern nur geringe

Veränderungen zugelassen hat, so dass man

sich beim Anblick in die 70er oder 80er Jahre

Lassen Sie das Glas kreisen

und riechen Sie

Durch das Kreisen des Weines

im Glas erreichen Sie eine bessere

Freisetzung der Aromen, was den

Genuss beträchtlich steigern kann.

Nach dem Kreisen des Weines führen

Sie Ihre Nase zum Rand des Glases

und versuchen, dessen Intensität,

Finesse, Komplexität und spezifi sche

Aromen zu beurteilen. Wiederholen

Sie diese Prozedur, bis Sie sicher sind,

alle Inhaltsstoff e eindeutig identifi ziert

zu haben. Erst nach einer ausgiebigen

Übung der Nase in der Wahrnehmung

von Aromagruppen werden Sie ein

umfangreiches Aromagedächtnis

entwickeln, das Sie bei der Beurteilung

eines neuen Weines unterstützen kann.

37


38

zurückversetzt fühlt. Wir verlassen das Dorf in

nördlicher Richtung, wobei sich landscha� lich

ein fast unverändertes Bild bietet und sich die

höheren Lagen zunehmend durch die dichter

liegenden Weinbaugebiete bemerkbar machen.

Nach ungefähr 5 Kilometern gelangen wir

zu dem Dorf Kelokedara auf einer Höhe von

fast 700 Metern. Es handelt sich hierbei um ein

kleines Dorf mit einer Quelle am Ortseingang

und größtenteils traditionellen Häusern. Auch

hier fi nden sich die typischen, lang gestreckten

Häuser, die auch von der hochgelegenen Straße

aus gut erkennbar sind. Diese Häuser erhielten

ihre besondere Form durch die Tradition

der Familien dieser Region für ihre frisch

vermählten Kinder neue Wohnräume links oder

rechts des bestehenden Gebäudes zu errichten.

Von Kelokedara aus nach links abbiegend

besteht die Möglichkeit, das renovierte

Kloster der Panagia von Sinti zu besuchen,

welches sich ca. 3 km westlich des Dorfes am

gegenüberliegenden Hang des Xeros - Tales

befi ndet. Die Strasse dorthin ist schlecht

passierbar und erfordert ein Fahrzeug mit

Allradantrieb.

Wir setzen unsere Reise in Richtung

Norden entlang steiler Hänge fort. Die Strasse

schlängelt sich den teils steilen, teils breiten

Bergrücken entlang und off enbart an vielen

Stellen eine umwerfende Sicht auf das links

gelegene Flusstal. Die Hänge, manche davon

zugänglich, manche tief zerklü� et, sind bedeckt

von Weinbergen, Olivenhainen, Farmen und

Weidefl ächen mit niedrigwüchsiger Vegetation,

aber auch Wäldchen von Zypressen, Kiefern

und Eukalyptusbäumen.

Bevor wir Salamiou erreichen bietet

sich auf ungefähr der Häl� e der 6 km langen

Strecke, die beide Dörfer verbindet, aus

ca. 700 Metern Höhe eine beeindruckende

Aussicht sowohl auf das Xeros - Tal links

von uns (westlich) und rechts auf das Tal des

Diarizos.

Die Häuser und Plantagen des Dorfes


Salamiou überblicken das Diarizos - Tal nach

Osten hin. Kurz vor dem Dorf befi ndet sich

links ein Rastplatz mit Bänken, Tischen und

Überdachungen und einer Sicht auf das Xeros

- Tal. Ein Stück weiter an einer Kreuzung (noch

vor dem Dorf) gibt es nach links einen Feldweg,

der zum Kloster der Panagia von Sinti führt,

während rechts ein kleiner landwirtscha� lich

genutzter Feldweg nach Rachi Lakria und dem

gleichnamigen Weingut führt.

Dieser Bergrücken, der 40 bis 50 Meter

oberhalb des Dorfes liegt und sich knapp einen

Quadratkilometer ausdehnt, ist von Rebfl ächen

übersät, wobei Büsche, niedrige Vegetation

und vereinzelte Bäume die unzugänglichen und

felsigen Stellen bedecken.

Die Weinstöcke werden auf verschiedenen

Ebenen mit unterschiedlichen Gefällen in

günstiger Lage mit viel Sonneneinstrahlung

angebaut. Trotz der trockenen und felsigen

Böden liefern die Trauben aus Lagria wie auch

aus dem gesamten Gebiet einen qualitativ

hochwertigen Wein und wurden früher auch zu

Rosinen verarbeitet.

Das Weingut LAGRIA befi ndet sich im

Besitz des Bürgermeisters von Salamiou,

Kostakis Avgousti, der einer Familie

entstammt, die schon seit langem im Weinbau

und der Weinverarbeitung tätig ist. Es handelt

sich hierbei um ein Weingut von geringer

Produktionskapazität, das Trauben aus

eigenem Anbau aber auch Trauben aus der

näheren Umgebung verarbeitet. Es werden

vier Weine gekeltert, ein trockener Weißwein

aus der einheimischen Xynisteri - Traube,

ein trockener Rotwein aus einheimischen

und eingeführten Rebsorten, ein Cabernet-

Savignon sowie ein Rosé - Wein aus den

Rebsorten Mavro und Xynisteri. Für große

Besuchergruppen empfi ehlt sich eine vorherige

Anmeldung. Die Führung in englischer

oder griechischer Sprache endet mit einer

Weinverkostung in eigens dekorierten

Räumlichkeiten, wo auch die Produkte des

Weingutes zum Verkauf angeboten werden.

Nehmen Sie einen Schluck

Endlich! Es ist an der Zeit, den Wein

zu trinken. Nehmen Sie also einen guten

Schluck, wobei der Mund nicht zu mehr

als einem Drittel gefüllt werden sollte.

Vorsicht! Schlucken Sie den Wein nicht

sofort hinunter. Geben Sie ihm Zeit.

Lassen Sie ihn über die ganze Zunge

rollen, die mit Rezeptoren für die vier

Geschmacksrichtungen süß, sauer,

salzig und bitter ausgestattet ist. Der

süße Geschmack wird hauptsächlich

mit der Zungenspitze wahrgenommen,

weshalb er meist zeitig in Erscheinung

tritt. Die Sinneszellen für das Saure

befi nden sich etwas weiter hinten und

an den Seiten der Zunge wogegen

das Bittere mit dem hinteren Teil der

Zunge und deshalb hauptsächlich

erst beim Schlucken wahrgenommen

wird. Das Salzige spielt im Rahmen

einer Weinverkostung dagegen eine

eher untergeordnete Rolle. Das

Geheimnis des Geschmacks liegt jedoch

insbesondere in einer Höhle im hinteren

Teil des Mundes die eigentlich zur

Nase gehört. Das, was hier häufi g für

den Geschmack halten, sind eigentlich

Aromen, die dem Riechzentrum direkt

aus der Mundhöhle zugeführt werden.

Behalten Sie also den Wein im Mund

und versuchen Sie, etwas Lu� aus

der Mundhöhle einzuatmen. Dies

hil� , die Aromen des Weines noch

intensiver wahrzunehmen. Führen Sie

anschließend Kaubewegungen durch,

um den Wein optimal im Mund zu

verteilen und die gesamte Oberfl äche

zu benetzen, bevor Sie Ihr endgültiges

Urteil fällen. Gefällt er Ihnen, oder nicht?

39


40

Salamiou ist eines der traditionellen großen

Dörfer und wird schon seit ca. fün� ausend

Jahren kontinuierlich bewohnt. Mit seinen

vielen erhaltenen und noch zahlreicheren

restaurierten Häusern ist es ein einzigartiges

Beispiel volkstümlicher Architektur und

jahrhundertealter Traditionen. Eines der

traditionellen zweistöckigen Gebäude

beherbergt auch eine Taverne mit Außentreppe

und Balkon. Man fi ndet es auf der Strasse, die

zur Kirche führt, ganz in der Nähe des zentral

gelegenen Dorfplatzes mit dem restaurierten

Brunnen, wo sich auch Kaff eehäuser und

Geschä� e befi nden.

In Salamiou lädt ein beeindruckender,

über 750 Jahre alter Zypressenbaum, der

so genannte „Kyparissos“, zu einem kurzen

Aufenthalt ein. Dieser Baum wurde von den

Einwohnern der Heiligen Maria geweiht. Von

den höchsten Stellen des Dorfes aus, wie dem

Hügel der alten, heute geschlossenen Schule,

bietet sich ein Blick hinunter zur 800 Meter

tiefer gelegenen Sohle des Diarizos - Tales. Die

Quellen des Diarizos wurden früher „Hundert-

Münder - Ströme “ genannt, da der Fluss

sozusagen aus hundert Wasserläufen gespeist

wird. Ganz in der Nähe, umgeben von grünen

Plantagen, Weinbergen und Gärten, befi ndet

sich das Kloster Panagia tis Salamiotissas,

dessen Kirche über 500 Jahre alt ist.

Zwei Kilometer weiter in nördlicher

Richtung treff en wir auf das kleine malerische,

im Grünen gelegene Dorf Mesana, das sich

an der Grenze des Troodos - Waldes auf dem

höchstgelegenen Abschnitt unserer Strecke

befi ndet. Nach weiteren drei Kilometern

gelangen wir zu dem am Westhang des Diarizos

- Tales gelegenen Dorf Arminou, das dem

vorherigen ähnelt aber weniger dicht besiedelt

ist. Von hier an führt die Strasse in östlicher

Richtung talabwärts, überquert den Fluss und

bringt uns schließlich nach Filousa, einem

kleinen Dorf, welches 5 Kilometer von Arminou

entfernt am östlichen Ufer des Diarizos

liegt. Die Landscha� hier ist grün und von

Weinbergen und Plantagen geprägt.

Nur einen Katzensprung von Filousa

entfernt liegt das Dorf Praitori. Es handelt

sich um einen kleinen malerischen Ort, der

verloren zwischen Weinbergen, Plantagen und

Nadelbäumen liegt. An der Kreuzung mit der

Strasse F616 (in südlicher Richtung von Agios

Georgios kommend und in nördlicher Richtung

nach Agios Nikolaos und Troodos führend)

biegen wir links ab und treff en nach nur zwei

Kilometern auf das Weingut „NELION WINERY“,

das dem Ehepaar Neofytos und Eleni Ioannou

gehört. In einem modernen Gebäude mit

traditioneller Fassade untergebracht liegt es

auf einer Anhöhe mit Blick auf das Dorf.


Das Gut wird ringsum von Weinbergen

umgeben. Das NELION ist ein kleines

Weingut, das seine Produkte ausschließlich im

Direktverkauf vertreibt. Für die Weine werden

einheimische und eingeführte Rebsorten

verwendet, die sowohl aus eigenem Anbau

aber auch aus ausgewählten Weinbergen

der Umgebung stammen. Es wird dabei auch

auf Geschmacksrichtungen gezielt, die von

den typisch zypriotischen abweichen so wird

neben den trockenen Rot - und Weißweinen

eine Auswahl an süßen und lieblichen Rot -,

Weiß - und Roséweinen geboten. Die Führung,

die auf Griechisch und Englisch angeboten

wird, beinhaltet auch eine Gratis-Verkostung

der Weine. Selbst große Besuchergruppen

sind willkommen. Im Verkaufsraum kann man

darüber hinaus einen kleinen Imbiss zu sich

nehmen. Wenn wir das Weingut verlassen

führt uns die Strasse nach zwei Kilometern

in nördlicher Richtung zu dem Dorf Agios

Nikolaos. Es handelt sich hierbei um ein relativ

großes Dorf, dessen Weinberge und Plantagen

sich bis in den Wald hinein ausdehnen. Sehr

malerisch gelegen, ragt die grün gefärbte

Spitze eines Minaretts über die Dächer des

Dorfes. In seiner Umgebung gibt es zahlreiche

Brücken, die einen Besuch wert sind: 6

Kilometer nördlich von hier mitten im Wald

gelegen fi ndet man die venezianische Brücke

Verkostung

Falls Sie planen, viele verschiedene

Weine zu verkosten, aber dennoch

einen klaren Kopf behalten und das

Weingut aufrecht gehend verlassen

möchten, haben Sie nur eine

Möglichkeit: Sie dürfen die Weine nie

trinken, mit Ausnahme vielleicht des

letzten Glases - vorausgesetzt, er hat

Ihnen geschmeckt!

Es sei denn, Sie haben nur einen

Wein zur Probe auserkoren. Dann

lassen Sie ihn seinen Weg bis zum

Magen nehmen und genießen Sie in

vollen Zügen die Geschmackseindrücke

insbesondere beim Abgang.

„Tsielefos“ über den Fluss Diarizos. Tiefer im

Wald fi nden man außerdem die Brücke der

Routhkia, die den Xeros überspannt und ca.

6 Kilometer westlich der Tsielefos - Brücke

liegt sowie die Elias-Brücke, die über einen

Nebenfl uss des Diarizos führt.

Von Agios Nikolaos aus geht es abwärts in

Richtung Praitori und nach 3 Kilometern Fahrt

in südlicher Richtung erreichen wir mit dem

Dorf Kedares einen weiteren malerischen, von

Grün umgebenen Ort, der sich dem Weinanbau

widmet und am östlichen Hang des Tales nicht

weit oberhalb des Diarizos liegt.

Die Straße führt auf den nächsten

5 Kilometern weiter bergab und

wechselt auf Höhe des kleinen,

fast völlig verlassenen Ortes

Kidasi zum westlichen Hang des

41


Tales. Die Fahrt durch die Landscha� entlang

des Flusslaufes des Diarizos bereitet ein

ausgesprochenes Vergnügen. Links der Straße

fasziniert die dichte Vegetation, wogegen

sich rechts steile Abhänge und Anbaufl ächen

abwechseln. Ganz in der Nähe befi nden sich

die Felsen von „Chasampoulia“, eine wirklich

sehenswerte, ungewöhnliche Naturerscheinung.

Diese zwei riesigen Felsbrocken haben sich so

gegeneinander geneigt, dass zwischen ihnen

ein Durchgang geformt wird. Der Name dieser

Felsformation geht auf drei fl üchtige Diebe

zurück, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts

hier vor den Gesetzeshütern Schutz suchten

und fanden.

Vierzehn Kilometer vom Dorf Kedares

entfernt treff en wir an einer besonders

fruchtbaren Stelle des Tales direkt am Fluss

auf die Siedlung Agios Georgios. Unsere

nächste Station bildet das Dorf Mamonia, das

3 - 4 Kilometer weiter südlich liegt. Dieses

Gebiet gab seinen Namen auch einer hier

anzutreff enden ungewöhnlichen und tektonisch

komplexen Gesteinsformation, dem Mamonia

- Komplex bzw. der Mamonia - Zone. Die

charakteristischen Gesteine der Diarizos -

Gruppe sind vulkanischem Ursprungs (Lava)

sowie Sediment (umkristallisierter Kalkstein).

Einen Kilometer südlich von Mamonia

treff en wir auf das Dorf Fasoula, das, durch

den Diarizos getrennt, zu beiden Seiten des

Flusses liegt. Unseren nächsten Halt markiert

5 Kilometer weiter südlich das Dorf Nikokleia.

Kurz davor befi ndet sich rechts eine hübsche,

renovierte Pension. Es handelt sich dabei um

ein Gebäude traditioneller Bauart, das früher

als Rasthof für Karawanen und später als

Kaff eehaus diente wonach es für mehr als 30

Jahre verlassen lag. Heute bietet es sich als

Ausgangspunkt zur Erkundung archäologischer

Stätten an wie dem nahe gelegenen

Kouklia, dem Heiligtum der Aphrodite,

dem Asprogremmos - Staudamm und dem

verlassenen Dorf Souskia, in dem kreuzförmige

Speckstein - Statuetten aus der Bronzezeit

gefunden wurden.

In der Nähe befi ndet sich ebenfalls eine

bedeutende neolithische Grabstätte, an der die

Spaten der Archäologen unversehrte Gräber

zu Tage förderten und deren Grabbeigaben

die Kollektion des Zypern - Museums enorm

bereicherte.

Als letzte Station, bevor wir nach Pafos

zurückkehren, machen wir noch einmal in

Nikokleia halt, dem Dorf, das den Beginn

unserer Fahrt hinauf in die Berge markiert

hatte. Nikokleia ist ein hübsches Dörfchen,

dessen Name auf den antiken König von Pafos

Nikoklis zurückgeht. Nachdem wir uns hier

an einem Kaff ee gelabt und den Geschmack

des Weines von unseren Lippen gespült

haben, begeben wir uns auf die Heimreise

bereichert an Wissen, Eindrücken und durch

die Kostproben, die uns die Reise entlang

des kleinen, aber doch so „reichen“ Flusses

Diarizos beschert hat.

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WEINGÜTER

LAGRIA WINERY

99346990, 99425273

Salamiou

NELION WINERY LTD

25442445, 99666414

Praitori

TAVERNEN / RESTAURANTS

STOU VIOLARI

26442929, 99413898, 99180095

Agia Varvara 1, Salamiou, Pafos

35

80

VASILIAS NIKOKLIS

26432211, 99309279

Nikokleia, Pafos

45


oute

46

4Krasochoria Lemesou (Die Weindörfer von Lemesos)

Lemesos, Kolossi, Erimi, Kantou, Souni-Zanakia, Pano Kivides, Agios

Amvrosios, Lofou, Vouni, Koilani, Pera Pedi, Mandria, Kato Platres,

Omodos, Vasa, Malia, Arsos, Pachna, Anogyra, Avdimou

GASTFREUNDSCHAFT ERLEBEN!

„Wie die Gestalt, so auch die Seele“,

sagten die alten Griechen. Sie glaubten fest

daran, dass ein schönes Äußeres nur etwas

Schönes in sich tragen kann. Nirgends triff t

dies mehr zu als bei den „Weindörfern von

Lemesos“ (Limassol), denn hier liegt die Seele

der Weinherstellung auf unserer Insel. Darüber

hinaus sind sie wunderschön.

Und die Schönheit beschränkt sich

nicht nur auf die landscha� liche Lage,

den bezaubernden volkstümlichen

architektonischen Stil oder die gebotene

kulinarische Vielfalt. Die Region der

„Weindörfern von Lemesos“ (Limassol)

besitzt eine einzigartige Ausstrahlung, die

den anspruchsvollen Reisenden magisch

anzieht. Insbesondere denjenigen, für den

der Wein nicht nur ein Getränk ist sondern

eine Lebensart verkörpert und der ein Glas

Wein aus den einheimischen Rebsorten hier

in deren Anbaugebiet besonders zu schätzen

weiß.

Dieses Weinbaugebiet umfasst mehr

als 20 Dörfer, die sich über die südlichen

Hänge des Troodos - Gebirges verteilen,

und bildet das vierte Weinbaugebiet mit

kontrollierter Herkun� sbezeichnung auf

Zypern. Die geographischen und klimatischen

Bedingungen dieser Region begünstigen den

Anbau der einheimischen Rebsorten „Mavro“

und „Xynisteri“.

Brechen Sie auf in die einladenden Berge

wie Odysseus auf seiner Suche nach Ithaka

und genießen Sie die Umgebung in vollen

Zügen. Aber eilen Sie sich nicht. Wie schon

der Dichter Kavafi s in seinem Gedicht „Ithaka“

schreibt: „…wünsch dir eine lange Fahrt“.

Der Weg ist das Ziel und diese Reise

hat viel für Körper und Seele zu bieten.

Malerische Tavernen und Kaff eehäuser

liegen auf unserem Weg und fügen sich

harmonisch in die unberührte Natur ein. Viele

historische und kulturelle Sehenswürdigkeiten

laden zu einem Besuch ein. Und nicht

zuletzt wird dieser Weg von großen und

kleinen Weingütern gesäumt, von denen

jedes auf seine Weise einzigartig ist. Allen

gemeinsam jedoch ist ihre einnehmende

Gastfreundlichkeit. Wohin man auch kommt,

wird man herzlich und mit aufrichtigem

Interesse empfangen. Zeus Xenios, der Patron

der Gastfreundscha� im antiken Pantheon,

lebt und herrscht in den Weindörfern Lemesos

(Limassol). Aber es handelt sich um einen

fortschrittlichen Zeus mit einem Sinn für die

schönen Dinge des Lebens.


ALLGEMEINES

Die Route verläu� entlang der südlichen

Hänge des Troodos - Gebirges. Dieses Gebiet

zeichnet sich durch seine vielfältige Pfl anzen

- und Tierwelt aus. Auch in geologischer

Hinsicht ist diese Region hochinteressant. Es

handelt sich um einen Οphiolith - Komplex,

der vor mehr als 90 Millionen Jahren in über

8000 Meter Tiefe gebildet wurde.

Die Strecke führt durch ein traditionelles

Weinbaugebiet mit vielen großen Weindörfern.

Die geographischen und klimatischen

Bedingungen in dieser Region begünstigen

den Anbau der einheimischen Rebsorten

„Mavro“ und „Xynisteri“. Entlang dieser

Strecke begegnen wir insgesamt elf

Weingütern.

Klima: Diese Region erreicht Höhen von

über 1000 Metern über dem Meeresspiegel,

wo die Winter entsprechend hart und kalt

sind. Die Sommer gestalten sich dadurch

verhältnismäßig frisch.

Boden: Überwiegend fl ache bis mitteltiefe

Kiesböden in Hanglagen, die für Weinanbau

gut geeignet sind.

Weinanbau: Die 20 Dörfer, denen wir

entlang dieser Strecke begegnen, gehören

zum vierten Weinbaugebiet mit kontrollierter

Herkun� sbezeichnung. Hier werden 23

verschieden Rebsorten angebaut.

Rote Rebsorten: Mavro, O� halmo,

Marathe� iko, Carignan, Mattaro, Oellade,

Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Alicante

B., Grenache, Shiraz, Merlot, Lefkada

Weiße Rebsorten: Xynisteri, Palomino,

Malvasia L., Malvasia G., Sauvignon Black,

Sauvignon Blanc, Riesling, Semillion,

Chardonnay, Malaga

Wie schon der Dichter Kavafi s in

seinem Gedicht „Ithaka“ schreibt: „…

wünsch dir eine lange Fahrt“. Der Weg

ist das Ziel und diese Reise hat viel für

Körper und Seele zu bieten.

47


48

Der Wein auf dem Tisch

Der große Moment ist gekommen

und der Wein steht bereit, um unsere

Sinne zu betören. Er hat einen langen

Weg hinter sich: beginnend von den

Weinbergen über die Verarbeitung im

Weingut bis hin zur Reife im Fass. Nun

ist er schließlich auf unserem Tisch

angelangt, um unser Mahl zu begleiten

und unseren Gaumen zu verwöhnen.

DIE ROUTE

Wir nehmen von Lemesos (Limassol)

aus die Autobahn Richtung Westen bis zur

Ausfahrt Kolossi, das nach 7 Kilometer

die erste Station unserer Reise bildet. Die

erste Seitenstraße, auf die wir treff en, führt

geradewegs ins Zentrum von Kolossi. Schlanke

Zypressen säumen die Straßen zu beiden

Seiten. Dieses Gebiet, das sich direkt an den

Wald von Akrotiri anschließt, betört durch den

Du� der Orangen - und Zitronenhaine.

Versäumen Sie nicht einen Besuch der gut

erhaltenen Festung in Kolossi, die aus der Zeit

der Kreuzzüge stammt.

Der Legende nach geht der Name des

wohl bekanntesten zypriotischen Weines, des

Koumandaria, auf die hier untergebrachten

Ritter zurück. Ihr Lehnsgut trug den Namen

„Grande Commanderie”, und von hier

lieferten sie den lieb gewonnen Wein an alle

Königshäuser Europas.

Das Dorf Erimi, unsere zweite Station,

befi ndet sich nur zwei Kilometer weiter, ohne

dass man den Übergang von einem Ort zum


nächsten bemerken würde. Wir durchqueren

den Ort in westlicher Richtung und treff en

am Ortsausgang zu unserer Linken auf das

Zypriotische Weinmuseum. Es ist in einer

schönen Villa im ländlichen Stil untergebracht

und ein Besuch wird keine Fragen eines

interessierten Weinliebhabers unbeantwortet

lassen.

Wir lassen Erimi hinter uns und, biegen

rechts ab und beginnen unseren Aufstieg in

die Berge. Wir durchqueren das Dorf Kantou

und erreichen die Orte Souni und Zanatzia

oder Zanakia. Im Letzteren gelangen wir zu

einem reizenden Platz mit Kiefern in der

Mitte, die den Bänken darunter wohltuenden

Schatten spenden. Wir setzen unsere Reise

fort und tauchen in einen Kiefernwald ein. In

dem Tal, das sich anschließt, treff en wir auf

das Dorf Pano Kivides, das die Grenze des

Weinbaugebietes markiert. Es handelt sich

um ein recht junges Dorf, dass erst 1971

gegründet wurde, nachdem seine jetzigen

Einwohner ihre alte Heimat aufgrund von

Erdrutschen verlassen mussten. Parallel zur

Hauptstraße führt ein Weg rechts von uns quer

durch die Hügellandscha� . Die Aussicht ist

bezaubernd während sich die Landscha� unter

uns ausbreitet.

Weniger als vier Kilometer von Kivides

entfernt wartet auf uns das nächste Weindorf

dieser Region, Agios Amvrosios, dessen

Umgebung von Bergen und Schluchten

geprägt ist. Das architektonische Bild des

Dorfes wird von traditionellen steinernen

Häusern bestimmt, die die schmalen Straßen

säumen. Im Zentrum des Dorfes lädt ein

traditionelles Kaff eehaus den Besucher zu

einem Aufenthalt auf seiner Terrasse ein,

mit einer beeindruckenden Sicht auf den

gegenüberliegenden Gebirgskamm. Noch

mehr Freude wird dem Weinliebhaber aber

bei einem Besuch des Weingutes „GAIA

OINOTECHNIKI“ bereitet. Dieses Weingut

produziert Weine aus eigenem ökologischen

Anbau und ist EU-zertifi ziert. Probieren Sie

den „Ampelida“, einen beliebten Wein hellroter

Farbe mit milden Aromen, der aus der

einheimischen Xynisteri gekeltert wird.

Wir verlassen das Dorf auf der E601

und biegen kurz danach rechts in Richtung

Vouni ab. Die Fahrt wird durch den Anblick

der zu beiden Seiten sich ausbreitenden

49


Weinberge versüßt. Die Straße windet sich in

Serpentinen den Berghang hinauf zum Dorf,

welches zwischen den Flüssen Chapotami

und Kryos liegt. Die Fahrt gibt uns schon

einen Vorgeschmack auf die schmalen,

verschlungenen Wege innerhalb der Ortscha� .

Die Häuser sind im traditionellen Stil des

Vorgebirgslandes erbaut, häufi g mit kleinen

Innenhöfen und außen mit Steinen verkleidet.

Nahe der Dorfmitte gibt es eine herrliche

Terrasse in einer Einbuchtung des Berghanges,

von der aus sich eine fantastische Aussicht

bietet. Während der Hang steil abfällt, recken

sich drei Bäume Schatten spendend zum

Himmel: ein Eukalyptusbaum, eine Zypresse

und eine Platane. Ganz in der Nähe wird das

WEINZENTRUM VOUNI fertig gestellt. Es ist

ein geräumiger Komplex, der zu Füssen eines

Berges umgeben von Eukalyptusbäumen

errichtet wird. Das zentrale Gebäude wird

durch ein kleines Freilichttheater, einen

Spielplatz und Sitzbänke ergänzt.

Vouni ist eines der ältesten Weindörfer

Zyperns und für seine qualitativ

hochwertigen Trauben weit bekannt. In

der Vergangenheit bildete es ein Zentrum

der lokalen Weinproduktion und zog viele

Arbeitskrä� e aus der ganzen Umgebung an.

Die einheimische Mavro - Traube dominiert

bis heute den Weinanbau, aber viele neu

angelegte Weinberge werden heute mit

importierten Rebsorten, wie Cabernet

50

Sauvignon und Grenache, bestellt. Neben dem

Weinbau hat Vouni aber auch einige kulturelle

Sehenswürdigkeiten zu bieten, wie die

schönen alten Kirchen, oder auch das Gehege

zum Schutz und zur Erhaltung des Zypern -

Esels.

Während wir uns unserem nächsten

Ziel, dem Dorf Koilani, nähern, scheinen

die Gipfel des Troodos in den Himmel zu

wachsen. Man wünschte, die Reise entlang

der zahllosen Weinberge ginge nie zu Ende.

Nach vier Kilometern erreichen wir das Dorf

inmitten von Bergen und Wein bewachsenen

Hängen. Koilani bildet sozusagen das

Zentrum der Region der Weindörfer Lemesos

(Limassols) und liegt zu Füßen des Berges

Afami, nach dem auch ein beliebter Wein

benannt wurde. Es handelt sich um eines

der größten Weinanbaugebiete und somit ist

es nicht verwunderlich, dass wir hier gleich

zwei Weingütern begegnen: zum einen dem

Weingut „AGIA MAVRI“, zuvor unter dem

Namen „KOILANI WINERY“ bekannt, dass

1983 gegründet wurde und nunmehr zu den

führenden Weinherstellern Zyperns zählt.

Nicht zufällig wird einer der besten Weine

Zyperns hier produziert. Der „Mosxatos“, ein

lieblicher Weißwein, der 2004 zum ersten Mal

vorgestellt wurde, ist von krä� iger goldener

Farbe mit feinen Aromen, die von einem

vollen, reichen Körper mit einer beispiellosen

Balance ergänzt werden.


Wir folgen der Hauptstraße und treff en

weiter unten im Dorf auf das zweite

Weingut des Dorfes, die „VARDALIS KILANI

WINERY“. Mit der Gestaltung des Vorhofes

wird unverkennbar dem Bacchus gehuldigt

und dieser Eindruck setzt sich im Gebäude

fort. Die Türen des Weingutes sind auch

am Wochenende für Besucher geöff net

und vergessen Sie auf keinen Fall von dem

„Vardalis Marathe� iko“ zu probieren, dessen

Geschmack von Aromen roter Früchte

dominiert wird.

In Koilani gibt es außer dem Wein und

verwandten Produkten auch noch viele

andere Köstlichkeiten zu probieren, wie

die zypriotische Süßigkeit „Palouzes“. Am

ersten Sonntag im Oktober fi ndet hier das

Afamia - Festival statt, bei dem die Palouzes

gratis angeboten wird. Die Architektur des

Dorfes ist traditionell zu beschreiben mit

schmalen Alleen und steinernen Häusern, bei

denen sie häufi g die übergroßen Tongefäße

fi nden, die früher bei der Gärung des

Weines Verwendung fanden. Auff ällig ist die

Verwendung indigofarbener Tonerde bei

vielen Häuserwänden. Es gibt auch ein kleines

Weinmuseum, das im Moment renoviert wird,

sowie ein kirchliches Museum, in welchem die

Gebeine der Agia Mavri, der Schutzheiligen

des Dorfes, aufbewahrt werden. Ein Besuch

Koilanis braucht seine Zeit, ist aber jede

Minute wert.

Während wir uns wieder auf unsere Reise

in Richtung Pera Pedi begeben, achten Sie

auf eine besondere Rarität, wie sie die Natur

nicht häufi g zu bieten hat: eine riesige Platane

neben der Kapelle der Agia Mavri breitet ihre

gewaltigen Äste in alle Richtungen aus.

Der Umfang des Stammes misst

unglaubliche 8 Meter und das Alter des

Baumes wird auf über 800 Jahre geschätzt.

Das Dorf Pera Pedi ist sowohl für seinen

Wein als auch seine Äpfel bekannt. Ein Teil des

Dorfes liegt an einem Berghang im Grünen

51


52

„Rot zu Fleisch, Weiß zu

Fisch“

Sicher haben auch Sie schon

einmal diese „Regel“ gehört, aber

triff t sie auch zu? Im Allgemeinen

kann man sagen, dass ein Rotwein

besser zu Fleisch passt, da sich

die in ihm enthaltenen Gerbstoff e

mit den Proteinen des Fleisches

verbinden. Daher gilt, je mehr

Gerbstoff e der Wein enthält, umso

krä� iger sollte das dazu servierte

Fleisch sein. Zu Hühnchen zum

Beispiel, passt besser ein leichter

Rotwein, zu den anderen hellen

Fleischsorten (Schwein, Kaninchen,

Truthahn) dagegen ein etwas

vollerer Rotwein. Die herzha� eren

Fleischsorten schließlich, wie Rind

oder Wild, werden am Besten von

einem krä� igen und reifen Rotwein

begleitet.

Was ist mit den

Weißweinen?

Ein Weißwein harmoniert in

jedem Fall mit Fisch, Schalentieren

und Meeresfrüchten. Sie

möchten wissen warum? Nun,

Weißwein und Fisch haben viele

Gemeinsamkeiten. Sie ähneln

einander in Farbe und aromatischer

Intensität aber auch der Feinheit

und Struktur ihres Geschmackes.


und erfreut den Besucher mit

seinen malerischen Häusern.

Inzwischen werden hier nur noch

geringe Mengen Wein angebaut,

hauptsächlich die Mavro-Rebe,

die früher mit großem Abstand

die vorherrschende Rebsorte auf

der Insel war.

Wir nehmen eine Abbiegung

nach links und setzen unsere

Reise in nordwestlicher

Richtung fort. Nach weniger als

sechs Kilometern erreichen wir

Mandria. Dieses Dorf liegt in einer

Höhe von ca. 900 Metern und

verzeichnet dadurch hohe jährliche

Niederschlagsmengen. Dies kommt

der Größe der Weintrauben zu Gute

und verleiht den Weinen, die daraus

hergestellt werden, einen besonderen

Geschmack. Hier werden hauptsächlich die

Sorten Mavro und Xynisteri angebaut.

Das Weingut „M. ANTONIADIS“ befi ndet

sich unweit des Zentrums des Dorfes. Wie

bei auch bei anderen Familienunternehmen

werden hier die traditionellen Werkzeuge

aufbewahrt und ihre Verwendung wird den

Besuchern erklärt. Das zweite Stockwerk

führt auf eine große Veranda, die sich über

das gesamte untere Stockwerk ausdehnt.

Ein idealer Ort für eine Weinverkostung! Die

Aussicht ist zudem überwältigend. Ganz in

der Nähe lädt ein einsamer Hügel zu einer

Rast auf einem Bänkchen ein, das auf dessen

Kuppe unter einer einzelnen Kiefer steht.

Probieren Sie dort den roten „Castellani“, aber

auch den gleichnamigen trockenen Weißwein.

Wir verlassen Mandria und fahren Richtung

Norden. Die Straße führt uns durch unberührte

Kiefernwälder nach Kato Platres (5 km). Auf

einer Höhe von über Tausend Metern ist es in

Kato Platres sogar im August angenehm kühl.

Es ist ein beliebtes Ausfl ugsziel für Zyprioten,

auch wenn es immer im Schatten seines

Nachbardorfes Pano Platres stehen wird (wo

der Nobelpreisträger Seferis seine Verse

verfasste: „…die Nachtigallen lassen dich in

Platres nicht zur Ruhe kommen …“).

In der Nähe der Kirche des Dorfes befi ndet

sich das hübsche Weingut „LAMBOURI

WINERY“, wobei ein Besuch desselben

angemeldet werden muss.

In Betrieb seit 1989 ist das Weingut vor

allem für seinen „Lambouri White“ bekannt,

ein leichter Weißwein mit deutlichen Aromen,

der aus der Xynisteri - Traube gewonnen

wird. Um unsere Reise fortzusetzen, kehren

wir nach Mandria zurück und wenden uns

nach Südwesten Richtung Omodos. Bevor

wir Omodos erreichen, begegnen wir dem

Weingut „ZENON“, dass auch einen Besuch

Wert ist. Es handelt sich um eine relativ

große Anlage, deren Stolz die ausgestellten

historischen Werkzeuge und Geräte bilden,

die von vier Generationen dieser Familie

zur Weinherstellung verwendet wurden. Bei

dieser Ausstellung könnte man schon fast

von einem Museum sprechen! Hier wird

ein köstlicher Weißwein aus der Xynisteri

- Traube hergestellt. Der „Zenon White“

ist ein fruchtiger und spritziger Wein von

hellgelber Farbe, erfrischend und balanciert

im Geschmack. Darüber hinaus ist es ein

erschwinglicher Wein der jeden Tag genossen

werden kann.

Unsere nächste Station, Omodos, stellt

ein Highlight dieser Reise dar. Bei einem

Kilometerstand von 72 km erreichen wir

das Dorf, dass auf eine besonders lange

Tradition im Weinbau zurückblicken kann…

Omodos befi ndet sich westlich des Flusses

Chapotami auf einer Höhe von 810 Metern

und ist von hohen Gipfeln umgeben. Die

jährliche Niederschlagsmenge ist mit 780

53


mm relativ hoch, was den Böden in dieser

Region besonders zu Gute kommt und

hier nicht nur Wein sondern auch viele

Obstsorten, wie Äpfel, Pfl aumen, Aprikosen,

Pfi rsiche und Birnen angebaut werden. Der

zentrale, hübsche Dorfplatz, der den Namen

des Klosters „Timios Stavros“ trägt, ist

umgeben von alten restaurierten Häusern,

Kaff eehäusern, Restaurants und Geschä� en,

in denen Lederwaren und traditionelle

Stickereien zum Verkauf angeboten werden.

Versäumen Sie nicht einen Besuch der

alten, restaurierten Weinpresse, die sich hier

befi ndet! In diesem Gebiet befi ndet sich auch

das Weingut „LINOS WINERY“, welches eine

ganze Palette verschiedener Weine sowohl

aus einheimischen als auch importierten

Rebsorten produziert. Die Trauben für

die Produktion stammen aus eigenen und

gepachteten Weinbergen, wobei der gesamte

Herstellungsprozess von der Familie des

Besitzers, des Herrn Herodotos Herodotou,

beaufsichtigt wird. Hervorzuheben ist der

trockene Weißwein „Linos“, der aus Xynisteriund

Riesling - Trauben gekeltert wird. Von

dem Weingut aus bietet sich eine umwerfende

Aussicht nach Osten auf den Bergrücken

Afamis mit seinen hochwertigen Weinbergen

und die darunter liegende Region von

Koupetra, wo sich wahrscheinlich das antike

Königreich befand, das Vitsentzos Kornaros in

seinem Gedicht „Erotokritos“ erwähnt.

Wir setzen unsere Fahrt in südlicher

Richtung auf der E601 fort und treff en

nach ca. 4 Kilometern rechts auf einen

Abzweig nach Vasa. Die Straße führt durch

eine Berglandscha� , in der der Weinanbau

durch aus Stein errichtete Terrassen möglich

gemacht wird, sogar an Stellen, wo man

sich fragt, welcher Patron wohl schützend

seine Hand über diese wagemutigen

Winzer gehalten hat… womöglich Dionysos

persönlich? Vasa ist ein weiteres traditionelles

Weindorf mit vielen restaurierten aus

Stein errichteten Häusern. Gleich links am

Die erfreulichen Ausnahmen

Gibt es eine Regel ohne Ausnahme?

Natürlich nicht. Entsprechend den

geschmacklichen Vorlieben, der Fantasie

und Laune eines Jeden, kann durchaus

mit der Regel Rot zu Fleisch und Weiß

zu Fisch gebrochen werden. Natürlich

hängt dies stark mit der Zubereitung der

Gerichte zusammen.

Falls zum Beispiel das Hühnchen

mit einer roten, scharfen Soße serviert

wird, wird man schwerlich von der Regel

abweichen. Wenn das Hühnchen dagegen

in einer weißen Soße ohne viele Zusätze,

z.B. einer Pilzsoße, aufgetischt wird, ist

es nur richtig, dazu einen vollmundigen,

im Eichenfass gerei� en Weißwein zu

servieren, der eine entsprechende Fülle

und Intensität aufweist.

Des Weiteren ist es durchaus

möglich zu Fisch einen leichten Rotwein

zu genießen, vorausgesetzt, es handelt

sich um einen relativ fettreichen Fisch,

wie Schwertfi sch, Aal oder Lachs, und

dieser wurde entsprechend würzig

zubereitet.

55


Ortseingang befi ndet sich die antike Kirche

des Agios Georgios, die einen kurzen Besuch

wert ist. Etwas weiter auf der rechten Seite

erwartet Sie das Weingut „VASA WINERY“. In

dem mittlerweile restaurierten Gebäude wird

schon seit vier Generationen Wein hergestellt.

Der heutige Besitzer Pambos Argyrides

erweiterte das Weingut und stattete es mit

modernster Technik aus, wobei er jedoch

großen Wert darauf legte, den Charakter der

Einrichtung soweit wie möglich beizubehalten.

Hier können die Besucher historische

Utensilien der Weinverarbeitung bewundern,

u.a. Tongefäße und Körbe, und einen Einblick

in die traditionellen Arbeitsweisen und

Methoden der Weinherstellung erhalten. Das

Weingut produziert einige herausragende

Weine aus eigenem Anbau und in limitierter

Abfüllung. Besonderes Augenmerk verdienen

der trockene Rotwein „Saint Timon“ (aus den

Rebsorten Mataro und Cabernet Sauvignon

gekeltert) sowie der ebenfalls rote „Cabernet

Sauvignon, Ktima Argyrides“, ein Wein mit

intensivem komplexem Bouquet und reichem

Körper. Erwähnenswert ist auch der trockene

Weißwein „Chardonnay“, der in französischen

Eichenfässern seine Reife erlangt.

Im Dorf fi nden Sie zahlreiche

Kaff eehäusern und Tavernen sowie ein

Volkskundemuseum mit einer umfangreichen

Ausstellung und Informationen zur

traditionellen Weinherstellung. Vergessen

56

wir auch nicht, dass früher praktisch jeder

Haushalt seinen eigenen Wein produziert hat.

Ein Spaziergang auf der Anhöhe im Zentrum

des Dorfes führt uns zu dem Kultur - und

Tagungszentrum des Ortes, das sich neben

dem restaurierten ehemaligen Schulgebäude

befi ndet.

Die Landstraße von Vasa nach Malia, die

parallel zur E601 verläu� , führt uns entlang

zahlloser Weinberge, die den Westhang des

Chapotami - Tales bedecken. Nach einer

kurzen aber überaus angenehmen Fahrt taucht

links von uns auf einer Anhöhe das Dorf Malia

auf, über dessen Dächer ein Minarett hinaus

ragt. Es erinnert an die Zeit vor der türkischen

Invasion 1974, als das Dorf auch von

türkischen Zyprioten bewohnt wurde.

Malia ist eines der Weindörfer, die

ihren Charakter noch vollständig bewahrt

haben. Weniger touristisch entwickelt

als Omodos und Vasa, ist viel von seiner

Ursprünglichkeit erhalten geblieben, weshalb

es für interessierte Weinliebhaber sehr viel zu

entdecken gibt. Sehenswert ist auf jeden Fall

auch das Weingut „KTIMA KEO“, wobei eine

Besichtung nur nach vorheriger Absprache

möglich ist. Es zählt zu den größten regionalen

Weingütern und wurde 1996 erneuert. Im

Zuge dieser Erneuerung wurden auch 50

Hektar Weinberge mit einheimischen und

importierten Rebsorten angelegt. Aus der


eiten Palette von Weinen dieser Kellerei

empfehlen wir insbesondere den „Riesling“,

möglicherweise der Beste in Zypern

produzierte Weißwein dieser Sorte, sowie den

ebenfalls weißen „Ktima KEO Chardonnay“,

ein Wein mit reizvollem Bouquet und reifem

Charakter.

Unsere Fahrt geht weiter und während

sich Weinberg an Weinberg reiht, erreichen

wir nach vier Kilometern das Dorf Arsos.

Aufgrund seiner Höhenlage ist die Umgebung

entsprechend grün. Das Dorf hat einen

traditionellen architektonischen Stil und liegt

am Osthang des Tales. Es gibt hier nicht nur

Kalksteinböden, so dass auch zahlreiche

Nadelbäume die Weinberge und Häuser

umgeben. Um zu dem Weingut „NIKOLETTINO

WINES“ zu gelangen, folgen wir der Straße,

die rechts am Dorf vorbei in Richtung Pafos

führt. Dieses Weingut liegt nicht weit von hier

am Westhang des Tales dem Dorf gegenüber.

Von dessen Terrasse aus überblicken Sie

die gesamte Ortscha� und die umliegenden

Hänge bedeckenden Weinberge. Zur

Weinherstellung werden von diesem Weingut

ausschließlich Trauben aus der direkten

Umgebung verwendet. Probieren Sie den hier

abgefüllten Xynisteri.

Arsos, für seine Weinberge und seine

Weine bekannt, war einst ein großes und

wohlhabendes Dorf, was sich noch heute

an den prächtigen Häusern oder der alten

Markthalle ablesen lässt. Diese wurde renoviert

und dient heute als Taverne. Sie fi nden sie im

Zentrum des Dorfes neben der Kirche und

mehreren traditionellen Kaff eehäusern. Im

Dorf gibt es auch ein Volkskundemuseum, das

in einem geschmackvoll restaurierten Gebäude

untergebracht ist.

Von Arsos kehren wir zurück nach Malia

und setzen unsere Reise in südöstlicher

Richtung fort. Nach ca. 8 Kilometern biegen

wir rechts in Richtung Pachna ab. Es handelt

sich um eine relativ große Ortscha� , die schon

deutlich tiefer liegt. Die Straßen rund um

Pachna führen allesamt durch dicht bebaute

Weinberge, wie auch der 7 km lange Weg nach

Anogyra, das Dorf der „Anerada“, wie es der

Dichter Dimitris Lipertis in dem gleichnamigen

Gedicht beschreibt. Die Weinberge entlang der

Straße dorthin sind mit uralten Olivenbäumen

und zahlreichen Johannisbrotbäumen übersät,

die ein Markenzeichen des Dorfes sind.

In Anogyra fi nden Sie Tavernen,

Kaff eehäuser, Herbergen, das Olivenmuseum

57


58

“Oleastron”, ein weiteres Museum, in dem sich

alles um das „Pastelli“, ein Honiggebäck, dreht,

aber auch interessante Handwerkerläden. Die

Architektur trägt Spuren vieler vergangener

Epochen.

Im Dorf befi ndet sich das Weingut

„NICOLAIDES BROS WINERY LTD”, das

von Nikos Nikolaides geleitet wird, der sein

akademisches Wissen des Weinbaus in die

traditionellen Methoden einfl ießen lässt.

Die Trauben des Familienbetriebes werden

mit modernen Verfahren verarbeitet. Das

Weingut produziert aus einheimischen und

importierten Rebsorten jährlich ca. 100.000

Flaschen, darunter der trockene Rotwein

„Marathe� iko“, der ebenfalls trockene

Weißwein „Chardonnay“ und der interessante

Roséwein „Afrodino“.

Von Anogyra aus geht es steil bergab und

wir begegnen in einem kleinen Tal dem Dorf

Avdimou, das ziemlich nah an der Autobahn

liegt, ungefähr auf der Häl� e der Strecke von

Lemesos (Limassol) nach Pafos. Das Dorf hat

sich in den letzten Jahren ziemlich entwickelt,

wobei jedoch Wert auf die Erhaltung der

traditionellen Züge gelegt wurde. Nicht weit

von hier befi ndet sich der abgelegene und

reizende Strand von Avdimou in einer Bucht,

die von ins Meer ragenden Felsen geschützt

wird und zum Landesinneren von Weinbergen

umschlossen wird.

Dieser Strand bildet den perfekten

Abschluss einer wunderbaren Reise, die so

reich an Naturschönheiten, Geschichten und

Legenden war. Diese Region besaß schon

immer eine magische Anziehungskra�

sowohl auf einfache aber auch berühmte

Leute: so wird erzählt, dass Sultan Selim II.

beschloss, die Insel zu erobern, nachdem er

den zypriotischen Wein probiert hatte. Und

Vorsicht! Denn die Legende sagt auch, dass

jeder Unverheiratete, der von der Quelle

Anogyras trinkt, das Dorf nie wieder verlassen

wird…


Und die Roséweine?

Die Roséweine sind die

am meisten missverstandenen

Weine der Welt. Selten nur fi ndet

man sie bei Tisch. Zu unrecht!

„Rosé zum Mezé“ sagen Einige,

und haben damit vielleicht gar

nicht so Unrecht. Ein guter Rosé

passt hervorragend zu vielen

zypriotischen Mezé, aber auch zu

Krabben, Austern und Hummer.

Besonders zu empfehlen ist er

zu Lachs, sowie Nudelgerichten

mit einer Soße aus Tomaten mit

Basilikum, Meeresfrüchten oder

Pilzen. Außerdem ist ein Roséwein

ein guter Begleiter der chinesischen,

indischen und polynesischen Küche.

Dessertweine!

Die Dessertweine, die ihre

Süße dem unvergorenen Zucker

der Trauben und nicht, wie

zuweilen fälschlich angenommen,

zugesetztem Zucker verdanken,

passen perfekt zu den Süßspeisen,

die gewöhnlich zum Schluss jeder

Mahlzeit serviert werden.

Sie können jedoch auch für

sich allein angeboten werden und

einen süßen Nachtisch ersetzen.

Ein Gläschen Koumandaria oder

Mataro ist genau das Richtige für

den krönenden Abschluss eines

Festessens.

Und was muss man noch

zu der innigen Beziehung

vieler Dessertweine zu

Blauschimmelkäse, wie Roquefort,

Stilton oder Gorgonzola sagen?

59


WEINGÜTER

I.M. GAIA

OINOTECHNIKI

25943981, 99442472

Agios Amvrosios

AGIA MAVRI LTD

25470225, 25370777

Koilani

VARDALIS

WINERY LTD

25470261, 25392198

99642255, Koilani

LAMBOURI

WINERY LTD

70009463

Kato Platres

M. ANTONIADES

WINERY

25384121, 25422638

99824475, Mandria

NIKOLETINO WINES

LTD (ARSOS)

99437137

Arsos

ZENON WINERY

25423555, 99492979

Omodos

VASA WINERY

25945999, 99588848

Vasa

KEO (MALIA) LTD

25942131, 99692295

Malia

61


62

WEINGÜTER

DOMAINE NIKOLAIDES

25333821, 99649655

Anogyra

LINOS WINERY

25422700

Omodos

TAVERNEN / RESTAURANTS

KAMARES

25470719

Ilia Kannaourou, Lofou, Lemesos

STAVROS

25422647, 99612772

Dimokratias 24, Omodos, Lemesos

FOREST PARK BLUE

25421751

Platres, Lemesos

TO PALATI

25943888, 99649139

Vasa Koilaniou, Lemesos

80

300

ARIADNI

25942185

Vasa Koilaniou, Lemesos

STOU KYR GIANNI

25422100, 99308555

Omodos, Lemesos

SKYLIGHT

25422244,

Faneromenis, Omodos, Lemesos

LOFOY

25470202

Tsintouri, Lofou, Lemesos


PIRKOS

25942655, 99491455

Vasa Koilaniou, Lemesos

Ι OREA ELLAS

25944328

Ellados 3, Vouni, Lemesos

AGORA

99630077, 99325396

Plateia Apostolou Filipou 1, Arsos, Lemesos

ΟCHIRO

25945055, 99614602

Vouniou 6, Agios Amvrosios, Lemesos

63


oute

64

5Koumandaria

Lemesos, Kolossi, Erimi, Alassa, Agios Georgios Silikou, Doros,

Laneia, Trimiklini, Agios Mamas, Kapileio, Zoopigi, Kalo Chorio,

Agios Pavlos, Agios Konstantinos, Louvaras, Gerasa, Apsiou,

Paramytha, Palodeia, Agia Fyla

ZYPERNS LIEBSTE …

Es

Diese Route nördlich von Lemesos

(Limassol) verströmt den Charme und die

Magie einer anderen Zeit, die zwar weit

zurück liegt aber immer noch zum Greifen

nahe scheint. Alles beginnt mit einem ganz

besonderen Wein, der hier hergestellt wird:

dem Koumandaria. Einen solchen Wein

fi ndet man sonst nirgends auf der Welt.

Die 14 Dörfer, in denen er produziert wird,

liegen auf einer Höhe zwischen 500 und

900 Metern und sind von Weinbergen der

einheimischen Rebsorten Mavro und Xynisteri

umgeben, die nur von niedrigen Büschen und

wenigen Bäumen unterbrochen werden. Die

Weinberge erstrecken sich über 12 Kilometer

nahezu parallel zur Küstenlinie von Lemesos

(Limassol) und ca. 25 km vom Meer entfernt.

Auf dieser zauberha� en Reise wird

Ihnen ein lebendiges Bild der Eigenheiten

der Region und der Menschen vermittelt,

die diesen besonderen Wein hervorbringen.

Dieses Getränk wurde von den Adligen des

Mittelalters so sehr geschätzt, dass sie ihm

auch seinen Namen gaben: Koumandaria.

Eine Fahrt durch das Gebiet des

Koumandaria ist eine Reise in die Zeit des

Mittelalters. Gleich die erste Station, das Dorf

Kolossi, beeindruckt durch seine Festung,

die aus der Zeit der Kreuzzüge stammt.

waren die hier lebenden Ritter, die dem

süßen Wein über die Grenzen Zyperns hinaus

zu Bekanntheit verholfen und ihm seinen

bis heute beibehaltenen Namen verliehen

haben. Einige Forscher vermuten, dass es sich

ursprünglich um den Wein „Nama“ der Antike

handelt. Schon Hesiod beschrieb im 10. Jh. v.

Chr. in seinem epischen p Gedicht „Werke und

Tage“ age“ diesen zypriotischen Wein.


ALLGEMEINES

Diese Region fasziniert durch ihre vielfältige

Tier - und Pfl anzenwelt sowie die zahlreichen

historischen und archäologischen Denkmäler

und Sehenswürdigkeiten. Außerdem befi ndet

sich hier der größte Staudamm Zyperns,

der Kouris - Damm, der dieses Gebiet um

ein ökologisch wichtiges Feucht - Biotop

bereichert. Die Umgebung des Staudamms

ist ein ideales Ziel für Wanderungen,

Freizeitsport und Naturerkundungen.

Entlang dieser Strecke bietet sich ein Besuch

von zwei Weingütern an.

Klima: Die 14 Dörfer, in denen

Koumandaria hergestellt wird, liegen

auf einer Höhe zwischen 500 und 900

Metern, was kalte Winter und kühle Sommer

bedeutet.

Diese Route nördlich von

Lemesos (Limassol) verströmt

den Charme und die Magie einer

anderen Zeit, die zwar weit zurück

liegt aber immer noch zum Greifen

nahe scheint.

Boden: Im Gegensatz zu anderen

Weinanbaugebieten herrschen hier relativ

seichte Böden in Steillagen mit hohen

Kalksteintanteilen vor.

Weinanbau: Alle Dörfer entlang dieser

Strecke gehören zu dem Weinbaugebiet

mit kontrollierter Herkun� sbezeichnung

„Koumandaria“. Nicht überraschend werden

hier hauptsächlich die Rebsorten Mavro und

Xynisteri angebaut.

Rote Rebsorten: Mavro, O� halmo,

Cabernet Sauvignon, Grenache

Weiße Rebsorten: Palomino, Malaga,

Xynisteri

65


66

Die Zehn Gebote des

Servierens

1. Zuerst werden die Weißweine,

danach die Rosé - und zum Schluss

die Rotweine serviert

2. Falls nur Weißweine

angeboten werden, beginnt man

mit den einfachen und leichten

Weinen und schreitet dann zu den

Gehaltvolleren, die in der Regel in

Eichenfässern gerei� wurden

3. Junge Weine werden stets

vor den älteren und reifen Weinen

gereicht

4. Die Weine werden

aufsteigend im Hinblick auf ihre

Qualität serviert. So wird zum

einen kein Wein benachteiligt und

zum anderen halten wir uns an

die Goldene Regel, die besagt,

dass wir uns nie wünschen sollten,

zu einem vorangegangen Wein

zurückzukehren

5. Champagner und andere

Schaumweine werden ganz zu

Beginn serviert, da sie einen idealen

Aperitif abgeben. Eine Ausnahme

bilden die lieblichen (doux)

Champagner und Schaumweine,

die nach dem Essen zum Nachtisch

gereicht werden

6. Die Dessertweine

(Koumandaria, Muskat, u.a.) werden

immer zum Schluss serviert, da sie

den idealen Abschluss einer jeden

Mahlzeit bilden

(weiter auf Seite 69)

DIE ROUTE

Auch wenn uns die Reise schließlich nach

Norden führen wird, beginnen wir unsere Fahrt

in westlicher Richtung auf der Landstraße B6.

Unsere erste Station bildet Kolossi, ungefähr

14 km von Lemesos (Limassol) entfernt.

Kolossi liegt in einem fruchtbaren Tal, das

schon seit Jahrhunderten seine Bewohner

versorgt. Dieses Gebiet hat eine lange

Geschichte und wurde schon häufi g in den

Tagebüchern der Reisenden des Mittelalters

gepriesen.

Die reichen Erträge an Zuckerrohr,

Weintrauben und Baumwolle machten

das Gebiet zu einem Machtzentrum der

fränkischen Aristokratie. Ganz in der Nähe

des Dorfes befi ndet sich die imponierende

Festung, die mit ihrer strengen Linienführung

beeindruckt - man könnte fast meinen, sie sei

von einem Bauhaus - Architekten entworfen

worden! Sie wurde im 13. Jahrhundert als

Basis für die Ritter des Johanniterordens

errichtet. Mit den umfangreichen Ländereien,

die die Burg umgaben, war es das größte

Lehnsgut der Kreuzritter und entwickelte

sich zu einem Verwaltungszentrum, das

als „Grande Commanderie“ bekannt wurde.


Schließlich wurde auch der in diesem

Gebiet hergestellte Wein danach benannt,

der als „Koumandaria“ seine Reise in die

Welt antrat. Dieser Wein ist ein Produkt

kontrollierter Herkun� sbezeichnung, da

die Voraussetzungen für seine besonderen

Eigenscha� en wie Süße, Geschmack und

Aroma, nur hier gegeben sind: der Anbau der

hier heimischen Xynisteri - und Mavro - Traube

auf den trockenen Böden der Südhänge

des Troodos sowie die Besonderheiten der

Landscha� , die die Täler der Flüsse Mesa

Potamos, Limnatis und Garyllis umfasst.

Hinzu kommen die traditionellen, bis heute

unveränderten Methoden zur Herstellung des

Koumandarias, wie die Trocknung der Trauben

sofort nach der Ernte für eine Woche in der

Sonne und die mindestens zweijährige Reifung

in Eichenfässern nach „Mutters“ Art: aus dem

Fass wird nicht mehr als 1/3 des gerei� en

Weines entnommen, das dann mit frischem

Wein wieder aufgefüllt wird. Die mittelalterliche

Atmosphäre ist hier so spürbar, dass man

bei einem Spaziergang durch die Festung das

Gefühl hat, jeden Moment einem Troubadour

begegnen zu können. Vielleicht wurde die

Rockband „Jethro Tull“ hier zu ihrem Album

„Minstrel in the Gallery“ inspiriert…

Im Burghof steht ein beeindruckender,

mächtiger Baum mit dem ungewöhnlichen

Namen „Machairion“ (Machaerium Tibu).

Interessant zu erwähnen ist außerdem, dass er

vor über 200 Jahren aus Argentinien hierher

kam! Die Vegetation beschränkt sich aber

nicht nur auf ungewöhnliche Pfl anzenarten.

So reichen die Weinberge fast bis an die

Festungsmauern heran. Abgerundet wird das

Bild durch die Überreste des mittelalterlichen

Aquädukts, der das Wasser des Flusses Kouris

zur Bewässerung der Anpfl anzungen von

Kolossi heranbrachte.

Auf der B6 geht es weiter nach Westen

und wir erreichen nach kurzer Fahrt Erimi. In

diesem Dorf befi ndet sich das Zypriotische

Weinmuseum, das 2004 eingeweiht

wurde. Das Museum ist in einer schönen,

zweigeschossigen Villa im ländlichen Stil

untergebracht und liegt direkt neben dem

Fluss Kouris. Bevor es zu einem Museum

umgestaltet wurde, war es das Wohnhaus

der Familie der zypriotischen Komponistin

Anastasia Guy. Der Ort hätte nicht passender

gewählt werden können, denn was der Wein für

den Gaumen ist die Musik für die Ohren… Die

Ausstellungsräume befi nden sich in der ersten

67


Etage, während das Erdgeschoss für die

Weinverkostung und den Verkauf reserviert ist.

Reichhaltige Sammlungen aus verschiedenen

Epochen, grafi sche Darstellungen sowie

eine zehnminütige Präsentation musikalisch

untermalt mit Kompositionen der Besitzerin

des Hauses vermitteln Ihnen einen tiefen

Einblick in die Weingeschichte Zyperns.

Von Erimi aus begeben wir uns zurück

auf die Autobahn Lemesos (Limassol) - Pafos

und fahren ein Stück in Richtung Lemesos. Wir

nehmen die Ausfahrt „Troodos“ und folgen

sodann der B8 in nördlicher Richtung. Alsbald

taucht links von uns der größte Staudamm

Zyperns, der Kouris - Damm auf und rechts

auf einer Anhöhe das Dorf Alassa.

Weiter geht die Fahrt hinauf in die Berge

und schon bald erreichen wir in einer Höhe

von 450 Metern Monagri, ein traditionelles

Weindorf. Hier lohnt sich ein Besuch der

kleinen Kirche des Archangelos sowie des

Frauenklosters „Panagia tis Amasgou“,

das nicht weit vom Dorf entfernt ist. Wir

setzen die Reise in nordwestlicher Richtung

fort und gelangen nach Agios Georgios,

dessen Kalksteinböden für den Weinbau wie

geschaff en sind. Die hier geernteten Trauben

werden hauptsächlich zur Herstellung von

Koumandaria verwendet.

Nach kurzer Fahrt in Richtung Norden

erreichen wir auf nunmehr 650 Höhenmetern

das Dorf Silikou. Hier empfehlen wir Ihnen

einen Besuch der still gelegten traditionellen

Weinpressen. Beim Anblick der drei großen

alten Brunnen des Dorfes kann man sich leicht

vorstellen, wie die Ritter hier einst ihre Pferde

tränkten. Früher dienten diese Quellen auch

zur Bewässerung der Plantagen des Dorfes.

Obwohl wir uns schon im Vorgebirgsland

befi nden, gibt es hier viele fruchtbare

Plateaus, die den Anbau von Obstbäumen

begünstigen. Silikou ist außerdem für seine

köstlichen Rosinen bekannt.

Die Zehn Gebote des

Servierens (weiter)

7. Für die gehaltvollen Rotweine

werden hochwandige voluminöse

Gläser (farblos und ungeschliff en)

gewählt, um dem Wein die Möglichkeit

zu geben, zu atmen und sein

gesamtes Bouquet an Aromastoff en

zu entfalten. Für Weißwein genügen

etwas kleinere Gläser. Die Gläser

werden zu ungefähr einem Drittel

gefüllt, so dass genügend Volumen für

eine Konzentration der Geruchstoff e

zur Verfügung bleibt

8. Ein Wein wird nie in den

Gefrierschrank gelegt, da die abrupte

Temperaturänderung dem Wein

schadet

9. Ein Wein sollte auch nie zulange

im Kühlschrank verbleiben, da er dort

mit der Zeit einen unangenehmen

Geruch entwickelt

10. Es sollte immer ein

Weinkühler zur Verfügung stehen, da

sich der Wein in der Flasche aber auch

im Glas viel schneller erwärmt, als

man annehmen sollte

69


70

Von Silikou aus geht es über Agios

Georgios nach Monagri zurück, wo wir links

abbiegen und bald das Dorf Doros erreichen.

Alle drei Dörfer, die nicht mehr als anderthalb

Kilometer voneinander entfernt sind, liegen zu

beiden Seiten des Flusses Mesa Potamos und

bilden die westliche Grenze des Koumandaria

- Anbaugebietes. Das Dorf Doros empfi ehlt

sich für einen Spaziergang durch seine

gepfl asterten Gassen oder eine Kaff ee am

neu gestalteten Dorfplatz neben der neuen

Kirche. Danach bietet sich ein Besuch der

Kellerei „PANAGIOTIS KARSERAS“ an, die

sich direkt neben der Kirche des Agios

Epifaneios aus dem 16. Jh. befi ndet. Hier

werden jährlich ca. 100.000 Flaschen Wein

abgefüllt, von denen wir, wie nicht anders zu

erwarten, insbesondere den Koumandaria

empfehlen dürfen. Die Häl� e der Produktion

nimmt ihren Weg in die Weinkeller der

Winzergenossenscha� ETKO, in Lemesos

(Limassol). Früher fand in den Gebäuden

dieser Kellerei, die sich nun in Besitz des

Bürgermeisters von Doros befi ndet, die

Anlieferung und Auslese der Weintrauben

statt. Heute werden hier Trauben aus

eigenem Anbau und von Winzern der direkten

Umgebung verarbeitet.

Eine Führung ist in griechischer,

englischer oder russischer Sprache möglich,

wobei sich bei großen Besuchergruppen

eine Voranmeldung empfi ehlt. Alle Produkte

der Kellerei KARSERAS sind auch vor Ort

erhältlich.

Von hier aus geht es auf kürzestem Weg

zurück zur B8, wo wir links abbiegen. Kurz

darauf biegen wir nach rechts in das Dorf

Laneia ab. Die traditionelle Architektur dieses

hübschen Dorfes ist sehr gut erhalten und lädt

zu einem Spaziergang durch seine Straßen ein.

Der traditionelle Baustil der Häuser harmoniert

perfekt mit der Umgebung des Dorfes und

den dahinter aufragenden Bergen. Von

besonderem Interesse für den Weinliebhaber

ist sicherlich eine Besichtung der alten, gut

erhaltenen Weinpresse. In Laneia gibt es

mehrere Kafeneios und Restaurants, sowie

einige Geschä� e, in denen hausgemachter

„Soutzoukos“ (aus eingedicktem Traubensa�

und Nüssen bereitete Süßigkeit), Wein, Zivania

und natürlich Koumandaria erhältlich sind.

Unter den Einwohnern dieses malerischen

Dorfes fi nden sich auch viele Künstler aus dem

Ausland.

Wir kehren zurück auf die B8 und fahren

in Richtung Trimiklini, das nur wenige Minuten

entfernt liegt. Wir durchqueren den Ort und

kurz bevor wir das Dorf verlassen, biegen wir

rechts ab. Nach zwei Kilometern erreichen wir

Agios Mamas, das mitten im Wald auf einer

Höhe von ca. 600 Metern liegt. Hier besitzt

die Genossenscha� sbank eine Koumandaria -

Kellerei.


Die idealen Serviertemperaturen

Champagner, Schaumweine, Dessertweine (süß) 7-9°C

Trockene Weißweine 8-10°C

Trockene im Eichenfass gerei� e Weißweine 10-12°C

Roséweine 10-12°C

Leichte Rotweine, junge Rotweine (Nouveau) 12-14°C

Rotweine mittlerem Körper 15-16°C

Krä� ige und reife Rotweine 16-18°C

71


72

Die Weingläser

Hochstielige und geschliff ene

Gläser werden, im Gegensatz

zu früher, heute nicht mehr zum

Servieren eines Weines empfohlen.

Die Wahl des für eine bestimmte

Weinsorte geeigneten Glases ist

von großer Bedeutung, da sie in

entscheidendem Maße den letztlich

erzielten Genuss beeinfl usst. Gute

Weingläser sind hochwandig und aus

dünnem, klaren Glas oder Kristallglas

gefertigt mit einem voluminösen,

länglichen und sich zum oberen

Rand hin verjüngenden Kelch, der

dabei hil� , die freigesetzten Aromen

zu sammeln und zu konzentrieren.

Außerdem ist die Größe des

Weinglases dem zu servierenden

Wein angepasst.

Für Rotweine empfehlen wir

große tulpenförmige Gläser, die dem

Wein erlauben, zu atmen und sich

zu entfalten, für Weißwein dagegen

kleinere Gläser, wobei immer nur

kleine Mengen eingeschenkt werden,

um zu vermeiden, dass der Wein

zu lange im Glas steht und sich

übermäßig erwärmt. Wie schon

erwähnt, füllen wir das Glas nie

mehr als zur Häl� e, damit sich die

Aromen im oberen Teil sammeln

können. Für Champagner und andere

Schaumweine verwenden wir eine

Champagnerfl öte, mit langem und

engem Kelch, der die Pracht der

aufsteigenden Perlen am Besten

(weiter auf Seite 74)


Unsere Reise durch immer dichter

werdende Wälder und steiler abfallende

Schluchten führt uns schließlich in das kleine

Dorf Kapileio, das auf einer Bergkuppe liegt

und das Tal des Limnatis überschaut. Der

Name des Dorfes verrät viel von dessen

Geschichte. Die sieben Weinpressen

des Dorfes waren gleichzeitig Gasthof

für die Händler, die die Waren von hier

abtransportierten und mit den Erlösen

zurückkehrten.

Wir fahren zurück nach Agios Mamas

und biegen rechts ab. Wir durchqueren

das Tal und treff en nach ca. 7 km auf die

E110, die uns in nördlicher Richtung zum

Dorf Zoopigi bringt. Auf einer Höhe von

850 Metern gelegen, bietet die Ortscha�

eine überwältigende Aussicht. Die steilen

Berge ringsum beeindrucken durch ihre

raue Schönheit. Sie werden von zahlreichen

Bächen zerklü� et, die die Flüsse Limnatis

(oder „Xylourikos“, wie ihn die Einheimischen

nennen) und Germasogeia speisen.

Um zu unserem nächsten Ziel, dem

Dorf Kalo Chorio, zu gelangen, fahren

wir auf der E110 in südlicher Richtung

zurück. Kalo Chorio ist ein Zentrum der

Koumandaria - Produktion und viele

seiner Einwohner verdienen damit ihren

Lebensunterhalt. Nachdem wir etwa 500

Meter die Dorfstraße entlang gefahren sind,

erscheint rechts von uns die Kirche des

Agios Georgios und links das Gebäude der

„WINZERGENOSSENSCHAFT“.

Diese Weinkellerei verwendet zur

Weinherstellung ausschließlich Trauben

der umliegenden Dörfer und liefert diesen

zur Reifung und Abfüllung zur KEO Kellerei

nach Lemesos (Limassol). Vor Ort fi ndet

zwar kein Verkauf statt, aber probieren

73


74

Die Weingläser (weiter)

zur Geltung bringt. Für Dessertweine

schließlich eignen sich etwas kleinere

Gläser, die zu ungefähr einem Drittel

gefüllt werden, da sie zum einen gut

gekühlt genossen werden (7-9°C) und

zum anderen in kleinen Mengen nach

dem Hauptgericht serviert werden,

um die Nachspeise zu begleiten oder

komplett zu ersetzen.


Sie doch ein Glas Koumandaria direkt vom

Eichenfass! Da hier ausschließlich Xynisteri

- Trauben zur Herstellung verwendet werden,

zeichnet sich dieser Koumandaria durch

ein besonders feines Aroma aus. Bei einer

kurzen Filmpräsentation erfahren Sie aus

erster Hand viele Details und Geheimnisse der

Koumandaria - Herstellung. Eine Führung ist

auch ohne Voranmeldung in griechischer und

englischer Sprache möglich.

Wir setzen unsere Reise in östlicher

Richtung fort und treff en nach kurzer Fahrt

auf die Dörfer Agios Pavlos und Agios

Konstantinos. Beide Dörfer bieten die besten

Vorrausetzungen für den Weinanbau, was sich

in der hohen Qualität der hier produzierten

Weine widerspiegelt. Dies liegt zum einen

an ihrer Höhenlage und zum anderen an der

Verwendung der Xynisteri - anstelle der Mavro

- Traube. Beide Ortscha� en verschmelzen

förmlich mit den umliegenden Bergen, Wäldern

und Weinbergen. Besonders sehenswert ist

die alte Weinpresse am Dorfplatz in Agios

Pavlos und die architektonisch interessante

Kirche des Heiligen Konstantins und der

Heiligen Elena in Agios Konstantinos. Weitere

Sehenswürdigkeiten sind eine traditionelle

Olivenpresse sowie der alte Brunnen des

Dorfes.

Unsere Reise führt uns zurück nach Kalo

Chorio, wo wir links abbiegen und die Straße

nach Louvaras nehmen, das unsere nächste

Station bildet.

Louvaras ist ein malerisches Dorf, das auf

einem Plateau oberhalb des Garyllis - Tales

liegt und ringsum von dichten Wäldern, steilen

Hängen und Schluchten umgeben wird. Ganz

in der Nähe des Dorfes befi ndet sich die kleine

Kirche des Agios Mamas, die 1455 erbaut

wurde und deren Wandmalereien von Filippos

Goul hervorragend erhalten sind.

Den Abschluss unserer Reise bilden die

am tiefsten liegenden Dörfer der Koumandaria

- Region Apsiou und Gerasa. Obwohl ein

Feldweg von hier aus entlang des Flusses

direkt nach Apsiou führt, ist es bequemer,

nach Kalo Chorio zurückzufahren und dann

links auf die Hauptstraße in Richtung Süden

abzubiegen. Nach etwa fünf Kilometern

tauchen dann Gerasa rechts und Apsiou

links der Straße auf. Apsiou liegt in einer

fruchtbaren dünn bewaldeten Ebene oberhalb

des Garyllis - Flusses. Hier wird auf einer Höhe

von ungefähr 430 Metern hauptsächlich die

Rebsorte Mavro angebaut. Die Architektur

Gerasas weist typische Merkmale der

Vorgebirgsdörfer auf, und auch das Grün tritt

langsam seinen Rückzug an.

Lemesos (Limassol) ist nun nicht mehr

weit entfernt. Wir durchqueren die Ortscha� en

Paramytha und Palodeia und erreichen nach

ca. 10 -12 Kilometern Agia Fyla und die

Autobahn. Die zurückgelegte Strecke beträgt

nur wenig mehr als 100 Kilometer. Hier

endet unsere Reise auf den Spuren eines

einzigartigen Weines der unseren Gaumen

noch lange schwärmen lässt …

75


WEINGÜTER

WINZER-

GENOSSENSCHAFT

VON KALO CHORIO

25542266, 99534060

Kalo Chorio

KARSERAS WINERY

99413238, 99589325

Doros

TAVERNEN / RESTAURANTS

PARAMYTHA

25452444, 99645247

Makedonias 1, Paramytha, Lemesos

SILIKOU VILLAGE

25470001, 99892027

Silikou, Lemesos

ESTIATORIO FILITOS

25543344, 99608135

Kalo Chorio, Lemesos

VILLAGE TAVERN KALO CHORIO

25542737, 99429119

Kalo Chorio, Lemesos

50

80

RAFTIS

25774001

Michalaki Karaoli 16, Palodeia, Lemesos

TO STEKI TOU MELI

25770225, 99752919

Ele� herias 5, Palodeia, Lemesos

TAVERNA TO APTALIKO

99639321

Peukou 1, Kalo Chorio, Lemesos

LANEIA

25432398, 99464759

Laneia, Lemesos

77


oute

78

6

EINE ROUTE VON WILDER

SCHÖNHEIT…

Pitsilia

Lemesos, Agia Fyla, Palodeia, Alassa, Trimiklini, Pelendri,

Potamitissa, Dymes, Kyperounta, Chandria, Polystypos, Alona,

Agros, Agios Ioannis, Agios Theodoros, Zoopigi

Diese Strecke führt uns durch die

Bergregion von Pitsilia östlich des höchsten

Troodos - Gipfels, die schon in alten

Volksliedern viel besungen wird. Hier hat der

Weinliebhaber Gelegenheit, 14 hübsche Dörfer

zu besuchen, die aus dem Nichts aufzutauchen

scheinen, während er den Serpentinen entlang

der steilen Berghänge folgt. Drei stolze

Berggipfel, der Olympos mit 1950 m, Madari

mit 1600 m und Papoutsa mit 1400 m,

thronen über den Weinbergen von Pitsilia.

In dieser wilden Landscha� ist jeder

zugängliche und fruchtbare Hang ein Geschenk

Gottes und die Bewohner dieser Region haben

keine Fläche ungenutzt gelassen. Mandel -,

Oliven -, Nuss - und Apfelbäume schmücken

die Strassen und Gärten. Das schönste Bild

jedoch ergeben die Weinberge mit dem

Kiefernwald im Hintergrund, deren Trauben von

zwei hervorragenden Weingütern der Gegend

zu Wein gekeltert werden.

In diesem Gebiet, wo sich das Leben

der Einwohner schon immer nicht einfach

gestaltete und eng an den Wechsel der

Jahreszeiten gebunden war, spielten die

Weinberge und die Weinherstellung schon

frühzeitig eine große Rolle. Im Gegensatz zu

den endlosen Sommern in den Strandregionen,

sind hier oben die Jahreszeiten deutlicher

ausgeprägt, so dass eine Wanderung durch die

Weinberge immer wieder aufs Neue Freude

bereitet. Die beste Zeit für einen Besuch der

Pitsilia - Region ist der September, wenn die

Zeit der Weinlese und des Weinpressens ist.

Aber auch die folgenden kalten Tage haben

ihre schönen Seiten, und bieten Gelegenheit,

mit guten Freunden den köstlichen Wein zu

genießen…


ALLGEMEINES

Das Gebiet Pitsilia ist eine der

abwechslungsreichsten Bergregionen Zyperns

und wird von vier Wäldern umgeben: dem

Troodoszwald im Westen, dem Macheraswald

im Osten, dem Adelfi - Wald im Norden und

dem Lemesoswald (Limassol) im Süden.

Man triff t auf hohe Gipfel, von denen der

Madari mit 1672 Metern der höchste ist,

und Dank der hohen Niederschläge herrscht

eine üppige Vegetation vor. Die wilde und

zugleich idyllische Landscha� sowie die

Gastfreundscha� der Einwohner machen die

Region Pitsilia so anziehend. Entlang dieser

Route treff en wir auf zwei Weingüter.

Klima: Diese Region bietet ein

ausgezeichnetes trockenes Klima. Im Winter

sinkt die Temperatur bis unter null Grad und an

den höchsten Stellen gibt es sogar Frost und

es kann Schnee liegen. Die Sommer sind mild

und angenehm.

Boden: Die Region ist besonders bergig.

Das Bild ist geprägt vom Wechsel der

Plantagen mit Gebieten wilder Vegetation

und Wäldern. Der Boden ist von überwiegend

grauer Beschaff enheit, geringer bis mittlerer

Festigkeit, mit einem hohen Anteil von Sand.

Weinanbau: 32 Dörfer in der Region

gehören zum Weinbaugebiet der kontrollierten

Herkun� sbezeichnung „Pitsilia“. Außer den

einheimischen Rebsorten Mavro und Xynisteri,

werden hier noch 11 weitere Rebsorten

angebaut.

Rote Rebsorten: O� halmo, Marathe� iko,

Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Mattaro,

Mavro, Shiraz, Lefkada.

Weiße Rebsorten: Xynisteri, Sauvignon

Blanc, Chardonnay, Malaga.

Hier hat der Weinliebhaber

Gelegenheit, 14 hübsche Dörfer

zu besuchen, die aus dem Nichts

aufzutauchen scheinen, während er

den Serpentinen entlang der steilen

Berghänge folgt.

79


80

Die Rebsorten der Insel

Weiße Rebsorten

Xynisteri

Dies ist die wichtigste, einheimische,

weiße Rebsorte Zyperns, aus der die

überwältigende Mehrheit der zypriotischen

Weißweine hergestellt wird. Die Weine

sind von heller Farbe und ausgewogener

aromatischer Intensität, einfach und

angenehm, eine fachgerechte Kelterung

vorausgesetzt. Sie sind nicht zur Lagerung

geeignet.

Chardonnay

Die bekannteste weiße Rebsorte der

Welt darf auch auf Zypern nicht fehlen. Sie

stammt aus dem Burgund in Frankreich

und ist aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit

an ein breites Spektrum klimatischer

Bedingungen und Böden auf der ganzen

Welt verbreitet. Die Trauben ergeben

frische und samtige Weine, die aber durch

Ausbau in Eichenfässern erstaunliche

Komplexität erreichen können.

Sauvignon Blanc

Die ersten reinen Sauvignon Blanc

tauchten im Loire - Gebiet Frankreichs

auf, wo lebendige und aromatische

Weine produziert wurden, die vom

Charakter her säurebetont waren mit

Aromen gelber Früchte und Kräutern.

Auf Zypern wird diese Sorte nur in

geringem Maße angebaut, so dass daraus

dementsprechend auch nur wenige Weine

produziert werden.

Sémillon

Aus dieser Traube werden die

bekannten süßen Dessertweine von

Bordeaux gewonnen. Auf Zypern wird sie

im Zusammenspiel mit der einheimischen

Xynisteri verwendet, um körperreichere

Weine mit verdichteten Aromen zu

produzieren.

Alexandermuskat

Einige Winzer der Insel bauen diese

Rebsorte an, um daraus sowohl trockene

als auch liebliche Weine zu keltern. Andere

wiederum verschneiden sie mit der

Xynisteri, um ein besonderes markantes

Bouquet zu erhalten. (weiter auf Seite 83)


DIE ROUTE

Wir beginnen unsere Reise von Lemesos

(Limassol) aus auf der Autobahn A1 und

nehmen die Ausfahrt B8 nach Troodos.

Die Straße führt uns hinauf zum Kouris -

Staudamm, dem größten Damm auf Zypern.

Rechts von uns taucht bald die erste Station

unserer Route auf, das Dorf Alassa. Wir fahren

weiter in nördliche Richtung und gelangen

nach ca. zehn Kilometern in das Dorf Trimiklini,

das den Startpunkt unserer Fahrt in das

bergige Pitsilia markiert. Trimiklini liegt am

Waldrand auf einer felsigen Vorgebirgsebene,

die von Kiefern, Obstbäumen und Weinbergen

geschmückt wird. Das Dorf erstreckt sich

entlang der Hauptstraße. Beim Bau neuer

Häuser wird viel Wert auf die Erhaltung der

traditionellen Züge gelegt. In den Geschä� en

aber auch den Kaff eehäusern werden dem

Besucher allerhand Leckereien angeboten: die

beliebten traditionellen in Sirup eingelegten

Früchte, leckere Marmeladen, einheimischer

Honig, frisches Obst und Nüsse, und nicht

zu vergessen die Früchte des Weinberges:

Rosinen, „Soutzoukos“ (mit eingedicktem

Traubensa� überzogene, aufgefädelte Nüsse)

und köstlicher Wein.

Am nördlichen Ortsausgang von Trimiklini

befi ndet sich die Kreuzung mit der E806

nach Pelendri. Ein kleiner Abstecher nach

links führt den Reisenden zur größten

Doppelbrücke der Insel. Die Straße nach

Pelendri führt durch den erst vor kurzem

abgebrannten Wald, doch dieses traurige Bild

wird hoff entlich bald durch ein erfreulicheres

Erlebnis wieder wettgemacht. Fünf Kilometer

weiter auf der linken Seite der Straße befi ndet

sich das Weingut „TSIAKKAS WINERY“. Die

abgebrannten Kiefern ringsum bezeugen, dass

das in traditioneller Weise aus Stein errichtete

Gebäude nur knapp der Feuerbrunst entkam.

Wie der Besitzer des Weingutes berichtete,

wurde dieses nur durch den umliegenden

halbkreisförmigen Weinberg vor einer

Zerstörung durch das Feuer bewahrt. Der

Weinberg selbst allerdings wurde ein Opfer

der Flammen und musste danach wieder neu

bepfl anzt werden.

Der Besitzer des Weinguts legt

Wert auf die Herstellung qualitativ

hochwertiger Weine, die eine breite Palette

an Geschmacksrichtungen abdecken

sollen. Hervorzuheben sind die Weißweine

Chardonnay und Xynisteri. Zu empfehlen ist

auch der Cabernet Sauvignon, ein Rotwein,

81


der von Jahr zu Jahr besser wird. Die Inhaber

erzählen mit viel Enthusiasmus und Stolz

von ihrer Arbeit und beantworten bereitwillig

alle Fragen des Weininteressierten. Um dem

gerecht zu werden, empfi ehlt sich auch eine

Voranmeldung für Besuchergruppen von über

fünfundzwanzig Personen. Das Weingut bietet

Besuchern auch einen Picknickkorb gefüllt

mit Weinprodukten und Snacks. Der Verkauf

fi ndet in den gleichen Räumlichkeiten statt, wo

auch die Verkostungen durchgeführt werden.

Herr Kostas Tsiakkas und seine Frau Marina

sind besonders auf ihren ausgezeichneten

Koumandaria stolz, den Sie ausschließlich hier

erwerben können.

Wir fahren auf der E806 zurück und

setzen unsere Reise nach Pelendri fort.

Pelendri ist ein relativ großes Dorf und liegt

an einer Öff nung des Limnatis - Flusstales. Die

restaurierten Häuser weisen viele Züge der

traditionellen Bauweise auf.

Wir fahren in der gleichen Richtung weiter

und gelangen nach ca. drei Kilometern zu

der Ortscha� Potamitissa und kurz darauf

weiter westlich zu dem Dorf Dymes. Trotz

einer gewissen Geschä� igkeit, die in diesen

Dörfern zu beobachten ist, sind die Folgen

der Landfl ucht deutlich zu erkennen. Viele

Wohnhäuser dort werden heutzutage nur noch

als Ferienhäuser genutzt. Auf der anderen

Seite weisen Schatten spendende, und zum

Teil sogar Straßen überspannende Weinreben

darauf hin, dass hier noch Menschen leben, die

82

Ihr Dorf lieben und ein ruhiges, entspanntes

Leben der Hektik der Stadt vorziehen.

Nachdem wir Dymes durchquert haben,

führt uns die Straße in das vier Kilometer

entfernte Kyperounta, einem Zentrum der

Pitsilia - Region, das sich kontinuierlich

weiterentwickelt und Zuwächse verzeichnet.

Dieses grüne Dorf, dessen Häuser mit ihren

Gärten inmitten der Weinberge liegen, wird

ringsum von Wald umgeben. Nach Auskun�

des Besitzers des Weingutes „KYPEROUNTA“

befi nden sich um das Dorf herum die

höchstgelegenen Weinberge Europas. Das

Weingut befi ndet sich östlich des Dorfes in

Richtung Chandria.

Dieses Weingut ist in einem neuen,

an einem Berghang errichteten Gebäude

untergebracht, von dem aus sich eine

wunderbare Sicht auf das darunter im Grünen

liegende Dorf bietet. Moderne Anlagen

und Verfahren, umfangreiches Fachwissen

kombiniert mit den Weinbaukenntnissen der

älteren Generation (wenn Sie Glück haben,

treff en Sie Frau Eleni, die mehr als ein halbes

Jahrhundert Erfahrungen als Winzerin

gesammelt hat) sind das Geheimnis für den

hervorragenden Wein, der hier aus selbst

angebauten Weintrauben sowie den Erträgen

der benachbarten Winzer hergestellt wird. Die

Auswahl an Weinen ist nicht sehr groß, aber

diese können wärmstens empfohlen werden.

Hervorzuheben sind der Chardonnay sowie

der Petritis, dessen Stil und Qualität die bis


dato vorherrschende Meinung widerlegte,

dass Weine aus der Xynisteri - Traube nicht

lange lagerbar sind. Auch der hier produzierte

Cabernet Sauvignon enttäuscht nicht.

Das Weingut Kyperounta füllt

jährlich zwischen dreihundert - und

vierhunderttausend Flaschen qualitativ

hochwertigen Weines ab. Eine Führung ist in

griechischer und englischer Sprache möglich,

jedoch für große Besuchergruppen nach

Voranmeldung. Auch in diesem Weingut kann

der Weinliebhaber die Produkte nach Lust und

Laune vor Ort verkosten und erwerben.

Nicht weit vom Weingut befi ndet sich das

Dorf Chandria, das von Kyperounta durch

einen Bergrücken getrennt wird. Das Dorf

liegt ca. 1300 m über dem Meeresspiegel,

während sich nördlich des Dorfes der Gipfel

„Madari“ noch weitere 300 m darüber erhebt.

Hier, am südlichen Hang des Madari, wo die

Kiefern spärlicher wachsen, breitet sich ein

Teppich von Weinbergen mit Mavro - und

Xynisteri - Reben aus.

Das nächste Dorf, Lagoudera, befi ndet

sich nördlich des Madari und fügt sich

einem Amphitheater gleich malerisch in den

Berghang ein. Auch dieses Dorf pfl egt seinen

traditionellen Charakter. Von hier aus lohnt

sich ein Abstecher zu der Kirche „Panagia tou

Araka“, die nordwestlich in Richtung Saranti

oberhalb von Lagoudera liegt. Es handelt sich

um eine Kirche des 12. Jahrhunderts, deren

Bauweise typisch für Kirchen dieser Zeit war

und die mit einzigartigen Wandmalereien

aufwartet. Sie befi ndet sich in einem sehr

guten Zustand und wurde in die Liste des

Unesco - Weltkulturerbes aufgenommen.

Nach Lagoudera führt uns die Straße

in südlicher Richtung zu unserer nächsten

Station, dem Dorf Polystypos. Es handelt sich

um eine wunderschöne Ortscha� auf einer

Höhe von 1150 m, die reich an Mandel -, Nuss

- und Kirschbäumen ist und von Weinbergen

mit Mavro - und Xynisteri -Reben umgeben

wird.

Von hier aus fahren wir 4 km in östlicher

Richtung weiter nach Alona. Kurz vor dem

Ortseingang, in Höhe der vorletzten Kurve

Die Rebsorten der Insel

(weiter)

Rote Rebsorten

Mavro

Die Mavro ist heute die

meistangebaute Rebsorte der Insel und

ca. 60% des gesamten Anbaus aus. Aus

dieser Traube von durchschnittlichem

Potential werden überwiegend

Tafelweine hergestellt, die zum baldigen

Konsum bestimmt sind. Diese Weine

besitzen eine mittlere Farbtiefe, eine

balancierte Säure, weiche Aromen

und einen milden Geschmack. In den

letzten Jahren werden systematisch

Anstrengungen unternommen, diese Rebe

durch importierte Sorten wie Cabernet

Sauvignon, Shiraz, Merlot, Mataro,

Grenache u.a. zu ersetzen.

Marathe� iko

Die auf Zypern heimische Sorte mit

dem größten Potential, die gehaltvolle

und aromatische Weine liefert, welche

durch Lagerung weiter ausgebaut

werden können. Die Marathe� iko ist

Zyperns hochwertigste Rebsorte und

sicher die viel versprechendste, obwohl

ihr Anbau zurzeit weniger als 2% aller

Weinbaufl ächen in Anspruch nimmt.

O� halmo

Eine weitere einheimische Rebsorte

die auf der Insel in geringem Umfang,

hauptsächlich in der Pitsilias-Region

aber auch einigen Dörfern in der Nähe

von Pafos, angebaut wird. Die Weine

aus dieser Traube sind von heller Farbe,

feinem Körper, milder Säure und sollten

jung getrunken werden. (weiter auf Seite 85)

83


84

„versteckt“ sich links ein „Vogelbrunnen“.

Man kann den Brunnen von der Straße aus

schlecht erkennen, aber es lohnt sich, ihn

zu Fuß zu erkunden. Die Umgebung hier ist

einsam, erfrischend und ruhig, zugleich aber

mit Leben erfüllt! Die Farbenpracht und

Gerüche berauschen die Sinne… Nur ein Stück

weiter verführt das Dorf mit seinen von Wein

überschatteten Gassen und Steintreppen zu

einem Spaziergang in seine traditionellen

Viertel.

Agros befi ndet sich südwestlich von

Alona in einer Entfernung von weniger als

fünfzehn Kilometern. Die erste Häl� e der

Strecke führt über eine Landstraße durch

unwegsames Gelände, das jedoch von vielen

Weinbergen durchzogen wird, auf denen

überwiegend die Mavro - Rebe angebaut

wird. Dieses Zusammenspiel ist von einer

„wilden“ Schönheit, die charakteristisch für die

gesamte Region Pitsilia ist. Die zweite Häl� e

der Strecke legen wir auf der E903 zurück, die

von Palaiochori herabkommt. Die Entfernung

bis Agros, einem wichtigen Ort von Pitsilia,

beträgt noch sieben Kilometer.

Auf einer Höhe von 1100 m liegt Agros

im Herzen - und ist wohl auch selbst das Herz

- von Pitsilia. Agros ist ein schöner Urlaubsort,

der ein einladendes Flair verbreitet. Er ist

ideal geeignet für Wanderungen, bietet aber

ebenfalls viele Geschä� e, Kaff eehäuser,

Restaurants und auch Hotels. An den

unterschiedlichen architektonischen Stilen

der Häuser entlang der Straßen lässt sich die

Geschichte mehrerer Jahrhunderte ablesen.

Jedes Haus wird von einem Garten und

jeder Balkon von Blumentöpfen geschmückt.

Auch Plantagen und Weinberge, die mit dem

umliegenden Wald verschmelzen, fehlen

nicht. In Agros haben Sie die Möglichkeit,

der Herstellung von Wurstwaren, in Sirup

eingelegten Früchten und Rosenwasser, für

die das Dorf sehr bekannt ist, beizuwohnen

und diese, falls Sie Appetit bekommen haben,

auch zu kaufen.

Nach drei Kilometern Fahrt in nördliche

Richtung erreichen wir Agios Ioannis, ein

malerisches Dorf, das große Ähnlichkeiten

mit seinem Nachbardorf aufweist. Es ist

halbkreisförmig in die Berghänge eingebettet


und grenzt im Osten an Agios Theodoros.

Dieses Dorf bildet die letzte Station unsere

Route vor unserer Rückkehr nach Limassol.

Es ist von üppigem Grün umgeben und wird

auch „Eptalofos“ (Sieben - Hügel) genannt,

da es auf sieben Hügeln erbaut wurde. Selten

fi ndet man Menschen, die so in Einklang mit

der Natur leben, wie hier. Malerische mit von

Kiefern gesäumte Straßen führen in den Wald,

die Plantagen und die Weinberge ringsum.

Unzählige Mandel - und Apfelbäume, Fichten

und Pappeln erfüllen das Dorf mit Grün. Hier

verabschieden wir uns von der Region Pitsilia.

Die Straße führt bergab in Richtung

Süden nach Zoopigi und durchquert die

Dörfer Gerasa und Paramytha, wo der

Tennisweltmeister Markos Bagdatis

aufgewachsen ist. Wir setzen unsere Abfahrt

fort, kommen an dem einladenden Dorf

Palodeia vorbei und gelangen nach Agia Fyla,

einem nördlich gelegenen Vorort von Lemesos

(Limassol), wo wir unsere Reise beenden.

Die gesamte Route ist nicht länger als

120 Kilometer, aber ihre wilde Schönheit

hat für immer einen Platz in unserem Herzen

erobert.

Die Rebsorten der Insel

(weiter)

Lefkada

Eine Rebsorte, die von der

griechischen Insel Levkada stammt,

und schon seit vielen Jahrzehnten

auf Zypern angebaut wird. Die

daraus gewonnen Weine sind

von tiefroter Farbe, krä� igen und

charakteristischen Aromen und,

aufgrund des hohen Tanningehalts,

vergleichsweise herb.

Cabernet Sauvignon

Die bekannteste rote Rebsorte

der Welt wird auch auf Zypern

schon seit mehreren Jahrzehnten

angebaut. Die zypriotischen

Cabernet Sauvignon sind gewöhnlich

von einem tiefen Purpurrot und

off enbaren Aromen von Beeren,

grünem Paprika, Kräutern und Zeder

mit wahrnehmbaren Gerbstoff en. Viele

davon sind zur Lagerung geeignet.

Cabernet Franc

Diese Rebsorte ist auf der Insel

weit verbreitet. Im Vergleich mit dem

Cabernet Sauvignon treten Aromen von

Kräutern stärker hervor, die Aromen

von Früchten dagegen weniger. Sie sind

in der Regel nicht so körperreich und

von hellerer Farbe und erreichen ihre

Reife schneller als ein vergleichbarer

Cabernet Sauvignon.

Merlot

Nur wenige Weine dieser Rebsorte

fi nden sich auf Zypern. Trotz allem sind

die ersten Versuche viel versprechend.

In der Zukun� werden weitere

Erfahrungen im Anbau und Kelterei

dieser Traube den Winzern erlauben,

zu beurteilen, ob diese Rebe in der

Lage ist, den Weinbau des Landes zu

bereichern.

Syrah oder Shiraz

Von den auf Zypern importierten

Rebsorten ist die Shiraz wohl

diejenige mit dem größten Potential.

Die daraus hergestellten Weine

sind gehaltvoll und körperreich, und

entfalten sich bei einem weiteren

Ausbau in Eichenfässern, wobei

jedoch auch junge, ungerei� e Weine

nicht zu unterschätzen sind. Sehr

gute Ergebnisse werden auch beim

Verschneiden mit den Sorten Grenache

und Mataro erzielt, die ebenfalls auf der

Insel angebaut werden.

(weiter auf Seite 86)

85


86

Die Rebsorten der Insel

(weiter)

Mataro

Diese aus Spanien stammende

Rebsorte hat sich hervorragend

an die Böden und klimatischen

Bedingungen Zyperns angepasst.

Diese Traube liefert exzellente,

körperreiche Weine mit Aromen von

Früchten, die reich an Gerbstoff en

und zur Lagerung geeignet sind.

Besonders wichtig bei dieser

Rebsorte ist der Zeitpunkt der

Weinlese, da die Qualität des Weines

stark leidet, wenn die Trauben ihre

Reife noch nicht vollständig erreicht

haben.

Carignan

Die Carignan ist die am

häufi gsten angebaute importierte

Rebsorte Zyperns. In den

Weindörfern Lemesos (Limassols)

und in der Pafos - Region werden

hunderte Hektar Weinberge mit

dieser Sorte bestellt. Die daraus

gewonnen Weine sind säurereich, von

krä� iger Farbe und relativ herb mit

vielen Gerbstoff en. Aufgrund dieser

Eigenscha� en sind diese Weine nicht

jung zu trinken, sie können aber

gleichzeitig auch nicht sehr lange

gelagert werden.

Grenache

Die Grenache ist für Zypern

wie geschaff en und hat sich

hervorragend in das Ökosystem der

Insel eingepasst. Die Weine sind von

hellerer Farbe und einem weniger

krä� igen Geschmack im Vergleich

mit den bekannteren Rebsorten wie

Cabernet Sauvignon oder Shiraz,

dafür aber zarter mit feineren

Aromen und von besonderem

Temperament. Noch bessere

Resultate werden beim Verschneiden

mit anderen Rebsorten, wie Shiraz,

Mataro oder Cabernet Sauvignon

erzielt. Roséweine aus der Grenache-

Traube sind wahrscheinlich die

Besten, die auf Zypern anzutreff en

sind.


Die Weinmeile

Eine geschichtsträchtige Straßenmeile …

Diese Gegend birgt viele alte Geheimnisse,

die früher einmal Teil des täglichen Lebens

waren. Diese Geheimnisse umgeben nicht nur

den Wein, sondern auch das Viertel und seine

Bewohner. Zentrum der Aktivitäten war immer

der Hafen. Und westlich des alten Hafens

befi nden sich in der Reihe die vier traditionellen

Weingüter Zyperns.

Diese Route führt uns auf dem neuen

Boulevard entlang in Richtung des neuen und

größeren Hafens von Lemesos (Limassol)

und bietet die Gelegenheit, für einen Blick

zurück von der alten in die neue Stadt und den

Wandel von der alten zur neuen Lebensart.

Und natürlich von den alten zu den heutigen

Weinen…

Die Route

Die Entfernung vom alten Hafen bis zu

dem letzten Weingut beträgt nicht mehr als

zwei Kilometer. Wir gehen in Richtung Westen

und gelangen in ein historisches Viertel, das

fast unverändert erhalten geblieben ist und

Erinnerungen an längst vergangene Zeiten

wach ru� , als die „Weinmeile“ von Leben

pulsierte.

Das erste interessante Gebäude auf

unserem Weg ist die alte Weinkellerei

„HADJIPAVLOU“, die sich perfekt in ihre

Umgebung einfügt. Hier in der Nähe beginnt

eine neue vierspuringe Straße, die direkt zum

neuen Hafen führt. Nach ca. einem halben

Kilometer erreichen wir die Kellerei „KEO“.

Hier werden Weine, wie der „Heritage KEO“

aus der einheimischen Traube Marathe� iko

hergestellt. Dieser Wein ist gekennzeichnet von

einer besonders charakteristischen dunkelroten

Farbe und einem vielschichtigen Geschmack

mit vollen Aromen von roten Früchten und

Blüten. Noch heute kann man außerhalb

des Gebäudes die alten Fässer bestaunen.

100 -150 Meter weiter in eine Nebenstraße

links der Hauptstrasse treff en wir auf den

Gebäudekomplex der „LOEL“ Weinkellerei.

Architektonisch ist es ein klassisches Beispiel

industriellen Designs der ´70er Jahre. Die

Weine der „LOEL“, wie der „Mediterranean

Cabernet Sauvignon“, ein trockener Rotwein

von mildem Aroma, werden aus Trauben

kontrolliertem Anbaus hergestellt.

Wir kehren zur Hauptstrasse zurück und

gehen ca. 100 Meter weiter geradeaus. Nach

der Ampelkreuzung biegen wir wieder links

in die erste Nebenstraße ab. Am Ende dieser

Straße befi ndet sich das Weingut „SODAP“. Zur

Palette der hier produzierten Weine gehören

u.a. der weiße „Mountain Vines Sémillon“ mit

komplexem ergiebigem Aroma, feiner Säure

und vollem Geschmack.

Wir kehren wieder zur Promenade zurück,

gehen 50-100 Meter weiter und biegen

abermals links ab. Nach wenigen Schritten

erreichen wir das Gebäude des Weingutes

„ETKO“. 1844 von der Familie Hadjipavlou

gegründet ist diese Weinkellerei die älteste

der Insel. Die Trauben zur Weinherstellung

stammen aus eigenem Anbau von Weinbergen

in der Nähe des Dorfes Zanakia (20 km

nordwestlich von hier) und Omodos, aus denen

u.a. der trockene Cabernet Sauvignon „INO“

hergestellt wird.

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Außerdem sehenswert

Obwohl die zwei folgenden Weingüter nicht

auf einer Route der „Weinstrassen Zyperns“

liegen, sind sie auch für sich allein auf jeden Fall

einen Ausfl ug wert!

AES AMBELIS

Mit nur 30 Kilometer Entfernung von Lefkosia

ist dieses Weingut das der Hauptstadt am nächsten

gelegene. Um dorthin zu gelangen, nehmen Sie die

E903 in Richtung Palaichori und Agros. Auf der

Höhe von Kalo Chorio Orinis fi nden Sie das Weingut

zu Ihrer Rechten.

Der Besitzer Georgios Trypatsas legte bei den

Entwürfen für das Gebäude des Weingutes großen

Wert darauf, dass dieses den Anforderungen an

einer modernen Kellerei gerecht wird. So ist es zum

Beispiel zweistöckig, damit der Most allein durch die

Schwerkra� und ohne den Einsatz von Pumpen zu

den Behältern im Untergeschoss gelangt, um eine

höchstmögliche Qualität des Weines sicherzustellen.

Das Weingut kann auch am Wochenende besucht

werden. Wir empfehlen eine Kostprobe des „Liasto“,

der aus sonnengetrockneten Mouskat - Trauben

gewonnen wird. Es handelt sich um einen süßen

Wein, der in Eichenfässern seine Reife erlangt und

intensive Aromen aufweist. Beachtung verdient auch

der „Aes Ambelis White“, ein Qualitätswein für den

täglichen Genuss.

DOMAINE HADJIANTONAS

Die Wurzeln dieses Betriebes reichen bis zu

den Anfängen des letzten Jahrhunderts zurück,

als der Urgroßvater des heutigen Besitzers Doros

Hadjiantonas eine Kellerei in Pera Pedi gründete.

Die Weinherstellung wurde von den nachfolgenden

Generationen weitergeführt, jedoch fand sie 1978

ihr vorläufi ges Ende.

Einundzwanzig Jahre später entschied sich der

noch junge Doros das Familienunternehmen wieder

zu beleben. Im Jahre 2004 erzielte er mit der neu

errichteten, modernen Weinkellerei eine Produktion

von 45.000 Flaschen jährlich. Sie befi ndet sich in der

Nähe der Ortscha� Parekklisia, 15 min vom Zentrum

Lemesos (Limassols) entfernt.


WEINGÜTER

KYPEROUNTA

WINERY

25532043, 99589612

Kyperounta, Lemesos

TSIAKKAS WINERY

25991080, 99567898

Pelendri, Lemesos

AES AMPELIS

WINERY

99651361, 99335358

Kalo Chorio

DOMAINE

HADJIANTONAS

25991199, 99553351

Parekklisia

TAVERNEN / RESTAURANTS

DIONYSOS RESTAURANT

(Rodon Hotel)

25521201

Agros, Lemesos

50

30

50

60

TO PEZEMA

25521046, 99551381

Steliou Hadjipetri 50, Agros, Lemesos

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Kriterien für die Aufnahme eines Weingutes bzw. eines Restaurants

in das Netz der „Weinstrassen“

1. Es muss über alle notwendigen Genehmigungen

verfügen

2. Es muss für Ausschilderungen ausgehend vom

nächstgelegenen Teil der Route bis zum Weingut

sorgen

3. Es muss über einen Parkplatz verfügen, der nicht

weiter als 200 Meter vom Weingut entfernt ist

4. Die Umgebung, die Räumlichkeiten des Weingutes

sowie seine Anlagen müssen in einem sauberen und

gepfl egten Zustand gehalten werden

5. Den Besuchern müssen Toiletten (für Frauen und

Männer getrennt) zur Verfügung gestellt werden

6. Für die Weinverkostung muss ein entsprechend

möblierter und ausgestatteter Raum vorhanden

sein. Rollstuhlfahrern sollte, falls diesen ein

Zugang dort nicht möglich ist, alternativ in einer

zugänglichen Räumlichkeit die Möglichkeit zur

Verkostung geboten werden

7. Für eine Weinverkostung müssen Weingläser und

Spucknäpfe bereitgestellt werden

8. Die Preise der angebotenen Produkte und

Dienstleistungen müssen ausgehängt sein

1. Es muss über die entsprechende Zulassung

der Zypriotischen Fremdenverkehrszentrale

verfügen sowie die Aufnahmebestätigung

in das Netz der „Weinstrassen“ nach einer

eingehenden Prüfung

2. Die Weinkarte muss ein repräsentatives

Spektrum einheimischer Weine beinhalten. In

der Weinkarte müssen die charakteristischen

Merkmale jedes Weines in griechischer und

englischer Sprache aufgeführt werden

3. Jeder Wein muss wohl temperiert serviert

werden, wobei zu achten ist auf:

- der Weinsorte entsprechende Gläser

- professionelle Korkenzieher

- Weinkühler

- geeignete Weinlagerräume

9. Es muss über Personal verfügen, das während der

Öff nungszeiten Besucher in Empfang nehmen kann,

griechisch und englisch spricht, und über Kenntnisse

der Weinherstellung, Lagerung und Verkostung

verfügt, um während einer Führung dem Besucher

detaillierte Informationen zum Weinbau und der

Weinkellerei vermitteln zu können

10. Die angegebenen Öff nungszeiten müssen

eingehalten werden

11. Dem Besucher müssen Informationsmaterial,

Werbebroschüren und Karten der „Weinstrassen

Zyperns“ zur Verfügung gestellt werden

12. Das Weingut muss über eine

Ha� pfl ichtversicherung verfügen

13. Die Aufnahme des Weingutes kann im Falle einer

Verletzung eines der zuvor erwähnten Kriterien

rückgängig gemacht werden

4. Es muss ein Teilnahmezertifi kat vorweisen,

dass den Besuch eines Weinseminars der

Zypriotischen Fremdenverkehrszentrale

bestätigt, die in regelmäßigen Abständen

veranstaltet werden

5. Die Möblierung und Innenausstattung

sollte so weit wie möglich den traditionellen

zypriotischen Charakter widerspiegeln

6. Die Speisekarte sollte u.a. auch traditionelle

zypriotische Gerichte beinhalten

7. Den Besuchern muss das

Informationsmaterial zu den „Weinstrassen

Zyperns“ zur Verfügung gestellt werden

(die Bereitstellung erfolgt durch die

Fremdenverkehrszentrale Zyperns)

8. Die Aufnahme des Restaurants kann im Falle

einer Verletzung eines der zuvor erwähnten

Kriterien rückgängig gemacht werden

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…und das wird gefeiert, jedes

Jahr im September mit dem

Weinfestival. Kommen Sie und

probieren Sie unseren Wein!


Diese Arbeit wurde von der Fremdenverkehrszentrale Zypern durchgeführt

und zu je 50% vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der

Europäischen Union und staatlichen Mitteln fi nanziert.

Die Ziele des EFRE sind:

„Beitrag zur Minderung der Unterschiede in der Entwicklung und des Lebensstandards zwischen einzelnen Regionen

sowie eine Verringerung des Rückstandes benachteiligter Regionen.

Beitrag zum Abbau der regionalen gesellscha� lichen Ungleichheiten durch Entwicklung und Strukturanpassung der

unterentwickelten Regionen sowie durch Stärkung der wirtscha� lichen und sozialen Kohäsion.“

ISBN 978-9963-44-096-2


2

Willkommen! Wie wär’s mit einem Gläschen Wein?

Der Wein auf Zypern kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Ausgrabungen der jüngsten

Vergangenheit bestätigen, dass Wein auf dieser kleinen, abseits gelegenen Insel schon vor mehr

als 5500 Jahren hergestellt wurde.

Die Funde belegen, dass auf Zypern die Wiege der Weinproduktion im gesamten Mittelmeerraum,

von Griechenland über Italien bis nach Frankreich, stand.

Diese Zeugnisse der Weinbaugeschichte sind nur einer der Gründe, die einen Ausfl ug in die

Weindörfer zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. Ein weiterer guter Grund ist natürlich die

Erkundung der in der Regel kleinen aber reizvollen zypriotischen Weingüter, deren Türen für einen

Besuch immer off en stehen.

Den dritten und wichtigsten Grund bilden natürlich die Weine selbst, die der Weinliebhaber auf

seiner Reise entlang der „Weinstraßen Zyperns“ verkosten kann, von den aus den traditionellen

einheimischen Rebsorten Mavro und Xynisteri gekelterten Weinen über den weltweit einmaligen

Koumandaria bis hin zu den bekannten Sorten Cabernet Sauvignon und Shiraz. Begeben wir uns

also auf eine Weintour. Wir laden ein zum Wein!

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