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Exemplar


a K T u E L L

06 wassernutzungsplan ...

10 energiewirtschaft dominiert

14 wenn der Berg bricht

16 lebenselixier wasser

25 Ökologisch bauen

27 energie aus der Sonne

34 Feinstaub weitgehend im Griff

36 auf dem richtigen weg

3 energieversorgung mit Biogas

44 intelligente entscheidung

47 „Zapfsäule“ Sonne

4 Die kunst des Bierbrauens

57 Die vier elemente

62 Bunte Meldungen

i N T E R V i E W S

0 lR Michl laimer

12 walter Huber

17 Georg Mayr

S E R V i C E

1 Moriggl, Glurns

20 troyer turbinenbau, Sterzing

22 aRa Pustertal, St. lorenzen

30 aSP - adigeSolarPower, Schlanders

31 Moriggl, Glurns/lana

32 Dalle nogare, Bozen

37 RCS türenstudio, St. lorenzen

40 Man-Carman, terlan

42 alpengas, Bozen

46 Hoval italia, Bozen

4 allianz Subalpina thurner, Bozen

50 leitner, Sterzing

52 tiS innovation Park, Bozen

54 Skigebiet Obereggen

60 weißes kreuz, Bozen

61 Hygan, leifers

Sonderbeilage in der Heftmitte:

„Prunkbauten oder Zweckbauten“

mit Beiträgen zu Schul-, krankenhaus-,

Museums- und Straßenbauten

F Ü R W E i T E R E i N F o S :

Download:

www.mediardius.it/radiusbox

impressum

Herausgeber: Athesiadruck GmbH, Bozen

Eintrag. Lg. Bozen Nr. 26/01, am 27.11.2001

Verantwortlicher Schriftleiter: Armin Mair

Verantwortlicher Projektleiter: Franz Wimmer

Koordination/Produktion: Elke Schlemmer

Redaktion: Elke Schlemmer, Claire Schöne, Verena Kompatscher,

Franz Wimmer, Marita Wimmer

Anzeigenverkauf: Sabine Kaufmann, Sonja Trogmann, Sabine Demetz

Verwaltung: Kapuzinergasse 5, 39100 Bozen, Tel. 0471 977 824

Fotos: Anita Oberhöller, Dolomiten Archiv, Aut.Prov.BZ, Benjamin

Pfi tscher, Elisabeth Hitthaler, Siegmund Santer, verschiedene Privat- und

Online-Archive sowie Verkaufsunterlagen.

Konzept und Abwicklung: King Laurin GmbH, Eppan

Grafi k-Layout: Anita Oberhöller Produktion: Athesiadruck Bozen

Aufl age: 30.000 Preis: Einzelpreis 2 Euro, A+D: 2,50 Euro

Die Redaktion übernimmt keinerlei Haftung für die Inhalte der angeführten Webseiten.

Franz Wimmer

Koordinator

Ein Jahr geht zu Ende und in Südtirol

läuft der Wirtschaftsmotor nach wie vor gut

geschmiert. Dem optimalen Mix aus Industrie,

Handwerk, Dienstleistung und Tourismus in

unserem Land kann anscheinend nicht einmal

die unsinnigste Steuerpolitik etwas anhaben.

Dank der Autonomie fl ießt ja ein Großteil

der Steuern wieder ins Land zurück. Leider

klafft die Schere zwischen denen, die davon

profi tieren dürfen und jenen die nichts

davon haben, immer weiter auseinander. Dies

zu lösen, ist eine Herausforderung, die im

Wahljahr 2008 auf die neue Landesregierung

zukommt.

Für das Magazin Radius, das mittlerweile

seit sechs Jahren erscheint, war es das bisher

erfolgreichste Jahr. Mit den Themen 2007

haben wir den Nagel auf den Kopf getroffen

und auch für 2008 haben wir so einiges in

Petto (siehe Seite 67).

Zum Jahresende bedanken wir uns herzlich

bei unseren Kunden und Lesern. Wir wünschen

Ihnen und uns – zumindest eine Woche

lang – Ruhe und Besinnung.

Diese Ausgabe über die vier Elemente,

widmen wir auch Dr. Josef Rampold, welcher

bis zu seinem Ableben im November 2007 der

Erde, dem Wasser, der Luft und dem Feuer

in seinem Land in ganz besonderer Weise

verbunden war.

Franz Wimmer


6

P a G i n i e R u n G

Radius 10/2007

Wassernutzungsplan verbessert ökologische Nutzung

laut europäischer wasser-Charta ist wasser ein „kostbares, für die natur und den

Menschen unentbehrliches Gut“. Der neue wassernutzungsplan respektiert die

alten Rechte der Bauern und Fischer und auch die Restwassermengen werden

nicht verringert.

im neuen Wassernutzungsplan ist

auch in Südtirol das Wichtigste, die

Sicherung des Trinkwassers festgelegt,

gefolgt vom Restwasser, dem

Wasser für die Beregnung landwirt-

schaftlicher Gründe, für die Fischerei,

für die Stromerzeugung und für die

Beschneiung. Der Wassernutzungsplan

ist eines der wichtigsten Planungsinstrumente

für das Land Südtirol,

da er für Jahrzehnte die Nutzung des

Wassers regelt. Er wird laut Autonomiestatut

von einer paritätischen

Kommission zwischen Staat und Land

beschlossen.

Trinkwasser an erster Stelle

„Zuerst kommt das Trinkwasser,

dann die Landwirtschaft und dann

erst die industrielle Nutzung. Und

auch der Grenzwert von zwei Sekundenlitern

pro Quadratkilometer für

das Restwasser bleibt unverändert.

Er wird sogar je nach Einzugsgebiet

bis auf das doppelte erhöht“, betont

Umwelt-LR Michl Laimer. Die alten

Rechte für die Wassernutzung in der

Landwirtschaft und die Fischereirechte

werden allerdings respektiert. Die

Landesregierung hat deshalb einige

Zusatzregelungen eingearbeitet: So

soll bei Gewässern, in denen nicht

gefi scht werden kann, die Restwassermenge

unterschritten werden können,

falls dringend Wasser für die Landwirtschaft

gebraucht wird. Auch die

Stromproduktion soll eingeschränkt

werden können, falls Wasser für die

Landwirtschaft gebraucht wird, „und

das ohne Ausgleichszahlungen durch

das Land“, unterstreicht Laimer.

Einen Stopp für neue E-Werke gibt es

auch. So etwa wird es bei den großen

Wasserläufen im Passeiertal zwischen

Stausee im Liser-/Maltatal in Kärnten

St. Leonhard und Meran keine Nutzung

zur Stromerzeugung geben. Dasselbe

gilt für die Etsch vom Zusammenfl

uss mit der Passer bis Salurn, für

den Eisack zwischen Sterzing und dem

Radius 10/2007 7

P a G i n i e R u n G


a k t u e l l

Radius 10/2007

Zusammenfluss mit dem Maulser Bach

und von Kardaun bis zum Zusammenfluss

mit der Etsch sowie für die Ahr

von Sand in Taufers bis St. Georgen.

Strenge Regeln

In den vergangenen Jahrzehnten

erfolgte die Nutzung der wertvollen

Ressource Wasser oft in wenig verträglicher

Art und Weise, bei der die

Wertschöpfung stets im Vordergrund

stand, ohne nötige Rücksicht auf

die aquatischen Lebensräume. Der

vorliegende Wassernutzungsplan legt

die Grundsätze fest, die das Land im

Bereich des Gewässermanagements

verfolgt. Er zeigt ferner die Kriterien

für den Erlass von Konzessionen für

die Nutzung der Wasserressourcen auf,

die auf eine möglichst nachhaltige

Nutzung abzielen. Schließlich wird der

Wassernutzungsplan auch in den Plan

für das Wassereinzugsgebiet der Etsch

eingebunden, der wiederum auf einen

qualitativen Schutz der Gewässer

ausgerichtet ist.

Der durchschnittliche jährliche Wasserbedarf

für Industriezwecke beläuft

sich auf satte 80 Millionen m³. Für die

Erzeugung von Kunstschnee werden

pro Jahr weitere rund 4,3 Millionen m³

Wasser verbraucht. Das Wasser wird

aber am stärksten für die Erzeugung

von Strom genutzt. Die 770 Elektrizitätswerke

und 661 Kleinwasserkraftwerke

erzeugen pro Jahr rund 5700

Gwh Strom. Fast 90 Prozent der gesamten

Energieproduktion entfällt aber

auf die 27 großen Wasserkraftwerke.

Die jährliche Produktion der 82 Mittelwasserkraftwerke

mit einer Nennleistung

von 220 und 3.000 kW beläuft

sich auf 409 Gwh. Dies entspricht 7,7

Prozent der Gesamtproduktion. Dabei

wird der westliche Landesteil am intensivsten

hydroelektrisch genutzt.

Minimaler „Verbrauch“

Der größte Teil der Wasserentnahmen

zu den verschiedensten Zwecken

hat aber keinen effektiven „Verbrauch“

des Wassers zur Folge. So wird das

Wasser bei der Stromproduktion in

ein Rohr geleitet und – von wenigen

Ausnahmen abgesehen – weiter im Tal

wieder demselben Gewässer zurückgegeben.

Dasselbe Wasser kann darüber

hinaus mehrmals im selben Fluss oder

Bach abgeleitet werden. Auch bei der

Trinkwassernutzung kann der effektive

Verbrauch als gering eingestuft werden.

Der Großteil des Wassers aus dem

öffentlichen Wasserleitungsnetz wird

nämlich nach dem Gebrauch geklärt

und in eines der großen Fließgewässer

zurückgegeben. Die Nutzungsart

mit dem größten Wasserverbrauch

ist sicherlich die Bewässerung der

landwirtschaftlich genutzten Gebiete.

Hierbei wird das Wasser aus den

bewässerten Feldern von den Pflanzen

transpiriert. Bei Sprühberegnung geht

ein Teil des Wassers auf den Blättern

der Pflanzen durch Evapotranspiration

(Verdunstung über die Spaltöffnungen

in den Blättern) verloren. Nur ein geringer

Teil des für Beregnungszwecke

genutzten Wassers gelangt über die

Böden oder mittels Oberflächenabfluss

in die Flüsse und Bäche zurück.

R a d i u S b o x :

Wasser und Luft: Hausaufgaben gemacht

Für den Bau von 64 Kläranlagen

und 1000 Kilometer Hauptsammler

hat das Land Südtirol rund 800 Millionen

Euro investiert. Die Maßnahmen

zur Eindämmung der Feinstaubbelastung

greifen. Umwelt-LR Michl

Laimer nimmt Stellung.

Radius: Werden die von der EU

festgesetzten Umweltziele erreicht?

LR Laimer: Mit Sicherheit. Südtirols

Gewässer werden heute schon zu 99,7

Prozent geklärt. Wir haben unsere

Hausaufgaben gemacht.

Radius: Werden die EU-Vorgaben

eingehalten?

LR Laimer: Ganz Südtirol ist als

sensibles Gebiet eingestuft, wo die

strengsten EU-Vorgaben gelten. Diese

Vorgaben erfüllen wir.

Radius: Wie sieht es bei den Kläranlagen

aus?

LR Laimer: In Südtirol haben wir

64 Kläranlagen und ca. 1000 Kilometer

Hauptsammer gebaut. Dafür wurden

rund 800 Millionen Euro investiert,

aber damit werden heute schon 99,7

Prozent der Abwässer gereinigt.

Radius: Haben die Gemeinden oder

das Land gebaut?

LR Laimer: Der Bau der Kläranlagen

und Hauptsammler wurde vom Land

vorfinanziert, die Gemeinden zahlen mit

der Verrechnung der Gebühren nicht

einmal die Zinsen. Die Stadt München

musste alles selber finanzieren, deshalb

kostet den einzelnen Bürger dort ein

Kubikmeter Abwasser stolze 7 Euro und

bei uns nur ca. 1 Euro.

Radius: Lassen sich Gewässerschutz

und Gewässernutzung vereinbaren?

LR Laimer: Es wird immer ein Spannungsverhältnis

zwischen Wasserschutz

und Wassernutzung geben. Die Bauern

fragen ganz offen ‚was ist euch beim

Restwasser wichtiger: Fische oder Bauern’,

die Fischer hingegen schimpfen‚

’seid ihr wahnsinnig, so viele E-Werke

und so wenig Restwasser’, die E-Werk-

Betreiber wiederum klagen ‚ihr redet

von Klimaschutz und Alternativenergie

und dann macht ihr uns so hohe

Auflagen beim Restwasser’. Wenn ich

zu fünf verschiedenen Veranstaltungen

gehe, höre ich fünf verschiedene

Standpunkte. Natürlich hat jeder aus

seiner Sicht Recht. Unsere Aufgabe ist

es, mit dem neuen Wassernutzungsplan

einen vernünftigen Ausgleich zu schaffen.

Wir haben dabei die Hierarchie

der Nutzung festgelegt und eine neue

Gewichtung bei den verschiedenen

Nutzungsmöglichkeiten geschaffen.

Radius: Wer muss Abstriche machen?

LR Laimer: Die neue Gewichtung

geht zu Lasten der E-Wirtschaft. Die

Restwassermenge wird je nach Einzugsgebiet

bis auf das Doppelte erhöht,

Flussläufe für die Wasserkraft gesperrt

sowie ein Stopp für kleine E-Werke mit

weniger als sechs Quadratkilometer

Einzugsgebiet erlassen. Almen sind

von diesem Verbot ausgenommen.

Zu Lasten der E-Werke wird auch ein

Reservepolster für den künftigen landwirtschaftlichen

Bedarf geschaffen, ohne

jeglichen Entschädigungsanspruch.

Radius: Wer hat absoluten Vorrang

im Wassernutzungsplan?

LR Laimer: Die Positionierung ist

eindeutig: die Sicherung des Trinkwassers

steht an erster Stelle, dann das

Wasser für die Beregnung landwirtschaftlicher

Gründe und erst dann das

Wasser für die Stromerzeugung, die

Beschneiung und andere industrielle

Nutzungen.

Radius: Wie sieht es mit neuen

Kraftwerken aus?

LR Laimer: Es wird nur einen moderaten

Ausbau der E-Werke geben und

der ist rasch erreicht.

Radius: Jeder will Strom und jeder

will mobil sein, auch wenn die durch

den Verkehr zunehmende Luftbelastung

bekannt ist. Apropos: Wie erfolgreich

waren die Maßnahmen gegen den

Feinstaub?

LR Laimer: Die Erfahrungen der

vergangenen Jahre haben gezeigt,

dass wir auf dem richtigen Weg sind.

In Brixen und Bruneck blieben die

Überschreitungen der Grenzwerte im

vergangenen Jahr weit unter 35. Beide

Städte haben heuer keinen Aktionsplan

Radius 10/2007

mehr. Bozen und Meran werden nächsten

Winter darauf verzichten können,

weil die Überschreitungen stark eingedämmt

werden konnten.

Radius: Was hat Südtirol

alles gegen die Feinstaubbelastung

unternommen?

LR Laimer: Wir unterstützen

den Ausbau des Methangas-

Tankstellennetzes und des

öffentlichen Personennahverkehrs,

den Ankauf von

Methangas-Bussen, treiben die LR Michl Laimer

Nachrüstung mit Partikelfiltern

voran, belohnen umweltfreundliche

Autofahrer mit Kfz-Steuerbefreiungen

und setzen auf zukunftsträchtige,

umweltschonende Treibstoffe wie den

Wasserstoff. Dazu kommen der Bau

von Radwegen, der Bau von Fernheizwerken

mit Biomasse, die Förderung

der Solarenergie usw.

Radius: Ist Wasserstoff nicht nur

Zukunftsmusik?

LR Laimer: Nein 2008 wird in Bozen

mit der Wasserstoffproduktion und

mit der Errichtung von Wasserstoff-

Tankstellen begonnen. Durch unsere

Wasserkraftwerke haben wir ein Potential

von 800 Tankstellen im ganzen

Land. Die E-Werke brauchen nur

die Maschine ankaufen und können

sofort mit der Wasserkraftproduktion

beginnen. Es wird zwar noch Jahrzehnte

dauern, bis das Tankstellennetz

komplett ist, aber das ist die Zukunft.

Forschung und Innovation sind weltweit

stark im Klimaschutz engagiert.

Ich bin überzeugt, der Klimaschutz

wird zu einer Deglobalisierung führen.

Es entstehen regionale Kreisläufe

und wenn die Kostenwahrheit greift,

entfallen weite und damit zu teure

Transporte.

Radius: Wird das Lkw-Nachtfahrverbot

für Euro 2 kommen?

LR Laimer: Nordtirol verbietet

bereits Euro 3. Rom sagt aber nur ja,

wenn die Kapazität auf der Schiene

gegeben ist. Also ist nur ein Nachtfahrverbot

möglich. Wir sollten Anfang

2008 damit starten können, wobei wir

auch die allfälligen Ausweichrouten

sperren.

i n t e R v i e w


10

a k t u e l l

Radius 10/2007

Energiewirtschaft dominiert

Der größte teil der wasserableitungen dient der Gewinnung elektrischer energie.

Damit sind die konflikte mit Bauern und Fischern vorprogrammiert.

Nahezu alle größeren Fließgewässer

beherbergen Fischbestände. Der

ständige Wechsel von Schwall- zu

Sunkzuständen übt in den betroffenen

Flussabschnitten einen starken Einfluss

auf das gesamte Gewässer-Ökosystem

und insbesondere den Fischbestand

aus. Besonders die jungen Altersklassen,

die die Ruhewasserzonen im

Uferbereich bevorzugen, erleiden hohe

Ausfälle. „Unser größtes Problem ist

der große Andrang zum Bau neuer

Kraftwerke. Der Ausbaugrad ist hoch,

bei zusätzlichen Kraftwerken werden

zu viele Gewässer abgeleitet und es

bleiben nur mehr wenige naturbelassene

Gewässer übrig“, gesteht Giorgio

Carmignola, vom Amt für Jagd und

Fischerei. Die meisten Fischereivereine

haben in ihren Stellungnahmen zum

Wassernutzungsplan die Restwassermenge

als ausreichend akzeptiert.

„Da kritisieren eher die Kraftwerkbetreiber,

dass die zwei Sekundenliter

pro Quadratkilometer zu hoch sind“,

berichtet Carmignola. Er setzt große

Hoffnungen in die Umweltpläne der 18

Großkraftwerke. „Wenn das Verhältnis

der Schwall- und Sunkzustände verändert

wird, wird der Schaden an den

Fischbeständen erheblich verringert“,

ist Carmignola überzeugt.

Kläranlagen

In einigen Gewässerabschnitten

wurde durch die oft unzureichende

Restwassermenge der großen Elektrizitätswerke

auch die Gewässerqualität

negativ beeinflusst. Die stärkste Beeinträchtigung

der biologischen Gewässergüte

der Fließgewässer erfolgte aber

noch bis in die jüngste Vergangenheit

vor allem durch die häuslichen Abwässer.

Seit Inbetriebnahme der ersten

Kläranlagen in der Mitte der 1990er

Jahre hat sich die Lage in den Fließgewässern

aber kontinuierlich verbessert.

„Wir haben inzwischen alle nötigen

Kläranlagen errichtet, nur einige

wenige müssen den neuen technischen

Erkenntnissen angepasst werden“,

bestätigt Ernesto Scarperi, Direktor des

Landesamtes für Gewässerschutz. „Unser

Zentralisierungsprogramm sieht

vor, dass wir die kleineren Anlagen

auflassen und die Abwässer zur nächs-

ten größeren Anlage umleiten. Heuer

im Sommer wurde bereits Prissian

aufgelassen, Pfelders Ende November

und innerhalb 2010 sollen die Abwässer

von Völs, Seis und Kastelruth nach

Bozen geleitet werden“, zählt Scarperi

auf. 70 Prozent des Stickstoffeintrages

in die Gewässern stammen heute aus

der Landwirtschaft, auf die Kläranlagen

entfallen nur noch 20 Prozent. Bei

der Erneuerung von Kläranlagen setzt

man in Südtirol stark auf Innovation:

„In Siffian wenden wir die Membrantechnik

an, so dass die Abwässer

bakteriologisch einen höheren Reinigungsgrad

erzielen und so wieder für

Beregnungszwecke genützt werden

können.“

Rückhaltebecken

Auch in Sachen Wasserschutz hat

ein Umdenken stattgefunden. Der moderne

Hochwasserschutz greift immer

stärker auf natürliche und künstliche

Retentionsflächen zurück. „In Südtirol,

wo fast die gesamte Wirtschaftsentwicklung

im Talboden stattfindet,

stehen die wirtschaftlichen Interessen

und der Hochwasserschutz in Widerspruch

zueinander. Ich kann nicht

die Stadt Bozen schützen, indem ich

Terlan unter Wasser setze. Es braucht

also Rückhaltebecken, um einen nachhaltigen

Wasserschutz zu garantieren“,

erklärt Rudolf Pollinger, Direktor der

Abteilung für Wasserschutzbauten.

Regelmäßige Überflutungen hat es

immer schon gegeben. „Hat man

bisher die Schutzbauten auf ein 100jähriges

Hochwasser ausgelegt, so

muss angesichts der Häufigkeit und

Heftigkeit der heutigen Unwetter diese

Bewertung kritisch überdacht werden“,

mahnt Pollinger. Für sein Amt sind die

Instandhaltung und der Ausbau der

bestehenden Schutzbauten oberstes

Ziel. Dafür werden jährlich rund 22

Millionen Euro ausgegeben. Pollinger

ist überzeugt, dass sich die Investitionen

in den Hochwasserschutz immer

lohnen, denn durch den wirtschaftlichen

Aufschwung sei der Güterschaden

bei einer Überschwemmung heute

um ein vielfaches höher als noch vor

zehn Jahren“. Gleichzeitig ist sein Amt

auch um naturnahe, durchgängige

Wasserläufe und Renaturierungen

bemüht.

Saubere Energie

Südtirols Gewässer werden am

stärksten zur Erzeugung von Energie

genutzt. „Wasserkraft ist die sauberste

Energie und eine Wasserfassung

aus Beton kann problemlos entfernt

werden, wenn ein Werk aufgelassen

wird. Die Entsorgung von Solar- und

Photovoltaikplatten ist problematisch

und ihre Produktion ist mit Strom

verbunden. 45 Prozent der Kosten

dieser Platten entfallen auf den Faktor

Strom“, verteidigt Hans Unterholzner,

Direktor im Amt für Stromversorgung.

Unterholzners Ziel wäre es, die Anzahl

der Kraftwerke auf den Seitenbächen

zu reduzieren und dafür wenige aber

größere Anlagen auf den Hauptflüssen

zu errichten, die energetisch

effizienter sind, und umweltmäßig

so gestaltet werden können, dass ein

vernünftiger Kompromiss zwischen

Gewässernutzung und ökologischer

Belastung erreicht wird. Das Problem

Restwasser sieht Unterholzner als

notwendiges Übel bei der Stromproduktion:

„Die meisten großen Werke

wollen die ISO-Zertifizierung, die es

ohne Einhaltung der Restwassermenge

aber nicht gibt. Bei den kleinen Werken

wird ein limnologischer Bericht

verlangt, um den Schaden für den

Fischbestand so gering wie möglich

zu halten.“

In Südtirol ist inzwischen bei den

Restwasserdotationen ein sehr hoher

Standard erreicht worden. Für ihn

gibt es derzeit in Südtirol keine echte

Alternative zur Wasserkraft.

Qualitäts-Trinkwasser

Südtirol hat im Gegensatz zu

anderen Ländern ausreichend Trinkwasser,

das auch noch eine hervorragende

Qualität aufweist. „Fast ganz

Mitteleuropa hat Probleme mit hohem

Nitratgehalt im Trinkwasser, fast überall

muss das Trinkwasser aufbereitet

werden, in Südtirol gelangt es zum

Verbraucher, wie es aus der Quelle

bzw. aus dem Tiefbrunnen sprudelt“,

bestätigt Wilfried Rauter, Direktor im

Amt für Gewässernutzung. Die Trinkwasserversorgung

erfolgt über mehr

als 500 öffentliche Wasserleitungen,

die von rund 2000 Quellen und rund

50 Brunnen gespeist werden. Aber die

Sommermonate werden heißer und die

Niederschläge werden auch in Südtirol

zurückgehen. Gemeinden, die heute

schon bei Trockenperioden mit Wasserknappheit

zu kämpfen haben, werden

weiter entfernte Quellen anzapfen

und längere Leitungen errichten oder

die Speicherbecken vergrößern müssen.

„Es werden sich mehrere Gemeinden

zusammenschließen und gegenseitig

aushelfen müssen“, prognostiziert

Rauter.

R a d i u S b o x :

Radius 10/2007 11

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i n t e R v i e w

Radius 10/2007

ausgleich zwischen den interessen

Landwirte, Fischer, E-Werk-Betreiber,

Industrie – alle benötigen

Wasser und möchten das Maximum

für sich beanspruchen. Ressortdirektor

Walter Huber dazu, wie im

Wassernutzungsplan ein Ausgleich

gefunden wurde.

Radius: Ist die Sicherung des

Trinkwassers bei den vielen anderen

Nutzungsarten des Wassers möglich?

W. Huber: Es ist ganz normal, dass

jeder versucht, Wasser auf seine Mühlen

zu kehren. Ich bin überzeugt, wir

haben ausgewogene Entscheidungen

getroffen. Der Wassernutzungsplan

gilt für das gesamte Einzugsgebiet der

Etsch. Wir müssen unsere Nutzungen

aufeinander abstimmen, müssen aber

auch auf die südlich gelegenen Gebiete

Trient, Verona und Rovigo achten, die

auch das Wasser brauchen. Wenn wir

es zu stark nutzen, schaden wir damit

den angrenzenden Provinzen. Darauf

müssen wir auch Rücksicht nehmen.

Radius: Worauf muss man dabei

achten?

W. Huber: Man muss alle Nutzungen

und alle ökologischen

Gesichtspunkte berücksichtigen.

Wasser muss auch Lebensraum für

Fische und Kleintierlebewesen bleiben,

durch Versickerung dem Grundwasser

zugeführt werden und seine Selbstreinigungskraft

beibehalten. Das ist eine

Gratwanderung, alles muss ins Gleichgewicht

gebracht werden. Dazu zählt

u.a. auch die Reinigung der Abwässer

durch Kläranlagen.

Radius: Wie schafft man es, alle

Interessen unter einen Hut zu bringen?

W. Huber: Man muss gut aufpassen.

Ein E-Werk leitet Wasser ab, gibt

es dem Fluss aber an anderer Stelle

wieder zurück. Die Landwirtschaft

konsumiert Wasser und nur ein Teil

geht ins Grundwasser zurück. Die Frage

ist immer: wann wird das Wasser

genutzt, ist die Nutzungsart konstant

oder werden kurzzeitig große Mengen

wie etwa bei der

Frostberegnung

verbraucht? Bei der

Tropfberegnung z.B.

wird wenig Wasser Walter Huber

über einen größeren

Zeitraum entnommen, der aber

steuerbar ist. Es sind unterschiedliche

Anforderungen von Seiten der Nutzer

gegeben, die man abstimmen muss.

Radius: Wer muss die größten

Zugeständnisse machen, die Energiewirtschaft

oder die Betreiber von

Beschneiungsanlagen?

W. Huber: Eigentlich muss jeder

seinen Beitrag leisten indem er sparsam

mit den verfügbaren Ressourcen

umgeht. Der Landwirt z.B. kann in der

Nutzung eine bessere Effizienz erzielen

wenn er z.B. von der Kronenberegnung

auf Tropfberegnung umstellt,

weil so weniger Wasser gebraucht wird

und der Nutzen größer ist. Auch die

Errichtung von Speicherbecken hilft

Wasser sparen. Die Kraftwerkbetreiber

können durch eine Optimierung im

Turbinensektor und besserer Steuerung

höhere Leistung bei gleichem

Wasserverbrauch erreichen. Bei den

Beschneiungsanlagen ist es ähnlich.

Da geht es vor allem um die Errichtung

von Speicherbecken. Die Bauern

brauchen das Wasser bei Trockenheit

und die Beschneiung ist nötig, wenn

es zu wenig Schneefall gibt. Durch die

Anlage von Speicherbecken wird die

Ökologie weniger belastet.

Radius: Hat der Energiesektor

Verständnis, wenn zu Gunsten der

Landwirtschaft die Stromproduktion

eingeschränkt werden muss?

W. Huber: Ja, bis zu einem gewissen

Ausmaß! Wenn wir an den Klimawandel

denken, dann ist in Zukunft die erneuerbare

Energie für die Stromversorgung

unseres Landes sehr wichtig. Die

Energie aus Wasserkraft hat also eine

große Bedeutung und bringt lokale

Wertschöpfung, die Kraftwerksbetreiber

dürfen nicht als reine Geschäftemacher

verdammt werden.

Radius: Worauf wird man bei der

Neuvergabe der Wasserkonzessionen an

die Großkraftwerke besonders achten?

W. Huber: Wir werden bei der

Nutzung großen Wert darauf legen,

wie die Umweltbelange berücksichtigt

werden. Das Wort Umweltplan bedeutet

ja, was tue ich für die Umwelt.

Bei der Ableitung des Wassers muss

so viel Restwasser bleiben, dass die

Flussökologie nicht leidet. Verbesserungen

an den Wasserläufen mit

Nischen für den Fischlaich und Kleinlebewesen

können wichtig sein, auf

die Ufervegetation mit entsprechend

begrünten Böschungen wird geachtet

und viele ähnliche Maßnahmen.

Wichtig ist auch, dass es uns gelingt,

die Auswirkungen des Schwallbetriebes

einzudämmen. Das ist zwar

schwierig, aber mit Ausgleichbecken

kann man die Auswirkungen des

Schwallbetriebes etwas schwächen. Es

gibt Möglichkeiten, die wir im Einzelfall

auch verlangen.

Radius: Schließen sich eine Nutzung

des Wasser zur Energieerzeugung

und ein normaler Fischereibetrieb

nicht gegenseitig aus?

W. Huber: Wenn man gemeinsam

nach Lösungen sucht nicht. Im Großen

und Ganzen gibt es die Bereitschaft

zur Lösungsfindung. Ich hatte mir

bei der Ausarbeitung des Wassernutzungsplanes

größere Schwierigkeiten

erwartet. Wir haben nur wenige Forderungen

von Seiten der Interessensvereinigungen

erhalten, die wir vorher im

Plan nicht berücksichtigt hatten. Den

Großteil konnten wir schon im Vorfeld

abklären. Es gibt aber auch einige Forderungen,

die nicht umsetzbar sind.

Radius: Wäre eine Privatisierung

des Wassers sinnvoll?

W. Huber: Wasser gehört zur

Grundversorgung des Menschen und

die muss die öffentliche Hand machen.

Der öffentlichen Hand geht es auch um

den Ausgleich, damit nicht einer alles

für sich allein beanspruchen kann.

Privatisierungen müssen gut überlegt

werden, damit nicht die Qualität unter

der Gewinnmaximierung leidet. Wenn

man bedenkt, dass das Trinkwasser in

England und Berlin von französischen

Firmen kontrolliert wird und über 90

Prozent des Trinkwassers in der EU

aufbereitet werden muss, dann kann

sich Südtirol glücklich schätzen. Wir

trinken das Wasser immer noch so, wie

es aus der Quelle entspringt.

Radius 10/2007 13

i n t e R v i e w


14

a k t u e l l

Radius 10/2007

Wenn der berg bricht

Felsstürze sind gravitative Prozesse, abbruch und ablösung erfolgen mehr

oder weniger abrupt, meist an vorgeprägten, richtungsgebenden geologischen

Diskontinuitäten, Spalten und klüften.

das Jahr, an dem sich die Felsstürze

in den Dolomiten und den

Südalpen allgemein häuften, ist

das Jahr 2004. Das erste Ereignis fand

zwischen Ostern und Pfingsten statt,

es betraf einen kleinen Turm, einen

der Cinque Torri mit dem Namen

Tofolon. Dieser etwa 150 m hohe Turm

ist einfach umgefallen. Die weiche

Unterlage aus Raiblerschichten hat

nachgegeben und der Turm ist gekippt.

Als nächstes ist die Spitze der kleinen

Cinque Torri Torre Trefor - Ereignis 07/06/04

Aufgrund des Volumens der bewegten Gesteinsmassen werden unterschieden

Steinschlag Sturzmassen; Volumen: < 100 m³ Fallen, springen und Rollen von isolierten Steinen (Ø < 2 m) und

Blocksturz Einzelblöcke; Volumen: 0,3 – 1 m³ Blöcken (Ø > 2 m) [BUWAL]

Felssturz 100 m³ bis 1 Mio. m³ Ablösen eines in sich mehr oder weniger fragmentierten Gesteinspaketes

„en block“ aus einem Gebirgsverband, das während des Sturzes

bzw. beim Aufprall in Blöcke und Steine weiter fragmentiert wird,

wobei die Interaktionen zwischen den Komponenten keinen maßgebenden

Einfluss auf die Dynamik des Prozesses haben. [BUWAL]

Bergsturz Zusammenhängende Felsmassen;

Volumen: > 1 Mio. m³ oder Flächen

> 0,1 km²

Kleine Cirspitze - Ereignis 02/07/04

Cir zu nennen. Etwa 1000 m³ Gestein

lösten sich samt Gipfelkreuz und

stürzten am 2. Juli zu Tal. Die Blöcke

verteilten sich auf der Schutthalde

und erreichten nahezu die Dantercepiespiste

in der Nähe der Bergstation

der gleichnamigen Umlaufbahn. Im

Sommer betraf ein weiteres Ereignis

die Geislerspitzen. Felsmassen von

einigen hundert Kubikmetern verlegten

den Waldweg in der Nähe der

Schlüterhütte. Der sensationellste und

größte Felssturz im Jahr 2004 betraf

den Thurwieser, einen über 3000 m

hohen Berg der Ortlergruppe. Man

spricht von über zwei Millionen Gesteinsmassen,

welche absackten. In die

Klassifizierung nach „sensationellen

Bergstürzen“ reiht sich jener von der

Bischofsmütze im Tennengebirge

südlich von Salzburg ein. In Alleghe

wurde der gleichnamige See durch

einen Bergsturz gebildet. Bei diesem

Ereignis sind Millionen Kubikmeter

Material abgegangen. Prähistorischen

Alters sind die Bergstürze von Trens,

Pfitschtal und Pontives. In dieselbe

Kategorie fällt auch jener von Umhausen

am Ausgang des Ötztales.

der Felssturz am Einser

in den Sextener dolomiten

Bestens in Erinnerung dürfte der

große Felssturz am Einser in den Sextener

Dolomiten am 12. Oktober dieses

Jahres sein. Von der Spitze des Berges

brach auf der Westseite ein Felskeil im

Ausmaß von mindestens 60.000 m³ ab.

Diese Masse zerbröselte und löste sich

fast vollends in Staub auf. Die Staubwolke

war bis Moos und Sexten sicht-

und spürbar: Sechzigtausend Kubikmeter,

das sind 6000 Lastkraftwagen, welche

aneinandergereiht eine Stecke von

60 bis 70 km ergeben, was der Strecke

Gleichzeitiger Absturz sehr großer, im ursprünglichen Felsverband

mehr oder weniger kohärenter Felsmassen unter Erreichung hoher

Geschwindigkeiten, wobei die Verlangsamungsmechanismen durch

eine starke Wechselwirkung zwischen den Komponenten (Sturzstrom)

gekennzeichnet ist. [BUWAL]

Talzuschub Komplexe Massenbewegung Langsames Eingleiten steiler Bergflanken gegen die Mitte eines Tales.

Meist geringe Geschwindigkeit. Der Begriff ist eine rein phänomenologische

Beschreibung von Massen, die sich bereichsweise oder phasenweise

im Kriechen oder Rutsch/Gleiten befinden [Stiny 1941]

Thurwieser - Ereignis 19/09/04

von Bozen bis Trient entspricht. Da der

Einser fast aus reinem Dolomit besteht

war die Staubwolke nicht toxisch. Die

chemischen Untersuchungen ergaben

eine Zusammensetzung von 18,35%

Calzium Ca, 12,49% Magnesium Mg,

54,55% Sauerstoff O und 14,66% Kohlenstoff.

Der Staub setzte sich am Fuß

des Berges ab und bildete eine dünne

Schicht auf dem Boden, gerade so als

ob über Nacht eine dünne Schneelage

gefallen wäre. Nur einige wenige frische

Blöcke erreichten die Wanderwege

und den Talbach.

Glücklicherweise kam bei diesem

Ereignis niemand zu Schaden. Einige

Wanderer wurden vom Wirt an der

Talschlusshütte aufgehalten, andere erkannten

die Gefahr und brachten sich

umgehend in Sicherheit. Die Zone wurde

unverzüglich abgesperrt und seitdem

laufen Kontrollen und Messungen.

Das engere Gebiet um die Absturzstelle

ist auch weiterhin abgesperrt, an der

Bergspitze und an der Nachbarwand

werden Präzisionsmessungen durchgeführt.

Mit diesen Kontrollen sollen zum

Einser - Ereignis 12/10/07

einen noch gefährliche Bereiche vermessen

werden, um bis zum kommenden

Frühjahr zu sehen, ob sie weiterhin

eine Gefahr darstellen. Zum Zweiten

erhofft man sich Kenntnis über die

Entwicklung derlei Großphänomene.

Ziel wäre es, in Zukunft den Zeitpunkt

des Ereignisses möglichst präzise

vorhersagen und damit rechtzeitig

warnen bzw. Sperrungen veranlassen

zu können. An diesen Untersuchungen

sind namhafte Universitätsprofessoren

und Experten betraut.

ursachen von Felsstürzen

Felsstürze haben viele Ursachen,

sie haben viele Väter. Als erstes ist die

Schwerkraft zu nennen, nach welcher

jeder Körper auf der Erde, welcher eine

Hochlage hat, wegen der Anziehungskraft

in die tiefstmögliche Lage der

Erdoberfläche zu fallen, tendiert. Als

natürliche Prädestination ist die Zerlegung

zu nennen; d.h. Klüfte, Spalten

und die Lagerung oder Schichtflächen

der Felsen tragen je nach der räumlichen

Lage zu aktivem gleiten zu oder

passivem Abgrenzen bei. Im Falle des

Einsers haben wir es mit fast rechtwinklig

zueinander stehenden Komponenten

zu tun: senkrechte Trennflächen

stehen einer unregelmäßigen, fast

horizontalen Schichtung gegenüber.

Die horizontalen Flächen sind im Zuge

der Sedimentierung und durch die

Auflage entstanden. Die steilstehenden

Klüfte sind bei der Alpenhebung entstanden

und damit tektonischer Natur.

Erdbeben können Ursache von Felsstürzen

sein, aber auch die atmosphärischen

Faktoren können diese Ereignisse

beeinflussen. Die Wirkungen des

Wassers, des Eises und jene der Temperaturschwankungen

setzen chemische

und physikalische Reaktionen in Form

von Zersetzung der Felsen in Gang.

Chemischer Natur ist die Einwirkung

der beim Regen entstehenden Kohlensäure,

ausgeprägt bei allen Kalk- und

Dolomitgesteinen. Man spricht dabei

vom Karstphänomen. Physikalische

Wirkungskraft hat der Druck des

Wassers und Eises; dabei spielt die Klimaveränderung

eine wesentliche Rolle.

Die heutigen, bis in höchste Höhen

zu verzeichnenden Felssturzereignisse

waren nach der Eiszeit in tieferen

Lagen anzutreffen. Beispiele dafür sind

der Bergsturz von Pontives und von

Pfitsch bzw. von Puflatsch oberhalb

vorher 11.06.05

nachher 13.10.07

Einser - Ereignis 12/10/07

Seis. Diese Ereignisse sind uns in

Sagen überliefert, im Falle von Seis in

der Überlieferung der sündigen Stadt

„Trotz“ am Fuße des Berges. Die Stadt

wurde durch einen auslaufenden See

bei „Unternon“ unterhalb der Seiser

Alm weggeschwemmt. Wissenschaftlich

kann dieses Ereignis an ausgegrabenen

Baumstämmen auf ein Alter von

etwa 1000 Jahren festgelegt werden

(um die Jahrtausendwende zwischen

1000 und 1200 n. Chr.).

i N F o

autonome Provinz bozen - Südtirol

amt für Geologie & baustoffprüfung

Eggentaler Straße 48 - 39053 Kardaun

Tel. 0471 361 510-11 - Fax 0471 361 512

geologie@provinz.bz.it

R a d i u S b o x :

auslösefaktoren von Hangbewegungen

Radius 10/2007 15

a k t u e l l


16

P a G i n i e R u n G

Radius 10/2007

Lebenselixier Wasser

keine Frage: wasser ist für die landwirtschaft überlebenswichtig. Ohne wasser

kann keine landwirtschaft auf Dauer bestehen und wettbewerbsfähig sein. Südtirol

ist zum Glück ein wasserreiches land.

Trotzdem kann das nicht darüber

hinwegtäuschen, dass auch in der

Landwirtschaft das Wasser zu einer

knappen Ressource geworden ist – sofern

es überhaupt vorhanden ist. Das

erfordert neue Investitionen und ein

Umdenken in der Wassernutzung. Die

Landwirtschaft hat diese Herausforderungen

erkannt.

Wassernutzung für

die obstwirtschaft

Einigermaßen mit Wasser abgesichert

ist derzeit der Obstbau in

Südtirol. Die großen Investitionen in

den letzten Jahrzehnten in Leitungsnetze,

Tiefbrunnen, Oberkronenbewässerung

und Tropfberegnungsanlagen

sichern den allermeisten Obstwiesen

eine ausreichende Wasserversorgung.

Etwas differenzierter präsentiert sich

die Situation im Vinschgau, wo das

Wasser seit jeher knapp ist und in den

letzten Jahren neue Obstbaufl ächen

hinzugekommen sind.

Aber auch in den anderen Obstanbaugebieten

ist das Wasser nicht im

Überfl uss vorhanden.

Knapp wird das kostbare Nass in

Zeiten der Frostberegnung, wo die

zarten Blüten vor der Kälte geschützt

werden müssen, und in den beson-

ders heißen und niederschlagsarmen

Sommermonaten. Vor diesem Hintergrund

ist die Forderung des Südtiroler

Bauernbunds, bei Bedarf auf zusätzliche

Wasserreserven zurückgreifen zu

können, mehr als verständlich. Doch

auch die Obstwirtschaft trägt ihren

Teil zu einer nachhaltigen Wassernutzung

bei. In den letzten Jahren sind

viele neue Tropfberegnungsanlagen

realisiert worden, die den Wasserverbrauch

deutlich reduzieren. Dieser

Trend dürfte sich in den nächsten

Jahren fortsetzen. Ähnlich wie im

Obstbau präsentiert sich die Situation

im Weinbau. Durch den allgemein

geringeren Wasserbedarf ist im Großen

und Ganzen ausreichend Wasser vorhanden.

Mit den Tropfbewässerungen

„ohne Wasser keine Landwirtschaft möglich“

Bauernbund-Obmann Georg

Mayr über Wasserverteilung,

Gewässernutzungsplan und die

Bedeutung von sauberem Wasser

für die Landwirtschaft.

Radius: „Wasser ist Leben“- das gilt

besonders für die Landwirtschaft. Hat

eine Landwirtschaft ohne genügend

Wasser überhaupt eine Überlebenschance?

G. Mayr: Wasser

ist das zentrale Element

und Ursprung

allen Lebens. Bereits

Moses hat, so die

Überlieferung, auf

den Felsen geschlagen,

damit Wasser

Georg Mayr fl ießt und die Landschaft

sowie die

Landwirtschaft gedeihen können. Ohne

Zweifel war und ist Wasser die Grundvoraussetzung

für eine gut funktionie-

wird der Wasserbedarf gedeckt. Zu

Wasserknappheit kann es aber auch im

Weinbau kommen.

Zu wenig Wasser

in der berglandwirtschaft

Eine komplett andere Situation gibt

es hingegen in der Grünland- und

Viehwirtschaft. Viele Flächen, die für

die Futterproduktion bestimmt sind,

verfügen über kein Beregnungssystem.

rende Landwirtschaft. Ohne genügend

Wasser hat die Landwirtschaft – und

damit die Versorgung der Bevölkerung

mit Lebensmitteln – auf Dauer keine

Chance. Südtirol hat das große Glück,

ein im internationalen Vergleich „wasserreiches“

Land zu sein. Allerdings

ist das Wasser im Land geographisch

nicht gleichmäßig verteilt. Zudem haben

sich Häufi gkeit und Intensität der

Niederschläge verändert. Es wird in

Zukunft mehr denn je darauf ankommen,

die Wasserreserven sinnvoll zu

nutzen. In Zeiten der Klimaerwärmung

wird das die Herausforderung für die

Landwirtschaft, aber auch für die Politik,

sein. Doch nicht nur die Landwirtschaft

kämpft um genügend Wasser.

Auch andere Sektoren – wichtige und

weniger wichtige – haben ihren Anspruch

auf ausreichend Wasser bekundet.

Letztendlich aber werden bei der

Gewässernutzung wohl jene Interessen

zum Zug kommen, die die größere

Bedeutung für die Gesellschaft haben.

Was bis vor einigen Jahren kein allzu

großes Problem dargestellt hat, ist

in den letzten Jahren zu einer Existenzfrage

geworden. Der allgemeine

Temperaturanstieg und die ungleiche

und unregelmäßige Verteilung der

Niederschläge trifft die Bergbauern

mehr als alle anderen. Trockenschäden,

so scheint es, gehören mittlerweile zum

täglichen Brot der vielen Südtiroler

Vieh- und Grünlandwirtschaftsbetriebe.

In diesem Bereich sind deshalb

auch die größten Investitionen in den

nächsten Jahren nötig. Vor allem durch

den Bau von Speicherbecken und

modernen Bewässerungsanlagen wird

versucht, der Wasserknappheit Herr zu

werden. Nur dann hat die Berglandwirtschaft

eine Überlebenschance.

R a d i u S b o x :

Und da steht die Landwirtschaft als

Lebensmittelproduzent sicherlich an

erster Stelle.

Radius: Die Wassersicherung für die

Landwirtschaft ist eines der Hauptanliegen

des Südtiroler Bauernbundes.

Wie kann der Landwirtschaft das

kostbare Nass langfristig gesichert

werden?

G. Mayr: Die Wassernutzung wird

maßgeblich vom Gewässernutzungsplan

bestimmt. In erster Linie müssen

die historischen Rechte gesichert werden.

Konkret dürfen die bestehenden

und oft sehr alten Wasserkonzessionen

nicht beschnitten werden. Was bis jetzt

gegolten hat, muss auch in Zukunft

Bestand haben. Eine Reduzierung dieser

historischen Wasserrechte zugunsten

einer höheren Restwassermenge

lehnen wir strikt ab. Die Restwassermenge

bei den großen Flüssen soll

aber eingehalten werden, wir können

Radius 10/2007 17

P a G i n i e R u n G


1

i n t e R v i e w

Radius 10/2007

uns auch eine Anhebung des Restwassers

in den Flüssen vorstellen. Dieses

Wasser könnte dann bei Bedarf der

Landwirtschaft zur Verfügung gestellt

werden. Bei den kleineren Bächen

muss stärker differenziert werden.

Sicher ist, dass bei Bächen, die von

selbst trocken fallen, keine Restwassermenge

verlangt werden kann. Das

wäre gegen die Natur. Zudem muss genau

geprüft werden, welche Gewässer

Fischgewässer sind. Nicht alles, was

sich in Südtirol Fischgewässer nennt,

ist auch eines. Ein weiterer Schritt hin

zu einer Sicherung der Wasserversorgung

der Landwirtschaft ist der Bau

von Speicherbecken. Auch brauchen

wir Managementpläne, die bei Bedarf

eine Reduzierung der zur Stromproduktion

vorgesehenen Wassermenge

zugunsten der Landwirtschaft vorsehen.

Radius: Welche Forderungen an

den Gewässernutzungsplan stellt der

Südtiroler Bauernbund noch?

G. Mayr: Es muss klar sein, dass in

der Prioritätenliste die landwirtschaft-

liche Nutzung unmittelbar auf die

Trinkwasserversorgung folgen muss.

Zudem muss die Frostbewässerung

explizit in der Prioritätenliste angeführt

werden. Bei der Neuvergabe von

Wasserkonzessionen für Energiekraftwerke

muss vorgesehen sein, dass die

Landwirtschaft bei Bedarf auf eine höhere

Wassermenge zurückgreifen kann.

Zudem sind die Fischgewässerkarten

der aktuellen Situation anzupassen.

Radius: In Zeiten knapper werdender

Ressourcen – dazu zählt auch

das Wasser – ist Sparen angesagt. Was

hat die Landwirtschaft bisher unternommen

und welche Einsparpotentiale

gibt es noch?

G. Mayr: Die Landwirtschaft

braucht das kostbare Nass in der Zeit

von März bis Oktober. Im Obstbau ist

genügend Wasser besonders während

der Forstperiode nötig. In Spitzenzeiten

braucht die Landwirtschaft etwa

fünf bis acht Prozent der abfl ießenden

Wassermenge. Um Wasser zu sparen,

stellen immer mehr Obstbauern auf die

Tropfberegnung um. Damit können

die Obstbäume gezielter bewässert und

Streuverluste reduziert werden. Gleichzeitig

wird verstärkt in Speicherbecken

investiert. Dadurch werden die Niederschläge

besser genutzt. In Schulungen

werden die Landwirte über die richtige

Nutzung des Wassers informiert.

Radius: Wenn über Wasser gesprochen

wird, geht es meist um die

Verfügbarkeit. Wie wichtig ist aber

sauberes Wasser für die Landwirtschaft?

G. Mayr: Sauberes Wasser ist die

Grundvoraussetzung für die Produktion

gesunder und qualitativ hochwertiger

Lebensmittel. Das gilt für alle

Landwirtschaftsbereiche, egal ob Obstbau,

Weinbau, Milch- und Viehwirtschaft

oder die Sonderkulturen. Unabhängige

Einrichtungen und Labors

kontrollieren regelmäßig die Sauberkeit

des Wassers. Wir in Südtirol sind

in der glücklichen Lage, über sauberes

Wasser zu verfügen. Auch das schafft

einen Wettbewerbsvorteil gegenüber

anderen Ländern, wo sauberes Wasser

nicht selbstverständlich ist.

an alle, die Zähne putzen

Putzen Sie jeden Morgen ihre Zähne? wahrscheinlich schon. kochen Sie tee?

kaffee? auch. am ende bereiten Sie sogar noch Babynahrung zu? Mit frischem,

sauberem leitungswasser. Glaubten Sie jedenfalls.

Jedes noch so frische Wasser muss

durch eine Wasserleitung – und wie

die von innen aussieht, weiß meist

kein Mensch. Erstaunliche 70% aller

Trinkwasserleitungen sind von innen

veraltet. Egal ob dicke oder dünne

Rohre, egal ob aus Kupfer, Zink oder

aus Eisen: Rost frisst sie auf. Braunes

Wasser und sinkender Wasserdruck

sind eindeutige Signale. Der Rost in

Ihren Wasserleitungen schläft nie.

Und schon nach kurzer Zeit hat er

ein ordentliches Unheil angerichtet.

Völlig unbemerkt hat er sich bis in den

letzten Winkel der Rohre vorgearbeitet

und sie teilweise so angefressen, dass

schon bald Rohrbrüche unausweichlich

sein werden. Bereits nach fünf Jahren

sind die meisten Wasserleitungen vom

Rost angegriffen. Nach spätestens

zehn Jahren ist das Problem praktisch

Herkömmliche Totalsanierung, oder ...

... Rohrsanierung von innen, die eindeutig bessere Lösung!

in jedem Haushalt akut, aber oft noch

unbemerkt. Was nutzt das sauberste

Bergquellwasser, wenn es durch eine

vom Rost zerfressene, dreckige Leitung

gefl ossen ist? Sie ahnen es: Nichts.

Sanierung von innen

statt teurer Totalsanierung

Es gibt nur zwei Möglichkeiten,

frisches und sauberes Wasser durch

frische und saubere Rohre zu leiten.

Die eine wäre die Totalsanierung.

Dabei werden die alten Rohre aus

allen Wänden und Böden gerissen und

durch neue ersetzt. Eine aufwändige

und vor allem teure Sache. Ohne lästigen

Schmutz, Lärm und Wasserunterbruch

wird das gesamte Leitungsnetz

saniert. Und das wesentlich günstiger

als bei einer Totalsanierung. Bei der

Rohrsanierung von Innen mit dem

weltweit patentierten LSE-System wird

zunächst Quarzsand mit Luft durch

die Rohre geblasen. Der Quarzsand

löst den Rost, bis ein blankes, sauberes

Rohr übrig bleibt. Das Rohr ist dann

so, wie es einmal war: Neu.

Doch das ist noch nicht genug, denn

das Rohr soll auch so bleiben. Deshalb

wird anschließend eine schützende

Kunststoffbeschichtung im fl üssigen

Zustand durch das Rohr geblasen. Der

Kunststoff setzt sich wie eine zweite

Haut im Inneren der Rohre fest, erhärtet

und verhindert jede neue Ablagerung.

Rost hat nun ganz bestimmt

keine Chance mehr. Das Rohr bleibt

neu und Ihr Wasser bleibt so, wie es

vom Berg kommt - frisch und sauber.

Schnell, sauber, günstig

Die Vorteile für die Rohrsanierung

von innen liegen also auf der

Hand. Schnell, sauber, günstig und

dazu noch umweltfreundlich. Zudem

gibt es für die Rohrsanierung

von innen dieselbe Garantie wie auf

eine Neuinstallation des gesamten

Leitungsnetzes! Lassen auch Sie sich

unverbindlich beraten und fordern Sie

die umfangreiche Referenzliste mit

sanierten Objekten der letzten zwölf

Jahre in Südtirol, Italien, Österreich

und Deutschland an!

i N F o

Moriggl GmbH

Hauptsitz: Punistraße 2 - 39020 Glurns

Tel. 0473 831 555 - Fax 0473 831 596

info@moriggl.com

Filiale: Eurocenter - industriezone 1/5 - 39011 Lana

lana@moriggl.com

24h Service-Hotline: 0473 831 555

www.moriggl.com

R a d i u S b o x :

1

S e R v i C e


20

S e R v i C e

Turbinen für die Welt

Ob es um explodierende Ölpreise, klimaerwärmung, Rückkehr zur atomenergie

oder auch um den angestrebten umstieg auf mit wasserstoff betriebene autos

geht: erneuerbare energie ist zur Zeit in aller Munde.

im Falle der Wasserkraft handelt es

sich dabei nicht um leere Floskeln

oder um ein in der Ferne liegendes

Ziel, sondern um eine auf höchstem

Niveau stehende Technologie, die seit

bald eineinhalb Jahrhunderten erfolgreich

angewandt wird und die Elektrifi

zierung weiter Teile des Erdballs

überhaupt erst ermöglicht hat.

umweltfreundliche Kraftwerke

In Südtirol sind wir mit einem

enormen hydroelektrischen Potential

gesegnet, welches zu einem guten

Teil bereits genutzt wird. Allerdings

gilt es, einerseits den bestehenden

Kraftwerkspark zu optimieren und

andererseits neue, umweltfreundliche

Wasserkraftwerke zu errichten. Südtirol

verfügt über keine andere, derart

wirkungsvolle Möglichkeit auf schonende

und gleichzeitig dezentrale, also

möglichst unabhängige Art und Weise

unseren Energiehunger zu stillen, der

bereits jetzt enorm groß ist und allen

Bemühungen um Einsparungen zum

Trotz noch immer schnell wächst.

bewährtes Erfolgsrezept

Turbinenbau Troyer blickt stolz

auf eine über siebzigjährige Firmengeschichte,

die stets mit innovativen

Lösungen für eben diese Herausforderung

verbunden war. Das Erfolgsrezept

ist bis heute unverändert geblieben:

Technologie auf höchstem Stand zu

konkurrenzfähigen Preisen, Kundennähe,

Anpassungsfähigkeit und bestens

ausgebildete Mitarbeiter.

Das Familienunternehmen hat allein in

Südtirol über hundertsiebzig Anlagen

errichtet, welche eine Gesamtleistung

von über 150.000 kW aufweisen. Die

Energiemenge, die diese Kraftwerke

insgesamt jährlich produzieren, reicht

aus, um ungefähr 160.000 Haushalte

zu versorgen. Stolz verweist man darauf,

dass die wichtigsten und größten

Anlagen, die in den letzten Jahren in

Südtirol gebaut wurden, vom Sterzinger

Traditionsunternehmen ausgerüstet

worden sind, zu dessen treuen Kunden

die bedeutendsten Energieversorger

unseres Landes zählen.

Gesamte anlage aus einer Hand

Das Tätigkeitsfeld reicht bereits bis

nach Guatemala und Perù, umfasst

aber vor allem Italien und Österreich,

wo von privaten Kleinbetreibern über

die Innsbrucker Kommunalbetriebe bis

zum Automobilkonzern Fiat eine breite

Palette an öffentlichen und privaten

Körperschaften zum Kundenstamm

zählt. Das Unternehmen ist seit jeher

dafür bekannt, dass alle Kraftwerks-

komponenten vom Maschinenbau

über die Regelung und Steuerung bis

zur Energieverteilung im Firmensitz

in Sterzing entwickelt, geplant und

hergestellt werden. Daher ist für Turbinenbau

Troyer selbstverständlich,

was mit Ausnahme der Großkonzerne

keiner ihrer Mitbewerber bieten kann:

die gesamte Anlage kommt aus einer

Hand.

Darüber hinaus bietet das Erfolgsunternehmen

auch komplette Visualisierungs-

und Netzleitsysteme für kleine

und mittlere Stromverteilernetze, wie

sie bereits für die Elektrizitätswerke

von Gomion, Moos in Passeier und

Stilfs realisiert wurden.

Der Erfolg liefert die Bestätigung, dass

das Unternehmen auf die richtige Philosophie

baut: Innovative Technologie

und hochwertige Qualität aus familiärer

Atmosphäre.

i N F o

Turbinenbau Troyer

Karl-von-Etzel-Straße 2 - 39049 Sterzing

Tel. 0472 765 195 - Fax 0472 766 356

info@troyer.it - www.troyer.it

R a d i u S b o x :

die herausragenden heimischen

Projekte der letzten fünf Jahre:

• 2003: Kraftwerk „Gais II“ der

Stadtwerke Bruneck (Pelton, 2 x

3.176 kW)

• 2003: Kraftwerk „Seebach“ des

Elektrokonsortiums Seebach (Pelton,

2 x 1.705 kW)

• 2003: Kraftwerk „Mühlwald“ der

Gemeinde Mühlwald (Francis, 2 x

2.656 kW)

• 2004: Kraftwerk „St. Peter - Mittermühl“

der Energiegenossenschaft

Villnöss (2 x 1.296 kW)

• 2005: Kraftwerk „Schönau“ der EW

Schönau GmbH (Pelton, 2 x 1.931

kW)

• 2005: Kraftwerk „Schnals“ der Etschwerke

AG (Pelton, 1 x 5.758 kW)

• 2006: Kraftwerk „Pfelders“ der Skilift

Pfelders GmbH (Pelton sechsdüsig,

1 x 1.652 kW)

• 2006: Kraftwerk „Kalmtal“ der

Elektrizitätsgenossenschaft Kalmtal

(Pelton, 2 x 998 kW)

• 2007: Kraftwerk „Bergkristall-Stieber“

der Energie- und Umweltbetriebe

Moos (Pelton, 2 x 5.730 kW)

• 2007: Kraftwerk „Lurxs“ des Elektrizitätswerkes

Sterzing (Francis, 1.652

+ 826 + 429 kW)

• Im Bau: Kraftwerk „Pidigbach“ des

Elektrizitätswerkes Welsberg (Francis,

1.958 + 928 kW)

• Im Bau: Kraftwerk „Reinbach“ bei

Sand in Taufers der TEWAG AG

(Pelton, 2 x 8.369 kW)

• Im Bau: Steuerung und Automation

des Kraftwerkes „Enerpass“ an der

Passer (Pelton, 2 x 12.574 kW)

Radius 10/2007 21

S e R v i C e


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S e R v i C e

320.000 Lkw-Kilometer ...

... und 1000 tonnen CO 2 eingespart. in der kavernen-kläranlage ara tobl

im Mittleren Pustertal wird der anfallende klärschlamm verbrannt. eine

beispielgebende entlastung der gesamten umwelt!

in der Pustertal AG (ex Ara Tobl)

werde derzeit jährlich etwa 16.000

Tonnen Klärschlamm verbrannt.

6000 Tonnen davon fallen in der eigenen

Anlage an, etwa 10.000 Tonnen

werden von anderen Kläranlagen aus

dem Pustertal angeliefert. Die durchschnittliche

Entfernung beträgt dabei

etwa 25 km. Von den 16.000 Tonnen

Klärschlamm bleiben nach der Verbrennung

in der Pyropustor-Anlage

noch ca. 1740 Tonnen Material übrig,

welches nach Nürnberg zur Weiterverwertung

transportiert wird. Dort wird

das Material für die Produktion von

Ziegeln und anderen Baustoffen weiter

verwertet.

achtmal um die Erde

Bis vor zwei Jahren musste der

Pustertaler Klärschlamm mit 825 Lkw-

Ladungen in die Poebene gebracht

werden. Aufgerechnet nach Kilometern,

Spritverbrauch und Schadstoffausstoß

kommen dabei beeindruckende

Zahlen heraus: Einen Lkw achtmal um

den Erdball schicken, er verbraucht

dabei ca. 77.860 Liter Diesel (damit

kann man 40 Einfamilienhäuser ein

Jahr lang heizen), verursacht einen

CO2-Ausstoß von knapp 1000 Tonnen

und einen Stickoxydausstoß von

etwa 7,5 Tonnen. Nachdem die Fahrt

von Bruneck nach Verona und retour

etwa zu einem Drittel durch Südtiroler

Gebiet führt, bleiben unserem Land

allein durch die Investition in diese

eine Verbrennungsanlage ein Drittel

der angeführten Schadstoffe erspart!

Allerdings werden immer noch 50.000

Tonnen Südtiroler-Klärschlamm durch

die Gegend gefahren. Wieso eigentlich,

wenn man dieses positive Beispiel aus

dem Pustertal kennt?

deutsch-Südtiroler Partnerschaft

Die Maschinenbaufi rma Eisenmann

aus Böblingen (D) ist im Bereich der

Umwelt-Technologie von Biogas- bis

zu Verbrennungsanlagen engagiert.

Die Anforderungen aus dem Pustertal

hinsichtlich Größe und Effi zienz

der Verbrennungsanlage waren für

die deutschen Spezialisten allerdings

neu. Die Anlagen, die bisher gebaut

wurden, waren vom Klärschlammaufkommen

wesentlich größer. Für

die Verbrennung von 16.000 Tonnen

Klärschlamm sollte die Anlage

ausgelegt sein, also musste eine neue

Anlage entsprechend entwickelt werden.

Das Ganze war aber wesentlich

komplexer als ursprünglich angenommen.

Monatelange Testphasen und ein

Entwicklungsaufwand in (Euro-)Millionenhöhe

waren notwendig. Die

Eisenmann-Techniker waren von der

Zusammenarbeit mit der örtlichen

Betreiberfi rma unter der Leitung von

Konrad Engl so angetan, dass die

Entwicklungskosten des Pilotprojektes

mit Blick auf künftige Anlagen dieser

Größe von Eisenmann übernommen

wurden.

aufgabe und ablauf

Die Kavernenanlage Mittleres

Pustertal entsorgt das Abwasser von

14 Gemeinden. Aus acht Kläranlagen

fallen dort 16.000 t/Jahr Schlamm

zur Trocknung an. 2003 schrieb der

Abwasserverband Mittleres Pustertal

einen Ideenwettbewerb zur sinnvollen

Verwendung der Klärschlamm-Trockenpellets

aus. Aus dem Ideenwettbewerb

ging die von Eisenmann

vorgeschlagene thermische Verwertung

im „Pyrobustor“ als Sieger hervor. In

diesem patentrechtlich geschützten,

ausmauerungsfreien Zweikammer-

Drehrohrofen werden getrocknete

Klärschlämme zuerst durch Pyrolyse

verschwelt und danach zu inerter

Asche verbrannt. Klar, dass Ingenieur

Engl stolz auf die funktionelle Anlage

ist, die er und sein Team mitentwickelt

haben. „Jetzt im Nachhinein ist natürlich

alles bestens. Man darf aber nicht

vergessen, dass es doch beachtliche

Schwierigkeiten bei der Entwicklung

der Anlage und auch noch während

des Probebetriebes gab. Glücklicherweise

hatten Landesrat Michl Laimer

und sein Ressortdirektor Walter Huber

großes Vertrauen in unser Projekt. In

diesem Zusammenhang möchte ich

auch noch Georg Simiani und Kilian

Bedin für die Zusammenarbeit danken.

Auch Josef Ausserhofer, Präsident der

damaligen Ara Tobl hat sich immer

wieder für diese Lösung ins Zeug

gelegt.“ Die bei Ara Tobl installierte

Pyrobustor-Anlage zur kontinuierlichen

Veraschung von Klärschlamm-

Trockenpellets mit einem Heizwert

bis 12.000 kJ/kg ist für eine Durchsatzleistung

von 550 kg/h bei 7500

Betriebsstunden jährlich ausgelegt. Der

vollautomatische Betrieb wird über

SPS gesteuert und über PC-Anlagenvisualisierung

überwacht.

Zur Nachahmung empfohlen

Die Pustertal AG (ehemals Ara Tobl

GmbH) ist seit 1999 ISO zertifi ziert.

Die Betreibergesellschaft der Verbandskläranlage

Mittleres Pustertal

nutzt alle Möglichkeiten zur Entlastung

der Umwelt, gewinnt Entsorgungssicherheit

und senkt außerdem

durch optimale Nutzung der im

die Mitarbeiter der aRa Pustertal aG

Klärschlamm enthaltenen Energie ihre

Gesamt-Betriebskosten. Man könnte

die angeführten Einsparungen durch

die Verbrennung von 16.000 Tonnen

Klärschlamm auf die Südtiroler

Gesamtmenge von weiteren 50.000

Tonnen hochrechnen. Das ergibt ein

beachtliches Einsparungspotential von

weit über einer Million Lkw-Kilometern

und damit auch von mehreren

tausend Tonnen CO2-Emissionen.

i N F o

aRa Pustertal aG

Pfl aurenz/Tobl 54 - 39030 St. Lorenzen

Tel. 0474 479 601 - Fax 0474 479 641

info@arapustertal.it - www.arapustertal.it

R a d i u S b o x :

23

S e R v i C e


24

P a G i n i e R u n G

Radius 10/2007

Ökologisch bauen

unsere vorfahren bauten ihre Häuser aus den Materialien, die ihnen die natur zur

verfügung stellte: natursteine, lehm, Holz, Stroh. Heute steht dem Bauherrn eine

enorme auswahl an neuen und innovativen Baumaterialen zur verfügung.

bei der Auswahl der Baumaterialien

sollte sich jeder Bauherr vorab

fragen: sind sie gesund für mich

und wie sieht es in Zukunft mit der

Entsorgung aus? Kaum jemand denkt

beim Um- oder Neubau bereits an den

Abriss, doch unüberlegte Entscheidungen

haben in manchen Fällen

schneller als vorgesehen dazu geführt.

Dann nämlich, wenn gesundheitsgefährdende

bzw. die Leistungsfähigkeit

beeinträchtigende Baustoffe zum

Einsatz kamen und sich deren Auswirkungen

erst nach längerer Zeit zeigten.

Viele der neuartigen Baustoffe, die auf

den Markt gebracht werden, sind zwar

nach technisch-physikalischen Eigenschaften

geprüft und zugelassen, die

wesentlich wichtigeren biologischen

Qualitäten werden bei der Prüfung

jedoch übergangen.

Fortschritt oder Last?

Viele Dinge in unserem Leben werden

künstlich geschaffen. Deshalb darf

besonders beim Bauen nicht bedenkenlos

entschieden werden, wie Wände,

Decken und Böden beschaffen sein

25

a k t u e l l


26

a k t u e l l

Radius 10/2007

sollen. Tests beweisen, dass baubiologische

Störungen zu schwerwiegenden

Erkrankungen führen können. In modernen

Gebäuden reicht beispielsweise

die Frischluftzufuhr oft nicht aus, weil

die Raumfl ächen nicht atmungsfähig

sind. Zudem herrscht extrem niedrige

Luftfeuchtigkeit, Wände, Böden,

Decken und sogar die Einrichtung

stoßen gesundheitsschädigende Stoffe

aus. Deshalb wird für viele, vor allem

für Allergiker, der Aufenthalt in den

eigenen vier Wänden zur extremen

Gesundheitsgefährdung. Die Folgen

sind unter anderem Müdigkeit, Kopfschmerzen,

gereizte Augen, Leistungsabfall,

gesundheitliche Anfälligkeit

und Atemnot.

Hilfe mit Naturmaterialien

„Ökologisch und nachhaltig Bauen“

muss der Grundsatz lauten. Gebäude

sollen den Bedürfnissen der Nutzer

optimal entsprechen, den folgenden

Generationen aber keine Nachnutzung

aufgezwungen werden. Nur wenn

die Baumaterialen dem natürlichen

Stoffkreislauf entnommen sind, werden

Entsorgungsprobleme vermieden. Das

heißt, sollte das Bauwerk eines Tages

nicht mehr benötigt werden, müssen

die Baustoffe einfach zu entsorgen und

möglichst biologisch abbaubar sein.

Die einfachste Maßnahme ist, lokale

Ressourcen so zu nutzen, wie es

bereits unsere Urgroßeltern taten.

Lehm, Holz, Ziegel und Natursteine

eignen sich nach wie vor hervorragend

zum Bauen. Lehm galt lange als

primitiver Baustoff, doch hat er beim

energiebewussten Bauen erneut Einzug

gehalten. Zur Herstellung der Lehmziegel

wird ausschließlich die Energie

zum Brennvorgang benötigt. Zudem

verfügt Lehm über hervorragende

Speicherkapazitäten: Das Biomaterial

kann Feuchtigkeit aufnehmen und

bei Bedarf wieder an die Raumluft

abgeben. Das trägt zur Verbesserung

des Wohnklimas bei. Außerdem lässt

sich Lehm ideal mit anderen Baustoffen

kombinieren. So werden Holz

und andere organische Stoffe, die von

Lehm umgeben sind, entfeuchtet oder

trocken gehalten, und so vor Pilzbefall

und Schädlingen geschützt. Flachs,

Wolle, Hanf, Stroh und Holzweichfasern

sind natürliche, nachwachsende

Dämmstoffe, die sich seit Jahrhunderten

bewähren. Doch der Einsatz

dieser Naturmaterialien bringt erst

etwas, wenn auch beim Innenausbau

und der Gestaltung konsequent auf

die Verwendung natürlicher Farben,

Klebstoffe und Lacke auf Pfl anzenbasis

und ohne Lösungsmittel Wert gelegt

wird. Holz ersetzt Kunststoff bei Fenstern

und Böden und auch Kork steckt

nicht nur als Stöpsel in der Flasche,

sondern wird seit langem als robustes,

sehr gut isolierendes Fußbodenmaterial

verwendet. Das gesunde und angenehmere

Raumklima ist beim Einsatz

dieser Materialien sofort zu spüren.

R a d i u S b o x :

Energie aus der Sonne

Photovoltaik und Solarthermie – was ist das eigentlich? Paneele auf dem Dach oder

hinter dem Haus, die uns Strom, wärme und warmes wasser bescheren. Banal

gesagt ist das so, doch dahinter steckt eine ausgeklügelte, hochmoderne technik.

beide haben eines gleich: Sie

nutzen die Sonnenenergie. Bei der

Solarwärme oder besser „Solarthermie“,

wie der Fachausdruck lautet,

wandeln solarthermische Anlagen das

Licht der Sonne in Wärme um. Die

Photovoltaik hingegen ist eine Technik

zur Nutzung des Sonnenlichts zur

Stromerzeugung. Mit einer Solarstromanlage

wird über Photovoltaikmodule

auf direktem Wege elektrische

Energie aus dem Sonnenlicht gewonnen.

Der Vorteil ist: Es muss nicht

unbedingt die Sonne scheinen, auch

diffuses Licht bei bedecktem Himmel

und in der Dämmerung wird noch

genutzt.

Strom vom dach

oder aus dem Garten

Das Wort Photovoltaik ist eine Zusammensetzung

aus dem griechischen

Wort „Photos“ (Licht) und dem Namen

des Physikers Alessandro Volta. Basis

der Stromerzeugung ist der photovoltaische

Effekt. Der aus den Solarmodulen

kommende Gleichstrom wird über

einen Wechselrichter in Wechselstrom

umgewandelt. Danach kann er in das

öffentliche Stromnetz eingespeist werden.

Der eingespeiste Strom wird über

einen Einspeisezähler registriert und

vergütet. Der photovoltaische Effekt

wurde bereits 1839 durch Alexandre

Edmont Becquerel entdeckt. Darunter

versteht man die Freisetzung von positiven

und negativen Ladungsträgern

in einem Festkörper durch Lichteinstrahlung.

Im Jahr 1905 gelang Albert

Einstein dafür die wissenschaftliche

Erklärung. Er erhielt für diese Entdeckung

im Jahr 1921 den Nobelpreis für

Physik.

Während die ersten Photozellen aus

Selen bestanden und nur einen Wirkungsgrad

von zwei Prozent hatten,

kamen bereits vor rund fünfzig Jahren

die ersten Silizium-Solarzellen mit

einem Wirkungsgrad von fünf Prozent

zum Einsatz. Durch die Entwicklung

in der Raumfahrt wurde auch die Ent-

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P a G i n i e R u n G


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Radius 10/2007

wicklung der Photovoltaik beschleunigt,

denn Satelliten und Raumstationen

benötigen eine zuverlässige,

langlebige und autarke Stromversorgung.

Heute haben die Halbleiter-Solarzellen

einen Wirkungsgrad von bis

zu 20 Prozent.

Warmes Wasser

aus Sonnenenergie

Eine Solaranlage besteht aus einem

Solarkreislauf, in dem ein oder mehrere

Kollektorfelder, ein Solarspeicher mit

zwei Wärmetauschern und eine Pumpe

miteinander verbunden sind. Trifft

Sonnenenergie auf die Kollektoren,

wird der Großteil der Energie an einen

Absorber abgegeben.

Die erwärmte Solarflüssigkeit wird mit

einer Umwälzpumpe in den unteren

Wärmetauscher im Speicher gepumpt.

Dort wird die Wärme an das kühlere

Pufferwasser des Heizkreises im Speicher

abgegeben. Das Wasser im oberen

Bereich des Kessels wird dadurch

erwärmt und steigt im Speicher nach

oben. Es kann als Warmwasser und

im gesamten Haushalt als Heizenergie

verwendet werden. Bei weniger

intensiver Sonneneinstrahlung wird

das Warmwasser für den Haushalt

über den, im Speicher oben liegenden

Wärmetauscher von einem Gas-Brennwertkessel

erwärmt. Es existieren zwei

Arten von solarthermischen Anlagen.

Bei der Brauchwasserlösung wird

ausschließlich Wasser für den Haushalt

erwärmt. Dafür sind meist nur zwei

Kollektoren und ein kleiner Speicher

notwendig. Die zweite, weitaus

aufwendigere Variante unterstützt

zusätzlich die Heizung.

Südtirol ganz vorn

Die Energiekrisen der 70er Jahre

und das gestiegene Umweltbewusstsein

haben bewirkt, dass die Nutzung

der Sonnenenergie rasanten

Aufschwung erlebt hat. Vor allem

Deutschland, Japan und die USA sind

die Vorreiter. Strom aus erneuerbaren

Energiequellen wird durch gesetzliche

Maßnahmen bei der Anschaffung einer

Solaranlage sowie durch die Einspeisevergütung

je erzeugter Kilowattstunde

gefördert.

In vielen Gebieten der Welt, so auch in

Südtirol, bestehen ideale Bedingungen

für einen höheren Wirkungsgrad, da

die Sonneneinstrahlunintensiver und

länger ist. Deshalb liegt Südtirol auch

ganz vorn.

Die momentan mit Sonnenkollektoren

erzeugte Energie kann bereits 4000

Haushalte mit Strom versorgen. Rund

180.000 Quadratmeter Sonnenkollektoren

fangen in Südtirol die kostenlose

Wärme ein. Tendenz steigend,

denn auch das Land will verstärkt die

Paneele auf die Dächer der eigenen

Immobilien montieren.

Nach einigen Jahren

Strom zum Nulltarif

Die Autonome Provinz fördert seit

dem Betritt ins Klimabündnis Maßnahmen

zum Energieeinsparung und

die Nutzung alternativer Energien, die

dazu beitragen, die CO2-Emission zu

reduzieren. Der Einsatz der saubersten

aller Energiequellen wird beim Bau von

Solaranlagen mit bis zu 30 Prozent auf

die anerkannten Ausgaben ohne Mehrwertsteuer

bezuschusst. Der Zuschuss

kann von Privaten wie für wirtschaftlich

oder gewerblich genutzte Bauten

beantragt werden. Ausgeschlossen sind

Gebäude, die an ein Fernheizkraftwerk

angeschlossen sind. Photovoltaikanlagen

erhalten nur einen Zuschuss, wenn

das betreffende Gebäude nicht an das

öffentliche elektrische Netz angeschlossen

ist. Genaue Informationen

sind auf der Website des Landesamtes

für Wasser und Energie (www.provinz.

bz.it/wasser-energie) zu finden.

Anfang dieses Jahres ist in Italien das

überarbeitete und vereinfachte Solarförderungsgesetz

„Conto Energia“ in

Kraft getreten, das den Betrieb der die

Sonnenergie ausnutzenden Anlagen

für 20 Jahre lukrativ machen soll.

Energieüberschüsse, die durch Photovoltaikanlage

produziert werden, können

auf Basis eines garantierten Tarifsystems

ins öffentliche Netz einspeist

werden. Das Förderungsgesetz sieht

eine Rückerstattung von 0,36 bis 0,49

Euro pro Kilowattstunde vor. Doch

auch Betreiber kleinerer Anlagen, die

nun nicht mehr den Strom aus dem

öffentlichen Netz beziehen, erhalten

einen günstigeren Preis für den Strom.

Mit einer zehn Quadratmeter großen

Anlage, deren Investitionskosten rund

5000 Euro betragen, können jährlich

rund bis zu 700 Euro Ersparnisse und

staatliche Förderung erreicht werden.

Der Bau einer Solaranlage hat sich

nach acht bis zehn Jahren amortisiert,

danach fließt der Strom zum Nulltarif.

Bei Photovoltaikanlagen liegt der

Zeitraum etwas höher, bei zehn bis 15

Jahren. Doch mit sinkenden Preisen

für die Technik, wird sich auch dies in

Zukunft ändern.

R a d i u S b o x :

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S e R v i C e

Radius 10/2007

Solar-Wissens-Management

Chancen erkennen. lösungen projektieren. Gewinne ernten. Das unternehmen

adigesolarpower aSP baut schlüsselfertige Photovoltaik-anlagen für Privathäuser,

öffentliche, Gewerbe- und industriegebäude sowie Großanlagen für investoren.

adigesolarpower wurde im Oktober

2005 in Schlanders gegründet. Für

die Geschäftsführung zeichnen der

Südtiroler Andreas Mayr sowie Norbert

Schmidt, Martin Leverberg und Bernd

Gregor aus Deutschland verantwortlich.

Das Unternehmen nutzt deutsches

Know-how für Planungen von schlüsselfertigen

Photovoltaik-, thermischen

Solaranlagen und Heizanlagen.

Photovoltaikanlagen

Kerngeschäftsfeld von ASP ist die

Projektierung und Realisierung von

schlüsselfertigen Photovoltaikanlagen.

Es sind dies zum einen Kleinanlagen

ab 1 kWp Leistung (fi x montiert oder

nachführend) und Insellösungen und

Fassadenanlagen sowie Großanlagen

ohne Leistungsgrenze (fi x montiert

oder nachführend). Weiters führt ASP

von Photovoltaikpaneele und Wechselrichtern

für den Großhandel und erledigt

Gesuche für Genehmigungen am

GRTN (GSE) und Meldungen jeglicher

Art. Reparatur, Wartung, Optimierung

und Monitoring der Anlagen stehen

ebenfalls im Angebot.

Gewinne ernten mit

hochwertigen Produkten

Bei der Auswahl und Montage der

Module und Materialien legt ASP

höchsten Wert auf Effi zienz und Qualität.

Für jede Anforderung – ob für

den privaten oder großindustriellen

Einsatz, passend für das jeweilige Objekt

erhalten die Auftraggeber die für

sie maßgeschneiderte Lösung. Aktuell

blickt das Unternehmen auf verbaute

und in Bau befi ndliche Anlagen

über 1,3 Megawatt. Zudem befi ndet

sich ein 17 Megawatt Solarpark in

Deutschland in Planung, davon werden

2008 im ersten Bauabschnitt als

Fondprojekt ca. 7 Megawatt umgesetzt

werden.

umfassende dienstleistungen

Die Dienstleistungen von ASP im

Umfeld der regenerativen Energiekonzepte

umfassen die Wirtschaftlichkeits-

und Finanzierungskalkulationen

für Photovoltaik, Erdwärme, Biomasse,

Windenergie etc., Konzepte zum Energiemanagement

(Contracting) sowie

gesamtenergetische Konzeptlösungen

inklusive Machbarkeitsstudien und

Konzeptentwicklungen. Für 2008 ist

die Erweiterung der Geschäftsfelder

auf Nahwärmekonzepte und solare

Kühlung geplant. Die Dienstleistung

von ASP wird sich auch in diesem

Bereich von der Konzeptentwicklung

über die Projektierung bis zur Realisierung

erstrecken.

ASP ist spezialisiert auf Sonderlösungen

und Problemlöser aller Art (bewegliche

Anlagen, Sonderdachformen,

transparente Module, fl exible Module,

Inselanlagen, etc.). Starker Exklusivpartner

im Bereich Montage ist die Firma

Wallnöfer Günter & Rudi OHG aus

Laas, welche den Bau der ASP-Photovoltaikanlagen

ausführt. ASP arbeitet

mit festen Zulieferanten, hauptsächlich

aus Deutschland, Österreich und der

Schweiz. Die Verwendung von ausschließlich

hochwertigen Werkstoffen

und Produkten ist selbstverständlich,

ebenso wie die Übernahme aller zum

Bau notwendigen Formalitäten, von

der Formulierung der Bauanträge bis

zur Abnahme der Anlage und Einreichung

beim GSE.

i N F o

aSP - adigeSolarPower GmbH

Schönherrstraße 15 - 39028 Schlanders

Tel. 0473 620 471 - Fax 0473 730 012

offi ce@adigesolarpower.it - www.adigesolarpower.it

R a d i u S b o x :

Wir haben die Lösung

als anbieter für individuelle komplettlösungen ist die Moriggl GmbH

ansprechpartner für Projektanten von industrie-, Handwerks-, und

Gastronomiegebäuden, öffentlichen verwaltungen und private Bauherren.

Seit fast 40 Jahren gehören Elektroinstallationen

zu den Geschäftsfeldern

der Moriggl GmbH. Die

individuelle Planung und Betreuung

effi zienter Heiz- und Solaranlagen, die

Planung und Installation von Elektroanlagen

für den privaten Wohn-,

Hotellerie-, Gewerbe- und Industriebereich

sind ebenso serviceorientierte

Dienstleistungen wie die Konzeption

ausgefeilter und benutzergerechter

Systeme im Bereich der Gebäudeautomation.

Schlüsselfertige

Photovoltaikanlagen

Die gut ausgebildeten und erfahrenen

Techniker von Moriggl integrieren

die komplexen gebäudetechnischen

Aufl agen nach den Klimahausvorgaben

in eine Gesamtlösung.

Immer häufi ger werden Photovoltaik-

Module auch als integrierte Bauteile

in Fassaden und Dächer eingesetzt;

sie kommen sowohl bei Neubauten

als auch bei der Dach- und Fassadensanierung

zum Einsatz und müssen

somit bereits in der Planungsphase

berücksichtigt werden.

Die Moriggl GmbH liefert bedarfsgerechte

schlüsselfertige Anlagen für

Gebäude jeder Größe, inklusive einer

individuell durchdachten Planung

mit allen erforderlichen Berech-

nungen, Montage, Inbetriebnahme

und Wartung.

Geld verdienen mit der Sonne

Angesichts der relativ hohen

Einspeisevergütungen pro Kilowattstunde

rechnet sich die Investition in

eine Photovoltaikanlage allemal. Die

Erlöse aus der Netzeinspeisung und die

Förderungen lassen den Eigenanteil der

aufzuwendenden Kosten für die Anlage

sinken und machen sie wirtschaftlich

interessant. Wer klug kalkuliert und

einen guten Standort für seine Anlage

zur Verfügung hat kann mit einer

ordentlichen Rendite rechnen.

Jetzt planen, im Frühjahr nutzen

Die beginnende kalte Jahreszeit ist

der ideale Zeitpunkt, die Planung einer

Photovoltaik-Anlage in Angriff zu nehmen,

damit die komplette Anlage im

Frühjahr in Betrieb genommen werden

kann. Moriggl bietet neben der genauen

Wirtschaftlichkeitsberechnung der Anlage

auch eine umfassende Beratung

bzw. Unterstützung hinsichtlich Fördermöglichkeiten

und der verwaltungstechnischen

Schritte für die Einspeisung

der Energie in das lokale Stromnetz.

Größere Anlagen mit einer Nennleistung

ab 50 kWp (kWp = Kilowatt-Peak

– Spitzenleistung des PV-Generators bei

maximaler Sonneneinstrahlung unter

Standard-Testbedingungen) erfordern

die Vorschaltung einer Anlage zur Umwandlung

dieser großen Strommenge in

220-V-Spannung, Moriggl übernimmt

auch die Planung der Trafo-Anlagen.

Unverbindliche Lokalaugenscheine

gehören dabei genauso zum Kundenservice

wie kostenlose Angebote und die

durchgehende Kundenbetreuung auch

nach dem Kauf.

i N F o

Moriggl GmbH

Hauptsitz: Punistraße 2 - 39020 Glurns

Tel. 0473 831 555 - Fax 0473 831 596

info@moriggl.com

Filiale: Eurocenter - industriezone 1/5 - 39011 Lana

lana@moriggl.com

24h Service-Hotline: 0473 831 555

www.moriggl.com

R a d i u S b o x :

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S e R v i C e

objekte besonderer art

Dalle nogare ist seit Jahrzehnten bekannt als seriöser Bauträger. einheimische

Firmen und arbeitskräfte garantieren optimale Planung und hochwertige

ausführung.

das Bauunternehmen Dalle Nogare

existiert seit über 50 Jahren. Zu

Beginn war die Firma ausschließlich

im Trentino tätig und auf im

Hochbau und Sanierungen alter Kubaturen

spezialisiert. Seit Anfang der

1980er Jahre ist Dalle Nogare auch in

Südtirol aktiv und entwickelte sich in

dieser Zeit zu einem der größten Bauträger

des Landes. Der Schwerpunkt

der Tätigkeit liegt derzeit im Wohnbau

und zwar in Bozen und Umgebung sowie

in Meran. Dabei entstehen einige

ganz besondere Objekte wie in beispielsweise

Bozen/Rentsch die „Maison

Madeleine“ oder das Projekt Gurhof;

in Meran das Projekt „Merancentrum“

und in Kaltern das letzte von drei

Baulosen in der Malgastraße. Gebaut

wird nach den neuesten Standards von

Klimahaus.

Maison Madeleine in Rentsch

Maison Madeleine befi ndet sich

in einer günstigen Lage am östlichen

Stadtrand von Bozen. Diese Anlage

profi tiert zum einen von den Weinbergen

in Rentsch, der Stadtnähe und

zum anderen der schönen Aussicht

in Richtung Kohlern. Die unterschiedlich

großen Appartements wurden

mit größter Sorgfalt gebaut und sind

mit Terrassen oder Balkonen ausgestattet.

Eine optimale Anlage für alle,

die sowohl Ruhe und Komfort als

auch die Nähe zum Zentrum genießen

wollen.

der Gurhof am Rafensteiner Weg

Was gibt es Schöneres, als das

Erwachen am Morgen mit einem

Sonnenaufgang? Am Fuße des Schloss

Rafenstein wird diese Anlage in einer

beneidenswerten Lage errichtet – ein

einzigartiges Wohnprojekt. Der alteingesessene,

bestens bekannte Gurhof

tritt seinen Standort an die gleichnamige

Wohnanlage ab. In perfektem

Einklang mit der Hanglage ranken sich

eine Reihe exklusiver Wohneinheiten

hinauf. Durchdacht geplante Wohnungen

in verschiedenen Größen mit

großzügigen Terrassen, überdachten

Balkonen und Dachterrassen versprechen

eine ausgezeichnete Lebensqualität.

bougainvillage aloe in altenburg

Gurhof am Rafensteiner Weg

gaben dieser Anlage die Namen von

den Pfl anzen Opuntia, Aloe und

Agave.

Leben im Meraner Zentrum

Bereits der Name verrät den Standort

dieser neuen Wohnanlage. Der

Stadtkern, der Zug- und Busbahnhof,

das Krankenhaus und einige Schulen

befi nden sich in der Nähe. Die Position

ermöglicht eine familienfreundliche

Umgebung; alle wichtigen Infrastrukturen

sind zu Fuß erreichbar. Das

Projekt „Merancentrum“ verfügt über

verschiedenste Wohnungstypen. Licht

und Helligkeit sind der gemeinsame

Nenner für alle Wohnungen. Da-

für garantieren die Position und die

großzügigen Balkone. Die Innen- und

Außengestaltung sind gut geplant im

Detail geschmackvoll gestaltet.

Trient, Gardasee und Sardinien

Der Schwerpunkt der Tätigkeit

von Dalle Nogare liegt mittlerweile

in Südtirol. Mit einem großen Projekt

in Trient besinnt sich das Unternehmen

wieder auf seine Wurzeln.

Im Süden der Stadt wird in der so

genannten „Zona-Clarina“ ein großes

Projekt mit 300 Wohnungen realisiert.

Die Größe der Einheiten liegt

zwischen 50 m² und 110 m².

Am Gardasee, in San Sivino, wird

Maison Madeleine in Rentsch

Oberhalb von Kaltern in einer

stimmungsvollen Umgebung entstand

diese Wohnanlage in drei Baulosen.

Im dritten Baulos C stehen exklusive

Wohnungen zum Verkauf. Sonne,

Licht, Duft und ein mildes Klima in

der Hanglage oberhalb von Kaltern

das Projekt „Merancentrum“

Garda - Projekt „da Vida“

derzeit eine bestehende Kubatur mit

25 Wohnungen komplett saniert. Die

Anlage verfügt über einen eigenem

Steg mit direkten Seezugang. Etwas

ganz Besonderes ist das Projekt einer

einzelnen Villa in Porto Cervo auf Sardinien.

Es handelt sich dabei um einen

großzügigen Neubau mit wunderbarem

Meeresblick.

i N F o

dalle Nogare bauunternehmung

Horazstraße 49 - 39100 bozen

Tel. 0471 284 260 - Fax 0471 284 308

info@dallenogare.bz - www.dallenogare.bz

R a d i u S b o x :

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S e R v i C e


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P a G i n i e R u n G

Radius 10/2007

Feinstaub weitgehend im Griff

Die Maßnahmen gegen die Feinstaubbelastung tragen erste Früchte. Die

Überschreitungen der Grenzwerte im Jahr 2007 sind so stark gesunken, dass der

aktionsplan 200 in einigen Gemeinden außer kraft gesetzt werden kann.

Mit der Heizperiode beginnt

jedes Jahr die kritische Zeit für

die Luftqualität. Deshalb hat

das Land schon vor Jahren erfolgreiche

Maßnahmen gegen die größten

Luftverschmutzer erlassen. „Der

Verkehr trägt mit 40 Prozent und der

Hausbrand mit rund 30 Prozent zur

Luftverschmutzung bei. Aufgrund der

günstigen meteorologischen Verhältnisse

in unserem kleinen Einzugsgebiet

und der vielen, erfolgreichen Maßnahmen

konnten wir die jährlichen

Überschreitungen der Grenzwerte

beim Feinstaub drastisch reduzieren“,

freut sich Luigi Minach, Direktor der

Landesumweltagentur.

Maßnahmenkatalog

Die EU-einheitlichen Grenzwerte

für PM10 sind 50 µg/m³ als Tagesmittelwert,

der nicht öfter als 35 Tage

im Jahr überschritten werden darf, 40

µg/m³ gelten als Jahresmittelwert. Um

die Feinstaubbelastung zu drosseln hat

man in Südtirol zahlreiche Maßnahmen

ergriffen. „Diese reichen von der

Einhausung der Stahlwerke über den

Einbau von Filteranlagen, die Errichtung

von Radwegen, den Ausbau des

öffentlichen Verkehrsnetzes, Einsatz

von Erdgasbussen, Aufbau einer

Wasserstoff-Meile bis zu den Verkehrsbeschränkungen,

um nur einige

zu nennen“, betont Umwelt-LR Michl

Laimer. Diese Verkehrsbeschränkungen

in den Ortsgebieten von 16 Gemeinden

gelten noch bis Ende März 2008. Zu

den Gemeinden, in denen Fahrzeuge

der Schadstoffklasse Euro 0 und Euro

1 sowie alle Zweitakt-Motorräder (mit

und ohne Katalysator) morgens und

abends nicht zirkulieren dürfen, zählen

Bozen, Leifers, Branzoll, Pfatten,

Eppan, Meran, Algund, Tirol, Marling,

Tscherms, Lana, Burgstall, Brixen,

Vahrn, Bruneck und St. Lorenzen. Um

die Handhabung der Einschränkungen

und Verbote für die Fahrzeughalter

und die Kontrollen durch die Polizei

zu vereinfachen, haben das Landesmobilitätsressort

und das Landesumweltressort

heuer erstmals gemeinsam

ein Klassifi zierungssystem erarbeitet

und die entsprechenden Schadstoffklasse-Vignetten

an rund 240.000

Autobesitzer verschickt.

Farbige Vignetten

„Diese Vignetten

zeigen durch ihre

Farbe, eine Zahl und

einen Buchstaben

die Schadstoffklasse,

Euro-Klasse und

Betriebsart des Fahrzeugs auf“, erklärt

Gianfranco Jellici, Ressortdirektor im

Amt für Mobilität. „So gibt die Farbe

Auskunft über die Schadstoffklasse

des Fahrzeuges, die nicht immer mit

der Euro-Klasse übereinstimmen muss,

da sie unter anderem vom Treibstoff

(Benzin, Diesel, Gas usw.) und dem

Einsatz eines Dieselpartikelfi lters

(DPF) abhängt. Bei den Partikelfi ltern

wird zwischen solchen mit hohem

Wirkungsgrad (serienmäßig in den

meisten Automodellen eingebaut oder

nachträglich in Lkw einbaubar) und

solchen mit niedrigem Wirkungsgrad

(nachträglich in Pkws eingebaute) unterschieden.

Die Zahl betrifft die Euro-

Klasse, der Buchstabe die Betriebsart.“

Keine Vignetten gibt es für besonders

emissionsreiche Fahrzeuge, also rund

62.000 Euro-0- und Euro-1-Fahrzeuge.

„Es ist ganz einfach: keine Vignette –

keine freie Fahrt“, bringt es Mobilitäts-

LR Thomas Widmann auf den Punkt.

„Für Motorräder und Kleinkrafträder

sind keine Kleber vorgesehen und für

landesfremde Fahrzeuge wird eine

Situationsanalyse in diesem Winter zu

möglichen Lösungen führen“, ergänzt

der Landesrat. Ausschlaggebend für

die freie Fahrt ist aber nicht die Ziffer

auf dem Aufkleber, sondern allein

dessen Farbe. Das eigens eingerichtete

Call-Center hatte im November alle

Hände voll zu tun, um alle Fragen zu

beantworten“ erklärt Jellici.

aktiv für gute Luft

„Es ist uns durchaus klar, dass die

Regelung kompliziert erscheint, die

Handhabung der Fahrverbote wird dank

der Aufkleber aber wesentlich einfacher“,

sind die Landesräte Widmann

und Laimer überzeugt. Die Vignetten-

Aktion hängt eng mit dem Projekt

„Aktiv für gute Luft“ des Umweltlandesamtes

zusammen, das die menschliche

Gesundheit an die erste Stelle

stellt. „Wir unterstützen den Ausbau

des Methangas-Tankstellennetzes, den

Ankauf von Methangas-Bussen, treiben

die Nachrüstung mit Partikelfi ltern

voran, belohnen umweltfreundliche

Autofahrer mit Kfz-Steuerbefreiungen

und setzen auf zukunftsträchtige,

umweltschonende Treibstoffe wie den

Wasserstoff“, zählen die Landesräte Laimer

und Frick einige weitere Maßnahmen

gegen die Feinstaubbelastung auf.

„Heuer ist es uns erstmals auch gelungen,

zwischen Jänner und April ein

Lkw-Fahrverbot für Euro-0- und Euro-

1-Fahrzeuge auf der Brennerautobahn

zu erreichen. Dieses Fahrverbot hat

angesichts der geringen Anzahl (0,5%)

dieser ‚Stinker’ nicht viel gebracht,

„aber wir hatten uns auch nichts anderes

erwartet. Wir haben jetzt die Euro-

2-Lkws ins Auge gefasst, von denen

täglich rund 700 die Autobahn befahren.

Da der Zug nur eine Kapazität von

350 Lkw pro Tag hat, haben wir uns für

ein Nachtfahrverbot entschieden. Wir

erwarten uns das Ok aus Rom spätestens

bis Ende des Jahres, so dass wir

im Jänner 2008 dann starten“, verweist

Luigi Minach auf eine weitere Maßnahme

gegen die Feinstaubbelastung.

aktionsplan ade

Die Überschreitungen der Grenzwerte

sind aufgrund all dieser

Maßnahmen inzwischen stark zurückgegangen.

„Im heurigen Jahr hat es im

Bozner Talkessel bis Anfang Dezember

zehn Überschreitungen gegeben, in

Meran fünf, in Bruneck vier, in Brixen

gar nur eine und in Neumarkt nahe

der Autobahn auch nur sieben. Im

Vergleich dazu wurden in Mailand die

Grenzwerte bereits 111 mal, in Verona

110 mal, in Rom 84 mal und in Bologna

71 mal überschritten“, zeigt Minach

auf. Er und Jellici sind überzeugt,

dass bei einer weiterhin günstigen

Wetterlage 2008 der Aktionsplan außer

Kraft gesetzt werden könnte. „Den

Vorbeugemaßnahmenplan sollten wir

aber beibehalten, denn wenn wir allzu

schnell locker lassen, könnten wir sehr

schnell wieder überhöhte Grenzwerte

erreichen. Eine Schwalbe macht noch

keinen Sommer“, warnt Minach.

i N F o

autonome Provinz bozen

„aktiv für Gute Luft“

info-Hotline: 848 881122

Montag - Freitag, 07.00 - 11.00 / 17.00 - 21.00 uhr

http://www.provinz.bz.it/guteluft

SMS-infodienst Fahrverbote ja: 335 82 49 596

R a d i u S b o x :

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Radius 10/2007

auf dem richtigen Weg

energiepotenzial ausschöpfen, emissionen minimieren. abfallwirtschaft ist in

Südtirol mit der Müllverbrennung vorbildlich.

Gute Nachrichten zur geplanten

thermischen Wiederverwertungsanlage

in Bozen: Die neue

EMPA-Studie über die Emissionen

2007 und deren Beurteilung hat

ergeben, dass die Abfallwirtschaft

in Südtirol Vorbildliches geleistet

hat. Zur bisherigen Reduzierung der

deponierten Mengen, Steigerung

der getrennten Müllsammlung und

Verwertung von Wertstoffen kommen

künftig der vollständige Verzicht auf

direkte Deponierung, die neue Müllverbrennungsanlage

und die Bioabfallvergärung

dazu. Dies alles führt zu

einer noch deutlicheren Verbesserung

der ökologischen Gesamtsituation,

wenn man bedenkt, dass die neue

Generation der Müllverbrennungsöfen

dank aufwendiger Filtertechnologie

so gut wie keine Feinstaubbelastung

verursacht. Die Abfallwirtschaft in

Südtirol hat in den vergangenen

Jahren eine rasante Entwicklung

vollzogen und kann mittlerweile nicht

nur für Italien als vorbildlich eingestuft

werden. Mit den Anstrengungen

der vergangenen Jahre konnten die

direkten negativen Umweltfolgen der

Abfallwirtschaft minimiert werden.

Zudem ist es nicht zuletzt durch

die Wertstoffmengen gelungen, die

wertgebenden Potenziale der Abfälle

zu nutzen. „Die Umweltentlastungen

liegen bereits deutlich über den

zwangsläufig mit der Abfallwirtschaft

verbundenen Lasten“, bestätigt Giulio

Angelucci, Direktor des Landesamts

für Abfallwirtschaft.

Weniger Restabfallmenge –

mehr Wertstoffe

Wurden 1994 noch knapp 80.000

Tonnen Restmüll auf den zahlreichen

Deponien abgelagert und nur 20.000

Tonnen verbrannt, gab es 2005 mit

78.000 Tonnen verbrannten Restmülls

eine Steigerung um das 3,5-fache. Die

deutliche Abnahme der Restabfallmenge

ging Hand in Hand mit einem

deutlichen Anstieg der Abfälle, die als

Wertstoffe ab dem Haushalt getrennt

zur Verwertung bereitgestellt wurden.

Während der Anteil von Altglas, Altmetallen,

Altpapier und Kunststoffen

in den kommenden Jahren konstant

bleiben dürfte, rechnet man bei den

Bioabfällen mit einem erheblichen

Anstieg. Für 2009 erwartet man sich

19.200 Jahrestonnen, von denen

9000 Tonnen in Vergärung behandelt

werden.

Die Restabfallentsorgung des ganzen

Landes soll künftig ausschließlich über

die in Bozen-Süd vorgesehene neue

Müllverbrennungsanlage erfolgen.

Das Einvernehmen zwischen Land

und Stadt Bozen zur Errichtung dieses

neuen Müllverbrennungsofens ist nach

langen Verhandlungen endlich erzielt

worden. Baustart für den neuen Ofen

ist Frühjahr 2008 und die Bauzeit wird

mit rund drei Jahren angegeben. „Die

Kosten für diesen neuen Ofen belaufen

sich auf rund 100 Millionen Euro samt

Bodensanierung. Wenn der neue Ofen

in Betrieb geht, dann werden wir den

bestehenden Ofen abtragen. Die Kapazität

des neuen Ofens liegt bei 130.000

Jahrestonnen, wir können also 30

Prozent mehr verbrennen als bisher“,

erläutert Angelucci und betont „es

werden nur noch Abfälle auf Deponien

abgelagert, die nicht behandlungsbedürftig

sind, wie etwa die Schlacken

der Müllverbrennungsanlage“.

„Dank der getrennten Wertstoffsammlung

und der energetischen Wiederverwertung

der Abfälle sowohl in der

Vergärungsanlage in Lana als auch in

der künftigen Müllverbrennungsanlage

in Bozen werden wir einen großen

Schritt zur nachhaltigen Verbesserung

der Klimabilanz in Südtirol machen“,

ist Angelucci stolz auf die Fortschritte

der Abfallwirtschaft in Südtirol. „Früher

wurden 30 Prozent der Restabfälle

ohne Wärmerückgewinnung verbrannt

und so wurde ein Teil der Energie

verschwendet. Seit 2005 werden zwei

Drittel der Restabfälle verbrannt,

verbunden mit einer Energie- und

Stromrückgewinnung.

Verursacherprinzip richtiger Weg

Laut dem Direktor des Landesamts

für Abfallwirtschaft verursacht eine

ordentliche Müllverbrennungsanlage

der letzten Generation so gut wie keine

PM10-Belastung im Gegensatz zum

privaten Hausbrand. „Joghurtbecher,

die in einer ordentlichen Müllverbrennungsanlage

landen, verursachen

kaum Emissionen. Werden sie hingegen

in einer unkontrollierten Anlage

verbrannt, kann die Belastung je nach

Art der Verbrennung hoch sein. So

erzeugen z.B. fünf Familienhaushalte,

die verbotenen Müll verbrennen,

statistisch gesehen genau so viele

Dioxine wie die gesamte Müllverbrennungsanlage

in Bozen in einem

Jahr“, zeigt Angelucci auf. Ein Drittel

der Gesamtemissionen von PM10 in

der Abfallbewirtschaftung werden

durch die Transporte von Wertstoffen

verursacht, ein weiteres Drittel aus der

Wiederverwertung (Industrie) und nur

noch ein restliches Drittel durch die

Verbrennung. Er ist überzeugt, dass

das Verursacherprinzip der richtige

Weg ist, auch wenn es dazu geführt

hat, dass viele illegal Müll verbrennen.

„Ich plädiere für stärkere Kontrollen

durch die Gemeinden, um diese illegalen

Müllverbrennungen einzudämmen.“

Eine weitere Ökostudie zu PM10

in der Abfallwirtschaft hat ergeben,

dass der Feinstaub hauptsächlich

durch Kompostierung verursacht

wird. Eine Verbesserung könnte erzielt

werden, wenn mehr vergoren anstatt

kompostiert wird. „Wir peilen deshalb

eine Anpassung der heutigen Vergärungsanlage

in Lana an – mit dem

nicht unwesentlichen Zusatzeffekt,

sporadisch auftretende Geruchsbelästigungen

in den Griff zu bekommen“

verrät Angelucci.

R a d i u S b o x :

RCS-Türen für den Stern

Das RCS türenstudio aus Bruneck liefert die innen- und Spezialtüren für das

neue MBC - Mercedes Benz Center in Mailand. eröffnet wird das neue Center

in diesen tagen.

beim Neubau des Mercedes Benz

Center in Mailand konnten die

Pusterer Türenspezialisten um

Reinhold Selva einen ganz besonderen

Auftrag an Land ziehen. Einen Kunden

wie Mercedes zu bekommen passiert

sicher nicht alle Tage. Die Freude über

den Auftrag war groß, „die Verhandlungen

im Vorfeld waren hart, aber

fair“, berichtet Reinhold Selva. Das

Gesamtareal der neuen Mercedes-

Niederlassung erstreckt sich über

knapp sechs Hektar. Überbaut wurde

eine Fläche von ca. 16.300 m². Die

Gesamtkubatur des Objektes beträgt

stolze 215.000 m³. Realisiert wurde

das ganze Objekt innerhalb von nur

zwei Jahren; als Generalunternehmen

für die gesamte Abwicklung war die

Ed. Züblin AG, eine Unternehmen der

Strabag-Gruppe, zuständig. Vertreter

dieser Gruppe waren auch die Verhandlungspartner

für RCS.

Türen in Spezialausführung

Vom RCS Türenstudio wurden die

unterschiedlichsten Türen und Tore an

das Mercedes Benz Center geliefert.

Holztüren, Nass- und Feuchtraumtüren,

Spezial-Schallschutztüren, Glasrahmentüren

mit Stahlzarge, WC- und

Duschtrennwände sowie automatisierte

Schiebetüren aus Glas und Holz.

Georg Steger, Nikolaus Kier und Reinhold Selva (v.l.n.r.)

der Neubau des Mercedes benz Center in Mailand

Die Türen sind in Ausführung und Dimensionen

höchst verschieden und auf

insgesamt sieben Gebäudeeinheiten

verteilt: Im Gebäude 1 wurde die

Markengalerie untergebracht; Ausstellung,

Auslieferung, Bistro und offene

Büros befinden sich in den Gebäuden

2 und 4, die Zentralhalle mit Ausstellungsflächen

betrifft das Gebäude 3;

Verwaltung, Dialog-Annahme und

Versorgung sind im Gebäude 5, Werkstatt

und Express-Service im Gebäude

6, sowie Service und Teilelager im Gebäude

7 untergebracht. Bei all diesen

Baulosen waren nach Funktion und

Sicherheitsbestimmungen die unterschiedlichsten

Anforderungen, was die

Türen und deren Ausführung betrifft,

zu berücksichtigen.

allgemeines über

das RCS Türenstudio

Schwerpunkt der Tätigkeit des RCS

Türenstudio liegt allgemein in der Lieferung

und Montage von technischen

Türen für öffentliche Objektbauten

wie Krankenhäuser, Schulen, Sozialstrukturen,

Pflege- und Altenheime,

hauptsächlich im Raum Südtirol und

im Trentino, jedoch auch mehr und

mehr in Oberitalien.

Aktuell ist derzeit die Erweiterung der

Produktpalette auf Ganzglasanlagen

und Glastrennwände, automatische

Schiebetüranlagen sowie brandneu

im Sortiment, Außenabschlüsse in

Edelstahl und Aluminium. Weitere

Referenzen sind: Kampill Center

Bozen, Marienklinik Bozen, Neubau

Krankenhaus Bruneck, Subaru Italia in

Ala, Istituto Tecnico Commerciale in

Frosinone usw.

i N F o

RCS Türenstudio

Hl.-Kreuz-Straße 7 - 39030 St. Lorenzen

Tel. 0474 474 757 - Fax 0474 476 927

info@rcs-tueren.it - www.rcs-tueren.it

R a d i u S b o x :

Radius 10/2007 37

S e R v i C e


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a k t u e l l

Radius 10/2007

Energieversorgung mit biogas

in Zukunft wird ein wesentlicher Baustein zur nachhaltigen energieversorgung die

Steigerung des anteils erneuerbarer energien sein. eine Maßnahme ist bereits

jetzt der einsatz von Biomasse.

im Jahr 1980 wurde Südtirols erste

Biogasanlage am Ritten errichtet.

Heute sind 27 Anlagen in Betrieb,

drei weitere in Bau bzw. vor der Fer-

tigstellung. In 20 Anlagen wird neben

Wärme auch Strom produziert und

damit 2,4 Promille der Stromproduktion

Südtirols gedeckt.

Symposium zum Thema biogas

Mit diesen Zahlen erhielten die

Teilnehmer einer Fachtagung zum

Thema „Energieerzeugung mit Biogas

in Südtirol“, zu welcher Anfang

November Athesia in Zusammenarbeit

mit dem Fahrzeug-, Motoren- und

Maschinenbauunternehmen MAN

eingeladen hatte, Einblick in die Entwicklung

der hiesigen Biogasschiene.

Kernstück der Biogasanlagen bzw.

Blockheizkraftwerke sind Motoren,

die speziell für den Betrieb mit Biogas

entwickelt wurden und die chemische

Energie des Biogases effizient und

wirtschaftlich, unter Beachtung der

zulässigen Abgasgrenzwerte in Strom

bzw. Wärme umwandeln. Paul Steger

vom Bezirksamt für Landwirtschaft in

Bruneck beschrieb auf der Fachtagung

die gesetzlichen und wirtschaftlichen

Rahmenbedingungen. „Der ökologische

Aspekt der Energieerzeugung

mit Biogas steht außer Diskussion,

ökonomisch betrachtet ist Biogas mit

den fossilen Brennstoffen derzeit noch

nicht konkurrenzfähig. Daher wird

diese Form der Energieerzeugung im

Moment noch auf mehreren Ebenen

gefördert. Diese Förderungen bestehen

einerseits in Landesbeiträgen für die

Investition und zusätzlich mit einer

großzügigen Einspeiseregelung.“

Ausschlaggebend für die Wirtschaftlichkeit

einer Biogasanlage ist neben

dem Verhältnis von Bau- und Betriebskosten

sowie der Förderungen

zueinander insbesondere auch die

chemische Zusammensetzung der Biomasse

und die Qualität der Verarbeitung,

was letztendlich die Gasausbeute

beeinflusst. In Südtirol werden für die

Produktion von Biogas neben Rinder-

mist und Rindergülle auch Kofermente

wie Bioabfälle, Speisefett und Apfeltrester

verwendet.

Gemeinschaftsanlage

in Prad am Stilfserjoch

Auf der Tagung wurde die genossenschaftlich

geführte Gemeinschaftsanlage

in Prad am Stilfserjoch

vorgestellt. Im Jahr 2000 begannen

die ersten Gespräche für den Bau

einer Biofermentierungsanlage. In

der Biogasanlage sollten ca. 12.000

Tonnen Gülle und Festmist sowie ca.

1500 Tonnen Kofermente (Äpfelreste

und Bioöle) vergoren werden. Mit dem

Substrat können rund 600.000 m³

Biogas, bzw. 3.500.000 kWh Primärenergie

gewonnen werden. Mit der

Verwirklichung der Biogasanlage und

der Verwendung des Biogases für die

Herstellung von Fernwärme und Strom

wurde für die Gemeinde Prad ein ökologisch

und wirtschaftlich einmaliger

Fortschritt erzielt. Die mit der Güllewirtschaft

verbundenen Probleme wie

Geruchsbelästigung und Belastung der

Ozonschicht durch entweichende Gase

die erste Gemeinschafts-biogasanlage in Prad

werden mit dem Biogassystem stark

reduziert. Mit der vergorenen Gülle

erhalten die Böden einen hochwertigen

Dünger, welcher die Humusbildung

nachhaltig fördert und die Gewässer

(Oberfächen- und Grundwasser) kaum

mehr belastet; auch ist vergorene

Gülle pflanzenverträglicher. Durch

den organisierten Gülle-Sammeltransport

mit einem großen Güllefass

von der Hofstelle zur Biogasanlage

und von dort als Rückfracht zurück

zu den Feldlagern in den Prader und

Lichtenberger Feldern wird der durch

Einzeltransporte verursachte Verkehr

reduziert.

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P a G i n i e R u n G

Radius 10/2007

Mit biogas in die Zukunft

Das Fahrzeug-, Motoren- und Maschinenbauunternehmen Man stellt

hochentwickelte Motoren für Biogasanlagen her und verfügt in italien über

ein neues Service-Center für die errichtung und wartung der anlagen.

die MAN Nutzfahrzeuge Gruppe,

Geschäftseinheit Motoren, hat

speziell für den Betrieb mit Biogas

in permanenter Forschungs- und Entwicklungsarbeit

Motoren für Blockheizkraftwerke

entwickelt, welche

die chemische Energie des Biogases

effi zient, dauerhaft und wirtschaftlich,

unter Beachtung der Abgasgrenzwerte,

nutzen.

In einer Biogasanlage werden verschiedene

Rohstoffe wie Gülle,

Klärschlamm, anfallende Schlachtab-

fälle, Fette oder Pfl anzen in einen

geschlossenen Fermenter eingebracht,

wo durch anaerobe Gär- und Fäulnisprozesse

Biogas entsteht.

Energie und Wärme

durch bioabfälle

Biogas wird in Blockheizkraftwerken

zur gekoppelten Strom- und

Wärmeerzeugung genutzt. Dies

geschieht über das Prinzip der Kraft-

Wärme-Kopplung, bei welcher sowohl

die anfallende Wärme als auch die

durch die erzeugte elektrische Energie

genutzt wird. Das in der Anlage

entstehende Biogas wird „getrocknet“

(Wasseranteil reduziert) und gereinigt

einem Verbrennungsmotor zugeführt,

welcher einen Generator zur Stromerzeugung

antreibt. Der produzierte

Strom wird vom Anlagebetreiber

genutzt und der Überschuss ins

öffentliche Stromnetz eingespeist und

verrechnet. Die im Abgas und dem

Motorkühlwasser enthaltene Wärme,

die normalerweise ungenutzt verloren

ginge, wird durch einen Wärmetauscher

absorbiert zur Heizung

und/oder Brauchwasseranlage geführt.

Die Kühlwassertemperatur liegt bei

85-90°C, mit Hilfe des Abgases kann

Heizwasser bis zu 100°C erzeugt

werden. Im Sommer, wenn kein Heizenergiebedarf

besteht, kann umgekehrt

eine Kältemaschine zur Klimatisierung

zugeschaltet werden (= Kraft-Wärme-

Kälte-Kopplung).

Höchste anforderung

an die Motoren

Die robusten und kompakten

Antriebsmotoren von Biogas-Anlagen

müssen 8000 Stunden im Jahr

rund um die Uhr zuverlässig arbeiten.

Weitere grundlegende Anforderung ist

es, die von der Biomasse gelieferte Primärenergie

effektiv zu nutzen. Durch

die optimierte Verbrennung können

höchste Wirkungsgrade von 85%

bezogen auf die Primärenergie erreicht

werden, die modernen MAN-Gasmotoren

sind besonders schadstoffarm.

MAN liefert für die Biogasanlagen Reihen-

und V-Motoren von 37 bis 420

kW. Grundmotoren sind die bewährten

MAN-Standardmotoren: Kurbelgehäuse

und -welle stammen aus dem

Dieselmotor, Zylinderköpfe, Kolben,

Aufl adeeinheiten und Ventiltrieb wurden

speziell für die Gasmotoren entwickelt.

Im Unterschied zum Dieselmotor

ist der Gasmotor fremdgezündet und

so weniger hohem Druck ausgesetzt.

Dadurch, sowie durch den konstanten

Motorlauf im Drehzahlbereich von

1500 Umdrehungen sind Gasmotoren

wesentlich langlebiger.

MaN Vertrieb Süd

In Italien ist der MAN Nutzfahrzeuge

Vertrieb in Dossobuono di Villafranca

(VR) vertreten. Die Planung

von Gesamtlösungen in Zusammenarbeit

mit den Projektanten und

Herstellern der weiteren Komponenten

für die Gesamtanlage sowie Verkauf

und Service für Südtirol werden

von CARMAN in Siebeneich/Terlan

betreut. Im Mutterhaus in Nürnberg

ausgebildete Techniker und Mechatroniker

bieten einen umfassenden

Wartungs- und 24-h-Service für die

Motoren. Klaus Kress, Vertriebsleiter

für Italien, erkennt bei den Südtirolern

eine tendenziell höhere Sensibilität

beim Thema Nutzung regenerativer

Energiequellen.

Gemeinden, Unternehmen der Lebensmittelindustrie,

große Bauernhöfe,

Wein- und Obstbaugenossenschaften

können ihren Energieverbrauch

über

die Verwertung der

eigenen Abfallprodukte

sichern.

„Auch wenn noch

eine gewisse Skepsis

gegenüber Biogasanlagen

gegeben

ist, so liegt in

Klaus Kress

der Nutzung der

vorhandenen regenerativen Ressourcen

ein großes Potential für künftige

Energiesparmaßnahmen. Ganz abgesehen

von den Vorteilen der Unabhängigkeit

von fossilen Brennstoffen,

den zentralen Stromversorger und

der Möglichkeit, die reichlich vorhandene

Biomasse mehrfach und damit

wirtschaftlicher zu nutzen und zudem

geruchsfrei zu verwerten. Durch den

Verkauf des produzierten Energieüberschusses

und die staatlichen Förderungen

kommen auch wirtschaftliche

Aspekte zum Tragen.“

i N F o

CaRMaN GmbH

Greifensteiner Weg 4 - 39018 Terlan

Tel. 0471 507 297 - Fax 0471 204 246

www.carmantrucks.com - info@carmantrucks.com

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S e R v i C e


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P a G i n i e R u n G

Radius 10/2007

Gas – Kraftstoff der Zukunft

Steigende Benzin- und Dieselpreise steigern den Frust der autofahrer. Mit erdgas

geht es wesentlich billiger. immer mehr Südtiroler tankstellen sollen dafür ihre

eigene Gas-Zapfsäule erhalten.

Energie und Kraftstoff sparen

liegt hoch im Trend. Doch was

tun, wenn das Auto täglich für

den Weg zu Arbeit benötigt wird?

Zukunftsweisend sollte jeder über-

Klaus Ladinser und Elmar Pichler Rolle

legen, ob sich bei der Anschaffung

eines Neuwagens nicht der Umstieg

auf ein gasbetriebenes Auto lohnt.

Die Anschaffungskosten liegen zwar

zwischen 2000 und 4000 Euro über

dem Preis konventionell angetriebener

Pkw, doch auf Dauer rechnet sich die

Anschaffung, denn Spritpreise und

Sterereinsparung machen das Ganze

bald wieder wett. Natürlich kann man

auch nachrüsten.

Flächendeckendes

Netz angestrebt

Seit Jahren steht das Bozner

Unternehmen Alpengas für diese

umweltfreundlichere Methode der

Fortbewegung. Hauptanliegen des

Unternehmers Haimo Staffl er ist es,

die nötigen Strukturen im Land zu

schaffen, denn ohne Tankstellen, die

schnell und bequem für jedermann zu

erreichen sind, macht das Unterfangen

keinen Sinn. Ein fl ächendeckendes

Netz ist das Ziel, bedeutende Grundpfeiler

wurden schon gesetzt. In der

Bozner Industriezone wird im kommenden

Jahr die bereits bestehende

Tankstelle von Alpengas ein komplett

neues Gesicht erhalten. Auch die

Verbindung zum Vinschgau ist auf der

Mebo gut abgedeckt. Probleme mit der

Betankung bestehen nach wie vor in

den Tälern. Ganz anders zeigt sich da

das Bild in Deutschland, wo die Politik

den Bau der Erdgastankstellen begrüßt

und fördert. 765 Tankstellen zählte das

deutsche Erdgas-Tankstellennetz im

November.

beitrag für eine saubere umwelt

Traditionell mit Benzin oder Diesel

betriebene Kraftfahrzeuge gehören zu

den Hauptverursachern der Luftverschmutzung.

Sie pusten schädliches

Kohlenmonoxid in die Umgebung.

Erdgas enthält im Vergleich zu anderen

Kraftstoffen weniger umweltschädigende

Kohlenstoffverbindungen.

70 Prozent weniger Kohlenmonoxid

und fast 90 Prozent weniger Nicht-

Methan-Kohlenwasserstoffe und

Stickoxide werden beim Erdgasbetrieb

ausgestoßen.

Aber ein weiterer Faktor ist ausschlaggebend,

sich für Erdgas zu entscheiden:

Erdgas ist statistisch noch über

90 Jahre in ausreichender Menge

vorhanden, die Ölreserven gehen in

30 bis 40 Jahren zu Ende. Als Alternative

rückt verstärkt das Biogas ins

Visier, mit dem – bei entsprechender

Aufbereitung – ebenso die Erdgasautos

betankt werden können. Noch fehlen

die technischen und gesetzlichen

Voraussetzungen, doch das Bild von

der Biogasanlage im Kuhstall und der

direkt daran angeschlossenen Tankstelle

für Auto und Traktor scheint gar

nicht mehr so abwegig.

Tanken zu Hause

oder im Hinterhof

„Phill“ heißt das kleine, kompakte

Gerät der Marke FuelMaker zur Betankung

von Fahrzeugen mit Erdgas,

das in immer mehr Südtiroler Garagen

Einzug hält. Das bedeutet unabhängiges

Tanken zu jeder Zeit: Einparken,

anschließen und bald ist der Wagen

für die nächste Ausfahrt voll betankt

und startklar. Voraussetzung für die

moderne Heimtankstelle ist eine tragfähige

Wand und der Anschluss des

Hauses an das öffentliche Erdgasnetz.

autos, die mit Erdgas betrieben werden, sind trotz höherer anschaffungskosten insgesamt oft billiger.

Zum Anschließen des FuelMakers an

das Fahrzeug benötigt man nur wenige

Augenblicke. Die Füllkupplung wird

an das Fahrzeug angeschlossen und

der Startknopf gedrückt. Ist das Auto

voll betankt, wird der Befüllprozess

automatisch abgebrochen, er kann

aber auch mechanisch abgeschaltet

werden. Anders als bei den großen

Anlagen füllt der FuelMaker maximal

bis 200 bar, die Füllung eines 80 Liter-

Erdgastanks dauert bei 20°C ungefähr

acht Stunden.

Sicher tanken

Natürlich kann das Gerät auch im

Freien aufgestellt werden. Es wird

dann auf eine feste Grundplatte montiert

und ans Gasnetz angeschlossen.

Das Betanken mit Erdgas ist absolut

sicher, da durch entsprechende Vorrichtungen

beim Tanken absolut kein

Gas entweichen kann.

Viele Unternehmen und öffentliche

Körperschaften haben bereits begonnen,

ihren Fuhrpark auf den umweltfreundlichen

Kraftstoff Erdgas

umzustellen. Die Gemeinde Bozen hat

bereits 29 gasbetriebene Fahrzeuge

in Betrieb. Sie werden im Hof der

SEAB aufgetankt. Dies bringt mehrere

Vorteile gleichzeitig: niedrigere Kraftstoffkosten,

das Auftanken über Nacht

erspart Zeitverluste und es sind keine

Extrafahrten zur Tankstelle mehr nötig.

Diese Geräte werden exklusiv in Italien

von der Firma Alpengas vertrieben. Sie

werden zum Kauf angeboten, können

aber auch gemietet werden.

autoindustrie zieht nach

Ein Kilogramm Erdgas kostet

derzeit etwas mehr als 80 Cent. Erdgas

wird nicht in Litern gemessen, sondern

in Kilogramm. Ein Kilogramm Erdgas

entspricht dem Energiegehalt und

der Fahrleistung von etwa 1,5 Litern

Benzin oder 1,4 Litern Diesel. Doch

diese Kraftstoffe werden wohl bald das

Doppelte kosten. „Mit den steigenden

Ölpreisen auf dem Weltmarkt wird sich

die Situation weiter zuspitzen, zwei

Euro pro Liter Benzin und mehr sind

ganz sicher nicht utopisch“, betont

Unternehmer Haimo Staffl er.

Deshalb musste auch die Autoindustrie

reagieren. Immer mehr Hersteller bringen

ihre erdgasbetrieben Neuwagen

bereits serienmäßig ab Werk auf den

Markt. Fiat war dabei ein Vorreiter,

inzwischen sind Doblò, Multpla, Panda

und Punto als gasbetriebene Ausführungen

zu haben.

Auch andere Hersteller haben nachgezogen.

VW bietet den Touran EcoFuel

und den Caddy Ecofuel an, Citroën ist

mit dem Berlingo Multispace und dem

C3 serienmäßig dabei, Ford hat den

Focus C-MAX und Ford Focus CNG

auf dem Markt. Bei Opel sind es Opel

Combo CNG, Opel Combo Tramp CNG

und der Zafi ra B CNG. Selbst Mercedes

kann mit einem Modell, dem E 200

NGT Kompressor aufwarten.

„Die Automobilindustrie ist sicher die

treibende Kraft. Vom Modell Fiat Panda

mit Gasbetrieb wurden in diesem

Jahr bereits 60.000 Stück verkauft,

das ist richtungsweisend. Doch die

Fahrzeuge benötigen bequeme Strukturen

zur Betankung. Unser Ziel ist es

deshalb, an allen wichtigen Südtiroler

Verkehrsknotenpunkten Gastankstellen

zur Verfügung zu stellen, die auch mit

24-Stunden-Self-Service arbeiten. Nur

so wird die Sache für alle attraktiv“,

ist sich Haimo Staffl er sicher.

i N F o

alpengas

Keplerstraße 1 - 39100 bozen

Tel. 0471 301 853

info@alpengas.it - www.alpengas.it

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Radius 10/2007

intelligente Entscheidung

Der weltweite energieverbrauch hat sich seit 1 70 verdoppelt und wird sich bis

2030 voraussichtlich verdreifachen. Die Folge: Die fossilen Brennstoffe Öl und Gas

schwinden und die energiepreise steigen.

Energieeffizienz ist heute gefragt,

um gelassen in die Zukunft zu

blicken. Das Angebot an Heizanlagen

wird immer umfangreicher,

differenzierter und für den Verbraucher

unüberschaubarer. Das zentrale

Interesse des Hausherrn liegt dabei

in der Frage nach kostengünstigen

Alternativen. Das Thema wird umso

dringlicher, je mehr die Kosten für

fossile Energieträger, wie Erdöl und

Erdgas nach oben schnellen. Aber es

ist nicht nur eine Frage der Kosten.

Vor allem das Heizen mit fossilen

Brennstoffen ist schuld, dass private

Haushalte jährlich 180 Millionen Tonnen

schädliche Treibhausgase in die

Atmosphäre pusten. Dabei kann man

heute längst auch umweltfreundlich

heizen...

Lohnende investitionen

Klimaschädliche Emissionen und

Heizung waren bis vor wenigen

Jahren noch unzertrennliche Begriffe.

Inzwischen bieten moderne Techniken

und moderate Kosten interessante

Alternativen. Angesichts der explodierenden

Preise für fossile Energieträger

lohnt sich jede Investition, die

einen Haushalt davon unabhängiger

macht. Eine möglichst stabile Energieautonomie,

um auch für eine Zukunft

ohne fossile Energieträger gerüstet

zu sein, erscheint deshalb von großer

Bedeutung. Das Schlagwort diesbezüglich

lautet „erneuerbare Energie“.

Erste und mächtigste Quelle all dieser

Energielieferanten ist die Sonne. In

weniger als vier Stunden strahlt sie

den Jahresenergiebedarf der gesamten

Weltbevölkerung auf die Erde – und

das völlig kostenlos. Solarenergie

(Photovoltaik, Solarthermie, Solarchemie...)

ist neben der Bioenergie, der

Wasserkraft, der Windenergie und der

Geothermie eine äußerst interessante

Energiealternative. Welche Formen der

Energie ein Haus- bzw. Wohnungsbesitzer

letztendlich wählt, hängt von

vielen verschiedenen Faktoren ab.

„Ein Heizsystem muss passen, wie eine

zweite Haut“. Christine Romen, Bau-

und Energieberaterin der Verbraucherzentrale

Südtirol ist überzeugt. „Bei

der Entscheidung für die individuell

richtige Heizung müssen Vor- und

Nachteile der einzelnen Systeme verglichen

und gegeneinander abgewogen

werden.“ Ist das Heizen mit Öl oder

Gas denn überhaupt noch zeitgemäß?

Lohnen sich Alternativen wie Holz-

pellets-Kessel oder der Einsatz einer

Wärmepumpe? Wann ist der Einbau

einer Solaranlage sinnvoll?

„der Preis ist heiß!“

Antwort auf diese und mehr Fragen

liefert das sogenannte „Heizkesselbarometer“.

Es bietet die Möglichkeit in

diesem komplexen Bereich vergleichende

Daten zu erhalten und mit

seiner Hilfe gelingt es, sich ein Bild

über die verschiedenen Möglichkeiten

der Beheizung der eigenen vier Wände

und der jeweiligen Kosten zu verschaffen

(siehe Kasten). „Und der Preis ist

heiß“, so die Energieberaterin. „Im

wahrsten Sinne des Wortes, denn jene

Heizanlagen, die in der Anschaffung

am günstigsten sind, verlieren durch

diesen Vergleich an Attraktivität.

Zwischen dem teuersten System, der

Flüssiggasanlage, und dem billigsten

System, dem Scheitholzkessel, liegt der

beeindruckende Preisunterschied von

über 56%.“

Spartipps Heizung

• Heizung um 1 Grad herunterdrehen

(-1%)

• Rollläden schließen – sind zusätzliche

Wärmedämmung (-30%)

Heizkosten.

• Undichte Stellen (Spalten und Ritzen)

schließen.

• Wenn durch Steckdosen einströmt,

evtl. mit Abdichtband schließen.

Radius 10/2007 45

a k t u e l l


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S e R v i C e / a k t u e l l

• Stoßlüften statt Fenster kippen.

Zwei- bis dreimal am Tag fünf

Minuten.

• Warme Luft steigt auf: ein Deckenventilator

schaufelt die Luft

nach unten und die Heizung kann

niedriger gedreht werden.

• Heizkörper regelmäßig entlüften

• Elektronische intelligente Thermostatventile

senken nachts die

Raumtemperatur.

Gas, Öl, Holz? Sonne? Lüftung?

Vielfalt hat bei Hoval System.

Seit über 40 Jahren auch in

Südtirol.

Das Unternehmen bietet ein breites

Angebot von innovativen Systemen

im Bereich der Heiz- & Lüfttechnik

an. Mit den energieeffi zienten Öl- und

Gasheizungen HOVAL UltraGas® und

HOVAL MultiJet® revolutionierte Hoval

1990 die Gas- und Öl-Brennwerttechnik.

Darüber

hinaus bietet Hoval

auch schlüsselfertige

Systeme

an, die auf den

erneuerbaren Energieträgern

Sonne,

Erdwärme, Stückholz

und Pellets

basieren.

Durch den wachsenden

Einsatz von

Alternativenergien

wird die Regelungstechnik

immer

• Vor dem Schlafengehen die Temperatur

auf 15 Grad senken (-30%)

• Nichts auf Heizkörper legen

• Heizungsrohre im Keller isolieren

• Heizungspumpe bedarfsgerecht

einstellen

Heizkesselbarometer

Das Heizkesselbarometer geht von

einem Gebäude mit einer Leistung

wichtiger. Das TopTronic®-Regelsystem

setzt hierbei neue Maßstäbe in

der Systemtechnik. Durch ein einziges

Regelungssystem kann der Energieeinsatz

vom Benutzer mittels einfacher

und klarer Handhabung optimiert

werden.

Wohnungslüftung

für Klimahaus-Standard a

In den Bereichen Lüftung und

Klima sorgt Hoval mit innovativen

Produkten und Lösungen für Industrie

und Private für frischen Wind. Besonderen

Erfolg haben die HomeVent®-

Anlagen im Bereich der kontrollierten

Wohnungslüftung für den Einsatz im

Klimahaus-Standard A. In Kombination

mit einer Wärmepumpe wird der

Wohnungskomfort spürbar gesteigert

und die Umwelt zusätzlich geschont.

Umfassende Beratung und kompetenter

Service sind inbegriffen.

Als Technologiepartner arbeitet Hoval

im Rahmen des Energiesparprojekts

von 15 kW und einem Jahresnutzungsbedarf

von 15.000 kWh, also

einem durchschnittlichen Gebäude

der Wärmeschutzklasse „C“ aus.

Berücksichtigt sind die Kosten für die

Anschaffung eines Heizkessels sowie

die nachfolgenden Brennstoffkosten

und die Wartung.

Infos: www.consumer.bz.it

R a d i u S b o x : „Zapfsäule“ Sonne

Kurzübersicht:

Anlage Preisvergleich

Heizöl 100%

Erdgas 69%

Flüssiggas 121%

Scheitholz 54%

Hackschnitzel 70%

Pellets 64%

Fernwärme 61%

Tiefenbohrung mit

Wärmepumpe

Flächenkollektor

mit Wärmepumpe

Stand: März 2007/G. Gantioler

mit der Geometerschule „Peter Anich“

Bozen zusammen, wobei die Anforderungen

der Klimahaustypen hinsichtlich

Lüftung, Wärmedämmung und

Sanierungsmaßnahmen untersucht

werden. Die Schüler führen Klimahausberechnungen,

Thermoaufnahmen

und Luftdichtheitstest durch.

Im Januar 2008 wird Hoval seine

innovativen Lösungen auch wieder

auf der Klimahouse-Messe in Bozen

vorstellen und Sie gerne und ausführlich

beraten.

i N F o

HoVaL italia - Filiale bozen

Linkes Etschufer 12 - 39100 bozen

Tel. 0471 631 194 - Fax 0471 631 342

info@hoval.bz.it - www.hoval.it

80%

64%

Die größte, direkte Energiequelle

unseres Planeten ist die Sonne.

Die älteren Formen des irdischen

Lebens, Bakterien und Pfl anzen,

haben sich daran perfekt angepasst.

Die Photosynthese erlaubt ihnen,

das Sonnenlicht aufzufangen und

selbständig chemische Energie zu

erzeugen. Dabei wandeln sie Kohlendioxid

und Wasser, welches der Luft als

Gas entnommen wird, in Zucker sowie

Sauerstoff um. In Zahlen formuliert:

aus jeweils sechs Molekülen Kohlendioxid

und sechs Molekülen Wasser

entstehen ein Molekül Kohlehydrat

(Glukose oder Zucker) und sechs

Moleküle Sauerstoff. Dieser Sauerstoff

wird von der Pfl anze wieder in die

Atmosphäre abgegeben. Damit stammt

ein großer Teil des Sauerstoffs, den

Menschen und Tiere einatmen, aus der

Photosynthese. Bei unserer Atmung

spielt sich im Prinzip gewissermaßen

eine Umkehrung der Photosynthese

ab: die in unserer Nahrung steckende

Energie wird durch Verbrennung für

den Organismus verfügbar. Dabei wird

Sauerstoff verbraucht; Wasser und

das Kohlendioxid, welches bei diesem

Verbrennungsprozess entsteht, atmen

wir aus und geben es somit wieder an

die Atmosphäre ab.

Energieausbeute bemerkenswert

Die Sonne „anzuzapfen“ und von

ihr mehr als Wärme zu erhalten ist

Menschheitstraum. Mit der Photovoltaik-Technik

ist man auf diesem

Weg schon ein beträchtliches Stück

gegangen. Allerdings kommen die

Solarzellen, die heute im Einsatz sind,

auf einen viel niedrigeren Wirkungsgrad

als der natürliche Vorgang. Die

Photosynthese erreicht die erstaunliche

primären Energieausbeute von mehr

als 80%. Langfristige Forschungsprojekte

hatten und haben weiterhin

zum Ziel, das von der Natur auf so

raffi nierte Weise vorgegebene Prinzip

der Umwandlung von Lichtenergie in

chemische oder mechanische Energie

zu entschlüsseln und die Ergebnisse

für die Energiegewinnung nutzbar

zu machen bzw. für die Nutzung von

Wasserstoff als nachhaltigen Energieträger

einzusetzen.

R a d i u S b o x :

Radius 10/2007 47

a k t u e l l


4

a k t u e l l

Radius 10/2007

die Kunst des bierbrauens

Die kunst des Bierbrauens hat eine etwa 6000 Jahre alte Geschichte. Zwischen

euphrat und tigris im damaligen Mesopotamien wussten schon die Sumerer die

vier elemente in der Braukunst einzusetzen.

Wasser in bester Qualität, das

braucht man zum Bierbrauen,

das ist allgemein bekannt. Nur

dort, wo gutes Wasser in ausreichender

Menge zur Verfügung stand, wurden

Brauereien angesiedelt. Was es mit den

vier Elementen genau auf sich hat, erklärt

uns Margherita Fuchs von Mannstein

von der Brauerei Forst: „Erde,

Wasser, Feuer und Luft sind auch heute

noch die Grundlagen des Bierbrauens.

Aus der Erde kommen der Hopfen und

je nach Biersorte die notwendigen

Getreidearten. Reines,

weiches Wasser entspringt dem

Marlinger Berg. Im Sudhaus

ist Wärme – und damit das

Feuer – das nächste benötigte

Element und zu guter letzt ist

Luft bzw. der Sauerstoff zusammen

mit der Hefe wichtig für

Margherita Fuchs den Gärvorgang. Der Einsatz

von Mannstein dieser Elemente und das richtige

Zusammenspiel sind auch

heute noch ausschlaggebend für die

Qualität des Bieres. Nicht zu vergessen

natürlich der manuelle Einsatz samt

der Erfahrung unseres Braumeisters

und seiner Mitarbeiter.“

Ein Stern für den braumeister

Ein sechszackiger Stern ist seit

tausenden Jahren das Symbol des

Braumeisters (siehe Abbildungen). Dabei

stehen vier Zacken symbolisch für

die vier Elemente und zwei Zacken für

die manuelle Kunst des Braumeisters.

Bierbrauer vergangener Zeiten waren

auch verwandt mit den Alchimisten,

die nach dem „Stein der Weisen“ oder

dem Gral suchten.

Der aus der babylonischen Kultur

stammende Stern definiert eine

interessante Wertestellung. Demnach

werden zwei Drittel (vier Zacken) der

Natur zugeordnet und ein Drittel (zwei

Zacken) der manuellen Arbeit, sprich

der Kunst des Braumeisters. Damit

wurde in Babylon das Umfeld des

Bierbrauens wesentlich realistischer

eingeschätzt als die Kunst der Architekten

und Baumeister, die bekanntlich

vergeblich versucht hatten, einen

Turm bis zum Himmel zu bauen. Der

sechszackige Stern hat als Symbol die

Jahrtausende überdauert und steht für

Tradition und Qualität. Die Geschichte

des Turmbaues zu Babel wird ebenfalls

heute noch zitiert, allerdings negativ

behaftet und im Umfeld von Hochmut

und unrealistischen Plänen.

Geschichte(n) der braukunst

In unseren Breitengraden wurde die

Braukunst im Mittelalter über die Kurie

und in den Klöstern gepflegt und weiterentwickelt.

Aus dieser Zeit stammt

auch die Einstufung, wonach Bier kein

Getränk, sondern ein Nahrungsmittel

ist. Im Benediktinerkloster in München

z.B. wurde das 40-tägige Fasten vor

Ostern sehr ernst genommen. Gegen

den Hunger wurde ein sehr starkes

Bier gebraut, welches die Benediktiner

meist im Übermaß genossen. Das blieb

auch dem Bischof nicht verborgen und

daher wurde eine Verordnung herausgegeben,

wonach maximal vier Maß

(vier Liter) pro Tag konsumiert werden

durften. Eine weitere Regel stammt

ebenso aus dem Mittelalter: Frauen

und Schwarze Katzen wurden von den

Braustuben fern gehalten. Man schrieb

ihnen einen negativen Einfluss auf

den Brauvorgang zu. Dafür durften die

Frauen den Männern damals das Bier

Ein braumeister mit den typischen insignien und

attributen seines berufstandes. um den Kopf trägt er den

sechseckigen braustern. (abb. aus dem 18. Jahrhundert)

servieren. Rühmliche Ausnahme war

der Reformer Martin Luther. Er hat nur

Bier getrunken, welches von seiner

Frau gebraut wurde.

Dazu noch ein zugegebener Maßen

deftiger Spruch aus dieser Zeit. „Die

Hefe frisst den Zucker, verdaut ihn,

scheißt in als Alkohol aus und furzt

die Kohlensäure dazu…“.

Derlei und mehr ist zu finden in dem

Buch „Urbock - Bier jenseits von

Hopfen und Malz“ erschienen im AT-

Verlag, ISBN 3-85502-553-3.

i N F o

brauerei Forst aG

Vinschgauer Straße 8 - 39022 Forst/algund

Tel. 0473 260 111 - Fax 0473 448 365

info@forst.it - www.forst.it

R a d i u S b o x :

Professionell und kundennah

Die allianz-Gruppe ist nach der Übernahme von loyd atriatico und RaS die

nummer zwei im italienischen versicherungswesen. eine Situation die auch für die

agentur armin thurner vorteile mit sich bringt.

die Allianz Versicherungsgruppe

war in Südtirol schon in den

vergangenen Jahren stark präsent.

Grund dafür war nicht die gesamtita-

lienische Stärke, sondern die sprachliche

und kulturelle Nähe zu Österreich

und Deutschland. In den deutschsprachigen

Tageszeitungen, Magazinen

und im TV war die Allianz massiv präsent.

Nicht zu vergessen die Allianz-

Arena die für zahlreiche Fußballfans

eine Art Mekka darstellt! Dazu Armin

Thurner: „ Bei uns ist im vergangenen

Jahr einiges in Bewegung geraten.

Zum einen mit dem Bersani-Gesetz,

das für die Kunden einen wesentlich

besseren Schutz bietet und da bin

ich voll dafür. Dass es zehnjährige

Laufzeiten von Policen nicht mehr

gibt, ist in Ordnung. Wenn man eine

seriöse Leistung bringt wird der Kunde

ohnehin bleiben. Abgesehen davon

haben wir gute Chancen, neue Kunden

zu bekommen, die jederzeit von anderen

Gesellschaften weggehen können.

Allerdings ist die Art und Weise, wie

es eingeführt wurde, auf keinen Fall in

Ordnung. Typisch – zuerst passiert 30

Jahre nichts und dann wird mit einem

Ruck alles über den Haufen geworfen;

wie sich jetzt herausstellt, auch

in einigen wesentlichen Punkten zum

Nachteil der Kunden.“

Eine gute Versicherungskultur

In Südtirol muss man den Versicherungen

zugestehen, dass schon in den

vergangenen Jahrzehnten viel seriöser

gearbeitet wurde als im restlichen Ita-

allianz-arena in München bei Nacht

lien. Minister Bersani wollte mit seinem

Gesetz die zahlreichen „Schwarzen

Schafe“ eliminieren. Allerdings

hat er damit verwaltungstechnisch

eine Situation geschaffen, welche

kaum die großen Gesellschaften trifft,

sondern die Versicherungsagenturen

finanziell stark belastet und einen enormen

zusätzlichen Aufwand mit sich

bringt. Dazu Armin Thurner weiter:

„Man muss sich das einmal vorstellen;

ein neuer Kunde kommt zum mir ins

Büro und bevor ich ihm ein Angebot

unterbreiten darf, muss er die Formulare

7A und 7B unterschreiben. Das

sind reine Informations-Formulare,

aber es gibt immer wieder Kunden, die

wieder gehen, weil sie im Vorhineinen

einfach nichts unterschreiben wollen.

Noch dazu müssen alle diese Formulare

als Original abgelegt werden.

Auch sind die Kunden durch massive

mediale Berichte und über Verbraucherschutz-Organisationen

zum Teil

nur einseitig informiert worden. Wir

haben einen enormen Zeitaufwand,

den Kunden die neue Situation zu

erklären.“

Ein starkes Service-Paket

Man sollte klar unterscheiden

zwischen der Versicherungskultur wie

sie in Südtirol vorherrscht und jener

im restlichen Italien. Das betrifft nicht

nur die Agentur, sondern auch die

Kundenseite. „Wir haben zu vielen

unserer Kunden ein partnerschaftliches

Verhältnis und setzen uns voll

für ihre die Belange ein; und der

Großteil unserer Kunden weiß dies

auch zu schätzen. Aus unserer Sicht

haben Versicherungen zu Unrecht ein

relativ schlechtes Image. Leider wurde

wegen einiger schwarzer Schafe eine

ganze Branche in Verruf gebracht. Was

unsere Beratung und Dienstleistungen

betrifft, so sind diese in einem Umfang

kostenlos, wie in kaum einer anderen

Dienstleistungsbranche.“ Dazu führt

Armin Thurner einige Beispiele an:

Beratung im Vorfeld, Stilllegung und

Wiederaufnahme von Versicherungspolicen,

jährlicher Versand für Fälligkeiten

der Policen, Umschreibungen,

Vinkulierungen von Feuerversicherungen

und vieles mehr.

die allianz-Gruppe

ein starker Partner

Das Bersani-Gesetz gibt den

Agenturen die Möglichkeit, mehrere

Versicherungen zu vertreten, ähnlich

wie bisher die Versicherungs-Broker.

Für Armin Thurner kommt dies aber

kaum in Frage. „Wir als Agentur und

auch unsere Kunden haben bisher mit

der Allianz-Subalpina sehr gute Erfahrungen

gemacht. Die neue Allianz-

Gruppe mit den Divisionen Allianz-

Subalpina, Allianz-RAS, Allianz-Loyd

Adriatico und der Allianz-Bank für

Finanzdienstleistungen gehört jetzt

zu den größten Versicherungen in

Italien. Wir als Agentur profitieren

durch kompetente Betreuung davon;

bessere Angebote und noch mehr

Garantien kommen eindeutig auch den

Kunden zu gute. Diese Vorteile werden

unsere Mitarbeiter im Innen- und

Außendienst durch gute Beratung und

Kundennähe auch weitergeben.“

i N F o

allianz-Subalpina

agentur armin Thurner

Leonardo-da-Vinci -Straße - 39100 bozen

Tel. 0471 979 415 - thurner.versichert@dnet.it

Radius 10/2007 4

S e R v i C e


Leitner: Ökologie im aufwind

nachdem leitneR teCHnOlOGieS 2003 ihren ersten windgenerator auf der

Malser Heide in Betrieb genommen hat, ging die entwicklung der anlagen stetig

voran. Seit Herbst 2007 verfügt nun erstmals eine Skidestination in Österreich

über eine windkraftanlage der Megawatt-klasse.

Es handelt sich dabei um einen außergewöhnlichen

Windgenerator,

der mit seinem Standort auf über

1.800 Meter zu den höchst gelegenen

der Welt gehört. Das ausgeklügelte

Leitwind 77 in uthumalai, indien, errichtet Ende September

Konzept und die revolutionäre Technik

dieses Windegenerators des Typs LEIT-

WIND LTW77 machten es möglich Energie

ausgesprochen umweltfreundlich

zu gewinnen, Fixkosten des Betreibers

zu reduzieren und zusätzliche Einnahmen

zu ermöglichen.

der neue Weg

Mit Beginn dieser Wintersaison

beschreitet man in der Steiermark

damit völlig neue Wege. Als Auftraggeber

für das zukunftsweisende

Projekt fungieren die Betreiber der

Salzstieglbahnen. Dazu Friedl Kaltenegger,

Skigebiet Salzstiegl und

Hotel Moasterhaus: „Energie ist neben

unseren Personalausgaben der zweitgrößte

Posten. Irgendwann kam der

Gedanke, dort ein Windkraftwerk zu

errichten. Die Messergebnisse sind viel

versprechend.“

Mit der Energie, die der Windgenerator

liefert, sollen die Bahnen und

die Infrastruktur des Skigebietes wie

Hotel und Almhütten versorgt werden.

Überschüssiger Windstrom wird in

das lokale Stromnetz eingespeist und

vergütet. Auf diese Weise profi tieren

nicht nur die Betreiber des Skigebietes,

sondern auch die Gemeinde.

Die technischen Merkmale der Anlage

in Salzstiegl ähneln jenen der Versuchsanlage

in Mals. Die Gesamthöhe

beträgt 105 Meter (Turm 65 Meter), der

Rotordurchmesser 77 Meter.

Eine technische Neuheit ist das Erfassungssystem,

das an den Rotorblättern

installiert wurde. Durch dieses System

wird die Bildung von Eis erfasst und

ausgewertet. Sobald die Werte eine

vorher programmierte Grenze überschreiten,

schaltet die Anlage automatisch

ab. Damit kann Eiswurf auf

die nahe gelegenen Pisten verhindert

werden. Immerhin könnte das Eis

durch die Drehung der Rotorblätter mit

einer Geschwindigkeit von 300 km/h

weggeschleudert werden.

Zukunftsmarkt indien

Auch der indische Markt ist für

LEITWIND ausgesprochen attraktiv. So

ging vor kurzem im Süden des Landes

der erste Windkraftgenerator der Südtiroler

in Betrieb, der mit Partnerunternehmen

vor Ort errichtet wurde. Bei

einer Nennleistung von 1,5 MW wird

die Jahresproduktion 4 Millionen kWh

betragen, der LTW77 sichert damit

den jährlichen Strombedarf für 4 000

Haushalte der Region Uthumalai.

„Die meteorologischen Bedingungen

sind in Indien ganz anders als im

österreichischen Skigebiet Salzstiegl,

wo zeitgleich ein LEITWIND installiert

wurde. Nach den zwei Prototypen in

Mals hat unsere Firma die Produktion

von Windkraftgeneratoren in vollem

Umfang aufgenommen. Wir sind

stolz, in zwei Erdteilen zur gleichen

Zeit zwei Anlagen zu übergeben“, so

Anton Seeber, Mitglied des LEIT-

NER-Verwaltungsrates, der für diesen

jungen, aber aufstrebenden Produktionszweig

in Sterzing verantwortlich

zeichnet. Hohe Luftfeuchtigkeit und

Temperaturen bis 50° C, Monsunregen

und heftige Winde sind nur einige

der Herausforderungen. Dazu müssen

die elektrischen und elektronischen

Schalttafeln gegen Tiere, unter anderem

gegen giftige Schlangen, abgesichert

werden.

Weitere Anlagen in Indien sind bereits

fi x. In wenigen Wochen wird noch

ein Windrad in Betrieb gehen, für das

nächste Jahr wird ein Windräderpark

in Indien mit einer Leistung von 60

Skigebiet Salzstiegl mit Windgenerator

MW mit LEITWIND projektiert. Vor

diesem Hintergrund hat LEITNER

TECHNOLOGIES im indischen Chennai

8 Hektar Grund erworben. Dort will

man ab März 2008 eine Fabrik für

den Bau von Windkraftanlagen für

den fernöstlichen Raum errichten.

„Der Hauptsitz des Unternehmens, die

technischen Büros sowie die Einrichtungen,

die für Forschung und Entwicklung

erforderlich sind, verbleiben

jedoch in Sterzing“, präzisiert Michael

Seeber.

i N F o

Leitner aG

brennerstraße 34 - 39049 Sterzing

Tel. 0472 722 111 - Fax 724 111

info@leitwind.com - www.leitnertechnologies.com

R a d i u S b o x :

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P a G i n i e R u n G


Sepp Walder

Energie auf Touren

Die „enertour®“ ist eine Sightseeingtour zu energieerzeugungsanlagen in Südtirol,

mit der der tiS innovation park das thema „erneuerbare energien“ im wörtlichen

Sinne auf touren bringt.

Ziel der „enertour®“ ist es, Südtirol

als Umweltland zu positionieren

und für Südtiroler Unternehmen

der Energiebranche Kunden aus anderen

italienischen Regionen zu akquirieren.

1600 Enertouristen hat Sepp

Walder seit dem Frühjahr 2006 zu den

rund 130 Photovoltaik- und Biogas-,

Geothermie- und Biomasseanlagen

sowie zu den KlimaHäusern Südtirols

geführt. Walder arbeitet im Zentrum

Regenerative Energie des TIS und hat

das „Südtiroler Energietourismus-

Projekt“, das schon bald den Namen

„enertour®“ erhielt, im TIS aus der

Taufe gehoben.

Südtiroler Ziele

lassen aufhorchen

„Die Reaktionen bei den

enertouren sind immer die gleichen“,

sagt Walder. Vor allem

die Enertouristen aus Italien

erfreuen sich der Südtiroler

Landschaft, sprechen von der

Südtiroler Präzision, von der

Sauberkeit, vom verantwortungsbewussten

Umgang mit

der Natur und vom nachhaltigen

Denken, das in Südtirol herrscht.

Schließlich hat sich Südtirol für die

Nutzung von erneuerbaren Energien

ehrgeizige Ziele gesteckt, die in anderen

italienischen Regionen aufhorchen

lassen. Werden heute 43 Prozent des

Energieverbrauchs in Südtirol über

erneuerbare Energien abgedeckt, sollen

es in drei Jahren schon 50 Prozent

sein, bis 2013 gar 75 Prozent.

Tendenz steigend

Angefangen mit der „enertour®“ hat

alles ganz bescheiden. Im Spätjahr

2005 – damals noch als Praktikant

– fuhr Walder drei Monate kreuz und

quer durch Südtirol, um Kontakte zu

Betreibern und Planern von Energieerzeugungsanlagen

zu knüpfen, die

als Besichtigungsobjekte interessant

waren. Nachdem die Kontakte zu lokalen

Planern und Betreibern geknüpft

und diese von der Idee der „enertour®“

überzeugt waren, fertigte Walder eine

Südtirollandkarte mit zu besichtigenden

Objekten an und entwickelte

eine Datenbank mit über 80 Objekten

– bebildert, versteht sich. Großen Wert

legt man beim Zentrum Regenerative

Energie im TIS auf die Präsentation

der Objekte durch den jeweiligen Planer

oder Betreiber. „Die ersten größere

Zahl an Touristen kam dann mit der

KlimaHaus-Messe 2006“, erinnert

sich Walder. „Das war ein Erfolg, weil

wir sofort 200 Teilnehmer hatten und

die ersten „enertouren“ während der

KlimaHaus-Messe bereits drei Wochen

im Voraus ausgebucht waren.

Ein Problem, das sich aus der großen

Nachfrage nach der „enertour®“ ergab,

war dann vor allem ein verwaltungstechnisches.

Die Bearbeitung der Angebote,

die Organisation der Touren, die

Betreuung der mittlerweile provisorisch

entstandenen enertour®-Homepage

ergab bald einen zu hohen Aufwand

für eine Person und so suchte Walder

nach Unterstützung. Diese fand er in

einem Excel-gestützten enertour®-Organisationstool,

das er eigens für die

Angebotserstellung und Terminkoordination

entwickelte. Die Angebote, die

Walder jetzt erstellt werden, sind mit

Fotos layoutet, so dass der Kunde sich

sofort ein Bild vom zu besichtigenden

Objekt machen kann.

und was passiert

bei einer „enertour®“?

Die Beispiel-enertour®: „Biomasse,

Wasserkraft und Naturerlebnis im

Hochpustertal“, beginnt um 8.00 Uhr

am Bozner Bahnhof und endet dort

um gegen 19.00 Uhr. Dazwischen wird

das erste Schau-Fernheizkraftwerk Europas

mit interaktivem Schaugang in

Toblach besichtigt, lokale Spezialitäten

zum Mittagessen verzehrt, ehe es zum

Wasserkraftwerk der Megawattklasse

und dem Naturparkhaus Texelgruppe

weitergeht. Bei der enertour®: „Solarenergie

und Biomasse am Beispiel der

Gemeinde Vöran“ ist das Programm

vom Zeitaufwand her etwas gemütlicher.

Start ist kurz vor 9.00 Uhr,

Ende um 16.00 Uhr. Dafür müssen die

Enertouristen zwischen der Besichtigung

des Fernwärmewerkes mit

solarthermischer Großanlage und dem

Mittagessen auf der Vöraneralm einen

einstündigen Fußmarsch zurücklegen.

Nebenbei wird dort dann auch noch

die größte Photovoltaik-Inselanlage

Südtirols besichtigt.

broschüre über Vorzeige-anlagen

Im Zuge der „enertour®“ ist mittlerweile

auch eine 90 Seiten starke

Broschüre über den Energie- und Klimatourismus

in Südtirol entstanden,

die von der Südtiroler Umweltagentur

in Zusammenarbeit mit dem TIS

innovation park herausgegeben wird.

In der Broschüre fi nden sich Beispiele

von Vorzeige-Energieanlagen Südtirols

mit technischen Daten, Fotos und

Kurzbeschreibung. Neben Projekten in

den Bereichen Solarthermie, Wasserkraft

und Windenergie, sind sechs

Seiten der Broschüre der Geothermie,

also der Erdwärme, gewidmet. Diesem

Bereich kam in der Vergangenheit in

Südtirol eine eher bescheidene Rolle

zu; beim Zentrum für Regenerative

Energie des TIS erwartet man sich aber

in diesem Sektor künftig ein deutliches

Wachstum. Die Nutzung von Erdwärme

beschränkt sich in Südtirol auf

die oberfl ächennahe Geothermie zur

Beheizung und Kühlung von Gebäuden.

Genutzt wird die oberfl ächennahe

Geothermie in Südtirol beispielsweise

im Winecenter in Kaltern und im

Hotel Traubenheim in Dorf Tirol,

beide Objekte werden in der Broschü-

re ausführlich beschrieben und sind

natürlich auch bei der „enertour®“ zu

besichtigen. Die Broschüre kann auch

kostenlos von der Homepage des TIS

unter www.tis.bz.it heruntergeladen

werden.

i N F o

TiS - Techno innovation Südtirol KaG

Siemensstraße 19 - 39100 bozen

Tel. 0471 568 004/011 - Fax 0471 568 100

info@tis.bz.it - www.tis.bz.it

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S e R v i C e


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Radius 10/2007

obereggen ... Sie werden uns lieben!

traumhafte aussicht, peppige après-Skihütten und erlesene Gastronomie erleben,

das Ganze nur 20 Minuten von Bozen entfernt. Die eröffnung eines weiteren

tunnels wird die anfahrtszeiten nochmals verkürzen.

das Skikarussell dreht sich in

Obereggen bereits! 18 modernste

Liftanlagen (14 Sessellifte, zwei

Kabinenbahnen und zwei Skilifte)

bringen die Wintersportler von 1550

auf 2500 Meter. Dazwischen liegen

über 40 km perfekt präparierte Pisten.

Höchste Schneesicherheit wird durch

ein modernes Beschneiungssystem

garantiert, welches die ganze Saison

über ergänzend im Einsatz ist und

traumhafte Bedingungen schafft.

Ein Schneefall an Preisen

Obereggen ist mit Preisen letzthin

buchstäblich überschüttet worden.

Vergangenes Jahr erhielt das Skigebiet

den renommierten Preis “BEST

Grooming” des Skiresorts Service

International für die weltweit beste

Pistenpräparierung (www.skiresort.

de). In diesem Jahr wählte der bedeutendste

deutsche Skiführer „ADAC

SkiGuide“ Val di Fiemme-Obereggen

Events der Saison

14.12.2007: Abend im Zeichen der

Fahrsicherheit

20.12.2007: Eröffnung Brunoland

26.12.2007: Eröffnung Snowpark

31.12.2007: Silvesterparty im Platzl

05./06.01.2008: Nitro Team `n`Test

Tour

26.01.2008: Raiffeisen Night Boardercross

27.01.2008: Raiffeisen Halfpipe

Contest

31.01.-05.02.2008: Fasching in

Obereggen

02./03.02.2008: Sparkasse Freestyle

Ski & Snowboard Contest

04.02.2008: Kinderfest “Peter Pan”

08.-16.03.2008: Fiemme Ski Jazz

16.03.2008: Pride to Ride/Big Air FISI

24.03.2008: Ostern auf der Piste

01.04.2008: Abend im Zeichen der

Fahrsicherheit

05./06.04.2008: Grilling in the Park

06.04.2008: Abschlussfest

als einzigen italienischen Ort unter

die schönsten Wintersportgebiete

mit einer hervorragenden Bewertung

für das abwechslungsreiche touristische

und sportliche Angebot, nachdem

das Skigebiet bereits 2007 von

der unabhängigen Webseite www.

skigebiete-test.de getestet und in den

drei wichtigen Kategorien Ski, Familie

und Snowboard ausgezeichnet worden

ist.

Wenn die Nacht zum Tag wird

Längst sind das Nachtskifahren und

das nächtliche Rodeln in Obereggen

zu einer beliebten (Feier-)Abendbeschäftigung

für Einheimische und

Gäste geworden. In diesem Jahr wird

die Flutlichtanlage wieder dienstags,

donnerstags und freitags von 19 bis

22 Uhr eingeschaltet. Für Besitzer des

Saisonskipasses und der Mehrtagesskikarte

ist das Nachtskifahren und

-rodeln inbegriffen. Übrigens: Jeden

Dienstag besteht von 19 bis 21 Uhr die

Möglichkeit, die neuesten Salomon-

Skier kostenlos zu testen!

Ladies-Night, uni-Night,

Rail Night

Die Ladies-Night am Dienstagabend

ist den Frauen gewidmet, die an

diesem Abend den Skipass zum halben

Preis erwerben können. Donnerstagabends

erhalten alle Universitätsstudenten

gegen Vorzeigen des Studentenausweises

ihren Abendskipass zum

halben Preis und Freitagabend werden

auf der Nachtfahrpiste ein bis zwei

Rails angebracht für ein noch größeres

Gleitvergnügen im Scheinwerferlicht.

Dazu gesellen sich Überraschungsevents.

open air-Konzerte

Jeden Sonntag treten Gruppen aus

aller Welt auf der Bühne im Platzl

auf, ab Februar werden die Konzerte

dann bis zum Saisonende im Freien

stattfi nden, auf der Open-Air-Bühne

an der Talstation. Das musikalische

“Menü” reicht von Rock über Pop bis

hin zu Funk, Jazz und Volksmusik. Die

Konzerte beginnen jeweils um 15 Uhr.

Heiße Preise mit „Ski & Click“

Fangen Sie die schönsten Momente

auf den Pisten von Obereggen mit

Ihrer Kamera ein und Sie können mit

dem Reisebüro Mundus zum Skifahren

in Colorado abheben! Gewinnen

ist ebenso leicht wie unterhaltsam:

einfach ein Foto zum Thema “Pisten,

Schnee und Aussicht” schießen und

innerhalb 6. April 2008 an die Webseite

www.obereggen.com senden. Eine

Jury wählt die schönsten Bilder aus

und vergibt drei fantastische Preise: Je

Skipass-Preise

Preise für Einheimische der Provinzen

Bozen und Trient:

- Saisonsskipass Obereggen-Val di

Fiemme inklusive Nachtskifahren

und –rodeln: 4-11 J. = 92 Euro

12-16 J. = 150 Euro, Oberschüler =

210 Euro, Senioren (over 60) = 285

Euro, Erwachsene = 360 Euro (im

Vorverkauf bis 22.12.2007)

Sonderbedingungen für Skiklubmitglieder.

- Tages- und Nachtskikarten:

Tageskarte Erwachsene = 28,00

Euro, Tageskarte Junior (8-16 J.) =

20,50 Euro, Tageskarte nur Rodeln

Erwachsene = 16,00 Euro, Tageskarte

nur Rodeln Junior = 11,00 Euro,

Nachtski und -rodeln Erwachsene

= 15,00 Euro, Nachtski und -rodeln

Junior (8-16 J.) = 10,00 Euro

einen Saisonsskipass Val di Fiemme-

Obereggen und Dolomiti Superski

2008-2009 und als Hauptpreis erwartet

den Gewinner eine Reise für zwei Personen

nach Denver in Colorado, inklusive

Flug (Mailand-Denver-Mailand),

7 Übernachtungen im Doppelzimmer

mit Frühstück im Designer-Hotel,

Autoverleih und Skipass für 6 Tage für

das Skigebiet Aspen/Snowmass. Jeder

kann am Gewinnspiel teilnehmen.

Die Teilnahmebedingungen und das

gesamte Reglement sind unter www.

obereggen.com nachzulesen.

i N F o

Skipass-büros:

obereggen Tel. 0471 618 200 obereggen@latemar.it

Pampeago Tel. 0462 813 265 pampeago@latemar.it

Predazzo Tel. 0462 502 929 predazzo@latemar.it

www.obereggen.com - www.latemar.it

R a d i u S b o x :

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P a G i n i e R u n G

Radius 10/2007

FEUER

die vier Elemente

alles besteht aus den vier Grundelementen Feuer, wasser, luft und erde. So

die vier-elemente-theorie, deren anfänge bis in die griechische Philosophie

zurückreichen. ihre weiterentwicklung fand die lehre in der alchemie des späten

Mittelalters und reicht bis ins Jetzt und Heute im Bereich der astrologie.

Feuer, Wasser, Luft und Erde. Die

Existenz der vier Elemente erscheint

uns heute als völlig selbstverständlich

und gegeben.

Tatsächlich aber hat dieses Thema

einen sehr hohen symbolischen Stel-

* steht im Sternzeichen: Widder, Löwe, Schütze

lenwert; es schlägt eine Brücke über

rund 2400 Jahre hinweg in eine Zeit,

als das abendländische Denken seine

ersten zaghaften Schritte unternahm.

Es ist die Epoche, die Karl Jaspers

die „Achsenzeit“ nennt und über die

* Charakter: Warm und trocken - kraftvoll, energetisch

* Element des/der: Wechsels, Leidenschaft, Sexualität, Enthusiasmus

* Zugewiesene Himmelsrichtung: Süden

* Form der Energie: projizierend, gerade

* Zugeordnete Farben: rot, orange, gelb, gold, weiß

* Steine, Metalle: rote „feurige“ Steine, z.B. Feueropal, Rubin, Granat

ERDE

* steht im Sternzeichen: Stier, Jungfrau, Steinbock

* Charakter: Kalt und trocken - solide, bedächtig, nährend

* Element des/der: Ordnung, Abgrenzung, Trägheit, Fruchtbarkeit, Heilung

* Zugewiesene Himmelsrichtung: Norden

* Form der Energie: empfangend weiblich

* Zugeordnete Farben: Braun-/Grüntöne, Schwarz, Weiß

* Steine, Metalle: Bergkristall, Salz, Smaragd, Eisen, Blei, Onyx, Jaspis

LUFT

* steht im Sternzeichen: Zwilling, Waage, Wassermann

* Charakter: Warm und feucht – lebhaft, belebend, verbindend

* Element des/der: Intelligenz, Leichtigkeit, Freiheit, Visionen, Neutralität

* Zugewiesene Himmelsrichtung: Osten

* Form der Energie: männlich ausdehnend

* Zugeordnete Farben: hellblau, weiß, gelb, grau, violett

* Steine, Metalle: Topas, Opal, Fluorit, Amethyst

WASSER

* steht im Sternzeichen: Krebs, Fisch, Skorpion

* Charakter: Kalt und feucht – empfindsam, emotional, belebend

* Element des/der: Emotionen, Sehnsucht, Erleuchtung, Vollendung, Selbst

* Zugewiesene Himmelsrichtung: Westen

* Form der Energie: empfangend gebend, weiblich

* Zugeordnete Farben: blau, blaugrün, indigo, schwarz

* Steine, Metalle: Lapislazuli, Perle, Mondstein, Kristalle, Aquamarin

er sagt: „Der Mensch vermag es

nun, sich der ganzen Welt innerlich

gegenüberzustellen. Durch die vier

Elemente entdeckt er in sich den

Ursprung, aus dem er sich über sich

selbst und die Welt erhebt.“

Radius 10/2007 57

a k t u e l l


5

a k t u e l l

Radius 10/2007

Empedokles gilt als der Vater der

vier Elemente und seine Erkenntnis

ist bahnbrechend für jene Epoche.

Im Gegensatz zu den Theorien seiner

Vorgänger – feste Stoffe werden dem

Element Erde zugeordnet, flüssige

dem Wasser und gasförmige der Luft

– fügt er den vier Elementen eine für

die damalige Zeit gänzlich neue Eigenart

hinzu. Seine Theorie: „Die vier

Elemente sind ewig existierende und

unveränderliche Grundsubstanzen,

deren Mischung erst die unendliche

Vielfalt der Stoffe bildet.“

Platon führt diese Theorie weiter

und ordnet jedem der vier Elemente

einen regelmäßigen Körper zu.

Aristoteles gibt den vier Elementen

die Eigenschaften warm/kalt und

trocken/feucht. Außerdem fügt er

den Äther als fünftes Element, die

sogenannte Quintessenz, hinzu. Diese

spielt in der Alchemie des Mittelalters

eine besonders wichtige Rolle. Es ist

jenes fünfte Element, welches zu den

vier bereits vorhandenen dazukommen

muss, um die ersehnte Umwandlung

zu bewirken, den Weg zum

Gold, zum Allheilmittel, zur Macht

schlechthin.

die bedeutung der vier Elemente

Die vier Elemente begegnen uns

in der Studie des gesamten Universums.

Wir erfassen sie mit all unseren

Sinnen und es werden ihnen gerade

im Bereich der Alchemie sehr starke

Kräfte zugesprochen, die unser gesamtes

Handeln beeinflussen. „Im Zu-

sammenspiel der Elemente äußert sich deren ewige

Ambivalenz“, erklärt die Innsbrucker Astrologin Eva-

Maria Pajk. „Was etwa wäre Wasser ohne die wärmende

Kraft des Feuers? Doch nichts als pures Eis.

Wasser würde damit seine zahlreichen Eigenschaften

verlieren, die es so anpassungsfähig machen. Feuer

ohne Wasser hingegen könnte seine alles zerstörende

Kraft entfalten. Im Kreis der Elemente wird also

deutlich, dass es ein ‚Dafür’ und ‚Dagegen’ braucht.“

die vier Elemente sind

für den Menschen existenziell

Der Mensch steht in der Mitte dieses Kreises. Er

braucht alle Elemente um zu existieren; die Elemente

hingegen brauchen den Menschen nicht.

Damit kommt den vier Elementen eine sehr hohe

symbolische Bedeutung zu. „Das Reich der Alchemie

ist voll davon“, so Pajk. Die Erde verkörpert das

Dunkle, das Triebleben, den Instinkt des Menschen

und wird dargestellt mit einem nach unten gerichteten

Dreieck. Die Luft ist Sinnbild des Geistes, der

Sehnsucht nach Licht, der Öffnung für die Transzendenz,

kurz der Veredelung des Menschen. Das nach

oben gerichtete Dreieck ist Symbol davon.

Erst wenn beide Dreiecke zu jenem sechszackigen

Stern zusammengefügt werden, in dem es kein Oben

und Unten mehr gibt und dessen Gesamtsumme

größer ist als die Summe der einzelnen Teile, ist das

sublime Ziel erreicht.

Feuer und Wasser sind symbolische Andeutungen

von Männlichkeit und Weiblichkeit. Beide müssen

das jeweils Entgegengesetzte verstehen, es bejahen.

Es ist das uralte Bild von animus und anima, von

den beiden getrennten Hälften, die wieder zusammenfinden

müssen.

R a d i u S b o x :


60

S e R v i C e

aufs Weiße Kreuz ...

... kannst du immer zählen! auch heuer wendet sich der landesrettungsverein

an alle Südtirolerinnen, die seinen einsatz mit ihrer Mitgliedschaft oder Spende

unterstützen.

Das Weiße Kreuz,

das sind rund 2.700

SüdtirolerInnen und

Südtiroler, die immer

präsent sind,

um Kranke und bei

Unfällen jeder Art

Verletzte erstzuversorgen,

zum nächsten

Krankenhaus zu

fahren oder sonst zu

helfen. Rund 2.330 dieser Rettungsfachkräfte

sind Freiwillige,

sie sind unbezahlt und in

ihrer Freizeit im Einsatz. Die

dauernd zunehmende Mitgliederanzahl

ist ein klares

Zeichen, dass die Arbeit des

Vereins allgemein geschätzt

wird. Für eine Mitgliedschaft

‚Südtirol‘ genügen 23 Euro im

Jahr: auf Anfrage kann man

dafür fünf Krankentransporte

zu sanitären Einrichtungen,

das Ticket bei einem Flugrettungseinsatz,

den Anschluss

eines Hausnotrufgerätes und

einen vierstündigen Erste-Hilfe-Grundkurs

kostenlos erhalten

(Familiengebühr 42 Euro).

Wer sorglos in den Urlaub

fl iegen möchte, ist mit der Extra-Mitgliedschaft„Weltweiter

Rückholdienst“ am besten

versorgt. Damit kann man

sich mit 52 Euro im Jahr sicher

nach Hause transportiert

werden, wenn es denn wirklich

nötig sein sollte. Besonders

für Familien ist eine gut

organisierte Rückholung aus

dem Urlaub im Krankheitsfall

von Vorteil, da, wenn nötig,

eine Begleitperson mitfl iegen

kann (Familientarif: 88 Euro).

Der Mitgliedsbeitrag kann bei

jedem Bank- oder Postschalter

und direkt in vielen Sektionssitzen

des Weißen Kreuzes

bezahlt werden, oder über die

Homepage www.wk-cb.bz.it.

Die Einkünfte der jährlichen

Mitgliederaktion des Weißen

Kreuzes kommen immer den

Freiwilligen bzw. ihren Arbeitsbereichen

zugute. Auch

werden besonders die Einrich-

tungen in den neuen Sektionssitzen

des Weißen Kreuzes

damit kofi nanziert.

R a d i u S b o x :

umweltschonend und rein

Frisch geputzte Räume, saubere kleidung und glänzendes Geschirr, jeder Mensch hat

das Grundbedürfnis nach Sauberkeit. Doch wie sieht es mit der umwelt aus?

Jeder kann seinen Teil

dazu beitragen, dass Waschen

und Putzen nicht

unnötig die Umwelt belastet.

Die Firma Hygan aus Leifers

ist Südtirols einziger Hersteller

biologisch abbaubarer

Wasch- und Reinigungsmittel.

Dazu gehören in erster

Linie eine bewusste Auswahl

der Mittel und die richtige

Dosierung.

Verantwortung liegt

beim Hersteller

Doch besonders die Hersteller

tragen eine große Verantwortung.

„Die biologische

Abbaubarkeit ist zwar vom

Gesetzgeber defi niert und in

nationalen und europäischen

Gesetzen geregelt. Damit ist

aber nicht gesagt, dass dies

bereits der optimale biologische

Abbauprozess in den

Kläranlagen ist“, so Roland

Richter, Chemiker der Firma

Hygan.

Mineralisierung

In den Kläranlagen werden

die Ausgangsstoffe der

Wasch- und Reinigungsmittel

durch Enzyme, Bakterien und

Mikroorganismen zersetzt.

Nur bei ausgewählten Tensi-

den und Inhaltsstoffen kann

der komplette biologische

Abbau erreicht werden, so

dass nur noch Kohlendioxid,

Wasser und mineralische

Rückstände verbleiben.

Dieser Vorgang wird als Mineralisierung

bezeichnet.

alles zum Schutz

der umwelt

Alle Produkte der Firma

Hygan unterliegen den

höchsten Maßstäben zum

Schutz der Umwelt. Die

Wasch- und Reinigungsmittel

orientieren sich am

Gütesiegel für nachhaltiges

Waschen und Reinigen, die

Produkte mit dem „Grünen

Blatt“ orientieren sich an

den Vorgaben des europäischen

ECO-Labels. Hygan

ist einer der wenigen

Systemanbieter, der eine

komplette Produktpalette für

die professionelle Reinigung

anbietet. Seit 1963 arbeitet

das Unternehmen in diesem

Sektor und hat von Anfang

an die Entwicklungen der

modernen Reinigungschemie

mitgestaltet.

„Grünes blatt“:

biologisch abbaubar

Zu den Produkten zählen

unter anderem Spezialreiniger

und Pfl egemittel für Fußböden,

Geschirrspülmittel,

fl üssiges und pulverförmiges

Waschmittel, Reinigungsmittel

für den gesamten Objekt-

und Sanitärbereich. Alle

Produkte mit dem „Grünen

Blatt“ enthalten voll biologisch

abbaufähige, unschädliche

Tenside und Wasserenthärtungsmittel.

Statt Chlor

wird in Flüssigwaschmitteln

von Hygan Sauerstoff als

Bleichmittel verwendet. Die

Produkte sind in allen Südtiroler

Drogerien, Fachmärkten

und Supermärkten erhältlich.

Großabnehmer werden über

fi rmeneigene Strukturen

beliefert. Für professionelle

Anwender wurde in diesem

Jahr eine spezielle Produktpalette

zusammengestellt,

die auf der Analyse der

Bedürfnisse jedes einzelnen

Unternehmens beruht und

dem Verkäufer wie Abnehmer

Zeit- und Arbeit erspart.

umweltbewusst

im Haushalt

Wasser allein macht nicht

sauber und keine Hausfrau

hat Zeit, sich wie anno

dazumal mit Schmierseife,

Kernseife und Bürste ans

Putzen und Waschen zu machen,

auch wenn es noch so

gesund und umweltbewusst

ist. Laut Statistiken liegt der

jährliche Pro-Kopfverbrauch

eines Mitteleuropäers bei

rund 20 kg Wasch-, Reinigungs-

und Geschirrspülmittel.

Maßgeschneiderte

Produkte von Hygan helfen,

viel Zeit und Arbeit zu

sparen. Das „Grüne Blatt“

gibt den umweltbewussten

Verbraucher die Sicherheit,

nachhaltig und damit auch

umweltbewusst handeln.

i N F o

Hygan GmbH

Meuccistraße 5 - 39055 Leifers

Tel. 0471 954 558 - Fax 0471 953 882

www.hygan.eu - info@hygan.eu

R a d i u S b o x :

Radius 10/2007 61

S e R v i C e


62

B u n t e M e l D u n G e n

Neue büros für data Consulting

Am 16. November hat Data

Consulting die neuen Räumlichkeiten

in Bruneck eingeweiht.

„Ziel des Abends war

es, nicht nur unseren Kunden

und einigen Prominenten

des Raums Bruneck unseren

neuen modernen und funktionalen

Sitz in der Herzog-

Sigmund-Straße vorzustellen,

sondern auch die Gelegenheit

zu nutzen, unseren langjährigen

Kunden für ihr stetiges

Vertrauen zu danken“, erklärte

Alex Podini. Dazu wurde

in Zusammenarbeit mit Hansi

Baumgartner eine Käseverkos-

v.l.n.r. Tullio Negri, Thomas Zozin, Claudio andreatta,

alex Podini, Franco Rossi, Christof brandt.

tung realisiert, die zusammen

mit den Weinen aus Ampeleia

von allen Gästen sehr geschätzt

wurde und dem Abend

einen erinnerungswürdigen

„Geschmack“ gegeben hat.

Data Consulting ist mit einem

Umsatz von 4 Mio. Euro eine

der größten Firmen Südtirols

im Bereich der Dienstleistungen

für Unternehmer. Die

rund 40 Mitarbeiter betreuen

ca. 700 Kunden aus allen

Wirtschaftssektoren, sowie

kleine und mittlere als auch

größere Unternehmen und öffentliche

Verwaltungen.

Voller Kraft für neue Märkte

Matthias Josef Gamper und Gerhard dichgans

Zufrieden zeigte sich VOG-

Obmann Matthias Josef Gamper

mit den abgelaufenen Vermarktungspreisen,

wenngleich

deutlich wurde, dass es auf

den Kernmärkten Italien und

Deutschland immer schwieriger

wird. Insgesamt haben

die VOG-Genossenschaften

in der abgelaufenen Saison

621.646 Tonnen mit einem

Bruttoerlös von 400 Mio. Euro

abgesetzt. Erstmals erzielte

das VOG-Verkaufsbüro einen

Wertumsatz von über 100 Mio.

Euro. Wie aus dem Tätig-

keitsbericht zu erfahren war,

sah sich der VOG im Laufe

des Geschäftsjahres mit einer

Reihe von fachspezifischen

Problemen konfrontiert, die es

zu lösen galt: Sortenerneuerung,

Qualitätsmanagement

und Zertifizierungen, Reform

der EU-Marktordnung für

Obst und Gemüse, Operatio-

nelles Programm, gemeinsamer

Stromeinkauf, usw.

Auch die Werbung und

Verkaufsförderung bilden

im VOG einen besonderen

Schwerpunkt der Tätigkeit. Im

letzten Jahr wurde eine neue

Kommunikationsstrategie für

die Marke Marlene erarbeitet

und bei der Vollversammlung

präsentiert. Direktor Gerhard

Dichgans sieht zum Teil noch

erhebliche Potentiale in England,

in Skandinavien, im

östlichen Mittelmeerraum, in

Spanien, in den neuen EU-

Mitgliedsländern und in Osteuropa.

Kunst in der Vinothek Pillhof

Zum bereits bestens bekannten

kulinarischen und

gesellschaftlichen Aspekt,

den alle Kunden am Pillhof

so schätzen, kommt jetzt die

Kunst hinzu. Auf der Suche

nach dem Gleichgewicht ist

Kathrin auf eine Skulptur des

Künstlers Eric Gallmetzer gestoßen.

Der Bozner Künstler

arbeitet mittlerweile in einem

renovierten „Rustico“ in den

Marken in Mittelitalien. Anstelle

des toskanischen Flairs,

welches von Frühjahr bis

Herbst im Innenhof vom Pillhof

herrscht, steht jetzt dieses

drei Meter hohe Kunstwerk.

Für den Künstler symbolisiert

diese Skulptur das „Gleichgewicht“.

Bereits seit fünf Jahren

hält Kathrin das Gleichgewicht

aus kulinarischen

Gaumenfreuden und besten

Weinen auf hohem Niveau.

Derzeit gehört dazu auch

eine geschmack-volle Weih-

nachtsdekoration. Der ganze

Pillhof (inklusive Kathrin) ein

wunderbares Ambiente – einfach

zum Verlieben!

Kathrin oberhofer

Smart micro hybrid drive

Leicht und sparsam durch den

Alltag! Seine Tridion-Sicherheitszelle

glänzt silbern, die

Bodypanels strahlen in brillantem

Kristallweiß. Auf leisen

Sohlen schleicht der pfiffige

smart fortwo durch den

Alltagsverkehr. Keine Abgasemission,

kein Geräusch, kein

Benzinverbrauch. Dank der

cleveren micro hybrid drive-

Technologie von smart fahren

Sie ab sofort noch komfortabler

und umweltschonender.

Sobald der Fahrer bremst

und eine Geschwindigkeit

von 8 km/h unterschritten

wird, schaltet sich das Triebwerk

des smart fortwo micro

hybrid drive vollständig ab.

Wird das Bremspedal wieder

los gelassen, startet der Motor

automatisch und unauffällig

in Sekundenbruchteilen.

Ausgerüstet mit dieser Start-

Stopp-Funktion verbraucht

der charmante Zweisitzer im

kombinierten Zyklus bis zu

8%, im Stadtverkehr sogar

bis zu 19% weniger Kraftstoff.

Entsprechend reduziert

sich auch der CO2-Ausstoß.

Genießen Sie diese urbane,

umweltfreundliche Mobilität

mit der innovativen micro

hybrid drive-Technologie von

smart in Kombination mit

dem leistungsstarken Benzinmotor

(71 PS).

45 Jahre despar – eine Erfolgsgeschichte

Im Jahre 1962 hat es begonnen.

Da führte der bekannte

Bozner Unternehmer Ander

Amonn die Marke Despar

in Südtirol ein und ein Jahr

später wurde der erste Supermarkt

eröffnet. Jetzt, zum

Zimmerhofer - Hobag

Zumindest aus der Sicht des

Südtiroler Baugewerbes ist der

Zusammenschluss der beiden

Bauspezialisten Hobag und

Zimmerhofer, beide aus Sand

in Taufers, das Ereignis des

Jahres. Die Fusion betrifft bei

beiden Partnern nur die Sparte

Hochbau. Der Zimmereibetrieb

von Zimmerhofer sowie

die Immobilienaktivitäten und

anderen Beteiligungen von

Hobag sind davon ausgeklammert.

Auf Anhieb entsteht hier

die Nummer Zwei im Südtiroler

Baugewerbe mit einem

Umsatz von über 72 Mio. Euro

(siehe Radius Top 100 - Hobag

und Zimmerhofer gemeinsam).

Mit dem neuen Namen „ZH

General Construction Company“

gibt man die Richtung

ganz klar vor. Das klingt nach

Ende des Jahres 2007, hat

Despar im Kursaal von Meran

den 45. Geburtstag gebührend

gefeiert. Dazwischen

liegt eine Erfolgsgeschichte

die ihresgleichen sucht. Entsprechend

hochkarätig war

internationalem Engagement

für die Zukunft und das wird

von Werner Zimmerhofer

auch so bestätigt: „Mit dem

Zusammenschluss haben wir

alle Möglichkeiten, auch im

internationalen Baugeschäft

größer einzusteigen. Beide

Firmen waren bisher schon

über die Grenzen hinaus tätig

und gemeinsam werden wir

dieses Engagement weiter verstärken.“

Mit entsprechenden

Synergieeffekten rechnet neben

Präsident Werner Zimmerhofer

auch Vizepräsident Anton

Reichegger von der Hobag.

Symbolcharakter hat auch das

Foto mit dem Fiat 500. Das

Auto des Jahres gemeinsam

mit der Fusion des Jahres und

den Repräsentanten der neuen

Gesellschaft.

das Rahmenprogramm zur

Geburtstagsfeier. Das reichte

vom Despar-Award, über das

kulinarische Umfeld bis zum

musikalischen, akrobatischen,

künstlerischen und stimmungsvollen

Showprogramm.

Aspiag-Präsident Rudolf

Staudinger brachte es auf den

Punkt: „Unser größter Erfolg

sind unsere treuen Kunden in

Südtirol, Trient und im Veneto.

Dieser Erfolg beflügelt

uns, weitere 45 Jahre frisch,

geschmackvoll und für Jedermann

erschwinglich zu sein.“

Weiters ging Rudolf Staudinger

besonders auf den seiner

Ansicht nach Höhepunkt des

Abends eine, die Verleihung

des Despar-Awards an be-

Fotos von Pedrotti

In der Ausgabe Top 100 wurde

das neue Handelskammergebäude

vorgestellt. Bei der

Präsentation konnten sich die

Gäste davon überzeugen, dass

das Gebäude selbst genau so

Rudolf Staudinger, LH Luis durnwalder und

Robert Hillebrand

sonders engagierte Despar-

Kaufleute. „Seit 45 Jahren

bemühen sich unsere Partner

um das Wohl der Kunden. In

unserer schnelllebigen Zeit

bedarf es täglicher Höchstleistungen

zufrieden Kunden

zu betreuen und neue hinzu

zu gewinnen.“ Landeshauptmann

Durnwalder bedankte

sich nicht ganz uneigennützig

besonders dafür, dass Despar

den Steuersitz nach wie vor in

Südtirol behält.

die vier Elemente von S. Trojer

Mit dem Thema der vier Elemente

hat sich die Künstlerin

Sigrid Trojer (im Bild) eingehend

beschäftigt.

Zum Wasser: „Kneipps geniale

Tipps, wie unser Körper und

Ego durch Wasseranwendung

mental-körperlich aufblüht

regeneriert und sich stabilisiert.“

Zur Erde: „Mutter Erde

lässt grüßen, sie ist es, die uns

die Wärme, die Geborgenheit

und die Fülle der Natur spüren

lässt. Schätzen und achten

wir sie, dann wird sie uns dem

entsprechend belohnen.“ Zur

Luft: „Atmen wir bewusst, saugen

wir genüsslich die frische

Luft ein, und geben uns Luft,

mit täglichen Aus-Zeiten im

Freien –‚mens sana in corpore

sano’.“ Zum Feuer: „Es wärmt,

es fasziniert, es ergreift unser

Gemüt. Wir Menschen sollten

immer ein kleines Feuer im

Herzen bewahren,

dann sind wir lebendig

in unserem

Innersten. Insgesamt

sind wir nur glücklich,

wenn sich die

Naturelemente in uns

verkörpern, wenn sie

sich mit uns vermischen und

wir eins mit ihnen sind.“

beeindruckend ist, wie es die

Bilder im Bericht gezeigt hatten.

Die Radius-Redaktion

bedankt sich beim Fotostudio

Pedrotti für das erstklassige

Fotomaterial.


+++ Auf der „Big 5“, der wichtigsten Baumesse

für den Nahen und Mittleren Osten in Dubai, stellten

Ende November 2000 Unternehmen aus 67 Ländern ihre Erzeugnisse

aus. Auf Wunsch der Südtiroler Betriebe wurde

sie in das Messeprogramm der EOS - Export Organisation

Südtirol der Handelskammer Bozen aufgenommen. Am 26.11.

fand ein besonderer Südtirol-Abend statt, um in Dubai

lebende Südtiroler mit den heimischen Exportunternehmen

zu einem Austausch zusammen zu führen +++

terlan +++ Der VOG war im November Hauptdarsteller

im Kultur-, Informations- und Lernprogramm des Satellitensenders

RAI EDUCATIONAL 1. Für seine Beiträge hat das

Filmteam ganz Italien bereist, um die interessantesten

Beispiele für kulturelle und sprachliche Integration aufzuspüren.

Die in Südtirol im Juni diesen Jahres in einer

der Obstgenossenschaften des VOG gedrehten Aufnahmen des

Fernsehteams von RAI Educational wurden in im Rahmen der

Sendung „In Italia“ auf RaiEdu 1 unverschlüsselt ausgestrahlt.

Das “indiskrete Auge” der Fernsehkamera wollte

aufzeigen, wie ausländische Mitbürger in Italien leben,

arbeiten, lernen, essen und das Leben genießen +++

Rom +++ Zwei Podiumsplätze belegten Südtiroler

Schüler im November beim gesamtitalienischen Ideenwettbewerb

von Unioncamere, der Dachorganisation der italienischen

Handelskammern. Mit „Help Hands“, einer medizinischen

Vorrichtung zur Rehabilitation gewann die Schülergruppe

der Bozner Gewerbeoberschule „Galileo Galilei“ in

der Kategorie „innovative Produkte“. Die Handelsoberschule

„Heinrich Kunter“, Bozen, erreichte in der Kategorie „innovative

Dienstleistungen“ den dritten Platz +++

Mailand +++ Rund 2600 ausstellende Betriebe aus

104 Ländern und über drei Millionen Besucher machen

die „LʼArtigiano in Fiera“ zur größten, dem Handwerk

gewidmeten, internationalen Verkaufsmesse weltweit. Sie

fand Anfang Dezember zum 12. Mal in Mailand statt. Seit

ihrer 1. Ausgabe im Jahr 1995 sind Südtiroler Handwerksbetriebe

auf dieser Messe vertreten +++

Bozen +++ Am 7. Dezember wurde in Bozen zwischen

der Aufsichtsbehörde für das Kommunikationswesen und der

Autonomen Provinz Bozen eine Konvention unterzeichnet,

mit der die Befugnisse von der römischen Aufsichtsbehörde

an den Landesbeirat abgetreten werden. Unter

anderem betrifft dies die für die Bevölkerung wichtige

Einrichtung einer Schlichtungsstelle für Streitfälle im

Telefonsektor +++

Bozen +++ Der Christkindlmarkt (29.11.-23.12.)

wartet heuer mit einem neuen Logo auf. Zudem werden

erstmals Merchandising-Produkte mit diesem Logo

(stilisierter Engel) am Christkindlmarkt verkauft. Rund

40 Prozent der Aussteller bieten inzwischen nur noch

original Südtiroler Handwerksprodukte an. An einem eigenen

Stand werden die Einkäufe gegen ein kleines Entgelt

weihnachtlich verpackt und erstmals gibt es auch einen

Merchandising-Stand, an dem außer der klassischen Tasse

auch Schals und moderne Mützen mit dem neuen Christkindlmarkt-Logo

erworben werden können +++

Südtirol +++ 2007 wird ein gutes Wirtschaftsjahr

werden. Maßgeblich beeinflusst wurde die Konjunktur

von der guten Entwicklung des Außenhandels und des

Tourismus. Die Inflationsrate bleibt unter Kontrolle,

die Vollbeschäftigungssituation aufrecht. Das Wirtschaftsforschungsinstitut

(WIFO) rechnet damit, dass das

für 2007 prognostizierte Wirtschaftswachstum von 2,3%

erreicht werden wird +++ WirtschaftstelegrammDubai

So backt Südtirol

Kuchen, Torten, Strudel,

Krapfen, Brot, Desserts… vorgestellt

von den drei Meisterköchen

Heinrich Gasteiger,

Gerhard Wieser und Helmut

Bachmann. Die bekannten

Autoren verschiedener Kochbücher,

darunter der Bestseller

„So kocht Südtirol“, „So kocht

Italien“ und „Feine Küche für

alle Tage“ (alle Bücher sind

auch in italienischer Sprache

erhältlich), geben allen Freunden

des Backens ein Werk in

die Hand, das jedem ein zuverlässiger

Helfer sein soll,

mit über 1000 Farbbildern von

Josef Pernter und Udo Bernhart.

Geeignet für Anfänger,

aber auch für erfahrene Profi

s. 1000 klassische und neue

Rezepte von traditionellen

Mehlspeisen, raffi nierten Kuchen

und Torten, Pralinen und

Kekse mit Tipps und Tricks für

ein gutes Gelingen. Erhältlich

in allen Athesia-Filialen und

im Südtiroler Buchhandel um

36 Euro.

Tunnelblick - durchblick beim bbT

Der Basistunnel unter dem

Brennerpass ist derzeit das

größte Bauvorhaben Europas

im Verkehrssektor. Die politische

Diskussion entfl ammt,

noch ehe die breite Öffentlichkeit

dazu informiert worden

ist, die Entscheidungen aber

fallen in Brüssel, Wien und

Rom. Mit diesem Band bietet

Herausgeberin Jutta Kußtatscher

einen Überblick zum

Brennerbasistunnel und seiner

verkehrspolitischen Dimen-

Mega-Eröffnung – Mega-Erfolg

Schon zur Einweihungsfeier

des Outlet-Centers am Vorabend

des ersten Einkaufstages

kamen laut Bürgermeister

Christian Egartner viermal

so viele Personen, wie der

Ort Brenner Einwohner hat.

Das war aber lediglich ein

Vorgeschmack, denn am

ersten verkaufsoffenen Wochenende

wurde das DOB im

Gedränge schon am ersten abend

sion für Österreich,

Italien

und Europa.

Fachleute und

JournalistInnen

liefern

Fakten, Hintergründe,Details

mit Textbeiträgen

und

Argumenten

pro und kontra

Brennerbasistunnel. Für Neueinsteiger

und Fachleute.

wahrsten Sinne des Wortes

gestürmt. Autoschlangen gab

es aus Richtung Sterzing genauso

wie vom Norden her.

Etwa 40.000 Besucher kamen

schon am ersten Wochenende.

Dabei hielten sich laut

Aussage vom Geschäftsführer

Christian Dotzauer die Kunden

aus Süd und Nord etwa

die Waage.

auto brenner: die brenner-achse

Die Brenner-Achse ist vor allen

Dingen im Umfeld des BBT ein

aktuelles Schlagwort. Funktionieren

wird sie frühestens im

Jahr 2020. Eine andere Brenner-Achse

funktioniert seit

diesem September und zwar

jene des Audi-VW Konzessionärs

Auto Brenner.

Mit der Übernahme einer Verkaufsstelle

in Sterzing (bereits

seit 2004 ist Auto Brenner in

Brixen präsent) ist die Achse

Bozen-Brixen-Sterzing verkaufstechnisch

und auch vom

Service her perfekt. Dazu Manfred

Dalceggio von der Geschäftsleitung:

„Seit der Übernahme

der Niederlassung in

Brixen haben wir Stückzahlen

und Umsatz dort verdreifacht.

Im März 2005 haben wir auch

adventzauber in Sterzing

Der Weihnachtsmarkt unter

dem hohen Turm ist auch heuer

wieder mit der Welt des Bergbaus

verbunden. Für viele Besucher

ist der Sterzinger Weihnachtsmarkt

einer der romantischsten

und heimeligsten. Nahezu

40 Stände sorgen für ein

abwechslungsreiches Angebot.

Abgesehen von den Ständen,

von kulinarischen Spezialitäten

und Glühweinduft, bietet

Sterzing auch sonst so einiges.

Kutschenfahrten, Weihnachtsweisen

und Konzerte mit Chö-

Toscana Night Light Show

Auf der Haselburg wurde mit einer

Fotoausstellung ein ganz besonderer

Kalender präsentiert.

Arnold Ritter und sein Team haben

in zeitaufwändiger (Nacht)

Arbeit diese Bilder geschossen.

Insgesamt sieben Wochenenden

waren Arnold und Co.

unterwegs zur Motivsuche und

zum Fotografi eren. Nach Aus-

arnold Ritter mit Maria und Margret Gasser vom

Turmwirt in Gufi daun

ren, Bläsern und Singgruppen

sorgen für die romantische,

vorweihnachtliche Atmosphäre.

Weiters gibt es Fackelwanderungen

und eine Krippenausstellung

im Zwölferturm.

Bis zum 24. Dezember gibt

es in der Fußgängerzone den

Adventkalender. Dabei öffnen

mehrere kleine Engel täglich

um 17 Uhr und am Hl. Abend

um 11 Uhr ein Fenster eines

Stadthauses. Anschließend werden

Weihnachtsweisen, Lieder

oder kurze Theateraufführun-

sagen der bekannte ORF-Moderatorin

Liliane Roth-Rothenhorst

„Bilder, die einen Mix

aus Fotografi e, Malerei und

Träumen darstellen“. Entstanden

sind diese fotografi schen

Kunstwerke in der toskanischen

Abend- und Morgendämmerung

mit der alten Technik des

„bewegtes Lichtes“.

Werkstatt und Service übernommen

und seit kurzem sind

wir in Brixen auch noch Skoda-Servicepartner.

Insgesamt

arbeiten in der Brixner Niederlassung

jetzt 16 Mitarbeiter.“

Das Wipptal wird nun seit Oktober

vom neuen Standort in

gen dargeboten. Der Sterzinger

Weihnachtsmarkt bleibt täglich

bis 6. Jänner jeweils von 10 bis

Radius 10/2007 65

Sterzing aus betreut. Vorerst

kümmert sich ein Verkäufer

vor Ort um die VW- und Audi-Kunden.

Was den Service

betrifft, so arbeitet Auto Brenner

eng mit dem Servicefachbetrieb

der Firma Ninz (fünf

Mitarbeiter) zusammen.

im Reitverein wurde gefeiert

Im Reitverein Überetsch gaben

Tamara Tschigg und Lukas

Wimmer eine kleine Einstandsfeier.

Grund dafür war

die Übernahme einer Stalleinheit

im Stall „Rolf links“.

Tamaras junger Hengst und

19 Uhr geöffnet (am 1. Jänner

von 13 bis 19 Uhr, am 25. Dez.

bleibt der Markt geschlossen).

der Hafl inger-Wallach „Blacky“

von Lukas sind ab sofort

in der Stalleinheit aufgenommen

und werden hoffentlich

von den Pferdeladies – alle

anderen sind Stuten – im Gehege

gut aufgenommen.

birgit Kager, Tamara Tschigg, Lukas Wimmer, doris Ladurner , Mara Sessa ,

Hanna Ladurner und Verena Nothegger (v.l.n.r.)

B u n t e M e l D u n G e n


66

B u n t e M e l D u n G e n

Radius-Präsentation in der Handelskammer

Der neue Sitz der Handelskammer

in Bozen war der

passende Ort, um die Radius-

Ausgabe Top 100 mit den gesammelten

Wirtschaftsdaten

zu präsentieren. Zum einen

wegen der Kooperation des

Radius mit dem WIFO, was

die Zahlen und Daten betrifft,

zum anderen weil es für viele

Franz Wimmer, benedikt Gramm, oswald Lechner und LR Werner Frick

Viele zusätzliche infos über die Radius box

Zu den höchst aktuellen

Radius-Themen – von Bauwirtschaft

über Golf, Neue

Wege - Neue Märkte, Mobiles

Südtirol bis zu 4 Elemente

– fi nden die Leser eine Menge

zusätzlicher Infos über die

Radius Box.

der Gäste der erste Besuch in

der neuen Handelskammer

war.

Passend zur exklusiven Lokalität

und zum Thema Top

100 war auch der kulinarische

Rahmen. Raimund Frötscher

und sein Team von Hannah-

Elia zauberten wahre Köstlichkeiten

auf die Teller; die

Downladen geht ganz einfach

über www.mediaradius.it

inDeX Radius Box

324 Aut.Prov.BZ

325 Aut.Prov.BZ

326 Aut.Prov.BZ

327 Aut.Prov.BZ

32 Aut.Prov.BZ

32 Bauernbund

330 Bauernbund

331 Moriggl

Sektkellerei Arunda und Kellereigenossenschaft

Bozen

mit erlesenen Weinen waren

ebenfalls mit von der Partie.

Als Vertreter von Landesregierung

und Landtag waren

die Landesräte Werner Frick

und Florian Mussner sowie

Walter Baumgartner der Einladung

gefolgt. Insgesamt waren

an die 150 geladene Gäste

anwesend, ein neuer Rekord

im Umfeld von Radius-Präsentationen.

Landesrat Werner Frick ging

speziell auf den Wert dieser

Radius-Ausgabe ein: „Gerade

heute, wo wirtschaftliche

Aktivitäten immer wieder

kritisch betrachtet werden, ist

Information wichtig. In diesem

Magazin, welches in ganz

Südtirol 30.000 Mal aufl iegt,

wird sehr anschaulich und

übersichtlich die Kraft der

Südtiroler Wirtschaft entsprechend

positiv transportiert.“

332 Troyer Turbinenbau

333 ARA Pustertal AG

334 Baubiologie

335 Solartechnik

336 ASP

337 Dalle Nogare

01 Aut.Prov.BZ

02 Aut.Prov.BZ

03 Aut.Prov.BZ

04 Aut.Prov.BZ

05 RCS-Türen

06 Biogas

07 MAN

das kim-Team: andreas unterhuber, Hannes Stampfer

und Ralf Greifeneder mit Freundin Tanja

Walter Huber und Walter baumgartner

Monika Friz, Viviana Foscarin, barbara Veronesi

Günther Mathà, Josef Rottensteiner und Gunther Waibl

0 Alpengas

0 Heizen

10 Photosynthese

11 Forst

12 Leitner

13 Leitner

14 Leitner

15 Obereggen

16 Obereggen

17 4 Elemente

1 Weißes Kreuz

1 Hygan

20 Hygan

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