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2011 Johanni - Nikolaus - Cusanus - Haus

2011 Johanni - Nikolaus - Cusanus - Haus

2011 Johanni - Nikolaus - Cusanus - Haus

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Nikolaus-

Cusanus-Haus

Freies Altenheim e.V.

Lebensgemeinschaft im Alter

Hauszeitung

10 Jahre

„Wohnzimmer“

Künstlerisches

Arbeiten

Johanni 2011


Johanni 2011

Und bin ich in den Sinneshöhen,

So flammt in meinen Seelentiefen

Aus Geistes Feuerwelten

Der Götter Wahrheitswort:

In Geistesgründen suche ahnend

Dich geistverwandt zu finden.

Rudolf Steiner

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Hauszeitung

Sehr verehrte Leserinnen, sehr geehrte Leser,

mit großem Interesse haben wir vor allem die sozialpolitischen Äußerungen der

neuen baden-württembergischen Landesregierung zur Altenhilfe in ihrem Koalitionsvertrag

zur Kenntnis genommen. Neben der Wiederholung von bereits vor

längerer Zeit bundeseinheitlich festgelegten Grundsätzen (beispielsweise „ambulant

vor stationär“) findet sich auch die Feststellung eines Pflegekräftemangels, dem es

u. a. durch eine ausreichende Anzahl von Ausbildungsplätzen zu begegnen gelte.

Ferner sei zu prüfen, auf welche Weise weitere Ausbildungsplätze geschaffen

werden können. Darüber hinaus müsse die Attraktivität der Pflege insgesamt gesteigert

werden, dazu gehöre eine Verbesserung der Rahmenbedingungen (z. B.

verbesserte Aus- und Weiterbildungsangebote, angemessene Bezahlung, Aufstiegsmöglichkeiten)

und eine neue gesellschaftliche Anerkennung der Pflege. Angestrebt

werde zudem eine Akademisierung innerhalb der Pflege mit dem Ziel, dort auch

mehr eigenverantwortliches Handeln zu ermöglichen. Bemühungen, die darauf zielen,

dass besonders qualifizierte, praxisnah und akademisch ausgebildete Pflegekräfte

klar abgegrenzte heilberufliche Tätigkeiten aus dem ärztlichen Aufgabenspektrum

selbstständig übernehmen, seien zu unterstützen.

Aus Sicht der Einrichtungen dürfen wir der Hoffnung Ausdruck verleihen, dass es

nicht bei Absichtserklärungen bleiben wird. Die Verbesserung der Rahmenbedingungen,

die Steigerung der Attraktivität der Pflege und vor allem eine neue Form

der gesellschaftlichen Anerkennung sind Forderungen, die wir allesamt seit Jahren

erheben. Bisher scheinen sie jedoch leider nahezu ungehört verhallt zu sein.

Deshalb erwarten wir einen kurzfristig beginnenden und befruchtenden Meinungsaustausch

mit den politisch Verantwortlichen, um im Sinne aller betroffenen BewohnerInnen

wie MitarbeiterInnen in der Altenhilfe rasch zu den dringend notwendigen

Veränderungen und Verbesserungen zu kommen.

Unseren Leserinnen und Lesern wünschen wir wiederum viel Freude bei der Lektüre

unserer Hauszeitung sowie eine schöne Sommerzeit und grüßen Sie herzlich.

Heinz Bollinger Ursula Schütt


Johanni 2011

Aktuelles in Kürze

aus dem Nikolaus-Cusanus-Haus

In den letzten Monaten beobachten wir eine zunehmende Anzahl von Vertragsänderungen

aus dem Wohnheim- in den Pflegeheimbereich. Das hat dort zu einer

konstant guten Auslastung geführt. Etwas unbefriedigender hingegen stellt sich die

Situation im Wohnheimbereich dar. Gerade in jüngster Vergangenheit tun wir uns

mit Neuvergaben teilweise schwerer als in der Vergangenheit. Die Chancen für

ernsthaft interessierte „Rüstige“, kurzfristig aufgenommen werden zu können, sind

damit deutlich gestiegen. Wir freuen uns auf entsprechende Anfragen und Kontaktaufnahmen.

Bereits am 22./23. November 2010 fand eine umfangreiche MDK-Prüfung in unserem

Hause statt. Nach entsprechenden gesetzlichen Vorgaben wird das Gesamtergebnis

in einer „Schulnote“ zum Ausdruck gebracht und veröffentlicht. Die uns

attestierte Note 1,3 ist uns Ansporn und Verpflichtung für die Zukunft zugleich.

Unter dem Titel „Reise ins Vergessen, Menschen mit Demenz begleiten“ hatten

wir am 04. Mai 2011 Frau Kuhn (Demenz-Support) als Vortragsrednerin zu Gast.

Eingeladen waren neben BewohnerInnen, MitarbeiterInnen und freiwilligen HelferInnen

auch alle Angehörigen unserer pflegebedürftigen BewohnerInnen. Der anschauliche

und praxisnahe Vortrag war auch Auftaktveranstaltung für eine sich anschließende

anderthalbtägige Mitarbeiterfortbildung.

Mit der Bundeswehrreform (Aussetzung des Wehrdienstes) müssen soziale Einrichtungen

ab sofort auf ihre „Zivis“ verzichten, die bekanntlich bis auf weiteres

ebenfalls keinen Dienst mehr abzuleisten haben. Durchschnittlich waren im Nikolaus-Cusanus-Haus

in den letzten Jahren meist ein bis zwei junge Männer in der

Pflege und zwei bis drei in der Technik tätig. Noch sind die Auswirkungen des

Wegfalls unklar, fest steht allerdings, dass die Arbeit ohne die „Zivis“ dieselbe

bleiben wird, wie sie es schon immer war. Im Klartext heißt das, dass zukünftig

entweder mehr liegen bleiben wird als seither, oder dass verstärkt bezahlte Aushilfskräfte

eingestellt werden müssen. Mit der gebotenen Vorsicht, um unseren Haushalt

nicht übermäßig zu belasten, haben wir uns für den letzteren Weg entschieden.

Unsere Verwaltung, ansonsten ein Musterbeispiel für konstante Mitarbeiterbesetzung,

hatte in jüngster Vergangenheit mehrere Wechsel zu verzeichnen. Frau

Grüninger und Frau Schmid-Lauber haben sich in den Ruhestand verabschiedet,

Herr Hirning hat eine andere Aufgabe außerhalb des Hauses übernommen. Neu

hinzu kamen dafür die Damen Geldner, Ploner und Scheerer, die unser Team wieder

vervollständigt haben.

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Hauszeitung

Nachdem unsere alte Telefonanlage nahezu zwanzig Jahre lang in Betrieb war,

wurde sie in den vergangenen Jahren doch zunehmend reparaturanfällig. So mussten

wir uns nun entschließen, sie komplett zu ersetzen. Die entsprechenden Kosten sind

beträchtlich, belasten unsere Liquidität aber nicht, da die Anlage lediglich gemietet

ist und ohne weitere Zuzahlungen nach fünf Jahren in unser Eigentum übergeht.

Die umfangreichen Sanierungsarbeiten an unserer Heizungsanlage konnten zwischenzeitlich

abgeschlossen werden. Künftigen kalten Jahreszeiten können wir somit

weitgehend gelassen entgegensehen. Wie bereits schon mehrfach angesprochen,

besteht unsere nächste Aufgabe in diesem Zusammenhang in der Klärung der Frage

nach der idealen Wärmeversorgung der Zukunft für unser Nikolaus-Cusanus-Haus.

Ein entsprechendes Gutachten haben wir beauftragt, Ergebnisse liegen aber noch

nicht abschließend vor.

Die von der Europäischen Union für alle Mitgliedsstaaten beschlossene Zensus-

befragung der Bevölkerung machte auch vor dem Nikolaus-Cusanus-Haus nicht

Halt. Die Befragung sämtlicher BewohnerInnen unseres Pflegeheimbereiches konnte

nach Absprache mit der durchführenden Behörde ausnahmslos über unsere Wohnbereichsleitungen

erfolgen. Im Wohnheimbereich hingegen mussten sich alle BewohnerInnen

Einzelinterviews durch Mitarbeiter des Statistischen Landesamtes

stellen.

Anfang Mai besuchte eine Gruppe Bewohnerinnen und Bewohner die Ausstellung

„Kosmos Rudolf Steiner“ anlässlich des 150. Geburtstag von Rudolf Steiner. Die

ausgestellten Dokumente und Werke sollten das Wirken Rudolf Steiners im Kontext

seiner Zeit darstellen und den Einfluss auf die zeitgenössische Kunst und Architektur

sichtbar machen. Dies in einer Stunde Führung den Besuchern deutlich zu machen, ist

keine leichte Aufgabe. Doch unsere Bewohner, die sicherlich über mehr

„Insiderwissen“ als die Kunsthistorikerin verfügten, waren von der Führung und der

Ausstellung angetan.

Eine weitere Ausfahrt brachte 22 Bewohnerinnen und Bewohner am 17. Mai 2011

zum Heilpflanzengarten der Firma Weleda nach Schwäbisch Gmünd. Das Wetter

war angenehm und somit eine gute Voraussetzung für den Gang durch Teile des 20

Ha großen Geländes. Dieses Mal führte die Besichtigung unsere Bewohnergruppe

auch in die Gewächshäuser, in denen viele tropische Heilpflanzen angebaut werden.

In der weit mehr als zweistündigen Führung gab es eine Fülle von Informationen

über Anbau, Verarbeitung und Anwendung von Heilpflanzen.

Heinz Bollinger


Johanni 2011

Sommerfest

Sehr geehrte, liebe Bewohnerinnen und Bewohner,

zu unserem diesjährigen Sommerfest laden wir Sie, Ihre Angehörigen und Bekannten

am

Samstag, den 16. Juli 2011 ab 16.00 Uhr

sehr herzlich ein.

Der Circus Faustino

aus Überlingen wird bei uns zu Gast sein und sein artistisches Programm in unseren

Festsaal zaubern. Atemberaubende Momente erwarten uns.

Unser Küchenteam wird Sie dann wie gewohnt mit Gegrilltem, Salaten und anderen

Köstlichkeiten sowie allerlei Getränken verwöhnen.

Wenn uns das Wetter Sonne beschert, werden wir im Außenbereich neben dem Verzehr

von Köstlichkeiten auch das bunte Treiben der Circusleute beobachten können.

Wir freuen uns auf die Begegnung mit Ihnen und auf ein fröhliches und schönes

Sommerfest.

Mit herzlichen Grüßen

NIKOLAUS-CUSANUS-HAUS

- HEIMLEITUNG -

Heinz Bollinger Ursula Schütt

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Johanni 2011

Mitarbeiter, die im NIKOLAUS-CUSANUS-HAUS neu angefangen

haben:

Kloeters, Stefanie Pflegebereich E 2

Medencevic, Armedina Pflegebereich E 2

Nadler, Steffen Pflegebereich E 2

Hagnhofer, Armin Pflegebereich E 3

Roth, Gabriele Pflegebereich E 3

Komericki, Dagmar Pflegebereich E 4

Richter, Susanne Pflegebereich E 4

Seyfried, Stellah Pflegebereich E 4

Mann, Ludmilla Wohnzimmer E 1

Koschitzki, Pascal Küche

Scheerer, Annegret Verwaltung

Wir wünschen allen neuen Mitarbeitern einen guten Start und

viel Freude bei der Arbeit.

Mitarbeiter, die das Haus verlassen haben:

Buric, Dusan Pflegebereich E 2

Christ, Olga Pflegebereich E 2

Jonischkeit, Heike Pflegebereich E 2

Kaya, Elif Pflegebereich E 3

Hinze, Christoph Zivi Pflegebereich E 3

Wolde Gurmu, Tesfaye Pflegebereich E 4

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Hauszeitung

Maier, Gudrun Wohnzimmer E 1

Spatz, Julian Zivi Haustechnik

Weidemann, Julius Zivi Haustechnik

Gogel, Silke Mitarbeiterbüro (nach Elternzeit)

Hirning-Goldberg, Sören Buchhaltung

In den Ruhestand verabschiedet haben wir:

Grüninger, Annegret Mitarbeiterbüro

Schmid-Lauber, Helga Empfang

Wir danken unseren ausgeschiedenen Mitarbeitern und wünschen

ihnen alles Gute.

Ihr 10-jähriges Jubiläum im NIKOLAUS-CUSANUS-

HAUS feierten in diesen Tagen:

Im Januar 2011

Gebhardt, Gabriele Pflegebereich E 4

Im Februar 2011

Matthees, Renate Kunsttherapie

Im März 2011

Holz, Silvia Café

Lindenmayer, Helga Freiwillige Hilfe


Johanni 2011

Ihr 5-jähriges Jubiläum im NIKOLAUS-CUSANUS-HAUS

feierten in diesen Tagen:

Im März 2011

Blau, Silvia Freiwillige Hilfe

Im April 2011

Gutekunst, Gudrun Freiwillige Hilfe

Im Mai 2011

Kehl, Andreas Pflegebereich E 3

Hassenpflug, Ursula Freiwillige Hilfe

Hensinger, Walter Freiwillige Hilfe

Seydel, Peter Freiwillige Hilfe

Im Juni 2011

Besler, Fenja Pflegebereich E 4

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Hauszeitung

Frau Geldner aus der Verwaltung stellt sich vor

Gerne möchte ich mich Ihnen als neue Mitarbeiterin im Mitarbeiterbüro vorstellen:

Mein Name ist Lucy Geldner, ich bin 44 Jahre alt, verheiratet und habe 2 Kinder im

Alter von 4 und 11 Jahren.

Wie sie ja wissen, ist Frau Grüninger in den wohlverdienten Ruhestand gegangen,

und deshalb bin ich seit 1. November 2010 im Mitarbeiterbüro tätig.

Einige von Ihnen haben mich bereits in der Bewohnerversammlung kennengelernt.

Meine Ausbildung habe ich als Groß- und Außenhandelskauffrau erfolgreich abgeschlossen,

danach machte ich eine Fortbildung zum Handelsfachwirt. Dabei hatte

ich sehr großes Interesse an dem Fach Personalwesen. Deshalb wechselte ich vom

Verkauf in den Bereich Personal, was mir bis heute sehr großen Spaß macht.

Ich bin sehr glücklich, dass ich in diesem Hause tätig sein darf, in einer sehr angenehmen

Atmosphäre, mit netten Kollegen und sehr viel Freude bei der Arbeit.

Vielleicht begegnen wir uns mal auf dem Flur und können ein paar nette Worte

wechseln.

Bis dahin verbleibe ich ganz herzlich Ihre

Lucy Geldner


Johanni 2011

Mein Weg ins „NCH“

„Flexible Mitarbeiter/in für unsere Verwaltung (Bereiche Sekretariat, Kultur und

Buchhaltung) gesucht“ – dieses Stellenangebot des NCH hatte ich mehr oder weniger

durch Zufall im Internet entdeckt. Da mich diese Tätigkeitsbereiche sehr interessieren

und auch die Nähe zu unserer Wohnung optimal war, beschloss ich spontan,

mich auf diese Ausschreibung einfach mal zu bewerben – wohl wissend, dass ich

keinerlei berufliche Erfahrung in dieser Branche nachweisen konnte, war ich doch

die letzten 20 Jahre immer in der Welt der Werbung zu Hause!

Die Einladung zum Vorstellungsgespräch kam schnell, ich freute mich sehr über

diese Chance, und schon bei meinem ersten Besuch im NCH war ich von der ganzen

Atmosphäre des Hauses und dem vielen Grün im Innenhof sehr angetan: Ein Ort

zum Wohlfühlen und Durchatmen – auch bei der Arbeit!

Nach der zweiten Vorstellungsrunde und dem ersten Kontakt mit meinen potentiellen

zukünftigen Vorgesetzten und Kollegen war ich voll und ganz überzeugt, hier

richtig zu sein, und hoffte sehr darauf, dass dies auch umgekehrt der Fall sein würde.

Und tatsächlich: Ich erhielt die Zusage, und bereits am folgenden Montag trat ich

meine neue Stelle im Nikolaus-Cusanus-Haus an.

Das ist nun schon über drei Monate her, und ich habe in dieser Zeit jeden Tag sehr

viel Neues erlebt und gelernt, die abwechslungsreiche Tätigkeit und den Kontakt zu

den Menschen empfinde ich als persönliche Bereicherung, und deshalb bin ich sehr

froh, meinen Weg ins NCH gefunden zu haben.

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Annegret Scheerer


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Vom Förderverein Nikolaus-Cusanus-Haus e.V.

WIE fördern wir WAS?

Hauszeitung

Am 22. März 2011 fand die 20. Mitgliederversammlung des Fördervereins statt, bei

der die üblichen Formalien behandelt wurden. Es waren 86 Mitglieder und 3 Gäste

anwesend. Der Verein zählt inzwischen fast 500 Mitglieder. Herr Andreas Bockemühl

berichtete als Geschäftsführer von den finanziellen und sachlichen Aktivitäten

im Vorjahr.

Durch die Mitgliedsbeiträge, Spenden und Nachlässe an den Förderverein werden

dem Nikolaus-Cusanus-Haus laut Satzung Aktivitäten und Einrichtungen ermöglicht,

welche die besondere Qualität dieses Hauses ausmachen und die aus dem Geschäftsetat

des NCH nicht zu finanzieren wären.

Im vergangenen Jahr war dies in besonderer Weise möglich, weil zu den ca. Euro

15.000,-- an Mitgliedsbeiträgen und Euro 27.000,-- an Spenden ein Vermächtnis in

Höhe von Euro 147.000,-- verbucht werden konnte. So konnten dem Nikolaus-

Cusanus-Haus Euro 163.000,-- zugewiesen werden.

Wir wollen hier einmal kurz der Frage nachgehen, was die besondere Qualität dieser

Gelder ist.

Es gibt ja grundsätzlich zwei Wege zur Unterstützung einer Institution: die Stiftung

oder die freie oder zweckgebundene Spende.

Stiftungen sollen den Bestand eines Unternehmens langfristig durch einen bleibenden

Kapitalstock sichern. Nur die Kapitalerträge stehen dem aktuellen Einsatz zur

Verfügung.

Spenden über den Förderverein dagegen fließen in vollem Umfang direkt in das

soziale Leben ein, ermöglichen Initiativen und schaffen unmittelbar wirksame

Maßnahmen.

Das große Vermächtnis im vergangenen Jahr ermöglichte eine Förderung der

notwendigen Reparatur der Heizungsanlage in Höhe von Euro 130.000,--, neben den

rund 50.000,-- Euro für die kulturellen, sozialen und baulichen Besonderheiten,

durch die das Zusammenleben hier im Haus reicher und fruchtbarer wird.

So können wir dankbar auf das hinblicken, was im vergangenen Jahr über den

Förderverein der Lebensgemeinschaft im Nikolaus-Cusanus-Haus zugeflossen ist.

Für den Vorstand: Dietrich Esterl, Dr. Johannes Grube, Siegfried Rose

Förderverein Kto.Nr. 155 639 005 Volksbank Esslingen BLZ 611 901 10


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Wege zur Anthroposophie

Hauszeitung

Zum 150. Geburtstag Rudolf Steiners fragten wir unsere Bewohnerinnen und

Bewohner:

Welche Impulse Rudolf Steiners haben Ihr Leben entscheidend

beeinflusst/inspiriert? und/oder

Welche Begegnung/Wendung hat Sie zur Anthroposophie gebracht?

Vielen Dank für die Zuschriften!

Johanna Veronika Picht:

Red.

Im Jahre 1922 wurde ich in ein anthroposophisches Elternhaus geboren. Meine

Patentante hatte Rudolf Steiner nach einem Namen für mich gefragt. Nach einer

Nacht Bedenkzeit gab er den Namen Johanna Veronika, mit dem ich von Frau

Martha Heimeran in der Christengemeinschaft getauft wurde.

In Stuttgart konnte ich den Waldorfkindergarten und die Waldorfschule bis zur

Verbotszeit besuchen.

Später machte ich während der Ausbildung zur ländlichen Hauswirtschaftsgehilfin

ein Praktikum auf einem biologisch-dynamischen Hof bei Gemünden am Main.

Eines Tages stand ich da an einem Getreidefeld und wusste plötzlich: die

Anthroposophie ist mein Lebensweg. Obwohl ich in einer anthroposophischen

Umgebung aufgewachsen war, ist dies ein besonderer Augenblick in meinem Leben

gewesen.

Mona Jacobi:

Durch meine Eltern bin ich schon in die Anthroposophie hineingeboren, mein Vater

wurde noch selbst von Rudolf Steiner in die anthroposophische Gesellschaft aufgenommen

und hat 1929 die Dresdner Waldorfschule mitbegründet, so dass ich das

Gefühl hatte: ich habe schon vor der Geburt dazugehört! Unsere Eltern waren

jedoch niemals dogmatisch, sondern völlig freilassend, weil sie wussten: jeder

Mensch muss selbst seinen Weg zur Anthroposophie finden.

Die Tatsache der Anthroposophie wurde mir erst richtig bewusst im Dritten Reich,

als sie verboten wurde. Unser geliebter Lehrer kam ins Gefängnis, mein Vater durfte

nur Hilfsschullehrer werden (bei einer 7-köpfigen Familie). Trotzdem hatten wir

einen liebevollen Parteigenossen als Nachbarn, der uns bespitzeln sollte und wohl

immer positiv über uns ausgesagt hat, sodass unserem Vater nichts geschah, alle

Bücher durfte er behalten. Nur bekamen wir keine Haushaltshilfe, weil der Einfluss


Johanni 2011

unserer Familie „angeblich zu schlecht“ war. Ähnliches ereignete sich nochmals bei

der russischen Besatzung von Dresden nach dem Krieg, nur in krasserer Weise.

Es war in meinem Leben niemals ein Bruch im Hinblick auf die Anthroposophie, sie

hat mich mein ganzes Leben durchgetragen durch alle Schwierigkeiten und

Aufgaben, die einem das Leben so stellt. So bin ich verbunden mit ihr bis zum

heutigen Tag.

Barbara Waltjen: Begegnung/Wendung

Entscheidend war die Begegnung mit Dr. Ernst Marti, Basel, während einer Tagung

der Christengemeinschaft in Stuttgart, bei der er einen Arbeitskreis leitete, und an

dem ich teilnahm. Den Inhalt, das Thema, das bearbeitet wurde, weiß ich nicht

mehr. Wohl aber mein Erstaunen: „Woher weiß er das alles?“ Es war so einleuchtend

und mündete ein in zahlreiche Einzelgespräche in den Pausen und auch

noch nach Beendigung der Tagung. Die Wendung geschah so, dass ich auf seinen

Rat hin auf weitere Musikstudien verzichtete und eine Krankenpflegeausbildung

begann, in einem Ort, den er mir empfahl, wo die Christengemeinschaft schon an

der Arbeit war. Es war in Reutlingen, wo die Zehlendorfer Diakonieschwestern eine

Krankenpflegeausbildung anboten. Zum gleichen Datum begann mein späterer Gatte

seine priesterliche Tätigkeit am selben Ort.

Impulse: Jetzt erlebte ich erstmals die Weihnachtsspiele, lernte Eurythmie kennen.

Ohne diese hätte ich wohl die anthroposophische Geisteswissenschaft nicht wirklich

ergreifen können mit ihren schulenden, übenden Inhalten.

Dank meiner musikalischen Ausbildung wurde ich immer wieder zur musikalischen

Eurythmiebegleitung gerufen und erlebte, was in einem Intervall, einer Dur-Moll-

Passage, in Rhythmus, Takt usw. für Geheimnisse verborgen sind. Dies wiederum

führte mich zu einer ganz neuen Unterrichtsansicht im Klavierunterricht, und ich

fand zu einer Methode, Gesang so zu unterrichten, dass er sich heilsam und

harmonisierend auswirken kann auf den Menschen.

Martha Jaspert: Wie ich zu Rudolf Steiner kam

Meine Eltern haben durch Vorträge sehr früh Steiner kennengelernt und sind Mitglieder

der Gesellschaft geworden. So haben sie meine drei großen Schwestern

schon 1919 von der höheren Töchterschule abgemeldet und gleich 1919 in die

Waldorfschule getan; und so kamen meine Schwester, die vierte, und ich, das fünfte

Kind, von der 1. Schulklasse schon auf die Uhlandshöhe.

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Renate von Blücher:

Hauszeitung

Mir ist die Christengemeinschaft und Anthroposophie beinahe in meine Wiege gelegt

worden. Mein Großvater, Rudolf von Koschützki, war einer der Urpriester. Ich

habe dann aber später an den Seminaren in Stuttgart – „Pro-Seminar“ 1947 und

Lehrerseminar 1948 – studiert und so meinen Weg zur Anthroposophie gefunden.

Dr. Eve Lagrange:

Am Anfang stand die Suche nach dem Lebenssinn, den eigenen Zielen, dem

Religiösen. Die Begegnung mit einzelnen Menschen, die mir im Leben wichtig

wurden, Gespräche, Anregungen führten dazu, Fragen zu stellen. Das erste Buch

von Rudolf Steiner, das ich zu lesen bekam, war die „Theosophie“. Es hat mich

sofort so beeindruckt, dass ich mir Auszüge daraus machte, obwohl ich manche

Darstellungen sehr konstruiert fand. Aber die Beschäftigung mit Anthroposophie

ließ mich nicht mehr los. Es ging mir um das Bewusstsein des Menschseins und um

die Verbindung zu Christus. Durch Rudolf Steiner habe ich erst ein Verhältnis zum

Evangelium bekommen. Die Beziehung zu Rudolf Steiner ist eine zutiefst innerliche

geworden.

Bewohnerin, die nicht namentlich genannt werden möchte:

Eine Schicksalsbegegnung

Wir waren 1940 ein junges Ehepaar und lebten in Gablonz/Nordböhmen. Hier

lernten wir einen Mann aus Berlin kennen, der mit seiner Familie an unseren Ort

gezogen war. Dieser Mann berichtete uns von Rudolf Steiner. So entstand eine sehr

intensive Freundschaft, die sich durch die ganzen Kriegsjahre hindurch hielt. Ganz

besonders schön habe ich den Besuch dieser Familie bei der Geburt meiner dritten

Tochter im Jahre 1942 in Erinnerung.

Durch diese Familie lernte ich die Anthroposophie und auch die Christengemeinschaft

kennen. Wir lasen gemeinsam Steiners Vorträge und die „Philosophie der

Freiheit“, die meinen Mann in der Kriegsgefangenschaft am Leben hielt und dadurch

sehr wichtig geworden war. Mir war die Christengemeinschaft sehr wichtig,

aber meine vier Kinder konnte ich erst nach Kriegsende in Halle taufen lassen.

Durch die Vertreibung und die Wirren der Nachkriegszeit verloren wir uns für

einige Zeit aus den Augen.

1950 lebte ich mit meinen Kindern in Unterlengenhardt. Zu der Zeit wurde auch

mein Mann aus der Gefangenschaft entlassen und er bemühte sich um die Aufnahme

in die Anthroposophische Gesellschaft. Unser Freund aus Berlin half uns auch hier

wieder. Er begleitete uns durch das ganze Leben. Immer wieder konnten wir ihn um


Johanni 2011

Rat fragen. Durch ihn kamen wir auch nach Essen, wo mein Mann eine Arbeit fand

und es möglich war, die Kinder in die Waldorfschule zu schicken und ein schönes

Heim zu bauen.

Als mein Mann einen Schlaganfall erlitt, half uns wieder unser Freund aus Berlin.

Mit seiner Hilfe konnten wir das Haus verkaufen, und es gelang uns, in Öschelbronn

unterzukommen, wo mein Mann nach einigen Jahren plötzlich verstarb.

Hilde Hlavaty:

Meinen „Weg zur Anthroposophie“ gab es eigentlich gar nicht: meine Eltern waren

schon früh Anthroposophen und haben als Studenten Rudolf Steiner noch selbst in

den 1920er Jahren in Stuttgart erlebt. Ich bin daher quasi in diesem Geiste groß

geworden, ohne diesen Begriff zu kennen. In der Hitlerzeit standen in

Geislingen/Steige die Anthroposophen – meist auch als Antifaschisten bekannt –

unter Beobachtung. In der Nachbarschaft lebten stramme Nazis. Es gab einen

kleinen, heimlichen Zweig und damals auch noch „Arbeiter-Mitglieder“ (Industrie).

Bis zum Verbot gab es Religionsunterricht von Pfarrern der Christengemeinschaft

und Sonntags-Handlungen aus Göppingen oder Ulm.

Über all das wurde vor Kindern möglichst nicht gesprochen; es war zu gefährlich.

Nach der Wiedereröffnung war ich von 1945 bis 1948 in der Waldorfschule

Uhlandshöhe, was ein großes Glück für mich war. Die Lehrer waren meist noch

persönlich von Rudolf Steiner berufen worden. Es wurde nicht Anthroposophie

gelehrt, war aber „zwischen den Zeilen“ deutlich bemerkbar!

Ich erlebte dann Vorträge, Tagungen und arbeitete in Arbeitsgruppen mit. Meine

bevorzugten Interessensgebiete sind Menschheitsgeschichte, Kultur- und Kunstgeschichte,

Musik. Immer zog es mich in den Vorderen Orient, und ich hätte sehr

gerne zu Christi Lebzeiten dort gelebt; falls es so gewesen sein sollte, hätte ich mich

gerne erinnert.

Viele Jahrzehnte besuchte ich Laien-Eurythmie-Kurse bei Frau Asschenfeldt, die ich

schon als Lehrerin in der Schule hatte. Ich habe viele Kunst-Studienreisen unter

anthroposophischer Führung mitgemacht mit Frank Teichmann, Michael Ladwein

Hanns Scheck und Hans Gsänger.

Dorothea Oesterreicher:

Zwei traurige Ereignisse in der Familie haben uns, mich, zur Anthroposophie Rudolf

Steiners geführt. Noch in der Verbotszeit der Anthroposophie kam meine Schwester

mit Lähmungserscheinungen und einer Herzerkrankung infolge von Diphtherie ins

Sanatorium Dr. med. Hessenbruch nach Bad Liebenzell. Dies war die erste und noch

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Hauszeitung

ganz unbewusste Begegnung mit der Anthroposophie durch Herrn Dr. med. Hessenbruch,

den meine Schwester nicht nur als sehr guten Arzt, sondern auch als einen

besonderen Menschen kennenlernte.

Als dann unsere Mutter 1949 nach langem Krankenhausaufenthalt infolge eines sehr

schweren, unverschuldeten Verkehrsunfalls zur Erholung kam, kämpften wir bei der

Krankenkasse dafür, dass sie ins Sanatorium Dr. Hessenbruch durfte. Die

Verbotszeit gehörte glücklicherweise der Vergangenheit an. Wir durften noch Herrn

Dr. med. Walter Bühler aus Unterlengenhardt kennenlernen und haben interessante

Vorträge gehört. Schnell war es beschlossene Sache für uns, dass die

Anthroposophie zu unserer Weltanschauung gehört.

Barbara Friedrich:

Im Lebensalter zwischen Mitte/Ende vierzig wurde ich gewahr, dass etwas für mich

Wichtiges in meinem Leben fehlte: eine geistige Ausrichtung, eine tragende Anschauung

der Welt.

Meine Mutter lebte damals in Unterlengenhardt und nahm mich zu Vorträgen von

Dr. Hessenbruch und Dr. Bühler mit – beide anthroposophische Ärzte. Desgleichen

begegnete ich dort etlichen Menschen, die eine anthroposophische Gesinnung

trugen. Diese Personen weckten mein Interesse, und ich begann, mich in Stuttgart

umzusehen. Ich nahm teil an einem Arbeitskreis über die „Philosophie der Freiheit“.

Wirklich verstanden habe ich erstmal herzlich wenig. Aber mein Lehrer – Herr

Peltzer – hatte eine so wunderbare Ausstrahlung, dass ich voller Hoffnung war.

Dann passierte das Tieftraurige, dass Herr Peltzer überraschend starb, und ich

wechselte zum Arbeitskreis von Frau und Herrn Drs. Melcop. Später übernahmen

Frau und Herr Henrichsen die Gruppe. Ich blieb stetig und treu dabei, weil nicht nur

die geisteswissenschaftlichen Gespräche mich interessierten, sondern auch die

zwischenmenschlichen Beziehungen sehr gepflegt wurden.

Bis zum heutigen Tage wird mein Leben durchstrahlt und durchwärmt vom

Gedankengut Rudolf Steiners. Auf diesem Weg gab es viele wichtige Menschen,

denen ich mit großem Dank verbunden bin: Walter Bühler, Herr Peltzer, Hans-

Jürgen Melcop, Pietro Archiati, Georg-Friedrich Schulz, Christof Lindenau – und

last, but not least, Georg Kühlewind. Das Albertus-Magnus-Haus in Freiburg, das

Studienhaus Rüspe im Rothaargebirge, Schloss Elmau bei Mittenwald waren Stätten

intensiver Arbeit und wunderbarer Erlebnisse durch künstlerische Betätigungen.

Diese Erfahrungen haben mein Leben reich gemacht und mir vermittelt, welch ein

Segen auf diesem Weg ruhen kann.

Die Frage nach den Impulsen der Geisteswissenschaft Steiners ist sicher nicht erschöpfend

zu beantworten. Etwas summarisch möchte ich sagen: es ist für mich die


Johanni 2011

Gewissheit, dass wir in einer logoshaften Welt leben, in einer Welt der Bedeutungen,

die von Sinn erfüllt ist. Es ist die Gewissheit, dass geistige Kräfte unermüdlich

am Werk sind und diese wunderbare Schöpfung Erde gestalten. Es ist die

Gewissheit, dass alles Stoffliche, Materielle nur die Aufgabe hat, die Wirkungskräfte

des Göttlich-Geistigen in Erscheinung zu bringen. Meine Beziehung zur

Natur, zu Pflanzen und Tieren und vor allem meine Beziehung zu den Menschen hat

sich durch Anthroposophie intensiv vertieft und erweitert.

Peter Mayer:

Selige Kindheitseindrücke hatte ich vier- bis fünfjährig in Großvaters Garten, Im

Geiger in Cannstatt, wo ich Beeren naschen durfte vom Busch und dabei auf eine

Wespe biss, die mich prompt in die Lippen stach!

Gerne ging ich in die Waldorfschule Uhlandshöhe und nahm Steiners Wesen dort

wahr.

Dann Umzug nach Sillenbuch ins Haus mit Garten, in dem von Anfang an biologisch-dynamisch

gearbeitet wurde, ebenso wie in meinem Pachtgarten.

Später war ich dann aktiv in der Demeter-Bewegung mit den Landwirten und

Gärtnern tätig – bei Willmanns in Ingersheim und bei Karl Tress in Bichishausen.

Immer stand mir die Wichtigkeit des biologisch-dynamischen Landbaus durch

Rudolf Steiner vor Augen. Eine neue intensive Erfahrung der Natur und deren

Elementargeister wurde wahrnehmbar.

Mit meiner Frau Martha, aus westpreußischer Landwirtschaft kommend, lasen wir

den landwirtschaftlichen Kurs mit großer Begeisterung, waren mehrfach in Koberwitz/Breslau

in Schlesien.

Neben all dem anderen – Christengemeinschaft – Anthroposophische

Gesellschaft – war mir die Pflege der Erde durch den Impuls Rudolf Steiners

am wichtigsten und notwendig.

Charlotte Glück:

Frage: Wie kommt man zur Anthroposophie?

Antwort: Jedenfalls durch Schicksalsführung.

Das Erwachen meines Eigenbewusstseins, mit etwa 3 Jahren, war begleitet von den

fast ständig fließenden Tränen meiner Mutter. Mein etwas älterer fröhlicher, strahlender

Bruder war plötzlich gestorben. Mutter konnte es nicht fassen und nicht bewältigen

– schließlich wurde sie selbst krank. Erst mit der Zeit wurde klar, dass sie

einen Gehirntumor hatte. Die Krankheitsjahre, und was die Familie dabei durch-

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Hauszeitung

zumachen hatte, sind nicht zu beschreiben. Ich wurde dabei ständig überfordert und

hatte als Kind schon zweimal Gelbsucht, also Leberschaden. Mit 37 Jahren starb die

Mutter.

Vater heiratete im Abstand ein zweites Mal. Auch die zweite Frau wurde krank,

wenn auch nicht so schlimm. Als 15-Jährige hatte ich die gesamte Familie – Vater,

Bruder, Schwester und das einjährige Kind aus der 2. Ehe des Vaters – relativ lange

allein zu versorgen.

Danach kam ich in die kaufmännische Lehre. Mit 19 Jahren war ich bereits Filialleiterin

mit 6 Verkäuferinnen und 1 Lehrmädchen. – Nach einer furchtbaren Aufregung

wegen Betrugs hatte ich einen Hörsturz mit einem Gehörverlust von 85 %

mit 20 Jahren. Schon vorher gab es Gehörstörungen. Ich hörte Stimmen und konnte

mir absolut nichts erklären. – Nach der Geistesgestörtheit meiner Mutter war das

entsetzlich. Ich war hilflos und verschwieg es. Später hatte ich 4 Innenohr-

Operationen und andere sehr schwere und leichte Operationen.

Krieg – ich hatte meinen Mann kennengelernt. Wusste nicht, dass er Anthroposoph

ist, und wusste nicht, was Anthroposophie ist und warum das verboten ist. Erst mit

der Verheiratung kamen diese Probleme zur Sprache. Schon lange hatte ich die

Frage in mir, wie kommt unsere Familie, wie komme ich zu solch einem Schicksal?

Die Frage galt auch für die Familie meines Mannes. Seine Mutter war gestorben,

sein Vater total gelähmt seit dem Ersten Weltkrieg. Mein Mann schrieb mir von

Russland die Wochensprüche von Dr. Steiner. Darin konnten sich unsere Gedanken

treffen. Allmählich schrieb er, was ich lesen solle und wo ich es finde. Das erste

war: Rittelmeier: Begegnungen mit Rudolf Steiner. Ein Gedanke darin schlug bei

mir sofort ein: Wiederholte Erdenleben und die damit verbundene Vorstellung einer

immerwährenden geistigen Welt, die uns eine Entwicklung ermöglicht.

Mein Mann und mein Bruder sind in Russland gefallen. Unmittelbar nach dem Tod

meines Mannes, Weihnachten 1943 – es muss ungefähr seine Todesstunde gewesen

sein – griff ich zur Steiner-Literatur, trotz des Verbotes. Zuerst zur Theosophie.

Die Anthroposophie wurde damit zur Lebensgrundlage für mich, für alle weiteren

Schicksale, die das Leben dann brachte.


Johanni 2011

Farbtupfer im Alltag

„Die Würde des Menschen ist unantastbar!“

Mit dem Dezember gingen wir auf das Ende des vorerst letzten Jahres mit zwei

Nullen zu. Das Jahrtausend begann mit drei Nullen, dann hatten wir zehn Jahre mit

zwei Nullen. Mit dem neuen Jahrzehnt beginnt die Zeit der Eine-Null-Jahre. Stimmt

es aber, dass das Jahrtausend mit dem Jahr 2000 begann? Oder vielleicht doch erst

im Jahre 200l? Damals gab es eine wochenlange Diskussion, ob man mit 0 anfängt

zu zählen oder mit 1. Im Januar 2011 war davon die Rede, dass mit diesem Jahr eine

neue Dekade beginnt! Hatte jetzt die erste „Dekade“ zehn Jahre oder elf?

Das Jahr 2010 ging rasch vorüber – man fiel geradezu von einem Jahresfest ins

nächste. Aber mit Adventsgärtlein, Nikolaus, Weihnachtsmarkt, Adventscafé, Düften

und Konzerten ist man schnell in Adventsstimmung! Dazu passend war auch das

Wetter: lang ist’s her, dass wir im Dezember so viel Schnee hatten! Legte im Frühling

noch die Vulkanasche den Flugverkehr lahm, so waren es im anbrechenden

Winter Schnee und Kälte.

Auch auf den Straßen ging es nicht voran, und in manchen Gegenden standen die

Häuser bis zur ersten Etage im Schnee! So konnten wir den Chor der Finnischen

Evangelischen Gemeinde Stuttgart am 1. Dezember bei „finnischem“ Wetter empfangen!

Er präsentierte ein vorweihnachtliches Chorkonzert mit Geschichten zu Traditionen

und Brauchtum aus Finnland. Auch die Trachten der jeweiligen Herkunftsgegenden

wurden uns erklärt. Das war interessant und schön.

Am 4. Dezember waren wieder der Chor der Sing- und Spielkreise in Baden-

Württemberg und der Bund der Vertriebenen Stuttgart mit seinem wunderschönen

Programm, besonderen Instrumenten und hübschen Kostümen bei uns. Sie singen

und spielen immer vor einem wunderschönen „Sternenhimmel“, den Herr A. Bockemühl

in stundenlanger Arbeit liebevoll aufbaut. Erfreulicherweise begleitet uns

dieser blaue Himmel mit den vielen großen und kleinen Strohsternen durch die gesamte

Advents- und Weihnachtszeit.

Wir fanden uns jeden Adventssonntag im Saal zu einer festlichen Veranstaltung ein,

die die Mitbewohner mit Musik und Geschichten gestalteten, sodass wir den Sternenhimmel

oft sehen konnten.

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Hauszeitung

Auch die Musikanten der Karl Schubert-Werkstätten Bonlanden spielten für uns

Weihnachtslieder. So erfüllt der Advent auch den Innenhof, was noch unterstrichen

wird durch das Adventscafé, das nun immer auf der Galerie der Ebene 2 stattfindet.

Dann wurden die Oberuferer Weihnachtsspiele gespielt – und wie schön! Das

Christgeburtspiel wurde wie immer von Mitarbeitern aus allen Bereichen gespielt,

und das war so gut! Es war ein Genuss! Das Paradeisspiel hatten spontan Mitbewohner

einstudiert, nachdem sie gehört hatten, dass nicht genug Mitarbeiter mitspielen

könnten. Allein der Einsatz ist bewundernswert, aber noch mehr, wie es dann gelungen

ist! Vielen Dank für diese beiden wunderbaren Spiele! Und dann konnte es

Weihnachten werden.

Zur Weihnachtsfeier kommen wir immer im Festsaal zusammen, hören Musik und

das Lukasevangelium, sehen Eurythmie und singen gemeinsam Weihnachtslieder.

Das ist ein schöner, besinnlicher Nachmittag. Am Abend gibt es ein besonderes

Weihnachtsessen im Restaurant und in den Speiseräumen der Wohnbereiche. Leider

müssen die Pflegebedürftigen bis 18 Uhr warten, bis das Essen überhaupt aus der

Küche bereitgestellt wird. Das ist weniger feierlich, und der Abend wird dann sehr

spät für die Bewohner, die es doch gewöhnt sind, bald ins Bett zu kommen. So war

es auch an Silvester, und das ist sehr schade.

Ich bereite mir immer schon am Nachmittag einen „Gabentisch“ vor, und am Abend

setze ich mich bei schöner Musik dazu, lese all die lieben Briefe und packe Päckchen

aus. Von der Pflege lasse ich mir eine Kerze anzünden. So habe ich einen

schönen, warmen Weihnachtsabend.

Der Silvesterabend verläuft ähnlich: ich lese mit einer Kerze und lasse das Jahr geruhsam

ausklingen. Das Austreiben der Geister des alten bzw. das Begrüßen der

Geister des neuen Jahres höre ich dann vom Bett aus und sehe den Lichtschein am

Fenster.

Zwischen den Jahren kommt immer das Märchenensemble des Eurythmeums Stuttgart

zu uns. Dieses Mal zeigte es uns „Die schlaue Katze“ – ein Märchen aus der

Sammlung des norwegischen Schriftstellers Peter Christen Asbjørnsen, der in Norwegen

in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Volksmärchen gesammelt hat wie in

Deutschland die Brüder Grimm. Das war süß! Und man konnte richtig schmunzeln

über die Schlauheit der Katze – die übrigens von einer Eurythmistin dargestellt

wurde, die sich ihr Studium bei uns in der Pflege verdient hatte, und das war natürlich

noch einmal besonders schön, sie auf der Bühne zu sehen! Dieses Märchen

rundet die Weihnachtstage in besonderer Weise ab.


Johanni 2011

Es beginnt die Zeit der Heiligen Drei Könige. Sie wurde eingeleitet von den

Birkacher Sternsingern. Sie kommen jedes Jahr zu uns und sammeln Geld für die

armen Kinder dieser Welt. Das Traumlied des Olaf Ǻsteson wurde dieses Mal auf

norwegisch gesungen! Es gehört ebenfalls in diese besondere Zeit.

Die Studenten des Priesterseminars bescherten uns am 12. Januar mit dem iroschottischen

Singspiel „Der Stern steht still“ eine wahre Sternstunde, die etwas Heiliges

hatte. Nur mit Liedern, die sich immer wiederholen, und ruhigen, getragenen Bewegungen

wird von der Anbetung des Kindes durch die Heiligen Drei Könige erzählt.

Dann tragen die Sänger die Melodien und die besinnliche Stimmung hinaus – und

wir müssen wieder in den Alltag zurückfinden.

Das erste Konzert im neuen Jahr war das Chorkonzert des Kammerchors Concerto

vocale Tübingen am 16. Januar unter der Leitung von Peter Unterberg, der diesen

Chor vor nunmehr 15 Jahren gründete. Zu uns kommen sie seit zwölf Jahren. Diese

Studenten, Doktoranden und Mitarbeiter der Universität Tübingen singen bewundernswert

stimmsicher – in einem Werk von Peter Unterberg hatte jeder eine

Stimme zu singen! – und klangvoll. Vor dem gut besetzten Saal sangen sie geistliche

Lieder aus sechs Jahrhunderten – das wurde mit begeistertem Applaus anerkannt.

Wir haben einen wunderschönen Eingangsbereich: der Eintretende wird von einem

lichtdurchfluteten Raum mit schönen Bäumen empfangen, deren kräftiges Grün von

Blüten durchsetzt ist. Dazu plätschert leise ein Bächlein, das sich durch die Felsen

und Pflanzen nach unten windet und in einem Fischteich endet. Das ist gleich ein

schöner Eindruck. Einen besonderen Akzent setzen die wechselnden Ausstellungen

im Eingangsbereich und auf der Galerie der Ebene 2.

Für die Ausstellung „Holz und Stein“ hatten sich verschiedene Künstler zusammengetan.

Schon vor der Vernissage, die am 23. Januar stattfand, waren Innenhof und

Galerie vollkommen verwandelt. Nach den zarten Bildern der vorigen Ausstellung

zeigten die Fotos die zum Teil sehr kräftigen Farben von Steinwänden und Hölzern

– trockenen und grünen: die kraftstrotzenden Riesen des Sillenbucher Eichenhains.

Im Ausstellungsraum beim Gartenausgang standen seltsame Gnome, Tiere und

andere Gestalten. Mit den Steinen, Muscheln und Wurzeln, die auf einem großen

blauen Tisch lagen, durfte man spielen und gestalten – das war wahrlich eine außergewöhnliche

Ausstellung! Schön ist auch, dass einem Erinnerungen an eigene

Erlebnisse mit knorrigen Wurzeln, Muscheln und Steinen in den Sinn kommen:

jeder hat doch schon damit gespielt oder gebastelt. Auch für die Künstler und

Sammler sind Erinnerungen mit den Fotos und den Stücken verbunden: bei der Vernissage

erzählten Frau Epple und Frau Enzmann von ihren Erlebnissen in der Einsamkeit

von Schweden bzw. Ibiza, wo sie sie gesammelt haben.

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Hauszeitung

Durch das Spiel von Kindern werden Hölzer etc. lebendig – durch die Betrachtung

Erwachsener können sie zu Kunstwerken werden. So hat Frau Enzmann auch aus

verrosteten Gebrauchsgegenständen, die sie in der Natur gefunden hat, Kunstwerke

arrangiert. Auch Herr Charisius, Frau und Herr Nitsche und andere zeigten beeindruckende

Fotos von mächtigen Steinen und Bäumen. Sie erinnern uns an die Ehrfurcht,

mit der wir vor diesen alten ehrwürdigen Riesen stehen.

Hölzer und Steine können auch klingen: der volle Saal war mucksmäuschenstill, als

Frau Beidek durch Reiben und Klopfen ihr verblüffendes Instrument zum Klingen

brachte! Diese Ausstellung begleitete uns bis zum 27. März, und man konnte immer

wieder Neues entdecken.

Mittlerweile war der Schnee weggetaut, und es wurde mild. Und das strengt an!

Viele Bewohner, aber auch Mitarbeiter, wurden krank. Das war eine Erkältung, die

lange nicht zu vertreiben war, und man war so müde! Ich musste eine Woche lang

alle Termine absagen – auch den Literaturkreis, der mir sehr wichtig ist. In der Zeit

lasen wir Geschichten vom „Gelernten König“, von Wilhelm II., dem letzten König

von Württemberg, und lernten viel über ihn und Stuttgart. Das war ein interessantes

und amüsantes Buch! Diese Stunde am Donnerstagvormittag ist wie eine Pause im

Laufe der Woche, in der man ausatmen kann. In einem netten Kreis lernten wir

schon viele Biografien kennen, z. B. die von Nelson Mandela oder Astrid Lindgren,

um zwei weitere zu nennen. Das Schöne beim Buch über König Wilhelm II. war,

dass einige der Teilnehmer persönliche Erinnerungen an seine Tochter oder zumindest

an Örtlichkeiten hatten, an denen er auch war.

Manchmal reisen wir beim Zuhören auf den Flügeln der Fantasie in ferne Länder.

Manchmal besuchen uns auch Künstler aus fernen Ländern.

Dass junge Musiker aus Georgien zu uns kamen, hatte eine Schülerin der Waldorfschule

Rengoldshausen möglich gemacht: sie schrieb ihre Jahresarbeit der 12. Klasse

über dieses Land zwischen Kaukasus und Schwarzem Meer und lud die Künstler

ein. Auf der Bühne hing eine selbst genähte Landesfahne, die verlost wurde, um die

Fahrtkosten zu ergänzen. Das ist eine schöne Idee! – Die jungen Leute sangen, spielten

Flöte, Panduri – ein Zupfinstrument – und Trommel (auch die deutsche

Schülerin trommelte mit!) – und tanzten. Sie trugen hübsche Kleider. Leider erzählten

sie nichts zu den Inhalten, was sehr schade war, der Begeisterung des Publikums

jedoch keinen Abbruch tat!


Johanni 2011

Gleich drei Tage später – am 29. Januar – waren deutsche junge Leute bei uns: das

Akademische Orchester der Eberhard-Karls-Universität Tübingen unter der Leitung

von Patrick Strub, den wir auch vom arcata Kammerorchester Stuttgart kennen,

spielte zuerst zusammen mit dem Aramis Trio (Geige, Cello, Klavier) sehr

schwungvoll und virtuos – ergreifend das Largo – das Tripelkonzert von L. v.

Beethoven, C-Dur. Als Zugabe spielte das Aramis Trio ein Allegro con brio (!!) von

D. Schostakowitsch – wundervoll! Danach durften alle erst einmal in die Pause.

Nach der Pause spielte das Orchester die 4. Sinfonie von A. Bruckner – die

„Romantische“. Sie hat viele Bläsersoli, und die waren hervorragend gespielt! Die

Instrumente klangen weich und rund. Auch der Trommler war gut! Es ist

bewundernswert, wie gut Laien spielen – und wunderbar gestaltet, von ganz zart bis

kraftvoll, aber mit vollem Klang. Das Publikum war hingerissen – auch der kleine

Junge, der vorne ganz alleine saß. Nach dem Konzert, das mit fast nicht enden

wollendem Applaus bedankt wurde, wartete er geduldig auf seinen Vater, den

Trompeter.

Ganz besonders freuen wir uns immer, wenn uns Mitbewohner an ihrem Wissensschatz

teilnehmen lassen. So war es am 1. Februar, als uns Frau Esterl „Von einem,

der auszog, das Fürchten zu lernen“ erzählte. Mit den Augen konnten wir dabei die

Geschichte auf Bildern von Frau Grube verfolgen, die dazu aufgestellt waren.

Deshalb, und „damit uns nicht gruselt“, war es nicht dunkel im gut besetzten Seminarraum.

Es ging trotz allem fröhlich zu, und am Schluss konnten wir uns noch

etwas austauschen.

Wie hervorragend Jugendliche musizieren, zeigten uns am 5. Februar zwei Geiger

und zwei Pianisten zwischen 13 und 17 Jahren! Sie alle sind Preisträger der Stuttgarter

Musikschule und spielten sowohl feurige als auch melancholische Sätze –

beides fein geführt und ohne Übertreibung – aus Werken von zum Beispiel L. v.

Beethoven, J. S. Βach und F. Chopin. Der volle Saal jubelte!

Haben wir nicht eine wunderbare Küche? Schon allein, dass frisch gekocht wird, ist

nicht selbstverständlich! Und das schmeckt man! Der Speiseplan ist abwechslungsreich

und gesund; das Gemüse wird zum großen Teil biologisch-dynamisch angebaut

und auch das Getreide. Das Fleisch kommt von „glücklichen Tieren“. In der

Pflege haben wir immer Apfelsaft auf dem Tisch. Der stammt aus heimischen Streuobstwiesen.

Das sind Naturschutzgebiete, die unbedingt gepflegt werden müssen,

und die unterstützen wir. Ich finde das gut. – Zu all dem kommt natürlich dazu, dass

die Speisen wohlschmeckend zubereitet werden. Natürlich kann es immer wieder

einmal etwas geben, das nicht jedem schmeckt. Aber es ist eine hohe Kunst, den

Geschmack von 270 Bewohnern plus Mitarbeitern zu treffen. So kann man sich auf

den nächsten Tag freuen, wenn es heute mal nicht schmeckt. Es gibt viele ärztlich

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Hauszeitung

verordnete Diäten, oder das Essen muss passiert sein, damit es der Betreffende zu

sich nehmen kann. Aber auch andere Sonderwünsche werden gern beachtet, und das

verdient ein großes Dankeschön! Beim Nachtisch oder beim Nachmittagskuchen

wird an die Lust auf Süßes gedacht, und die Bewohner freuen sich jedes Mal! –

Auch wenn es Butterbrezeln gibt!

Vor 150 Jahren wurde Rudolf Steiner geboren, und so ist dieses Jahr 2011 ein

besonderes für uns! Es gibt viele Veranstaltungen und auch Sendungen in den

Medien. Im Stuttgarter Kunstmuseum war eine Ausstellung zu seinen Ehren, in der

sein Schaffen vorgestellt wurde.

Am 23. Februar war Herr Dr. Peter Selg aus Arlesheim bei uns und sprach in einer

liebe- und humorvollen Weise über Leben und Werk Rudolf Steiners – und zwar

über sein Vortragen und seine absolute Geistesgegenwart und die der Zuhörer und

den Zusammenklang zwischen ihnen während eines Vortrags. Dieser besondere Einblick

in Rudolf Steiners Wirken brachte ihn uns als Menschen näher, und jeder

konnte seine persönliche Beziehung zu ihm neu beleben.

Das Ehepaar Gleissner gab ein Konzert mit Cello und Klavier – und uns damit die

Gelegenheit, zum Gedeihen einer weiteren Waldorfschule – konkret: der „Silberwaldschule“

– beizutragen. Zu Beginn spielten Friedgard Gleissner, Klavier, und

Rudolf Gleissner, Cello, eine Sonate von J. S. Bach, der für die Romantiker R. Schumann,

J. Brahms und F. Mendelssohn-Bartholdy Vorbild war. Von letzterem spielten

sie „Variations concertantes“, danach „Stücke im Volkston“ von R. Schumann,

aus denen man z. T. deutlich die zugrunde liegenden Balladen von J. W. v. Goethe

heraushören konnte. Nach der Pause konnten wir – gestärkt mit Leckereien, die

ebenfalls zu Gunsten des Neubaus der Schule verkauft wurden – noch die Sonate Nr.

1, e-moll, op. 38 von J. Brahms hören. Abgesehen davon, dass das Klavier manchmal

etwas zu laut war, war es ein schönes Konzert!

Und dann brach die „Fünfte Jahreszeit“ auch über uns herein. Zuerst feierten die

Tiere Karneval nach der Musik von C. Saint-Saёns und unter der Leitung von Sergej

Jussow. Frau Sarah Stuckenbrock mischte lustige Geschichten von Loriot darunter.

Am Rosenmontag wurden wir ins Restaurant zum fröhlichen Faschingsnachmittag

geladen.

Zum Abschluss der närrischen Zeit lud uns das Else-Klink-Ensemble des Eurythmeums

Stuttgart zu einer „Soirée de Viennes“ ein. Mit diesem heiteren Ausklang

konnten wir in die Fastenzeit gehen – die bei uns allerdings nicht sehr „fastig“ ist.


Johanni 2011

Die erste Veranstaltung in dieser Fastenzeit war dann auch gleich das Juristenkabarett,

das in einer Doppelveranstaltung mit den drei Sängerinnen von „Honey

Pie“ vom Birkacher Bürger- und Kulturverein präsentiert wurde. Da ging es lustig

zu – von Hotzenplotz bis Mappus ... Einen großen Zeitraum nahm das Büffet ein.

Die Theatergruppe LiteraVox der Christengemeinschaft Sillenbuch spielte am 19.

und 20. März „Die Augenbinde“ von S. Lenz: ein schwer verständliches Stück mit

wenig Handlung, aber gut auf die Bühne gebracht.

Besinnlicher ging es auch an dem Liederabend mit Franziska Berber (Sopran) und

Alberto Macri (Klavier) zu, die Lieder von R. Schumann und Arien aus verschiedenen

Opern vortrugen, und in den beiden Vorträgen von L. Peinemann, der Pfarrer in

Sillenbuch gewesen war und jetzt aus dem Norden zu uns kam, um uns von

Notwendigkeit und Freiheit und den Rhythmen in unserem Leben zu sprechen.

So hat der März viele Seiten – aber nicht nur die Veranstaltungen sind abwechslungsreich:

die ganze Welt verändert sich. Es wird langsam Frühling, die Tage

werden milder, zum Teil hatten wir sogar strahlenden Sonnenschein, und das tut so

gut!

Wie freut man sich über die ersten Blümchen und Blütchen – und das Zurückkehren

der Zugvögel! Ich freue mich immer über den ersten Zilpzalp – sein Lied bedeutet:

jetzt wird es Frühling! Und wenn die Uhren auf Sommerzeit umgestellt werden,

bedeutet das, dass der Nachmittag früher beginnt und ich früher hinaus kann.

Manchmal lasse ich mich auch schon vormittags in den elektrischen Rollstuhl setzen

und fahre in den Schlosspark nach Hohenheim, um Sonne, Farben und Vogelstimmen

in dieser besonderen Stimmung zu genießen.

Im April gab es auch bei uns im Haus neue Farben: einen Tag nach seinem 129. Geburtstag

wurde am 3. April die Ausstellung mit Öl-, Aquarell- und Rötelbildern von

Hans Brasch eröffnet. In der Vernissage sprach Herr Wolfram Schwenk, der Stiefsohn

von Hans Braschs Tochter, die von 1919 bis 2010 lebte und in Murrhardt starb,

wo 1973 auch Hans Brasch gestorben war.

Schon Anfang der Zwanziger Jahre begegnete er der Anthroposophie. Die Kinder

Peter und Helga gingen auf die Waldorfschule Uhlandshöhe. Hans Brasch lernte die

Farbenlehre Goethes kennen und versuchte, mit ihr „das Wesen der Farbe zu ergründen“.

Er malte alle vier Lebensbereiche: Menschen, Tiere, Pflanzen, Steine, aber

immer wieder in einem anderen Stil: er „strebte immer wieder neue Gipfel an“, so

erzählte Frau Inge Waldschmidt, der wir – zusammen mit Herrn Andreas Bockemühl

– die Ausstellung zu verdanken haben.

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Hauszeitung

Diese Ausstellung ist einzigartig: Herr Bockemühl hat einen großen Teil der Bilder

aus Privatsammlungen in ganz Deutschland geliehen und hier zusammengestellt,

nachdem er in unserem Archiv Bilder gefunden hatte. Mich haben ganz besonders

die Porträts im Ausstellungsraum am Gartenausgang beeindruckt: die Menschen der

verschiedenen Altersstufen sind unglaublich gut getroffen! – Diese Ausstellung ist

bis zum 17. Juli zu sehen.

Mit dem Vortrag von Laurens Krämer und seiner Frau über Kirgistan – der

„Schweiz Zentralasiens“ – am 6. April unternahmen wir wieder einmal eine kleine

Reise in eine fremde Welt.

Diese beiden bewundernswerten Menschen erzählten uns von dem Sozialdorf Manas

– einer Einrichtung für Jugendliche und Erwachsene mit Behinderung. Sie leiten

hier in Deutschland einen Förderverein und sind etwa alle zwei Jahre vor Ort. In

Manas ist Gulja die gute Seele: sie ist mit 40 Jahren fast ganz erblindet, setzt sich

aber in bewundernswerter Weise für ihre Schützlinge ein, die in Ländern der ehemaligen

Sowjetunion nicht gefördert werden – noch nicht. So besteht das Dorf auch

erst aus einem Haus. Dieses steht in einer wunderschönen Landschaft, wie wir auf

Dias sehen konnten. Sie zeigten uns auch Bilder von den hübschen Trachten, die bei

Festen getragen werden. Nach dem Vortrag verkauften sie schöne, gefilzte Hausschuhe,

die die bisher sieben Betreuten genäht und bestickt haben. So leisten Frau

und Herr Krämer eine wichtige und unterstützenswerte Arbeit im Dienst am Menschen

– genau wie der Bruder Florian in Südafrika, den wir ja auch kennen.

Dieser Vortrag fand im großen Seminarraum statt, weil der Festsaal von den Schülern

des Paracelsus-Gymnasiums Hohenheim besetzt war. Wie jedes Jahr „fielen“

sie auch dieses Jahr bei uns ein. Dann ist der Festsaal für uns tabu. Hier wird

geprobt: gesungen, gespielt, getanzt. Dieses Jahr führten sie vom 9. bis 12. April

„Orpheus in der Unterwelt“ auf – ganz frei nach J. Offenbachs Oper – ganz herrlich.

Aber darüber „darf“ ich nicht schreiben: das lässt sich Frau Stübler nicht nehmen.

Zum alljährlichen Konzert von Chor und Orchester der Filderklinik kamen wir wieder

im Festsaal zusammen. Auf dem Programm stand „Stabat Mater“ von A. Dvořák,

unter der bewährten Leitung von Monica Bissegger. Das ist ein sehr ergreifendes

Werk, das der voll besetzte Saal fast atemlos verfolgte. Man traute sich kaum,

den Saal zu verlassen. Das müssen die Pflegebedürftigen aber können, wenn eine

Veranstaltung so lange dauert.


Johanni 2011

Dieses Konzert läutet jedes Jahr die Karwoche ein, in der bei uns die passenden

Perikopen aus dem Neuen Testament und dazu die entsprechenden Gedanken von

Emil Bock aus seinem Buch „Die drei Jahre“ gelesen werden. So leben wir intensiv

auf das Osterfest hin, das dann als Familienfest gefeiert werden kann.

Seit Jahren war die Osterzeit nicht mehr so mild. Das kam dadurch, dass Ostern sehr

spät im Jahr war. Der Vollmond nach Frühlingsanfang war so spät, dass er auch

nach dem Frühlingsanfang nach Julianischem Kalender war, mit dem die orthodoxe

Kirche rechnet, sodass beide Osterfeste zusammenfielen. So war das diesjährige

Osterfest ein riesiges, weltumgreifendes!

Wenn man in die Natur hinausging, hatte man den Eindruck, sie feierte mit, so üppig

war sie in ihrer Blüten- und Farbenpracht! Alle Bäume und Blumen wollten gleichzeitig

blühen, die Reihenfolge kam quasi durcheinander, und Garten, Park und Wald

waren erfüllt von den schönsten Düften. Frühling ist doch eine wunderschöne Zeit!

Ist Ihnen aufgefallen, dass in diesem Kirchenjahr alle Jahresfeste außer Michaeli an

einem 24. sind?

Am 29. April erzählte uns Frau Esterl das Märchen „Sneewittchen“. Vor dem zahlreichen

Publikum standen die Bilder von Frau Grube, auf denen wir das Geschehen

verfolgen konnten. So bescherten uns beide einen stimmungsvollen Nachmittag

Mit dem Vortrag „Reise ins Vergessen“ am 4. Mai half uns Frau Christina Kuhn,

Menschen mit Demenz zu begleiten – z. B. indem wir „Erinnerungsinseln“ schaffen

oder uns der Begriffe bedienen, die „damals“ zum Alltag dieser Menschen gehörten.

Das „Theater der Dämmerung“ spielte den „Teufel mit den drei goldenen Haaren“ –

sehr frei nach den Brüdern Grimm. Es gab ein paar gute Tricks, wirkte jedoch sehr

technisch. Die Schattenfiguren waren sehr dürr, auch war der Ton manchmal sehr

schrill, und aus einem unerfindlichen Grund lief im Hintergrund fast immer Musik.

– Draußen wäre ein schöner Nachmittag gewesen.

Was für eine schöne Überraschung war das, als es am 9. Mai, einem Montag, an

dem normalerweise das Café geschlossen ist, draußen auf dem Caféplatz Crêpes

gab! Schon der Duft ließ einem das Wasser im Munde zusammenlaufen! Bewundernswert

waren die Crêpesbäcker, die stundenlang in der Hitze von oben und unten

aushielten! Vielen Dank!

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Hauszeitung

Ein Musical kündigte sich an. – Nanu? Das Paracelsus-Gymnasium war doch schon

da gewesen? – Nein: es war das Heidehof-Gymnasium, das sich unseren Festsaal als

Aufführungsort auserkoren hatte. „Anatevka“ stand auf dem Programm, es gab drei

Vorstellungen – am 12., 13. und 15. Mai –, die alle sehr gut besucht waren und viel

Leben ins Haus brachten. Für die Bewohner des Nikolaus-Cusanus-Hauses waren

Plätze in der Sonntagsvorstellung reserviert, und da sahen wir, warum der Saal so

voll war: der gesamte Raum vor der Bühne war vom Orchester besetzt, und der Chor

brauchte einen großen Teil des Saales! – Es begann gleich schwungvoll. Leider

konnte man die gesungenen Texte nicht gut verstehen, die Gesamtleistung jedoch

muss gelobt werden! Es war toll!

Obwohl „Anatevka“ sehr bekannt ist, zumindest Tevjes Lied „Wenn ich einmal

reich wär“, hatte ich es noch nie gesehen. – Das Schicksal eines jüdischen Dorfes in

Russland wird gezeigt, das zerstört wird, und die Alltagssorgen der Einwohner

gehen unter im Zeitgetümmel. Leider ist es ein immer aktuelles Thema, wie Minderheiten

unterdrückt oder gar vertrieben werden, deshalb ist es gut und wichtig, dass

sich Jugendliche damit beschäftigen und das auch nach außen tragen.

Manchmal laden uns Mitbewohner zu ihrer Geburtstagsfeier im Festsaal ein. Diesmal

war das am 21. Mai. Der Geburtstag selber war schon unbemerkt verstrichen,

dafür wurde es an diesem Samstag sehr lebhaft! Selten war ein Konzert so lebendig!

Matthias Nitsche, der Sohn der Jubilarin (Flöte), und Kyoko Kanazawa (Klavier)

spielten u. a. Werke von Carl Phillipp Emanuel Bach und Wolfgang Amadeus


Johanni 2011

Mozart schwungvoll, kraftvoll – herrlich – und zum Teil begleitet vom fröhlichen

Krähen der kleinen Urenkel. Ein prächtiger Blumenstrauß für das Geburtstagskind

schmückte während des Konzerts die Bühne. So war diese Geburtstagsfeier auch ein

wunderschönes Geschenk für uns. Der herzliche Applaus drückte dann auch Dank

und Gratulation aus!

Das erste Halbjahr war erlebnisreich. Im Haus haben wir viele schöne Dinge erlebt.

Die schlimmen Nachrichten kommen Gott sei Dank von außen. Hier im Haus hören

wir Konzerte, sehen Theater- und andere Aufführungen. Durch die Medien erfahren

wir von Aufständen von Menschen und vom Aufbäumen der Erde in unterschiedlichster

Weise.

„Innen“ sind wir stets aufgefordert, die Würde des Menschen zu achten. „Außen“

sollten wir immer mehr die Würde der Erde berücksichtigen!

„Highway to Hell“

pgh productions present

Jacques Offenbach

Orpheus in der Unterwelt

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Simone von Dufais

„Ein Drittel alte Mythen, ein Drittel Operette, ein Drittel Rock- und Popmusik

locker vermengen, mit reichlich Humor und einer Messerspitze Sex würzen.“ –

Nach diesem Rezept wurde dem vorwiegend jungen Premieren-Publikum ein köstlich

schmeckendes Gericht brandheiß serviert.

Die entrümpelte, verjüngte Operette „Orpheus in der Unterwelt“ aus dem 19. Jahrhundert

löste begeisterten Beifall und Pfiffe aus.

Schwungvoll, frisch kam sie daher, getragen von der Freude am Spiel. Die endlosen

Proben ließen keine Ermüdung aufkommen. Zudem öffnet die Verdrehung der

griechischen Sage Humor und anzüglichen Späßen Tür und Tor. – Eberhard Riese

und seine Theater AG haben mit Orpheus ins Schwarze getroffen.


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Hauszeitung

Ein trotteliger liebestoller Jupiter schlurft im Bademantel durch seinen Götterhimmel,

ständig auf der Suche nach einem Opfer seiner Begierde.

Eurydice (Nora Person), die, von Pluto in die Hölle entführt, dort gelangweilt

herumhängt, nähert er sich in Gestalt einer Fliege. (Ihre Verkleidung und die zitternden

Fühler erinnerten mich an den Summsemann aus „Peterchens Mondfahrt“.)

Johannes Lutz spielte souverän den Souverän. Wie er sich genüsslich in seinem

Thron räkelt, seine nackten Füße betrachtet, die Zehen spielen lässt, nebenbei

Befehle erteilt, immerzu nach den hübschen Engelwölkchen schielt – große Klasse!

– Mit Eifersucht verfolgt ihn Juno (Steffi Braig), seine Gemahlin. Sie lehrte mich

mit ihrer mächtigen Stimme, was der Begriff „Rockröhre“ ausdrücken will.

Pluto (Ivan Zozulya) bot mit zwei zierlichen falschen Hörnchen und echtem schwarzem

Vollbart einen prächtigen Höllenfürst.

Orpheus, der Sänger (doppelt besetzt), ist eine etwas farblose Rolle. Er wehrt sich

heftig, Eurydice wieder hoch zur Erde mitzunehmen.

„Die Öffentliche Meinung“, eine Journalistin in Giftgrün mit knallroten Zutaten

(Antonia Föhl) führt, sehr klar und schön gesprochen, in die Operette ein – und

hinaus.

Jupiter umgibt sich mit einem Reigen von Göttern und Halbgöttern. Hermes kommt

im maroden Käfer angefahren, Amor verschießt Pfeile, und Mars macht grimmige

Gebärden. Die Wölkchen tanzen.

Operette, dieses unartige Kind der Oper, lebt von Musik und Show.

Andreas Medler ließ mit dem Schulorchester Offenbachs bekannte Musik erklingen.

Sie schleicht sich ins Ohr ein, wo sie sich gelegentlich als „Ohrwurm“ einnistet. In

die bekannten Melodien waren Rock- und Pop-Songs eingestreut. Der Schulchor,

vereint mit dem Eltern-Lehrer-Chor, unterstützte unter der Leitung von Hanna

Montes das Orchester.

Zur Operette gehört ein romantisches Bühnenbild, modern, doch keine verkrampfte

Kargheit. Stephan Bronsert hat mit der Bühnenbild AG, den „Bübis“, Himmel und

Hölle neu erschaffen, himmelblau und luftig weiß – kohlrabenschwarz und rotglühend

das Höllentor. Der Farbwechsel der sechs antiken Lichtsäulen unterstrich

das Geschehen, die Dramatik.


Johanni 2011

Um die wunderschönen Kostüme (und noch vieles Andere) kümmerte sich Michaela

Bühl-Wallis. Sie setzte dem Teufel zwei Hörnchen auf. Die stilechten Cancan-

Kleider saßen an den zehn Tänzerinnen wie angegossen, rauschende Röcke über

schwarzen Netzstrümpfen.

Über 150 Menschen haben zum Gelingen der Operette „Orpheus in der Unterwelt“

beigetragen, jeder nach seiner Art und mit seinem Können.

Dass sich aus Einzelleistungen ein Ganzes zusammenfügt, dafür sorgte Eberhard

Riese. Seit 17 Jahren bringt er im Frühling mit den Aufführungen der Theater AG

Illusion und Glanz ins Nikolaus-Cusanus-Haus. Mit Stücken und Musicals von

Shakespeare über Goethe, Schiller, Büchner bis hin zu Wedekind und dem Komponisten

Bernstein.

Jedes Jahr lobte ich seine Regie-Arbeit „übers Bohnenstroh“, mir fällt kein neuer

Superlativ ein. Sein Einfallsreichtum und künstlerischer Spürsinn, seine Gelassenheit

und Ruhe in den Proben – alles schon mal gesagt!

Seine Gabe, Talente zu entdecken und zu fördern, die Fähigkeit, junge Menschen

ohne Druck zu selbstbewusstem Auftreten auf einer Bühne zu verführen und ihnen

damit ein unbezahlbares Rüstzeug fürs Leben mitzugeben – alles Wiederholungen!

So bleibt am Ende meiner Betrachtung nur noch wenig zu sagen übrig.

Mit „Orpheus in der Unterwelt“ haben ein Zauberer und seine Lehrlinge den Festsaal

des Nikolaus-Cusanus-Hauses nach den Regeln ihrer Kunst verzaubert. Nichts

war ihnen unmöglich. Aus dem „Off“ sprangen Cancan-Tänzerinnen kreischend auf

die Bühne. Spagat, Radschlagen! – Im Staccato ihrer Absätze, zu der mittlerweile

zum Gassenhauer verkommenen Cancan-Melodie, trafen sich Himmel und Hölle zu

einer finalen, turbulenten Verbrüderung. Engelwölkchen tanzten. – Wenn es denn so

wäre …

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Elsbet Stübler


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Crêpes-Backen im Mai

Hauszeitung


Johanni 2011

Veransta l t u n g e n

Johanni 2011 bis Weihnachten 2011

Sonntag 26.06.2011 16:30 Uhr Johannifeier

Samstag 02.07.2011 17:00 Uhr Musikalisch-literarisches

Sommerprogramm

Dein Theater, Stuttgart

Freitag

08.07.2011

10:00 Uhr

Monatsfeier der Waldorfschule

Silberwald

Darstellungen aus dem Unterricht

Samstag 09.07.2011 10:00 Uhr Monatsfeier der Waldorfschule

Silberwald

Darstellungen aus dem Unterricht

Dienstag 12.07.2011 17:00 Uhr Geburtstagskonzert zu Ehren Lise

Messner

Obsidian-Quartett

Julia Glocke, Violine, Eva Stein, Violine,

Boris Schaffert, Bratsche, und

Henning Vollmer, Violoncello

spielen Werke von Mozart und Schubert

Samstag 16.07.2011 16:00 Uhr Sommerfest

mit dem Zirkus Faustino

Mittwoch 20.07.2011 17:00 Uhr „Die Füße im Feuer“, C. F. Meyer

Inszenierung der Theatergruppe des

Pestalozzi-Kinderdorfs, Wahlwies

Sonntag 24.07.2011 10:00 Uhr Ausstellungseröffnung

„Landschaften – Suche nach ihrem

Wesen“

Robert Zimmer 1896 bis 1973

Aquarelle, Pastelle, Zeichnungen

(bis 23.10.2011)

– Sommerpause –

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Hauszeitung

Sonntag 11.09.2011 10:00 Uhr Einschulungsfeier der Waldorfschule

Silberwald

Wir begrüßen die neuen Erstklässler.

Samstag 17.09.2011 19:30 Uhr „EINFACH WIR“ – Kilian Recknagel

und Inga Raab präsentieren ihr neues Pop-

Musik-Programm

Samstag 24.09.2011 17:00 Uhr Konzert für Violine und Klavier

mit Werken von Beethoven, Brahms,

Chopin und Wieniawski

Alex Jussow, Violine,

Andrej Jussow, Klavier

Mittwoch 28.09.2011 16:30 Uhr Michaelifeier

Samstag 01.10.2011 19:00 Uhr Tango Five mit ihrem Best-Of-Programm

„Schluss mit lustig! Das Beste zum

Abschied“

Virtuose Musik-Comedy aus ihren

Erfolgsprogrammen der letzten Jahre

Montag 03.10.2011 15:30 Uhr Geselliges Beisammensein

bei Kaffee und Kuchen des

Fördervereins Nikolaus-Cusanus-Haus

Samstag 08.10.2011 17:00 Uhr Boccherini-Sextett, Stuttgart

spielt Werke von Boccherini, Mozart

und Brahms

Dienstag 11.10.2011 17:00 Uhr Vom Geist des Widerstands im NS-Staat

und dem Mut zum Bekenntnis – das

Jahr 1922 als Schicksalsjahr Europas

Marta Fuchs (1898-1971), Hans Erdmenger

(1903-1943) und Hellmuth von

Ruckteschell (1890-1948)

Aus Anlass des Erscheinens des Buchs

„Marta Fuchs – ein schwäbisches

Götterkind“

Johannes Lenz, Berlin

Vortrag (Teil 1)


Johanni 2011

Mittwoch 12.10.2011 17:00 Uhr Vom Geist des Widerstands im NS-Staat

und dem Mut zum Bekenntnis – das

Jahr 1922 als Schicksalsjahr Europas

Marta Fuchs (1898-1971), Hans Erdmenger

(1903-1943) und Hellmuth von

Ruckteschell (1890-1948)

Aus Anlass des Erscheinens des Buchs

„Marta Fuchs – ein schwäbisches

Götterkind“

Johannes Lenz, Berlin

Vortrag (Teil 2)

Samstag 15.10.2011 17:00 Uhr Preisträgerkonzert

Junge begabte und mit zahlreichen Preisen

geehrte Musiker der Musikschule Stuttgart

bieten ein Konzert der besonderen Art.

Leitung: Monika Giurgiuman

Sonntag 23.10.2011 17:00 Uhr Volkslieder aus aller Welt

Sängerkranz Birkach

Gesamtleitung: Philipp Nicklaus

Sonntag 30.10.2011 10:00 Uhr Ausstellungseröffnung

mit Bildern, Plastiken und anderen Exponaten

von Bewohnern und Mitarbeitern.

Mit Ansprache und musikalischer Umrahmung.

Die Ausstellung ist bis 04.01.2012 täglich

von 9:00 bis 12:00 Uhr und von 14:00 bis

17:00 Uhr zu sehen.

Samstag 05.11.2011 19:00 Uhr Konzert mit den Young Voices und

Solisten

„Rhythm of Life“ – bekannte Stücke aus

Gospel, Popsongs und Musical

Leitung: Alexander Reuter

Samstag 12.11.2011 14:30 Uhr

bis

17:30 Uhr

Martinimarkt

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Samstag 19.11.2011 17:00 Uhr Winnender Kammerorchester

spielt barocke Musik

Leitung: Manfred Deffner

Sonntag 20.11.2011 16:30 Uhr Totengedenkfeier

Hauszeitung

Sonntag 27.11.2011 16:30 Uhr Feier zum 1. Advent

Adventsgärtchen mit Musik im großen

Innenhof

Samstag 03.12.2011 16:00 Uhr Stuttgarter Advents-Singen

Chor- und Instrumentalmusik mit

Geigen, Flöten, Dudelsack, Harfe, Zither,

Hackbrett und Alphörner

Gesamtleitung:

Gerlind und Herbert Preisenhammer

Sonntag 11.12.2011 16:30 Uhr Feier zum 3. Advent

Donnerstag

15.12.2011

Freitag 16.12.2011

16:30 Uhr

18:00 Uhr

15:00 Uhr

16:30 Uhr

Samstag 24.12.2011 16:30 Uhr Weihnachtsfeier

Oberuferer Weihnachtsspiele

Paradeisspiel

Christgeburtspiel

Kumpaneien des Nikolaus-Cusanus-

Hauses

Oberuferer Weihnachtsspiele

Paradeisspiel

Christgeburtspiel

Kumpaneien des Nikolaus-Cusanus-

Hauses

Montag 26.12.2011 16:00 Uhr Märcheneurythmie

„Die drei Männlein im Walde“

Ein Märchen der Brüder Grimm

Eurythmeum Stuttgart – Märchenensemble

– Änderungen vorbehalten –

Aktuelle Angaben finden Sie auch unter: http://www.nikolaus-cusanus-haus.de


Johanni 2011

Das Melonenmädchen

Ein Alter und eine Alte stiegen jeden Morgen auf einen Berg. Sie suchten Holz und

Tannzapfen für ihre Feuerstelle. Sie gruben Wurzeln aus, um eine karge Mahlzeit zu

kochen, und schließlich sammelten sie die großen glitzernden Tautropfen, die an den

Grashalmen hingen. Dieses köstliche Getränk verwahrten sie in einem Tonkrug. Nur

dann und wann gönnten sie sich einen kleinen Schluck daraus.

Die Sonne ging auf, als sie oben am Berg angelangt waren. Die Alten streckten ihre

Arme der Sonne entgegen und dankten ihr für ihr Licht und für ihre Wärme.

Mit der Zeit aber wurden ihre Bewegungen langsamer, ihre Rücken schmerzten und

sie flehten jeden Tag von neuem die Sonne an: "Schenke uns doch ein Kind, das uns

im Alter helfen und unterstützen kann."

Als sie wieder einmal mit ihrer kostbaren Last den Berg hinab stiegen, hörten sie

plötzlich hinter sich ein sonderbares Geräusch. Eine feine Stimme rief: "Nehmt mich

mit, nehmt mich doch mit!"

Sie schauten sich um und sahen erstaunt, wie eine goldgelbe, reife Melone den

Berghang herunter kullerte. Der Alte bedachte sich nicht lange: "Die wird uns auch

schmecken", sagte er und hob die Melone auf. Vorsichtig trug er sie nach Hause.

Dort legte er sie in eine Schale auf die große Truhe und wollte sie am anderen Tage

zubereiten.

Als die beiden Alten aber am nächsten Morgen aufstanden, um sich auf den Weg zu

machen, sahen sie zu ihrer Verwunderung, dass das Feuer im Herd schon lustig

brannte. Das Essen war zubereitet, und auf dem Tisch stand ein Krug mit klarem

Wasser. Sie suchten in der Hütte und um das Haus herum, sie riefen und baten, der

gute Geist möge sich doch zeigen, aber nirgends war eine Menschenseele zu

erblicken.

Die beiden blieben an diesem Tag zu Hause. Als sie aber nach der Melone greifen

und sie zubereiten wollten, verblasste deren goldgelbe Farbe zu einem dünnen Grün,

und der Alte sagte: "Ach, die lassen wir besser noch eine Weile liegen."

So geschah es nun Tag für Tag, und die Alten konnten sich ausruhen. Nur die

heimliche Hilfe ihrer alten Tage zeigte sich nie. Und die Melone lag unverändert an

ihrem Platz.

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Hauszeitung

Einmal war der jüngste Sohn des Königs auf die Jagd geritten. Er hatte den ganzen

Tag ein Reh verfolgt und durstig und müde erreichte er die kleine Hütte. Er klopfte

an und der Alte öffnete ihm die Tür. "Kann ich hier Durst und Hunger stillen und ein

wenig ruhen?" bat der Prinz.

"Kommt nur herein, Herr", antwortete der alte Mann. "Reich sind wir nicht, aber

einen Ruheplatz und einen erfrischenden Trunk können wir Euch wohl bieten."

Der Prinz setzte sich an den Tisch und tat einen tiefen Zug aus dem Wasserkrug.

Dann fiel sein Blick auf die reife Melone. Der Alte merkte es und sagte: "Wir

können Euch leider von der Melone nichts geben. Immer, wenn wir sie zur Hand

nehmen, verblasst ihre schöne Farbe. Sie scheint noch nicht reif zu sein." Er nahm

die Melone, und wirklich schrumpelte sie in seiner Hand klein und grün zusammen.

"Wo habt ihr diese seltsame Frucht gefunden?", forschte der Prinz. "Vor einiger

Zeit, als wir den Berg hinunter stiegen, rollte sie plötzlich hinter uns her. Eine

Stimme bat uns, sie mitzunehmen. Das haben wir auch getan, aber essen konnten

wir sie bis heute nicht."

Der Prinz dankte den beiden Alten für die Bewirtung, wickelte sich in seinen Mantel

und legte sich neben den Herd. Aber er konnte nicht schlafen. Immer wieder schaute

er die schöne Melone an. Endlich hielt er es nicht länger aus. Er nahm sie in die

Hand. Zu seiner Verwunderung schnurrte sie nicht zusammen, sondern ihre goldene

Farbe leuchtete noch heller als zuvor und ein betörender Duft stieg ihm in die Nase.

Nun zog er sein Messer und schnitt behutsam die Schale auf. Da fiel die Frucht

auseinander, und ein Mädchen sprang heraus, schön wie der helle Tag.

"Durst habe ich, großen Durst! Kannst du mir zu trinken geben?" rief sie.

Der Prinz wollte ihr den Krug vom Tisch reichen, aber das Mädchen klagte:

" Solches Wasser kann ich nicht trinken.

Kein Wasser vom Regenguss,

Kein Wasser aus Bach und Fluss!"

Und als der Prinz nichts anderes fand, sprang sie in die Melone zurück. Die Schale

schloss sich wieder, als sei sie nie verletzt gewesen.

Am anderen Morgen bat der Prinz die beiden Alten, ihm die Melone zu überlassen,

und der alte Mann sprach: "Sie hat uns immer Freude bereitet. Aber da wir sie doch

nicht essen können, wollen wir sie Euch gerne schenken." Der Prinz verriet nichts


Johanni 2011

von seinem nächtlichen Abenteuer. Er dankte den Alten sehr, barg die Melone in

seinen Umhang und ritt nach Hause.

Dort angekommen bettete er sie in eine goldene Schale und dachte nach, was jetzt zu

tun wäre. Er konnte das Melonenmädchen nicht vergessen. Als es Abend wurde,

ging er in den Garten und schöpfte aus einer sprudelnden Quelle einen Krug Wasser.

Den stellte er neben die goldene Schale und schnitt dann behutsam die reife Melone

auf.

Wieder fiel die Frucht auseinander, und das Mädchen sprang heraus und rief:

"Durst habe ich, großen Durst! Kannst du mir zu trinken geben?"

Schnell reichte der Prinz ihr das Quellwasser, aber sie klagte:

"Solches Wasser kann ich nicht trinken.

Kein Wasser vom Regenguss,

Kein Wasser aus Bach und Fluss!"

Schon wandte sie sich wieder der Melone zu. Aber der Prinz rief in seiner

Verzweiflung: "Sage mir doch, welches Wasser ich für dich bereitstellen muss,

damit du bei mir bleibst!"

Das Mädchen antwortete:

"Wasser vom Himmel, aber nicht Regen,

Wasser von der Erde, täglicher Segen.

Wasser wie die Perle, aber kein Stein,

Uralt-neues Wasser muss es sein."

Sie sprang in die Melone, und die Frucht schloss sich, als sei sie nie verletzt

gewesen.

Der Prinz versuchte zu schlafen, aber er wälzte sich vergeblich auf seinem Lager hin

und her. Endlich stand er auf und verließ das Haus. Nur einen silbernen Krug nahm

er mit. Er wollte wandern, soweit ihn seine Füße trugen, um das geheimnisvolle

Wasser zu finden und das Mädchen für sich zu gewinnen.

Lange streifte er durch Wälder und Felder. Er kostete frisches Quellwasser und

einen Trunk aus einem tiefblauen See. Er schöpfte den Krug voll an einem

Feldbrunnen, aus dem Menschen und Tiere tranken. Er ließ das kühlende Nass eines

rauschenden Wasserfalles in seinen Mund strömen. Er sah, wie sich der Himmel in

dem Regenwasser spiegelte, das sich in einem Huftritt gesammelt hatte. Aber wenn

er an die Worte des Mädchens dachte, wusste er, dass sie solches Wasser nicht

gemeint haben konnte.

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Hauszeitung

Eines Abends stieg er auf einen Berg. Müde legte er sich in das duftende Gras,

schaute nach den Sternen und wünschte, er möge das uralt-neue Wasser finden. Die

Sterne funkelten in der nächtlichen Kühle, aber sie antworteten nicht.

Früh am Morgen wachte der Prinz auf. Die Sonne war noch nicht aufgegangen und

er fror. Er zog seinen Mantel enger um die Schultern und bückte sich, um seine

Stiefel zu schnüren. Da sah er etwas glitzern, und als er genauer hinschaute,

gewahrte er an allen Grashalmen und in allen Blumenkelchen glänzende Tautropfen.

Eben fielen die ersten Sonnenstrahlen über die Bergkuppe, und die Tropfen

leuchteten wie Perlen in allen Farben.

"Dies ist das Wasser, von dem das Mädchen sprach. Diese Perlen will ich für sie

sammeln!" rief der Prinz aus, und er streifte sorgsam die Tropfen in seinen Krug,

ehe die Sonnenwärme sie wieder zum Himmel aufsteigen ließ.

Voller Freude lief er nun nach Hause. Er konnte den Abend kaum erwarten, an dem

er es wagen wollte, die reife Melone noch einmal aufzuschneiden. Er stellte den

silbernen Krug neben die goldene Schale und nahm die Frucht in seine Hand. Da

brach sie von selbst auseinander, das Mädchen sprang heraus und rief:

"Durst habe ich, großen Durst! Kannst du mir zu trinken geben?"

Der Prinz reichte ihr den Krug mit den Tautropfen und sie trank. Dann sagte sie:

"Lange Zeit war ich in diese Frucht verwünscht, und nur, wenn mir jemand das

kostbare Wasser, dieses Wasser zwischen Himmel und Erde reichen würde, sollte

ich erlöst sein. Deshalb folgte ich dem alten Mann und der alten Frau, die jeden

Morgen die Tautropfen zu ihrer Nahrung sammelten. Ich half und diente ihnen. Als

ich bei ihnen war, tranken sie jedoch nur noch gewöhnliches Brunnenwasser.

Trotzdem blieb ich und wartete. Als du in die Hütte kamst, wusste ich, dass du

meinen Durst löschen konntest."

Der Prinz vermählte sich mit dem Melonenmädchen. Dann fuhren sie zu der Hütte

und holten die beiden Alten zu sich an den königlichen Hof.

Ob sie wohl noch leben? Ob sie wohl noch Tautropfen sammeln?

Arnica Esterl


Johanni 2011

Butterblumengelbe Wiesen

Butterblumengelbe Wiesen,

sauerampferrot getš nt, -

o du Ÿ berreiches Sprie§ en,

wie das Aug dich nie gewš hnt!

Wohlgesangdurchschwellte BŠ ume,

wunderblŸ tenschneebereift -

ja, fŸ rwahr, ihr zeigt uns TrŠ ume,

wie die Brust sie kaum begreift.

SOMMER 2011

Astronomisch beginnt der

Sommer mit der Sommersonnenwende:

dem Zeitpunkt, zu

dem die Sonne senkrecht über

dem Wendekreis steht und die

Tage am längsten sind. Auf

der Nordhalbkugel geschieht

dies am 21. Juni, auf der

Südhalbkugel am 21. oder 22.

Dezember. Danach werden die

Tage wieder kürzer und die

Nächte länger. Der Sommer

endet mit der herbstlichen Tagundnachtgleiche

am 22. oder

23. September im Norden bzw.

am 20. März oder in der Nacht

zum 21. März im Süden.

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SOMMER 2010

Für die Meteorologen beginnt der Sommer schon am

1. Juni. Die Sonne erreicht aber erst am 21. Juni ihren

höchsten Stand über der Nordhalbkugel. Dieser Tag ist

der astronomische Sommeranfang.

Richtig dunkel wird es an diesem Tag erst um 22.40 Uhr;

die Morgendämmerung beginnt schon wieder um 4.30 Uhr.

Danach werden die Tage langsam wieder kürzer.

Schon vor der Christianisierung feierte die heidnische

Bevölkerung in Europa ein Fest zur Sonnenwende. Und da

es damals die Devise der Kirche war, den Heiden in ihren

Bräuchen entgegenzukommen, wurde die Sonnwendfeier in

ein christliches Fest umgewandelt und auf den Geburtstag

von Johannes dem Täufer verlegt. Gefeiert wurde weiterhin

mit großem Feuer, nun am 24. Juni, und man nannte es

Johannisfeuer.

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Sonnenwende

Nun die Sonne soll vollenden

Ihre längste, schönste Bahn,

Wie sie zögert, sich zu wenden

Nach dem stillen Ozean!

Ihrer Göttin Jugendneige

Fühlt die ahnende Natur,

Und mir dünkt, bedeutsam schweige

Rings die abendliche Flur.

Nur die Wachtel, die sonst immer

Frühe schmälend weckt den Tag,

Schlägt dem überwachten Schimmer

Jetzt noch einen Weckeschlag;

Und die Lerche steigt im Singen

Hochauf aus dem duft'gen Tal,

Einen Blick noch zu erschwingen

In den schon versunknen Strahl.

Ludwig Uhland, 1787-1862

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