Odysseus Abenteuer - Münchner Waisenhaus

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Odysseus Abenteuer - Münchner Waisenhaus

Fachdienst Medienpädagogik

Odysseus Abenteuer

Eine multimediale Nacht für Kinder

http://www.waisenhaus.com

Autorin: Heike Rissing


Mediennächte eröffnen Kindergruppen die Möglichkeit, ein Thema mit Hilfe der ‚alten’ und ‚neuen’

Medien zu erarbeiten und spielerisch zu erleben.

Kurze Projektbeschreibung

Im Rahmen dieser multimedialen Projektnacht, können mehrere Kindergruppen aus verschiedenen deutschen Städten, zeitgleich

und unabhängig voneinander, Aufgaben lösen. Die Aufgaben beziehen sich auf das Thema ‚Odysseus’. Dazu begeben sie sich

auf die Spuren der griechischen Mythologie und erleben, wie die Menschen im antiken Griechenland lebten, wie sie sich gekleidet

haben, oder wie sie kochten.

Spielerisch lernen die Kinder Göttermythen kennen und erhalten einen Einblick in künstlerische Ausdrucksweisen, Literatur und

die griechische Sprache.

Zum Ablauf

Mit einer Kombination aus spielerischen und kreativen Aktionen, sowie zahlreichen Lernbereichen, beschäftigen sich die Kinder in

einem Zeitraum von ca. fünf Stunden mit der griechischen Mythologie. Eingebettet ist die Mediennacht in eine Rahmenhandlung.

Hier meldet sich per Email ein imaginärer Professor aus Athen, der die Kinder vor ein Rätsel stellt. Entschließen sich die Kinder

das Rätsel, das sich um ein geheimnisvolles Puzzleteil rankt, lösen zu wollen, schickt ihnen der Professor mehrere Aufgaben per

Email zu. Diese lösen sie mit Hilfe verschiedener Medien und bekommen dafür ein Puzzleteil. Zum Schluss ergibt sich ein Bild, auf

dem jeweils ein Abenteuer des Odysseus zu sehen ist. Abschließend treffen sich alle Kindergruppen und der imaginäre Professor

in einem Chatraum. Dort erzählen sie dem Professor und den anderen Kindern, was sie über das jeweilige Abenteuer

herausgefunden und in der Nacht erlebt haben.

Die Aufgaben werden mit Hilfe der traditionellen und neuen Medien, wie Buch, CD-ROM oder Internet gelöst.


Ziele des Projekts

� Informationstechnologische Grundbildung

� Kritische und reflexive Auseinandersetzung mit Medieninhalten

� ‚Alte’ und ‚neue’ Medien als Wissens- und Informationsquellen erfahren und spielerisch nutzen

� Befähigung zur Wissensselektion und Wissensverarbeitung

� Vor- und Nachteile der jeweiligen Medien erkennen

� Medien für individuelle Interessen und Zwecke nutzen

� Erschließung neuer Medienangebote

� Kommunikationskulturen (Chat/Email) der ‚neuen’ Medien kennen lernen

� Kreative Gestaltung eigener Medienprodukte

� Kooperation von außerschulischen und schulischen Lernorten

� Außerschulische Bildungsorte wahrnehmen

� Wissenserweiterung zum Thema „Griechische Mythologie“

� Kreative und aktive Umsetzung von Geschichten

� Neugier, Abenteuerlust und Wissensdurst von Kindern wecken

� Leseförderung

� Lernen macht Spaß


Kurzinformation

Thema „Odysseus Abenteuer“ – Eine multimediale Projektnacht für Kinder

Autorin Heike Rissing

Zielgruppe Kinder zwischen 8 und 11 Jahren

Zeitraum Ca.5 Stunden

Technische Voraussetzungen Internetzugang, Email-Adresse, Scanner, Digitalkamera, Drucker, Mikrofon.

Medien Computer, Software, Medienpaket aus der Stadtbibliothek

Chatraum Primolo

Material Verkleidungen (Tischdecken, Bettlaken, Spangen, Schmuck usw.), Mosaiksteine

(z.B. aus dem Baumarkt/Künstlerbedarf), Schere, Kleber, Stifte, Lebensmittel für

das griechische Essen

Sonstige Vorraussetzungen Personelle Unterstützung, bestenfalls durch Medienpädagogen

Beginn der Spielhandlung

20 Uhr

Starzeit für den Chat 0 Uhr

Termin der Durchführung 23./24.6.2006

Teilnehmende Gruppen 4 (Münchner Waisenhaus, Spiellandschaft Stadt e.V., Gebrüder-Grimm-Grundschule,

Theodor-Heuss-Grundschule)

Betreuung im MWH 1 Medienpädagogin, 1 Honorarkraft, 1 SPS-Praktikantin, 1 Honorarkraft als Prof.

Sokrates (nicht vor Ort!)


Ablauf

Phasen

1. Phase

Hinweis:

2. Phase

3. Phase

Aufgabe Inhalt Ziel

Die Kinder finden ‚zufällig’ ein

Puzzleteil mit einem Anhänger. Auf

dem Anhänger steht eine Email-

Adresse, die von den Kindern

entdeckt wird.

Die Puzzleteile werden alle von

den Organisatoren vorbereitet!

Die Kinder schreiben eine Email an

die Adresse und fragen, was es mit

dem Puzzleteil auf sich hat.

Die Kinder warten auf eine Antwort

vom Professor.

Das Puzzleteil gehört zu dem Gesamtbild,

das die Kinder am Ende zusammensetzen

sollen! Für jede richtig gelöste Aufgabe des

Professors gibt es ein weiteres Puzzleteil. Zu

diesem Zeitpunkt wissen die Kinder jedoch

noch nichts davon.

Auch nicht vom ‚Professor Sokrates aus

Athen’!

Die Kinder beurteilen das Puzzleteil, die

Email-Adresse und überlegen, was sie damit

anfangen könnten.

Inhalt der Email könnte sein: ‚Wir haben den

Teil eines Bildes im Keller gefunden mit ihrer

Email-Adresse. Was hat es damit auf sich?’

Der Professor meldet sich per Email zurück.

Er stellt sich den Kindern vor als Professor für

‚Antike griechische Kunst’ in Athen.

Er wollte den Teil des Bildes eigentlich an eine

Experten des Archäologischen Instituts

schicken. Offensichtlich ist es falsch ‚gelandet’.

Er erzählt, dass das Puzzleteil zu einem sehr

wertvollen Bild gehört, das sich um eine

griechische Sage rankt.

Er fragt die Kinder, ob sie Lust hätten zu

erforschen, um welche griechische Sage es

geht.

Das Puzzleteil wird vor der Mediennacht

heimlich von den Pädagoginnen in der

näheren Umgebung versteckt (z.B. Keller).

Die Kinder werden unter falschem Vorwand

dorthin gelockt. Auf dem Anhänger des

Puzzleteils muss eine Email-Adresse

stehen: z.B.

dionysios.sokrates@...

Die Kinder finden sich im z.B.

Computerraum/Medienecke zusammen

und beraten das weitere Vorgehen.

Anschließend schreiben sie eine Nachricht

an die ‚geheimnisvolle’ Email-Adresse.

Ca. 20 Minuten

Die Kinder rufen die Email vom Professor

ab.

Sie schicken dem Professor eine Email mit

der Zusage, dass sie das Rätsel lösen

wollen.


4. Phase

1. Aufgabe des Professors

‚Übersetzt folgenden Satz aus der

griechischen Antike.

Unterschreibt ihn anschließend mit

euren Namen in altgriechischer

Schrift!’

Die Kinder bemerken, dass es sich nicht um

die üblichen Schriftzeichen handelt die sie

kennen. Mit Unterstützung erfahren sie, dass

es sich um griechische Buchstaben handelt.

Diese müssen sie übersetzen.

5. Phase Der Professor schickt den Kindern für die

richtige Lösung ein zweites Puzzleteil und die

zweite Aufgabe per Email.

6. Phase

2. Aufgabe

‚Na, wie gut kennt ihr euch in der

griechischen Götterwelt aus? Löst

das Internetquiz

(www.hslunz.ac.at/quiz/griech.htm)

und schickt es mir per Screenshot

zu!’

Die Kinder lernen einen Teil der griechischen

Götterwelt kennen.

7. Phase Der Professor schickt den Kindern das dritte

Puzzleteil und die dritte Aufgabe.

8. Phase

3. Aufgabe

‚Wie sahen die antiken Griechen

aus? Versucht dies mit Hilfe der

Medien herauszufinden und

Die Kinder lernen die Alltagsmode im antiken

Griechenland kennen.

Die Kinder lesen die erste Aufgabe und

versuchen den Satz (bestehend aus

griechischen Buchstaben) mit Hilfe eines

griechischen Alphabets zu übersetzen

-> Internetseite. Sie unterschreiben den

Satz mit ihren Vornamen und

altgriechischen Buchstaben.

Anschließend schicken sie die

Übersetzung per Email an den Professor.

Ca. 15-20 Minuten

Die Kinder rufen die Email vom Professor

ab und drucken das zweite Puzzleteil aus.

Die Kinder lesen die nächste Aufgabe.

Die Kinder suchen über die

Internetadresse, die ihnen der Professor

gegeben hat, das Quiz und versuchen es

mit Hilfe des Internets, Büchern oder CD-

ROM zu lösen.

Das Ergebnis wird mit einem Screenshot

festgehalten und dem Professor per Email

zugeschickt.

Ca. 20 Minuten

Die Kinder rufen die nächste Email des

Professors ab und drucken das dritte

Puzzleteil aus.

Die Kinder lesen die nächste Aufgabe

.

Die Kinder suchen Bilder der antiken

griechischen Mode mit Hilfe des Internets,

Büchern oder CD-ROM heraus.

Mit dem zur Verfügung stehenden Material


verkleidet euch, wie ein ‚echter’

antiker Grieche. Macht

anschließend ein Foto und schickt

mir dies per Email zu!’

verkleiden sie sich und machen ein Foto,

das sie dem Professor schicken.

Ca. 30 Minuten

9. Phase Die Kinder rufen die nächste Email des

Professors ab und drucken das vierte

Puzzleteil aus.

Die Kinder lesen die nächste Aufgabe.

10. Phase 4. Aufgabe

‚Abenteurer müssen sich auch

stärken! Bereitet dazu ein

typisches griechisches Mahl, mit

einem griechischen Salat zu.

Gönnt euch eine Pause.’

Die Kinder setzen sich mit der Esskultur im

antiken Griechenland auseinander.

Die Kinder suchen im Internet nach

typischen Speisen aus dem antiken

Griechenland. Dazu bereiten sie einen

griechischen Salat zu und stellen sich ein

Abendessen zusammen (Traubensaft,

Obst, Brot usw.).

Ca. 45 Minuten

11. Phase Die Kinder rufen die nächste Email des

Professors ab und drucken das fünfte

Puzzleteil aus.

Die Kinder lesen die nächste Aufgabe.

12. Phase 5. Aufgabe

‚Eine typische Kunstform im

antiken Griechenland war das

Mosaik. Legt mir mit Mosaiksteinen

ein typisches Schiff. Fotografiert es

und schickt es mir zu! Erst dann

gibt es das nächste Puzzleteil.’

13. Phase

Die Kinder legen mit Mosaiksteinen ein

Schiff, wie es im antiken Griechenland

ausgesehen haben könnte.

Die Kinder erfahren wie ein Mosaik gelegt

wird und finden mit Hilfe der Medien

heraus, wie Schiffe in der Antike aussahen.

Ca. 20-25 Minuten

Die Kinder rufen die nächste Email des

Professors ab und drucken das sechste

Puzzleteil aus.

Die Kinder hören (Audiofile) die nächste

Aufgabe.


14. Phase 6. Aufgabe

‚ Hallo Kinder! Die letzte Aufgabe

habt ihr sehr gut gelöst. Lest die

folgende Geschichte gut durch. Am

Ende der Geschichte findet ihr eine

Aufgabe, die euch zum nächsten

Puzzleteil führt!’

15. Phase 7. Aufgabe

‚Jetzt habt ihr alle Puzzleteile

zusammen. Was könnt ihr auf dem

Bild sehen? Wisst ihr, um welche

griechische Sage es hier geht?

Findet heraus, worum es in der

Sage geht! Anschließend gibt es

die nächste Aufgabe per Email.’

16. Phase 8. Aufgabe

‚Der griechische

Geschichtsschreiber Polybios hat

ein Schachbrett entwickelt mit dem

ihr eure nächste Aufgabe

herausfinden könnt!’

17. Phase 0 Uhr – Treffen der Gruppen im

Chatforum!

© 2006, Heike Rissing

Die Kinder erfahren, wie sie einen eigenen

Audiofile erstellen können.

Sie lernen Odysseus Abenteuer mit den

Sirenen kennen.

Die Kinder schneiden die Puzzleteile aus und

setzen sie zusammen. Sie erfahren, um

welche Geschichte/Sage es in dem Bild geht.

Die Kinder entschlüsseln das Zahlen- und

Buchstabenrätsel und entdecken die nächste

Aufgabe.

Die Kinder erzählen dem Professor was sie

über das Bild herausgefunden haben. Im

Chat treffen sie noch andere Kinder, die

ebenfalls von einem Abenteuer erzählen,

dass sie im Laufe des Abends gepuzzelt

haben.

Die Kinder erstellen mit Hilfe eines MP3-

Players

einen Audiofile und imitieren den Gesang

der Sirenen. Anschließend schicken sie

den Audiofile per Email an den Professor.

Der Professor schickt ihnen das letzte

Puzzleteil.

Ca. 20-25 Minuten

Die Kinder lernen ein Abenteuer von

Odysseus näher kennen, indem sie mit

Hilfe der Medien genaue Informationen zur

Sage suchen.

Ca. 25-30 Minuten

Die Kinder entschlüsseln den Satz:

‚Erzählt mir im Chat von

www. ... . de, um 0 Uhr, was ihr

herausgefunden habt!’

Ca. 15-20 Minuten

Die Kinder lernen die

Kommunikationsmöglichkeit des ‚Chattens’

kennen und nutzen sie.

Ca. 45 Minuten


Information

Heike Rissing (info-aktiv@waisenhaus.muc.kobis.de)

ist Erzieherin, Dipl. Sozialarbeiterin, Medienpädagogin M.A. und seit 1999 im Münchner Waisenhaus tätig. Seit 2001 leitet sie dort

den Fachdienst Medienpädagogik.

Pamela Berckemeyer (p.berckemeyer@web.de)

ist Kommunikationswissenschaftlerin und verantwortlich für das Web-Design der Odysseus-Mediennacht-Seite. Sie ist seit 2001

als medienpädagogische Honorarkraft im Münchner Waisenhaus tätig.

© 2006, Heike Rissing

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