80 Jahre Bücher – verbrennung Nach-Denkjahr 2013

nach.denken2013.de

80 Jahre Bücher – verbrennung Nach-Denkjahr 2013

Nach-Denkjahr 2013

80 Jahre Bücher

verbrennung

Heinrich Heine schrieb:

„Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt,

verbrennt man am Ende auch Menschen.“


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IMPRESSUM

Herausgeber

Arbeitskreis Nach-Denkjahr 2013

ViSdP

Ulli Schneeweiß

ver.di

Kornmarkt 5-7

90403 Nürnberg

Quellenverzeichnis

Titelbild: Denkmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung

nachts auf dem Bebelplatz in Berlin. Urheber: Daniel Neugebauer.

CC-BY-SA-2.5

Januar 2013


VORWORT

Das Jahr 2013 ruft uns auf nachzudenken,

wie wir zusammen leben wollen.

NACH-DENKJAHR 2013

Es jähren sich eine Reihe von Ereignissen wie Machtübergabe an Hitler,

die Verbote oder „Reinigung“ von Parteien und Organisationen, die

Bücherverbrennung, die Verfolgung und Vernichtung von Juden, Sinti

und Roma und anderer Menschen. 1933, 1938 und 1943 waren Jahre,

die nach wie vor viel Anlass zum „Nach-Denken“ geben.

Nach-Denken“ bedeutet für uns mehr als nur Gedenken an Vergangenes.

Wir denken nach über eine gerechte Welt ohne Rassismus, ohne Fremdenfeindlichkeit

und ohne Krieg. Mehr noch: Ein „Nach-Denken“ in diesem

Sinn verpflichtet nachgerade zu einem Bekenntnis für unsere historische Verantwortung

und dem Durchsetzen einer gerechten Welt im Hier und Jetzt.

Wir präsentieren Ihnen vorliegend einen Überblick über die Aktivitäten

in Nürnberg. Der Kalender mit Lesungen, Ausstellungen und Führungen

beschränkt sich zunächst auf das 1. Halbjahr 2013, da die Veranstaltungen

für das 2. Halbjahr noch in Planung sind.

Viele Termine sind frei, bei einigen wird Eintritt erhoben oder um Spende

gebeten. Diese und andere Detailinformationen erhalten Sie bei den jeweils

genannten Veranstaltern, den Webverweisen und der Tagespresse.

Wir hoffen, damit Anregungen für eigenes Nach-Denken zu geben

und grüßen Sie mit dem gemeinsamen Eintreten für ein „Nie wieder!“

Für den Arbeitskreis: Madeleine Weishaupt, Ulli Schneeweiß, Annette Dahms

www.nach-denken2013.de

(Hier finden Sie naturgemäß die stets aktuellsten! Daten)

Weitere Kooperationspartner des Arbeitskreises Nach-Denkjahr 2013:

Verband Deutscher Schriftsteller VS (in ver.di)/Regionalgruppe Mittelfranken.

Städtische Einrichtungen wie Bildungscampus, KunstKulturQuartier, Museen, Stadtarchiv.

Deutscher Gewerkschaftsbund. Gewerkschaften ver.di und GEW. Karl-Bröger-Gesellschaft.

Verband der Verfolgten des Naziregimes Bund der Antifaschisten VVN-BdA. Akademie

Caritas Pirckheimer Haus. Hermann-Kesten-Gesellschaft. Deutsch- Amerikanisches Institut.

Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, Amnesty International...

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AKTIVITÄTEN

JANUAR 2013

13.01. 15:00 »Entrechtet. Entwürdigt. Beraubt.«

Öffentliche Führung

Ort: Dokuzentrum, Veranstalter: Dokuzentrum

16.01. 19:30 »Leo und Claire«

Film mit Einführung und Filmgespräch

Deutschland 2000/01, Regie: Joseph Vilsmaier

Drehbuch: Reinhard Klooss, Klaus Richter, Joseph Vilsmaier

nach Motiven der Doku „Der Jude und das Mädchen.

Eine verbotene Freundschaft in Nazideutschland“ (Christiane Kohl)

Einführung: Herbert Heinzelmann

Filmgespräch: Herbert Heinzelmann, Michael Degen (angefragt),

Christiane Kohl, Dr. Hartmut Frommer

Ort: Festsaal im KunstKulturQuartier

VA: Bezirk Mittelfranken in Koop. mit Bayer. Landesverein für

Heimatpflege und Filmhaus Nürnberg. Kontakt: Andrea M. Kluxen

17.01. 18:30 »Das Urteil von Nürnberg«

Film mit Einführung und Filmgespräch

USA 1961, Regie: Stanley Kramer, Drehbuch: Abby Mann

Einführung: Dr. Alexander Schmidt

Ort: Memorium Nürnberger Prozesse

VA: Bezirk Mittelfranken in Koop. mit Bayerischer Landesverein für

Heimatpflege und Filmhaus Nürnberg. Kontakt: Andrea M. Kluxen

18. 01. 17:00 »Das unsterbliche Herz«

Film mit Einführung und Filmgespräch

Deutschland 1938/39, Regie: Veit Harlan

Drehbuch: Veit Harlan, Werner Eplinius, Richard Billinger nach

dem Bühnenstück „Das Nürnbergische Ei“ von Walter Harlan

Einführung: Herbert Heinzelmann

Filmgespräch: Jan Harlan und Herbert Heinzelmann

Ort: Festsaal im KunstKulturQuartier

VA: Bezirk Mittelfranken in Koop.mit Bayer. Landesverein für

Heimatpflege und Filmhaus Nürnberg. Kontakt: Andrea M. Kluxen

20.01. 15:00 »Triumph des Willens«

Film und Diskussion

Ort: Dokuzentrum, Veranstalter: Dokuzentrum


JANUAR/FEBRUAR 2013

NACH-DENKJAHR 2013

23.01. 18:30 »Die Billy-Joel-Story«

Konzertgespräch mit Steffen Radlmaier

Begleitprogramm zur Ausstellung „Entrechtet. Entwürdigt. Beraubt.“

Ort: Dokuzentrum, Veranstalter: Dokuzentrum

27.01. 15:00 Gedenken an die Opfer des Faschismus

Gedenkfeier und Kranzniederlegung mit Dr. Oscar Schneider

Anlässlich der Befreiung der Konzentrationslager.

Würdigung der NSU-Opfer, SchülerInnen der Scharrerschule,

Grußworte, Moorsoldatenlied

Ort: Platz der Opfer des Faschismus, Gedenkstein

Veranstalter: Bündnis gegen Rechts nie wieder

Faschismus in Nürnberg. Kontakt: Hans-Günther Schramm

27.01. Die Rolle der Reichsbahn im »Dritten Reich«

Führungen 13:00/14:00/15:00/16:00

Zum internationalen Gedenktag an die Opfer

des Nationalsozialismus. Info: 0180-4442233

Ort: DB-Museum

30.01. 18:00 Was war vor 80 Jahren:

Machtergreifung oder Machtübergabe?

Vortrag und Diskussion

Dr. Eckart Dietzfelbinger (Dokuzentrum Nürnberg)

Vor 80 Jahren „ergriff“ Adolf Hitler die Macht und 12 Jahre

dunkelste Geschichte Deutschlands begannen. Wie konnte es

dazu kommen und wie gefährlich sind Nazis heute?

Ort: DGB Haus, 7. OG Raum Burgblick

Veranstalter: ver.di, VVN-BdA

Kontakt: Ulli Schneeweiß, Georg Neubauer

03.02. »Vor 80 Jahren am 30. Januar 1933 Hitler wird Reichskanzler«

11:00 -12:30 Vortrag von Dr. Rochus Castner

Ort: Dokuzentrum

Veranstalter: Dokuzentrum in Kooperation mit dem

Bildungszentrum im Bildungscampus der Stadt Nürnberg

10.02. 15:00 »Entrechtet. Entwürdigt. Beraubt.«

Öffentliche Führung

Ort: Dokuzentrum, Veranstalter: Dokuzentrum

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AKTIVITÄTEN

FEBRUAR/MÄRZ 2013

21.02. 2013 - Deine Anne ein Mädchen schreibt Geschichte

24.03. 2013 Wanderausstellung des Anne Frank Zentrums

Die Ausstellung richtet sich an Jugendliche. Sie soll

gegen Rechtsextremismus sensibilisieren, wach machen

und Interesse an lebendiger Geschichte zu wecken.

Mit einschlägig geschulten Gleichaltrigen, den „Peer-Guides“

sollen die Themen jugend- und lebensnah vertieft werden.

Ort: Gemeinschaftshaus Langwasser

Veranstalter: Verein für innovative Kulturarbeit und

Amt für Kultur und Freizeit, Kontakt: Hartmut Ühlein

Empfohlen ab 7. Klasse, Dauer ca. 2 Stunden. Bitte vorab buchen!

0911/ 231-7009, anne-frank-projekt@stadt.nuernberg.de

www.anne-frank-in-nuernberg.de

23. 02. 14:00 »Entrechtet. Entwürdigt. Beraubt.« Arisierung in Nürnberg und Fürth

Führung mit Dr. Alexander Schmidt

Ort: Dokuzentrum

Veranstalter: Karl- Bröger Gesellschaft, Kontakt: Ruth Zadek

01.03. 19:00 »Entartete« Musik I

Schülerkonzert der Musikschule

Werke von Komponisten, die mit dem Nationalsozialismus in

Konflikt standen. Das Konzert vermittelt die breite Skala der im

Nationalsozialismus verbotenen (oder als „unerwünscht“ geltende)

Musik. Aufführungsverbote konnten in der „entarteten“ Musik selbst,

aber auch in der Person ihres Autors (ethnische Herkunft, politische

Standpunkte) liegen.

Ort: Gemeinschaftshaus Langwasser

Veranstalter: Musikschule Nürnberg, Amt für Kultur und Freizeit.

Kontakt: Hartmut Ühlein, www.anne-frank-in-nuernberg.de

03. 03. 11:15 »Sachor: der Zukunft ein Gedächtnis«

Vortrag

Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrates der Juden

Eröffnungsveranstaltung der Woche der Brüderlichkeit

Ort: Rathaussaal

Veranstalter: Ev. Stadtakademie Nürnberg in Kooperation mit

der Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit.


MÄRZ 2013

NACH-DENKJAHR 2013

05. 03. 18:30 »Die Spielemacher. J. W. Spear und Söhne

Geschichte einer Spielefabrik«

Vortrag Dr. Helmut Schwarz

Begleitprogramm zu „Entrechtet. Entwürdigt. Beraubt.“

Ort: Dokuzentrum, Veranstalter: Dokuzentrum

07.03. 19:30 Gedenken und Gedenkkultur in Bayern

Vortrag Karl Freller im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit

Ort: Eckstein

Veranstalter: Ev. Stadtakademie Nürnberg in Kooperation mit

der Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit Franken

Kontakt: Willi Stöhr

08. 03. Überfall auf das Nürnberger SPD-Haus und die Druckerei

der Fränkischen Tagespost Gedenkveranstaltung

mit Dr. Ulrich Maly (Oberbürgermeister) Dr. Alexander Schmidt

(Historiker) und Reiner Wagner (AG verfolgter Soziademokraten).

Ort: SPD-Haus

VA: SPD Nürnberg, Kontakt: Jonas Lanig

10.03. 15:00 »Entrechtet. Entwürdigt. Beraubt«

Öffentliche Führung

Ort: Dokuzentrum, Veranstalter: Dokuzentrum

12.03. 18:00 »Triumph des Willens«

Film und Diskussion

Ort: Dokuzentrum, Veranstalter: Dokuzentrum

17. 03. 11:15 »Entartete« Musik II,

Lehrerkonzert Lehrkräfte der Musikschule

Kompositionen, die in Konzentrationslagern und in

der Emigration entstanden sind. Kammermusik, Jazz...

Ort: Gemeinschaftshaus Langwasser, Eintritt frei

VA: Musikschule Nürnberg, Amt für Kultur und Freizeit

Kontakt: Hartmut Ühlein, www.anne-frank-in-nuernberg.de

21.03. 18:30 »Menschliches Versagen«

Film und Diskussion mit Regisseur Michael Verhoeven

Begleitprogramm zu „Entrechtet. Entwürdigt. Beraubt.“

Ort: Dokuzentrum, Veranstalter: Dokuzentrum

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AKTIVITÄTEN

APRIL 2013

11. 04. 18:30 »Die Nürnberger Polizei

Vollstrecker der Rassenpolitik und Akteur der Arisierung«

Vortrag Thomas Auburger

Begleitprogramm zu „Entrechtet. Entwürdigt. Beraubt.“

Ort: Dokuzentrum, Veranstalter: Dokuzentrum

14. 04. 15:00 »Entrechtet. Entwürdigt. Beraubt.« Arisierung in Nürnberg und Fürth

Führung

Ort: Dokuzentrum, Veranstalter: Dokuzentrum

18.04. 11:15 acht.acht Theaterstück gegen Rechtsextremismus

Theaterprojekt (erstmalig) an einer Förderschule

Die Schüler erarbeiten ein Stück (konzipiert für 13-18 Jahre)

zs. mit Theaterpädagogen und Bildungsreferenten des BDKJ.

Es zeigt, wie Rechtsextreme versuchen Kinder und Jugendliche

methodisch zu beeinflussen und Fremdenfeindlichkeit zu schüren.

Auch das Abdriften junger Menschen in rechtsextreme Kreise

wird thematisiert. Durch die Aufführung in der eigenen Schule

wird Präventionsarbeit im Hinblick auf die Mitschüler/innen

geleistet. Jedes Stück ist einzigartig und spiegelt die Erfahrungen

und Ängste der SpielerInnen wieder.

Es folgt eine Schulaufführung, eine öffentliche Präsentation und

eine Nachbereitung im Unterricht mit Mappe.

Ort: Sonderpädagogisches Förderzentrum Langwasser

Veranstalter: Sonderpädagogisches Zentrum Langwasser

Kontakt: Inge Döllinger (Schulleitung, Frau Tonn, Projektleiterin,

Michael Ziegler (Stadtrat, Schirmherr)

18.04. 11:15 Verbrannte und verbotene Bücher

Literatur-Podcast

Frank Arnau, Charlotte Beradt, Elisabeth Castonier, Franz T.Csokor,

Alexander M.Frey, Salomo Friedlaender, Mascha Kaléko, Konrad Heiden,

Max Hermann-Neisse, Gina Kaus, Irmgard Keun, Erich Kästner,

Hermann Kesten, Otto Knab, Gertrud Kolmar, Joe Lederer, Oskar Loerke,

Walter Mehring, Jo Mihaly, Max Mohr, Erich Mühsam, Gustav Regler,

Bruno Schulz, Walter Serner, Armin T.Wegner, Hermynia zur Mühlen,

Berta Zuckerkandl … sind einige von vielen Schriftstellerinnen und


APRIL 2013

NACH-DENKJAHR 2013

Schriftsteller, deren Bücher verbrannt und verboten worden sind!

Die Münchner Gruppe „Brandloch“ gibt ihrer Literatur

eine Stimme ab Mai 2013 im Literatur-Podcast auf

www.kubiss.de/podcast

Ort: Internet

Veranstalter: VS Mittelfranken, Münchener Gruppe „Brandloch“

Kontakt: Madeleine Weishaupt

18.04. 14:00 »Schädliches und unerwünschtes Schrifttum!«

Autorinnen verfemter und verbrannter Bücher

Mittagslesung Frauen lesen Frauen

Dr. Doris Katheder Akademie CPH und Nadja Bennewitz,

Historikerin, M.A.

Weitere Lesungen: Mittwoch, 8. Mai und Freitag, 10. Mai 2013

Details im Mai-Programm der „Mittagslesungen“.

Ort: KulturWirtschaft im KunstKulturQuartier

Kontakt: Madeleine Weishaupt

20.04. ab 14:00 Fest der Demokratie und Befreiung Nürnberg ist BUNT

14:00 - 18:00 Markt der Möglichkeiten für alle Organisationen,

die mitmachen wollen. Begleitprogramm auf einer Bühne.

20:00 Konzert in St. Klara

Ort: In und um die Kirche St. Klara

Veranstalter: offene Kirche St. Klara, Kath. Hochschulgemeinde

(KHG) und Arbeitskreis der SPD Nürnberg gegen Rechts

Kontakt: Michael Ziegler

25.04. 19:00 »Gibt es eine gemeinsame Basis für eine europäische

Erinnerungskultur?«

Debattenreihe Cafés de l‘Elysée in Kooperation mit dem

Deutsch-Französischen Institut Erlangen

Ort: Dokuzentrum, Veranstalter: Dokuzentrum

28.04. »Ich schenk Dir eine Geschichte«

Lesung und Büchervergabe

Lesung zum Welttag des Buches.

Es wird ein Gedenkregal erstellt werden.

VA: Initiative Human Rights Nürnberg

Kontakt: Gerd Schlestein

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AKTIVITÄTEN

28.04. 15:00 »Triumph des Willens«

Film und Diskussion

APRIL/MAI 2013

Ort: Dokuzentrum, Veranstalter: Dokuzentrum

29.04. 18:00 »2. Mai 1933« Nationalsozialistische Machtergreifung

und Entmachtung der Gewerkschaften

Vortrag und Diskussion

Der erste Schlag der Nazis richtete sich auch gegen

Arbeiterbewegung und Gewerkschaften.

Gewerkschaftshäuser wurden abgebrannt, Funktionäre

ins Gefängnis geworfen oder ins KZ verschleppt und ermordet.

Dr. Ulrich Schneider, Bundessprecher VVN-BdA

wird die Vorgänge erläutern.

Ort: DGB Haus, 7. OG, Raum Burgblick

Veranstalter: ver.di, VVN-BdA

Kontakt: Ulli Schneeweiß, Georg Neubauer

02. 05. 13:00 Besetzung der Gewerkschaftshäuser

Gedenkveranstaltung

80 Jahre Besetzung der Gewerkschaftshäuser /

Zerschlagung der freien Gewerkschaften

Ort: Ehemaliges Gewerkschaftshaus in der Straße der

Menschenrechte

Veranstalter: DGB, Kontakt: Anja Klier

02. 05. 17:00 Die Höhepunkte des Reichsparteitagsgeländes:

Führung Dr. Eckart Dietzfelbinger/ Dokuzentrum

Der Name Nürnbergs ist bis heute eng verknüpft mit der

NS-Herrschaft. Die gigantische Propagandashow als Kehrseite

des Systems der Konzentrationslager wird eruiert, genauso wie

die aktuelle Diskussion um die Nutzung des Geländes...

Treffpunkt: Vor dem Dokuzentrum

Veranstalter: ver.di Mittelfranken, Kontakt: Ulli Schneeweiß

02. 05. »Schädliches und unerwünschtes Schrifttum!«

19:00 - 21:30 Lesung Autorinnen verfemter und verbrannter Bücher.

Schreibende Frauen, deren Bücher/Kulturgüter von den Nazis

verboten oder verbrannt wurden. Einige flüchteten ins Exil,

andere konnten „untertauchen“. Alle waren existentiell bedroht.


MAI 2013

NACH-DENKJAHR 2013

In der Erinnerung oft marginalisiert, sind viele von ihnen auch

aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden. Behutsam

erinnern wir uns ihrer Namen, Gesichter und Werke.

Mitwirkende: Prof. Dr. Sibylle Kisro-Völker, Petra Maly,

Annemarie Rufer, Ruth Zadek, Dr. Doris Katheder (Akademie CPH),

Kathleen Roeber (DAI), Nadja Bennewitz M.A., Historikerin.

Eintritt frei. Spende erbeten an Frauennotruf Nbg. e.V.

Die Veranstaltung wird simultan in Gebärdensprache übersetzt

und richtet sich auch an interessierte Gehörlose/Schwerhörige.

Ort: Akademie CPH, Großer Saal

VA: Akademie CPH in Koop. mit Deutsch-Amerikanischem

Institut (DAI), Karl Bröger Gesellschaft Nürnberg und Arbeits-

gemeinschaft sozialdemokratischer Frauen Nürnberg (AsF)

Kontakt: Dr. Doris Katheder, Akademie CPH

06. 05. 19:30 »Ein deutscher Dichter bin ich einst gewesen«

Lesung Texte »verbrannter« AutorInnen:

Das Literarische Exil zwischen 1933 -1945

Dr. Günther Kraus, Nürnberg

Ort: Haus eckstein

VA: Ev. Stadtakademie mit Buchhandlung Korn und Berg

07.05. 18:30 WortGewalt: Vom rechten Lesestoff.

Ausstellungseröffnung Bücher der Sammlung Dokuzentrum

Vortrag von Prof. Dr. Hermann Glaser

Ort: Dokuzentrum, Veranstalter: Dokuzentrum

07. 05. »Tag der Schande«

18:00 - 18:30 Lesung Texte »verbrannter« AutorInnen

mit Petra Bamberger und Hannes Seebauer

Ort: Buchhandlung Korn&Berg

VA: Ev. Stadtakademie mit Buchhandlung Korn & Berg

08. 05. »Fliehen - aber wohin?«

18:00 - 18:30 Lesung Texte »verbrannter« AutorInnen

mit Petra Bamberger und Hannes Seebauer

Ort: Buchhandlung Korn & Berg

VA: Ev. Stadtakademie mit Buchhandlung Korn & Berg

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AKTIVITÄTEN

08. 05. 17:00 Bücherverbrennung

Aktion

MAI 2013

Ort: Lorenzkirche/Hauptmarkt

Veranstalter: Gesamtes Aktionsbündnis

Kontakt: Georg Neubauer, Ulli Schneeweiß

08. 05. »Schluss. Jetzt werde ich ‘was tun: Geschichte der Sophie Scholl«

Schulinterne Lesung

Autorin und Historikerin Maren Gottschalk

09:00 -10:00 Ort: Geschwister-Scholl-Realschule

Veranstalter: Geschwister-Scholl-Realschule, Kontakt: Waltraud Auinger

11:30 -12:45 Ort: MS Insel Schütt

Veranstalter: MS Insel Schütt, Kontakt: Waltraud Auinger

08. 05. 19:30 »Schluss. Jetzt werde ich ‘was tun: Geschichte der Sophie Scholl«

Benefizveranstaltung

Maren Gottschalk, Historikerin, Journalistin und Autorin (Leverkusen)

veröffentlichte 2012 eine neue Biografie der Widerstandskämpferin,

die sich auch an Jugendliche und junge Erwachsene wendet.

Veranstaltung zugunsten des ZONTA-Schulprojekts „Täterinnen

Frauen im Nationalsozialismus“.

Ort: Zeitungscafé Hermann Kesten

Veranstalter: ZONTA Club Nürnberg e.V., Kontakt: Eva Homrighausen

09. 05. Hannes und Paul

18:00, 22:00 Figurentheater frei nach„Pyramus und Thisbe“von Ovid.

Die dramatische Liebesgeschichte zweier Jugendlicher im

Deutschland der 40er Jahre: Hannes‘ Leben entspricht bis zu

seinem 16. Lebensjahr dem eines Vorzeigekindes, bis er seine

Zuneigung zum gleichen Geschlecht entdeckt. Als seine Mutter

von der Homosexualität ihres Sohnes erfährt, bricht für sie

eine Welt zusammen.

Sie verliert ihn nicht an den Krieg, sondern an die Liebe.

Spiel und Buch: Elke Schmidt

Bühnenregie: Neville Tranter, Stuffed Puppet Theatre

Ort: Künstlerhaus im KunstKulturQuartier

Veranstalter: Künstlerhaus, Kontakt: Simone Ruf


MAI 2013

NACH-DENKJAHR 2013

am und um Vorschläge und Materialien zum Thema

den 10. 05. Papierform und Veröffentlichung auf den Internet-Seiten

der GEW

Vorschläge für mögliche Aktivitäten an allen Schularten

sowie Zusammenstellung einer Literatur- und

Materialienliste für die Gestaltung des Unterrichts in

verschiedenen Fächern zum Thema.

www.gew-nuernberg.de

Ort: An möglichst vielen Schulen

VA: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW KV Nbg

Kontakt: Angela Rauscher

10. 05. »Erbärmlichkeit des Exils«

18:00 - 18:30 Lesung Texte »verbrannter« AutorInnen

mit Petra Bamberger und Hannes Seebauer

Ort: Buchhandlung Korn&Berg

VA: Ev. Stadtakademie mit Buchhandlung Korn und Berg

10. 05. Hermann Kesten

Lesung an Kestens ehemaliger Schule

Manfred Schreiner und Ingrid Runkel, Vorstandsmitglieder der

Hermann-Kesten-Gesellschaft, lesen einen kindgemäßen Text

von Hermann Kesten.

Der Nürnberger Ehrenbürger und ehemalige Präsident des

PEN hat Spuren im Nürnberger Schulwesen hinterlassen,

als ehemaliger Schüler, Namensgeber und langjähriger enger

Freund von Erich Kästner.

Am 10. Mai 1933 wurden die Werke von Kesten und Kästner

verbrannt, bereits im März 1933 musste Kesten ins Exil.

Kesten besuchte die Grundschule Bismarckstraße, Nürnberg.

Ort: Bismarckschule

Veranstalter: Hermann-Kesten-Gesellschaft,

Staatl. Schulamt der Stadt Nürnberg

Auskunft: Rektor Dr. Wolfgang Rothemund 0911/55 14 52

Kontakt: Manfred Schreiner, Wolfram Kriegelstein

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AKTIVITÄTEN

MAI 2013

10. 05. Hermann Kesten

Lesungen

Kesten besuchte das Melanchton-Gymnasium.

Die Schule erinnert an ihren berühmten Mitschüler!

Ort: Melanchton Gymnasium

Veranstalter: Hermann-Kesten-Gesellschaft,

Staatliches Schulamt in der Stadt Nürnberg

Kontakt: Manfred Schreiner, Wolfram Kriegelstein,

Oberstudiendirektor Otto Beyerlein Tel. 2315540

10. 05. Eine Schule benannt nach Hermann Kesten

Lesungen

Ort: Hermann-Kesten Kolleg

Veranstalter: Hermann-Kesten-Gesellschaft, Staatliches

Schulamt in der Stadt Nürnberg

Kontakt: Hannelore Rühr. www.kolleg.kubiss.de

10. 05. Erich Kästner

Lesung Schulamtsdirektor Wolfram Kriegelstein

Ort: Erich-Kästner-Grundschule in Reichelsdorf

Veranstalter: Hermann-Kesten-Gesellschaft, Staatliches

Schulamt in der Stadt Nürnberg

Kontakt: Manfred Schreiner, Wolfram Kriegelstein,

Schulamt 0911/279570

10. 05. Die lange Nacht der verb(r)annten Bücher

ab 19:00 Lesungen, Slam Poetry

Vor genau 80 Jahren brannten in Nürnberg Bücherberge.

Nationalsozialisten in ganz Deutschland haben von Mai bis

Juni 1933 demonstrativ „undeutsche“ Bücher und Schriften

zerstört. Verfolgung (und Ermordung) ihrer Autoren folgte.

Doch lange vor 1933 und noch heute werden Werke vernichtet,

die nicht in geltende Meinung passten und passen. In freien

Gesellschaften wird über diese Bücher diskutiert in unfreien

Gesellschaften, werden sie zensiert, verbannt, verbrannt.

Inmitten von Bücherregalen lesen Künstler, Politiker, Autoren,

Bürger und Verleger eine Nacht lang aus Werken verfolgter

Autoren. Slam Poeten praesentieren eigene Texte. Texte, die


MAI 2013

NACH-DENKJAHR 2013

auch hätten verbrannt werden können zu anderer Zeit,

in unserem Land. In unserer Zeit, in anderen Ländern.

Ort: Stadtbibliothek Zentrum, www.bz.nuernberg.de

VA: Bildungszentrum im Bildungscampus Nürnberg

Kontakt: Andrea Hinkelmann, Sabine Hoffmann

11. 05. 18:30 Erlauben Sie, dass ich schweige…

die verbrannten Dichter (Biografien und Texte)

Vortrag

Gerd Berghofer liest und spricht im Rahmen von„WortGewalt“

Ort: Dokuzentrum, Veranstalter: Dokuzentrum

12. 05. 15:00 »Entrechtet. Entwürdigt. Beraubt.«

Öffentliche Führung

Ort: Dokuzentrum, Veranstalter: Dokuzentrum

15. 05. 19:00 „Mascha Kaléko… sie sprechen von mir nur leise“

Lyrisch-musikalisches Portrait

Paula Quast und Henry Altmann schaffen ein Genre zwischen

Rezitation und Schauspiel.

Heiter-melancholisch fängt die jüdischen Literatin Mascha

Kaléko (1907-1975) in ihrer Lyrik die Stimmung Berlins

der 20er und 30er ein und reflektiert das Gefühl der Heimatlosen

nach der Emigration.

Paula Quast vertraut in ihren Werken der Kraft des einzelnen

Wortes und gibt ihnen so Raum, ihre Wirkung zu entfalten.

Der Kontrabassist Henry Altmann lässt mit seiner Komposition

die Melancholie der Werke hören, ohne dabei die für Kaléko

typische Ironie zu überdecken...

Ort: Akademie CPH, Königstr. 64, 90402 Nürnberg

VA: Deutsch-Amerikanisches Institut in Kooperation mit der

Akademie CPH-Nürnberg

Kontakt: Kathleen Röber/DAI, Dr. Doris Katheder/CPH

17. 05. 18:35 »WortGewalt« Vom rechten Lesestoff.

Ausstellungseröffnung mit Vortrag Prof. Dr. Hermann Glaser

Bücher aus der Sammlung des Dokumentationszentrums

Ort: Dokuzentrum, Veranstalter: Dokuzentrum

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AKTIVITÄTEN

26. 05. 15:00 »WortGewalt«

Öffentliche Führung

MAI/JUNI 2013

Ort: Dokuzentrum, Veranstalter: Dokuzentrum

27. 05. Zurück in die Zukunft des Buches Meinungsfreiheit im Film:

18:00 - 20:30 »Fahrenheit 451« Film und Diskussion mit Experten

Basierend auf dem Roman „Dystopia“ (Ray Bradbury, 1953 )

In einer Gesellschaft der Zukunft ist es verbrecherisch, Bücher zu

besitzen und zu lesen. Sie werden von der Feuerwehr verbrannt.

Selbständiges Denken sei gefährlich, weil es die Gesellschaft destabi-

lisiert. So werden Informationen vorgefertigt und gezielt verbreitet.

Im Anschluss: Wo sehen wir heute die Zukunft des gedruckten

Buches? Welche Auswirkungen hat die globalisierte Vernetzung

von Informationen auf unsere Meinungsfreiheit? Wie wird

Information und Bildung zukünftig aussehen? Inwieweit ist unser

Wissen manipulierbar und welche Medien beeinflussen unser

Denken? Sind wir vielleicht schon in der Zukunft angekommen?

Ort: Deutsch-Amerikanisches Institut

Veranstalter: Deutsch-Amerikanisches Institut in Kooperation

mit Initiative Human Rights & Amnesty International Nürnberg

Kontakt: Kathleen Röber/DAI, Gerd Schlestein/Initiative Human Rights

28. 05. 18:30 »Landgericht«

Lesung

mit Ursula Krechel aus ihrem preisgekrönten Roman

Begleitprogramm zu „Entrechtet. Entwürdigt. Beraubt.“

Ort: Dokuzentrum, Veranstalter: Dokuzentrum

04. 06. 18:30 »Leser und Bestseller im Dritten Reich«

Vortrag von Dr. Christian Adam

im Rahmen der Ausstellung „WortGewalt“

Ort: Dokuzentrum, Veranstalter: Dokuzentrum


JUNI/JULI 2013

NACH-DENKJAHR 2013

08. 06. 14:00 »Widerstand und Verfolgung«

Führung

Antifaschistischer Stadtrundgang zu den Spuren des

Widerstands in Nürnberg mit Historikerin Nadja Bennewitz

Wie wird Information und Bildung zukünftig aussehen? Inwieweit

ist Wissen manipulierbar, welche Medien beeinflussen unser

Denken? Sind wir vielleicht schon in der Zukunft angekommen?

Ort: Innenstadt, Treffpunkt DGB Haus

VA: ver.di Mittelfranken, Kontakt: Ulli Schneeweiß

09. 06. 15:00 »Entrechtet. Entwürdigt. Beraubt.«

Öffentliche Führung

Ort: Dokuzentrum, Veranstalter: Dokuzentrum

13. 06. 18:00 »Triumph des Willens«

Film und Diskussion

Ort: Dokuzentrum, Veranstalter: Dokuzentrum

18. 06. 18:30 »In vorderster Front gegen das Judentum«

Vortrag von Jim Tobias

Die Nürnberger Finanzbehörden und ihr Anteil an der fiskalischen

„Endlösung“. Begleitprogramm zu „Entrechtet.Entwüdigt. Beraubt.“

Ort: Dokuzentrum, Veranstalter: Dokuzentrum

30. 06. 15:00 »WortGewalt«

Öffentliche Führung

Ort: Dokuzentrum, Veranstalter: Dokuzentrum

13. 07. - 20. 07. Kriegsgewalt und Menschenrechte: Nürnberger und Charkiver

Schüler auf den Spuren einer gemeinsamen Vergangenheit

Seminar zu NS-Besatzungspolitik, Zwangsarbeit;

Kampfhandlungen in Charkiv, Kriegsgefangenschaft,

Repatriierung, Resozialisierung und die Formierung

einer neuen Nachkriegsgesellschaft in der Ukraine.

Der Gegenbesuch in Nürnberg mit Seminar findet 2014 statt.

Ort: Nürnberger Haus in Charkiv Ukraine

Veranstalter: PV Charkiv Nürnberg, Sigmund Schuckertgymn.,

BUND Nürnberg, AIB, Nbg Haus in Charkiv

Kontakt: Antje Rempe

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AUSSTELLUNGEN

17.11.2012 »Entrechtet. Entwürdigt. Beraubt.«

bis 31.07.2013 Arisierung in Nbg und Fürth

Ausstellung und Begleitprogramm

Schon im März ‘33 führen die NS-Machthaber Boykotte gegen

jüdische Geschäfte durch. Durch die Arisierung jüdischen Betriebe

verloren die meisten deutschen Juden bis 1939 ihre Lebensbasis.

In Franken kam es zu erheblich stärkeren Ausschreitungen

und Unrechtmäßigkeiten als im übrigen Reichsgebiet.

Anhand zahlreicher Fallbeispiele entsteht erstmalig Zugang zum

Prozess der Beraubungen von 1933 -1945 in Nürnberg und Fürth.

Ort: Dokuzentrum, Veranstalter: Dokuzentrum

März Lokale Machtergreifung

Foyerausstellung

Ort: Norishalle, kleines Foyer

Veranstalter: Stadtarchiv Nürnberg, Kontakt: Dominik Radlmaier

08.05. 2013 »WortGewalt« Vom rechten Lesestoff (Sammlung Dokuzentrum)

bis 29.09. 2013 Ausstellung und Begleitprogramm

Was lasen die Deutschen von 1933 - 1945? Was interessierte,

was formte ihr Denken? Neben verbotener/verfolgter Literatur

gab es auch erwünschte und geförderte nationalsozialistische

Literatur, sowie Bestseller, die überraschend wenig der Ideologie

der Nationalsozialisten entsprachen.

Aus dem inzwischen (un-)ansehnlichen Bestand dieser „braunen“

Literatur, die seit Jahren im Dokuzentrum abgegeben wird,

entstand eine kommentierte Ausstellung. Sie zeigt, wofür die

Nationalsozialisten Publikationen produzierten und welche Ziele

sie verfolgten. Beispiele belegen Unlesbarkeit mancher Schriften.

Ort: Dokuzentrum, Veranstalter: Dokuzentrum

02.05.2013 »Für den deutschen wider den undeutschen Geist.«

bis 31.08. 2013 Ausstellung

Als am 10. Mai 1933 auf dem Hauptmarkt in Nürnberg der

Scheiterhaufen brannte, wurden auch Bücher aus den städtischen

Bibliotheken den Flammen übergeben. Die Ausstellung

deckt Spuren des Vorgehens ‚wider Schmutz und Schund‘

in den Beständen der Stadtbibliothek Nürnberg auf.


NACH-DENKJAHR 2013

Ein Begleitkatalog umfasst Beiträge zu „WortGewalt“

(Dokuzentrum) und „Die lange Nacht der verb(r)annten Bücher“.

Ort: Stadtbibliothek Zentrum, Ausstellungskabinett

Mo - Fr: 11:00 - 19:00, Sa 11:00 - 16:00, So/Feiertage geschlossen

Kontakt: Dr. Christine Sauer, Veranstalter: Stadtbibliothek Nbg.

AUSBLICKE AUF DAS 2. HALBJAHR

Antikriegstag Frieden Schaffen ohne Waffen Ein Zukunftstraum?

Vortrag und Diskussion

Aktuelle sicherheitspolitische Fragen, Rolle der Bundeswehr

in Afghanistan, Revolution im arabischen Raum,

Kriegsgefahr im nahen und mittleren Osten.

Es spricht Dr. Peter Strutynski/Uni Kassel, wissenschaftlicher

Mitarbeiter Friedensforschung und Arbeitspolitik

Ort: DGB Haus, 7. Stock

Kontakt: Ulli Schneeweiß

28.09. »Wortgewalt Lesen im Nationalsozialismus«

Führung zur Ausstellung mit Dr. Alexander Schmidt

Ort: Dokuzentrum, Kontakt: Ruth Zadek

Oktober »20 Jahre Straße der Menschenrechte«

Veranstaltungen mit Bezug zur Historie wie zum Thema

Menschenrechte in der Kunst und im öffentlichen Raum

Ort: Diverse Orte

Veranstalter: Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg

Kontakt: Martina Mittenhuber

09.11. Veranstaltung anlässlich der Reichspogromnacht

Kontakt: Anja Klier

29. - 30.11. Geschichte der Juden in Nürnberg

Tagung

Die Veranstaltung soll jüdische Geschichte erschließen und die

gesamte Historie vom Mittelalter bis in die Gegenwart beleuchten

Ort: Nürnberg Akademie, Gewerbemuseumsplatz

Kontakt: Andrea M. Kluxen

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DATEN ZUM NACHDENKEN

1923

02.04. Nürnberg

„Der Stürmer“ erscheint erstmals. Eigentümer Julius Streicher, Chefredakteure

in den 30iger Jahren waren: Karl Holz und der ehemalige Volksschullehrer Ernst Hiemer

02.09. Nürnberg

„Deutscher Tag“ der NSDAP

09.11. München

Gescheiterter Staatsstreich Hitlers, „Blutsfahne“

anschließend. Nürnberg

Gründung der „Deutschen Arbeiterpartei“ durch Streicher

1933

1923/1933

04.01.

Hitler und Papen vereinbaren Vorbereitung für Regierungsübergabe

30.01. Berlin

Machtübergabe an Hitler

01.02. Nürnberg

Demonstration und Massenkundgebung auf dem Hauptmarkt mit Streicherrede

und dem Choral: „Wir treten zum Beten“

Gleich nach Übergabe der Macht. Nürnberg

SA errichtet in der ehemaligen „Arbeitersamariterwache“ am Kornmarkt

eine Sondereinheit für Festnahmen und Verhöre. Misshandlungen.

Außerdem in den Kasematten unterhalb der Burg.

schon vorher. Nürnberg

Widerstandsgruppe um Dr. Joseph E. Drexl und Karl Tröger entstanden,

die bis 1935 aus dem Untergrund, arbeitete, dann Verhaftungen, KZ…

01.02. Nürnberg

In Nürnberg leben 1933 ca. 8.000 Juden, am 31.12.39 noch 2.628,

Auswanderung 2.539 Personen

04.02. reichsweit

„Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat“ erlassen: Einschränkung der

Freiheit der Person, der Meinungsfreiheit, des Versammlungsrechts, der Pressefreiheit,

der Unverletzlichkeit von Wohnung und Eigentum

04./05.02. Nürnberg

Tagung des Gaues Bayern der deutsch-jüdischen Jugend- und Sportverbände

12.02. Nürnberg

Kundgebung der „Eisernen Front“ auf dem Hauptmarkt, 60.000 TeilnehmerInnen

27.02. Berlin

Reichstagsbrand

28.02.

KPD räumt ihr Parteibüro in der Keppler-Str., die Illegalität beginnt unmittelbar danach.


1933

NACH-DENKJAHR 2013

Nürnberg

Verbot aller kommunistischen Veranstaltungen; die die Räume der KPD-Zeitung

„Neue Zeitung“ werden geschlossen. Verhaftungen, Wohnungsdurchsuchungen

u. s. w. Ca. 250 Menschen werden in Nürnberg verhaftet und nach Dachau eingeliefert,

04.03. Nürnberg

Aufmarsch und Freiheitsfeuer der Nationalsozialisten und konservativer Verbände „über das erlöste

Deutschland zu einer erlösten Menschheit“ mit Totenehrung und Segnung durch einen ev. Geistlichen

4.03. Nürnberg

Fackelzug und Großkundgebung des Widerstandes mit Rede des SPD-Reichstagsabgeordnetem

Ernst Schneppenhorst

05.03. reichsweit

Wahlen zum Reichstag

08.03. Nürnberg

Parteibüro der SPD besetzt,

Die “Fränkische Tagespost“ wurde eingestellt / zerschlagen

März Nürnberg

Städt. Volkshochschule wird aufgelöst, der Direktor entlassen

März Nürnberg

Umbenennung des Hauptmarktes in „Adolf Hitler Platz“

März / April Nürnberg

Vor allem in Großbetrieben werden Nationalsozialistische Betriebsrätestrukturen durchgesetzt

09.03. Nürnberg Polizeidirektion, Rathaus, Kaiserburg

Machtübernahme der Nationalsozialisten in Nürnberg, Besetzung und Fahnenhissen

der Nazis in Polizeidirektion, Rathaus und Kaiserburg, Glockengeläut der größten ev. Kirchen

10.03. Nürnberg

SA -Trupps überfallen Gewerkschaftsbüros und verprügeln Angestellte und Funktionäre

Zerstörung des Inventars der Fränkischen Tagespost

11.03. Nürnberg

Selbstschutzverbände wie die republiktreue „Eiserne Front“ und das „Reichsbanner

Schwarz-Rot-Gold“ werden verboten und kampflos aufgegeben.

Etwa 100 Reichsbannerführer werden in den Folgetagen verhaftet.

13.03. Berlin

Errichtung des „Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda“

13.03. Nürnberg

Verhaftung von Oberbürgermeister Herrmann Luppe (DDP) und Bürgermeister Martin Treu (SPD)

20.03.

Errichtung der KZs Dachau, Oranienburg, Esterwegen, Heuberg. Der erste größere

Transport aus Nürnberg trifft in Dachau am 11.04.1933 ein

21.03. Nürnberg

Großkundgebung der Nazis auf dem Hauptmarkt mit Umbenennung in Adolf-Hitler-Platz

Ende März. Nürnberg

IHK und HWK werden unter die Leitung der NSDAP gestellt

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DATEN ZUM NACHDENKEN

März. Nürnberg

54.148 Arbeitslose

1933

ab März. Nürnberg

Exponierte Intellektuelle wie Rechtsanwalt Albert Rosenfelder, Dozent Rudolf Benario

werden nach Dachau gebracht, meist bald getötet

26.03. Nürnberg

Durchsuchung der Geschäftsstelle des ärztlichen Bezirksverbands, alle jüdischen

Ärzte müssen ihre Verwaltungs- und Vorstandsposten abgeben

26.03. Nürnberg

Illegale Tagung der KPD Nordbayern in einem Wald bei Feucht

31.03. Hauptmarkt Nürnberg

Massenkundgebung: „Boykottiert jüdische Geschäfte“, „Kauft nicht in jüdischen

Warenhäusern“, „Meidet jüdische Ärzte und Rechtsanwälte“ (die Hälfte aller

Rechtsanwälte in Nbg.), „Die Juden sind unser Unglück“

Nürnberg

Die Jüdische Gemeinde soll die Kosten für die Verpflegung und sonstige Auslagen

der SA Posten vor den Geschäften bezahlen.

31.03. Auch Nürnberg

Einrichtung von Sondergerichten bei den Oberlandesgerichten zur Verfolgung

„politischer Delikte“

Frühjahr

Der Tanz-Turnier-Club Rot-Weiß und andere schließen jüd. Mitglieder aus,

nichtjüdische Geschäfte werben mit „rein arisch“

Stadtverwaltung entlässt jüd. Mitarbeiter/innen, wie z. B. Stadtschularzt Dr. Mainzer

Ab Frühjahr. Nürnberg

Umgestaltung aller öffentlichen Feste zu nationalsozialistischen Aufmärschen

(1. Mai, Erntedankfest u. a., Wiedereinführung des Fasching …)

April. Nürnberg

Polizeibericht: „Kommunistische Partei hat aufgehört zu existieren“

01.04. Nürnberg

Stadtobermedizinalrat und Vorstand des städtischen Krankenhauses Prof. Dr. Ernst

Nathan wird des Dienstes enthoben, wie auch der 2. Vertrauensarzt des Theaters, der

Stadtschularzt, Kindergärtnerinnen, die stellvertretende Leiterin des Jugendamtes usw. usf.

Anfang April

Massiven Razzien von Razzien von Polizei, SA und SS in Buchenbühl (01.04.), Südstadt

(01.04.), Johannis (05.04.) und Wöhrd (07.04.)

Ab 07.04. Nürnberg

Verbot für jüdische Rechtsanwälte und Richter, das Justizgebäude zu betreten

April. Nürnberg

Der Vorsitzende der Schuhmachergewerkschaft Josef Simon (SPD) sorgt für die Auslagerung

der Akten und des Vermögens des internationalen Schuhmacherverbandes ins Ausland


1933

NACH-DENKJAHR 2013

19.04. reichsweit

Beschluss des ADGB zur Teilnahme am geplanten faschistischen

„Feiertag der deutschen Arbeit“ am 1. Mai

20.04. reichsweit

Flaggen und Feste zu Hitlers Geburtstag

22.04. reichsweit

„nichtarische“ Lehrer werden aus Verbänden ausgeschlossen;

„nichtarische“ Ärzte dürfen nicht mehr praktizieren

25.04. reichsweit

Verordnung: Nur noch maximal 1,5% der Schüler und Studenten an Schulen

und Hochschulen dürfen „nichtarisch“ sein

27.04. Nürnberg

Installieren des neuen Stadtoberhauptes Willi Liebel (Druckereibesitzer) gegen SPD-Stimmen.

SPD-Stadtrat Karl Bröger wird in der Sitzung von NS-Stadtrat mit Stuhlbein geschlagen

und schwer verletzt.

SPD-Abgeordnete legen wenig später ihre Stadtratsmandate nieder.

danach. Nürnbergs Umgebung

Als Wanderungen getarnte politische Gespräche von SPD-lern, z. B. von aktiven

SPD-lern aus Loher Moos und Gartenstadt

30.04. Nürnberg

Herstellung und Verteilung von ca. 4.500 Exemplaren des Flugblattes „Es lebe der rote

Kampfmai“ durch die Nürnberger Kommunisten Fritz Kläde und Hermann Schirme

01.05. auch Nürnberg

NSDAP benennt Tag der Arbeit um in „Feiertag der nationalen Arbeit“.

Er wird Staatsfeiertag, mit Aufruf der Gewerkschaften

02.05. reichsweit

Besetzung der Gewerkschaftshäuser durch SA und Nazi-„Amtswalter“.

Einige Funktionäre (fast alle SPD) in „Schutzhaft“, Ausschreitungen gegen jene.

Entlassung auch des Vorsitzenden des ADGB Ortsausschuss Nürnberg Lorenz Hagen.

Hausdurchsuchungen bei ihm, fünfmal „Schutzhaft“, dreimal KZ Dachau bzw.

Buchenwald, Arbeitsverbot. Er überlebte.

10.05. Hauptmarkt („Adolf Hitler Platz“)

Bücherverbrennung, Bücher aus Städt. Bibliotheken

Wenige Tage später auch „Säuberung“ der Städt. Kunstsammlung

31.05. Südstadt

Überfall von SA und SS auf die Gartenstadt, 77 Festnahmen

Ab Mai. Nürnberg

Auftauchen von kommunistischen Flugschriften wie „Rote Altstadt“, „Roter Sandberg“,

Rotes Gostenhof“; Einschmuggeln von z. B. SPD-Flugblättern und Broschüren

aus der Tschechoslowakei

Sommer. Nürnberg

Verbot des Besuchs städt. Schwimmbäder für Juden

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DATEN ZUM NACHDENKEN

1933

1.06. Nürnberg

Gründung des „Fränkische Tageszeitung“ durch Streicher, schon bald

zehntausende Abonnenten

10.06. Nürnberg

Verzicht der letzten SPD-Stadträte auf ihre Mandate

11.06. Nürnberg

Amtseinsetzung des ev. Landesbischofs Hans Meiser, mit Zurschaustellung

des Einvernehmens von Partei und Kirche

22.06. Nürnberg und reichsweit

SPD wird verboten, alle Nürnberger Fraktionsmitglieder verhaftet und ins KZ Dachau

verbracht. Alle anderen Parteien lösen sich daraufhin in den folgenden Tagen „selbst“ auf.

30.06. Nürnberg

Großkundgebungen der DAF (100 000 Teilnehmerinnen)

01.07. Nürnberg

Entzug der Zulassung jüdischer Ärzte, Entlassung des Chefredakteurs der

Nürnberger Zeitung Neumann

14.07. reichsweit

Nach Auflösung oder Verbot aller Parteien: Gesetz gegen Neubildung von Parteien

14.07. reichsweit

Gesetz zur „Verhütung erbkranken Nachwuchses“: zur Zwangssterilisierung

Behinderter, Alkoholkranker

17.07. Hauptmarkt Nürnberg

Erster großer Auftritt der „Deutschen Christen“ auf dem Hauptmarkt. Die der

NSDAP nahestehende protestantische Organisaton DC erhält bei den Kirchenwahlen

am 23.07. zwei Drittel aller Stimmen. Aufnahmebedingung in DC: Rassereinheit

20.07.

Ca. 300 Juden werden von der SA in Nürnberg verhaftet und auf einen

Sportplatz geführt und dort misshandelt.

Anführer der SA-Meute war Hanns Günter von Obernitz.

25.07. Nürnberg

Razzia in der Siedlung am Nordostbahnhof

Im Juli. Nürnberg

Verhaftungswelle bei den jüdischen Logen

Im Sommer. Nürnberg

Noch ca. 50 -80 Jungkommunisten aktiv

Sommer / Herbst. Nürnberg / Prag

Einrichtung eines Verteilerapparats für illegale SPD-Schriften aus der

Tschechoslowakei, Informationen ins Ausland, aktiv darunter Hans Dill, Julius

Loßmann, Franz Haas, August Meier, Otto Kraus, Ehemann von Käthe Strobel

August. Nürnberg

Festnahme und Folterung von Ludwig Göhring (Flaschner) und Oskar Pflaumer

(Reichsbahnmechaniker) nach Aufspüren einer unterirdischen Druckerei im Fränkischen Jura.

Plaumer wurde zu Tode gefoltert


1933

Ab August. Nürnberg

Verbot der Benutzung von städt. Schwimmbädern durch Juden

02.08. Nürnberg

Arisierungsverfahren der Firma Lederwaren Cromwell beginnt

NACH-DENKJAHR 2013

03.08. Nürnberg

Razzia in Gibitzenhof, Verhaftete größtenteils nach Misshandlungen,

nach Dachau verbracht

22.08. reichsweit

Anordnung des „deutschen Gruß“ „Heil Hitler“ in allen Betrieben

25.08. reichsweit

Die Exilzeitung der SPD „Prager Zeitung“ teilt mit: bereits 45 000 Häftlinge

in 65 Konzentrationslagern

31.08. Nürnberg

Einzug Hitlers als Auftakt des „Reichsparteitages des Sieges“ in Nürnberg,

das von nun an immer als „Schauplatz der Reichsparteitage“ (Hitler) und eine

der 5 Führerstädte bezeichnet wird.

15.09. Nürnberg

Außerordentliche Mitgliederversammlung aller Vereine der südöstlichen Vorstädte.

Tagesordnung: „Gleichschaltung“

Ab Herbst. Nürnberg

Städtische Direktive: An allen Nürnberger Schulen müssen Lehrer und Schüler den

„Deutschen Gruß“ anwenden

06.10. Nürnberg

Streicher bei einer Fahnenweihe im Stadtteil Wöhrd: „Die Judenfrage geht

einer wunderbaren Lösung entgegen!“

26. 10. Nürnberg

Gründung eines jüdischen Kulturausschusses

12. 11. reichsweit

Reichstags“wahl“, „Volksabstimmung“ über Austritt aus dem Völkerbund

15. 11. Nürnberg

Alle Juden müssen Frankenführer Julius Streicher ihren Grundbesitz zu 10% des

Einheitswertes notariell anbieten, das Geld geht meist auf ein Sperrkonto, Entsprechende

Regelungen beim „Verkauf“ von Wertgegenständen, Autos, Möbeln…

Dezember. Nürnberg

Weihnachtsmarkt wird nach 40 Jahren wieder auf den „Adolf-Hitler-Platz“ geholt,

OB Liebl erfindet das „Nürnberger Christkindl“

Ende 33. Nürnberg

Zaghafte Kontakte zwischen SPD-lern und Kommunisten

Ende 33 / Anfang 34

fast alle ehem. KPD-Funktionäre im Gefängnis, Zuchthaus, KZ,

Abreißen der Kontakte untereinander

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26

DATEN ZUM NACHDENKEN

1938

1938

Nürnberg

Der Stadtvikar der Christuskirche, Dr. Heinz Preiß, gibt Streichers „Kampf dem Weltfeind“

heraus

06.01. Auch Nürnberg

Verbot des Benutzens von Brause- und Wannenbädern für Juden

Nürnberg

Erscheinen des „Giftpilzes“ im Verlag von Streicher

26.01. Nürnberg

Lorenz Hagen kommt ins KZ Dachau, Frau wird auch verhaftet, kommt ins KZ Lichtenburg

09.04. Berlin

Erlass zum Ausbau des Nürnberger Reichparteitagsgeländes

18.06. Nürnberg

Stadtrat teilt der jüd. Gemeinde mit, dass sie sofort dem Abbruch der Synagoge am

Hans Sachs Platz zuzustimmen habe, Gemeinde lehnt ab.

Juli. Nürnberg

Letzter Vortrag der zionistischen Ortsgruppe

25.07. reichsweit

Berufsverbot für jüd. Ärzte, und diejenigen, die…

27.07. reichsweit

Verordnung, alle Straßen umzubenennen, die jüd. Namen haben

03.08. Nürnberg

Stadtrat beschließt Enteignungsverfahren für die Synagoge am Hans Sachs Platz.

10.08. Hans-Sachs-Platz, Nürnberg

Großkundgebung: Verkündung des Abbruchs der Hauptsynagoge durch Streicher,

Zerstörung der Synagoge

17.08. reichsweit

Alle jüdischen Menschen, die keinen eindeutig jüdischen Namen haben,

müssen „Sara“ bzw. „Israel“ zufügen

Ab 5.09. Nürnberg

Reichsparteitag „Großdeutschland“

09./10.11. Nürnberg, u. a. Essenweinstr.

Reichspogromnacht, Zerstörung der Zweiten Synagoge, von Geschäften und Wohnungen,

160 Männer in Polizeigewahrsam gebracht, alle unter 60 Jahren nach Dachau gebracht,

mindestens 9 ermordet, 10 Selbstmorde. Die SA führt aus, Polizei greift nicht ein.

Göring verordnet am 12.11: Juden müssen die Wiederherstellung des Straßenbildes nach

den Schäden der Reichspogromnacht bezahlen

10.11. Nürnberg

Verbot jüdischer Schüler an Gymnasien / Lyzeen

danach. Nürnberg

Vermehrte Arisierungen, tatkräftig unterstützt von Gauwirtschaftsberater/IHK-Präsident Strobl


1938 /1943

NACH-DENKJAHR 2013

12. 11. reichsweit

Verordnung: Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben, Für den Tod von

von Rath müssen sie ca. 1 Mrd. Reichsmark leisten

13.11. Nürnberg

Die Pfarrer von St. Lorenz setzen Zeichen gegen Judenverfolgung, z. B. Pfarrer Wilhelm Geyer

02.12. Nürnberg

Verbot des Zuzugs von Juden nach Nürnberg

1943

30.01. reichsweit

Fritz Munkert (SPD) wird erneut verhaftet, zu Tode verurteilt, hingerichtet

14.02. auch Nürnberg

Nach den Feiern zum Heldengedenktag Auftreten der „Stadtpolizei“ Begründung:

„es treibt sich so viel ausländisches Gesindel herum“ (gemeint: „Ost- und Fremdarbeiter“)

Ca 15.02. Nürnberg

u.a. eine ganze Klasse der Melanchtonschule, 16-Jährige, werden als Flakhelfer eingezogen,

davon sterben schon vier am 08.03.,

18.02. Berlin

Göbbels verkündet unter Beifall den „totalen Krieg“

18.02. München

Verhaftung der „Weißen Rose“, Urteil und Ermordung am 22. 2.

25.02. Nürnberg und Umland

Bombenangriff auf Nürnberg, getroffen vor allem Gebiet nördlich der Marienbergstr.,

Flughafen, Kraftshof, Lohe, Almoshof, Boxdorf, Großgründlach Johannis, in Nachfolge

Großbrände, 36 Tote, davon 12 in Nürnberg, Beerdigungen mit Hakenkreuzfahnen….

März. Nürnberg

MAN wird bombardiert, ebenso umliegende Wohnungen zerstört

08.03. Nürnberg

Bombenangriff auf Nürnberg: Großbrände

12.03. Nürnberg

Beerdigung eines der Jungen aus dem Melanchtongymnasiums in St. Jobst ohne

Hakenkreuzfahnen, aber mit einer beachtenswerten Rede des Direktors des Gymnasiums

12.03. Reichsweit ohne Nürnberg

Veröffentlichungen „Deutsches Nachrichtenbüro, Propagandakampagne nur

außerhalb Nürnbergs „Bombennächte, und seien sie noch so schwer, erschüttern

einen Nürnberger nicht… es erwachsen neue Kräfte…“

13. 3. Nürnberg

Offizielles Begräbnis auf dem Südfriedhof („Heldenfriedhof“) für die Bombenopfer

mit Durchhalteparolen, Reden von NSDAP- Größen

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28

DATEN ZUM NACHDENKEN

1943

17. 3. Nürnberg

Treffen der Ratsherren, meist ohne Uniform, geplanter Tagesordnungspunkt: 10 Jahre

NS-Stadtverwaltung, stattdessen Rede über die Zerbombung. Außerdem 40. Geburtstag

Liebels. Gauinspektor Haberkern gratuliert u. a. mit: „Sie haben Nürnberg so schön gemacht“

18. 3. Nürnberg

Veröffentlichung einer Liste der Bombenopfer „Appell der stummen Ankläger“ in der

Fränkischen Tageszeitung, allerdings nur eine Auswahl

Abwurf von Flugblättern auch durch Alliierte über Nürnberg

13. 3. Nürnberg

Prozess gegen den jüdischen Geschäftsmann Leo Katzenberger wegen

„Rassenschande“, Todesurteil

31.03. reichsweit

Regionalzeitungen wie die „Nürnberger Zeitung“ werden eingestellt wegen „Papiermangel“

Juni. Nürnberg

Schon Tausende Läden/ Handwerksbetriebe geschlossen oder zwangsgeschlossen,

es gibt nichts mehr zu verkaufen, Personal dienstverpflichtet in einem Rüstungsbetrieb

10.06. Nürnberg

Verhaftung des Sekretärs der Jüdischen Gemeinde Bernhard Kolb im Zusammenhang

mit der Beschlagnahme des Gemeindevermögens

18.06. Nürnberg

3. Transport nach Theresienstadt, 14 Nürnberger Juden davon 6 aus der Knauerstr. 27

auch B. Kolb, 4 überlebten

18.06. Nürnberg

16 Juden nach Auschwitz deportiert, keiner überlebte

August. auch Nürnberg

Verbot von Veröffentlichungen über Zerbombungen, Tote. „Willst du siegen s

ei verschwiegen“ Der Feind soll nicht durch Veröffentlichungen informiert werden

01. 12.08. Nürnberg

Bombardierungen, Großfeuer, z. B. in Wöhrd; Zerstörung St. Lorenz, Triumph Werke,

Opernhaus, Zabo incl. 1. FCN Tribüne, Kunstschule, Fa. Chillingworth….

Kurz danach. Nürnberg

Erst offizielle Nachricht über Bombardierung von Nürnberg erlaubt, mit der Aussage:

„wenig Verluste unter der Bevölkerung“ und „14 Bomber abgeschossen“(1.000 waren

angeflogen, das wurde nicht gemeldet)

28. 8. Nürnberg

Bombardierungen, Ausführlicher Bericht in der Zeitung, diesmal ohne ein Wort zum

Endsieg, genehmigt vom Gaupresseamt

8. 9. Nürnberg

Sitzung der „Ratsherren“ dazu

danach. Nürnberg

Einsetzen von auswärtigen Bauarbeitern, Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen

zu Aufräumarbeiten


1943

NACH-DENKJAHR 2013

Herbst 43. Nürnberg

Widerstand: Aktionen des „Freikorps Plärrer“ vor allem gegen Hitlerjugendliche.

„Wöhrder Gorratzen“ legen aus Steinen den Schriftzug: Tod dem Massenmörder Adolf Hitler

September. Nürnberg

Tägliche Bombenwarnungen

Vorweihnachtszeit. reichsweit

In allen Behörden, bei Polizei, Sparkasse… hängt das Plakat: mit dem Konterfei von Göring: „nicht

maulen nicht schimpfen…“

reichsweit

Jahrgang 27, also alle 16-jährigen sollen eingezogen werden

Nürnberg

Eltern wollen zu Weihnachten ihre Kinder aus der Landverschickung zurück aus Angst,

dass dort bald Kriegsgebiet ist. Reaktion der Gauleitung: Berichte der russischen Vormärsche

ist Auslandspropaganda über Auslandssender. Deren Abhören und Weiterverbreitung ist

strafbar bis zur Todesstrafe.

31. 12. 1943

43 Staaten sind im Kriegszustand mit Deutschland

QUELLEN

Robert Fritzsch: Nürnberg unterm Hakenkreuz. Im dritten

Reich 1933 1939,Droste Verlag, Düsseldorf1083

Gerhard Sauder: Die Bücherverbrennung 10. Mai

1933, Büchergilde Gutenberg, Lizenzausgabe aus

Hanser Verlag München 1983

Klaus W. Tofahrn: Chronologie des Dritten Reiches,

Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 2012

Fritz Nadler: Eine Stadt im Schatten Streichers, Fränkische

Verlagsanstalt, Nürnberg, 1969

Hermann Schirmer: Das andere Nürnberg, 2. Auflage

Pahl-Rugenstein Verlag, Bonn, 2007

Peter Alheit u. a.: Otto Kraus Ein IG Metaller der 1.

Stunde, Atelier im Bauernhaus, 1987

Christoph Dieckmann u. a. (hrg.) Die Deportation

der Juden aus Deutschland, Beiträge zur Geschichte

des Sozialsozialismus Band 20, Wallenstein Verlag,

Göttingen, 2004

Geschichte für alle: Reihe Stadtteilbücher, hier Band 9,

Gostenhof, Sandberg Verlag Nürnberg 2005

Harald Hauptmann (bearb.): Das rote Nürnberg

Trotz alledem! Dokumente zur Geschichte des

Arbeiterbewegung, Band V, 1933 1945, IG Metall

Verwaltungsstelle Nürnberg, 1985

Gerhard Jochem: Mitten in Nürnberg, Selbstverlag des

Stadtarchivs Nürnberg, Nürnberg, 1998

Gerhard Jochem u. a. Gedenkbuch der Nürnberger

Opfer der Schoa, Selbstverlag des Stadtarchivs Nürnberg,

Nürnberg 1998, Ergänzungsband 2002

Rüdiger Löster, Antifaschistische Chronik für Nürnberg,

http://www.loester.net/zeittafel.htm

Adolf Mirkes: Josef Simon, Schuhmacher, Gewerkschafter,

Sozialist mit Ecken und Kanten, Bund Verlag;

Köln 1985

Arnd Müller: Geschichte der Juden in Nürnberg 1146

1945, Selbstverlag der Stadtbibliothek, Nürnberg 1968

Nürnberg zu Fuß, VSA Verlag, Hamburg 1988

Stadt Nürnberg/ Kulturladen Gartenstadt/

Geschichtswerkstadt(hrsg.): Die Gartenstadt Nürnberg,

Teil 2, Nürnberg 1999

SOS Kinderdorf u. a.: Leonharder Lesebuch, Nürnberg

2011

VVN/BdA Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/

Biund der Antifaschisten, Kreisverband Köln (Hrsg.):

GNN, Köln 1995

Wolfgang Wippermann: „Wie die Zigeuner“. Antisemitismus

und Antiziganismus im Vergleich, Elefanten

Press,Berlin 1997

Michael Zimmermann: Verfolgt, vertrieben, vernichtet.

Die Nationalsozialistische Vernichtungspolitik gegen

Sinti und Roma, Klartext, Essen 2. Auflage 1993

29


EPILOG

Ihr aber lernet, wie man sieht statt stiert

Und handelt, statt zu reden noch und noch.

So was hätt einmal fast die Welt regiert!

Die Völker wurden seiner Herr, jedoch

Daß keiner uns zu früh da triumphiert

Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch!

Aus Bertold Brecht:

Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui


VERANSTALTUNGSORTE

Amt für Kultur und Freizeit,

Gemeinschaftshaus Langwasser

Glogauer Str. 50, 90473 Nürnberg

www.kuf-kultur.de/einrichtungen/

gemeinschaftshaus-langwasser

Bezirk Mittelfranken

Bezirksheimatpflege

Danziger Straße 5, 91522 Ansbach

www.bezirk-mittelfranken.de

Bildungszentrum im Bildungscampus

der Stadt Nürnberg

Gewerbemuseumsplatz 1

90403 Nürnberg

www.bz.nuernberg.de/

Bismarckschule

Bismarckstr. 20

90491 Nürnberg

Bündnis gegen Rechts nie

wieder Faschismus in Nürnberg

c/o NEFF, H.-G. Schramm

Burgstr. 1-3, 90403 Nürnberg

Buchhandlung Korn und Berg

Hauptmarkt 9, 90403 Nürnberg

www.kornundberg.de

Caritas-Pirckheimer-Haus

Königstr. 64, 90402 Nürnberg

www.cph-nuernberg.de

Deutsch-Amerikanisches

Institut Nürnberg e.V.

Gleißbühlstraße 9

90402 Nürnberg

www.amerikahaus-nuernberg.de

DB-Museum

Lessingstraße 6, 90443 Nürnberg

www.dbmuseum.de

Deutscher Gewerkschaftsbund

Region Mittelfranken

Kornmarkt 5-7, 90402 Nürnberg

www.mittelfranken.dgb.de

Dokumentationszentrum

Reichsparteitagsgelände

Bayernstraße 110, 90478 Nürnberg

www.museen.nuernberg.de/

dokuzentrum

Eckstein, Haus der ev. Kirche

Burgstr. 1-3, 90403 Nürnberg

www.eckstein-evangelisch.de

Evang. Stadtakademie Nürnberg

Burgstr. 1-3, 90403 Nürnberg

www.evangelische-stadtakademienuernberg.de

Filmhaus/KunstKulturQuartier

Königstraße 93, 90402 Nürnberg

www.kunstkulturquartier.de/filmhaus

Förderzentrum Langwasser

Glogauer Str. 31, 90473 Nürnberg

www.sfz-langwasser.de/

Gemeinschaftshaus Langwasser

Glogauer Str. 50, 90473 Nürnberg

Geschwister-Scholl-Realschule

Muggenhofer Str. 122

90429 Nürnberg

www.gsr-nuernberg.info

Ehemaliges Gewerkschaftshaus

Straße der Menschenrechte

Kartäusergasse, Ecke Kolpinggasse

GEW Nürnberg

Kornmarkt 5 7, 90402 Nürnberg

www.gew-nuernberg.de

Hermann-Kesten-Gesellschaft e.V.

Sulzbacher Straße, 90489 Nürnberg

Initiative Human Rights

Pleinfelderstraße 30

91166 Georgensgmünd

www.humanrights-nbg.de

Karl-Bröger-Gesellschaft e.V.

Karl-Bröger-Str. 9, 90459 Nürnberg

www.broeger-gesellschaft.de

Erich Kästner Schule

Eichstätter Str. 11, 90453 Nürnberg

St. Klara Kirche

Königstraße 64, 90402 Nürnberg

www.st-klara-nuernberg.de

Katholische Hochschulgemeinde

Königstraße 64, 90402 Nürnberg

http://www.khg-nuernberg.de

KUF Amt für - Kultur und Freizeit

Gemeinschaftshaus Langwasser

Glogauer Str. 50, 90473 Nürnberg

www.kuf-kultur.de/gemeinschaftshauslangwasser

Melanchton-Gymnasium

Sulzbacher Str. 32, 90489 Nürnberg

NACH-DENKJAHR 2013

Memorium Nürnberger Prozesse

Bärenschanzstr. 72, 90429 Nürnberg

MS Insel Schütt

Hintere Insel Schütt, 90403 Nürnberg

Musikschule Nürnberg

Bartholomäusstraße 16

90489 Nürnberg

www.musikschule.nuernberg.de

Norishalle

Marientorgraben 8, 90402 Nürnberg

Nürnberg Akademie

Gewerbemuseumsplatz 2

90403 Nürnberg

Partnerschaftsverein

Charkiv-Nürnberg

Reickeweg 25, 90409 Nürnberg

www.nuernberg-charkiw.de

SPD Nürnberg

Karl-Bröger-Straße 9,

90459 Nürnberg

http://www.spd-nuernberg.de

Stadtbibliothek Zentrum

Gewerbemuseumsplatz 4,

90403 Nürnberg

www.stadtbibliothek.nuernberg.de

ver.di Mittelfranken

Kornmarkt 5-7, 90402 Nürnberg

http://mittelfranken.verdi.de

Vereinigung der Verfolgten des

Naziregimes Bund der Antifaschistinnen

und Antifaschisten

Postfach 810 129, 90246 Nürnberg

www.nuernberg.vvn-bda.de

VS Mittelfranken

Äussere Sulzbacherstrasse 74

90491 Nürnberg

www.medien-kunst-industrie.

mittelfranken.verdi.de/-/izv

ZONTA Club Nürnberg

Großweidenmühlstr. 28a-b,

90419 Nürnberg

www.zonta-nuernberg.de

Zeitungscafé Hermann Kesten

Gewerbemuseumsplatz 4

90403 Nürnberg

Abendeingang Peter-Vischer-Str.

(Katharinenruine)

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www.nach-denken2013.de


Nach-Denkjahr 2013

80 Jahre Bücher

verbrennung

Heinrich Heine schrieb:

„Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt,

verbrennt man am Ende auch Menschen.“

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