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Friedrich

Cerha

85. Geburtstag

(17. Februar 2011)

25 Rolf Liebermann

Die Schule der Frauen –

Neuinszenierung an der Opéra

National de Bordeaux

33 Alexander Zemlinsky

Kent Nagano dirigiert den Zwerg an

der Bayerischen Staatsoper München

35 Alban Berg / E. Kloke

Erfolgreiche Uraufführung der neuen

3-aktigen Lulu an der Oper Kopenhagen

38 Leo� Janá�ek

Glagolitische Messe – Die ‚Erstfassung’

und die ‚Fassung letzter Hand’ sind ab

sofort erhältlich

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newsletter

thema

01/11 • winter 2010/2011


2

Inhalt Aktuelles

Gustav Mahler-Blog:

neue Interviews — 4

Charles Mackerras — 5

= Uraufführung

komponisten

Cerha — 7

Haas — 9

Pärt — 11

Rihm — 12

Sotelo — 13

Staud — 13

Schwartz — 14

Baltakas — 14

Lentz — 14

Halffter — 15

Furrer — 15

Luke Bedford — 16

Borisova-Ollas — 16

Sawer — 17

Birtwistle — 17

Boulez — 19

Kurtág — 20

Reich — 20

Gielen — 20

Berio — 21

Feldman — 23

Stockhausen — 23

Liebermann — 25

Nick — 25

Marx — 26

Martin — 26

Milhaud — 27

Mossolow — 27

Weill — 29

Braunfels — 29

Bartók — 30

Kodály — 30

Martin� — 31

Szymanowski — 31

inhalt 01/2011


Schreker — 32

Schmidt — 32

Zemlinsky — 33

Schönberg — 34

Berg — 35

Satie — 36

Alma Mahler/C. Gottwald — 36

Mahler — 37

Janá�ek — 38 - 39

Puccini — 40

GeDenktAGe — 41 - 42

uRAuffühRunGen — 43

neueRscheinunGen — 44 - 45

neu Auf cD — 46 - 47

impRessum — 48

Liebe Leserin,

lieber Leser!

Drei Stimmen haben im Sommer

2010 eine Musik-Stadt zum Vibrieren

gebracht. Und das ganz ohne

Belcanto. Sie waren Stadtgespräch,

wie der Komponist auch. Es waren

die Leistungen der drei Protagonisten

in Wolfgang Rihms Oper Dionysos

bei den Salzburger Festspielen,

die sowohl Publikum wie auch

Presse verblüfften: Johannes Martin

Kränzle, Mojca Erdmann und

Matthias Klink demonstrierten,

wie leidenschaftlich und lyrisch

Musik von heute klingen kann, ja

muss. In atemberaubender Rasanz

haben sie Partien einstudiert, die

das Äußerste abverlangen, im vollen

Bewusstsein des Risikos, trotz

des enormen Studieraufwands ungeliebt

zu bleiben. Die Rechnung

ging aber auf. Sie haben ein wichtiges

Kunstwerk zum Leben erweckt

und wurden als seine Baumeister

wahrgenommen und bestaunt.

Sie stehen stellvertretend für die

vielen jungen Interpretinnen und

Interpreten der Neuen Musik, die

ihr Talent lieber dem Heute als dem

Gestern widmen. Ihnen gilt unsere

rückhaltlose Hochachtung.

Die Redaktion

3


4

univeRsAl eDition

Neue Interviews im UE Mahler Blog

In unserem Gustav mahler-Blog gibt es zwei neue Video-Interviews mit

Riccardo chailly und Gustavo Dudamel. Alle weiteren Dirigenten-Interviews

finden Sie auf www.universaledition.com/mahler

Gustavo Dudamel:

„John Barbirolli meinte einmal:

„Wenn man nicht übertreibt, solange

man jung ist, was bleibt einem

dann, wenn man alt ist?“ Natürlich

kann ich als junger Dirigent nicht

wie ein 60-jähriger Dirigent empfinden.

Aber in Mahlers Musik ist

alles vorhanden und alles ist vollkommen.

Da gibt es eine Abfolge

im Pianissimo, die sich an anderer

Stelle als Fortissimo wieder findet.

Das ist ganz eindeutig geschrieben.

Man muss nicht übertreiben. Es ist

vollkommen.“

Gustavo Dudamel

aktuelles

Riccardo Chailly

Riccardo chailly: „Mahler war sich

sehr wohl bewusst, dass er Meisterwerke

hinterließ, nicht nur sehr

gute Musik. Nämlich Musik, die bis

dahin von keinem einzigen seiner

Kollegen so komponiert worden

war. Mahler erschuf ein Universum

einer neuen musikalischen

Sprache. Ich denke, das ist es, was

er wollte und auch erreichte. Da er

so jung starb, bleibt die große Frage

offen, was die Musikwelt verloren

hat, denn Mahler hatte noch so viel

zu sagen.“


chARles mAckeRRAs (1925–2010)

Wertvolle

Zusammenarbeit

sir charles mackerras verstarb

am 14. Juli 2010. Seine jahrzehntelange

Erfahrung als Dirigent und

Janá�ek-Forscher haben Mackerras

zu der weltweit zentralen Autorität

in Sachen Leo� Janá�ek gemacht.

Der Wert seiner Arbeit für die Janá�ek-Aufführungspraxis ist unschätzbar.

Die Universal Edition ist stolz darauf, die Früchte dieser umfangreichen

und wegweisenden Arbeit im Katalog zu führen:

Bearbeitungen von Werken von Leo�š Janá�ek:

Charles Mackerras

Aus einem Totenhaus 1927–1928 Oper in 3 Akten (4 Bilder)

Kritisch-praktische Fassung von Charles Mackerras und John Tyrrell (1990).

Glagolitische Messe 1927 (Missa solemnis) für Soli, gemischten Chor, Orgel

und Orchester (Erstfassung)

Herausgeber: Paul Wingfield (2010), Beratung/Mitarbeit: Charles Mackerras.

Jen�fa 1894–1903/1908 Oper in 3 Akten aus dem mährischen Bauernleben

(Brünner Fassung), Herausgeber: Charles Mackerras und John Tyrrell (1993).

Katja Kabanowa 1921 Oper in 3 Akten

Herausgeber: Charles Mackerras und Karl Heinz Füssl (1971–1992).

Die Sache Makropulos 1925 Oper in 3 Akten

Fassung von Charles Mackerras; in Vorbereitung: kritische Neuausgabe

von Vanda Prochaska auf Basis von Mackerras' Fassung, ergänzt durch interpretatorische

Hinweise von Charles Mackerras.

Š�árka 1887–1888 Oper in 3 Akten

Herausgeber: Ji�í Zahrádka und Charles Mackerras (2000).

Das schlaue Füchslein 1924 Oper in 3 Akten

revidierte Neuausgabe von Ji�í Zahrádka (2008), mit interpretatorischen

Hinweisen von Charles Mackerras.

Suite aus der Oper „Das schlaue Füchslein“ für Orchester

Bearbeiter: Charles Mackerras (2006), basierend auf der wissenschaftlich

editierten Neuausgabe der Oper Das schlaue Füchslein von Ji�í Zahrádka

charles mackerras

5


3.– 27. März 2011

Zoom

Gielen

Cerha

Schnebel

Kessler

Licht

spiel

musik

Focus

Streich

quartett

Szenen

wechsel

www.salzburgbiennale.at


ceRhA

Musikpreis

zum 85er

friedrich cerha, der am 17. Feb. 2011

seinen 85. Geburtstag begeht, „darf

man mit Fug und Recht als den

bedeutendsten österreichischen

Komponisten der Gegenwart bezeichnen“,

kündigt die Salzburger

Biennale ihren Cerha-Schwerpunkt

an. Julia Spinola ergänzt in der

Frankfurter Allgemeinen: „Auf unspektakuläre,

dabei gleichzeitig radikale

Weise verkörpert er eine für

Friedrich Cerha

die Kunst der Moderne exemplarische

Multiperspektivität. Kompositionstechnisch

vereint sein Werk

avantgardistische Techniken der

Nachkriegszeit mit älteren Verfahren

und Materialien, die dabei ganz

neu behandelt werden. Cerha ging

es niemals um die bloße eklektizistische

Buntheit oder gar um ästhetische

Zugeständnisse, sondern

im Gegenteil um die Bewältigung

jener Quadratur des Zirkels, die zu

einem Grundproblem der neuen

Musik gehört: mit den Artikula-

tionsmöglichkeiten kompositorisch

differenzierter Musik den Hörer

möglichst unverstellt zu adressieren…“

Wir gratulieren herzlichst!

Im Frühjahr wird ihm nun der „Musikpreis

Salzburg 2011“ – Internationaler

Kompositionspreis des Landes

Salzburg verliehen. Eine späte

Anerkennung, wie der Komponist

bei der Bekanntgabe meinte. Auf

dem Programm des Preisträgerkonzertes

stehen u. a. Bruchstück,

geträumt sowie Jahrlang ins Ungewisse

hinab. Johannes Kalitzke

dirigiert die wohl beiden besten

österreichischen Klangkörper für

Neue Musik: das Klangforum Wien

sowie das oenm, oesterreichisches

ensemble für neue musik (12./13.

März).

Das Klangforum Wien spielt am 5.

und 10. Jän. in Wien auch Eine Art

Chansons und 8 Sätze nach Hölderlin-Fragmenten.

www.bit.ly/musikpreis

cerha

7


Tickets: Tel. 43 662 873154

tickets@mozarteum.at

www.mozarteum.at

MOZART

WOCHE

2011

21. – 30. JÄNNER

So, 23.1.2011, 15.00 Stiftung Mozarteum, Großer Saal

Hagen Quartett, Jörg Widmann Klarinette

Georg Friedrich Haas 6. Streichquartett

UA. Auftragswerk der Stiftung Mozarteum Salzburg,

KölnMusik und Wigmore Hall London

sowie Werke von Heinz Holliger und Mozart

14.00 Uhr Künstlergespräch Georg Friedrich Haas

Dirigenten Giovanni Antonini, Ivor Bolton, Dennis Russell

Davies, Gottfried von der Goltz, Nikolaus Harnoncourt, Heinz

Holliger, René Jacobs, Louis Langrée, Marc Minkowski,

Yannick Nézet-Séguin, Jonathan Nott, András Schiff, Jörg

Widmann Orchester Akademie für Alte Musik Berlin,

Camerata Salzburg, Cappella Andrea Barca, Chamber Orchestra of

Europe, Concentus Musicus Wien, Freiburger Barock orchester,

Les Musiciens du Louvre·Grenoble, Mozarteumorchester Salzburg,

Sinfonieorchester der Univ. Mozarteum, Wiener Philharmoniker

Sänger Kurt Azesberger, Thomas Bauer, Daniel Behle, Florian

Boesch, Markus Brutscher, Joachim Buhrmann, Annette Dasch,

Marcos Fink, Anna Grevelius, Sunhae Im, Philippe Jaroussky,

Inga Kalna, Mika Kares, Julia Kleiter, Christina Landshamer,

Wiebke Lehmkuhl, Elisabeth von Magnus, Hanno Müller-Brachmann,

Jeremy Ovenden, Anna Prohaska, Thomas Quasthoff, Christine

Schäfer, Daniel Schmutzhard, Toby Spence, Lydia Teuscher, Burcu

Uyar, Rolando Villazón, Kai Wessel Solisten Piotr Anderszewski,

Teodoro Anzellotti, Florian Birsak, Helmut Deutsch, David Greilsammer,

Marie-Elisabeth Hecker, Heinz Holliger, Gidon Kremer,

Robert Levin, Alexander Lonquich, Johannes Nied, Jerca Novak,

Maurizio Pollini, Fazil Say, András Schiff, Elmar Schmid, Eric

Schneider, Christian Tetzlaff, Hanna Weinmeister, Antje Weithaas,

Jörg Widmann, Tabea Zimmermann Ensembles & Chöre Hagen

Quartett, oesterreichisches ensemble für neue musik, Arnold

Schoenberg Chor, RIAS Kammerchor, Salzburger Bachchor, Neue

Vocal solisten Stuttgart, St. Florianer Sängerknaben

Konzerte Mozartwoche

Wissenschaft

Museen


hAAs

Enge Verbindung

Spätestens seit der Uraufführung

des 2. Streichquartetts

im Jahr 1998

gibt es eine enge Verbindung zwischen

Georg friedrich haas und

dem Hagen Quartett. Das Quartett

selbst spricht von Intonations-

Erfahrungen, die ihnen auch bei

der Interpretation des klassischromantischen

Repertoires hilfreich

sind. Aus Anlass seines 25-jährigen

Bestehens spielt nun das Hagen

Quartett auch am 23. Jän. in

Salzburg die Uraufführung des 6.

Streichquartetts, ein Auftragswerk

der Stiftung Mozarteum Salzburg,

KölnMusik und der Wigmore Hall.

Die amerikanische Erstaufführung

von in vain am 6. Feb. 2009 brachte

Haas nicht nur einen enormen Publikumserfolg,

sondern auch große

mediale Beachtung, u. a. in der New

York Times, in der die Kritik sich

wunderte, dass derart aufregendsuggestive

Klänge von herkömmlichen

Instrumenten ohne elektronische

Verfremdung erzeugt werden

können. Das Argento Chamber Ensemble

führt in vain erneut in New

York auf (12. Nov. und 18. Feb.).

www.bit.ly/invain

… wie stille brannte das Licht für Sopran

und Kammerorchester, im Mai

2009 in Köln uraufgeführt, beein-

druckte durch die auskomponierten

Obertonskalen und den daraus

resultierenden Schwebungseffekten,

den Mixturen des zweiten

Stückes, die Einflüsse der Musik

Oliver Messiaens verraten oder den

komplexen Akkordschichtungen,

die mehrfach auf den sogenannten

„Wyschnegradsky-Akkord“ und seine

Varianten zurückgehen. Nun erlebt

das Werk seine Uraufführung

in der Version für Sopran und Klavier

(27. Nov., Luxemburg). Solistin

ist wieder Sarah Wegener.

www.bit.ly/wiestilleD

Georg Friedrich Haas

haas

9


UE 26 300

Restagno | Brauneiss | Kareda | Pärt ARVO PÄRT im Gespräch

Restagno | Brauneiss | Kareda | Pärt

ARVO PÄRT

im Gespräch

Arvo Pärt

Im Gespräch

UE 26 300

Universal Edition

Anhand von fünf Artikeln unterschiedlichen Ansatzes wird dem

Leser Arvo Pärt vorgestellt: ein Komponist, der sich in den letzten

Jahrzehnten als eine große, eigenständige Persönlichkeit in der

Musikszene etabliert hat. Kernstück des Buches ist ein ausführliches

Gespräch, in dem Arvo Pärt auf sehr persönliche Weise über seine

Werke, sein Leben im sowjetischen Estland, seine Emigration, seine

künstlerische Odyssee und sein Weltbild erzählt.

Das Buch ist in deutscher Sprache erschienen.

UE 26300 ISMN 979-0-008-08301-3

Euro 19,90 UPC 8-03452-06674-3

ISBN 978-3-7024-6961-0


päRt

Zum Lesen und

Wiederentdecken

Runde Geburtstage geben auch

Anlass zum Resümieren und Reflektieren

über das Geschaffene

und seine Rezeption. 1984 erschien

das Album Tabula Rasa bei ECM. Für

Arvo pärt bedeutete es eine breitere

internationale Aufmerksamkeit,

über die Neue Musikszene hinaus.

Nach 26 Jahren ist dieses Album

nun in einer Sonderedition (ECM/

UE) erschienen, mit Faksimile Partituren

der Schlüsselwerke Tabula

Rasa und Cantus und den Studien-

partituren der vier Werke des

Albums. Paul Griffiths resümiert in

seinem Vorwort zur Sonderedition

sehr treffend: „ … nicht um die Abkehr

von der Moderne geht es hier,

sondern um ihre Durchdringung …

Dies ist nicht die Einfachheit des

Arvo Pärt

völligen Gedächtnisverlusts, sondern

eine, die erkämpft wurde, der

eine lange Entdeckungsreise vorausging,

die auf einer irgendwie

gearteten anderen Seite angekommen

ist, aber den zurückgelegten

Weg nicht aus den Augen verloren

hat.“ (UE 35 222, englisch/deutsch)

www.bit.ly/tabula-rasa-ue

Eine andere Publikation, die sich

dem Phänomen Pärt anzunähern

versucht, ist soeben bei der UE erschienen:

Arvo pärt – im Gespräch.

Das Buch beinhaltet zwei wichtige

theoretische Beiträge zum Thema

Pärt und als Herzstück die Niederschrift

eines umfangreichen Gesprächs,

das Pärt 2003 mit Enzo

Restagno führte. In diesem sehr

persönlich gehaltenen Gespräch

erinnert sich Pärt an zahlreiche

Stationen seines Lebens und an die

Entstehung vieler Werke.

(UE 26 300, deutsch)

Beide Publikationen sind über die

UE zu beziehen.

pärt

11


12

Wolfgang Rihm

Rihm

Mehr Klang

Als Wolfgang Rihm für

ein neues Werk für das

Ensemble Alarm Will

Sound gefragt wurde, entstand

Will Sound, das seine Uraufführung

2006 in New York erlebte.

Nun folgt eine Fortsetzung:

Will Sound More erlebt am 15. Jän.

in Frankfurt seine Uraufführung, es

spielt das Ensemble Modern.

www.bit.ly/willsoundmore

Eines der „wilden“ Jugendwerke

Rihms, Fantasia für Streichorchester

und Klavier, wird am 15. Dez. mit

dem Bottroper Kammerorcheter

unter Kai Röhrig uraufgeführt.

Zu einem der meistgespielten Werke

von Rihm entwickelt sich Jagden

und Formen. Stefan Asbury, ein

ausgewiesener Rihm-Spezialist, dirigiert

das Werk am 3. Feb. in Tapiola/FIN.

Es spielt die Tapiola Sinfonietta.

Auch Peter Rundel hat sich am

18. Jän. mit dem Remix-Ensemble

in Porto Jagden und Formen vorge-

rihm

nommen. Rihm wird in der Casa da

Música übrigens composer in residence

sein. Viele weitere Konzerte

werden folgen.

Das Monodram Das Gehege scheint

Eingang ins Repertoire zu finden.

Am 10., 13. und 15. Feb. führt es die

Hamburgische Staatsoper erneut

am Spielplan (Regie: Matthew Jocelyn).

Es dirigiert Simone Young.

Solistin ist Kristine Jepson.

www. bit.ly/dasgehege

Die Music-Hall-Suite erlebt mit

dem Ives Ensemble zwei Aufführungen

(8. Dez. Amsterdam, 13. Dez.

Wageningen). Ebenfalls in Amsterdam

ist das 2. Bratschenkonzert zu

hören (6. Jän.). Aléjo Perez dirigiert

die Radio Kamer Filharmonie, Solistin

ist Geneviève Strosser. Im selben

Konzert erklingen auch 3 Walzer.

Paraphrase für Violoncello, Schlagzeug

und Klavier steht mit dem

Ensemble Recherche am 22. Jän. in

Freiburg auf dem Programm. Fremde

Szene III erlebt zwei Aufführungen,

am 23. Jän. im Gewandhaus zu

Leipzig und am 3. Feb. im Lincoln

Center in New York.


sotelo

Neue Oper

Die hohe Wertschätzung,

die mauricio sotelo (nicht

nur) in Spanien hat, mündet

nun in einen Opernauftrag des

Madrider Teatro Real. Intendant

Gerard Mortier hat bekannt gegeben,

dass Sotelo eine Oper zu einem

Sujet von Federico García Lorca

schreiben wird. Details folgen demnächst.

Auch sonst kann sich Sotelo

nicht über mangelnde Aufträge

oder Interesse beklagen:

Muerte sin fin nennt sich ein Auftragswerk

der Biënnale Flamenco

2011, des Nieuw–Ensembles und

des spanischen Kulturministeriums.

Die Uraufführung erfolgt am

30. Jän. in Amsterdam. Das gut

halbstündige Werk ist für Cantaor,

Orchester und Elektronik komponiert.

Arcana ... I für Bass-Saxophon

und Elektronik hat seine Uraufführung

am 4. Dez. 2010 in Mallorca.

Alfa Centauri für Ensemble und

Elektronik wird vom Ensemble Espai

Sonor am 11. Dez. in Valencia

zum ersten Mal gespielt.

stAuD

Aus der Werkstatt

Im Herbst widmete Wien Modern

Johannes Maria Staud einen viel

beachteten Schwerpunkt. Im Almanach

des Festivals gab er zu

seiner Arbeitsweise, seinem Selbstverständnis

Auskunft – und auch

zu neuen Projekten: „Wenn man

meint, ich hätte Glück gehabt, mein

„wunderschönes Hobby“ zum Beruf

umgewandelt zu haben, muss ich

sagen: Es ist nicht mein Hobby, dazu

ist es zu anstrengend, zu fordernd.“

Wer seine akribisch, mit Bleistift

ausformulierten Partituren sieht,

weiß um Stauds Ernsthaftigkeit.

2011 residiert Staud als Capell-Compositeur

bei der Staatskapelle Dresden,

die Tondo für Orchester in Auftrag

gegeben hat (Uraufführung 1.

Mai 2011). In Arbeit sind zwei weitere

Stücke für Dresden (Solowerk

für Fagott; Erzähler mit Ensemble),

weiters eines für Paris (IRCAM) und

eines für die Klangspuren Schwaz

(für vier Fagotte und Elektronik im

Raum verteilt).

www.bit.ly/tondo-dresden

Johannes Maria Staud

sotelo / staud

13


schWARtz

Unsanfte Landung

Elisabeth Risch scheibt in der FAZ zu

Jay Schwartz’ Music for Orchestra

III: „Das Stück begann eher fühlbar

als hör- oder sichtbar, so als bestünde

es weniger aus konkreten Tönen

als aus deren Wechselwirkungen,

dem Obertongesang ihrer Überlagerungen.

Man „hörte“ es auch

weniger mit den Ohren als mit der

Gegend zwischen Zwerchfell, Magen

und Herzmuskel, zunächst als

unaufhörlich langsamen Sinkflug,

im zweiten Teil als polyphones Auf

und Ab, im Schluss als unsanfte,

aber auch nicht katastrophale Landung.“

Ein Hörbeispiel finden Sie

unter www.universaledition.com/

schwartz

BAltAkAs

Neues Werk für

Ensemble

Diesen Herbst wurde vykintas

Baltakas neues Werk Scoria für Orchester

in drei Gruppen vom RSO

München unter der Leitung von

Lucas Vis im Rahmen des Festivals

Musica Viva in München uraufgeführt.

Im Oktober folgte die Uraufführung

von Redditio für Ensemble

beim Transit Festival in Leuven/B.

Der Komponist selbst dirigierte das

Ensemble Champs d’Action.

Weiters wurde sein Streichquartett

b(ell tree) vom Chordos Quartet

in Kaliningrad/RUS, Kaunas und

Vilnius/LIT gespielt. Partituren und

Aufnahmen all seiner Werke sind

auf Anfrage erhältlich.

lentz

Neue CD mit

Orchesterwerken

Die unverwechselbare Musik von

Georges Lentz wird demnächst

in einer umfassenden, neuen

Aufnahme von Timpani Records

vorgestellt. Das Orchestre Philharmonique

du Luxembourg hat

drei von Lentz’ Hauptwerken für

Orchester eingespielt: Monh (für

Viola und Orchester), Guyuhmgan

und Ngangkar. Emilio Pomàrico dirigierte

die Studioaufnahmen mit

Tabea Zimmermann als Solistin in

Monh. Erscheinungstermin ist voraussichtlich

im Frühjahr 2011. Mehr

dazu unter www.bit.ly/lentz-cd

14

schwartz / baltakas /

lentz


Cristóbal Halffter

hAlffteR

Dreier-Pack

Nachdem das Kieler Opernhaus

sich schon an die deutsche Erstaufführung

von cristóbal halffters

Oper Don Quijote wagte (2006)

und als Auftragswerk die Uraufführung

seiner zweiten Oper Lázaro

herausbrachte (2008), hat es für

2012/13 den Opernauftrag zur Uraufführung

von Halffters dritter

Oper an Komponist und Librettist

vergeben. Der von Halffter selbst

ausgewählte Stoff, die Schachnovelle

von Stefan Zweig, wurde von

Wolfgang Haendeler zum Libretto

umgearbeitet. Die geplante Uraufführung

soll 2012/13 stattfinden.

Ein Inhaftierter kämpft gegen einen

stupiden Materialismus, gegen

die Tyrannei der Diktatur, was

ihn auf vielfältige Weise mit dem

Komponisten Halffter und dessen

bisherigen Operntitelhelden Don

Quijote und Lazarus verbindet.

fuRReR

Klangabenteuer

Im Rahmen ihrer Adventures in

Sound-Reihe präsentiert die London

Sinfonietta auch die Musik von

Beat furrer. Am Programm steht

sein Stück nuun für zwei Klaviere

und Orchester aus dem Jahr 1996.

Bernhard Günther schrieb über die

Uraufführung bei den Salzburger

Festspielen und meinte: „ … es geht

um das Prinzip der Transformation

– und zwar auf rhythmischer, harmonischer

und klanglicher Ebene

als durchgehender Prozess vom

Anfang bis zum Ende. Den dafür

nötigen langen Atem hat nuun in

einem bei Furrer kaum da gewesenen

Ausmaß.“

www.bit.ly/nuunlondon

halffter / furrer

15


luke BeDfoRD

Die erste Oper

luke Bedford schreibt eine Oper.

Seven Angels wird am 17. Juni 2011

als Kooperation von Opera Group

und BCMG uraufgeführt. Sieben

Engel, die vom Himmel auf die Erde

stürzten, sind so lange unterwegs,

dass sie nicht mehr wissen, warum

sie gekommen sind. Als sie in

einer Wüstenlandschaft rasten,

stellen sie sich die Erschaffung

eines märchenhaften, an dieser

Stelle einst blühenden Gartens

vor und dessen Zerstörung durch

Habgier und Nachlässigkeit. Angeregt

durch Paradise Lost deutet

Seven Angels die Themen aus John

Miltons Meisterwerk für das heutige

Publikum neu und greift dabei

dringliche Herausforderungen wie

den Klimawandel und die Rohstoffknappheit

auf. Seven Angels ist für

7 Sänger und 12 Instrumente geschrieben.

Nicholas Collon wird die

Inszenierung in der Regie von John

Fulljames dirigieren. Mehr dazu auf

Luke Bedford

16

bedford /

borisova-ollas

www.bit.ly/7angels1 und www.

bit.ly/7angels2

BoRisovA-ollAs

Wunderbare

Leiden

Victoria Borisova-Ollas’ neues

Werk Wunderbare Leiden für zwei

Klaviere und Orchester wurde im

Oktober von den Düsseldorfer

Symphonikern unter der Leitung

von Andrey Borekyo uraufgeführt.

Die beiden Pianisten, die Robert

und Clara Schumann sein könnten,

spielen vor einem mächtigen

orchestralen Hintergrund voller

Nuancen und mannigfaltiger Zitate

aus der Musik der beiden Schumanns.

Das Stück ist eines der

bisher kühnsten der Komponistin.

Partitur und Aufnahme sind auf

Anfrage erhältlich.

Borisova-Ollas arbeitet derzeit an

einer Oper, die auf Bram Stokers

Dracula beruht.


sAWeR

Auf CD

Das Label NMC präsentiert als wohl

wesentlichstes Werk einer Zusammenstellung

von Werken von David

sawer die ’symphonische‘ Suite,

welche der Komponist seiner Oper

From Morning to Midnight entnommen

hat. Die anderen Stücke,

alle aus den späten 1990er-Jahren,

zeigen die unerschöpfliche Originalität

und Unverwechselbarkeit

von Sawers Kompositionen. Das

Kammerensemble-Stück Tiroirs ist

eine Abfolge scharfsinniger Bilder,

jedes einzelne perfekt orchestriert,

ausgemalt und mit der Virtuosität

eines Zauberers umgesetzt; The

Memory of Water für Streichorchester

und zwei Soloviolinen, dessen

räumliche Beziehung sich während

des Stücks pausenlos verändert, ist

wie ein unwiderstehlicher, musikalischer

Fluss, den Sawer mit einem

fließenden Strom vergleicht, in

dem Ideen auftauchen und wieder

verschwinden. Hörbeispiele und

online-Bestellung auf der Website

von NMC: www.bit.ly/nmcsawer

BiRtWistle

Neue

Studienpartitur

„Immer schon habe ich gespürt,

dass ich Musik im Kopf hatte, die

Harrison Birtwistle

bereits existierte, und ich musste

nur einen Weg finden, sie zu Papier

zu bringen. Es ist ein Fluss von

Dingen, die mich beschäftigen, so

auch gerade jetzt, aber ich kann

sie nie wirklich fassen. Eigentlich

hoffe ich sogar, dass mir das nicht

gelingt. Manchmal geht es dabei

um irgendwelche zufälligen Dinge,

manchmal sind es ausgeprägt

formalisierte Dinge, weil ich wirklich

daran interessiert bin, eine Art

von formaler Musik zu schreiben.“

(Harrison Birtwistle)

harrison Birtwistles Silbury Air für

Kammerensemble (1977, rev. 2003)

ist jetzt in der neuen Studienpartituren-Reihe

erschienen. 1977 schrieb

der Guardian: „Das Ergebnis ist

dramatisch und unmittelbar spannend

… im Sinn einer straffest möglichen

Struktur gebaut, wobei sich

alle Abschnitte natürlich und überzeugend

aufeinander beziehen.”

Auf dem Programm des Konzerts

„Ensemble Recherche im Schnee“,

einer Einladung des Hotels Kristiana

in Lech am Arlberg, steht Pulse

Sampler (13. Jän. 2011).

sawer / birtwistle

17


“People see me as a theoretician, but my music is

also seductive, even spiritual.”

-Pierre Boulez

2010-2011 SEASON:

Oct 21 Matthias Pintscher

Nov 19 Fred Lerdahl

Dec 6 Pierre Boulez

Feb 3 Julia Wolfe

Mar 4 Mario Davidovsky

Apr 15 Chaya Czernowin

May 5 Joan Tower

Miller Theatre at Columbia University

Broadway at 116th Street, New York, NY

212.854.7799

www.millertheatre.com

COMPOSER PORTRAITS

Miller Theatre’s signature series shines the spotlight on

a single contemporary composer in every concert. Get

to know the most important musical voices of our time,

from established masters to emerging artists, and

discover why New York magazine calls us “one of the best

destinations anywhere for contemporary music.”


Pierre Boulez

Boulez

Virtuose

Seitenpfade

Pierre Boulez’ Dérive bedeutet Nebenprodukt

oder Seitenpfad – von

Répons (1981).

Bei der Entwicklung eines Werkes

fallen zahlreiche Elemente weg, die

weitere Entfaltung bringen hätten

können. Sie bleiben als Teile der

Vorbereitung übrig.

Dérive 1 für 6 Instrumente entstammt

den Kompositionen Répons

(1981) und Messagesquisse

(1976/77). Der Ausgangspunkt des

„Derivats“ ist gleichzeitig auch eine

Reihe „über den Namen Sacher“:

Die Noten Es, A, C, H, E (in der deutschen

Schreibweise) werden durch

ein französisches Re (D) ergänzt.

Diese Reihe wird transponiert.

Dann werden daraus sechs Akkorde

gebildet.

Dérive 2, Elliott Carter zum 80. Geburtstag

gewidmet, ist ein Resultat

der „Forschungsarbeit über die

Periodizität“. „Als ich über manche

Kompositionen Ligetis nachdachte“,

schreibt Boulez, „fühlte ich

das Verlangen, mich einer beinahe

theoretischen Arbeit über das Problem

der Periodizität zu widmen,

um systematisch ihre Überlagerungen,

ihre Verschiebungen und

ihren Austausch zu untersuchen.“

Daniel Barenboim, der Dérive 2

beim diesjährigen musikfest Berlin

aufgeführt hat, hält es übrigens für

ein Meisterwerk von Pierre Boulez.

Beide Werke erfahren nun ihre

amerikanische Erstaufführung.

Dérive 1 und Dérive 2 (in der revidierten

Fassung) werden am 6. Dez.

vom Talea Ensemble im Miller Theater

in New York aufgeführt. In der

Zankel Hall (ebenfalls NY) kommt

es am 31. Jän. zu einer zweiten Aufführung

von Dérive 1 mit dem Ensemble

eighth blackbird.

www.bit.ly/boulez-miller

boulez

19


kuRtÁG

85. Geburtstag

„Man muss sein Leben in die Musik

geben, Blut muss drin sein!“, erklärt

György Kurtág in einem Interview

mit Susanne Kübler (2010). Musik

ist für ihn weit mehr als Kunst; jeder

einzelne Ton ist von existenzieller

Bedeutung.

Am 19. Feb. feiert der 1926 in Lugoj

(heutiges Rumänien) geborene

Komponist seinen 85. Geburtstag.

Die UE gratuliert herzlich und ist

stolz darauf, einige seiner exemplarischen

Werke im Katalog zu haben,

darunter die 4 Cappriccios für

Sopran und Kammerorchester op. 9

(1970/71).

www.universaledition.com/kurtag

Reich

Der Körper als

Instrument

1972 komponierte steve Reich

Clapping Music mit der Absicht, ein

Stück zu schaffen, das ohne andere

Instrumente als dem menschlichen

Körper selbst auskommt. Ein Ausführender

wiederholt dabei in die

Hände klatschend immer dasselbe

Grundmuster, während ein zweiter

sich abrupt weiterbewegt, nach einigen

Schlägen vom Unisono einen

Schlag weiter und immer weiter,

bis er sich wieder im Unisono mit

dem ersten Ausführenden befindet.

Zu hören ist das Werk am 23.

Jan. in Hannover/D und am 26. Jan.

in Stockholm/S.

www.bit.ly/stevereich

Gielen

Der Stern

des Bundes

michael Gielen, der große Dirigent,

heuer ausgezeichnet mit dem

Ernst von Siemens Musikpreis, ist

auch als Komponist in Erscheinung

getreten. In 4 Gedichte (1955–1958)

für gemischten Chor und 19 Instrumente

vertonte er Texte von Stefan

George (Der Stern des Bundes). Auffallend

ist die ungewohnte instrumentale

Besetzung: 6 Klarinetten,

4 Posaunen, 4 Violoncelli, Klavier,

Röhrenglocken (Cis), Pauken und 2

Glockenspiele. Das Werk dauert ca.

18 Min. und wird vom Komponisten

selbst am 4. Dez. mit dem RSO

Stuttgart in Freiburg aufgeführt.

20

kurtág / reich /

gielen


BeRio

Berio-Saal im

Wiener Konzerhaus

Seine letzte Reise nach Wien unternahm

luciano Berio im November

2000, anlässlich der österreichischen

Erstaufführung von Epiphanies

(RSO Wien, Dir. Dennis Russell

Davies) bei Wien Modern (Ein Ausschnitt

aus einem Gespräch zwischen

Berio und Davies ist zu hören

unter www.bit.ly/epiphaniesD).

Im Zuge der Generalsanierung des

Wiener Konzerthauses wurde das

Gebäude mit modernster Technik

sowie einem vierten Konzertsaal

ausgestattet (Sponsor: Kapsch), der

jetzt den Namen Berio-saal erhielt.

Mit einem Konzert „Hommage à

Luciano Berio“ gedenkt das Konzerthaus

am 16. Dez. offiziell dem

Namensgeber, dessen Musik in diesem

Haus seit jeher eine wichtige

Berio-Saal im Wiener Konzerthaus

Rolle gespielt hat. Die Solisten des

Portraitkonzertes sind Alda Caiello,

Mezzosopran, Mario Caroli, fl,

Garth Knox, vla, Krassimir Sterev,

acc, Lukas Schiske, perc, Marino Formenti,

pno und das Studio Tempo

Reale Florenz. Am Programmstehen

Quattro canzoni populari, Sequenza

I für Flöte, Momenti, Naturale

su melodie siciliane, Sequenza

XIII für Akkordeon, Altra voce für

Alt-Flöte, Mezzosopran und Live-

Elektronik und Sonata.

berio

21


© Barbara Monk-Feldman

Concert in The Netherlands

MORTON FELDMAN’S

ROTHKO CHAPEL

Brice Pauset

Kinderszenen mit Robert Schumann (Dutch première)

Hanna Kulenty

Decimo forte (world première)

Asko | Schönberg

Nederlands Kamerkoor (NKK)

conductor Emilio Pomarico

12 January 2011, Rotterdam, Laurenskerk

Reservations: www.dedoelen.nl

13 January 2011, Amsterdam,

Muziekgebouw aan ’t IJ

Donderdagavondserie-PROMS

Reservations: www.muziekgebouw.nl

www.askoschoenberg.nl

NIEUWE MUZIEK


felDmAn

Rothko Chapel

Für den Meditationsraum der Menil

Foundation in Houston/Texas schrieb

morton feldman 1971 Rothko Chapel

für Sopran, Alt, gemischten Chor

und Instrumente. Darin befinden

sich 14 Gemälde des amerikanischen

Malers Mark Rothko, deren

rote, schwarze und purpurne Farben

je nach Lichteinfall variieren

und eine Atmosphäre der Einkehr

und Stille erzeugen. „Meine Auswahl

der Instrumente im Hinblick

auf Besetzungsumfang, Klangbalance

und Klangfarbe wurde

in hohem Maße bestimmt durch

den Raum der Kapelle, aber auch

durch die Bilder. … die Musik sollte

sich über den ganzen Raum verbreiten

und nicht aus Distanz gehört

werden.“ (Feldman) Rothko

Chapel ist vom 23.–26. Feb. in San

Francisco zu hören (San Francisco

SO unter Michael Tilson Thomas),

ASKO|Schönberg interpretieren es

unter Emilio Pomàrico in Rotter-

Michael Tilson Thomas

dam (12. Jan.) und Amsterdam (13.

Jan.), und in der Rothko Chapel

selbst spielt es am 26. Feb. Da Camera

of Houston.

stockhAusen

Punktuelle Musik

Anfang der 1950er Jahre entwickelte

Karlheinz Stockhausen die sogenannte

„punktuelle Musik“, eine

Kompositionsweise, deren Strukturen

sich vorwiegend von Ton zu Ton

vollziehen, ohne dass übergeordnete

formale Konzeptionen zum Tragen

kommen. In dem 1952/53 entstandenen

Werk Kontra-Punkte für

10 Instrumente wird das punktuelle

Geschehen von einem Entwicklungsprozess

überformt, der die extremen

Kontraste der einzelnen Punkte hinsichtlich

ihrer Klangfarbe, Dynamik

und Dauer kontinuierlich zum

Schluss hin ausgleicht. Das Nieuwe

Ensemble Amsterdam interpretiert

das Stück vom 19.–21. Jan. in den

Niederlanden.

feldman / stockhausen

23


Photographie : Gaëlle Hamalian-Testud © - Opéra National de Bordeaux - N os de licences : 331559-T1, 331560-T2, 331561-T3 - Novembre 2010

Rolf Liebermann

L’école des

femmes

Direction musicale, Jurjen Hempel

Mise en scène, Eric Génovèse

sociétaire de la Comédie française

NouvELLE productioN

Dans le cadre de la célébration du centenaire

de la naissance de Rolf Liebermann

Grand-Théâtre

26 Nov. 20h00 - 28 Nov. 15h00

30 Nov. 20h00 - 01 déc. 20h00

05 56 00 85 95

www.opera-bordeaux.com

Directeur Général Thierry Fouquet


lieBeRmAnn

Schule der Frauen

Anlässlich des 100. Geburtstags

von Rolf liebermann zeigt die Opéra

National de Bordeaux ab 26. Nov.

eine Neuinszenierung der Opera

buffa in 3 Akten Die Schule der Frauen

(1954/55) nach einem Libretto

von Heinrich Strobel. Das Textbuch

basiert auf der frz. Verskomödie

L’école des femmes von Molière. Die

Fäden in dieser Komödie zieht Molière

(alias Poquelin) selbst, indem er

die moderne Realisierung seiner Komödie

kommentiert, wo nötig ordnend

eingreift oder gar in die Haut

einer Nebenfigur schlüpft. Liebermanns

Musik ist erstaunlich vital

und ein Neben- und Miteinander

von barocker Motorik und Kontrapunktik,

von spätromantisch expansiver

Melodik und dodekaphon

durchwirkter Harmonik. In Bordeaux

inszeniert Eric Génovèse, Mitglied

der Comédie Française und glühender

Molièrist. Es dirigiert Jurjen

Hempel.

nick

Rolf Liebermann Die Schule der Frauen

Opéra National de Bordeaux 2010

Wirtschaftkrise

als Radiospiel

Das Kurt Weill Fest Dessau zeigt

am 27. Feb. edmund nicks Leben in

dieser Zeit, Lyrische Suite in 3 Sätzen

(1929) in der erfolgreichen Produktion

der Staatsoperette Dresden

aus 2008 unter Ernst Theis. Das

Werk entstand aus einem Radiospiel,

das die damalige Wirtschaftskrise

zum Thema hatte. Erich Kästner,

mit dem Nick befreundet war,

verzahnte dafür Gedichte mit Dialogen

in Versform. Nick lieferte die

passende, farbenreiche Komposition

mit Zitaten aus der klassischen

und volkstümlichen Musikliteratur.

Versetzt mit Geräusch- und Musikmontagen

wurde das packende

Zeitdokument zu einer Bühnenfassung

umgearbeitet. Bei cpo ist vor

kurzem eine CD mit Leben in dieser

Zeit erschienen (s. S. 47).

www.bit.ly/edmundnickD

liebermann / nick

25


26

Istanbul Blaue Moschee

mARx

Eine

Liebeserklärung

Wie bereits angekündigt, kommt

Joseph Marx’ Liebeserklärung an

die Castelli Romani, der malerischen

Gegend in der Nähe von

Rom, zur Aufführung in Istanbul

und Graz: Castelli Romani (1929–

1930), Konzert für Klavier und Orchester

Nr. 2, Dauer: 32 min; Borusan

Istanbul Philharmonic Orchestra

unter Sascha Goetzel (23./24. Feb.),

sowie Grazer Philharmonisches Orchester

unter John Axelrod (28. Feb.

und 1. März). Sowohl in Istanbul als

auch in Graz ist Markus Schirmer

der Solist am Klavier.

Die deutsche Erstaufführung von

Marx’ Neujahrshymnus und Herbstchor

an Pan werden am 12./13. Feb.

vom Monteverdichor Würzburg

und der Mainphilharmonie Würz-

marx / martin

burg unter der Leitung von Matthias

Beckert interpretiert.

www.bit.ly/josephmarx

mARtin

Wandlungsfähige

Melodik

frank martin schrieb seine Passacaille

für Orgel (1944), später folgten

Fassungen für Streichorchester

(1952) und großes Orchester (1962).

Martins Interesse liegt in diesem

Werk in den immer neuen harmonischen

Deutungen und unterschiedlichen

Satzdichten des Themas. Die

Streichorchesterfassung wird am

18./19. Dez. vom Ensemble Symphonique

de Neuchâtel inter-

pretiert.

www.bit.ly/ensemblesymphonique

1951 vollendete Martin sein

Violinkonzert, über das er bereits

1948 schrieb: „Es gibt ein Problem,

an dem ich mich gern versuchen

möchte: das Violinkonzert. Der Gegensatz

verschiedener Farben und

nicht etwa nur der Kontrast zwischen

dem Part des Solisten und

der anderen Streicher erscheint

mir wünschenswert.“ Es wird am

22. Jan. in Dijon vom Orchestre de

Dijon-Bourgogne gespielt.

www.bit.ly/martin-dijon


milhAuD

Machines

agricoles

im Platteland

Das niederländische Platteland,

seine bäuerlichen Bewohner und

deren Beziehung zur Stadt stehen

im Mittelpunkt der Musiktheaterproduktion

Platteland als Podium,

die die Theatergruppe Veenfabriek

vom 18. Nov.–18. Dez. in Warmond/

NL zeigt. Verschiedene Texte und

vor allem Interviews mit Bauern

der Region werden begleitet von

Darius milhauds Machines agricoles,

das vom ASKO|Schönberg

gespielt wird. Abgerundet wird

das Bühnengeschehen kulinarisch

mit einem Dinner für die Besucher,

in dem ein eigener Koch Produkte

und Rezepte des Plattelandes vorstellt.

Im März wird diese Produktion

vom Paradiso in Amsterdam

übernommen.

AlexAnDeR W. mossoloW

Rhythmische

Maschinenmusik

In den 1920er Jahren entwickelte

Alexander Mossolow (1900–1974)

einen neuartigen Stil, der antiromantisch,

antiemotional, radikal

und provozierend war. Bekannt

wurde seine Die Eisengießerei aus

dem Ballett Stahl, inspiriert von

Arthur Honeggers Pacific 231, in

der Mossolow die Geräusche einer

Eisengießerei so naturgetreu

wie möglich in Musik umsetzte.

Diese dissonanzenreiche, bohrend

rhythmische Maschinenmusik ist

typisch für Mossolows Freude an

Experimenten. Nachdem er mit

dem Staat in Konflikt geraten war,

wurde er als vermeintlicher Konterrevolutionär

verhaftet und zu acht

Jahren harter Zwangsarbeit verurteilt.

Nach seiner Haft schwor er allen

modernistischen Tendenzen ab.

Die Eisengießerei wird am 27., 28.

und 30. Jän. vom Noord Nederlands

Orkest unter Stefan Asbury in den

Niederlanden interpretiert.

milhaud / mossolow

27


Highlights>

Kurt Weill:

„Der Protagonist“

„One Touch of Venus“

„Zaubernacht“

Erich Kästner/

Edmund Nick:

„Leben in dieser Zeit“

Georg Kreisler:

„Heute Abend: Lola Blau“

Lotte Reiniger/

Renaud Garcia-Fons:

„Die Abenteuer

des Prinzen Achmed“

Ensemble Modern

Salome Kammer

HK Gruber

Nils Landgren

PhiLlip Boa

Staatsoperette Dresden

MDR Sinfonieorchester

Anhaltische Philharmonie

25.2.-13.3.2011

Berlin

im Licht

Klingende Stadtportraits von Berlin,

Paris und New York präsentieren

die Lebens-Arbeits-Stationen Kurt

Weills und geben den Takt der

kommenden Kurt Weill Feste vor.

Berlin, Hotspot der 20er und 30er

Jahre, steht zuerst Pate für ein

hoch karätiges Programm.

Aber schon damals spielte die

„Musik“ nicht nur in der Hauptstadt:

Hugo Junkers, die Meister

des Bauhaus und einige ebenso

visionär wie aufrecht gesinnte

Politiker sorgen für bedeutende

Impulse – auch heute noch erlebbar

in der Musik Kurt Weills.

Seien Sie neugierig – machen Sie

Ihre Klangreise in die Stadt der

Klassischen Moderne!

Informationen & Kartenservice

0341 - 14 990 900

www.kurt-weill-fest.de


Weill

Kurt Weill Fest

Vom 25. Feb.–13. März findet in Dessau

das 19. kurt Weill fest statt, das

sich 2011 thematisch mit der ersten

der drei Lebens- und Arbeitsstatio-

nen von Kurt Weill auseinander

setzt: Unter dem Motto „Berlin im

Licht“ präsentiert das Festival die

faszinierende musikalisch-kulturelle

Vielfalt Berlins zur Zeit der Weimarer

Republik. Das Anhaltische

Theater Dessau eröffnet das Fest

mit Weills erstem Bühnenwerk Der

Protagonist. Mit dem 1925 in Dresden

erfolgreich uraufgeführten

Einakter gelang Weill der Durchbruch

als Opernkomponist und er

wurde zum gefeierten Hoffnungsträger

für die Erneuerung der „Gattung

Oper“. Weitere Höhepunkte

sind u. a. die szenische Aufführung

der Pantomime Zaubernacht sowie

die Wiederentdeckung von edmund

nicks Leben in dieser Zeit durch die

Staatsoperette Dresden (s.S. 25).

www.bit.ly/weill-fest

BRAunfels

Schlingensiefs

letzte Oper

Ab dem 30. Okt. steht Walter Braunfels’

in den Jahren 1938–1942 entstandene

Oper Szenen aus dem Leben

der Heiligen Johanna, Dichtung

Walter Braunfels Szenen aus

dem Leben der Heiligen Johanna

Deutsche Oper Berlin 2008

nach den Prozessakten von 1431, wieder

auf dem Spielplan der Deutschen

Oper Berlin. Die szenische Uraufführung

konzipierte 2008 der kürzlich

verstorbene Theatermacher Christoph

Schlingensief. Das Orchester

und den Chor der Deutschen Oper

Berlin dirigiert Ulf Schirmer, die Titelpartie

singt Mary Mills. Hier einige

Pressestimmen:

„Vom Wunder wider alle Wahrscheinlichkeit,

der Ermächtigung der

Schwachen, der Manipulation der

Massen, von Hoffnung auf und Zweifel

an göttlicher Erlösung erzählt

Walter Braunfels in seiner expressiven,

spätromantischen Tonsprache,

in der sich Anklänge an den musikalischen

Neoklassizismus genauso

wie bis an die Grenze der Tonalität

getriebene – diese aber nie überschreitende

– chromatische Harmonien

finden.“ (Berliner Morgenpost)

„Braunfels’ Musik, sagt Ulf Schirmer,

sei nur äußerlich von breiter

Ruhe, innerlich aber von einer

starken emotionalen Verdichtung

geprägt.“(Tagesspiegel)

www.bit.ly/braunfelsD

weill / braunfels

29


30

BARtók

Seelenbilder

Das 2. Klavierkonzert entstand zwischen

1930 und 1931, vier Jahre nach

dem herausfordernd radikalen und

aggressiven 1. Klavierkonzert. 1939

äußerte sich Béla Bartók: „Mein

zweites Klavierkonzert ist als Gegenstück

zum ersten komponiert

und zwar mit weniger Schwierigkeiten

für das Orchester und auch

thematisch gefälliger. Diese meine

Absicht erklärt den volkstümlichen,

leichteren Charakter der meisten

Themen.“ Daniel Barenboim präsentiert

das Werk in Berlin mit der

Béla Bartók Herzog Blaubarts Burg Israeli Opera 2010

bartók / kodály

Staatskapelle Berlin (24., 25. Jan.),

in Wien (1. Feb.) und Paris (6. Feb.).

Solist: Yefim Bronfman.

Ab 15. Dez. zeigt die Israeli Opera

gemeinsam mit Mahlers Kindertotenlieder

(konzertant) eine Neuinszenierung

(Dale Chihuly) von

Bartóks Einakter Herzog Blaubarts

Burg. Bartók hat seine Oper als

eine Symphonie in 7 Seelenbildern

gestaltet, die von einem balladenhaften

Prolog eingefasst sind.

www.bit.ly/blaubart

koDÁly

Ungarische

Volksmusik

auf der Bühne

1926 wurde Zoltán Kodálys Singspiel

Die kaiserlichen Abenteuer des

Háry János in Budapest uraufgeführt.

In diesem Werk versuchte er

zum ersten Mal, ungarische Volksmusik

in ein Bühnenwerk zu integrieren

und so einem größeren Publikum

nahe zu bringen. Die ein Jahr

später entstandene Háry János-

Suite enthält in 6 Sätzen charakteristische

Abschnitte des Singspiels

und wurde rasch zu einem der populärsten

Orchesterwerke Kodálys.

Am 10., 11. und 12. Jan. kommt das

Werk in Bremerhaven/D zur Aufführung.


Karol Szymanowski Hagith Opera Wroclaw 2006

mARtin�

Vollendung eines

neuen Stils

Bohuslav Martin� komponierte

1937 in Paris sein Concerto grosso

für Kammerorchester mit zwei Klavieren.

In der Auseinandersetzung

mit Alter Musik entwickelte er seine

eigene, unverwechselbare Sprache,

löste sich von eher komposi-

tionstechnischen Aspekten und

kam zu einer freien Gestaltung und

Entwicklung seiner Musik, in seinen

Worten zur gewünschten „Vollendung

eines neuen Stils“. Das Concerto

grosso wurde aufgrund der

Kriegswirren erst 1941 in den USA

mit dem Boston SO unter Sergei

A. Koussevitzky uraufgeführt. Das

Reno Chamber Orchestra unter

Thedore Kuchar spielt das Werk am

22. und 23. Jan. in Reno/USA.

www.bit.ly/martinu-reno

szymAnoWski

Expressive Musik

An der Oper Wroclaw in Polen steht

am 15. Feb. Karol Szymanowskis

einaktige Oper Hagith wieder auf

dem Spielplan. Die schöne Hagith

soll dem alten König Kraft und

jugendlichen Elan verleihen, was

natürlich zum Scheitern verurteilt

ist. Die Charakterzeichnungen der

Hauptpersonen sind messerscharf,

und in atemberaubender Spannung

drängt die Handlung vorwärts,

unterstützt von der Dynamik

einer expressiven Musik.

Ebenfalls an der Oper Wroclaw

wird am 29. Dez. eine weitere Aufführung

von Szymanowskis Oper

König Roger gezeigt, die seit 2007

in einer äußerst erfolgreichen Inszenierung

von Mariusz Trelinksi

auf dem Spielplan steht. In dieser

Oper verbinden sich arabische Kultur,

Christentum und griechische

Antike in Musik und Bildwelt zu

einer betörenden Einheit. Ab 15.

Jän. kann man die Oper auch am

Staatstheater Mainz erleben, wo

sie Joan Anton Rechi inszieniert.

www.bit.ly/hagith

www.bit.ly/koenigroger

31

martinů /

szymanowski


32

Christian Thielemann

schRekeR

Fiebergedanken

in Musik

Nachtstück, das symphonische

Zwischenspiel aus dem 3. Akt der

Oper Der ferne Klang, wurde bereits

1909, also drei Jahre vor der eigentlichen

Oper uraufgeführt und

verschaffte Franz Schreker seinen

ersten großen Skandal. Es ist nicht

verwunderlich, dass seine Partitur

bei Kritik und Publikum in Wien auf

so viel Widerstand stieß, denn sie

ist wirklich von größter Komplexität.

Schreker fand sich mit einem

Schlag in der vordersten Reihe der

„schwierigen“ Komponisten von

Wien wieder. Dies ebnete dennoch

den Weg für die Oper, die ihn berühmt

machen sollte. Nachtstück

schildert eine Traumwelt. Mit seinen

motivischen, harmonischen

und rhythmischen Überlagerungen,

der brillanten und oftmals ver-

schwenderischen Orchestrierung

spiegelt es die Fiebergedanken des

Protagonisten wider. Zu hören am

10. Feb. in der Alten Oper Frankfurt;

Christian Thielemann dirigiert die

Münchner Philharmoniker.

www.bit.ly/nachtstueck

schmiDt

Gut und böse

Franz Schmidts musikalische Kreativität

gipfelt in seinem letzten

vollendeten Werk, dem Oratorium

Das Buch mit sieben Siegeln (1935–

1937). Wichtigstes Gestaltungsmittel

bei der Vertonung der Johannes-

Apokalypse war, wie der Komponist

in seinem Vorwort schreibt, eine

„fundamentale Antithese“ von Gut

und Böse durch die Bereitstellung

unterschiedlicher Tonvorräte. In

der Alten Oper Frankfurt wird das

Werk am 30. und 31. Jan. mit dem

Figuralchor Frankfurt und dem

Frankfurter Museumsorchester zu

hören sein.

www.bit.ly/schmidt-D

schmidt / schreker


zemlinsky

Die Tragödie

des hässlichen

Mannes

Am 3. Mai 1921 erreichte Alexander

zemlinsky folgendes Telegramm:

„habe mit großem genuss ihre

oper zwerg gelesen koeln ist bereit

sofort alleinige urauffuehrung anzunehmen

wollen sie uns ihr werk

anvertrauen klemperer“. Die Uraufführung

von Der Zwerg fand genau

ein Jahr später, am 28. Mai 1922 in

Köln unter der Leitung von Otto

Klemperer statt. In jener Epoche

des Wandels, in der sich das Publikum

zunehmend für Zeitoper, Neoklassizismus

und Neue Sachlichkeit

begeisterte, fand eine vermeintlich

exaltierte, spätromantische Musik

wie die des Zwergs immer weniger

Gefallen. Nach einer Reihe von Auf-

führungen verschwand das Werk

für ein halbes Jahrhundert von den

Bühnen und kehrte erst 1981 gemeinsam

mit Eine florentinische

Tragödie siegreich in die Spielpläne

zurück. Freunde und Bekannte

Zemlinskys teilten seine Begeisterung

für diese „Tragödie des hässlichen

Mannes“ nur bedingt, denn

der junge Librettist Georg C. Klaren

hatte – vielleicht unabsichtlich –

den Protagonisten zum Doppelgänger

des Komponisten gemacht.

Indem Zemlinsky sich mit einer

Bühnenfigur identifizierte, die ihm

sowohl physisch als auch charakterlich

ähnelte, lief er Gefahr – so

die Befürchtungen – sich in der Öffentlichkeit

lächerlich zu machen.

Die Bayerische Staatsoper München

bringt ab 27. Feb. eine Neuinszenierung

des Einakters unter der

musikalischen Leitung von Kent

Nagano. Die Premiere wird live auf

BR-Klassik übertragen. In der grandiosen

Rolle des Zwergs wird John

Daszak zu erleben sein.

Alexander Zemlinsky Der Zwerg

La Monnaie Brüssel 2003

zemlinsky

33


34

schönBeRG

Inspiration

und Ekstase

„Das Werk ist in dieser Hinsicht ein

wirklicher Wendepunkt in meinem

Leben, so um so mehr, als es den

ersten Versuch darstellt, ein Kammerorchester

zu schaffen“, schreibt

Arnold schönberg über seine 1906

in Rottach-Egern am Tegernsee

vollendete 1. Kammersymphonie

op. 9 für 15 Soloinstrumente. Diese

ist nur noch halb so lang wie

die frühen Kammermusikwerke

Arnold Schönberg

schönberg

(sie besteht nur aus einem durch-

gehenden Satz) und besitzt einen

lebhaft, hellen und energischen

Charakter. Mitglieder der Berliner

Philharmoniker spielen das Stück

am 13. Feb. in Berlin und am 20. Feb.

in London (Dir. Simon Rattle).

www.bit.ly/schoenberg-op9

Schönbergs Verklärte Nacht op. 4

ist wahrscheinlich das bekannteste

und beliebteste Werk des

Komponisten. Inspiriert von seiner

Bekanntschaft mit Mathilde

Zemlinsky, der Schwester seines

Freundes und Lehrers Alexander

Zemlinsky, komponierte Schönberg

1899 das Streichsextett Verklärte

Nacht nach einem Gedicht von Richard

Dehmel. In den Jahren 1917

und 1943 folgten Bearbeitungen

für Streichorchester. Dirigent und

Violinist Christoph Poppen über

die Orchesterversion: „Was mich

fasziniert an dieser Orchestrierung

ist, dass er es geschafft hat,

die Ekstase, diese gigantischen

Dimensionen klanglich durch die

Orchestrierung deutlich zu vergrößern,

ohne die Zerbrechlichkeit an

bestimmten Stellen zu verlieren.“

Pierre Boulez bringt das Werk mit

dem Chicago Symphony Orchestra

in der Symphony Hall Chicago/USA

zur Aufführung (2., 3., und 4. Dez.).


Alban Berg

BeRG

Lulu mit dem

Pulsschlag

zeitgenössischer

Dramaturgie

Alban Berg hinterließ seine Oper

Lulu unvollendet. Sein früher Tod

1935 verhinderte die vollständige

Instrumentation des 3. Aktes, der

nur als Particell vorliegt. Die posthume

Uraufführung der ersten beiden

Akte fand 1937 in Zürich statt.

Zur ersten integralen Aufführung

der gesamten Oper kam es 1979

in Paris. Die von friedrich cerha

hergestellte Aufführungsfassung

ermöglichte es fortan, zwischen einer

zwei- und dreiaktigen Fassung

zu wählen.

Am 15. Okt. 2010 wurde diesen beiden

Fassungen in Kopenhagen eine

weitere hinzugefügt. eberhard kloke

hat für den 3. Akt eine Art „Modulsystem“

entwickelt, das es den

Aufführenden erlaubt, Szenen und

dramaturgische Abläufe freier zu

gestalten, in der Absicht, den 3. Akt

zeitlich zu straffen. Die Uraufführung

dieser neuen Fassung wurde

zum Erfolg sowohl für Eberhard

Kloke als auch für den Dirigenten

Michael Boder und das Team um

Regisseur Stefan Herheim, also

Dramaturg Alexander Meier-Dörzenbach,

Heike Scheele (Bühne)

und Gesine Völlm (Kostüme). Als

Lulu überzeugte Sine Bundgaard.

Deutschlandradio berichtete: „Berg

wird da als Zeitgenosse Kurt Weills

(Mahagonny) und Ernst Kreneks

(Jonny spielt auf) hörbar. Ist das

allein schon spannend, so offeriert

Klokes Fassung noch mehr: Alle

ausgearbeiteten Entwürfe und

Szenen ergeben oder erzwingen

keinen linearen Handlungsverlauf.

Jedes Produktionsteam kann und

muss so eine eigene Musik- und

Szenenabfolge auswählen – eine

„offene Form“, die Berg-Klokes Lulu

also in jeder Produktion anders

klingen lassen wird ... letztlich das,

was der künftige „interaktive Film“

mit seiner offenen Szenenwahl

bringen soll ... Opas Oper also mit

dem Pulsschlag zeitgenössischer

Dramaturgie!“

www.bit.ly/berg-lulu

berg

35


sAtie / milhAuD

Zirkusmusik

Jack in the Box (1899) für Klavier

ist ein eher ausgefallenes Werk in

eric saties Oeuvre. Es besteht aus

drei Sätzen und ähnelt einer stilisierten

Zirkusmusik. Die manchmal

hektisch erzwungene Fröhlichkeit

im Rhythmus und die oft grellen

Töne mit dissonanter und bitonaler

Färbung lassen ein Bild von gewaltigen

Blitzen in einem grauen

Himmel entstehen. 1928 bearbeitete

Darius milhaud das Werk für

Streichorchester. Michal Nesterowicz

präsentiert diese Fassung

in Barcelona (25., 26., und 27. Feb).

AlmA mAhleR / c. GottWAlD

Uraufführung der

Chorfassung

Es war vielleicht die erste

große Krise, die Gustav

mahler mit seiner Frau

Alma hatte, als er ihr brieflich mitteile,

dass sie das Komponieren aufgeben

solle. Es gibt sogar Biographen,

die meinen, dass Alma ihm

dies im Grunde nie verziehen hat.

Ein triftiger Grund für diese These

ist der Einsatz Gustav Mahlers für

das Schaffen Almas, nachdem sie

eine Affäre mit Walter Gropius be-

gonnen hatte. Das machte Alma

zwar glücklich, aber es war zu spät.

clytus Gottwald hat nun 3 frühe

Lieder von Alma mahler für Chor

a cappella transkribiert, die am 26.

Feb. in der Evangelischen Kirche

Gaisburg in Stuttgart im Rahmen

eines Sonderkonzertes des SWR

Vokalensembles Stuttgart ihre Uraufführung

erleben. Es dirigiert

Marcus Creed.

Das restliche Programm bestreiten

Transkriptionen Gottwalds von

Werken Gustav Mahlers, unter anderem

von Ich bin der Welt abhanden

gekommen.

www.bit.ly/alma-mahler

Alma Mahler

36

satie / milhaud /

a. mahler / gottwald


mAhleR

Am Ort der

Uraufführung

Die Datenbank der Universal Edition

wirft für die Monate Dezember

2010 bis Februar 2011 mehr als 200

Konzerte mit Werken von Gustav

mahler aus – und die Liste ist sicher

nicht vollständig. „Meine Zeit wird

kommen …“, sagte Mahler einmal.

Zu den Höhepunkten zählt sicher

die Aufführung der 3. Symphonie

(5. Feb.) und der 4. Symphonie (17.

Feb., Solistin: Christine Schäfer) mit

Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern

in Berlin.

Mariss Jansons dirigiert die 3. Symphonie

(Solistin: Nathalie Stutzman)

am 9. Dez. in München.

Christoph Eschenbach dirigiert

die 9. Symphonie, Mahlers letztes

vollendetes Werk, gleich mit zwei

Orchestern: mit den Münchner

Philharmonikern (12.–16. Jän.) und

dem London Philharmonic Orchestra

(25. Feb.). Die 9. Symphonie dirigiert

zudem Gustavo Dudamel

– sicher wieder auswendig, so wie

im Frühjahr in Göteborg – bei der

Europa-Tournee des Los Angeles

Symphony Orchestras in Köln (26.

Jän.), Paris (31. Jän.) und Wien (4.

Feb.) am Uraufführungsort, dem

Wiener Musikverein (26. Juni 1912).

Dudamel hat lange mit dieser Symphonie

gewartet, fühle sich nun

Gustav Mahler

aber reif dafür, sagte er in seinem

Interview für den Mahler-Blog, das

nun online ist: www.universaledition.com/mahler.

Auch Andris Nelsons dirigiert die

9. Symphonie mit dem City of Birmingham

Symphony Orchestra in

Birmingham (2./3. Feb.).

mahler

37


38

Leo�š Janá�ek

JAná�ek

Glagolitische

Messe

Das Jahr 1926 war für Leo�š Janá�ek

ein besonders erfolgreiches und

fruchtbares Jahr. Unter anderem

entstanden seine Oper Die Sache

Makropulos, ebenso wie die Sinfonietta

und die Glagolitische Messe

(Mš�a glagolskaja).

Janá�ek schrieb die Glagolitische

Messe in nur zweieinhalb Monaten,

und sie eroberte sich einen Platz

unter den bedeutendsten Mess-

janáček

kompositionen. Janá�ek verließ alle

ausgetretenen Bahnen des traditionellen

Genres. Es entstand ein

Werk, das innerhalb der gesamten

geistlichen Musik einzigartig ist;

und es stellt sich die Frage, ob es

überhaupt noch in diese Kategorie

eingereiht werden kann. Am ehesten

ist es wohl noch mit Zoltán

Kodálys kraftvollem Psalmus hungaricus

zu vergleichen. Janá�ek vermied

die lateinische Sprache und

verwendete stattdessen einen Text

aus dem 9. Jahrhundert, der in der

glagolitischen (cyrillischen) Schriftsprache,

dem alten Kirchenslawisch,

abgefasst ist. Janá�ek sagte

einmal während der Niederschrift:

„Ich will den Menschen zeigen, wie

man mit dem lieben Gott zu reden

hat.“ Und er tat es mit einem

Selbstbewusstsein, das kirchliche

Demut und Zerknirschung nicht

kennt. Er wollte eine „fröhliche

Messe“ schreiben, weil alle bisherigen

Messen so traurig wären.

Vermutlich aufgrund fehlender

Kräfte im Orchester und auch wegen

der zu kurzen Probenzeit sah

sich der Komponist gezwungen,

noch vor der Uraufführung (5. Dez.

1927) größere Änderungen vorzunehmen.

Weitere Adaptierungen

dürften noch vor der zweiten Aufführung

in Prag (8. April 1928) gemacht

worden sein. Im Zuge dieser

Überarbeitungen wurden Teile


gestrichen, welche zum Interessantesten

gehören, das Janá�ek je

geschrieben hat. Zu allem Unglück

verstarb der Komponist, bevor die

Partitur gedruckt war. Die nach seinem

Tod publizierte Ausgabe des

Werkes stellt somit eine Fassung

dar, die weit weniger spannend

und technisch anspruchsvoll ist, als

sie ursprünglich von Janá�ek konzipiert

worden war.

Der Musikwissenschaftler paul

Wingfield hat nach jahrelangem

Quellenstudium die „Erstfassung“

rekonstruiert. Nachdem diese mit

aufführungspraktischen Hinweisen

von sir charles mackerras versehen

worden war, konnte diese

bislang unbekannte Version der

Öffentlichkeit erstmals zugänglich

gemacht werden. In der Folge wurde

auch die bisher schon bekannte

„Fassung letzter Hand“ einer musikwissenschaftlichen

wie auch

aufführungspraktischen Revision

unterzogen. Beide Versionen stehen

ab sofort als völlig neu hergestelltes

Aufführungsmaterial zur

Verfügung. Es bleibt den Veranstaltern

überlassen, welcher Fassung

mit ihren jeweils spezifischen Meriten

sie den Vorzug geben. In der

Reihe der neuen UE-Studienpartituren

ist die Glagolitische Messe

ebenfalls erschienen (UE34298); in

einem ausführlichen Vorwort werden

die Unterschiede und Gemein-

samkeiten der beiden Fassungen

erläutert, die sich beide in der Studienpartitur

wiederfinden.

www.bit.ly/janacekD

janáček

39


40

puccini

Zwischen Oper

und Operette

Während einer Reise nach Wien zur

dortigen Premiere seiner Oper La

fanciulla del West erhielt Giacomo

puccini ein mehr als verlockendes

Angebot: Für das fürstliche Salär

von 300.000 Kronen sollte er eine

Operette schreiben. Nach anfänglicher

Ablehnung ließ er sich umstimmen,

nannte das Vorhaben

aber eine „lyrische Komödie“: „also

eine Oper, ähnlich wie Der Rosenkavalier,

nur unterhaltsamer und

organischer“.

Aus den Wiener Textvorschlägen

wählte er das Werk Die Schwalbe

von Alfred Maria Willner. Im September

1914 begann Puccini mit

der Vertonung. Er entschied sich

schließlich für eine italienische

Version des Vorhabens, und im

Giacomo Puccini La Rondine Oper Leipzig 2009

puccini

März 1917 wurde La Rondine im

Opernhaus von Monte Carlo uraufgeführt

und war die letzte Uraufführung,

die Puccini selbst miterleben

durfte. Puccini war mit seiner

Arbeit sehr zufrieden. Er verstand

seine dreiaktige „lyrische Komödie“

als „Reaktion auf die grauenvolle

Musik der Gegenwart, auf die Weltkriegsmusik“

und als seinen Weg,

zwischen den Welten von Oper und

Operette zu vermitteln.

Es ist die melodienselige Geschichte

der romantischen Mätresse Magda,

die ihre große Liebe findet – und

am Ende doch wieder verliert.

La Rondine wird in 4 Versionen aufgeführt,

die sich im Wesentlichen

durch die Platzierung der Arie „Parigi…“

unterscheiden, und durch

den dritten Akt, der in der Rekonstruktion

von Lorenzo Ferrero ein

dramatischeres Finale bietet. Das

Aufführungsmaterial aller Fassungen

ist über die Universal Edition

oder über Sonzogno Mailand zu

beziehen.


2010

2011

75. Todestag Alban Berg † 24.12.1935

80. Geburtstag Paul-Heinz Dittrich * 04.12.1930

75. Geburtstag Gilbert Amy * 29.08.1936

75. Geburtstag sir Richard Rodney Bennett * 29.03.1936

100. Geburtstag paul Burkhard * 21.12.1911

85. Geburtstag francis Burt * 28.04.1926

75. Geburtstag cornelius cardew * 07.05.1936

85. Geburtstag friedrich cerha * 17.02.1926

80. Geburtstag mauricio kagel * 24.12.1931

125. Geburtstag heinrich kaminski * 04.07.1886

75. Geburtstag ladislav kupkovic * 17.03.1936

85. Geburtstag György Kurtág * 19.02.1926

200. Geburtstag Franz Liszt * 22.10.1811

100. Todestag Gustav mahler † 18.05.1911

75. Geburtstag steve Reich * 03.10.1936

75. Todestag ottorino Respighi † 18.04.1936

50. Geburtstag David sawer * 14.09.1961

50. Geburtstag Daniel schnyder * 12.03.1961

125. Geburtstag othmar schoeck * 01.09.1886

50. Geburtstag mauricio sotelo * 02.10.1961

25. Todestag Alexandre Tansman † 15.11.1986

75. Geburtstag hans zender * 22.11.1936

2012

125. Geburtstag kurt Atterberg * 12.12.1887

75. Geburtstag David Bedford * 04.08.1937

50. Todestag hanns eisler † 06.09.1962

25. Todestag morton feldman † 03.09.1987

50. Geburtstag silvia fómina * 1962

75. Geburtstag peter kolman * 29.05.1937

gedenktage

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42

2013

80. Geburtstag Richard meale * 24.08.1932

50. Todestag caspar neher † 30.06.1962

75. Geburtstag Gösta neuwirth * 06.01.1937

75. Geburtstag Bo nilsson * 01.05.1937

60. Geburtstag Wolfgang Rihm * 13.03.1952

80. Geburtstag Rodion k. schtschedrin * 16.12.1932

70. Todestag Alexander Zemlinsky † 15.03.1942

60. Geburtstag Georg friedrich haas * 16.08.1953

75. Geburtstag Zygmunt Krauze * 19.09.1938

25. Todestag marcel poot † 12.06.1988

80. Geburtstag Raymond murray schafer * 18.07.1933

75. Geburtstag tona scherchen * 12.03.1938

2014

60. Todestag franco Alfano † 27.10.1954

80. Geburtstag harrison Birtwistle * 15.07.1934

75. Todestag Julius Bittner † 09.01.1939

60. Todestag Walter Braunfels † 19.03.1954

80. Todestag frederick Delius † 10.06.1934

60. Geburtstag Beat furrer * 06.12.1954

90. Geburtstag Karl Heinz Füssl * 21.03.1924

75. Todestag Wilhelm Grosz † 10.12.1939

90. Geburtstag milko kelemen * 30.03.1924

70. Todestag Hans Krása † 17.10.1944

50. Todestag Alma maria mahler † 11.12.1964

50. Todestag Joseph Marx † 03.09.1964

90. Geburtstag francis miroglio * 12.12.1924

60. Todestag karol Rathaus † 21.11.1954

75. Todestag Franz Schmidt † 11.02.1939

80. Geburtstag Alfred schnittke * 24.11.1934

80. Todestag Franz Schreker † 21.03.1934

70. Todestag ethel smyth † 09.05.1944

70. Geburtstag mathias spahlinger * 14.10.1944

50. Geburtstag ian Wilson * 26.12.1964

gedenktage


GeoRG fRieDRich hAAs

6. Streichquartett

Hagen Quartett

23. Jän. 2011 · Mozartwoche, Stiftung Mozarteum Salzburg/A

AlmA mAhleR / clytus GottWAlD

3 frühe Lieder für 6- bis 10-stimmigen Chor

SWR Vokalensemble Stuttgart

26. Feb. 2011 · Gaisburger Kirche Stuttgart/D

WolfGAnG Rihm

Fantasia für Streichorchester mit obligatem Klavier

Bottroper Kammerorchester, Dir. Kai Röhrig

15. Dez. 2010 · Bottrop/D

WolfGAnG Rihm

Will Sound More für Ensemble

Ensemble Modern

15. Jän. 2011 · Alte Oper Frankfurt/D

mAuRicio sotelo

Arcana ... I für Bass-Saxophon und Elektronik

Andrés Gomis, sax, Mauricio Sotelo, electronics

04. Dez. 2010 · Conservatorio Superior de Música, Mallorca/E

Alfa Centauri für Ensemble und Elektronik

Ensemble Espai Sonor, Dir. Voro García

11. Dez. 2010 · Valencia/E

mAuRicio sotelo

Muerte sin fin ‚bocetos escénicos’

para bailaora, cantaor, grupo

instrumental y electrónica

Fuensanta “La Moneta” (Tanz),

Arcángel (Cantaor), Nieuw

Ensemble, Dir. Ed Spanjaard

30. Jän. 2011 · Muziekgebouw

Amsterdam/NL

uraufführungen

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fRéDéRic chopin

Andante spianato und Grande Polonaise brillante

Hrsg.: Christian Ubber UT 50266

helmut höDl (hRsG.)

Klezmer Clarinet Duets für 2 Klarinetten UE 34531

GustAv mAhleR

Symphonie Nr. 8

für Soli: 3 Sopran, 2 Alt, Tenor, Bariton, Bass, Knabenalt ad lib., Chor

SSAATTBB und großes Orchester

Studienpartitur UE 34318

Symphonie Nr. 9

für Orchester

Studienpartitur UE 34319

Adagio aus der Symphonie Nr. 10

für Orchester

Studienpartitur UE 34320

Das Lied von der Erde

für eine Tenor- und eine Alt-(Bariton-) Stimme und Orchester

Studienpartitur UE 34800

CLAy MCMiLLAn / JASOn FreeMAn / JuAn De DiOS MAGDALenO

K 2010 für Klavier UE 34990

neue kARl scheit GitARRen eDition

sAntiAGo De muRciA

Villanos – Fandango – Gallardas – Cumbees – Marizapálos – La Jotta

für Gitarre, Hrsg.: Van Gonnissen, Müller-Pering, Monno

UE 34488

JAMeS rAe

Clarinet Debut Zwölf leichte Stücke für den Anfang im Einzel-,

Gruppen- und Klassenunterricht für 1–2 Klarinetten mit CD od. Klavier

Unterrichtsheft UE 21527 Klavierstimme UE 21527+

ARvo päRt

im Gespräch – ein Buch über Arvo Pärt mit Interview und Analysen

UE 26300 ISMN 979-0-008-08301-3 UPC 8-03452-06674-3

ISBN 978-3-7024-6961-0

Euro 19,90

neuerscheinungen


RichARD filz

Rhythmus für

Kids 2

UE 34570

Rhythmusspiele und performancestücke

für Spielgruppen und Klassen

Mit Spannung erwartet, entführt

auch der zweite Band die Kids zu

packenden Rhythmusabenteuern.

Dabei verbinden neue Klatschspiele

Sprache und Rhythmus in der

Tradition der ältesten und beliebtesten

Kinder-Rhythmusspiele.

Verpackt in actionreiche Muntermacherspiele

und anregende

Rhythmusgeschichten werden Geschicklichkeit,

Koordination und

Konzentrationsfähigkeit geschult

und vom einfachen Becherspiel

über lustige Ryhthmicals bis zur effektvollen

Rhythmusperformance

à la STOMP viele attraktive Beiträge

für Konzerte und Aufführungen

vorgestellt.

neuerscheinungen

45


46

euGen D’ALBerT Der Golem Beethoven Orchester Bonn, Chor Theater

Bonn, Dir. Stefan Blunier, Mark Morouse, Bar, Alfred Reiter, Bass, Tansel

Akzeybek, T, Ingeborg Greiner, S · Larmore, MS · MDG 2 SACD 93716376

hAns eRich Apostel Requiem, Variationen über ein Thema von Joseph

Haydn, Kammersymphonie ORF Chor, RSO Wien, Dir. Milan Horvat,

Wiener Symphoniker, Dir. Wolfgang Sawallisch, Ensemble Kontrapunkte,

Dir. Peter Keuschnig · ORF CD 3109

BélA BARtók Der wunderbare Mandarin

Boston SO, Dir. Seiji Ozawa, Tanglewood Festival Chorus

Newton Classics CD 8802029

BélA BARtók 1. und 2. Konzert für Klavier und Orchester

BBC Philharmonic, Dir. Gianandrea Noseda, Jean-Efflam Bavouzet, pno

Chandos CD CHAN 10610

pieRRe Boulez Messagesquisse

Ensemble Modern, Eva Böcker, vlc · Ensemble Modern Medien SACD003

AlfReD cAsellA Scarlattiana

Orchestra Sinfonica di Roma, Dir. Francesco La Vecchia, Sun Hee You, pno

Naxos CD 8572416

michAel finnissy Piano Concerto No. 3

Ixion Ensemble, Dir. M. Finnissy, James Clapperton, pno · NEOS CD 11060

BeAt fuRReR Studie 2 - a un moment de terre perdue

Klangforum Wien, Dir. Beat Furrer · NEOS CD 11060

GeoRG fRieDRich hAAs ein Saitenspiel

Martin Mallaun, zith · Extraplatte CD EXSP0322

GeoRGes lentz Monh, Guyuhmgan, Ngangkar

Orchestre Philharmonique du Luxembourg, Dir. Emilio Pomàrico,

Tabea Zimmermann, vla · Timpani Records CD 1C1184 (Frühjahr 2011)

Rolf lieBeRmAnn La Forêt

Orchestre de la Suisse Romande, Dir. Jeffrey Tate, Regine Raviner, MS,

Michal Shamir, S · Musiques Suisses 2CD MGB 6266

ARvo päRt Stabat Mater, Cantique des degrés

RSO Berlin, RIAS Kammerchor, Dir. Kristjan Järvi · Sony CD 88697723342

ARvo päRt Passacaglia

Kremerata Baltica Chamber Orchestra, Gidon Kremer, vln

Nonesuch Records CD 287228-2

WolfGAnG Rihm Verwandlung 2, 3 und 4

RSO Stuttgart des SWR, Dir. Christian Arming, Matthias Pintscher

Haenssler Classics CD 093263000

fRAnz schmiDt 4. Symphonie, Variationen über ein Husarenlied

Malmö Symphony Orchestra, Dir. Vassily Sinaisky

Naxos CD 8572118

neu auf cd


WAlteR

BRAunfels

Szenen aus dem

Leben der heiligen

Johanna

M. Honeck, J.

Banse, Swedish

RSO, G. Missenhardt,

E. Ericson

Kammerchor,

Decca CD

0028947639787

c. hAlffteR

Tres piezas para

cuarteto, 2.

Streichquartett,

Espacio de

silencio

Leipziger

Streichquartett

MDG CD

30716712

eDmunD nick

Leben in dieser

Zeit Chor u.

Orchester der

Staatsoperette

Dresden, Dir.

Ernst Theis

Marcus Günzel,

Christian Grygas,

Elke Kottmair

cpo CD

761203754120

W. Rihm

12. Streichquartett,

Fetzen,

Interscriptum

Arditti String

Quartet, Teodoro

Anzellotti,

Nicolas Hodges

Winter & Winter /

WDR mediagroup

CD

9101782

ARnolD schönBeRG Pelleas und Melisande

Duisburger Philharmoniker, Dir. Jonathan Darlington

Acousence ACO CD 21209

ARnolD schönBeRG Pierrot Lunaire

Holst-Sinfonietta, Dir.Klaus Simon, Clementine Jesdinsky, S

Spektral CD SRL408021

kARlheinz stockhAusen Kreuzspiel

Alfred Schweinfurter, ob, Wolfgang Marx, bass clar, David Tudor, pno,

Christoph Caskel, Heinz Haedler, Manfred Wehner, perc, Dir. Karlheinz

Stockhausen · NEOS CD 11060

kARol szymAnoWski 1. Konzert für Violine und Orchester, 3. Symphonie

Wiener Philharmoniker, Dir. Pierre Boulez, Wiener Singverein, Christian

Tetzlaff, vln, Steve Davislim, T · DGG CD 00028947787716GH2

eGon Wellesz Persisches Ballet, Suite für Violine und Kammerorchester

Ensemble Kontrapunkte, Dir. Peter Keuschnig, Josef Hell, vln

cpo/ORF CD 777 575-2

iAn Wilson Man-o'-War, An Angel Serves a Small Breakfast, Licht/ung

RTÉ National Symphony Orchestra, Dir. Gerhard Markson,

David Porcelijn, Rebecca Hirsch, vln · RTE Lyric FM CD126

neu auf cd

47


impRessum

universal edition

Austria: A-1010 Wien, Bösendorferstr. 12, Austria (musikverein)

Tel +43-1-337 23 - 0, Fax +43-1-337 23 - 400

uk: 48 Great marlborough street, london W1f 7BB

Tel +44-20-7292-9160, Fax +44-20-7292-9173

usA: european American music Distributors llc

254 West 31st street, 15th floor, new york, ny 10001-2813

Tel +1-212-461-6940, Fax +1-212-870-4565

www.universaledition.com, promotion@universaledition.com

chefredaktion: Angelika Dworak und Eric Marinitsch

Beiträge: Eric Marinitsch, Wolfgang Schaufler, Jonathan Irons,

Angelika Dworak, Daniela Burgstaller und Marion Dürr

Design: egger & lerch, Wien

fotonachweis: Biennale di Venezia (2), UE Archiv (8), Stefano Bollani,

Philharmonia Orchestra, Marion Kalter (2), Eric Marinitsch (3), Ben

Ealovega, Swarovsky Kristallwelten, Wiener Konzerthaus, San Francisco

Symphony, Opéra National de Bordeaux, Deutsche Oper Berlin /Thomas

Aurin, Israeli Opera, Oper Wroclaw / Marek Grotowski, Bayreuther Festspiele,

La Monnaie Bruxelles, Jan Mikota, Oper Leipzig / Volkmar Heinz,

Muziekgebouw Amsterdam;

CDs: Decca, MDG, cpo, Winter&Winter / WDR mediagroup.

DVR: 0836702

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