Pfarrbrief 139 - Lebendige Pfarre - St.Jakob Windischgarsten

pfarre.windischgarsten.dioezese.linz.at

Pfarrbrief 139 - Lebendige Pfarre - St.Jakob Windischgarsten

2

GEMEINSAME

SCHRITTE

◗ Jedes Jahr treffen wir uns in der Fastenzeit

am Freitag und in der Fastenwoche

täglich am Fuße des Kalvarienberges, um

gemeinsam den Rosenkranz zur Kalvarienbergkirche

zu beten und dort Hl. Messe

zu feiern. Wir tun so jedes Jahr, und doch

ist es immer wieder etwas Besonderes. Wir

sind vielleicht oft versucht, dem Trott des

Gewohnten zu verfallen, so ist es auch im

Glauben. Doch diese Zeit lädt uns ein hinauszugehen,

um Schritte Richtung Ostern

LECHFAHRT

◗ Mancher wäre gerne nach Lech zum

Schifahren mitgefahren, dem es dann doch

aus verschiedenen Gründen nicht möglich

war. So waren es nur wenige, die daran

teilnahmen, die Sonnenstrahlen waren viele,

sodass es eine wunderschöne Woche wurde.

Jede Stunde wurde genützt und keine Piste

ausgelassen, sodass alle sehr glücklich und

zufrieden waren. Danken möchten wir dem

Schmelzhof mit Margit und Robert Strolz und

dem Hotel Salome mit Barbara und Michael

Beiser für die Gastfreundschaft. Im Knappaboda

war unsere Jugend bestens untergebracht.

Überlegungen gibt es, dass in den nächsten

Jahren in den Semesterferien eine Schiwoche

für die ganze Pfarre organisiert wird. Vielleicht

haben Sie daran Interesse!

◗ Nachdem wir voriges Jahr mit dem Wintererlebniswochenende

in der Kaiserau etwas

Neues in den Jungscharkalender aufgenommen

hatten, suchten wir heuer nach einer anderen

Unterkunft und fanden eine geeignete

Hütte auf der Wurzeralm. Nicht weit von zu

Pfarre BUNT

zu tun, aber nicht alleine, denn wir gehen

in Gemeinschaft. Auch die Fastenpredigten

zur Enzyklika von Papst Benedikt XVI. „Deus

caritas est“ - Gott ist die Liebe - haben uns

wachzurütteln versucht, die Liebe Gottes

anzunehmen und sie zu erkennen. Und

eines ist auch klar geworden: Wer die Enzyklika

noch nicht gelesen hat, sollte dies

unbedingt tun! Ein herzliches Vergelt’s Gott

dem Mesner, den Vorbetern, Herrn Pfarrer

und allen, die durch ihre Mithilfe und ihr

Mittun die Begegnungen am Kalvarienberg

erst möglich gemacht haben.

Andrea Mühlebner

WINTERERLEBNIS-

WOCHENENDE DER

JUNGSCHAR UND

MINISTRANTEN

Hause – für alle erreichbar – machten sich 20

Kinder und 8 Jungscharführer am 17. März

auf den Weg. Wir starteten mit Olympischen

Winterspielen, genossen dann die wohlige

Wärme der Hütte, aßen gemeinsam unsere

mitgebrachte Jause und nach einem sehr lustigen

und abwechslungsreichen Spieleabend

beendeten wir den Tag mit einem gemeinsamen

Abendlob. Am Samstag schließlich

gingen wir vormittags gemeinsam Schi fahren

bzw. Snowboarden und teilten uns dabei in

verschiedene Gruppen, damit jeder auf seine

Rechnung kam. Zu Mittag übergaben wir

unsere Schützlinge wieder in die Hände der

wartenden Eltern. Für alle, die dabei waren,

waren es sicher gelungene Stunden der Gemeinschaft,

die uns jetzt schon in freudige

Vorstimmung auf das Jungscharlager in St.

Pölten vom 6. – 12. August stimmen.

Birgit Strick

Nr. 139

◗„Schöner leben“

möchten heute

viele Menschen,

und sie suchen

nach Wegen, um

das auch wirklich

zu erreichen, was

sie sich ganz persönlich

wünschen.

Oft ist das gar nicht

so leicht, denn die

Menschen stöbern nach einem erweiterten

Bewusstsein und möchten aus eigenen Kräften

finden, was immer schon ihre Sehnsucht

gewesen ist. Da ist wohl der Versuch im Spiel,

in der Selbsterlösung alles zu finden, was das

Herz des Menschen begehrt. Und wenn wir

nach dem Hintergrund fragen, dann steht für

viele sehr viel Vordergründiges voran, denn

schöner leben möchten die Menschen und

sich wohl fühlen. Menschen begehren ein

„Wohlgefühl“, ohne in Verantwortung zu

investieren oder sich für den andern zu engagieren.

So spricht man endlos von Harmonie

und verbindet das mit einem Gefühl, das das

Leben des Menschen prägen soll. War es einst

der Mensch, der belastbar gewesen ist, weil er

von der Härte des Lebens heimgesucht war,

so steht immer mehr jener Mensch auf, der

immer weniger aufrecht geht und so auch

nicht wirklich als belastbar angenommen

werden kann.

Schöner leben, kann nur heißen, sich erheben

und über sich hinausgehen. Menschsein ist

in seinem Wesen schon ein Überstieg in die

Welt des Übernatürlichen, weil der Mensch

ohne das Übernatürliche nur wieder sich begegnet

und daran nicht wirklich satt werden

kann. In jedem Menschen hat Gott das Ewige

hineingelegt, sodass die Sehnsucht nach dem

Ewigen in jedem ebenso vorhanden ist. Mit

dem Ewigen hat Gott die Liebe in das Herz

des Menschen gelegt, und das, dass jeder

Mensch ewig geliebt sein möchte. Im Grunde

geht es da um eine sehr tiefe und innerste

Dimension unseres Glaubens, nämlich um die

Faszination der Liebe Gottes, die uns von

uns selbst weg zu Gott und wirklich zu uns

selbst und zu den Menschen führt. Schöner

leben meint eine Grundkategorie unseres

Glaubens und Lebens, die vom Evangelium

vorgezeichnet ist, sodass das Schöne allein

von der Liebe näher bestimmt werden kann,

und „schöner leben“ ohne die Liebe Gottes

nicht möglich ist.

Wenn nun der Mensch denkt, er könnte das

Wesentliche in seinem Leben manipulieren,

April 2006

SCHÖNER LEBEN

Leben aus der Begeisterung

des Glaubens

Von Pfarrer Dr. Gerhard Maria Wagner

d.h. selbst in die Hand nehmen, dann irrt

er sich, und der Irrgarten, der sich heute

auftut, scheint tatsächlich endlos zu sein,

wo der Mensch sich in der Machbarkeit

ergeht und nicht selten selbst zum „Opfer

des Machbaren“ wird. Wesentlich schöner

wird das Leben dort, wo der Mensch erkennt,

dass ihm das Wesentliche geschenkt wird.

Das Leben ist schön, weil es ein Geschenk

ist, das die Menschen in Empfang nehmen.

Wenn nun derselbe Mensch alles unternimmt,

um das Leben „machen“ zu können, bringt er

sich um das Geheimnis, das der Wirklichkeit

des Menschen zugrunde liegt. Mit dem, dass

der Mensch sich um sein Geheimnis bringt,

verliert er auch an Tiefe und unterliegt von

nun an einer großen Oberflächlichkeit, die

dem Menschen aber nicht den eigentlichen

Frieden vermitteln kann. Irrig ist die Meinung,

dass der Mensch der Zukunft Gott nicht mehr

braucht, weil er sich längst selbst genügt. Eine

solche Selbstgenügsamkeit verdunkelt das Bild

des Menschen und treibt ihn unweigerlich

in die Hände jener „Akrobaten“, die längst

schon ihren eigenen „Sturzflug“ angetreten

haben.

Nun wollen wir keineswegs vorgeben, dass

das Leben nur aus schönen Dingen besteht.

Wir wissen um Dunkel und Sünde, um Armut

und Elend, um Krankheit und Leid. Aber wir

wissen auch, dass Jesus Sünde und Tod besiegt

und sein Leiden durchgestanden hat bis zu

seiner glorreichen Auferstehung. Weil Jesus

auferstanden ist, leben wir im Licht des

Ostergeheimnisses, und unser Lied heißt

bis heute: „Halleluja“. Auf diesem Hintergrund

haben wir keine Angst und erweisen uns als

wirklichkeitsnah. Wir beachten die Probleme,

die die Menschen haben, und wir suchen

nicht nach einer oberflächlichen Freude. Wichtiger

ist uns die Freude, die aus dem Glauben

kommt und in der selbstlosen Liebe wächst,

die Freude, „die niemand nehmen kann“ (vgl.

Joh 16,22). Zudem wissen wir, dass die wahre

Freude ihre Gebote hat, dass sie Selbstlosigkeit

erfordert und die Bereitschaft, so wie Maria

den Willen Gottes zu erfüllen.

Wenn es nun Jesus Christus ist, der als erster

die Frohe Botschaft gebracht und verkündet

hat, dann kommt der Heilige Geist nach ihm

und durch ihn, um in der Welt das Wirken

der Frohen Botschaft vom Heil mit Hilfe der

Kirche fortzusetzen. Der Heilige Geist soll der

Beistand der Apostel und der Kirche sein, stets

gegenwärtig unter ihnen – wenn auch nicht

sichtbar – als Lehrer derselben Botschaft, die

Christus verkündigt hat. Durch den Heiligen

Geist ist in der Kirche stets jene Wahrheit

anwesend, wie die Apostel sie von ihrem

Meister gehört haben (vgl. Joh 14,26). Es ist

der auferstandene Christus, der den Geist

gibt und die Türen des Abendmahlssaales

aufgerissen hat, um die Apostel hinaus auf

die Straßen von Jerusalem zu treiben. Eine

große Begeisterung hat sie erfüllt, sodass sie

damals in die ganze Welt aufgebrochen sind,

so wie Christus es ihnen aufgetragen hatte

(vgl. Apg 1,8).

Wohin gehen wir in Windischgarsten, und

worin besteht unsere Begeisterung? Oft

bin ich traurig, wenn ich merke, dass nicht

wenige zwar bemüht sind, ihre Pflichten zu

erfüllen, aber von der Begeisterung wenig

spüren lassen. Ganz im Gegenteil möchte man

nicht selten dem Glauben der Kirche das Provokante

entziehen, und weil man in keinem

Fall als intolerant und unangenehm auffallen

möchte, möchte man still und leise „verschiedene

Wahrheiten“ zulassen. Vielleicht

ist das der eigentliche Grund, warum dann

zugleich die Begeisterung aus dem Glauben

und für den Glauben verloren geht. Ebenso

meine ich, dass die Tatsache, dass ich vom

Glauben der Kirche begeistert bin, auch dazu

führen muss, dass ich mich von Menschen

begeistern lasse, die vom Glauben Zeugnis

ablegen. Natürlich können Menschen einem

auch die Freude am Glauben verderben,

dann nämlich, wenn sie nichts anderes im

Sinn haben als sich selber. Solche Menschen

brauchen dann den Glauben, um etwa noch

mehr Situationen dominieren und Menschen

beherrschen zu können. Ich kenne aber auch

viele Menschen, die mich begeistern, weil sie

begeisterungsfähig sind und auch den andern

begeistern können. Solche Menschen leben

dann dankbar mit den andern und auch auf

sie verwiesen. Menschen dieser Art sehen in

Gott nicht ihre Konkurrenten, sondern den,

der unser aller Vater ist. Von solchem Geist

erfüllt wollen sie „schöner leben“ und das aus

der Begeisterung des Glaubens. Das wünsche

ich mir von vielen Windischgarstnern, dass

sie begeisterte Christen werden. Nörgler und

Besserwisser gibt es überall schon genug.

Ein wesentlicher Teil meiner Arbeit als Seelsorger in Windischgarsten besteht nicht nur darin, die zu betreuen,

die schon da sind, sondern wirklich auch die Kommunikation mit denen zu suchen, die noch nicht da sind.

Das ist manchmal sehr schwierig, es macht mich aber auch sehr froh.

3


◗ Ca. 80 Frauen waren allein zum Fraueneinkehrtag

gekommen, um Pfarrer Konrad

Sterninger zu hören. Viele waren von seiner

4

EINKEHRTAGE

Botschaft begeistert, ging es doch darum, dass

die Christen wieder Freude an der Kirche

und am Glauben der Kirche finden sollen.

Für Kontroverse war selbstverständlich auch

gesorgt, ebenso für ein gutes Mittagessen.

Eigentlich waren es gar nicht so wenig Jugendliche,

die kamen und sich von P. Richard

Pühringer begeistern zu lassen. Und 15

Männer kamen, um von P. Honorius Aigner

ein wenig in den Geist des Hl. Benedikt

eingeführt zu werden. Schließlich war es der

Pfarrer, der zu den Pfarrälteren kam, um im

Gleichklang mit Musik von W. A. Mozart

von Zeit und Ewigkeit zu reden. Insgesamt

haben ca. 150 Leute an den Einkehrtagen

teilgenommen.

Vergelt’s Gott!

Es wird in unseren Tagen viel von Nächstenliebe geredet und geschrieben,

und das ist auch gut so. Aber wir sollten nicht vergessen, was für alle Zeiten im Evangelium

steht: das erste Gebot ist die Liebe zu Gott. Es ist die Liebe zu ihm aus ganzem Herzen,

aus ganzer Seele und aus ganzem Gemüte. Kein „anständiges Leben“ kann diese Liebe

ersetzen, auch nicht die Nächstenliebe und ebenso nicht soziale Gerechtigkeit.

Es ist das erste und einzigartige Gebot, dass man in ihr vergessen muss, ein Gebot zu

erfüllen, und liebt, nicht weil es geboten ist, sondern weil Gott eben – Gott ist.

WALLFAHRT NACH

FRAUENBERG

Aufbruch mit unseren Familien

◗Auf nach Frauenberg geht es am Sonntag,

28. Mai, wo um 11.00 Uhr in der Basilika

ein festlicher Gottesdienst als Dank und Bitte

gefeiert wird. Abgang beim Schaukasten ist

um 5.30 Uhr und Abgang bei der Pfarrkirche

um 8. 45 Uhr zum Bahnhof, wo um 9.20

Uhr der Zug nach Ardning abfährt. Ich freue

mich, wenn viele der Einladung folgen. Der

Gottesdienst um 10.00 Uhr in der Pfarrkirche

entfällt, und alle sollen nach Frauenberg kommen,

weil Windischgarsten diese Wallfahrt

einmal versprochen hat. Ich lade besonders

unsere Familien ein, dass Eltern mit ihren

Kindern zur Wallfahrt kommen.

Nr. 139

Dr. Clemens Ofner/Silke Brunnthaler

Daniel Menneweger

Klemens Lichtenwöhrer

Lukas Gruber

Christiane Schmeissl

Thomas Mayr

Strick Birgit/Christina Kalchmayr/

Andrea Mühlebner

Yannick Edelsbacher

Christian Berger

Bettina Eibl

Daniel Landl

Bettina Sulzbacher

Sonja Hinterholzner

Christine Gösweiner

Philipp Benedetter

Thomas Schwingenschuh

Michael Thallinger/

Daniel Strutzenberger

Philipp Huemer

Thomas Stockreiter

Manuel Trinkl

Mario Mößlberger

Lisa – Maria Lindbichler

Nadine Popp

Grill Stefan /Andreas Thallinger

Markus Petroczy

Daniel Huemer

Michael Scheik

Markus Hinterramskogler

Stefan Rohregger

Stefan Helml

Daniel Hinterreiter

Rene Gressenbauer

◗ Während Windischgarsten im Schneechaos

versank, machten sich 26 Firmlinge,

8 Firmhelfer und Pfarrer Dr. Wagner am 10.

Februar auf den Weg zum Firmwochenende,

das in diesem Jahr in Hinterstoder über die

Bühne gehen sollte. Es stand ganz unter

dem Zeichen „Leben für Leben“, sodass

wir uns mit Maximilian Kolbe und verschiedensten

Gesichtspunkten aus seinem

Leben auseinandersetzten: Brauchen wir

Heilige – worin sind sie uns Vorbilder?

Die Kirche und der Nationalsozialismus

April 2006

FIRMGRUPPEN

Andreas Kaltenbrunner/

Viktoria Riffert

Stefan Wolfbauer

Andrea Aigner

Michael Schweiger

Christopher Hochreiter

Johanna Rebhandl

Thomas Schauer

Carina Aigner

Andreas Böcklinger

Kevin Prillinger

FIRMWOCHENENDE

2006

– die Liebe zum Nächsten und schließlich

Maximilians Marienfrömmigkeit auch als

Vorbild für unser Leben. Neben diesem

kam aber natürlich auch der Spaß nicht zu

kurz – standen auch für uns „Olympische

Spiele“ ins Haus, die kurzerhand aufgrund

des vielen Schnees ein wenig umdisponiert

Antensteiner Elisabeth/Ulrich Perner

Daiana Gruber

Christina Kühas

Tamara Fehringer

Silke Windpessl

Melanie Koppensteiner

Nicole Sulzbacher

Lukas Rebhandl

Florian Rußner

Nina Edlinger

Stefan Edelsbacher/Stefanie Haas

Christina Vögerl

Katharina Nell

Tanja Zilic

Bernadette Huber

Stefanie Aigner

werden mussten: es gab ein Schokolade

Wettschneiden, ein Rüpi – Tüpi und ein Activity

Wettspiel und schließlich am Samstag

– vom Wetter her Gott sei Dank doch etwas

begünstigter – begaben wir uns aufs Eis, um

die besten Stockschützen zu ermitteln. Für

die Gemeinschaft war es einfach ein tolles

Wochenende, das uns wieder einmal gezeigt

hat, wie bunt und vielfältig die Gemeinschaft

der Glaubenden ist, und dass Glaube und

Leben einfach zusammen gehören.

Birgit Strick

PFARRFIRMUNG

10. Juni, 8.00 Uhr

Allgemeine Firmung

10.00 Uhr

5


◗ Schenke den Familien Kraft und Liebe,

damit die Welt durch diesen Feuerherd der

Liebe erwärmt wird. Halte deine liebende

Hand über jedes Leben vom ersten Augen-

GEBET FÜR UNSERE

FAMILIEN

blick der Empfängnis bis zum natürlichen

Tod. Beschütze die Familie gegenüber allen

Angriffen irregeleiteter Ideologien. Gib den

Familien die Kraft, die Werte des Wahren,

des Guten und Schönen zu bewahren und in

allem Gott zu ehren. Gib den Familien Mut

und Zeit zum Gebet. Schenke den Familien

Kraft und Demut, einander die Lieblosigkeiten

und Verletzungen zu vergeben, damit

sie heil und heilig werden. Lass die Familien

zu Quellen der Freude werden, damit Licht

und Heilung in unsere dunkle Welt dringen

kann. Stärke die Familien, damit sie unter

der Last der Kreuze nicht zerbrechen und

auch im Leiden christliche Zuversicht ausstrahlen.

Schenke den Familien Zuversicht

und Hoffnung, damit sie freudig die Aufgabe

dieser Zeit erfüllen und einst die Herrlichkeit

Gottes schauen mögen.

Was Eltern für ihre Kinder leisten, nützt der ganzen Gesellschaft.

Kinder brauchen Werte, und die sind im Glauben der Kirche formuliert

WAS FÜR EINE KIRCHLICHE

TRAUUNG DRINGEND

NOTWENDIG IST

◆ Viel Liebe zum Partner und ein großes

Vertrauen zu Gott

◆ Erfahrungen mit Konfliktlösungen

◆ Eine große Gesprächsbereitschaft

in der Partnerschaft

◆ Offene Augen für die Wirklichkeit

◆ Kinderwunsch

◆ Rechtzeitige Anmeldung beim Pfarrer

(Tel. 0676/87765477)

◆ Dokumente (z.B. ein Taufschein im

Alter von zwei Wochen)

◆ Verschiedene Gespräche mit dem

Pfarrer bzw. dem Traupriester

◆ Ein ordentliches Eheseminar

◆ Eine Musikgruppe für die kirchliche

Trauung

◆ Trauzeugen

◆ Hochzeitskerze und Ringe

◆ Beichte vor dem Kommunionempfang

◆ Hochzeitsreise auch später

WAS FÜR EINE KIRCHLICHE

TRAUUNG ÜBERHAUPT

NICHT NOTWENDIG IST

◆ Viel Geld

◆ Viele Leute

◆ Tanz

◆ Schminke

◆ Sonnenschein

FEST DER JUBELPAARE 11. JUNI

Es ist schon beeindruckend, wenn so jedes Jahr jene Eheleute, die 25, 50 bzw. 60 oder

sogar 65 Jahre verheiratet sind, das Fest der Jubelpaare mit unserer Pfarrgemeinde feiern

und festlich in unsere Pfarrkirche einziehen. Manche tun dann nicht mit, weil Sie sich

schwer tun, sich in die Öffentlichkeit zu stellen oder auch den Glauben in der Kirche

zu bezeugen. Selbstverständlich respektiere ich eine solche Entscheidung. Es gibt ganz

gewiss aber auch solche, die deshalb nicht mittun, weil Sie nichts zum Schein tun wollen.

Nun glaube ich, dass auch jene, die mittun, nicht deshalb schon sagen wollen, dass es

in ihrer Ehe ohne Schwierigkeiten abgegangen ist. Sie wissen genauso um ihre Krisen

und Spannungsmomente, die es vielleicht auch in ihrer Vergangenheit gegeben hat, aber

sie kommen, um Dank zu sagen, dass Sie es mit Gottes Hilfe und dem Bemühen eines

jeden geschafft haben. Nun gibt es auch solche, wo ich mir vielleicht schon vorher denke,

dass die nicht mittun, und sie tun doch mit, und ich freue mich darüber. Gerade solche

kommen dann aber auch immer wieder, um sich aufrichtig zu bedanken, weil es eine

so schöne Feier gewesen ist. So laden wir auch heuer wieder zum

Fest der Jubelpaare am 11. Juni.

Treffpunkt um 8.15 Uhr beim Schaukasten

8.30 Uhr Festgottesdienst mit Trachten und Dankesmesse unseres Singkreises

10.00 Uhr Gemeinsames Frühstück im Pfarrheim mit den Jubelpaaren

11.45 Uhr Möglichkeit zum Mittagessen mit den Angehörigen im Hotel Lavendel

Anmeldung in der Pfarrkanzlei bis 2. Juni

Die Beziehung der Eltern ist das Kernstück

der Familie. Haben die Partner Probleme,

werden auch Kinder schwieriger. So wie

die Eltern sich voneinander abwenden, so

wenden sich auch die Kinder von den gemeinsamen

Eltern ab bzw. bevorzugen den

einen oder den andern. Ein Alarmsignal

besteht dort, wo das emotionale Klima (die

„Zugewandtheit“) frostig wird, weil Menschen

sich voneinander abwenden. Wenn

ALARMSIGNALE IN DER EHE (12)

Sich abwenden

nun ein Ehepaar die Zuwendung des Partners

vermisst, dann mündet das sehr häufig

in eine überfürsorgliche Haltung dem Kind

gegenüber. So wird das eigene Nähebedürfnis

über die Bedürfnisse des Kindes gestellt.

Wo Partner nicht liebe- und vertrauensvoll

umgehen, wird die Krise immer deutlicher

und die Abstände zwischen der einen und

der andern Krise werden immer kürzer.

◗ Ob das Taschengeld eine lebenswichtige

Frage der christlichen Kindererziehung ist,

sei zunächst dahin gestellt. Auf jeden Fall

ist Taschengeld wichtig, damit Kinder einen

guten Umgang mit Geld erlernen. So muss

der Mensch in seiner Kindheit lernen, wie

wichtig es ist, sich das Geld, das man hat,

richtig einteilen. Finanzielle Schwerpunkte

müssen gesetzt werden, und verzichten

muss auch gelernt sein. Denn nur, indem

ich auf das eine verzichte, kann ich mir

das andere leisten. Dann werden Kinder

aber auch entdecken, wie unangenehm es

sein kann, wenn sie ihr Geld, über das sie

verfügen, zu schnell ausgeben, wenn nach

wenigen Tagen eines Monats das Taschengeld

bereits aufgebraucht ist. Taschengeld

sollte für kleine persönliche Anschaffungen

bestimmt sein, nicht aber für Schulartikel

oder gar benötigte Kleidung, erst recht nicht

als Beitrag für den Urlaub. Und dann müssen

Eltern vielleicht einmal eine Anschaffung

ihres Kindes hinnehmen, obwohl sie diese

nicht für nötig bzw. sinnvoll halten, ausge-

◗ Den andern nach einem Streit um Verzeihung

zu bitten, fällt uns Menschen oft

sehr schwer, und doch ist Versöhnung für

ein geglücktes menschliches Leben unentbehrlich.

Obwohl viele Menschen sich

elend fühlen, wenn sie im Streit auseinander

gehen, ist es nicht leicht für die Menschen,

sich zu versöhnen, sei es in der Familie, in

der Partnerschaft, im Freundeskreis und am

Arbeitsplatz. Oft reicht es nicht aus, dass

betroffene Menschen eine Nacht darüber

schlafen. Menschen, die nach einem Streit

schwer verletzt sind, ergeben sich im Selbstmitleid

und hegen Rachegedanken. Nun mag

diese Reaktion sehr verständlich sein, für

LEBENSWICHTIGE FRAGEN

DER CHRISTLICHEN

KINDERERZIEHUNG (8)

Ist das Taschengeld für

unsere Kinder wirklich so

unwichtig?

nommen es handelt sich um gefährliche,

schädliche Dinge, oder solche, die erst gar

nicht erlaubt sind. Nur wenn Kinder Geld

haben, können sie sparen lernen, wenn

sie keines haben, werden sie knausrig und

geizig. Zudem kommt, dass Kinder, die persönlich

über kein Geld verfügen, schneller in

die Abhängigkeit von anderen geraten und

dadurch gefährdet sind. Wenn wir nun die

Höhe des Taschengeldes näher bestimmen

wollen, müssen wir die finanzielle Lage der

Familie genauer betrachtet. Als Richtwerte

pro Woche habe ich einmal folgende Empfehlung

gelesen:

MEIN STANDPUNKT

Wer verzeiht,

lebt gesünder

das eigene Wohlbefinden ungesund ist sie

ganz sicher auch. Wo zwischen Menschen

die Bereitschaft zur Versöhnung fehlt, ist

die Luft sehr dünn, und manchmal herrscht

auch tödliche Stille. Da ist es doch besser,

wenn wir uns einmal in die Rolle des andern

versetzen, um so auch seine Situation

verstehen zu können. Da muss ich ebenso

Unter 6 Jahren o,50 – 1

6 – 7 Jahre 1 – 2

8 – 9 Jahre 2 – 3

10 Jahre 2 – 16

11 Jahre 14 – 18

12 Jahre 16 – 20

13 Jahre 18 – 22

14 Jahre 20 – 26

15 Jahre 22 – 28

Die Richtwerte für Jugendliche ab 15 gelten

nur für jene, die finanziell ganz von ihren

Eltern abhängig sind. Dass Kinder von ihren

Eltern einen guten und ehrlichen Umgang

mit dem Geld erlernen, scheint mir sehr

wichtig. Wer „knausert“, ist ein schlechter

Lehrmeister. Ich meine aber, dass es vielleicht

noch besser ist, wenn sich Kinder das

Geld auch verdienen müssen. Ich nenne es

einmal „Honorar für Sondererledigungen“:

für das Blumengießen, das Autoputzen und

das Rasenmähen. So erfahren Kinder, woher

das Geld kommt, und dass wir es verdienen

müssen.

WENN FAMILIENPOLITIK MEHR VON DEN INTERESSEN DER ELTERN

ALS VON DEN BEDÜRFNISSEN DER KINDER GEPRÄGT IST,

GEHT SIE IN DIE IRRE. FRÜHKINDLICHE BETREUUNG DURCH DRITTE,

ALSO AUSSERHALB DES ELTERNHAUSES,

BLEIBT PROBLEMATISCH. ZUR BETREUUNG DURCH DIE ELTERN WIRD ES AUCH

IN ZUKUNFT KEINE GLEICHWERTIGE ALTERNATIVE GEBEN.

meinen Schmerz anerkennen und mir eingestehen,

dass es Dinge gibt, die mir immer

wieder wehtun. Ausgeglichener lebt jener

Mensch, der verzeiht und sich aussöhnt.

Wieder lachen und auch durchschlafen kann

der, dem verziehen wurde. In jedem Fall ist

es wichtig, dass die Menschen nicht alles

hinunterschlucken, sondern aussprechen,

was sie bewegt. Da darf ich dann schon auch

einmal zum andern sagen: „Dein Verhalten,

bzw. wie du redest, hat mich jetzt ziemlich

verletzt.“ Versöhnen und Verzeihen gibt

der Seele den Frieden und ist Balsam für

die Gesundheit. Viele Medikamente wären

dann nicht notwendig.

Für die kinderlose Gesellschaft wird das Haustier

immer mehr zum Mittelpunkt.

Anders als die Zahl der Kinder wächst die der Tiere.

Ich mache mir Sorgen. Sie auch?

6 Nr. 139 April 2006 7


◗ Liebe Priester, die Qualität eures Lebens

und eures pastoralen Dienstes scheint darauf

hinzuweisen, dass wir in dieser Diözese, wie

auch in zahlreichen anderen Diözesen der

Welt, mittlerweile die Zeit der Identitätskrise,

die viele Priester belastet hat, überwunden

haben. Dennoch bleiben die Ursachen der

„spirituellen Wüste“ von der die Menschheit

heute gequält wird, weiterhin bestehen, und

sie bedrohen folglich auch die Kirche, die ja

inmitten dieser Menschheit lebt. Wie sollte

man nicht befürchten, dass sie auch das

Leben der Priester in Gefahr bringen? Es ist

daher unentbehrlich, immer wieder neu zur

Wurzel unseres Priestertums zurückzukehren.

Diese Wurzel ist, wie wir gut wissen,

eine einzige: Jesus Christus, der Herr. Er

ist es, den der Vater gesandt hat; er ist der

Eckstein ( 1 Petr 2,7). In ihm, im Geheimnis

seines Todes und seiner Auferstehung,

kommt das Reich Gottes und vollzieht sich

die Erlösung des Menschengeschlechts. Aber

Jesus hat nichts, was ihm selbst gehörte; er

gehört ganz und gar dem Vater und existiert

für den Vater. Daher sagt er, dass seine Lehre

nicht von ihm stammt, sondern von dem,

der ihn gesandt hat (vgl. Joh 7,16). Von sich

PREDIGT VON

PAPST BENEDIKT XVI.

BEI DER BEGEGNUNG

MIT DEN PRIESTERN

DER DIÖZESE ROM

am 13. Mai 2005

allein aus kann der Sohn nichts tun (vgl.

Joh 5,19.30). Dies, liebe Freunde, ist auch

das wahre Wesen unseres Priestertums. In

der Tat kann nichts von dem, was unseren

Dienst ausmacht, alleinige Frucht unserer

persönlichen Fähigkeiten sein. Dies betrifft

sowohl die Spendung der Sakramente als

auch den Dienst des Wortes: Wir sind nicht

gesandt, uns selber oder unsere persönlichen

Meinungen zu verkünden, sondern das Geheimnis

Christi und, in ihm, den Maßstab des

wahren Humanismus. Wir sind nicht dazu

beauftragt, viele Worte zu machen, sondern

zum Widerhall und Träger eines einzigen

„Wortes“ zu werden, des Wortes Gottes,

das zu unserem Heil Mensch geworden

ist… Da das Priestertum seine Wurzel in

Christus hat, besteht es seinem Wesen nach

in der Kirche und für die Kirche. Der christliche

Glaube ist nämlich nicht rein spirituell

und innerlich, und unserer Beziehung zu

Christus ist nicht rein subjektiv und privat.

Sie ist vielmehr eine ganz konkrete und

kirchliche Beziehung. Seinerseits hat das

Weihepriestertum eine grundlegende Beziehung

zum Leib Christi, in seiner zweifachen

und trennbaren Dimension der Eucharistie

und der Kirche, des eucharistischen und des

kirchlichen Leibes. Deshalb ist unser Dienst

ein „amoris officium“ (vgl. Hl. Augustinus),

es ist der Dienst des Guten Hirten, der sein

Leben hingibt für die Schafe (vgl. Joh 10,14-

15). Im eucharistischen Geheimnis bringt

sich Christus immer neu dar, und gerade in

der Eucharistie lernen wir die Liebe Christi

und somit die Liebe zur Kirche kennen.

WAS WIR BRAUCHEN, SIND MEHR PRIESTER.

Auch angesichts des Priestermangels in Österreich bleibt die Gewissheit,

dass Christus weiterhin Männer beruft, damit sie sich völlig der Feier der Hl. Messe

und der Sakramente, der Predigt des Evangeliums und dem Seelsorgsdienst widmen.

PRIESTER

AUF EWIG

Eine frohe Gemeinschaft

◗ Immer wieder sitzen auch Priester in

froher Runde von Mitbrüdern zusammen.

Da wird dann gescherzt und es gibt

viel zum Lachen. Immer wieder sind es

ehemalige Kapläne von Windischgarsten,

wo bis heute ein guter Kontakt besteht.

Ich freue mich über diese Begegnungen,

denn da gibt es selbstverständlich immer

wieder lebhafte Diskussionen, aber auch

die Freude kommt nicht zu kurz. Der

Pfarrhof in Windischgarsten ist ganz besonders

immer auch für Priester offen,

sodass ein Telefonanruf genügt.

Die heilige Eucharistie ist das größte aller Wunder.

◗ Die Vatikanischen Museen, die einen großen

Teil des Vatikanischen Palastes einnehmen,

werden in diesem Jahr stolze 500 Jahre

alt. Mit 3,8 Millionen Besuchern konnten die

Vatikanischen Museen im vergangenen Jahr

einen Rekord verzeichnen, und in der Tat

sind die Museen eine der berühmtesten und

bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt.

Und mit Laokoon begann die Geschichte

dieser weltberühmten Sammlung. Am 14.

Jänner 1506 wurde bei Aushubarbeiten

in einem Weinberg am Oppio – Hügel, gegenüber

dem Kolosseum, die berühmte

Statuengruppe des Laokoon entdeckt. Auf

Grund eines Zitats aus Plinius d. Älteren

wurde die Marmorstatue als der „Laokoon“

identifiziert, der seit der Antike verschollen

war. Papst Julius II. (1503 – 1513), ein Sammler

alter Kunstwerke nach den Idealen der

Renaissance, kaufte die berühmte Statuengruppe

nach ihrer Entdeckung an. Er ließ

sie in den Vatikan bringen und in seinem

Orangengarten im Belvedere, der später zum

„Cortile Ottagono“ wurde, als eine der ersten

Figuren aufstellen. Er legte so vor 500 Jahren

den Grundstein zu den Vatikanmuseen.

Viele Päpste haben in der Folge zum Aufbau

dieses grandiosen Museums beigetragen,

◗ Als Papst Benedikt XVI. zuletzt der Peterspfennig

überreicht wurde, fand er Worte des

Dankes und der Anerkennung. Er betonte

den symbolischen Wert des Peterspfennig:

“Der Peterspfennig ist die beste Möglichkeit

für alle Gläubigen, die karitativen Initiativen

des römischen Bischofs zu unterstützen, die

ja auch die Weltkirche betreffen. Diese Geste

◗ Am 2. April hat sich zum ersten Mal

der Todestag von Papst Johannes Paul II.

gejährt. Renato Buzzonetti, der langjährige

Leibarzt des polnischen Papstes, hat seine

Erinnerungen an die Zeit mit dem sterbenden

Papst aufgeschrieben. Er sagt: „Meine

Erinnerungen an Johannes Paul reichen von

fröhlichen, unbeschwerten Momenten bis

hin zu extrem schwierigen. Eine Erfahrung,

die mein Leben geprägt hat, war natürlich,

als Arzt und Christ den Tod des Papstes zu

begleiten. Ich hatte das Privileg, die Ehre,

seine Hand zu halten. Den Körper des sterbenden

Papstes zu berühren, das bedeutete

auch, seine Wunden berühren. Von diesen

blutenden Wunden ist später nie gesprochen

worden.“ Buzzonetti betont, er habe viel von

Johannes Paul gelernt: „Er hat mir geholfen,

ein besserer Arzt zu werden. Durch ihn habe

ich wirklich verstanden, dass der Arzt dem

Menschen dient. Durch ihn habe ich auch

DER VATIKAN –

IN VERGANGENHEIT UND

GEGENWART (20)

Die Vatikanischen

Museen

und viele Geschenke für den Papst wurden

hier aufgestellt, aber auch interessante Gegenstände

aus der Arbeit der katholischen

Kirche fanden hier Aufnahme. Fast wichtiger

als die eigentlichen Sammlungen sind jedoch

jene Kunstwerke, die für den Vatikanischen

Palast und die Bedürfnisse oder auf Wunsch

der Päpste geschaffen wurden. So gehören

zu den großen Schätzen des Vatikans die von

Raffael und seinen Schülern geschaffenen

Stanzen“ und die Sixtinische Kapelle mit

dem Jüngsten Gericht von Michelangelo.

Eine lange Schlange bildet sich täglich mit

jenen, die in das Museum wollen, und viele

Stimmen erklingen, wenn die Museumsführer

große Kunstwerke dem Touristen

näher bringen.

PETERSPFENNIG

hat aber nicht nur einen praktischen Wert,

sondern auch einen großen symbolischen.

Es ist ein Zeichen für die Gemeinschaft

mit dem Papst und dafür, dass die Chris-

WORAN SICH EIN ARZT

UND ANDERE ERINNERN

Zum Todestag von

Papst Johannes Paul II. am 2. April

glauben gelernt, etwas von seinem tiefen

Geist des Glaubens mitgenommen.“ Und

das vatikanische Amtsblatt protokolliert:

„Gegen 15.30 Uhr hat der Heilige Vater, mit

ganz schwacher Stimme murmelnd, auf

Polnisch gesagt: ‚Lasst mich ins Haus des

Vaters gehen’. Kurz vor 19.00 Uhr fiel er

ins Koma. Um 20.00 Uhr begann die Feier

der heiligen Messe zum Fest der Göttlichen

Barmherzigkeit am Fußende des Bettes des

sterbenden Papstes. Der Ritus wurde von

S.E. Monsignore Stanislaw Dziwisz geleitet

… Polnische religiöse Lieder begleiteten die

ten die Not ihrer Brüder und Schwestern

ernst nehmen.“ Die Kollekte, die von den

Gläubigen der ganzen Welt entrichtet wird,

wird bereits seit dem 8. Jahrhundert jedes

Jahr um den Festtag der Heiligen Peter und

Paul durchgeführt. So bitten wir Sie auch am

Sonntag, 25. Juni, bei den Gottesdiensten

um Ihre großzügige Unterstützung.

Messfeier und verschmolzen mit den Gesängen

der Jugendlichen und der Menge der

Gläubigen, die im Gebet auf dem Petersplatz

ausharrten. Um 21.37 Uhr entschlief Johannes

Paul II. im Herrn.“ Danach wurde von

den Anwesenden spontan das „Te Deum“

gesungen. Kardinal Stanislaw Dziwisz, der

frühere Privatsekretär des Papstes, betonte in

einem Buch, das jüngst italienisch erschienen

ist, Johannes Paul II. habe sich bewusst

dafür entschieden, nicht im Krankenhaus,

sondern in seiner Wohnung zu sterben,

um dem Grab des Heiligen Petrus nahe zu

sein. Am 2. April sagte Papst Benedikt XVI.

vor ca. 100.000 Pilgern zum Mittagsgebet:

„Er hat ein tiefes Zeichen in der Geschichte

der Kirche und der Menschheit hinterlassen.“

Und um 21.37 Uhr trat der Papst an

das Fenster seines Arbeitszimmers, um

dankbar an seinen geliebten Vorgänger zu

erinnern.

8 Nr. 139 April 2006 9


◗ Ich dachte mir nur: „Hoffentlich weiß

der Taxifahrer, wo diese Kirche ist“. Mit

diesem Gedanken starteten wir die Fahrt

zur kleinen Pfarrkirche Our Lady of Fatima

in Brickfields. Nach einigen Orientierungskilometer

konnte sich der Taxifahrer wieder an

die kleine Kirche in einer Nebenstraße von

Brickfields erinnern und kämpfte sich nun

von der rechten auf die linke Spur, um die

Einfahrt nicht zu verpassen. Plötzlich stoppte

er und meinte, wir sind da. „Irgendwie

sieht das doch gar nicht nach einer Kirche

aus?!?“ dachte ich mir, bezahlte und öffnete

die Autotür. Nun stand ich vor diesem halbgeöffneten

Gebäude und vernahm neben

dem Straßenlärm eine Melodie, die mich

an eine Jugendmesse erinnert hat. Es war

bereits das Einzugslied, das die Gläubigen

mit ganzem Herzen musizierten. Schnell

suchte ich noch nach einem freien Platz

in der überfüllten Kirche, um selbst auch

ganz mit dabei sein zu können. Ein bisschen

neugierig blickte ich in die vollen Reihen und

entdeckte die strahlenden Gesichter und

viele junge Menschen, die der Einladung

zum Gottesdienst gefolgt waren. Zehntausend

Kilometer entfernt von meiner Heimat,

in einem tropischen Land fühlte ich zum

ersten Mal wieder etwas Vertrautes, etwas,

dass tatsächlich auf der ganzen Welt gleich

ist – der Glaube! Und als sich beim Vater

unser alle die Hände reichten, spürte ich,

dass ich selbst als Ausländer kein Fremder

bin, sondern zur „Familie“ gehöre.

Nach den Fürbitten lud der Priester zu einem

Gebet für die dritte Peninsular Malaysia

Pastoral Convention ein. Nach einigen

Nachforschungen konnte ich erfahren, dass

diese Versammlung erstmals zur Umsetzung

der Ergebnisse aus dem 2. Vatikanischen

Konzils (1986) einberufen wurde. Schon

damals wie auch heute, versammelten sich

EIN SONNTAGSGOTTES-

DIENST IN

KUALA LUMPUR

Meine Erfahrung mit der katholischen

Kirche in Malaysia

alle malaysischen Priester, Ordensleute sowie

ausgewählte Laien um Erfahrungen

auszutauschen und sich erneut Schritte zu

überlegen, um die die Mission der Kirche

in Malaysia weiterzuleben. In diesem Jahr

findet die dritte pastorale Versammlung der

malaysisch-katholischen Kirche statt, wobei

in den Vorbereitungen dazu, alle Bischöfe

und Priester durchgehend 3 Wochen versammelt

waren und es dadurch während dieser

Zeit auch keine Gottesdienste gab.

Mit jugendlichen Klängen begann nun die

Gabenbereitung, und zwei Pfarrangehörige,

eine Frau und ein Mann, brachten Brot und

Wein zum Altar. Diese Symbolik, dass Mann

und Frau gemeinsam die Gaben zum Altar

bringen, ist in einem muslimischen Land,

wie Malaysia tatsächlich ein Signal des Fortschritts

und des Aufbruchs. Selbst bei der

vorherrschenden Hitze spürte man nun eine

einzigartige Andacht und Verbundenheit, die

von der Gottesdienstgemeinschaft, in diesem

besonderen Moment der Wandlung, ausging.

Feierlich erklang die Auszugsmusik und die

Jugendlichen griffen zur Ehre Gottes noch

einmal so richtig in die Tasten. Am Kirchenausgang

wartet nun der Priester auf seine

Gläubigen, um sie zu grüßen und mit Ihnen

persönlich einige Worte zu wechseln.

Mit einem freundlichen Lächeln streckte

mir Fr. Clearance Devadas, der Pfarrer von

Our Lady of Fatima, seine Hand zum Gruß

entgegen und fragte mich, woher ich denn

komme. Ich war ziemlich verblüfft als er

meinte: „In Österreich war ich schon einmal

Bergsteigen“. Und er erzählte von den

schönen Tiroler Bergen. „So klein ist die

Welt“, dachte ich mir und verweilte noch

ein wenig im Kirchenpark, bevor es mit dem

Taxi wieder „nach Hause“ ging.

Für mich persönlich war es eine sehr wertvolle

und schöne Erfahrung, Teil der malaysischen

Kirche sein zu dürfen. Vor allem ist mir

auch eines dadurch klarer geworden; Ganz

egal wo du bist, du bist nicht allein!

Bevölkerung der Erzdiözese

Kuala Lumpur 9.050.100

Katholikenanteil 92,660 (1,023%)

Kinder 1,370

Erwachsene 896

Kirchen Kapellen

und Messezentren 42 & 20

Pfarren 30

Bischöfe 3

Weltpriester 37

Ordenspriester 15

Diakon 1

Ordensschwestern 132

Ordensbrüder 23

Seminaristen 12

David Schwingenschuh

WO DER GLAUBE NICHT MEHR WÄCHST, BEGINNT ER ZU STERBEN.

◗ Obwohl ich täglich in Häuser und

Wohnungen unserer Pfarre gehe, sehe ich

in der Tatsache, dass ich niemals wirklich

alles leisten kann, einen wesentlichen

Seelsorgsnotstand. Ganz wesentlich für

die Seelsorge in unserer Zeit sind die

Hausbesuche, die dem Priester und den

Mitarbeitern in einer Pfarre die Gelegenheit

geben, mit den Menschen ihrer Pfarre in

Kontakt zu kommen. Schon als Kaplan in

Bad Ischl zog ich mit viel Elan durch die Stadt

und besuchte die Leute in ihren Häusern und

Wohnungen. Und in Windischgarsten ist

es nicht anders, denn auch dort gehe ich –

obwohl um einiges älter - von Haus zu Haus

und besuche die Menschen, um mit ihnen zu

reden. Immer wieder fahre ich mit dem Auto

in unsere Dörfer hinaus und besuche spontan

den einen oder den andern. Ich komme

zu den Eltern der Erstkommunionkinder,

aber auch alle Taufeltern und Brautleute

werden von mir besucht, die Angehörigen

eines Verstorbenen vor und nach dem

Begräbnis und die alten und kranken

Pfarrangehörigen. Immer wieder ergeben

sich Gelegenheiten, um die Mitarbeiter

zu besuchen. Grundsätzlich bewegt sich

mein Besuchssystem aber um die runden

Geburtstage, sodass ich Pfarrangehörige

ab der Vollendung des 30. Lebensjahres

in Haus oder Wohnung aufsuche, wenn es

mir die Zeit erlaubt. Da kann es dann aber

auch sein, dass mir ein Besuch nicht immer

möglich ist, sei es, weil ich einfach keine Zeit

◗ Immer mehr Menschen begegnen

mir, die heute Menschen beneiden, die

eine religiöse Erziehung gehabt haben.

Solche Wurzeln reichen tatsächlich viel

tiefer, als es manche wahrhaben wollen.

Je älter manche werden, umso stärker

empfinden sie Religion als Mysterium

und die Sehnsucht, glauben zu können.

Nun habe ich als Priester und Seelsorger

schon oft Einladungen ausgesprochen, die

vielfach nicht gehört wurden. Wie oft habe

ich gesagt: „Kommen Sie oder Komm doch

mit!“ Aber die Menschen gehen ihre Wege

und kümmern sich immer weniger um das,

was ein Pfarrer sagt. Und ab und zu lassen

sich doch manche mitnehmen zur Hl. Messe

bzw. zu einem Ausflug. Sie kommen zum

Pfarrfest oder nach vielen Einladungen zur

Hochzeit. Nun meine ich, dass es nicht nur

der Pfarrer ist, der ruft und einlädt, sondern

auch die Freunde, die Arbeitskollegen und

auch die pfarrlichen Mitarbeiter. Ohne das

HAUSBESUCHE

Erklärter Seelsorgsnotstand

habe (vgl. Ferien, Reisen, Jungscharlager),

oder weil ich bei aller Zeitknappheit auch

fest davon überzeugt bin, dass der andere

meinen Besuch nicht wirklich wünscht.

Ich würde selbstverständlich sofort meine

Meinung korrigieren, wenn der andere mich

einlädt. Natürlich werde ich immer wieder

auch eingeladen, ins Haus zu kommen.

Darüber freue ich mich, besonders auch,

wenn ich zum Mittagessen eingeladen

werde. Da geht es dann ja nicht allein um

das Mittagessen, sondern um die Begegnung

mit den Menschen der Pfarre. So ist es für

mich selbstverständlich, dass ich mir für

das Essen in den Häusern eine Stunde Zeit

nehme. Da ergibt sich dann schon manches

Gespräch über Glaubens- und Lebensfragen,

und mancher nützt die Zeit, um mir auch

persönliche Fragen zu stellen. Da kommt

dann nicht nur das Essen auf den Tisch,

sondern alle möglichen Themen, die ebenso

eine sehr rege Diskussion möglich machen.

Überhaupt sollten Priesterbesuche nicht

für Banalitäten genutzt werden, sondern

für wesentliche Fragen, die es zweifellos

in jedem Leben gibt. Natürlich stehe ich

auch vor verschlossenen Türen bzw. werde

schon vorher am Telefon abgewimmelt. Da

sind dann die Gründe verschieden, z.B.

„Komm mit!“ dieser wäre mancher immer

noch nicht da. Müssen nicht auch Kinder

und Jugendliche immer wieder einander

einladen? Einer nimmt den andern mit,

oder der eine überbringt dem andern einen

Kinderzettel und liebe Grüße vom Pfarrer.

Natürlich sitzen Kinder oft lieber vor dem

Fernseher oder langweilen sich sonst. Wenn

sie aber mitgenommen werden, wenn sie

sich selbst überwunden haben, dann sind

sie innerlich froh und die Woche beginnt mit

einem ganz anderen Schwung Vielleicht

sagen Jugendliche: „Du bist uns willkommen.

Wir freuen uns, wenn du da bist.“ Die Kirche

ist bis heute ein Treffpunkt, ein Ort der

Glaubensdistanz oder auch persönliche

Abneigung, aber auch Vorurteile spielen

immer wieder eine Rolle. Zweifellos gibt es

auch solche, die nur schön reden, aber nicht

wirklich mit mir und der Kirche etwas zu

tun haben wollen. Wenn ich an dieser Stelle

innehalte und über meine Hausbesuche

in Windischgarsten nachdenke, dann

weiß ich, dass sich sehr viele über meinen

Besuch freuen und ganz sicher nicht wenige

enttäuscht sind, weil ich nicht überall sein

kann. Das ist die wirkliche Not, die sich daraus

ergibt, dass zu wenige Priester sind. Deshalb

haben wir in unserer Pfarre längst auch auf

die Laien gesetzt, die sich ebenso auf den

Weg zu den Angehörigen der Pfarre machen.

Nicht nur, weil die Caritashaussammlung

in die Häuser führt, sondern weil der

Pfarrbrief persönlich ausgetragen wird, weil

es einen Altenbesuchsdienst und einen

Trauerbegleitdienst gibt, weil die 16 – 18

jährigen von den Jugendlichen und die 19

jährigen von den Pfarrgemeinderäten besucht

werden. Immer wieder lade ich unsere

Mitarbeiter ein, bei den verschiedensten

Gelegenheiten in die Häuser zu gehen, um

die Leute dort zu besuchen. Schließlich

möchte ich doch deutlich sagen, dass ich

noch viel öfter bei manchen sein möchte, die

mir ihr Leid geklagt und ihre Sorgen mitgeteilt

haben. Das ist wirklicher Seelsorgsnotstand,

der mir immer wieder und noch mehr zu

Herzen geht. Ohne Besuch und Begegnung

gibt es keine Seelsorge.

Kirche – das Rasthaus Gottes mit stiller Bedienung

Nicht anders führt die Kirche andere Menschen zum lebendigen Gott als dadurch, dass sie sich selbst von seiner Liebe in der

einen oder anderen Weise ergreifen lässt.

EINER BRAUCHT

DEN ANDERN

„Komm mit!“ - Seelsorge

Begegnung. Wenn jemand neu in der Pfarre

ist, sagt da auch jemand: „Kommen Sie doch

einmal mit! Bei uns ist es schön.“ Brauchen

wir nicht gerade im religiösen Leben ein

„Komm mit!“? Menschen brauchen jemand,

der sie einlädt, einen, der sie mitnimmt. Das

ist nicht nur Sache des Pfarrers, denn auch

die Eltern haben bei der Taufe versprochen,

dass sie ihre Kinder „mitnehmen“ und

mithelfen, dass aus diesen Kindern gute

Christen werden. Und die Paten haben

versprochen, dass sie diesem Kind beim

Christ werden beistehen. Und die Firmpaten

halten ihre Hand auf die Schulter ihres

Patenkindes, um auszudrücken: Ich nehme

dich mit. Wer etwas von der Liebe Gottes

und unserer Berufung zum ewigen Leben

begriffen hat, dem kann der andere nicht

gleichgültig sein. Er muss ihn mitnehmen.

Er muss ihn einladen. Er muss zu ihm sagen:

„Komm mit!“ Einladende Seelsorge braucht

es überall.

10 Nr. 139

April 2006 11


◗ Zunächst scheint das Thema widersprüchlich.

Liturgie gilt als etwas Privates, Politik

ist das Öffentliche. Liturgie erscheint uns

als etwas außerhalb der konkreten Realität

angesiedelt, Politik ist die Kraft, die die Realität

bestimmt. Mit solchen Vorstellungen

täuscht man sich zunächst gründlich über

das Wesen der Liturgie. Die Liturgie ist eine

eigene Welt, aber sie ist auf vielfältige Weise

mit dem Alltag verbunden. Sie wächst aus

dem Alltag des Lebens heraus und mündet

ins Leben.

Für viele Christen ist es doch klar: Gottesdienst

ist das, was in der Kirche geschieht,

das, wozu wir uns in der Kirche versammeln.

Vielfach haben wir es auch säuberlich getrennt:

Gottesdienst ist die eine Stunde am

Sonntag. Die übrigen Tage sind Alltag. Eine

Stunde ist gleichsam für Gott reserviert,

die übrigen Stunden gehören uns und gehorchen

anderen Gesetzen. Wenn wir den

Begriff „Gottesdienst“ hören, dann ist das

für uns automatisch mit der Vorstellung

verbunden, heraus aus dem Alltag, hinein

in die Kirche, wo eben dieser Alltag nicht

stört und ablenkt und wir ausschließlich

für Gott da sein können. Haben wir dabei

vergessen, dass jeder Ort, an dem ich stehe,

„heiliger Boden“ sein kann (Ex 3,5), weil

Gottes liebende Gegenwart alles umfängt,

weil das, was ich tue, denke und fühle, in

dieser gegenwärtigen Liebe geschieht und

dass deshalb alles auf ihn ausgerichtet sein

und damit Gottesdienst werden kann? Der

ausdrückliche und pure Gottesdienst, der

sich im Gotteshaus vollzieht, ist notwendig

und Voraussetzung dafür, dass der gelebte

Gottesdienst gelingen kann Ist der Gottesdienst

an der Kirchentür wirklich zu Ende?

Nein, da fängt’s erst richtig an. Da steht das

12. Kapitel des Römerbriefes quer mit dem 1.

Vers: „Gebt euch selbst als lebendiges und

heiliges Opfer dar, das Gott gefällt. Das ist

der wahre Gottesdienst.“

Ist uns bewusst, welch einen ungeheuren

Wert dadurch unser Leben gewinnt, dass es

GLAUBE UND LEBEN

– KONKRET UND

OFFENSIV –

IN ZEIT UND EWIGKEIT

Liturgie und Weltverantwortung

Gottesdienst sein kann und zwar mit allem,

was dazu gehört? Alles ist Gottesdienst,

Geschenk für Gott! Da gibt es kein lebensunwertes

Leben mehr, was immer auch an Last

und Frust mitzuschleppen ist und die Kraft

und den Mut zum Leben rauben möchte.

Denn mein ganzes Leben, vom Aufstehen

bis zum Niederlegen, von Essen und Trinken,

von Arbeiten und Vergnügen, von Freud

und Leid, all das kann und soll Gottesdienst

werden. Freilich kann es dies nur, wenn uns

Gottes liebende Gegenwart auch bewusst

wird und unser Leben auf ihn hin offen

gehalten wird. Eine schöne Synthese hat

dazu die Regel des Hl. Benedikt mit seinem

„Ora et labora“ gefunden, bete und arbeite!

Er hat von seinen Mönchen verlangt, dass sie

immer wieder in regelmäßigem Rhythmus

ihre Arbeit unterbrechen und sich zum

gemeinsamen Chorgebet zusammenfinden,

um sich so immer neu bewusst zu machen:

Ich lebe vor dem Angesicht Gottes, ich lebe

in seiner Gegenwart.

Unser ganzes Leben ein Gottesdienst! Würden

wir dies wirklich ernst nehmen und tatsächlich

leben, welch ein lebendiger Glaube

könnte sich da entfalten. Heute hat man oft

den Eindruck, als würde sich unser Glaube

hinter Kirchenmauern verstecken, und wenn

er sich dann gelegentlich nach draußen

verirrt, wird er wie ein exotisches Gewächs

bestaunt. Wir dürfen unseren Glauben nicht

hinter Kirchenmauern einsperren, sondern

müssen unseren Gottesdienst gleichsam

nach draußen tragen in den Alltag von Familie

und Beruf und öffentlichem Leben. Röm

12,2 zeigt eine Reihe von praktischen An-

WENN ICH

IN EINE KIRCHE KOMME

◗ Wenn ich in eine Kirche eintrete, dann

öffne ich zunächst eine große Tür und überschreite

eine Schwelle, um in das Innere

der Kirche zu kommen. Eine Schwelle will

dazu beitragen, dieses Hineingehen bewusster

zu gestalten, um den Unterschied

zwischen draußen und drinnen zu beachten.

weisungen, wie wir unser Leben zu einem

lebendigen Gottesdienst machen können.

Nicht dieser Welt angleichen, unser Denken

zu wandeln und zu erneuern, zu prüfen und

erkennen suchen, was Gott gefällt und was

deshalb auch gut und vollkommen ist. Das

ist leichthin gesagt, auch einsichtig. Aber

es ist schwer, es zu leben. Denn gegen den

Strom schwimmen, nicht mit dem Trend zu

gehen, nicht mitzumachen bei dem, was

man denkt, tut, weil es die meisten tun, ist

nicht leicht. Das eckt an im wahrsten Sinn

des Wortes. Aber gerade dieses Anecken

um der Liebe Gottes willen ist es auch,

was unübersehbares und glaubwürdiges

Zeugnis ablegt.

„Gleicht euch nicht dieser Welt an.“ Den Mut

alternativ zu leben im Sinne Jesu, werden wir

nur finden, wenn wir einsehen, dass dem

gelebten Gottesdienst ein intensiv gebeteter

vorausgehen muss. Je bewusster ich mit

Gott leben will, desto mehr muss ich ihn

dort suchen, wo seine Nähe in besonderer

Weise spürbar ist und geschenkt wird: in der

Stille des Gebetes, in seinem Wort und vor

allem in Gemeinschaft seiner Kirche. Der

gelebte Gottesdienst ist somit nichts anderes

als sichtbar gewordenes Gebet. Eines bleibt

auch klar: Unser Gottesdienst kann vor Gott

nur bestehen, wenn darin zum Ausdruck

kommt, was unser ganzes Leben bestimmt.

Unser Gottesdienst am Sonntag ist nur dann

wahr, wenn in ihm deutlich wird, was in

unserem Alltag geschieht, aus welchen Wurzeln,

nach welchen Maßstäben, in welcher

Orientierung wir leben.

So ist unser Gottesdienst als Gemeinschaft

vor Gott nur so viel wert wie unser Leben

jeden Tag. Unser ganzes Leben sei unser

Gottesdienst und im Sinne unseres Gottes

auch ein Dienst an den Menschen. Das will

uns nicht neue Lasten auflegen, sondern

uns weit und frei machen. Nur, wo sich

Gottesdienst und Menschendienst ereignen,

findet sich darin Erfüllung, Glück und Sinn

für den Menschen.

Ich nehme mir Weihwasser, bekreuzige mich

damit und werde dabei an die Hl. Taufe auf

den Namen des dreifaltigen Gottes erinnert.

Mit dem Gotteslob in der Hand oder einem

Liederzettel gehe ich dorthin, wo ich in die

Kirchenbank trete und mache eine andächtige

Kniebeuge, indem ich den Herrn grüße.

In die Kirchenbank angekommen knie ich

nochmals nieder, um den Herrn im Tabernakel

zu begrüßen. Nach einem kurzen

Gebet nehme ich Platz und grüße den mit

der Hand, der neben mir sitzt.

12 Nr. 139

◗ Oft denke ich noch an meine Syrienfahrt

im Jahre 2001, wo ich mich ebenso fasziniert

auf den Spuren des Hl. Paulus bewegt habe.

In seinem zweiten Brief an die Korinther

erzählt Paulus von seiner abenteuerlichen

Flucht aus Damaskus (2 Kor 11,32), und im

9. Kapitel der Apostelgeschichte lesen wir

von der Absicht des Paulus, die Christen

in Damaskus zu fesseln, aber auch, als

ihn auf dem Weg nach Damaskus ein Licht

umstrahlte, nachdem er vom Pferd gestürzt

war. Und er begann in den Synagogen von

Damaskus, einer der ältesten Städte der Welt,

Jesus zu verkünden. Nachdem Paulus der

Steinigung des Stephanus vor den Mauern

Jerusalems beigewohnt hatte, drängt es

ihn, auch die Gläubigen in den anderen

Orten, etwa auch in Damaskus, auszurotten.

Damaskus ist in der Tat die älteste Stadt der

Welt (seit dem 4. Jahrtausend v. Chr.), die bis

auf den heutigen Tag noch bewohnt ist. Zur

Zeit Jesu war Damaskus eine hellenistische

Stadt wie so viele hier im Orient mit langen

geraden Straßen. Zur Zeit des Paulus war

der Tempel dem Jupiter Damascenus

geweiht; die Byzantiner errichteten auf

◗ Unser Herr, das Wort Gottes, hat zuerst

die Knechte zu Gott hin gezogen. Danach

hat er alle befreit, die sich ihm unterwarfen,

wie er selbst zu seinen Jüngern sagt: „Ich

nenne euch nicht mehr Knechte; denn

der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut;

vielmehr habe ich euch Freunde genannt;

denn ich habe euch alles mitgeteilt, was

ich von meinem Vater gehört habe“ (Joh

15,15). Die Freundschaft Gottes ist es, die uns

Unsterblichkeit schenkt, wenn wir uns um

sie bemühen. Am Anfang hat Gott den Adam

erschaffen, nicht etwa, weil er den Menschen

brauchte. Er hat es, um jemand zu haben, den

er mit seinen Wohltaten überhäufen konnte.

Denn das Wort verherrlichte den Vater schon

vor Adam, ja vor der Erschaffung der ganzen

Welt. Es war im Vater und wurde von seinem

Vater verherrlicht, wie er selbst sagt: „Vater,

verherrliche du mich jetzt bei dir mit der

Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die

Welt war“ (Joh 17,5). Jesus verlangte auch

unsere Nachfolge nicht deshalb, weil er

unseren Dienst etwa brauchte, sondern um

MIT PAULUS UNTERWEGS (7)

Auf den Spuren

des Hl. Paulus

in Syrien

dem Tempelgebiet die Kirche Johannes`

des Täufers, die von den Muslimen in die

bekannte Omajaden Moschee umgewandelt

wurde. Muslime behaupten nach wie vor,

dass hier das Haupt des Johannes in einem

prachtvollen Schrein verehrt wird, während

sein Körper ebenfalls in einer Moschee in

Beirut ruht. Hier hat auch Papst Johannes

Paul II. bei seinem Syrien – Besuch im Jahr

2001 gebetet. Wichtig in Damaskus ist die

„Gerade Straße“, die heute die Altstadt von

West nach Ost durchzieht, wo Paulus sich

im Haus des Judas aufhielt, zu dem Hananias

vom Herrn geschickt wurde. (Apg 9, 10

– 12). Früher war es eine Kirche, heute ist

es eine Moschee. Es sind Damaskus und

Hananias, die den Wendepunkt im Leben

AUS DEN SCHRIFTEN

GROSSER KIRCHENLEHRER

IRENÄUS

VON LYON

(+um 202)

Aus dem Buch gegen die Irrlehren

Die Gottesfreundschaft

uns das Heil zu schenken. Denn dem Herrn

folgen heißt am Heil teilhaben, und dem

Licht folgen heißt Licht empfangen. Die im

Licht sind, machen nicht das Licht leuchten,

sondern werden selbst vom Licht erleuchtet

und erhellt. Sie geben dem Licht nichts,

sondern sind nur Empfänger, wenn das Licht

ihnen die Wohltat der Erleuchtung spendet.

So bietet auch der Gottesdienst Gott nichts;

Gott braucht den Dienst der Menschen nicht,

sondern schenkt allen, die ihm folgen und

des Paulus ausmachen, und Paulus hat sich

immer wieder auf dieses Erlebnis berufen.

Es ist das Haus des Hananias, das heute

eine altehrwürdige Kirche im christlichen

Viertel der Altstadt ist und von Franziskanern

betreut wird. Was geschah? Hananias ging

in das Haus des Judas und legte Paulus, der

blind geworden war, die Hände auf. Nach

seiner Bekehrung begann Paulus sofort, in

den Synagogen der Stadt zu predigen, und

er predigte, dass Jesus der Sohn Gottes sei.

Das ärgerte zweifellos die Juden, sodass sie

beschlossen, Paulus zu töten. Nun waren es

seine Freunde, die ihm zur Seite standen und

ihn eines Nachts zur Stadtmauer brachten,

wo sie ihn in einem Korb hinunterließen

(Apg 9,20 – 25). Das Paulusfenster an der

Stadtmauer erinnert uns daran, und die

Pauluskirche in der Mauer erinnert uns

ebenso daran, dass hier der Völkermissionar

gewirkt hat. Damaskus hat heute mehr als

vier Millionen Einwohner, nur im Ostteil

der Stadt gibt es das Viertel der Christen,

die sich ganz besonders freuen, wenn sie

einen katholischen Priester erkennen und

ebenso Christen begegnen.

Die erste Enzyklika von Papst Benedikt XVI. „Deus Caritas est“, ist in Italien zum Bestseller aufgerückt.

Nach Angaben des Vatikan wurden in den italienischen Buchhandlungen und Kiosken bereits

eine 1,15 Millionen Kopien des Schreibens verkauft. Seit längerer Zeit wird die Enzyklika auch in

italienischen Supermärkten, Autobahn – Raststätten und Flughäfen angeboten. Auch die Nachfrage

nach dem im Sommer erschienenen „Kompendium“ des Weltkatechismus ist sehr hoch. Inzwischen

wurden in Italien 2,2 Millionen Exemplare der Kurzfassung des Katechismus verbreitet.

dienen, das Leben, die Unvergänglichkeit

und die ewige Herrlichkeit. Allen, die ihm

dienen, erweist er Wohltaten dafür, dass

sie ihm dienen, und denen, die ihm folgen,

tut er wohl dafür, dass sie ihm nachfolgen.

Er selbst empfängt jedoch keine Wohltaten

von ihnen. Er ist reich und vollkommen, er

kennt keinen Mangel. Gott verlangt von

den Menschen Dienst, weil er gütig und

barmherzig ist und denen gut sein will, die in

seinem Dienst ausharren. Gott bedarf nichts,

doch der Mensch bedarf der Gemeinschaft

mit Gott. Es ist der Ruhm des Menschen, im

Dienst Gottes zu bleiben und auszuharren.

Deshalb sagte der Herr zu seinen Jüngern:

„Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich

habe euch erwählt“ (Joh 15,16). Damit wies

er darauf hin, dass nicht sie ihn verherrlichen,

wenn sie ihm folgen, sondern dass der Sohn

Gottes sie verherrlicht, wenn sie ihm folgen.

Und wiederum: „Ich will, dass alle, die du

mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich

bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen“

(Joh 17,24).

April 2006 13


◗ Clemens August Graf von Galen wurde

am 16. März 1878 auf der Burg Dinklage im

oldenburgischen Teil der Diözese Münster

geboren. Als elftes von dreizehn Kindern

wuchs er in einer katholischen Familie in

eine tiefe Glaubensüberzeugung hinein.

Nach seiner Schulzeit begann Galen zusammen

mit seinem Bruder Franz in der

Schweiz 1897 ein Studium der Literatur, der

Geschichte und der Philosophie, entschied

sich aber schon 1898 nach einer Romfahrt

und einer Privataudienz bei Papst Leo XIII.

für den Priesterberuf. Am 28. Mai 1904

empfing er im Dom von Münster die Priesterweihe,

dann war er Kaplan am Dom. Zwei

Jahre nach der Priesterweihe wurde er 1906

als Kaplan an die Matthiaskirche in Berlin

gerufen. In einer 23-jährigen priesterlichen

Tätigkeit in der Reichshauptstadt erlebte er

die schwere Zeit des Ersten Weltkrieges und

die Wirren der Nachkriegszeit. Die Diaspora

– Situation in Berlin stellte ihn vor große

seelsorgliche Anforderungen. 1929 wurde

er in die Heimatdiözese Münster zurückgerufen

und zum Pfarrer an der Stadtkirche St.

Lambert in Münster ernannt. Nach 27 Jahren

Seelsorgearbeit wurde Clemens August

schließlich in dem schicksalschweren Jahr

1933 zum Bischof von Münster ernannt

und am 28. Oktober zum Bischof geweiht.

Eine Spiritualität, die ganz im Evangelium

verwurzelt war, bestimmte auch seine

Hirtensorge. Die Einführung der „Ewigen

Anbetung“ und die Verehrung der Gottesmutter

Maria prägten von Anfang an sein

bischöfliches Wirken. Im Fastenhirtenbrief

von 1934 entlarvt Bischof Galen mit prophetischem

Blick die antichristlichen Lehren

des NS – Chefideologen Alfred Rosenberg

und ihre verheerenden Folgen. Mutig setzt

◗ Der Niedergang des römischen Reiches

erregte bei vielen gläubigen Christen den Eindruck,

das Weltende stehe nahe bevor. Von

den Barbaren, die in das Reich eingedrungen

waren, ging eine zweifache Bedrohung des

Glaubens aus. Einige waren Arianer, wonach

der Sohn Gottes Geschöpf Gottes ist, was

zur Entstellung des christlichen Glaubens

führte. Und die anderen waren Heiden, die

das Christentum überhaupt auslöschen wollten.

Nun hatte das Christentum seit den

Tagen Kaisers Konstantin (306 – 337), wo

es Reichsreligion war, in den Randprovinzen

wenig Rückhalt. In Britannien hatte das

Christentum schwer unter den eindringenden

Sachsen gelitten, und in Gallien hielten

die Christen unter den Eroberern aus. Der

fränkische Herrscher Chlodwig I. ließ sich

nach dem Sieg in der Schlacht im Jahre 496

zusammen mit 3000 seiner Soldaten taufen.

HEILIGE AUS DEM

20. JAHRHUNDERT

Sel. Clemens August

Graf von Galen

1878 – 1946

er sich für die Freiheit der Kirche und die

Erhaltung des Religionsunterrichts ein. Im

Dom von Xanten greift er in einer Predigt

1936 offen das nationalsozialistische Regime

an, weil Christen wegen ihres Glaubens

diskriminiert, ins Gefängnis geworfen und

sogar getötet werden. Ihm ist klar, dass er

damit sein Leben riskiert, und er wird zur

lichten Symbolfigur des Widerstands gegen

die Nationalsozialisten. 1937 schildert er in

Rom Papst Pius XI. die Situation und leistet

KLEINE NOTIZEN

ZUR GESCHICHTE DES

CHRISTENTUMS (5)

Der Fall Roms und

das Überleben

des Christentums

Nun zeichneten sich die Eroberungsfeldzüge

der Barbaren oft durch Grausamkeit aus.

Dort, wo die Eroberer Arianer waren, war ihr

Verhalten gegenüber den katholischen Christen

manchmal gewalttätig. Der Entschluss

des Hl. Paulus, zu den Heiden hinauszugehen

und sie zum Glauben an Christus zu

bekehren, war ein entscheidender Schritt

für die Geschichte des Christentums. Das

Römische Reich bot, solange es bestand,

Vorarbeiten für die Enzyklika „Mit brennender

Sorge“, in der die Menschen verachtende

Diktatur des Nationalsozialismus vor der

Weltöffentlichkeit angeklagt wird. In drei

sehr deutlichen Predigten im Jahr 1941 prangert

Bischof Galen den Rassenwahn und die

Unrechtsmaßnahmen des NS – Regimes an,

vor allem den Mord an geistig behinderten

und altersschwachen Menschen. Gegen

die Behauptung der Kollektivschuld trat er

ebenso auf wie gegen die Vertreibung der

Ostdeutschen. Wahrheit, Recht und Freiheit

waren für ihn unverzichtbare Grundprinzipien,

von ihm wurden unerschrocken die

Ehre Gottes, der Glaube der Kirche und das

Leben der Schwachen verteidigt. Bei der

Kardinalserhebung durch Papst Pius XII.

am 21. Februar 1946 erschallt im Petersdom

mehrmals der Ruf „Der Löwe von Münster“.

Nach einem triumphalen Empfang in Münster

und einer riesigen Feier am 16. März 1946

über den Trümmern des Domes dann das

Entsetzen: Sechs Tage später, am 22. März

1946 vor 60 Jahren, starb der Kardinal an

einem Blinddarmdurchbruch. Papst Benedikt

XVI. brachte die aktuelle Botschaft Kardinal

von Galens am Tag der Seligsprechung am

8.Oktober 2006, auf den Punkt, als er ihn

als Vorbild für christlichen Mut nannte.

„Der Glaube beschränkt sich nicht auf ein

privates Empfinden, das an gegebenenfalls

verheimlicht, wenn es unbequem wird,

sondern er erfordert Konsequenz und Zeugnis

auch in der Öffentlichkeit zugunsten

des Menschen, der Gerechtigkeit und der

Wahrheit.“ Nun braucht es in unseren Tagen

viel Mut, seinen Glauben zu leben und dafür

in der Berufswelt wie in der Öffentlichkeit

einzutreten. Galen war ein Mann der Kirche

und kein Politiker.

günstige Voraussetzungen für seine Ausbreitung.

Christliche Soldaten trugen den

Glauben bis an die äußersten Grenzen des

Reiches. Angesichts des Zusammenbruchs

des Reiches und des Verschwindens zahlreicher

christlicher Bevölkerungsgruppen

musste man nun sehr überlegt umgehen.

Um 600 war Europa heidnisch vom heutigen

Belgien bis zum Balkan, doch auf die

Rettung des Christentums aus höchster

Gefahr folgte seine Wiederherstellung, und

dann fasste es neuen Mut. Allmählich wurde

das Christentum aus einer mediterranen zu

einer europäischen Religion. Papst Gregor I.

(590 – 604) machte sich für die Ausbreitung

des Reiches in den Randgebieten sehr stark.

Im Jahr 596 schickte er eine Gruppe von 40

Mönchen nach Italien das Rhonetal hinauf

nach Tours, Paris und England, um dort

missionarisch zu wirken.

◗ Gläubige Christen in den europäischen

Ländern sind längst überzeugt, dass wir

vor der bedrückenden Tatsache der Entchristlichung

in Europa nicht die Augen

verschließen dürfen, dass eine Neuevangelisierung

Europas dringend geboten ist.

Dazu kommt, dass Europa im Moment nach

wie vor von den großen Bankiers gebaut

wird, von den politischen Parteien und von

den Geheimbünden, ebenso von den Universitäten

und Gewerkschaften. Da finden

sich kaum christliche, sehr wohl aber letztlich

atheistische Programme. Nun müssen wir

ebenso darauf aufmerksam machen, dass

Entchristlichung und Entkirchlichung

ein Breitenphänomen darstellen und alle

Bevölkerungsgruppen in Stadt und Land

weitgehend treffen. Solche Wege gehen

zweifellos in die Tiefe und bestimmen völlig

Denken und Lebensweise der Menschen.

Zur gleichen Zeit lösen sich Ehe und Familie

immer mehr auf, sodass ein sehr schwieriges

◗ Das Päpstliche Jahrbuch 2006 wurde im

Vatikan von Kardinal Sodano vorgestellt.

Demnach sind seit 2005 170 neue Bischöfe

ernannt und 15 neue Bischofssitze errichtet

worden. Die Gesamtzahl der Katholiken hat

weltweit von 2003 bis 2004 leicht zugenommen,

und zwar von 1 Milliarde 86 Millionen

auf 1 Milliarde 98 Millionen, was einem

Prozentsatz von 1,1 entspricht. In Beziehung

zur gesamten Weltbevölkerung nahm die

◗ Wer immer bei Gott sein will, muss viel

beten, aber auch viel lesen. Wenn wir beten,

sprechen wir mit Gott, wenn wir geistliche

Lesung halten, spricht Gott mit uns. Jeder

geistliche Fortschritt kommt ganz wesentlich

aus der geistlichen Lesung und davon,

dass wir das, was wir gelesen haben, in

unserem Herzen erwägen. Was wir nicht

wissen, lernen wir durch Lesen, und was

wir gelernt haben, prägen wir uns ein durch

Erwägung. Grundlegend ist das Lesen der

Heiligen Schrift, die unseren Geist stärkt

und uns von den Nichtigkeiten der Welt zur

Gottesliebe hinzieht. Zuerst muss ein jeder

bereit sein, sich dem, was er gelesen hat, zu

EUROPA BRAUCHT

DIE KIRCHE (1)

Die

Glaubenssituation

in Europa

Umfeld letztlich auch als Konfliktpotential

gedeutet werden muss. Nicht nach den

Grundsätzen des Evangeliums richten sich

viele Menschen aus, sondern sie suchen in

anderen Religionen und Sekten, verbunden

mit vielerlei Selbsterlösungslehren, zum

einen Heimat, zum anderen aber auch einen

Ersatzglauben. So vermischt man Elemente

aus verschiedenen Anschauungen, z.B. aus

östlichen Religionen (Buddhismus, Hinduismus)

mit der Astrologie, und körper- und

NEUE DATEN DER

KATHOLISCHEN

WELTKIRCHE

Zahl der Katholiken jedoch leicht ab: Auf

100 Bewohner kamen 2004 17,1 Katholiken,

ALTENWALLFAHRT NACH OPPENBERG

Montag, 8. Mai

Anmeldung bei Frau Polin (Tel. 6164)

VOM SINN DER

GEISTLICHEN LESUNG

öffnen. Dem ernsten Leser ist es vielmehr

darum zu tun, auszuführen, was er beim

Lesen gelernt hat, als es auch zu verstehen.

Manche versteifen sich so darauf, dass sie

etwas nicht verstehen, um es dann auch

nicht tun zu müssen. Es genügt, wenn du das

tust, was du verstanden hast. Wir müssen

uns mit religiösen Texten vertraut machen,

mit Heiligengeschichten, mit Abhandlungen

über den Glauben und das sittliche Leben

TREFFEN DES ALTENBESUCHSDIENSTES

Donnerstag, 22. Juni, 18.00 Uhr, Pfarrheim

ganzheitsorientierter Psychologie. Eine große

Bedeutung wird der Selbsterfahrung zugewiesen,

aber ebenso der Wellness und der

Reinkarnation. Charakteristisch für Europa

ist meiner Meinung nach die Vorherrschaft

des Rationalismus, der eine Kultur gegründet

hat, wo menschliches Empfinden keinen

Platz mehr hat und das Leben manipuliert

wird. Die Menschen in Europa laufen Gefahr,

Opfer eines bloßen Subjektivismus und Positivismus

zu werden, wo es nur mehr um das

„Tun“ und „Haben“ geht und nicht darum,

dass wir uns in alles in der Pfarrgemeinde

und im Leben der Familie hineinmischen.

So ist unsere Zeit ernst, und der Prozess der

Entchristlichung ist längst im Gange. Wenn

auch die Situation des christlichen Glaubens

in Europa äußerst ernst ist, haben die Christen

riesengroße Aufgaben, die nur gemeinsam

bewältigt werden können. Auch heute gilt

die Weisung des Herrn, alle Menschen zu

seinen Jüngern zu machen.

2003 waren es noch 17,2 gewesen. Die

Zahl der Priester stieg weltweit auf 405.891

(davon zwei Drittel Diözesanpriester), in

Afrika um 1422 bzw. in Asien um 840. In

Europa gab es 1876 weniger. In Amerika

und Ozeanien blieben die Werte konstant.

Anlass zur Sorge gibt es in Europa auch,

weil die Berufungen massiv zurückgehen,

was in Asien und Afrika wiederum ganz

anders ist.

und mit Schriften, die die Situation des Menschen

näher hin durchleuchten. Wer sich

schwer tut im Auffassen, muss sich länger

und intensiver damit beschäftigen und darf

nicht sofort aufgeben. Eine Lehre, die ohne

Gnade ins Ohr eindringt, gelangt nie bis zum

Herzen. Manches von dem, was die Menschen

an geistlicher Literatur aufnehmen,

macht zwar viel Lärm, ist aber im Innern

nutzlos. Wenn etwas von Theologen gegen

den Glauben der Kirche geschrieben ist, soll

die Gefahr nicht unterschätzt werden, dass

der Leser sich schön langsam auch von der

Kirche distanziert. Nur ganz Standhafte

werden dadurch noch stärker.

14 Nr. 139

April 2006 15


Vor allem für die Nomaden im Norden

und Osten in Kenia wird die Dürre im

Land immer kritischer. 1Wegen Wassermangels

verenden fast 40% der Kühe und

Schafe, von denen die in diesen Regionen

lebenden Hirtenvölker leben. Der Wassermangel

führt immer mehr zum Streit

zwischen Hirten und Bauern.

In Südafrika wurde ein vierjähriger Bub

2

zu Tode geprügelt, weil er sich weigerte,

die Freundin seiner lesbischen Mutter

„Papa“ zu nennen. Die beiden Frauen

wurden nun schuldig gesprochen. Wohin

wird sich unsere Welt noch bewegen?

Der Missionspriester Andrea Santoro

wurde in der Hafenstadt Trapezunt am

Südufer des Schwarzen Meeres in der

Türkei nach Beendigung der Hl. Messe

erschossen. Er wurde am 7. September

1945 in der Provinz Latina in der Nähe

von Rom in Italien 3geboren und am 18.

Oktober 1970 für die Diözese Rom zum

Priester geweiht. Im Jahre 2003 gründete

er die Vereinigung „Fenster zum Mittleren

Orient“, die sich dem Studium, dem Gebet

sowie dem Dialog zwischen West und

Ost widmet. Vor seinem Tod erhielt der

seeleneifrige Priester wiederholt Todesdrohungen

seitens der Mafia, da er einigen

christlichen Frauen aus Osteuropa geholfen

hatte, der Prostitution zu entkommen.

Die Fresken von San Francesco in

Assisi in Italien sind restauriert. Bei

einem Erdbeben 4am 26. September

1997 starben vier Menschen unter dem

herabstürzenden Schutt der Basilika

über dem Grab des Hl. Franziskus.

Die Restaurierung der zerstörten mittelalterlichen

Wandgemälde, die von

Cimabue und Giotto stammen, ist nun

abgeschlossen.

Am 24. März 2006 haben drei vatikanische

Kurien – Minister, neun Bischöfe

großer Diözesen aus aller Welt sowie drei

ältere Kirchenführer den Kardinalspurpur

im Vatikan erhalten. Mit den neuen

Ernennungen erhöht sich die Zahl der Kardinäle

insgesamt auf 193, die der „Papstwähler“

auf 120. Nicht unerwartet kam

die Ernennung 5des Krakauer Erzbischofs

Stanislaus Dziwisz, der Privatsekretär von

Papst Johannes Paul II. gewesen ist. Eine

kleine Überraschung ist die Ernennung

des Erzbischofs von Hongkong, Joseph Zen

ZeKiun zum Kardinal. Er hat bisher massiv

gegen die Bestrebungen Pekings, Hongkong

„gleichzuschalten“ protestiert.

Trotz der Unterdrückung durch die Regierung

wollen sich in der nicht staatlich

anerkannten Diözese Zhending in China

21 junge Männer 6zu Priester weihen

lassen. Und das, obwohl chinesische

Behörden seit einigen Wochen verstärkt

gegen Christen vorgehen. Seit Jänner

sitzt Bischof Jia Zhiguo in Haft, zahlreiche

Priester und Seminaristen wurden ebenfalls

festgenommen. Kirchen werden

verschlossen und versiegelt.

In der anglikanischen Staatskirche von

England wird es ab 2012 weibliche

Bischöfe geben. In der umstrittenen

Frage gaben die 7341 Mitglieder der

Generalsynode bei nur einer Gegenstimme

grünes Licht für einen Kompromissvorschlag,

der die Bischofsweihe

für Frauen zulässt. Die derzeit rund

2000 Pfarrerinnen machen mehr als

ein Sechstel des Klerus in der Kirche

von England aus.

Nachrichten aus Kirche und Welt

Zwischen 80 8und 100 Taufen gab es

heuer zu Ostern in einem der am dünnsten

besiedelten Länder der Welt, in der

Mongolei. Mittlerweile gibt es in der

Mongolei drei Pfarrgemeinden, denen

rund 300 Katholiken angehören. Vor

allem junge Menschen wenden sich

der Kirche zu.

In dem Städtchen Shkoder im Norden

von Albanien gibt es Streit um

eine geplante Statue von Mutter Teresa.

Die muslimische 9Mehrheit der

Stadt protestiert gegen das Projekt

des Stadtrates. Der Mufti sieht durch

die Statue „die religiösen Gefühle der

Moslems verletzt“. Auch gegen die

Errichtung von Kreuzen auf Hügeln

rund um die Stadt wurde ebenso

protestiert.

15

7

10

17

16 14

5

4

2

Der Erzbischof

10

von Krakau in Polen,

Kardinal Stranislaw Dziwisz, hat die

erste „Babyklappe“ der polnischen Stadt

eingeweiht. Mütter, die für ihre neugebo-

renen Kinder nicht sorgen können oder

wollen, haben nun die Möglichkeit, die

Säuglinge in die Obhut von Ordensfrauen

zu geben.

3

1

9

12

11

Zwischen den beiden zentralasiatischen

Staaten Afghanistan und

Pakistan gibt es nun die erste Busverbindung.

Die Verbindung soll ein

Schritt zur besseren Zusammenarbeit

beider Staaten sein. In Pakistan hatten

in den vergangenen Jahren mehr als

11

zwei Millionen Flüchtlinge aus Af-

ghanistan Zuflucht gefunden. Auch

ihnen soll durch die Busverbindung

die Rückkehr erleichtert werden.

13

8

6

In Saudi - Arabien ist ein katholischer

Geistlicher aus Indien des Landes verwiesen

worden. Der Geistliche war festgenommen

12

worden, weil er ein österliches

Gebetstreffen vorbereitet hatte. In Saudi

– Arabien gibt es keine Religionsfreiheit,

auch private Treffen von nicht – islami-

schen Gläubigen sind verboten. Nach

Informationen leben dort ca. eine Million

Katholiken, denen die Religionsausübung

verboten ist.

Von den 118 katholischen Pfarren der

Erzdiözese Bombay in Indien errichten

nun sechs ein Denkmal für die

abgetriebenen Kinder. Bereits im Jahr

2000 hatte der Erzbischof von Bombay,

Kardinal Diaz, eine entsprechende

Anweisung gegeben. Dies geschieht

13

in einem Land, in dem bis Ende 2005

bereits 10 Millionen Babys allein deshalb

abgetrieben wurden, weil sie

weiblichen Geschlechts waren.

Der frühere Apostolische Nuntius in

Österreich, Erzbischof Donato Squicciarini,

ist am 5. März in Rom verstorben.

Der Botschafter des Papstes in Wien

stand im 79. Lebensjahr und war von

1989 bis 2002 in Wien Nuntius. Donato

Squicciarini war einer der wenigen von

14

Papst Johannes Paul I. berufenen Bischö-

fe und er war ein Diplomat im Dienst

der Seelsorge, der um einen Dialog in

Wahrheit und Liebe bemüht war. Viele

Bischofsernennungen in Österreich

fallen in seine Zeit. Einer, der in seiner

Zeit Weihbischof in Wien wurde und

jetzt Diözesanbischof in Linz ist, Bischof

Ludwig, nahm am Requiem am 7. März

im Petersdom teil. Beeindruckend muss

auch sein Zeugnis gewesen sein, dass

er gerade in der Zeit seiner schweren

Erkrankung erbrachte. Begraben wurde

er in seiner Heimat in der apulischen

Stadt Altamura.

Die sterblichen Überreste der Fatima

– Seherin Lucia de Jesus dos Santos sind

am 19. Februar 2006 aus Coimbra

nach Fatima in Portugal überführt

und in einer feierlichen Zeremonie in

der Rosenkranzbasilika umgebettet

worden. Die vor einem Jahr im Alter

von 97 Jahren verstorbene Karmeli-

15

tin war zunächst in ihrem Kloster in

Coimbra beerdigt worden. Jetzt ist sie

neben den beiden anderen von Papst

Johannes Paul II. selig gesprochenen

Seherkindern Jacinta und Francisco

beigesetzt worden.

„Wer glaubt, ist nie allein!“ Unter diesem

Motto steht der Besuch des Papstes in

Bayern vom 9. – 14. September 2006.

Auf dem Programm stehen neben Treffen

mit hochrangigen Politikern u.a. große

Gottesdienste in München, Altötting

und Regensburg, eine Feier mit Profes-

16

soren und Studenten der Universität

Regensburg, private Begegnungen des

Papstes mit seinem Bruder Georg und

Freunden sowie ein Gebet im Freisinger

Mariendom.

Seit 1994 behandelt in Berlin in

Deutschland die peruanische Ärztin

Jenny de la Torre obdachlose Menschen.

Sie tut es in der Überzeugung,

dass „eine so reiche Gesellschaft es

17

sich einfach leisten muss, sich um die

Ärmsten zu kümmern.“ Inzwischen

baut sie ein Gesundheitszentrum für

Obdachlose in der Hauptstadt.

16 Nr. 139 April 2006 17


◗ Vielfach reden wir über belanglose Dinge,

und mancher sehnt sich oftmals so richtig

danach, einmal nicht reden und auch nichts

hören zu müssen. Vielfach sind wir der

vielen Worte, die tagtäglich an unser Ohr

dringen, überdrüssig geworden – und wenn

ich so manches Mal Zeuge des einen oder

anderen Gespräches werde, verstehe ich

auch, warum dies so ist: über sich selbst

spricht man nicht – Politik, Glaube, Kultur,

Tagesgeschehen ... interessieren die wenigsten,

oder sie sind nicht informiert, und so

bleibt einzig und allein, über das Wetter oder

über andere zu reden. Dass es dabei aber

meistens nur um Klatsch und Tratsch geht,

brauchen wir nicht näher erklären. Daher

finde ich es gar nicht verwunderlich, dass

man „redemüde“ geworden ist. Von Jesus

selbst haben wir eine große Aufgabe übertragen

bekommen, als er zu seinen Jüngern

sagte: „Geht in alle Welt und verkündet mein

Evangelium!“ Vom Glauben sollen wir also

reden, dürfen dabei aber nie vergessen, dass

Glauben und Leben zusammengehören.

Gerade praktizierende Katholiken müssen

sich dabei wohl immer den Apostel Paulus

zum Vorbild nehmen, wenn dieser sagt, dass

ein Zwang auf ihm liegt, das Evangelium

zu verkünden (vgl. 1 Kor 9). Manches Mal

wünschte ich mir selbst mehr von diesem

Zwang, den ich zwar verspüre, der aber oft

gar nicht so leicht ins Leben umzusetzen

ist. Haben wir nicht vielleicht gerade deshalb

oft Angst, klar Stellung zu beziehen

und mitunter jemanden zu ermahnen, weil

unser eigenes Leben nicht dem Evangelium

entspricht? In Zusammenhang mit unserem

Jahresthema kommt mir dabei aber ein altes

Sprichwort in den Sinn, das ich Ihnen mit

auf den Weg geben möchte: „Das, was du

tust, redet so laut, dass ich nicht hören kann,

was du sagst!“ Mit unserm ganzen Verhalten

sagen wir oft mehr als mit vielen Worten.

KRANKENKOMMUNION

Wenn ich zu den Kranken und Alten komme, um ihnen die

Hl. Kommunion zu bringen, dann kommt eigentlich Christus

ins Haus. Weil dem ganzen Haus Heil widerfährt (vgl. Lk 19,

9), sollten auch Familienangehörige, die erreichbar sind und

Zeit haben, auf Besuch und anwesend sein, z. B. Kinder und

Enkelkinder, oder sogar Nachbarn. Ohne weiteres kann vorher

wenigstens ein Gesätzchen vom Rosenkranz zur Vorbereitung

gebetet und ein Lied gesungen werden. Zum „Seht das Lamm

Gottes“ und zum „Segen am Schluss“ lade ich alle, die imstande

sind, ein, niederzuknien. Gerne nehme ich eine kurze Zeit Platz,

ohne freilich etwas zu konsumieren.

VOM GLAUBEN

MÜSSEN WIR REDEN

Mit Blicken und Gesten sagen wir oft etwas

ganz anderes als mit Worten. Aber genau

an diesem Punkt gibt es unter uns Christen

ein großes Missverständnis: wir meinen,

wir müssten als Christen einen möglichst

perfekten Eindruck machen, wir müssten

uns anstrengen, um glaubwürdig zu leben

– so weit so gut. Dies entspricht ja auch der

Realität, werden wir doch einmal an unseren

Werken gemessen und danach gerichtet, wie

sehr wir die Liebe zu Gott, zu den Nächsten

und zu uns auch gelebt haben. Das Zeugnis

unseres Lebens liegt aber nicht in der Perfektion,

sondern darin, dass wir erkennen

und uns eingestehen dürfen, Sünder zu sein,

die bei Christus angenommen sind. Und

das dürfen und müssen wir uns und auch

den anderen eingestehen. Kein Mensch

weiß alles, keiner kann alles und gerade im

Eingestehen und Reden von eigenen Fehlern

machen wir den anderen Mut und geben uns

somit auch die Gelegenheit zum Gespräch:

wie geht es dir damit, wie schaffst du dieses

und jenes, was hat dir geholfen, nicht ständig

wieder in diesen Fehler zurückzufallen

uvm. Das Zeugnis unseres Lebens besteht

also nicht darin, sich gut und fehlerlos zu

präsentieren, sondern die Echtheit unseres

Lebens liegt darin, dass wir uns eingestehen,

Fehler machen zu dürfen und gleichzeitig

aber auch davon berichten, wie wunderbar

es ist, dass wir auf Gottes Barmherzigkeit

vertrauen dürfen, weil er es ist, der uns

vergibt. Das entscheidende in unserem

Leben, so gab uns unser Einkehrtagsleiter

beim Jugendeinkehrtag mit auf den Weg, ist,

dass wir uns von Jesus lieben lassen. Unser

Reden über den Glauben hat schließlich mit

der Liebe zu tun und das drückt sich auch

in unserer Sprache aus. Gott liebt die Menschen,

er setzt stets den ersten Schritt, geht

uns entgegen und sucht den Menschen, und

wir? Wir sollten uns von ihm an der Hand

nehmen lassen und uns mit ihm gemeinsam

nun auf die Suche machen – auf die Suche

nach Menschen, die mehr von Gott, seiner

Liebe und seiner Barmherzigkeit erfahren

möchten. Im 1 Timotheusbrief lesen wir auch

dazu einen sehr eindeutigen Auftrag: „Gott

will, dass alle Menschen gerettet werden

und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“

(1 Tim 2,3). Die Wahrheit freilich ist nicht

immer angenehm, vor allem dann, wenn es

um unsere Ewigkeit geht. Es mag vielleicht

überheblich klingen, entspricht aber der

Wahrheit, wenn es heißt, dass die katholische

Lehre die einzig wahre ist und dass

es außerhalb der katholischen Kirche kein

Heil gibt für den, der um dieses Heil weiß

und sich ihm verschließt. Im Bewusstsein

dessen, haben wir alle einen bedeutenden

Auftrag und eine wichtige Mission zu erfüllen:

Reden wir von Gott, von der Kirche,

von den Sakramenten, von den Geboten

und vom Ewigen Leben. Reden wir so, dass

die Menschen uns verstehen. Wir sollten

keine Mühe scheuen, unseren Glauben in

der Alltagssprache auszudrücken und alles

zu meiden, um dem andern unnatürlich zu

erscheinen. Das Zeugnis unseres Lebens

besteht für mich eben darin, den Menschen

zu sagen und durch unser Leben zu zeigen,

wie nötig wir Jesus Christus brauchen, der

gestorben ist, damit wir leben können. Ein

solches – ungeheucheltes und befreites

– Christ sein wirkt ansteckend, und deshalb

wünsche ich es uns allen!

Birgit Strick

18 Nr. 139

◗ Er wurde um 305 in Rom geboren, oder

er kam sogar aus Spanien. Sein Vater war

Presbyter. Unter Liberius, den er ins Exil begleitete,

wurde er Diakon. Nach Rom zurückgekehrt

unterstützt er den Gegenpapst Felix

bis zur Rückkehr von Liberius im Jahr 358,

mit dem er sich aussöhnte. Als Damasus im

Jahr 366 zum Papst gewählt wurde, wählte

eine Gruppe Getreuer von Liberius gegen

ihn den Bischof Ursinus. Damasus musste

gegen ihn auch mit Waffen blutig kämpfen,

um die eigene Wahl zu verteidigen, und 100

Tote wurden beklagt. Nach verschiedenen

Wechselfällen, während Damasus Gegenstand

von Anklagen und Verleumdungen

– z.B. Ehebruch und sogar Mord - war,

wurde Ursinus vom Kaiser Gratian ins Exil

geschickt und der legitime Papst konnte

sich darauf konzentrieren, dem Papsttum

wieder Ansehen und Autorität zu verleihen.

Er bemühte sich, die Vorrangstellung Roms

über die anderen Bischofssitze akzeptieren

zu lassen und sprach vom „Apostolischen

Sitz“. Ebenso legte er fest, dass ein Glau-

◗ Ich heiße Evelyn Pfaffenhuemer und wurde

am 2. August in Steyr geboren. Ich wohne

in Leonstein. Hier habe ich auch den

Kindergarten und die Volksschule besucht

und im Bundesrealgymnasium Kirchdorf im

Jahre 2000 die Matura absolviert. Danach

studierte ich ein Jahr Medizin in Graz. Weil

ich bald fest stellen musste, dass Medizin

nicht das Richtige für mich war, beschloss

ich, die Ausbildung zu machen, die ich schon

seit meiner Volksschulzeit machen wollte.

An der pädagogischen Akademie des Bundes

in Wien schloss ich im Juni 2004 das

Diplomstudium zur Volksschullehrerin mit

ausgezeichnetem Erfolg ab. Nach kurzer

Anstellung als Hortbetreuerin in St. Ulrich

begann ich am 14. Jänner 2005 als Religionslehrerin

in Leonstein zu unterrichten. Im

September 2005 bekam ich zu Leonstein

DIE PÄPSTE: IHR LEBEN

IM LAUF DER

2000 – JÄHRIGEN

GESCHICHTE (37)

Hl. Damasus I.

(366 – 384)

bensbekenntnis nur mit der Zustimmung

des Papstes gültig sein konnte. Der Hl.

Ambrosius, Bischof von Mailand, prägte eine

äußerst zutreffende Formel: „Wo Petrus ist,

dort ist die Kirche.“ Zwei Synoden hatten in

diesem Sinne Gesetze erlassen und zwar

die von Rom im Jahre 369 und jene von

Antiochien im Jahre 378. Aber Damasus

geht darüber hinaus, indem er behauptet,

dass die Kirche von Rom die Vorrangstellung

gegenüber allen anderen Kirche nicht auf

Grund einer Entscheidung des Konzils hat,

sondern weil Jesus den Apostel Petrus über

RADWALLFAHRT NACH FRAUENSTEIN

Dienstag, 30. Mai, 8.00 Uhr Hl. Messe in Windischgarsten

9.00 Uhr Abfahrt

EINE NEUE

RELIGIONSLEHRERIN

alle gestellt hat, indem er ihn zum Eckstein

der gesamten Kirche auserwählt hatte. Er

widmete sich voll und ganz der Tätigkeit

der Evangelisierung und Christianisierung

der gesamten römischen Gesellschaft und

zwar auf allen Ebenen, wobei er auf die

Mitwirkung des Hl.Hieronymus, den er zum

Sekretär ernannte hatte, zählen konnte. Eine

weitere wertvolle Hilfe erhielt er von den

Kaisern Gratian und Theodosius, die offen

die Kirche Roms unterstützen. Damasus kann

als der erste Mäzen unter den Päpsten in der

Geschichte angesehen werden. Auf seine

Initiative hin wurde die große Revision der

Bibel in lateinischer Sprache vom Hl. Hieronymus

durchgeführt, der in großem Maße

dazu beitrug, der christlichen Botschaft eine

geschlossene Form zu verleihen. Damasus

veranlasste den Bau verschiedener Kirchen

und die Restaurierung der Katakomben und

gab dem Märtyrerkult einen starken Impuls.

Er starb am 11. Dezember 384 und wurde

in der von ihm erbauten Kirche S. Lorenzo

in Damaso beigesetzt.

ERSTKOMMUNION – ELTERNBEICHTE

Mittwoch, 24. Mai, 17.00 – 20.00 Uhr

auch bei einem fremden Priester.

Niemals sollen Eltern ohne Beichte zur Hl. Kommunion gehen!

noch zusätzliche Stunden in Klaus und seit

Februar 2006 darf ich nun auch noch in der

Volksschule Spital und in der Hauptsschule

II in Windischgarsten als Religionslehrerin

tätig sein. In meiner Freizeit bin ich in verschiedenen

Bereichen des Roten Kreuzes,

Ortsstelle Molln, tätig. Mir macht der Beruf

der Religionslehrerin sehr viel Spaß und

ich freue mich, wenn ich Schülern meinen

Glauben in verschiedenen Formen vermitteln

kann. Ich selbst war schon seit meiner

frühesten Kindheit bei der Katholischen

Jungschar, anschließend bei der Katholischen

Jugend und selber Gruppenleiterin einer

Jungschargruppe. Schon damals hatte ich

viel Freude daran, mit Kindern zu arbeiten,

und deshalb bin ich froh, dass ich interessante

Erfahrungen als Religionslehrerin

machen darf.

April 2006 19


„Dann wird es mit dem Himmelreich

sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre

Lampen nahmen und dem Bräutigam

entgegengingen“

Bräutigam: Unser endgültiges Ziel, das

Leben im Reich Gottes

Lampe: Die Führung durch den Hl. Geist,

der uns (er-)leuchtet und unseren

Glauben für alle sichtbar macht.

„Fünf von ihnen waren töricht, und fünf

von ihnen waren klug“

Töricht: Wer sich jeder Zeitströmung anpasst

und dabei das Ziel des Glaubens

verpasst; gefährdet ist man sehr leicht!

Klug: Das sind jene, die im Glauben fest

stehen und sich nicht leichtfertig davon

abbringen lassen. Grundlage dazu ist das

tägliche, persönliche Gebet.

„Die törichten nahmen ihre Lampen mit,

aber kein Öl, die klugen aber nahmen

außer den Lampen noch Öl in Krügen

mit“

Lampen ohne Öl: Leer, ohne Geist Gottes,

daher leuchten diese nicht, sind dunkel

wie eine Taschenlampe mit ausgebrannter

Batterie.

Ölvorrat: Das ist die Sicherheit, um sich

auf den vielen Wegen nicht zu verirren.

Diesen Ölvorrat muss man durch Gebet

20

WORT DES LEBENS

„Den Geist Gottes bewahren“

Gedanken zu Matthäus 25,1-13

und die bewusste Mitfeier der Hl. Messe,

immer in sich bewahren.

„Als nun der Bräutigam lange nicht kam,

wurden sie alle müde und schliefen

ein“

Müde werden, die Ausdauer gibt nach,

die Hoffnung wird lau – das kennen

wir alle.

Davor bewahrt das bewusste Feststehen

in unserem Glauben, auch wenn

es manchmal mühsam ist! Tägliche besinnliche

Schriftlesung ist auch schon

eine große Hilfe.

„Mitten in der Nacht aber hörte man

plötzlich laute Rufe: „Der Bräutigam

kommt!

Geht ihm entgegen! Da standen die

Jungfrauen alle auf und machten ihre

Lampen zurecht“

Unerwartet werden wir (ab-)gerufen;

wären wir bereit, erfüllt vom Geist Gottes?

„Die törichten aber sagten zu den klugen:

Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen

unsere Lampen aus. Die klugen erwiderten

ihnen: Dann reicht es weder für

uns noch für euch; geht doch zu den

Händlern und kauft was ihr braucht“

Da ist die Lage kritisch: Wer sich im Leben

nicht um den Geist Gottes bemüht hat,

wird u.U. das letzte Ziel, das Leben im

Gottesreich verfehlen.

„Während sie noch unterwegs waren um

das Öl zu kaufen, kam der Bräutigam;

die Jungfrauen, die bereit waren, gingen

mit ihm in den Hochzeitssaal, und die

Tür wurde zugeschlossen“

Wenn diese Tür zu ist, dann ist es zu spät

– sind wir uns dessen bewusst, was dies

bedeutet?

„Später kamen auch die anderen Jungfrauen

und riefen: Herr, Herr, mach

uns auf!

Er aber antwortete ihnen: Amen, ich

sage euch: Ich kenne euch nicht.“

Ein furchtbares Wort, ein Satz, der jeden

aufrütteln muss!

„Seid also wachsam! Denn ihr wisst

weder den Tag noch die Stunde“

Gottfried Ofner

Der Entfremdung von Gott folgt auf dem Fuß die Verblendung bis hin zur völligen Verstockung.

Es ist der Mensch, der für solches Tun verantwortlich ist.

Wer Gott nicht will, kann nicht länger ehrlich sein,

und wer Gott aus seinem Leben gewiesen hat, wird nie wirklich genug haben.

◗ Die Päpstliche Akademie für das Leben befasste

sich auf einer internationalen Tagung

in Rom anlässlich ihrer XII. Vollversammlung

mit dem Thema: „ Der menschliche Embryo

vor der Einnistung. Wissenschaftliche Aspekte

und bioethische Betrachtungen“, und

Papst Benedikt XVI. hielt am 27. Februar eine

von vielen sehr beachtete Ansprache. Es

waren 350 Experten, Mediziner, Biologen,

Theologen, Philosophen und Bioethiker, die

die komplexen Umstände und notwendigen

Schlussfolgerungen aus der Analyse des Anfangs

des menschlichen Lebens diskutierten.

Die Frage des menschlichen Embryos ist der

zentrale Punkt für die Lehre vom Menschen

als auch für das sittliche Verhalten. Zunächst

wurde festgestellt, dass der Moment des

Beginns eines neuen menschlichen Wesens

im Zusammentreffen der männlichen

FRAGEN UND ANTWORTEN

(69)

Was ist der

Embryo?

und weiblichen Keimzellen zu erkennen

ist. Die Eizelle wird durch die Penetration

der männlichen Samenzelle „aktiviert“. Es

beginnt die Entwicklung eines Menschen,

sodass der Mensch von Anfang ab ganz

Mensch ist. Auch in der Phase vor der Einnistung

in der Gebärmutter ist der Embryo

ein autonomes menschliches Wesen. Die

Heilige Schrift will zeigen, dass Gott jeden

Menschen liebt, noch bevor er im Schoß

Wahrhaftig, professionell und selbstbewusst

muss die Kirche mit den Medien umgehen.

der Mutter Gestalt annimmt (Jer 1,5; vgl. Ps

139, 13 – 14). Nun hat der Papst in seiner

Ansprache wohl deutlich gesagt: „Die Liebe

Gottes macht keinen Unterschied zwischen

dem neu empfangenen Kind, das sich noch

im Leib seiner Mutter befindet, und dem

Kleinkind oder dem Jugendlichen oder dem

Erwachsenen oder dem alten Menschen. Sie

macht keinen Unterschied, weil sie in allen

als Widerschein das Antlitz des eingeborenen

Sohnes Gottes erkennt, in dem ‚er uns

erwählt hat vor der Erschaffung der Welt’.“

Reichhaltig ist die Botschaft, wenn man

bedenkt, dass Gott direkt in die Erschaffung

der Seele eines jeden neuen menschlichen

Wesens eingreift. Dem Menschen ist in der

Tat eine höchste Würde gegeben, die ihren

Ursprung in der innigen Verbindung hat,

die ihn mit ihrem Schöpfer eint.

Nr. 139

◗ Aus dem sehr ebenen Burgenland ragt die

zweitürmige Kirche von Frauenkirchen auf,

deren Geschichte durch die Türken und die

Esterházys in gleicher Weise geprägt ist. Für

die Türken bildete die pannonische Ebene

das große Aufmarschgebiet, als sie 1529

auszogen, um dem römisch – deutschen

Kaiser die Haupt- und Residenzstadt Wien

wegzunehmen. In Frauenkirchen bestand

ein Wallfahrtsort zumindest seit dem späten

Mittelalter. Von einem Einsiedler wird

berichtet und von der Stiftung eines blauen

Samtrockes, den eine hiesige Adelige

dem Gotteshaus unserer Lieben Frau auf

der Hayd für die Anfertigung eines Messgewandes

widmete. Die Osmanen aber

brannten alles nieder, sodass nichts übrig

blieb. Obwohl die Feinde wieder abzogen,

behielten sie den ungarischen Zentralraum

rund hundertfünfzig Jahre im Griff und

machten einen Verwaltungsbezirk daraus

WALLFAHRTSORTE IN

ÖSTERREICH – GESCHICHTE

EINER WALLFAHRT (13)

Frauenkirchen

mit einem System der Ausbeutung und der

Plünderung. Von den Türken wollte man

nichts wissen, und auch nicht vom Kaiser,

sodass sich die Ungarn dem Kalvinismus,

einer radikalen Form des Protestantismus

zuwandten. Im Jahr 1600 scherte aus dieser

Religionsformation ein ehrgeiziger Schlaukopf

aus, der sich entschloss, katholisch zu

werden und bedingungslos zu den Habsburgern

zu stehen, Nikolaus Esterházy von

Galántha. Er machte Karriere und starb

1645 als hoch angesehener Magnat. Sein

Nachfolger war Paul I., ein kluger Politiker

und ein Fan des Wallfahrtswesens. Diese

Ohne Religion geht es nicht; wo sie fehlt,

bilden sich Ersatzformen aus.

Die häufigsten Ersatzformen sind Essen und Trinken,

Medikamente und Reisen, Kleidung und Auto,

Konsum, Sex und Medien.

Wo es keinen Gott mehr gibt,

treten sehr bald auch die Gespenster auf.

hörte nun mit Interesse, man habe auch in

Frauenkirchen einstmals die Gottesmutter

aufgesucht und verehrt. Schon 1659 hatte

er die seit dem ersten Türkeneinfall verödete

Gegend wieder besiedelt und eine Niederlassung

der Franziskaner begründet. 1683

wurde bei der zweiten Belagerung Wiens

alles zerstört. Esterházy schritt nachher

gleich zum Wiederaufbau. Als 1687 vom

Kaiser, der ihm einiges zu verdanken hatte,

in den Fürstenstand erhoben wurde, gelobte

er, Frauenkirchen erneut zu einer Stätte der

Marienverehrung zu machen. Er zauberte

dazu einige Urkunden hervor, in der zu lesen

stand, schon 1335 habe hier eine rege Wallfahrt

geblüht. Er errichtete die heute noch

bestehende Kirche mit einer prunkvollen

Ausstattung und berief dazu italienische

Künstler, souveräne Meister des frühen Barockstils,

die offensichtlich dem staunenden

Volk vorführen sollten, was ein zeitgemäßer

Bau ist. Besonders das Innere zeigt harmonischen

Glanz reiche Stuckaturen überziehen

die Decke, in prächtigen Bildern wird das

Leben des Erlösers vorgeführt. Das Gnadenbild

wurde ebenfalls vom Fürsten Esterházy

beigesteuert, eine kleine Figur, die früher in

seinen Privatgemächern gestanden hatte. Es

war dieselbe, die sich angeblich mit seiner

Mutter, der Gemahlin des Grafen Nikolaus,

unterhalten hatte. Es gibt noch ein anderes

Bild, das von den Wallfahrern verehrt wurde

und das älter sein soll als die Madonna vom

Hochaltar. Es bildet den Mittelpunkt des

linken vorderen Seitenaltares und zeigt

eine eigenartige Darstellung der stillenden

Maria. Das Kind säugt nicht, sondern wird

von der Milch bespritzt. Dieses Bild soll die

erste Einäscherung der Kirche unbeschadet

überstanden haben. Überhaupt schlug die

Wallfahrt in Frauenkirchen ein, da es nach

den Verwüstungen der Türken keine älteren

Kultstätten mehr gab. Außerdem hatte der

Stifter ein Kloster des Franziskanerordens

daneben gebaut und einen künstlichen Berg

angelegt, wo ein Kreuzweg hinaufführte.

Obwohl die Kirche nur 23 Meter hoch ist,

beherrscht Frauenkirchen mit seinen Türmen

weitum das Land.

PFARRAUSFLUG

Berchtesgaden – Königssee

Samstag, 24. Juni

Anmeldung

erbittet das Pfarramt

April 2006 21


◗ Ausgewogenheit und Harmonie sind so

zentral, so grundlegend für alles andere in

der Regel, dass ohne sie der benediktinische

Umgang mit dem Einzelnen und der Gemeinschaft

insgesamt seinen Ansatzpunkt

verlieren würde. Die Suche nach persönlicher

Erfüllung ist in unserer Gesellschaft

heute so etwas wie ein Fetisch geworden,

und wir sind voller Bewunderung für Experten,

Spezialisten und Fachleute. Und

doch müssen wir uns die Frage stellen, ob

nicht gerade dadurch eine größere Ganzheitlichkeit

unseres Menschseins verloren

geht. Dann würden uns nämlich die Augen

aufgehen, dass die verschiedenen Elemente,

die unser Leben und unsere Welt ausmachen,

als Geschenk Gottes alle gleichermaßen

Achtung verdienen. Natürlich schenken

wir den spezialisierten Lebensbereichen

unsere Wertschätzung, aber was sich uns

entzieht, ist der innere Zusammenhang der

drei Elemente Leib, Verstand und Herz.

Benedikt besteht auf der Einheit von Leib,

Verstand und Herz, die den ganzheitlichen

Menschen ausmacht. Er strukturiert das

tägliche Leben im Kloster so, dass es Zeiten

für das Gebet, für das Studium wie auch für

die körperliche Arbeit umfasst. Die rhythmische

Folge dieser drei Elemente Gebet,

Studium und Arbeit gab dem Tagesablauf der

Mönche Benedikts seine Ausgewogenheit.

Täglich waren vier Stunden für das liturgische

Gebet, vier für geistliche Lesung und

sechs für die körperliche Arbeit vorgesehen.

Das Gerüst des Tages war das opus Dei, die

Feier des Stundengebetes, die Anbetung

Gottes; hier liegt die Mitte des monastischen

Lebens. Der gesamte Aufbau des Klosters

ist vom Gedanken der inneren Ordnung

und Ausgewogenheit geprägt: „damit alles

zur rechten Zeit geschieht“ (RB 47,1) und

„die Brüder den Platz einnehmen, der ih-

◗ Dieses Zitat, das wir dem Buch Exodus

(21, 24) entnehmen, wird oftmals als Beleg

für die Unmenschlichkeiten des alttestamentlichen

Gesetzes herangezogen.

Betrachten wir es einmal genauer, wird

deutlich, dass es um Schadensregulierung

und um Rachebegrenzung geht, d.h. eine

Vergeltungsmaßnahme darf den Umfang

der Schuld nicht überschreiten, sodass ein

Auge für ein Auge und ein Zahn für einen

Zahn steht. Was zunächst als sehr grausam

erscheinen mag, erweist sich weitaus humaner

als man denkt. Die weltweite Eskalation

von Rachemaßnahmen macht das bis heute

deutlich. Die Botschaft Jesu scheint dem

israelitischen Gesetz zu widersprechen. „Ihr

habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge

DIE ORDENSREGEL DES

HL. BENEDIKT (7)

Ausgewogenheit

nen zukommt“ (RB 2,19). Die Regel dient

dazu, die günstige Umgebung zu schaffen, in

der sich ein ausgewogenes Leben entfalten

kann. Beständigkeit bedeutet für die Regel

etwas Grundlegendes. Es ist mehr gemeint

als nur, von dem Platz, an dem wir uns

befinden, nicht wegzulaufen. Es bedeutet,

nicht vor uns selbst wegzulaufen. Dazu

bedarf es der Annahme seiner selbst: jeder

Mensch muss sich annehmen in seiner ganzen

Lebenswirklichkeit, die Leib, Verstand

und Herz umfasst, und dabei jedem dieser

Bereiche seine volle Wertschätzung und

Aufmerksamkeit zuwenden. Leib und Seele

zusammenfügen, beiden ihren Platz einräumen

und sie gemeinsam gebrauchen – das

DAS LEBEN ZUR ZEIT

DER BIBEL (13)

Auge um Auge,

Zahn um Zahn

für Auge und Zahn für Zahn. Ich aber sage

euch: Leistet dem, der euch etwas Böses

antut, keinen Widerstand, sondern wenn

dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann

halt ihm auch die andere hin“ (Mt 5, 38). Bei

ermöglicht den Aufstieg zu Gott. Benedikt

wusste um die Bedeutung der Einheit der

Person für seine ganze Lebensform, nicht

nur für die einzelnen selbst, sondern für

seine Beziehungen zu allen anderen in der

Gemeinschaft. In seiner Erörterung über

den Psalmengesang formuliert Benedikt mit

entwaffnender Einfachheit: „dass Herz und

Stimme in Einklang sind“ (RB 19,7). Das heißt

im Grunde: Wie könnte ich Gott anbeten,

wenn ich nicht mit mir selbst in Einklang

bin? Drei Übungen sind es, die das monastische

Leben ausmachen: Die Integration

der leibhaften Dimension geschieht durch

Beständigkeit, Handarbeit, Armut und die

guten Werke. Die Integration der geistlichen

Dimension geschieht durch die Einübung der

Demut, und die Integration der Verstandesdimension

geschieht durch das Hören und

das Studium der Bibel und mündet ein in

das reine, unablässige Gebet. Das Streben

nach all dem soll aber maßvoll sein, denn

Benedikt möchte nichts Hartes und nichts

Schweres festlegen (Prolog 46). Das Prinzip

der Mäßigung durchdringt jeden Aspekt des

monastischen Lebens. Mäßigung bedeutet

auch eine berührende Nachsicht gegenüber

der menschlichen Gebrechlichkeit. Dabei

sollen die Schwachen nicht verscheucht

werden, für die Starken soll aber trotzdem

eine Herausforderung bestehen. So steht der

Benediktiner für den Weg des Normalen,

ohne einem bequemen Mittelweg zu huldigen.

Es ist wichtig, dass wir uns die schlichte

Tatsache ins Gedächtnis rufen, dass wir

Geschöpfe mit einem lebensnotwendigen

inneren Rhythmus sind. So ist das Ideal der

benediktinischen Ausgewogenheit nicht ein

Ziel in sich selbst, sondern Mittel zu einer

umfassenden Integration und Umwandlung

des ganzen Menschen in die Offenheit für

eine ganzheitliche Gotteserfahrung.

genauerem Hinsehen wird auch da deutlich:

Jesus kam nicht, um „ein Jota aufzulösen“.

Er zeigte andere Lösungswege auf. Vorbilder

für den gewaltfreien Weg fand Jesus bereits

in „seiner Bibel“, z.B. „Sag nicht: Ich will

das Böse vergelten. Vertrau auf den Herrn,

er wird dir helfen“ (Spr 20,22). Oder auch

in Sir 28,1, wenn es heißt: „Wer sich rächt,

an dem rächt sich der Herr.“ Es waren also

gute israelitische Argumente, die Jesus zu

seiner friedlichen Lösung geführt haben. Die

Erfahrung zeigt, dass durch Rache noch nie

etwas besser geworden ist. Ziel war schon im

alten Israel das Abwenden weiterer Gewalt.

Jesus lenkt den Blick hin zum wahren Richter

und er mahnt zur Ehrlichkeit und damit zur

Barmherzigkeit.

FRONLEICHNAM

Glaube und Leben unterwegs

◗ Wir tragen den Leib Christi durch die

Straßen. Der festliche Zug mit goldener

Monstranz ruft uns ins Gedächtnis,

Christus nicht nur am Festtag zu präsentieren.

Tag für Tag soll unser Leben

Monstranz sein und zeigen, wie Christus

gegenwärtig ist: liebend, tröstend, aufbauend,

ermutigend. Aus seiner Zeit und

Ewigkeit kommt er in unsere Zeit, geht

die Wege, die wir täglich gehen, und

lädt uns ein, zu leben wie er. Je mehr

wir uns an ihn halten, desto mehr sind

wir Leib Christi, desto mehr strahlt er

in uns und aus uns. Die Welt braucht

Zeugen, nicht Zuschauer. Und Zeugen

müssen strahlen.

◗ In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts

erlebte der Volksgesang einen ungeheuren

Aufschwung. Gesangbücher wurden

gedruckt, denn die Bischöfe wünschten

sich statt kunstvoller lateinischer Messen

der Kirchenchöre den Gesang der Gemeinde.

So schnell konnte sich das Volk für die

bischöflichen Verordnungen nicht begeistern.

Wallfahrtsorte haben ihre eigenen

Gesetzmäßigkeiten. Da gibt es vertraute

Gebete und auch Lieder, die auf dem langen

Wallfahrtsweg gesungen werden und in die

man am Wallfahrtsort einstimmt. In der

Schweiz wurde vor allem nach Einsiedeln

gepilgert. Als im Jahre 1773 ein Gebetbuch

des Wallfahrtsortes gedruckt wurde, da fehlte

ein besonders beliebtes Marienlied natürlich

nicht, das der Kapuzinerpater Laurentius

von Schnüffis (+1702) 1682 gedichtet hat:

„Wunderschön prächtige, hohe und mächtige,

liebreich holdselige himmlische Frau.“ Mit

barocker Überschwenglichkeit preist er

Maria. Ein ganzes Buch mit lauter Liedern

und Gedichten hat der aus Vorarlberg stammende

Volksprediger zusammengestellt.

Pater Laurentius, der 1633 in Vorarlberg

UNSER GLAUBE UND DIE KIRCHENMUSIK

„et incarnatus est“ – Jesus im Fleisch

Jedes Mal berührt es mich zutiefst, wenn in einer Messe das „et incarnatus est“ erklingt, z.B. in den großen Orchestermessen.

Wie da der Chor ganz behutsam wird und die Soli das Thema vortragen, wie da die Mitte unseres Glaubens anklingt, wo sich

alle verneigen vor der Menschwerdung Jesu Christi als Mittelpunkt des gesamten Credos. In der Menschwerdung gipfelt Gottes

Offenbarung an unsere Welt. So einfach wird seine Erscheinung, und so alltäglich. Gottes Sohn nimmt alles auf sich, was das

Menschsein in seiner Größe und Schwäche ausmacht, in seiner Freude und Betrübnis, in seiner Einmaligkeit und Gewöhnlichkeit.

Und die Kirchenmusik hat daraus eine Melodie geschaffen, die tief in unser Leben reicht, um das Leben in Beziehung zu Gott

erklingen zu lassen.

MEHR ALS WORTE

SAGT EIN LIED

Wunderschön prächtige

geboren wurde, hatte, wenn man dem autobiographischen

Roman „Philotheus“ Glauben

schenken darf, ein recht unruhiges Wander-

und Musikantenleben hinter sich, als ihn

1662 eine schwere Krankheit an den Rand

des Todes brachte. Es kam zu einer radikalen

Wende und Laurentius verließ die Welt und

klopfte bei den Kapuzinern in Konstanz an.

Ihre Armut und ihre Volksverbundenheit

zogen ihn an, und seine Genesung schrieb

er der Fürbitte der Gottesmutter zu, die

ihm im Traum erschienen ist und ihm Mut

gemacht hat. Maria wollte er deshalb mit

seinen Liedern und Gedichten preisen und

rühmen, was ihm ebenso bestens gelungen

ist. Alles möchte er Maria schenken: „Gut,

Blut und Leben, alles, was immer ich hab,

was ich bin, geb ich mit Freuden Maria

dir hin.“ Diese völlige Hingabe an Maria,

wir sprechen auch von einer Weihe an die

Gottesmutter, ist nicht neu, denn auch zahlreiche

Heilige haben sie auch vollzogen. In

der zweiten Strophe lenkt er den Blick auf

die Himmelskönigin, wie sie in der Offenbarung

des Johannes aufleuchtet. Maria ist

die Unbefleckte, und die Sündenlosigkeit

Marias macht sie zur „seligen Pforte“, durch

die das Wort Fleisch wurde, „als es vom Throne

der ewigen Macht Gnade und Rettung

den Menschen gebracht.“ Die einzigartige

Erwählung Marias lässt der Kapuzinerpater

in der dritten Strophe nochmals aufleuchten:

„Schuldlos Geborene, einzig Erkorene:“ Pater

Laurentius hat mit seiner Huldigung an die

Gottesmutter den Glauben der Kirche in

Worte gefasst, die auch 300 Jahre später

unsere Gefühle ausdrücken können. Auch

in unserer Pfarre soll bei den Maiandachten

in den Dörfern dieses Lied erklingen. In der

Barockzeit, da haben es die Prediger auf der

Kanzel angestimmt und alle sangen es mit,

denn dazu brauchte man kein Gesangbuch,

dieses Lied konnte jeder auswendig.

22 Nr. 139 April 2006 23

(GL 842)


◗ „Ja, wir haben das Recht, Gott zu karikieren!“

So titelte das französische Massenblatt

„France Soir“ im aktuellen Karikaturenstreit

und druckte die umstrittenen Mohammed

– Karikaturen ab. Seit Voltaire für seinen

hasserfüllten Spott auf Kirche, Religion

und Obrigkeit alle Freiheit forderte, ist die

Basis für Respekt und Ehrfurcht, Anstand

und Scham, sehr schmal geworden. Nun

spielt die Pressefreiheit gerade im Kampf

gegen menschenverachtende Diktaturen

eine äußerst wichtige Rolle. Sie wird immer

wieder zur Zielscheibe von totalitären

Kreisen, besonders auch in den islamischen

Ländern, die besonders betroffen über die

Verächtlichmachung ihrer religiösen Gefühle

reagiert haben. Nun hat sich gerade

in der westlichen Welt die Pressefreiheit

längst von ihrer ursprünglichen Zielsetzung

einer unvoreingenommenen Orientierung

der Öffentlichkeit entfernt. Immer weniger

verfolgen die Medien eine sachliche und

wahrheitsgetreue Berichterstattung, mehr

noch entwickelt sich in der auf Sensationen

bedachten Medienlandschaft seit längerem

eine früher nicht gekannte ideologische

Intoleranz, die längst in ganz Europa Einzug

gehalten hat. Diejenigen, die sich heute

tolerant nennen, sind nämlich die, die es

gar nicht ertragen können, wenn jemand

überhaupt eine Meinung vertritt. Immer

wieder wurde in der Vergangenheit der

Schmutzkübel der Häme über Kirche und

DIE

PRESSEFREIHEIT

UND

IHRE GRENZEN

Eine notwendige Klarstellung

Christentum ausgeschüttet, namentlich auch

mit äußerst herabwürdigenden Karikaturen,

wie sie auch in Österreich „anstandslos“

präsentiert wurden. Hemmungslos werden

christliche Werte in den Medien und auf den

Bühnen beleidigt – und das alles in Namen

der Meinungs- und Kunstfreiheit. Der Kampf

galt den traditionellen Wertvorstellungen

religiöser bzw. kirchlicher Instanzen, insbesondere

gegen das Lehramt der katholischen

Kirche. In moralischen Bereichen wurden

alle Schranken zerbrochen und keine Tabus

haben mehr Geltung, sodass es bis heute

eine uneingeschränkte Willkür im ganzen

Kulturbereich gibt, die bereits jetzt zu einer

regelrechten Dekadenz geführt hat. Der

Kunst wird selbst von hochkarätigen Politikern

zugestanden, dass sie sich alles erlauben

dürfe. So ist die Freiheit zur Zügellosigkeit

verkommen. Als Fundamentalist und Traditionalist

wird nun der bezeichnet, der sich

STADTWOCHENENDE UNSERER JUGEND

MÜNCHEN

Abfahrt ist am Freitag, 16. Juni um 14.41 Uhr

Rückkehr am Sonntag um 20.15 Uhr

◗ „Mir kommt kein Computer ins Haus“,

sagen sogar manche Pfarrer und wissen

nicht, wovon sie sprechen. Unsere Welt

ist längst zum Dorf geworden, und auch

die katholische Kirche, die die ganze Welt

umfasst. Das gilt vor allem deshalb, weil

wir weltweit durch Computer unser Wissen

vernetzen können. Wir haben Zugriff auf

Kenntnisse und Ideen, auf Veranstaltungen

und Nachrichten, die in entferntesten

Ländern ihren Ursprung haben. Aktiv kann

jeder, der über einen Internetzugang verfügt,

sich hier beteiligen. Natürlich bringt das

Internet nicht nur Vorteile und Angebote,

sondern auch Gefahren, Versuchungen und

Nachteile. Aus dem 21. Jahrhundert ist das

EIN PLÄDOYER

FÜR DAS INTERNET

UND SEIN

SCHUTZPATRON

Internet aber ganz sicher nicht mehr wegzudenken.

Das hat sich auch Papst Johannes

Paul II. gedacht, als er vor fünf Jahren den

Hl. Isidor von Sevilla zum Patron für das

Internet erhoben hat. Der Heilige wurde um

das Jahr 560 in Spanien geboren, und seine

große Leidenschaft als Ordensmann und

Bischof war die Wissenschaft. Die Kloster-

dieser Entwicklung in den Weg stellt, und

dies unter Missachtung des Rechtes auf

Meinungsverschiedenheit. Wie sollen nun

Völker miteinander in Frieden leben, wenn

zwar ständig von Toleranz die Rede ist, nicht

aber vom gegenseitigen Respekt? So muss

die Diskussion in Zukunft in zwei Richtungen

geführt werden: Das klare „Nein“ zur Gewalt

muss ergänzt werden durch ein klares „Ja“

zu einer Kultur, der noch etwas „heilig“

ist. Vom letzteren wird ebenso die Zukunft

unserer Gesellschaft abhängen. Weil gerade

die Apostel der Meinungs- und Pressefreiheit

übersehen, dass einer Gesellschaft, der nichts

mehr heilig ist, bald auch jene glorifizierten

Freiheiten nicht mehr heilig sein werden,

deshalb müssen wir gegen jene auftreten,

denen nichts mehr heilig ist und die sich das

Recht anmaßen, unterschiedslos alles Religiöse

und Heilige abwertend zu kritisieren und

zu karikieren. Es muss auch uns wieder mehr

etwas „heilig“ werden, damit wir spüren,

wofür wir uns einsetzen und wofür es sich

zu leben und zu sterben lohnt. „Freiheiten“

dürfen nicht ausufern, sonst richten sie sich

gegen den Menschen. Christen haben ein

unverwechselbares Profil, und das sollen sie

in die Diskussion einbringen. Nur tolerant

sein, dann aber Toleranz mit großzügigem

Gewähren lassen zu verwechseln, ist zu

wenig und führt in den „Toleranztaumel“.

Identifikation mit der christlichen Lehre und

der Kirche ist wieder gefragt!

HERZ JESU FEST

Freitag, 23. Juni,

19.30 Uhr

Kalvarienberg

Herz Jesu Feuer

21. 30 Uhr

bibliothek, um die er sich sorgte, gehörte zu

den berühmtesten seiner Zeit. Als Erzbischof

von Sevilla legte er besonderes Gewicht auf

die solide, wissenschaftliche und geistliche

Ausbildung des Klerus, wozu er Schulen

und Bibliotheken einrichtete. In seinem

wichtigsten Werk, der „Ethymologie“, einer

Art Realenzyklopädie der Spätantike,

versuchte er noch, das ganze Wissen seiner

Zeit zu vereinen. Er sammelte das Wissen zur

größeren Ehre Gottes und zum Wohle der

Menschen, sodass er ein guter, geeigneter

Schutzpatron für das Internet wird. In diesem

Sinne sollten auch wir das Internet nutzen.

Wissen, das im Glauben erhoben ist, ist ein

großer Reichtum für den Menschen.

24 Nr. 139

◗ Die Klagen der Kirche sind laut und offenbar

nutzlos. Die Stimme der Kirche ist nicht mehr

von so großem Gewicht, und offensichtlich

geht es bei den kirchlichen Festen weitgehend

nur mehr ums Geschäft. So beginnt

Weihnachten bereits im Oktober, und Ostern

beginnt längst vor der Fastenzeit. Das

Jammern hilft nichts und kostet viel Kraft.

Es gibt nur ein Mittel gegen das Verschieben

der Zeiten: nicht mitmachen. Deshalb esse

ich den Faschingkrapfen wirklich nur im

Fasching, und den Aschermittwoch beginne

ich pünktlich um Mitternacht. Die ersten

Kekse esse ich am Heiligen Abend und die

Ostereier nach der Osternachtsfeier. Und

am 8. Dezember gehe ich ganz sicher nicht

einkaufen. Das Verweigern ist eine große

Kunst. Ich mache einfach nicht mit, weil

◗ Die Zahl der Kirchenaustritte ist in Österreich

nach wie vor hoch. Viele haben auch im

vergangenen Jahr bzw. schon heuer wieder

diesen Schritt vollzogen, und die Kirche darf

davor die Augen keineswegs verschließen.

Natürlich bin auch ich als Priester über jeden

einzelnen Austritt in Windischgarsten „traurig“,

manchmal sogar erbost. Was aber am

meisten weh tut, ist, wenn solche austreten,

zu denen eine Beziehung besteht, die sich

über persönliche Begegnungen schon länger

aufgebaut hat. Das kann eine Taufe oder

Erstkommunion gewesen sein, oder auch

eine Hochzeit bzw. ebenso ein Begräbnis, ein

Geburtstagsbesuch oder auch sonst ein Stück

DAS KIRCHENJAHR

Die Kirche hat ihre

eigene Zeit

ich mir den Takt von Gott vorgeben lasse.

Nur wenn das Geschäft ausbleibt, wird

auch die neue Zeitrechnung uninteressant.

Aber Verweigern allein ist zu wenig. Wir

müssen auch etwas bieten. Wir bieten unsere

kirchliche Zeit als den Rhythmus, der dem

Menschen wirklich gut tut. Wir lassen uns

nicht überrollen von der Zeit des Geschäfts,

wir zeigen die andere Zeit: Gottes Zeit. So

EINE „BRENNENDE“ FRAGE

Muss man wirklich jeden Wunsch eines Verstorbenen erfüllen? Der verstorbene Papst Johannes Paul II.

hatte ausdrücklich verfügt, dass seine persönlichen Aufzeichnungen nach seinem Tod vernichtet werden

sollten, und sein langjähriger Sekretär Stanislaus Dszywisz hat den Wunsch selbst eines Papstes nicht erfüllt.

Als mein Vorgänger Pfarrer Msgr. Johannes Kierner verstorben war, stand im Testament, dass er zum

Begräbnis keine Musikkapelle wünschte, und ich habe mich selbstverständlich über diesen und manch

anderen Wunsch hinweg gesetzt. Wenn ihnen ein Mitglied ihrer Familie, das sehr schwer krank danieder

liegt, sagen würde, sie sollten nach seinem Tod 10.000 Euro verbrennen, damit die Nachkommen nicht

deswegen in Streit geraten, würden sie sicher diesen Wunsch nicht erfüllen. Wenn aber der Verstorbene

verbrannt werden will? Bedeutet der Leib eines Menschen nicht noch viel mehr? Dann dürfen Angehörige

auch die Verbrennung einer verstorbenen Person aus ihrer Familie ebenso ablehnen. Ein Pfarrbrief hat mich

vor einiger Zeit dazu angeregt, und ich bin ganz sicher, dass es darüber da und dort eine „hitzige“ Debatte

geben wird. Oder heißt Freiheit doch immer wieder, dass jeder tun kann, was er will? Ich bin gespannt!

WARUM EIN

KIRCHENAUSTRITT

IMMER WIEDER

AUCH EINMAL

WEHTUT

gemeinsamen Weges. Auch wenn ich dann

manchmal wirklich sehr verärgert bin, glaube

ich trotzdem: Dass es die Möglichkeit gibt,

überhaupt aus der Kirche auszutreten, sollte

vielleicht aber auch zeigen, dass die Kirche

können wir zeigen, wovon wir eigentlich

leben. Wir leben davon, dass die Zeit nicht

verrutscht, der November nicht verloren geht

und der Fasching nicht über die Zeit ausgedehnt

wird. Wir nehmen das Kirchenjahr

als einen kostbaren Weg ernst und feiern

Ostern nicht direkt nach dem Fasching.

Wir ertragen auch eine ereignisärmere Zeit

zwischen den Hochfesten, weil auch sie eine

erfüllte Zeit ist. Und dann sage ich mir, dass

ich nicht Schritt halten muss mit allem, was

lockt. Zeit haben macht reich und Warten

können auch. Unser Gott ist der Gott der

rechten Zeit, und dann gibt es eine Zeit

zum Geboren werden und zum Sterben.

Kurzsichtig ist der Mensch geworden, der

alles in der Zeit tun muss, weil er nicht von

der Ewigkeit überzeugt ist.

die Freiheit der menschlichen Entscheidung

akzeptiert und im Gegensatz zu den Sekten

auch achtet. Jeder muss sein Leben selber

vor Gott verantworten, und dann zählen in

keinem Fall allzu bekannte Ausreden oder

auch verschiedene Anschuldigungen, die

immer wieder in Umlauf gesetzt werden.

Ich werde immer wieder auf jeden, so gut

es geht, zugehen; die Lehre des Glaubens

verändern werde ich ganz sicher auch in

Zukunft nicht. So werde ich auch in Zukunft

deutliche Worte finden und mich um eine

offensive Seelsorge bemühen, die mitunter

sogar solche schätzen, die mit der Kirche nur

wenig oder gar nichts zu tun haben.

WER ZUR BEZIRKSHAUPTMANNSCHAFT „PILGERT“ UND DORT SEINEN

AUSTRITT AUS DER KIRCHE ERKLÄRT, SETZT DAMIT EINEN

GRAVIERENDEN SCHRITT DER TRENNUNG. WER SICH AUSTRAGEN LÄSST,

DER IST WIRKLICH AUS DER GEMEINSCHAFT

DER KIRCHE AUSGETRETEN.

April 2006 25


2. Mai 16.00 Uhr Rosenau

20.00 Uhr Stodler

3. Mai 20.00 Uhr Hofbauer

4. Mai 20.00 Uhr Dirngrabner

5. Mai 15.30 Uhr Grasser

20.00 Uhr Badhaus

6. Mai 20.00 Uhr Christkindl

7. Mai 20.00 Uhr Wasserbauer

8.Mai 20.00 Uhr Steinbichler

9.Mai 20.00 Uhr Birnerkogel

10.Mai 15.30 Uhr Altenheim

20.00 Uhr Zick in der Lengau

11.Mai 20.00 Uhr Roßleithen

12.Mai 15.30 Uhr Schauer

13.Mai 18.00 Uhr Lasach

20.00 Uhr Platzer

EUCHARISTIE

mit festlicher

MAIANDACHT

1. Mai, 19.00 Uhr

Pfarrkirche

MAIANDACHTEN 2006

Glaube und Leben in den Psalmen

SOMMERLAGER 2006

für unsere Kinder

vom 6. – 12. August in St. Pölten

Die Fastenwoche der

JS – Führer ist schon

vom 23. – 28. Juli

Du sollst dir jetzt schon

diesen Termin frei halten!

14.Mai 14.00 Uhr Tannsbacher

15.Mai 15.30 Uhr Lourdesgrotte

20.00 Uhr Salmer

16.Mai 15.30 Uhr Mühlreit

18.00 Uhr In der Point

20.00 Uhr Reitbauer

17.Mai 20.00 Uhr Schmalzbichler

19.Mai 16.00 Uhr Fagerer

20.00 Uhr Kronegg

22.Mai 20.00 Uhr Knirschn

26. Mai 15.30 Uhr Abrichter

20.00 Uhr Svetlin

27.Mai 20.00 Uhr Rot Kreuz

29.Mai 20.00 Uhr Kalvarienberg

30.Mai 20.00 Uhr Zottensberg

31.Mai 20.00 Uhr Schanzbichler

Die Kirche ist eine Oase der Stille und des Gebetes.

Offene Kirche – brennende Kerzen – ein deutendes Wort von 10.00 – 11.00 Uhr

Alles in der Pfarrkirche von Windischgarsten

MAIANDACHTEN

IN DER PFARRKIRCHE

Normalerweise werden die

Maiandachten in der Pfarrkirche

von Montag bis Donnerstag

und am Samstag um 18.00 Uhr

gehalten.

Es ist das Grab des Apostels Petrus, über dem

der römische Kaiser Konstantin vor fast 1700

Jahren die Basilika von St. Peter errichtete.

Und vor genau 500 Jahren, am 18. April

1506, legte Papst Julius II. den Grundstein

für den Neubau der Peterskirche. Im Jahre

1626 wurde mit dem Petersdom die größte

Kirche der Welt vollendet, und von Raffael

bis Michelangelo waren die größten Künstler

am Werk. 211, 5 m lang ist die Basilika und

138 m hoch und dazu 114,5 m breit. Der

Kuppeldurchmesser beträgt 42 m und die

Bodenfläche 15.160 Quadratmeter. Zum

Vergleich nehmen wir den Linzer Dom, der

130 m lang ist, 60 m breit, und die verbaute

Fläche beträgt 5170 Quadratmeter. Und

wenn in den Mariendom von Linz ungefähr

20.000 Menschen passen, dann ist das genau

jene Anzahl von Menschen, die täglich

den Petersdom besuchen. Durch Abriss

und Neubau war der Petersdom zu einem

schaurig anzusehenden Torso geworden,

das ebenso den jungen Martin Luther im

CHRISTEN IN ISRAEL

◗ Die Christen in Palästina bilden kein Ghetto, sondern sind Teil des palästinensischen

Volkes. Die Lage ist für die Christen, die kaum zwei Prozent ausmachen, besonders bedrohlich.

Das Grundproblem besteht nach Erzbischof Fuad Twal, dem designierten Nachfolger

von Michel Sabbah, dem lateinischen Patriarchen von Jerusalem, in der Mauer, die keinen

Frieden schafft, weil sie auf palästinensischem Land steht und palästinensischen Familien

ihre Existenzgrundlage raubt. Die Mauer zeigt, wie Israel die Palästinenser sieht, als die

Schwachen im Gegensatz zu den starken Israelis. Nun haben auch Christen die Hamas

gewählt, weil sie hoffen, dass sie in den Städten und Dörfern geordnete Verhältnisse bringen

wird. Der Erzbischof glaubt, dass die Hamas Israel anerkennen wird, und Israel wird die

Rechte der Palästinenser anerkennen. Das können wir alle nur erhoffen.

SPENDEN

FÜR PFARRER

MAREK WARCHOL

◗ Dass es in unserer Pfarre eine Solidarität

über die Grenzen hinaus gibt, beweist, dass

auch für den Bau des Pfarrenzentrums unseres

„Sommerpfarrers“ Marek Warchol immer

wieder gespendet wurde. Eine Million Euro

kostet das Projekt, und die Kirche in Polen hat

nur sehr wenig Geld. So möchte ich Sie sehr

herzlich einladen, den Zahlschein im Pfarrbrief

nicht einfach beiseite zu legen, sondern

mit einem freien Herzen und großzügig zu

spenden. Wenn es stimmt, dass wir beim

Gericht nach dem gefragt werden, ob wir

geliebt und geholfen haben, dann haben wir

hier ganz sicher die Gelegenheit, unser Konto

im Himmel ein wenig aufzubessern.

UNSER FELS

IM GLAUBEN

Winter 1510 erschüttert haben muss, als

er die alte Kirche zerstört und Hochaltar,

Papstthron und Petrusgrab ungeschützt

Wind und Wetter ausgeliefert fand. Waren

es zuvor Bramante und nach seinem Tod

im Jahre 1514 Raffael, der bis dahin die

päpstlichen Gemächer ausgemalt hatte, so

wurde Michelangelo erst 1546 im hohen

KIRCHE IN NOT

OSTPRIESTERHILFE

◗ Kirche in Not / Ostpriesterhilfe ist ein

internationales katholisches Hilfswerk, das

im Auftrag des Papstes der Kirche überall

dort hilft, wo sie bedrängt oder verfolgt

wird bzw. nicht genügend Mittel für die

Seelsorge hat. Das Hilfswerk wurde 1947

vom niederländischen Prämonstratenserpater

Werenfried von Straaten gegründet.

Da er anfangs in Belgien und Holland vor

allem Speck bei den Bauern sammelte,

nannte man ihn bald den „Speckpater“.

Pater Werenfried ist am 31. Jänner 2003

verstorben. Heute hilft Kirche in Not in

mehr als 130 Ländern in Osteuropa, Asien,

Afrika und Lateinamerika.

Alter von 71 Jahren von Papst Paul III. mit

der Bauleitung betraut. Einzig und allein „zur

Ehre Gottes, des Hl. Petrus und zum Heil der

eigenen Seele“ wollte er arbeiten. Für die

Innengestaltung, etwa den Baldachin über

dem Hauptaltar, wurde einer herangezogen,

der ebenso ein großes Universalgenie war

und aus Neapel kam: Lorenzo Bernini. Eigentlich

ohne Gesamtplan und trotz aller

menschlichen Schwächen ist der Dom nach

120 Jahren Bauzeit und unter 18 Päpsten

vollendet worden. Gemeinsam mit dem

römischen Himmel bilden die Basilika und

der Petersplatz, der ebenso mit seinen Kolonnaden

von Bernini gestaltet wurde, ein

großartiges Ensemble aus Schönheit und

Harmonie. Die Geschichte der Basilika des

Hl. Petrus, der der erste Papst gewesen ist,

ist zugleich die Geschichte des Papsttums.

Heute lebt diese Basilika mit den vielen

Pilgern und vor allem, wenn einer in die

Basilika tritt: der Nachfolger des Hl. Petrus,

der Papst.

FREUD

UND LEID

IN UNSERER PFARRE

Das Sakrament

der Taufe empfingen

Emilie Victoria Baumschlager,

Rading 119

Lukas Auerbach, Rading 10

Theresa Aberle, Dambach 16

Benjamin Franz Fuxjäger,

Hengstpaßstr. 11

Alexander Polz, Mayrwinkl 10

Simon Aigner, Schweizersberg 22

Gott segne diese Kinder,

ihre Eltern und ihre Paten!

Aus unserer

Mitte verstarben

Franz Haslinger, Edlbach 132

Franziska Schmidleithner, Salzastraße 5

Michaela Buchebner,

Max – Dümlerstraße 9

Berta Bauer, Pyhrgasblick 5

Josef Nachbagauer, 4581 Rosenau/Hp. 16

Friedrich Obermayr, 4572 St. Pankraz 26

Theresia Schwarzenberger, Salzastraße 5

Theresia Kreuzmair, Salzastraße 5

Herr, nimm sie auf

in deine Herrlichkeit!

26 Nr. 139

April 2006 27


◗ Die Kapuziner bilden mit den Franziskanern

und den Minoriten zusammen den

Ersten Orden des Hl. Franziskus. Franz von

Assisi (1181 – 1226) hatte zunächst gar nicht

vor, einen Orden zu gründen. Er begann

einfach, das Evangelium zu leben, und bald

strömten ihm viele zu, die auf sein Charisma

aufmerksam wurden, woraus sich vielfältige

Formen von Gemeinschaften entwickelten.

Im Frühjahr 1525 verlässt der Franziskaner

Matteo da Bascio ohne die Erlaubnis der

Vorgesetzten sein Kloster in Mittelitalien.

Er möchte nach dem Beispiel des Ordensgründers

Franz radikal arm durch die Welt

ziehen. Von seinem Oberen festgenommen

und von der Herzogin Catarina Cybo durch

Vermittlung ihres Onkels Papst Clemens

VII. begnadigt, schließen sich zwei weitere

Franziskaner an, die, nachdem sie sich gut

verstecken konnten, allesamt von der Kirche

ausgeschlossen wurden. Im Jahre 1528

wurde aber trotzdem ihre Reformbewegung

bestätigt, und der Papst erlaubte ihnen das

Tragen einer kastanienbraunen Kutte mit

einer spitzen Kapuze als Zeichen ihres radikalen

Lebens nach dem Beispiel des Franz

ORDENSGEMEINSCHAFTEN IN

DER KATHOLISCHEN KIRCHE

UND IHRE GESCHICHTE (39)

KAPUZINER

von Assisi. Sie dürfen die Wanderpredigt

ausüben, und wegen der Kapuze werden

die Reformer vom Volk Kapuziner genannt.

1529 zählt die Gemeinschaft bereits dreißig

Mitglieder in vier Niederlassungen. Im

Jahre 1574 erlaubt Papst Gregor XIII. den

Kapuzinern die Ausbreitung über Italien

hinaus. So kommen sie 1581 in den deutschen

Sprachraum. Sie werden neben den

Jesuiten zur stärksten Kraft der katholischen

Erneuerung. Weltweit zählt der Orden

heute ca. 11.000 Brüder. In Österreich gibt

es bislang noch zwei Kapuzinerprovinzen,

die Wiener und die Nordtiroler Provinz, die

sehr bald auch vereinigt werden sollen. Die

Nordtiroler Kapuzinerprovinz umfasst die

Bundesländer Vorarlberg, Tirol, Salzburg und

VON DER BEDEUTUNG DER BEICHTE

Es funktioniert überall, tut nicht weh,

kostet nichts und erleichtert ungemein.

Wann werden Sie sich auch aufraffen?

Kurz, offen und ehrlich soll das Bekenntnis sein.

◗ Ich möchte allen danken, die die Fastenzeit

und die Karwoche mitgetragen haben. Ich

denke an die verschiedenen Gruppen, die für

die Kirchenmusik verantwortlich gewesen

sind. Mir fallen die verschiedenen Gruppen

ein, die die Gottesdienste in der Kalvarienbergkirche

gestaltet haben. Dankbar bin ich

den großen und den kleinen Ministranten,

die würdig an den Gottesdiensten teilgenommen

haben und als Ratscherbuben

unterwegs gewesen sind. Vergelt’s Gott

JEDE SCHULD IST AUCH SCHULD VOR GOTT

UND MUSS VON GOTT VERGEBEN WERDEN.

ÖSTERLICHER DANK

sagen wir dem Mesnerehepaar Maria und

Gerhard Buchebner und dem Kalvarienbergmesner

Franz Antensteiner; danke den

Vorbetern Friedrich Degelsegger und Gottlieb

Gösweiner. Wichtig ist der Dienst der Kirchenputzer,

denen wir nicht genug danken

können. Ebenso dankbar freue ich mich

Die Kirchen stehen dem Glauben tatsächlich im Weg, wo sie auf den Zug

einer flachen Modernisierung aufgesprungen sind.

Es ist eine Art Ikea – Christentum, das billigst angeboten wird,

aufs erste gut wirkt und letztlich viele Bedürfnisse unbefriedigt lässt.

Oberösterreich mit 11 Niederlassungen. In

Oberösterreich sind sie in Ried im Innkreis

(1651). Die Nordtiroler Kapuzinerprovinz

zählt zur Zeit 50 Brüder, und die Wiener

Provinz 60 Brüder, wobei Gmunden mit 4

polnischen Patres dazu gehört. Die Bereitschaft,

dem Reich Gottes mit ganzer Kraft

zu dienen, führte zu den verschiedensten

Engagements. So pflegten Kapuziner in Pestepidemien

die Kranken; in Paris waren sie

freiwillige Feuerwehr; sie waren Einsiedler

und Prediger, Bettelbrüder und Diplomaten,

Handwerker und Wissenschaftler. Die Kapuziner

leben in ihren Niederlassungen als

Brüdergemeinschaft, die gemeinsam das

Evangelium zu leben versucht, das nach außen

hin ausstrahlen soll. Diese Lebensweise

konkretisiert sich im Dienst an den Armen

und an den älteren Mitmenschen, an den

behinderten Kindern und Jugendlichen, an

den Strafgefangenen. Den geistlichen Dienst

vollbringen die Kapuziner im Exerzitienangebot,

im Sakrament der Beichte und in der

Wort – Gottes – Verkündigung. In Ried sind

die Kapuziner auf dem Kapuzinerberg 15,

4910 unter Tel. 0512/584914.

MÜHLVIERTLER-

TREFFEN

1. Juli, 10.30 Uhr

Kirche von Rosenau

über die vielen Beichten in Vorbereitung

auf das Osterfest. Herzlich danken möchten

wir für die schöne Osterkerze, die wieder

einen würdigen „Paten“ gefunden hat. Allen,

die an den Freitagsgottesdiensten in der

Fastenzeit und an den Gottesdiensten in der

Karwoche teilgenommen haben, möchten

wir herzlich Vegelt’s Gott sagen. Danken

möchten wir auch unserer Jugend für die

Anbetungsnacht und die wunderschöne

Jugendmesse am Ostersonntag.

BESINNUNGSSTUNDE

FÜR TRAUERNDE

am Samstag, den 6. Mai um 16 Uhr

im Pfarrheim

28 Nr. 139

◗ Obwohl Dominikus nur 15 Jahre alt geworden

ist, hat sich seine Sehnsucht erfüllt,

nämlich ein Heiliger im Himmel zu werden.

Er lebte in Murialdo in Italien. Schon mit

fünf Jahren war er Ministrant und bereits

mit sieben Jahren durfte er zur Erstkommunion

gehen, was damals eine ganz große

Ausnahme war. Das war für ihn ein großer

Tag, wo er auf einen Zettel folgende Sätze

schrieb:

„Andenken an meine Erstkommunion:

1. Ich werde oft beichten und kommunizieren.

2. Ich will die Festtage

besonders heilig halten. 3. Jesus und

Maria sollen meine Freunde sein. 4.

Lieber sterben als sündigen!“

Da Dominikus Priester werden wollte, musste

er auswärts in die Schule gehen. Barfuss

ging er jeden Tag den fünf Kilometer langen

Weg hin und retour zurück. Als er einmal

Heiliger Geist, du bist da,

unsichtbar und nah.

Du bist die Kraft,

die uns Mut macht,

wenn wir ängstlich sind;

die uns tröstet,

wenn wir traurig sind;

die uns lieben lässt,

wenn wir bockig sind.

Komm, Heiliger Geist,

so wie du damals auf die

Apostel herabgekommen bist:

wie ein Feuer,

das wärmt und Licht gibt

und vieles ansteckt.

Komm, Heiliger Geist,

erfülle die Herzen deiner

Gläubigen und entzünde in

KINDERSEITE

HL. DOMINIKUS

SAVIO

1842 – 1857

GEBETE ZUM HEILIGEN GEIST

40 Tage dauerte die Flut (Noach)

40 Tage zog das Volk Israel durch

die Wüste, bis sie das versprochene

Land erreichten

40 Tage war Mose am Berg Sinai

(1o Gebote)

In der Bibel ist die Zahl 40

von besonderer Bedeutung:

Ihnen das Feuer deiner Liebe!

Sende aus deinen Geist,

und alles wird neu geschaffen,

und du wirst das Angesicht der

Erde erneuern.

Heiliger Geist,

manchmal muss ich für

andere sorgen.

Ich muss meinem kleinen

Bruder helfen

oder meine Schwester trösten.

Ich muss anderen Mut machen,

obwohl ich selbst manchmal

Angst habe.

Gib du mir Kraft,

gib du mir Mut,

gib du mir deinen Schwung,

damit ich dich loben und

für andere da sein kann.

40 Tage fastete Jesus in der Wüste

40 Tage lang erschien Jesus nach

der Auferstehung seinen Jüngern

40 Tage dauert die Vorbereitungszeit

auf Ostern: die Fastenzeit

von seinem Lehrer geschimpft wurde, verteidigte

er sich mit keinem Wort, weil Jesus

sich auch mit keinem Wort verteidigt hat.

Mit 12 Jahren lernte Dominikus Don Bosco

kennen, dem sofort die frohen Augen und

das leuchtende Gesicht des Buben auffielen.

Don Bosco nahm ihn in seine Schule

auf, und die beiden wurden große Freunde.

Dominikus war sehr aufmerksam und ein

guter Freund für seine Mitschüler, die er

aber nicht einfach die Aufgaben abschreiben

ließ, sondern sich lieber die Zeit nahm, sie

ihnen gut zu erklären. Heiligkeit war sein

großes Ziel, und er gründete einen Klub zu

Ehren der Gottesmutter, wo er auch andere

dazu einlud. Gesund und kräftig war er nie

wirklich, sodass er mit 15 Jahren schwer

erkrankte und bald darauf in seiner Heimat

am 9. März 1857 starb. Wer Dominik heißt,

könnte in Zukunft auch am 9. März seinen

Namenstag feiern, am Tag des Patrons der

Bubenjungschar Österreichs.

Maria,

gib uns dein Herz –

so schön,

so rein,

so unbefleckt

dein Herz so voller Liebe

und Demut,

dass wir Jesus so lieben

können wie du ihn geliebt

hast und in ihm

das Brot des Lebens sehen,

ihn berühren und

ihm dienen, in den

Ärmsten der Armen.

Amen

(Sel. Mutter Teresa)

GUTE TATEN

1. Woche

Ich will täglich ein Gesätzchen vom

Rosenkranz beten

2. Woche

Ich will Vater und Mutter besonders

helfen

3. Woche

Ich will einen alten Menschen besuchen

4. Woche

Ich will keinen Streit beginnen

April 2006 29


Liebe Brüder und Schwestern! Unsere Mutter,

die Kirche, ist wirklich eine gute und

erfahrene Mutter und Lehrmeisterin, und

das will sie in besonderer Weise auf diesem

vorösterlichen Weg der Buße und der Umkehr

sein. An diesen sechs Sonntagen der

Fastenzeit stellt sie uns immer jene liturgischen

Texte vor Augen, die auf Jesus Christus

verweisen, auf das große Geheimnis

der Erlösung hinweisen, auf sein Leiden

und auf sein Sterben am Kreuz und auf

seine glorreiche Auferstehung. Und das ist

auch in den eben gehörten liturgischen

Texten des zweiten Fastensonntags der Fall.

Die erste Lesung hat uns vom Opfer Abrahams

berichtet. Gott prüft Abraham, den

Stammvater des auserwählten Volkes, indem

er ihm aufträgt, seinen einzigen Sohn, der

ihm noch im hohen Alter geschenkt wurde,

Gott darzubringen und zu opfern. Und was

tut Abraham? Er gehorcht und er glaubt. Er

lädt seinem Sohn das Holz für das Brandopfer

auf die Schultern. Isaak selber trägt das

Holz auf den Berg hinauf, und dort richtet

Abraham alles zu, um seinen Sohn zu

schlachten, um ihn als Opfer für Gott darzubringen.

Und Gott nimmt dieses Opfer

an, er schickt seinen Engel, der im letzten

Augenblick verhindert, dass Isaak wirklich

geopfert wird. Ja, dieses Ereignis, dieser

Bericht aus dem Alten Testament, hat einen

großen Vorbildcharakter für das andere Opfer,

das ein anderer Sohn – nämlich der Sohn

Gottes – auf Golgota dargebracht hat. Wie

Isaak hat auch Jesus sein Kreuz – das Holz

des Kreuzes, auf dem er sterben sollte, hinaufgetragen

nach Golgota. Nur dort hat der

himmlische Vater das Opfer im letzten Augenblick

nicht verhindert, sondern hat es

voll und ganz gefordert, und Christus konn-

PREDIGT

VON BISCHOF

DR. LUDWIG

SCHWARZ

ZUR VISITATION

AM 12. MÄRZ 2006

te sterbend beten: Es ist vollbracht! Er hat

wirklich 100%ig dieses Sühnopfer vollbracht,

das der Vater wollte, damit wir mit ihm

wieder versöhnt seien, damit er uns Sünde

und Schuld nimmt. Das ist ein Bild, das uns

sehr beeindruckt: dieser Isaak, der selber

das Holz hinaufträgt zum Opfer! Und in der

zweiten Lesung haben wir aus dem Römerbrief

gehört, dass Gott seinen eigenen Sohn

nicht geschont hat, sondern dass er ihn für

uns dahingab. Und dann kommt ein Satz,

der mich immer sehr tief beeindruckt. Dann

schreibt nämlich Paulus: Wenn Gott seinen

einzigen Sohn für uns dahingegeben hat,

sollte er uns in ihm nicht alles schenken?

Damit will Paulus sagen: Hat Gott überhaupt

noch etwas für sich zurückbehalten? Hat er

uns nicht in seiner grenzenlosen Liebe schon

alles gegeben? Hat er uns nicht alles geschenkt

– seinen Sohn am Kreuz dahingegeben.

Er hat uns den Heiligen Geist, die

dritte göttliche Person, die Liebe zwischen

dem Vater und dem Sohn geschenkt. Am

ersten Pfingstfest ist er in Sturmesbrausen

und Feuerzungen auf die junge kirchliche

Gemeinde herabgekommen. Und auf uns

alle kommt dieser selbe heilige Geist, dieser

göttliche Geist der Wahrheit und der

Liebe als Tröster, als Beistand immer wieder

herab. Ja, sollte er uns in seinem Sohn, den

er am Kreuze dahingab, nicht alles schenken?

Wie großzügig ist Gott! Alles hat er uns

gegeben! Sich selber! Und wie knauserig

sind wir oft im Schenken, im uns Hingeben

an Gott, an die Mitmenschen, das wäre

wirklich heute an diesem zweiten Fastensonntag

einer Prüfung wert, ob wir etwas

von diesem Gott, der die Liebe selber ist,

gelernt haben und auch bereit sind, wie er,

nicht für uns zu leben, sondern für die anderen.

Jesus Christus konnte von sich sagen

– Meine Speise ist es, den Willen dessen zu

tun, der mich gesandt hat. Ich bin nicht

gekommen, um mich bedienen zu lassen,

sondern um zu dienen. Ich bin unter euch

wie einer, der dient. Ja, dieses Dasein in

Demut für die anderen, das können wir

gerade von Gott, das können wir vor allem

von Jesus Christus, dem Sohne Gottes, immer

neu lernen. Ja, und dann hat uns unsere

Mutter, die Kirche, die uns so eine gute

Lehrmeisterin ist, die Evangelienstelle von

der Verklärung Jesu heute lesen lassen.

Wir sind zu tiefst beeindruckt. Knapp vor

dieser heutigen Evangelienperikope spricht

nämlich Jesus Christus zu seinen Jüngern,

dass er nämlich jetzt nach Jerusalem hinaufziehen

werde. Und dort wird er den

Hohenpriestern, den Schriftgelehrten aus-

geliefert werden. Sie werden ihn geißeln

und mit Dornen krönen. Sie werden ihn

töten, aber am dritten Tage werde er auferstehen.

Die Jünger waren niedergeschlagen,

denn die konnten es nicht fassen, dass ihr

Herr und Meister, von dem sie eine glorreiche

Zukunft erwarteten und die Befreiung

Israels von der Besatzungsmacht erhofften,

dass der nun in Jerusalem eines gewaltsamen

Pfarrkirche VS Roßleithen

30 Nr. 139

Todes sterben sollte. Und in dieser Traurigkeit,

die sich also ausbreitete über die ganze

Schar, da hat Jesus drei Jünger ausgewählt:

den Petrus, den Jakobus und den Johannes.

Und er ging mit ihnen auf einen Berg hinauf.

Und dort war er plötzlich vor ihren Augen

verklärt. Sein Antlitz strahlte wie die Sonne,

seine Gewänder waren strahlend weiß, und

er war umgeben von den Propheten Elija

und vom Gesetzgeber Mose. Und diese

beiden großen Gestalten des Alten Testamentes

sprachen mit Jesus. Die drei Jünger

waren zutiefst beeindruckt über diese Verwandlung

ihres Herrn und Meisters, der

strahlte wie die Sonne. Und Petrus stotterte

und stammelte: „Herr, hier ist es gut. Wir

wollen drei Hütten bauen – eine für dich

und eine für Elija und eine für Mose.“ Er

wusste nicht, was er sagte. Und in diesem

Augenblick hörten sie dann auch die Stimme

des Vaters im Himmel, der seinen Sohn

beglaubigte mit den Worten: „Dies ist mein

geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen

habe. Auf ihn sollt ihr hören!“ Eine ganz

tiefe Theophanie, mit einer ganz gewaltigen

Aussage für uns alle: Jesus wollte durch

diesen Akt der Verklärung auf dem hohen

Berg seinen Jüngern und uns allen sagen,

dass sein Weg sehr wohl über Leiden und

Tod führt, aber dass der Tod nicht das letzte

Wort hat, sondern die Auferstehung, die

Verklärung, das ewige Leben. Darauf kommt

es an und das gilt für uns alle, die wir zu

RoHol Pfarrheim

Christus gehören. Nicht der Karfreitag hat

das letzte Wort, sondern der Ostermorgen,

wo wir die Auferstehung feiern und das

neue Leben, das uns durch den Auferstandenen

geschenkt wird. Das ist eine Erfahrung,

die uns Mut und Kraft auf unseren

Lebensweg gibt. Nicht nur jetzt in der Fastenzeit,

sondern im ganzen Leben, denn

auch bei uns ist es so, dass Kreuz und Leid

und Heimsuchungen verschiedenster Art

nicht ausbleiben. Aber dadurch werden wir

Christus ähnlich. Der Hl. Paulus sagt: „Wer

mit Christus leidet, der wird auch einmal

mit ihm verherrlicht werden!“ Also die Leiden,

das Kreuz gehören zum Christ sein

dazu. Einmal sagt es Jesus mit den Worten:

„Wer mein Jünger sein will, verleugne sich

selbst und nehme täglich sein Kreuz auf sich

und folge mir nach!“ Ja, über Kreuz und

Leid führt unser Weg zur Verherrlichung,

zur Auferstehung und zum ewigen Leben.

Aber der Hl. Paulus fügt auch dieses schöne

Wort hinzu, dass die Leiden dieser Welt in

keinem Vergleich stehen zur künftigen Herrlichkeit,

die uns Gott im Himmel bereitet

hat. Und das ist uns deutlich bewusst geworden

im heutigen Evangelium von der

Verklärung Jesu. Er will uns Mut machen.

Er will auf das Ende hinweisen, das ein seliges,

ein beglückendes, in ewiger Freude,

in ewigem Glück und in ewiger Liebe bei

Gott ist. Und die Leiden dieser Welt halten

keinem Vergleich stand im Hinblick auf die

kommenden Güter, die er uns durch sein

Leiden, durch seinen Tod und durch seine

Auferstehung erworben hat. Ja, wir sollen

also mit Zuversicht, mit großem Vertrauen

auf Gott unser Leben führen – auch in den

Prüfungen und Heimsuchungen. Wichtig

ist, dass wir die Sünde meiden, dass wir in

Gemeinschaft mit Jesus Christus bleiben,

denn ihn hat der Vater als den einzigen Weg

zum Vater bestätigt, wenn er heute sagt:

„Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt

ihr hören!“ Prüfen wir uns heute und in den

kommenden Tagen, ob wir wirklich auf

Christus hören, ob wir auf ihn schauen und

ob er wirklich für uns das Modell ist, an dem

wir uns ausrichten. Denn er sagt uns schon

sehr deutlich: „ Lernet von mir! Und dann

fügt er hinzu: „Denn ich bin sanftmütig und

demütig von Herzen.“ Gerade diese Sanftmut,

diese Liebe und Güte auf der einen

Seite und die Demut – das Kleinsein vor

Gott auf der anderen Seite – sollen wir von

ihm lernen. Greifen wir in dieser Fastenzeit

auch mehr als sonst zur Hl. Schrift. Lesen

wir, meditieren wir, betrachten wir das

Wort Gottes, denn hier haben wir ein Licht

für unseren Lebenspfad. Hier haben wir die

Richtschnur, die uns zeigt, wohin der Weg

zum Glück und der Weg zu Gott führt. Ja,

nehmen wir dieses Wort aus dem Mund

des himmlischen Vaters ernst: „Das ist mein

geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen

habe. Auf ihn sollt ihr hören!“ Amen.

April 2006 31


◗ Bischof Dr. Ludwig Schwarz, der aus dem

Salesianerorden kommt, hat sich sehr bald

für einen bischöflichen Besuch in der Pfarre

von St. Jakob in Windischgarsten entschieden.

So kam er am Donnerstag, 9. März, und

besuchte sogleich die Schulen - es begann

mit den Volksschulen von Roßleithen, wo

sogleich ein Schülergottesdienst gefeiert

wurde, dann Windischgarsten, Rosenau

und Mitterweng und schließlich folgten die

beiden Hauptschulen von Windischgarsten,

wo es überall zu einer herzlichen Begegnung

mit dem Bischof kam, ebenso in den beiden

Kindergärten von Windischgarsten und Rosenau.

Am Nachmittag standen die Betriebe

am Besuchsprogramm des Bischofs, und

da die Firmen Schröckenfux, DANA, ABP

Anton Burger und die ROHOL. Der Bischof

zeigte sich überall sehr interessiert, aber

auch freundlich und herzlich. Am Samstag

begann das Programm im Altenheim mit

einem Gottesdienst, der vom Kamilluschor

sehr beeindruckend gestaltet wurde, im Anschluss

gab es ein Treffen mit den Mitarbeitern

im Rahmen eines köstlichen Frühstücks.

Noch vor dem Mittagessen wurden alte

32

UNSER DIÖZESANBISCHOF IN WINDISCHGARSTEN

Besuch und Begegnung

und kranke Menschen in Windischgarsten

besucht. Um 15.00 Uhr war dann Kindersegen

angesagt, und tatsächlich folgten viele

Eltern mit ihren Kindern dieser Einladung.

Die Kinder vom Pfarrcaritaskindergarten und

die Erstkommunionkinder gestalteten den

Gottesdienst mit schönen Liedern. Um 18.00

Uhr kam es zur Begegnung des Bischofs mit

den Bürgermeistern und den Vertretern der

Gemeinden Windischgarsten, Edlbach, Roßleithen

und Rosenau im Marktgemeindeamt

von Windischgarsten. Nach der Begrüßung

von Bürgermeister Ing. Norbert Vögerl ergriff

unser Diözesanbischof das Wort und

betonte die Bedeutung der Familie in unserer

Zeit, die Ehrfurcht vor dem Leben des

Menschen, aber auch die Säkularisierung in

unseren Tagen wurde angesprochen. Nach

einem kleinen öffentlichen Empfang auf dem

Marktplatz, wo Musik und Trachtengruppen

Aufstellung genommen und zwei Kinder

(Lisa Gösweiner und Lukas Kohlmayr) ein

kleines Gedicht zur Begrüßung aufgesagt

haben, führte der Festzug eine große Schar

von Gläubigen in die Kirche, wo der Bischof

ein festliches Abendlob feierte, das vom Volk

mit Psalmen und

Liedern, aber auch

besonders von der

Musikkapelle und

dem Doppelquartett

mit großartigen

Melodien gestaltet

wurde. Unter der

Führung der Musik

der Pfarre zogen

dann alle Mitarbeiter

der verschiedensten

VS Mitterweng Arbeitskreise und

der Jugend und Jung-

scharaktivisten der Pfarre in das Pfarrheim,

wo ein erweiterter Pfarrgemeinderat zur

Sitzung zusammengekommen war. Da

wurden dann verschiedene seelsorgliche

Probleme in unseren Tagen angesprochen.

Am Sonntag, den 12. März, war es dann

zunächst der Singkreis, der das Hochamt

mit der Spatzenmesse von Mozart, und

die Katholische Frauenbewegung, die den

Gottesdienst um 10.00 Uhr mit modernen

Liedern gestaltete. Insgesamt werden uns

Herzlichkeit und Dankbarkeit des Bischofs

in Erinnerung bleiben, aber auch seine einfachen

und eindringlichen Worte, die uns

dazu verhelfen sollen, dass wir unseren Glauben

mit Freude leben. Bischof Ludwig hat

sich bei uns ganz gewiss sehr wohl gefühlt,

über die Hausaufgaben für die Pfarre wird

man nun miteinander reden müssen. Dazu

sind alle eingeladen. Danke allen, die zum

Gelingen der Visitation beigetragen haben,

und allen, die dabei gewesen sind und sich

über den Besuch unseres Diözesanbischofs

in der Pfarre St. Jakob in Windischgarsten

gefreut haben.

Bezirksaltenheim

IMPRESSUM: „Lebendige Pfarre“ – Herausgeber und Verleger: Röm. – kath. Pfarramt in 4580 Windischgarsten, Rosenauerweg 1, Tel.: 07562/5258; Fax: 07562/5258 – 4;

E – Mail: pfarre.windischgarsten@dioezese-linz.at Redaktion: Pfarrgemeinderat – Arbeitskreis Verkündigung. Pfarrer Dr. Gerhard Maria Wagner, Tel. 0676/87765477.

Herstellung: Satz, Gestaltung und digitale Druckvorstufe: Konrad & Kren Werbeagentur, 8911 Admont – Druck: Wallig, 8962 Gröbming

Nr. 139

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine