St Pauli.pdf - Print- und Medienproduktion Hamburg GmbH

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St Pauli.pdf - Print- und Medienproduktion Hamburg GmbH

medienproduktion | bEst practicE

totenkopf und tradItIon

Die Hansestadt Hamburg, sich Herausforderungen stellen und das Herz auf dem rechten Fleck tragen – das

sind die Eckpfeiler, die den FC St. Pauli und das Hamburger Abendblatt verbinden. Grund genug für Jan

Henrik Groß, Leiter Neue Produkte beim Hamburger Abendblatt, den Kultclub an der Elbe zum 100-jährigen

Bestehen mit einer ganz besonderen Ausgabe zu ehren.

Von petra Brockmüller

»Das Hamburger Abendblatt steht nicht

gerade im Verdacht, eingefleischte St.

Pauli-Fans als Stammleser zu haben«, so

Jan Groß, »aber wir

haben den Anspruch,

die ganze Stadt zu repräsentieren

und deshalb

war für uns

vollkommen klar, dass

wir nach der sehr erfolgreichen,

von Uwe Seeler handsig -

nierten Sonderedition ›Nur der HSV‹

auch für den zweiten großen Fußballclub

der Stadt eine maßgeschneiderte sehr

spezielle Ausgabe un seres St. Pauli-Jubiläums-Buchs

auf den Markt bringen werden.«

Inhalt und Titel standen schnell fest

»Forza St. Pauli – 100 Jahre Klub, Kultur

und liebenswertes Chaos«. Ein Buch, das

keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt,

sondern reportagiger, journalistischer

daherkommt. Eine ungewöhnliche

und intensive Liebeserklärung auf 408

Seiten zwischen Totenköpfen, Astra und

den treuesten Fans der Welt. »Für uns im

Team stand schnell fest«, so Jan Groß,

»dass ein Fan eher etwas lesen möchte,

was er noch nicht gehört hat. Forza St.

Pauli ist nicht streng dokumentarisch

oder gar historisch aufgebaut, sondern

hier haben Menschen ein Buch geschrieben,

die den Verein jahrzehntelang journalistisch

beobachtet und begleitet haben.

Es geht nicht nur um die Hintergründe

des Vereins und seines Stadtteils, sondern

um Insidergeschichten und Highlights.

100 Jahre Vereinsgeschichte und 100 Protagonisten,

die ihren ganz persönlichen

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Moment mit ihrem Verein schildern. Da

gibt es einiges, das selbst eingefleischte

St. Pauli-Fans erstaunen wird. In Forza St.

Pauli findet sich der Liebesbrief des langjährigen

Präsidenten Corny Littmann an

›seinen Verein‹ ebenso, wie ein Interview

mit Doc Mabuse, der den Totenkopf ans

Millerntor gebracht hat.«

Eine Chance für lokale Dienstleister

Doch nicht nur der Inhalt, sondern auch

die Umsetzung der geplanten Sonderedition

wollten gewährleistet sein. »Qualität

ist für uns beim Hamburger Abendblatt

extrem wichtig. Ich habe ganz bewusst

nach einer Produktionsagentur und

einem Grafikstudio in der Region gesucht,

die den gleichen Qualitätsmaßstab

wie wir anlegen. Mit dem Designbüro

Markenveredelung und der Print- und

Medienproduktion Hamburg (PMP) auf

Hausboot Bruno habe ich diese Partner

gefunden«, so Jan Groß.

Exklusivität zum Anfassen

Die Aufgabenstellung des Kunden und

der Grafik an die Print-Produktion war

eindeutig: Die Grundversion des Abendblatt-Buches

Forza St. Pauli sollte – dem

Underdog-Image des Vereins entsprechend

– nicht nur »rostig« aussehen, sondern

sich auch so anfühlen. Für Ralph

Vögtle, einen der beiden Geschäftsführer

der PMP, eine willkommene Herausforderung:

»Dass wir die Buchinhaltsblöcke

– bedingt durch das besondere Format

und das Gewicht – mit weißen Handschuhen

in der Buchfertigungsstraße

würden umheben müssen, um Beschädigungen

zu vermeiden, wussten wir ja

schon von der Produktion des HSV-Buches.

Die ›Handerotik‹ war etwas Neues.

Eine schöne Möglichkeit, zusätzlich zu

fühlen, was das Auge schon sieht. Nach

verschiedenen Versuchen in der Zusammenstellung

mit Lacken und partiellen

Schaumlackierungen, haben wir den

Schaumlack schließlich im 28er Linien -

ras ter als Halbton aufgebracht. Auf diese

Weise konnten die hellen Stellen ausgespart

werden und fühlen sich – je nach

Layout – weniger bis gar nicht rostig an,

während sich die dunklen Stellen richtig

rostig anfühlen. Besonders deutlich wird

das an dem gelben Schild auf der Buchrückseite.«

Auf Vorschlag der Produktionsspezialisten

wurden das kreisrunde

Logo auf dem Buchdeckel sowie das

»Bauschild« auf der Buchrückseite zusätzlich

tief geprägt, um die Haptik noch

weiter zu unterstützen.

Holzschuber aus Europaletten

Zusätzlich zur Titelveredelung sollten

sich die auf 1.910 – dem Gründungsjahr

des Vereins ensprechend – begrenzten

Exemplare der Sonderanfertigung durch

einen einzigartigen Schuber deutlich von

der Grundversion abheben und auf dem

Vorsatzblatt durchnummeriert werden.

Key FACts

produkt: Forza St. Pauli – 100 Jahre Klub,

Kultur und liebenswertes Chaos

initiator: Hamburger Abendblatt

herausforderung: Aufarbeitung von 100

Jahren Vereinsgeschichte, nicht streng

do kumentarisch sondern aus dem Herzen

von langjährigen Begleitern und

Menschen vor und Hinter der Kulisse.

produktion: Print- und Medienproduktion

HH


»Forza st. pauli«: hardcover Bildband, 384 seiten. Format 31 x 31 cm, 3 cm dick. Gewicht: 3,5 kg. holzschuber: passgenau gesägte leisten aus europalettenholz,

innen glatt geschliffen, zusammen getackert und mit einem laser »gebrandet«.Vorsatzbögen: nur auf einem richtig schwarzen hintergrund

kommt der totenkopf richtig zum tragen.

Im gemeinsamen Dialog mit dem Kunden

entstand die Idee, einen Holzschuber

zu bauen und das Vereinslogo per

Brandeisen aufzubringen. »Das Holz

sollte splittern, Astlöcher haben und nach

Arbeit aussehen. Bloß nichts Furniertes.

Europaletten erfüllen diese Anforderungen«,

so Jan Groß, »eine Idee, die von

allen sofort begeistert aufgenommen

wurde.« Damit das eingeschuberte Buch

nicht beschädigt wird, wurden die, passgenau

aus grob gesägtem Europalettenholz

hergestellten, Schuber innen glatt

geschliffen. Doch das abschließende

Branding erwies sich als Herausforderung:

In diversen Versuchen stellte sich

heraus, dass die Holzoberfläche zu uneben

war, so dass der Brandeisenstempel

nicht gleichmäßig auflag. »Auf diese

Weise konnten wir nicht gewährleisten,

dass das Logo richtig dargestellt worden

wäre. Unter Umständen wäre nur ›FC‹

oder ›St. auli‹ lesbar gewesen«, so der

Produktionsspezialist Ralph Vögtle.

»Also haben wir nach einer Alternative

gesucht, die den gleichen Touch hat und

unter Berücksichtigung des Materials

trotzdem alle Informationen des Logos

auf die Oberfläche bringt. So sind wir auf

einen Laser gekommen. Für einen Laser

spielt es keine Rolle, wie die Oberfläche

aussieht und er bringt auch einen Brandcharakter

auf die Oberfläche. Zusätzliches

Plus: Auch die Ziegel der Hammaburg

– von der sich der Name Hamburgs

ableitet – sind extrem deutlich zu erkennen.

Das wäre bei einem Brandeisen nie

der Fall gewesen.«

Nicht nur eine Frage der Wirtschaftlichkeit

Die größte Herausforderung für das Team

um Jan Groß bestand jedoch in der extrem

kurzen Fertigungszeit: Um die Saison

2009/2010 komplett inklusive aller

Tabellen in das Buch mit aufnehmen zu

können, standen den Produktionsspezialisten

auf Hausboot Bruno am Ende nur

zehn Tage zur Verfügung. Für Druck,

Farbabstimmung, Korrekturen, Verarbeitung

und abschließend das Einschweißen

in Einzelverpackungen und Etikettieren

beziehungsweise Einschweißen in Einzelverpackungen,

Einschubern, nochmaliges

Einschweißen und Etikettieren für die

Sonderedition. Gute Gründe für Jan

Groß, die Print-Produktion schon im Entstehungsprozess

mit an Bord zu holen.

»Nur im Team können wir sicherstellen,

das in punkto Qualität, Wirtschaftlichkeit

und Timing das Optimum erreicht wird.

Produktionsspezifische Fragestellungen

werden bei uns von Anfang an in die

Kreation mit einbezogen und deren Umsetzbarkeit

im Gesamtprozess hinsichtlich

Zeit und Kosten berücksichtigt.

Teamgeist und regionale Verbundenheit

zahlen sich eben nicht nur für einen

großartigen Fußballclub, sondern auch

für eine Regionalzeitung aus. Forza St.

Pauli ist ein phantastisches Buch gewor-

den, das den besonderen Charme des FC

St. Pauli in seinem Statement, Wirken und

Auftritt inhaltlich und optisch wiederspiegelt.

Eine großartige Arbeit.«

> www.pmp-hh.eu

Sommer 2010 | Value

value

print- und medienproduKtion hh

Das Produktionskontor mit Sitz im

Hamburger Freihafen steuert die Erstellung

von Druckerzeugnissen und arbeitet

vor allem für Kunden aus den

Bereichen Industrie, Verlagswesen und

Werbung.

Die Geschäftsführer Karsten Fleischer

(rechts) und Ralph Vögtle sehen ihre

Stärke in der Unabhängigkeit und der

hohen Beratungskompetenz. Kunden

können völlig neutral beraten und die

komplette Palette des Printmarktes –

natürlich auch unter dem Gesichtspunkt

des Budget- und Kostenrahmens

– angeboten werden. Auf Wunsch erhalten

Kunden fachliche Unterstützung

in digitaler Fotografie, Color-Management,

Workflowoptimierung und Softproofs.

Seit 2009 bietet die PMP unter

der Marke »PrintDog-Academy« auch

Schulungen an und unterstützt Kunden

mit »IDog« bei der Umsetzung von online-Projekten.

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