Musik&Equipment

sonic.core.net

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3/März 2010 · www.professional-audio-magazin.de 5,60 € Österreich 5,60 € � Schweiz 11,20 sFr � BeNeLux 5,60 €

Musik&Equipment

Test: Sonic Core Scope Xite-1

Das mächtigste

DSP-Interface der Welt

� 18 Sharc-DSPs an Bord

� Highend-Performance zum Schnäppchenpreis

Lexicon goes Software

� Sieben Original Lexicon

Algorithmen als Plug-ins

� Klanglich auf dem Niveau

der Hardware

Test:

Equator Audio Research Q8

Koaxial-System mit Einmess-Computer löst

jedes Raumproblem

Test: PSI Audio

Standlautsprecher

Räumlichkeit, Präzision,

Tiefbass –

Alles vom Feinsten

Test: TTest: M-Audio - d Fast Track Trackk

Der kostengünstigste

Einstieg in Pro Tools –

Software inklusive inklusive

� Report Stockfi sch Records

� Interview

mit Komponist

Russell Brower

Testbericht Sonic Core Scope Xite-1

Sonderdruck für Sonic Core


TEST | DSP-INTERFACE | Sonic Core Scope Xite-1

Es ist schon ein Kreuz

mit dem computerbasierten Recording und Mixing.

Selbst die stärkste CPU streicht bei exzessivem Gebrauch von Plug-ins

irgendwann die Segel. Rettung naht in Form der DSP-Plattform Scope Xite-1

von Sonic Core. Ein Audio-Interface gibt’s sogar obendrein noch dazu.

Was sich dahinter verbirgt und was damit alles machbar ist,

zeigt der wie immer ausführliche Test.

Das DSP-Kraftwerk

Von Georg Berger

Sonic Core? Kenn ich nicht. Und was

ist mit Creamware? Ah ja, da klingelt

was. Das ist doch das Unternehmen, das

seinerzeit mit einer Reihe von DSP-Karten

mit integrierten Audio-Anschlüssen

erfolgreich am Markt agierte, eine opulente

Auswahl an virtuellen Effekten und

2 Sonderdruck

für Sonic Core aus

Professional audio Musik & Equipment 3 / März 2010

Instrumenten offerierte und vielen Rechnern

gehörig Dampf machte (siehe Firmen-Portrait

in Heft 11/2006). Richtig.

Doch was hat das Eine mit dem Anderen

zu tun? Des Rätsels Lösung: Nachdem

Creamware 2007 Insolvenz anmelden

musste, übernahmen die ehemaligen

Creamware-Mitarbeiter Holger Drenkelfort

und Jürgen Kindermann das Unter-

nehmen und stellten es unter dem Namen

Sonic Core neu auf. Besitzer älterer

Scope-Karten konnten also aufatmen,

ebenso wie die Besitzer der ASB-Hardware-Synthesizer,

denn der Support für

ihre Produkte ist seitdem gesichert.

Schon kurz nach der Firmen-Übernahme

präsentierte Sonic Core auf der Musikmesse

2008 das erste Sonic Core-Eigen-


gewächs in Form des 19-Zoll DSP-Interfaces

Scope Xite-1, das gleichzeitig das

Flaggschiff der Scope-Produktlinie und

den nächsten Schritt in der Evolution des

DSP-Audio-Systems markiert. Allerdings

vergingen von der Erstpräsentation bis

zur Serienreife noch einmal knapp zwei

Jahre. Seit kurzem ist das Scope Xite-1

endlich erhältlich und will die Nachfolge

der erfolgreichen Scope-PCI-Karten (früher

Luna oder Pulsar genannt) antreten.

Wichtig: Zurzeit verträgt sich Sonic

Cores DSP-Interface ausschließlich mit

Windows-Rechnern. An einer Anpassung

für Mac OS X wird aktuell noch gearbeitet.

Auf Nachfrage konnte uns jedoch

kein Zeitpunkt genannt werden, zu

dem sich das Xite-1 auch in Mac-Systeme

einbinden lässt. Scope Xite-1 setzt

selbstverständlich ebenfalls auf der

Scope Fusion Platform genannten Software

zur Steuerung des Systems auf, die

sowohl für die alten Karten wie auch im

Xite-1 nunmehr in Version 5 zum Einsatz

kommt. Anwender der älteren Karten

können also ohne Umschweife auch mit

einem Scope Xite-1 arbeiten. Standesgemäß

hat Sonic Core seinem Flaggschiff

sämtliche Plug-ins eigener Herstellung

mitgegeben. Besitzer kleinerer Karten

wie Scope Home oder Project erhalten

bei Software-Updates nach wie vor ein

eingeschränktes Arsenal an Plug-ins,

das sich durch Zukauf weiterer Bundles

jedoch aufstocken lässt (siehe Kästen auf

Seite 52 und 54). Das Beste: Scope Xite-1

lässt sich mit sämtlichen Creamware-

PCI-Karten kaskadieren und bietet eine

vorbildliche Abwärtskompatibilität. Neu

hingegen ist, dass Sonic Core das DSP-

System erstmals in ein externes 19-Zoll-

Gehäuse gepackt hat, was jedoch seinen

Grund hat. Denn die Entwickler haben

ihrem Neuling jetzt sage und schreibe 18

Sharc-DSPs des amerikanischen Chip-

Herstellers Analog Devices spendiert.

Die größte Pulsar-Karte, die seinerzeit

mit 15 DSPs aufwartete, erforderte aufgrund

ihrer Länge entsprechend groß dimensionierte

PC-Gehäuse. Ein Aufstocken

mit weiteren DSPs wäre für eine

Kartenlösung also nicht mehr praktikabel

gewesen. Zusätzlich wartet das

Scope Xite-1 jetzt auch mit einem internen,

512 Megabyte großen, Arbeitsspeicher

auf, der aufgrund der externen Lösung

zum Puffern der Datenströme benötigt

wird. Diese verschwenderische

Ausstattung hat allerdings ihren Preis,

der mit knapp 3.400 Euro zwar gerechtfertigt

ist, aber nicht gerade Sparbuchfreundlich

ausfällt.

Die geballte Kraft von

18 DSPs

Markenzeichen und großer Vorteil der

Creamware/Sonic Core Produkte ist ihre

Musik&Equipment

Sonic Core C Xi Xite-11

� � Sehr guter Klang des Audio-Interface

� Exzellenter Klang der meisten Plug-ins

� Minimale Latenzen

� Äußerst fl exible Routing-Möglichkeiten

� Direkter Einsatz der Plug-ins

in VST-Sequenzer

� Möglichkeit Plug-ins gezielt von einzelnen

DSPs berechnen zu lassen

� Abwärtskompatibel zu älteren Scope-Karten

� � Exquisites Angebot an Drittanbieter-Plug-ins

� ��� Zurzeit nur unter Windows lauffähig

� Abtastraten von 88,2 Kilohertz nicht

einstellbar

� Nicht alle Plug-ins im VST-Modus ladbar

� Antiquierte Ausstattung und Bedienung der

STS-Sampler-Plug-in

Summary

Sonic Core Scope Xite-1 liefert Plug-ins und

Rechenpower satt und lässt den Kauf eines

neuen Musik-PCs in weite Ferne rücken.

Wer einmal damit gearbeitet hat, will es

garantiert nicht mehr missen.

Sonderdruck für Sonic Core aus

Professional audio Musik & Equipment 3 / März 2010

3


TEST | DSP-INTERFACE | Sonic Core Scope Xite-1

Der D RReigen i an AAnschlussmöglichkeiten hl ö li hk it am SScope Xit Xite-1 1 hält einige i i Überraschungen Üb h bbereit: it DDer ansonsten t iim TV TV-/Video-Bereich /Vid B i h bbeheimatete h i t t HDMI-Anschluss HDMI A hl (ganz ( links), li k ) dient di t zum

Übertragen des Datenstroms zwischen Xite-1 und Rechner. Die beiden Firewire-Schnittstellen führen ebenfalls ein proprietäres Datensignal und dienen ausschließlich zum Kaskadieren

mit weiteren Xite-1 oder Pulsar/Luna-Karten.

Die Frontplatte wartet mit einem regelbaren Kopfhöreranschluss und zwei analogen Eingängen inklusive schaltbarer

Phantomspannung, Pad-Funktion und schaltbarer Hi-Z-Empfi ndlichkeit zum Aufnehmen elektrischer Instrumente auf.

Kombination aus DSP-Plattform und Audio-Wandler-System.

Das Wandeln, Routen

und Verarbeiten von Audioströmen

mit Effekten erfolgt sozusagen direkt unter

einem Dach, wird gleichfalls von den

DSPs erledigt und sorgt für zusätzliche

Entlastung des Datenverkehrs mit dem

Host-Rechner, was schließlich zum Minimieren

von Latenzen beiträgt. Damit

wartet auch das Scope Xite-1 auf und ist

den direkten Konkurrenten Powercore

von TC Electronic, der UAD-Plattform

von Universal Audio und dem Duende-

System von SSL eine Nasenlänge voraus,

die sich ausschließlich auf das Berechnen

von Plug-ins konzentrieren. So fi nden

sich an der Xite-1-Hardware vier

analoge Ein- und zwei analoge Ausgänge,

ausgelegt als XLR-, respektive Combo-Buchsen.

Die mit XTDM bezeichnete

Sub-D-Buchse ist zurzeit ohne Funktion.

Sie soll künftig als Kaskadier-Schnittstelle

fungieren. An digitalen Anschlüssen

ist das Xite-1 mit AES-Ein- und Ausgängen

und zwei Adat-Schnittstellen ausgestattet.

Eine Schnittstelle kann dabei

auch wahlweise zum Senden und Empfangen

von S/PDIF-Signalen eingesetzt

werden. Ein MIDI-Buchsen-Trio und

Wordclock-Anschlüsse lassen schließlich

keine Wünsche offen. Mit dieser Ausstattung

kann das Scope Xite-1 problemlos

mit Audio-Interfaces der Oberklasse

mithalten. Abtastraten zwischen 32 bis

96 Kilohertz, wahlweise in Wortbreiten

von 16 oder 24 Bit sind einstellbar. Was

Das Herz des Xite-1: Die Hauptplatine mit den 18 Sharc-

DSPs. Die zwölf größeren Chips warten mit einer Geschwindigkeit

von 333 Megahertz auf und dienen primär

zum Berechnen der Plug-ins. Die sechs kleineren Modelle

besitzen eine Taktfrequenz von 60 Megahertz und sind in

erster Linie zum Berechnen der Mixer und Routings gedacht.


4 Sonderdruck

für Sonic Core aus

Professional audio Musik & Equipment 3 / März 2010

allerdings fehlt, ist eine einstellbare

Samplerate von 88,2 Kilohertz. Die beiden

Firewire 400-Buchsen führen beim

oberfl ächlichen Betrachten jedoch in die

Irre und lassen den Schluss zu, dass das

Scope Xite-1 darüber mit dem Rechner in

Kontakt tritt. Doch weit gefehlt. Die

Schnittstellen, zur besseren Unterscheidung

„Z-Link“ genannt, dienen ausschließlich

zum Verbinden und Kaskadieren

mit weiteren Xite-1-Geräten oder

älteren Scope-/Pulsar-Karten und führen

ein proprietäres Datenformat. Besonderheit:

16 Audiokanäle sind darüber ohne

Verluste in 32 Bit Fließkomma zwischen

den einzelnen Geräten/Karten austauschbar.

Genial: Durch Anschluss des

immer noch erhältlichen AD-DA-Wandlers

A 16 an die Z-Link-Buchsen lässt

sich das Scope Xite-1 übrigens um – wen

wundert’s – 16 Hardware-Kanäle erwei-

tern. Doch zurück zum Testkandidaten.

Die tatsächliche Kommunikation mit

dem Rechner wird vielmehr über die für

Audio-Geräte exotisch anmutende HD-

MI-Schnittstelle realisiert, die eher im

TV- und Video-Bereich beheimatet ist.

Dazu muss zuvor die mitgelieferte PCI-

Express-Karte in den Rechner eingebaut

werden. Vorteil: Durch die PCI-Express-

Schnittstelle erreichen die Xite-1 Daten

den Rechner-Prozessor und Arbeitsspeicher

deutlich schneller und störungsfreier

als über die Firewire- oder USB-

Schnittstelle. Das Berechnen der Plugins

wird primär von den 12 größeren

Sharc-DSPs erledigt, die mit einer Taktfrequenz

von 333 Megahertz arbeiten

(siehe Abbildung auf Seite 50). Die sechs

kleineren Sharc-Modelle sind mit jeweils

60 Megahertz getaktet und dienen in

erster Linie zum Berechnen des Signalroutings.

Doch die Hardware macht erst

einmal die Hälfte des Gesamtpakets aus.

Die andere, nicht minder wichtige, Hälfte

besteht aus der Scope Fusion Platform

Software und den Plug-ins, die wir uns

jetzt ein wenig näher anschauen wollen.

Audio-Wandlung und Plug-in

Berechnung unter einem Dach

Grundsätzlich gibt es zwei Modi in denen

sich das Scope Xite-1 und die Plugins

einsetzen lassen: Im Master-Modus


Die Scope Fusionn Plattform im Überblick

1 Das Routing-Fenster

1a Menüleiste zum Auswählen verschiedener

einsetzbarer Module, etwa Hardware Ein-

und Ausgänge oder Plug-ins

1b Bereits eingesetzte Module; Signalverbindungen

untereinander werden über die

Live-Bar (siehe 2) oder per Mausklick auf

die Module realisiert

2 Die Live-Bar: Anzeige sämtlicher eingesetzter

Module; Durchführen von Routings

per Aufruf von Ausklapp-Menüs in den

Modulen; Erzeugen und Speichern unterschiedlicher

Routing-Ansichten über das

Screen Set-Menü

3 Der DSP-Dialog: Anzeige der DSP-Prozessorlast

4 Der File-Browser: Zentraler Dialog zum Anzeigen

und Auswählen von Projekt-, Preset-

oder Sample-Dateien

Zur Kommunikation zwischen Xite-1

und Rechner ist der Einbau der

mitgelieferten PCI-Express-Karte

notwendig. Der Datentransfer erfolgt

über eine HDMI-Schnittstelle.

durch Aufruf

der Fusion-Software

oder im sogenannten

„VST Integration

Mode“ (VSTIM),

wobei nur jeweils ein Modus

aktiv sein kann. Den

VSTIM gibt es schon bei den

Pulsar-Karten unter der Bezeichnung

XTC. In diesem Betriebszustand

können in VST-fähige Sequenzer

sämtliche Sonic Core Effekte und Instrumente

wie herkömmliche VST-Plug-ins

geladen und bedient werden. Ausweislich

unseres Tests funktioniert das hervorragend

mit sämtlichen Steinberg-Sequenzern

und Cakewalk Sonar. Ein Erlernen

der Fusion-Software ist daher nicht

zwingend nötig, möchte man die exzellent

klingenden Instrumente und Effekte

in seinen Projekten nutzen. Sollen auch

die Anschlüsse der Wandler-Sektion im

VSTIM mit in den Sequenzer einbezogen

werden, muss, wie in unserem Test zusammen

mit Cubase 5, der Xite-1-ASIO-

Treiber im Gerätemanager angegeben

werden. Ein Druck auf den Settings-Button

im Gerätemanager lässt ein Sonic

Core Menü erscheinen, in dem wir je

nach Bedarf die verschiedenen Hardware-Ein-

und Ausgänge für den ASIO-

Betrieb aktivieren und die Latenz

einstellen können. Die Hardware-Anschlüsse

sind anschließend im VST-Verbindungs-Menü

wählbar. Insoweit ver-

2

3

Seit kurzem für knapp 130

erhältlich: Eine

Express-Card, die auch

Laptops in die Lage

versetzt mit dem Xite-1 in

Verbindung zu treten.

1a

1b

hält sich das Scope Xite-1 wie ein

herkömmliches Audio-Interface.

Einziger gewichtiger Unterschied:

Das VST-Meter von

Cubase bleibt bei intensivem

Einsatz der Sonic

Core Instrumente

und Effekte erstaunlichgelassen

und zuckt lediglich

bis hinauf

auf die 20 Prozent

Marke. Dies wird umso

deutlicher, als wir ein Projekt,

das mit rein nativen Plug-ins bestückt,

die Rechner-CPU bis fast an den Kollaps

bringt, gegen die Äquivalente

von Sonic Core austauschen. Wir

können sogar noch zusätzliche Sonic

Core Instrumente und Effekte einsetzen,

was auf nativer Ebene schon längst

nicht mehr möglich wäre und schöpfen

immer noch aus dem Vollen. Sehr deutlich

wird dies beispielsweise auch beim

Austausch des Minimoog V2 von Arturia

(Test in Heft 7/2009) gegen das Minimax-

Plug-in von Sonic Core. Sorgt das Arturia-Instrument

in Cubase für einen Ausschlag

des VST-Meters bis circa 30 Prozent,

bleibt bei Einsatz des Minimax

alles ruhig und es entsteht der Eindruck,

als ob sich Cubase im

Ruhezustand befände.

Auffällig: Im Test verweigern

einige Sonic

Core Plug-ins wie

etwa der Vinco-Kompressor den Dienst

und sind nicht ladbar. Den Sonic Core-

Entwicklern ist dieser Umstand bekannt

und sie wollen dies in einem künftigen

Update beseitigen. Bis dahin behelfen

wir uns mit einem Trick: Wir laden zunächst

das Multi-FX-Plug-in (siehe Kasten

auf Seite 54) und betten anschließend

die nicht direkt aufrufbaren Plugins

dort ein, et Voilà: Wir erhalten Zugriff

auf die Plug-ins und können wie gewohnt

damit arbeiten.

Zwei Betriebsmodi:

Stand-alone und VSTIM

So bequem und komfortabel das Arbeiten

mit dem VSTIM auch ist, das Optimum

lässt sich erst durch Einsatz der

Fusion-Software aus dem Xite-1 herausholen.

Grund: Die Sonic Core Effekte und

Instrumente werden im VSTIM als herkömmliche

VST-Plug-ins eingesetzt. Dies

hat zur Folge, dass das zu bearbeitende

Signal zunächst vom Rechner ans Interface

gesendet werden muss, dort bearbeitet

und wieder an den Rechner zurückgeschickt

wird. Wenn beispielsweise

drei Effekte in einem Kanal eingesetzt

sind, muss dieser Vorgang also dreimal

durchgeführt werden. Dasselbe Effekt-Setup

wird in einem

Rutsch in der Fusion-

Software berechnet

und erfordert nur

ein einmaliges

Sonderdruck für Sonic Core aus

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1

4


TEST | DSP-INTERFACE | Sonic Core Scope Xite-1

23 virtuelle Instrumente im Lieferumfang

Das Prodyssey-Plug-in emuliert einen Arp Odyssey Synthesizer und ist dem gleich namigen ASB-Hardware-Synthesizer

entlehnt (Test in Heft 12/2006).

Mit dem Arsenal an enthaltenen virtuellen Instrumenten hebt sich das

Scope Xite-1 deutlich von seinen Mitbewerbern ab, die sich ausschließlich

auf das Berechnen von Effekten konzentrieren. Liebhabern elektronischer

Klangerzeugung liefert Sonic Core dadurch einen zusätzlichen

Kaufanreiz. Dies wird zudem durch das einhellige Lob untermauert, mit

dem das Siegburger Unternehmen in der Vergangenheit immer wieder für

seine exzellent klingenden Instrumente überhäuft wurde. Die 23 mitgelieferten

Instrumente decken dabei eine breite Palette verschiedener

Klangsynthese-Techniken ab, Sampling inklusive. Der Schwerpunkt liegt

auf Instrumenten mit subtraktiver Synthese, die zum einen in Form eigener

Entwicklungen vorliegen und zum anderen legendäre Hardware-Originale

nachahmen. Das vielleicht größte Lob hat hierbei das Minimax-

Instrument verdient, das den legendären Minimoog emuliert. Relativ neu

ist noch das Prodyssey-Plug-in, das den Sound und die Bedienung des

Arp Odyssey authentisch emuliert. Beide Plug-ins, ebenso wie die Hammond-Emulation

B-2003 sind übrigens auch in Form der gleichnamigen

ASB-Hardware-Instrumente erhältlich. Gleiches gilt auch für den Profi t 5,

der das fast gleichnamige Instrument von Sequential Circuits emuliert.

6 Sonderdruck

für Sonic Core aus

Professional audio Musik & Equipment 3 / März 2010

Ein Schelm wer Böses

ahnt: Das U-Know

Instrument emuliert den

beliebten Roland Juno 106

und wartet mit einem

herrlich fetten

Analog-Sound auf.

Pate für den Vectron-

Synthesizer ist die

Vector-Synthese des

Sequential Circuits

Prophet VS, der sehr

lebendige Klangverläufe

realisiert. Mittels Joystick

Funktion (nicht im Bild) ist

ein Überblenden

zwischen mehreren

Oszillator-Wellenformen

möglich.

Mit dem U-Know 007 fi ndet sich zudem auch

eine Reproduktion des beliebten Roland Juno

106. Doch auch die Eigenentwicklungen können

sich sehen lassen, allen voran das Modular-Instrument,

das – Nomen est Omen – einen

modularen Synthesizer mit allen Schikanen

nachbildet und dem Nord Modular von Clavia

gehörig Konkurrenz macht. Techno- und

Dancefl oor-Freunde werden ihre Freude an

der monophonen Synthesizer-Step-Sequencer-Kombination

SB 404 haben, der ebenso

wie die Instrumente Inferno und EZ Synth ein

hervorragender Lieferant für druckvolle Bass-

Sounds ist. Das Instrument Lightwave frönt

hingegen der Wavetable-Synthese à la PPG

und enthält die Wellensätze des Prophet VS,

dessen Klangformungsmöglichkeiten inklusive

Vector-Joystick wiederum fröhliche Urständ

Nomen est Omen: Das Modular-Plug-in emuliert ein Synthesizer-Modular-System mit

allen Schikanen.

im Vectron-Synthesizer feiern. Mit dem Poison

FM fi ndet sich zudem auch ein Klangerzeuger

mit klassischer Frequenzmodulation. Die Palette

wird abgerundet von je zwei Arpeggiatoren

und Drumcomputer-Instrumenten sowie dem

Six String-Instrument, das per Physical Modeling

den Sound akustischer und elektrischer

Gitarren nachahmt. Einzige Schwachstelle in

der ansonsten exquisiten und hervorragend

musikalisch einsetzbaren Riege an Instrumenten

sind die vier unterschiedlich ausgestatteten

STS-Sampler-Plug-ins. Ihre Ausstattung

und Bedienung ist im Vergleich zu den aktuellen

Sampler-Boliden deutlich angestaubt und

nicht mehr zeitgemäß. Zudem fi nden sich keine

mitgelieferten Sounds und bis auf den Import

von Wav- und Aiff-Dateien vermögen sie

ansonsten nur Samples im Akai- oder Soundfont-Format

zu konvertieren, was deutlich zu

wenig ist. Sonic Core sollte sich überlegen die

STS-Instrumente zu modernisieren oder ganz

zu streichen.


Hin- und Herschicken des Audio-Signals,

was den Datenfl uss erheblich reduziert.

Im Test mit dem VSTIM-Modus, also

ohne Fusion-Software, – wir bearbeiten

ein Projekt mit 30 Audio-Spuren und 18

eingesetzten Effekten und zwei Instrumenten

– bemerken wir zwar keine Performance-Einbrüche.

Doch sollte es bei

umfangreicheren Projekten eine Überlegung

wert sein, anstelle des VSTIM auf

den Fusion-Modus zu setzen, um potenzielle

Aussetzer zu vermeiden. Dabei ist

der Umgang mit der Fusion-Plattform

keine große Kunst und bereits nach dem

Studium der ersten einführenden Kapitel

des überaus informativen Handbuchs

verinnerlicht.

So kommt die Bedienoberfl äche der

Fusion-Platform mit lediglich vier Dialogen

aus (siehe Grafi k auf Seite 51), die

sämtliche Funktionen übersichtlich und

nachvollziehbar bereitstellen. Der Clou:

Hinter dem unscheinbar wirkenden DSP-

Meter-Dialog verbirgt sich ein neues

Feature, mit dem das Scope Xite-1 sozusagen

den Vogel abschießt. Die DSPs lassen

sich jetzt gezielt auf die Berechnung

einzelner oder mehrerer Module routen,

was dem Anwender die Möglichkeit

gibt, die verfügbaren Rechen-Ressourcen

nach eigenem Gusto und Priorität zu

verteilen. Dies bietet sich gerade bei den

rechenintensiven Synthesizern wie etwa

dem Prodyssey, Minimax oder dem Profi t

5 an, für die wir ohne Umschweife einen

eigenen DSP reservieren. Die Meter-Anzeige

gibt dabei anschaulich Auskunft

über die Auslastung der einzelnen Prozessoren.

Für dieses ebenso pfi ffi ge wie

geniale Feature gebührt Sonic Core ein

Sonderlob. So etwas würden wir uns

auch für den VSTIM wünschen.

Das Settings-Menü innerhalb der Fusion-Plattform erlaubt mannigfaltige Einstellmöglichkeiten, wie unter anderem das

Ändern der Samplerate und der Synchronisationsquelle, der Latenz, globaler Verhaltensweisen in der Bedienung sowie

das Defi nieren von Speicherorten für Projekt- und Preset-Dateien.

Haupt-Arbeitsfl äche ist der Routing-

Dialog. Dort lassen sich nicht nur die Effekte

und Instrumente in Form von Modulen

einsetzen und ähnlich wie in einem

Schaltbild – bei Bedarf sogar automatisch

– miteinander verkabeln. Sämtliche Anschlüsse

der Hardware sind ebenfalls als

Modul realisiert, die Verbindung zum

Computer/Sequenzer erfolgt dabei über

separate ASIO-Ein- und Ausgangs-Module,

die bis zu 64 virtuelle Kanäle besitzen.

Zusätzlich fi nden sich eine Reihe von Helfer-Modulen

wie etwa MIDI-Merger zum

Empfang mehrerer MIDI-Kanäle und Ausgabe

auf einen Ausgangskanal. Der Rei-

gen wird von einer feinen Auswahl an virtuellen

Mixern komplettiert. Die Palette

reicht von einem simplen Channelstrip

bis zu opulent ausgestatteten 48-Kanal

Konsolen mit sechs Aux-Wegen und vier

Inserts, wahlweise in stereo oder bis

8.1-Surround. Der Anwender erhält damit

völlige Freiheit beim Zusammenstellen

von Recording- und Mix-Szenarien. Bis

auf die Hardware-Anschlüsse und das

ASIO-Modul sind alle übrigen Module

nach Belieben mehrfach einsetzbar. Sie

lassen sich nach allen Regeln der Kunst

verknüpfen und eröffnen schier grenzenlose

Möglichkeiten. Wer mag, kann etwa

einen Synthesizer laden und das Audio-

Signal direkt durch mehrere Effekte schicken,

um es anschließend in einen Mixer

zu führen. Subgruppen sind durch Aufruf

mehrerer Mixer im Handumdrehen erstellt.

Verglichen mit den virtuellen Mixumgebungen

von Audio-Interfaces

schlägt das Scope Xite-1 sie in Sachen

Ausstattung und Flexibilität um Längen.

� Wird das Scope Xite-1 im VST-Integration-Modus

eingesetzt, offeriert das Einstellungen-Menü das

Aktivieren der Hardware-Ein- und Ausgänge sowie das

Einstellen der Latenz über das „ULLI“-Menü.


TEST | DSP-INTERFACE | Sonic Core Scope Xite-1

Effekt-Plug-ins satt

Das Masterverb-Plug-in offeriert opulente Einstellmöglichkeiten von Early Refl exion und Nachhallzeit und besitzt

Highend-Qualitäten.

Der Vinco (Vintage Compressor) ist eines der Effekt-Highlights der Fusion Plattform. Der Kompressor emuliert einen

Urei 1176 Limiter und liefert einen herrlich schön klingenden Vintage-Sound.

Mit knapp 60 Effekt-Plug-ins legt Sonic Core

seinem DSP-Interface den, im Vergleich zu den

Mitbewerbern, wohl größten Umfang an Effekten

bei. Allerdings schwankt die Klangqualität

zwischen guter Mittelklasse und Spitzenklasse.

Zumeist ordentliche Ergebnisse erzielt man

dabei mit den Plug-ins, die sich im schlichten

Einheitslook mit dunklem Rahmen und grauer

Bedienoberfl äche zeigen. Dazu zählen die Verzerrer-Plug-ins,

Equalizer/Filter und Dynamik-

Effekte wie Kompressoren, Limiter und Deesser,

ebenso wie die überdurchschnittlich hohe

Zahl an Delay-Plug-ins, die allerdings durch

ihre fl exiblen Einsatz- und Gestaltungsmöglichkeiten

überzeugen können. Die Modulationseffekte

(Chorus, Flanger, Phaser) stechen

jedoch heraus und wissen rein subjektiv

durchaus zu gefallen, allen voran die SSB-Vari-

8 Sonderdruck

für Sonic Core aus

Professional audio Musik & Equipment 3 / März 2010

anten, die ihren Sound durch Frequenzverschiebung

realisieren. Exoten wie ein Ringmodulator,

der Kammfi lter-Effekt Resonator oder das modulierbare

Filter Midipole dürfte ambitionierte

Klangschrauber ansprechen. Ein Highlight ist jedoch

das Masterverb Pro Plug-in. Der algorithmisch

erzeugte Hall-Effekt klingt herrlich dicht,

organisch und schafft es, Signale eindrucksvoll

mit Räumlichkeit zu versehen. Opulente Einstellmöglichkeiten

bei den Erstrefl exionen und der

Nachhallphase, inklusive Modulation der Hallfahne

lassen keine Wünsche offen. Mit seiner

Klangqualität reicht das Plug-in problemlos an

die Spitzenklasse heran. Eine pfi ffi ge Lösung

bietet sich mit dem Multi-FX-Plug-in, das als reiner

Plug-in Container das Erstellen von Effektketten

erlaubt und mehrere Effekte in sich vereinigen

kann. Im VSTIM spart es wertvolle Insert-

Slots und sorgt in der

Fusion-Software für

Übersicht im Routing-

Relativ neu ist das

SL9000 Plug-in, das die

Channelstrip-Effekte

einer SSL-Konsole

emuliert und anliegende

Signale nachhaltig und

wirkungsvoll verbiegt.

Das MultiFX-Plug-in ist ein simpler Container zur

Aufnahme mehrerer Plug-ins und zum raschen Erzeugen

von Multieffekten. Vorteil: Das Plug-in sorgt für Übersichtlichkeit

im Routing-Fenster und spart wertvolle

Insert-Plätze im Sequenzer.

Dialog. Weitere exzellent klingende Highlights

fi nden sich im Optimaster, einem kombinierten

Multiband-Kompressor/Expander/Limiter-Ensemble.

Der Mastering-Effekt geht subtil aber

dennoch nachhaltig ans Werk und veredelt Signale

auf eindrucksvolle Art. Mit dem Vocodizer

offeriert Sonic Core schließlich auch einen

waschechten Vocoder, der mit einer überbordenden

Fülle an Einstellmöglichkeiten aufwartet,

inklusive einstellbarer Filter-Matrix. In Sachen

Ausstattung und Gestaltungsmöglichkeiten

überfl ügelt es den Matrix-Vocoder von

Virsyn (Test in Heft 2/2008). Ebenso wie bei den

Instrumenten fi ndet sich auch eine feine Auswahl

an authentisch klingenden Emulationen

legendärer Studio-Hardware, wie unter anderem

der Vinco (Vintage Compressor), ein Urei

1176 Klon, der Schlagzeug- und Gesangsaufnahmen

in unnachahmlicher Art zu mehr Charakter

verhilft. Das SL9000-Plug-in offeriert hingegen

die Effektsektion eines SSL-Konsolen-

Channelstrips, bestehend aus Equalizer und

Dynamiksektion (Kompressor, Gate, Expander),

der auf kraftvolle Art ein markantes Sounddesign

gestattet und im Vergleich zu den mittelklassigen

Effekten deutlich besser punktet.

Das Beste: Wer mit dem beigelegten Repertoire

an Effekten nicht zufrieden ist, kann sich

sein Plug-in Sortiment durch Zukauf von Drittanbieter-Plug-ins

entsprechend aufstocken.

Unternehmen wie Brainworx, Digital Audio

Soft, Algorithmix, Softube oder SPL bieten ihre

Plug-ins auch in speziellen für die Fusion Plattform

programmierten Versionen an.


Das FFT-Spektrum für die Mikrofonpegel zeigt einen völlig glatten Noisefl oor bei

-100 Dezibel, ein exzellenter Wert. Gleiches gilt auch für den Hi-Z-Betrieb.

Bis hinab auf -108 Dezibel ist die Verlaufskurve für die Wandlerlinearität wie mit dem

Lineal gezogen. Leise Signale werden akkurat eingefangen.

Die Gleichtaktunterdrückung ist ebenfalls hervorragend. Im relevanten Bereich liegt die

Verlaufskurve unterhalb -80 Dezibel und steigt lediglich im Bass auf immer noch sehr gute

-70 Dezibel.

Ohne Zutun der ASIO-Schnittstelle herrscht eine Latenz von einer Millisekunde zwischen

Xite-1 und Rechner. Ein fantastischer Wert, der die Konkurrenz in den Schatten stellt.

März 2010

Professional audio Musik & Equipment 9


Steckbrief

TEST | NATIVES HALL-PLUG-IN-BUNDLE | Lexicon PCM Native Reverb

Modell Scope Xite-1

Hersteller Sonic Core

Vertrieb Sonic Core Gmbh

Siegdamm 32

53721 Siegburg

Tel.: 02241 3019595

Fax: 02241 3019596

info@soniccore.de

www.soniccore.de

Preis [UVP, Euro] 3.390

Typ DSP-Interface

Abmessungen

445 x 192 x 45

B x T x H [mm]

Gewicht [kg] 3,1

Technische Daten

Plattform PC

10

Mindestanforderungen

(Herstellerangabe)

Windows XP SP2 (32 Bit),

Vista (32 Bit), Windows 7;

Pentium/Athlon ab 1,2 GHz;

512 MB RAM

Treiber-Unterstützung ASIO 1 und 2

Abtastraten 16/24 Bit; 44,1 bis 96 kHz

Plug-in Formate proprietär, via VSTiM-

Modus in VST-Sequenzer

direkt integrierbar

Anzahl virtuelle Kanäle

Ausstattung Hardware

max. 64 via ASIO

Anzahl DSP-Chips 12 x Sharc (333 MHz),

6 x Sharc (60 MHz)

Analog-Eingänge 2 x Combo, 2 x XLR

Analog-Ausgänge 2 x XLR

Audio-Digital-Ein-/ je 1 x XLR (AES/EBU),

Ausgänge

je 2 x Adat/S/PDIF

Word Clock Ein-/

Ausgänge

•/•

MIDI In, Out, Thru

Computer-

Schnittstellen

1 x HDMI, 2 x Firewire 400

Einzig die MIO Console der Metric Halo

Interfaces (Tests in Heft 9/2009 und

5/2008) bietet ähnliche Features. Das

Handling und die Bedienung im Routing-

Dialog ist, einmal verinnerlicht, kinderleicht.

Neue Module sind wahlweise über

die Live Bar, die Menüleiste des Routing-

Dialogs oder den Preset-Browser eingefügt.

Manuelle Verkabelungen lassen sich

wahlweise in der Live Bar oder durch

Klick mit der Maus auf die gewünschten

Ein- und Ausgänge der Module rasch vornehmen.

Die Einbindung des Sequenzers

in das Fusion-Routing erfolgt dabei über

das ASIO-Modul dessen Ein- und Ausgänge

als Scope-ASIO-Kanäle im VST-Verbindungs-Fenster

von Cubase erscheinen.

Der Sequenzer wird somit zu einem

weiteren Modul innerhalb der Fusion-

Plattform umgewidmet. Das Editieren der

Effekte, Mixer und Instrumente geschieht

durch simplen Doppelklick auf die Module,

woraufhin sich die jeweiligen GUIs im

Routing-Fenster zeigen.

Insgesamt bietet sich dem Anwender

mit der Fusion-Software eine übersichtliche,

leicht zu erlernende Arbeitsumgebung

mit enormen Möglichkeiten, die im

Test geradezu inspirierend wirken. Die

Parameter sämtlicher Module sind übrigens

auch per MIDI-Controller fernsteuerbar,

die virtuellen Mixer selbstverständlich

eingeschlossen, was somit Fader-Automationen

erlaubt.

März Sonderdruck 2010 für Sonic Core aus

Professional audio Musik & Equipment 3 / März 2010

sonstige Anschlüsse 1 x XTDM (25-pol Sub-D)

Phantomspannung •

Pad 20 dB

Kopfhöreranschluss/ 1/•

regelbar

Stromversorgung Netzgerät

Anzeigen 4 Status-LED

Ausstattung Software

Anzahl virtuelle 23

Instrumente

Anzahl virtuelle Effekte 4 x Hall, 8 x Dynamic

(Kompressor, Limiter, Gate,

Deesser, Expander, Ducker),

7 x Filter/EQ, 15 x

Modulation (Chorus,

Flanger, Phaser), 7 x Delay,

5 x Distortion, 10 x sonstige

Effekte (u.a. Tremolo, Auto

Wah, Ringmodulator,

Vocoder, Pitch Shifter),

4 x Mastering (Dither

Shaper, Stereo-Expander,

Softclip, Meter-Bridge)

Virtuelle Mixer 9 (Channelstrip bis 48-Kanal-

Konsole, Stereo- und/oder

Surround)

Sonstige Plug-ins Multi FX (virtuelles

Effektrack/Plug-in

Container), MIDI-Keyboard,

Aux-Rack

Zubehör

PCI-Express-Karte, HDMI-Kabel, Netzgerät,

Installations-DVD

Besonderheiten

Datenübertragung via HDMI-Schnittstelle (proprietär),

Firewire-Schnittstellen führen ein proprietäres

Datensignal und dienen zum Kaskadieren mit

weiteren Sonic Core-Geräten, gezielte Adressierung

und Berechnung von Plug-ins auf einzelne DSPs

Genial: Gezieltes Zuweisen

von DSP-Rechenpower

auf Plug-ins

Nicht außer Acht wollen wir auch die

Audio-Wandler-Funktionen des Scope

Xite-1 lassen. Den Parcour an Messungen

durchläuft es mit hervorragenden

Noten, womit es sich nicht nur von der

Ausstattung, sondern auch messtechnisch

in der Oberklasse einreiht. Der Noisefl

oor im FFT-Spektrum liegt bei exzellenten

-100 Dezibel. Fremd- und Geräuschspannungsabstände

sind an den

Mikrofon-Eingängen mit gemessenen

79,9 und 82,5 Dezibel sehr gut.

THD+N liegt bei 0,01 Prozent und ist

über den gesamten Frequenzbereich

konstant. Gleiches gilt auch für die

Gleichtaktunterdrückung, die lediglich

im Bass -70 Dezibel erreicht, im relevanten

Bereich jedoch bei hervorragenden

-80 Dezibel liegt. Die Wandlerlinearität

steht dem in nichts nach. Bis -108 Dezibel

ist die Verlaufskurve völlig linear, ein

sehr gutes Verhalten. Beim Messen der

Latenz mit aktivierter Fusion-Software

zeigt sich ein wiederum hervorragender

Wert von einer Millisekunde zwischen

Xite-1 und Rechner. Im VSTIM muss dieser

Wert auf die im Cubase-Gerätemanager

korrekt angezeigte Latenz aufaddiert

werden, was schlichtweg exzellent ist.

möglich, integriertes Audio-Interface, VSTim-Modus

erlaubt direktes Laden der Sonic Core Plug-ins in

Sequenzer mit VST-Schnittstelle, System erlaubt das

Laden von im Soncicore-Format programmierten

Drittanbieter-Plug-ins, Kaskadieren mit Scope-und

Pulsar-Karten möglich,Software enthält sowohl

Effekt-Plug-ins, als auch virtuelle Mixer und

Instrumente.

Messwerte

Empfi ndlichkeit Mikrofoneingang [dBu] -63,8/∞

Empfi ndlichkeit Lineeingang [dBu] -44,2/∞

Empfi ndlichkeit Instrumenteneingang -63,8/∞

[dBu]

maximaler Eingangspegel Mikrofon ∞

[dBu]

maximaler Eingangspegel Line [dBu] ∞

maximaler Eingangspegel Instr. [dBu] ∞

maximaler Ausgangspegel [dBu] 21,1

Geräuschspannungsabstand [dB] 82,5 (Mic/

Instr.);

88,3 (Line)

Fremdspannungsabstand [dB] 79,9 (Mic/

Instr.);

84,4 (Line)

Verzerrungen über Frequenz max. % 0,01

Bewertung

Ausstattung sehr gut

Verarbeitung gut bis sehr gut

Bedienung überragend

Echtzeitfähigkeit überragend

Messwerte sehr gut

Klang sehr gut

Gesamtnote Spitzenklasse sehr gut bis

überragend

Preis/Leistung sehr gut

Auch klanglich sortiert sich die Audio-

Sektion des Scope Xite-1 in der Oberklasse

ein. Signale fängt es akkurat ein und

löst sie detailliert nach oben auf. Einen

Sonderpreis für Neutralität gewinnt es allerdings

nicht. Im Vergleich zu unserer

Referenz Lynx Aurora 8/Lake People Mic-

Amp F355, aber auch dem teutonischnüchternen

RME Fireface 400 besitzen

die Xite-1-Aufnahmen eine merkbare Betonung

im unteren Mittenbereich, die Signale

wohlig-weich erklingen lassen.

Gleichzeitig erklingen die Höhen dadurch

etwas verhaltener, was insgesamt dazu

führt, dass die Xite-1-Aufnahmen vordergründiger,

voluminöser und nicht ganz so

plastisch daherkommen wie bei unserer

Referenz. Doch das ist kein Makel, sondern

vielmehr eine Frage des Geschmacks

und viele Recordler werden den Xite-1

gerade wegen dieser Eigenschaften

schätzen. Denn als Ohrenschmeichler besitzt

das Scope Xite-1 fraglos seine Qualitäten.

Fazit: Der Ruhm und die Vorzüge der

Creamware DSP-Karten feiern im Scope

Xite-1 mehr als nur eine glanzvolle Auferstehung.

Sonic Core hebt mit dem

Scope Xite-1 die Kombination aus DSP-

Plattform und Audio-Interface auf eine

neue Performance-Stufe und läutet erfolgreich

eine neue modernisierte Generation

des Erfolgskonzepts ein. �


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