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2.4 Gammadosisleistung

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Die Gammadosisleistung durch die Bodenstrahlung (Luftkermaleistung in nGy/h oder

Ortsdosisleistung in nSv/h) wurde entweder mit einem Szintillationsdosimeter (MAB 601

der Fa. Münchner Apparatebau Kimmel KG) gemessen oder aus gammaspektrometrischen

Messungen nuklidspezifisch berechnet.

Die Kalibrierung des Szintillationsmeßgerätes wurde unter Berücksichtigung des

Anzeigewertes für die kosmische Strahlung (gemessen über dem Bodensee) mit der Cs-

137-Strahlung des amtlichen Eichstandes der Fa. FAG Kugelfischer, Erlangen,

durchgeführt.

Aus der nuklidspezifischen Flächenbeaufschlagung (bei Fall-out-Nukliden) bzw.

spezifischen Aktivität (bei natürlichen Radionukliden) läßt sich mit Hilfe der in der

Literatur [30-32] für ebene, exponentielle und homogene Quellverteilung im Boden

angegebenen Dosisfaktoren der nuklidspezifische Beitrag zur Gammadosisleistung

berechnen. Im Falle der Fall-out-Nuklide muß dazu die Relaxationsmassenbelegung bzw.

-tiefe (= Massenbelegung bzw. Tiefe, bei der die spezifische Aktivität auf 37 % abgefallen

ist) für jeden Meßort aus Bodenprofilmessungen im Labor bestimmt werden bzw. bekannt

sein. Wird die Flächenbeaufschlagung aus In-situ-Spektren bestimmt, geht in die daraus

berechnete Dosisleistung nur das Verhältnis der entsprechenden Konversionsfaktoren

(Luftkermaleistung/Flächenemissionsrate zu Photonenflußdichte/Flächenemissionsrate)

ein, das, im Gegensatz zu den beiden einzelnen Faktoren, nur noch schwach von der

Relaxationsmassenbelegung abhängt [30, 31]. Die nuklidspezifischen

Dosisleistungsbeiträge sind in diesem Fall daher im Vergleich zu den Flächenbeaufschlagungen

wesentlich unempfindlicher gegenüber Ungenauigkeiten in der

Relaxationsmassenbelegung (Schätzverfahren für die Lagerungsdichte, Einfluß von

Wassergehalt des Bodens, Bodenrauhigkeit, Bewuchs [33, 34]) oder Abweichungen vom

exponentiellen Verlauf der Quellverteilung. Bei Berechnung der Gammadosisleistung mit

aus Bodenprofilen im Labor ermittelten Flächenbeaufschlagungen (s.o.) ergab sich

allerdings auch eine befriedigende Übereinstimmung mit den ausschließlich aus In-situ-

Spektren ermittelten Werten.

In-situ-Gammaspektrometrie und Labormessungen der Flächenbeaufschlagung wurden ab

Sommer 1986 zur Bestimmung der Gammadosisleistung verwendet, da ab Juni 1986 die

Empfindlichkeit des Szintillations-Dosimeters nicht mehr zur direkten Messung der

Erhöhung der Ortsdosisleistung ausreichte.

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