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AV 2012 | FACHBEITRÄGE

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Sachwerte in der betrieblichen Altersversorgung

Beitrag von Andreas Döring,

Bereichsleiter bAV, MPC Capital

Zeitgemäße Alternativen zu herkömmlichen Versicherungskonzepten

bieten moderne bAV-Lösungen

mit frei wählbarer, sachwertbasierter Kapitalanlage.

In der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) sind Versicherungslösungen

üblich, doch nicht unproblematisch:

Herkömmliche Versicherungslösungen

setzen auf klassische Wert- und Rentenpapiere.

Doch veränderte gesetzliche Grundlagen und Umlaufrenditen

in den letzten Jahren unter 3,5 Prozent

p. a. begrenzen die erzielbaren Überschüsse der

Versicherer. Insbesondere die vermeintlich sicheren

Staatsanleihen entpuppen sich vor dem Hintergrund

der Euro-Krise als Risiko. Ein Ausweg böte den Versicherern

allenfalls eine höhere Aktienquote – mit

allen entsprechenden Risiken. Doch spätestens Solvency

II begrenzt die mögliche Aktienquote durch

die zwingende Eigenkapitalhinterlegung. Auch der

garantierte Zins sinkt: Nur noch 1,75 Prozent bezogen

auf den Sparanteil, das entspricht einer effektiven

Verzinsung der Beiträge von rund 1,0 Prozent

nach Kosten und Steuern.

Eine bessere Nachsteuer-Rentabilität und portfoliotheorethische

Vorteile in der betrieblichen Altersversorgung

bieten dagegen – richtig eingesetzt – Sachwerte.

Sachwerte im Vorsorgevermögen

Sachwerte bringen Stabilität ins Vorsorgeportfolio.

Zwar sorgt die höhere Volatilität von Aktien und offenen

Investmentfonds für eine schnellere Erholung

nach Krisen, aber auch für weniger Stabilität. Daher

ist es sinnvoll, das Portfolio durch langfristige Kapitalanlagen

zu diversifizieren, die die Entwicklung

des Portfolios verstetigen. Sachwertinvestments wie

Immobilien oder Energieprojekte bieten sich hier

an. Sie unterliegen geringeren Schwankungen und

entwickeln sich unter normalen Bedingungen weitgehend

unabhängig von den Kapitalmärkten. Die

Streuung des Anlagevermögens über verschiedene,

voneinander unabhängige Anlageklassen erhöht die

Renditechancen und verringert zugleich das Gesamtrisiko

des Portfolios.

Skeptiker werden argumentieren, dass die vergangene

Weltwirtschaftskrise Anlegern trotz Risikostreuung

und Diversifikation in Sachwerten viel Geld

gekostet habe. Das stimmt, auch die moderne Portfoliotheorie

hat ihre Grenzen: Bricht die gesamte

Weltwirtschaft derart dramatisch ein, kann sich kein

Markt, keine Anlageklasse entziehen. Diese Situation

stellt aber eine äußerst seltene Ausnahme dar.

Wenn die Autobremsen einmal bei Glatteis versagt

haben, sollte man sie dennoch nicht gleich

ausbauen.

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