Funk Forum 1/2006 - Funk Gruppe
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www.funk-gruppe.com<br />
<strong>Funk</strong> <strong>Forum</strong><br />
Inhalt I/<strong>2006</strong><br />
Der Versicherungsmarkt<br />
in China<br />
Neue Pest, alte Angst<br />
Lehren aus den Schneekatastrophen<br />
Wirtschaftskriminalität<br />
Ohne Reling kein Gefahrübergang?<br />
<strong>Funk</strong> nun auch in Rumänien<br />
In eigener Sache<br />
1
Editorial<br />
Liebe <strong>Funk</strong> <strong>Forum</strong> Leser!<br />
China als einer der maßgeblichen<br />
Wachstumsmärkte der Zukunft ist<br />
heute kein Geheimtipp mehr. Viele<br />
Unternehmen stehen in engen<br />
Handelsbeziehungen zu China oder<br />
haben Tochtergesellschaften vor<br />
Ort. Kein Wunder, dass auch die<br />
Bedürfnisse nach Versicherungslösungen<br />
wachsen. Dabei ist der chinesische<br />
Versicherungsmarkt auch<br />
heute noch spürbar von seiner Historie<br />
geprägt, in welcher rechtlich<br />
selbstständige Versicherungsunternehmen<br />
nicht immer das Normalbild<br />
der Versicherungslandschaft<br />
formten. In unserem Leitartikel beschäftigen<br />
wir uns mit dem Versicherungsmarkt<br />
in China, wie er heute<br />
anzutreffen ist, und geben Antwort<br />
auf die Frage, wie viel Wettbewerb<br />
bei der Versicherung betrieblicher<br />
Risiken vor Ort zwischenzeitlich<br />
zu erwarten ist.<br />
Nicht nur auf dem Transport nach<br />
China wird die Regelung der Gefahrtragung<br />
typischerweise durch<br />
Standardklauseln, den so genannten<br />
Incoterms, festgelegt. Die Vielzahl<br />
der in diesem Zusammenhang anzutreffenden<br />
Abkürzungen (CFR,<br />
DDU, DDP, FCA, CPT und viele<br />
mehr) ist umfangreich. Verständlich<br />
daher, wer sich bei der Vereinbarung<br />
mit seinen Vertragspartnern auf<br />
eine kleine Auswahl der Klauseln<br />
oder möglicherweise sogar stets dieselbe<br />
Klausel beschränkt. Nicht jede<br />
Klausel ist jedoch auf jeden Gefahrübergang<br />
anwendbar und kann daher<br />
im Schadenfall sein Gesicht<br />
schnell gegen den eigenen Verwender<br />
richten, dies zeigt unser<br />
Artikel „Ohne Reling kein Gefahrübergang“.<br />
Weitere Informationen zu der Frage,<br />
ob die Vogelgrippe, so sie auf<br />
den Menschen übertragbar wäre,<br />
über eine Betriebsschließungs-Versicherung<br />
absicherbar wäre, welche<br />
Lehren im Hinblick auf die Schneekatastrophe<br />
bei möglichen Betriebsunterbrechungsschäden<br />
gezogen werden<br />
können und wie Wirtschaftskriminalität<br />
mit Hilfe einer Vertrauensschaden-Versicherung<br />
der Schrecken<br />
genommen werden kann, finden<br />
Sie in weiteren Artikeln dieser Ausgabe<br />
des <strong>Funk</strong> <strong>Forum</strong>s, bei dessen<br />
Lektüre ich Ihnen viel Freude wünsche.<br />
Ihre<br />
Dr. Anja <strong>Funk</strong>-Münchmeyer<br />
3
Internationaler Versicherungsmarkt<br />
Der Versicherungsmarkt in der Volksrepublik China<br />
Hohe Wirtschaftswachstumsraten sowie<br />
eine Bevölkerung von über 1,3<br />
Mrd. Menschen sorgen dafür, dass<br />
die Volksrepublik China zu einem<br />
der attraktivsten Zukunftsmärkte für<br />
die Versicherungswirtschaft weltweit<br />
gehört.<br />
Der gezielte Umbau des Sozialsystems,<br />
die demographische Entwicklung,<br />
eine schnell voranschreitende<br />
Industrialisierung sowie die<br />
allmähliche Entstehung einer relativ<br />
wohlhabenden Mittelschicht werden<br />
in den kommenden Jahren für<br />
hohe Zuwachsraten in der Nachfrage<br />
nach Versicherungen führen. Da<br />
sich der Staat zudem zunehmend<br />
aus der Gesundheits- und Altersvorsorge<br />
zurückzieht, wird mehr und<br />
mehr eine verantwortungsvolle Eigenvorsorge<br />
in den Mittelpunkt rücken.<br />
In den letzten 20 Jahren sind die<br />
Prämieneinnahmen im Schnitt um<br />
33 % pro Jahr gestiegen. 1980 belie-<br />
4<br />
fen sich die Prämieneinnahmen der<br />
Versicherer auf ca. 45 Mio. EUR,<br />
das entsprach etwa 0,1 % des BIP.<br />
2004 hingegen nahmen die Versicherer<br />
ca. 42 Mrd. EUR ein, eine<br />
Größenordnung, die etwa 3,2 % des<br />
BIP repräsentiert. Im Schnitt gab jeder<br />
Chinese in 2004 ca. 33 EUR für<br />
Versicherungen aus. In Deutschland<br />
liegt die vergleichbare Zahl bei ca.<br />
1.860 EUR pro Kopf. Zu beachten<br />
ist dabei, dass der Anteil an Lebens-<br />
versicherungen in 2004 ca. 75 %<br />
des gesamten Prämienaufkommens<br />
ausmachte. In dieser Relation wird<br />
die Bedeutung der privaten kapitalgedeckten<br />
Altersversorgung als Ergebnis<br />
des vom Staat initiierten 3-<br />
Säulen-Vorsorgemodells deutlich.<br />
Historisch von Interesse ist, dass es<br />
in der Zeit von 1949 bis 1987 in der<br />
Volksrepublik China so gut wie keine<br />
rechtlich selbstständigen Versicherungsunternehmen<br />
gab. Alle etwaigen<br />
Versicherungsgeschäfte wurden<br />
von staatseigenen Organisationen<br />
erledigt. 1979 nahm dann die<br />
PICC (People Insurance Company<br />
of China) im Zuge der wirtschaftlichen<br />
Wiederbelebung des Landes<br />
erneut die Aktivitäten im Schadenund<br />
Unfallgeschäft auf, wobei 1984<br />
dann das Lebensversicherungsgeschäft<br />
hinzukam.<br />
Heute dominiert die PICC mit diversen<br />
Teilgesellschaften den Markt.<br />
Der Marktanteil der PICC lag 2002<br />
im Sachversicherungsbereich noch<br />
bei ca. 70 %. In den letzten Jahren<br />
sanken die Marktanteile etwas ab,<br />
bewegen sich aber nach wie vor sowohl<br />
im Lebens- als auch im Sachgeschäft<br />
deutlich über 50 %. Ausländische<br />
Versicherer spielten bislang<br />
insgesamt eine eher untergeordnete<br />
Rolle. 2004 lag der Anteil ausländischer<br />
Versicherer im Sachversicherungsgeschäft<br />
bei lediglich 1,3 %<br />
und im Lebensgeschäft bei ca. 2,4 %<br />
der gesamten Prämieneinnahmen.<br />
Zu beachten ist, dass dies regional<br />
allerdings ganz anders aussehen<br />
kann. Zum Beispiel hatten Versicherungsunternehmen<br />
mit ausländischen<br />
Beteiligungen in Shanghai einen<br />
Marktanteil von ca. 22,5 %.<br />
Aufgrund der weiter voranschreitenden<br />
Liberalisierung des Marktes<br />
konnte sich der Marktanteil von Versicherungsunternehmen<br />
mit ausländischer<br />
Beteiligung Ende 2005 auf<br />
ca. 11 % erhöhen. Insgesamt waren<br />
es bisher vor allem die prosperierenden<br />
Küstenregionen, in denen ca.<br />
40 % der Gesamtbevölkerung leben,<br />
die den größten Teil des Prämienvolumens<br />
ausmachten.<br />
Durch das im Jahr 2000 von der Regierung<br />
gestartete so genannte „GO<br />
WEST-Programm“, mit dem über<br />
finanzielle Hilfen sowie die Subventionierung<br />
von Infrastrukturprojekten
die wirtschaftliche Entwicklung in<br />
westchinesischen Provinzen gefördert<br />
werden soll, erhofft man sich<br />
gleichzeitig, nicht zuletzt auch in<br />
der Versicherungswirtschaft, künftig<br />
eine weitere ausgeglichenere Verteilung<br />
des gesamten Prämienaufkommens.<br />
Die rasante Industrialisierung des<br />
Landes und die damit einhergehende<br />
Komplexität der Prozesse führt<br />
zudem auch zu einer steigenden<br />
Nachfrage nicht nur nach Versicherungsschutz,<br />
sondern auch zu einem<br />
steigenden Interesse an einer gesamtheitlichen<br />
Risikomanagement-<br />
Beratung.<br />
Dies gilt nicht zuletzt auch für die<br />
beginnende Internationalisierung chinesischer<br />
Unternehmen sowie von<br />
Kapitalgebern, die zunehmend im<br />
Ausland investieren werden. Allein<br />
in Deutschland haben sich in 2005<br />
mehr als 200 chinesische Unternehmen<br />
durch Unternehmensübernahmen<br />
oder Beteiligungen engagiert.<br />
Durch die Einrichtung eines „China-<br />
Desk“ hat die <strong>Funk</strong> <strong>Gruppe</strong> schon<br />
vor 10 Jahren damit begonnen, sich<br />
strategisch auf diesen spezifischen<br />
Kundenkreis auszurichten.<br />
Heute ist <strong>Funk</strong> mit seinem „China-<br />
Desk“ unter Leitung von Frau Yu<br />
Zhu, der neben der fachlichen Beratung<br />
auch speziell auf die muttersprachlichen<br />
und kulturellen Bedürfnisse<br />
unserer Klientel ausgerichtet<br />
ist, der führende Makler für chinesische<br />
Interessen und Personen in<br />
Deutschland.<br />
In China selbst ist die <strong>Funk</strong> <strong>Gruppe</strong><br />
über ihren <strong>Funk</strong> Alliance Partner<br />
weitgehend flächendeckend vertreten,<br />
strebt aber aufbauend auf die<br />
guten und langjährigen Kontakte<br />
mittelfristig eine eigene Präsenz an.<br />
� Yorck Hillegaart<br />
y.hillegaart@funk-gruppe.de<br />
Neue Pest, alte Angst<br />
Wer kennt nicht die Schlagzeilen<br />
über BSE, Maul- u. Klauenseuche,<br />
Schweinepest und nun die Geflügelpest<br />
(umgangssprachlich als Vogelgrippe<br />
bekannt)? Diese Tierseuche<br />
beschäftigt uns und die Medien seit<br />
Monaten.<br />
Nachdem Anfang März das Bundeslandwirtschaftsministerium<br />
die Maßnahmen<br />
gegen die sich unaufhaltsam<br />
ausbreitende Geflügelpest verschärft<br />
hat und nunmehr Sperrzonen<br />
im Umkreis von 3 Kilometern um<br />
Fundstellen infizierter Vögel gelten,<br />
nimmt die Angst in der Bevölkerung<br />
zu. Zwar wird immer wieder darauf<br />
hingewiesen, bei der Vogelgrippe<br />
handle es sich nur um eine Tierseuche<br />
und eine erhöhte Gefährdung<br />
für die Menschen sei nicht gegeben,<br />
aber es bleibt die Unsicherheit. Dieses<br />
ist verständlich, da viele Experten<br />
befürchten, dass der Vogelgrippevirus<br />
sich mit einem Erreger der<br />
Human-Grippe kreuzt und auf diese<br />
Weise ein neuer Virus-Subtyp mit<br />
veränderten Eigenschaften entsteht,<br />
der auch auf Menschen übergehen<br />
könnte.<br />
In einem solchen Fall würde eine<br />
Pandemie drohen, wie sie 1918,<br />
1957 und 1968 zu vielen Millionen<br />
Todesopfern führte. Aus diesem<br />
Grund arbeiten weltweit Laboratorien<br />
und Institute an Impfstoffen zur<br />
Vorbeugung dieser Grippe; die<br />
bisher erhältlichen Impfstoffe schützen<br />
jedoch nicht vor aviärer Influenza<br />
bzw. vor einem neuen Pandemie-Virus.<br />
Krisenstäbe in den Firmen, vor allem<br />
in der Nahrungsmittelindustrie,<br />
bereiten sich auf den Fall der Fälle<br />
vor. Dort, wo Lebensmittel verarbeitet<br />
werden bzw. mit Lebensmitteln<br />
Betriebsschließungs-Versicherungen<br />
gehandelt wird, ist man selbst bei<br />
größter Sorgfalt und peinlichster Sauberkeit<br />
nicht davor gefeit, dass<br />
durch Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter<br />
oder infizierte Waren, Keime<br />
in den Betrieb gelangen, die ansteckende<br />
und meldepflichtige Krankheiten<br />
nach dem Infektionsschutzgesetz<br />
verursachen können. In diesem<br />
Zusammenhang wird auch die<br />
Möglichkeit geprüft, sich gegen die<br />
Betriebsschließung wegen Infektionsgefahr<br />
zu versichern.<br />
Im Gegensatz zu einer Betriebsunterbrechungs-Versicherung,<br />
die einen<br />
Sachschaden voraussetzt, ersetzt<br />
eine Betriebsschließungs-Versicherung<br />
den Betriebsunterbrechungs-Schaden,<br />
der durch eine auf das Infektionsschutzgesetz<br />
gestützte Verfügung<br />
basiert.<br />
Die Vogelgrippe ist eine besondere<br />
Art der Influenza, ausgelöst durch<br />
den Virus A/H5 (N1). Das Auftreten<br />
von Influenza-Erregern ist nach § 7<br />
Abs. 1 Nr. 24 IfSG (Infektionsschutzgesetz)<br />
meldepflichtig, wenn der<br />
direkte Nachweis des Erregers labordiagnostisch<br />
erfolgt ist. Wenn diese<br />
Voraussetzungen gegeben sind und<br />
Maßnahmen der Behörde nach dem<br />
Infektionsschutzgesetz erfolgen, gilt<br />
die Vogelgrippe über die Betriebsschließungs-Versicherungmitversichert.<br />
Diese bietet Versicherungsschutz<br />
auf der Festlegung einer Tagesentschädigung,<br />
die bis zu einer<br />
Dauer von max. 60 Tagen möglich<br />
ist. Für Saisonbetriebe ist eine besondere<br />
tarifliche Regelung möglich.<br />
Des Weiteren ist die Desinfektion<br />
und Vernichtung von Vorräten und<br />
Warenwerten versicherbar.<br />
� Gerhard Striowski<br />
g.striowski@funk-gruppe.de<br />
5
Sach-Versicherungen<br />
Lehren aus den Schneekatastrophen<br />
Sicherlich sind den meisten unserer<br />
Leser die Schneekatastrophen Ende<br />
2005 im Münsterland und danach in<br />
Bayern noch gegenwärtig. Nach der<br />
Schneekatastrophe in Bayern, wo<br />
durch große Schneelast Dächer eingestürzt<br />
sind und Gebäude geschlossen<br />
werden mussten, ist man heute<br />
schlauer. Auch wenn niemand mit<br />
derart hohen Schneemassen rechnen<br />
musste, sind Flachdächer generell<br />
gefährdet.<br />
Zwar müssen im Flachland alle Dächer<br />
eine Belastung von 75 Kilo pro<br />
Quadratmeter aushalten, in Schneegebieten<br />
sogar 200 Kilo, aber sobald<br />
der Schnee nass wird, sind diese Sicherheitsgrenzen<br />
bei einer Schneehöhe<br />
von 50 cm erreicht. Es ist also<br />
kein Wunder, dass bei Schneehöhen<br />
von 150 cm, die vielerorts in<br />
Bayern vorlagen, die für Dächer<br />
gängige Schneelast weit überschritten<br />
wurde.<br />
6<br />
Mögliche Sach- bzw. Betriebsunterbrechungsschäden<br />
sind versichert,<br />
wenn sich der Versicherungsschutz<br />
auch auf den Baustein „Schneedruck,<br />
Lawinen“ bezieht. Je nach<br />
Höhe der Versicherungssumme liegt<br />
der Prämiensatz zwischen 0,003<br />
und 0,030 ‰, ist also sehr preiswert.<br />
Bei der Schneekatastrophe im Münsterland,<br />
wo Strommasten umknickten<br />
und Stromleitungen gerissen<br />
sind, wurden viele Privathaushalte<br />
und Firmen tagelang vom Stromausfall<br />
betroffen. Die Energieversorger<br />
lehnten eine Haftung unter dem<br />
Hinweis „höhere Gewalt“ ab.<br />
Nur selten sind alle Elementargefahren<br />
- neben Sturm und Hagel auch<br />
Überschwemmung, Erdbeben, Erdsenkung,<br />
Erdrutsch, Vulkanausbruch,<br />
Lawinen und Schneedruck - versichert.<br />
Auch wenn hier das Sachschadenrisiko<br />
nicht die große Rolle gespielt<br />
hat (nur wenige wurden direkt von<br />
einem Sachschaden betroffen), so<br />
sind durch Schneelast verursachte<br />
Folgeschäden eingetreten, in den<br />
Betrieben durch Stillstand und/oder<br />
Starker Druck<br />
Ein Zentimeter Nassschnee<br />
pro Quadratmeter wiegt bis<br />
zu vier Kilo. Das sind bei<br />
Schneehöhen von 1,50 m<br />
600 Kilo. Die für Dächer gängige<br />
Schneelastgrenze beträgt<br />
etwa 200 Kilo.<br />
Unterbrechung. Diese Schäden sind<br />
im Rahmen einer Betriebsunterbrechungs-Versicherung<br />
auch mitversichert,<br />
wenn sich der Schaden bei<br />
benannten oder unbenannten Zulieferern<br />
(auch Energieversorgern)<br />
ereignet hat und zu Störungen im<br />
eigenen Betrieb führt.<br />
Allerdings sind die Versicherer mit<br />
dem Einschluss über das Feuerschadenrisiko<br />
hinaus zurückhaltend, aber<br />
durchaus gesprächsbereit. Unter Anwendung<br />
bestimmter Höchstentschädigungsgrenzen<br />
und Selbstbehalte<br />
können auch Rückwirkungen<br />
durch Elementarereignisse versichert<br />
werden. Darüber hinaus besteht<br />
auch die Möglichkeit, im Rahmen<br />
einer Stromausfalldeckung Versicherungsschutz<br />
zu erhalten.<br />
� Gerhard Striowski<br />
g.striowski@funk-gruppe.de
Wirtschaftskriminalität<br />
Vom ungetreuen Mitarbeiter bis HEROS<br />
Derzeit sorgen die Berichte um die<br />
Veruntreuungen beim Geldtransportunternehmen<br />
HEROS für erhebliches<br />
Aufsehen. Immerhin geht<br />
es um rund 300 Mio. EUR, welche<br />
vermutlich mittels eines Schneeballsystems<br />
unterschlagen wurden.<br />
Auch die Vorgänge bei einem großen<br />
schwedischen Möbelhaus, wo<br />
der Verdacht gegen Mitarbeiter des<br />
Unternehmens besteht, Bestechungsgelder<br />
angenommen zu haben, machen<br />
deutlich, dass Veruntreuungen<br />
im Wirtschaftsleben weit häufiger<br />
vorkommen als es landläufig angenommen<br />
wird.<br />
Dennoch wird die Mitarbeiterkriminalität<br />
in den Unternehmen anscheinend<br />
unterschätzt.<br />
Einer Studie von PwC „Wirtschaftskriminalität<br />
2005“ zufolge, ist in den<br />
letzten beiden Jahren fast jedes<br />
zweite deutsche Unternehmen (46 %)<br />
Opfer einer Wirtschaftsstraftat geworden.<br />
Kein Wirtschaftszweig blieb<br />
verschont. Im Vergleich zu der Studie<br />
von 2003 ist dies ein Zuwachs<br />
von immerhin 7 %.<br />
Der Handel war mit 60 % betroffener<br />
Unternehmen weltweit die am<br />
stärksten mit Kriminalität belastete<br />
Branche, gefolgt vom Finanzsektor<br />
und der Telekommunikation mit je<br />
50 %. Auffällig ist auch, dass das<br />
Opferrisiko mit der Größe eines<br />
Unternehmens steigt.<br />
Die Schäden, die im Durchschnitt<br />
einer Firma durch Betrugsfälle entstehen,<br />
belaufen sich auf über<br />
2 Mio. EUR.<br />
Ungetreue Mitarbeiter kommen aus<br />
allen Firmenbereichen, auch aus<br />
den Führungsetagen. Das Ausmaß<br />
der Schäden, die von diesem Personenkreis<br />
verursacht werden, ist<br />
deutlich höher als die von sonstigen<br />
Mitarbeitern.<br />
Die häufigsten Ursachen für Vertrauensschäden<br />
sind:<br />
� Veränderte Organisationsstruktur<br />
(lean management)<br />
� Dezentralisation der EDV/<br />
vernetzte Datentechnik<br />
� Rationalisierungen der EDV<br />
(Electronic-Banking-/Cash)<br />
� Überschuldung der Mitarbeiter<br />
(Kreditkarten, Ratenkauf etc.)<br />
� Geringe gerichtliche Strafen<br />
(fehlende Abschreckung)<br />
� Wandel gesellschaftlicher Werte<br />
(Kavaliersdelikt)<br />
Vertrauensschaden-Versicherungen<br />
Die Vertrauensschaden-Versicherung<br />
bietet gegen Vertrauensschäden einen<br />
umfangreichen Versicherungsschutz:<br />
� Weltweiter Geltungsbereich<br />
(Einschluss aller Tochterunternehmen)<br />
� Schutz vor Vorsatzschäden von<br />
Arbeitnehmern<br />
� Schutz bei vorsätzlicher Schädigung<br />
durch Geschäftsführer und<br />
Vorstandsmitglieder<br />
� Schutz vor Schäden durch<br />
Fremdpersonal/Zeitarbeitskräfte<br />
� Schutz vor Hackerschäden<br />
� Schadenabwicklung auch ohne<br />
Identifizierung des Schadenstifters<br />
� Cornelius Freese<br />
c.freese@funk-gruppe.de<br />
7
Transport-Versicherungen<br />
Ohne Reling kein Gefahrübergang?<br />
Incoterms – FOB, CFR und CIF –<br />
Der Grundsatz der Vertragsfreiheit<br />
ermöglicht den Parteien eines Kaufvertrages,<br />
bei zu transportierender<br />
Ware unterschiedliche Regelungen<br />
der Gefahrtragung zu vereinbaren.<br />
Standardklauseln, sog. Incoterms,<br />
helfen in der Beschreibung der gewollten<br />
Gefahrtragung.<br />
Nicht jede Klausel ist jedoch im Zusammenhang<br />
mit jedem Transportmittel<br />
geeignet, die Gefahrtragung<br />
so zu regeln, wie es den Parteien<br />
vorschwebt. Dass es demnach<br />
besonders wichtig ist, die passende<br />
Klausel zu vereinbaren, zeigt folgender<br />
Beispielsfall, welcher einer ausländischenSchiedsgerichtsentscheidung<br />
entlehnt ist:<br />
Ein Exporteur aus Stuttgart verkauft<br />
Glasplatten an seinen Käufer in<br />
Frankreich auf Basis der Incoterms<br />
CFR Dijon. Aufgrund der geografischen<br />
Gegebenheiten wird die<br />
Ware ordnungsgemäß verpackt über<br />
Land per Bahn und Lkw versendet.<br />
Bei Ankunft der Ware ist mehr als<br />
die Hälfte der Lieferung zerbrochen.<br />
Der Käufer wendet sich sofort an<br />
den Lieferanten und verlangt eine<br />
Ersatzlieferung. Der Exporteur erwidert,<br />
dass entsprechend der Klausel<br />
CFR der Käufer das Risiko der Beschädigung<br />
trage, da die Gefahrtragung<br />
auf ihn übergegangen sei. Zur<br />
Absicherung dieses Risikos hätte der<br />
Käufer im Zweifel eine Transport-<br />
Versicherung abschließen müssen.<br />
Der Käufer weigert sich zu zahlen<br />
und der Fall geht , entsprechend der<br />
Vereinbarungen im Kaufvertrag, vor<br />
ein Schiedsgericht. Das Schiedsgericht<br />
legt dar, dass gemäß der Klausel<br />
CFR die Gefahrtragung bei Überschreiten<br />
der Schiffsreling im Verschiffungshafen<br />
von dem Verkäufer<br />
8<br />
auf den Käufer übergeht. Da jedoch<br />
kein Schiff involviert ist, es folglich an<br />
einer Schiffsreling mangelt, konnte<br />
die Gefahrtragung niemals vom Verkäufer<br />
auf den Käufer übergehen.<br />
Obwohl der Verkäufer mit der Klausel<br />
CFR erreichen wollte, dass der<br />
Käufer das Risiko des Verlustes oder<br />
der Beschädigung während des<br />
Transportes tragen sollte, muss im<br />
Ergebnis er den Schaden tragen.<br />
Die Incoterms sind internationale<br />
Regeln für die einheitliche Auslegung<br />
der in Außenhandelsgeschäften<br />
üblichen Vertragsformen. Sie<br />
enthalten exakte Regelungen über<br />
den Gefahren- und Kostenübergang<br />
vom Verkäufer auf den Käufer sowie<br />
u. a. auch, wann und durch<br />
wen ggf. eine Transport-Versicherung<br />
abzuschließen ist. Um ihre optimale<br />
Absicherung des konkreten<br />
Risikos zu erreichen, müssen sie so<br />
gewählt und in den Kaufvertrag integriert<br />
werden, dass sie den Gege-<br />
Die bekanntesten Incoterms<br />
benheiten des Vertrages und seiner<br />
Abwicklung entsprechen.<br />
Sofern ein Verkäufer nicht die gesamte<br />
Gefahr bis zur Ablieferung bei<br />
seinem Kunden tragen will (also<br />
DDU oder DDP verkauft), so sollte<br />
er die geeignete Klausel wählen.<br />
Manche Klauseln beziehen sich auf<br />
konkrete Transportmittel, so z. B.<br />
FOB, FAS, CFR oder CIF jeweils auf<br />
ein Schiff.<br />
Die Klauseln FCA, CPT und CIP<br />
wiederum stellen nur auf „Frachtführer“<br />
ab. Sie umfassen damit die<br />
Beförderung per Schiene, Straße,<br />
Luft, See, Binnenschiff oder die<br />
Kombination dieser Transportarten<br />
und sind damit für viele Fälle geeigneter<br />
als die möglicherweise bekannteren<br />
Klauseln FOB, CFR und<br />
CIF.<br />
� Svenja Lechner<br />
s.lechner@funk-gruppe.de<br />
EXW = ex works - ab Werk<br />
FCA = free carrier - frei Frachtführer<br />
FAS = free alongside ship - frei Längsseite Schiff<br />
FOB = free on bord - frei an Bord<br />
CFR = cost and freight - Kosten und Frachten<br />
CIF = cost, insurance and freight - Kosten, Versicherung, Fracht<br />
CPT = carriage paid to - frachtfrei<br />
CIP = carriage and insurance paid to - frachtfrei versichert<br />
DAF = delivered at frontier - geliefert Grenze<br />
DES = delivered ex ship - geliefert ab Schiff<br />
DEQ = delivered ex quay - geliefert ab Kai<br />
DDU = delivered duty unpaid - geliefert unverzollt<br />
DDP = delivered duty paid - geliefert verzollt
<strong>Funk</strong> nun auch in Rumänien<br />
Die weitere Expansion in die zentral-osteuropäischen<br />
Märkte ist ein<br />
erklärtes strategisches Ziel der <strong>Funk</strong><br />
<strong>Gruppe</strong>. In dessen konsequenter<br />
Verfolgung freuen wir uns, heute<br />
eine weitere Vollzugsmeldung für<br />
Rumänien machen zu können.<br />
Wir haben rückwirkend zum<br />
01.01.<strong>2006</strong> zwei etablierte Unternehmen<br />
in Bukarest mehrheitlich<br />
erworben, die in kurzer Zeit unter<br />
den Namen (FIR)<br />
<strong>Funk</strong> International Romania<br />
– Broker di Assigurare si<br />
Reassigurare – SRL,<br />
also eine Maklerfirma und<br />
<strong>Funk</strong> International Romania<br />
– Consultanta si Asistenta – SRL,<br />
eine Beratungs- und Service-Gesellschaft<br />
operieren werden.<br />
Herr Marius Rosco und Herr Mihai<br />
Butuza sind unsere neuen Geschäftsführer<br />
(die in Rumänien bezeichnenderweise<br />
noch „Administratoren“<br />
genannt werden). Beide<br />
haben eine erfolgreiche berufliche<br />
Karriere in der rumänischen Versicherungswirtschaft<br />
sowohl bei Versicherern<br />
als auch bei Maklern vorzuweisen.<br />
Nunmehr können wir uns konzentriert<br />
unseren Kunden und dem weiteren<br />
Aufbau unseres Kundenportefeuilles<br />
widmen. Unsere Vorarbeiten<br />
wecken bereits das Interesse<br />
vieler Kunden, insbesondere aus Italien<br />
und Österreich, Griechenland<br />
und der Türkei. Die USP unserer<br />
neuen rumänischen Töchter ist generell<br />
in der Präsenz eines großen<br />
unabhängigen internationalen Mak-<br />
lers – und speziell aus deutscher<br />
und österreichischer Sicht – des einzigen<br />
deutschen Maklers in Rumänien<br />
zu sehen, der eine durchgehende<br />
Betreuung gewährleistet. Viele<br />
unserer europäischen Kunden haben<br />
bereits signalisiert, ebenfalls<br />
von FIR betreut zu werden, was unsere<br />
Investition im zukünftigen Mitglied<br />
der EU bestärkt.<br />
Es ist uns ein Anliegen, deutsche/internationale<br />
Qualitätsstandards in<br />
unsere rumänischen Töchter hineinzutragen.<br />
Frau Hana Bryndova, Leiterin<br />
unseres Teams für Zentral-Osteuropa,<br />
zeichnet für diese Aufgabe<br />
verantwortlich.<br />
Noch für dieses Jahr ist eine Expansion<br />
in zwei wichtige rumänische<br />
Regionen geplant. In Temesoara<br />
<strong>Funk</strong> im Ausland<br />
und Constantia werden wir Mitte<br />
des Jahres Servicerepräsentanzen<br />
gründen, um Ortsnähe darstellen zu<br />
können und an diesen Teilmärkten<br />
zu partizipieren. Außerdem sind die<br />
Verkehrswege in Rumänien sanierungs-<br />
und erweiterungsbedürftig, so<br />
dass sich vom zeitlichen Aufwand<br />
die Betreuung von einer zentralen<br />
Stelle aus nahezu verbietet.<br />
Es liegt in der Natur der Sache, dass<br />
wir unsere Zusammenarbeit mit unserem<br />
früheren Service Partner nicht<br />
mehr aktiv fortsetzen und unsere eigenen<br />
Töchter empfehlen werden.<br />
Wir hoffen, dass Sie auf unserer<br />
Empfehlung aufbauend unserer vertrauensvollen<br />
Zusammenarbeit folgen<br />
werden.<br />
� Dr. Leberecht <strong>Funk</strong><br />
l.funk@funk-gruppe.de<br />
9
Intern<br />
Erweiterung<br />
der Geschäftsführung<br />
der <strong>Funk</strong> Holding<br />
Sie werden es bereits der einschlägigen<br />
Presse entnommen haben, aber<br />
ein so wesentlicher Meilenstein wie<br />
eine Erweiterung der <strong>Funk</strong> Holding<br />
Geschäftsführung, verbunden mit einer<br />
Partnerschaft im kommenden<br />
Jahr, gehört ganz vorrangig auch an<br />
diese Stelle unseres <strong>Funk</strong> <strong>Forum</strong>s,<br />
die für eigene Angelegenheiten reserviert<br />
ist.<br />
Mit Wirkung vom 1. Januar diesen<br />
Jahres wurden Herr Thomas Abel,<br />
Herr Christoph Bülk und Herr Yorck<br />
Hillegaart, seit geraumer Zeit bereits<br />
Geschäftsführer von operativen <strong>Funk</strong><br />
Firmen, nunmehr in Anerkennung<br />
ihrer Leistungen in die Geschäftsführung<br />
der <strong>Funk</strong> <strong>Gruppe</strong> GmbH (FGG)<br />
berufen.<br />
Sie verstärken das bestehende Geschäftsführergremium<br />
der FGG, bestehend<br />
aus den Geschäftsführen-<br />
10<br />
den Gesellschaftern Dr. Leberecht<br />
<strong>Funk</strong>, Dr. Dieter Schwanke und<br />
Claudius Jochheim, zur Gewährleistung<br />
eines sanften Generationsübergangs<br />
und der Annahme neuer wegweisender<br />
Aufgaben für die Zukunft<br />
der Unternehmensgruppe im Inund<br />
Ausland.<br />
Es erfreut uns besonders, dass alle<br />
drei neuen FGG-Geschäftsführer seit<br />
vielen Jahren bereits dem Unternehmen<br />
verbunden sind und sozusagen<br />
aus unserer Mitte berufen<br />
Thomas Abel Christoph Bülk Yorck Hillegaart<br />
wurden, was kein Gesetz sein kann,<br />
aber unserer Unternehmenskultur<br />
entspricht.<br />
Im Namen aller Gesellschafter der<br />
<strong>Funk</strong> <strong>Gruppe</strong><br />
Dr. Leberecht <strong>Funk</strong><br />
INTERN<br />
IMPRESSUM<br />
Verantwortlich:<br />
Dr. Dieter Schwanke<br />
Redaktion:<br />
Thomas Abel<br />
Dr. Anja <strong>Funk</strong>-Münchmeyer<br />
Thomas Gaze<br />
Yorck Hillegaart<br />
Gerhard Striowski<br />
Layout und Satz:<br />
Kommunikationsmarketing<br />
Herausgeber:<br />
<strong>Funk</strong> <strong>Gruppe</strong><br />
D-20354 Hamburg<br />
Tel: 0 40/3 59 14-0<br />
Über Anregungen, Hinweise oder<br />
den Wunsch nach weiteren Informationen<br />
freuen wir uns.<br />
Wenden Sie sich bitte an Frau<br />
Martina Maerz:<br />
m.maerz@funk-gruppe.de
Mitglied im Verband<br />
Deutscher Versicherungsmakler<br />
e. V.<br />
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www.funk-gruppe.com