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Kapitel 2 - Theorie der Versicherungsmärkte

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Prof. Dr. Wolfgang Buchholz<br />

Institut für Volkswirtschaftslehre und Ökonometrie<br />

Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung:<br />

Eine kurze Einführung in die <strong>Theorie</strong> <strong>der</strong> <strong>Versicherungsmärkte</strong><br />

Bei risikoaversen Individuen besteht <strong>der</strong> Wunsch nach Absicherung (gegen<br />

Einkommensschwankungen im Lebenszyklus bzw. gegen hohe finanzielle<br />

Belastungen durch Krankheit o<strong>der</strong> Arbeitslosigkeit).<br />

Eine solche Absicherung kann in zentralen Bereichen <strong>der</strong> sozialen<br />

Sicherung (Alter, Krankheit, Pflege) prinzipiell auch durch private<br />

<strong>Versicherungsmärkte</strong> erfolgen.<br />

Leitfrage: Weshalb gibt es trotzdem vielfältige staatliche Maßnahmen bei<br />

<strong>der</strong> Absicherung elementarer Lebensrisiken? Weshalb sind diese aus<br />

ökonomischer Sicht gerechtfertigt?<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung: Eine kurze Einführung 15


Prof. Dr. Wolfgang Buchholz<br />

Institut für Volkswirtschaftslehre und Ökonometrie<br />

Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät<br />

a) Theoretischer Bezugspunkt <strong>der</strong> Argumentation: Der erste<br />

Hauptsatz <strong>der</strong> Wohlfahrtstheorie<br />

“In einer Ökonomie mit rein privaten Gütern und einer gesicherten<br />

Eigentumsordnung ist jedes Marktgleichgewicht bei vollkommener<br />

Konkurrenz und vollkommener Information ein Pareto-Optimum.“<br />

Staatseingriffe werden gebraucht, wenn die Voraussetzungen dieses<br />

Theorems nicht erfüllt sind:<br />

• Existenz öffentlicher Güter und externe Effekte.<br />

• Unvollkommenheit <strong>der</strong> Eigentumsordnung. Dazu gehört auch die<br />

Unmöglichkeit zum Abschluss bestimmter Verträge (etwa mit Kin<strong>der</strong>n<br />

und Ungeborenen).<br />

• Verletzung <strong>der</strong> Bedingung vollkommener Konkurrenz (bei Monopolen<br />

und Oligopolen).<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – a) Der erste Hauptsatz <strong>der</strong> Wohlfahrtstheorie 16


• Unvollkommene Information.<br />

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Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät<br />

Im Zusammenhang mit unvollkommener Information im Bereich <strong>der</strong><br />

sozialen Absicherung steht hier ein spezieller Aspekt im Vor<strong>der</strong>grund:<br />

Asymmetrische Information zwischen Versicherern und Versicherten wg.<br />

• Unbeobachtbarkeit von Merkmalen <strong>der</strong> Versicherten (durch die<br />

Versicherer) → Adverse Selektion (Typenrisiko.)<br />

• Beeinflussbarkeit des Schadensrisikos durch die Versicherten<br />

→ Moral Hazard (Verhaltensrisiko).<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – a) Der erste Hauptsatz <strong>der</strong> Wohlfahrtstheorie 17


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Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät<br />

b) Das Versicherungsmarktgleichgewicht mit einem einzelnen<br />

Risikotyp (Referenzfall)<br />

Die Charakteristika eines repräsentativen Individuums sind:<br />

W 0 Anfangsvermögen des Individuums<br />

L (Behandlungs-, Pflege-)Kosten im “Schadensfall“<br />

π Schadenswahrscheinlichkeit<br />

uW ( ) Von-Neumann-Morgenstern-Nutzenfunktion<br />

πuW ( − L) + (1 − π ) uW ( ) Erwartungsnutzen des Individuums ohne<br />

0 0<br />

Versicherung<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – b) VersicherungsmarktGG mit einzelnem Risikotyp 18


Die Bestandteile eines Versicherungsvertrags sind<br />

V ( L)<br />

≤ Deckungssumme<br />

p Prämiensatz<br />

Bei Versicherung ergeben sich dann als Endvermögenswerte<br />

• im Schadensfall W0−pV − L+ V<br />

• im Nicht-Schadensfall W0pV −<br />

Der Erwartungsnutzen bei Versicherung beträgt<br />

EU = πu( W − pV − L+ V) + (1 −π) u( W −<br />

pV)<br />

0 0<br />

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2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – b) VersicherungsmarktGG mit einzelnem Risikotyp 19


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Annahme: Es gibt eine große Zahl identischer Individuen mit stochastisch<br />

unabhängigen Einzelrisiken.<br />

Das Gleichgewichtskonzept für <strong>Versicherungsmärkte</strong> (nach<br />

Rothschild/Stiglitz) wird durch drei Bedingungen beschrieben:<br />

G 1 Die Versicherten maximieren bei gegebenen Angeboten von<br />

Versicherungsverträgen ihren Erwartungsnutzen EU (Expected<br />

Utility)<br />

G 2 Je<strong>der</strong> Versicherungsvertrag führt beim Anbieter zu einem<br />

nicht-negativen Gewinn-Erwartungswert (→ Die Versicherer<br />

können die Einzelrisiken wg. dem “Gesetz <strong>der</strong> großen Zahl“<br />

poolen und ausgleichen).<br />

G 3 Kein potenziell an<strong>der</strong>es Vertragsangebot führt zu einem<br />

positiven Gewinn-Erwartungswert beim offerierenden<br />

Versicherer (→ Analog zum langfristigen Konkurrenzmarkt-<br />

Gleichgewicht aus <strong>der</strong> Mikroökonomie).<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – b) VersicherungsmarktGG mit einzelnem Risikotyp 20


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Die Bedingung 1. Ordnung für die optimale Deckungssumme V ∗ bei<br />

gegebenem Prämiensatz p lautet gemäß G1:<br />

* *<br />

0 0<br />

π(1 − pu ) ′ ( W − L+ (1 − pV ) ) −(1 −π) pu′ ( W − pV)<br />

= 0<br />

Für den Prämiensatz ˆp im Gleichgewicht gilt:<br />

ˆp ≥ π wg. G 2<br />

ˆp ≤ π wg. G 3<br />

ˆp = π<br />

Der gleichgewichtige Prämiensatz stimmt mit dem “fairen“ Prämiensatz =<br />

Schadenswahrscheinlichkeit überein.<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – b) VersicherungsmarktGG mit einzelnem Risikotyp 21<br />


Bei ˆp = π lautet die Bedingung 1. Ordnung für<br />

* *<br />

0 π 0 π<br />

u′ ( W − L+ (1 − ) V ) = u′ ( W − V ) ⇒<br />

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*<br />

V dann<br />

*<br />

V = L<br />

Im Versicherungsmarkt-Gleichgewicht kommt es somit zur vollständigen<br />

Abdeckung des Schadens (→ Vollversicherung � Punkt B).<br />

Endvermögen im Schadensfall<br />

Abbildung 2-1<br />

W −π<br />

L<br />

0<br />

W0−L 45 0<br />

B<br />

α<br />

Sicherheitslinie<br />

1−<br />

π<br />

tanα<br />

=<br />

π<br />

Endvermögen im Nichtschadensfall<br />

W0−πL W0<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – b) VersicherungsmarktGG mit einzelnem Risikotyp 22<br />

A


Anstieg <strong>der</strong> fairen Versicherungsgeraden =<br />

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1− π<br />

−<br />

π<br />

= Anstieg <strong>der</strong> EU-Indifferenzkurven auf <strong>der</strong> Sicherheitslinie.<br />

(Weshalb gilt dies genau?)<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – b) VersicherungsmarktGG mit einzelnem Risikotyp 23


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c) Versicherungsmarkt-Gleichgewichte bei verschiedenen<br />

Risikotypen und asymmetrischer Information: Das Problem <strong>der</strong><br />

adversen Selektion<br />

c1) Die Annahmen<br />

Jetzt gibt es zwei verschiedene Risikotypen s und g mit gleich hohem<br />

potenziellem Schaden L, aber unterschiedlichen Schadens-/Erkrankungswahrscheinlichkeiten<br />

π s und π g (mit π s > π g).<br />

Die EU-Indifferenzkurven sind für g -Typen in diesem Fall steiler als für s-<br />

Typen.<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – c) VersicherungsmarktGG verschiedener Risikotypen<br />

c1) Die Annahmen<br />

24


Endvermögen im Schadensfall<br />

0<br />

0<br />

45<br />

Bsi<br />

Bg<br />

i<br />

Is<br />

I g<br />

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Endvermögen in Nichtschadensfall<br />

Abbildung 2-2<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – c) VersicherungsmarktGG verschiedener Risikotypen<br />

c1) Die Annahmen<br />

25


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Intuition: Die Absicherung ist für s-Typen "wichtiger" als für g -Typen<br />

→ Die marginale Zahlungsbereitschaft für eine Versicherung ("Grenzrate<br />

<strong>der</strong> Substitution") ist für s-Typen höher als für g -Typen.<br />

Ergänzungsfrage: Wie folgt diese Aussage genau aus dem<br />

Erwartungsnutzenansatz?<br />

Die Zentrale Annahme ist jetzt: Nur die Individuen selber wissen über<br />

ihren Risikotyp Bescheid, nicht aber die Versicherer<br />

→ Es herrscht asymmetrische Information.<br />

Die Versicherer sollen allerdings den Anteil α <strong>der</strong> g -Typen an <strong>der</strong><br />

Gesamtpopulation kennen.<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – c) VersicherungsmarktGG verschiedener Risikotypen<br />

c1) Die Annahmen<br />

26


c2) Nicht-erreichbare Lösungen<br />

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Im Vollversicherungs-Trenngleichgewicht ergäben sich die<br />

unterschiedlichen fairen Prämiensätze ps = π s und pg = π g und die<br />

zugehörigen Vollversicherungspunkte s B und B g jeweils für die s- und g -<br />

Typen.<br />

Diese ideale Lösung kann bei asymmetrischer Information aber nicht<br />

zustande kommen!<br />

Weshalb? Der Versicherungsvertrag g B ist auch für s-Typen besser als s B<br />

→ s-Typen verstellen sich als g -Typen.<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – c) VersicherungsmarktGG verschiedener Risikotypen<br />

c2) Nicht-erreichbare Lösungen<br />

27


Endvermögen im Schadensfall<br />

W −π<br />

L<br />

0 g<br />

W −π<br />

L<br />

0<br />

W −π<br />

L<br />

0 s<br />

W0−L Bs<br />

W L<br />

B<br />

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Abbildung 2-3<br />

Endvermögen im Nichtschadensfall<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – c) VersicherungsmarktGG verschiedener Risikotypen<br />

c2) Nicht-erreichbare Lösungen<br />

B g<br />

W −π<br />

L<br />

E<br />

Is ( B )<br />

45 �<br />

Ig ( B )<br />

0 −π s W0−πL 0 g<br />

0 W<br />

A<br />

28


g L π < sL π<br />

Prämienzahlung Erwarteter Schaden pro versichertem s-Typ<br />

→ Die Versicherer machen einen Verlust bei den s-Typen<br />

→ Die Gleichgewichts-Bedingung G2 wird verletzt<br />

→ Die Trennlösung ist nicht durchsetzbar!<br />

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G2 und G3 wären jedoch erfüllt, falls für alle Individuen <strong>der</strong> Prämiensatz<br />

p = π = απ + (1 − α) π = durchschnittliche Schadenswahrscheinlichkeit<br />

betragen würde.<br />

g s<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – c) VersicherungsmarktGG verschiedener Risikotypen<br />

c2) Nicht-erreichbare Lösungen<br />

29


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Die Versicherungsgerade beim Prämiensatz p ist AB mit dem Anstieg<br />

1− π<br />

− . Der entsprechende Vollversicherungspunkt ist B (siehe Abbildung<br />

π<br />

2-3).<br />

Die Pooling-Lösung B kann aber ebenfalls kein Gleichgewicht sein.<br />

Warum? Wir betrachten die Indifferenzkurven Is( B ) und Ig( B ) von s- und<br />

g -Typen durch den Punkt B.<br />

Is( B ) hat in B den Anstieg 1− π s − und ist wg. π s > π flacher als AB<br />

π s<br />

→ Is( B ) schneidet AB g oberhalb von A<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – c) VersicherungsmarktGG verschiedener Risikotypen<br />

c2) Nicht-erreichbare Lösungen<br />

30


Ig( B ) hat in B den Anstieg 1− π g<br />

π<br />

− und ist wg. π g π s<br />

g<br />

→ Rechts von B liegt Ig( B ) unterhalb von I ( B ) .<br />

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< steiler als I ( B )<br />

Konsequenz: Auf AB g gibt es ein Segment, das unter Is( B ), aber über<br />

I ( B ) liegt.<br />

g<br />

Zusätzliche Annahme: Die Versicherer verfügen über eine<br />

"Rationierungsmöglichkeit", d.h. sie können die Deckungssumme V nach<br />

oben beschränken<br />

Die Versicherer können dann einen z.B. in den Punkt E führenden<br />

Teilversicherungsvertrag anbieten<br />

→ E ist für g -Typen besser und für s-Typen schlechter als B.<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – c) VersicherungsmarktGG verschiedener Risikotypen<br />

c2) Nicht-erreichbare Lösungen<br />

s<br />

s<br />

31


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→ Nur g -Typen wählen E (Selbstselektion)<br />

→ Die Versicherer machen mit dem Angebot von E einen Gewinn (weil<br />

E unterhalb AB g liegt)<br />

→ G 3 ist in B verletzt<br />

→ Die Mischlösung B ist kein Versicherungsmarkt-Gleichgewicht<br />

Konsequenz: Weil Misch-/Pooling-Lösungen somit ausscheiden, können<br />

Versicherungsmarkt-Gleichgewichte nur komplizierte Trennlösungen sein.<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – c) VersicherungsmarktGG verschiedener Risikotypen<br />

c2) Nicht-erreichbare Lösungen<br />

32


c3) Erreichbare Trennlösungen<br />

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Bei einer Trennlösung erhalten s- und g -Typen unterschiedliche Verträge.<br />

Diese werden grafisch durch die Versicherungspunkte s C und C g für<br />

s- und g -Typen gekennzeichnet (siehe Abbildung 2-4).<br />

Wg. den Bedingungen G 2 und G 3 muss s C auf AB s und g C auf AB g<br />

liegen.<br />

Zusätzlich muss sich g C unterhalb <strong>der</strong> durch C s verlaufenden s-<br />

Indifferenzkurve Is( C s ) befinden → Anreizkompatibilitätsbedingung.<br />

Begründung: s-Typen müssen vom Vertrag C g ferngehalten werden.<br />

(Sonst würden Verluste bei den Versicherern entstehen und G 2 wäre<br />

verletzt.)<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – c) VersicherungsmarktGG verschiedener Risikotypen<br />

c3) Erreichbare Trennlösungen<br />

33


Endvermögen im Schadensfall<br />

0<br />

I ( C ˆ )<br />

s s<br />

Cˆ s = Bs<br />

I<br />

( ˆ<br />

g )<br />

g C<br />

F<br />

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Abbildung 2-4<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – c) VersicherungsmarktGG verschiedener Risikotypen<br />

c3) Erreichbare Trennlösungen<br />

B<br />

Bg<br />

H<br />

G<br />

45° -<br />

Linie<br />

Nichtexistenz eines<br />

Gleichgewichts<br />

Ĉ g<br />

A<br />

Endvermögen im Nichtschadensfall<br />

34


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Die Bedingungen G 1,<br />

G 2 und G 3 führen dann zur folgenden für die<br />

Versicherten bestmöglichen Trennlösung:<br />

• s-Typen erreichen den Vollversicherungspunkt ˆ Cs= Bs<br />

• g -Typen erreichen ˆ C g � Schnittpunkt von Is( B s ) mit AB g<br />

Beide Typen zahlen dann ihre jeweilige faire Prämie, die g -Typen erhalten<br />

aber nur einen partiellen Versicherungsschutz (und nicht die von ihnen<br />

eigentlich erwünschte Vollversicherung).<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – c) VersicherungsmarktGG verschiedener Risikotypen<br />

c3) Erreichbare Trennlösungen<br />

35


c4) Die Gefahr <strong>der</strong> Nicht-Existenz eines Markt-GG<br />

Zusätzliche Schwierigkeit: Auch die Lösung<br />

tatsächlich ein Gleichgewicht. Warum?<br />

Wir betrachten die g -Indifferenzkurve<br />

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( B , C ˆ ) ist nicht immer<br />

s g<br />

I ( ˆ<br />

g C g)<br />

durch ˆ C g .<br />

Liegt AB teilweise (im Segment GB) über I ( ˆ<br />

g C g)<br />

, sind Mischverträge im<br />

Bereich zwischen GB und I ( ˆ<br />

g C g)<br />

(z. B. H ) für s- und g -Typen besser als<br />

die Trennlösung ( B , C ˆ ) .<br />

s g<br />

In H machen die Versicherer aber einen Gewinn → G 3 ist in ( Cˆ , ˆ<br />

s C g )<br />

verletzt → Die Trennlösung ( B , C ˆ ) ist kein Gleichgewicht!<br />

s g<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – c) Versicherungsmarkt-GG verschiedener Risikotypen<br />

c4) Die Gefahr <strong>der</strong> Nicht-Existenz eines Markt-GG<br />

36


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Dieses Ergebnis ist zu erwarten, wenn AB steil, d.h. <strong>der</strong> Anteil α <strong>der</strong> g -<br />

Typen hoch ist. Die intuitive Erklärung dafür ist:<br />

In <strong>der</strong> Mischlösung kommt es zu einer Quersubventionierung <strong>der</strong> s-Typen<br />

durch die g -Typen. Ist <strong>der</strong> Anteil <strong>der</strong> s-Typen klein, d.h. α groß, werden<br />

die g -Typen dadurch nur wenig belastet. Die Nutzeneinbuße durch<br />

Beschränkung <strong>der</strong> Deckungssumme in <strong>der</strong> Trennlösung wiegt für die g -<br />

Typen in diesem Fall schwerer!<br />

Ergebnis: Bei hohem α stellt auch die Trennlösung kein Gleichgewicht<br />

dar. Da jedoch eine Mischlösung ebenfalls kein Gleichgewicht sein kann<br />

(s.o.), existiert in diesem Fall überhaupt kein Gleichgewicht.<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – c) Versicherungsmarkt-GG verschiedener Risikotypen<br />

c4) Die Gefahr <strong>der</strong> Nicht-Existenz eines Markt-GG<br />

37


c5) Staatliche Eingriffe zur Allokationsverbesserung<br />

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Bei Nicht-Existenz eines GG (1. Möglichkeit) ist nicht klar, was am<br />

Versicherungsmarkt genau passieren wird. Zu erwarten ist wohl am<br />

ehesten eine erratische Entwicklung mit hoher Unsicherheit für alle<br />

Beteiligten → Der Staat kann in diesem Fall durch eine einheitliche<br />

Zwangsversicherung (“Zwangs-Pooling“) und Herbeiführung des Punktes<br />

B die von den Individuen gewünschte Absicherung erreichen.<br />

Bei Existenz eines GG (2. Möglichkeit) kann <strong>der</strong> Staat durch Einführung<br />

einer partiellen Zwangsversicherung (nach A p in Abb. 2-5) die Allokation<br />

eventuell verbessern.<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – c) VersicherungsmarktGG verschiedener Risikotypen<br />

c5) Staatliche Eingriffe zur Allokationsverbesserung<br />

38


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A p dient dabei als Ausgangpunkt für die Herstellung eines neuen<br />

Trenngleichgewichts ˆ p<br />

( , ˆ p<br />

CsC g ) , das für die s- und g -Typen besser als<br />

( B , C ˆ ) sein kann.<br />

s g<br />

Endvermögen im Schadensfall<br />

I ( Cˆ<br />

)<br />

s s<br />

I<br />

( ˆ p<br />

I C )<br />

s s<br />

Cˆ s Bs<br />

( ˆ<br />

g )<br />

g C<br />

( ˆ p<br />

I C )<br />

B<br />

g g<br />

B g<br />

ˆ p<br />

Cs<br />

= ˆ p<br />

C<br />

Sicherheitslinie<br />

Abbildung 2-5<br />

Endvermögen im Nichtschadensfall<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – c) VersicherungsmarktGG verschiedener Risikotypen<br />

c5) Staatliche Eingriffe zur Allokationsverbesserung<br />

g<br />

Cˆ<br />

g<br />

A<br />

p<br />

A<br />

39


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c6) Ein an<strong>der</strong>es Konzept von Versicherungsmarkt-Gleichgewichten<br />

Die problematische Annahme bei Rothschild/Stiglitz ist: Die Versicherer<br />

dürfen bei jedem angebotenen Einzelvertrag (im statistischen<br />

Durchschnitt) keinen Verlust machen. Eine Quersubventionierung ist also<br />

ausgeschlossen.<br />

Spence/Miyazaki lassen hingegen Mischkalkulation zu: Dann existiert<br />

immer ein Versicherungsmarkt-Gleichgewicht, das sogar (second-best)<br />

optimal ist (schwieriger Beweis).<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – c) VersicherungsmarktGG verschiedener Risikotypen<br />

c6) Ein an<strong>der</strong>es Konzept von Versicherungsmarkt-Gleichgewichten<br />

40


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c7) Asymmetrische Information als Konsequenz staatlicher<br />

Regulierung<br />

Asymmetrische Information ist nicht immer naturgegeben, son<strong>der</strong>n wird<br />

durch gesetzliche Vorgaben (Datenschutz, Recht auf informationelle<br />

Selbstbestimmung) künstlich hergestellt.<br />

Beispiel: Verwertungsverbot <strong>der</strong> Erkenntnisse aus <strong>der</strong> Gen-Diagnostik<br />

(wichtig für Kranken- und Lebensversicherungen) in vielen Län<strong>der</strong>n.<br />

Bislang gab es nur eine Selbstverpflichtung <strong>der</strong> Versicherer. Ein<br />

entsprechendes Gendiagnostikgesetz wurde am 24.04.2009 vom<br />

Bundestag verabschiedet. Die zentrale Passage für Versicherungen<br />

lautet:<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – c) VersicherungsmarktGG verschiedener Risikotypen<br />

c7) Asymmetrische Information als Konsequenz staatlicher Regulierung<br />

41


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§ 18 Gendiagnostikgesetz (GenDG)<br />

Genetische Untersuchungen und Analysen im Zusammenhang mit dem Abschluss<br />

eines Versicherungsvertrages<br />

(1) Der Versicherer darf von Versicherten we<strong>der</strong> vor noch nach Abschluss des<br />

Versicherungsvertrages<br />

1. die Vornahme genetischer Untersuchungen o<strong>der</strong> Analysen verlangen o<strong>der</strong><br />

2. die Mitteilung von Ergebnissen o<strong>der</strong> Daten aus bereits vorgenommenen<br />

genetischen Untersuchungen o<strong>der</strong> Analysen verlangen o<strong>der</strong> solche Ergebnisse o<strong>der</strong><br />

Daten entgegennehmen o<strong>der</strong> verwenden.<br />

Für die Lebensversicherung, die Berufsunfähigkeitsversicherung, die<br />

Erwerbsunfähigkeitsversicherung und die Pflegerentenversicherung gilt Satz 1 Nr. 2<br />

nicht, wenn eine Leistung von mehr als 300 000 Euro o<strong>der</strong> mehr als 30 000 Euro<br />

Jahresrente vereinbart wird.<br />

(2) Vorerkrankungen und Erkrankungen sind anzuzeigen; insoweit sind die §§ 19 bis 22<br />

und 47 des Versicherungsvertragsgesetzes anzuwenden.<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – c) VersicherungsmarktGG verschiedener Risikotypen<br />

c7) Asymmetrische Information als Konsequenz staatlicher Regulierung<br />

42


Problematik aus ökonomischer Sicht:<br />

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Bei Verwendung aller Informationen wäre das Gleichgewicht ( Bs, B g )<br />

erreichbar, bei beschränkter Nutzbarkeit <strong>der</strong> Informationen aber<br />

allenfalls <strong>der</strong> Pareto-inferiore Zustand ( B , C ˆ ) !<br />

s g<br />

Das Verwertungsverbot von Gen-Diagnosen dient allerdings dem Schutz<br />

von Individuen mit schlechter genetischer Disposition → Es liegt ein<br />

spezifisches Verteilungsproblem vor → Diskussion in Übung!<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – c) VersicherungsmarktGG verschiedener Risikotypen<br />

c7) Asymmetrische Information als Konsequenz staatlicher Regulierung<br />

43


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d) Verhaltensrisiko auf <strong>Versicherungsmärkte</strong>n ("Moral Hazard")<br />

Wie<strong>der</strong>um bezogen auf ein repräsentatives Individuum<br />

W 0:<br />

das Anfangsvermögen<br />

L: die Schadenshöhe<br />

Jetzt aber hat jedes Individuum die Möglichkeit durch<br />

Vorbeugungsaufwendungen in Höhe von a die<br />

Schadenswahrscheinlichkeit vom ursprünglichen Wert π auf einen Wert<br />

a<br />

π ( < π ) zu senken ("Entwöhnungskur bei Suchtverhalten").<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – d) Verhaltensrisiko auf <strong>Versicherungsmärkte</strong>n 44


Prof. Dr. Wolfgang Buchholz<br />

Institut für Volkswirtschaftslehre und Ökonometrie<br />

Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät<br />

Bei Beobachtbarkeit <strong>der</strong> Vorbeugungsmaßnahme durch die Versicherer<br />

sind zwei Endzustände möglich<br />

• Keine Vorbeugung und anschließend Vollversicherung zur fairen<br />

Prämie ˆp = π :<br />

Erwartungsnutzen des Individuums = uW ( 0 − pL ˆ )<br />

a a<br />

• Vorbeugung und anschließend Vollversicherung zur Prämie pˆ = π :<br />

Erwartungsnutzen des Individuums = uW ( 0 −a− pˆ L)<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – d) Verhaltensrisiko auf <strong>Versicherungsmärkte</strong>n 45<br />

a


A 1<br />

Es werden zwei Annahmen getroffen:<br />

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→ Ohne Versicherung lohnt sich aus individueller Sicht die Vorbeugung.<br />

A 2<br />

a a<br />

0 0<br />

π uW ( −L− a) + (1 −π ) uW ( − a)<br />

π uW ( − L) + (1 −π)<br />

uW ( )<br />

> 0 0<br />

a<br />

0 0<br />

uW ( −a− pˆ L) > uW ( − pL ˆ ) bzw.<br />

a<br />

( pˆ − pˆ ) L> a<br />

→ Bei Versicherung ist Vorbeugung gesamtwirtschaftlich vorteilhaft.<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – d) Verhaltensrisiko auf <strong>Versicherungsmärkte</strong>n 46


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Bei Nicht-Beobachtbarkeit <strong>der</strong> Vorbeugungsmaßnahmen wird die<br />

effiziente Lösung auf dem Versicherungsmarkt aber nicht realisiert.<br />

Warum?<br />

Die Individuen täuschen Vorbeugung vor und “erschleichen“ sich die<br />

a a<br />

niedrige Prämie pˆ = π , obwohl ihre Schadenswahrscheinlichkeit π<br />

beträgt<br />

→ Die Versicherer machen Verluste.<br />

→ Es kommt zu keinem Gleichgewicht beim Prämiensatz ˆ a<br />

p .<br />

Eine partielle Verbesserung ist durch Rationierung/Beschränkung <strong>der</strong><br />

Deckungssumme V möglich.<br />

Die Individuen verlieren dadurch das Interesse an <strong>der</strong> Täuschung, wenn<br />

für V die folgende Anreizkompatibilitäts-Bedingung gilt:<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – d) Verhaltensrisiko auf <strong>Versicherungsmärkte</strong>n 47


Erwartungsnutzen bei Vorbeugung =<br />

a<br />

0 − − +<br />

a<br />

− ˆ + −<br />

a<br />

0 −<br />

a<br />

− ˆ<br />

a a<br />

≥ π uW ( 0 − L+ (1 − pˆ ) V) + (1 −π) uW ( 0 − pV ˆ )<br />

π uW ( L a (1 p ) V) (1 π ) uW ( a pV)<br />

= Erwartungsnutzen ohne Vorbeugung und Täuschung<br />

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Bei V = 0 ist die linke Seite dieser Ungleichung wg. (A1) größer als die<br />

rechte.<br />

a<br />

Bei V = L ist wegen a > 0 die linke Seite uW ( ˆ 0 − p L− a)<br />

kleiner als die<br />

a<br />

rechte uW ( ˆ 0 − p L)<br />

.<br />

Nach dem “Zwischenwertsatz“ existiert dann ein V ∗ (mit 0 V L<br />

∗<br />

< < ), bei<br />

dem gerade Gleichheit herrscht.<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – d) Verhaltensrisiko auf <strong>Versicherungsmärkte</strong>n 48


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Konsequenz: Der Versicherungsmarkt kann (nur) eine Teilabsicherung mit<br />

<strong>der</strong> beschränkten Deckungssumme V ∗ zustande bringen!<br />

Die empirische Bedingung für die Realisierung einer solchen Lösung ist:<br />

Der Abschluss mehrerer Teilversicherungen muss unmöglich sein<br />

(“Stückelungsverbot“). Dazu tragen Kontrollmitteilungen zwischen<br />

Versicherern o<strong>der</strong> die Einfor<strong>der</strong>ung von Originalbelegen (etwa bei<br />

Krankenversicherungen) bei.<br />

Ein echter Staatseingriff ist dabei nicht erfor<strong>der</strong>lich.<br />

Bestimmte staatliche Maßnahmen (z. B. Vollversicherungszwang V L<br />

= )<br />

können sogar wohlfahrtsschädlich sein, weil dadurch <strong>der</strong> Anreiz zur<br />

Vorbeugung verschwindet.<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – d) Verhaltensrisiko auf <strong>Versicherungsmärkte</strong>n 49


e) Schlussfolgerungen aus <strong>der</strong> Modellanalyse<br />

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Inwieweit versagen private <strong>Versicherungsmärkte</strong> bei <strong>der</strong> Absicherung von<br />

Lebensrisiken aufgrund von adverser Selektion und Moral Hazard? Unsere<br />

theoretische Analyse ergab hier keine eindeutige Antwort.<br />

Ergebnis aus <strong>der</strong> Erörterung adverser Selektion:<br />

Bei asymmetrischer Information besteht die Gefahr, dass kein<br />

Gleichgewicht ("stabile Lösung") zustande kommt. Ein "constant flux" /<br />

„Auf und Ab“ auf dem Versicherungsmarkt und eine unzureichende<br />

Absicherung <strong>der</strong> Individuen sind zu befürchten.<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – e) Schlussfolgerungen aus <strong>der</strong> Modellanalyse 50


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Eine solche Entwicklung droht insbeson<strong>der</strong>e bei privaten<br />

Krankenversicherungen: Bei Abwan<strong>der</strong>ung guter Risiken erhöhen sich die<br />

Prämien <strong>der</strong> schlechten Risiken → Das “Herauslocken“ von Individuen aus<br />

bestehenden KV-Verträgen schafft deshalb ein erhebliches Prämienrisiko<br />

für die Versicherten.<br />

Dazu kommt es auch durch neue Informationen (z.B. Entdeckung einer<br />

niedrigeren Erkrankungswahrscheinlichkeit bei einer bestimmten<br />

Bevölkerungsgruppe) → Ein staatliches “Zwangs-Pooling“ verringert diese<br />

Unsicherheiten am Versicherungsmarkt.<br />

Ergebnis aus <strong>der</strong> Erörterung von Moral Hazard:<br />

Marktversagen (→ Verfehlung <strong>der</strong> optimalen Allokation) kann zwar<br />

festgestellt werden, eine unmittelbare Verbesserung durch staatliche<br />

Maßnahmen ist hier aber nicht erkennbar. Teilweise werden die Probleme<br />

durch staatliche Maßnahmen sogar noch verschärft!<br />

2. Mögliche Effizienzgründe für eine Sozialversicherung – e) Schlussfolgerungen aus <strong>der</strong> Modellanalyse 51

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