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20 Jahre LGIPA 1988 – 2008 - Lëtzebuerger Gesellschaft fir ...

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<strong>20</strong> <strong>Jahre</strong> <strong>LGIPA</strong> <strong>1988</strong> <strong>–</strong> <strong>20</strong>08<br />

Festschrift <strong>–</strong> Inhalt<br />

Grußworte der Ministerin / des Ministers<br />

Grußwort des Bürgermeisters<br />

Grußworte der Ehrenpräsidenten<br />

Vorwort des <strong>LGIPA</strong>-Präsidenten<br />

1) Zur Individualpsychologie Alfred Adlers<br />

2) Das Menschenbild Alfred Adlers<br />

3) Zur Geschichte der <strong>LGIPA</strong><br />

4) Wegbereiter der Individualpsychologie<br />

5) <strong>LGIPA</strong> / IPG aktuell (1)<br />

6) Gründung des IPG<br />

7) Ziele und Aufgaben des IPG<br />

8) <strong>LGIPA</strong> / IPG aktuell (2)<br />

9) Statistische Informationen zum IPG<br />

10) Veranstaltungen im Rahmen der Aktionswoche zum <strong>20</strong>jährigen<br />

Jubiläum<br />

11) Ständige Kursangebote der <strong>LGIPA</strong><br />

(1) Individualpsychologisches Selbstmanagement (IPSM)<br />

(2) „Fit mit Pit“ <strong>–</strong> Gesundheitsförderung für Kinder (... und<br />

ihre Eltern)<br />

(3) „Seele & Gesundheit“ Psychohygiene für Körper und<br />

Geist.<br />

(4) „Fit for Family“ - Elternselbstmanagement-Gruppen<br />

12) Ausbildungsangebote der <strong>LGIPA</strong><br />

13) Veröffentlichungen und Literaturempfehlungen<br />

14) Psychische Gesundheit in den EU-Ländern<br />

15) Ausblick des IPG- Direktors<br />

1


2<br />

Mein herzlicher Glückwunsch an die <strong>LGIPA</strong><br />

für <strong>20</strong> <strong>Jahre</strong> Individualpsychologie im Dienst<br />

unserer <strong>Gesellschaft</strong><br />

Die « <strong>Lëtzebuerger</strong> <strong>Gesellschaft</strong> <strong>fir</strong><br />

Individualpsychologie nom Alfred Adler a.s.b.l. » ist<br />

jetzt schon während <strong>20</strong> <strong>Jahre</strong>n tätig mit zahlreichen<br />

Fortbildungsveranstaltungen für pädagogische und<br />

soziale Berufe, Konferenzen, Seminaren für Laien<br />

und Fachleute sowie psychologischer Beratungen,<br />

in den Anwendungsbereichen der Prävention,<br />

Beratung, Erwachsenenbildung, Psychotherapie<br />

und Supervision.<br />

Adlers Individualpsychologie geht von einem<br />

Menschenbild aus, das den Einzelnen in Interaktion mit der sozialen<br />

Gemeinschaft sieht und dem Individuum behilflich ist, um seine einzigartige<br />

Persönlichkeit aufzubauen. Dieses Konzept eignet sich besonders gut für die<br />

Kindheit und die Adoleszenz, da diese entscheidende Zeitabschnitte für eine<br />

erfolgreiche Sozialisation sind, und somit präventiv persönliche Freiheit und<br />

soziale Verantwortung bei Kindern und Jugendlichen gefördert werden<br />

können. Diese sollten die Chance haben, zu verantwortungsbewussten<br />

Menschen erzogen zu werden indem sie von früh an ein<br />

Gemeinschaftsgefühl trainieren. Deshalb bleibt es weiterhin von großem<br />

Interesse, praxisnahe Vorträge und Elternabende in Kindertagesstätten -<br />

Maisons Relais, Foyers, Crèches - zu veranstalten. Im Jubiläumsjahr<br />

<strong>20</strong>07/<strong>20</strong>08 werden zahlreiche Veranstaltungen stattfinden, um Jugendlichen,<br />

Eltern und Erziehern die Individualpsychologie näher zu bringen.<br />

Ein großes Dankeschön gebührt den Gründern und den jetzigen Mitgliedern<br />

des <strong>LGIPA</strong> und ganz besonders dem langjährigen Präsidenten Lucien<br />

Nicolay, für ihre mutige Initiative, Adlers Individualpsychologie in Luxemburg<br />

zu verbreiten.<br />

Marie-Josée JACOBS<br />

Minister für Familie und Integration


Gesundheit ist mehr als Abwesenheit von<br />

Krankheit!<br />

Gesundheit, wertvollstes Gut des Menschen<br />

überhaupt, ist eine notwendige Voraussetzung<br />

für die Entwicklung und Entfaltung sowohl des<br />

jungen als auch des älteren Menschen. Es gibt<br />

eine Vielzahl von Ansätzen Gesundheit als<br />

Begriff zu erfassen doch die wohl am<br />

häufigsten zitierte Definition ist jene der<br />

Weltgesundheitsorganisation ( WHO 1946 )<br />

“Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen<br />

körperlichen, geistigen und sozialen<br />

Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von<br />

Krankheit und Gebrechen”. Gesundheit<br />

sowie Krankheit haben individuelle<br />

und subjektive Merkmale, die ihren Ausdruck gleichermaβen im physischen,<br />

psychischen und sozialen Leben finden. Somit befürworte ich als<br />

Gesundheitsminister auch den Einsatz und die Bemühungen von<br />

professionell geschulten Therapeuten, deren Aufgabe darin besteht, dem<br />

Menschen gezielt und individuell zu einer gesünderen Lebensführung zu<br />

verhelfen. Ich nutze somit die Gelegenheit, die <strong>LGIPA</strong> <strong>1988</strong> <strong>–</strong> <strong>20</strong>08 zu ihrem<br />

<strong>20</strong>-jährigen Bestehen zu beglückwünschen. Die <strong>LGIPA</strong> Vereinigung<br />

kennzeichnet sich nicht nur durch ihr langjähriges, qualitativ hohes und<br />

vielfältiges Angebot, sondern auch durch die Menschen die sie gegründet<br />

haben und auch heute weiterleben und entwickeln lassen. Als wichtiger<br />

Baustein unseres psycho-sozialen Netzwerkes soll die <strong>LGIPA</strong> auch weiterhin<br />

ihre vielfältigen Angebote und ihren Einsatz für psychische Gesundheit auf<br />

nationaler Ebene anbieten und weiterführen.<br />

Mars DI BARTOLOMEO<br />

Gesundheitsminister<br />

3


Happy Birthday, <strong>LGIPA</strong><br />

Alfred Adler stellt mit der Individualpsychologie ein erstes<br />

Gesamtpsychotherapiemodell vor. Seine Persönlichkeitstheorie ist<br />

ganzheitlich. Er betont die unteilbare Einheit von Körper und Geist.<br />

Funktionen wie Denken, Fühlen, Handeln, Wahrnehmen, Lernen, stehen alle<br />

im Dienst einer einheitlich ausgerichteten<br />

Motivation. So ist sein System betont nahe von<br />

anderen Wissenschaftsbereichen, wie speziell<br />

Pädagogik und Soziologie.<br />

Seine wichtigsten Werke lehren über<br />

Menschenkenntnis, Charakter, Sinn des<br />

Lebens, Individualpsychologie in der Schule,<br />

Heilen und Bilden.<br />

1987 wurde dann auch in Luxemburg die erste<br />

<strong>Gesellschaft</strong> der Individualpsychologie (<strong>LGIPA</strong>) gegründet, besonders weil<br />

die Nachfrage von Eltern sehr groß war. Heute feiert die <strong>LGIPA</strong> ihr<br />

zwanzigjähriges Bestehen.<br />

Die Gemeinde Bartringen ist stolz darauf, dass das "Institut <strong>fir</strong> Psychologesch<br />

Gesondheetsfërderong" der <strong>LGIPA</strong> seit drei <strong>Jahre</strong>n ihre Unterkunft in unserer<br />

Gemeinde gefunden hat, wo sie als Beratungsstelle, Ausbildungsstätte und<br />

Forschungsstelle fungiert.<br />

In meinem eigenen Namen, im Namen des Gemeinderates, wünsche ich der<br />

<strong>LGIPA</strong> weiterhin grossen Erfolg in ihrer Arbeit, welche ganz im Dienste der<br />

Allgemeinheit steht.<br />

4<br />

Paul GEIMER<br />

Bürgermeister


Persönliche Erinnerungen<br />

über die Anfänge der IP in<br />

Luxemburg<br />

Von Dr. Fari Khabirpour<br />

(Ehrenpräsident)<br />

Schon in den Sechziger <strong>Jahre</strong>n stieß die Individualpsychologie Alfred Adlers<br />

auf ein positives Echo in Luxemburg. Eine Gruppe von Interessenten, die mit<br />

Erik Blumenthal, den damaligen Leiter der deutschen und schweizerischen<br />

individualpsychologischen <strong>Gesellschaft</strong>, befreundet war, lud ihn periodisch zu<br />

Vorträgen und Seminaren nach Luxemburg ein.<br />

So konnte ich schon als 15 jähriger Erik Blumenthal anlässlich einer solchen<br />

Veranstaltung in Esch kennen lernen. Sehr angetan durch die Lehren der<br />

Individualpsychologie, entschied ich mich schon sehr früh Psychologie zu<br />

studieren. Die Entscheidung diesen Weg an der Universität Zürich zu<br />

beschreiten wurde durch die Präsenz von Erik Blumenthal, als Dozent am<br />

Institut für angewandte Psychologie in Zürich bekräftigt.<br />

Während dieser Zeit hatte ich das Vergnügen, Erik Blumenthal und weitere<br />

Individualpsychologen persönlich kennen zu lernen, die ich anschließend<br />

nach Abschluss meines Studiums regelmäßig nach Luxemburg einlud.<br />

Die Gedanken Adlers und Rudolf Dreikurs fanden immer mehr Zugang in der<br />

luxemburgischen, psychosozialen Landschaft.<br />

Ermutigt durch die positive Resonanz von vielen Eltern und Kollegen und<br />

bestärkt durch die Bekanntschaft mit Lucien Nicolay, den ich anlässlich eines<br />

IP-Seminars mit Erik Blumenthal in Mersch kennen gelernt hatte,<br />

beschlossen wir dann 1987 die erste <strong>Gesellschaft</strong> der Individualpsychologie<br />

in Luxemburg (<strong>LGIPA</strong>) zu gründen.<br />

5


Die Pionierjahre unserer IP-<strong>Gesellschaft</strong> waren beseelt von regem<br />

Optimismus und großem Idealismus. Während einer abwechselnden<br />

Präsidentschaft zwischen Lucien und mir, wurden wichtige Kontakte zu<br />

staatlichen Instanzen hergestellt und die zahlreichen<br />

Fortbildungsveranstaltungen, Elternabende, Konferenzen und Symposien<br />

gewannen dadurch an Bedeutung. Dementsprechend stieg die Zahl der<br />

Mitglieder und Freunde der IP in Luxemburg ständig an.<br />

Viele Gedankenansätze der IP wurden in den Siebziger <strong>Jahre</strong>n bejahend<br />

aufgenommen und gewinnen auch heute wieder in unserer <strong>Gesellschaft</strong> an<br />

Aktualität. Adlers Gesamtpsychotherapiemodell, das sowohl die normale<br />

Psyche als auch Neurosen, Psychosen, Psychopathien, Prävention und<br />

Rehabilitation umfasst, ist ein wichtiges Thema in der heutigen<br />

Psychotherapieforschung. Seine Persönlichkeitstheorie, seine Beschreibung<br />

und Erklärung des Phänomens seelischer Krankheit und der von ihm<br />

betonten Nähe seines psychologischen Systems zu anderen Wissenschaftsbereichen,<br />

vor allem zur Pädagogik und Soziologie, sind eine teleologischganzheitliche<br />

und auf die Kreativität des Subjekts basierende Sichtweise, die<br />

ebenfalls sehr aktuell anmutet. Adler glaubte im Sinne des<br />

Präventionsgedankens, dass man Gemeinschaftsgefühl nicht nur methodisch<br />

trainieren kann sondern auch muss. Des Weiteren finden auch viele<br />

Konzepte von Verhaltensänderung, die die Identifizierung mit sozialen Zielen<br />

zum Inhalt haben, ihre theoretischen Wurzeln in den Intentionen Adlers, auch<br />

wenn er von den Verfassern kaum genannt wird.<br />

Ich wünsche der <strong>LGIPA</strong> auch weiterhin viel Erfolg bei der Verbreitung der<br />

zeitgemäßen Lehren Adlers. Möge die anfängliche Begeisterung der Gründer<br />

unserer <strong>LGIPA</strong> und ihre professionelle Weiterführung durch seinen<br />

langjährigen Präsidenten, Lucien Nicolay, auch in Zukunft reichhaltige<br />

Früchte bringen.<br />

6


Reflexion der Ehrenpräsidentin Marlène Lanners<br />

Es ist mir eine Ehre meinen Beitrag zur geschichtlichen und seelischen Mit-<br />

Bewegung der <strong>LGIPA</strong> zwischen 1989 und 1999<br />

zu reflektieren.<br />

Diese intensive Arbeitszeit war geprägt vom<br />

individualpsychologischen „Lernen und Lehren“<br />

im Geiste Dr. Alfred Adlers. Es gab unzählige<br />

Kursangebote zur Ausbildung bzw.<br />

berufsbegleitenden Fortbildung zum „Educateur<br />

psychosocial“ und zum „Conseiller<br />

Psychologique“. Parallel dazu nahmen<br />

interessierte Laien an Gesprächsgruppen zur<br />

Verbesserung der Bewältigungskompetenzen im<br />

Alltag (Selbstmanagement,<br />

Konfliktmanagement, …) teil.<br />

Dank der substanziellen Unterstützung vom Luxemburger Familien- und<br />

Frauenministerium konnten regelmäßig stattfindende<br />

Elternberatungsgruppen, Eltern-Kind-Gruppen, Frauenberatungs- und<br />

Gesundheitsgruppen organisiert werden.<br />

Gut besucht waren ebenfalls die psychagogischen Erziehungsgespräche und<br />

themenbezogenen Referate für Eltern, Ehepaare, Lehrer, Pflegepersonal,<br />

u.a. Zu jeder Gruppenarbeit gab es ausgewählte und fundierte schriftliche<br />

Unterlagen für die Teilnehmer/-innen. Des Weiteren stand allen eine IP-<br />

Bilbliothek zur Verfügung, die später am Centre Universitaire untergebracht<br />

wurde, wo sie neben unseren Mitgliedern auch den Studenten zur Verfügung<br />

stand.<br />

An staatlichen Kinderheimen fanden kontinuierlich erziehungstherapeutische<br />

Interventionen für Kinder und Jugendliche bzw. Supervision für das<br />

Heimpersonal statt.<br />

7


Außerdem wurden praxisnahe Vorträge über Adlers Individualpsychologie in<br />

Kinderkrippen (Foyers/Crèches) und einem „Foyer pour Femmes“ gehalten.<br />

Unsere authentische Gruppentätigkeit war über die Grenzen Luxemburgs<br />

hinaus bekannt. Ausländische IP-Kolleg(-inn)-en besuchten unsere<br />

Sitzungen.<br />

Einen besonders intensiven Meinungsaustausch wurde mit der GAP<br />

(<strong>Gesellschaft</strong> für Adlerianische Psychagogik) und mit WIRTH (Western<br />

Institute for Research and Training in Humanics; Berkeley-Köln-Argelès)<br />

gepflegt. Wiederholt war es mir gegönnt, als „Child- and Adolescent Analyst“<br />

sowie „Neo-Analyst“ mit Prof. Dr. Lucy Ackerknecht in Berkeley und Oakland<br />

(USA) zu lernen und zu lehren.<br />

Als delegiertes Vorstandsmitglied konnte ich internationale Beziehungen<br />

durch die Teilnahme am Internationalen Kongress für Individualpsychologie<br />

1993 in Budapest knüpfen und vertiefen. Es war mir eine Ehre, mit Prof. Dr.<br />

Kurt Adler (1905-1997), dem einzigen damals noch lebenden Sohn Prof. Dr.<br />

Alfred Adlers, an einem Tisch zu sitzen und über die IP in der <strong>Gesellschaft</strong><br />

zu diskutieren.<br />

Zur Zehn-<strong>Jahre</strong>s-Feier der <strong>LGIPA</strong>/SLPA 1998 wünschte ich mir als <strong>LGIPA</strong>-<br />

Präsidentin eine öffentliche Beratungsstelle, die ja mittlerweile in Bartringen<br />

Realität geworden ist.<br />

Heute, am 03. Februar <strong>20</strong>07, erlaube ich mir ebenfalls einen Wunsch zu<br />

formulieren, der sich dann bis zur Dreißig-<strong>Jahre</strong>s-Feier realisieren möge: Das<br />

Errichten einer psychagogischen Schule, in der Kinder und Jugendliche die<br />

Chance haben, das zu erlernen, was Alfred Adler unter „Freiheit und<br />

Verantwortung des Menschen“ verstand!<br />

8


<strong>20</strong> <strong>Jahre</strong> und kein bisschen träge !<br />

Von Dr. Lucien Nicolay<br />

(<strong>LGIPA</strong> <strong>–</strong> Präsident)<br />

Adlers Individualpsychologie (IP) und ihre<br />

Anwendungen und Erweiterungen durch Rudolf<br />

Dreikurs fassten schon in den sechziger <strong>Jahre</strong>n<br />

in Luxemburg Fuß, wie mein Kollege Fari<br />

Khabirpour in seinem Beitrag berichtet. Durch<br />

seine Tätigkeit als Direktor der „Entente des<br />

Foyers de Jour“ und damit Organisator der EFJ-<br />

Fortbildungsangebote erreichte die IP in ihren<br />

Anfängen nicht nur viele Erzieher, sondern hatte<br />

auch einen guten Draht zum<br />

Familienministerium, zu den Herren Jules Thyes<br />

und Mil Majerus. Schon vor der Gründung der<br />

<strong>LGIPA</strong> hat uns Herr Mil Majerus, der in diesem Ministerium bis heute<br />

Wichtiges bewirkt, ernst genommen und uns geholfen Kontakte zu anderen<br />

<strong>Gesellschaft</strong>en aus dem psychosozialen Bereich herzustellen, damit<br />

möglichst viele Interessenten von den Konferenzen und Seminaren unserer<br />

ausländischen Referenten profitieren konnten, die mit öffentlichen Geldern<br />

gefördert wurden.<br />

Ich selbst lernte die IP erst mit meinem Studium an der Universität zu Köln<br />

(ab WS 1979/80) kennen; die Bücher von Sigmund Freud und Wilhelm Reich<br />

kannte ich damals schon. Seit den achtziger <strong>Jahre</strong>n belegte ich zusätzlich<br />

beim Western Institute for Research and Training in Humanics inc. (Berkeley-<br />

Köln-Argelès) und am Institut für Praktische Individualpsychologie e.V. in<br />

Köln die Studiengänge für Berater und, darauf aufbauend, für<br />

Psychotherapeuten und Analytiker. Über <strong>Jahre</strong> konnte ich in der IPIP-<br />

Beratungsstelle in Köln, resp. in den Therapiegruppen des Instituts sowie in<br />

der Praxis von Dr. German Höcher meine ersten professionellen Erfahrungen<br />

mit Klienten und Patienten erwerben. Ende der achtziger <strong>Jahre</strong> ernannten<br />

mich die beiden Ausbildungsinstitute zum Lehranalytiker. Bis zu meiner<br />

Promotion im Hauptfach Psychologie an der Uni Köln (1991) arbeitete ich<br />

regelmäßig am IPIP mit.<br />

9


Gelehrt wurde sowohl die Individualpsychologie (Adler, Ackerknecht,<br />

Dreikurs, Frankl) und die Erneuerte Psychoanalyse (deutscher und<br />

amerikanischer Provenienz bis hin zur psychoanalytischen<br />

Selbstpsychologie) als auch die Selbstmanagementtherapie (Kanfer) mit den<br />

Verfahren der Kognitiven Verhaltenstherapie (Beck, Ellis, Mahoney,<br />

Meichenbaum, Lazarus u.a). Die ersten ordentlichen Ausbildungen nach den<br />

Curricula der beiden Institute und mit Hilfe ihrer Lehranalytiker (Prof.<br />

Ackerknecht, Dr. Fromberg, Dr. Höcher, Pastor Mielke) fanden ab 1985 in<br />

Ettelbrück/Diekirch, später in Luxemburg statt. In der ersten Luxemburger<br />

Ausbildungsgruppe befand sich auch der Dipl. Psychologe und Dipl.<br />

Pädagoge Helmut Gehle, der heute selbst <strong>LGIPA</strong>-Lehranalytiker sowie<br />

ehrenamtlicher Direktor des IPG in Bartringen ist. Er und sein „A-Team“<br />

erledigen alle wöchentlich anfallenden Aufgaben (Administration, Sekretariat,<br />

Telefondienst, Planung, Belegung, Ausbildungskoordination,<br />

Kursanmeldungen, Statistik, Abrechnungen, …).<br />

Mit der Gründung der <strong>LGIPA</strong> und - <strong>Jahre</strong> später - der Aufnahme in die<br />

Internationale <strong>Gesellschaft</strong> ging für Fari wie für mich ein seit <strong>Jahre</strong>n gehegter<br />

Wunsch in Erfüllung. Die Kooperation und der Arbeitseifer der ersten<br />

Mitarbeiter waren erstaunlich. Ohne ihren Einsatz und die lange Vorarbeit<br />

hätten wir weder national noch international bestehen können. Fari selbst war<br />

wirklich „Reisender in Sachen IP“; überall im Land hielt er Konferenzen mit<br />

bis zu 100 Teilnehmern, und an acht Orten wurden<br />

Elternkreise/Elternschulen gebildet. Von <strong>1988</strong> bis 1990 fand gleichzeitig der<br />

erste IP-Grundkurs unter der neuen Vereinigung statt, für die Frau Lina<br />

Khabirpour das Logo entwickelt hatte. Viele Teilnehmer dieses ersten Kurses<br />

sind heute noch Mitglied der <strong>LGIPA</strong>, einige von ihnen haben jahrelang im<br />

Vorstand mitgewirkt und ebenfalls die Veranstaltungen zum zehnjährigen<br />

Geburtstag der <strong>LGIPA</strong> organisiert: Frau Christiane Keller, Frau Marlène<br />

Lanners Frau Jeanny Jaeger, Frau Nicole Tandel sowie die Herren Patrick<br />

Wesquet und Georges Haan seien hier besonders erwähnt. In den neunziger<br />

<strong>Jahre</strong>n arbeitete der Vorstand nicht nur im Sinne der „promotion familiale“,<br />

sondern vermehrt auch im Sinne der „promotion féminine“. Viele unserer<br />

Ausbildungskandidaten haben sich im Rahmen von öffentlichen<br />

Einrichtungen, Dienststellen oder Vereinigungen, in denen sie beruflich tätig<br />

sind, nachhaltige Verdienste erworben.<br />

10


Ein weiterer seit den Anfängen gehegter Wunsch war die Einrichtung einer<br />

unabhängigen Beratungsstelle; das unterstrich ebenfalls die damalige<br />

Präsidentin (1996-1999) Marlène Lanners anlässlich des zehnjährigen<br />

Bestehens. Der Vorstand konnte <strong>20</strong>02 die ersten Schritte dafür unternehmen<br />

und ein Finanzierungsmodell gutheißen, das sich bis jetzt bewährt hat. Seit<br />

<strong>20</strong>04 arbeiten also mehrere individualpsychologische Berater und<br />

Therapeuten stundenweise am „Institut <strong>fir</strong> Psychologesch<br />

Gesondheetsfërderong“ der <strong>LGIPA</strong> in Bartringen. Das IPG mit seinem<br />

unverkennbaren Logo fungiert darüber hinaus als Ausbildungsstätte und<br />

Forschungsstelle. Mehrere psychoedukative, rehabilitative und<br />

psychotherapeutische Programme im Sinne des Selbstmanagements sind<br />

bereits dort entwickelt worden. Vier der Programme werden bislang<br />

außerhalb des Instituts angeboten: Seele & Gesundheit, IPSM-traffic, IPSMtinnitus<br />

und IPGSM (Gesundheit und Sicherheit). Die psychoedukativen<br />

Programme für Kinder und Eltern oder Erzieher (Fit mit Pit, Fit for<br />

Families/Eltern-selbstmanagement, …) können auf Anfrage regional und an<br />

Einrichtungen durchgeführt werden. Die <strong>LGIPA</strong>-Ausbildungskandidaten<br />

können ebenfalls in der Anwendung dieser spezifischen Verfahren geschult<br />

werden.<br />

Einzigartig ist wohl unser Ausbildungskonzept „für eine Psychotherapie des<br />

21. Jahrhunderts“. Auf der Grundlage des humanistischen Menschenbildes<br />

von Alfred Adler bietet die <strong>LGIPA</strong> eine wissenschaftlich fundierte<br />

berufsqualifizierende Ausbildung zum Einzel- und Gruppen-<br />

Psychotherapeuten an, die kognitive und verhaltenstherapeutische sowie<br />

tiefenpsychologisch fundierte/psychodynamische Verfahren integriert und<br />

störungsspezifisch wie differenziell zur Anwendung bringt. Diese Ausbildung<br />

schafft die Grundlage dafür, dass praktisch-therapeutisches Handeln in<br />

Kenntnis möglichst hoher Evidenzgrade erfolgen kann. Darüber hinaus ist es<br />

auch möglich, die neuen Verfahren der analytischen Psychotherapie<br />

(Erneuerte Psychoanalyse) zu erlernen.<br />

11


Neu in unserer Programm aufgenommen wurde die Ausbildung zum<br />

Psychagogen für Angehörige pädagogischer Berufe (Lehrer, Erzieher, …)<br />

oder Kinderkrankenpfleger, die an Institutionen oder Privateinrichtungen<br />

arbeiten. Eine solche Zusatzqualifikation ist in diesen Bereichen nämlich<br />

dringend erforderlich. Vom Ausbildungsumfang ist sie mit dem<br />

Beraterstudiengang vergleichbar. Pädagogen, Psychologen und graduierte<br />

Sozialassistenten können darauf aufbauend, den Kinder- und<br />

Jugendlichenpsychotherapeuten anpeilen.<br />

Schlussendlich strebt die <strong>LGIPA</strong> a.s.b.l. an, gesundheitliche Prävention und<br />

Gesundheitsförderung mit psychologischen Methoden regional anzubieten;<br />

speziell trainierte Moderatoren für gesundheitsbezogene<br />

Gruppenmaßnahmen und Berater sollen das Erlernte in ihren Gemeinden<br />

und Regionen anwenden und so ihren Beitrag zur Gesundheitsförderung der<br />

Gesamtbevölkerung leisten.<br />

Wenn ich auf das bisher geleistete zurückblicke stelle ich fest, das die <strong>LGIPA</strong><br />

den ursprünglichen Ideen und Tätigkeitsfeldern der ersten Adlerianer treu<br />

geblieben ist, aber es dennoch verstanden hat, ihre Aktivitäten flexibel und<br />

zügig den gesellschaftlichen Bedürfnissen anzupassen. In diesem Sinne bin<br />

ich zuversichtlich, dass auch in den nächsten 10 <strong>Jahre</strong>n weder die Ideen<br />

noch der Arbeitseifer und der Mut zu ihrer Umsetzung unseren Mitgliedern<br />

und Mitarbeitern ausgehen werden.<br />

Ihnen allen gilt mein Dank; - auf ein weiterhin freudiges Schaffen im Dienste<br />

der Gemeinschaft!<br />

12


1. Zur Individualpsychologie<br />

Die von Alfred Adler (1870 - 1939)<br />

gegründete Individualpsychologie ist eine der<br />

bedeutendsten tiefenpsychologischen oder<br />

psychodynamischen Schulen und ist aus dem<br />

Disput mit der Freudianischen Psychoanalyse<br />

hervorgegangen. Sie kann nicht nur als<br />

Katalysator einer Erneuerten Psychoanalyse<br />

sowie als Vorläufer der Humanistischen<br />

Psychologie angesehen werden, sondern hat<br />

sich selbst auch weiterentwickelt und<br />

ausdifferenziert. Adler hat viele Thesen<br />

aufgestellt, die erst in den letzten Jahrzehnten<br />

von der akademischen Psychologie und<br />

Therapieforschung bestätigt werden konnten. Die Individualpsychologie<br />

(Psychologie des un-teilbaren Wesens, In-dividuums) geht von einem<br />

ganzheitlichen Verständnis des zielstrebigen Menschen mit seinen<br />

unbewussten und bewussten Erlebnis- und Handlungsweisen aus. Das<br />

Individuum lebt aber innerhalb einer sozialen Gemeinschaft, auf die es<br />

permanent im Erleben und Handeln bezogen ist; in Interaktion mit den<br />

Mitgliedern dieser Gemeinschaft und auf der Grundlage seiner genetischen<br />

und biologischen Möglichkeiten baut das Individuum sehr früh schon und in<br />

kreativer Weise seine einzigartige Persönlichkeit auf. Je nachdem wie diese<br />

Persönlichkeitskonstruktion <strong>–</strong> Adler spricht von Lebensstil - ausgefallen ist,<br />

fällt es dem Individuum leichter oder schwerer, auf der Welt zu sein, diese<br />

mitzugestalten und seine Werte, Ideale und Ziele zu verwirklichen.<br />

Die individualpsychologischen Theorien und Methoden ermöglichen es, dem<br />

Menschen Hilfestellungen bei seiner Selbstverwirklichung zu geben. Die<br />

Anwendungsbereiche erstrecken sich von der Erziehung und Prävention,<br />

über Beratung und Erwachsenenbildung bis hin zu<br />

Psychotherapie/Psychoanalyse und Supervision. Heute stehen den<br />

Individualpsychologen ein großes Repertoire von Interventionsmethoden zur<br />

Verfügung, die optimal auf die Situation des Einzelnen in seinem<br />

Beziehungsfeld, seine Problematik oder Störung sowie seine Persönlichkeit<br />

wirken können.<br />

50 <strong>Jahre</strong> nach dem Tode des Begründers der Freien Psychoanalyse und<br />

Vergleichenden Individualpsychologie haben Fari Khabirpour und Lucien<br />

13


Nicolay beschlossen ihre jeweiligen Ausbildungsaktivitäten zu bündeln und<br />

einen Verein zu gründen mit dem Ziel, das Gedankengut Alfred Adlers, dem<br />

Vater der modernen Psychotherapie, in Luxemburg bei Laien und Fachleuten<br />

zu verbreiten und weiter zu entwickeln.<br />

2. Das Menschenbild der Individualpsychologie<br />

Das Menschenbild der Individualpsychologie, das von der Gleichwertigkeit<br />

aller Menschen ausgeht, lässt sich mit folgenden Axiomen verdeutlichen:<br />

14<br />

- Der Mensch wird als unteilbare Ganzheit begriffen, wobei alle seine<br />

Lebensäußerungen (Denken, Fühlen, Handeln) in einem funktionalen<br />

Zusammenhang stehen.<br />

- Der Mensch ist eingebunden in ein soziales Netzwerk; seine<br />

Grundprobleme sind psychosozialer Natur.<br />

- Alles Leben ist Bewegung, Mobilität und auf Wachstum sowie freie<br />

Entfaltung ausgerichtet.<br />

- Der Mensch ist schöpferisch und fähig zur Selbstbestimmung und<br />

Selbstregulation.<br />

- Die Persönlichkeitsdynamik wird durch Affekte sowie eine Vielzahl<br />

subjektiver Ziele, Ideale und Werte mitbestimmt.<br />

- Persönliche Freiheit und soziale Verantwortung schließen sich<br />

keinesfalls aus.<br />

- Jeder Mensch hat ein Recht auf Selbstverwirklichung innerhalb der<br />

menschlichen Gemeinschaft und auf Anerkennung für seinen<br />

einzigartigen Beitrag zur Gemeinschaft/Menschheit.<br />

- Das gezeigte Gruppenverhalten (Miniatursituation) ist repräsentativ<br />

für das Verhalten im sozialen Feld oder in sozialen Interaktionen<br />

schlechthin.<br />

- Die Einstellungen, Erwartungen, Motive, Erlebens- und<br />

Verhaltensmuster des Individuums in Interaktion mit anderen<br />

beschränken sich nicht auf eine bestimmte Situation, sondern<br />

entsprechen seinem „persönlichen dynamischen Lebensstil“, der<br />

entschlüsselt und verstanden werden kann.


3. Zur Geschichte der <strong>LGIPA</strong><br />

Am 28. Oktober 1987 hat sich die „<strong>Lëtzebuerger</strong> <strong>Gesellschaft</strong> <strong>fir</strong><br />

Individualpsychologie“ im Anschluss an ein breit angelegtes kostenfreies<br />

Fortbildungsangebot für pädagogische und soziale Berufe konstituiert. Die<br />

Seminare fanden in den Räumen der „Entente des Foyers de Jour“ statt,<br />

deren verantwortlicher Leiter damals der Dipl. Psychologe Fari Khabirpour<br />

war und kannten einen immensen Erfolg.<br />

Prof. Dr. Lucy Ackerknecht bot eine Einführung in die Theorie und Praxis der<br />

Individualpsychologie, Prof. Lucien Nicolay sprach über die Grundlagen der<br />

individualpsychologischen Psychoanalyse und Fari Khabirpour über die der<br />

individualpsychologischen Psychopädagogik. Daneben wurden Themen der<br />

Zeit angeboten; so sprach der Psychologe und Pädagoge Helmut Gehle über<br />

die emotionale Bewältigung einer nuklearen Bedrohung und die<br />

Musikpädagogin Marianne Wiltgen über die frühe Mutter-Kind-Beziehung.<br />

(Erik Blumenthals Seminar über Paarprobleme musste um einige Wochen<br />

verschoben werden.)<br />

Auf der Gründungsversammlung selbst gab es drei Referate: Sonja Helten<br />

skizzierte Adlers Lebenslauf und Persönlichkeit, Lucien Nicolay stellte die<br />

Evolution der individualpsychologischen Ausbildungen in Europa seit 1954<br />

dar und Fari Khabirpour stellte die Ziele und Aufgaben der <strong>LGIPA</strong> vor.<br />

Der erste Vorstand setzte sich aus neun Personen zusammen: Pierre Becker,<br />

Helmut Gehle, Annette Jackmuth, Marianne Jacobi, Sonja Helten, Rosi Huvig,<br />

Fari Khabirpour, Lucien Nicolay und Marianne Wiltgen. Insgesamt gab es 33<br />

Gründungsmitglieder. Die Zahl stieg, zumindest auf dem Papier bis auf 180<br />

in- und ausländische Mitglieder, um dann wieder auf 50-60 abzusinken. Die<br />

ersten Luxemburger Lehranalytiker wurden von den beiden<br />

Individualpsychologen ausgebildet, die Ende der sechziger, Anfang der<br />

siebziger <strong>Jahre</strong> auch der Individualpsychologie in der Bundesrepublik wieder<br />

zum Aufschwung verholfen haben, nämlich Erik Blumenthal und Lucy<br />

Ackerknecht.<br />

Eingetragen als A.s.b.l. wurde der Verein am <strong>20</strong>. April <strong>1988</strong>. Im Dezember<br />

1987 erschien zum ersten Mal die Zeitung IP-Forum, die sich in den darauf<br />

folgenden <strong>Jahre</strong>n zur Zeitschrift resp. zum Jahrbuch entwickelt<br />

15


hat. Wahrscheinlich geht der Wandel nun in Richtung „on-line“-Zeitung IP-<br />

FORUM.<br />

Die <strong>LGIPA</strong> bot in den darauffolgenden <strong>Jahre</strong>n eine hierarchisch aufgebaute<br />

Ausbildung an; die Stufen (A-E) der Ausbildung waren: Grundausbildung<br />

(<strong>20</strong>0 Stunden), Educateur psychosocial (SLPA), Conseiller psychosocial<br />

(SLPA), Psychothérapeute (SLPA) oder Psychothérapeute pour enfants et<br />

adolescents (SLPA) und Psychanalyste (SLPA). Die Abschlusszertifikate<br />

trugen der vorherigen beruflichen Qualifikation der Absolventen Rechnung.<br />

Unterstützt wurde die <strong>LGIPA</strong> bei der Ausbildung auch durch ausländische<br />

KollegInnen, die in der Ausbildung von Luxemburger Individualpsychologen<br />

durch Wochenend- und Intensivseminare mithalfen, wie z.B. (in<br />

alphabetischer Reihenfolge): Prof. Dr. Lucy K. Ackerknecht (USA), Dr. Ralf<br />

Biehle (D), Erik Blumenthal (CH), Prof. Dr. Wilfried Datler (AU), Dorothea<br />

Ewert (D), Dr. K.-H. Hay (D), Dr. German Höcher (D), , Prof. Dr. Ludwig<br />

Pongratz (D), Dr.<br />

Michael Titze (D) und<br />

Dr. Jürg Rüedi (CH).<br />

Seit ihrer Gründung hat<br />

die <strong>Gesellschaft</strong> neben<br />

jährlichen Vorträgen,<br />

Seminaren, Gruppen<br />

für Laien<br />

(Schwerpunkte:<br />

Psychohygiene in der<br />

Familie, Prävention von<br />

seelischen Störungen<br />

bei Kindern und<br />

Jugendlichen, familiäre<br />

Erziehung sowie Frauenförderung), bislang acht Lehrgänge (bis <strong>20</strong>05) für<br />

angehende Psychosoziale Berater oder Psychotherapeuten und<br />

Psychoanalytiker angeboten. Auch deutschsprachige Fachleute haben ihre<br />

Ausbildung zum Teil bei der <strong>LGIPA</strong> absolviert und haben anschließend ihre<br />

Psychotherapeuten-Approbation im Heimatland bekommen. Die <strong>LGIPA</strong>-<br />

Ausbildungszertifikate werden von befreundeten Instituten und<br />

<strong>Gesellschaft</strong>en anerkannt.<br />

16


Zum zehnjährigen Bestehen<br />

überdachte die <strong>LGIPA</strong> ihre<br />

Ausbildung und hat sie an den<br />

internationalen<br />

Forschungsstand angepasst.<br />

Heute bietet die <strong>LGIPA</strong><br />

methodenintegrativ<br />

ausgerichtete Studiengänge<br />

auf der Basis akademischpsychologischer<br />

Forschungsergebnisse an. So<br />

wird zum Beispiel in der<br />

Therapeutenausbildung die<br />

psychodynamische Ausrichtung<br />

ergänzt durch die<br />

Selbstmanagementtherapie<br />

(VT/KVT). Die klassischpsychoanalytische<br />

Vorgehensweise ist dem<br />

letzten darauf aufbauenden<br />

Studiengang vorbehalten. Die<br />

Ausbildung wird also immer wieder angepasst und auf den letzten Stand<br />

gebracht.<br />

Im Jahr 1999 wurde die <strong>LGIPA</strong> in die Internationale Vereinigung für<br />

Individualpsychologie aufgenommen.<br />

Auskünfte über <strong>LGIPA</strong>-Aktivitäten ab <strong>20</strong>07 sind zu finden unter<br />

Veranstaltungen und <strong>Jahre</strong>sberichten.<br />

17


4. Wegbereiter der Individualpsychologie<br />

Prof. Dr. Lucy K. Ackerknecht<br />

Als ich zu Anfang meines Sonderpädagogik-Studiums bei Dr. Metzig im<br />

Wintersemester 1979/80 ein Referat übernehmen sollte, wählte ich die<br />

Individualpsychologie Adlers aus. Freud hatte ich zu der Zeit schon gelesen,<br />

aber von Adler war mir kaum etwas bekannt. In der Zeitschrift für<br />

Individualpsychologie (2/1978) stieß ich dann auf einen hochinteressanten<br />

Artikel über die Bedeutung der frühen Kindheitserinnerungen für die<br />

Lebensstilanalyse von Prof. Dr. Lucy Ackerknecht aus Berkeley. Die IP<br />

faszinierte mich, ich wollte Mitglied werden in der DGIP und mich ausbilden<br />

lassen. Leider waren keine Studenten an den Alfred Adler-<br />

Ausbildungsinstituten zugelassen. Einige Monate später hielt Lucy, wie seit<br />

<strong>Jahre</strong>n, als Gastdozentin einen Vortrag resp. ein Kurzseminar an der<br />

Heilpädagogischen Fakultät auf Einladung von Prof. Dr. Neise und an der<br />

Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie auf Einladung von Prof.<br />

Dr. Peters ab. Die WIRTH-Prospekte lagen aus, ich nahm einen Termin für<br />

eine Sprechstunde in der Klosterstraße, klärte die finanzielle Seite mit<br />

meinem Vater ab und schrieb mich in der folgenden Woche bei WIRTH ein.<br />

Lucy war über die gesamte<br />

Ausbildungszeit sehr freundlich und<br />

wohlwollend mir gegenüber und<br />

erfüllte auch meine Erwartungen an<br />

eine amerikanische Psychologie-<br />

Professorin, nämlich jährlich über<br />

den neuesten Stand der<br />

amerikanischen<br />

Psychotherapiepraxis und -forschung<br />

zu informieren. Neben der<br />

individualpsycholo-gischen Theorie<br />

und Praxis demonstrierte Lucy in<br />

ihren Gruppen Einzel- und Gruppenverfahren<br />

der Humanistischen<br />

Psychologie (Klientenzentrierte und<br />

gruppendynamische Methodik,<br />

Psychodrama, Gestalttherapie,<br />

18<br />

Lucy Ackerknecht<br />

(1913 <strong>–</strong> 1997)<br />

Transaktionsanalyse sowie<br />

verschiedene


familientherapeutische Methoden) und Verfahren der Kognitiven Psychologie<br />

(Ellis, Beck, Lazarus und Kanfer). Die Individual-psychologie wurde in Bezug<br />

gesetzt zu Persönlichkeitstheorien von Rogers, zur Selbstpsychologie von<br />

Kohut, zur Motivations-forschung von Maslow, McClelland u.a., um nur ein<br />

paar Beispiele zu nennen. Lucy ermutigte auch dazu, neue Techniken und<br />

Methoden zu nutzen und in die IP zu integrieren, -aber bitte schön ohne die<br />

IP zu verwässern! Die Quintessenz ihres IP-Verständnisses hat sie immer<br />

wieder in ihren legendären Kurzanalysen/-therapien demonstriert; und trotz<br />

der oft direkten Konfron-tation ist nie ein Kandidat oder Patient entmutigt<br />

nach Hause gegangen.<br />

Anlässlich eines privaten Besuchs in ihrer Wohnung in Argelès hat mir Lucy<br />

vor etwa 15 <strong>Jahre</strong>n einige ihrer Fotoerinnerungen gezeigt, darunter auch eine<br />

- vielleicht sogar ihre einzige - Schwarz-Weiß-Aufnahme von vor 1930. Man<br />

sah sie dort als Jugendliche im Sommerkleid, sich mit einem Bein nach vorne<br />

und einem nach hinten abstützend, kräftig wehren gegen zwei Jungen in<br />

kurzen Hosen, die sie an beiden Armen wegzerren. Lucy gab, obwohl mich<br />

gerade dieses Foto amüsierte, keinen Kommentar dazu ab; alle anderen<br />

(farbigen) Fotos hat sie ausführlich kommentiert. Gerade diese<br />

Momentaufnahme passt meiner Ansicht nach hervorragend zu ihrer<br />

Persönlichkeit und ihrem Leben. Ich will und kann an dieser Stelle keine<br />

Biographie von Lucy erstellen, ich kenne<br />

nur wenige exakte Daten aus ihrem<br />

Leben, und die aufgrund eines<br />

Rundfunk-Interviews, persönlicher<br />

Gespräche und einer Sammlung von<br />

Briefen, die sie an ihre Freunde verteilt<br />

hat, in der Hoffnung, dass ihre<br />

Verdienste um die IP eine adäquate<br />

Würdigung erfahren würden. Ihr<br />

theoretischer Beitrag zur IP wird an<br />

anderer Stelle dargestellt werden.<br />

Alexandra & Kurt Adler<br />

25.07.1935 in Berkeley.<br />

(Oakland Tribune Photo)<br />

Die kleine Lucy Krüger wollte unbedingt<br />

in den Kindergarten und fühlte sich dort<br />

"wie ein Engel im Himmel", sie hat es<br />

später trotz aller Widrigkeiten und<br />

aufgrund eigener Initiative und Nachqualifikationen<br />

geschafft, in eine private<br />

Mittelschule aufgenommen zu werden,<br />

um dort ihren Berufswunsch<br />

19


"Kindergärtnerin" verwirklichen zu können. Nach Erwerb des Staatsdiploms,<br />

engagierte sich die mutige Berlinerin in der Widerstandsbewegung, wurde<br />

verhört und wieder laufen gelassen, ohne sich und ihre Kameraden gefährdet<br />

zu haben. Anschließend verließ sie Deutschland, hielt sich illegal in Paris auf,<br />

wurde in ein Lager in Südfrankreich gesteckt und konnte 1937 nach England<br />

flüchten, wo sie dann ihr Abitur nachholte und Sozialwissenschaften zu<br />

studieren begann. Ihr Studium setzte sie in Paris an der Sorbonne fort und<br />

belegte Anthropologie und Ethnologie. In dem gleichen Zeitraum heiratete sie<br />

E. H. Ackerknecht und bekam ihre erste Tochter. Nach gefährlichen<br />

Missverständnissen erhielt sie dann doch 1941 ein Visum für die Vereinigten<br />

Staaten. In Wisconsin hat sie noch weiter studiert, gelehrt und ihre zweite<br />

Tochter geboren.<br />

Als ihr Mann nach ein paar <strong>Jahre</strong>n in Zürich eine Professur in Aussicht hatte,<br />

ist die ganze Familie wieder nach Europa zurückgekehrt. Lucy begann an der<br />

Universität Zürich Psychologie zu studieren, hat promoviert und sich am<br />

Adler Institut in Psychotherapie spezialisiert. Ihr Lehranalytiker war Alexander<br />

Müller. Danach kehrte sie allein mit den beiden Töchtern wieder nach<br />

Amerika zurück und zum zweiten Male begann die Aufbauarbeit. Lucy<br />

arbeitete als Schulpsychologin, als Kinder- und Jugendpsychotherapeutin<br />

und baute das "Guidance Center" eines Bezirks (in Wisconsin) auf, sie<br />

bildete Lehrer aus, lehrte Psychologie an mehreren Hochschulen und<br />

Universitäten bis sie an der J.-F. Kennedy-Universität (Kalifornien) zum<br />

"Ordentlichen Professor" ernannt wurde und dem Psychologie-Abteilung als<br />

Präsidentin vorstand.<br />

Lucy K. Ackerknecht auf dem IP-Kongress Paris 1963<br />

<strong>20</strong>


Aufgrund ihres Referates auf dem 10. Internationalen Kongresses der<br />

Internationalen Vereinigung für Individualpsychologie 1966 in Salzburg wurde<br />

sie von Herrn Dipl. Psych. Seeger und im Namen von Prof. Dr. Dr. W.<br />

Metzger schriftlich eingeladen, in Deutschland im darauffolgenden Jahr<br />

(Oktober 1967) zwei Grundseminare von je drei Wochen für Psychotherapie<br />

und Tiefenpsychologische Heilpädagogik in Münster und Aachen<br />

durchzuführen. Wegen ihrer universitären Verpflichtungen in Amerika wurden<br />

zwei Blockseminare zu 8 Tagen daraus, gefolgt von weiteren<br />

Aufbauseminaren 1968 und einer zweiten Ausbildungsgruppe. Neben Lucy<br />

Ackerknecht war noch der emeritierte Studienrat Paul Rom (London)<br />

eingeladen, später wahrscheinlich auch Rudolf Dreikurs. Als Dozenten<br />

fungierte desweiteren die Münsteraner Mannschaft, nämlich Prof. Dr. Dr. h.c.<br />

Metzger, Prof. Dr. Pauleikhoff und Dr. Mensen. Nach dem zweiten Lehrgang<br />

wurde die IP unter Herrn BlumenthaI und dem damaligen Vorstand, dem<br />

auch Lucy angehörte, in regionale Arbeitskreise organisiert und es wurden<br />

zentrale Ausbildungsrichtlinien ausgearbeitet. Lucy arbeitete lange <strong>Jahre</strong> als<br />

Dozentin für die einzelnen Regionalkreise (heute: Institute) und war als<br />

Lehranalytiker (DGIP) und Prüfer tätig. In der Schweiz war Lucy als<br />

Gastdozentin tätig.<br />

Auch in Kalifornien hat Lucy die IP verbreitet. So wurde 1969 das WIRTH-<br />

Ausbildungsinstitut, das schon zwei <strong>Jahre</strong> vorher gegründet wurde, in<br />

Berkeley offiziell als <strong>Gesellschaft</strong> ohne Gewinnzweck eingetragen. In ihren<br />

fünfmonatigen Europa-Aufenthalten hat sie dann ebenfalls die amerikanische<br />

Ausbildung angeboten, was später dann zum Bruch mit der DGIP geführt hat.<br />

Die WIRTH-Psychoanalytiker-Diplome waren anerkannt von der<br />

Nordamerikanischen <strong>Gesellschaft</strong> für Psycho-analyse (NAAP), was sie<br />

natürlich in Europa sehr attraktiv machte. Um sich verstärkt der boomenden<br />

Ausbildung von Psychotherapeuten widmen zu können, stieg Lucy aus ihren<br />

Universitätsverpflichtungen aus. Lucys persönliche, fachliche und materielle<br />

Autonomiebestrebungen haben einerseits die IP und die<br />

Psychotherapielandschaft in Lehre, Forschung und Praxis bereichert,<br />

andererseits aber auch immer wieder zu Konflikten und letztlich sogar zur<br />

Marginalisierung geführt. Lucy selbst hat sich sowohl als ewiger Flüchtling als<br />

auch als Weltbürgerin bezeichnet. Ganz gewiss hat sie aber bei allen<br />

Personen, die ihr begegnet sind, einen unauslöschlichen Eindruck<br />

hinterlassen. Ihr war es wichtig, in der und durch die Erinnerung ihrer<br />

Mitmenschen weiterzuleben. Nicht erfüllt hat sich leider ihr Wunsch, so wie<br />

ihr Vorbild Alfred ADLER, in voller Aktion aus dem Leben gerissen zu<br />

werden. Das hätte ich mir für sie gewünscht. Ihr Tod hat mehrere Personen<br />

aus unserem gemeinsamen Bekanntenkreis zu dem<br />

21


Ausspruch verleitet "Von Lucy habe ich (fast) angenommen, dass sie niemals<br />

sterben würde!" Dem Tod konnte sich aber die mutige Lucy nicht<br />

widersetzen. (L. Nicolay)<br />

Erik Blumenthal (1914-<strong>20</strong>04)<br />

Erik wurde am 9. September 1914 in<br />

Stuttgart als Sohn eines Gynäkologen<br />

(Chefarzt im Marienhospital) geboren. Da<br />

der Vater jüdischer Abstammung war, durfte<br />

der Sohn nach dem Abitur nicht studieren,<br />

obschon auch er gerne Arzt geworden wäre.<br />

So arbeitete er von 1933-1950 als<br />

technischer Kaufmann und Manager in der<br />

Industrie. Der Großvater mütterlicherseits<br />

war der Erfinder und Industrielle Albert Hirth;<br />

von seiner Flugzeugfabrik wurde Erik der<br />

kaufmännische Leiter; den Flugschein hatte<br />

er schon vorher erworben. Erik Blumenthals<br />

Karriere wurde durch den Kriegseinsatz in<br />

Frankreich und die Kriegsgefangenschaft unterbrochen. Noch im Krieg<br />

heiratete er seine erste Frau und hatte drei Kinder.<br />

Ab 1952 wurde er Mitglied der Bahai’Religion und mit 38 <strong>Jahre</strong>n verwirklichte<br />

er seinen Traum und studierte Psychologie in Tübingen, aber auch die<br />

Jungsche Komplexe Psychologie in Zürich. Anscheinend wechselte er zur<br />

Individualpsychologie Alfred Adlers, weil sie vom wissenschaftlichen<br />

Standpunkt aus besser zu den Grundsatzlehren seines religiösen Glaubens<br />

passte. Nach dem Tod seiner Frau verlegte er seine Praxis an den Bodensee<br />

nach Immenstaad. 1959 heiratete er Marianne Hilger, die ihn in seiner Arbeit<br />

wesentlich unterstützte und als Individual-psychologin und Maltherapeutin<br />

selbst heute noch aktiv ist.<br />

Seit 1961 lehrte Erik Blumenthal praktische Individualpsychologie im<br />

Großherzogtum (Esch resp. Luxemburg 1961-1973), vor allem im Rahmen<br />

der Fortbildungsaktivitäten der Bahai’Religion. Von 1971 bis 1976 war er<br />

Dozent an der Universität Würzburg.<br />

In den <strong>Jahre</strong>n 1963 und 1964 war er Assistent von Rudolf Dreikurs an der<br />

Universität Oregon in Eugene /USA; anschließend bis 1981 ein erstes Mal<br />

Präsident der Schweizer <strong>Gesellschaft</strong> für IP. (Ein zweites<br />

22


Mal von 1986-1991! Die Schweizer <strong>Gesellschaft</strong> war erst 1948 von Frau Mira<br />

Munk sowie den Herren Dr. Louis und Dr. Wolfensberger gegründet worden).<br />

Seit 1968 war er auch Lehranalytiker der DGIP und von 1970-1974 sogar ihr<br />

Erster Vorsitzender. (Als weiteres Vorstandmitglied und Lehranalytikerin<br />

fungierte Lucy Ackerknecht.) Erik war auch international tätig, im Rahmen der<br />

Internationalen <strong>Gesellschaft</strong> für IP (Vizepräsident: 1973) und der ICASSI<br />

Sommerschulen (USA, Kanada, Israel, Europa), die Rudolf Dreikurs<br />

begründet hatte.<br />

Ich begegnete Erik zum ersten Mal in den achtziger <strong>Jahre</strong>n in Mersch (im<br />

Kinderdorf, damals geleitet von Fari Khabirpour, seinem Schüler). Seit <strong>1988</strong><br />

war Erik auch offizieller Lehranalytiker der <strong>LGIPA</strong>. Er gehört mit zu den<br />

bekanntesten Vertretern der Individualpsychologie, - durch seine praktische<br />

Arbeit als Therapeut und Lehranalytiker, aber auch durch seine vielen gut<br />

verständlichen Werke über die Anwendungen der IP. Sie sind sogar ins<br />

Chinesische und Japanische übersetzt worden.<br />

Erik Blumenthal ist am 27. Juni <strong>20</strong>04 in Immenstaad gestorben.<br />

Kennzeichnend für sein Leben wie die Erinnerung an ihn ist die ethische und<br />

ermutigende Einstellung zum Menschen. Für ihn war wichtig, den Menschen<br />

als ein Freund zur Seite zu stehen. (L. Nicolay)<br />

5. <strong>LGIPA</strong> aktuell (1)<br />

AUSBILDUNG IN INDIVIDUALPSYCHOLOGIE & FÖRDERUNG DER<br />

SEELISCHEN GESUNDHEIT AM IPG<br />

Aus der Generalversammlung der <strong>LGIPA</strong> a.s.b.l. vom 30. März <strong>20</strong>06 in<br />

Bartringen<br />

Nach der Begrüßung und der Aktivitätsübersicht konnte die Schatzmeisterin<br />

Christiane KELLER eine positive Bilanz vorlegen, die von den<br />

Kassenrevisoren Mirella SCHMITZ und Marco HOFFMANN bestätigt wurden.<br />

Die besonnene Haushaltsführung und die unentgeltliche Tätigkeit der<br />

Mitarbeiter des Administrationsteams wurden besonders hervorgehoben.<br />

Im Herbst fing eine neue Ausbildungsgruppe mit dem Grundstudium in<br />

Klassischer IP an. Fünf Personen aus der vorangegangenen Gruppe konnten<br />

ihr Zertifikat über die Grundausbildung<br />

23


entgegennehmen und sind somit berechtigt, ihre Studien zum Berater oder<br />

aber zum Therapeuten weiterzuführen. Folgende Personen haben die<br />

zweijährige Grundausbildung erfolgreich abgeschlossen:<br />

Monika Colbach-Gangl<br />

Anne-Marie Goedert<br />

Nicole Theis-Grosges<br />

Doris Zangerlé<br />

Ralf Masion<br />

Der ehrenamtliche Direktor des IPG, Helmut GEHLE, überraschte<br />

anschließend seine Mitarbeiter mit einem passenden Buchgeschenk als<br />

Dankeschön für ihren Einsatz. Anschließend wurden die IPG-Aktivitäten <strong>20</strong>06<br />

vorgestellt. Diese kann man unter der oben angegebenen Internetseite<br />

nachlesen (aktuelle Angebote, Gruppen, …, IPG-Newsletter, …). Geplant ist<br />

zusätzlich der Psychohygienekurs „Seele & Gesundheit“ für Erwachsene in<br />

Bartringen.<br />

Vom 7. bis 10. September <strong>20</strong>06 findet die IV. Internationale Fachtagung der<br />

<strong>LGIPA</strong> in Bad Münstereifel statt, - dieses Jahr unter dem Motto: „Erziehung &<br />

Heilerziehung“. Alle aktuellen und zukünftigen Mitglieder sind hier<br />

willkommen (Infos/Anmeldungen Mi., Fr., von 9 bis 12 Uhr unter Tel:<br />

26119521)!<br />

Anmeldungen zur Ausbildung sind mit C.V. zu richten an: IPG/<strong>LGIPA</strong> a.s.b.l.<br />

„betr. Ausbildung“; 5, Beim Schlass; L-8058 Bartréng. Die gültigen<br />

Ausbildungsrichtlinien sind auch auf der ipg.lu-Seite nachzulesen.<br />

Der Vorstand und das A-Team werden sich dieses Jahr zusätzlich mit der<br />

Vorbereitung des <strong>20</strong>-jährigen Bestehens befassen.<br />

6. Gründung des I P G<br />

In Ausführung der <strong>LGIPA</strong>-Statuten, eingetragen in Luxemburg am <strong>20</strong>. April<br />

<strong>1988</strong>, speziell Kapitel VI, Art. 22, hat der Vorstand beschlossen, die<br />

einmalige Gelegenheit zu nutzen und bei der Gemeinde Bartringen in dem<br />

Gebäudekomplex „Beim Schlass“ Räumlichkeiten zwecks Einrichtung einer<br />

Forschungs- und Lehrpraxis anzumieten, sobald das Gebäude bezugsfertig<br />

ist. Diese Entscheidung wurde von der Generalversammlung am 28. März<br />

<strong>20</strong>02 gutgeheißen, so dass zwei in Bartringen wohnende<br />

Vorstandsmitglieder, nämlich der Präsident und der Sekretär,<br />

24


eauftragt werden konnten, mit der Gemeinde einen Vorvertrag<br />

abzuschließen. Der „Contrat préalable de location d’une surface commerciale<br />

au projet immobilier ‚Beim Schlass‘“ wurde am 17. April <strong>20</strong>02 unterzeichnet.<br />

Im dritten Artikel der <strong>LGIPA</strong>/SLPA-Statuten werden die Ziele der <strong>Gesellschaft</strong><br />

definiert: „La diffusion, l’approfondissement de la psychologie adlérienne et<br />

de ses idéaux sociopratiques, l’innovation et la recherche dans le domaine<br />

de la psychopédagogie et de la psychanalyse adlérienne ainsi que de leurs<br />

applications méthodiques.“<br />

Und unter Punkt 9 „Mitwirkung im Gesundheitswesen“ und 10<br />

„Psychotherapieforschung“ der ethischen Richtlinien für Psychotherapeuten<br />

wird festgehalten:<br />

(zu 9:) In ihrer gesellschaftlichen Verantwortung werden<br />

PsychotherapeutInnen ermutigt, ihren Beitrag zur Erhaltung und Schaffung<br />

von Lebensbedingungen zu leisten, die der Förderung, Erhaltung und<br />

Wiederherstellung der psychischen Gesundheit und der Reifung oder<br />

Entwicklung der Menschen dienen.<br />

(zu 10:) Im Interesse der wissenschaftlichen Weiterentwicklung der<br />

Psychotherapie sowie der Erforschung der Wirkungen der Psychotherapie<br />

sollen PsychotherapeutInnen nach ihren jeweiligen Möglichkeiten an<br />

Forschungsvorhaben mitwirken. Die Durchführung von<br />

psychotherapeutischen Forschungsvorhaben sowie Publikationen von<br />

psychotherapeutischen Arbeiten müssen den oben angeführten ethischen<br />

Grundsätzen entsprechen. Die Interessen der Patienten/Klienten sind<br />

vorrangig.<br />

25


Dass die Individualpsychologie nach Alfred Adler auch in präventiver Hinsicht<br />

eine fruchtbare Theorie wurde zeichnete sich nach Rüedi (<strong>20</strong>00) schon ab<br />

1904 ab. In dem Artikel „Der Arzt als Erzieher“ unterstreicht Adler die<br />

Bedeutung der seelischen Entwicklung, die von der körperlichen nicht zu<br />

trennen sei. Da er selber Arzt war, forderte er, seine Kollegen sollten<br />

verstärkt Erziehungsberatung betreiben, die Eltern und Lehrer in Erziehungsfragen<br />

beraten, um so auf seeli-schem und körperlichem Gebiet<br />

prophylaktisch zu wirken, d.h. Gesunde vor der Krankheit zu schützen.<br />

Schon kurze Zeit später setzte Adler im Bereich der Prophylaxe mehr auf die<br />

Lehrer und die Schule. Wir wissen heute, dass auch die Luxemburger Schule<br />

dieser Aufgabe nicht gerecht wird.<br />

Um 19<strong>20</strong> gründete der Wiener Arzt Alfred Adler dann die ersten<br />

individualpsychologischen Erziehungsberatungsstellen, die allen<br />

ratsuchenden Eltern, Erziehern und Lehrern unentgeltlich offen standen, da<br />

sie alsbald von der Stadt Wien gefördert wurden. Dem gingen also <strong>Jahre</strong> der<br />

primären Prävention durch regelmäßige Vorträge über Erziehungs- und<br />

Gesundheitsfragen voraus. Übrigens beschäftigte sich Adlers allererste<br />

Veröffentlichung überhaupt mit der Prävention körperlicher Krankheiten<br />

(Gesundheitsbuch für das Schneidergewerbe, 1898).<br />

Auch wenn die <strong>LGIPA</strong> seit ihrer Gründung 1987 noch keine Beratungsstelle<br />

einrichten konnte, so hat sie dennoch nachweislich über all die <strong>Jahre</strong> in ihren<br />

Beratungsgruppen zur Gesundheitsförderung beigetragen (siehe<br />

<strong>Jahre</strong>sberichte). Vor allem die von der <strong>LGIPA</strong> favorisierte Gruppenarbeit ist<br />

eine sehr effiziente Präventions- und Stabilisierungsmethode im Bereich<br />

seelischer und körperlicher Gesundheit. Im Rahmen des IPG soll prinzipiell<br />

die Einheit von Wissenschaft, Ausbildung und Praxis gewährleistet werden,<br />

eine wesentliche Maßnahme zur Qualitätssicherung in den drei Bereichen.<br />

Dies ist am besten in einem Zentrum zu erreichen.<br />

Alle intervenierenden Mitarbeiter des IPG sind qualifizierte Mitglieder,<br />

fortgeschrittene Ausbildungskandidaten oder Fachmitglieder der <strong>LGIPA</strong>. Alle<br />

sind der Standesordnung und den ethischen Richtlinien der <strong>LGIPA</strong><br />

verpflichtet (siehe: www.lgipa.lu ); die <strong>LGIPA</strong>-Psychologen richten sich<br />

ebenfalls nach dem „Code Déontologique de la Société Luxembourgeoise de<br />

Psychologie“ (siehe: www.slp.lu ) und der Ethik-Charta der FEAP (Fédération<br />

Européenne d’Associations de Psychologues).<br />

Die wissenschaftliche und fachliche Leitung sowie die Kontrolle der<br />

fachlichen<br />

26<br />

Aktivitäten und Interventionen obliegen allein den


Lehranalytikern und Lehrberatern der <strong>LGIPA</strong>. Der in Luxemburg aktiven<br />

Lehranalytikerkommission gehören an: Dr. Ralf Biehle, Dipl. Psych. & Päd.<br />

Helmut Gehle, Dr. Karl-Heinz Hay, Dr. German Höcher, Frau Christiane<br />

Keller, Dr. Fari Khabirpour, Frau Marlene Lanners und Dr. Lucien Nicolay. Als<br />

externe Fachkonsulenten fungieren seit dem Jahr <strong>20</strong>01 die<br />

Universitätsprofessoren Dr. Charles Pull (Psychiatrie) und Dr. Germain<br />

Weber (Klinische und Gesundheits-Psychologie).<br />

Die vom Vorstand genannte Geschäftsführung (Organisation, Verwaltung,<br />

Buchhaltung, Ausführung) kann einem Team oder entsprechend<br />

spezialisierten Einzelpersonen übertragen werden, die dem Vorstand und der<br />

Generalversammlung Rechenschaft schuldig sind. Den in<br />

geschäftsführenden Funktionen ehrenamtlich Tätigen wird der<br />

Mitgliedsbeitrag erlassen. Über die Finanzierung von Forschungsprojekten<br />

und wissenschaftlichen Publikationen entscheidet der <strong>LGIPA</strong>-Vorstand auf<br />

Anraten der Wissenschafts- und Forschungskommission, der auch<br />

Akademiker angehören können, die nicht Fachmitglieder sind. (Bis zur<br />

Ernennung einer solchen Kommission durch den Vorstand übernimmt die<br />

Lehranalytikerkommission diese Aufgabe.)<br />

Der Tätigkeitsbereich umfasst die Förderung des psychischen<br />

Wohlbefindens der Menschen im Einzugsgebiet durch konkrete Angebote,<br />

die psychologische Ausbildung von Fachleuten und Laien im<br />

Gesundheitsbereich, die wissenschaftliche Begleitung der Angebote, die<br />

Initiierung oder Durchführung von Forschungsprojekten sowie die<br />

Kooperation mit anderen Agenten im Gesundheitsbereich<br />

27


7. Ziele und Aufgaben des IPG:<br />

� Förderung der ganzheitlichen Gesundheit der Klienten mit<br />

psychologischen Methoden.<br />

� Forschung und Studien im Bereich der seelischen Gesundheit<br />

(primäre bis tertiäre Prävention), der Klinischen Psychologie (Prävention,<br />

Diagnostik, Differenzielle Indikationsstellung, Beratung, Therapie,<br />

Rehabilitation) und differenzieller Interventionen im Gruppen- und<br />

Einzelsetting<br />

� Ausbildung, Fort- und Weiterbildung in integrativer psychosozialer<br />

und psychodynamischer Beratung (Erziehungs-, Partner-, Familien-,<br />

Lebens- und Krisenberatung)<br />

� Anleitung zur Psychagogik für Eltern, Lehrer und Erzieher<br />

� Ausbildung, Fort- und Weiterbildung in allgemeiner und<br />

differenzieller Psychotherapie oder psychologischer Psychotherapie<br />

� Gruppensupervision für Angehörige diverser Berufsgruppen<br />

� Durchführung und Evaluation von Präventions- und<br />

Stabilisierungsprogrammen sowie Rehabilitationsprogrammen (z.B.<br />

mit Verkehrsdelinquenten) und Gruppentherapien<br />

� Kooperation mit anderen <strong>Gesellschaft</strong>en und Instituten<br />

� Lehrpraxis, Forschungspraxis<br />

� Erwachsenenbildung, selektive Psychoedukation (z.B. für<br />

Angehörige psychisch gestörter Menschen)<br />

� Beratung von Institutionen und Betrieben (betr. Suchtprophylaxe,<br />

Stressprävention, Psychohygiene, Gesundheitsförderung)<br />

� Konferenzen, Seminare<br />

� Veröffentlichungen<br />

Zur Finanzierung muss festgehalten werden, dass die Angebote der <strong>LGIPA</strong><br />

im Rahmen des IPG zur Zeit (Stand: <strong>20</strong>03) leider nicht unentgeltlich zur<br />

Verfügung gestellt werden können, allein schon wegen der Mietkosten und<br />

des benötigten und zurückzuzahlenden Darlehens. Eine Konvention mit dem<br />

Gesundheitsministerium wäre natürlich eine Hilfe und könnte ebenfalls die<br />

Inanspruchnehmer (Klienten/Patienten) entlasten.<br />

28


8. <strong>LGIPA</strong> / IPG aktuell (2)<br />

Die <strong>Lëtzebuerger</strong> <strong>Gesellschaft</strong> <strong>fir</strong> Individualpsychologie nom Alfred Adler<br />

(<strong>LGIPA</strong>) hat sich mit der Einrichtung des „Instituts <strong>fir</strong> Psychologesch<br />

Gesondheetsförderung“ (IPG) und dessen Eröffnung am 1. Oktober <strong>20</strong>03 die<br />

Möglichkeit zur Praxis ihrer vielfältigen psycho-sozialen, psycho-edukativen,<br />

präventiven und beraterischen Aufgaben geschaffen. Dabei dient das Institut<br />

nicht nur Ausbildungs- und Forschungszwecken, sondern stellt auch eine<br />

konstruktive Erweiterung der Gesundheitsversorgung in Luxemburg dar. Und<br />

das - da diese Initiative durch privates Engagement getragen wird - ohne<br />

zusätzliche Kosten für das Gemeinwesen.<br />

Zum Vorstand der <strong>LGIPA</strong> gehören zurzeit folgende Personen:<br />

Dr. Lucien Nicolay Präsident<br />

Chantal Schroeder Vize-Präsidentin<br />

Christiane Keller Schatzmeisterin<br />

Georges Haan Sekretär<br />

Dr. Karl-Heinz Hay Mitglied<br />

Jeanny Rollinger Mitglied<br />

Giséle Marx Mitglied<br />

Helmut Gehle Mitglied<br />

Zu den MitarbeiterInnen am „Institut <strong>fir</strong> Psychologesch<br />

Gesondheetsförderung (IPG)“ gehören augenblicklich<br />

Psychologen / Psychotherapeuten und Berater<br />

Eliane Barthel<br />

Martine Bram<br />

Helmut Gehle<br />

Georges Haan<br />

Malou Hoffmann<br />

Christiane Keller<br />

Ingrid Konrad<br />

Pascale Mares<br />

Lucien Nicolay<br />

Ralph Masion<br />

Gisèle Marx<br />

Chantal Schroeder<br />

Mireille Thill<br />

Doris Zangerlé<br />

29


Vervollständigt wird dieses Team durch die unentbehrlichen ehrenamtlichen<br />

(!) Mitarbeiterinnen aus unserem administrativen Team, die nicht nur unser<br />

Büro in Bertrange während der Öffnungszeiten (Mittwoch und Freitag 9 <strong>–</strong> 12<br />

Uhr) besetzen, sondern auch für den reibungslosen Ablauf der<br />

Institutsgeschäfte sorgen.<br />

Im Ausbildungsbereich bietet die <strong>LGIPA</strong> auf der Basis der<br />

Individualpsychologie Alfred Adlers zur Zeit fünf am gegenwärtigen<br />

Forschungsstand der akademischen Psychologie orientierte<br />

Abbildungsgänge (siehe www.lgipa.lu) an:<br />

� (A) Grundkurs Individualpsychologie (<strong>LGIPA</strong>)<br />

� (B) Moderator für Gesundheitsförderung (<strong>LGIPA</strong>))<br />

� (C1) Individualpsychologischer Berater (<strong>LGIPA</strong>)<br />

� (C2) Psychagoge (<strong>LGIPA</strong>)<br />

� (D) Einzel- und Gruppen-Psychotherapeut (<strong>LGIPA</strong>)<br />

Im Jahr <strong>20</strong>07 absolvieren 18 Personen eine Ausbildung, davon 14 zum<br />

Berater und 4 zum Psychotherapeuten. Zu den im Formationsbereich<br />

engagierten Referenten und Kursleitern gehören neben verschiedenen IPG-<br />

Mitarbeitern u.a. Dr. Karl-Heinz Hay (D), Dr. Ralf Biehle (D), Dr. Jean-Marie<br />

Cloos (L), Dorothea Ewert (D), Dr. Gérard Louis (L), Carlo Clarens (L) u.a.<br />

Den GRUNDKURS PSYCHOLOGIE (<strong>20</strong>0 Stunden Individualpsychologie)<br />

haben in diesem Jahr acht Kandidatinnen erfolgreich abgeschlossen:<br />

Maryse Eicher, Annette Schneider, Danielle Flammang, Marie-Jeanne-Graf,<br />

Renée Lucas, Liette Eisen, Mady Bernardy,. (v.l.n.r.) Edouard Neuser (Bild<br />

rechts).<br />

30


Einen wichtigen Stellenwert in den Aus- und Weiterbildungsaktivitäten der<br />

<strong>LGIPA</strong> hat inzwischen die einmal jährlich stattfindende „Internationale<br />

<strong>LGIPA</strong>-Fachtagung“, die in <strong>20</strong>06 zum vierten Mal stattfand. Das<br />

Schwerpunktthema der Tagung in Bad Münstereifel lautete „Erziehung und<br />

Heilpädagogik“ und wurde unter anderem in Vorträgen und Workshops zu<br />

„Sozio-emotionalen Störungen: Entstehung, Störungen und Folgen“ oder<br />

zum „Elternselbstmanagement <strong>–</strong> Neue Wege der individualpsychologischen<br />

Erziehungsberatung“ behandelt. Um dem ganzheitlichen Menschenbild der<br />

Individualpsychologie gerecht zu werden, gab es neben der „Kopfarbeit“ auch<br />

Betätigungsmöglichkeiten für den Körper (Shiatsu-Kurs und NordIP-<br />

Walking).<br />

Seit der Institutsgründung führten MitarbeiterInnen von <strong>LGIPA</strong> und IPG eine<br />

Reihe von Veranstaltungen im Bereich der Gesundheitsförderung durch.<br />

Vorträge und Präsentationen:<br />

• Die Bedeutung der Psychotherapie bei der Behandlung<br />

psychosomatischer und somatopsychischer Störungen<br />

(Parlamentarische Gesundheitskommission, <strong>20</strong>03. L. Nicolay)<br />

• Braucht Luxemburg psychologische Psychotherapeuten? (SLP,<br />

<strong>20</strong>04. L. Nicolay)<br />

• Entwicklung von Verkehrsintelligenz als individueller Beitrag zur<br />

Verkehrssicherheit. IPSM-traffic (ACL, <strong>20</strong>05. L. Nicolay),<br />

• Psychotherapiefortbildung der <strong>LGIPA</strong>; Jugendlichenpsychotherapie<br />

am IPG (CPOS, <strong>20</strong>05. L. Nicolay)<br />

• IPSM-Tinnitus (Luxemburger Tinnitusgesellschaft, <strong>20</strong>06. L. Nicolay),<br />

• IPSM-Borderline (IPG, <strong>20</strong>06. L. Nicolay)<br />

• IP-Therapie bei Alkoholismus und Drogenabhängigkeit. <strong>20</strong>04 (Dr. R.<br />

Biehle; Dr. Lichtfous)<br />

• Störungen des sozialen und Bindungs-Verhaltens, Erneuerte<br />

Psychagogik, Ressourcen & Psychagogik, Individualpsychologische<br />

Erziehungsmethoden, Psychagogik bei Störungen des Selbst im<br />

Kindes- und Jugendalter, Psychologische Erste Hilfe bei Kindern<br />

(anlässlich von diversen Fortbildungen der Education<br />

nationale/Ediff/CL und der <strong>LGIPA</strong>, <strong>20</strong>05 -<strong>20</strong>07. L. Nicolay)<br />

• Sechs Vorträge zum Thema „Schulstress i n der Familie. Wege in<br />

die (schul-)stressfreie Familie“ unter anderen in den Gemeinden<br />

Luxemburg, Dudelange und Wiltz. (H. Gehle)<br />

31


• Konferenz „Warum die Super-Nanny lieber Alfred Adler lesen<br />

sollte...!“ und „Wie Sie mit Fit for Family Erziehung einmal anders<br />

gestalten können!“ (Doris Zangerlé und Ralph Masion)<br />

Fortbildungstage, Workshops<br />

• I. Internationale <strong>LGIPA</strong> Fachtagung <strong>20</strong>03 in Bad Münstereifel 28.<br />

Febr. bis 02. März: „Vorbeugen ist besser als heilen.“<br />

• II. Internationale <strong>LGIPA</strong> Fachtagung <strong>20</strong>04 in Bad Münstereifel vom<br />

15. bis 18. Juli <strong>20</strong>04: „Verstehen statt verurteilen.“<br />

• III. Internationale <strong>LGIPA</strong> Fachtagung <strong>20</strong>05 in Bad Münstereifel<br />

vom 08. bis 11. September. „Fortschritte der Individualpsychologie“<br />

• IV. Internationale <strong>LGIPA</strong> Fachtagung <strong>20</strong>06 in Bad Münstereifel.<br />

07. bis 10. September: „Erziehung und Heilpädagogik“<br />

• Soziale Werte <strong>–</strong> Konsequenzen für die Klasseninteraktion<br />

(CPOS/Uni Lëtzebuerg-Symposium <strong>20</strong>03: Violence et climat<br />

scolaires. L. Nicolay)<br />

• Ressourcenorientierte Psychagogik(2ième Rencontre Internationale<br />

de Pédagogie et Psychologie, <strong>20</strong>05. L. Nicolay)<br />

• Wéi kann ech dee sinn, deens du brauchs (3ième Rencontre …,<br />

<strong>20</strong>06. L. Nicolay),<br />

• Betriebliche Gesundheitsförderung, Diagnostik und<br />

Straßenverkehrspsychologie, Psychologische Erste Hilfe,<br />

Notfallpsychologie, Traumaakuttherapie (IPG, Ressources<br />

Humaines der Stadt Luxemburg ab <strong>20</strong>06/<strong>20</strong>07. L. Nicolay)<br />

• Kurs: „Fit for Family <strong>–</strong> Elternselbstmanagement für den<br />

Erziehungsalltag“. Ab 8. Januar <strong>20</strong>07 für Eltern von Kindern<br />

zwischen drei und 18 <strong>Jahre</strong>n. (Doris Zangerlé und Ralph Masion)<br />

• Kurs „Erste Hilfe in der (psychotherapeutischen) Praxis“ mit Carlo<br />

Clarens<br />

<strong>LGIPA</strong> und Institut kooperieren bei ihrer Arbeit mit anderen nationalen und<br />

internationalen Einrichtungen aus dem psychosozialen Sektor und sind dort<br />

teilweise durch Mitarbeiten aktiv vertreten:<br />

Kooperation mit anderen <strong>Gesellschaft</strong>en<br />

32<br />

• Internationale <strong>Gesellschaft</strong> für Individualpsychologie sowie<br />

ihre nationalen Vereinigungen und Akademien/Institute<br />

• Europäische Föderation für


Psychoanalytische Selbstpsychologie<br />

• World Council for Psychotherapy & European Association for<br />

Psychotherapy<br />

• Sigmund Freud Privatuniversität Wien<br />

• Association Belge de Psychotherapie<br />

• Belgisch Instituut voor Verkehrstherapie (Leuven, …)<br />

• Centrum voor Psychoanalyse, Familientherapie & Supervisie,<br />

Belgie (Leuven, …)<br />

• Zentrum für Psychoanalyse, Familientherapie &<br />

Verkehrstherapie Deutschland (Berlin, …)<br />

• Institut für Praktische Individualpsychologie, e.V. in Köln<br />

/Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband<br />

• IVT-Hö (IP-Verkehrstherapie, Köln, Berlin, …)<br />

• Deutsche <strong>Gesellschaft</strong> für Zwangserkrankungen, e.V.<br />

• Deutsche <strong>Gesellschaft</strong> für Verhaltenstherapie e.V. (Tübingen)<br />

• Assoc. d’Aide aux Personnes atteintes d’un Etat-<br />

Limite/trouble borderline, a.f.s.b.l.<br />

• Société Luxembourgeoise de Psychologie, a.s.b.l.<br />

• Association Luxembourgeoise de Thérapie Cognitivo-<br />

Comportementale, a.s.b.l.<br />

• Tinnitus-Acouphènes Luxembourg, a.s.b.l. (In diesem<br />

Rahmen wurden von M. Hoffmann, Psychologin u. <strong>LGIPA</strong>-<br />

Mitglied, bisher 22 Männer und 11 Frauen für jeweils fünf<br />

Einzelgespräche betreut. In Kürze beginnt hier eine Gruppe<br />

(Coping-Habituations-Retraining) von insgesamt 12<br />

Sitzungen)<br />

• Arbeitgemeinschaft für Qualitätsmanagement in Beratung<br />

Psychotherapie (AG PSY-QM)<br />

• Netzwerk Suizidprävention<br />

• mouvement luxembourgeois pour le planning familial et<br />

l’éducation sexuelle a.s.b.l.<br />

• « Riicht eraus » Violence-conseil<br />

• Treffpunkt ADHS, a.s.b.l.<br />

• Centre de Formation pour Conducteurs, Colmar-Berg<br />

• u.a.<br />

33


<strong>LGIPA</strong> und IPG im Internet: www.ipg.lu<br />

9. Informationen zu den Klienten am IPG<br />

Mit der Schaffung eigener Räumlichkeiten (Institut <strong>fir</strong> Psychologesch<br />

Gesondheetsförderung) konnte die <strong>LGIPA</strong> neben ihrer Ausbildungstätigkeit<br />

auch der in den ethischen Richtlinien geforderten gesellschaftlichen<br />

Verantwortung verstärkt Rechnung tragen. Dort wird explizit gefordert, einen<br />

Beitrag zur Erhaltung und Schaffung von Lebensbedingungen zu leisten, die<br />

der Förderung, Erhaltung und Wiederherstellung der psychischen<br />

Gesundheit und der Reifung oder Entwicklung des Menschen dient (Punkt<br />

9). Aus diesem Grund stellt die <strong>LGIPA</strong> ihre Räumlichkeiten Privatpersonen<br />

zur Durchführung von Beratungen und Therapien auf der Basis der<br />

Ethikrichtlinien der europäischen Psychologenvereinigung zur Verfügung.<br />

34


Klienten nach Alter (<strong>20</strong>06)<br />

50<br />

45<br />

40<br />

35<br />

30<br />

25<br />

<strong>20</strong><br />

15<br />

10<br />

5<br />

0<br />

> 14 <strong>Jahre</strong> 14-18 19-25 26-35 36-45 46-55 > 55 <strong>Jahre</strong><br />

Seit der Gründung des IPG erhielten dort über 130 Klienten in über 2100<br />

Stunden eine Psychologische Beratung bzw. eine Psychotherapie.<br />

Verteilung der IPG-Klienten nach Geschlecht<br />

46 Prozent der am IPG betreuten Klienten hatte zuvor bereits mindestens<br />

einmal Hilfe bei einem Psychologen oder Psychiater gesucht.<br />

80<br />

70<br />

60<br />

50<br />

40<br />

30<br />

<strong>20</strong><br />

10<br />

0<br />

Wie kommt der Kontakt zustande ?<br />

Eigeniniative Arzt IPG intern Institutionen andere Kontaktformen<br />

Familienstand der Klienten<br />

geschieden<br />

ledig<br />

feste Beziehung verwitwet<br />

verheiratet<br />

35


42 Prozent der Menschen, die das IPG wegen psychischer Probleme<br />

aufsuchen nehmen Medikamente bzw. Psychopharmaka.<br />

Mit welchen<br />

Problemen melden sich die Klienten im IPG an?<br />

36<br />

Mediation<br />

Zwänge<br />

Tod, Trauer<br />

Essstörungen<br />

Trauma<br />

Gewalt<br />

Sinnfragen<br />

Mobbing<br />

Sexualität<br />

Psychosomatik<br />

Erziehung<br />

andere<br />

Angst, Panik<br />

Paar-Probleme<br />

Depression<br />

0 5 10 15 <strong>20</strong> 25 30 35 40 45 50<br />

Vergleich der monatlichen Beratungsstunden <strong>20</strong>05 und <strong>20</strong>06<br />

1<strong>20</strong><br />

110<br />

100<br />

90<br />

80<br />

70<br />

60<br />

50<br />

40<br />

Jan Febr Mrz Apr Mai Juni Juli Aug Sept Okt Nov Dez<br />

<strong>20</strong>05 <strong>20</strong>06


10. Veranstaltungen zum <strong>20</strong>-jährigen Jubiläum<br />

Konferenzen, Seminare, „Schnupperangebote“<br />

<strong>LGIPA</strong> und IPG feiern den <strong>20</strong>. Geburtstag der <strong>LGIPA</strong> von Oktober <strong>20</strong>07 bis Mai<br />

<strong>20</strong>08 mit einer Reihe zusätzlicher Veranstaltungen. Ein Überblick über die<br />

Arbeitsschwerpunkte der Individualpsychologischen <strong>Gesellschaft</strong> und ihres Instituts<br />

erhalten Interessenten in den Konferenzen, Kursen und Workshops während unserer<br />

Aktionswoche vom 19. bis 27. Oktober <strong>20</strong>07 in Bertrange. Falls nicht<br />

anders angegeben, sind die Kurse kostenlos und können ohne vorherige Anmeldung<br />

besucht werden.<br />

Freitag, 19. Okt. <strong>20</strong>07<br />

<strong>20</strong> h Schauwenburg<br />

„GLÜCK & GESUNDHEIT“<br />

Rundtischgespräch; Teilnehmer: u.a. Dr. Fari<br />

Khabipour, Dr. Lucien Nicolay, Christiane Keller,<br />

u.a..<br />

anschließend „INDIVIDUALPSYCHOLOGIE <strong>–</strong> GESTERN UND<br />

HEUTE“.<br />

Eröffnung der Ausstellung in der Schauwenburg.<br />

Während der Aktionswoche täglich geöffnet von 10<br />

bis 21 Uhr.<br />

37


38<br />

Samstag, <strong>20</strong>. Okt. <strong>20</strong>07<br />

10:00 h Schauwenburg<br />

Samstag, <strong>20</strong>. Okt. <strong>20</strong>07<br />

10:00 h Schauwenburg<br />

„SCHULSTRESS IN DER FAMILIE“<br />

Vortrag für Eltern und Erzieher. Referent: Helmut<br />

Gehle, Dipl.-Psych. & Dipl.-Päd.<br />

Ob Stress mit den leidigen Hausaufgaben,<br />

Konzentrationsstörungen, Trödeleien oder<br />

allgemeine Leistungsverweigerung, das Thema<br />

Schule wird für viele Familien zum Alptraum und<br />

belastet die innerfamiliären Beziehungen oft bis an<br />

die Grenze des Erträglichen. Die Atmosphäre<br />

scheint dann schulisch vergiftet und auch die<br />

Beziehung zwischen Vater und Mutter wird<br />

mitunter auf eine harte Probe gestellt.<br />

Der Vortrag will Verständnis fördern und mögliche<br />

Wege in eine „schulstressfreie Familie“ aufzeigen.<br />

Dabei werden u.a. folgende Themen angesprochen:<br />

Wie lernen wir? Bedingungen „erfolgreichen“<br />

Lernens. Anlage, Umwelt und Neuro-Pädagogik.<br />

Lernen Jungen anders als Mädchen? Praktische<br />

Lerntipps. Lieber aufmerksam hyperaktiv als<br />

langweilig zerstreut!? u.a.<br />

(Hinweis für Eltern: Parallel zum Vortrag wird der<br />

folgende Kurs für Kinder angeboten.)<br />

„IMMER COOL UND LOCKER BLEIBEN“<br />

Entspannungs- und Stressbewältigungstraining für<br />

Primärschulkinder. Leitung: Annette Jaffke.<br />

Erzieherin und Entspannungspädagogin,<br />

Ausbildung zur Psychagogin.<br />

In Kleingruppen lernen die Kinder mit „Piti<br />

Stressig“ was Stress überhaupt ist, wie er entsteht<br />

und wie er sich auswirkt (Stresskiller,<br />

Stressantworten, Stresssituationen). Gemeinsam<br />

wird erarbeitet, welche Lösungsmöglichkeiten es<br />

für belastende Situationen gibt.<br />

Ergänzt wird das Training durch kindgerechte<br />

Entspannungsübungen (Autogenes Training,<br />

Muskelentspannung, Traumreisen,<br />

Entspannungsmassagen). Spaß und Spiel<br />

(Bewegungsspiele, Gruppenspiele,<br />

Konzentrationsspiele) runden das Programm ab.<br />

Die Kinder sollten eine Wolldecke, bequeme<br />

Kleidung, dicke Socken, ein kleines Kissen und für<br />

jüngere Kinder eventuell ein Kuscheltier.<br />

Teilnehmerzahl 6 <strong>–</strong> 8 Kinder.


Samstag, <strong>20</strong>. Okt. <strong>20</strong>07<br />

14:30 -16:00 Uhr<br />

Schauwenburg<br />

Samstag, <strong>20</strong>. Okt. <strong>20</strong>07<br />

16h30-17h30 Uhr<br />

Schauwenburg<br />

BESSER LEBEN OHNE SCHULSTRESS<br />

Aktive Stressbewältigung im Alltag. Mit Doris<br />

Zangerle (Lehrerin, Psychologin) und Ralph Masion<br />

(Psychologe) Für Schüler von 11-18 <strong>Jahre</strong>n.<br />

Aus vier Bereichen werden praktische Übungen zur<br />

Schulstressbewältigung vorgeführt:<br />

Entspannungstechniken, Bewältigung von<br />

Prüfungsangst, Organisation beim Lernen und<br />

spezifische Lerntechniken. Den Schwerpunkt der<br />

Themen bestimmen die Fragen und Probleme der<br />

Teilnehmer. Bei großem Andrang finden getrennte<br />

Gruppen für Jungen und Mädchen statt.<br />

Schreibzeug und Papier mitbringen.<br />

Bitte vorher anmelden: � 26119521 oder<br />

ipg@pt.lu .<br />

SE PARLER<br />

Petit vade-mecum pour une meilleure<br />

communication. Conférencière : Liette Eisen (en<br />

formation de conseillère psychologique). Pour<br />

adultes et adolescents<br />

Comment fonctionne la communication? Pourquoi,<br />

malgré la meilleure des volontés, des malentendus<br />

surgissent-ils? Que vaut-il savoir et à quoi devraiton<br />

veiller pour réussir une communication ?<br />

La même conférence se tiendra en langue allemande<br />

le mardi, 23 octobre, à 10.00 heures.<br />

39


40<br />

Sonntag, 21. Okt. <strong>20</strong>07<br />

10:30 Uhr<br />

Schauwenburg<br />

Sonntag, 21. Okt. <strong>20</strong>07<br />

17:30 Uhr<br />

Schauwenburg<br />

FIT FOR FAMILY<br />

Elternselbstmanagement für den Erziehungsalltag.<br />

Für Eltern und ErzieherInnen. Referenten: Doris<br />

Zangerlé (Lehrerin und Psychologin) und Ralph<br />

Masion (Psychologe). Beide sind angehende IP-<br />

Therapeuten (<strong>LGIPA</strong>).<br />

Erziehung fordert uns alle! Sie sind interessiert an<br />

einer entspannten und demokratischen<br />

Familienatmosphäre? Sie möchten<br />

verantwortungsvolle, selbstbewusste und<br />

selbstdisziplinierte Kinder erziehen? Dann sind Sie<br />

bei uns richtig? „FIT FOR FAMILY“ wurde<br />

speziell am IPG konzipiert und setzt<br />

individualpsychologische Ideen der Erziehung um.<br />

Schnuppern Sie selbst an Methoden für positive<br />

Kommunikation, sinnvolle Disziplin, Ermutigung,<br />

Vermeidung von Eskalation, Familienkonferenz und<br />

Psychohygiene für Eltern und sehen Sie, wie Sie<br />

den Mut entwickeln können, nicht perfekt zu sein<br />

und Kindererziehung einmal ganz anders gestalten<br />

zu können.<br />

Hinweis: der gleiche Vortrag findet auch am<br />

Montag, 22. Okt. um 10 Uhr statt. Achtung: max.<br />

Teilnehmerzahl: 12 Personen.<br />

IP - FAMILIENRAT<br />

Eine Einübung in die Demokratie. Für Eltern und<br />

ErzieherInnen. Referentin: Chantal Schroeder,<br />

Psychologin und Psychotherapeutin.<br />

Nach Dreikurs kann eine Familie am besten<br />

funktionieren, wenn die Erziehung durch humane<br />

und demokratische Grundprinzipien gekennzeichnet<br />

ist, denn in der Familie ist jeder für sich selbst und<br />

die Gemeinschaft verantwortlich.<br />

Die Familiengemeinschaft kann sich Mittel geben,<br />

um diese Prinzipien umzusetzen wie zum Beispiel<br />

den FAMILIENRAT. Hier sind die Teilnehmer<br />

gleichberechtigt und jeder kann seine<br />

unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse<br />

ausdrücken. Entscheidungen werden dann auf Basis<br />

eines gemeinsamen Einverständnisses getroffen.


Sonntag, 21. Okt. <strong>20</strong>07<br />

18:00 Uhr<br />

Schauwenburg<br />

Montag, 22. Okt. <strong>20</strong>07<br />

10:00 Uhr<br />

Schauwenburg<br />

Montag, 22. Okt. <strong>20</strong>07<br />

18:30 <strong>–</strong>19:45 Uhr<br />

Schauwenburg<br />

WARUM DIE SUPER-NANNY LIEBER ALFRED<br />

ADLER LESEN SOLLTE!<br />

Wie Sie Erziehung einmal anders gestalten können.<br />

Vortrag. Referenten: Doris Zangerlé (Lehrerin,<br />

Psychologin) & Ralph Masion (Psychologe). Beide<br />

sind angehende IP-Therapeuten (<strong>LGIPA</strong>). Für Eltern,<br />

ErzieherInnen, LehrerInnen, PsychologInnen.<br />

Kritik des auf den ersten Augenblick attraktiven<br />

Formates des Coaching-TV Super Nanny (RTLplus<br />

/ M6) und Präsentation des<br />

Elternselbstmanagement-Programms FIT FOR<br />

FAMILY, das seit Januar <strong>20</strong>07 am IPG angeboten<br />

wird.<br />

FIT FOR FAMILY<br />

Elternselbstmanagement für den Erziehungsalltag.<br />

Für Eltern und ErzieherInnen. Referenten: Doris<br />

Zangerlé und Ralph Masion (Psychologen). Beide<br />

sind angehende IP-Therapeuten (<strong>LGIPA</strong>).<br />

Hinweis: der gleiche Vortrag findet auch am<br />

Sonntag, 21. Okt. um 10:30 Uhr statt.<br />

SEELE & GESUNDHEIT -<br />

GRÜBELN UND NEGATIVE GEDANKEN STOPPEN<br />

Ein Kurs zum körperlichen und seelischen<br />

Wohlbefinden.<br />

ReferentInnen: Pascale Mares, Mireille Thill<br />

(Psychologinnen und Psychotherapeutinnen) und<br />

Georges Haan (Psychologischer Berater)<br />

Heute und am Samstag, 27.10. werden jeweils<br />

beispielhaft zwei Schwerpunkte des insgesamt<br />

neunteiligen Kurses vorgestellt. U.a. werden<br />

unterschiedliche Entspannungsverfahren vorgestellt<br />

und eingeübt.<br />

Bitte bringen Sie bequeme Kleidung, zwei Decken,<br />

ein Kissen und warme Socken mit. Die zwei Kurse<br />

können auch einzeln besucht werden.<br />

41


42<br />

Montag, 22. Okt. <strong>20</strong>07<br />

<strong>20</strong>:00 Uhr<br />

Schauwenburg<br />

GLÜCK & GESUNDHEIT DURCH VERÄNDERUNG<br />

UNSERER EMOTIONEN<br />

Emotionen verstehen und verändern, einen besseren<br />

Zugang zu positiven Gefühlen und einem positiven<br />

Erleben finden. Kurzvortrag: Christiane Keller,<br />

Psychologische Beraterin (<strong>LGIPA</strong>).<br />

Gefühle sind ein wichtiger Bestandteil unserer<br />

menschlichen Existenz; alles was wir erleben ist mit<br />

Gefühlen verbunden. Für unsere seelische<br />

Gesundheit spielen positive Gefühle eine wichtige<br />

Rolle; wir versuchen das zu vermeiden (oder zu<br />

verändern) was für uns mit negativen Gefühlen<br />

verbunden ist und suchen jene Situationen oder<br />

Aktivitäten auf, die uns positive Gefühle<br />

verschaffen. Egal wie wir handeln, wir tun dies<br />

immer in Bezug auf unsere Gefühle.<br />

Emotionen (wie Ärger, Neid oder Angst)<br />

verschaffen uns ein Gefühl des psychischen<br />

Unwohlseins und wirken sich eher negativ auf<br />

unsere Handlungen aus. Deshalb ist es wichtig, dass<br />

wir unsere Emotionen verstehen und über Methoden<br />

verfügen, um diese verändern zu können.<br />

Emotionen haben mit unserem individuellen<br />

Erleben zu tun; in ihnen spielen Gedanken (innere<br />

Überzeugungen, Ideen von uns selbst und anderen),<br />

sowie negative Gefühle eine Rolle.<br />

In unserer modernen Welt haben wir die Tendenz<br />

das rationale Denken überzubewerten. Das<br />

rationale/konzeptuelle Denken (wie zum Beispiel<br />

das negative Urteilen über sich selbst und andere)<br />

jedoch verstärkt einerseits unser emotionales<br />

Erleben und Handeln und andererseits erschwert es<br />

den natürlichen Umgang mit uns selbst und und<br />

unseren Gefühlen.<br />

Die Individualpsychologie und auch die<br />

buddhistische Psychologie geben uns die<br />

Möglichkeit zu verstehen wie Emotionen entstehen,<br />

wie sie funktionieren und was wir tun können um<br />

sie zu verändern, so dass wir zu einem psychisch<br />

ausgeglichenerem und glücklicherem Erleben<br />

kommen können.<br />

(Seminar zum gleichen Thema: Fr. 23/11/07 von<br />

19:00 <strong>–</strong> 21:00 Uhr und Sa von 10:00 <strong>–</strong> 12:30 und<br />

14:00 <strong>–</strong> 18:30 Uhr, Ort: IPG)


Dienstag, 23. Okt. <strong>20</strong>07<br />

10-11 Uhr<br />

Schauwenburg<br />

Dienstag, 23. Okt. <strong>20</strong>07<br />

16-18:30 Uhr<br />

Schauwenburg<br />

Dienstag, 23. Okt. <strong>20</strong>07<br />

19:30 Uhr<br />

Schauwenburg<br />

MITEINANDER REDEN<br />

Eine kleine Anleitung zur besseren<br />

Kommunikation. Referentin: Liette Eisen<br />

(Ausbildung zur Psychologischen Beraterin). Für<br />

Jugendliche und Erwachsene.<br />

Was passiert, wenn wir miteinander reden? Wieso<br />

kommen selbst bei bestem Willen<br />

Missverständnisse auf? Was sollte man wissen und<br />

auf was sollte man achten, damit Kommunikation<br />

glückt?<br />

Hinweis: der gleiche Vortrag findet auch am<br />

Samstag, <strong>20</strong>. Okt. um 16:30 Uhr statt.<br />

DICKES KIND <strong>–</strong> ARMES KIND !?<br />

Über die psychischen Belastungen übergewichtiger<br />

Kinder.<br />

Für Eltern und Erzieher.<br />

Referentin: Mady Bernardy, in<strong>fir</strong>miere dipl.;<br />

Studium der Psychologie und Ausbildung zur<br />

Psychologischen Beraterin.<br />

Gehänselt, beschimpft, ausgegrenzt! Wenn Kinder<br />

und Jugendliche übergewichtig sind, leidet nicht nur<br />

der Körper. In einer Welt in der gutes Aussehen und<br />

ideale Körpermaße immer wichtiger scheinen,<br />

haben sie es besonders schwer, ein gesundes<br />

Selbstwertgefühl zu entwickeln. Sie brauchen nicht<br />

nur Diät- und Bewegungstipps, sondern eine<br />

ganzheitliche psychische Betreuung, die ihnen hilft,<br />

selbstgewählte Ziele erreichen zu können und so<br />

mehr Selbstvertrauen zu entwickeln<br />

FUßREFLEXZONENMASSAGE<br />

Praktische und theoretische Einführung<br />

mit Marie-Josée Bartholomé.<br />

Gesundheitsförderung und Wohlbefinden.<br />

Unterstützung der Selbstheilungskräfte und<br />

persönliche Entwicklungsprozesse.<br />

43


44<br />

Mittwoch, 24. Okt. <strong>20</strong>07<br />

18:30-<strong>20</strong>:00 Uhr<br />

Schauwenburg<br />

Mittwoch, 24. Okt. <strong>20</strong>07<br />

<strong>20</strong>:00-21:30 Uhr<br />

Schauwenburg<br />

HERAUSFORDERUNGEN IM PROZESS DER<br />

INDIVIDUELLEN ENTWICKLUNG<br />

Auf dem Weg zum inneren Frieden. Für<br />

Erwachsene. Referent: Ed Neuser (Ausbildung zum<br />

Psychosozialen Berater; Schnupperkurs zum<br />

folgenden Seminar.)<br />

Gemeinsame Reise rundum das zentrale Thema des<br />

heilsamen Umgangs mit den Herausforderungen des<br />

menschlichen Daseins.<br />

Einladung zur Selbsterkundung: Mit Mut,<br />

Kreativität und Gelassenheit reflektieren, erkennen<br />

und umsetzen.<br />

WIE ICH MEINEM KIND DEN SCHULEINTRITT<br />

ERLEICHTERE<br />

Prävention und Fördermöglichkeiten bei Lese- und<br />

Rechtschreibschwäche (LRS). Für Eltern und<br />

ErzieherInnen.<br />

Referentin: Maryse Eicher (Lehrerin & Ausbildung<br />

zur psychologischen Beraterin)<br />

Lesen- und Schreibenlernen beginnt nicht erst in der<br />

Schule. Bereits im Vorschulalter können wir das<br />

Kind auf spielerische Art und Weise mit der Welt<br />

der Schriftsprache und der Buchstaben vertraut<br />

machen, um ihm so den Schuleintritt zu erleichtern<br />

und eventuelle Probleme zu verringern. Im Vortrag<br />

werden Vorläufer-Merkmale des Lesen- und<br />

Schreibenlernens erläutert. Zudem werden Ideen<br />

und Anregungen gegeben, um die Kinder zu<br />

fördern.


Donnerstag, 25. Okt. <strong>20</strong>07<br />

19:00-22:00 Uhr<br />

Schauwenburg<br />

Freitag, 26. Okt. <strong>20</strong>07<br />

19:00-22:00 Uhr<br />

Schauwenburg<br />

IPSM-SCHNUPPERKURS<br />

Individualpsychologisches Selbstmanagement<br />

(IPSM)<br />

Leitung: Dr. Lucien Nicolay<br />

Während dieses Seminars werden die verschiedenen<br />

Anwendungsbereiche des IPSM-Konzepts<br />

vorgestellt. Das Gruppenkonzept mit seinen zwei<br />

bis drei Modulen kann spezifisch auf bestimmte<br />

Zielgruppen und Altersgruppen abgestimmt werden:<br />

IPSM-traffic (am CFC in Colmar-Berg), IPSMtinnitus<br />

(am Service Audiophonologique; route<br />

d’Arlon), IPSM-ados, IPSM-ads/adhs, IPSM-bordie<br />

(borderline), IPSM-person am IPG in Bartringen, an<br />

Institutionen oder regional für<br />

Betroffenenvereinigungen.<br />

Anschließend sollen methodische Möglichkeiten<br />

von interessierten Zuhörern konkret erfahren<br />

werden (Biografische Selbsterfahrung,<br />

Verhaltensanalyse- & Trainingsauswahl oder<br />

Fokalanalyse), je nach Teilnehmerzahl in drei<br />

unterschiedlichen Gruppen oder in der<br />

Gesamtgruppe unter der Leitung geschulter<br />

Individualpsychologen.<br />

KLASSISCHE INDIVIDUALPSYCHOLOGIE<br />

Vierteiliges Einführungsseminar mit Dr. Ralf<br />

Biehle. Teil 1<br />

Dieses Seminar gibt einen Überblick über die<br />

Ursprünge und Grundlagen der Klassischen<br />

Individualpsychologie nach Alfred Adler.<br />

Die Teilnahme wird mit insgesamt 16 Stunden für<br />

die Grundausbildung der <strong>LGIPA</strong> anerkannt.<br />

Die Teilnahmegebühren für die vier Seminare (Fr,<br />

Sa, So) betragen 160 Euro. Die Anmeldung ist nur<br />

gültig bei Überweisung der Teilnahmegebühren bis<br />

zum 15. Oktober <strong>20</strong>07 (= Anmeldeschluss) auf das<br />

Konto der <strong>LGIPA</strong>: CCPL IBAN LU52 1111 0365<br />

8011 0000.<br />

Mindestteilnehmerzahl: acht Personen.<br />

45


46<br />

Samstag, 27. Okt. <strong>20</strong>07<br />

10:00-11:30 Uhr<br />

Schauwenburg<br />

Samstag, 27. Okt. <strong>20</strong>07<br />

11:30 Uhr IPG<br />

Samstag, 27. Okt. <strong>20</strong>07<br />

14:00-15:30 Uhr<br />

Schauwenburg<br />

9-12 und 14-17 Uhr<br />

Schauwenburg<br />

PATCHWORK-FAMILY“ <strong>–</strong> FAMILIENGLÜCK IM<br />

ZWEITEN ANLAUF<br />

Neue Beziehungen für Eltern und Kinder.<br />

Für Eltern und Jugendliche. Referentin: Danielle<br />

Flammang (Ausbildung zur Psychologin und<br />

Psychotherapeutin; selbst Mitglied einer<br />

Patchworkfamilie)<br />

Was bedeutet diese Entwicklung für die Kinder?<br />

Wie muss der Umgang der Erwachsenen mit den<br />

Kindern gestaltet werden? Welche Probleme treten<br />

auf und welche Rolle spielt dabei der abwesende<br />

Elternteil? Was ist für die Kinder wirklich wichtig,<br />

damit sie zufrieden aufwachsen können? Ist es in<br />

erster Linie die Blutsverwandtschaft, die emotionale<br />

Intensität der Beziehungen oder die soziale<br />

Zuverlässigkeit des Alltagslebens?<br />

AUSBILDUNG BEI DER <strong>LGIPA</strong><br />

Hier erhalten sie Informationen über die<br />

Ausbildungsgänge der <strong>LGIPA</strong>: u.a. „Moderator für<br />

Gesundheitsförderung“; Individualpsychologischer<br />

Berater; Psychagogen; Einzel- und<br />

Gruppenpsychotherapeut.<br />

„SEELE & GESUNDHEIT <strong>–</strong> GENIEßEN<br />

KÖNNEN“<br />

Ein Kurs zum körperlichen und seelischen<br />

Wohlbefinden.<br />

ReferentInnen: Pascale Mares, Mireille Thill<br />

(Psychologinnen und Psychotherapeutinnen) und<br />

Georges Haan (Psychologischer Berater)<br />

Heute und am Montag, 22.10. werden jeweils<br />

beispielhaft zwei Schwerpunkte des insgesamt<br />

neunteiligen Kurses vorgestellt. U.a. werden<br />

unterschiedliche Entspannungsverfahren vorgestellt<br />

und eingeübt.<br />

Bitte bringen Sie bequeme Kleidung, zwei Decken,<br />

ein Kissen und warme Socken mit. Die zwei Kurse<br />

können auch einzeln besucht werden.<br />

KLASSISCHE INDIVIDUALPSYCHOLOGIE<br />

Vierteiliges Einführungsseminar mit Dr. Ralf<br />

Biehle. Teil 2-3<br />

Fortsetzung vom Freitag.


Samstag, 27. Okt. <strong>20</strong>07<br />

19:30 Uhr<br />

Sonntag, 28. Okt. <strong>20</strong>07<br />

9:00-12:00 Uhr<br />

Schauwenburg<br />

GROSSE <strong>LGIPA</strong> <strong>–</strong> PARTY<br />

Ort wird rechtzeitig bekanntgegeben.<br />

KLASSISCHE INDIVIDUALPSYCHOLOGIE<br />

Vierteiliges Einführungsseminar mit Dr. Ralf<br />

Biehle. Teil 4<br />

Fortsetzung vom Samstag.<br />

47


48<br />

Freitag, am 25. 04.<strong>20</strong>08<br />

19:30 Uhr ARCA<br />

VORTRAG MIT PROF. DR. ALFRED PRITZ.<br />

Präsident des World Council for Psychotherapy<br />

(seit 1995)<br />

Generalsekretär des Europäischen Verbandes für<br />

Psychotherapie (EAP) (seit 1992)<br />

Gründungsmitglied und (seit <strong>20</strong>05) Rektor der<br />

Sigmund Freud Privatuniversität Wien<br />

Zur Person: geboren in St. Lorenzen bei Scheifling<br />

in der Steiermark, Österreich am 31.10.1952.<br />

Ausbildungen: Ausbildung in Klientenzentrierter<br />

Gesprächspsychotherapie (nach Carl Rogers) und<br />

Gruppendynamik (ÖAGG) studienbegleitend.<br />

Weiterbildung in folgenden<br />

Psychotherapiemethoden: Integrative<br />

Gestalttherapie, Hypnose. Ausbildung zum<br />

Psychoanalytiker am Wiener Arbeitskreis für<br />

Psychoanalyse 1991 - <strong>20</strong>05 Lehranalytiker<br />

(WAP), Gruppenlehranalytiker (ÖAGG).<br />

1980 achtmonatiger Forschungsaufenthalt am<br />

Albert Einstein Hospital in New York bei Prof. Leo<br />

Bellak (Schwerpunkt :<br />

Kurzpsychotherapieforschung) und am Post<br />

Graduate Center for Mental Health<br />

(Gruppenpsychoanalytische Weiterbildung u.a. bei<br />

Alexander Wolf)<br />

Lehraufträge im In- und Ausland: u.a.<br />

Ausbildung von Psychotherapeuten in Russland<br />

(Moskau, Novosibirsk und Rostow am Don) seit<br />

1999.<br />

Publikationen u.a.:<br />

Kurzgruppenpsychotherapie, Springer Heidelberg,<br />

1990.<br />

M. Kierein, A. Pritz, G. Sonneck:<br />

Psychologengesetz, Psychotherapiegesetz-<br />

Kurzkommentar. Orac,Wien,1991.<br />

Als Herausgeber:<br />

Das schmutzige Paradies, Psychoanalytische<br />

Beiträge zur ökologischen Bewegung, Böhlau,1983.<br />

Zusammen. mit G. Sonneck: Medizin für<br />

Psychologen und nichtärztliche<br />

Psychotherapeuten,Springer,Heidelberg,1990.<br />

Zusammen. mit H.Petzold: Der Krankheitsbegriff in<br />

der modernen Psychotherapie, Junferman,<br />

Paderborn,1992.


11. Ständige Kursangebote der <strong>LGIPA</strong><br />

1. Individual-Pychologisches Selbst-Management, z.B.<br />

IPSM-ados für Jugendliche und Studenten in Kleingruppen<br />

Bei IPSM-ados handelt es sich um die optimierte<br />

Interventionsmaßnahme der sekundären und tertiären Prävention des<br />

in der Zeitschrift für Individualpsychologie (30) 3/<strong>20</strong>05 vorgestellten<br />

Gruppenangebots „IPSM-teens/-twens“ oder „Eng gesond Séil an<br />

engem gesonde Kierper“ (Gesundheitsförderung und Psychotherapie<br />

in der Gruppe). Das Konzept umfasst drei Gruppenmodule von 14-27<br />

Stunden. Die Differenzialdiagnostik sowie die Indikationsstellung und<br />

Selektion für die Gruppenmodule findet nach maximal fünf<br />

Einzelsitzungen statt.<br />

Das Konzept basiert auf den therapeutischen Arbeitsmethoden von<br />

Prof. Dr. Lucy K.<br />

Ackerknecht (1913-1997) und Prof. Dr. F. H. Kanfer (1925-<strong>20</strong>02).<br />

Zu den Zielen gehört,<br />

• sich selber besser verstehen und akzeptieren zu lernen,<br />

• die eigenen Emotionen regulieren und psychosoziale Konflikte<br />

regeln zu lernen,<br />

• interne und externe Ressourcen erkennen und nutzen zu<br />

lernen,<br />

• Belastungen und Symptome reduzieren zu können,<br />

• sich den Mitmenschen freundlich zuwenden zu können und<br />

• sich selber zur Verwirklichung von persönlichen Projekten<br />

ermutigen zu können<br />

Ein erstes Modul (SE) umfasst immer Elemente zur biografischen<br />

Selbsterfahrung und zum Aufbau der Veränderungsmotivation in der<br />

Gruppe.<br />

49


Ein problem- oder störungsspezifisches Modul (KVT) setzt neben der<br />

Psychoedukation Methoden der Kognitiven- & Verhaltens-Therapie<br />

ein.<br />

Ein drittes Modul (FA) ist fokalanalytisch (psychodynamische<br />

Kurzzeittherapie) ausgerichtet und ermöglicht die vertiefte Arbeit an<br />

sozio-emotionalen Problemen oder rigiden Persönlichkeitsstilen.<br />

Das gesamte (individualisierte) Gruppenangebot sollte 80<br />

Gruppenstunden nicht<br />

überschreiten. Für Jugendliche und junge Erwachsene die mit sozialen<br />

Ängsten,<br />

emotionaler Instabilität und Impulsivität zu kämpfen haben scheint<br />

dieses Angebot eine besondere Hilfe zu sein.<br />

50<br />

2. „Fit mit Pit“ <strong>–</strong> Gesundheitsförderung für<br />

Kinder<br />

... und ihre Eltern (Übersicht)<br />

1. Baustein 2. Baustein 3. Baustein 4. Baustein 5. Baustein


Name<br />

Für<br />

Dauer<br />

Ziel<br />

Beispiel<br />

Entspannungs<br />

training<br />

6-8 Kinder<br />

1. - 4.<br />

Schulklasse<br />

8 Sitzungen je<br />

90 Min<br />

Erlernen<br />

einzelner<br />

Entspannungst<br />

echniken<br />

Entspannungsr<br />

eisen<br />

Entspannungs<br />

massagen<br />

Umsetzung für<br />

zu Hause<br />

Entspannung<br />

sgeschichte<br />

Entspannung<br />

sübung<br />

Stress<br />

Bewältigungs<br />

training<br />

6-8 Kinder<br />

1.- 4.<br />

Schulklasse<br />

6 Sitzungen je 90<br />

Min<br />

Erkennen<br />

eigener<br />

Stressreaktionen<br />

und Erlernen<br />

verschiedener<br />

Bewältigungsstra<br />

tegien<br />

„Timi Stressig“<br />

das<br />

Stressmännch<br />

en<br />

Eigene erlebte<br />

Gefühle<br />

erkennen<br />

anhand<br />

verschiedener<br />

Spiele<br />

Elternbrief und<br />

Elterngespräch<br />

Eltern der<br />

teilnehmenden<br />

Kinder<br />

2 Sitzungen<br />

Vor- und<br />

Nachgespräch<br />

Ausführlicher<br />

Bericht über die<br />

Entwicklung<br />

ihres Kindes<br />

innerhalb der<br />

Sitzungen<br />

Praktische Tipps<br />

für zu Hause<br />

Gemeinsame<br />

Besprechung<br />

und<br />

Lösungsvorsch<br />

läge für zu<br />

Hause<br />

Begleitkurse<br />

für Eltern<br />

Eltern der<br />

teilnehmend<br />

en Kinder<br />

Kurse für<br />

Erwachsene<br />

Alle<br />

interessierten<br />

Frauen und<br />

Männer, Paare<br />

1-2 Stunden Je nach<br />

Kursangebot<br />

Vorstellung<br />

der<br />

Bausteine 1-<br />

3 und<br />

Umsetzung<br />

für zu Hause<br />

Erlernen<br />

einer<br />

Entspannu<br />

ngs-<br />

technik für<br />

die Eltern<br />

zusammen<br />

mit ihrem<br />

Kind<br />

Die Bausteine können einzeln angewandt oder je nach Bedürfnis und Interesse<br />

kombiniert werden. Die Bausteine 1-3 werden geleitet von einer<br />

Entspannungspädagogin und Erzieherin bzw. von Psychologen und<br />

Psychologischen Beratern (Bausteine 3-5)<br />

Fit mit Pit : Das Entspannungstraining<br />

Eltern- und<br />

Erzieher-<br />

Training<br />

Stressmanagem<br />

ent<br />

Entspannungstra<br />

ining<br />

Konfliktmanage<br />

ment<br />

u.a.<br />

„Fit for<br />

Family“<br />

„Seele und<br />

Gesundheit“<br />

Näheres dazu<br />

in diesem<br />

Heft..<br />

51


Das Entspannungstraining gibt eine Fülle von Anregungen, wie die<br />

Kinder spielerisch zur Ruhe und Entspannung geführt werden können.<br />

Es enthält Spiele, eine Sammlung von<br />

Entspannungsgeschichten, Stop- andgo-Spiele,<br />

beruhigende Spiele,<br />

Körpererfahrungsspiele,<br />

Atemspiele, Konzentrationsspiele,<br />

Massage-/Taktilspiele,<br />

Traumgeschichten, Spiele für den psycho-emotionalen<br />

Bereich<br />

Das Erlernen einer<br />

Entspannungstechnik wie z.B.<br />

progressiver<br />

Muskelentspannung, hilft<br />

dem Kind beim<br />

Wiedererlangen seines<br />

Die abgebildeten Figuren<br />

helfen den Kindern ihre innere<br />

Balance zu finden.<br />

Selbstvertrauens und der Entdeckung, selber Einfluss auf sich nehmen<br />

zu können.<br />

Ziel ist es aber auch wieder in den Genuss der Ruhe und Stille zu<br />

kommen und sich selbst und seinen Körper wahrzunehmen.<br />

Außerdem kann das Kind in den einzelnen Trainings-sitzungen lernen<br />

Stresssituationen wahrzunehmen und ihnen mit angemessenen<br />

Bewältigungsstrategien wie z.B. einer Entspannungsübung zu<br />

begegnen.<br />

Wichtig ist dass die Teilnahme den Kindern Spaß macht. Deshalb<br />

werden für jede Trainingssitzung einzelne Spiele und Spielfiguren<br />

(siehe Abb.) einbezogen.<br />

Körperliche Aktivität ist eine günstige Vorbereitung auf das<br />

Entspannungstraining. Kinder haben einen starken Bewegungsdrang,<br />

der vor einer Entspannungsübung befriedigt werden muss. Somit<br />

schließt eine körperliche aktive Phase (Bewegungsspiele) an eine<br />

Ruhephase (Entspannungstechnik) an.<br />

Zielgruppe<br />

52


Das Entspannungstraining richtet sich an alle Kinder, die unter den<br />

Folgen von Stress in der Schule, Freizeit oder Familie leiden. Die<br />

Kinder wirken nervös und angespannt, ruhen nicht in sich selbst, sind<br />

häufig müde und unkonzentriert, sind unmotiviert, reagieren aggressiv<br />

oder ziehen sich ganz zurück.<br />

Trainingsprogramm<br />

Das Trainingsprogramm beinhaltet<br />

acht Sitzungen (je 1.5 Stunde).<br />

Schwerpunkte sind das<br />

Kennenlernen und das Einüben<br />

einzelner Entspannungstechniken,<br />

welche das Kind zu Hause oder in<br />

der Schule selbst umsetzen kann.<br />

Das Entspannungstraining hilft<br />

dem Kind seine innere Balance zu<br />

finden und sich emotional wie<br />

auch mental sicherer und stärker zu fühlen.<br />

(Die Figuren u.a. didaktische Materialien wurden entworfen und<br />

produziert von Rebecca Bissen)<br />

53


3. „Seele & Gesundheit“<br />

Ein Kurs zum körperlichen & seelischen Wohlbefinden<br />

Für Erwachsene.<br />

Dieses von zwei bis drei Moderatoren geleitete Gruppenangebot (15-<strong>20</strong><br />

Personen) bietet Erwachsenen ein praxisorientiertes, ressourcenförderndes<br />

und individuell abgestimmtes Angebot, das effizient und dynamisch<br />

Stressbewältigungsmethoden und Strategien für ein allgemein besseres<br />

Wohlbefinden vermittelt. Der Kurs umfasst neun Einheiten von ca. 1<strong>20</strong><br />

Minuten Dauer.<br />

1. Treffen. Körper-Seele-Einheit: Wie die Psyche das körperliche<br />

Wohlbefinden beeinflusst. Erstellen eines persönlichen Stressprofils.<br />

Kennenlernen untereinander Überblick über den Kurs, die Inhalte, die<br />

Themen und Methoden.<br />

2. Treffen. Anspannung & Entspannung. Einführung in das Autogene<br />

Training. Wie entstehen belastende Gefühle? Was können wir dagegen tun?<br />

Erstellen eines individuellen „Gesundheitsprogramms“.<br />

3. Treffen. Anspannung & Entspannung. Die Bedeutung von Bewegung<br />

und Sport. Autogenes Training (Fortsetzung) Progressive<br />

Muskelentspannung nach Jacobsen. Grübeln und negative Selbstgespräche<br />

vermindern.<br />

4. Treffen. Grübeln und negative Selbstgespräche vermindern. Autogenes<br />

Training (Fortsetzung). Belastungen leichter machen, anders bewerten etc.<br />

Falsche Gedanken machen krank: Irrationale Glaubenssätze verändern.<br />

Einführung in das Mentale Training<br />

5. Treffen. Umgang mit Ärger und Wut. Einführung in das Autogene<br />

Training (Fortsetzung). Sensorische Entspannung (Einführung). Das<br />

Eisenhowerprinzip: Prioritäten setzen. Vom Loslassen und Gelassensein!<br />

6. Treffen. Das Leben genießen: gut für sich sorgen lernen. Positive<br />

Erfahrungen machen: die Freude einladen, das Glück herausfordern.<br />

Autogenes Training (Fortsetzung). Techniken zu kurzfristigen Entspannung.<br />

7. Treffen. Gute Beziehungen <strong>–</strong> gute Gesundheit: gehalten im sozialen<br />

Netz. Partnerschafts-Check up! Freunde gewinnen und behalten. Autogenes<br />

Training (Fortsetzung).<br />

8. Treffen. SO will ich leben! Ziele setzen <strong>–</strong> sich eine attraktive Zukunft<br />

schaffen. Das Schicksal in die eigene Hand nehmen. Autogenes Training<br />

(Fortsetzung).<br />

9. Treffen. Autogenes Training (Fortsetzung). Dieser Termin bleibt frei für<br />

besondere Wünsche der TeilnehmerInnen bzw. um eventuell verschiedene<br />

Themen vertiefen zu können.


Die Kurseinheiten befassen sich hauptsächlich mit Entspannungsmethoden<br />

wie dem Autogenen Training und der Progressiven Muskelentspannung<br />

nach Jacobson. Sie laufen in der Regel nach einem Grundschema ab:<br />

� Blitzlicht: Besprechung der Hausaufgaben<br />

� Alternative Entspannungsmethoden zum AT vorstellen<br />

� Tagesthema: theoretischer Input mit praktischen Übungen<br />

(z.B. Grübelstopp)<br />

� Autogenes Training üben<br />

� Hausaufgaben verteilen<br />

� „Gute-Nacht-Geschichte“ (aus der Hypnotherapie)<br />

Befindlichkeit der Teilnehmer von fünf Kursen (N = 89)<br />

v o r Kursbeginn, a m E n d e des Kurse und 6 Monate später.<br />

Ich kann geniessen<br />

Ich kann mich angenehmen Tätigkeiten<br />

voll und ganz hingeben<br />

Ich kann Wut zulassen und ausleben<br />

Ich kann NEIN sagen<br />

Ich lebe meine Bedürfnisse aus<br />

Ich habe meine Gedanken unter Kontrolle<br />

Ich kann mir etwas Gutes gönnen<br />

Ich fühle mich wohl in meiner Haut<br />

Ich bin mit meiner Arbeit zufrieden<br />

Bin zufrieden mit Arbeitskollegen<br />

Ich bin zufrieden mit den Beziehungen<br />

innerhalb meiner Familie<br />

Ich bin zufrieden mit meinen Kontakten zu<br />

Freunden<br />

Ich kann gut entspannen<br />

0 1 2 3 4<br />

nach 6 Monaten<br />

nach 9 Abenden<br />

vor dem Kurs<br />

55


Aussagen von Teilnehmern zum Kurs:<br />

„Der Erfahrungsaustausch untereinander hat mir gut gefallen. Die Einsicht,<br />

dass auch andere „bodenständige“ Leute ähnliche Probleme haben wie ich.<br />

Die Erfahrung, dass es einigen Kursteilnehmer im Verlauf des Kurses<br />

deutlich besser ging.“<br />

„.... dass wir sehr viel aktiv gemacht haben � die Erinnerung bleibt dann<br />

besser bei mir. Gut waren für mich auch die Hausaufgaben, mit denen ich<br />

mich zwischen den Treffen beschäftigen konnte...“<br />

„... die Gliederung der einzelnen Abende nach Themen, die sich an den<br />

persönlichen Bedürfnissen orientierten. ... „Tipps & Tricks“ wurden gegeben<br />

bzw. zusammen aufgesetzt.“<br />

„... Theorie dann Praxis, so erinnere ich mich oft an das Theoretische; sehr<br />

gelöste Stimmung in der Gruppe; dieses gute Klima lässt mich oft daran<br />

erinnern und diese Ruhe zurückrufen.“<br />

„.... gute, intensive Atmosphäre ... Ungezwungenheit, entweder man nahm<br />

teil an der Diskussion oder nicht; ich hatte nie das Gefühl, dass ich zu etwas<br />

gezwungen wurde.“<br />

„... Das Thema war gut und dass wir ein Skript über die Kursinhalte<br />

bekamen. Die Gruppenarbeiten mit Stoppschildern, Klammern, Erdbeeren<br />

und Schokolade waren „lehrreich“ und haben Spaß gemacht.“<br />

56


4. „FIT FOR FAMILY“<br />

Individualpsychologisches Elternselbstmanagement<br />

Kinder brauchen Orientierung und Eltern können das Beziehungshandwerk<br />

erlernen. Dabei ist Erziehung heute schwieriger geworden, weil viele Eltern<br />

überflutet werden von entwicklungspsychologischen Ratschlägen zum<br />

Wohle ihres Kindes und weil sie heute mehr abgelenkt sind als früher. Viele<br />

Eltern bemühen sich um die perfekte Erziehung ihrer Kinder , sie möchten „<br />

nichts falsch machen „ und fühlen sich unsicherer denn je. Die fragwürdige<br />

Beliebtheit des Coaching <strong>–</strong> TV Super Nanny zeugt von dieser Unsicherheit.<br />

Meine Kollege Ralph Masion und ich( Doris Zangerlé) haben es im Rahmen<br />

unserer Ausbildung zum Therapeuten bei der <strong>LGIPA</strong> für wichtig empfunden,<br />

eine fundiertere Orientierung für Kindererziehung anzubieten als dies die<br />

gegen jede ethische Würde der Menschen verstoßende Super Nanny zu tun<br />

vermag. Fit for Family basiert hauptsächlich auf STEP ( Systematic Training<br />

for Effective Parenting) , welches in den USA von fast 600<br />

Elterntrainingprogrammen das Führende ist und auf der<br />

Individualpsychologie basiert. Somit vermitteln wir in Fit for Family Ideen<br />

Alfred Adlers und seines bedeutendsten Schülers , des Psychologen und<br />

Psychiaters Prof.Dr. Rudolph Dreikurs , beide gebürtig in Wien, die beide in<br />

den 30er <strong>Jahre</strong>n in die USA auswanderten . Der Grundgedanke der<br />

Gleichwertigkeit von Eltern und Kindern als würdige Menschen im<br />

respektvollen Umgang miteinander ist auch heute noch topaktuell . Somit<br />

möchte Fit for Family<br />

Orientierungsangebote zu einer demokratischen, respektvollen , demnach<br />

entspannten Erziehung geben. Gleichzeitig wurden in Fit for Family<br />

freudianische Aspekte miteinbezogen, wie z.B. die genaue Vermittlung von<br />

Tabus . Diese Einflüsse sind auch in unserer luxemburgischen <strong>Gesellschaft</strong><br />

präsent und gehörten deshalb unserer Meinung in Fit for Family. Ergänzt<br />

wird das ganze Konzept durch verhaltentherapeutische Mittel zur<br />

Verhaltensanalyse sowohl der Kinder als auch seitens der Eltern mit dem<br />

Ziel der Verhaltensänderung beider Parteien.<br />

Fit for Family vermittelt keine fertigen Patentrezepte wie es andere<br />

Programme tun. Vielmehr lernen die Eltern das Verhalten ihrer Kinder aus<br />

57


einer anderen Perspektive verstehen, so dass sie ihre Reaktionen bewusst<br />

ändern können. Dabei wird die Individualität des Kindes ,aber auch die<br />

eigenen Wertvorstellungen, Überzeugungen und Erziehungsziele der Eltern<br />

respektiert. Die Stärke von Fit for Family , genau wie bei dem<br />

amerikanischen STEP, ist , dass das Programm keine von außen<br />

aufgesetzte Erziehungstechnologie vermittelt, sondern den jeweiligen<br />

Erziehungsstil der Eltern respektiert. Die Eltern entwickeln somit den Mut<br />

nicht perfekt zu sein und warum Kinder Ermutigung brauchen wie eine<br />

Pflanze ( Dreikurs). In 10 Themenabenden lernen die Eltern die Grundideen<br />

von Fit for Family kennen ( z.B. Psychohygiene für Eltern, positive<br />

Kommunikation, sinnvolle Disziplin statt Strafe, Ermutigung statt Lob,<br />

Familienkonferenz u.a.) mit dem Ziel selbstbewusste, selbstdisziplinierte und<br />

verantwortungsvolle Kinder zu erziehen. Fir for Family richtet sich an Eltern<br />

von Kleinkindern, Vorschulkindern, Kindern ab 6 <strong>Jahre</strong>n und Teenagern,<br />

aber auch an alle, die in ihrem beruflichen Umfeld mit Kindern arbeiten wie<br />

PsychologInnen, ErzieherInnen und LehrerInnen.<br />

Fit for Family reiht sich in die am IPG angebotenen IPSM <strong>–</strong> Gruppen ein : es<br />

ist ein Elternselbstmanagement-Programm mit dem Ziel, Eltern<br />

Orientierungsangebote zu vermitteln, welche sie später selbst in ihren<br />

Erziehungsalltag integrieren können. Gleichzeitig bietet der erste Teil der<br />

biographischen Selbsterfahrung Gelegenheit über sich selbst und eigene<br />

Erziehungsziele zu reflektieren , der 2. Teil bietet die Ideen zur<br />

Verhaltensänderung der Eltern, auch der letzte Teil schafft Bewusstmachung<br />

über jeweilige Erziehungsschwerpunkte in der eigenen Familie. Der einzige<br />

Unterschied zu IPSM-Gruppen besteht in der Dauer , Fit for Family ist<br />

kürzer. Im Anschluss an das Programm werden auch Nachfragen oder<br />

Vertiefung in einzelnen Sitzungen angeboten.<br />

Fit for Family gilt aber auch als 6. Baustein in einem anderen Projekt des<br />

IPG Schulstress in der Familie und Fit mit Pit- Gesundheitsförderung für<br />

Kinder und ihre Eltern . Das Ziel ist es, gleichzeitig Kindern Fertigkeiten zu<br />

vermitteln , wie sie mit Stress umgehen können und den Eltern durch ein<br />

Erziehungsprogramm wie Fit for Family Möglichkeiten zu zeigen, den<br />

eigenen (Erziehungs-)Stress zu reduzieren und durch eine freundlich<br />

bestimmte Haltung eine entspanntere Familienatmosphäre zu schaffen.<br />

58


Damit reiht sich das gesamte Konzept von Fit for Family in die Zielsetzung<br />

des IPG , des Instituts für Psychologische Gesundheitsförderung ein.<br />

Fit for Family wird seit Januar <strong>20</strong>07 am IPG in Bertrange an<br />

Montagabenden veranstaltet. Das Angebot richtet sich nach der Anfrage, es<br />

sind auch Kurse morgens möglich. Auf Anfrage kann das Programm auch<br />

regional veranstaltet werden. Es besteht die Möglichkeit Fit for Family und<br />

seine Konzepte durch eine Konferenz kennen zu lernen , die auf Anfrage<br />

gebucht werden kann : Warum die Super Nanny lieber Alfred Adler lesen<br />

sollte … Und wie Sie Erziehung einmal anders gestalten können!<br />

Zu guter Letzt sei noch betont, dass alle Eltern / ErzieherInnen / LeherInnen<br />

/ PsychologInnen, die vor Erziehungsherausforderungen und <strong>–</strong> stress<br />

stehen, sich an uns wenden können . Wir stehen Ihnen gerne zur<br />

Erziehungsberatung im Einzelgespräch zur Verfügung!<br />

Zangerlé Doris.<br />

Dipl.-Psych. & Lehrerin,<br />

angehende Therapeutin.<br />

Anschrift und Kontaktadresse:<br />

Institut <strong>fir</strong> Psychologesch Gesondheetsförderung (IPG).<br />

5, beim Schlass L- 8058 Bertrange Tel: 26 11 95 21 ( mi und fr 9-12 Uhr)<br />

Privat: Tel: 621 299018<br />

doris.zangerle@education.lu<br />

59


60<br />

12. <strong>LGIPA</strong> <strong>–</strong> AUSBILDUNGSGÄNGE<br />

Die Lëtzeburger <strong>Gesellschaft</strong> <strong>fir</strong><br />

Individualpsychologie nom Alfred Adler<br />

A.s.b.l. (<strong>LGIPA</strong>) bietet für Laien und<br />

Angehörige psychosozialer Berufe<br />

verschiedene Aus- und<br />

Weiterbildungsmöglichkeiten an. Nähere<br />

Informationen dazu finden Sie im Internet<br />

unter www.ipg.lu. Zurzeit werden folgende<br />

Ausbildungsgänge angeboten:<br />

Grundkurs Psychologie (<strong>LGIPA</strong>)<br />

Dieser auch für Laien offene Kurs gibt einen Überblick über die<br />

Individualpsychologie Alfred Adlers und Entwicklungen in de<br />

modernen Psychologie, macht bekannt mit den gängigsten<br />

Therapieverfahren und erhöht die Menschenkenntnis. Die insgesam<br />

<strong>20</strong>0 Stunden sind über zwei <strong>Jahre</strong> verteilt und finden in der Rege<br />

einmal wöchentlich von 19-22 Uhr statt. Der erfolgreiche Abschluss<br />

dieses Kurses berechtigt <strong>–</strong> je nach Voraussetzungen <strong>–</strong> zur Teilnahme<br />

an den Aufbaustudiengängen B, C oder D.<br />

B Moderator für Gesundheitsförderung (<strong>LGIPA</strong>)<br />

In diesem Aufbaustudiengang erwerben die Teilnehmer die


Qualifikation zur Leitung* zeitbegrenzter Groß- und Kleingruppen zur<br />

psychologischen Gesundheitsförderung mit standardisierten IPG-<br />

Programmenen. Schwerpunkt der Ausbildung:<br />

Entspannungsmethoden anwenden und lehren. (*Je nach<br />

Voraussetzung als verantwortlicher Moderator oder als Co-<br />

Moderator.)<br />

C1 Individualpsychologische Berater (<strong>LGIPA</strong>)<br />

Ziel dieses Aufbaustudiengangs ist der Erwerb der Befähigung zur<br />

selbständigen individualpsychologischen und psychosozialen<br />

Beratung mit Einzelpersonen, Paaren und Familien bei<br />

psychosozialen, erzieherischen und persönlichen Problemen. Die<br />

Ausbildung dauert incl. Grundkurs 3-5 <strong>Jahre</strong>.<br />

C2 Psychagoge (<strong>LGIPA</strong>)<br />

Erwerb der Befähigung zur Ausübung einer differenziellen<br />

Psychagogik an Institutionen, in Schulen und Privateinrichtungen mit<br />

„schwierigen“ und sozio-emotional gestörten Kindern und<br />

Jugendlichen auf Grundlage der Individualpsychologie und<br />

Erneuerten Psychoanalyse, der neuropsychologisch fundierten Lern-<br />

und Verhaltenstheorie, der Kooperativen Verhaltensmodifikation und<br />

Selbstmanagementverfahren, der Klinischen<br />

Entwicklungspsychologie/Entwicklungspathologie, der Methoden der<br />

heilpädagogischen Psychologie und Kindertherapie, der<br />

Gruppendynamik und sozialer Systemtheorie.<br />

D Einzel- und Gruppenpsychotherapeuten (<strong>LGIPA</strong>)<br />

Voraussetzung für diesen Studiengang ist ein abgeschlossenes<br />

Hochschulstudium. Ziel ist die Befähigung zur selbstständigen<br />

Ausübung einer differenziellen Psychotherapie auf der Grundlage<br />

der Individualpsychologie und der Klinischen Psychologie, den<br />

Methoden der psychodynamischen Psychotherapie und den<br />

Methoden der Kognitiven Verhaltenstherapie und der<br />

Selbstmanagementtherapie im Einzel- und Gruppensetting mit<br />

Erwachsenen (D1) oder mit Kindern und Jugendlichen (D2).<br />

61


Je nach den individuellen Voraussetzungen (abgeschlossenes<br />

Hochschulstudium in den Sozialwissenschaften; Berufserfahrung) kann<br />

aufbauend auf den Studiengang C2 (Psychagoge) ein Abschluss zum<br />

„Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeuten“ (D2) bzw. basierend auf<br />

D1 (Einzel- und Gruppenpsychotherapeut) zum Psychoanalytiker (E)<br />

angestrebt werden.<br />

62<br />

Individualpsychologie in Aktion


Statements von Teilnehmerinnen an der <strong>LGIPA</strong>-<br />

Ausbildung:<br />

„Die Individualpsychologie hat mir in meinem Beruf als Psychologin die Basis<br />

gegeben, in der ich mich wiederfinde. Besonders die Ideen Adlers und<br />

seines Schülers Dreikurs über Kindererziehung allgemein und die Folgen<br />

von Verwöhnung oder zu strenger Erziehung von Kindern brachten mir die<br />

Werkzeuge, die mir in meinem früheren Beruf als Lehrerin gefehlt hatten. Die<br />

Ausbildung bei der <strong>LGIPA</strong> war für mich der Weg zur modernen eklektischen<br />

Therapie ohne jeglichen zwanghaften Dogmatismus, d.h. wo die Klienten<br />

nach ihren jeweiligen Bedürfnissen therapiert werden. Die Ideen der IP<br />

werde ich auf jeden Fall weiter nach außen tragen, weil es in unserer<br />

individualisierten Welt viel an Gemeinschaftsgefühl fehlt und die Menschen<br />

im 21. Jahrhundert sehr danach suchen.“<br />

Zangerlé Doris<br />

( Lehrerin, Psychologin,<br />

angehende IP-Therapeutin)<br />

„Die Individualpsychologie bietet eine wertvolle und lehrreiche Unterstützung<br />

auf dem Weg der individuellen Entwicklung und Selbsterkenntnis.“<br />

Ed Neuser,<br />

eh. EDV-Projektleiter;<br />

Student der Psychologie.<br />

"Der Grund für mich dieser Ausbildung begegnet zu sein, scheint mir heute<br />

ganz klar: Genau in dem Moment meines Lebens war sie notwendig - für<br />

mich und für meine Mitmenschen. Ich hab viel dazu gelernt und bin dankbar<br />

dafür. Ich würde es als eine große Bereicherung bezeichnen. Jeder sollte<br />

diese Chance der Weiterentwicklung bekommen.<br />

Außerdem habe ich interessante Menschen kennengelernt."<br />

Marie-Jeanne,<br />

Sekretärin<br />

63


„Durch den <strong>LGIPA</strong>-Kurs habe ich gelernt, jedes Gespräch bei meiner Arbeit<br />

in der Ernährungsberatung als neu und einzigartig zu erfahren. Ich vermeide<br />

es dadurch, der Klientin mein Bild von ihr aufzudrängen. Stattdessen kann<br />

ich mich besser in sie hineinversetzen und die Welt mit ihren Augen sehen!“<br />

64<br />

Annette<br />

Ernährungsberaterin<br />

"Die Ausbildung in der IP hat mir geholfen, mich persönlich besser<br />

kennenzulernen und mit meinen Grenzen umgehen zu können. Ich konnte<br />

wieder mehr Abstand gewinnen im Umgang mit den Patienten, da ich mich<br />

selbst mehr in Frage stellte und die Probleme auch aus der Sicht des<br />

anderen zu beleuchten versuchte. Die IP hilft mir vieles klarer und<br />

persönlicher zu sehen: jeder macht seine eigenen Erfahrungen und wächst<br />

daran...."<br />

Martine Bram<br />

Ass. Soc.,<br />

Seitdem ich bei der Ausbildung im IPG dabei bin, hat sich mein Leben in<br />

allen Hinsichten verändert. Mir wurde durch die verschiedenen Kurse vieles<br />

bewusster und klarer, mir half es mich besser kennenzulernen und mich zu<br />

verstehen. Das Auseinandersetzen mit mir selbst hat viel Energie gekostet,<br />

was sich auf Dauer aber gelohnt hat. Geholfen hat mir, die Menschen um<br />

mich besser zu verstehen und auch dementsprechend auf sie reagieren zu<br />

können. Sich selbst besser zu kennen schafft viel Selbstvertrauen und<br />

Sicherheit, was mir persönlich vor der Ausbildung gefehlt hat und ich nach<br />

den <strong>Jahre</strong>n so langsam aufgebaut habe. In Bezug auf meine Arbeit half mir<br />

die Individualpsychologie sehr, die Welt der Kinder durch ihre Augen zu<br />

sehen und zu verstehen.<br />

Annette J.<br />

Erzieherin,<br />

Entspannungspädagogin


13. Veröffentlichungen & Literaturempfehlungen<br />

Von Dezember 1987 bis Dezember <strong>1988</strong> sind fünf Ausgaben (1<strong>20</strong> - DINA4-<br />

Seiten) zu den Arbeitsbereichen der Individualpsychologie (u.a.<br />

Kindererziehung, Seniorenarbeit, Partnerschaft, Schule) mit Beiträgen von<br />

Vorstandsmitgliedern und Lehranalytikern der <strong>LGIPA</strong> erschienen. Ab 1989<br />

folgten Themenhefte und ab 1992 wurden exklusiv <strong>Jahre</strong>shefte oder Jahrbücher<br />

herausgegeben. Dazu kamen dann noch die Sonderhefte (IP-FORUM-spezial):<br />

IP <strong>–</strong> Themenhefte<br />

THEMEN AUTORINNEN<br />

1989 (1) Thema: Traumarbeit L.K. Ackerknecht;<br />

A. Jackmuth; L.<br />

Nicolay<br />

1989 (2) Thema: Aufmerksamkeit L. Nicolay<br />

1989 (3) Thema: Erziehung S. Hoffmann, F.<br />

Khabipour<br />

1989 (4) Thema: Schule K.-H. Hay; L.<br />

Nicolay<br />

1989 (5) Thema: Lebensstil A. Jackmuth; S.<br />

Lahr<br />

In der Reihe IP-FORUM & IP-FORUM spezial erschienen in den zwanzig<br />

<strong>Jahre</strong>n <strong>LGIPA</strong> u.a.<br />

IP <strong>–</strong> FORUM<br />

1990 (1) Thema: Familientherapie L. K. Ackerknecht<br />

1990 (2) Thema: Sucht S. Helten; G. Höcher<br />

1990 (3) Thema: Sexualität R. Biehle; H. Gehle<br />

1990 (4) Thema: Familientherapie L. Nicolay<br />

65


1991 (1) Thema: Gemeinschaftsgefühl G. Höcher<br />

1991 (2) Stellung der Frau in der<br />

modernen<br />

<strong>Gesellschaft</strong><br />

66<br />

R. Schallehn,<br />

B. Braun<br />

1991 (3) Partnerschaft u.a. B. Fütterer; L. Nescher;<br />

A. Thill-Houllard<br />

1991 (4) Klinische<br />

Individualpsychologie<br />

1992 Kleine Psychotherapie für die<br />

medizinische Praxis<br />

S. Helten; A. Jackmuth<br />

L. K. Ackerknecht<br />

1993 Betrifft: Beratung L. Nicolay; M. Hoffmann<br />

1995 Individualpsychologie in der<br />

Praxis<br />

Haus-/Abschlussarbeiten<br />

1997 <strong>LGIPA</strong> <strong>–</strong> <strong>1988</strong> -1998 Vorstand u.a.<br />

1998 Rückblick auf die Feier zum<br />

10-jährigen Bestehen der<br />

<strong>LGIPA</strong><br />

1999 Alfred Adlers Theorie der<br />

Angst<br />

<strong>20</strong>00/01 Weiterentwicklung der<br />

Individualpsychologie<br />

M. Lanners, M. Titze<br />

K.-H. Hay<br />

R. Schallehn<br />

<strong>20</strong>02 Sinn und Werte des Lebens L. Nicolay<br />

<strong>20</strong>03/04 Gesundheitspsychologie &<br />

Verkehrspsychologie<br />

IP <strong>–</strong> FORUM spezial<br />

1989/90 sychoanalyse:<br />

50 <strong>Jahre</strong> nach Sigmund Freud<br />

1994 Alkoholneurotiker am Steuer<br />

1998 10 <strong>Jahre</strong> <strong>LGIPA</strong><br />

L. Nicolay<br />

L. J. Pongratz<br />

G. Höcher


1999 CAR: contre l´alcool sur la route G. Höcher<br />

<strong>20</strong>00 Psychotherapeutische Rehabilitation von<br />

persönlichkeitsgestörten Kraftfahrern.<br />

<strong>20</strong>02/03 IPSM-Moderatorenhandbuch für Klinische<br />

Verkehrspsychologen und<br />

Verkehrspsychotherapeuten der LIGPA<br />

<strong>20</strong>03/04 Psychologische Intervention zur<br />

Gesundheitsförderung am IPG.<br />

Theoretische Grundlagen<br />

L. Niolay<br />

L. Nicolay,<br />

C. Schroeder,<br />

M. Thill<br />

L. Nicolay<br />

<strong>20</strong>04 Psychologische Therapie in Luxemburg? L. Nicolay<br />

<strong>20</strong>05 IPSM-Tinnitus L. Nicolay<br />

<strong>20</strong>06 Gruppentherapie, Gruppenanalyse,<br />

Supervision<br />

L. Nicolay<br />

<strong>20</strong>07 Notfallpsychologie L. Nicolay<br />

Literaturempfehlungen von<br />

<strong>LGIPA</strong>-Mitgliedern:<br />

Ackerknecht, L., 1982. Individualpsychologische Kinder- und<br />

Jugendpsychotherapie.<br />

Adler, A., <strong>20</strong>02. Der Sinn des Lebens. 22. Auflage. Frankfurt/M.: Fischer<br />

Taschenbuch Verlag<br />

Adler, A., <strong>20</strong>02. Un idèal pour la vie. L´Harmattan.<br />

Adler, A. <strong>20</strong>06. La psychologie de la vie. L´Harmattan.<br />

67


Adler, A., 1989. Lebenskenntnis. Frankfurt/M.: Fischer<br />

Adler, A., <strong>20</strong>03. Menschenkenntnis. Frankfurt/M.: Fischer.<br />

Bauer, J., <strong>20</strong>06. Prinzip Menschlichkeit. Warum wir von Natur aus<br />

kooperieren. Hamburg: Hoffmann & Campe.<br />

Botton, A., <strong>20</strong>04. Statusangst. Frankfurt/M.:<br />

Fischer.<br />

Coelho, P. <strong>20</strong>06. Der Zahir. Diogenes Verlag.<br />

Corneau, G., <strong>20</strong>03. Victime des autres,<br />

bourreau de soi-même. Paris : Robert Laffont.<br />

Dornes, M., <strong>20</strong>06. Die Seele des Kindes.<br />

Frankfurt: Fischer TB<br />

Dreikkurs R. & Blumenthal, E., <strong>20</strong>01. Eltern<br />

und Kinder <strong>–</strong> Freunde oder Feinde. Stuttgart:<br />

Klett-Cotta.<br />

Dreikurs, R. & Blumenthal, E., 1971. Eltern<br />

und Kinder, Freund oder Feinde? 3.Auflage.<br />

Stuttgart: Klett-Cotta.<br />

Ellenberger, H.F., 1973. Die Entdeckung des Unbewussten. Bern: Huber.<br />

Hoffman, E., 1999. Alfred Adler <strong>–</strong> Ein Leben für die Individualpsychologie.<br />

München: Reinhardt.<br />

Kourilsky, F., <strong>20</strong>04. Du désir au plaisir de changer. Dunod.<br />

Lehmkuhl, U. (Hrsg.), <strong>20</strong>03: Wie arbeiten Individualpsychologen heute?<br />

Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.<br />

Lehmkuhl, U. (Hrsg.), <strong>20</strong>06. Instanzen im<br />

Schatten (Väter, Geschwister, ...) Göttingen:<br />

Vandenhoeck & Ruprecht.<br />

Levine, M.J., <strong>20</strong>03. Le choix de la minceur. J`ai<br />

Lu.<br />

Levy, A. & Mackenthun, G. (Hrsg.), <strong>20</strong>02:<br />

Gestalten um Alfred Adler. Pioniere der<br />

Individualpsychologie. Königshausen &<br />

Neumann.<br />

Lütz, M., <strong>20</strong>02. Lebenslust. Wider die Diät-<br />

Sadisten, den Gesundheitswahn und den<br />

Fitness-Kult. München: Pattloch.<br />

68


Mormin & Viguier, R., 1991. Adler et l’ Adlérisme. Que sais-je ? La thèorie<br />

analytique adlérienne. Masson.<br />

Mosak, H. & Maniacci, M., 1999. Primer of Adlerian Psychology: The Analytic-Behavioral-Cognitive<br />

Psychology of Alfred Adler. New York: Routledge.<br />

Nadaud, L., <strong>20</strong>06. Alfred Adler. Erès.<br />

Reuter, L., <strong>20</strong>03. L’alchimie du chemin personnel. Vivre<br />

est un art que nous<br />

avons le devoir d’apprendre. Paris : Robert Laffont.<br />

Rüedi, J., <strong>1988</strong>. Die Bedeutung Alfred Adlers für die Pädagogik. Bern: Haupt<br />

Rule, W.R. & Bishop, M., <strong>20</strong>06. Adlerian<br />

Lifestyle Counselling: Practice and<br />

Research. New York: Routledge.<br />

Salbert, U., <strong>20</strong>06. Ganzheitliche Entspannungstechniken für Kinder. Oktopia<br />

Verlag.<br />

Sohni, H., <strong>20</strong>04. Geschwisterbeziehungen in Familien, Gruppen<br />

und in der<br />

Familientherapie. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.<br />

Viguier, R., <strong>20</strong>00. Introduction<br />

à la lecture d’Alfred Adler. Le paradoxe<br />

humain. L´Harmattan.<br />

Watzlawick, P., <strong>20</strong>05. Anleitung zum Unglücklichsein. München: Piper<br />

Watzlawick, P. , <strong>20</strong>05.<br />

Vom Unsinn des Sinns oder Vom Sinn des Unsinns.<br />

München:<br />

Piper.<br />

14. Psychische Gesundheit in den EU-Ländern 1<br />

Wie häufig treten psychische Störungen in Deutschland und den Ländern<br />

der EU auf? Wie hoch ist das Risiko, irgendwann im Leben an einer<br />

psychischen Störung zu leiden? Wie viele Menschen leiden in einem Jahr<br />

unter Major Depression, Panikstörung, Alkohol- und anderen<br />

1 Pressemitteilung. Hans-Ulrich Wittchen, Professor der Klinischen<br />

Psychologie und Psychotherapie der Technischen Universität Dresden<br />

stellte am 1. Dezember <strong>20</strong>05 anlässlich des 1. Deutschen<br />

Präventionskongresses die weltweit größte und umfassendste<br />

Bestandsaufnahme zur psychischen Gesundheit in Europa vor.<br />

69


Substanzstörungen oder Demenz? Steigen die Prävalenzen für psychische<br />

Störungen? Wie viele der Betroffenen werden behandelt? Wie hoch sind<br />

Belastung<br />

und Kosten im Zusammenhang mit psychischen Störungen in der<br />

EU?<br />

Dies sind nur einige der klinischen und gesundheitspolitisch drängenden<br />

Fragen, die im Auftrag des European College of Neuropsychopharmacology<br />

(ECNP) unter Mitwirkung des European Brain Council (EBC) sowie von über<br />

100 Experten aus 26 EU-Ländern in einem Forschungsprojekt bearbeitet<br />

wurden. Die in zwei englischsprachigen Berichtsbänden<br />

zusammengefassten Befunde und Schlussfolgerungen beschreiben<br />

erstmals gesicherte Daten zur aktuellen Situation der psychischen<br />

Gesundheit in Europa. Berücksichtigt<br />

wurden die Daten von insgesamt<br />

150.000 Betroffenen aus 27 Studien.<br />

Psychische Störungen sind keine seltenen Erkrankungen!<br />

Im Laufe eines jeden <strong>Jahre</strong>s erleiden 27% der EU-Bevölkerung oder 83<br />

Million Menschen mindestens eine psychische Störung wie z.B. eine<br />

Depression, bipolare Störung, Schizophrenie, Alkohol- oder<br />

Drogenabhängigkeit, Sozialphobie, Panikstörung, Generalisierte Angst,<br />

Zwangsstörungen, somatoforme Störungen oder Demenz. Das<br />

Lebenszeitrisiko, irgendwann einmal an einer psychischen Störung zu<br />

erkranken, liegt allerdings mit über 50% der Bevölkerung wesentlich höher!<br />

Ausmaß und Folgen sind dabei höchst variabel: Einige erkranken nur<br />

episodisch kurzzeitig über Wochen oder Monate, andere längerfristiger. Ca.<br />

40% der Betroffenen haben chronische Verläufe (über <strong>Jahre</strong> hinweg oder<br />

gar von der Adoleszenz bis an ihr Lebensende).<br />

Nur wenige Hinweise auf eine Zunahme<br />

Es gibt nur wenige indirekte Hinweise für einen Anstieg der Prävalenz von<br />

psychischen Störungen in der EU im letzten Jahrzehnt; Ausnahme sind die<br />

ansteigenden Raten depressiver- und Suchterkrankungen! Ebenso gibt es<br />

keine Befunde für bedeutsame Unterschiede zwischen EU-Ländern oder -<br />

70


Regionen hinsichtlich der Auftretenswahrscheinlichkeit von psychischen<br />

Störungen.<br />

Die Arbeitsgruppe weist jedoch darauf hin, dass zu diesen Punkten weitere<br />

Forschungen erforderlich sind.<br />

Spezielle Aspekte und Befunde:<br />

(1) So wie Bluthochdruck und Diabetes häufig in eine Herzerkrankung<br />

einmünden, so finden wir auch bei jedem zweiten Fall einer psychischen<br />

Störung weitere psychische Erkrankungen (Komorbidität). Eine „reine<br />

Depression“ oder eine „reine Panikstörung“ tritt verhältnismäßig selten auf.<br />

Die häufigsten Muster sind früh auftretende Angststörungen, die dann im<br />

weiteren Verlauf von somatoformen, Sucht- und depressiven Erkrankungen<br />

gefolgt werden.<br />

(2) Die Mehrheit der psychischen Störungen manifestiert sich in einem<br />

Zeitabschnitt, der für eine erfolgreiche gesundheitliche Entwicklung und<br />

Sozialisation entscheidend ist <strong>–</strong> nämlich in der Kindheit und Adoleszenz. Die<br />

Befunde zeigen deutlich, dass frühe psychische Störungen vielfältige<br />

negative Effekte auf viele Bereiche des Lebens haben (z.B. akademische<br />

Erfolge, berufliche Karriere, Partnerschaft<br />

und Familienleben). Bleibt eine<br />

adäquate Behandlung einer psychischen Störung im frühen Verlaufsprozess<br />

aus, ist das Risiko für eine lebenslange Leidengeschichte und<br />

Beeinträchtigung stark erhöht.<br />

(3) Frauen haben ein höheres Risiko, an psychischen Störungen wie<br />

Angststörungen, Depression und somatoformen Störungen zu erkranken als<br />

Männer. Ausnahmen sind Substanzabhängigkeit, Psychosen und Bipolare<br />

(manisch-depressive) Störungen. Frauen haben zudem ein erhöhtes Risiko,<br />

komplexe komorbide Störungsmuster zu entwickeln. Da die meisten<br />

psychischen Störungen bei Frauen überwiegend in den gebärfähigen <strong>Jahre</strong>n<br />

ihres Lebens auftreten, haben diese wiederum negative Auswirkungen auf<br />

ihre Neugeborenen und deren weitere Kindesentwicklung. Psychische<br />

Störungen werden selten früh erkannt und nur selten adäquat behandelt!<br />

Es gibt keine Gesundheit ohne psychische<br />

Gesundheit.<br />

71


Mit geringen Unterschieden zwischen den EU-Ländern erhält nur etwa jeder<br />

vierte Betroffene mit psychischen Störungen irgendeine und noch weniger<br />

eine adäquate Behandlung. Oft vergehen viele <strong>Jahre</strong> und manchmal<br />

Jahrzehnte, bevor eine erste Behandlung eingeleitet wird. Ausnahmen sind<br />

Psychosen, schwere Depressionen und komplexe komorbide Muster.<br />

Unbehandelt verlaufen viele psychische Störungen häufig chronisch mit<br />

zunehmenden Komplikationen. Die Besorgnis erregend niedrige<br />

Behandlungsrate von psychischen Störungen, die in keinem anderen<br />

Bereich der Medizin in diesem Ausmaß<br />

zu beobachten ist, kann nicht allein<br />

mit der immer noch den psychischen Störungen anhaftenden<br />

Stigmatisierung erklärt werden.<br />

Familiäre, gesellschaftliche und ökonomische Folgen und Belastungen<br />

Es ist ein Schlüsselkriterium der Diagnostik aller psychischen Störungen,<br />

dass sie mit Leiden des Betroffenen und gravierenden Belastungen und<br />

negativen Folgen im beruflichen, familiären und sozialen Rahmen<br />

einhergehen. Es ist angesichts der Häufigkeit und Schwere psychischer<br />

Störungen nicht überraschend, dass die Studie aufzeigt, dass von allen<br />

Arbeitsunfähigkeitstagen pro Jahr die Mehrzahl auf psychische Störungen<br />

und nicht etwa auf somatische Erkrankungen zurückgeführt werden kann.<br />

Die Hauptmasse der gesamten gesundheitsökonomischen Kosten von<br />

psychischen Störungen sind deshalb keine direkten, sondern indirekte<br />

Kosten des Gesundheitssystems. So haben die gemeinsamen Analysen des<br />

European Brain Council und der ECNP-Arbeitsgruppe ergeben, dass<br />

psychische Störungen jedes Jahr fast 300 Milliarden Euro Gesamtkosten<br />

ausmachen, von denen allein 132 Milliarden Euro mit indirekten Kosten<br />

(krankheitsbedingte Ausfalltage, früherer Eintritt in den Ruhestand, vorzeitige<br />

Sterblichkeit und verringerte Arbeitsproduktivität wegen psychischen<br />

Problemen) zusammenhängen. Nur 110 Milliarden Euro werden<br />

demgegenüber für direkte Kosten (Hospitalisierung und Hausbesuche von<br />

Patienten) ausgegeben. Die Kosten für die medikamentöse Therapie <strong>–</strong> als<br />

die am häufigsten eingesetzte Behandlungsart <strong>–</strong> beansprucht<br />

dagegen nur<br />

4% der Gesamtkosten von psychischen Störungen; die für<br />

psychotherapeutische<br />

Leistungen liegen weit unter 1%!<br />

72


Der vorgestellte Bericht kommt in Übereinstimmung mit entsprechenden<br />

Stellungnahmen der EU-Minister und der Weltgesundheitsorganisation zu<br />

dem Schluss, dass umfassende und koordinierte Anstrengungen erforderlich<br />

sind, um die defizitäre Versorgungslage zu verbessern. Angesichts der<br />

Verfügbarkeit effektiver und kostengünstiger Therapieverfahren<br />

für nahezu<br />

alle psychischen Störungen geht es insbesondere darum, früher und<br />

rechtzeitiger Betroffene zu erkennen und zu behandeln.<br />

Der Studienleiter Hans-Ulrich Wittchen, Professor der Klinischen<br />

Psychologie und Psychotherapie an der Technischen Universität Dresden,<br />

hebt hervor, dass wir in unserem Verständnis für psychische Störungen<br />

umlernen müssen. Psychische Erkrankungen sind keine seltenen<br />

Erkrankungen, jeder kann zu jedem Zeitpunkt im Lebensverlauf betroffen<br />

sein. „Psychische Störungen sind Erkrankungen unseres Gehirns und<br />

Nervensystems <strong>–</strong> dem komplexesten Organ des Menschen! Warum sollte<br />

ausgerechnet dieser komplexe Teil unseres Körpers weniger häufig<br />

erkranken, als andere Organe unseres Körpers?“<br />

Der Bericht wird aufgrund seiner kritischen und fundierten Daten weit<br />

reichende Konsequenzen für zukünftige Forschung, Gesundheitswesen und<br />

politische Fragen haben. Professor Wittchen stellt als der<br />

Hauptverantwortliche der Arbeitsgruppe des ECNP-Sonderberichts fest: „Wir<br />

glauben, dass das neu aufgebaute interdisziplinäre Netzwerk, das durch den<br />

Bericht „Umfang und Schwere“ entstand, ein wichtiger Ausgangspunkt für<br />

zukünftige hochwertige Forschung im psychischen<br />

Bereich ist und den Weg<br />

für die zukünftige Finanzierung von Forschung, Training und<br />

Ausbildungsprogrammen ebnen wird.“<br />

Der Bericht und seine Daten dienen auch als Grundlage für eine Initiative<br />

der Weltgesundheitsorganisation<br />

(WHO) und der EU-<br />

Gesundheitsministerien. Deren Leitsatz ist: „Keine Gesundheit ohne<br />

psychischer Gesundheit!“<br />

Faktenblatt<br />

73


Anmerkung: Die internationalen Klassifikationssysteme für psychische<br />

Störungen (ICD-10 oder DSM-IV) definieren Hunderte psychische<br />

Störungen, die sich in Bezug auf Art der Symptome, Beginn, Verlauf und<br />

Prognose, sowie damit verbundene Gefahren (z.B. Suizid) und<br />

Komplikationen (Beeinträchtigungen) unterscheiden; nur ein Bruchteil dieser<br />

Störungen wurde im Bericht untersucht, damit sind die Zahlen als<br />

konservative Schätzung der tatsächlichen Häufigkeit anzusehen:<br />

A. Gesamtprävalenz:<br />

1. Jedes Jahr leiden in der EU 27% (83 Millionen) Männer und Frauen unter<br />

psychischen Störungen; einige chronisch, einige episodisch, einige nur<br />

einmalig für einige Wochen.<br />

2. Das Lebenszeitrisiko für die Entwicklung einer psychischen Störung<br />

beträgt ungefähr 50%.<br />

3. Bei den meisten Störungen sind Frauen (33%) häufiger betroffen als<br />

Männer (22%), Ausnahmen: Alkohol-, Substanzstörungen und psychotische<br />

Störungen.<br />

4. Viele psychische Störungen (am häufigsten Angststörungen,<br />

Substanzstörungen, somatoforme Störungen) beginnen vor dem <strong>20</strong>.<br />

Lebensjahr und bleiben über die gesamte Lebenspanne bestehen; einige<br />

Störungen, z.B. depressive Störungen, können jederzeit im Leben auftreten,<br />

andere haben einen typischen Beginn, z.B. nicht vor dem 60. Lebensjahr<br />

(z.B. Demenz).<br />

5. Die Gesamtprävalenz für psychische Störungen ist über einen bestimmten<br />

Altersbereich ähnlich (Adoleszenz: Frauen: 35%; Männer: 23%; ältere<br />

Menschen 50+: Frauen: 31%, Männer 19.4%)<br />

6. Wann immer eine Störung auftritt, gibt es eine erhöhte Wahrscheinlichkeit<br />

für eine zusätzliche Diagnose (= Komorbidität). Eine von zwei Personen, die<br />

unter einer psychischen Störung leiden, erfüllen die Kriterien für mindestens<br />

eine weitere Diagnose (z.B. Angst und Depression).<br />

74


7. Das Risiko für die Entwicklung von Komorbidität steigt über das Alter<br />

sowie Art und Dauer der Primärdiagnose.<br />

8. Es gibt wenig Anzeichen für bedeutsame Unterschiede zwischen den EU-<br />

Ländern.<br />

9. Es gibt wenig Anhaltspunkte für erhöhte Raten psychischer Störungen im<br />

letzten Jahrzehnt (außer Depression und Drogengebrauch).<br />

B. Die Belastung im Zusammenhang mit psychischen Störungen:<br />

1. Psychische Störungen sind nahezu ausnahmslos mit Beeinträchtigungen<br />

der sozialen Rollen verbunden (schulische/berufliche Leistung, Elternschaft,<br />

soziale Kontakte, intime Partnerschaften); schwere Beeinträchtigungsprofile<br />

wurden bei ungefähr einem Drittel gefunden!<br />

2. Psychische Störungen in den ersten zwei Jahrzehnten des Lebens sind<br />

mit verminderter sozialer, kognitiver und verhaltensbezogener Entwicklung<br />

verbunden (z.B. schlechte schulische und berufliche Leistung/Versagen).<br />

3. Komorbidität verschlimmert gewöhnlich den Grad der sozialen<br />

Beeinträchtigung und Behinderung und geht mit einem erhöhten Risiko für<br />

Suizid, Hospitalisierung, Arbeitslosigkeit und Isolation einher.<br />

4. Die gesamten indirekten Kosten sind immens und übersteigen bei weitem<br />

die direkten Kosten im Gesundheitswesen.<br />

5. Die Kosten für medikamentöse Behandlungen betragen schätzungsweise<br />

nur 4% der Gesamtkosten.<br />

C. Behandlung <strong>–</strong> Unterbehandlung:<br />

1. Pro Jahr bleiben die meisten psychischen Störungen unbehandelt; nur<br />

einer von vier Betroffenen (26%) erhält zumindest eine minimale Intervention<br />

(z.B. eine kurze Beratung, ein kurzes Gespräch mit dem Hausarzt).<br />

75


2. Wenn eine psychische Störung erkannt wird, wird am häufigsten mit<br />

Psychopharmaka behandelt, Psychotherapie wird nur selten als alleinige<br />

Behandlung angeboten.<br />

3. Unterbehandlung ist besonders häufig bei Kindern und jungen<br />

Erwachsenen, bei Angststörungen und Substanzstörungen zu beobachten.<br />

15. Mit Adler in die Zukunft<br />

Von Helmut Gehle<br />

(IPG-Direktor)<br />

Klimakatastrophe und (Schüler-)Suizid beherrschen während der Entstehung<br />

dieser Festschrift zum <strong>20</strong>. Geburtstag der <strong>LGIPA</strong> die Schlagzeilen.<br />

Verantwortung für die Umwelt im weitesten Sinne war immer wichtiger<br />

Bestandteil der Individualpsychologie Alfred Adlers, der vielleicht eine erste<br />

Idee in Richtung „Nachhaltigkeit“ entwickelte, wenn er unter dem für die<br />

Individualpsychologie (IP) zentralen Begriff des Gemeinschaftsgefühls u.a.<br />

auch die spontane Bereitschaft versteht, in Übereinstimmung mit den<br />

natürlichen und legitimen Forderungen einer Gemeinschaft zu leben, die für<br />

ewig gedacht werden sollte. Im Zusammenhang mit der Verhinderung von<br />

Suizid betonen Individualpsychologen neben der notwendigen Stärkung des<br />

Individuums ausdrücklich auch die Schaffung einer humanen <strong>Gesellschaft</strong>,<br />

in der jedes Mitglied seinen individuellen Beitrag leisten kann und dafür auch<br />

die entsprechend gerechte Anerkennung erhält. Nicht anders äußerte sich<br />

Adler bereits im Juni 1910 auf einem „Symposium für Suizid“. Auch in der<br />

Auseinandersetzung mit Themen wie Jugendkriminalität, Gleichberechtigung<br />

von Mann und Frau, Empfängnisverhütung und Bevölkerungsentwicklung<br />

zeigt sich die Aktualität individualpsychologischen Denkens.<br />

Erklärtes Ziel von <strong>LGIPA</strong> und IPG wird es auch künftig sein, Alfred Adlers<br />

Theorie, angepasst an den heutigen Forschungsstand und abgestimmt auf<br />

die Bedürfnisse des modernen Menschen an der Schwelle des dritten<br />

76


Jahrtausends, zur konstruktiven Lösung individueller und gesellschaftlicher<br />

Fragen nutzbar zu machen. Die Ideen Alfred Adlers waren und sind nach wie<br />

vor aktuell 2 . Adlerianische Begriffe wie „Lebensstil“ oder<br />

„Minderwertigkeitsgefühl“ sind fester Bestandteil der Umgangssprache,<br />

werden fälschlicherweise oft aber den beiden anderen großen<br />

Tiefenpsychologen C.G. Jung oder gar Sigmund Freud zugeschrieben 3 .<br />

Besonders der Beitrag der IP zu Fragen der Kindererziehung kann gar nicht<br />

hoch genug veranschlagt werden 4 . Dies gilt umso mehr angesichts des<br />

zunehmenden medialen Interesses an diesem Thema (Stichwort: Super-<br />

Nanny). Neben Adler selbst können besonders Rudolf Dreikurs, Eric<br />

Blumenthal u.a. mit Büchern wie „Kinder fordern uns heraus 5 “ oder „Eltern<br />

und Kinder <strong>–</strong> Freunde oder Feinde 6 “ als individualpsychologische<br />

2 Adler hat auch die moderne psychosomatische Medizin in Gang<br />

gesetzt; er kann als Vorläufer der Sozialpsychologie und des sozialen<br />

Zugangs zur Psychohygiene gelten; außerdem als Mitbegründer der<br />

Gruppenpsychotherapie. Seine Auffassung, das schöpferische Selbst<br />

sei in seiner Zielgerichtetheit für seinen Lebensstil verantwortlich,<br />

macht ihn zum Vater der Ich- & Selbst-Psychologie.<br />

3 So schrieb die altehrwürdige Londoner Times in ihrem Nachruf auf<br />

Freud: „Manche seiner Ausdrücke sind Teil der Alltagssprache<br />

geworden, zum Beispiel der Minderwertigkeitskomplex“.<br />

Zweiundzwanzig <strong>Jahre</strong> später, als Jung gestorben war, brach die<br />

New York Times die Schlagzeile: „Dr. Karl Jung ist tot ... prägte<br />

introvertiert, extravertiert und Minderwertigkeitskomplex.“ Zitiert nach<br />

ELLENBERGER, H. F. 1985. Die Entdeckung des Unbewussten.<br />

Zürich: Diogenes. S. 874.<br />

4 Siehe „Fit for Family“ in diesem Heft. Beachten Sie dazu den<br />

Vortrag am 21. 10.<strong>20</strong>07 um 18 Uhr „Warum die Super-Nanny lieber<br />

Alfred Adler lesen sollte.“ von Doris Zangerlé und Ralph Masion<br />

5<br />

DREIKURS, R. & SOLTZ, V. <strong>20</strong>06. Kinder fordern uns heraus.<br />

Stuttgart: Klett-Cotta.<br />

6<br />

DREIKURS, R. & BLUMENTHAL, E. <strong>20</strong>01. Kinder fordern uns heraus.<br />

Stuttgart: Klett-Cotta.<br />

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Wegbereiter heutiger Erziehungskonzepte gelten. Die <strong>LGIPA</strong> und das IPG<br />

werden auf diesem Gebiet in den kommenden <strong>Jahre</strong>n verstärkt aktiv und<br />

dabei nicht nur für Eltern Schule machen! Im kommenden Jahr wird die<br />

<strong>LGIPA</strong> dazu ihr neues Buch „Brennpunkte moderner Erziehung“<br />

herausgeben 7 .<br />

Gleichzeitig wird sich unser Augenmerk weiter verstärkt auf die Jugendlichen<br />

richten. Sich später chronifizierende psychische Störungen könnten gerade<br />

in diesem Lebensabschnitt erfolgreich behoben und so dauerhaft vermieden<br />

werden, wenn sie rechtzeitig entdeckt und die Behandlung in hoher Qualität<br />

erfolgt.<br />

Das Bemühen um eine Qualitätsverbesserung unserer beraterischen bzw.<br />

psychotherapeutischen Tätigkeit wird uns auch in Zukunft begleiten. In<br />

Anlehnung an die bewährte klassische Einteilung Donabedians 8 engagieren<br />

wir uns dabei auf den folgenden drei großen Ziel-Dimensionen, die hier<br />

beispielhaft mit einigen Teilzielen dargestellt werden:<br />

Strukturqualität. Hier geht es einmal darum, die Versorgung der<br />

Bevölkerung zu sichern (u.a. eine ausreichende Anzahl von<br />

Psychotherapeuten und Beratern, flächendeckender, unkomplizierter<br />

Zugang für die Bevölkerung; eine ausreichende Vergütung<br />

psychotherapeutischer Leistungen) zum anderen um die Qualität der<br />

Ressourcen (u.a. um die Qualität der Ausbildung und der<br />

Ausbildungsstätten; Einsatz fundierter, in der Praxis bewährter Verfahren)<br />

Prozessqualität. Im Mittelpunkt steht hier neben dem Qualitätsmanagement<br />

der beruflichen Leistungserbringung (z.B. durch Supervision und Fort- und<br />

Weiterbildung) vor allem die Qualitätssicherung innerhalb des individuellen<br />

Therapie- bzw. Beratungsverlaufs (u.a. durch Information der Klienten über<br />

Beratungs-/Therapieverlauf; Falldokumentation; Supervision und der<br />

Erforschung von Therapie-/Beratungsabbrüchen).<br />

7<br />

Als eine weitere <strong>LGIPA</strong>-Veröffentlichung für das nächste Jahr ist eine<br />

Entspannungs-CD mit Entspannungsübungen (z.B. Autogenes Training) in<br />

Luxemburgischer Sprache in geplant.<br />

8<br />

DONABEDIAN, A. 1966. Evaluating the quality of medical care. Milbank<br />

Memorial Funds Quarterly, 44, 166-<strong>20</strong>3.<br />

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Ergebnisqualität. Dazu gehört die Wahl geeigneter behandlungsbezogener<br />

Ergebnismaße (Krankheitsspezifische und allgemeine Ergebnismaße;<br />

Lebensqualität; Operative Zielerreichung) und die Ermittlung zusätzlicher<br />

Ergebnismaße (z.B. Erhebung von Patientenzufriedenheitsmaßen; die<br />

Analyse von Mehrfachnutzungen durch Klienten).<br />

Bei allem berechtigten Bestreben nach hohen Qualitätsstandards steht für<br />

uns der Mensch in seinen ganzheitlichen Bezügen und sozialen<br />

Wirklichkeiten im Zentrum unseres psycho-sozialen Handelns. Natürlich<br />

nützt das Streben nach Effektivität und Effizienz wenigstens teilweise auch<br />

den Klienten; Vorrang hat für uns jedoch immer der Mensch mit seinem ganz<br />

persönlichen Anliegen. Multikausal verursachte Symptomatiken <strong>–</strong> zumal bei<br />

häufig auftretender Komorbidität <strong>–</strong> lassen sich nur schwerlich in<br />

mathematischen Formeln zwängen. Individual- und Gruppenpsychologie am<br />

„Institut <strong>fir</strong> Psychologesch Gesondheetsförderung“ (IPG) ist für den<br />

Menschen da <strong>–</strong> nicht umgekehrt! Ein fundamentales Anliegen Alfred Adlers<br />

und seiner Individualpsychologie: nicht der Mensch muss sich den<br />

psychologischen Modellen, Methoden und Techniken anpassen; vielmehr<br />

müssen wir das Individuum auf dem Boden seiner Wirklichkeit abholen,<br />

verstehen und in seiner Entwicklung mit „Menschenkenntnis“ begleiten. Als<br />

gemeinsame Basis dafür dient uns das Menschenbild der IP, die als „offenes<br />

System“ dazu viel Spielraum für Kreativität, Flexibilität und Innovation bietet.<br />

Um dabei allerdings nicht in die „Gesundheitsfalle“ (Dörner 9 <strong>20</strong>03) zu<br />

tappen, sollten wir unsere innovativen Angebote gelegentlich auch<br />

selbstkritisch auf ihre „Risiken und Nebenwirkungen“ überprüfen. Viel zu oft<br />

haben wir Professionellen <strong>–</strong> unbeabsichtigt oder auch nicht, aus Übereifer<br />

oder Unwissenheit, aus Profitstreben oder Profilierungssucht <strong>–</strong> dazu<br />

beigetragen, aus normalen menschlichen Reaktionen eine<br />

9 DÖRNER, K. <strong>20</strong>03. Die Gesundheitsfalle. Woran unsere Medizin krankt.<br />

Zwölf Thesen zu ihre Heilung. München: Econ.<br />

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ehandlungsbedürftige Krankheit 10 , aus verständlichen menschlichen<br />

Schwächen talkshow-verdächtige, telegene Störungen zu machen.<br />

Der alte Psychologenwitz, wonach Psychologen Menschen sind, die<br />

anderen bei der Lösung von Problemen helfen, die sie ohne sie gar nicht<br />

hätten, würde so auf skurrile Weise zur bitteren Pille: „Sie haben ein<br />

Problem: Da habe ich noch eins für Sie!“<br />

Und selbst, wenn wir es vermeiden können, Störungen künstlich in die Welt<br />

zu setzen bzw. eine Chronifizierung zu verhindern, sollten wir bei den<br />

tatsächlich existierenden Problemen das Recht des Einzelnen auf Krisen<br />

und Grenzsituationen wie Behinderung, Krankheit, Altern, Sterben und Tod<br />

respektieren und achten, wenn dieser Mensch sein Leben wirklich erfahren<br />

und Schmerz und Leid biographisch auf seine Weise nutzen will. Das gilt<br />

auch, wenn dieser Mensch Opfer, zum Beispiel von Katastrophen, ist. Für<br />

uns sollte gelten: Soviel Psychologie wie nötig, so wenig wie möglich! Gute<br />

Therapie macht Lust auf Leben, keinesfalls auf noch mehr Therapie!<br />

Vor drei <strong>Jahre</strong>n und über 2500 Beratungsstunden weniger, waren einzelne<br />

Kollegen mehr als skeptisch: 14 teilweise nebenberuflich tätige Beraterinnen<br />

und Therapeuten „unter einem Dach“, das kann nicht gut gehen! Es geht.<br />

Und es geht gut! Im besten individualpsychologischen Sinne bietet das<br />

Institut die Möglichkeit sich innerhalb einer Gemeinschaft aktiv und<br />

sachbezogen in den Dienst eines Projektes (IPG) zu stellen und lässt dabei<br />

gleichzeitig viel Platz für die individuelle Entfaltung des Einzelnen.<br />

„Dazugehören-“ u n d „sich-unterscheiden-wollen“ sind nach Lucy K.<br />

Ackerknecht Grundmotive in der Dynamik des Lebensstils!<br />

Mit der Aufbau unseres <strong>LGIPA</strong>-Instituts gelingt die so wichtige Verbindung<br />

von Theorie und Praxis innerhalb der <strong>LGIPA</strong>-Studiengängen (Berater,<br />

Therapeut, Psychagoge, Moderator für Gesundheitsförderung, etc.)<br />

zunehmend besser. Anfänger, Fortgeschrittene und erfahrene<br />

TherapeutInnen arbeiten gleichwertig Seite an Seite. Dass unsere<br />

10 Ein rezentes Beispiel ist die „sexuelle Lustlosigkeit der Frau“. Nach dem<br />

(auch finanziellen) Erfolg von Viagra verständigen sich Ärzte und<br />

Pharmakonzerne gerade über Grenzwerte sexueller Unlust bei der Frau.<br />

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Ausbildungsangebote immer häufiger von Teilnehmerinnen zum<br />

Wiedereinstieg in „ein etwas anderes Berufsleben“ genutzt werden, ist dabei<br />

durchaus beabsichtigt. Nicht zuletzt wegen der großen (auch zeitlichen)<br />

Gestaltungsfreiheit in diesem Bereich, zählen wir viele Mütter und<br />

Alleinerziehende zu unseren Mitgliedern bzw. Ausbildungskandidatinnen.<br />

Alfred Adler hätte seine Freude daran, wie hier die drei Lebensaufgaben<br />

Familie, Beruf und soziales Engagement konstruktiv zusammengeführt<br />

werden.<br />

Undenkbar dies alles ohne das besonders in der Anfangsphase große und<br />

nicht ermüdende ehrenamtliche Engagement vieler Helfer und Helferinnen.<br />

Ihnen allen spreche ich meinen Dank und meine Anerkennung für ihre aktive<br />

Unterstützung und nicht nachlassende Ermutigung aus. Ein besonders<br />

großes MERCI geht an die Mitglieder unseres „A-Teams“: Elke Egert, Liette<br />

Eisen, Monika Gangl und Anne-Marie Goedert, die für einen reibungslosen<br />

Alltag im Institutsbetrieb sorgen, für mich schon lange „1-A“ sind und den<br />

Job eines Direktors (fast) zu einem Vergnügen werden lassen. Sie aktivieren<br />

Ressourcen, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie habe. Merci.<br />

Ein besonders Anliegen ist es mir, zwei Weggefährten der ersten <strong>LGIPA</strong>-<br />

Stunden hervorzuheben, ohne die weder die <strong>LGIPA</strong> noch das IPG<br />

vorstellbar sind: Christiane Keller, stellvertretende IPG-Direktorin und<br />

„Finanzministerin“ der <strong>LGIPA</strong>, die mit großer Kompetenz unsere Bücher<br />

verwaltet und auch sonst den Überblick behält, und Dr. Lucien Nicolay,<br />

Präsident der <strong>LGIPA</strong>, der nicht nur viel Wissen schafft, sondern mit seinem<br />

ebenso unnachahmlichen wie unerschütterlichen Pragmatismus Visionen<br />

Wirklichkeit werden lässt. Ihnen beiden gelten mein Dank und meine<br />

Hochachtung!<br />

Als Mitglied eines solchen Teams kann ich die nächsten <strong>20</strong> <strong>Jahre</strong> kaum<br />

erwarten.<br />

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