Jahresbericht 2009 der Caritas Luzern

caritas.luzern.ch

Jahresbericht 2009 der Caritas Luzern

Jahresbericht 2009


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Inhalt

Übergänge gut gestalten

«Mein erster Übergang»

Eine Stimme sein

Schwankungen auffangen

In die Selbständigkeit

Grossmatte ganz gross

Unter einem Dach

Zentrale Dienste

Kommentar zur Jahresrechnung

Bilanz per 31. Dezember 2009

Betriebsrechnung 2009

Weitere Angaben

Dank für die Unterstützung

Vorstand

Geschäftsleitung

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Adressen

Impressum

Konzept und Redaktion

Urs Odermatt

Mitarbeit Daniela Mathis

Gestaltung

velvet Luzern

Texte

Pirmin Bossart, Ruedi

Leuthold, Christine Weber

Fotos

Dani Tischler, Urs Odermatt,

Urs Siegenthaler, Jutta Vogel

Auflage

4500 Exemplare

Druck

abächerli, Sarnen


ÜBErGänGE GUt

GEStAltEn

Das hat sich thomas thali im ersten Jahr

seiner tätigkeit als neuer Geschäftsleiter der

Caritas luzern vorgenommen. Das thema

ist in allen Caritas-Bereichen aktuell. Und wird

es bleiben.

Thomas Thali, seit dem 1. April 2009 sind Sie Geschäftsleiter

der Caritas Luzern: Wie haben Sie persönlich diesen

Übergang erlebt?

Thali: Es war ein ganz wichtiger Übergang in meinem Leben.

Nach 14 Jahren Tätigkeit bei der Akademie für Erwachsenenbildung,

zuletzt als Geschäftsleiter, drängte sich bei mir eine neue

Herausforderung auf. Zunächst war das nur ein Bauchgefühl, aber

dann begann ich mich konkret zu bewerben. Für die Stelle bei der

Caritas Luzern durchlief ich ein umfassendes Bewerbungsverfahren.

Ich war sehr glücklich, als ich die Stelle bekam. Es war genau

der richtige Zeitpunkt für mich. Schnell bekam ich das Gefühl,

dass es stimmt.

Was hatten Sie sich für das erste Geschäftsjahr vorgenommen?

Thali: Ein klarer Schwerpunkt war der Kontakt mit Auftraggebern,

Partnerorganisationen und andern wichtigen Leuten aus unserem

Umfeld. Es ist für eine Organisation wie die Caritas entscheidend,

dass sie gut vernetzt ist, dass sie bekannt ist, dass die Entscheidungsträger

einander kennen.

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Bei einem Stellenantritt in einer Führungsposition hat man

nicht nur Ziele, die man sich steckt, sondern auch Aufgaben,

die auf einen zukommen. Wie sah das in Ihrem ersten

Jahr aus?

Thali: Die Wirtschafts- und Finanzkrise brachte einen starken

Anstieg von Erwerbslosen. Rasch und unkompliziert haben wir

mit zusätzlichen Angeboten darauf reagieren können. Im Bereich

«Sozialdienst Asylsuchende und Flüchtlinge» war die Stelle einer

Kaderfrau neu zu besetzen, die gekündigt hatte. Wir nahmen das

zum Ausgangspunkt, den ganzen Führungsbereich zu reorganisieren.

Es war ein intensiver Prozess, der sich gelohnt hat.

Warum drängte sich diese Veränderung auf?

Thali: Der Bereich ist aufgrund der oft sich sehr schnell ändernden

Asylbewerber-Zahlen einer besonders grossen Dynamik unterworfen.

Mit der neuen Leitungsstruktur, die hierarchisch breiter

verteilt ist, können solche Umbruchsituationen besser und mit

mehr Ruhe bewältigt werden. Wir haben bereits gute Erfahrungen

gemacht. Den Entscheid, das Asylzentrum Sempach zu schliessen

und kein drittes Asylzentrum mehr zu führen, konnten wir

sorgfältig vorbereiten und kommunizieren. Für die Betroffenen

wurde ein Sozialplan eingerichtet.

In welchen andern Caritas-Bereichen gab es im letzten Geschäftsjahr

grössere oder grundlegendere Übergänge?

Thali: Eine grosse Züglete, verbunden mit dem Aufbau von neuen

Strukturen, gab es im Bereich «Soziale Integration». Dieser wurde

an der Morgartenstrasse zusammengeführt und administrativ

komplett von der Geschäftsleitung getrennt, die nun separat an

der Hirschmattstrasse untergebracht ist. Im Bereich «Arbeit und

Bildung» wurden wie erwähnt die Arbeitsplätze für Erwerbslose

ausgebaut. Parallel dazu musste der laufende Umbau abgeschlossen

werden, der mit Leuten aus den Arbeitsintegrationsprogrammen

realisiert wurde. Das war ein gigantischer Übergang.

Asylsuchende, die in die Schweiz kommen, befinden sich

in einer extremen Übergangssituation. Ist die Caritas Luzern

dafür gerüstet?

Thali: Wenn die Aslysuchenden nach einer langen Odyssee im

Kanton Luzern landen, werden sie in unsere Zentren überwiesen

und von dort aus sukzessive auf das Leben hier vorbereitet. Ich

habe erfahren: Unsere Leute machen hier eine Top-Arbeit. Die

sorgfältige Art und Weise, wie sie gerade in dieser Anfangszeit mit

den Asylsuchenden umgehen, hat mich sehr beeindruckt.

Wie spürt die Caritas Luzern den härteren Kurs in der

Asylgesetzgebung?

Thali: Sorgen bereiten uns die Verfahren des Dublin-Abkommens.

Die Schweiz kann Asylsuchende in jene Länder zurückschicken,

wo sie das erste Mal polizeilich registriert wurden. Sehr oft hatten

diese Leute gar keine Möglichkeit, einen Rekurs zu machen, so

schnell wurden sie abgeschoben. Jetzt hat das Bundesgericht

unser grosses Unbehagen bestätigt: Das Bundesamt für Migration

muss die Praxis der Entscheideröffnung und Ausweisung neu

gestalten.

Wie sieht es mit dem Übergang von den Arbeitsintegrationsprogrammen

zurück in den ersten Arbeitsmarkt aus?

Thali: Grundsätzlich gilt: Je besser es der Wirtschaft geht, desto

eher gelingt der Schritt. Die Krise hat sich je nach Branche unterschiedlich

stark ausgewirkt. In den exportorientierten Unternehmen

konnten wir 2009 keine Leute vermitteln. Wir stellen fest,

dass über alle Krisen hinweg die Sockelarbeitslosigkeit steigt.

Was erwarten Sie aufgrund dieser Ausgangslage von der

Politik?

Thali: Sicher nicht Kürzungen der Bezugsdauer. Die Aufgabe des

Staates wäre es im Gegenteil, schwierigere Zeiten zu überbrücken.

Es sind Investitionen, die sich für den Staat auf jeden Fall

lohnen. Wer einmal aus dem Arbeitsprozess herausgefallen ist,

hat grosse Mühe, wieder zurückzufinden. Das kommt am Ende

teurer zu stehen, als wenn man jetzt die Arbeitslosenkasse vernünftig

alimentieren würde.

Die Caritas Luzern ist Teil eines umfassenden Netzes aus

Partnern, Institutionen, Gemeinden, Auftraggebern, Gönnern:

Wie stark können Sie eigenständig Akzente setzen,

reagieren, Innovationen einführen?

Thali: Natürlich werden wir beeinflusst durch die politischen Prozesse

und gesellschaftlichen Entwicklungen, auf die wir reagieren

müssen. Trotzdem gibt es für uns einen Spielraum zum Handeln.

So kann man sich als Organisation gut aufstellen, wie das mein

Vorgänger sehr optimal gemacht hat: Statt nur von einem grösseren

Auftraggeber abhängig zu sein, ist die Caritas Luzern heute

ein diversifiziertes Unternehmen. Auch ein starkes Netzwerk, das

gut unterhalten wird, bietet Gewähr, dass wir ernst genommen

werden und so unsere Anliegen besser vertreten können.

Übergänge erleben vor allem auch Ihre Kunden und Klienten:

Wie reagieren Sie darauf?

Thali: Als soziales Unternehmen haben wir fast ausschliesslich

mit Leuten zu tun, die in einer Phase des Übergangs Probleme

haben. Unser Ziel ist, den Betroffenen zu helfen, damit sie baldmöglichst

wieder selber funktionieren können. Übergänge gut zu

gestalten, ist also ein Grundthema für uns und wird es bleiben: Es

wird immer Menschen geben, die in Finanznöte geraten, die ihre

Stelle verlieren, die migrieren.

Eine anstrengende Arbeit.

Thali: Aber auch eine spannende. Veränderungen mit Krisenzeiten

gehören zu unserem Leben. Sie zwingen uns, den bisherigen

Trott zu verlassen. Das ist immer auch eine Chance, die uns potenziell

weiterbringt. Das gilt für eine Organisation wie die Caritas,

für die berufliche Entwicklung oder für das persönliche Leben.

Wenn etwas auf uns zukommt, probieren wir zunächst, mit den

alten Mustern zu reagieren. Irgendwann müssen wir ein neues

Muster finden, um das Problem zu lösen. An diesem Punkt, so hat

Jean Piaget einmal gesagt, findet Lernen statt.


«MEIn ErStEr

ÜBErGAnG»

ruedi leuthold

Der erste Übergang, der mir in Erinnerung ist, lag an meinem

Kindergartenweg. Der führte über die Sonnhaldenstrasse in Emmenbrücke

und querte die Bahnlinie zwischen Luzern und Basel

mittels einer Brücke. Der Kindergarten hiess «Sonnenhof». Die

Lücke, über die mein erster Übergang führte, war ein harmloser

Taleinschnitt ohne jedes Geheimnis. Ganz im Gegensatz zum Rotbachtobel,

das ganz in der Nähe lag. Das Rotbachtobel war steil,

es hatte moosbewachsene Steine, junge Tannen, tiefe Höhlen, in

denen wir all die Kobolde und Gespenster vermuteten, von denen

die Grossmutter immer erzählte. Das hielt uns nicht davon ab, im

Rotbachtobel Verstecken zu spielen. Das Bahnbord seinerseits

war beidseits von Gras bewachsen. Wenn es zu hoch wuchs,

liess der Bauer seine Schafe darauf weiden, und es gab keinen

Grund, Angst zu haben vor Kobolden und Gespenstern. Trotzdem

fürchtete ich mich vor dem Übergang, und manchmal, wenn die

andern brav in den Kindergarten gingen, setzte ich mich unter die

Brücke, schaute den Zügen zu, die vorbeifuhren, und harrte aus,

bis meine Gefährten zurückkamen.

Das Gebäude, in dem mein Kindergarten untergebracht war,

thronte mächtig und grau über den Arbeitersiedlungen von Emmenbrücke.

Es unterschied sich in seiner Bauweise kaum von

den grossen Fabrikgebäuden, die französische Investoren Anfang

des letzten Jahrhunderts ans Ufer der Emme gestellt hatten, um

Kunstseide zu fabrizieren. Tatsächlich waren hier die Bauerntöchter

untergebracht gewesen, die mit der Aussicht auf neue Hoffnungen

und neue Schrecken ihre verarmten Höfe verlassen hatten:

das Mädchenheim der Viscosuisse. Der «Sonnenhof».

Hier hatte mein Grossmutter gewohnt als junges Mädchen, bevor

sie meinen Grossvater kennenlernte, der vom Bauernknecht zum

Fabrikarbeiter geworden war, und eigentlich hätte mir das mächtige

Gebäude familiär sein müssen, das bestimmt auch nicht so

grau war, wie es auf mich wirkte. Heute jedenfalls leuchten dort

grüne Läden aus hellen Mauern, die ein rotes Ziegeldach tragen,

und wahrscheinlich hat es damals nicht viel anders ausgesehen.

Aber für mich war das Gebäude grau und Furcht erregend, und

deshalb zog ich es vor, unter der Brücke zu warten, statt im Kindergarten

mit den andern Kindern zu spielen.

Als die Abwesenheiten schliesslich auffielen und meine Mutter

mich zur Rede stellte, rechtfertigte ich mich mit Gespenstern und

Kobolden, die unter der Brücke heimisch waren und die mich daran

gehindert hätten, auch nur einen Schritt weiter zu gehen. Die

Mutter tröstete mich und sprach mir gut zu und verriet mir, dass

es im wirklichen Leben weder Kobolde noch Gespenster gäbe

und dass ich die Brücke jederzeit ungefährdet überqueren könne,

so wie sie das selber schon viele Male gemacht habe.

Sicherheitshalber begleitete sie mich einige Male bis zur Brücke.

Vielleicht hätte sie weniger Verständnis für meine Nöte gehabt,

wenn ich gesagt hätte, dass die Nonnen, die unsere Kindergärtnerinnen

waren und die wir Schwestern nannten, dass diese

Schwestern sehr geschickt waren darin, mich genau dort am Haar

zu zupfen, wo es am meisten weh tat. Warum sie diese Technik so

häufig an meiner Person erprobten, konnte ich mir nicht erklären.

Aber genau das hätte die Mutter mich gefragt, wenn ich die Wahrheit

gesagt hätte: Was hast du wieder angestellt?

Und so lernte ich, dass Übergänge gefährlich sind, aber nicht immer

aus den Gründen, die wir dafür erfinden.

Der nächste grosse Übergang führte über die Emme nach Luzern.

Luzern war die Stadt, wir waren zwischen 13 und 16 und kamen

aus dem Vorort. Niemand hatte uns gesagt, dass die Städter andere

oder bessere Menschen wären als wir, aber das war das

dumpfe Gefühl, mit dem wir die Emme überquerten und in der

Stadt die Milchkästen vor den Häusern zerstörten, sinnlos die

Türklingeln betätigten und Zigarettenautomaten aufbrachen. Wir

mussten den Städtern zeigen, dass wir Vorortskids waren und

nicht weniger wert als die ihren. Die unsinnige Wut hatte auch

damit zu tun, dass wir mitten in einem anderen, tiefen Übergang

steckten, von Jungs zu Männern, und ich lernte, dass Unsicherheit

die Menschen verändert, und nicht immer zu ihrem Besten.

Übergänge machen auch unsicher.

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Und dann kam auch schon das, was unter dem Begriff «68» in die

Geschichte einging. Für uns, die wir damals jung waren, war 1968

ein ganz normales Jahr. Nur dass den Eltern unsere Musik nicht

gefiel. Nur dass einige von uns die Haare wachsen liessen. Und

wenn wir Handball spielten in der ländlichen Umgebung, dann

wollte die Dorfjugend die Langhaarigen verprügeln.

Heute steht 1968 für einen Zeitenwechsel, für eine kulturelle Revolution.

Vor 1968 durfte man in der katholischen Innerschweiz

freitags kein Fleisch essen. Nachher durfte man. Vorher durften

die Lehrer ihre Schüler prügeln. Nachher war es eher umgekehrt.

Und heute gibt es Leute, die den «68ern» die Schuld geben an

allem, was ihnen an der heutigen Gesellschaft missfällt.

Aber es gibt Übergänge, über die kann man nicht zurück.

Irgendwann in den 80er-Jahren bat mich ein Freund, der bei der

Caritas arbeitete, als Ersatz einzuspringen: Er gab Deutschunterricht

für vietnamesische Flüchtlinge. Und so kam ich an den «Sonnenhof»

zurück, das ehemalige Mädchenheim der Viscose, wo

meine Grossmutter als lediges Mädchen gewohnt und wo mich

die Schwestern gepiesackt hatten. Ich muss gestehen, dass ich

den Ort meiner kindlichen Gespenster nur ungern betrat; noch

immer erschien mir das Gebäude unheimlich und Furcht einflössend.

Aber meine Schüler, Kinder und Erwachsene, schienen sich in

den alten Räumen wohl zu fühlen, sie lernten froh und dankbar,

und wenn sie traurig waren, dann deswegen, weil sie einen Übergang

hinter sich hatten, dessen Brutalität ich mir kaum vorstellen

konnte. Aber während des Unterrichts gab es viel zu lachen, und

plötzlich erschien mit der «Sonnenhof» nicht mehr grau und riesig,

sondern freundlich und hell.

Mit der Hilfe meiner vietnamesischen Schüler vertrieb ich die Gespenster

der Kindheit und konnte endlich erwachsen werden.

Kinder haben nicht gerne Veränderungen, und ein bisschen Kind

bleiben wir alle das Leben lang. Wir wünschen uns «eeeeewegi

Liäbi», mit so vielen eeee’s dran, wie kein Mensch und keine Computertastatur

aushalten. Obwohl wir doch aus eigener Erfahrung

«Mich beeindruckt die

Kreativität und die

nähe zu den betrof-

fenen Menschen.»

Spender, 68

«Es ist gut, dass ich viel

zu tun habe im

Caritas-Kurs, so

komme ich auf

andere Gedanken.»

Asylsuchender, 19,

besucht das Jobtraining

«Dank dem Vorschuss von

Caritas konnte ich

mein Zimmer überhaupt

erst mieten ...»

Arbeitsloser, 40

wissen, wie fragil die Beziehungen geworden sind, seit weniger

wirtschaftliche Zwänge die Partner aneinanderketten – eine Folge

der 68er-Revolution und eines allgemeinen Wohlergehens. Aber

selbst wenn sie Verbesserungen bringen, fürchten wir Übergänge.

Wir haben gelernt, dass sie immer auch Veränderungen bringen,

die wir nicht eingerechnet haben.

Aber wie merkt man überhaupt, wie und wann ein Übergang beginnt?

Wann begannen die Menschen in vorchristlicher Zeit zu

zweifeln, dass sich die Götter in Pflanzen und Tieren verstecken?

Wann begannen sich die mittelalterlichen Bauern zu fragen, ob

der König, der bei ihnen die Zehnten eintrieb, wirklich in Gottes

Auftrag handelte? Wer kam zuerst auf die Idee, dass das freitägliche

Fleischverbot eine unzumutbare Bevormundung des Konsumenten

darstelle – die Metzgerzunft oder die langhaarigen Studenten,

die wegen alles und jedem auf die Strasse gingen?

Wie auch immer, das Gemeine an der Sache ist, dass wir es eh

zu spät bemerken, wenn wir uns in einem Übergang befinden.

Froh kaufen wir billige Bananen aus Afrika, froh telefonieren wir

drahtlos aus den Ferien in Thailand, froh sind wir übers Internet

mit der ganzen Welt verbunden, und plötzlich herrscht Globalisierung!

Arbeitsplätze verschwinden, weil Asien günstiger produziert.

Und dann bekommen wir Angst, und mit der Angst werden wir

unsicher, und mit der Unsicherheit kommt eine dumpfe Wut, für

die wir einen Schuldigen suchen.

Vielleicht gibt es keine Schuldigen.

Vielleicht ist der Übergang das Natürlichste der Welt. Wenn ich

nur an meinen Grossvater denke. Er lernte noch, wie man mit

Ochsen den Acker pflügt. Brachte wiederum seinem Sohn bei,

wie man den Hammer richtig in der Hand hält. Mein Vater kaufte

mir ein Legospiel. Ich brachte meiner Tochter bei, wie man den

Bleistift spitzt. Sie wird ihren Kindern sagen, wie man die Computermaus

bedient.

Es war Ende der 90er-Jahre, als eine befreundete kubanische

Journalistin, in der Heimat von einer langen Gefängnisstrafe bedroht,

weil sie gegen die Diktatur angeschrieben hatte, in der


«Unsere Veranstaltungen

sollen auch Menschen

besuchen können,

die sonst wenig zum

leben haben.»

Kulturlegi-Anbieter, 45

«Meine töchter gingen

mit den Flüchtlingskindern

zur Schule,

das bewog mich, diesen

Familien meine Unterstützung

anzubieten.»

Freiwillige, 42

«Ich bin froh, dass ich

jetzt meiner tochter doch

noch das Sommerlager

bezahlen kann.»

Alleinerziehende, 28

Schweiz um politisches Asyl ersuchte. Sie war in einem Heim für

Asylsuchende der Caritas untergebracht, im «Sonnenhof» in Emmenbrücke.

Seltsam, wie klein das Gebäude mir erschien, als ich

wieder dort war, viel kleiner, als ich es in Erinnerung hatte, fast

niedlich. Die Zimmer hingegen kamen mir etwas schäbig vor, aber

ich schwieg beschämt, als ich sah, dass das Wohnheim für meine

Freundin ein Paradies darstellte. Einen Halt in einem fremden

Land. Leute, die sich für sie interessierten. Die ihr erklärten, wie

die Schweiz funktioniert und welche Regeln einzuhalten sind. Sie

hatte alle Brücken hinter sich abgebrochen, und hier gab es Leute,

die ihr halfen, einen neuen Weg zu finden.

Der Ort, der meine Kindheit bedrängte, wurde meiner Freundin zu

einem Schloss des Vertrauens.

Zum Glück gibt es den «Sonnenhof». Wenn seine Mauern reden

könnten! Was sie alles gesehen haben, seit meine Grossmutter

dort nächtigte und vielleicht vom Grossvater träumte, den sie

bei den Gemüsegärten unten kennen gelernt hatte. Die Mauern

schweigen, und das ist okay. Sie haben ihre Aufgabe erfüllt, sie

haben die vielen Übergänge eines Jahrhunderts unbeschädigt

überstanden. Mir haben sie geholfen, sie zu überwinden. Andern

haben sie einen Halt gegeben.

Wir brauchen auch feste Strukturen und Werte, die nicht bei jedem

Wellenschlag der Geschichte einbrechen.

Zum Glück gibt es die Caritas.

Die dasteht, wenn jemand mit einer Brutalität aus seiner Umgebung

gerissen wird, die wir uns kaum vorstellen können. Und einfach

mal hilft. Alles andere hat Zeit. Alles andere kommt noch

schnell genug. Die Fragen, die Abklärungen, ein Kulturschock,

der gegenseitig ist.

Das Asylgesuch meiner kubanischen Freundin wurde bewilligt, Ca-

ritas half mit Deutschunterricht, unterstützte bei der Wohnungssuche,

begleitete zu Behördengesprächen. Man erleichterte ihr den

Übergang in ein neues Leben. Und dann war sie in der Schweiz,

und wurde selber zum Zeichen eines Übergangs, der vielen Leu-

ten Angst macht und sie verunsichert. Eine Fremde aus einem

fernen Land. Globalisierung. Finanzkrise. Arbeitsplatzverlust.

Zum Glück gibt es die Caritas. Die dasteht und mithilft, dass die

Unsicherheit nicht in dumpfe Wut umschlägt, die dann bald auch

Schuldige sucht.

Mit Beschäftigungsprogrammen für Jugendliche. Mit der sozialen

Beratung für Leute, die in Not geraten sind. Mit Veranstaltungen

zum Verständnis zwischen den Kulturen.

Übergänge schaffen.

Übergänge erleichtern.

Wir sind auf beides angewiesen.

Sind wir doch selber nichts als ein einziger Übergang. Ich weiss,

wovon ich rede. Brauche nur ein Foto anzusehen, das mich als

Kindergärtner zeigt. Und eines von heute.

Bildstrecke

«Übergänge gestalten» fotografiert in der Umgebung von Luzern

vom Fotografen Daniel Tischler, Luzern. Die Arbeit ist

inspiriert durch die noch junge Sportart «Le Parkour», bei der

natürliche Hindernisse spielerisch übersprungen und überklettert

werden. Die Hindernisse selbst dürfen dabei nicht

verändert werden, weil es darum geht mit dem vorhandenem

Umfeld zurecht zu kommen.

Cover und S. 10/11 – Dominik Käufeler, Bern. S. 5 – Mo

Henzmann, Emmenbrücke. S.6 – Michi Nguyen, Luzern. S. 9 –

Sabine Wigger, Horw. S. 12 – Joel Eggimann, Römerswil.

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Familie mit Kindern als Armutsrisiko.

Eine Stimme sein

Die Facetten der Armut sind vielfältig. Dement

sprechend breit sind Angebote, die der Bereich

«Soziale Integration» der Caritas luzern

bereitstellt: von der Kulturlegi über das Patenschaftsprojekt

«mit mir» bis hin zur Sterbe begleitung

oder Schuldenberatung.

Was heisst arm sein? Wann beginnt der Übergang zur Armut?

Wie und wer rutscht hinein und vor allem: Wie kommt man wieder

raus, welche Unterstützungen und Beratungen machen Sinn?

Fragen, mit denen sich Hanspeter Herger, Bereichsleiter «Soziale

Integration», täglich auseinandersetzt. «Meistens sind die Leute

nicht von einem Tag auf den anderen von Armut betroffen. Das

ist kein konkreter Übergang, sondern ein Prozess, der oft schon

länger in Gang ist», sagt er und illustriert dies mit dem Beispiel

Schuldenberatung: Durch familiäre oder andere Schwierigkeiten

wird die wirtschaftliche Situation schwierig. Was anfangs noch

mit Erspartem aufgefangen werden kann, häuft sich mit der

Zeit an, bis die Rechnungen definitiv nicht mehr bezahlt werden

können. «Zu uns kommen die Leute dann, wenn das Fass am

Überlaufen ist und der monetäre Konflikt nicht mehr alleine gelöst

werden kann. Hier setzt die Schuldenberatung an. Und zwar

nicht, indem das Couvert voller Rechnungen bezahlt wird, sondern

mit umfassenden Massnahmen. Dabei ist die Mitwirkung

der Betroffenen unerlässlich.» Jahrelang kann es gemäss Herger

dauern, bis der Übergang zu einem Leben ohne Schulden vollzogen

ist. Ob bei finanziellen Schwierigkeiten oder bei anderen

Integrations projekten: In Beratung und Information fliesst bei der

Caritas Luzern mehr Geld als in direkte Hilfe. «Oberstes Ziel ist es,

den Betroffenen Wissen zu vermitteln. Damit können auch neue

Lösungsansätze erarbeitet und aufgezeigt werden. Das zieht sich

bei allen Themen und in jedem Bereich durch, denn nur so kann

es gelingen, die Situation nachhaltig zu verbessern.»

Präsenz in der Öffentlichkeit

In der aktuellen Kampagne setzt sich die Caritas Luzern das Ziel,

die Armut in der Schweiz bis 2020 zu halbieren. Ein hoch gestecktes

Ziel. «Die Caritas hat eine ‹Voice-Funktion›: Wir geben

den Armutsbetroffenen eine Stimme, auch politisch. Ebenso wollen

wir eine breite Öffentlichkeit für die Thematik sensibilisieren.»

Die Wurzel der Armut hängt mit verschiedensten Ursachen zusammen:

Einkommen, Familien- und Wohnsituation, Steuern, Bildung

und noch viele mehr können ausschlaggebend sein. Um die

diversen Aspekte aufzuzeigen, ist ein breites Lobbying wichtig:

in der Wirtschaft, bei den Arbeitgebenden, in der Politik und in

der Gesellschaft allgemein. Die Stimme werde wahrgenommen,

gibt sich Herger überzeugt und erzählt, wie gross die Reaktionen

auf die Öffentlichkeitskampagnen jeweils seien: Einerseits melden

sich nach solchen Aktionen vermehrt Freiwillige, andererseits

können auch Hemmschwellen von Betroffenen abgebaut werden.

«Plötzlich merken dann die Leute: Das betrifft mich auch und da

gibt es Stellen, die mich in dieser Situation begleiten und mir helfen.»

Die «Soziale Integration» ist in die Abteilungen «Beratung und

Begleitung» und «Bildung und Vermittlung» aufgeteilt. Die Angebote

richten sich direkt an Armutsbetroffene und beinhalten

unter anderem das Patenschaftsprojekt «mit mir», die KulturLegi


Kulturlegi Zentralschweiz:

1200 Kulturlegi-Inhaber

nutzen die Angebote von

180 Partnern aus Kultur,

Bildung, Sport und Freizeit.

Das Patenschaftsprojekt

«mit mir» vermittelte

45 Patenschaften.

Sozialberatung:

rund 3000 Klienten-

kontakte.

not und Überbrückungshilfe

im Umfang von

rund 500 000 Franken.

Zentralschweiz und die Caritas-Märkte, von denen im November

2009 der zweite in Sursee lanciert wurde. Erstmals ist es dabei

zu einer Partnerschaft zwischen der reformierten und der katholischen

Kirchgemeinde gekommen, die gemeinsam mit der Caritas

Luzern und dem Sozialen Beratungszentrum Sursee die Trägerschaft

stellen. «Das erlaubte ein unkompliziertes und rasches Vorgehen.

Innerhalb eines halben Jahres wurde der Markt realisiert

und funktioniert seither als Dienstleistungsunternehmen für Leute

mit kleinerem Budget», sagt Herger. Das Patenschaftsprojekt «mit

mir» wurde vor zwei Jahren mit dem Ziel auf die Beine gestellt,

Kindern aus benachteiligten Familien Erlebnisse und Einblicke in

andere Umfelder zu ermöglichen. Die Nachfrage ist sowohl bei

den Patinnen und Paten als auch bei den betroffenen Familien

gross, bereits konnten über 48 Patenschaften vermittelt werden.

Auch die KulturLegi stösst auf grosse Resonanz: 2007 lanciert,

profitieren mittlerweile 1220 KulturLegi-Nutzerinnen und -Nutzer

von vergünstigten Eintritten bei kulturellen Anlässen.

Schwierige Übergänge begleiten

Die Angebote der Abteilung «Vermittlung und Bildung» haben das

Ziel, ein breites Publikum zu erreichen und durch Information die

Teilnehmenden zu stärken. Nebst Integrations- und Bildungsprojekten

gehören dazu der Dolmetschdienst Zentralschweiz und

die Koordination Freiwilligenarbeit. «Egal, ob im Beratungs- oder

im Bildungsbereich: Alle Angebote haben eine Brückenfunktion,

das Miteinander steht im Zentrum», sagt Herger. Gerade am Beispiel

der Freiwilligenarbeit kommt das besonders gut zum Tragen:

Bis zu 400 Personen wirken bei der Caritas als Freiwillige mit

und schlagen eine Brücke zu den Betroffenen. Egal, ob als Ge-

75

Recht

44

übriges Materielles

Sozialberatung: Grund für Anfrage

181

Soziales

163

Verschuldung

161

Gesundheit

356

sprächspartner von Personen im Strafvollzug, als Patin, als Pate

von einem Kind oder als Begleitende von Leuten in der letzten Lebensphase:

Immer geht es darum, Menschen in Übergängen zu

begleiten und zu unterstützen. «Gerade die Nachhaltigkeit ist dabei

sehr wichtig. Durch unsere Kursangebote werden die Freiwilligen

in ihrem jeweiligen Tätigkeitsbereich unterstützt. Gleichzeitig

ist es auch eine Plattform für die Freiwilligen, um Erfahrungen

auszutauschen, zusätzliches Know-how zu erwerben und allfälli-

Begleitung in der letzten Lebensphase

15

zu geringes Einkommen

Die Fachstelle bietet jährlich drei Grundkurse und eine Palette

von Bildungstagen zum Thema. Das Angebot richtet

sich an Freiwillige und Fachpersonen, die in der Begleitung

von Schwerkranken und Sterbenden tätig sind. Dabei steht

die Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit ebenso

im Zentrum wie der respektvolle Umgang mit Betroffenen.

Im Weiteren berät die Fachstelle auch Betroffene und Angehörige.


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Interkulturelle Vermittlerinnen an einer Arbeitssitzung.

ge Fragen zu klären.» Das Interesse ist gross; so ist etwa der Kurs

«Schwerkranke und Sterbende begleiten» jeweils sehr gut besucht.

Unter kundiger Leitung setzen sich die Teilnehmenden mit

dem Thema «Palliative Care und Sterbebegleitung» auseinander.

«Die Teilnehmenden sind sehr engagiert und bringen meist schon

viel Erfahrung in diesem Bereich mit. Durch den Kurs werden sie

in ihrer Arbeit unterstützt und gestärkt.» Zurück in den Gemeinden,

funktionieren die Begleitgruppen selbständig bei der Organisation

und Umsetzung ihrer Einsätze.

Dolmetschen ist mehr als übersetzen

Überraschend sei die Zunahme der Dolmetschdienste im letzten

Jahr gewesen, sagt Herger. Budgetiert waren 10 000 Einsätze,

umgesetzt wurden rund 14 000. «Hier werden wir die Struktur hinterfragen

müssen, das Angebot hinkt der Nachfrage hinterher.»

Dass dolmetschen nicht nur eine Sache der Sprache ist, zeigt das

Projekt «Interkulturelle Vermittlerinnen und Vermittler»: Sie vermitteln

auch Wissen und Informationen über kulturelle Hintergründe

sowie Gepflogenheiten mit dem Resultat, dass die Verständigung

besser klappt. «Aus dem Projekt ist ein Auftrag entstanden: Die

Mercator-Stiftung finanziert die nächsten Jahre die dreijährige

Grundausbildung der Vermittlerinnen und Vermittler», freut sich

Herger.

Caritas-Markt luzern:

Durchschnittlich 260

Personen pro tag.

Dolmetschdienst Zentralschweiz

und thurgau:

14 303 Dolmetschstunden

in rund 40 Sprachen.

198 Dolmetschende,

davon 89 nach «Interpret»

als interkulturelle Übersetzerinnen

und Übersetzer

zertifiziert

(www.inter-pret.ch).

360 Freiwillige leisten

rund 15 000 Einsatzstunden.


Schwankungen

auffangen

Die Anzahl der Zuweisungen von Asylsuchenden

unterlag im letzten Jahr enormen Schwankungen:

Anfang 2009 waren alle Zentren ausgelastet,

kurz darauf sanken die Zuweisungen

unerwartet. Eine Situation, die flexibles und

schnelles Handeln erfordert.

Die Zunahme begann stetig ab Herbst 2008, weil der Bund seine

Kapazitäten herunterschraubte und mehr Zuweisungen an

die Kantone machte. Im Januar 2009 wurden über hundert Asylsuchende

Luzern zugewiesen, die Zentren waren mit rund 300

Asylsuchenden ausgelastet. Befristet bot ein drittes Zentrum in

Hitzkirch, später in Sempach, Entlastung. Vom Bund wurde angekündigt,

dass künftig mit einem gleichbleibend hohen Niveau

gerechnet werde. Die Zunahme kam überraschend, der Bereich

«Sozialdienst Asylsuchende und Flüchtlinge» rüstete sich in aller

Eile, damit der Übergang funktionieren konnte. Die Infrastruktur

wurde angepasst, die Kapazitäten wurden ausgebaut: personell,

administrativ und logistisch. «So musste beispielsweise innerhalb

kürzester Zeit eine Vielzahl an Unterbringungsmöglichkeiten gesucht

werden, der Personalbestand wurde aufgestockt und die

Administration entsprechend ausgebaut», sagt Giorgio Leuenberger,

Bereichsleiter «Sozialdienst Asylsuchende und Flüchtlinge»

und ergänzt: «Im Asylbereich kann sich die Situation grundsätzlich

sehr schnell ändern, dann muss kurzfristig und flexibel reagiert

werden.» Kurz darauf passierte jedoch, womit niemand gerechnet

hatte – so schnell der Anstieg erfolgt war, so schnell nahmen die

Zuweisungen wieder ab, und zwar rasant: Schon im Februar waren

es nur noch 50 Prozent der erwarteten 100 Asylsuchenden,

979

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Jan.

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949

654

295

Feb. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez.

im September gerade noch 29 Personen. «Faktisch bedeutete

dies, dass die zusätzlich erstellte Infrastruktur plötzlich gar nicht

mehr notwendig war.» Leuenberger rechnet heute damit, dass die

Zahlen auch im Jahr 2010 eher tief bleiben und dementsprechend

wieder abgebaut werden müsse.

Unruhe durch Dublin-Verfahren

Die Betreuung in den Zentren konnte trotz der vielen Zuweisungen

und des schnellen Durchlaufs immer gewährleistet werden.

«Nicht zuletzt dank kompetenter Zentrumsleiterinnen und -leiter

und engagierter Mitarbeitender», betont Leuenberger. Speziell betreut

werden auch die unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden,

deren Anzahl parallel mit den anderen Schwankungen zuund

abgenommen hat. Die Fluktuation ist generell gross, nur ein

paar Monate sind die Asylsuchenden in einem Zentrum. Während

des kurzen Aufenthalts werden sie mit Kursen über die kleinen

und grossen Wichtigkeiten der schweizerischen Gepflogenheiten

informiert: Wie wird der Kehricht entsorgt? Was ist im Bereich

Wohnen oder bei der Gesundheit wichtig? «Ziel ist, dass der

Übergang in den neuen ‹Alltag› gut vorbereitet ist. Zwar haben die

Asyl suchenden dann noch eine Bezugsperson aus der Sozialarbeit

– trotzdem müssen sie mehr oder weniger selbständig funktionieren.»

Konstant bis zunehmend war die Anzahl derjenigen, die

den Flüchtlingsstatus bekommen haben.

Unzufrieden zeigt sich Leuenberger mit dem Dublin-Verfahren,

das seit 2008 in Kraft ist: Der vorgegebene Ablauf des Bundesamtes

für Migration erlaubt der Polizei, die Asylsuchenden direkt

in den Unterkünften zu verhaften. Dann wird ihnen der Entscheid

934

642

292

Zahl der Asylsuchenden 2009 im Kanton Luzern

Gesamtzahl

Individuelle Unterbringung

Unterbringung in Zentren und Foyers

913

247

17

945 946 944

686 670 673 672

275

273

272


18

Zentren für Asylsuchende:

25 bis 100 Zuweisungen

pro Monat.

17 unbegleitete minderjährige

Asylsuchende

per Ende Jahr.

Sozialdienst Asylsuchende:

Wirtschaftliche Sozial-

hilfe im Umfang von

11,3 Mio. Franken.

Sozialdienst Flüchtlinge:

Wirtschaftliche Sozial-

hilfe im Umfang von

12,8 Mio. Franken.

eröffnet, dass sie in ein anderes europäisches Land zurückgeschafft

werden. Dies wird sofort vollzogen. Formell haben die Betroffenen

zwar fünf Tage Zeit für eine Beschwerde – da aber die

Behörden schon vollendete Tatsachen geschaffen haben, wird

das Beschwerderecht zu einer Farce. «Dieser unrechtmässigen

Praxis muss das Bundesverwaltungsgericht Einhalt gebieten»,

sagt Leuenberger.

In die Selbständigkeit

Der Übergang vom Status «Asylsuchende» zu

anerkannten Flüchtlingen bringt viele Veränderungen

mit sich. Die Gewissheit, dass in der

Schweiz eine neue Zukunft aufgebaut werden

kann, ist auch Motivation zur Integration.

Wer in der Schweiz angekommen ist, hat einen langen Weg hinter

sich: die unfreiwillige Migration aus dem Heimatland, einen mit

Schwierigkeiten und Gefahren gespickten Weg nach Europa und

die Unsicherheit, ob der Status «Flüchtling» anerkannt wird. «Die

Flüchtlinge haben dann schon viele Übergänge hinter, aber auch

weitere vor sich: Ab dem Zeitpunkt der Anerkennung als Flüchtlinge

hat die Integration oberste Priorität», sagt Hanspeter Danioth,

Leiter Sozialdienst Flüchtlinge. Eine neue Sprache lernen, sich

möglichst rasch mit den Gepflogenheiten der Schweiz bekanntmachen

und neue berufliche Perspektiven suchen. Das sind grosse

Herausforderungen, die schon im Kleinen beginnen: Welche

Versicherungen müssen abgeschlossen werden? Wie funktioniert

das Schulsystem oder warum braucht es einen Mietvertrag? Danioth:

«Die Flüchtlinge treffen auf völlig neue, ihnen unbekannte

gesellschaftliche Strukturen. Die Aufgabe der Caritas ist es, sie

auf dem Weg in die Selbständigkeit zu unterstützen und sie zu

befähigen, sich im Alltag zurechtzufinden.» Wie dies geschieht

ist so unterschiedlich wie die Situation der Flüchtlinge. «Die Sozialarbeiterinnen

und Sozialarbeiter der Caritas holen die Leute

dort ab, wo sie stehen, und das ist sehr individuell: Zu unseren

Klientinnen und Klienten gehören Diplomaten genauso wie Nomaden,

Alleinerziehende, junge Männer oder Personen kurz vor

dem Pensionsalter. Sie sind entweder gesund, durch Gewalt- und


Spiele helfen Asysuchenden, die Zeit zu vertreiben.

Verlusterlebnisse traumatisiert oder haben andere gesundheitliche

Beschwerden, die es nebst den täglichen Herausforderungen

durch die neue Umgebung zu bewältigen gibt», gibt Danioth zu

bedenken.

Support und Befähigung im Alltag

Richtschnur der Caritas ist es, sowohl zu fördern als auch zu

fordern. Eine Art Tauschsystem, das Leistung mit Gegenleistung

quittiert: Hilfe und Unterstützung werden angeboten und

im Gegenzug selbständiges Handeln und Engagement eingefordert.

Danioth betont, dass Flüchtlinge meist grosse Ressourcen

mitbringen: Wer sich beispielsweise als alleinerziehende Mutter

mit zwei kleinen Kindern von Afrika nach Europa durchgeschlagen

hat, verfügt über viel Kraft und Energie. «Das sind Leute, die

schwierige Situationen gemeistert haben. Sie sind motiviert und

engagiert, sich hier einzuleben.» In der ersten Zeit sind viele neue

Informationen zu verarbeiten, was auch zu Überforderungen führen

kann. Nebst dem Verlust des bekannten sozialen und kulturellen

Umfelds kommen bei der Konfrontation mit dem Gesellschaftsmodell

Schweiz auch andere Unsicherheiten dazu – das

geht von anderen Geschlechterbeziehungen über Erziehungsvorstellungen

bis hin zu Anforderungen in Beruf und Bildung. «Das

kann auch eine Chance sein. Insbesondere Frauen können hier

von der Geschlechterrollenverteilung und den Bildungsangeboten

profitieren. Darin werden sie von uns auch bestärkt, da sie zukünftig

zum Familieneinkommen beitragen müssen, um finanziell

selbständig leben zu können», sagt Danioth.

Übergänge in neue Gesellschaften zu bewältigen, bedingt vor allem

auch, Wissenslücken über örtliche Verhältnisse zu schliessen.

Dies erfordert von den Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern

eine an den jeweiligen individuellen Bildungsstand angepasste

Kommunikation. Dazu Danioth: «Die grosse und anzuerkennende

Leistung der Flüchtlinge ist die gleichzeitige Bewältigung des Verlustes

ihrer Heimat, ihrer persönlichen Nöte und die Bewältigung

all der Herausforderungen, die das Leben in einer neuen Umgebung

von ihnen einfordert. Die zentrale Aufgabe unseres Sozialdienstes

ist es, Flüchtlinge in diesem Prozess zu unterstützen,

damit der Übergang gut gelingt.»

19


20

Helle Arbeitsräume am Standort Grossmatte Ost.

Dienstleistungen Seetal

In Hochdorf entsteht ein neuer Laden mit Dienstleistungspool.

In enger Zusammenarbeit mit der «idee seetal», dem

Sozialberatungszentrum und den Sozialvorsteherinnen und

-vorstehern des Seetals wurde dieses Angebot entwickelt.

Damit entstehen 14 neue Arbeitsplätze für Stellenlose.

Im Laden können Naturalspenden abgegeben und Secondhand-Produkte

gekauft werden. Zusätzlich werden Dienstleistungen

wie Demontage und Abholservice oder Pflege

von Wald, Landschaft und Wegen angeboten.

Grossmatte ganz gross

Anfang 2009 wurde mit dem Umbau begonnen;

nun ist der Übergang vom kleinen zum mittelgrossen

Betrieb abgeschlossen. Heute bietet

der Standort Grossmatte Beschäftigungsprogramme

und Bildungsangebote für rund 250

Erwerbslose und Asylsuchende an.

Noch sind längst nicht alle Details umgesetzt, aber nach über einjähriger

Grossbaustelle ist in der Caritas in Littau langsam wieder

so etwas wie Ruhe eingekehrt. «Von einem Alltagszustand

sind wir zwar weit entfernt; dazu sind die Schnelllebigkeit und der

Preisdruck, dem wir uns – wie andere Betriebe auch – zu stellen

haben, zu gross», sagt Bettina Fenk, Leiterin Arbeitsintegration

Littau. «Wenn ich aber auf das letzte Jahr zurückschaue, muss

ich schon sagen: Hut ab, was unser Team da geleistet hat! Hätte

nicht jede und jeder unglaublich viel zusätzliches Engagement

erbracht, wäre das nicht möglich gewesen.» Umgebaut wurde

etappenweise, der Normalbetrieb musste gleichzeitig reibungslos

weiterlaufen – eine Herausforderung für alle Mitarbeitenden, die

einiges an Flexibilität abverlangte: «Die logistische Organisation

des Umbaus war perfekt, trotzdem verschoben sich die Prioritäten

laufend, das führte nicht selten zu einer Kettenreaktion. So

gesehen lebten wir in einem ziemlich lange dauernden Provisorium.

Dass es den Mitarbeitenden trotzdem gelungen ist, Ruhe und

Konzentration zu bewahren, ist alles andere als selbstverständlich»,

betont Fenk.


Auswahl an Angeboten zur beruflichen Integration im Bereich «Arbeit und Bildung»

«Intervall»

Chance Arbeit

Zukunft Arbeit

Velodienste Luzern

Einstieg «Tag täglich»

Arbeit auf Zeit

Abklärung Arbeit

Berufliche Integration von Erwerbslosen der Arbeitslosenversicherung (ALV)

Berufliche und soziale Integration für Bezügerinnen und Bezüger von wirtschaft-

licher Sozialhilfe

Berufliche und soziale Integration für Bezügerinnen und Bezüger von wirtschaft-

licher Sozialhilfe

Soziale Integration für Bezügerinnen und Bezüger von wirtschaftlicher Sozialhilfe

Soziale Integration für Bezügerinnen und Bezüger von wirtschaftlicher Sozialhilfe

mit Aussicht auf berufliche Integration

Kulturwandel für das team

Abklärung der Arbeitsfähigkeit von Personen mit wirtschaftlicher Sozialhilfe

Der Übergang vom kleinen zum mittelgrossen Betrieb führte auch

zu einem Kulturwandel im Unternehmen: Innerhalb von drei Jahren

hat sich das Team um 8 auf 23 Mitarbeitende vergrössert,

durch die Belegung von zusätzlichen Stockwerken haben sich die

Räumlichkeiten erweitert, die Komplexität bezüglich Abläufen und

Warenfluss hat zugenommen. Täglich gehen in Littau rund 350

Leute ein und aus, um die 250 von ihnen nehmen an einem Beschäftigungs-

oder Bildungsprogramm teil. Diese Veränderungen

wirken sich auch auf das Team aus: «Begegnungen erfolgen nur

schon auf Grund der erweiterten Räumlichkeiten nicht mehr so

spontan, im Haus ist es ein bisschen anonymer geworden», sagt

Fenk und weist darauf hin, wie wichtig an diesem Punkt die Organisationsentwicklung

sei. «Während der Umbauphase ist dieser

Prozess zu kurz gekommen, und das holen wir jetzt auf.» Vom

Umbau betroffen waren nicht nur die Mitarbeitenden, sondern in

kleinerem Ausmass auch die Programm- und Kursteilnehmenden.

Auch hier seien das Verständnis und die Hilfsbereitschaft gross

gewesen. Durch den Umbau wurden sowohl die Arbeitsplätze wie

auch die Kursräume freundlicher und geräumiger, was eine gute

Basis für das Betriebs- und Lernklima schafft. Auch das Angebot

an Programmen wurde ausgebaut: So bietet etwa die Velowerkstatt

im 2. Stock neu rund 30 Jobplätze, Betriebe und Kurse wurden

von den früheren Standorten «Sonnenhof» und Reussport in

die Grossmatte gezügelt und erweitert. Die Caritas in Littau ist

gut gerüstet, eine Tagesstruktur mit sinnvoller Beschäftigung zu

bieten und Betroffene auf ihrem Weg zum Wiedereinstieg ins Berufsleben

zu begleiten.

Beschäftigung Betriebe und Läden

Beschäftigung Betriebe und Läden

Beschäftigung Velodienste und Fahrradstation

Beschäftigung Recyclingbetriebe

Beschäftigung Betriebe und Läden

Beschäftigung Betriebe und Läden

Unter einem Dach

Die breite Palette an Bildungsangeboten für

Migrantinnen und Migranten sowie Stellensuchende

der Caritas luzern verteilte sich bis

anhin auf mehrere Standorte. Jetzt sind alle

unter einem Dach: in der Grossmatte littau.

Ein Übergang, der die gemeinsame nutzung

personeller und finanzieller res sourcen mit

sich bringt.

Umziehen ist kein Zuckerschlecken. So war denn gemäss David

Jund, Leiter Bildung Littau, der Standortwechsel vom Reussport

nach Littau auch eine der grössten Herausforderungen des letzten

Jahres. Nicht in erster Linie wegen der Kisten, die es zu packen,

und der Sachen, die es zu schleppen gab. Vielmehr sind damit

die Strukturveränderungen gemeint, die den Umzug überhaupt

erst ausgelöst haben. «Unsere Aufgabe bestand unter anderem

darin, die bisherigen Teams in eines zusammenzuführen und eine

Strukturvereinfachung auf der Angebotsebene zu vollziehen. Ziel

war, gemeinsame Synergien besser auszuschöpfen und gleichzeitig

die Qualität auf hohem Niveau zu sichern.» Schon frühzeitig

wurde darauf hingearbeitet, dass dieser Übergang möglichst gut

gelingt. So sind die Mitarbeitenden von Beginn an in den Prozess

einbezogen worden und konnten ihre Erfahrungen in die Organisationsentwicklung

einbringen. Ausgelöst wurde diese übrigens,

weil der Bund im Bereich Migration einen Grossteil der Kosten an

die Kantone delegiert hat – mit entsprechenden Konsequenzen

für die Angebote der Caritas. Für das Team sei es wichtig gewesen,

die wirtschaftlichen Zusammenhänge zu verstehen: «Das

schaffte viel Verständnis für die Umstrukturierung. Schlussendlich

21


22

Im Caritas Laden findet sich so manches Schnäppchen. Er bietet auch eine breite Palette von Arbeitsplätzen.

sitzen wir alle im gleichen Boot und sind den gleichen Wellen ausgesetzt»,

sagt Jund und betont, dass es dank dem motivierten

Team gelungen sei, den Übergang – mit kleinen Abstrichen – erfolgreich

zu gestalten.

Sich im Alltag zurechtfinden

Die Strukturvereinfachung, die bei den Angeboten vollzogen worden

ist, hatte auf die Kursteilnehmenden kaum spürbare Auswirkungen,

da es sich um organisatorische und nur am Rand um

inhaltliche Änderungen handelte: Neu gibt es zwei Fachstellen:

«Bildung und Beratung für Stellensuchende» und «Bildung für

Migrantinnen und Migranten». Erstere beinhaltet Standortbestimmung

und Bewerbungstraining sowie verschiedene Fachmodule

für Stellensuchende. «Hier wird sehr praxisorientiert gearbeitet,

damit die Teilnehmenden einen realistischen Bezug zum Arbeitsalltag

erhalten und ein strukturierter Tagesablauf gewährleistet

ist. Der Übergang vom Jobtraining zu einer tatsächlichen

Arbeitsstelle ist in dieser Hinsicht kein riesiger Unterschied mehr»,

sagt Jund.

Beim Bildungsangebot für Migrantinnen und Migranten sind zentrale

Punkte die Alphabetisierungs- und Deutschkurse sowie

die Förderung von Orientierungskompetenz. Die Teilnehmenden

werden darin unterstützt, sich im Alltag zurechtzufinden und die

wichtigsten Gepflogenheiten der Schweiz kennen zu lernen, damit

sie sich möglichst selbständig in der neuen Umgebung bewegen

können. Die Angebote richten sich an Flüchtlinge, vorläufig Aufgenommene

und Asylsuchende. Für Jugendliche mit Migrationshintergrund

wird nebst der Sprachförderung ein Jobtraining ange-

boten. Gemäss Jund ist die Anfrage nach Bildungsangeboten für

Migrantinnen und Migranten sowie für Erwerbslose gestiegen, die

Kurse beider Fachstellen sind momentan mehr als ausgebucht.

1526 Personen in den

Programmen zur

beruflichen Integration.

85 000

Beschäftigungstage.

Bildung und Fachmodule:

rund 50 000 lektionen.

Bildungsangebote für

Migrantinnen: 12 Kurse.

Sprachförderung

und Jobtraining:

5 Kursblöcke mit total

278 teilnehmenden.


Zentrale Dienste

Personalentwicklung

Auf Anfang 2009 wurde der neue Bereich «Personal» geschaffen,

einen Monat später zogen die unterstützenden Bereiche der Caritas

Luzern – «Personal», «Finanzen, Informatik, Administration»

und «Kommunikation» – sowie der Geschäftsleiter auf einem Boden

zusammen. Mit dem Start von Thomas Thali als neuer Geschäftsleiter

im April war die Rochade perfekt, die Bildung der

neuen Geschäftsstelle abgeschlossen. Seither entwickelt sie sich

entsprechend ihrer Aufgaben zu einem Dienstleistungszentrum

für die operativen Bereiche der Caritas Luzern.

Buchhaltung, Kommunikation und Personaldienste funktionieren

in enger Zusammenarbeit untereinander. Anstehende Aufgaben

und Wünsche der operativen Bereiche können so effizient bearbeitet

werden.

Für Gutes spenden

Die Bereiche der zentralen Dienste stehen im Einsatz für die Bereiche,

die den Grundsatz «Wir helfen Menschen» operativ umsetzen.

Dazu gehören neben der direkten Beratung und Begleitung

von Einzelpersonen auch Bildungsangebote und Projekte,

die nicht selbsttragend sein können. Dank Öffentlichkeitsarbeit

und Fundraising können so Spendengelder generiert werden, um

Projekte wie die KulturLegi oder das Bildungsangebot für Migrantinnen

möglich zu machen. Allein für Projekte kamen so im

vergangenen Jahr über 300 000 Franken zusammen. Der Ertrag

an Spenden und Legaten konnte auf knapp 2 Mio. Franken gesteigert

werden.

Die Personaldienste sind zuständig für über 200 festangestellte

Mitarbeitende, für Personen an den Ausbildungsplätzen sowie für

die Dolmetschenden, die mit einem Rahmenvertrag angestellt sind.

62

52.00 60.75

3

1997

71

3

1998

100

118

76.85 78.30

3

93

97

65.21 66.38

1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009

Personal

Mitarbeitende *) ab 2009 inkl. Mitarbeitende im Stundenlohn

Vollstellen

Ausbildungsplätze

100

76.00

4 4 4 8

109

Im vergangenen Jahr bedingten die grosse Fluktuation im Asylbereich

und Anpassungen beim Angebot der Beschäftigungsprogramme

einen grösseren Aufwand sowohl für die Personaldienste

wie für die Buchhaltung.

Personal als Kapital

115

80.90 87.10

10

16

145

157

108.25 114.65

17

19

167

17

203 *

23

23

135.00 139.00

Die Zahl der Mitarbeitenden bei der Caritas Luzern ist in den

vergangenen Jahren stetig gestiegen. Mit der Schaffung des

Bereichs «Personal» wurden die Strukturen angepasst, um

ein Personalmanagement zu gewährleisten. Nebst der Bewerbungs-

und der Personaladministration sowie der Lohnbuchhaltung

können so auch strategische Fragen zur Führung

und Stellenplanbewirtschaftung sowie das umfassende

Thema Gesundheit am Arbeitsplatz intensiver angegangen

werden.


JAHrESrECHnUnG 2009

KOMMEntAr ZUr JAHrESrECHnUnG

Umsatz bedeutend höher als im letzten Jahr tiefe administrative Kosten

Bezogen auf die Finanzen war das Jahr 2009 ein Rekordjahr für Caritas Luzern verwendet die ihr anvertrauten Mittel effizient

die Caritas Luzern. Die Erträge stiegen gegenüber dem Vorjahr und effektiv. Bei der Caritas Luzern werden nur 11,6 Prozent

um 16 Prozent und erreichten einen neuen Höchststand von der Kosten für die Administration ausgegeben (Kosten ohne

Fr. 47,8 Mio. (Vorjahr Fr. 41,1 Mio.). Die Mehrerträge sind ge- wirtschaftliche Sozialhilfe). Darin enthalten sind die Aufwände

bunden an Projekt- und Programmausgaben, welche dadurch für die Geschäftsleitung, die Kommunikation, Rechnungswe-

ebenfalls deutlich zugelegt haben auf Fr. 48,26 Mio. (Vorjahr sen sowie Informatik und Administration. Die Caritas Luzern

Fr. 41 Mio.). Das Jahresergebnis schloss mit einer Fondsab- beschäftigte im Jahr 2009 insgesamt 203 festangestellte Pernahme

von Fr. 458 550. Budgetiert war eine Abnahme von sonen und bot 23 Ausbildungsplätze an. Die Personalarbeit

Fr. 313 000. Diese Abnahme ist auf eine unerwartete Entwick- wird seit Januar 2009 durch den neu geschaffenen Bereich

lung im Bereich Asyl- und Flüchtlingswesen zurückzuführen,

welche ein strukturelles Defizit in diesem Bereich bewirkte (vgl.

«Personal» geleistet.

Seite 17). Der Kanton sprach eine Zusatzfinanzierung, um das

Minus etwas abzufedern. Trotz der zusätzlichen Mittel muss- Internes Kontrollsystem

ten eigene Fondsmittel verwendet werden, um den Fehlbetrag Die Caritas Luzern unterliegt auf Grund ihrer betriebswirt-

abzudecken. Die Fondsabnahmen betrugen Fr. 58 260 im Beschaftlichen Grösse der ordentlichen Prüfungspflicht. Diese

reich Flüchtlinge und Fr. 352 215 im Bereich Asylwesen, bei umfassende Prüfung ist nebst dem Qualitätsmanagement eine

Kosten von Fr. 8,8 Mio. (Vorjahr Fr. 7,2 Mio.).

weitere Gewähr dafür, dass die Arbeiten bei der Caritas Luzern

professionell und effizient ausgeführt werden. Die Prüfungen

Eine ebenfalls unerwartete jedoch erfreuliche Entwicklung war beinhalten auch eine Kontrolle des internen Kontrollsystemes,

im Bereich «Arbeit und Bildung» zu verzeichnen. Die budgetier- welches die Risiken und die dafür notwendigen Massnahmen

ten Plätze für die Beschäftigungsprogramme wurden deutlich und Verantwortungen erfasst. Das System wurde im Jahr 2009

übertroffen. Dies führte einerseits zu Mehrerträgen, gleichzeitig

aber auch zu Mehrkosten, da die zusätzlichen Mittel direkt

weiter ausgebaut und verfeinert.

in die verschiedenen Beschäftigungs- und Bildungsprojekte

investiert wurden. Insgesamt erreichte der Bereich einen Um- Aussichten für das Jahr 2010

satz von rund Fr. 7,4 Mio. (Vorjahr Fr. 6,2 Mio.). Für Projekte im Das Budget 2010 sieht eine weitere Fondsabnahme von

Bereich «Soziale Integration» wurden im Jahr 2009 rund Fr. 3,3 Fr. 246 000 vor. Ungewiss bleibt weiterhin die Entwicklung im

Mio. ausgegeben (Vorjahr Fr. 2,9 Mio.). Diese Projekte werden Bereich Asyl- und Flüchtlingswesen. Bereits zu Beginn des

vor allem aus Spenden, kirchlichen Beiträgen sowie aus eige- Jahres 2010 wurden in diesem Bereich Massnahmen getroffen,

nen Mitteln finanziert.

um die Strukturkosten den neuen Belegungszahlen anzupassen.

Insgesamt rechnet die Caritas Luzern aber auch im Jahr

Erfolgreiches Spendenjahr

Trotz anhaltender Finanz- und Wirtschaftskrise konnte der

Spendenertrag im vergangenen Jahr weiter ausgebaut werden.

Im Jahr 2009 flossen rund Fr. 1,9 Mio. an Spenden und Legaten

an die Caritas Luzern. Insbesondere der Bereich der Naturalspenden

legte im abgeschlossenen Rechnungsjahr deutlich

zu. Die daraus resultierenden Spenden erreichten rund Fr. 1,1

Mio. Aufgrund dieser Mehreinnahmen konnte der Fonds «freies

Kapital» um Fr. 207 557 geäufnet werden. Dieser Fonds ist für

die Caritas Luzern strategisch von grosser Bedeutung. Da die

übrigen Fonds zweckbestimmt und an ganz bestimmte Inhalt

gebunden sind, ermöglichen die freien Mittel die Flexibilität, die

für die Weiterentwicklung notwendig ist.

2010 mit einer ausgeglichenen Rechnung bei etwas tieferen

Umsätzen als im letzten Rechnungsjahr.


BIlAnZ PEr 31. DEZEMBEr 2009

AKTIVEN

Flüssige Mittel

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Sonstige kurzfristige Forderungen

Vorräte

Aktive Rechnungsabgrenzung

UMLAUFVERMÖGEN

Sachanlagen

Immobilien

Finanzanlagen

ANLAGEVERMÖGEN

AKTIVEN

PASSIVEN

Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Sonstige kurzfristige Verbindichkeiten

Kurzfristige Rückstellung

Passive Rechnungsabgrenzung

KURZFRISTIGES FREMDKAPITAL

Langfristige Finanzverbindlichkeiten

LANGFRISTIGES FREMDKAPITAL

Zweckgebundene Fonds

FONDSKAPITAL

Erarbeitetes zweckgebundenes Kapital

Erarbeitetes freies Kapital

ORGANISATIONSKAPITAL

PASSIVEN

31.12.09

1’582’934

2’134’914

117’402

36’955

923’385

4’795’590

828’472

2’193’975

4’000

3’026’447

7’822’037

31.12.09

30’000

985’798

143’368

182’242

2’417’637

3’759’045

1’090’000

1’090’000

436’932

436’932

1’739’034

797’026

2’536’060

7’822’037

Die Rechnungslegung der Caritas Luzern erfolgt

in Übereinstimmung mit den Fachempfehlungen

zur Rechnungslegung (Swiss GAAP

FER) und den Grundsätzen und Empfehlungen

der schweizerischen Zertifizierungsstelle für ge -

meinnützige, Spenden sammelnde Institutionen

(ZEWO). Sie vermittelt ein den tatsächlichen

%

61,3

38,7

100,0

%

48,1

13,9

5,6

32,4

100,0

Vorjahr

1’907’707

2’030’720

94’000

29’365

824’557

4’886’349

501’127

2’238’750

254’722

2’994’599

7’880’948

Vorjahr

30’000

853’904

93’387

359’050

1’993’065

3’329’406

1’120’000

1’120’000

500’093

500’093

2’341’980

589’469

2’931’449

7’880’948

Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,

Finanz- und Ertragslage («true and fair

view»).

Die Jahresrechnung wurde von der BDO Luzern

geprüft und vom Vorstand der Caritas Luzern am

13. April 2010 genehmigt.

%

62,0

38,0

100,0

%

42,2

14,2

6,4

37,2

100,0

25


BEtrIEBSrECHnUnG 2009

Spenden, Legate

Beiträge Dritter

Spenden und Beiträge

Öffentliche Aufträge

Betriebliche Erträge

TOTAL ERTRAG

Sozialberatung, Not- und Überbrückungshilfe

Caritas-Markt

KulturLegi

«mit mir»

Dolmetschdienst

Interkulturelle Vermittlung

Freiwilligenarbeit

Begleitung in der letzten Lebensphase

Sozialdienst allgemein / Diverses

Strafvollzug

SOZIALE INTEGRATION

Bildung / Beschäftigung ALV-versicherte Erwerbslose

Bildung / Beschäftigung ausgesteuerte Erwerbslose

Bildung / Beschäftigung Asylsuchende

Bildungsangebot für Migrantinnen

ARBEIT UND BILDUNG

Sozialdienst Asylsuchende

Sozialdienst Flüchtlinge

Diverse Projekte

SOZIALDIENST ASYLSUCHENDE UND FLÜCHTLINGE

TOTAL DIREKTER PROJEKTAUFWAND NACH BEREICHEN

GESCHÄFTSSTELLE / QUALITÄTSMANAGEMENT

Finanzen, Personal, Administration

Informatik

FINANZEN, PERSONAL, INFORMATIK, ADMINISTRATION

Kommunikation

Sammelaufwand / Fundraising

KOMMUNIKATION

TOTAL ADMINISTRATIVER AUFWAND NACH BEREICHEN

BETRIEBSERGEBNIS

Finanzergebnis

Liegenschaftsergebnis

JAHRESERGEBNIS Z. G. FONDS UND ORGANISATIONSKAPITAL

1.1. - 31.12.09

1’993’762

1’013’660

3’007’422

41’650’414

3’140’424

47’798’260

–840’951

–857’063

–201’289

–82’077

–1’052’939

–222’730

–185’839

–177’074

–192’920

–26’271

–3’839’153

–3’819’347

–2’916’560

–1’593’037

–322’869

–8’651’813

–17’386’987

–15’719’613

–102’634

–33’209’234

–45’700’200

–323’553

–1’106’462

–318’398

–1’424’860

–265’748

–546’606

–812’354

–2’560’767

–462’707

–6’600

10’757

–458’550

%

6,3

87,1

6,6

100,0

8,0

18,1

69,5

95,6

5,3

Vorjahr

1’604’052

1’056’475

2’660’527

35’575’545

2’839’151

41’075’223

–736’167

–749’235

–163’633

–63’285

–875’661

–202’082

–170’747

–149’766

–182’247


–3’292’823

–3’370’765

–2’582’363

–1’238’064

–261’081

–7’452’273

–12’632’077

–15’379’788

–107’146

–28’119’011

–38’864’107

–349’021

–775’580

–292’404

–1’067’984

–236’230

–460’799

–697’029

–2’114’034

97’082

81’658

–4’589

174’151

%

6,5

86,6

6,9

100,0

8,0

18,2

68,5

94,7

5,1


WEItErE AnGABEn

VERÄNDERUNG DES KAPITALS

Not- und Überbrückungshilfe

Tag des Flüchtlings

Dolmetschdienst

Interkulturelle Vermittlung

Ausbildungsplätze

Freiwilligenarbeit

KulturLegi

«mit mir»

Lebensraumpreis

Gemeinnützige Einsätze

Personal- und Betriebskosten Beschäftigungsprogramme

ZWECKGEBUNDENES FONDSKAPITAL

Flüchtlinge

Asylsuchende

Bildung / Beschäftigung Asylsuchende

Beschäftigungsprogramme

Weiterbildung

Caritas-Markt

Projektfonds

Personal- und Betriebskosten allgemein

Erarbeitetes, gebundenes Kapital

Freies Kapital

ORGANISATIONSKAPITAL

TOTAL FONDS- UND ORGANISATIONSKAPITAL

Mittelherkunft

ohne wirtschaftliche Sozialhilfe

13 %

Spenden, Legate, Beiträge

73 %

Öffentliche Aufträge

14 %

Betriebliche Erträge

Anfangsbestand

176’047

4’528

–8’933

85’505

27’699

2’911

–3’017

85’697

20’000

39’310

70’346

500’093

237’728

655’114


221’945

44’489

35’409

228’796

918’499

2’341’980

589’469

2’931’449

3’431’542

Mittelverwendung

ohne wirtschaftliche Sozialhilfe

12 %

Administrativer Aufwand

40 %

Sozialdienst Asyl-

suchende und Flüchtlinge

Veränderung


–4’287

38’181

–23’100

–9’400

16’858

–25’628

–51’785

–4’000



–63’161

–58’260

–352’215


21’090

21’455

–41’697

–100’861

–92’458

–602’946

207’557

–395’389

–458’550

Endbestand

176’047

241

29’248

62’405

18’299

19’769

–28’645

33’912

16’000

39’310

70’346

436’932

179’468

302’899


243’035

65’944

–6’288

127’935

826’041

1’739’034

797’026

2’536’060

2’972’992

15 %

Soziale Integration

33 %

Arbeit und Bildung

Der vollständige Finanzbericht kann auf der Geschäftsstelle der Caritas Luzern bezogen werden.

Er ist zudem abrufbar auf www.caritas-luzern.ch.

27


DAnK FÜr DIE UntErStÜtZUnG

Römisch-katholische Landeskirche des Kantons Luzern

Luzerner Kirchgemeinden

Luzerner Pfarreien

Öffentliche Hand mit

Bund

Kanton Luzern

Stadt Luzern

Luzerner Gemeinden

CSS Versicherung, Luzern

Weihnachtsaktion der «Neuen Luzerner Zeitung»

Caritas Schweiz, Luzern

Albert Köchlin Stiftung, Luzern

Stiftung SOS Beobachter, Zürich

Josef Müller Stiftung, Muri

Christophorus Verein, Luzern

Gemeinschaft der St. Anna Schwestern, Luzern

Stiftung Mercator Schweiz, Zürich

Gemeinnützige Gesellschaft der Stadt Luzern, Luzern

Kapuziner Schweizer Provinz, Luzern

De Beers Centenary Schweiz Stiftung, Luzern

Seraphisches Liebeswerk, Solothurn

Walter und Louise M. Davidson-Stiftung, Zürich

Annelise Bochud-Zemp-Stiftung, Basel

Familien-Vontobel-Stiftung, Zürich

ANNE FRANK-Fonds, Basel

Luzerner helfen Luzernern, Luzern

UBS Stiftung für Soziales und Ausbildung

Luzerner Kantonalbank, Luzern

Rosinli Stiftung, Vaduz

T. & H. Klüber-Stiftung, Sachseln

Papeterie Hüssler, Steinhausen


VOrStAnD

Marianne Moser

Sozialarbeiterin; alt Grossrätin; Beirätin der Weihnachtsaktion NLZ

Doris Eberli-Odoni Vertreterin Kant. Kath. Frauenbund;

Sekundarlehrerin, Mitarbeit in Tierpraxis

Ruedi Heim Vertreter der Bistumsregion;

Bischofsvikar, lic. theol.

Joe Herzog Vertreter des Synodalrats der röm.-kath. Landeskirche;

Lehrer, Sozialvorsteher Entlebuch

Anton Marti Vertreter kath. Arbeitnehmerbewegung Kanton

Luzern; Lagerist

Paul Vettiger Vertreter Pastoralkonferenz;

pens. Pfarreileiter, lic. theol.

Thomas Bornhauser

Unternehmensberater, lic. oec.

Herbert Bürgisser

Prorektor Hochschule Luzern – Soziale Arbeit

Präsidentin

Vorstandsmitglied

Vorstandsmitglied

Vorstandsmitglied

Vorstandsmitglied

Vorstandsmitglied

freies Vorstandsmitglied

freies Vorstandsmitglied

Gesamtverantwortung für die Organisation

Der Vereinsvorstand leitet gemäss Statuten den Verein, vertritt seine Interessen und ist für

die Einhaltung des Vereinszweckes verantwortlich. Er begleitet die Alltagsarbeit der Caritas

Luzern, arbeitet eng mit der Geschäftsleitung zusammen und trägt die letzte Verantwortung

für den Gesamtbetrieb. Die beruflichen Hintergründe und die Vertretungsfunktionen der einzelnen

Vorstandsmitglieder bilden ein Netz von Kompetenzen, die es ermöglichen, die Tagesgeschäfte

kritisch zu begleiten und die strategischen Weichenstellungen mitzuplanen und zu

beeinflussen.

Der Verein Caritas Luzern besteht aus der röm.kath.

Landeskirche, dem kant. Seelsorgerat,

dem Kant. Kath. Frauenbund, der kath. Arbeitnehmerbewegung,

der Pastoralkonferenz und

der Dekanatskonferenz.

Caritas Luzern ist ein gemeinnütziger Verein im

Sinne von Art. 600ff. ZGB mit Sitz in Luzern

und wurde am 30. März 1982 gegründet. Die

derzeit gültigen Statuten sind per 1. Juli 2000

in Kraft getreten.

29


GESCHäFtSlEItUnG

Werner Riedweg

Thomas Thali

NDS Nonprofit-Manager FH; dipl. Erwachsenenbildner HF;

lic. theol.

Hanspeter Herger

Ausbildung integrative Polaritätentherapie-Beratungskompetenz;

HF für soziokulturelle Animation Luzern; Kaufm. Berufsschule

Schwyz

Karl Kirschbaum

Organisationsberater und Supervisor BSO; Weiterbildungen Uni

Bern, Evaluation; Management im Nonprofit-Bereich; Projektmanagement;

dipl. Ingenieur

Giorgio Leuenberger

lic. phil. I, Historiker; Primarlehrer

Jörg Meyer

Thomas Odermatt

Nachdiplomstudium Executive Master of Controlling; Ausbildung

zum EFQM-Assessor; Management-College-Führungsnachdiplom;

HFW Höhere Fachschule für Wirtschaft; kaufm. Angestellter

Daniela Tanno

MAS in Personalmanagement; dipl. Betriebs- und Organisationspsychologin

HAP; dipl. Krankenschwester

Hans-Peter Widmer-Malatesta

MAS in Public Management; NDK Management in Nonprofit-

Organisationen; eidg. dipl. Landwirt

ZUR ERWEITERTEN GESCHÄFTSLEITUNG GEHÖREN

ZUSÄTZLICH:

Eugenia Binz

Hanspeter Danioth

Bettina Fenk

David Jund

Urs Odermatt

Maya Sonderegger Sowe

Zweckartikel (Art. 2.1. der Statuten)

Der Verein verfolgt in Ergänzung und Zusammenarbeit

mit Caritas Schweiz folgende

Zwecke:

• die Förderung des Caritas-Gedankens und

der Diakonie in Kirche und Gesellschaft im

Kanton Luzern,

• die Wahrnehmung menschlicher Not und

Ausgrenzung,

Geschäftsleiter, bis März 2009

Geschäftsleiter, ab April 2009

Bereichsleiter Soziale Integration

Bereichsleiter Kommunikation

Bereichsleiter Sozialdienst Asylsuchende und Flüchtlinge

Bereichsleiter Finanzen, Informatik, Administration

bis Oktober 2009

ab November 2009

Bereichsleiterin Personal

Bereichsleiter Arbeit und Bildung

stv. Bereichsleiterin Sozialdienst Asylsuchende, bis Juli 2009

stv. Bereichsleiter Sozialdienst Flüchtlinge

stv. Bereichsleiterin Arbeit und Bildung

stv. Bereichsleiter Arbeit und Bildung

stv. Bereichsleiter Kommunikation

stv. Bereichsleiterin Soziale Integration




die fachgerechte Hilfeleistung, Beratung

und Unterstützung für Menschen in Not,

die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für

soziale Not und Ausgrenzung,

den Einsatz für gerechte soziale und gesellschaftliche

Strukturen.


MItArBEItErInnEn UnD MItArBEItEr, StAnD 31. 12. 2009

ARBEIT UND

BILDUNG

Hans-Peter Widmer

Bettina Fenk

David Jund

Patrick Aeschbach

Alena Alic

Titus Alpiger

Johnny Ambrosini

Gabriela Amrein

Drazenka Anicic

Astrid Artho

Mick Baumgartner

Romana Berger

Isuf Bicaj

Nadja Bösch

Alois Bretscher

Maya Bühlmann

Daniela Bürki

Renata Ceresa

Brigitte Comolli

Antonio Dos Santos

Bulas

Braim Dresh

Sylvia Dykstra

Edith Eberli

Rita Eiholzer

Bernadette Emmenegger

André Fellmann

Kilian Fischer

Rebecca Fröslev

Zemire Gashi

Ursula Getzmann

Elisabeth Giger

Yvonne Gilomen

Claudia Haessig

Eugen Haug

Montserrat Herguedas

Toni Hunkeler

Jessy Imbach

Philipp Ineichen

Richard Isenschmid

Daniela Jambé

Mirella Jasarevic

Simone Kaeslin

Petra Kiml

Daniela Knecht

Franz Koch

Cornelia Kuhles

Tamara Küng

Thomas Lauber

Hannes Lötscher

Manuela Lütolf

Adolf Mathis

Mirjana Milanovic

Anita Muff

Heidy Müller

Esther Niederberger

Leodegar Ottiger

Sepp Ottiger

Claude Perret

Antonia Reichmuth

Hans Peter Renggli

Markus Schäli

Richard Schwab

Thomas Stalder

Monika Staubli

Roland Steger

Renata Steiger

Susanne Stirnimann

Renato Stiz

Annelis Studer

Hans Studer

Ernst Stutz

Deborah Traxel

Daniel von Holzen

Anita Werren

Michael Wicki

Ursula Wilson

SOZIALDIENST

ASYLSUCHENDE

UND FLÜCHTLINGE

Giorgio Leuenberger

Daniel Helfenstein

Hanspeter Danioth

Lucia Abächerli

Stefanie Achermann

Nadine Ahl Aga

Nicole Akkawi

Jessica Andrews

Nathalie Arnold

Silvia Awad

Graziella Béguelin

André Bieri

Hate Binakaj

Kuno Bisang

Bea Bolliger

Pascal Brodard

Edith Brunner

Olivier Bucheli

Katrin Burri

Nadja Buser

Anna Cisotta

Stefania Daini

Britta Dehnhardt

René Dermont

Brigitte Dössegger

Jacqueline Egger

Dinah Ehrsam

Pius Emmenegger

Lulzim Etemaj

Daniela Fischli

Joanna Frei

Stephan Frei

Werner Gisler

Daniel Gohl

Hans Häfliger

Johanon Hanno

Steve Heller

Emil Honauer

Alena Hunziker

Thomas Isaak

Chantal Kaufmann

Tuyambulu Kidimbu

Robert Kind

Patrick Klausberger

Blanca Kurmann

John Künzi

Patricia Liechti

Helena Lisibach

Vlora Mulaj

Franziska Müller

Armin Murpf

Agnes Pfrunder

Jeannette Rauschert

Frida Rebsamen

Jürg Roos

Adrienne Salim

Nicole Schaefer

Anna Schäli

Ueli Schäli

Nicole Scherer

Martina Schild

Monika Schlumpf

Markus Schmid

Astrid Spengler

Ralph Stamm

Eva Straumann

Kathrin Stutz

Saleh Tahir Saadullah

Thi Do Kong Tran

Natalie Umeh

Nadine Vejar

Urs Waldispühl

Angela Walker

Monica Weibel

Brigitte Weissen

Christine Werder

Kilian Widmer

Claudia Wilhelm

Dominik Willi

Pinuccia Winiger

Regula Wohlfender

Annamarie Würms

Willi Zemp

Eliane Zillig

Urs Zinniker

Richard Zuurendonk

SOZIALE

INTEGRATION

Hanspeter Herger

Maya Sonderegger

Sarah Bohnenblust

Heidy Burri

Ruth Elmiger

Helga Früh

Tom Giger

Heidi Ittig

Andrea Jenny

Lili Kaelin

Sonja Köchli

Heidi Ragonesi

Dary Schürmann

David Sidler

Rita Ueberschlag

Melanie Vodenicharov

Helen von Flüe

Maria Willimann

FINANZEN,

INFORMATIK,

ADMINISTRATION

Thomas Odermatt

Elisabeth Berger

Esther Brönnimann

Roland Fröhlicher

Ruth Gasser

Urs Grüter

Silvia Hartman

Irene Nestler

Heidi Popprath

Maja Roos

Guido Rösli

Stefan Rucki

Anita Schmid

Margrit Siegrist

PERSONAL

Daniela Tanno

Lisbeth Lötscher

Silvia Stucki

KOMMUNIKATION

Karl Kirschbaum

Urs Odermatt

Edith Hausmann

Daniela Mathis

31

AUSZUBILDENDE,

PRAKTIKANTEN UND

PRAKTIKANTINNEN

Rufije Aliji

Fabienne Bättig

Karin Buholzer

Roger Dietrich

Julia Erazo

Sami Gashi

Tamara Heller

Besart Hoxhaj

Alis Maksuti

Armin Maslic

Aleksandar Milenkovic

Leonita Mulaj

Cornelia Näpflin

Maria Nigg

Abel Samuel

Jennifer Schärli

Ramona Schleiss

Manuela Schwegler

Debora Schwyzer

Selina Singh

Viktor Sremcevic

Marion Elena Steffen

Larissa Tremp

Sonja Wildhaber

Lucia Winkler

DOLMETSCHENDE

240 Dolmetschende

im Einsatz.

ZIVILDIENST-

LEISTENDE

35 Personen leisteten

einen Zivildiensteinsatz.


ADrESSEn

Geschäftsstelle

Finanzen, Informatik, Administration

Kommunikation

Interkulturelle Vermittlung

Koordination Freiwilligenarbeit

Begleitung in der letzten Lebensphase

Sozialberatung

Morgartenstrasse 19

6002 Luzern

Telefon 041 368 52 00

Fax 041 368 51 07

mail@caritas-luzern.ch

Sozialdienst Asylsuchende und Flüchtlinge

Brünigstrasse 25

6005 Luzern

Telefon 041 368 51 10

Fax 041 368 51 02

migration@caritas-luzern.ch

Zentren für Asylsuchende

«Sonnenhof»

6020 Emmenbrücke 2

Telefon 041 368 51 80

«Withentor»

6102 Malters

Telefon 041 368 52 30

www.caritas-luzern.ch

Dolmetschdienst Zentralschweiz

Morgartenstrasse 19

6002 Luzern

Telefon 041 368 51 51

Fax 041 368 52 88

dolmetschdienst@caritas-luzern.ch

www.dolmetschdienst.ch

Arbeit und Bildung

Grossmatte Ost 10

6014 Luzern

Telefon 041 368 51 20

Fax 041 368 52 42

intervall@caritas-luzern.ch

Caritas Dienstleistungen

Grossmatte Ost 10

6014 Luzern

Telefon 041 368 51 30

Fax 041 368 52 44

dienstleistungen-littau@caritas-luzern.ch

Caritas Laden Luzern (Caritas-Markt)

Bleicherstrasse 10

6003 Luzern

Telefon 041 368 51 50

Fax 041 368 53 02

markt@caritas-luzern.ch

Caritas Naturalspenden

Grossmatte Ost 10

6014 Luzern

Telefon 041 368 53 53

Fax 041 368 52 51

naturalspenden@caritas-luzern.ch

www.naturalspenden.ch

Caritas Bauteilmarkt und Laden Sursee

Münchrütistrasse 14

6210 Sursee

Telefon 041 368 51 40

Fax 041 368 53 32

bauteilmarkt@caritas-luzern.ch

Caritas-Markt Sursee

Unterstadt 10

6210 Sursee

Telefon 041 368 52 80

Fax 041 368 54 99

markt-sursee@caritas-luzern.ch

Caritas Dienstleistungen Seetal

Lavendelweg 8

6280 Hochdorf

Telefon 041 368 51 70

Fax 041 368 54 59

dienstleistungen.seetal@caritas-luzern.ch

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