Natur - Stadt Filderstadt

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Natur - Stadt Filderstadt

nicht mehr so stark erosionsexponiert, daher ist dort die Schicht des

Schwarzjuras noch vorhanden und steht an der Geländeoberkante an.

Hangabwärts finden sich daher die grau-braunen Lias-Sedimente.

Durch diesen Versatz kommt es entlang der Verwerfungslinie zu einem

Wechsel von wasserführenden und wasserstauenden Schichten. Erstere

sind in den Untergrund versenkt und

durch Umlagerung von Tonmergeln ist

der Wasserabfluss blockiert. Dieses

Schichtwasser sucht sich neue Wegsamkeiten

und drückt dabei nach oben,

wobei es zu Quelleffekten, also dass

Wasser heraussprudelt, kommen kann.

Dabei löst das unterirdische Kluft-

wasser Feinsedimente aus dem Decklehm

heraus und führt das Material ab.

Erdfall in den Mahdenwiesen

Diesen Vorgang nennt man Subrosion. Es entstehen Hohlräume, der

Decklehm sackt nach und es tun sich plötzlich Krater auf.

Zu den wasserführenden Schichten gehören der Angulatensandstein und

der Stubensandstein, der aber erst unter dem Knollenmergel folgt, das

heißt in einer Tiefe von 35 m. Dieses Kluftgrundwasser kann also nur über

solche Störungslinien nach oben gelangen. Über den Gehalt an bestimmten

Mineralien, wie z.B. Mangan könnte man analysieren, welcher Grundwasserleiter

hier verantwortlich ist.

Weiterentwicklung eines Erdfalles

Was passiert nun mit einem solchen Erdfall, bleibt er wie er ist oder wird

er immer größer oder kleiner? In der Entwicklung laufen zwei geomorphologische

Prozesse parallel zueinander ab. Zum einen gibt es ein Rinnsal mit

Stauwasser aus dem Hangbereich im Knollenmergel, dessen Auswaschungen

den Krater von oben her zusetzen. Zum anderen führt die oben

beschriebene Grundwasserdynamik zu weiterer Subrosion, wodurch der

Trichter immer weiter und tiefer wird. Welche der beiden Entwicklungen

den stärkeren Einfluss hat, bleibt zu beobachten. Die beiden Prozesse

schwanken in ihrer Intensität auch jahreszeitlich: Während der Vegetationsperiode

ist die Grundwasserneubildung eher gering, dadurch überwiegt

der oberflächliche Prozess. Im Winter schreitet aufgrund des größeren

Grundwasserdargebots eher die Subrosion voran.

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