Natur - Stadt Filderstadt

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Natur - Stadt Filderstadt

Ein hydrogeologischer Einblick in die Ramsklinge

zwischen Plattenhardt, Stetten und der Kochenmühle

im Siebenmühlental

René Schiemann, Dipl. Geologe TÜV Süd

D

ie Ramsklinge liegt westlich von Stetten und Plattenhardt und ist

eines der zahlreichen Seitentälchen des Siebenmühlentals. Sie

nimmt ihren Anfang am Quellaustritt des Ramsklingenbaches,

nur wenige Meter westlich des Waldrandweges im Gewann Tetschleren.

Bereits hier ist der Quellbereich des Ramsklingenbachs schluchtartig tief

eingeschnitten.

Der auf über 470 m Meereshöhe reichende Höhenrücken im Bereich der

westlichen Fildergrabenverwerfung zwischen Stetten und Plattenhardt fällt

ab dem Waldrand recht steil - um insgesamt etwa 120 m bis zur Kochenmühle

im Siebenmühlental bis auf 350 m Meereshöhe ab. Das Wasser hat

hier mit seinen Erosionskräften die Ramsklinge und mehrere Seitenklingen

teilweise mehr als 40 m tief in den Hang eingeschnitten.

Die Quelle des Ramsklingenbachs hat ihr Einzugsgebiet am Südwestrand

der Filderhochfläche in den Wald- und Streuobstwiesenflächen der Gewanne

Weilerhau und Egerten. Das Niederschlagswasser versickert hier im

Filderlehm und gelangt anschließend in die Sandsteinbänke (Angulatensandstein)

des schwarzen Jura. Wo der Lößlehm fehlt oder der Schwarze

Jura aus kaum wasserdurchlässigen Tonsteinschichten besteht, kann das

Wasser auf der Hochfläche nicht versickern oder rasch ablaufen und es

bildet sich Staunässe. Im tieferen Untergrund folgen Tonsteinschichten des

Schwarzen Jura (Psilonotentone), die das Wasser großenteils am tiefgründigen

Versickern hindern. Zudem hat die geologische Schichtung hier ein

geringes, nur leicht nach Südwesten geneigtes Einfallen. Dadurch bildet

sich im Angulatensandstein ein Schichtgrundwasserleiter mit Quellhorizont

im Bereich des westlichen Hanganschnittes aus. In den Gewannen

Weilerhau und Egerten fällt die Geländeoberfläche nur leicht nach Südwesten

ab. Besonders im Winterhalbjahr bilden sich auf den Wald- und

Wiesenflächen staunasse Bereiche aus. Die Staunässe sorgt unter anderem

auch dafür, dass im Weilerhau bei schwerem Sturm viele Baumwurzeln den

Halt im durchtränkten Boden verlieren und immer neue Windwurfflächen

entstehen. Wo das Wasser nicht versickert oder sich oberflächennah staut,

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