Natur - Stadt Filderstadt

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Natur - Stadt Filderstadt

wird es im Weilerhau auch in Drainagegräben entlang der Forstwege gesammelt

und aus dem Weilerhau hangabwärts abdrainiert. Vom Waldrandweg

bis zur Ramsklinge fällt der Hang steil ab und das in den Gräben im

Weilerhau gesammelte Wasser konnte im Hang innerhalb weniger Jahrzehnte

bereits eine neue kleine Seitenklinge mehrere Meter tief in die unteren

Schwarzjuraschichten und den Rätsandstein bis hinunter zum Ramsklingenbach

einschneiden.

Im oberen Bereich der Ramsklinge kann Wasser, das in den wasserleitenden

Schichten (vornehmlich Angulatensandstein und Rätsandstein) zirkuliert,

in den jeweiligen Hanganschnittbereichen als Oberflächenwasser zu

Tage austreten. Dadurch ergibt sich die Morphologie der zahlreichen Erosionsstrukturen

in den Klingenflanken.

Die oberflächennah anstehenden geologischen Schichten im Bereich der

Ramsklinge (Löß- oder Filderlehm, Schwarzjura- und Keuperschichten)

bestehen im Profil ganz überwiegend aus Tonen- und Mergeln, die das

Niederschlagswasser am tiefgründigen Versickern hindern. Das Wasser

fließt deshalb großenteils oberflächlich in kleinen Bächen und Gräben ab

oder es gelangt nur verzögert über Umwege (z.B. über Gesteinsklüfte) bis

in tiefere Schichten.

Das Wassereinzugsgebiet der Ramsklinge entspricht in etwa dem der

oberirdischen Wasserscheide: Die oberirdischen Wasserscheiden sind im

Norden die Hangschulter im Gewann Brand, im Süden die Hangschulter

im Gewann Bildhau und im Osten der Höhenrücken zwischen Plattenhardt

und Stetten. Die Ramsklinge besitzt somit ein hydrologisches Wassereinzugsgebiet

von insgesamt etwa 1 km² Größe.

Zwischen dem Siebenmühlental auf etwa 350 m Meereshöhe und dem

Höhenrücken auf etwa 470 m Höhe hat das Hangwasser aufgrund der

großen Höhendifferenz viel Erosionskraft und konnte teilweise bereits

tiefe Risse in die überwiegend morphologisch weichen Ton- und Mergelschichten

einschneiden. Im mittleren und unteren Teil des Hanges

streichen dazwischen auch weitere Wasser führende Sandsteinschichten

aus, die ebenfalls Quellhorizonte ausbilden. Dies sind in der Ramsklinge

bei etwa 440 m Meereshöhe der Rätsandstein, der unter anderem auch die

Quellen im Zulauf des Bärensees speist.

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