Natur - Stadt Filderstadt

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Natur - Stadt Filderstadt

Naturnahe Umgestaltung von Gewässern

in Filderstadt

Simone Schwiete, Umweltreferentin

D

ie Filderebene ist ein wasserarmes Gebiet, daher wird bei den naturschutzfachlichen

Planungen ein besonderes Augenmerk auf

Gewässer gelegt. Das hat folgenden Hintergrund: Zum einen sind

Gewässer sehr vielgestaltige Lebensräume, die viele verschiedene Tier- und

Pflanzenarten beherbergen, zum anderen ist ihre linienhafte Struktur und

ihre kilometerlange Ausdehnung für den Biotopverbund äußerst wichtig.

Förderung von Gewässerrandstreifen

Neben den Gewässern selbst sind insbesondere die Randstreifen ökologisch

wertvoll, deren extensive Bewirtschaftung über das städtische Ökologieprogramm

seit fast 20 Jahren gefördert wird. Dadurch soll eine

intensive Acker- oder Wiesennutzung bis an die Gewässerkante verhindert

werden und zur Entwicklung einer möglichst artenreichen Saumvegetation

aus Hochstauden und Wildblumen führen. Mit dem Artenreichtum ist es

auf den nährstoffreichen Filderböden zwar schwierig, da sich vor allem

schnellwüchsige Arten durchsetzen und anspruchslosere, seltene Arten

dem Konkurrenzdruck unterliegen. Trotzdem bewirkt der Verzicht auf

Düngemittel und Pestizide sowie die Einhaltung bestimmter Mahdzeitpunkte

die Entwicklung eines Wildkräutersaumes, auf dem die Pflanzen

auch zur Blüte gelangen und somit ein Nahrungsangebot für Insekten

darstellen, die ihrerseits wieder Nahrung für andere Tierarten sind.

Renaturierungen als Ausgleichsmaßnahmen

Im Rahmen des Flughafenausbaus, der umfangreiche naturschutzrechtliche

Ausgleichsmaßnahmen erforderte, wurden die ersten Renaturierungen

durchgeführt. Problematische Abschnitte von Rohrbach/Waagenbach und

Neuhäuser Bach wurden von 1996 bis 2000 naturnah umgebaut. Siehe

Artikel M. Rosenfelder in Ausgabe 2001. Der Achgraben in Bernhausen

folgte dann in zweiter Priorität, der hier beispielhaft erläutert wird:

Der parallel zum Feldweg verlaufende Bach wurde in dem Abschnitt zwischen

der Ortsverbindungsstraße Bernhausen/Bonlanden und der B 312

auf einer Länge von ca. 600 m in einen mäandrierenden Wiesenbach mit

unterschiedlichen Uferbefestigungen umgestaltet. Dazu wurde er vom Weg

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