Natur - Stadt Filderstadt

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Natur - Stadt Filderstadt

Böden und Wasserhaushalt auf den Fildern

und ihre mögliche weitere Entwicklung

Claudia Kreschnak, Uni Hohenheim, Institut für Bodenkunde und Standortslehre

D

ie Filder sind ein Teil des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes,

welches sich vom Schwarzwald bis zur Schwäbischen Alb

erstreckt. Geologisch gesehen handelt es sich bei den Fildern um

einen Grabenbruch (Fildergraben), der sich vor ca. 30 – 40 Mio. Jahren

abgesenkt hat. Begrenzt wird der Fildergraben durch den Schönbuch und

den Schurwald, die ca. 70 m bis 100 m höher liegen als der Graben selbst.

Der Fildergraben verläuft mit einem leichten Gefälle von Nordwesten

nach Südosten.

Die oberste geologische Schicht auf den Fildern wurde im Jura (von vor

200 Mio. Jahren bis vor 145 Mio. Jahren), genauer gesagt, im unteren Jura

(auch: Schwarzer Jura oder Lias) abgelagert. Die Lias-Schicht steht nur an

wenigen Stellen direkt an der Oberfläche an. Zum größten Teil wird sie

von einer Schicht aus sogenanntem Filderlehm bedeckt, der eine maximale

Mächtigkeit von bis zu neun Metern erreicht. (1) Dieser entstand durch die

Verwitterung des anstehenden Gesteins des Lias sowie von Löß, der

während der letzten beiden Eiszeiten (Riß- und Würmeiszeit) durch Winde

herangetragen und abgelagert wurde. Die Ablagerung von Löß während

der Eiszeiten erfolgte an windgeschützten Stellen wie z.B. der Magdeburger

Börde, der Leipziger Tieflandsbucht oder eben auch im Fildergraben.

Lößböden zählen aufgrund ihrer Eigenschaften (gute Durchlüftung,

gute Wasserspeicherfähigkeiten, gute Mineralienverfügbarkeit) zu

den fruchtbarsten Böden in ganz Deutschland.

Die Besiedlung und Kultivierung und damit auch die Rodung der Filder

erfolgte aufgrund des fruchtbaren Bodens und der im Vergleich zur Umgebung

relativ ebenen Lage sehr frühzeitig. Funde lassen bereits auf

Ackerbau in der Jungsteinzeit (ca. 5.000 – 2.000 Jahre v. Chr.) schließen.

Die Entwässerung der Filder erfolgt hauptsächlich durch die Körsch, die,

dem Gefälle folgend, die Ebene von Nordwesten nach Südosten durchfließt

und schließlich bei Deizisau in den Neckar mündet. Die Fließgewässer

auf den Fildern sind, aufgrund des weichen Untergrundes, grundsätzlich

sehr tief ins Gelände eingeschnitten, wodurch sich das ausgeprägte

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