Natur - Stadt Filderstadt

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Natur - Stadt Filderstadt

letzten Jahrzehnt der Bestand im gesamten Großraum Stuttgart stark

abgenommen.

Ist der Kiebitz auf der Filder heimisch?

Nach den Aufzeichnungen der Biotopkartierer Filderstadt brütet der

Kiebitz im Flughafen-Randgebiet, auf der übrigen Filderebene gilt er nur

als unregelmäßiger oder seltener Brutvogel. Meine eigenen Beobachtungen

belegen, dass für 2006 ein konkreter Brutverdacht besteht.

01.04. 2006

Ein Pulk Kiebitze fliegt östlich von Bernhausen in der Nähe der Markungsgrenze

zu Neuhausen a.d.F. Im Gewann Endelbach befindet sich ein

kleines Feuchtgebiet, das ein Wasser führender Graben durchquert und in

das mehrere Tümpelchen eingestreut sind. Der Graben und der Endelbach

sind geschützte Biotope nach § 32 Landesnaturschutzgesetz. In der feuchten

Aue wachsen Riedgräser, Sumpfdotterblumen, Wilde Karde und Blut-

Weiderich. So richtig geschaffen ist es für den Sumpf- und Wiesenvogel. In

dieser Zeit hat der Kiebitz seine vier Eier gelegt und in einer Bodenmulde

versteckt. Die genaue Stelle der Kinderstube kenne ich nicht.

07.05.2006

Ein Kiebitz flattert aufgeregt in der Nähe des Feuchtgebietes hinüber zum

Endelbach. Der Altvogel möchte den „Störenfried“ von seinen Jungen

weglocken. Es wäre verkehrt, diese zu suchen. Der scheue Flugkünstler aus

der Familie der Regenpfeifer würde das verübeln. Die Küken sind Nestflüchter

und können bereits von Anfang an in der Umgebung umherlaufen.

Wenn ihr Dottervorrat aufgebraucht ist, sind sie nach wenigen Tagen

in der Lage, Insekten aufzupicken. Um zum Beispiel vor Füchsen sicher zu

sein, hat ihr Daunenkleid eine perfekte Tarnfärbung. Die kleinen Federbälle

bleiben für mich unsichtbar. Ich ziehe mich zurück.

Einen weiteren ausgewachsenen Kiebitz erkenne ich mit dem Fernglas auf

dem gegenüberliegenden Maisacker. Gut auszumachen ist die typische

Federhaube, die er gern aufstellt. Von der Nähe besehen ist der Vogel

oberseits schwarz-grün, unterseits weiß, am breiten Brustlatz schillernd

dunkelgrün, blau und purpurn. Das große Auge ist braun, der Schnabel

schwarz und der Fuß tief dunkelrot.

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