Natur - Stadt Filderstadt

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Natur - Stadt Filderstadt

schnelle und zahlreiche Vermehrung, gerade in Gewässern ohne Feinde.

So gibt es mittlerweile Seen, die einer Goldfischplage ausgesetzt sind. Nur

mit großer Mühe können die Goldfische dort gefangen werden. Bislang

sind es nur einzelne Exemplare des Goldfisches, die in den hiesigen

Waldteichen schwimmen, aber es müssen nicht noch mehr werden. Es

wäre schon ein recht komischer Anblick, wenn in einem Waldteich Unmengen

an Goldfischen schwimmen würden. Orange Fische gehören in

keinen Waldteich, sondern in den Garten. Die Goldfische wären allein

nicht so schädlich, sie fressen nur Insektenlarven und kleine Würmchen,

weshalb sie allenfalls Nahrungskonkurrenten für heimische Fische, wie die

Schleie darstellen können. Es gibt aber Fischarten, wie den Sonnenbarsch

und den Katzenwels, die beide aus Amerika stammen und auch in

europäischen Gewässern ohne Probleme überleben. Sie werden vielfach in

Gartenteichen und Aquarien gehalten bis sie zu groß sind und dann

ausgesetzt werden. Diese beiden Fischarten vermehren sich ebenfalls

ausgesprochen schnell und zahlreich, sodass sie in kurzer Zeit ein ganzes

Gewässer besiedeln können, mit schlimmen Folgen für das gesamte

Ökosystem. Beide Arten sind starke Räuber, die vor allem den Laich

heimischer Fische und Amphibien sowie Molche und Kaulquappen in

großen Mengen fressen. Wenn sie sich erst einmal in einem Gewässer

angesiedelt haben, dann sind sie, wenn überhaupt, nur mit großem

Aufwand herauszubekommen. In den Baggerseen im Neckartal gibt es

mittlerweile in so gut wie jedem See unglaubliche Mengen an

Sonnenbarschen, denen keiner habhaft werden kann. Sie wurden vor

Jahren von Privatleuten, die sie in Aquarien oder Teichen hielten, in die

Seen ausgesetzt und vermehren sich nun ungehindert. Die Schäden, die

diese Fische anrichten sind immens, da sie einen großen Teil des Laiches

der heimischen Fische fressen. Erstaunlich ist dabei, dass die Raubfische

wie Hecht, Zander, Barsch und Wels nur selten diese amerikanischen

Einwanderer fressen. Die Exoten scheinen ihnen nicht so sehr zu

schmecken.

Zum Glück halten sich die fremden Fisch- und Tierarten in den

Filderstädter Gewässern bislang noch in Grenzen und es bleibt zu hoffen,

dass dies auch in Zukunft so bleibt. Dies gelingt nur, wenn sogenannte

Tierliebhaber nicht alles, was sie im heimischen Zoohandel erwerben

können und ihnen irgendwann lästig wird, in den heimischen Gewässern

„entsorgen“.

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