Natur - Stadt Filderstadt

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Natur - Stadt Filderstadt

Dorf La Roche Blond bei Fresseline das Quartier einer sehr seltenen Fledermausart,

der Kleinen Hufeisennase aufgesucht. Diese wärmeliebende

Art, die in dichter Vegetation ihre Wochenstuben einrichtet, machte uns

das Auffinden nicht ganz leicht. In einem verlassenen Bauernhaus, das fast

undurchdringbar eingewachsen ist, wurden wir dann fündig. Dass sich die

Art gerade dort niedergelassen

hat, hängt mit dem relativ warmen

Mikroklima in der Gegend

zusammen. Geologisch

liegt hier im Gegensatz zum

ansonsten vorherrschenden

Granit die Gneis-Schiefer-Formation

vor. In der Pflanzenwelt

zeigt sich dieser Wechsel

unter anderem darin, dass die

Hainbuche als dominierende

Baumart von der Ulme abge- S. Schwiete, P. Endl, P. Marquet, J.-M. Bienvenu

löst wird.

Am Zusammenfluss der kleinen und der großen Creuse wurde uns ein

FFH/Natura 2000-Gebiet (europäisches Schutzgebiet) vorgestellt. Dabei

handelt es sich um frühere Heideflächen, die über eine entsprechende

Bewirtschaftung erhalten bzw. wiederhergestellt werden sollen. Fasziniert

hat uns vor allem die Ausdehnung der dortigen Schutzgebiete. Während

wir uns hier im Ballungsraum in der Größenordnung einiger Hektar

bewegen, sind es dort kilometer-große Gebiete.

Die Vogelwelt im Visier

In der Nähe von Crozant haben wir uns mit Spektiv und Fernglas am

Flussufer auf die Lauer gelegt und die gegenüberliegenden Felsen ins Visier

genommen, wo ein Wanderfalkenpärchen mit Jungtieren zu beobachten

war. Die Auflösung reichte, um selbst die Hornklappe an der Nase der

Tiere zu erkennen, die bei den enormen Fluggeschwindigkeiten einen

Überdruck in der Lunge verhindert. Spektakulär war die Übergabe der

Beute vom jagenden Männchen an das Weibchen in der Luft, also während

des Fluges. Interessanterweise gehen die Wanderfalken eine Symbiose mit

den Kolkraben bei der Abwehr potenzieller Feinde ein.

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