Natur - Stadt Filderstadt

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schüsselförmig. In den Fruchtkörpern entstehen ein- oder mehrzellige

Sporen, die bei der Reife ausgeschleudert werden. Die Verbreitung erfolgt

durch Wind, Regen oder Tiere. Mit Hilfe des Bestimmungsschlüssels

fanden sie heraus, dass es sich dabei um eine Blattflechte, die Gewöhnliche

Gelbflechte (Xanthoria parietina) handelt. Diese toleriert einen

Schwefelgehalt von 0,07 bis 0,1 mg/m² und zeigt eine mäßige bis geringe

Luftbelastung. Blattflechten: Bei diesen erheben sich blattartig geformte

Teile des Körpers von der Unterlage, sie ähneln Blättern und sind meist

auch grün gefärbt.

Eine andere Gruppe fand an

„ihrem“ Baum gleich mehrere gute

Luft-Zeiger: Die Strauchflechten

Gewöhnlicher Baumbart (Usnea filipendula)

Pflaumenflechte (Evernia prunastri),

Kleienflechte oder Baummoos (Pseudovernia

furfuracea) und sogar die grubige

Bartflechte (Usnea filipendula).

Diese drei Strauchflechten tolerieren

jeweils unterschiedlich einen Schwefeldioxidgehalt

bis 0,03 mg/m² und

0,06 mg/m² und zeigen eine mäßige

bis sehr geringe Luftbelastung auf.

Gleichzeitig hatten wir auch eine Rote Liste-Art, den grubigen Baumbart,

als gefährdete Art gefunden. Strauchflechten: Sie haben feine Verästelungen,

umfangreiche Teile des Körpers sind stielförmig und lang gestaltet.

Unter dem Binokular schauten wir uns weitere Rote Liste-Arten, wie die

Weißfleckige Schwielenflechte (Physcia aipolia) und die Röhrige Blasenflechte

(Hypogymnia tubulosa) an. Die Kinder waren begeistert, diese so

unscheinbaren Wesen so stark vergrößert zu sehen. Vor allem konnte man

gut die Apothecien (Fruchtkörper) bei der Weißfleckigen Schwielenflechte

und die röhren- oder fingerhaften Flechtenlappen mit den Soralen an den

Enden der Röhrigen Blasenflechte sehen. Sorale sind staubige Aufbrüche

der Flechten für die vegetative Vermehrung, aus der Körnchen aus wenig

verflochtenen Pilzfäden und Algen austreten. Durch Verbreitung dieser

Körnchen können neue Flechten gebildet werden.

Aber auch eine Krustenflechte fanden wir: Die Pünktchenflechte (Amandinea

punctata). Diese ist relativ unempfindlich und toleriert einen Schwefeldi-

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