Festschrift

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Festschrift

150 Jahre

Schutzgebühr: 1 EUR

Prinzengarde Engers

Rot-Weiß 1855 e.V.


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Grußwort

des Landrates Rainer Kaul

Hervorragende Einbindung

der Jugend

Engers ist ohne Zweifel eine der

karnevalistischen Hochburgen in

unserer Region. Viele Engerscher

Bürgerinnen und Bürger sind Mitglied

und engagieren sich in einem der fünf

Vereine, die sich ganz der fünften

Jahreszeit verschrieben haben, sei es

bei der GEK, bei den Möhnen, den

beiden Wagenbauvereinen oder eben

bei der Prinzengarde.

Nach den Überlieferungen wurde

im Jahre 1855 erstmalig Karneval

„organisiert“ gefeiert, so etwa, wie

wir ihn heute kennen, nämlich mit

einem Prinzen, der damals Ewald

hieß, und erstmalig mit Gardisten, die

den Prinzen durch die karnevalistische

Session zu begleiten hatte.

Natürlich waren die „Offiziellen“

keine ernsten preußischen Beamten,

sondern mussten damals wie heute

Spaß an der Freud haben.

Heute hat die Prinzengarde viele

Mitglieder, Männer und Frauen,

Jungen und Mädchen, die nicht

nur den Prinzen mit ihren roten

Kostümen umrahmen, sondern sie

haben den Gardetanz zu Ehren des

Prinzen entwickelt und bieten heute

einem begeisterten Publikum zusammen

mit der Showtanzgruppe

ein temperamentvolles, attraktives

Programm in herrlich farbenfrohen

Kostümen.

Ich freue mich sehr, dass die

Engerser Prinzengarde so stark im Ort

verwurzelt ist und somit die karnevalistischen

Traditionen mit immer

noch vielen karnevalsbegeisterten

Mitstreiterinnen und Mitstreitern auch

in der Gegenwart erhalten werden

können. Mit der hervorragenden

Einbindung der Jugend ist der

Engerscher Karneval auch in Zukunft

gesichert.

Mein Dank gilt allen Aktiven und

Freunden des Vereins, die sich um die

Weiterentwicklung verdient gemacht

haben, insbesondere den Organisatoren

für die fünfte Jahreszeit, die mit

allen Vorbereitungen fast das ganze

Jahr umfasst.

In diesem Sinne ein herzliches

Engerscher Helau!

Rainer Kaul

Landrat des Kreises Neuwied

1


2

Grußwort

des Oberbürgermeisters Nikolaus Roth

Was ist Karneval in Engers ohne

die Prinzengarde? Dies wird sich auch

jene Narrenschar gedacht haben, die

laut Überlieferung bereits 1855 erstmals

in Engers Karneval organisiert

und gefeiert hatte. Der Prinz hatte

also damals schon seine Gardisten,

die ihm treu zur Seite standen. Und so

kann die Prinzengarde Engers in der

Session 2004/2005 einen besonderen

Geburtstag feiern: sie wird runde 150!

Gerne nehme ich dieses Jubiläum

zum Anlass, um im Namen der Stadt

Neuwied herzlich zu gratulieren. Ich

denke, wir können stolz sein auf derart

traditionsreiche und nach wie vor

engagierte Pflege des Brauchtums Karneval

in unserer Stadt. Und die Prinzengarde

Engers kann zweifellos stolz

sein, auf das, was sie geleistet hat.

Diese Festschrift gibt Einblicke in

die Geschichte und Entwicklung der

Garde. Ich möchte von der Stelle aus

viel Vergnügen bei der Lektüre wünschen

und darf gleichzeitig alle Besucherinnen

und Besucher, die im

Rahmen des Jubiläums erwartet werden,

herzlich begrüßen. Die Engerser

Prinzengarde, davon bin ich überzeugt,

wird mit einem rundum gelungenen

Programm einmal mehr beweisen,

dass sie nicht nur beim Garde-

tanz eine gute Figur macht, sondern

auch eine ausgesprochen gute Gastgeberin

ist.

150 Jahre Prinzengarde – darin

spiegeln sich natürlich auch Aspekte

wider, die Engers offenkundig auszeichnen

und typisch sind für das örtliche

Leben: zum Beispiel die ausgeprägte

Pflege von Tradition oder das

große bürgerschaftliche Engagement.

So ist es eigentlich überflüssig zu

erwähnen, dass sich die Prinzengarde

über ihre bedeutende Rolle im Karneval

hinaus auch bei anderer Gelegenheit

immer wieder einbringt. Man

denke etwa an den Engerser Convent.

Dass sie außerdem eine aktive

Jugendgarde in ihren Reihen hat, lässt

noch so manche weitere „runde Geburtstage“

erwarten. Ich wünsche für

die Zukunft alles Gute und verbinde

dies mit einem Wort des Dankes und

der Anerkennung für das verdienstvolle

Engagement in den vergangenen

150 Jahren.

Nikolaus Roth

Oberbürgermeister der Stadt Neuwied


Grußwort

des Vorsitzenden Josef Kretzer

Kein Prinz und keine Prinzessin

konnten in der Vergangenheit ohne

ihre Garde auskommen. Und so ist es

auch im Karneval. Dort wird jedoch in

der Fassenacht die Obrigkeit aufs Korn

genommen, und so ist die Prinzengarde

eine Persiflage, eine geistreiche Verspottung

von soldatischen Drill.

Prinzengarden haben eine meist

ebenso lange Tradition wie Karnevalsgesellschaften

und sind, wie diese, zu

einem Träger des rheinischen Brauchtums

geworden. Und wenn in der

Session 2004/2005 die Prinzengarde

Rot-Weiß Engers auf stolze 150 Jahre

ihres Bestehens zurückblicken kann,

so gehört sie, nicht nur im Karneval,

sondern auch im Vereinsleben der

Engerser Vereine, zu einem Traditionsverein,

der sich Verdienste um das

gesellschaftliche Leben in unserem Ort

und um die Erhaltung des Brauchtums

erworben hat.

Unter ihrem Kommandeur Bernd

Wolff hat sich die Prinzengarde Rot-

Weiß Engers zu einer leistungsstarken

Truppe herangebildet, die im

Karneval nicht nur für das Prinzenpaar

unverzichtbar ist, sondern auch

mit ihren eigenen Aktivitäten, und

hier darf ich stellvertretend die Großveranstaltung

„Karnevalistische Frühschoppen“

nennen, wesentlicher Bestandteil

einer jeden Session ist. Ihr

Auftreten und das Auftreten der

Kindertanzgarden in den Sitzungen

und bei den übrigen karnevalistischen

Veranstaltungen sind ein Beispiel für

eine aktive Gemeinschaft.

So gratuliere ich dem Jubiläumsverein

und wünsche ihm auch für die

Zukunft weiterhin viel Erfolg und

eine gute Zeit.

Josef Kretzer

Vorsitzender des

BÜRGERVEREIN ENGERS

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4

Grußwort

des Präsidenten Peter Schmorleiz

Als Präsident des Regionalverbandes

Karnevalistischer Korporationen

Rhein-Mosel-Lahn e.V. – Sitz

Koblenz – grüße ich im Namen des

Präsidiums die Prinzengarde Engers

Rot-Weiß 1855 e.V. auf das Herzlichste.

Es ist mir eine große Freude,

dem Jubelverein meine Glückwünsche

und Anerkennung auszusprechen.

Der RKK, mit über 1.060 angeschlossenen

Vereinen – weit über

600.000 Mitgliedern – der größte

selbstständige Regionalverband in

Deutschland, ist stolz, eine solch

renommierte Garde in seinen Reihen

zu wissen.

Wenn die Prinzengarde Engers

Rot-Weiß 1855 e.V. heute auf ihr 150jähriges

Bestehen zurückblicken kann,

so ist dies zu Recht ein Ereignis, dass

alle Beteiligten mit Freude und Stolz erfüllen

darf. Aktive, Inaktive, Freunde und

Gönner dürfen sich freuen, diese Garde

in diesen 150 Jahren mit Engagement

zur Erbauung der Mitmenschen geführt

zu haben. Der Stolz ist deswegen

berechtigt, weil das Geburtstagskind

drei unglückselige Kriege überlebt hat

und auch weit über die Grenzen seines

Heimatortes den Menschen Freude

bereitet. Es ist immer wieder ein tolles

Bild, wenn die Prinzengarde Engers

aufmarschiert!

Für all’ die Arbeit, für den gesellschaftspolitischen

Einsatz gebührt der

Prinzengarde Engers Rot-Weiß 1855 e.V.

heute Dank und Anerkennung, da sie

damit zur Erhaltung unseres schönen

rheinischen Brauchtums einen wesentlichen

Beitrag geleistet hat. Gleichzeitig

gilt dem Verein zu diesem Jubiläum

mein herzlicher Glückwunsch

in der Hoffnung, dass die Gesellschaft

auch in Zukunft für junge – und im

Herzen jung gebliebene – Menschen

eine Stätte wertvoller Freizeitbeschäftigung

sein wird.

In diesem Sinne wünsche ich der

Prinzengarde Engers Rot-Weiß 1855 e.V.

eine stete Aufwärtsentwicklung, viel

Freude an der Aufgabe und allen Jubiläumsveranstaltungen

einen vollen

Erfolg.

Ihr

Peter Schmorleiz

Präsident des

REGIONALVERBANDES

KARNEVALISTISCHER

KORPORATIONEN

RHEIN-MOSEL-LAHN E.V.

– SITZ KOBLENZ –


Grußwort

des Kommandeurs Bernd Wolff

Aus mündlichen Überlieferungen

wissen wir, dass im Jahre 1855 erstmalig

ein Prinz durch Engers marschierte.

Prinz Ewald Hilgels war sein

Name, von Beruf Gastwirt im Lokal

„Rheinischer Hof“.

Was bewegte diesen Mann, sich

derart in seinem Heimatort zu präsentieren,

wer stand ihm zur Seite?

Nach den Überlieferungen hatte dieser

Prinz auch „Gefolgsleute“. Namen

kennt aber niemand mehr. Sicher ist,

dass die Strukturen, die Prinz Ewald

aufbaute, vereinsmäßigen Charakter

hatten. Sicher ist auch, dass der Prinz

über eine „Begleittruppe“ verfügte,

die damals wie heute die Obrigkeit

verulkte. Die Prinzengarde war geboren.

Diese Festschrift gibt einen Überblick

über die Entstehungsgeschichte

eines Vereines, der zwei Weltkriege

überdauert hat. Höhen und Tiefen

des (Vereins-)Lebens sind natürlich

und werden in unserer schnelllebigen

Zeit immer extremer.

Umso erfreulicher ist die Tatsache,

dass alle Kameraden mit der Gestaltung

unseres Jubiläums an einem

Strang gezogen haben.

Ich bin stolz, an der Spitze eines

Traditionsvereines stehen zu dürfen

und gemeinsam mit Ihnen und meinen

Kameraden 150 Jahre Karneval in

Engers feiern zu können.

Mein größter Wunsch ist das

Weiterleben der Traditionen über

viele Jahrhunderte hinweg. Traditionen

zu bewahren und weiterzugeben

sind ein Zeichen menschlichem

Miteinander.

Bernd Wolff

Kommandeur

General der Prinzengarde Engers

Rot-Weiß 1855 e.V.

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Liebe Freunde der Prinzengarde Engers Rot-Weiß 1855 e.V.,

zu Ihrem 150-jährigen Jubiläum möchten wir Ihnen recht herzlich

gratulieren.

Wir wünschen dem Fest und der Session 2004/2005 einen guten

Verlauf und Ihnen für die nächsten Jahre alles denkbar Gute!

Mit karnevalistischem Gruß

Ihre Firma Karl Cristandt oHG

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Cristandt


Geburtstagsgrüße

unseres Ehrenmitgliedes Willi Schunkert

Prinzengarde Engers Rot-Weiß

1855 e.V., eine Truppe, die sich anschickt,

ihr 150-jähriges Bestehen zu

feiern. Die Prinzengarde ist heute ein

hochangesehener Verein in der näheren

und weiteren Umgebung. Geschichtlich

betrachtet findet man

Anhaltspunkte für die Gründung der

Garde im gleichen Jahr wie die Große

Engerser Karnevalsgesellschaft. Schon

der erste urkundlich erwähnte Prinz

verfügte bereits über eine Prinzenbegleittruppe,

die mit militärischen

Parodien aufwartete. So wollen wir

nun das Jahr 1855 auch als das Gründungsjahr

der Prinzengarde Engers

betrachten. Außer ein paar Bildern,

die noch hier und da vorhanden sind,

Motivwagen 1936

gibt es wenige Urkunden, die unsere

Vermutung bestätigen können.

Man erzählt sich, dass in den Jahren

vor dem Ersten Weltkrieg, zu einer

Zeit als im Schloss Engers eine Kriegsschule

beheimatet war, die Prinzengarde

vor den Fähnrichen dieser Schule

ihr Exerzieren und ihre Parade vorführten.

Diese und andere Gegebenheiten

hatten einzig ihren Sinn, die Obrigkeit

auf die Schippe zu nehmen und

das allzu ernst Gemeinte aufzuheitern,

wie es noch heute im Karneval

üblich ist.

Bekanntlich parodiert noch heute

die Prinzengarde den Militarismus

mit Knallerei und Feuerzauber bei

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Prinz Wilhelm II. von Hohenweilburg

Willi Weiler 1936

dem jährlichen Sturm auf das historische

Rathaus in Engers. Allerdings

sind dabei keine Toten und Verwundeten

zu beklagen, höchstens fallen

ein paar Bierleichen auf.

Seit einigen Jahren besteht die

Freizeitbeschäftigung der Gardisten

nicht nur aus der Parodie des Militärs.

In einer karnevalistischen Tanzgruppe

werden von den Mitgliedern Leistungen

abverlangt, die an den Hochleistungssport

erinnern. Jedenfalls

dient diese Art der Bewegung sicherlich

der persönlichen Fitness und der

Gesundheit, besser jedenfalls als die

einseitige Bewegung eines Joysticks

am Computer. Das diese Art der

Freizeitbeschäftigung der Geselligkeit

und dem Umgang mit seinen Mitmenschen

dient, brauche ich wohl

nicht zu erwähnen.

Die Zeit nach dem 2. Weltkrieg ist

uns allen, aufgrund der Zeitzeugen,

wesentlich besser

bekannt. Ich erinnere

mich noch

gerne an den Neuanfang

der Prinzengarde unmittelbar

nach Kriegsende. Willi Weiler als Gardehauptmann

hoch zu Pferd gründete

die Prinzengarde nach schwierigen

Jahren neu. Unvergesslich sind die

von ihm eingeführten Husaren-Uniformen

und sein Engagement um die

Sache Karneval.

Nach einigen Jahren stieg Willi

Weiler vom Pferd und das Kommando

ging an Hans Klein über, der mit einer

jüngeren Mannschaft begann. Es brach

auch schon eine andere Zeit an, in der

man Gegenbesuche bei auswärtigen

Vereinen absolvierte.

Willi Weiler 1952


Im Jahre 1957 übernahm ich die

Kommandantur der Garde, und es

sollte die längste Amtszeit eines Kommandeurs

bis heute sein. 20 Jahre leitete

ich die Geschicke der Garde, bis

im Jahre 1977 Erich Bach in meine

Fußstapfen trat. Als ich die Garde von

Willi Weiler übernahm, waren die

Nachkriegsfolgen überstanden. Nach

und nach war wieder mehr Geld in

den Taschen der Menschen, welches

vom Karneval allgemein und der Prinzengarde

im Besonderen benötigt

Hans Klein 1954 Damengarde 1955

wurde. In diesen Jahren gab es viel

Bewegung innerhalb der Garde. Ein

Fanfarenzug und ein Spielmannszug

wurden gegründet, aber leider war die

Finanzdecke nicht dick genug, sodass

diese Gliederungen des Vereins ihren

Betrieb nach einigen Jahren wieder

einstellen mussten. Eine Damenprinzengarde

und eine Gruppe Funkenmariechen

wurden ins Leben gerufen.

Im Jahre 1964 gelang es mir und

meinen Mitstreitern, die Prinzengarde

auf 74 aktive Personen in Uniform

1956


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Willi Schunkert

1962

auszubauen, die eine der Attraktionen

im Engerser Rosenmontagszug darstellten.

Während dieser Zeit nahm die

Prinzengarde in Begleitung des Fanfarenzuges

an Umzügen in Bad Hönningen,

Höhr-Grenzhausen und Heimbach-Weis

teil. Nach einem Freundschaftsbesuch

in Solingen wurde ein

Prinzengarde-Treffen unter Mitwirkung

von 10 Vereinen, verbunden mit

einem Festzug, in Engers durchgeführt.

Gerne erinnere ich mich an den

Sieger dieses ersten Tanzturnieres,

die Weiser Möhnen. Auf die Besuche

zu dieser Veranstaltung folgten

Gegenbesuche in Bad Hönningen und

Freudenburg.

Nach fast 20 Jahren hatten die

Husarenuniformen ausgedient. Eine

neue Uniform zierte die Engerser

Garde, die mit geringen Abweichungen

noch heute getragen wird.

1977 übertrug ich Erich Bach das

Kommando über meine Prinzengarde.

Er machte Engers und die Prinzengarde

durch das Tanzfestival am

Rhein weit über seine Ortsgrenzen

hinaus bekannt. Ihm verdankt die


Garde einige Bühnenbilder, die Erichs

gestalterisches Geschick nur erahnen

lassen.

Das Tanzfestival am Rhein war

Auslöser von einer Menge Gegenbesuchsverpflichtungen,

die sich auf

das ganze Jahr verteilten. Es stellte

sich nun die Frage der Finanzierung,

da nicht nur Kosten für eine Uniform

entstanden, sondern auch Fahrtkosten

bis in das Kölner Einzugsgebiet.

Gleichzeitig wurden auch steuerliche

Fragen laut. Bei größeren Umsätzen

aller Kooperationen stieg die Steuerpflicht,

dies sollte vermieden werden

zugunsten des Engerser Karnevals.

Die Große Engerser Karnevalsgesellschaft

und die Prinzengarde Engers

teilten sich in zwei rechtlich selbstständige

Vereine, und so zielt man

also getrennt auf die Feierlichkeiten

in der Session 2004/2005 hin. Nach

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der Trennung war die Prinzengarde

nicht mehr von den Vorstandsbeschlüssen

der GEK abhängig und

konnte so ein Eigenleben entwickeln.

Sei es in Fragen der Uniformen oder

der Gestaltung und des Ablaufes der

Veranstaltungen, die Prinzengarde

entscheidet selbst über Anschaffung

und Finanzierung.

Zieht man ein Fazit, kann diese

Lösung sicherlich als gut bewertet

werden, denn noch immer heißt

es „Getrennt marschieren, vereint

schlagen“.

Ich wünsche der Prinzengarde

Engers alles erdenklich Gute zu ihrem

150-jährigen Bestehen.

Willi Schunkert

Ehrenmitglied

General a. D.

11


12

Wir gratulieren der Prinzengarde

zu 150 Jahre Frohsinn


Geburtstagsgrüße

unseres Ehrenmitgliedes Erich Bach

Dem Narr ward’s in die Wieg’

gelegen, Freude zu schenken,

ein ganzes Leben.

In den Jahren 1977 bis 1988

begann für mich eine neue Ära im

Engerser Karneval. Seit meiner Kindheit

war ich zwar mit dem karnevalistischen

Geschehen sehr vertraut,

denn in meinem Elternhaus war der

Karneval kein Fremdwort. Vater dichtete

Büttenreden, die Mutter brachte

sie dann zum Vortrag. Sie war auch

sehr aktiv bei den Engerser Möhnen,

wobei ich öfters bei diesem Treiben

dabei sein durfte. Als ich 1958 in die

Prinzengarde eintrat, hatte sich ein

Weg für mich geöffnet, den ich damals

nicht erahnte. Nachdem ich in

der Garde vom Fähnrich, Tanzoffizier

und Tambormajor mich so langsam

sozusagen hochdiente, musste es

auch eines Tages dazu

kommen, den Höhepunkt

im Engerser Karneval mitzuerleben:

„Einmal Prinz

zu sein in Engersch am

Rhein“. Für mich ein

unvergessliches Erlebnis,

welches mich bis heute

geprägt hat.

So kam es, dass ich

1977 in die Fußstapfen

meines Vorgängers Kommandeur

Willi Schunkert

trat. Als Willi mir das

Kommando über die Prin- 11 Jahre Kommandeur der

zengarde übertrug, hieß Prinzengarde Engers (1977–1988)

es für mich, ein schweres

Amt weiterzuführen. Die Bürde der

Tradition musste fortgesetzt werden.

Eine Garde zu leiten, die zwei Weltkriege

überdauert hatte und es immer

wieder dabei einen Kommandeur gegeben

hatte, war gerade eine Herausforderung

und eine Verpflichtung,

das Brauchtum zu erhalten. Mit Leib

und Seele habe ich mich dem Amt

des Kommandeurs verschworen und

denke noch gerne an die Zeit zurück,

in der ich mich auf eine gute Kameradschaft

verlassen konnte. Mein 13

innerer Tatendrang gab mir keine

Ruhe; so setzte ich mich in meiner

Zeit als Kommandeur für viele Höhe-


14

punkte, die das

Leben um den

Karneval richtig

geck machten, ein.

Wenn wir bei so

mancher frohen

Runde das Lied

der Prinzengarde

erklingen ließen,

war die Garde so

richtig in ihrem

Element. Feiern

das konnten wir

und daran erinnere ich mich gerne

zurück.

Mit dem Aufleben des Winnetou-

Camps wurde eine schöne Tradition

ins Rollen gebracht. Der Auslöser war

ein Tombolagewinn von Gisela Günzel

(heute Winkler). Der Hauptpreis war

ein Abendunterhalter mit Musik. Im

Garten der Sonderschule bei Kaußen’s

Peter gab es den Auftakt, und das

Winnetoucamp war geboren.

Es folgten mehrere Treffen in

Mogendorf und später in Reckershausen.

Das Lagerleben der Garde und

ihren Angehörigen wurden zu unvergesslichen

Erlebnissen. Durch neue

Ideen, die am Lagerfeuer entstanden

sind, wurden beispielsweise die Weichen

für die Gründung einer Jugend-

garde und der heutigen Bürgerwehr

gestellt. Pläne zu Jahresfahrten galt es

zu verwirklichen, die später zu einem

jährlichen Muss wurden; dieses gab

dem Vereinsleben doch immer wieder

den nötigen Auftrieb. Auf die Reise in

das schöne Allgäu folgten der Besuch

bei den Karl-May-Festspielen in

Elspe. Besuche in Zell und Alf an

der Mosel waren ebenso unvergesslich

wie die Ausflüge zum Minidom,

Safaripark, Steiger Mühle, zu der

Hunnenhorde nach Köln, Auf keinen

Fall darf ich in meiner Aufzählung die

Fahrt nach Rothenburg ob der Tauber

vergessen, denn dieser Ausflug war

ein Pfingsterlebnis der besonderen

Art.

Karnevalistisch gesehen war es

immer ein Höhepunkt in der Session,

wenn es dann zu den Freunden nach

Ratingen ging. Die Auftritte auf einer

Bühne in diesem Großstadtflair war

für uns etwas Großartiges. Besonders

schmeckte uns hinterher das „Alt-

Bier“ so gut. Dabei hatten wir die


Bühnenbild „Lachendes Engers“ 1985

Möglichkeit, unsere Garde bis zu einer

Klasse heranreifen zu lassen, sodass

wir es wagten, im Jahre 1986 zur

Rheinlandmeisterschaft anzutreten.

„Der Mühe und dem Fleiß, reiche

man den besten Preis“.

Diese von mir anlässlich des Tanzfestivals

als Prolog geprägten Worte

waren für die Prinzengarde von großer

Bedeutung. 1986 und 1987 durfte

ich es miterleben, die Meisterschaftsschale

aus der Disziplin der Herrengarden

mit nach Hause zu tragen. Die

Prinzengarde hatte ihrem Namen alle

Ehre gemacht; sie war weit über die

Ortsgrenze bekannt und wurde von

Stund an auch in ihrem Heimatort

geachtet. Diese Beachtung war schon

der Lohn für die Mühe, denn um

den Stellenwert der Garde in Engers

hatten wir in der Vergangenheit

immer schwer zu kämpfen.

Hieraus erfolgte auch die Verselbstständigung

der Prinzengarde Engers

Rot-Weiß 1855 und ein in das Vereinsregister

eingetragener Verein.

Im Jahre 1985 kam mir der Gedanke,

wenn wir als große Garde nach

draußen gehen, dann müsste auch

eine Fahne her, die das Bild einer

Garde abrundete. Kurz darauf legte ich

einen Entwurf vor, wonach eine

Standarte gefertigt wurde. Im festlichen

Rahmenprogramm war es uns

möglich, sie bei einer Fahnenweihe

Fahnenweihe 1985


16

v. l. n. r:

Peter Kaußen,

Helmut Nilges,

Erich Bach

der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die

Engerser Vereine hatten sich rege mit

ihren eigenen Fahnen daran beteiligt.

Ideen hatte ich genug, etwas Neues

zu gestalten. So machte ich mich mit

meinen Gardisten lange Jahre daran,

die Bühnendekoration in der Sporthalle

zu karnevalistischen Anlässen

zu entwerfen. Ich denke dabei an die

Bühnenbilder 1.000 und 1 Nacht, Disneyland

und die Dekoration zum

Auftritt von Lotti Krekel. Später folgten

die Dekorationen für die Prunksitzung

wie der Strahlenkranz, die

Narrenkappe und als Höhepunkt das

„Lachende Engers“.

Bei allen Aktivitäten im Karneval

entwickelte sich das Tanzturnier zu

einem festen Bestandteil im Herbst

jeden Jahres, dem ich den Namen

„Tanzfestival am Rhein“ gegeben

hatte. Im Gardetanzsport war Engers

mit diesem Turnier in aller Munde.

Für die Teilnehmer war es immer eine

Ehre, hier bei unserem Turnier auftreten

zu dürfen. Noch einige Jahre

nach meiner Kommandeurzeit war es

für mich eine Freude, dabei zu sein

und als Turnierleiter durch den

Abend zu führen, dabei die vielen

Auftritte zu verfolgen und die Leistungen

der einzelnen Gruppen zu

betrachten. All dies war schon die

Sache wert. Die Zeit während meines

Kommandos über die Garde war mir

leicht gefallen, denn ich hatte gute

Freunde und Mitstreiter an meiner

Seite. All denen möchte ich an dieser

Stelle mein Dankeschön zurufen.

Genau nach den närrischen 11 Jahren

gab ich meine Führung der Prinzengarde

Engers ab und trug das Kommando

an Bernd Wolff weiter. Möge

es dessen Nachfolger genauso vergönnt

sein, seine Ideen zu verwirklichen

und mit Spaß die Garde in

Engersch führen zu dürfen.

Engersch Helau!

Erich Bach

Ehrenmitglied

Generalfeldmarschall a. D.


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Im Jahre 1975 regierte Prinz Erich I. aus dem Hause Bachus

die Engerser Narrenschar. Für die Prinzengarde war dies ein

absolutes Highlight, war doch einer ihrer treuen Kameraden

Prinz Karneval.

Bei der Vorstandssitzung am

30. 12. 1974 teilte die GEK mit, in der

kommenden Session keinen Prinz

vorzeigen zu können. Schon immer

hatte der Karnevalist aus Leidenschaft,

Ehrenmitglied Erich Bach, den

Wunsch, einmal an der Spitze des

Karnevals zu stehen. Langsam an die

Regentschaft herantastend, wurde zu

später Stunde auf einem Bierdeckel

der Prinz, aus einem Ei geboren, festgehalten.

Drei Freunde fanden sich

zusammen und entschlossen sich,

den Karneval als „Dreigestirn“ von

Engers zu repräsentieren. Dieser Ent-

schluss endete jäh bei Bach’s im

Wohnzimmer. Als die drei ihren Frauen

von ihrer Heldentat berichteten,

sahen diese sich direkt in schönen

Hofstaatkleidern. Also doch keine

reine Männerwirtschaft. Der Hofstaat

war geboren und wurde posthum

ergänzt. Was verteilt ein Prinz, der

sich Silvester zur Regentschaft entschließt?

Diese Frage stellte sich auch

Erich, doch auf alles eine Antwort findend,

wurden kurzum Urkunden

gefertigt, die anstelle von Orden verliehen

wurden. Not macht eben erfinderisch.

Text: BW


Geschichtliches

in Stichworten

1947

Neugründung der Prinzengarde mit

Husarenuniformen

1959

1. Tanzgruppe mit einem Tanzpaar,

Gründung eines Fanfarenzuges und

eines Spielmannzuges, Erstürmung

des Engerser Rathauses durch die

Prinzengarde

1963

1. Freundschaftstreffen für Garden (Vorreiter

des Tanzfestivals am Rhein) auf

dem Schlosshof und im Kolpinghaus

1968

Neugestaltung der Uniformen in Anlehnung

der französischen Infanterie

1973

2. Freundschaftstreffen für Garden in

der Sporthalle Engers

ab 1974

Hallendekoration unter Federführung

von Erich Bach für die Sitzungen der

GEK, u. a. 1.001 Nacht, Disneyland,

Auftritt von Lotti Krekel, Lachendes

Engers

1979 –1998

Tanzfestival am Rhein – Funken- und

Gardetanzwettstreit und Gardetreffen

1979

Bau einer Kanone für den Rathaussturm

und die Umzüge. Erstmals übernimmt

die Prinzengarde die Bewirtung

eines Bierbrunnens am Bahnhof

Engers anlässlich des „Drei-Städte-

Wandertages“ an Christi Himmelfahrt.

1982

1. Vereinsausflug nach Rothenburg ob

der Tauber

1982

Start des alljährlichen Zeltlagers

(Winnetoucamp) in Mogendorf, in der

Folge wurde in Reckershausen (Hunsrück),

in Köngiswinter-Bockeroth, in

Bad Ems an der Lahn gezeltet. In den


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letzten Jahren (seit 1999) wurde dem

Comfort Rechnung getragen und im

Waldheim übernachtet.

1984

2. Vereinsausflug nach Immenstadt im

Allgäu

1984

Die Prinzengarde erreicht die Selbstständigkeit

und wird künftig beim

Amtsgericht Neuwied als eingetragener

Verein geführt; gleichzeitig wird

die Mitgliedschaft im RKK und dem

Bürgerverein beantragt und bewilligt.

1985

Für die Prinzengarde geht ein langgehegter

Wunsch in Erfüllung, künftig

weht ihr eine Fahne voran. Die Standarte

der Prinzengarde Engers wird

feierlich eingewiehen.

1985

Durch die Freundschaft zwischen

Erich Bach und Hans Baitzel entstand

im Lokal „Engerser Hof“ erstmals ein

Vereinslokal – Casino der Garde –, in

dem die Errungenschaften bei anderen

Vereinen und eigene Auszeichnungen

ausgestellt werden können.

1986

Die Prinzengarde Engers ertanzte sich

den 1. Platz bei den Rheinland-Meisterschaften

im Gardetanz – Herrengarden

in Mülheim-Kärlich

1987

Die Prinzengarde Engers ertanzte sich

den 1. Platz bei den Rheinland-Meisterschaften

im Gardetanz – Herrengarden

in Mülheim-Kärlich

1987

3. Vereinsausflug nach Elspe ins Sauerland

und Besuch der Karl-May-Festspiele

1987

Das Tanzpaar Iris Schlegel-Wolff und

Bernd Wolff tanzte bei einigen Tanzwettstreiten

des RKK und belegte den

3. Platz beim Narrenclub Grün-Rot in

Neuwied.

1988

Mit insgesamt drei Neuwieder Vereinen

besuchte die Prinzengarde den

Verein Fröhliche Elf in Berlin und

nahm an deren Veranstaltung teil. Für

21


22

die Teilnehmer bleibt diese Fahrt

unvergessen, wurden die Gardisten

auf dem Weihnachtsmarkt doch als

Nikoläuse bezeichnet.

1990

4. Vereinsausflug nach Hamburg, u. a.

Besuch des Ohnsorg-Theaters

1990

Gründung der Schautanzgruppe (Traditioneller

Tanz, kölsche Lieder)

1993

5. Vereinsausflug nach Rothenburg ob

der Tauber

1996

Das 20. Tanzfestival am Rhein musste

mangels Beteiligung abgesagt werden.

1997

Der Versuch einer Wiederholung des

Tanzfestival scheiterte ebenfalls an

der Teilnehmerzahl; die Aktiven beschlossen

auf das Turnier zu verzichten.

1998

Der 1. Karnevalistische Frühschoppen

wurde ein voller Erfolg.

1998

6. Vereinsauflug nach Lindau am

Bodensee

1997

Gründung der Jugendgarde

2002

7. Vereinsausflug nach Straßburg

2004

Der 7. Karnevalistische Frühschoppen

stellte an die Gardisten die bisher

höchsten Anforderunge; insgesamt

gestalteten 45 Gruppen ein Programm

von mehr als 9 Stunden.

2. 10. 2004

Die Prinzengarde Engers feiert als

Start in die Session 2004/2005 ihren

150sten Geburtstag.

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Heinz Schumann war begeistert von den Trommlern des

Fanfarenzuges der Prinzengarde Engers. Bedingt durch die

„enorme“ Körpergröße des passionierten Möchtegerntrommlers

fand man aber für Heinz Schumann keine passende

Trommel.

Wenn es diese Trommel nicht zu

kaufen gibt, dann bauen wir sie halt

selbst. Diesen Pioniergeist hatten

damals wie heute die „Frontmänner“

Erich Bach und Helmut Nilges. Glücklicherweise

war der Vater von Günter

Heuchemer von Beruf Schreiner. Man

traf sich in Heuchemer’s Küche, und

der Vater wurde solange weich gekocht,

bis er sich bereit erklärte, den

Korpus der Trommel zu fertigen. Der

Rest war für die Gardisten ein Kinderspiel.

Nach Meinung aller Gardisten

hatte die Trommel einen viel besseren

Klang als jede gekaufte Trommel.

Text: BW

Seit 36 Jahren Partner für Kommune, Industrie, Gewerbe

und private Bauobjekte

23


Bilder

aus alten Zeiten

1938 �

1920 �

1965 �

1959 �


� 1951

� 1951

� 1958

� 1950

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Festansprache

Erich Bach zur Fahnenweihe 1985

Sehr geehrte Damen und

Herren,

wir haben hier und heute eingeladen

zu einem Ereignis, welches in

einem langen Vereinsleben keine Alltäglichkeit

darstellt.

Wenn die Prinzengarde Engers den

Endschluß gefaßt hat, eine Fahne

anzuschaffen und dies noch verbunden

mit einer Fahnenweihe, tat

sie es nur mit dem Gedanken und der

Voraussetzung ihres Bemühens um

den Erhalt des Brauchtums.

Lang war der Weg, vom Endwurf

bis zur Finanzierung und lange fieberten

wir diesem Tage entgegen, wo

wir in einem feierlichen Akt bei einer

Fahnenweihe sie der Öffentlichkeit

präsentieren. Auf diesem langen Weg

der Finanzierung gingen wir oft

gemeinsam mit dem Club für Behinderte

INTEG aus Engers und hatten

immer dabei das gleiche Ziel vor

Augen; mit dem Erlös keine Reichtümer

zu horten, sondern denen das

zu schenken, was vielen heute nicht

vergönnt ist:

„Die Freude am täglichen Leben.“

Ein Dankeschön von dieser Seite

an den INTEG.

Ein Dankeschön auch an die,

welche mit einer Spende oder mit

einem Kauf eines Bausteines zur

Finanzierung beigetragen haben.

Lasset mich an alle hier Anwesenden

einen Dank aussprechen,

dafür, daß Sie unsere Einladung angenommen

haben und mit uns gemeinsam

diese Feierstunde erleben.

Darum heiße ich Sie im Namen der

Prinzengarde Engers Rot-Weiß 1855

e.V. herzlich willkommen.

Erich Bach, Engers anno 1985

27


Festrede

Willi Schunkert zur Fahnenweihe 1985

Liebe Festversammlung, liebe Mitglieder der Prinzengarde,

wir alle sind heute nach hier

gekommen, um anwesend zu sein,

wenn bei der Prinzengarde Engers

etwas ganz Seltenes geschieht:

eine Fahnenweihe.

Die Frage stellt sich nach dem Sinn

dieser Sache.

Die Fahne hat ihren Ursprung

schon in der Frühgeschichte.

Um die Fahne sammelten sich

schon die Stämme oder Horden der

Frühzeit. In kriegerischen Zeiten war

die Fahne das Zeichen der Zusammengehörigkeit.

Sie wurde weithin

sichtbar voraus getragen und alle

folgten. Auch bot sie Versprengten ein

Zeichen.

Es waren meist hohe Stangen an

deren Spitze man Götter, Menschen

oder Tierbildnisse trug. Bei den

Ägyptern war es der heilige Stier.

Bei den römischen Legionen wurden

Adler als Fahnensymbole verwandt.

Mit der Zeit wurde die Fahne den

Soldaten ein Zeichen von Verbundenheit:

sie setzten ihre Ehre und ihr

Leben ein. Wir wissen aber auch, daß

in der Vergangenheit mit der Fahne

als Ausdruck von Verbundenheit,

Kameradschaft, Tradition zu Heimat

und Volk viel Schindluder getrieben

wurde.

Die Jugend wurde zur Fahne gerufen

und in ihrer Naivität und Glauben

an das Gute wurde sie oft sinnlos

geopfert.

Aber mit der Zeit wurde die

Fahne nicht nur ein Zeichen von

Militarismus und Krieg, sondern auch

ein Zeichen von Tradition, Heimatliebe,

Glaube an das Gute. Vereine

schmückten sich mit einer Fahne als

Ausdruck ihres Zusammengehörens,

ihrer Treue zur Sache, der sie sich

verschrieben hatten.


Der Mensch sucht immer wieder

Ideale und Traditionen und findet

auch heute in der Fahne den Glauben

wieder, das mit der Fahne auch

Freundschaft und Kameradschaft

wieder einen guten Namen bekommen.

Wenn nun heute eine Fahne

geweiht wird und diese in Zukunft

der Prinzengarde voranweht, dann

soll dies ein Zeichen sein, einer Gruppe,

die in der Sache und ihrem Ziel,

Heimat und Brauchtum zu pflegen,

neuen Auftrieb erhofft.

Dieses Ziel heißt anderen Menschen

Freude zu bereiten und Traditionen

zu wahren.

Wenn wir nun annehmen, daß im

Jahre 1855 mit dem ersten, in unseren

Analen festgeschriebenem Prinz

Karneval auch schon die Anfänge der

heutigen Prinzengarde herzuleiten

wären, dürfte es angebracht sein, der

Prinzengarde, die heute als Verein

hier vor uns steht, eine Fahne zu

ihrem Schmuck zuzubilligen.

Wollen wir der Hoffnung Ausdruck

geben, daß durch die Fahne die

Prinzengarde in ihrem Wollen, das

Volks- und Brauchtum Karneval hier

in ihrer Heimat Engers hochzuhalten,

noch stärker zum Ausdruck kommt.

Tradition der Garde war schon

immer die Freude am Karneval. Diese

Freude, die Menschen bewog, ihre

Freizeit zu opfern, um sich und anderen

ein Stück Lebensfreude zu geben,

um Menschen für einige Zeit die

Mühen und Nöte des Alltags vergessen

zu machen.

Wenn wir in Vereinsbüchern blättern

und Namen lesen, die uns karne-

29


30

valistische Tradition weitergaben,

sind wir heute bereit, in ihre Fußstapfen

zu treten, um ihr Werk

weiterzuführen.

Wenn ich rückblickend dann die

Namen der Kommandeure finde, um

die letzten zu nennen, ab 1918 Karl

Scheidweiler genannt „de Schnorres“,

gefolgt von August Brink, Willi Weiler,

dessen Bild hoch zu Roß mir noch

heute vor Augen steht, muß es uns

Verpflichtung sein, das Erbe weiter zu

tragen. 1939 sagte dann der Krieg

Halt. Aber auch dieser ging einmal

vorbei.

1947 wurde die Prinzengarde dann

in Husaren-Uniformen unter der Leitung

von Willi Weiler wieder

ins Leben gerufen.

Ihm folgte 1955 Hans

Klein. Ab 1957 durfte ich

dann 20 Jahre lang das

Erbe weiterführen.

In dieser Zeit wurde

der Grundstein gelegt für

das heutige Tanzfestival

am Rhein mit dem Ersten

Gardetreffen 1963.

Im Jahre 1967 standen mit eigenem

Fanfaren- und Spielmannszug 74

Personen in Gardeuniformen im

Engerser Rosenmontagzug. 1968

wurde die Prinzengarde neu gestaltet,

die Husaren-Uniformen waren verbraucht

und die Uniformen angeschafft,

in welcher Sie unsere Prinzengarde

noch heute sehen.

1977 übernahm der jetzige Kommandeur

und Gardegeneral Erich

Bach die Truppe und steht ihr noch

heute vor.

Unter seiner Leitung wurde das

Tanzfestival 1979 als alljährliche Darbietung

fest in das Programm aufgenommen.

Die Nachwuchsfrage wurde


durch Gründung von Jugendprinzengarde

und Kadettencorps gelöst.

Der Fortbestand und die Weiterführung

der Tradition ist gesichert,

und es wird in vielen Jahren noch von

der heutigen Fahnenweihe zu lesen

sein.

Beim Rückblick sollte auch nicht

vergessen sein, das Prinzengarde-

Kommandeure hier in Engers Prinz

Karneval waren, so Willi Weiler 1936,

Willi Schunkert 1954 und Erich Bach

1975.

Wir haben nun einiges gehört über

die Fahne, über die Prinzengarde,

über die Traditionen, und ich möchte

mich einem Wunsch anschließen:

dem, daß der Prinzengarde all das

Gelingen möge, was sie sich vorgenommen

hat. Daß die Fahne, ein

gutes Omen für die Zukunft, Ihnen

Freude und die Kraft gibt, weiterhin

für den Karneval in Engers tätig zu

sein. Humor, Frohsinn weiterzugeben

und gute Verwalter des Erbes unserer

Väter zu sein.

Ich darf mich bedanken, daß mir

die Ehre zuteil wurde, zur heutigen

Fahnenweihe die Festansprache zu

halten.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Willi Schunkert, Engers anno 1985

31


34

Statuten

der Karnevalsgesellschaft Narrenclub

zu Engers


Übersetzung:

§ 1

Mitglied der Gesellschaft kann nur jener werden, welcher einen guten Ruf und

das 18. Lebensjahr überschritten hat.

§ 2

Der Verein hat den Zweck, in den Wintertagen, und zwar überwiegend in der

Fastnachtszeit, die Abende durch gemütliche Gesellschaftssitzungen, durch

komische Wortvorträge, lokale Nachrichten und Musik nebst Gesang auszufüllen.

– Freunde können durch Mitglieder eingeführt werden.

§ 3

In der Gesellschaft dürfen keine politischen sowie sozialistischen Wortvorträge

etc. vorgetragen und unterhandelt werden.

§ 4

Es wird von jedem Mitglied ein Beitrag von 1,50 RM erhoben. Der Betrag wird

verwendet im Verein, Musik etc. Der Überschuss kann nach der Fastnachtszeit

verzehrt oder zu einem anderen Zweck gebraucht werden.

§ 5

Ein jedes Mitglied des Vereins hat sich bei den Versammlungen sowie bei den

Festabenden ordentlich zu betragen, auch ist das Mitglied, welches bei Festlichkeiten

oder bei Karnevalssitzungen jemand einführt, für dessen Person

verantwortlich, andernfalls muss das Mitglied aus dem Verein ausgeschlossen

werden.

§ 6

Mitglieder, welche sich unanständig benehmen, werden ohne weiteres von

der Gesellschaft ausgeschlossen.

§ 7

Auflösung des Vereins kann erfolgen, wenn 2/3 der Mitglieder dafür sind.

Von den Mitgliedern wurden obige Statuten gelesen, genehmigt und unterschrieben.

Engers, den 15. Januar 1899

Vorsitzender I. Fritz Hein Schriftführer Alfred Späth

Vorsitzender II. Peter Lehna Festordner Max Schuth

Kassierer J. Gerhar

35


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150 Jahre Prinzengarde

Engers Rot-Weiß 1855 e.V.

Man nehme Menschen mit

gleichen Interessen, füge diese zusammen,

aus deren Mitte bildet sich

ein Sprachführer und schon ist eine

Interessengemeinschaft geboren.

So oder ähnlich muss es wohl gewesen

sein, im Jahre anno 1855, als

der erste Prinz in Engers Karneval

feierte.

War es wirklich der erste Prinz. Es

ist kaum zu glauben, dass er der „Erfinder“

des organisierten Karnevals

war. Schwierig ist auch die Vorstellung,

dass vor 150 Jahren wie Phönix

aus der Asche ein Verein gegründet

wurde. Tatsache ist aber, dass der

Gastwirt des Lokals „Rheinischer Hof“

(heute Druckerei der Werkstatt für

Behinderte), Prinz Ewald Hilgels, als

erster Prinz mit einem kleinen

Umzug durch Engers zog.

Ihn begleiteten Karnevalisten, die

sich als Prinzenbegleittruppe ausgaben.

Blickt man zurück auf die

geschichtlichen Ereignisse, kann

durchaus von den Anfängen einer

„Prinzengarde“ im heutigen Sinne

gesprochen werden. Sicherlich war

diese Truppe sowohl von ihrem

Erscheinungsbild als auch von ihrer

Organisation mit dem heute real

existierenden Verein nicht zu vergleichen.

In einer Zeit, als französische Besatzer

im Rheinland Gesetze machten

und sich die Bevölkerung vehement

gegen diese wehrten, ist von einer

mehr oder minder starken Ausprägung

der „humoristischen“ Gegenwehr

auszugehen.

37


38

In dieser Zeit hatten die Franzosen

das Recht über die Ausführung von

Karnevalsbällen zu bestimmen. Sie

„verkauften“ dieses Privileg meistbietend

an den örtlichen Betreiber eines

Saales, der dann Ausrichter dieser

Veranstaltung war. Diese Veranstaltung

hatte aber nichts mit dem heute

üblichen Sitzungskarneval gemein.

Der Ball-Charakter war hier maßgeblich.

Sehen und Gesehenwerden lautete

die Devise. Wie Sie sich vorstellen

können, waren es in erster

Linie gutbürgerliche Personen und

Adelige, die solche Bälle besuchten

und sich in entsprechenden Gewändern

kleiden konnten.

Aber auch die Bürger trafen sich

in Gasthöfen, die „ohne“ Erlaubnis

der Obrigkeit Karnevalsbälle durch-

führten. Diese waren meist feuchtfröhlich.

Oft gab es „Mißverständnisse“,

die durch den örtlichen

Gendarmen geklärt werden mussten.

Zum Glück haben wir noch heute

unseren „Ortsgendarmen“ (Klaus

Decker), der uns bei verschiedentlichen

Freiluftveranstaltungen, wie

z. B. der Rathaussturm, unterstützt.

Zurück in die Vergangenheit

Da sich diese Ausschreitungen

häuften, wurden Regelungen getroffen,

die für einzelne Personen

und Gegebenheiten gültig sind. Selbst,

wenn sich Personen zu einem bestimmten

Zweck, z. B. der Teilnahme

am Rosenmontagszug, trafen, musste

dies vorab beantragt werden und von

der Obrigkeit per Polizeiverordnung

genehmigt sein.

Sie können sich vorstellen, welche

Rechercheaufgaben wir bewältigen

mussten, alleine diesen Sachverhalt

herauszufinden. Ich bedanke mich an

dieser Stelle bei Frau Dr. Brog, die mir

zufällig im Stadtarchiv Neuwied

begegnete und einige sehr informative

Hintergrundinformationen mitteilte.

Wenn nun nach Urkunden oder

Dokumenten aus dieser Zeit verlangt

wird, so muss ich leider passen. In


zwei Weltkriegen, einer Weltwährungskrise

und einer 150-jährigen

Geschichte mit mehreren Kommandeuren

sind die Unterlagen nicht

mehr vollständig. Mündliche Erzählungen

sind fundierter als das geschriebene

Wort. Von Kommandant

zu Kommandant wird immer wieder

das Gründungsjahr der Prinzengarde

mit der Großen Engerser Karnevalsgesellschaft

genannt. Bei seinem

80. Geburtstag versicherte mir Willi

Weiler die Entstehung der Prinzengarde

im Jahre 1855. Manch einer

sagt nun: „Na ja, da hat der Willi aber

noch nicht gelebt.“

Sicherlich richtig, aber auch ihm

wurde dies von seinem Vorgänger

August Brink in dieser Form weitergegeben,

der sein Wissen sicherlich

von dessen Vorgänger Karl Scheidweiler

erhalten hat. Diese mündlichen

Überlieferungen sind wahrlich

„treffsicherer“ als manch andere

schriftliche Aussage, die nach einer

solch langen Zeit auch nicht immer

nachprüfbar ist.

v. l. n. r: Funkenmariechen Monika Bach, Willi Schunkert, Peter Koch, Karl Matheis,

Günter Wilhelmus, Hermann Helwig, Peter Kaußen, Helmut Nilges;

kniend: Klaudia Richter (Nilges), Ekkehard Günzel, Jürgen Günter, Gerd Theis

39


40

In dieser Festschrift finden Sie

einige Bilder aus den verschiedenen

Perioden der Prinzengarde Engers.

Ihnen begegnen Namen, die Sie

sicherlich nie mit der Garde in

Zusammenhang gebracht hätten.

Andere gehören zu der Garde, wie der

Wasserturm zu Engers.

Die Bilder wurden von uns mühsam

bearbeitet und wenn möglich mit

den dazugehörigen Namen versehen.

Dies ist uns leider nicht immer gelungen.

Daher richte ich an Sie, als

Leser dieser Festschrift bzw. Besucher

der Bilder-/Dokumentenausstellung

die Bitte, auch nach der Veröffentlichung

die fehlenden Namen

zu ergänzen. Unser Ziel ist der Aufbau

eines möglichst vollständigen

Archivs. Hierzu ist Ihre Mithilfe unerläßlich.

Bitte scheuen Sie nicht den

Anruf bei dem Vorstand und teilen

Sie Ihre Kenntnis mit. Dies gilt nicht

nur für Bilder aus vergangenen Jahren,

sondern auch für Anekdoten, die Sie

selbst erlebt haben oder von Eltern,

Großeltern, Freunden etc. erzählt

wurden. Für Ihre Mithilfe bedanke

ich mich im Voraus.

Wir haben versucht, Ihnen einen

Überblick über die 150-jährige Vereinsgeschichte

zu geben. Markante

Dinge sind erwähnt, ebenso wie alltägliche

Gepflogenheiten. Sicherlich

wurde etwas nicht erwähnt (was aber

erwähnenswert wäre), andere Dinge

sind banal. Solch eine Meinung

ist subjektiv. Wir wünschen Ihnen

jedenfalls viel Spaß beim Blättern in

dieser Lektüre und bei unserer Jubiläumsveranstaltung

am 2. 10. 2004 in

der Mehrzweckhalle des Heinrich-

Hauses.

Bernd Wolff

Kommandeur


42

Monika Brink

(Bach)

Das Funkenmariechen

der Prinzengarde – Für viele Bürger

eine Institution in Engers

Wie wurdest du das Mariechen der

Garde? Diese Frage wurde schon öfter

an Iris gestellt. Die Antwort ist einfach,

das damalige Mariechen wurde

schwanger. Dies führte dazu, dass

Iris Schlegel-Wolff im Jahre 1977 erstmalig

die Farben der Prinzengarde

Engers repräsentierte.

Am Aschermittwoch des Jahres

1976 stellte Monika Brink (Bach) ihr

Amt zur Verfügung. Ihre Nachfolge

sollte Gisela Winkler (Günzel) antreten.

Pünktlich zur ersten Tanzprobe

revidierte sie ihre Zusage aus

bekanntem Grund (Andrea Günzel!).

Hilde und Ernst Mirthes wussten

von den Interessen ihrer Nachbarin.

Ein Anruf beim Kommandanten Willi

Schunkert genügte, und das Schicksal

nahm seinen Lauf. Lediglich mit dem

Takthalten beim Marschieren hatte

Iris anfänglich Schwierigkeiten. Links,

Links, Links, es wurde geübt bis

zum Erbrechen. „Du musst auf den

Trommelschlag hören!“ Immer wieder

versuchte Willi seinem Mariechen ein

wenig Taktgefühl zu vermitteln.

Dank der Hilfe aller Gardisten

absolvierte Iris den ersten Auftritt mit

Bravour und tanzte sich Jahr um Jahr

mehr in die Herzen der Zuschauer.

Iris Schlegel-Wolf

Beim Sturm auf die Außenstelle

der Stadtverwaltung Neuwied – Amt

Engers – im Jahre 1981, lernte Iris

auch ihren Ehemann und heutigen

Kommandanten kennen; wie es sich

für echte Karnevalisten eben gehört.

Tanzen war und ist die Leidenschaft

von Iris Schlegel-Wolff. Noch

heute vergleicht sie die großen Kölner

Garden mit „ihrem“ Verein. Den Ausspruch

eines der „legendären“ Mariechen

– Gerdemie Baseng –, „du musst

aus dem Herzen tanzen“, nahm Iris

immer wörtlich. Mit diesem Marie-


chen verband sie auch ihren Abschied,

denn Gerdemie Baseng tanzte

ebenfalls 20 Jahre auf den Kölner

Bühnen, bevor sie wegen eines

kleinen Tanzoffiziers aus dem aktiven

Dienst ausschied.

Heute trägt der Grund für den

Abschied von Iris Schlegel-Wolff die

gleiche Uniform wie ihre Mutter mit

mindestens dem gleichen Stolz.

Wir hoffen, dass auch die Tochter

die gleiche Leidenschaft für den

Karneval entwickelt wie ihre Mutter v. l. n. r. Jennifer Richter, Merle Wolff, Melanie Kaczmarek

Daniela Schulz

und vielleicht das Amt von dem dann

amtierenden Mariechen der Prinzengarde

übernehmen kann.

Nach dem Rücktritt von Iris

Schlegel-Wolff wurde Daniela Schulz

das neue Mariechen der Garde.

Daniela tanzt seit 1996 in der

Schautanzgruppe der Prinzengarde

mit und hat diese in den letzten

Jahren auch zusammen mit Alexandra

Beyküfner trainiert.

Darüber hinaus wurde Daniela im

Jahr 2000 in den Vorstand als Schriftführerin

gewählt. Text: BW

43


Die Prinzengarde

und ihre Turnierteilnahme

Als Ausrichter des Tanzfestivals am

Rhein waren wir im Jahre 1986 fast

gezwungen die Rheinland-Meisterschaften

zu besuchen. Für die Prinzengarde

war dies eine Möglichkeit,

weitere Freundschaften zu schließen

und neue Gruppen anzusprechen mit

dem Ziel der Teilnahme am Tanzfestival

am Rhein. Als wir am 21. 9. 1986

das erste Mal bei einem landesweiten

Wettbewerb starteten, waren wir rein

von dem olympischen Gedanken geprägt

„Dabei sein ist alles“. Die Wertungsrichter

entschieden sich für die

Prinzengarde und bewerteten sie mit

dem 1. Platz. Die Freude der Gardisten

war riesig. Der Schwiegervater unseres

Vereinskameraden Robert Martens

räumte kurzerhand die Kellerbar, und

die feuchtfröhliche Siegerparty begann.

Den Wiederholungstanz der

Rheinland-Meister absolvierten wir

„leicht beschwingt“. Wieder in Engers

angekommen, wurde der stellvertretende

Kommandeur – Peter Kaussen

– mit einem Plakat folgenden Inhaltes

empfangen:

„Hier wohnt der Rheinland-

Meister“.

Der Erfolg beflügelte die Garde zur

weiteren Teilnahme an verschiedenen

Turnieren. Wie aus der Aufstellung

zu sehen ist, wurden sehr oft

Pokalplätze erreicht. Dieser Umstand

war dem damaligen Tanzpaar Iris

Schlegel-Wolff und Manfred Thiel zu

verdanken, die erstmals in der Geschichte

der Prinzengarde beachtliche

Hebungen innerhalb des Gardetanzes

zeigten.

Bei der Teilnahme an den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften

im Jahre

1997 kam es nach Auffassung der Gardisten

zu ungerechten Bewertungen.

Man zog die Konsequenz und beschloß

von nun an lediglich auf Veranstaltungen

„ohne“ Bewertung zu

tanzen. Dieser Beschluss ist noch

heute gültig; damit erklärt sich der

abrupte Abbruch der „Siegesserie“ im

Jahre 1997. Text: BW


46

Tänzerische Erfolge

der Prinzengarde

Rheinland-Pfalz-Meisterschaften in Mülheim-Kärlich

21.09.1986 1. Platz Rheinland-Meisterschaften

20.09.1987 1. Platz Rheinland-Meisterschaften

17.09.1989 1. Platz Rheinland-Pfalz-Meisterschaften

16.09.1990 2. Platz Rheinland-Pfalz-Meisterschaften

18.09.1994 3. Platz Rheinland-Pfalz-Meisterschaften

17.09.1995 2. Platz Rheinland-Pfalz-Meisterschaften

08.09.1996 1. Platz Rheinland-Pfalz-Meisterschaften

21.09.1997 3. Platz Rheinland-Pfalz-Meisterschaften

1990 3. Platz Nordrhein-Westfalen-Meisterschaften

1987 2. Platz Neuerburger Tanzturnier Niederbreitbach

1997 1. Platz Tanzturnier rund um den Elbbach-Cup

1996 1. Platz Gisinger Herbstpokal

1990 1. Platz 3. Neuwieder Stadtmeisterschaften

1991 2. Platz 4. Neuwieder Stadtmeisterschaften

1993 2. Platz 6. Neuwieder Stadtmeisterschaften

1995 2. Platz 8. Neuwieder Stadtmeisterschaften


Tanzfestival am Rhein oder

die Antwort auf die Frage

„Traditionen pflegen, oder

neue Wege gehen?

Bei der Jahreshauptversammlung

der Prinzengarde im Frühjahr 1988

stellte sich Erich Bach nicht mehr zur

Wahl des Kommandanten. Ein neuer

Kommandeur musste nun der Garde

vorstehen. Bernd Wolff hatte sich

bereit erklärt in die Fußstapfen seines

Vorgängers zu treten und den Verein

zu leiten, in der Hoffnung, dass seine

Füße in die Schuhgröße seines Vorgängers

einmal passen werden. Zu

dieser Zeit galt es bereits mit der

Organisation der gardeeigenen Veranstaltung

zu beginnen. Das Tanzfestival

am Rhein stand vor der Tür.

Durch Erich Bach wurde dieser

Funken- und Gardetanz-Wettstreit weit

über die Grenzen von Engers hinaus

bekannt.

Unter Karnevalisten war und ist

Engers ein Begriff. So konnte man in

den „guten Jahren“ mehr als 600

Aktive zählen, die die Sporthalle

Engers in ein närrisches Tollhaus verwandelten.

Gerne denken wir noch an

befreundete Vereine zurück, die der

Prinzengarde über viele Jahre hinweg

in dieser Zeit die Treue gehalten

haben. Den Besuchern dieser Veranstaltung

sind sicherlich Namen wie

Prinzengarde Blau-Weiß der Stadt

Ratingen, 1. Kölner Hunnenhorde

Tanzcorps Attila Rex und die Sternschnuppen

Königswinter-Bockeroth

ein Begriff. Bei dieser Aufzählung

wurden zwei Vereine ganz bewusst

nicht genannt, denn mit ihnen verbindet

uns noch heute eine tiefe innige

Freundschaft. Gemeint sind die KG

Sayn und die KG Landsknechte von

Köln. Ein Frühschoppen ohne diese

beiden Vereine ist nicht denkbar.

47


48

Doch zurück zum Tanzfestival. In

dem Diagramm ist deutlich dargestellt,

dass sich in 1996 die Zeit des

Tanzturniers ihrem Ende zuneigte.

Das Diagramm verdeutlicht einen

rapiden Rückgang der Aktivenzahlen

und der teilnehmenden Vereine.

In einer Krisensitzung beschloss

der Vorstand im September 1996 das

Turnier abzusagen. Selbst aus den

eigenen Reihen wurde diese Entscheidung

nicht ohne Kritik hingenommen.

Allerdings spricht die Betriebswirtschaft

ihre höchst eigene Sprache. Es

wurde beschlossen, im folgenden Jahr

nochmals einen Versuch zu starten.

Doch nach den Meldungen wurden

die Bestrebungen nicht weiter verfolgt,

sodass auch in 1997 kein Turnier

durchgeführt wurde.

Hier ist zu bemerken, dass viele

„alteingesessene Turnierteilnehmer“

plötzlich entweder gar nicht mehr

auf Turnier gingen, oder aber nur auf

Landes-Meisterschaften.

Auch andere Ausrichter der Turniere

hatten mit dieser Tendenz

Probleme, dennoch hinderte diese

Tatsache Neulinge im Regionalverband

Karnevalistischer Kooperationen

Rhein-Mosel-Lahn e.V. (RKK) nicht

daran ein neues Turnier auszurichten,

um damit vom Kuchen zu profitieren.

In dieser Zeit wurden im Bereich des

RKK „20“! Turniere innerhalb eines

Jahres gezählt. Möchte ein(e) Trainer(in)

mit seiner/ihrer Gruppe an

allen Turnieren teilnehmen, war

das auch ein erheblicher Kostenfaktor,

denn jeweils Startgeld von ca.

35.00 DM musste gezahlt werden.

Zusätzlich entstanden je nach Entfernung

auch Kosten für die Anreise

und Verpflegung. Es kann sich jeder

Leser denken, dass bei 20 Turnieren

im Verbandsgebiet der Kuchen neu

verteilt wurde und unter den Aus-


ichtern die Kuchenstücke allesamt

kleiner ausgefallen sind. Schade ist,

dass gerade die ältesten Turniere im

Verbandsgebiet des RKK dieser Tendenz

zum Opfer gefallen sind; seit

1999 bleibt auch die Stadthalle in

Lahnstein am Karnevals-Sonntag für

den Tanzsport geschlossen.

Eine geforderte Turnierbegrenzung

und ggf. einen jährlichen Wechsel

konnte beim RKK nicht durchgesetzt

werden.

Nachdem in 1997 ebenfalls kein

Turnier zustande gekommen ist, wurde

innerhalb von wenigen Wochen die

Idee eines Frühschoppens geboren

und organisiert.

Der Erfolg spricht für sich. Wurde

anfangs die Idee gelobt, so ist diese

Veranstaltung bei namhaften Vereinen

ein fester Termin im Karnevalskalender.

Ähnlich wie die Vorstellabende

im Kölner Raum, sind auch

hier Vorsitzende unter den Gästen

mit einem wachen Auge für einen

Programmpunkt ihrer eigenen Veranstaltung;

nicht selten werden noch

vor Ort Verträge unterzeichnet.

Nicht unerwähnt bleiben soll das

Lob, dass immer wieder an die Garde

herangetragen wird in Bezug auf das

Bühnenbild. Die Truppe um Otto

Schall bringt alljährlich ein neues

Bühnenbild in die närrische Narrhalla,

das jedem Vergleich standhält.

Auch das ist ein Grund für die

ständig wachsende Teilnehmerzahl

beim Frühschoppen. Doch auch in

diesem Karnevalszweig sind bereits

Nachahmer gefunden.

Wir wünschen uns an dieser Stelle,

den Karnevalistischen Frühschoppen

noch viele Jahre ausrichten zu können

und weisen schon heute auf den

16. Januar 2005 hin. Ab 11.11 Uhr

erwartet die Engerser wieder ein tolles

Programm mit vielen närrischen Höhepunkten.

Text: BW

49


50

Meldestatistik

Höhen und Tiefen eines Tanzturniers

in Zahlen

Vereine und

Aktive

800

600

400

200

0

Turnier: Vereine: Aktive Teilnehmer:

1979 27 449

1980 31 620

1981 28 646

1982 32 722

1983 32 515

1984 30 557

1985 30 490

1986 34 592

1987 36 631

1988 36 544

1989 50 667

1990 39 424

1991 30 467

1992 26 340

1993 19 266

1994 20 311

1995 31 441

1996 15 226

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18

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52

1973 �

1981 �

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1999 �

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Die Schautanzgruppe

der Prinzengarde Engers

Im Herbst 1989 befand sich die

PGE im Bus auf der Rücktour von

einem gemütlichen Abend auf dem

Köppel. Die Stimmung war gut, denn

man hatte viel gelacht und erzählt.

Die Freunde stellten fest, dass man

solch fröhliche Stunden in großer

Runde öfters genießen sollte. Doch

diesem Gedanken war eigentlich

immer „ein Riegel vorgeschoben“. Aus

dem einfachen Grund, weil es sich bei

diesem Verein bekanntermaßen um

einen „Männerverein“ handelte: eine

Herrengarde! Die Herren trafen sich

regelmäßig zu Herrengardeproben,

Dekorationsarbeiten etc. Nur das amtierende

Mariechen schien eine Ausnahme

in dieser Männerdomäne zu

sein. Doch warum nicht neue Wege

gehen? Anderes ausprobieren? Iris

Schlegel-Wolff – das damalige Mariechen

der Garde – hatte schließlich die

zündende Idee. Warum nicht ein

zweites Standbein in Form einer

Schautanzgruppe schaffen? Wohlgemerkt:

kein Abbild des jeweiligen

Mariechens oder gar eine Damengarde.

Nein! Die attraktiven Partnerinnen

der Gardisten sollten tanzend

mit einbezogen werden. Ohne große

Verpflichtungen, die eine stetige Teilnahme

an Veranstaltungen oder Umzügen

zur Folge gehabt hätte. Es sollte

ein Hobby bleiben, welches ohne

1990 Kölsche Lieder

große Kompromisse mit anderen

Interessen, Beruf und Familie kombiniert

werden konnte. Womit „zwei

Fliegen mit einer Klappe“ geschlagen

werden sollten. Einerseits nicht mehr

„nur“ Anhängsel eines „Männerverein-

Mitglieds“ und andererseits ein gemeinsames

Hobby auszuüben! Toll!

Die Idee war geboren, wurde heftigst

diskutiert und ging den Mitgliedern

nicht mehr aus dem Sinn. Kurzum:

Bereits drei Wochen später traf man

sich zu einer ersten Probe. Auf Anhieb

fanden sich 8 Paare – Ehepaare, verbandelte

Pärchen –, und wer momentan

weder Ehefrau noch Freundin

vorzuweisen hatte, brachte seine

Schwester mit; Immerhin tanzten

3 Geschwisterpaare in Reihen der

Garde! Trainiert wurde und wird mitt-

55


1992

Rock ’n’ Roll

1993

Frankreich

wochabends ab 20.00 Uhr. Die Zielsetzung

der Gruppe war immer der Spaß

und die Freude am gemeinsamen

Hobby und dem Zusammensein. So

ging man nach dem Training auch

nicht einfach nach Hause, sondern

setzte sich generell in einem Engerser

Lokal auf eine halbe Stunde zum

Klönen zusammen. Auch hatte man

von vornherein beschlossen, an Tanzturnieren

nicht teilzunehmen. Einfach

aus der Überlegung heraus, auch

Mittänzer – die sich altersmäßig nicht

mehr im Turniersportalter befanden

– anzusprechen und das Training und

die Auftritte aus Spaß an der Freude

durchzuführen. Trotzdem steigerte sich

das Lampenfieber ins schier Unerträgliche,

als Karneval 1990 der Premierenauftritt

während der Engerser Prunksitzung

anstand. Als Überraschung

tanzten zunächst in alter Gewohnheit

8 Männer mit 1 Tänzerin – eben herrengardemäßig,

als der damalige Sitzungspräsident

Alfons Kessler den Tanz

nach ca. 30 Sekunden laut lamentierend

unterbrach und meinte, dass

diese Formation für die große Sitzung

zu langweilig sei! Das wollte man

natürlich nicht auf sich sitzen lassen,

und auf einen Pfiff hin marschierten

7 weitere Tänzerinnen ein. Den überraschten

Zuschauern präsentierte sich

eine neue Gruppe – die Schautanzgruppe

der Prinzengarde Engers. Der

Saal tobte und ohne Zugabe wurden

die Debütanten nicht von der Bühne

gelassen. Dieser tolle Erfolg schweißte

die Gruppe noch fester zusammen,

und fortan war die Schautanzgruppe

der Prinzengarde aus Engers und von

den Bühnen im Umland bis Köln oder

Hamburg nicht mehr wegzudenken.


Studierte den ersten Tanz noch Iris

Schlegel-Wolff und den zweiten Tanz

die Ballettschule Goese ein, so wurde

mit dem dritten Tanz endlich ins

Schwarze getroffen. Anne Kreuser –

aktive Tänzerin und Gründungsmitglied

– übernahm hochmotiviert die

Choreographie und das Training. Ihr

verdanken wir so wunderschöne

Tänze wie z. B. „Frankreich“ oder

„Meer und Insel“. Immer wird uns in

Erinnerung bleiben, wie Anne trotz

Abiturarbeiten kein Training ausfallen

ließ und jede Minute in den Pausen

abseits – in ihre Bücher vertieft – saß.

So sehr wir Anne ihr Abitur gönnten,

so sehr bedauerten wir, sie durch das

anschließende Studium zu verlieren.

Ein kleines Dankeschön konnten wir

Anne im Sommer 2003 sagen. Denn

im Juni lud unsere ehemalige Trainerin

zum Polterabend, und die alte

Gruppe tanzte als Überraschung in

Originalbesetzung auf der Straße vor

dem Polterpaar. Die Musik für unsere

Darbietung lieferte Annes Bruder –

auf der Garage stehend und hoch über

uns einen Kassettenrekorder haltend.

Danach erlebte die Schautanzgruppe

das erste Tief seit ihrer Gründung.

Und es war eine große Leistung,

dass die Gruppe bestehen blieb,

zumal durch Alter, Heirat, Wegzug

und vieles mehr in jedem Jahr ein

kleiner Neuanfang notwendig wurde.

Doch dann wendete sich das Blatt

noch einmal zum Guten. Ganz unscheinbar

war in den Reihen der aktiven

Tänzerinnen ein „kleiner Juwel“

herangewachsen. Unsere Alexandra

Beyküfner aus dem Hause Moser. In

Verbindung mit Co-Trainerin Daniela

Schulz zauberte Alex nicht nur jedes

Jahr bessere Ideen auf die Bühne, sondern

wuchs auch menschlich zu einer

beachtenswerten Führungspersönlichkeit

heran. Fortan tanzte alles nach

Alex’ Pfeife. Wenn Alex vor der

Gruppe stand, hörte man gerne zu.

Nur hatten wir manches mal Schwierigkeiten,

ihren sprühenden Ideen-

1994

Meer und Insel

57


58

1995

Tabuluga

reichtum in die Tat umzusetzen. Mit

der Betreuerin Iris Schlegel-Wolff, die

für die Koordinierung der Termine,

die Anfertigung der Kostüme und der

Beschaffung der Kulissen etc. verantwortlich

war, wurde das Kleeblatt

komplettiert. Die Gruppe erlebte in

dieser Zeit nochmals eine kontinuierliche

Steigerung – sowohl durch ausgeklügelte

Choreographien als auch

durch schwierigste Hebungen und

Würfe. Als besonderes Highlight sei

hier z. B. der Tanz aus dem Jahre 2001

mit dem Titel „Bayern“ erwähnt. Dieser

wurde in der laufenden Session sage

und schreibe 24-mal aufgeführt. Und

besonders im „Kölner Raum“ kräftig

honoriert und mit Fernsehauftritten

gekrönt. Im Jahre 2002 entführte die

Schautanzgruppe zum „Ballermann“

und füllte die Bühne mit 23 Tänzern.

Seit 1990 hat die Schautanzgruppe

der Prinzengarde Engers bewiesen,

dass es möglich ist, dieses wunderschöne

Hobby – den karnevalistischen

Schautanz – in allen Altersstufen auszuüben.

Die Kölner Gruppen zum Vorbild

genommen, hatte sie Menschen

in 3 Altersjahrzehnten zu einem harmonischen

Team zusammengefügt.

Wir hatten nie verstanden bzw. akzeptiert,

warum man auf Turnieren und

bei Meisterschaften ab 16 Jahren zu

den Senioren zählt! Vielleicht können

wir dem allgemeinen Trend mit

diesen Zeilen entgegenwirken und

hiermit einige Paare oder Elternpaare

und nicht nur deren hübsche Töchter

für unsere Gruppe begeistern. Wir

würden uns sehr freuen!

Text: Iris Schlegel-Wolff


Bilder von der

Showtanzgruppe

2000 Reise um die Welt �

2001 Bayern �

1997 Dancing in the Street �

� 1999 Spanien


� 2003 Fußball

1998 Afrika �

2002 Ballermann �


62

Hals- und Beinbruch

wünscht man Skifahrern, Radfahrern,

Bergsteigern, aber auch Tänzer(inne)n,

wenn ein Wettbewerb

bzw. Auftritt bevorsteht. Es handelt

sich dabei aber um eine Redewendung,

die, wie so oft in unserem alltäglichen

Sprachgebrauch, nur symbolischen

Charakter hat. Keinesfalls

wünscht man dem Gegenüber den

tatsächlichen Eintritt eines solchen

Ereignisses.

Leider mussten wir miterleben,

wie es denn wirklich ist, wenn sich

jemand beim Training tatsächlich ein

Bein bricht.

Die Tanzpartnerin des Kommandeurs

– Marion Schneider – sträubte

sich immer ein wenig vor dem Überschlag

des aktuellen Schautanzes

„Rock ’n’ Roll“. Aber was ist ein

solcher Tanz ohne

einen Überschlag?

Also wurde geprobt,

was das Zeug hält.

Noch einmal ganz

durch, lautete die

Devise. Doch dann

ist es passiert. Es gab

ein fürchterliches

Geräusch und danach

ein entsetzlicher

Schrei un-

serer Marion, der uns durch Mark

und das bewusste Bein ging. Glücklicherweise

war unser Fähnrich, Ralf

Günzel, zu diesem Zeitpunkt Sanitäter

bei der Bundeswehr. Er leistete

fürsorglich erste Hilfe bis zum Eintreffen

des Notarztes, der an Ort und

Stelle bereits eine Fraktur feststellte.

Am darauf folgenden Tag ging es

Marion bereits wieder besser; zumindest

gingen die Schmerzen langsam

zurück. Für diese Session hatten die

Ärzte ein Tanzverbot erlassen.

Die damalige Freundin unseres

Gardisten Gero Hünermann – Johanna

Schmidt – ist kurzerhand eingesprungen

und hat den Part von

Marion übernommen. Die anstehenden

Auftritte waren damit gerettet.

Text: BW


64

Die Jugendgarde

Da die Kinder der Männer aus

der Herrengarde überwiegend weiblichen

Geschlechtes waren, wurde

bei der Jahreshauptversammlung im

Herbst 1998 die Gründung einer

Jugendgarde beschlossen. Die beiden

Leiterinnen machten sich sofort an

die Arbeit. Im Oktober 1998 begann

das Training, und in Zusammenarbeit

mit den Eltern wurden die Uniformen

angeschafft.

In der 1. Session tanzte die Gruppe

mit 15 Mädchen und Jungen. Zusätzlich

tanzten 2 Mädchen einen „Solo-

Tanz“, der dem Publikum sehr gut

gefiel. Das Interesse an der Gruppe

war sehr groß, sodass bald 23 Kinder

im Gardemarsch über die Engerser

Bühnen tanzten. Leider verloren die

beiden Jungs schnell das Interesse

und fortan tanzten nur noch Mädchen.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten

den Marschtakt zu erlernen,

steigerten sich die Tänzerinnen von

Jahr zu Jahr. Die Jugendgarde wurde

in zwei Gruppen geteilt, da der

Größen- und Altersunterschied sehr

groß war.

In der Session 2000 hatten die

größeren Tänzerinnen ihren 1. „Auswärtsauftritt“,

am Schwerdonnerstag

in Oberbieber. Das Publikum war


egeistert und es musste eine Zugabe

getanzt werden.

Seit der Gründung der Jugendgarde

sind der Hausmaskenball des

Heinrich-Hauses, die Kinderkarnevalsveranstaltungen

und die Seniorensitzung

die „Pflichtveranstaltungen“.

Dort waren die Mädels immer zu

sehen gewesen und haben mit Begeisterung

getanzt. Auch auf manchen

Prinzen- und Möhneneinführungen

war die Jugendgarde mit ihren Tänzen

vertreten.

Der große Durchbruch kam in der

Session 2003. Nichts ahnend übten

die Mädels ihren Tanz, als ein Repräsentant

der GEK in der Tür stand

und sein Urteil über den Tanz abgab.

Er lud die Gruppe zur Prinzeneinführung

ein. Dort sollten sie ihren

neuesten Tanz vorführen. Der Auftritt

war ein voller Erfolg, und auf der

Bühne bekamen sie die Zusage für die

große Prunksitzung. Endlich hatten

sie es geschafft. Sie durften auf die

Prunksitzung und dort allen Engersern

zeigen, was sie konnten. Die

Freude war riesig.

Auch die Herren der Garde entschlossen

sich, die Mädchen öfters zu

Auftritten mitzunehmen. So fuhr die

Gruppe nach Oberlahr, Ehlscheid und

Block. Aber auch alleine vertraten sie

den Namen der Prinzengarde erfolgreich.

Es wurden auch neue Uniformen

angeschafft. Nicht nur zum

Tanzen im Namen der Prinzengarde

Engers sind die Mädchen immer mit

65


66

zur Stelle, auch wenns ums Arbeiten

geht sind die meisten immer mit

dabei. Seit zwei Jahren wird die Wurfbude

beim Rheinuferfest von den

Mädels der Jugendgarde besetzt. Bei

unserem Frühschoppen sind alle

helfenden Händen mit dabei. Auch

sollte man die Eltern nicht vergessen.

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sind, wenns ums Arbeiten geht, auch

immer ansprechbar. Ohne die Unterstützung

der Eltern hätte die Gruppe

nicht diesen Erfolg. Leider fehlt der

Gruppe immer noch die Unterstützung

von ein paar netten Jungs.

Text: Pamela Kaczmarek


70

Die gehören alle mir!

Oh, Gioseppe, ob du dich damit

nicht übernimmst? Aber er meinte es

ernst, damals in Hamburg.

Hamburg war das Ziel unseres Vereinsausfluges

im Jahre 1990. Damals

galt es in der maritimen Stadt eine

möglichst günstige, aber saubere

Unterkunft zu finden. Eine Jugendherberge

oder Jugendgästehaus ist

ausreichend. Diese Aussage wurde

von den jungen Mitgliedern unseres

Vereines getroffen. Gesagt getan,

Kommandeur und Mariechen suchten

bei der Vortour eine entsprechende

Bleibe. Günstig und sauber sollte

sie sein. Dank unserer in der Nähe

von Hamburg lebenden Freunde wurden

wir schnell fündig.

Allerdings schauten wir uns das

Jugendgästehaus am hellen Tag an.

Somit war uns nicht bewusst, dass

wir im Stadtteil St. Georg untergekommen

waren.

Das Gästehaus war jedenfalls in

Ordnung. Bis auf ein Zimmer, an dem

ein Kamerad am Anreisetag lautstark

Naseninhalte (zu Deutsch: Popels) an

der Decke feststellte.

Fester Bestandteil einer Städtetour

in Hamburg ist eine Hafenrundfahrt

und der Besuch der Reeperbahn. Den

Verlockungen der Herbertstraße

konnten die Gardisten nicht wiederstehen.

Einzig unser guter Gioseppe

Rizza blieb mit den Damen vor dem


erühmten Bretterzaun stehen. Von

den Herren der Schöpfung angesprochen,

behauptet er mit Nachdruck:

Die gehören alle mir!

Dieser Ausspruch, ebenso wie das

Verhalten unseres Gardisten Markus

Falk bei dem Besuch eines Varieté-

Theaters auf der Reeperbahn, blieb

den Teilnehmern noch lange in Erinnerung.

Seinerzeit haben sich die Teilnehmer

für den Besuch des Ohnsorg-

Theaters entschieden, wohlwissend,

dass die Vorstellung auf Platt-Doetsch

erfolgte. Mit den Worten, „ist nicht so

schlimm wie bayrisch“, wurden die

Einwendungen abgewiegelt. Das

Resultat ließ sich sehen. Lediglich

Michael Wendt folgte lachend dem

Programm. Alle Kameraden ringsum

fanden die Vorstellung eher „einschläfernd“.

Kurze Zeit nach unserem Vereinsausflug

läuteten im Hause Nilges/

Richter die Hochzeitsglocken. Die

Fahrt nach Hamburg wollte Klaudia

Richter (Nilges) nutzen für die Auswahl

eines entsprechenden Outfits

zur standesamtlichen Trauung. Leider

hatte sie nicht mit der Anzahl der

„Berater“ gerechnet. Nachdem wir

der Verkäuferin eine Kostprobe des

rheinischen Humors vermittelt hatten,

konnte auch Klaudia mit nur

einem „Berater“ in Ruhe einkaufen.

Text: BW

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Wer ist der Schwerste

in diesem Land?

Diese Frage stellten sich die Gardisten

alljährlich beim traditionellen

Wiegen in der Cafeteria des Heinrich-

Hauses.

Die Gardisten stellten sich in

Reihe und Glied auf, und ab gings auf

die Fleischwaage. Dabei wurden

Ergebnisse offenbart, die hier an dieser

Stelle nicht erwähnt werden sollten.

Manchmal feixten die nicht so

gut bestückten Kameraden mit unfeinen

Worten wie „Ranzengarde“.

Machte aber gar nichts, denn die

belegten Brötchen schmeckten uns

umso besser.

Es war eine sehr schöne Zeit in diesen

„alten“ Räumlichkeiten, an die

wir uns alle sehr gerne erinnern. Die

HH-Sitzung, immer sonntags vor

Rosenmontag, wurde in der ihm eigenen

Art von Ritterordensträger Wilfried

Reifferscheid professionell

moderiert. Text: BW

73


74

Engerser Convent

Im Jahre 2002 wurde vom Vorsitzenden

des Bürgervereins Engers –

Herrn Josef Kretzer – die Idee eines

Historienfestes geboren. Kleidung,

Sprache und Gehabe sollte möglichst

der Zeit angepasst sein, die der Handlung

verschiedener Theaterstücke zu

Grunde lagen.

Unter anderem sollte die Vertreibung

des Kurfürsten nachgespielt

werden, der in seinem Lustschloss

Engers residierte. An die Prinzengarde

wurde die Bitte herangetragen, die

Kurfürstengarde darzustellen. Diese

mussten gegen die herannahenden

französischen Truppen (KG Bad Hön-

ningen 2002, Ehrengarde der Stadt

Neuwied 2003) kämpfen und entgegen

ihrer sonstigen Gewohnheiten

verlieren.

Dies stellte die siegesgewohnten

Gardisten vor eine schwierige Aufgabe,

denn Niederlage war man bisher

nicht gewohnt; dennoch wurde

die Teilnahme zugesagt.

Die Gruppe um Josef Kretzer, die

sich mit der Ausgestaltung des Festes

befasste, nahm mehr und mehr Formen

an. Aus den Reihen der Prinzengarde

wurde auch Helmut Nilges

rekrutiert, der sich fortan mit vollem

Elan in diese Arbeitsgruppe einbrachte.

Wochenlang war er damit


eschäftigt, Gerätschaften für Pestumzug,

Heerlager und Märchenhöhle

zu basteln.

Die Arbeit hatte sich gelohnt. Bei

bestem Wetter wurde der Engerser

Convent ein voller Erfolg. Vor dem

Heerlager blieben die Besucher staunend

stehen und bewunderten die

persönlichen Ausstellungsstücke von

Helmut Nilges.

Die Wiederholung im Jahre 2003

perfektionierte die „Ausstellung“ nochmals.

Auf diesem Wege sprechen wir

unserem Major Helmut Nilges nochmals

den allerherzlichsten Dank für

die von ihm geleistete Arbeit aus

und hoffen, dass er der Prinzengarde

noch viele Jahre erhalten bleibt.

Text: BW


Prinzengarde Engers

Rot-Weiß 1855 e.V.

– Jahreskalender –

In den verschiedenen Berichten

wurde aus vergangenen Jahren erzählt,

Personen geehrt, die sich mit

der Garde verbunden fühlen oder gar

selbst Mitglied sind.

Heute gestaltet sich das Gardeleben

recht vielseitig. Die Session

beginnt bekanntlich am 11. 11. eines

jeden Jahres. Zu diesem Termin helfen

die Gardisten beim Aufbau der Halle

ebenso wie bei allen anderen folgenden

Saalveranstaltungen. Selbstverständlich

wird auch jeweils ein

Programmpunkt aus den Reihen der

Prinzengarde beigesteuert. Marschierte

die Garde von einst nur mit dem

Prinzen Karneval, so schwingt sie

heute mehr denn je das Tanzbein.

Zurzeit können drei Gruppierungen

ein Programm mit einem Auftritt

bereichern.

Den Kern des Vereines bildet die

Herrengarde, als Persiflage der Engerser

Stadtsoldaten. Aus ihren Reihen wird

in zweijährigem Turnus auch der

Kommandeur und dessen Stellvertreter

gewählt. Wie der Name schon

sagt, besteht diese Gruppe mit einer

Ausnahme aus männlichen Mitgliedern.

Die Ausnahme ist das Aushänge-

schild der Garde, unser Mariechen.

Seit dem Jahr 2000 hat diese Position

Daniela Schulz inne. Seit 2004 steht

sie auch für die Choreographie des

Gardetanzes gerade. Bis 2003 war dies

Aufgabe von unserem Koch der Garde

– Jürgen Günter

77


78

Neben der Herrengarde verfügt die

Prinzengarde noch über eine Schautanzgruppe,

die dank ihrer stetigen

tänzerischen Steigerungen weit über

die Ortsgrenzen bekannt wurde. Für

den tänzerischen Nachwuchs sorgt die

Jugendgarde, die in den vergangenen

Jahren ebenfalls einen Leistungsschub

verzeichnete.

Nach der Weihnachtsfeier und der

Jahreswende geht es mit karnevalistischem

Volldampf voraus in die neue

Session. Auftritte bei Prinzen- und

Obermöhneinführungen sind selbstverständlich.

Oft besteht am gleichen

Tag oder dem Folgetag eine Gegenbesuchsverpflichtung

bei einem befreundeten

Verein. So kommt es

schon einmal vor, dass die Garde in

anderen Städten die Engerser Karnevalsfarben

vertritt. Das Leben ist

nun einmal ein Geben und Nehmen.

Wir begrüßen viele Vereine bei unse-

rem Karnevalistischen Frühschoppen

(16. 1. 2005), also sind wir mehr oder

weniger verpflichtet, auch diese Vereine

mit einem Programmpunkt bei

einer deren Veranstaltungen zu unterstützen.

Dies wird aber nicht als Last

empfunden, sondern eher als Lust.

Ein Sportverein trainiert für ein gutes

Spiel. Wir trainieren einen karnevalistischen

Tanz und sind natürlich

bestrebt, diesen auch der Öffentlichkeit

vorzustellen.

Nun denkt manch einer, am

Aschermittwoch ist alles vorbei. Weit

gefehlt; denn die Gardisten sind sowohl

im Waldheim bei der Veranstaltung

des Bürgervereins zugegen sowie

bei den Veranstaltungen der GEK

(Rhein-Ufer-Fest und Lokschuppenfest).

Als Auswüchse des von Erich

Bach ins Leben gerufenen Winnetou-

Camps, mietet die Prinzengarde das

Waldheim und feiert dort eine zünftige

Party. Auf jeden Fall ist in dem

Veranstaltungskalender der in zweijährigem

Rhythmus stattfindende Engerser

Convent zu erwähnen. Diese

Veranstaltung wird gänzlich von dem

bisherigen stellvertretenden Kommandeur

Helmut Nilges organisiert. Alle

Raritäten des prächtigen Heerlagers

stammen aus seinem Privatbesitz. Der

Fähnrich und Schwiegersohn von

Helmut Nilges – Thomas Richter – ist

zwar von gewissen Transportfahrten

nicht immer begeistert, jedoch kann

er dem „Charme“ seines Schwiegervaters

selten widerstehen. Text: BW


Blick in die Historie

Karneval in Krisenzeiten

Dass Karneval eine sehr ernste

Angelegenheit sein kann, hat wohl

seit jeher jeder engagierte Karnevalist

des Öfteren feststellen müssen.

Daran hat sich bis jetzt nichts

geändert, wenn es auch heutzutage

meist im Kleinen darum geht, wie

„Machtverhältnisse“ innerhalb der

Organisationen verteilt sind oder wer

wann welchen Orden erhält. Dennoch

hat Karneval auch immer noch

eine hohe politische Bedeutung. In

Büttenreden oder bei der Gestaltung

von Karnevalswagen wird aktuelles

Geschehen aufgegriffen und oftmals

auch Kritik geübt.

Karneval ist also viel mehr als

purer rheinischer Frohsinn, verkleiden,

feiern und fröhlich sein, nein, er

spiegelt auch die herrschenden politischen

und gesellschaftlichen Verhältnisse

wider. Im Zeiten von Kriegen

und Besatzung war Karneval noch viel

mehr: Ablenkung, Ventil und auch

eine Möglichkeit sich gegen die Obrigkeit

aufzulehnen oder sie zu verspotten.

Die jeweiligen Machthaber

haben zu unterschiedlichen Zeiten

verschieden auf das Karnevalstreiben

reagiert. Mal wurde es toleriert, mal

hagelte es Verbote, teils wurde Karneval

auch instrumentalisiert.

Den Karneval wirklich zu verbieten,

hat bis jetzt jedoch keine Regierung

langfristig geschafft. Natürlich gibt es

neben Verboten auch andere nachvollziehbare

Gründe, sich gegen karnevalistische

Feierlichkeiten zu entscheiden.

1847, einem Jahr, das geprägt

war von Missernten und vom Preisverfall,

wurde aus sozialen Gründen

in Mainz und Bonn kein Karneval

gefeiert. Auch in jüngerer Vergangenheit

wurde aufgrund von Kriegstreiben

in der Welt des Öfteren auf

Karneval verzichtet.

81


82

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts,

nachdem 1814 die Franzosen das

Rheinland verlassen hatten, wurden

Karnevalszeitungen auch als politisches

Medium entdeckt. Wie Hildegard

Brog in ihrer „Geschichte des

rheinischen Karnevals“ beschreibt,

suchte man in jener Zeit händeringend

nach zensurfreien Witzen, da

auf Basis der Karlsbader Beschlüsse

(1819) die preußische Zensurverordnung

galt. 1829 erhielten die Jocusstädter

in Koblenz die Erlaubnis für

die Veröffentlichung eines karnevalistischen

Blattes. Friedrich Wilhelm

III. bestätigte jedoch bald darauf

höchstpersönlich das Verbot der Karnevalszeitungen.

Auch durfte laut kgl.

Kabinettsordre vom 22. November

1827 im Rheinland „nur in den-

jenigen größeren Städten Karneval

gefeiert werden, wo er von alters her

üblich war“. Ein Nachweis war zu

erbringen.

Bei der Revolution von 1848 wurde

die Zensur zwar offiziell abgeschafft,

dies war jedoch nicht gleichbedeutend

mit Pressefreiheit. In den Vorwehen

der Revolution wurde heiß

diskutiert, ob man Karneval feiern

sollte. Die Angst vor dem Übergreifen

des revolutionären Treibens war weit

verbreitet. Die Mainzer sagten ihren

Rosenmontagszug ab, in Koblenz hingegen

hielt man an der ursprünglichen

Planung fest, genauso wie in

Köln. Ein nicht unerheblicher Grund:

Karneval war zu einem großen Wirtschaftsfaktor

geworden, eine Absage

hätte finanzielle Einbußen in erheblichen

Höhen verursacht.

In der Zeit der Reichsgründung

1871/72 änderte sich die politische

Bedeutung des Karnevals. Die Nation

wurde zelebriert. In dieser Zeit wurde

auch die Vergabe der Orden im Karneval

eingeführt. Die damaligen Uniformen

der karnevalistischen Streitkräfte

lehnten sich an historischen

Vorbildern an. Im Januar 1835 war das

Tragen von Amtstrachten und Militäruniformen,

die seit jeher als Parodie


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56566 Neuwied

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eliebt gewesen waren, untersagt

worden. Man benötigte nun eine polizeiliche

Genehmigung. Auch dieses

Verbot währte nicht allzu lange. So

wurde auch in den Jahren vor dem

1. Weltkrieg der Militarismus im Karneval

mehr imitiert als parodiert.

Während der Kriegstreiben wurde

kein Karneval gefeiert. Nach der Besetzung

des Rheinlandes durch alliierte

Truppen herrschte eine strenge

Pressezensur, und das Versammlungsrecht

wurde eingeschränkt. Ebenso

verhängte man eine Ausgangssperre

von 21 Uhr bis 5 Uhr morgens.

Für die Regierungsbezirke Köln,

Düsseldorf, Aachen, Trier und Koblenz

wurde 1920 eine Polizeiverordnung

erlassen, die unter anderem

„...öffentliche karnevalistische Veranstaltungen

jeder Art...“ verboten.

Genauso verbot § 2 der Verordnung

1. „Das Tragen karnevalistischer Verkleidungen

oder Abzeichen jeder

Art“,

2. „Das Singen, Spielen und Vortragen

karnevalistischer Lieder, Gedichte

und Vorträge“,

3. „Das Werfen von Luftschlangen,

Konfetti und dergleichen“. Zuwiderhandlung

wurde mit einer Geldstrafe

bis zu 60 Mark oder Haft belangt.

In Koblenz wurde 1920 eine unerlaubte

Zusammenkunft mit Tanz mit

1.000 Mark Strafe bzw. Gefängnis

bestraft. Man hätte auch erwarten

können, dass in einer Zeit, in der

Deutschland unter den Reparationsleistungen

zu leiden hatte, die bei

85


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den Beschlüssen von Paris auferlegt

worden waren, den Menschen nicht

wirklich der Sinn nach lustigem Karnevalstreiben

stand. Trotzdem, oder

vielleicht auch gerade wegen der

Umstände, bildeten sich viele Familiengesellschaften,

da Karnevalsveranstaltungen

ja nur in geschlossenen

Gesellschaften erlaubt waren und

somit das Verbot umgangen werden

konnte. Natürlich wurde das Verbot

auch häufig direkt überschritten. Ein

Bericht aus Neuwied an den Regierungspräsidenten

in Koblenz von

1922 beschreibt die Reaktion der

Karnevalisten auf die Beschränkung

der karnevalistischen Veranstaltungen

und die sich daraus ergebenden

Probleme für die örtlichen Behörden:

„Nach den Berichten der örtlichen

Polizeiverwaltung hat sich die

Polizeiverordnung... im Allgemeinen

nicht bewährt, weil die Veranstaltungen

für geschlossene Gesellschaften

zugelassen sind und sich

das Verbot nur auf öffentliche Veranstaltungen

erstreckt, was bei der

Bevölkerung vielfach Unwillen erregt

hat. Wenn sich auch die Veranstaltungen

aus Anlaß des diesjährigen

Karnevals im Rahmen der

geschlossenen Veranstaltungen bewegten,

so kommt bei der Eigenart

der Bewohner des Rheinlandes das

Verlangen nach Fastnachtstreiben

doch immer wieder zum Durchbruch,

besonders, wenn die Behörde

Zwang ausüben will, indem sie ein

Verbot der Veranstaltung karnevalistischer

Veranstaltungen erlässt und

die Übertretung unter Strafe stellt.

Dadurch, daß es der Polizei, insbesondere

in Kleinstädten und auf

dem Lande, wo sie nicht über genügend

Beamte verfügt, nicht möglich

ist, die Anordnungen durchzuführen,

verlieren die Behörden an Ansehen.

Die Teilnehmer der geschlossenen

Veranstaltungen begeben sich, um

unerkannt zu bleiben, kostümiert

zum Lokal und wieder nach Hause

und in der Zwischenzeit, wenn der

Alkohol seine Wirkung getan hat,

beginnt die Wanderung von einem

Lokal zum andern. Die Aufsichtsbeamten

stehen diesem Treiben

machtlos gegenüber. Auf diese

Weise wird das Verbot illusorisch

gemacht und es entwickelt sich in

den Abend- und Nachtstunden ein

regelrechtes Karnevalstreiben und

Charakter der öffentlichen Veranstaltung

ist vorhanden...“

Nach dem Ruhrkampf sprach sich

der Koblenzer Regierungspräsident

im Dezember 1924 für eine Locke-


ung des Verbotes aus und Karnevalsveranstaltungen

in öffentlichen Lokalen

wurden erlaubt.

Während der Zeit des Nationalsozialismus

trat die NSDAP als Mitorganisator

des Karnevals auf und

konnte diesen auch ideologisch nutzen.

1938 wurde der Koblenzer Rosenmontagszug

von der KdF, zusammen

mit den vereinigten Koblenzer Vereinen,

organisiert. Mitgeführt wurde

auch ein Prunkwagen mit der Aufschrift

„Kraft durch Freude überall –

ist auch Trumpf im Karneval“.

In der Nachkriegszeit waren im

gesamten Rheinland Karnevalsumzüge,

Maskenbälle oder Kostümfeste

verboten. Das auch dieses Verbot

keinen langfristigen Bestand hatte,

sieht man z. B. an der Entstehung des

heute noch bekannten Karnevalsschlagers

„Wir sind die Eingeborenen

aus Trizonesien“ von 1948/49, indem

die herrschende politische Situation

schwungvoll aufs Korn genommen

wurde. Auch in Engers wurde ab 1947

mit dem Prinzen Hans Adelfang und

1948 unter der Regentschaft von

Simon Reif schon wieder kräftig Karneval

gefeiert.

Der Blick in die Geschichte zeigt

deutlich, dass der rheinische Karneval

niemals langfristig verboten werden

konnte und sich auch wohl auch

in Zukunft nicht verbieten lassen

wird, zumindest solange es genug

Menschen gibt, die sich engagieren,

Spaß am gemeinsamen Feiern haben

und vor allem auch mal kräftig über

sich selbst lachen können.

Text: Daniela Schulz

Informationen entnommen aus:

Brog, Hildegard: „Was auch passiert:

D’r Zoch kütt!“ – Die Geschichte des

rheinischen Karnevals, Campus Verlag

GmbH, Frankfurt/Main, 2000

87


Freunde, die man nicht

vergisst!

General a. D. Willi Weiler, Kommandeur

Ein Urgestein der Prinzengarde.

Mitbegründer der „neuen Garde“ nach dem

2. Weltkrieg. Unvergessen bleibt das Bild

eines Kommandanten hoch zu Roß.

General a. D. Hans Klein, Kommandeur

Stifter des Treupokals „Klein’s Hänschen“,

für die Garde immer und jederzeit ansprechbar.

Ein Karnevalist mit Leib und Seele.

Hauptmann Hermann

Hellwig, stellvertretender

Kommandeur

in der Amtszeit von

Willi Schunkert; unvergessen

als stimmgewaltiger

Büttenredner.

Leutnant Peter Koch

eine Seele von Mensch

und immer für die

Garde da, wenn sie ihn

brauchte.

Gardist Jürgen „Keule“

Porten

Eine rheinische

Frohnatur, die seinesgleichen

suchte.

Ilse Bach

für viele Gardisten lange

Jahre die Mutter der

Kompanie (als Frau des

Kommandanten).


90

Prinzengarde Engers

Rot-Weiß 1855 e.V.

– Der Vorstand –

Kommandeur: Bernd Wolff

Stellvertretender Kommandeur: Frank Kaczmarek

Schatzmeister: Jürgen Günter

Stellvertretender Schatzmeister: Stephan Henn

Schriftführerin: Daniela Schulz

Text: BW


Dialog

statt

Katalog

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92

Orden und Ehrenzeichen

Prinzengarde-Orden

wird jedem aktiven Mitglieder ab

der zweiten aktiven Session verliehen.

Prinzenpaare und Obermöhnen erhalten

den goldenen Stern der Prinzengarde

bei ihrer Inthronisation. Am

Karnevalistischen Frühschoppen

erhalten jeweils

die Prinzen unserenGesellschaftsorden.

Jubiläumsmedaille

Nach 25-jähriger

aktiver Mitgliedschaft

wird die

Jubiläumsmedaille

verliehen.

Ehrenkette

wird einem Ehrenmitglied verliehen.

Sie ist das äußere Erkennungszeichen

eines Ehrenmitgliedes.


1999 2000 2001

2002 2003 2004

2003 2004

93


94

Danke schön!

Wir bedanken uns bei den Inserenten,

die mit Ihrer Werbeanzeige

den Druck dieser Festschrift erst

ermöglicht haben.

Die im Impressum genannten Personen

haben alle Bilder im Original

zur Verfügung gestellt und der Prinzengarde

somit ein großes Vertrauen entgegengebracht.

Auch dafür bedanken

wir uns an dieser Stelle herzlichst.

Wie in einem der Berichte erwähnt,

hat Frau Dr. Hildegard Brog

einige Hintergrundinformationen erläutert,

die für das karnevalistische

Verständnis in dieser Zeit unabding-

bar waren. Dafür sagen wir herzlich

Danke schön.

Für die unkonventionelle Art und

die enorme Hilfsbereitschaft des

Archivars der Stadt Neuwied – Herr

Anhäuser – danken wir an dieser

Stelle. Ohne seine Hilfe wäre diese

Festschrift in Frage gestellt.

Unser Dank gilt Christine Abendroth

und Nadine Dötsch, die in

nächtelanger Kleinarbeit die Anzeigen-

Werbung in einen druckfähigen Zustand

versetzt haben und der Festschrift

dieses Format gegeben haben.

Letztlich bedanke ich mich persönlich

bei meinen Kameraden, die alle

für die Jubiläumsfeierlichkeit eigene

Interessen zurückgestellt haben und

ihre Tatkraft für den Verein eingebracht

haben.

Prinzengarde Engers

Rot-Weiß 1855 e.V.

Im Auftrag

Bernd Wolff

Kommandeur


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Impressum

Herausgeber:

Prinzengarde Engers

Rot-Weiß 1855 e.V.

Layout:

Nadine Dötsch,

Christine Abendroth

mit freundlicher Unterstützung

2Punkt-eine Werbeagentur,

Ransbach-Baumbach

Texte:

Bernd Wolff

Pamela Kaczmarek

Erich Bach,

Willi Schunkert

Iris-Schlegel-Wolff

Daniela Schulz

Fotos:

mit freundlicher Unterstützung

Franzi Klein

Erich Bach

Willi Schunkert

Annemarie Zoche

Gretel Nilges

Berthold Fritzen

Jürgen Moritz

Marianne Kaulartz

Iris Schlegel-Wolff

Peter Kaußen

Else Günter-Koch

Daniela Schulz

Rebecca Kaufung

Nadine Dötsch

Frau Weiler

Auflage: 500 Exemplare

Quellennachweis

– Brog, Hildegard: „Was auch

passiert: D’r Zoch kütt!“ – Die

Geschichte des rheinischen

Karnevals, Campus Verlag

GmbH, Frankfurt/Main, 2000

– Landeshauptarchiv

Koblenz

Bestand 403

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