Karin Stoiber - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft

vbw.bayern.de

Karin Stoiber - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft

Karin Stoiber

www.vbw-bayern.de

Magazin 6,– Euro

05

2011


© dediego cervo / fotolia.com

Wir eröffnen Perspektiven

2004 Klassenbester in Mathematik.

2011 Abschluss mit „summa cum laude“.

2012 spricht er fließend Deutsch.

Sprachkenntnisse sind der Schlüssel für die erfolgreiche Integration und berufliche Eingliederung von Menschen

mit Migrationshintergrund. Die praxisorientierten und arbeitsmarktnahen Deutschkurse des bfz erschließen neue

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mit Edmund Stoiber verheiratet zu sein, das sei nicht immer einfach gewesen, verrät Bayerns langjährige

First Lady Karin Stoiber. Im exklusiven Interview mit dem vbw Unternehmermagazin

erklärt sie nicht nur, wie sie die Rolle der Frau sieht und warum sie gegen eine Frauenquote ist.

Sondern sie gewährt auch seltene Einblicke in das Leben an der Seite eines der umtriebigsten

Politiker Nachkriegsdeutschlands. Das Interview lesen Sie ab Seite 14.

Edmund Stoiber, der von 1993 bis 2007 die weiß-blauen Geschicke lenkte, war gleichermaßen

berühmt wie berüchtigt für seine politische Akribie und Detailversessenheit. Mit seinem Namen

verbunden bleiben aber auch seine Visionen von einem attraktiven, weltoffenen, blühenden und

starken Freistaat, dessen Einwohner stolz sind auf ihre Heimat. Ein Denkmal hat er sich selbst gesetzt

mit dem ausgeglichenen Staatshaushalt – visionär nicht nur für Bayern, sondern für Deutschland und

ganz Europa, wie die aktuelle Euro- und Schuldenkrise eindrücklich belegt. Dankbarkeit, das dürfe

man in der Politik nicht erwarten, sagte Karin Stoiber in unserem Interview. Nun, in einem Fall irrt sie:

Die Bayerische Wirtschaft würdigte Edmund Stoiber mit einem Empfang anlässlich seines 70. Geburtstages.

Wer sich dort die Ehre gab, sehen Sie ab Seite 34.

Bayern, das ist eine ganz besondere Mischung aus Metropolregionen und ländlichen Räumen. Der

Trend, das ist unzweifelhaft, geht zu den Metropolen. Dennoch gibt es Unternehmen, die ganz bewusst

auf dem Land bleiben – und dort höchst kreativ und erfolgreich sind, wie wir ab Seite 20 zeigen.

Bertram Brossardt, Herausgeber

Editorial �

Foto: Schmidhuber

3


� Inhalt

6

KARIKATUR

Punkt, Punkt, Komma, Strich

Der Karikaturist Dieter Hanitzsch

erklärt, warum es so schwer ist,

Horst Seehofer zu zeichnen.

14

INTERVIEW

„Protokollarisch

gab es mich nicht“

Karin Stoiber spricht über

ihre Zeit und ihre Aufgaben an

der Seite eines amtierenden

Minister präsidenten.

20

LANDLUST

Die Kraft der Provinz

Unternehmen setzen auf

die Vorteile des ländlichen

Raums. – Sie schätzen

die Bodenständigkeit

der Mitarbeiter und die

Lebensqualität abseits

der Ballungsräume.


26

BILDUNG

Schlüssel Sprache

Sprachkenntnisse sind eine

Voraussetzung für die Integration in

einem fremden Land. Valerija Jerebic

hat das erkannt und gehandelt.

28

FLUGTECHNIK

Der Pilotentrainer

Grob Aircraft im Allgäu fertigt und

wartet hochspezialisierte Flugzeuge.

38

LETZTE SEITE

Eine Frage noch ...

... Herr Koch, macht

der Wechsel von der Politik

in die Wirtschaft Sinn?

Inhalt �

MACHTRAUM 10

NACHRICHTEN 11

Impressum �

vbw Unternehmermagazin 05/2011

Herausgeber

vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.

VR 15888 Amtsgericht München

Hauptgeschäftsführer: Bertram Brossardt

Max-Joseph-Straße 5, 80333 München

Büro des Herausgebers: Antje Zientek

E-Mail: unternehmermagazin@vbw-bayern.de

Herausgeberbeirat

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer

vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.

Markus Droth, Hauptgeschäftsführer

Bund der Selbständigen – Gewerbeverband Bayern e.V.

Klaus Lindner, Hauptgeschäftsführer VTB – Verband der

Bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie e. V.

Gerhard Hess, Hauptgeschäftsführer

Bayerischer Bauindustrieverband e. V.

Herbert Loebe, Hauptgeschäftsführer bbw –

Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V.

Karl-Georg Nickel, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied

Verband Druck und Medien Bayern e. V.

Friedrich Schmidt, stellv. Präsident Bundesverband

privater Anbieter soz. Dienste e. V. Landesgruppe Bayern

Dr. Peter J. Thelen, Geschäftsführer

ZVEI-Landesstelle Bayern

Dr. Peter Umfug, Hauptgeschäftsführer Verein der

Bayerischen Chemischen Industrie e. V.

Gesamtkoordination

Dr. Peter J. Thelen

Tel.: 089-551 78-333, E-Mail: peter.thelen@vbw-bayern.de

Chefredakteur

Alexander Kain (V.i.S.d.P.)

Redaktion: Sandra Hatz

Autoren: Alexander Kain, Nicole Lang, Sandra Hatz,

Christiane Habrich-Böcker, Christine Wittenzellner

Grafik: Alexandra Steiner

Verlag

vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft

Projektgesellschaft mbH

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Geschäftsführer: Peter Bockhardt

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ATELIER & FRIENDS Design und Kommunikation

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Das vbw Unternehmermagazin erscheint sechsmal im Jahr.

Der Bezugspreis ist im Mitgliedsbeitrag enthalten.

ISSN 1866-4989

Nachdruck oder Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur

mit Genehmigung des Herausgebers. Für die Zusendung

unverlangter Manuskripte oder Bilder wird keine Gewähr

übernommen.

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5


� Karikatur

6


Punkt, Punkt,

Komma, Strich

Der Karikaturist Dieter Hanitzsch

erklärt, warum es so schwer ist,

Horst Seehofer zu zeichnen

Hast du ihn schon erwischt?“, das fragen sich die

politischen Karikaturisten immer gerne gegenseitig,

wenn es um Horst Seehofer geht. Der CSU-Chef und bayerische

Ministerpräsident soll wenig beliebt

sein in der Zunft der visuellen Satiriker

– „weil er halt gar so schwer zu

zeichnen ist“, lacht Dieter Hanitzsch.

„Erwischt, das bedeutet nicht: ertappt.

Sondern, ob man den richtigen Dreh gefunden

hat, ihn zu Papier zu bringen.“

Hanitzsch, gelernter Bierbrauer, Diplom-Brauerei-Ingenieur

und Diplomkaufmann,

weiß, wovon er spricht: Seit

rund 50 Jahren gehört der kreative

Münchner (erfand als Werbeleiter einer

Münchner Großbrauerei den Slogan

„Gut. Besser. Paulaner.“) zur ersten Garde

der politischen Karikaturis ten im

Land. Die großen Tageszeitungen und Magazine in

Deutschland drucken seine Spottbilder, 45 Bücher sind im

Lauf der Jahre entstanden. Bestseller waren vor allem die,

in denen er Franz Josef Strauß humoristisch aufarbeitete.

„Franz Josef Strauß war sicherlich mein Lieblingsopfer.

Edmund Stoiber hat zwar optisch auch einige hervorragende

Eigenschaften – aber ihm fehlen halt die Affären, wie sie

FJS hatte.“

So etwas wie Strauß hat

es nie wieder gegeben

Mit Strauß verbindet Hanitzsch ein seltsames Band. Als

er den weiß-blauen Regenten, dessen Tochter Monika

Hohlmeier eine Zeit lang in Hanitzschs Nachbarschaft

wohnte, einmal traf, fragte der: „Seit 20 Jahren verfolgen

Sie mich, Herr Hanitzsch. Warum verfolgen Sie mich?“

Hanitzsch erwiderte: „Ich verfolge Sie nicht. Ich zeichne

nur, was Sie machen.“ Trotzdem hat Strauß ihm einen


Fotos: Schmidhuber (13)


8

1

5

„Als erstes kommt die

Silhouette – sieht aus

wie der Kelch eines

Sektglases.“

„Jetzt stellen wir ihm

noch einen FJS zur Seite.

Den habe ich schon lange

nicht mehr gezeichnet.“

9

„Das Ganze lassen wir jetzt noch den Stoiber

beäugen. Das geht immer mit der Nase und den

misstrauischen Augen los, die scheinbar sagen:

Will mir da jemand etwas?“

Karikaturenband signiert: „Herzlichst, Ihr Arbeitgeber –

ohne Dividende“, hat er hineingeschrieben. „Später wollte

Marianne Strauß, seine Ehefrau, dann Geld von mir – quasi

als Honorar für die Bildrechte, weil ich ihren Mann gezeichnet

habe. Ich würde mir an ihrem Mann eine goldene

Nase verdienen, fand sie“, erzählt Hanitzsch. „Das daraufhin

in Auftrag gegebene rechtliche Gutachten stampfte das

Strauß’sche Ansinnen mit wenigen Zeilen und in einer

2

„Oben drauf kommt

die – noch – volle Haartolle.“

6

„Den Strauß lassen

wir jetzt den Seehofer

ein bisserl skeptisch

anschauen.“

Grundsätzlichkeit in Grund und Boden, dass es nur so geraucht

hat“, erzählt Hanitzsch.

„Als Strauß gestorben ist, war das freilich ein schwerer

Schlag für meine Zunft.“ Was danach kam, war teilweise

auch gut zu zeichnen. „Aber so etwas wie FJS hat es seitdem

nie wieder gegeben.“ Theo Waigel mit seinen buschigen

Augenbrauen sei „ein Genuss“ zu zeichnen gewesen,

den eher spröde wirkenden Stoiber habe er auch „erwischt“,

die Bundeskanzler Helmut Kohl, Gerd Schröder

und Angela Merkel seien „exzellent karikabel“, das Bayern-

Duett Günther Beckstein und Erwin Huber gar „ein Segen“

gewesen.

„Aber mit Horst Seehofer – da hadert die Zunft. Den

kann man zwar so zeichnen, dass jeder weiß, das ist der

Seehofer. Aber richtig erwischt hat den bis heute keiner“,

erzählt Hanitzsch. Rund 200mal hat er ihn bisher karikiert,

„aber so richtig zufrieden bin ich selten“, befindet

Hanitzsch. Dass er ihn dennoch richtig gut hinbekommt,

das zeigen die Bilder.

Das jüngste Buch von Dieter Hanitzsch – „Meine Besten

– Karikaturen vom Sonntags-Stammtisch“ – ist im Südwest-Verlag

erschienen und kostet 19,99 Euro. �


„Jetzt kennt

3 man ihn schon.

Kinn, Kartoffelnase,

spöttisch

hochgezogener Mund.

Die Schultern hat er

immer oben. Eine

Krawatte ist typisch –

auch wenn er sie beim

Landtags empfang heuer

weg gelassen hatte.

Und er trägt immer den

Bayerischen Verdienst -

orden im Knopfloch.“

7

„Die Schultern hat er noch

höher gezogen als Seehofer.“

„Die Bäckchen

4 deuten ein

fröhliches

Gemüt an. Dann

wird es schwierig: Die

Augen – da braucht

man oft den Radier -

gummi. Ein bisschen

schelmisch, ein bisschen

verschlagen, ein bisschen

undurchsichtig.“

8

„Und wir geben

ihm noch Flügerl.“

„Und fertig ist die Troika.“

9


10

Machtraum

Dr. Adrian v. Hammerstein

ist seit März 2010 Vorstandsvorsitzender bei Kabel Deutschland – das ist gleichzeitig

der Termin des Börsengangs der Holding AG, den er als Vorsitzender der

Geschäftsführung des größten deutschen Kabelnetzbetreibers vorbereitet hat.

Die Geschicke der Aktiengesellschaft mit rund 2.700 Mitarbeitern, rund neun Millionen

Kunden und einem Umsatz von 1,6 Milliarden Euro pro Jahr leitet der gebürtige

Berliner vom vierten Stock der Unternehmenszentrale in Unterföhring aus.

Von hier aus hat er das Mediencluster am Rande Münchens im Blick. Glas spielt

die dominante Rolle, zwei Seiten des Büros sind Fens -

terfronten, die Einrichtung ist schlicht, mit schwarzem

Lack und Metall. Dr. v. Hammerstein hat sie von seinem

Vorgänger so übernommen. Wenn etwas gut funktioniert,

sollte man es nicht ändern, so sein Motto. Und eines sticht

Besuchern sofort ins Auge: Es gibt keinen Fernseher im

Büro des Chefs des Kabelfernsehens: „Das würde mich

von der Arbeit ablenken“, sagt er. Generell sei er Minimalist.

In einer Führungsposition dürfe man nie die Bodenhaftung

verlieren. Deshalb hat er zu Beginn seiner Tätigkeit bei Kabel Deutschland

alle Mitarbeiter an ihrem Schreibtisch besucht, sich vorgestellt und versucht,

ein klares Verständnis davon zu bekommen, was im Unternehmen wirklich los ist.

Ein Verständnis davon, was im Leben wirklich los ist, hat v. Hammerstein bei seiner

eineinhalbjährigen Tätigkeit als Vollzeit-Vater gewonnen, bevor er bei Kabel

Deutschland eingestiegen ist. „Diese Zeit möchte ich nicht missen“, sagt er, „davon

haben meine Familie, meine Frau, meine Kinder und ich profitiert.“ �

Foto: Kabel Deutschland

Erst 2006 ist Kabel Deutschland

neben dem Hauptgeschäft als

Kabelnetzbetreiber ins Internet-

und Telefonanbietergeschäft

ein gestiegen. Bereits zwei Jahre

später, 2008, hat der Verband der

deutschen Internetwirtschaft eco

dem Unternehmen den 1. Preis

des Internet Award in der Sparte

Privatkunden verliehen. „Das ist

für mich die Bestätigung, dass wir

es richtig gemacht haben.“


Fotos: Lang (5)

Der Tombstone des Börsengangs der Kabel

Deutschland Holding AG steht immer im Blickfeld

von v. Hammerstein. Daneben befindet sich ein

Foto von ihm und seinen Vorstandskollegen von

dem Tag, an dem sie in Frankfurt an der Börse die

Glocke geläutet und die Aktie erfolgreich am

Markt platziert haben. „Das war ein Moment der

Freude und einer der Höhepunkte in meinem

Berufsleben. Wir haben den Börsengang in un -

sicheren Zeiten gewagt, aber es hat sich gezeigt,

dass die Entscheidung richtig war.“ Ein Tombstone

wird im Finanzbereich für erfolgreiche Börsengänge

oder andere Finanztransaktionen verliehen.

Für ein weiteres

einschneidendes

Erlebnis im Leben

von v. Hammerstein

steht eine blauweißeGriechenland-

Flagge. Etwas

zerfleddert und

sichtlich mitge nommen hängt sie in

seinem Büro. „Sie stammt von einem

Segelboot, mit dem ich 1984 vor

Rhodos in einem schweren Sturm

fast unter gegangen wäre.“ Zwar sei

alles gerade noch einmal gut gegangen, aber

man müsse immer auf Stürme vorbereitet sein –

nicht nur beim Segeln, auch im Leben.

Das Ventil aus dem Motor eines Toyota Corolla

hat v. Hammerstein immer in seinem Schreibtisch.

Es stammt von seinem ersten Auto, mit

dem er nach seiner Studienzeit in Princeton und

Harvard 1980 einen Roadtrip von Boston nach

Kalifornien unternommen hat. „Das Auto war

damals schon uralt“, erzählt er, „am Ziel

aber hat es dann den Motor zerrissen.“

Das Ventil hat v. Hammerstein aus -

gebaut und als Erinnerung dafür aufgehoben,

dass es für den Erfolg des Ganzen oftmals auf ganz

kleine Teile ankommt.

Nachrichten �

Problemlösungen statt Produktion:

Hybride Wertschöpfung

neuer Megatrend?

Industrie-Dienstleistungsverbund

gewinnt an Bedeutung –

Studie: Bayerns Unternehmen

haben knapp die Nase vorn

Es ist ein neuer Megatrend, der sich abzeichnet:

hybride Wertschöpfung. Die Idee, die sich dahinter

verbirgt, ist im Grund denkbar einfach. Statt Produkte

Lösungen anbieten. Im Zentrum steht dabei der Kundenmehrwert.

Die Beispiele sind zahlreich: Mobilität

statt Fuhrpark, Druckluft statt Kompressoren, Beleuchtung

statt Lampen. Ein Heiztechnikhersteller beispielsweise

produziert und verkauft seinen Kunden

nicht mehr Heizungs- oder Klimageräte, sondern übernimmt

das Klimatisieren oder Beheizen von Gebäuden.

Verkauft werden nicht die Anlagen, sondern der

Nutzen. Der Kunde muss nicht mehr selbst investieren,

hat Leistungsgarantien, muss sich nicht um die

Wartung oder die dauerhafte Optimierung der Anlage

kümmern.

Bayern hat bei der hybriden Wertschöpfung im

deutschlandweiten Vergleich derzeit die Nase vorn,

wie nun eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft

(IW Consult) im Auftrag der vbw ergeben hat.

Allerdings nur knapp: Während deutschlandweit heute

rund 15,6 Prozent der Unternehmen hybride Wertschöpfung

betreiben, seien es in Bayern 16,4 Prozent.

Die bayerischen Unternehmen haben laut IW Consult

„insgesamt eine bessere Ausstattung mit Erfolgsfaktoren

(Forschung, Innovationen und Internationalisierung)“.

Laut IW Consult sei hybride Wertschöpfung „offenbar

ein Zukunftsmodell“, in den kommenden fünf Jahren

wollten viele Unternehmen ihr Dienstleistungsangebot

ausweiten. Erwartet wird deutschlandweit eine Zunahme

der hybriden Wertschöpfung von heute 16 Prozent

auf dann 21 Prozent. Besser sind die Aussichten in

Bayern: „In fünf Jahren wird ein Viertel der bayerischen

Unternehmen hybrid sein“, heißt es in der Studie der

IW Consult. �

11


� Nachrichten

12


vbw stellt Rohstoffpreisindex vor

Preise für 42 Metalle und Mineralien fest im Blick

Die Preise für Metalle und Mineralien sind in der Vergangenheit

dramatisch gestiegen. Das hat weitreichende

Konsequenzen für die bayerische Wirtschaft, die

aufgrund ihrer hohen Industrieorientierung stark abhängig

ist von Rohstoffen“, so vbw Hauptgeschäftsführer Bertram

Brossardt.

Deshalb hat die vbw einen Rohstoffpreisindex entwickelt.

Der Index bildet die Preisentwicklung der in der bayerischen

Wirtschaft eingesetzten Rohstoffe ab und wurde bis ins

Jahr 2000 zurückgerechnet. Er wird künftig monatlich von

der vbw vorgelegt und ist im Internet (www.vbw-bayern.de)

abrufbar.

„Mit dem vbw Rohstoffpreisindex lässt sich die Entwicklung

genau jener Metalle und Mineralien, die für die bayerische

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Wirtschaft maßgeblich sind, sehr gut darstellen“, so

Brossardt. Das Auf und Ab der letzten Monate und letzten

Tage zeige deutlich, dass die Rohstoffpreisentwicklung genau

beobachtet werden müsse, so Brossardt. „Seit dem

Tiefstand während der Wirtschaftskrise im Dezember 2008

hat sich der vbw Rohstoffpreisindex in etwa verdoppelt.“

Der Index berücksichtigt die Weltmarktpreise von insgesamt

42 Metallen und Mineralien auf US-Dollar-Basis. Die

Rohölpreisentwicklung findet keinen Eingang. Die jeweiligen

Preise werden gewichtet mit dem Importanteil des jeweiligen

Rohstoffes nach Bayern. Das heißt: Je größer der

Anteil des entsprechenden Rohstoffs an den bayerischen

Importen, desto stärker fließt er in die Indexberechnung mit

ein. Basisjahr (Index = 100) ist das Jahr 2005. �

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Die Sorgen um die weltweite

Konjunkturent -

wicklung haben im August

zu einem spürbaren

Rückgang der Rohstoffpreise

geführt. Der vbw

Rohstoffpreisindex sank

gegenüber Juli um 3,8

Prozent. Er lag allerdings

um 20,7 Prozent über

dem entsprechenden

Vorjahreswert. Entgegen

dem allgemeinen Trend

entwickelten sich die

Preise für Edelmetalle.

Diese legten im August

deutlich zu, weil zahlreiche

Anleger angesichts

der Schuldenkrisen in

Europa und den USA in

Gold und andere Edelmetalle

flüchteten.

Berücksichtigt man auch

die Energiepreise, so

sank der vbw Rohstoffpreisindex

im August sogar

um 6,8 Prozent, da

der Ölpreis besonders

unter den gestiegenen

Konjunktursorgen litt.


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Fotos: Schmidhuber (5)


Interview �

„Protokollarisch gab es mich nicht“

Karin Stoiber spricht über ihre Zeit und ihre Aufgaben an der Seite

eines amtierenden Minister präsidenten

Frau Stoiber, dürfen wir Ihnen gratulieren?

Wozu?

Sie haben es 43 Jahre an der Seite eines der um -

triebigs ten Politiker im Nachkriegsdeutschland ausgehalten.

(lacht) Das ist wahr.

Im Ernst: An der Seite von Edmund Stoiber zu stehen,

bedeutet viel aus- und durchzuhalten, oder?

Es ist ein schönes Miteinander. Deshalb käme ich nicht auf

die Idee, zu sagen, dass ich etwas aus- oder durchzuhalten

hatte. Natürlich gab es Höhen und Tiefen, im Leben wie

in der Ehe. Wir unterscheiden uns

da nicht von anderen. Aber wir

haben alles gemeinsam gemeis -

tert – im Privaten wie in der Politik.

Letzteres hat in unserer Familie

natürlich immer überwogen.

Wie hält man das aus, wenn

man das eigene Leben, den

eigenen Beruf, die Familie

der Karriere des Partners hintanstellt oder -anstellen

muss?

Das ist keine Entscheidung, die einer alleine trifft, sondern

wir haben das natürlich miteinander besprochen. Wir waren

in der glücklichen Lage, dass wir es uns leisten konnten,

dass ich zu Hause bleibe und mich den Kindern widme.

Am Anfang fiel es mir ehrlich gesagt schon schwer, zumal

mein Mann bereits als persönlicher Referent des

Umweltministers recht engagiert war. Er hat wirklich viel gearbeitet

und damals schon Post mit nach Hause genommen.

Ich kenne ihn nur so.

Es gibt die Geschichte, wie Sie ihren Mann angerufen

haben, als Ihre Tochter gerade das Laufen gelernt hatte.

„Und deshalb rufst du an?“ soll er Ihnen am Telefon

entgegnet haben.

(lacht) Die Geschichte stimmt. Aber natürlich tat ihm das in

der selben Sekunde schon wieder leid und er hat sich entschuldigt.

Die Arbeit, die Politik, das ist halt sein Leben. Er

Mein Mann

hat ein dickeres

Fell als ich



nahm das immer unglaublich ernst, aus einem tief empfundenen

Gefühl der Pflichterfüllung heraus.

Für Sie hat das aber auch bedeutet, dass es jahrelang

statt des eigenen Familienurlaubs immer Urlaub mit

Franz Josef Strauß gab – weil Ihr Mann als Generalsekretär

in seiner Nähe sein sollte.

In der Tat. Wenigstens war nicht jeder Tag so angefüllt mit

Arbeit wie im Büro oder im Ministerium oder in der Staatskanzlei.

Aber mal ganz weg zu sein, nicht greifbar zu sein,

eine Woche zum Segeln zu gehen – das war nicht machbar.

Und da konnte ich ihn nicht bremsen, da kannte ich

meine Grenzen. Aber damit kein schiefes Bild entsteht:

Mein Mann war immer für die Familie

da, das muss ich schon

auch anmerken. Wir haben uns,

als die Kinder noch zu Hause gelebt

haben, bemüht, dass wir am

Wochenende zusammen einen

ausgedehnten Brunch machen.

Wir haben dann lange gefrühstückt

und miteinander all das besprochen,

wofür unter der Woche

keine Zeit war. Mein Mann wusste nicht nur über alles Bescheid,

er hat sich auch wirklich um die Kinder gekümmert.

Ihre Kinder sagen sogar, die Mama sei die deutlich

Strengere gewesen.

Das hat sich so ergeben. Wenn er mal zu Hause war, dann

konnte er nicht gleich mit aller Strenge ankommen. Ich war

die Managerin des kleinen Familienunternehmens.

Und zugleich standen Sie in der Öffentlichkeit. Ist Ihnen

das nie schwergefallen?

Ja, schon. Aber mir hat geholfen, dass ich jemand bin, der

immer gerne Kontakt zu anderen Menschen hat. Auch mit

der Presse hatte ich keine Schwierigkeiten. Es gab nur ein

paar wenige, mit denen ich nicht so gut ausgekommen bin,

die uns persönlich angegriffen haben. Mein Mann hat da

ein dickeres Fell als ich. Ich bin sensibler, mir ist Manches

schon nahegegangen, vor allem, wenn es um unwahre

Behauptungen ging. �

15


16

Politisch in der Öffentlichkeit zu stehen, hat bei Ihnen

aber auch ganz handfeste Sicherheitsprobleme aufgeworfen,

oder?

Zu den Hoch-Zeiten der RAF hatten wir noch kleine Kinder.

Das hat mir sehr große Sorgen bereitet. Die Kinder wurden

oft von der Polizei zur Schule und wieder nach Hause

gebracht. Ich kann mich noch erinnern, wie mein Mann einmal

liegend und mit schusssicherer Weste aus einem Flugzeug

gebracht werden musste,

wegen einer konkreten An-

schlagsdrohung. Ich habe immer

Angst gehabt – und immer gehofft,

dass alles gut geht. Mir

blieb nur auf die Sicherheitsbeamten

zu vertrauen, die meinen

Mann begleitet haben. Zum

Glück ist das alles gut ausgegangen.

Einmal allerdings gab es eine

Situation, die war höchst kritisch – als meine zweite Tochter

noch in der Grundschule war. Damals hat sich ein Mann

mit Perücke in den Pausenhof geschlichen und meine Tochter

schließlich verfolgt. Als sie das bemerkt hat, war sie so

klug, zu einer Freundin in die Wohnung zu laufen und Hilfe

zu holen. Der Mann war, wie sich herausgestellt hat, auf der

Lernen, mit

selbstbewussten Frauen

klarzukommen



Fahndungsliste. Ich muss Ihnen nicht sagen, was das für

eine Mutter bedeutet.

Würden Sie heute sagen, Ihre Kinder hatten – was all

die politischen Begleitumstände angeht – eine beschwerte

Kindheit?

Meine Kinder sind mit der Politik meines Mannes aufgewachsen.

Wir waren ein politisches Haus. Mein Mann hat

sie gerne mitgenommen, wenn

das ging. Und er hat sehr viel dis -

kutiert mit den Kindern.

Ergebnisoffen?

Aber bitte. Da gab es ausgesprochen

interessante Diskurse. Das

ist eine andere Generation mit einem

ganz anderen Verständnis

von vielen Dingen. Mein Mann und

ich entstammen ja noch der Kriegsgeneration – weshalb ich

die Kindererziehung im Grunde auch für etwas Selbstverständliches

gehalten habe, zumal sich so etwas wie Kinderkrippen

damals erst entwickelt hat. Meine Kinder sind ganz

anders aufgewachsen als ich, sie haben studiert, haben Berufe

– und eine ganz andere Vorstellung von Familie.


Das Frauenbild hat sich also verändert?

Aber ja doch. Zu meiner Zeit hieß es noch: Was soll die studieren?

Die heiratet doch eh! Frauen heute sind selbstbewusster,

selbstbestimmter, besser ausgebildet. Das verändert

eine Gesellschaft. Grundsätzlich ist das sehr zu begrüßen.

Ich sehe aber auch eine andere Entwicklung, die

ich nicht so gut finde: Ehen gehen heute schneller zu Las -

ten der Kinder auseinander. Ich glaube, in einer modernen

Gesellschaft, in der der eine nicht

automatisch für den anderen zu-

rücksteckt, ist es notwendig,

dass Frauen wie Männer mehr

gegenseitiges Vertrauen aufbauen

und sich mehr absprechen.

Und lernen, auch mal nachzugeben.

Vor allem müssen die Männer

lernen, mit selbstbewussteren

Frauen klarzukommen.

Heute redet man über Frauenquoten. Bei der CSU hat man

das eingeführt, für die Wirtschaft wird das diskutiert.

Ich muss ganz frei heraus sagen, dass ich zunächst einmal

keine Anhängerin einer Frauenquote bin. Es muss bei einer

Stellenbesetzung immer um die Qualität gehen, nicht ums

Ich bin keine

Anhängerin einer

Frauenquote



Interview �

Geschlecht. Freilich darf das Geschlecht dann aber auch

kein Hinderungsgrund sein. Die Zeit wird erweisen, ob sich

die Frauenquote durchsetzt oder nicht. Dass es so wenige

Frauen in der Politik gibt, ist schade. Gleichwohl: Es gibt

sehr gute Frauen – die sich nicht durch eine Quote, sondern

durch Qualität für höchste Ämter qualifiziert haben.

Das ist gut so.

Hat es Sie in den vielen Jahren

nie gereizt, wieder in die Bank

zurückzukehren oder selbst ein

politisches Amt anzustreben?

Nein, dafür wäre nie wirklich Zeit

gewesen. Ich habe meinem Mann

von Anfang an zugearbeitet, habe

den Schriftverkehr für ihn erledigt

und die Pressearbeit im Stimmkreis

gemacht. Sogar seine Reden

habe ich abgetippt, mit einer kleinen Reiseschreibmaschine.

Mein Gott, wenn ich daran denke, wie mühsam das

damals war und wie einfach das heute mit einem Computer

geht. Damals tippte man eine ganze Seite – um dann

festzustellen, dass man irgendwo ein Wort vergessen hat

und man die Seite wieder von vorne tippen muss (lacht). �

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18

Wenn Sie Ihre eigene Rolle reflektieren: Waren Sie die

Frau an der Seite Edmund Stoibers – oder die Frau im

Hintergrund?

Ich habe ihn unterstützt, mich aber nie in den Mittelpunkt

gedrängt. Wenn ich mal mit etwas nicht einverstanden war,

dann habe ich ihm das zu Hause

am Tisch gesagt. Und das hat er

dann auch mitgenommen.

Sie haben sich aktiv eingemischt?

Auch in die Kabinettslisten?

So konkret nicht. Aber ich habe

ihm schon immer wieder mal ein

paar Empfehlungen gegeben.

Ich kannte die Leute ja auch alle.

Da habe ich mir das eine oder andere Mal erlaubt, mich

zu äußern.

Mit Wirkung?

(lacht) Öfters. Aber Details sollten mein Geheimnis bleiben.

Haben Sie ihm auch manchmal politisch ein bisserl den

Weg zeigen müssen?

Von Politik sollte

man keine Dankbarkeit

erwarten



Ich würde sagen, das war eine Gemeinschaftsleistung mit

meinen Kindern. Gerade was den Schul- und Hochschulbereich

betrifft, ging es oft hoch her. Ich glaube, da hat dann

mancher im Kabinett gemunkelt: „Jetzt hat er wieder mit

seiner Frau und den Kindern geredet!“ Aber die Kinder haben

halt die schulische und universitäre

Praxis erlebt – ich glaube,

das war für ihn oft hilfreich.

Haben Sie sich manchmal auf

die Rolle der First Lady reduziert

gesehen? Wie sieht sie

aus? Ist das Kleid neu? Was tut

sie? Was sagt sie?

Das sind Begleiterscheinungen

des Amtes meines Mannes. Protokollarisch

gesehen gab es mich ja gar nicht. Mir war viel

wichtiger, im Rahmen meiner sozialen Projekte wahrgenommen

zu werden. Ich habe mich immer schon sozial engagiert.

Besonders stolz bin ich darauf, dass es gelungen

ist, das erste Kinderhospiz im süddeutschen Raum, in Bad

Grönenbach, zu gründen. Ich habe mich aber auch für die

SOS-Kinderdörfer engagiert sowie für zahlreiche soziale

Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, insbesondere für


Blinde und Gehörlose. Das hat mich immer glücklich gemacht,

wenn etwas Neues gelungen ist. Ein bisserl konnte

ich da natürlich schon von der Rolle an der Seite meines

Mannes profitieren. Etwa, wenn wir auf Delegationsreisen

unterwegs waren und viele Wirtschaftsführer mit dabei waren,

dann habe ich diese meist erfolgreich bearbeitet, in die

Projekte einzusteigen. Dafür bin ich bis auf den heutigen

Tag sehr dankbar.

Wie gehen Sie damit um, dass Beobachter nur sahen,

wie Karin Stoiber mit ihrem Mann um die Welt fliegt und

bei den Eröffnungsveranstaltungen dabei ist, aber

nicht, dass Sie ein paar Tage nach einer Bandscheibenoperation

schon wieder im Dienst waren und die thailändische

Königin Sirikit in München empfangen haben

– mit Halskrause?

Es gibt Pflicht und Kür. Ich habe die Kür gerne gemacht,

aber vor allem die Pflicht immer ernst genommen. Man sieht

immer die schönen Bilder in der Zeitung, aber die Arbeit

hinter den Kulissen, die kennen nur ganz, ganz wenige.

Frau Stoiber, als Ihr Mann 2007 sein Amt abgegeben

hat, wie haben Sie das damals empfunden?

Uns war immer klar, dass wir von der Politik keine Dankbarkeit

erwarten sollten. Mein Mann hat mich im Januar

2007, als nach der CSU-Klausurtagung in Kreuth die Mel-

dungen P von einem Putsch verbreitet wurden, angerufen

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*Media Analyse 2010, Tageszeitungen

Interview �

und gesagt: „Bist du einverstanden, dass ich meinen Rück -

tritt ankündige?“ Da habe ich gesagt: „Ja!“ Entgegen der

landläufigen Annahme: Die Umstellung ist weder meinem

Mann noch mir besonders schwergefallen. Wir hatten noch

einmal die Chance auf einen neuen Lebensabschnitt.

Waren Sie innerlich froh, nach all den Jahren der

Politik endlich Ihren Mann zurückzubekommen? Und

mussten Sie ihn zu Hause dann erstmal beschäftigen?

Meinen Mann? Beschäftigen? Der ist bis heute nicht zu

Hause und streckt die Füße unter den Tisch. Jeden Morgen

ist er in seinem Büro, er hat unheimlich viele Termine. Immerhin:

Er nimmt sich heute die Zeit, richtig für die Enkelkinder

da zu sein, geht mit ihnen auf den Fußballplatz.

Weiß Edmund Stoiber, was er an Ihnen hatte?

Und hat! Ich habe meine Frau gestanden, an seiner Seite.

Er behauptet jedenfalls, ich hätte einen Anteil an den Wahl -

ergebnissen in den 14 Jahren mit klaren Mehrheiten. Dafür

ist er dankbar. Wir hoffen gemeinsam, dass das wieder erreicht

wird.

Karin Stoiber ist seit 1968 mit Edmund Stoiber verheiratet,

hat drei erwachsene Kinder sowie fünf Enkelkinder.

Sie ist prominente Fürsprecherin für über 40 Vereine

und Spendensammlerin zahlreicher Stiftungen. �

19


Lust aufs Landleben macht das Ambiente auf

einem denkmal geschützten Hof in Unteruttlau bei

Bad Griesbach im Rottal, wo der Internet-Dienst -

STOCK4press

leister Becon eine Niederlassung einrichtete. Foto:


Wenn sich am Firmen-Standort Fuchs und Hase gute

Nacht sagen, wenn die Firma also arg abgelegen

erscheint, dann hat das in der globalisierten Welt immer

weniger Bedeutung. Viele Unternehmer setzen wieder auf

die Kraft der Provinz. Und das nicht nur der eventuell nied -

rigeren Betriebskosten wegen, sondern zudem wegen

Faktoren, die sich in Bilanzen nicht aufrechnen lassen. Sie

betonen ein Mehr an Lebensqualität, das sich positiv auf

die Belegschaft auswirkt.

Potenzial erkannt und

Traum verwirklicht

Die Kraft der Provinz

Das Potenzial der Region, aus der er stammt, hat Hans

Brunsch, Gründer und Eigentümer der Becon GmbH mit

Hauptstandort Ottobrunn bei München, erkannt. Der gebürtige

Bad Birnbacher erfüllte sich mit der Niederlassung

im sogenannten Holzland auf einem Hügel bei Bad Griesbach

einen Traum: Er kaufte denkmalgeschützte Bauernhöfe,

ließ sie Balken für Balken abbauen und hier mitten in

Europas größtem Golfresort wiedererrichten. Ein Ensemble

wie der Teil eines Freilichtmuseums: Durch ein Holztor

geht es in den Hof. Vor dem blumengeschmückten Holzhaus

mit zweistöckigem Schrot (Balkon) liegt ein Bauerngarten.

Drinnen sorgen modernste Technik und antike Möbel

unter schweren Balken für ein besonderes Flair. Durch

die kleinen Fenster führt der Blick auf Wiesen mit Obstbäumen.

Hinter dem Haus befindet sich ein Badeteich.

„Natürlich werden wir auch mal belächelt, wenn wir als Firmenstandort

Unteruttlau angeben“, erzählt Niederlassungsleiter

Stefan Kalleder, der zusammen mit Kollegen die

ein oder andere Pause auf der Hausbank genießt. „Doch

eigentlich liegen wir super zentral.“ Einziger Nachteil sei das

Internet, das trotz Standleitung ein hohes Maß an Geduld

fordere. Die neun Mitarbeiter im Haus und insgesamt 25

Mobilen betreuen Kunden in Ostbayern und Oberösterreich.

Dahinter steckt mit Becon ein IT-Dienstleister mit

mehr als 200 Mitarbeitern deutschlandweit.

Fast alle Mitarbeiter kommen aus der Gegend. „Es kommt

bei unseren Kunden einfach an, wenn man dieselbe Spra-

Landlust �

Unternehmen setzen auf die Vorteile des ländlichen Raums –

Sie schätzen die Bodenständigkeit der Mitarbeiter und die Lebensqualität

abseits der Ballungsräume

che spricht“, sagt der IT-Spezialist, der Unteruttlau seit

2005 mit aufgebaut hat. Die Beziehung zu den meist mittelständischen

bis kleineren Firmen spiele sich auf einer sehr

persönlichen Ebene ab. Es dauert aber auch, bis die dafür

notwendigen Voraussetzungen geschaffen sind. Die wichtigste:

Vertrauen. Mittlerweile aber funktioniere die auf dem

Land übliche Mund-zu-Mund-Propaganda.

Im Städtchen Grafenau im Bayerischen Wald ist die Designund

Werbeagentur Atelier und Friends in den letzten 25

Jahren stetig gewachsen. Die Natur gehört hier zur Unternehmensphilosophie.

Sie ist Inspiration und Programm.

Designer Lothar Nebl gründete die Firma vor mehr als 25

Jahren in seinem Heimatort. Und obwohl er das Unternehmen

später um Dependancen in München und Passau erweiterte,

kristallisierte sich als Hauptstandort schnell Grafenau

heraus. In einer ehemaligen Turnhalle schufen Atelier

und Friends eine moderne Galerie für 25 Mitarbeiter, die

Kunden überwiegend aus Bayern und Oberösterreich betreuen.

Die Wurzeln am Rande des Nationalparks sind Geschäftsführer

Markus Pühringer wichtig, obwohl er als gebürtiger

Linzer aus einem Ballungsraum kommt und mit der Geschäftigkeit

der boomenden Industriestadt mit 200.000

Einwohnern aufgewachsen ist.

Entfernung spielt

eine Nebenrolle

„Die meisten Kollegen kommen aus Passau oder Deggendorf“,

so PR-Fachfrau Alexandra Kolbeck. Die Anfahrt sei

aber sicher weniger stressig als sich mit „Stop and go“

durch das Verkehrsaufkommen einer Stadt zu quälen. Und

im Winter sind die Straßen „im Woid“ meist besser geräumt

als in der Großstadt. Und wenn der Kunde in Heilbronn sitze,

dann sei es egal, ob Mitarbeiter von Grafenau oder von

München aus dorthin fahren.Entfernung spielt eine Nebenrolle.

Besonders für ein Unternehmen, das sich ständig mit

modernen Kommunikationswegen auseinandersetzt. Die

Designer, Werbefachleute und Innenarchitekten von Atelier

und Friends beschäftigen sich mit Fragen der Markenpo-

21


� Landlust

22

Kreative Menschen schwören auf die Inspiration der

Natur. Deshalb fühlen sich die Mitarbeiter der Werbeagentur

Atelier und Friends im Wald besonders wohl.

sitionierung und -inszenierung genauso wie mit dem

Wiederaufbau der Schnee kirche, die die zähen Einwohner

vor hundert Jahren im nahen Mitterfirmiansreut errichteten,

weil ihnen der Bischof von Passau keine echte bauen

ließ. Ein Beispiel für Kreativität und Erfindungsreichtum in

einem Landstrich, der lange als rückständig galt.

Arbeit zu den Menschen bringen

statt Menschen zur Arbeit

Zu den Vorteilen des Standorts zählen laut Pühringer natürlich

geringere Mietkosten, ein etwas niedrigeres Preisniveau

und eine hohe Loyalität der Mitarbeiter. Doch eine

möglicherweise viel wichtigere, aber in Bilanzen schwer

nachweisbare Komponente sei die Umgebung, die Natur

und die Landschaft. Die Umgebung sei eine nicht zu unterschätzende

Quelle, in der die Mitarbeiter Kraft schöpfen.

„Beste Voraussetzungen für eine ideale Work-Life-Balance“,

sagt Pühringer, der noch weiter geht und die Natur als

Coach, als Therapeut betrachtet. Unternehmen könnten

von ihr lernen.

Auf den Standort im Bayerischen Wald setzen auch größere

Unternehmen wie Rohde & Schwarz. Der international

tätige Elektronikkonzern für Messtechnik, Rundfunk,

Funküberwachung und -ortung sowie Funkkommunikation

zählt in Teisnach im Landkreis Regen 1.350 Beschäftigte.

Werkleiter Johann Kraus: „Wir wollen die Arbeit zu den

Menschen bringen und nicht die Menschen zur Arbeit.“ Die

Mitarbeiter seien hoch motiviert, flexibel und der Firma

gegenüber besonders loyal. Der Bayerische Wald biete

darüber hinaus die Grundlage für hervorragende Lebensqualität.

Ähnlich äußert sich Hans Lindner von der Lindner Group

KG am niederbayerischen Standort Arnstorf im Rottal. Der

Hersteller von Innenausbausystemen besitzt weltweit Produktionsstätten

und Tochterunternehmen und hat rund

5.500 Beschäftigte. Den Vorteil des ländlichen Raums sieht

Lindner in der Hauptsache im Mitarbeiterbereich: „Unsere

niederbayerische Region ist dafür bekannt, dass Mitarbeiter

eine gute Ausbildung bekommen, aber auch charakterstark

und zuverlässig sind.“ Lindner: Wir fahren zum Flughafen

eine gute Stunde. Diese Fahrzeit muss auch ein

Münchner oder ein Augsburger einrechnen. Wir sind in 20

Kilometern an der Autobahn. Insgesamt aber liege Niederbayern

im Zentrum Europas.

Aus dem unterfränkischen Hösbach steuert die ASC

Telecom AG erfolgreich ihre weltweiten Tochtergesell -

schaften und Vertriebsbüros. Ob sie die Großstadt ver -

misse? „Überhaupt nicht“, antwortet Katrin Henkel, die

wegen ihres Berufs von München ins unterfränkische Hösbach

aufs Land zog. „Die Lebensqualität ist höher und die


Kosten sind niedriger. Wenn ich in die Großstadt will, bin

ich in 30 oder 40 Minuten in Frankfurt“, begründet die Kommunikationsmanagerin

der ASC Telecom AG ihren Standpunkt.

Hösbach ist der Hauptsitz der ASC Telecom AG. Der Global

Player mit weltweit 220 Mitarbeitern ist spezialisiert auf

Software-Lösungen zur Aufzeichnung, Analyse und Auswertung

von Kommunikation. Wenn ein Anruf in einem Callcenter

aufgezeichnet und analysiert wird, dann kann das

durch eine Software von ASC geschehen. Bis 1979 hatte

das Unternehmen seinen Sitz in Aschaffenburg. Der Umzug

ins benachbarte Hösbach hatte den Vorteil, alle Abteilungen

an einem Standort zu konzentrieren.

„Der Standort Hösbach hat als Wirtschaftsstandort und Lebensraum

viele Vorteile“, sagt Günther Müller, Vorstandsvorsitzender

des Unternehmens. Die Verkehrsanbindung

mit dem direkten Autobahnanschluss, der nur dreiminütige

Fußweg zum Bahnhof sowie die Anbindung an den Flughafen

Frankfurt mit knapp 40 Kilometern verbinden die

Landgemeinde mit der Welt. In Hösbach schätzen es Mitarbeiter

und Besucher, mit dem Auto direkt vor die Tür zu

fahren. Gut ausgebaut seien auch die Betreuungsangebote

in Krippen, Kindergärten, Schulen und Horteinrichtungen.

Von der Grundschule bis hin zum Gymnasium mit Förderschule

ist der Nachwuchs auch bildungsmäßig versorgt.

Als Hightech-Unternehmen ist ASC auf hochqualifiziertes

Landlust �

Personal angewiesen. „Viele unserer Mitarbeiter sind sehr

verwurzelt in der Region. Wir rekrutieren unser Personal

größtenteils regional, um kurze Anfahrtswege zur Arbeit sicherzustellen“,

sagt Müller. Damit sei die Fluktuation deutlich

geringer als in vergleichbaren Unternehmen.

Unternehmer sind auf dem

Land auch Zugpferd

Der Medienunternehmer Eduard Kastner in Wolnzach

macht vor, wie Leben und Kultur in die Landregion kommt

und so den Standort ins Rampenlicht rückt – an der A 93

zwischen Holledau und Regensburg. Damit ein Ort Lebensqualität

versprüht, braucht es das Mitwirken der Bürger und

Unternehmen. Seit langem wirkt in diese Richtung der

Vorstand des Medienhauses Kastner AG, das seit 114

Jahren in Wolnzach angesiedelt ist.

Zu den harten Standortfaktoren gehören die Autobahnanbindung,

der sehr gemäßigte Gewerbehebesteuersatz, ein

schnelles Internet und der günstige Gewerbegrund.

Der vielseitig interessierte Chef schätzt aber auch die weichen

Faktoren auf dem Land. „Es ist der Menschenschlag,

es sind Volksfeste, es sind die Philosophenmenschen, die

wertvoll sind, weil sie einem immer wieder den Spiegel vorhalten.

Es gibt Kultur und Musik.“ Und für Familien bietet

Foto: Eder

23


� Landlust

24

Arbeiten im Urlaubsidyll:

die Becon GmbH in ihrer

Niederlassung in Unteruttlau.

Die Bad Tölzer Kuh Isabell ist beliebtes

Fotomodell für die Agentur „ich und du.“

Fotos: ich und du (2), STOCK4press (1)


die Marktgemeinde „ideale Verhältnisse“. Von der Krabbelkrippe

und Kindergarten, Grund- und Hauptschule bis hin

zum Gymnasium – alles ist vorhanden. Anders als in der

Stadt sei der Unternehmer auf dem Land das Zugpferd,

wenn es um die Infrastruktur gehe.

Mit ungewöhnlichen Ideen mehr

für die Region erreichen

Manchmal brauche dieses Geduld und ungewöhnliche

Ideen. „Wir haben drei Jahre lang mit der Akademie der Bildenden

Künste in München junge Künstler gefördert – so

lange bis wir unser Gymnasium hatten.“ Mit großem persönlichen

Engagement veranstaltet der Firmenchef Sport-

Events und Kunstausstellungen, lädt zu Symposien und

Veranstaltungen nach Wolnzach ein.

Von München nach Bad Tölz zog es Marco Tunger mit seiner

Werbeagentur „ich und du“ Ende 2008. „Man lebt und

arbeitet dort am besten, wo man sich am wohlsten fühlt“,

begründet der gebürtige Vogtländer den Standortwechsel.

„Wenn ich hier auf Berge, Flüsse, Wiesen, Kühe und Seen

schaue, dann ist das gerade im kreativen Beruf, wo man

sehr stark von Inspiration lebt, wo man äußere Eindrücke

verarbeitet, sehr, sehr hilfreich.“

Kuh Isabell sorgt

für Wiedererkennung

Bereut hat er den Entschluss nicht. „Wir profitieren sehr davon,

dass wir hier sehr viel leichter Zugang zu den Menschen

finden.“ In der Stadt, so erinnert er sich, beschränkten

sich die kurzen Gespräche im Aufzug meist nur auf das

Wetter. Auf dem Land, und dazu zählt er Bad Tölz, auch

wenn es eine Kreisstadt ist, lerne man viel schneller Menschen

kennen, die auch Kunden werden können. Zudem:

„In Bad Tölz ist ,ich und du‘ die größte Agentur, in München

wäre sie eine kleine von vielen.“

Die Liebe zum Land toppte die Agentur mit Isabell, einer

braun-weiß-gefleckten Kuh. Zwar hat diese in den Büros

des historischen Gebäudes in der belebten Marktstraße

keinen Platz. Isabell ist bei einem Bauern im benachbarten

Miesbach eingemietet. Dennoch mischt sie werbewirksam

mit. Dass die Kreativen deswegen manchmal als Spinner

bezeichnet werden, nehmen sie fröhlich zur Kenntnis.

Marco Tunger schätzt den hohen Wiedererkennungswert

bei der Akquise. „Wenn wir zum Beispiel Unterlagen zu einem

potenziellen Kunden schicken, bei dem sich mehrere

bewerben, dann erinnert sich der Kunde gleich ‚ach die mit

der Kuh‘.“ �

Landlust �

Umgeben vom Bayerischen Wald: Rohde & Schwarz, Teisnach.

In der Hügellandschaft des Rottals:

Lindner Group KG, Arnstorf.

Im unterfränkischen Hösbach: ASC Telecom AG.

25


� ???

26

Valerija Jerebic hat ihre

Deutschkenntnisse in einem

Kurs für „berufsbezogene

Sprachförderung“ verbessert.

Foto: Zoepf



Sprache ist der Schlüssel für alles“, bringt es Valerija

Jerebic auf den Punkt. Darum setzte sich die 36-Jährige

vor kurzem noch einmal auf die Schulbank und paukte

ein halbes Jahr intensiv Deutsch. Seit 14 Jahren lebt die

Kroatin nun schon in Deutschland. Es störte sie immer, dass

sie die Sprache ihrer Wahlheimat nicht perfekt beherrschte.

Doch es fehlten Zeit und Gelegenheit, um ihr Deutsch

über die Grundkenntnisse hinaus zu verfeinern. „Vor allem

die Grammatik war ein Problem.“ Ihr war bewusst, dass ein

flüssiges Deutsch vieles erleichtern würde: „Es hilft enorm,

wenn man die Landessprache gut spricht.“

„Vor allem Grammatik

war ein Problem“

Mit der Meinung steht sie nicht alleine. Einer aktuellen vbw

Studie zufolge halten es in Bayern mehr als 280.000

Migranten für notwendig, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern,

um einen geeigneten beziehungsweise besseren Arbeitsplatz

zu finden. Über alle Qualifikationsniveaus hinweg

ist die Erwerbsbeteiligung bei denjenigen Migranten, die

keine Sprachbarrieren haben, deutlich höher als bei denjenigen

mit mangelnden Deutschkenntnissen, ermittelte die

Analyse.

Darum ergriff die gelernte Köchin die Initiative und erkundigte

sich beim Jobcenter nach Möglichkeiten, um ihre

Sprachkenntnisse zu verbessern. Warum erst jetzt? „Ich bin

alleinerziehende Mutter. Und bevor die Kinder in die Schule

gingen, war es unmöglich, eine solche Weiterbildung

zu beginnen.“ Das war auch der Grund ihrer Erwerbslosigkeit.

„In meinem Beruf sind die Arbeitszeiten meist nicht

familienfreundlich. Und meine Kinder brauchten mich“, erklärt

sie.

Das Jobcenter empfahl der agilen Valerija die „berufsbezogene

Sprachförderung“, die die Beruflichen Fortbildungszentren

der Bayerischen Wirtschaft (bfz) bayernweit anbieten.

Die Maßnahme wird vom Bundesamt für Migration und

Flüchtlinge über das ESF-BAMF Programm gefördert und

dauert ein halbes Jahr. Der Unterricht läuft in den Vormittagsstunden.

Das kam der jungen Mutter natürlich sehr entgegen,

da die Kinder um diese Zeit in der Schule sind. Die

berufsbezogenen Sprachkurse wurden 2008 als weiterfüh-

Schlüssel Sprache

Sprachkenntnisse sind eine Voraussetzung für die Integration in einem

fremden Land – Valerija Jerebic hat das erkannt und gehandelt

Bildung �

rendes Angebot vom Bundesamt für Migration initiiert. „Wir

merkten bei den von uns durchgeführten Integrationsmaßnahmen,

dass der Bedarf nach dieser Art Sprachkurs hoch

war“, sagt Alina Dajnowicz vom bfz Augsburg. Der Unterschied

zu normalen Sprachkursen: Die Kurse vermitteln neben

den allgemeinen Sprachkenntnissen als Schwerpunkt

Fachsprache, deutsche Berufskunde, Arbeitsrecht und

trainieren das Bewerbungsprozedere. „Und durch Gruppen

von 20 bis maximal 22 Teilnehmern, die ein möglichst gleiches

Sprachniveau haben, ist es möglich, auf individuelle

Bedürfnisse einzugehen“, sagt die bfz-Mitarbeiterin. In der

Regel kommen die Teilnehmer nach abgeschlossenen Integrationskursen

in die Weiterbildung. Das ist aber nicht

Bedingung, wie der Fall von Valerija Jerebic zeigt.

Der Kurs vermittelt nicht nur graue Theorie. Die Teilnehmer

absolvieren im Rahmen der Schulung auch einen Praxisteil.

„20 Tage lang arbeiten die Teilnehmer als Praktikanten

in einem Betrieb. Ein Tag ist bei uns Unterricht“, erklärt

Dajnowicz. „Außerdem haben wir währenddessen Betriebe

wie die Augsburger Allgemeine Zeitung oder auch ein

Altenheim besucht und dadurch kennengelernt“, ergänzt

Valerija Jerebic. „Mitunter kommt es vor, dass ein Praktikumsbetrieb

Teilnehmer direkt übernimmt“, erzählt Dajnowicz.

„Deutsch ist eine Notwendigkeit,

wenn man hier leben will“

Das war zwar bei Schülerin Jerebic nicht so, trotzdem zieht

sie eine positive Bilanz: „Mein verbessertes Deutsch erleichtert

mir den Alltag.“ Und für Valerija Jerebic steht noch

ein anderer Lerneffekt im Vordergrund. „Es fördert das

Selbstbewusstsein und erhöht auch das Selbstwertgefühl“,

stellt sie fest. Das gilt auch für ihre Mitschüler. „Wir

sind doch alle erwachsen und sind uns darüber klar, dass

das Erlernen von Deutsch eine Notwendigkeit ist, wenn

man hier leben will.“ Nun übt sie weiter zuhause mit ihren

Kindern, die alle in Deutschland geboren sind. „Wir sprechen

miteinander deutsch. Das macht mich noch sicherer.“

Übrigens, eine Arbeitsstelle hat Valerija zwischenzeitlich

auch gefunden. „Ich habe die Zusage, künftig beim Buchversender

Amazon arbeiten zu können“, freut sich die aktive

Frau. �

27


Beste Voraussetzungen für

Flugschüler: die G 120 Turboprop.

Fotos: STOCK4press (7)


Der Pilotentrainer

Grob Aircraft im Allgäu fertigt und wartet hochspezialisierte Flugzeuge

Die ganze Welt hat es gesehen,

das Flugzeug

aus Mattsies Tussenhausen im

Unterallgäu. Im Frühjahr ging

das Foto durch die bunte, aber

auch die weniger bunte Presse.

Doch die Maschine spielte nur

eine Nebenrolle. Im Mittelpunkt des Interesses stand Prinz

William. Der Schnappschuss gehört zu den dokumentierten

wichtigen Stationen im bisherigen Leben seiner Königlichen

Hoheit. Das Thema, an dem vor seiner Hochzeit mit

Kate kaum jemand vorbeikam. Das Bild zeigt den Enkel der

Queen auf dem Weg zu seinem ersten Flug. Die Maschine,

mit der der künftige König Fliegen lernte, kommt aus Bayern,

aus der Produktion der Firma Grob.

Ob von Adel oder nicht: Bei der Royal Airforce hat jeder Soldat

und künftige Pilot erstklassige Ausbildungsbedingungen.

Technik, von der Kameraden in Deutschland nur träumen

können. Denn während die Royal Airforce gerade 22

Maschinen vom Typ G 120 Turboprop geliefert bekommen

hat, muss die Bundeswehr den Gürtel bekanntlich enger

schnallen und weiterhin mit dem alten Gerät auskommen.

Die meisten Zulieferer befinden sich

im Umkreis von 150 Kilometern

Mehr als 425 Trainingsflugzeuge vom Typ G 115 und G 120,

die von Grob gebaut wurden, sind derzeit weltweit in Diens -

ten von Militär- und zivilen Flugschulen. Beide Modelle bieten

die ideale Trainingsplattform für konventionelle und akrobatische

Flugmanöver. Die meisten Kunden des kleinen Allgäuer

Spezialisten befinden sich außerhalb Europas.

Trotzdem kann sich Unternehmenschef Johann Heitzmann

keinen besseren Standort als Bayern vorstellen. Heitzmann

war früher unter anderem Manager bei EADS. Heute ist er

Mitinhaber der H3 Aerospace, die die Propellerflugzeugherstellung

der Grob Aircraft 2009, nachdem diese Insolvenz

hatte anmelden müssen, übernommen hat. „Wir fühlen uns

hier bestens aufgehoben“, sagt der Firmenchef. Bayern gehöre

zu den wenigen internationalen Luftfahrt-Standorten,

die alles bereithalten, was ein Unternehmen in dieser Hin-

Foto: getty images/Tim Graham

Flugtechnik �

sicht brauche. Da gibt es eine

Vielzahl von Spezialisten, was

Luft- und Raumfahrtforschung

angeht. „Die meisten unserer

Zulieferer befinden sich im Umkreis

von 150 Kilometern“, berichtet

Heitzmann. Zu ihnen gehören:

MT-Propeller Entwicklung GmbH in Atting, Weikmann

GmbH in Au-Illertissen, Venturec Mechatronics GmbH in

Kaufbeuren, Avionik Straubing in Atting, Reiser Systemtechnik

GmbH in Berg/Höhenrain.

Im Verein bavAIRa etwa haben sich bayerische Luftfahrt-

Spezialisten zusammengeschlossen, um die Kernkompetenzen

in Luftfahrt, Raumfahrt und Satellitennavigation zu

fördern. Laut bavAIRa arbeiten rund 36.000 Beschäftigte

in der Luft- und Raumfahrt. Sie erwirtschaften rund sieben

Milliarden Euro Umsatz pro Jahr.

Die G 120 Turboprop bietet

Flugschulen neueste Technik

Grob Aircraft bedient in dieser Branche eine kleine Nische.

Die derzeit 120 Mitarbeiter produzieren ausschließlich Trainingsflugzeuge.

Der Umsatz lag 2010 bei etwa 15 Millionen

Euro. Das war nach der Übernahme vom Vorbesitzer, der die

Firma, die einmal bis zu 600 Mitarbeiter hatte, neben seinem

eigentlichen Geschäft Maschinenbau unterhielt. Für ein

großes Projekt auf dem Flugzeug-Sektor, eine Chartermaschine

für Geschäftsreisende, fand er am Ende keinen Inves -

tor. Heitzmann und seine Partner übernahmen das abgelegene

Gelände zwischen Bad Wörishofen und Mindelheim mit

Start- und Landebahn, 26.000 Quadratmeter Hallen und

weiteren 29.000 Quadratmetern Grund. Viel zu groß, auch

wenn hier Großes geschaffen wird. – Aber Platz für Mehr.

Denn der Flugzeugbauer nimmt Fahrt auf. In der Produktion

werde noch kurzgearbeitet. Die Entwicklung dagegen

schiebt Überstunden. Zu Grob gehören 30 Ingenieure, und

die Firma könnte durchaus mehr beschäftigen. Weil es aber

auch in anderen Luftfahrt-Unternehmen bergauf geht, fehlen

die Fachkräfte. Um die Lücke zu schließen, arbeiten die hauseigenen

Ingenieure mit fünf auswärtigen Ingenieurbüros zu-

29


Unternehmenschef Johann Heitzmann (Bild links oben) setzt alles auf die

G 120 Turboprop.

In Handarbeit

werden die Carbonteilezurechtgeschnitten

und die

Formen gezimmert.

Die Verarbeitung

von Kohlefaserver -

bundstoffen ist

ein Spezialgebiet

bei Grob Aircraft.

sammen. Das Modell G 120 Turboprop fliegt aktuell um die

notwendigen Lizenzen. Kunden in England und in Indien haben

bereits bestellt. Mit 25 Stück fürs nächste Jahr ist Grob

erstmal ausgelastet. Je nach Typ und Ausstattung kostet eine

Maschine zwischen 450.000 und zwei Millionen Euro.

Die Kunden, also Flugschulen, sind im Gegensatz zu früher

kaum noch die Luftwaffen der Nationen selber, berichtet

Heitzmann. Es sind Service-Unternehmen, die den Militärs

alles bieten, was sie für die Ausbildung ihrer Piloten brauchen,

ein Flugfahrschulpaket. Die Fachleute von Grob Aircraft

wiederum arbeiten daran, diesen Dienstleistern komplette

Trainingssysteme anbieten zu können. Deshalb gibt es

etwa passend zum Flugzeug einen Simulator, der mit Hilfe

von Satellitensystemen wie Google-Earth Flugschülern sehr

realistische Bedingungen bietet und dafür sorgt, dass kostspielige

Flugstunden gespart werden können.

Die neue Maschine lässt die Konkurrenz weit hinter sich. „Die

vergleichbaren Flugzeuge sind 20, 30 Jahre alt.“ Die meisten

Hersteller investieren nicht in diese kleine Nische. Die Großen

der Luftfahrt-Industrie würden mit Interesse verfolgen,

was die Ingenieure in Mattsies entwickeln.

Das Turboprop-Triebwerk

kommt von Rolls-Royce

Der Hoffnungsträger, die G 120 TP, landet täglich mehrmals

vor dem Firmengelände. Die Maschine verfügt über ein Glas -

cockpit mit 180 Grad Rundumsicht. Beste Voraussetzung für

Loopings und andere atemberaubende Flugmanöver. Um

die künftigen Piloten auf verschiedene Arten vorhandener

Technik vorzubereiten, verfügt die Maschine sowohl über digitale

wie auch über herkömmliche Navigationstechnik. An

Qualität wird nicht gespart. Nebenbei: Das Turboprop-Triebwerk

kommt von Rolls-Royce.

Der Clou bei Grob Aircraft aber ist das Gewicht der Maschinen.

Denn bei der Verarbeitung von Glas- und Kohlefasern

zu Carbon haben die Spezialisten in Mattsies die Nase vorn.

Ein Flügel mit einer Spannweite von bis zu 56 Metern war

das bisher größte Kohlefaserverbundstoff-Stück. Der Vorteil:

Flugzeuge, die ohne Nähte und Nieten auskommen, wiegen

weniger, sind stabiler und weniger anfällig für Korrosion. „Die


www.lfa.de

Mit 56 Metern Spannweite verfügt die G 520 STRATO über den größten Flügel, der je aus einem Stück produziert

wurde. Spezialisten arbeiten an ihrer Reaktivierung.

G 120 TP ist etwas komplett Neues. Sie ist agiler und schneller

als ihre Vorgänger“, schwärmt Heitzmann. Die Maschine

könne relativ günstig angeboten werden. Sie zeichnet sich

zudem durch niedrige Betriebskosten und wenig Wartungsaufwand

aus.

Auf das Know-how für spezielle Technik setzt Grob Aircraft

auch bei dem 1991 einmalig gebauten Höhen- und Beobachtungsflugzeug

STRATO, das wie ein Ausstellungsstück

auf der Wiese vor der Verwaltung parkt. „Die STRATO besticht

mit ihrer einmaligen Spannweite“, erklärt Johann

Heitzmann. Zusammen mit Spezialisten arbeitet er daran,

das Geschäft mit Aufklärungs- und Überwachungsmaschinen

für große Flughöhen zu reaktivieren. Der kleine Bruder,

die Egrett, soll auch optional bemannt oder unbemannt zu

Aufklärungs- und Überwachungsflügen starten können. Die

Egrett war im Wesentlichen zur militärischen Nutzung entwickelt

worden. Neben Entwicklung und Produktion sind

Wartung und Kundendienst Standbeine der Firma Grob, die

seit 40 Jahren Flugzeuge baut. Die Firma hat unter ihrem

vormaligen Eigentümer Burkhart Grob bis vor drei Jahren

eine Reihe beachtlicher Modelle entwickelt, jedoch einige

davon nie in die Fertigung gebracht. Dieses Know-how weiß

der heutige Besitzer zu nutzen. Für militärische Zwecke. Die

hochfliegenden Pläne für einen Business Jet dagegen hat

die Firmenleitung ad acta gelegt. „Es gibt Unternehmen, die

das besser können,“ sagt Heitzmann. Dafür macht Grob

Aircraft im Bereich der Trainingsflugzeuge derzeit weltweit

keiner etwas vor. �

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31

Damit machbar wird, was denkbar ist.


� Lifestyle

32


Sende mir noch einige Würzburger, denn kein anderer Wein will

mir schmecken“, schwärmte Goethe einst von seinem Lieblingswein

aus Franken. Auch heute noch dürfe Frankenwein auf keiner

Weinkarte der Sternegastronomie fehlen, sagt Stefan Peter, der seit

einem halben Jahr Sommelier im Münchner Sterne-Restaurant Tantris

ist. „Und er wird als typisch deutscher Wein nach wie vor nachgefragt“,

sagt er. Im Weinregal vieler Privathaushalte dagegen stehe

der Bocksbeutel eher selten. Dabei sei gerade das Preis-Leistungs-

Verhältnis bei Frankenwein sehr gut.

Leicht, klar, mineralisch, trocken und mit präziser Säure, aber niemals

auf Kosten der Eleganz – und das sowohl bei kräftigem Weißburgunder

als auch bei schlankem Riesling: „Der Frankenwein ist

unendlich vielfältig“, sagt Sommelier Peter. Nur gute Rotwein-Winzer

sind selten in Franken. „Dafür ist es einfach zu kalt“, erklärt der

Wein-Experte.

Wein hat viel mit Klima zu tun. Vor allem Temperatur spielt eine große

Rolle. Die trockenen, warmen fränkischen Sommer sind ideal.

Ansonsten ist die Weinrebe eine genügsame Pflanze. Südbayerische

Böden sind für sie zu reichhaltig. „Die Weinrebe mag karge Böden“,

sagt Peter, „je mehr sie kämpfen muss, um so besser werden die

Ergebnisse.“ Und damit ist Franken mit seinen Lehm-, Löß-, Muschelkalk-

und Schieferböden prädestiniert für guten Wein.

Ein Erkennungsmerkmal für den fränkischen Wein ist der bauchige

Bocksbeutel – aber nicht zwingend: Heute füllen fränkische Winzer

auch in gewöhnlichen Weinflaschen ab. Früher war er das typische

Merkmal für Wein aus Franken, eingeführt eben um den Frankenwein

als Qualitätswein eindeutig abzugrenzen. Neben den fränkischen

Winzern hatten nur zwei Weingüter in Baden das Sonderrecht,

im Bocksbeutel abzufüllen. „Aber nach wie vor ist der Bocksbeutel

Frankenweinen vorbehalten“, erklärt Stefan Peter. Und damit doch

Erkennungsmerkmal für einen hervorragenden und vor allem regionalen

Wein.

Top-Winzer 2010

1. Weingut Luckert – Zehnthof / Sulzfeld am Main:

Weißburgunder „Terrassen“ 2010

Silvaner Gelbkalk Sulzfelder Cyriakusberg 2010

Silvaner*** Sulzfelder Maustal Spätlese tr. 2009

2. Weingut Hans Wirsching / Iphofen:

Silvaner Spätlese tr. „Iphöfer Kronsberg“ 2010

Riesling Kab. tr. „Iphöfer Julius-Echter-Berg“ 2010

Riesling Großes Gewächs „Julius-Echter-Berg“ 2010

3. Horst Sauer / Eschendorf:

Silvaner „Eschendorfer Lump“ Kabinett, trocken 2010

Riesling „Eschendorfer Lump“ Spätlese, trocken 2010

4. Juliusspital / Würzburg:

Riesling Spätlese tr. „Randersackerer Pfülben“ 2010

Weißer Burgunder Großes Gewächs „Karthäuser“ 2007

5. Rudolf Fürst / Bürgstadt:

Silvaner trocken „pur Mineral“ 2010

Spätburgunder „Centgrafenberg“ 2009

Edle

aus

Tr

F

Silvaner Gelbkalk Sulzfelder

Cyriakusberg 2010/

Luckert – Zehnthof:

„Herrliche Frucht in der Nase,

nach reifem Apfel und etwas

exotischen Früchten. Sehr

mineralisch durch die kalk -

haltigen Böden. Ein wunder -

barer Speise begleiter.“

Spätburgunder

„Centgrafenberg“ 2009/

Rudolf Fürst:

„Spätburgunder vom

fränkischen Rotwein-Meister.

Elegant und mineralisch, fein

strukturiert und aromatisch.

Rote Beerenfrüchte im Glas.“


opfen

ranken

Weißer Burgunder, Großes

Gewächs „Karthäuser“ 2007/

Juliusspital Würzburg:

„Ein vielschichtiger Wein, mit viel

Kraft und einer sehr samtigen,

cremigen Textur. Früchte wie

Birne und Quitte finden sich. 2007

hat jetzt schon eine wunderbare

Reife, aber auch noch Potential.“

Riesling „Eschendorfer Lump“ Spätlese,

trocken 2010/Horst Sauer:

„Ein perfekter Vertreter des fränkischen

Rieslings. In der Nase mit grünen Äpfeln

und frischen Zitrus-Aromen. Mineralisch,

sehr klar und langlebig.“

Stefan Peter, Sommelier

im Münchner Restaurant Tantris

(links) von Star-Koch Hans Haas,

verrät seine derzeitigen Favoriten.

Dazu gehört vom Weingut Hans

Wirsching/Iphofen der Silvaner

Spätlese, trocken „Iphöfer

Kronsberg“ 2010. Peter: „Ein sehr

eleganter trockener Wein mit viel

Frische und animierender Säure.

Krautige Anklänge in der Nase.

33

Fotos: Lang (2), Jäger (1)


Herzlich gratuliert Randolf Rodenstock

Edmund Stoiber zum 70. Geburtstag.

Die vbw ehrt Edmund Stoiber

Mit einem Festakt im Münchner Prinzregententheater hat die vbw den

früheren Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber zum 70. Geburtstag

geehrt. Gut gelaunt gratulierten über tausend Gäste – wie EU-Kommissionspräsident

José Manuel Barroso, Bundeskanzlerin Angela Merkel und FC-Bayern-

Präsident Uli Hoeneß. vbw Präsident Professor Randolf Rodenstock würdigte

das Engagement Stoibers: „Bayern ist in seiner Regierungszeit zu einer der erfolgreichsten

Wirtschaftsregionen Europas aufgestiegen.“ Rodenstock hob hervor,

dass in der Ära Stoiber die Strukturen des Freistaats durch Privatisierungen

und Reinvestitionen auf neue Beine gestellt wurden. Von Stoibers Initiativen würde

die bayerische Wirtschaft bis heute profitieren. In kurzweiligen Reden beschrieben

die Ehrengäste Stoibers Leidenschaft, seine Durchsetzungsfähigkeit

und seine Genauigkeit. Merkel sagte: „Geh uns auf die Nerven, dann bist du am

besten.“ Nina Ruge moderierte die Gala, die von den Musikern Leslie Mandoki

und Chris Thompson mit der Band Soulmates musikalisch umrahmt wurde. �

Die Gebirgsschützenkompanie Wolfratshausen

eröffnet das Geburtstagsfest.

Einen würdigen Rahmen bietet das

Münchner Prinzregententheater.

Die Gebirgsschützen heißen (v. l.) Guido Westerwelle,

Horst Seehofer, José Manuel Barroso, Angela Merkel,

Edmund Stoiber und Randolf Rodenstock willkommen.


Randolf Rodenstock und Bertram Brossardt

begrüßen das Ehepaar Stoiber.

Anton Kathrein und Verkehrsminister

Peter Ramsauer überbringen beste Wünsche.

Karin Stoiber

mit Uli Hoeneß.

EU-Kommissionspräsident

José Manuel Barroso verbindet

eine Freundschaft mit Stoiber.

„Bleib, wie du bist“,

meint Bundeskanzlerin

Angela Merkel.

Als Vater des modernen Bayern würdigt der amtierende

Ministerpräsident Horst Seehofer seinen Vor-Vorgänger.

Fürstin Gloria von Thurn und

Taxis wünscht alles Gute.


Nina Ruge und Helmut Markwort. Leslie Mandoki.

Peter Löscher (Siemens), Christine Haderthauer

und Randolf Rodenstock.

Tausend Gäste feiern mit Stoiber

Die Ministerpräsidenten a. D. Erwin Teufel und

Bernhard Vogel mit Karin Stoiber.

Beste Wünsche überbrachte

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt.

Gisela und Otmar Bernhard,

Günther Beckstein und

Franz-Christoph Zeitler.

Amüsiert verfolgte das Publikum

die unterhaltsamen Reden.

Markus Wasmeier mit

Ulrich Gönnenwein (l.) und Dirk von Gehlen (r.).

Chris Thompson.

Tina-Maria und Thomas Kaeser, Kristina Kalb

und Wolfgang Heubisch.

Martin und Christa

Stewens.

Fotos: Obermeier


Carl Hermann Diekmann (BR Fernsehen),

Marcus Bornheim (BR Fernsehen),

Martin Eberspächer (BR Hörfunk).

Brasilianisches Lebensgefühl war angesagt beim Mediensommertreff der

vbw –Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. „Bem vindo“, portugiesisch

für „Willkommen“, rief vbw Präsident Randolf Rodenstock den mehr als 100

Journalisten von Presse, Rundfunk und Fernsehen zu, bis weit nach Mitternacht

gab es Samba-Musik, Caipirinha und brasilianische Schmankerl. Das Motto

Brasilien war nicht ohne Grund gewählt worden: Denn Brasilien richtet nicht nur

2014 die Fußballweltmeisterschaft und 2016 die Olympischen Spiele aus – Brasilien

gehört zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt und

wird für Bayern zu einem immer wichtigeren Wirtschaftspartner. �

Katharina Rieger (Bild).

Ralf Müller und Tanja Nieder

(Nürnberger Zeitung u. a.).

Marion

Eigenschenk

(Sat.1).

Wirtschaft trifft Medien

Alexander Kain (PNP)

Anouschka Horn

(BR Fern sehen).

Hans Oberberger

(Antenne Bayern).

Otto

Fritscher

(SZ).

Wolfram Schrag (BR Hörfunk),

Christoph Arnowski (BR Fernsehen).

Randolf Rodenstock (vbw).

Karin Kekulé

(BR Fernsehen).

Bertram Brossardt (vbw),

Katja Schlendorf-Elsäßer (vbw),

Georg Thanscheidt (Abendzeitung).

Birgit Harprath (BR Hörfunk)

mit Sängerin Cleoniceda Cunha.

Dr. Markus Günther

(Augsburger

Allgemeine).

Fotos: vbw


� letzte Seite

38

Eine Frage noch ...

... Herr Koch, macht der Wechsel von der Politik


in die Wirtschaft Sinn?

Ein Wechsel von der Politik in die Wirtschaft

– oder umgekehrt – ist in Deutschland

noch die Ausnahme. Ganz im Gegensatz

zu Ländern wie den Vereinigten Staaten oder

Frankreich. Das ist schade, denn beide Seiten

könnten viel stärker von ihren gegenseitigen

Erfahrungen profitieren. Einem noch

besseren Verständnis füreinander wäre das

sehr zuträglich.

Beide Aufgaben – eine Führungsfunktion in

der Politik und in einem Unternehmen – erfordern

Leidenschaft, Erfahrung und handwerkliches

Geschick. Auch ein Ministerprä -

sident muss in puncto Koordination und

Management sämtliche Herausforderungen

meistern, die ein Apparat mit Zehntausenden

von Mitarbeitern und ein Haushalt in zweistelliger

Milliardenhöhe mit sich bringen. Zudem

gehören Industrie- und Energiepolitik oder Infrastrukturentwicklung

zum Tagesgeschäft.

Diese Erfahrung ist außerordentlich hilfreich,

ein so vielfältiges Unternehmen wie Bilfinger

Berger zu leiten.

Die Unterschiede zwischen politischem und

unternehmerischem Management sind nicht

so groß. In beiden Fällen erreicht man nichts

über strikte Anweisungen. Gutes Management

zeichnet sich dadurch aus, dass es die

Menschen in eine bestimmte Richtung bewegt,

weil die Erwartungen an sie gut kommuniziert

wurden.

In der Politik ist der Erfolg oft schwer messbar,

seine Definition hängt auch wesentlich

vom eigenen Standpunkt ab. In der Wirtschaft

liegen am Ende Zahlen auf dem Tisch, die objektive

Schlüsse zulassen. Das ist durchaus

wohltuend. Gerade mit Aufsichtsräten kann

Roland Koch war von 1999 bis 2010 Minis -

terpräsident von Hessen und von 1998 bis

2010 Vorsitzender der hessischen CDU.

Seit 2011 ist er Vorstandsvorsitzender des

Baukonzerns Bilfinger Berger. �

man sehr differenziert diskutieren, auch

über längerfristige Perspektiven. Das

ist im politischen Raum nicht immer

ganz einfach.

Dass ein Wechsel zwischen Politik und

Wirtschaft so selten vorkommt, liegt

vielleicht auch daran, dass es die Öffentlichkeit

den Akteuren nicht gerade

leicht macht: Der Austausch wird zwar

immer wieder vehement gefordert. Aber

wenn er dann wirklich passiert, gibt es sofort

unfaire Verdächtigungen und unsachliche

Kritik. Das ist wahrscheinlich

das größte

Hemmnis.


Foto: Bilfinger Berger


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39


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