KM Magazin 1/2011 - Wohnungsgenossenschaft "Karl Marx ...

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KM Magazin 1/2011 - Wohnungsgenossenschaft "Karl Marx ...

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1/2011

aus dem Inhalt

AUF DEM NEUJAHRS-

EMPFANG in diesem

Jahr gab es wie stets

einen interessanten Ausblick

auf die wichtigsten

Eckdaten des Jahres,

aber auch eine Diskussion

darüber, was die

Zahlen mitunter nicht

verraten.

SEITE 2

DIE NEUE

GESCHÄFTSSTELLE

der Genossenschaft soll

bis zum Jahresende fertig

werden. 2012 nimmt

sie dann am neuen Ort

ihren Betrieb auf.

SEITE 9

VERÄNDERUNGEN

gibt es in Kürze bei

Handwerkern und Hauswarten.

Ein Pilotprojekt

erprobt, wie sie ihren

Service weiter verbessern

können.

SEITE 4 UND 11

NOTFALLNUMMERN

bei Havarien:

Firma Wärme und Bäder, Boris

Hartl 0331 5810784 /

0160 5810700

Bei Störungen des Fernseh- und

Rundfunkempfangs: Firma

telecolumbus 0800 5223588

KM

Das Potsdam-Magazin

der Wohnungsgenossenschaft

Karl Marx

Genossenschaft mit Filmtradition

2011 Potsdam Stadt des Films“ lautet das Motto des diesjährigen Themenjahres

Potsdam ist 2011 ein ganzes Jahr im Filmfi eber

– die Karl Marx fi ebert mit. Dass auch die Karl

Marx eine besondere Beziehung zum Film hat,

weiß heute vielleicht nicht mehr jeder. So war die

DEFA einst einer ihrer Trägerbetriebe. Was soviel

bedeutete, dass die Genossenschaft DEFA-Mitarbeitern

Wohnungen zur Verfügung stellte und

dafür im Gegenzug mit Geld, Transportmitteln

und Material unterstützt wurde. Noch heute sind

etliche DEFA-Leute bei der Karl Marx zuhause.

Diese spezielle Filmtradition soll auch in diesem

Jahr gepfl egt werden. Im November wird es erneut

eine Filmwoche geben, fünf Kinoabende,

an denen die Karl Marx zum kostenlosen Filmgucken

einlädt. Details sind noch in Arbeit. Aber

das Ganze versteht sich auch als ein kleiner Beitrag

zum diesjährigen Themenjahr im Zeichen des

Films. Über 130 Veranstaltungen widmen sich in

diesem Jahr der Beziehung der Potsdamer zu den

bewegten Bildern. Da wird natürlich viel Kino geguckt

etwa im Inselkino auf der Freundschaftsinsel,

das auch von der Karl Marx unterstützt wird.


(H)AUSBLICK

Die Schwierigkeiten

hinter den Zahlen

Der Neujahrsempfang zwischen Bilanzzahlen und

grummelnden Diskussionen

Der Januar ist im Jahreskalender

der Karl Marx neben dem

Alltagsgeschäft geprägt von

einem besonderen Termin.

Rückblick und Ausblick sind

die bestimmenden Themen auf

jedem Neujahrsempfang, zu

dem Vorstand und Aufsichtsrat

traditionell alle Vertreter einladen.

So traf man sich auch dieses

Jahr wieder Mitte Januar im

Kutschstall am Neuen Markt,

um sich gemeinsam auf das

neue Jahr einzustimmen. Der

Vorstandsvorsitzende, Ulf Hahn,

berichtete von einem stabilen

Geschäftsverlauf 2010 und der

Kaufmännische Vorstand, Bodo

Jablonowski, erläuterte den Anwesenden

die Vorbereitungen

für das inzwischen angelaufene

Jahr. Der demnächst beginnende

Vermietungsprozess in den

neuen Häusern an der Saarmunder

Straße und die Fertigstellung

der neuen Geschäftsstelle

am gleichen Ort könnte

man 2011 als die herausragenden

Schwerpunkte betrachten.

Jedenfalls, wenn man sich mit

der Ausschau auf das Große und

Ganze begnügt. Will man den

Neujahresempfang jedoch nicht

nur als ein nettes Beisammensein

begreifen,

muss man sich

auf die Zahlen

einlassen.

Denn hinter

dem „stabilen

Geschäftsverlauf“

verbergen

sich durchaus

komplizierte

Entwicklungen.

Lassen wir uns mal auf die Mitgliederzahlen

ein. Ende 2010

hatte die Karl Marx 7.291 Mitglieder.

Das sind 27 mehr als

im Jahr zuvor, wie Ulf Hahn

berichtete. Und es sind mittlerweile

fast 800 Mitglieder mehr

als die Genossenschaft Wohnungen

hat. Nicht wenige unter

Stadt der Filmemacher

Durch die Randlage vieler

Einrichtungen in Babelsberg

ist das Thema Film in der

Stadtmitte noch zu wenig im

Fokus. Mit Ausnahme des zentral

gelegenen Filmmuseums,

entdeckt man die Filmstadt

erst auf den zweiten Blick.

Will man den

Neujahresempfang

nicht nur als ein nettes

Beisammensein

begreifen, muss

man sich auf

die Zahlen einlassen.

den „überzähligen“ Mitgliedern

sind solche auf der Warteliste

der Karl Marx. Registrierte

Mitglieder, die darauf hoffen,

demnächst eine Wohnung zu

bekommen. Aber derzeit gibt

es nur 56 leere Wohnungen im

Bestand. 48 davon stehen leer,

weil sie in Kürze saniert werden

sollen. Was wiederum bedeutet,

sie sollten in einem Aufgang,

wenn möglich sogar in einem

ganzen Haus leer stehen, um die

Sanierung überhaupt erst möglich

zu machen. Weil aber eben

48 Haushalte

betroffen sind,

deren Bewohner

nicht alle

gleichzeitig und

mit sehr unterschiedlichem

Enthusiasmus

von einem Umzug

zu überzeugen

sind, läuft

ein sehr kompliziertes Räderwerk

an, das KM auf Seite 8 am

Beispiel des Kiefernringes 48,

wo demnächst ein Aufzugsanbau

erfolgt, beschrieben hat.

Und zwischen der Zahlenbilanz

und dem Abendessen grummelt

es auch hin und wieder

auf dem Neujahrsempfang. So

verlangte die Aufsichtsratsvorsitzende

Dr. Elke Marek vom

Vorstand den Aufbau eines

modernen Beschwerdemanagements

in der Genossenschaft

endlich umzusetzen. Manche

Vertreter kritisieren sich untereinander,

aber auch in Richtung

Zentrale, dass die Diskussionen

über die Entwicklung nicht eng

genug mit den Mitgliedern in

den Wohngebieten erfolgen.

Beide Probleme stehen auf der

Tagesordnung. So laufen derzeit

die Abstimmungen für mehrere

Veranstaltungen in den einzelnen

Wohngebieten, auf denen

im Jahresverlauf die Mitglieder

ihre Sicht der Entwicklung vor

Ort mit Vertretern, Vorständen,

Aufsichtsratsmitgliedern, Mitarbeitern,

auch der KM-Redaktion,

austauschen können. Die

Gespräche sollen das Gemeinschaftsgefühl

bestärken und

helfen, den Service der Genossenschaft

weiterzuentwickeln.

Und so gesehen war der Neujahrsempfang

weniger denn je

ein feierliches Beisammensein

als vielmehr ein Arbeitsessen,

das den Kurs absteckt.

Dabei sind die Hochschule für

Film und Fernsehen, das Gelände

des Rundfunks BerlinBrandenburg

oder die Berliner Straße

(im Filmpark) nach der Lindenstraße

in Köln Deutschlands

zweitberühmteste Filmkulisse

und Publilumsmagneten.

Stadt der bewegten Bilder

Auch die Karl Marx wird in diesem Jahr im November wieder eine Filmwoche

durchführen und sich damit in das aktuelle Potsdamer Themenjahr einreihen. Über

dessen Absichten sprach KM mit der Koordinatorin Prof. Dr. Elizabeth Prommer von

der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF).

„Potsdam – Stadt des Films“

trifft das Motto des diesjährigen

Themenjahres nicht eigentlich nur

auf Babelsberg zu?

Das sollten Sie nicht so eng sehen.

Es geht nicht nur um den

Medienstandort. Die Stadt war

ja in der Vergangenheit und Gegenwart

immer wieder auch Kulisse

für zahlreiche Filme. Wenn

Sie etwa an unseren Filmschauplatz

des Februars denken, den

Film „Madame Dubarry“ von

Ernst Lubitsch mit Pola Negri

und Emil Jannings, aus dem Jahr

1919. Die Szenen am französischen

Hof Ludwig des XVI. in

Versailles – das ist in Wirklichkeit

der Schlosspark Sanssouci.

Lange her.

Na dann sehen Sie sich „Die

Welle“ von 2008 mit Jürgen

Vogel an – unser Filmschauplatz

des Monat März. Dennis

Gansel hat einige Szenen davon

auf dem Alten Markt und

an der Nikolaikirche gedreht.

Typisch Sanssouci, Alter Markt,

das ist ja erst die halbe Stadt.

Ach, ich ahne, worauf Sie hi-

naus wollen. Sie vermissen

die Neubaugebiete. Habe ich

auch ein, zugegeben selteneres

Beispiel von 1993. „Zirri das

Wolkenschaf“ mit Wallfriede

Schmidt. Viele Szenen des

Films hat Wolf Losansky in

Drewitz in der Konrad-Wolf-Allee

aufgenommen. Das ist unser

Filmschauplatz im November.

Was hat es mit diesen Filmschauplätzen

auf sich?

Es ist, wie Sie sich denken

können, der Versuch das Themenjahr

in die ganze Stadt zu

tragen. Den wenigsten Filmleuten

kam es wohl darauf an, vordergründig

Potsdam zu zeigen.

Die Szenen sind meist so aufgenommen,

dass das natürlich

überall spielen kann. Nehmen

Sie Borune Identity mit Matt

Daemon, das spielt in Petersburg

ist aber Potsdam. Aber diese

den Potsdamern bekannten

Orte sind natürlich eine gute

Möglichkeit ihnen bewusst zu

machen, wie präsent das Thema

Film in der Stadt, nicht nur in

Babelsberg, eigentlich ist. An

Aufnahmen am Filmset „Zirri das Wolkenschaf“ von 1993 in Drewitz

jedem letzten Sonntag im Monat

kann man sich die Filme

im Filmmuseum anschauen.

Ist es denn eigentlich notwendig,

die Potsdamer auf die Filmstadt

als Teil ihrer Identität hinzuweisen?

Ufa, Defa usw.

Wir möchten schon darauf hinweisen,

dass das auch ein großes

Zukunftsthema ist. Es geht

künftig nicht nur um Kinofi lme,

sondern um bewegte Bilder

auf allen möglichen Plattformen.

Das kann das Handy sein,

das 3D-Hologramm, 360Grad-

Projektionen – wir haben auch

eine Medienzukunft. Was bleibt

ist das Interesse an gut erzählten

Geschichten, aber es wird

wesentlich mehr Möglichkeiten

geben, wo wir uns das anschauen.

Und diese Zukunft wird gerade

auch in Potsdam gestaltet.

Die Filmstudios, der Filmpark,

der RBB, die Filmhochschule, das

Filmmuseum...das sind natürlich

die Dinge, an die man sofort denkt.

Wen übersieht man leicht?

Gern vergessen in dieser Aufzählung

wird die Ufa. Das ist im

Zusammenhang mit der Filmindustrie

sogar der größte Arbeitgeber,

mit dreimal so vielen Arbeitsplätzen

wie die Studios. Die

brauchen keine Subventionen,

die schreiben schwarze Zahlen

und dürften einer der größten

Steuerzahler der Stadt sein.

Welcher von den 130 Programmpunkten

des Themenjahres zählt

zu Ihren Favoriten?

Es kommen immer noch Veranstaltungen

hinzu. Am Ende

werden wir wohl bei 150 sein.

Ich freue mich besonders auf

die Openair-Veranstaltungen

im Sommer. Wenn wir beispielsweise

Ende August „Paul

und Paula“ im Strandbad Babelsberg

zeigen. Dort sind einige

Szenen des Films aufgenommen

worden. Im September

sind wir dann an der Glienicker

Brücke, wo Aufnahmen von

Helmut Käutners Film „Unter

den Brücken“, der unter anderem

dort zwischen Mai und

September 1944 gedreht wurde,

entstanden. Das wird ein

großer Spaß. Es ist kostenlos.

Die ganze Stadt ist eingeladen.

2 3

Elizabeth Prommer

PROGRAMM

POTSDAM

Wer sich für das Programm des

Themenjahres interessiert kann

sich im Internet schlau machen

unter:

www.Filmjahr.potsdam.de


POTSDAM STADTGESCHEHEN

Bis auf weiteres

auf Eis gelegt

Die Karl Marx wird das Projekt „Zum Jagenstein“

zunächst nicht in Angriff nehmen

Wie bereits in früheren KM-

Ausgaben berichtet, hatte die

Karl Marx eigentlich vor, im

Anschluss an das Bauvorhaben

an der Saarmunder Straße weiterzumachen.

Auf dem eigens

erworbenen Nachbargrundstück

an der Straße Zum Jagenstein

sollten ab 2013/14 bis zu

130 weitere Wohnungen neu

entstehen. Daraus wird vorerst

nichts. Alle in dem Zusammenhang

existenten Pläne müssen

bis auf weiteres auf Eis gelegt

werden, denn sie waren an die

Voraussetzung geknüpft, dass

das Bauvorhaben zumindest

teilweise mit Unterstützung

öffentlicher Fördergelder realisiert

werden kann. Entsprechende

Programme jedoch gibt

es derzeit kaum. Eine geringe

Hoffnung allerdings ging von

einem im Vorjahr verkündeten

mit 30 Millionen Euro limitier-

Das Service-Projekt

ten Wettbewerb der Landesregierung

aus, der jedoch brandenburgweit

ausgeschrieben

war. Die Entscheidung über die

Vergabe traf eine Jury. Vor einigen

Tagen wurde bekannt, dass

die Karl Marx keinen Zuschlag

bekommen hat. Über die Gründe

kann nur spekuliert werden.

Der Kaufmännische Vorstand

der Karl Marx, Bodo Jablonowski,

vermutet, dass sich die Wettbewerbsjury

gegen das „Zum-

Jagenstein-Projekt“ entschieden

hat, weil der Bauplatz in der

Waldstadt nicht zum engeren

Zirkel der Fördergebietsschwerpunkte

der Stadt gehört. „Zwischendurch

war unsere Hoffnung

etwas gewachsen, weil wir

um einige kleine Klarstellungen

und Nachbesserungen gebeten

wurden. Aber dann kam es anders.“

Wollte die Genossenschaft nun

Das Bessere ist der Feind des Guten sagt man gelegentlich, wenn man

ausdrücken möchte, dass auch Bewährtes nach gewisser Zeit auf den

Prüfstand gehört. Allgemein gesagt, ist dies der Hintergrund für ein

Pilotprojekt der Genossenschaft, das ab April startet soll und von KM

näher auf der Seite 11 beschrieben wird. Im Kern geht es darum, dass

die Karl Marx künftig wieder eigene Handwerker für alle Stadtgebiete

und in der Anfangsphase eigene Hauswarte für die Waldstadt installiert.

Das gab es schon vor über 20 Jahren als die Genossenschaft

noch eine AWG war und hatte viel mit der damaligen Größe der Karl

Marx, aber auch mit dem vergleichsweise bescheiden entwickelten

Dienstleistungssektor zu DDR-Zeiten zu tun. 1990 wurde die eigene

Handwerkerabteilung unter anderem aus betriebswirtschaftlichen

Überlegungen ausgegründet. Die Genossenschaft hatte eine harte

Phase der Existenzsicherung zu überstehen. Der Test, Handwerker

und Hauswarte heute wieder unter dem Dach der Genossenschaft

arbeiten zu lassen, hat mit damals allerdings wenig gemein. Heute

erwarten die Mitglieder angesichts beträchtlicher Mittel, die sie für

ihre Miete aufbringen, zurecht eine wachsende Servicequalität. Was

guten Service ausmacht, ist häufi g unter anderem eine Frage der

aus eigenen Kräften an dem

Vorhaben festhalten, hätte das

Konsequenzen, die der Vorstand

abwägen musste. Ein Weg bestünde

in einer groß angelegten

Kreditaufnahme bei den Banken.

Die im Ergebnis aber zu

einem für die Genossenschaft

ungewöhnlich hohen Mietpreis

in den geplanten Wohnungen

führen würde. Denn die späteren

Mieteinnahmen dienen der

Tilgung des geliehenen Geldes.

Der andere Weg wäre eine ungewöhnlich

hohe Inanspruchnahme

des Eigenkapitals gewesen.

Aber auch das schien dem Vorstand

kein gangbarer Weg, weil

sich ein solcher Schritt zulasten

der Finanzierungsmöglichkeiten

der Bestandswohnungen

auswirken würde. Sobald sich

die Rahmenbedingungen für

Neubauvorhaben aber wieder

günstiger darstellen würden,

versichert Bodo Jablonowski,

stünde das Projekt wieder auf

der Tagesordnung. Über die

Notwendigkeit neuer bezahlbarer

Wohnungen für Potsdam

herrsche Konsens in der Stadt.

Bislang sei nämlich nicht absehbar,

wie Potsdam zu den jährlich

erforderlichen 1.000 neuen

Wohnungen kommen könne,

um seiner Bevölkerungsentwicklung

in den nächsten Jahren

gerecht zu werden.

In der Straße Zum Jagenstein könnten 130 neue Wohnungen entstehen

die wetterlage

Zeit. Wann und wie schnell zum Beispiel ein Reparaturauftrag erledigt

werden kann, ist angesichts der allgemeinen Zeitknappheit eine

Frage der Flexibilität. Wann und wie schnell ein Gehweg nach einer

Nacht mit starkem Schneefall wieder frei ist, hängt auch von der Verfügbarkeit

entsprechender Räumkräfte ab. Wann und wie schnell

eine verwehte Mülltüte aus dem Vorgarten verschwindet, darf nicht

an Zuständigkeiten scheitern. Kurz gesagt: Die Karl Marx wird mit

dem Projekt für sich klären, ob mit eigenen Kräften der Blick des

Servicepersonals für das Große und Ganze geschärft wird. Ob so die

kleinen Mängel früher erkannt werden, ehe sie sich zu großen entwickeln.

Ob eigenes Personal auf die sehr unterschiedlichen Tagesabläufe

der Mitglieder besser reagieren kann. Wie man durch mehr

Identifi kation mit der Genossenschaft größere Servicequalität erzielt.

Und natürlich hängt das Projekt damit zusammen, dass inzwischen

drei Viertel aller Bestände saniert sind. Die erreichte Wohnqualität

gilt es auf Jahre hinaus zu erhalten und zu pfl egen, gleichzeitig aber

den wachsenden Ansprüchen der Mitglieder zu genügen. Dafür gibt

es kein Patentrezept. Damit muss man Erfahrungen sammeln.

KM Redaktion, Jagdhausstr. 27, 14480 Potsdam

0331 6458-0, magazin@wgkarlmarx.de

Die Neuen für einen alten Treffpunkt

Potsdams größte städtische Freizeitstätte hat gleich drei neue Betreiber

Seit Jahresbeginn hat der Treffpunkt

Freizeit neue Betreiber,

und zwar gleich drei. Ein Kooperationsverbund

aus den

„Kunstgenossen“, der Potsdamer

Betreuungshilfe und KUBUS –

Gesellschaft für Kultur, Begegnung

und soziale Arbeit Potsdam

- ist künftig für Potsdams

größte städtische Freizeitstätte

verantwortlich. Die Malteser,

die das Haus am Heiligen See

seit 2002 betrieben, hatten das

Handtuch geworfen, nachdem

die Förderung gekürzt wurde.

Die Neuen haben sich einiges

vorgenommen. „Der Treffpunkt

Freizeit soll bunter und offener

werden, ein lebendiges Haus, in

dem Kinder, Eltern und Großeltern

ein- und ausgehen und

mitwirken“, fasst Geschäftsführerin

Barbara Rehbehn die Vorhaben

in einem Satz zusammen.

Die neuen Betreiber: V.Schnurbusch, („Kunstgenossen“) G. Papadopoulos

(„Betreuungshilfe“) und B. Rebehn („Kubus“) (v.l.n.r.)

Nachbarn treffen Nachbarn

Projektladen Drewitz erweitert sein Programmangebot

Seit gut einem Jahr ist der Stadtteilladen

Drewitz Kontakt- und

Anlaufstelle. Der Projektraum

in der Konrad-Wolf-Allee 27 ist

nicht allein Treffpunkt, sondern

informiert regelmäßig über

aktuelle Entwicklungen. Seit

Beginn des Jahres hat sich sein

Angebot erweitert: Ausstellungen,

Vortragsreihen, Sportkurse

stehen auf dem Programm. So

wird die Ausstellung „Drewitzer

Portraits“ am 21. März mit

einer Finissage zu Ende gehen.

Fotokünstlerin Simone Ahrend

hat verschiedene Drewitzer

porträtiert und ihre Geschichte

aufgeschrieben. Mit der wohl-

dosierten Nutzung des Internets

befasst sich die Vortragsreihe

Medien am 7. März, ab 18 Uhr.

Familien sind herzlich eingeladen

zum Zuhören, zum Austausch

mit anderen Eltern oder

um sich Informationsmaterial

rund um die Mediennutzung

durch Kinder zu holen. Um

das Thema Ehrenamt dreht es

sich am 9. März ab 15 Uhr. Interessierte

können sich über die

verschiedenen Möglichkeiten

des Engagements informieren.

Darüber hinaus lädt der Projektladen

immer Montagfrüh zum

Sportangebot für Ältere ein.

Und wer auf dem Laufenden

„Schon jetzt machen wir Angebote

für alle Generationen. Immerhin

nutzen den Treffpunkt

Freizeit 40 verschiedene Vereine,

Gruppen und Initiativen.“

In den ersten Wochen wurde

im Treffpunkt aufgeräumt, Jetzt

ist Platz für offene Werkstätten,

eine der Neuerungen. Die Töpferwerkstatt

und Schneiderei

kann jeder nutzen. Ebenfalls

neu ist die Indianer AG oder

die Tauschbibliothek, die seit

Kurzem im Treffpunkt Freizeit

zu fi nden ist. Hier können

Potsdamer ihre ausgelesenen

Bücher gegen andere tauschen.

Einmal im Monat soll eine offene

Bühne etabliert werden, bei

der sich Amateurkünstler vor

Publikum ausprobieren können.

„Eins unserer größeren Vorhaben

ist die Neugestaltung des Außengeländes.

Eine große Spiellandschaft

und Gärten könnten hier

entstehen. Dafür sind wir auf der

Suche nach freiwilligen Gärtnern.

Treffpunkt Freizeit,

Am Neuen Garten 64, 0331/5058600

www.treffpunktfreizeit.de

bleiben möchte, trifft sich immer

freitags von 14 bis 16 Uhr

zum Nachbarschaftskaffee.

Info & Kontakt: Tel: 0331/20 19 704,

E-Mail: projektladen@soziale-stadtpotdam.de

news und tipps

DIE NATUR ALS VORBILD

Kennen Sie den Lotus-Effekt?

Was hat eine Kieselalge mit

Autofelgen zu schaffen? In der

neuen Sonderausstellung „Inspiration

Natur – Patentwerkstatt

Bionik“ können Besucher

nicht nur einen umfassenden

Blick in die Wunderwerkstatt

Natur werfen, sondern an vielen

interaktiven Stationen lernen,

wie und welche Tricks, Kniffe

und Lösungen sich die Technik

bei der Natur bereits abgeschaut

hat. Die Ausstellung

der Deutschen Bundesstiftung

Umwelt (DBU) wird bis 5.

Juni täglich in der Potsdamer

Biosphäre zu sehen sein.

FOLKLORETÄNZE

Für alle Freunde von Folkloretänzen

geht es nun nach über

einem Jahr Pause wieder los.

Bei den Tänzen aus Russland,

Rumänien, England und vielen

anderen Ländern kann sich

jeder nach Temperament und

Möglichkeit einbringen. Getanzt

wird jeden Montag von 19:30

Uhr bis 21:30 Uhr im Haus

der Generationen und Kultur,

Milanhorst 9.

AUSBILDUNG ZUM

HUNDEERZIEHER

Nach Angaben der Stadtverwaltung

werden in Potsdam im Jahresmittel

sieben Menschen von

Hunden gebissen und auf diese

Weise unterschiedlich schwer

verletzt. Das ergibt sich aus einer

seit zehn Jahren im Rathaus

geführten Statistik, über die

die Märkische Allgemeine vor

kurzem berichtete. Neben den

Angriffen auf Menschen kommt

es demnach darüber hinaus zu

durchschnittlich sechs Hundeangriffen

pro Jahr auf andere

Tiere. Präventionsmöglichkeiten

bietet eine Ausbildung zum

„Hundeerzieher“, die die IHK

seit 2007 anbietet.

4 5


STADTGESCHEHEN STADTGESCHEHEN

Sitzfl eischschoner für

das Inselkino

Wohnungswirtschaft unterstützt Thalia-Filmtheater auf der Freundschaftsinsel

Das diesjährige Themenjahr der

Stadt hat viele Schultern, die es

tragen. Unter den fast 90 Unterstützern,

Unternehmen, staatliche

wie private Einrichtungen,

sind auch viele Wohnungsunternehmen

der Stadt, die sich

für den Film in diesem Jahr

ganz besonders engagieren. Die

im Arbeitskreis „StadtSpuren“

versammelten Mitglieder, zu

denen auch die Karl Marx gehört,

haben in diesem Zusammenhang

eine Kooperation mit

dem Thalia-Filmtheater in Babelsberg

vereinbart. Sie werden

der Einrichtung bei der Durchführung

des Sommerkinos auf

der Freundschaftsinsel unter

die Arme greifen. Das betrifft

insbesondere das Rühren der

Werbetrommel für die Kinoveranstaltungen

im Sommer. Auch

im KM-Magazin werden wir

das Programm rechtzeitig vorstellen.

Die Karl Marx sponsert

Das Frauenhaus hat seit Februar

ein neues Domizil. Das neue

Haus ist größer, moderner und

freundlicher. Hier können 21

Frauen und Kinder Zufl ucht

fi nden, im alten Haus gab es

nur 17 Plätze. Erstmals sind die

Unterkünfte in unterschiedlich

große Wohnbereiche gegliedert,

mit einer eigenen Küche

und Bad. Auf insgesamt 664

m 2 fi nden neben vier Wohnungen

auch ein Spielbereich

und Gemeinschaftsräume Platz.

gemeinsam mit den anderen

StadtSpuren-Unternehmen auch

die Sitzkissen für das Publikum.

Damit Freud und Leid ganz dem

Geschehen auf der Leinwand

gehören, Sitzfl eischbeschädigungen

auf den sonst eher unbequemen

Plastikstühlen nach

Kinoatmosphäre auf der Freundschaftsinsel

Potsdams Frauenhaus

hat ein neues Domizil

Hauswirtschafterin zur Unterstützung der

Bewohnerinnen gesucht

Doch die Adresse des neuen

Frauenhauses vom Autonomen

Frauenzentrum e.V. muss aus

naheliegenden Gründen auch

künftig vertraulich bleiben. Damit

die Frauen, die hier für eine

Zeit unterkommen, wirklich

sicher sind vor Ehemännern,

Vätern oder Verwandten, die

ihnen Gewalt angetan haben.

Denn leider hat der Bedarf nach

einem solchen Zufl uchtsort in

Potsdam nicht nachgelassen.

Etwa 40 Frauen und 20 Kindern

Möglichkeit ausbleiben. Und

außerdem soll das geneigte Publikum

ja auch wiederkommen.

Denn für die Unterstützung

haben die Wohnungsunternehmen

mit dem Thalia ein kleines

Entgegenkommen ausgehandelt.

„Im Gegenzug erhalten die

haben bisher pro Jahr Zufl ucht

im Frauenhaus gefunden, viele

von ihnen sind Migrantinnen.

2011 mussten schon vier Frauen

und ihre drei Kinder abgewiesen

werden, weil im alten

Haus kein Platz war. Drei Mitarbeiterinnen

kümmern sich

um die betroffenen Frauen,

begleiten und unterstützen sie

in rechtlichen und administrativen

Fragen. Eine der Mitarbeiterinnen

betreut die Kinder.

„Was uns im neuen Frauenhaus

fehlt, ist eine Hauswirtschafterin,

die sich ein paar Stunden

in der Woche um das „bisschen“

Haushalt kümmert“, beschreibt

Mechtild Buschmann

vom Förderverein die Situation.

Die Bewohnerinnen sind

diesen alltäglichen Dingen oft

gut 55.000 Potsdamer, die bei

den StadtSpuren wohnen, einen

auf fünf Euro limitierten Eintrittspreis.

Diesen erhält man

gegen Vorlage eines Coupons,

der vor Beginn des Sommerkinos

in den Mieter- bzw. Mitgliederzeitungen

veröffentlicht

wird bzw. direkt an die Mieter

verteilt wird“, heißt es in einer

Mitteilung von „StadtSpuren

dazu. Im November dann wird

das Thalia in Babelsberg Veranstaltungsort

für die von der Karl

Marx geplante Filmwoche sein.

nicht gewachsen. „Das ist eine

verantwortungsvolle Aufgabe,

zu der eine gehörige Portion

Toleranz und Akzeptanz gehört“,

weiß Mechtild Buschmann.

„Doch mehr Personal

soll es zunächst nicht geben,

also hoffen wir auf Freiwillige.“

Wer das Frauenhaus unterstützen

möchte, kann Mechtild

Buschmann (0331/817 0856) oder

den Förderverein (0331/95 14 989)

anrufen, frauenfoerderpot@web.de.

Gemischte Doppel für den Schlaatz

Die FH Potsdam will alte und junge Schlaatzer in einem Nachbarschaftsprojekt

zusammenbringen - noch werden Interessenten gesucht

Wenn es nach Santje Winkler

ginge, dann könnte es im

Schlaatz in absehbarer Zeit,

etliche Generationen-Tandems

geben. Hier geht es nicht etwa

ums Fahrradfahren, sondern

um gemeinsame Aktivitäten

von je zwei Leuten – einem

jüngeren und einem älteren

Jung hilft alt und umgekehrt

Kulturhaus

Babelsberg

restauriert

Babelsbergs „Kulturleuchtturm“

strahlt wieder in altem Glanz.

Nach zehnmonatiger Renovierung

wurde das Kulturhaus Babelsberg

Mitte Februar feierlich

wiedereröffnet. Insgesamt 1,2

Millionen Euro wurden in die

Sanierung und den neuen Aufzug

gesteckt. Das meiste ist äußerlich

nicht zu sehen, wie die

Brandschutzeinrichtungen, der

behindertengerechte Ausbau

und die neuen Stromleitungen.

Glanzpunkt ist das neugotische

Treppenhaus mit dem mächtigen

Geländer aus Stein. Ab so-

Schlaatzer. Hinter dieser Idee

steckt ein Projekt der FH Potsdam

„Gut leben im hohen Alter“.

„Wir wollen ältere und jüngere

Menschen, die sich gegenseitig

noch etwas geben können,

zusammenbringen“, erläutert

Santje Winkler, die das Projekt

betreut. Sie können sich einmal

in der Woche in der Nachbarschaft

treffen, sich unterhalten

oder zusammen spazieren

gehen, vielleicht auch mal mit

den Einkäufen helfen. Die beiden

Tandempartner entscheiden

selbst, was sie miteinander

unternehmen wollen. „Nur sie

müssen voneinander wissen“,

sagt die Sozialarbeiterin. „Wir

vermitteln gern den ersten

Kontakt zwischen den Tandem-

Partnern, begleiten das erste Zusammentreffen

und suchen den

regelmäßigen Erfahrungsaustausch.“

Noch läuft das Generationen-Projekt

am Schlaatz nur

zögerlich an. Obwohl in dem

fort können Rollstuhlfahrer und

Kinderwagenschieber ins Gebäude

über den Aufzug gelangen.

Die Kulturhaus-Geschichte des

111 Jahre alten Backsteinbaus

geht auf das Jahr 1956 zurück.

Auf Beschluss des Rates des

Bezirkes Potsdam wird das

ehemalige Rathaus der Gemeinde

Nowawes zu einem

Klubhaus umgestaltet. 1974

erhielt es den Namen „Herbert

Ritter“, ein Nowaweser Kommunist,

der als 17-Jähriger von

den Nazis ermordet wurde.

Der AWO-Bezirksverband übernahm

im Sommer 2005 die

Trägerschaft des Hauses, das

sich inzwischen zu einem Stadtteilzentrum

entwickelt hatte.

Heute sind hier eine Reihe von

Vereinen, unter anderem die

Stadtteil viele Ältere zu Hause

sind und oft nur wenig Kontakt

zu ihren Nachbarn oder ihre Familie

haben. Allein über 1.000

Schlaatzer sind älter als 65 Jahre.

Der Wunsch in der eigenen

Wohnung alt zu werden, ist weit

verbreitet und verständlich. Was

aber, wenn die Kontaktmöglichkeiten

zu andern Menschen immer

weniger werden? Für die

Tandems werden nach wie vor

Interessierte gesucht, sowohl

ältere Menschen, die sich über

mehr Kontakt freuen würden,

als auch Bewohner jeden Alters,

die mit einem älteren Bewohner

aus dem Kiez etwas unternehmen

wollen. „Wer den ersten

Weg scheut, zu dem kommen

wir auch nach Hause.“

Bei Interesse: 0331/ 5801166 oder

santje.winkler@fh-potsdam.de

schreiben. Im Internet: www.nachbarschaft-und-altern.de

Kunst- und die Singschule, die

Stadt-Spiel-Truppe sowie der Förderkreis

Böhmisches Dorf Nowawes

und Neuendorf beheimatet.

www.kulturhausbabelsberg.de

Eingang zum Kulturhaus Babelsberg

news und tipps

MEHR BAUSTELLEN –

WENIGER WOHNUNGEN

Mehr Bauvorhaben, aber weniger

neue Wohnungen vermeldet

das Landesamt für Statistik

Berlin-Brandenburg 2010. So

genehmigten die Brandenburger

Behörden zwischen Januar

und Dezember 2010 insgesamt

7.003 Anträge für Bauvorhaben

im Wohn- und Nichtwohnbau,

das waren 2,5 Prozent mehr als

im Vorjahr. Die Zahl der geplanten

Wohnungen sank jedoch

von 7.295 im Vorjahr auf 6.779

Wohnungen.

GÜNSTIGER WOHNEN

Nach Berechnungen des Energiemessdienstleisters

Techem

besitzen große Mehrfamilienhäuser

deutliche Heizkostenvorteile

gegenüber Zweifamilienhäusern.

Die in einer Studie

verglichenen Kosten auf der

Basis von Heizöl machten 2010

einen Unterschied von 32 Prozent

aus. Dass dies prinzipiell

auch bei Fernwärme gilt, ergibt

sich aus den Vorteilsgründen:

ein günstigeres Verhältnis von

Außenfl ächen zum Raumvolumen

sowie eine günstigere

Kostenstruktur. Denn mehr

Parteien teilten sich bestimmte

Nebenkosten.

FLUGLÄRMKOMMISSION TAGT

Am 14. März will die Fluglärmkommission

weitere Details zu

den Ab- und Anfl ugkorridoren

des neuen Flughafens BBI vorstellen,

der 2012 seinen Betrieb

aufnimmt. Nach Auffassung

der Bürgerinitiative Weltkulturerbe

Potsdam sind von den

Lärmauswirkungen zehn Mal

mehr Potsdamer, Berliner und

Brandenburger betroffen, als

jene 60.000, die die offi ziellen

Planfeststellungsunterlagen der

Landesregierung ausweisen.

Nach derzeitigem Stand wird

sich der Fluglärm auch auf

das Potsdamer Stadtgebiet

auswirken.

6 7


GESCHICHTE(N) WISSENSWERT

Eisabeth Gregorzyk musste nicht zum Umziehen überredet werden

Für eine Woche ausquartiert

Umzüge, Ringtausch und Ausquartierungen - Im Kiefernring 48 können die Mieter

wegen des Aufzuganbaus sieben Tage nicht in ihre Wohnung

Aufzüge sind gefragt bei der

Karl Marx. Vor allem ältere

Mitglieder schätzen den besonderen

Komfort, der es ihnen

möglich macht, noch lange Zeit

in den eigenen vier Wänden, in

ihrer vertrauten Umgebung zu

bleiben. Ein triftiger Grund, warum

die Genossenschaft auch

weiterhin Aufzüge an ihren

Häusern anbauen will. So weit,

so gut. Allerdings solch ein Aufzugsanbau

muss bestens vorbereitet

werden. Nicht allein die

Planer und Bautechniker sind

im Vorfeld gefragt, vor allem

vom Umzugsmanagement der

Angelika Kaul

Karl Marx muss lange vor Baubeginn

so einiges koordiniert

und organisiert werden. Genau

dafür ist Angelika Kaul zuständig.

Alles eine Frage der Routine?

„Ja und nein“, kommt etwas

zögerlich die Antwort der Vermietungsmanagerin.Entscheidend

sei es, rechtzeitig vor dem

Umbau mit den Gesprächen zu

beginnen. Dann bleibt ihr genug

Zeit, um auf die Wünsche und

Vorstellungen der betroffenen

Mitglieder zu reagieren. Etwa,

wenn eine neue Wohnung gesucht

werden muss oder nur für

kurze Zeit ein Ausweichquartier

gebraucht wird. „Meine

Aufgabe ist es, eine Lösung zu

fi nden, mit der alle Beteiligten

zufrieden sind.“ Und das ist ihr

bisher fast immer gelungen.

Auch wenn die Sanierungsvorhaben

der Genossenschaft nicht

immer auf Zustimmung stoßen.

„Die Reaktionen sind recht unterschiedlich“,

weiß die Vermietungsmanagerin.

Manch einer

hat Angst vor dem Schmutz,

vor den Belastungen während

der Bauarbeiten oder gar vor

einem Umzug und kann nächtelang

vor dem Gespräch nicht

schlafen. „Das sind oft die Älteren,

ihnen versuche ich, die

Angst zu nehmen.“ Doch auch

mit solchen Antworten „meinen

Anwalt habe ich schon informiert“,

wird Angelika Kaul konfrontiert.

Auch wenn das recht

selten vorkomme.

Nehmen wir den Kiefernring

48 in der Waldstadt. An dieser

Adresse will die Karl Marx im

Frühjahr zum ersten Mal einen

Aufzug auf neue Art und Weise

anbauen, anders als bisher

direkt ans Treppenhaus. Dafür

muss die Treppe abgerissen werden.

Das bedeutet für die Mieter,

sieben Tage lang kommen

sie nicht in ihre Wohnung. „Die

eine Woche ist das geringste

Problem“, klärt mich Angelika

Kaul auf. „Die Mieter, die auch

nach dem Aufzugeinbau in ihren

Wohnungen bleiben, werden

für diese Zeit ausquartiert.

Entweder sie ziehen in eine

Pension, in ihren Garten oder

in eine unserer Gästewohnungen.“

Mehr organisatorisches

Geschick erfordert es, jene Mieter

unterzubringen, denen ein

Aufzug wenig bedeutet und deshalb

zum Umziehen “überredet“

werden müssen. Hier wiederum

greift ihre Routine, wenn es darum

geht, eine passende Wohnung

zu fi nden. Im Kiefernring

48 trifft das auf drei der zehn

Mieter zu. Zwei von ihnen wollen

unbedingt in der Waldstadt

bleiben, einer möchte ins Stadtzentrum

ziehen. Für zwei Familien

hat die Umzugsmanagerin

schon das Richtige gefunden,

einen Ringtausch organisiert,

sodass gleich drei Familien in

ihre Wunschwohnung ziehen

konnten.

„Allerdings an diesem Punkt

hört meine Arbeit noch nicht

auf. Für die frei gewordenen

Wohnungen bin ich dann wiederum

auf der Suche nach den

passenden Mietern.“ Neun Familien

kamen in die engere

Wahl, alles ältere Mitglieder, für

die eine Wohnung mit Aufzug

infrage kommt und die in der

Nähe wohnen. Aber wer lässt

sich schon gern zum Umziehen

überreden? Elisabeth und Herbert

Gregorzyk aus dem Kiefernring

52 kam das Angebot

gerade recht. Zwar hatten die

beiden Mittfünfziger vor, erst

in ein paar Jahren umzuziehen,

doch diese Chance nutzen sie

gern. „Das Treppensteigen fällt

mir zunehmend schwerer, mein

Rheuma macht mir zu schaffen“,

nennt Elisabeth Gregorzyk

einen der wesentlichen Gründe.

Aber noch wichtiger ist beiden,

in ihrer „Ecke“ zu bleiben. „Wir

gucken auf den Sportplatz, auf

den Kletterfelsen und haben

viel Grün vor der Tür, das wollen

wir auf keinen Fall missen.“

Und mit einem Aufzug im Haus

zieht Elisabeth gern wieder in

die fünfte Etage. Sie wohne ohnehin

am liebsten ganz oben.

Und der Umzug? Dem sieht sie

recht gelassen entgegen. Es ist

doch nur zwei Aufgänge weiter.

GEPLANTER AUFZUGANBAU

SOWIE GRUNDRISS-

ÄNDERUNGEN

2011 – Kiefernring 43

Kiefernring 48

Ziolkowskistr. 20

2012 – Galileistraße 41

Am Moosfenn 20-30

Lärmschutzwand mit

Serviceanspruch

Im ersten Quartal 2012 öffnet die neue Geschäftsstelle

der Karl Marx an der Saarmunder Straße ihre Türen

Nachdem die Wohngebäude an

der Saarmunder Straße in den

nächsten Wochen ihrer Fertigstellung

entgegengehen, wird

das Baugrundstück mit der neuen

Geschäftsstelle der Karl Marx

komplettiert. Sie wird voraussichtlich

bis zum Jahresende errichtet

und kann dann im ersten

Quartal 2012 bezogen werden.

Sie wird sowohl neue Anlauf-

So soll der Eingang zur neuen Geschäftsstelle aussehen

stelle für die Genossenschafter

und Besucher wie der künftige

Arbeitsplatz der Mitarbeiter der

Genossenschaft sein. Daneben

hat das Gebäude weitere Funktionen

und verkörpert insbesondere

einen Entwicklungsschritt

hin zu einem modernen Mitgliederservice.

Über die Details

der konzeptionellen Gestaltung

Rückseite des Gebäudes Blick in das Foyer

informierte der ausführende

Architekt Karsten Krake von

der Entwicklungsfi rma Sahlmann

und Partner die Teilnehmer

der letzten WERKSTATT

Ende Oktober. Demnach hat das

44,5 Meter lange und 12,5 Meter

breite Gebäude im gesamten

Ensemble die Aufgabe, die vier

dahinter liegenden Wohngebäude

von der Saarmunder Straße

und dem Verkehr auf der Heinrich-Mann-Allee

abzuschirmen.

Den Übergang zu den Wohngebäuden

wird ein von Bäumen

und Bänken gesäumter kleiner

Stadtplatz vermitteln. Er eignet

sich nach Krakes Vorstellungen

als Treffpunkt oder Ort für kleinere

Feste. Gleichzeitig grenzt

die Fläche privates Wohnen auf

der einen Seite und offi zielles

Verwalten auf der anderen voneinander

ab. Die Aufteilung der

Geschäftsstelle unterstützt diesen

Gedanken. So befi nden sich

auf der den Wohngebäuden zugewandten

Seite der Geschäftsstelle

vorwiegend Funktionsräume

wie Küchen, Toiletten,

Archiv- oder Tagungsräume, die

nicht so intensiv genutzt werden

wie die Büros der Mitarbeiter.

Diese liegen bis auf wenige Ausnahmen

alle auf der Seite an der

Saarmunder Straße. Sind die

Bürofenster breit und großzügig

geschnitten, sind die Fenster der

Funktionsräume eher schmal

und hoch. Zudem befi nden sich

auf der den Wohngebäuden zugewandten

Gebäudefront auch

keine Eingänge zur Geschäftsstelle.

Der zentrale Zugang ist

für jedermann auf den ersten

Blick erkennbar an der Saarmunder

Straße angelegt. Großzügige

Glastüren sowie ein bis

zum Boden reichendes Doppelfenster

geben den Blick auf den

zentralen Wartebereich und

den dahinter liegenden persönlichen

Empfang frei. Von hier

aus soll jeder Besucher unkompliziert

zu seinem gewünschten

Gesprächspartner geleitet werden.

Kurze Wartezeiten können

in einer bequemen Sitzgruppe

überbrückt werden. Im Erdgeschoss

des dreigeschossigen

Gebäudes wurden mit der Mietwohnungsverwaltung

und dem

Empfang die Anlaufpunkte mit

dem höchsten Besucheraufkommen

platziert. Für individuelle

Gespräche stehen Einzelberatungsräume

zur Verfügung, die

eine vertrauliche Atmosphäre

gewährleisten.

Neben dem Empfang führen

eine zentrale Treppe oder wahlweise

ein Aufzug zunächst in

das erste Obergeschoss. Hier befi

nden sich die Servicebereiche

der Mietenbuchhaltung und der

Bautechnik, aber auch ein 45

m 2 großer Besprechungsraum

sowie ausreichender Platz für

zu archivierende Unterlagen.

Eine Etage darüber haben die

Vorstände ihre Büros sowie ein

Sekretariatsbereich mit mehreren

Arbeitsplätzen. Nicht weit

entfernt fi ndet man die Räume

des Justiziars, der Sozialarbeiterin

oder der Wohneigentumsverwaltung.

Wie Karsten Krake

erläuterte, hat die Anordnung

der Büros im Gebäude auch

den Kostenvorteil, dass auf eine

zusätzliche Klimaanlage verzichtet

werden kann. Besorgte

Fragesteller befürchteten, Mitarbeiter

und Bewohner könnten

um die Parkplätze in der

Tiefgarage konkurrieren. Krake

beruhigte mit Verweis auf genügend

Parkmöglichkeiten an der

Saarmunder Straße, die für Besucher

und Mitarbeiter vorgesehen

sind. Der Geschäftsbetrieb

wird im ersten Quartal 2012 am

neuen Ort aufgenommen.

8 9


WISSENSWERT WISSENSWERT

D LIEBLINGSPLATZ

Möbel können – Farbe muss sein

Ringo Grafi k hat seinem Wohnzimmer einen besonderen Look gegeben

Manche Frauen kaufen sich

ihre Handtasche passend zu

den Schuhen. Das ist, glaube ich

zumindest, nicht allzu selten.

Aber dass ein Zimmer allein

Ringo Grafi k aus der Waldstadt hat ein Faible für Farben

nach den Farben eines einzigen

Möbelstücks gestaltet wird, ist

nicht so alltäglich und vielleicht

auch nicht jedermanns Sache.

Ringo Grafi k, der am Kiefern-

D NOMEN EST OMEN

Krügers und ihr Publikum

Während er in Deutschland

erst an 22. Stelle der am häufi

gsten vorkommenden Nachnamen

steht, belegt der so geläufi ge

Name „Krüger“ bei der Karl Marx

bereits Platz 7. Krüger stammt

aus dem Niederdeutschen und

bedeutet laut Wikipedia so viel

wie „Gastwirt, der Betreiber eines

Kruges“. Es liegt in der Natur

dieses Berufes, dass er ohne

einen Auftritt vor Publikum

nicht auskommt. Und so fallen

einem auf die Schnelle auch

gleich etliche Krügers ein, bei

denen wir bloß die Mattscheibe

einschalten müssen und es dauert

nicht lange, bis einer von ihnen

den Bildschirm füllt. Mike

Krüger gilt als unvermeidlich,

Hardy Krüger begleitet uns seit

Jahrzehnten, was wir mit seinem

Sohn Hardy Junior Krüger

wohl noch vor uns haben. Aber

auch bei der Karl Marx fi nden

Krügers ein dankbares Publikum.

„Gerade vor zehn Minuten

hat sich wieder jemand bei mir

bedankt“, erzählt Diego Krüger.

Er ist Hauswart Am Stern und

ring zu Hause ist, ist das egal.

Denn sein Lieblingsstück ist die

Couch, ein gemütliches kleines

Sofa mit weißen, blauen und

roten Streifen. Und genau diese

Couch ist schuld. Das ist wohl

das falsche Wort. Besser wäre

zu sagen, das Sofa war der Auslöser

dafür, seinem Wohnzimmer

einen besonderen Look zu

geben. Rot, blau, weiß sind die

vorherrschenden Farben, mal

sind es schmale Streifen, dann

wieder große weiße Flächen.

Man merkt, dass der 40-Jährige

ein Händchen für Farben hat.

Kein Wunder, Ringo Grafi k ist

Autolackierer.

Für sein Wohnzimmer hat er

sich Zeit genommen. Die Einrichtung

ist nach und nach gewachsen.

„Denn das Drumherum

sollte zur Couch passen.

Also musste es irgendetwas mit

Streifen sein“, erzählt er. Die

Streifentapete, die er in einem

Baumarkt entdeckte, hatte genau

das richtige Rot. Und die blauen

Streifen für den Rahmen hatte

Ringo Grafi k kurzerhand selber

zugeschnitten und geklebt.

kam gerade aus dem Hochhaus

am Keplerplatz 4. Das Ablesen

ist da wohl nicht so einfach und

die Hilfe des Hauswartes demzufolge

sehr willkommen. Dass er

nun Szenenapplaus bekommen

hätte, hält Diego Krüger für eine

etwas übertriebene Interpretation.

Dass er das Wort „Danke“

bei seinem Besuch im Hochhaus

öfter hörte, streitet er aber nicht

ab. Und vielleicht halten es die

Krügers außerdem mit der Tradition.

Wie bei Hardy und Hardy

Junior, den Schauspielern,

sind auch Peter und Diego (auch

Vater und Sohn) Hauswarte bei

der Karl Marx. Peter Krüger hat

sich gerade in die Rente verabschiedet.

Und wenn wir schon

Nichts für Grobmotoriker und

nicht immer war er mit dem

ersten Versuch auch zufrieden.

Damit harmonieren die Wände

schon einmal bestens mit der

Couch. Als Nächstes sollten es

passende Schränke sein. „Meine

Möbel, den Fernsehschrank

mit einer großen Schublade auf

Rollen und die Regale für meine

Platten, habe ich selbst gebaut,

genau nach meinen Vorstellungen.“

Und natürlich selbst

lackiert, in einem kräftigen,

warmen Rot. Wahrscheinlich

steckt in dem jungen Mann ein

Perfektionist. Sogar den kleinen

weißen Couchtisch hat er mit je

einem schmalen roten und blauen

Streifen aufgepeppt.

Allerdings allzu oft macht es

sich Ringo Grafi k nicht auf der

Couch bequem, eher eine seiner

beiden Katzen. „Das ist zu

gefährlich, nach einer halben

Stunde bin ich vor dem Fernseher

eingeschlafen“, sagt er mit

einem Lachen. Beim Fernsehgucken

oder Musikhören sitzt

er darum lieber im Sessel. Und

vielmehr steht auch nicht in

seinem Wohnzimmer. „Ich bin

eher puristisch. Weil ich nicht

allzu viel Kram habe, brauche

ich nicht viel Stauraum.“

Nur Farben sind für ihn ein

Muss.

Diego Krüger

von Hauswarten und Krügers

sprechen, müssen wir auch

den Dritten bei der Karl Marx

erwähnen: Peter Krüger. Er ist

in der Waldstadt zuständig.

Eigene Hauswarte

für die Waldstadt

Karl Marx startet Pilotprojekt mit eigenen Hauswarten

und Handwerkern

Im Frühjahr stehen bei der Genossenschaft

einige Veränderungen

an, die auf eine größere

Nähe zu den Mitgliedern und

auf einen besseren Service abzielen.

Dazu stellt die Karl Marx

ab April fünf eigene Hauswarte

ein. Die Hauswarte werden künftig

den Bestand in der Waldstadt

I und Waldstadt II betreuen.

Dazu zählen knapp 1.500 Wohnungen

und deren Umfeld. Ihr

Aufgabenspektrum ist vielfältiger

als bisher. So werden sich

die Karl-Marx-Hausmeister neben

den üblichen Hauswarttätigkeiten

künftig auch um

die Grünlandpfl ege, das Sauberhalten

der Wege und der

Spielplätze kümmern. „Hauswarte

sind in der Waldstadt

auch fürs Schneeschippen, das

Räumen und Streuen der Wege

verantwortlich“, erläutert Bodo

Jablonowski, Kaufmännischer

Vorstand. „Auch für saubere

D MITARBEITER

Zahlen und Rechnungen

Katrin Wolter ist neu bei der

Karl Marx. Die Kauffrau der

Grundstücks- und Wohnungswirtschaft

ist seit Januar für die

Betriebskostenabrechnung in

der Genossenschaft zuständig.

Alle Rechnungen für Strom,

Wasser, Fernwärme, Wartungsarbeiten,

laufen über ihren

Tisch. Die müssen geprüft, gebucht

und bezahlt werden. „Gemeinsam

mit meiner Kollegin,

die mich Stück für Stück einarbeitet,

erstellen wir die Betriebskostenabrechnungen

für rund

6.500 Wohnungen,“ erklärt die

34-Jährige. Eine „Schonzeit“

gab es allerdings nicht. Immer

Grünanlagen sind sie zuständig.“

Diese Aufgaben wurden

bisher Fremdfi rmen übertragen.

Von den eigenen Leuten

können kleinere Arbeiten ohne

Extra-Auftrag sofort übernommen

werden. Sie kennen „ihren“

Bestand und können fl exibler

reagieren. Das Ganze ist ein

Pilotprojekt. „Zunächst wollen

wir damit Erfahrungen in zwei

Wohngebieten sammeln“, so Jablonowski.

Entscheidend dabei

ist, wie zufrieden die Mitglieder

mit den „eigenen“ Hauswarten

sind. Für die übrigen Bestände

der Genossenschaft bleiben die

Hausmeister der MIR verantwortlich.

Als weitere Neuerung wird

ebenfalls ab April das Team

der Genossenschaft um fünf

Haushandwerker erweitert. Ein

Tischler, zwei Maler, ein Elektriker

sowie ein Sanitärklempner

sollen künftig einen Teil der

zum Anfang des Jahres gehen

die Schlussrechnungen der

einzelnen Versorger sowie die

Abgabenbescheide der Stadt

ein. Spätestens im Sommer sollen

die Abrechnungen an die

Mieter geschickt werden. Die

Arbeitsabläufe sind der Immobilienökonomin

durchaus vertraut.

Neun Jahre lang war sie

bei einer Berliner Hausverwaltung

für die Betriebskostenabrechnung

verantwortlich. Aber

hier in Potsdam ist sie zuhause

und irgendwie auch bei der

Genossenschaft. Schließlich ist

sie selbst in einer Wohnung

der Karl Marx groß geworden.

Reparaturen, also die laufende

Instandhaltung, übernehmen.

Die Handwerker werden im

gesamten Bestand, vom Stern

bis Potsdam West, zum Einsatz

kommen. Allerdings werden

die fünf Haushandwerker nicht

alle Reparaturen abdecken können.

Nach wie vor wird die Karl

Marx auch mit Handwerksfi rmen

zusammenarbeiten, die in

den einzelnen Wohngebieten

schon seit Jahren in ihrem Auftrag

im Einsatz sind.

„Doch die eigenen Handwerker

lassen sich direkter und fl exibler

einsetzen“, erläutert Bodo Jablonowski.

Nach einer gewissen

Zeit kennen die Haushandwerker

ihren Bestand und werden

auf notwendige Reparaturen

selbsttätig aufmerksam, um

sie kurzfristig aus der Welt zu

schaffen. Das ist nur eine beabsichtigte

Wechselwirkung.

Zudem lässt sich die Qualität

der Arbeit besser beeinfl ussen.

Denn es gibt immer eine unmittelbare

Rückkopplung. Weil die

Mitglieder dann „ihren“ Handwerker

kennen. Die Handwerkerzentrale

soll in unmittelbarer

Nähe zur neuen Geschäftsstelle,

Zum Jagenstein 3, angesiedelt

werden.

Katrin Wolter 0331 6458-1 80

die geburtstage im

februar und märz

90 + JAHRE

Helga Dittmer, Martha

Eisenhardt, Lucie Honka, Walter

Machurig, Hildegard Mansfeld,

Hildegard Nagler, Johanna

Noack, Ursula Scheil, Hermann

Schunke, Ilse Weber

85 JAHRE

Joachim Faehnrich, Eva Hattendorf,

Ursula Marold, Ursula

Rind, Lieselotte Rübe, Elisabeth

Soeffner, Werner Theilig

80 JAHRE

Hildegard Ehlert, Uschy Geier,

Charlotte Heimann, Rosemarie

Krebs, Ute Kuhreich, Karl Paul,

Irmtraut Schadow, Edith Schulz,

Waltraud Zellmer

75 JAHRE

Helga Bernau, Brigitte Berndt,

Helga Blumenstein, Horst Buro,

Rita Dombek, Horst Geisshirt,

Ilse Goede, Lieselotte Herffurth,

Renate Klein, Ingeburg Krug,

Erika Krüger, Hans-Joachim

Lüdeke, Ursula Maxa, Lotte

Mehnert, Hildegard Neumeister,

Bunhilde Pempelfort, Inge

Porada, Dr. Werner Rieger,

Herbert Seher, Elisabeth

Smolka, Christel Toll

herzlichen glückwunsch!

impressum

HERAUSGEBER

Wohnungsgenossenschaft

Karl Marx” Potsdam eG,

Jagdhausstr. 27, 14480 Potsdam,

0331 6458-0, www.wgkarlmarx.de

REDAKTION

Anke Ziebell, Martin Woldt

GRAFIKDESIGN

Lübbe Liceni Claassen Ecker

FOTOS

Tina Merkau, Seite1: Filmmuseum

Potsdam, Seite3: Dieter Jaeger, S.5

oben: Treffpunkt Freizeit, Seite 7:

Rike/pixelio

DRUCK

Druckerei Gieselmann

10 11


VIS A VIS

Renate und Ernst-Günter Hausmann (ganz rechts) leben mit ihren Nachbarn seit 50 Jahren in der Burgstraße 7

Der lebenslange Ort

Hausmanns wohnen zusammen mit sieben weiteren

Nachbarn seit 50 Jahren in der Burgstraße und kennen

ein Geheimrezept

Die Burgstraße muss ein ganz besonderer

Ort sein. Wer hier erst

einmal wohnt, zieht so schnell

nicht wieder aus. Um ganz genau

zu sein, wer sich für diese

Adresse entschieden hat, bleibt

ihr ein Leben lang treu. Wer

glaubt, das wäre maßlos übertrieben,

den dürften die Mieter

der Burgstraße 7 vom Gegenteil

überzeugen. Und zwar mit einem

einfachen Rechenexempel.

Am 15. März 1961 zogen die ersten

Mieter in den Fünfgeschosser

in der Nähe der Havel. Acht der

zehn Glücklichen - ganz so leicht

war es damals nicht, eine eigene

Wohnung zu bekommen - wohnen

heute noch dort. Das sind

unglaubliche 50 Jahre in ein- und

derselben Wohnung. Dabei sind

die Wohnungen nicht einmal besonders

geräumig. Es muss wohl

12

am Klima liegen. Hausmanns

gehören zu den Erstmietern, aber

das ist in diesem Aufgang nichts

Besonderes, weil die Regel. Dabei

kamen Hausmanns auf Umwegen

zu ihrer Wohnung. Im

Grunde war es der Beharrlichkeit

von Renate Hausmann zu verdanken.

Woche für Woche saß

sie mittwochs bei der AWG und

hoffte auf eine Zuweisung. Seit

zwei Jahren hatte das junge Paar

schon eine Mitgliedsnummer.

„Gleich mit 20 hatte ich mich bei

der Genossenschaft angemeldet“,

erzählt Ernst-Günter Hausmann,

der damals beim Defa-Dokfi lm

arbeitete. „Fast zeitgleich mit der

Anmeldung fürs Auto, Waschmaschine

und Kühlschrank“,

gibt er zu Protokoll. Inzwischen

war die junge Familie zu dritt.

„Allerdings lebte ich zu der Zeit

mit unserem Sohn in der Schneiderstube

meiner Mutter und

mein Mann hatte nur ein kleines

Zimmer bei seiner Mutter“,

erzählt Renate Hausmann. Von

Familienleben konnte nicht die

Rede sein. „Mir blieb gar nichts

anders übrig, als hartnäckig zu

sein.“ Man kann sich heute noch

gut vorstellen, dass sich die resolute

Frau nicht abweisen ließ.

Dass es die Burgstraße 7 wurde,

ist gewissermaßen Zufall. Eine

Familie war nicht zur geplanten

Schlüsselübergabe erschienen.

Sie waren am Tag zuvor in den

Westen gegangen. Glück für

Hausmanns. „Genau am 20. Februar,

meinem 24. Geburtstag,

hielt ich die Schlüssel in der

Hand. Ein besseres Geschenk

hätte mir niemand machen können,

eine eigene Wohnung 2

1/2 Zimmer, 59 m 2 nur für uns

drei“, erinnert sich die 74-Jährige.

Natürlich habe sie sich sofort

auf den Weg gemacht. „Ich bin

rumgeirrt, Straßennamen gab es

nicht. Doch ich wollte unbedingt

die Adresse Zum Kanal Süd,

Straße D, Block 7 fi nden. An jeder

Parterrewohnung habe ich

probiert, ob der Schlüssel passt.

Die Tür ging nur schwer auf, die

Wohnung war zu der Zeit noch

voller Bauschutt, den wir nach

Feierabend selbst rausgekarrt

haben.“ Dass sie nach 50 Jahren

noch immer hier wohnen wür-

Oben: 1961 – Blick von der Burgstr.,

unten: Renate Hausmann in jungen

Jahren

den, hätte sie damals nicht geglaubt.

Eine zeitlang waren die

59 m 2 recht eng, fast zu eng. Mit

zwei Kindern war die Wohnung

einfach zu klein. „Fast hätten

wir uns vergrößert, doch unsere

beiden Jungs wollten hier nicht

weg.“ Kein Wunder, in jeder

Wohnung gab es Kinder. Hier

war immer Leben in der Bude.

Die Wohnungstüren blieben

stets offen.“ Heute verschwenden

Hausmanns keinen Gedanken

mehr ans Umziehen. „Wir haben

hier gelebt, als es eng war,

haben zwei Rekonstruktionswellen

unbeschadet überstanden

und jetzt haben wir es bequem“,

nennt Ernst-Günter Hausmann

einen der Gründe. „Und die sieben

Stufen sind auch in zehn

Jahren ohne große Probleme zu

schaffen.“ Ein anderer Grund

sind sicherlich die Nachbarn,

schließlich wohnen sie seit fünf

Jahrzehnten unter einem Dach.

„Wir haben uns über all die Jahre

gut verstanden, ohne uns zu eng

auf die Pelle zu rücken“, meint

Renate Hausmann. Vielleicht ist

das das Geheimrezept.

0331 6458-0 www.wgkarlmarx.de

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